PROJEKT Schüler STÄRKEN - Integration Eschweiler

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PROJEKT Schüler STÄRKEN - Integration Eschweiler

DIE HANDLUNGSEMPFEHLUNGEN

Das Projekt „Schüler STÄRKEN“ macht

deutlich, dass es mit Hilfe einer intensiven

Kooperation in einem Netzwerk von Schulen

und anderen Einrichtungen gelingen

kann, Schulverweigerer und Schulverweigerinnen

zumindest für einen begrenzten

Zeitraum für die Teilnahme an Aktivitäten

zu gewinnen, die auf eine Auseinandersetzung

mit ihrer aktuellen Lebenssituation

zielen. Wichtig ist dabei auch die Kooperationsbereitschaft

von Schule, die die formalen

Voraussetzungen für die Teilnahme

an einem derartigen Projekt schaffen

muss. Ebenso wichtig ist auch die frühzeitige

und umfassende Einbeziehung der

Eltern, deren Mitwirkung nicht nur aus

formalen und rechtlichen Gründen zwingend

ist, sondern der vor allem aufgrund

der skizzierten Fixierung von Schulverweigerern

und Schulverweigerinnen auf ein

„intaktes“ Familienmodell für die Veränderung

der Lebenssituation besondere Bedeutung

zukommt.

Der Verlauf des Projektes, der Reflexionsphasen,

Diskussionen mit der „Gegenseite“

in der Form eines konfrontativen Gespräches

mit einem Lehrer sowie Freizeitaktivitäten

zur Entwicklung und Stärkung

von sozialen Kompetenzen einschloss, hat

deutlich werden lassen, dass mit einem

solchen Ansatz ein ergebnisoffener Dialog

möglich wird, an dessen Ende durchaus

eine Entscheidung für den Wiederbesuch

von Schule stehen kann. Dieser Dialog

schließt aber auch die Möglichkeit ein,

dass an seinem Ende andere Wege gemeinsam

gefunden werden, die anders als

durch den Wiedereintritt in das System

Schule Zukunftsperspektiven eröffnen.

Das Projekt hat darüber hinaus gezeigt,

dass für die Entwicklung von Lösungsansätzen

im Problemfeld „Schulverweigerung“

die aktive Mitwirkung von betroffe-

nen Schülerinnen und Schülern unabdingbar

ist. Nur so erschließen sich Ursachen

und Motive jenseits einer einfachen Erklärung

von „Leistungsangst“ und „Leistungsverweigerung“.

Offensichtlich wird dann

ein komplexes Bedingungsgefüge für

Schulverweigerung, das Änderungsnotwendigkeit

im Verhalten von Schulverweigerinnen

und Schulverweigerern, aber

eben auch Veränderungen im System

Schule anmahnt. Veränderungen sind jedoch

auch vom familiären Umfeld zu fordern,

das zumindest nach den Erfahrungen

in diesem Projekt viel seltener als erwartet

durch eine unzureichende emotionale

und/oder soziale Einbindung der

Schülerinnen und Schüler zum Problem

beiträgt, sondern das offensichtlich oft von

den Verweigerinnen und Verweigerern in

seiner Passivität und einer gewissen

Schulferne als „Schutzraum“ vor Schule

wahrgenommen wird und dadurch das

Verweigerungsverhalten indirekt positiv

sanktioniert.

Am Ende des Projekts: Öffentlichkeit und

Aufmerksamkeit. Übergabe der Zertifikate

durch den Bürgermeister der Stadt Eschweiler

Rudi Bertram (r.)

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