DEPONIE - Currenta

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DEPONIE - Currenta

DEPONIE

Ein Unternehmen von

Bayer und LANXESS


DEPONIE – Einführung

Einführung

Die umweltgerechte Deponierung bestimmter

Abfallarten gehört als wichtige Ergänzung zur

Abfallverbrennung zu einem ganzheitlichen

Entsorgungskonzept.

Höchste Sicherheitsstandards bestimmen den Bau und

den Betrieb von Deponien für Abfälle aus der chemischen

Produktion. Die Anforderungen an die Standortbedingungen,

den geologischen Untergrund, die Lage zum

anstehenden Grundwasser und die Nähe zu Trinkwasserschutzgebieten

sind bei einer Sonderabfalldeponie

besonders hoch. Sie wird nur dann genehmigt, wenn der

Nachweis erbracht wird, dass keine Gefährdung der Umwelt,

insbesondere des Grundwassers, besteht.

Sonderabfalldeponie des CHEMPARKS in

Leverkusen

Die Sonderabfalldeponie des CHEMPARK wurde im Jahr

1970 in Betrieb genommen. Sie hat eine Grundfläche von

65 Hektar. Wenn das Gelände voraussichtlich im Jahr 2070

verfüllt sein wird, hat die Deponie eine Höhe von 60 Metern

über der Deponiebasis (100 Meter über NN) erreicht. Nach

einer Rekultivierung wird das Gelände dann für Naherholungszwecke

zur Verfügung stehen.

Bau und Betrieb einer Sonderabfalldeponie

Eine Vielzahl von technischen Maßnahmen sorgen heute

für einen effizienten Bau des Deponiekörpers. Die Deponie

wird konstruktiv so gestaltet, dass das Eindringen von

Niederschlagswasser und die Sickerwasserneubildung

minimiert wird.

Naturgemäß drängt das Grundwasser, das aus der Richtung

des Bergischen Landes im Nordosten kommt, in

Richtung Rhein. Um eine Grundwasserbeeinflussung durch

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die Deponie auf der Nordostseite zu verhindern, wird der

Grundwasserspiegel auf dieser Seite trichterförmig über

eine Reihe von Brunnen so tief abgesenkt, dass eine hydrologische

Beeinträchtigung ausgeschlossen ist.

Niederschlagswasser wird über Dränagerohre, die auf den

verschiedenen Ebenen der Deponie eingebaut werden (s.

Seite 5) aufgefangen und als Deponiesickerwasser der angeschlossenen

Kläranlage zugeführt. Dies gilt ebenfalls für

das Grundwasser auf der Westseite der Deponie, das über

die zweite (westliche) Brunnengalerie abgepumpt wird.

Ein Deponiebuch dokumentiert Ablagerungsort und Lage

im Deponiekörper. So genannte Rasterkuben von

50 m x 50 m x 2,5 m unterteilen die Deponie in gleichmäßige

Quader, so dass die Lage der Abfälle innerhalb der

Deponie dokumentiert ist.

Effizient ist aber nicht nur der Aufbau der Deponie, auch ihr

betrieblicher Ablauf wird durch unterschiedliche Qualitätsund

Kontrollmaßnahmen (s. Seite 5) bestimmt.

Umfangreiche Dichtungsmaßnahmen innerhalb der Deponie

(s. Seite 5) verhindern zusätzlich Ausspülprozesse und

eine stoffliche Vermischung der deponierten Abfälle.

Die Deponie ist für die Ablagerung besonders überwachungsbedürftiger

Abfälle geeignet.

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DEPONIE – Aufbau der Sonderabfalldeponie

Aufbau der

Sonderabfalldeponie

Schritt für Schritt zur Abdichtung

Der Schutz des Grundwassers wird durch ein System mehrerer

technischer Abdichtungsmaßnahmen sichergestellt.

Die technischen Barrieren der Deponie bestehen aus

• der Deponiebasisabdichtung,

• der Zwischenabdichtung,

• der Oberflächenabdichtung.

Die Basisabdichtung stellt eine Barriere zum Grundwasser

her und fängt Sickerwasser auf. Mit der Zwischenabdichtung

wird die Deponie in Schichten von jeweils 2,50 Metern

Höhe aufgebaut und verdichtet. Nach jeder vierten Schicht

(10 Meter Höhe) wird die Oberfläche abgedeckt. Die

Zwischenabdichtung bewirkt, dass der Niederschlagseintrag

in den Deponiekörper und damit die zu behandelnde

Sickerwassermenge minimiert wird.

Die Endabdichtung umfasst den gesamten Böschungsund

Oberflächenbereich der Deponie. Der Aufbau des

Dichtungssystems befindet sich derzeit im Genehmigungsverfahren.

Die Oberflächenabdichtung ist langfristig stabil

gegen Erosion, Nagetierbefall, Durchwurzelung und andere

Umwelteinflüsse.

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Begrünung

Rekultivierungsschicht

Spontanvegetation

Dränageschicht

Kunststoffabdichtbahn

Mineralische Abdichtung

Abfall

Pflanzsubstrat

Vlies/Krallschicht

Tragschicht/

Ausgleichsschicht

100 m

Abdeckschicht

Kunststoffabdichtbahn

Oberflächenabdichtung

90 m

Dränage mit Dränrohren

Kunststoffabdichtbahn

Sand

Mineralische Abdichtung

Abdeckschicht

Zwischenabdichtung

Abfall

80 m

70 m

60 m

50 m

Basisabdichtung

gewaschener Boden

40 m

BASISABDICHTUNG

ZWISCHENABDICHTUNG

OBERFLÄCHENABDICHTUNG

FUNKTION

Barriere zum Grundwasser

Auffangen von Sickerwasser

FUNKTION

Auffangen und Ableiten von

Regenwasser

FUNKTION

dauerhafte Verhinderung des

Eindringens von Regenwasser und des

Kontaktes der Abfälle mit der Umwelt

AUFBAU

50 cm mineralische Abdichtung

(z. B. Ton)

Funktion: Dichtungsschicht,

wasserundurchlässig

10 cm Sand

Funktion: Schutzschicht

2,5 mm Kunststoffdichtungsbahn

(Polyethylen, vollverschweißt)

Funktion: Dichtungsschicht,

wasserundurchlässig, beständig

gegen Chemikalien, Alterung

und Bodenbakterien

30 cm Dränageschicht (Kies) mit

Dränrohren

Funktion: Sammeln und Ableiten

von Sickerwasser zur Kläranlage

50 cm Abdeckschicht

(wasserdurchlässige Materialien,

z. B. feiner Bauschutt, Kies,

Bodenaushub, Schlacke)

Funktion: Schutzschicht

AUFBAU

10 cm Abdeckschicht

(feinkörniger Boden)

Funktion: Schutzschicht

1,5 mm profilierte Kunststoffdichtungsbahn

(Polyethylen, verschweißt)

Funktion: Dichtungsschicht,

wasserundurchlässig, beständig

gegen Chemikalien, Alterung

und Bodenbakterien

Vlies/Krallschicht

4 cm Pflanzsubstrat

(Bodengemisch aus Schiefer,

Basalt u. a., erosionsstabil,

wasserdurchlässig)

Funktion: Schutzschicht;

Sammeln und Ableiten von

Regen-/Sickerwasser

AUFBAU

20 cm Tragschicht

(nichtbindiger Boden)

Funktion: Ausgleichsschicht

60 cm mineralische Abdichtung

(z. B. Ton)

Funktion: Dichtungsschicht im

Böschungs- und Deckelbereich

50 cm mineralische Abdichtung

(z. B. Ton)

Funktion: Dichtungsschicht

2,5 mm Kunststoffdichtungsbahn

(Polyethylen, vollverschweißt)

20 cm Dränageschicht

(z. B. Kies)

Funktion: Ableiten von Niederschlagswasser

(durchsickerndes

Regenwasser)

ca. 1 m Rekultivierungsschicht

(bindiger und nichtbindiger

Boden)

Abfall

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DEPONIE – Qualitätssicherung

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Qualitätssicherung

Die oberirdischen Deponien erfüllen alle notwendigen

Sicherheitsstandards. Oberstes Ziel ist immer der

Schutz des Grundwassers und die Standfestigkeit des

Deponiekörpers. Deshalb sind unsere Deponien so

konstruiert, dass sie auf Dauer jeden Kontakt der Abfallinhaltsstoffe

mit der Umgebung ausschließen.

Abfallmanagement

Integraler Bestandteil der Entsorgung ist die vorbereitende

Abfallerfassung und -logistik. Gemeinsam mit den Kunden

wird die optimale physikalisch-chemische Vorbehandlung

ermittelt und über Details zur Deponierung entschieden.

Grundlage für die Entscheidung sind Informationen über

• die Menge,

• die vorgeschlagene Beseitigungsart,

• die Arbeitssicherheitsmaßnahmen bei der Entsorgung,

• die allgemeinen Eigenschaften und

• physikalische und chemische Daten wie Festigkeit, Glühverlust,

Wasserlöslichkeit etc.

Mit diesen Informationen werden alle relevanten Dokumente

vorbereitet und die erforderlichen Genehmigungen

eingeholt. Die Qualitätssicherung der Entsorgung erfolgt

über begleitende Analysen, Evaluierung der Begleitpapiere

und Nutzung eines internen Qualitätsmanagementsystems,

das alle wichtigen Handlungsabläufe umfasst.

Deponierbare Abfälle

Abfallstoffe, die zur Verbrennung nicht geeignet sind, z. B.

anorganische Produktionsrückstände, chemisch belasteter

Erdaushub und Bauschutt aus Rückbaumaßnahmen, werden

auf der Sonderabfalldeponie abgelagert. Dort werden

auch anorganische Rückstände und Aschen deponiert,

die bei der Verbrennung von Abfall und Klärschlamm aus

der Abwasserreinigung anfallen. Die Deponie ist daher ein

wichtiger Teil des Entsorgungsverbundes in Leverkusen-

Bürrig.

Die Ablagerung der Abfälle geschieht unter Berücksichtigung

der chemischen und physikalischen Eigenschaften

und erfolgt daher nach einem festgelegten Einlagerungsplan.

Abfälle mit hohen wasserlöslichen Anteilen (Abfallsalze,

Salze aus der Rauchgasreinigung und der Abwasserkonzentratverbrennung)

werden in speziellen Kunststoffsäcken,

in „Big-Bags“, eingebaut. Abfälle mit über zehn

Prozent organischem Anteil sind im Regelfall thermisch

vorzubehandeln (s. Sondermüllverbrennung).

Nicht deponierbare Abfälle

Von einer Ablagerung sind u. a. ausgeschlossen alle Stoffe,

die

• gemäß Deponiebescheid in Art und Zusammensetzung

nicht erlaubt sind,

• bereits in geringen Mengen hochgiftig sind,

• giftige Gase entwickeln können,

• zu Explosionen neigen und

• flüssig oder pastös vorliegen (auch nicht in Fässern

oder Gebinden).

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Herausgeber

Currenta GmbH & Co. OHG

51368 Leverkusen

Deutschland

www.currenta.de

Stand: März 2010

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