Mesoskalige konvektive Systeme während des ... - IMK-TRO

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Mesoskalige konvektive Systeme während des ... - IMK-TRO

3.4 Beschreibung Fall 2 vom 31. Juli 2006

Etwa fünf Stunden nach Ankunft der Böenfront in Dano - gegen 2100 UTC - hat

sich in den untersten Schichten eine stabile Bodeninversion eingestellt (Abb. 3.8 und

3.9). Darüber ist die Troposphäre bis in eine Höhe von 700 hPa nahezu trockenadiabatisch

geschichtet. Oberhalb von 750 hPa ist die spezifische Feuchte auch weiterhin

höher als vor Durchzug, während sie unterhalb davon weiterhin geringer ist. Die

Umlagerungsprozesse sind demnach noch deutlich zu identifizieren. In der relativen

Feuchte ist in allen Schichten ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.

Die im Satellitenbild beobachteten Wolken (Abb. 3.4f), die zu dieser Zeit noch über

Dano liegen, sind auch im Profil der relativen Feuchte zwischen 600 und etwa 350

hPa auszumachen.

In den untersten Schichten hat sich bis zum Abend bereits wieder eine südliche Strömung

eingestellt, die sich jedoch, wie anhand der Bodendaten gezeigt, noch nicht

langfristig an der Station durchsetzen kann.

Zwischen etwa 900 und 800 hPa hat die Temperatur zugenommen. Diese Zunahme ist

auf die Advektion wärmerer Luftmassen aus dem Südosten zurückzuführen. Darüber

ist ein Ostwind existent. Die Windgeschwindigkeit hat innerhalb der Grenzschicht

und den darüber angrenzenden Schichten abgenommen, der AEJ hat sich jedoch

noch nicht wieder regeneriert.

3.4 Beschreibung Fall 2 vom 31. Juli 2006

3.4.1 Zugbahn des Systems vom 31. Juli 2006

Am Nachmittag des 30. Juli 2006 entstehen bis 1500 UTC im Südosten des Nigers -

zwischen 10 ◦ und 12 ◦ O und bei etwa 14 ◦ N - an den südlichsten Ausläufern des Air

Gebirges erste kleine konvektive Zellen (Abb. 3.10a). Sie wandern in den nächsten

Stunden weiter in Richtung Südwesten und schließen sich bis zum Abend zu einem

größeren Wolkenkomplex mit zunächst rundlicher Gestalt zusammen. Um 1830 UTC

befindet sich das System bei etwa 9 ◦ O und 14 ◦ N und weist eine Verlagerungsgeschwindigkeit

von 13.8 m s −1 (Angabe aus RDT entnommen) auf (Abb. 3.10b).

Bis um 0000 UTC am 31. Juli entwickelt sich daraus eine linienförmige Anordnung

von Wolken, eine sog. Böenlinie, die zu diesem Zeitpunkt zwischen 5 ◦ und 10 ◦ O und

etwa 12 ◦ und 15 ◦ N - über der Grenze Burkina Fasos zu Nigeria - zu beobachten ist

(Abb. 3.10c). Sie weist zu diesem Zeitpunkt eine Verlagerungsgeschwindigkeit von

15.4 m s −1 (Angabe aus RDT entnommen) auf. Innerhalb der nächsten Stunden

zieht das System in südwestliche Richtungen weiter, bis es um 0645 UTC im Bereich

des Grenzdreiecks Niger/Nigeria/Benin - zwischen etwa 3 ◦ und 5 ◦ O und 12 ◦

und 14 ◦ N - zu identifizieren ist (Abb. 3.10d). In den kommenden Stunden schwächt

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