Das große bairische Gstanzlbuch

volkagentur

Hat oaner oans gsunga
Erste umfassende Sammlung von Gstanzltexten - ein Muss für alle Musikanten und Brauchtumspfleger.

Liebe und Ehe

Hochzeit, Ehe, Familie

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As Maderl håt gheirat in Böhmerwald nei.

Åber der zaundürre Schneider bringt d’Nudl net nei.

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Guadn Moring, Herr Pfarrer, wås macht der Kaplan

Er liegt auf der Köchin und kraaht wiar a Hahn.

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Mei Våder håt gsagt, i soll Fuchspassn geh.

I pass liaber auf d’Füchsin und lass an Fuchs steh.

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Und mei Våder, der Hund, håt ma’s Madl net vagunnt,

und mei Muader, de Maatz, håt me glei no besser traatzt.

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Der oine stäiht drobn aaf der Loiter, der andere is draaß vor der Tür.

Der dritte sitzt då aaf der Uafabenk 56 und schmaatzt 57 ma vom Heiratn vür.

Er schmaatzt ma hålt vül von der Heirat und sågt ma so allerhand vür.

Und i såg eahm: Öitz gäih scho wieder, der Våder lust drauß vor der Tür!

De schee Seitn sågt dir a jeder, de schlechtn zoigns åber niat.

Und ’s Heiratn lou(ß) i nu bleibn, ja ’s Lebn waar sunst går aso hiart.

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Heiratn tua(r) i net, des håb i scho varedt.

I brauch koa Kindergschroa und aa koan Mo im Bett.

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Draah de um und draah de um, du gscheckate Kuah.

Wer wird di na melka, wenn i heira(t)n tua.

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Heiratn måg i net, is ma no z’ früah.

Koan Wärmstoa brauch i net, kalt is ma nia.

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O du mei himmlischer Våter, schick ma(r) aa bald an Ma(nn)!

Jeds Katzerl håt aa sein Kåter, jeds Hennerl håt aa sein Hah(n).

Jeds Katzerl håt aa sei Munzerl, jeds Hennerl legt aa(r) a Oa.

Schick ma doch aa(r) a solchs Munzerl, schick ma(r)aa doch oans oder zwoa!

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Himml, dreitausend Stern! D’ Liesl will Baierin wern

Ko no koan Dåtsch 58 net brå(t)n, då wirds wås håm!

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A gscheckats Poar Ochsn und a bleamate Kuah

kriagt d’ Schöller Marie, bal i’s heiratn tua.

56 Uafabenk = Ofenbank

57 schmaazt = redet

58 Datsch = Kartoffelpuffer

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Das GroSSe bairische Gstanzlbuch

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Wer nix daheirat und nix dairbt,

der bleibt an oarmer Teifl, bis er stirbt.

As Scheenste is und bleibt auf dera Welt

a reiches Wei und a Sååck voll Geld.

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A Spinnraadl, a Bettstaadl und a gscheckerte Kuah,

de gibt ma mei Muatter, wenn i heiratn tua.

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Håst denkt, weilsd a Haus håst, i werd di bittn.

I scheiß auf dei Haus, auf dei laare Hüttn!

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Deandl, heirat koan Maurer, du heiratst in d’ Nout;

håst im Summer koan Mo und im Winter koa Brout.

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Hearts nur, hearts nur, ’s wird di scho reia 59 .

Wennsd an grobn Flegl kriagst, wird er di brav bleia 60 .

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Wann i mål heirat, des macht ma nix aus.

Wann ’s Wei net dahoam is, bin i Herr im Haus.

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Der Lehrer håt ’s Steckerl zum Kinderkuriern:

Wenn d’Braut net pariert, muaßs as Gleiche probiern.

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Wenn i amål heirat, nachad heirat i nei(n).

Sechs gib i an Schinder 61 und drei gråb i ei.

Wenn i amål heirat, nachad heirat i di!

Setz mei routs Kapperl auf, höllsaxndi!

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Fidlgungas, fidlgungas, jetz wird d’ Houzat 62 båld wern,

gehn i aa drei, gehn i aa drei mit der brochan Latern.

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Åber es gibt doch nix Scheeners als wia d’ Houzatlåderei,

der oane mächt a Baierin und der ander a Wei.

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Unsre zwoa Kranzlmadl han so schneeweiß.

De passn auf d’ Buama wia d’ Katzn auf d’ Mais.

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Då a Bröckl, durt a Bröckl! Wird scho wieder a Kreuzerweckl.

Då a Schwaanzl, durt a Schwaanzl, wird scho wieder a Houzatkraanzl!

59 reia = reuen

60 bleia = bläuen, blau schlagen

61 Schinder = Abdecker

62 Houzat = Hochzeit

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