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inter- nationale presse- schau - bei Dachser

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AUSGABE 2/2012

magazin

NACHHALTIGKEIT

BUSINESS-PERFORMANCE

MIT PERSPEKTIVE

DIE WELT DER INTELLIGENTEN LOGISTIK

DIE ZUKUNFT

AUF DEM PLAN

GESCHÄFTSMODELLE

FÜR DIE LOGISTIK VON MORGEN

MEXIKO

VOLLE KRAFT

AUS AMERIKAS MITTE


ZAHLEN, DIE ZÄHLEN

Das passt in eine Standard-Wechselbrücke:

02 DACHSER magazin

1.000 Goldbarren à 1 kg:

Volumen je 0,05 Kubikmeter

(bei Gewicht/Dichte = 1/19,32)

Wert (bei 999er Qualität): 40,5 Mio. Euro

(Stand März 2012)

50,3 m 3 =

Volumen einer

Standard-Wechselbrücke

4.695 Fußbälle:

der „nackte“ adidas Tango (ohne Verpackung

etc.) hat einen Durchmesser von ca. 22 cm.

Somit hat ein Ball ein Volumen von

V = Länge x Breite x Höhe =

0,22 m x 0,22 m x 0,22 m = 0,010648 m 3 ;

50 m 3 : 0,010648 m 3 = 4.695 Bälle


TITEL

Strategie: Wie Dachser sich den

Herausforderungen der Zukunft stellt 04

FORUM

Menschen und Märkte: 10

Wachstum in Zahlen; 50 Jahre Treue;

volle Power im Warehouse und

nachhaltiger Verkehr unter Strom

KOMPETENZ

Alles aus einer Hand: Die neue

B2C-Lösung von Dachser 14

Nachhaltigkeit: Ein Forschungsbericht

von Professor Julia Wolf 16

Air & Sea Logistics: Ein Bio-Kraftwerk

für Chiles Lachse 18

European Logistics: Hand in Hand 20

Media Review: Internationale Presseschau 21

Frankreich: Chem-Logistics-Lösungen

für sauberes Wasser 22

NETZWERK

Netzkompetenz: News aus der Dachser-Welt 26

Mexiko: Die Kraft aus Amerikas Mitte 28

BUSINESS LOUNGE

Dachser im Dialog: Lernen von der Natur.

Bernhard Simon trifft Dr. Rainer Erb 32

GOOD NEWS

Selbst ist der Mann! 35

F Noch mehr

Informationen gibt es in

unserem DACHSER eLetter.

Näheres finden Sie unter:

www.dachser.com/eletter

Impressum

Herausgeber: Dachser GmbH & Co. KG, Memminger Str. 140, D – 87439 Kempten, Internet: www.dachser.com Gesamtverantwortlich: Dr. Andreas Froschmayer Redaktions-

leitung: Jörn Erdmann, Tel.: +49 831 5916-1421, Fax: +49 831 5916-8-1421, E-Mail: joern.erdmann@dachser.com Redaktion: Martin Neft, Aljoscha Kertesz, Christian Weber

Gestaltung: Ralph Zimmermann Verlag: Burda Creative Group GmbH, Konrad-Zuse-Platz 11, 81829 München, Tel.: 089 30620-0, Fax: -100 Geschäftsführung: Gregor Vogelsang,

Dr.-Ing. Christian Fill Projektleitung Burda Creative Group: Marcus Schick Bildnachweis: alle Fotos Dachser, außer HH/M.Lindner (S. 1, 8), Robert Auerbacher (S. 10), Thorsten

Jochim (S. 3, 4–7), Detlef Majer (S. 35), Robert Martin (S. 3, 14, 15), Ute Schmidt (S. 17), BWT (S. 25), Fraport (S. 8), iStockphoto (S. 3, 12, 13, 16, 18–24, 26–31), Illy (S. 27), Jung-

heinrich (S. 13), VW (S. 17), Illustration: Ralph Zimmermann (S. 32–34) Druck: AZ Druck und Datentechnik GmbH, 87437 Kempten Auflage: 38.000/53. Jahrgang Erscheinungsweise:

4 x im Jahr Sprachen: Deutsch, Englisch, Französisch. Das DACHSER magazin wird auf NovaTech Papier gedruckt, zertifiziert nach dem FSC ® -Mix für schonende Waldwirtschaft.

04

14

22

28

INHALT

DACHSER magazin 03


TITEL

Schon heute das Morgen denken und dafür die Weichen stellen:

Die Wirklichkeit von Logistik-Unternehmen auch in Modellen abzubilden

hilft, die Bedeutung und Entwicklung von Netzwerken zu verstehen.

Und damit erfolgreich die Zukunft zu planen.

04 DACHSER magazin

DAS MODELL

ZUKUNFT


hWillkommen in „Logistopolis“. Wir

schreiben das Jahr 2050. In diesem

Szenario einer denkmöglichen Zukunft liegen

die schwierigen Jahre von 2010 bis 2030

hinter uns und damit weltweit zugespitzte

Verteilungskämpfe um Energie und Wasser.

Große Unternehmen wie Dachser haben

weltumspannende, dynamische und sich

selbst organisierende Logistiknetzwerke geschaffen.

Seit vielen Jahren sind ihre Terminals

nicht nur die Knotenpunkte umfassender

Dienstleistungen, sie dienen vielmehr

auch zur Energiegewinnung und speisen als

Versorger emissionsfreie Energie in dezentrale

Stromnetze. Unsere Mobilität funktioniert

schon lange abgasfrei, Privat- und

Güterverkehr nutzen dabei getrennte Infra-

strukturen. Während unterirdische Verteilersysteme

die Megacities versorgen, halten

gigantische Container- und Luftschiffe die

weltweiten Warenströme im Fluss. Hersteller

und Handel haben die Planung und

Steuerung von Supply Chains weitestgehend

ausgelagert. Kein Wunder also, dass Logistik

weltweit der beliebteste Beruf ist...

„Logistopolis“ als Denkspiel für ein Geschäftsmodell

einer entfernten Zukunft ist

mehr als ein Blick in die „Glaskugel“. Sze -

narien wie diese können helfen, konkrete

Bilder eines möglichen Morgen entstehen zu

lassen. „Nur wer sich mit der Zukunft beschäftigt,

kann sie positiv gestalten“, erklärt

Dr. Andreas Froschmayer, Leiter Unternehmensentwicklung

bei Dachser. Zur Aus- ‡

Gegessen wird immer:

Food Logistics verbindet

Handel und Kunden

TITEL

DACHSER magazin 05


TITEL

Bernhard Simon,

Sprecher der Dachser-

Geschäftsführung

gestaltung und Weiterführung bestehender

Geschäftsmodelle gehöre es eben auch,

immer wieder einmal über Szenarienbildung

mögliche Welten aufzuspannen und

Vorstellungen von neuen Handlungsräumen

zu entwickeln. Bernhard Simon, Sprecher

der Dachser Geschäftsführung: „Es geht

Dachser grundsätzlich immer darum, Herausforderungen

rechtzeitig zu erkennen,

Innovationen hervorzubringen und nicht

abzuwarten, was passiert. Das Unternehmen

ist mit seinen tragenden Geschäftsbereichen

European Logistics, Food Logistics

und Air & Sea Logistics gefordert, strategische

Entwicklungen aktiv zu gestalten.“

Im Mittelpunkt des Geschäftsmodells stehe

die logistische Netzwerkreife. „Wir entwickeln

die intelligente Steuerung integrierter

Netze und der darin eingebundenen

Warenströme der Kunden“, beschreibt

Michael Schilling, Geschäftsführer European

Network Management & Logistics

Systems, das Konzept.

Tragende Säulen seien dabei die Transportund

Warehouse-Netzwerke sowie die eigens

entwickelten Branchenlösungen für Industrie-

und Konsumgüter. Um den unterschiedlichen

Anforderungen an die Logistik von

Industriegütern und Lebensmitteln gerecht

zu werden, betreibt Dachser zudem zwei

Eurohub: Das Dachser-Netzwerk

lebt von intelligenten Knotenpunkten

06 DACHSER magazin

Wir schaffen die weltweit intelligenteste Kombi-

hh nation und Integration logistischer Netz kompetenzen.

Wir optimieren so die Logistikbilanz unserer Kunden

separierte Landverkehrsnetze. „Die Indi -

vidualisierung unserer Standards auf verschiedene

Branchenstrukturen optimiert die

logistischen Prozesse im Hinblick auf Qualitätssteigerung,

Transparenz und Kostenef -

fizienz“, erklärt Alfred Miller, Geschäfts -

füh rer von Dachser Food Logistics. Michael

Schilling ergänzt: „Um Wertschöpfungs -

ketten über internationalisierte kollaborative

Netzwerke zu gestalten, müssen zudem die

Transport- und IT-Netzwerke optimal aufeinander

abgestimmt sein.“ Und das aus gutem

Grund: Denn in einer globalisierten

Welt, die durch zunehmende Komplexität

geprägt wird und damit Marktrisiken und

Marktchancen immer näher beieinander

liegen, gelten Outsourcing und zunehmend

Kontraktlogistik als Königsweg zur Gestaltung

zukunftsfähiger Wertschöpfungsket -

ten. Die Netzwerkreife ist dabei der Schlüssel

zum Erfolg.

Global vernetzt

In der Logistik gibt es nur wenige Netzwerkbetreiber,

die auf dieser Grundlage ihr

Geschäftsmodell auch wirklich umfassend

und zuverlässig global umsetzen können. Bei

Dachser bemisst sich der hohe Grad an

Netzwerkreife unter anderem daran, wie die

Kunden und die eigenen IT-Systeme über

INFO

Kernelemente

des Dachser-Geschäftsmodells

Netzwerkreife

Eigene IT-Systeme

Integration weltweiter Supply

Chains

Kontinuierliche Optimierungen

der Kontraklogistiklösungen

Eigenständigkeit und Finanzkraft

als Familienunternehmen

Dezentrale, unternehmerisch

geprägte Organisation

die Dachser-IT-Lösungen „Domino“ und

„Mikado“ in das Tracking & Tracing ein -

gebunden werden. Sendungsplanung und

-rückverfolgung sind damit genauso wie das

gesamte Warehousing passend auf die Kundenbedürfnisse

abgestimmt. Die nächsten

Schritte in Richtung Integration und Standardisierung

vollzieht die Dachser-Software

„Othello“, die derzeit entwickelt wird und

danach in den Air & Sea Logistics-Niederlassungen

implementiert wird. „Damit

können wir unseren Kunden noch mehr

Transparenz über ihre logistischen Prozesse

geben“, erklärt Thomas Reuter, Geschäftsführer

von Dachser Air & Sea Logistics,

die Vorteile. Echte Integration verbessere,

beschleunige und vereinfache Logistikprozesse

und schaffe damit Mehrwert für die

Kunden.

Mit diesem Anspruch folgt Dachser konsequent

seinen jeweils lang- und mittelfristig

angelegten Strategien für die Geschäftsbereiche

European Logistics, Food Logistics

und Air & Sea Logistics. „Global 2.0“

heißt zum Beispiel das Konzept für die


European Logistics sind Dreh- und

Angelpunkt im Dachser-Geschäftsmodell

Luft- und Seefracht. „Mit dem Wachstumsfeld

Air & Sea Logistics wollen wir den

Umsatz bis 2017 von 1,1 Milliarden (2011)

auf 2,2 Milliarden Euro verdoppeln“, erklärt

Thomas Reuter das Ziel. Dazu solle die

Zahl der Mitarbeiter von 3.200 auf 5.000

steigen, das Netz von derzeit 28 auf 49 Länder

wachsen mit dann 220 statt bisher

141 Niederlassungen. „Das Luft- und Seefrachtgeschäft

bleibt ein wichtiger Wachstums

motor. Der Anteil von Air & Sea

Logistics am Gesamtunternehmen wird bis

2017 sicherlich weiter ansteigen“, stellt

der Sprecher der Dachser-Geschäftsführung

Bernhard Simon fest.

Gerade in interkontinentalen Supply Chain

Lösungen sieht Simon eine große Dynamik

für die Zukunft der Dachser-Strategie:

„Weltweit einheitliche, eng integrierte Transport-Management-Systeme

bieten den Kunden

einen durchgängigen, transparenten

Informationsfluss mit hoher Datenqualität.

Und das unabhängig von Standort oder

Transportmittel.“ Aus einer Vision wird

Realität: Prozesse, Systeme und – was das

wichtigste ist – die Menschen können in

einem homogenen Netzwerk für Industrie

und Handel weltweite Services in allen internationalen

Standorten anbieten.

Menschen im Mittelpunkt

Eine kritische Größe bei allen Zukunftsstrategien

und Marktmöglichkeiten ist der

demografische Wandel. In den Industrienationen

führen bereits jetzt die Überalterung

der Gesellschaft und der Geburtenrückgang

zu einem Fachkräftemangel. Und

das nicht nur bei Hochqualifizierten. „In

den nordischen Ländern liegt heute der Anteil

der Abiturienten bei 75 Prozent. Fahrer

und Lagerfachkräfte werden angesichts eines

solchen Bildungsniveaus zum Engpass“, sagt

Bernhard Simon. Um dem sich künftig noch

verschärfenden Fahrer- und Fachkräftemangel

entgegenzuwirken, setze Dachser

auf eine gezielte Bildungsoffensive. „Nur

wer selbst konsequent aus- und weiterbildet,

kann dem Fachkräftemangel begegnen.“

Deswegen hat Dachser gemeinsam mit seinen

Transportunternehmern beispielsweise

eigens ein Ausbildungsprogramm für Berufskraftfahrer

auf die Beine gestellt. Da -

rüber hinaus führt der Logistikdienstleister

das erfolgreiche deutsche Modell der dualen

Ausbildung an verschiedenen europäischen

Standorten ein. „Auch unser eigenes Weiterbildungsinstitut,

die Dachser Academy in

Köln, wird weiter internationalisiert, um

unseren Mitarbeitern unser Know-how

weitaus intensiver und globaler zu vermitteln“,

kündigt Bernhard Simon an.

„Erfolgreiche, global agierende Unternehmen“,

rät Professor Göbl vom Lehrstuhl für

Logistik und Unternehmensführung an der

Hochschule Kempten, „passen sich den

Entwicklungen der Weltwirtschaft an ihren

jeweiligen Standorten an, wissen um ihre

Kernkompetenzen und bündeln ihre Kräfte,

sei es im Ursprungsland und unter Ein- ‡

TITEL

Die Märkte sind

wesentlich volatiler

geworden. Für

Dachser bedeutet dies

eine noch höhere

Qualität der Steuerung

des Netzwerkes

und der Prozesse.

DACHSER magazin 07


TITEL

Air & Sea Logistics sind

bei Dachser Wachstumstreiber...

08 DACHSER magazin

...entlang globaler Supply Chains


Dr. Andreas Froschmayer,

Leiter des Bereichs

Corporate Development

& PR bei Dachser

bezug neuer Märkte.“ Schrittmacher der

Globalisierung seien daher Unternehmen

mit internationaler Präsenz, die es verstünden,

Marktnähe zu zeigen, und trotzdem

länderübergreifende Synergien vernetzten.

Für Dr. Andreas Froschmayer, den Leiter

Unternehmensentwicklung bei Dachser,

sind „dezentral organisierte Unternehmen,

die sich als lernende Organisationen sehen

und entsprechend aufgestellt haben, am

ehesten in der Lage, in einem solchen Marktumfeld

ein Wertwachstum zu generieren

und weiterhin nachhaltig zu wachsen.“

Die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen

allein auf ihre Wachstumschancen zu reduzieren,

reicht nicht aus. „Es ist heute absehbar,

dass die Rohstoffvorräte wie Öl und

Wasser schwinden“, sagt Professor Göbl.

„Die Situation im Kampf um die knappen

Ressourcen wird sich zwischen 2020 und

2030 vermutlich noch zuspitzen.“ Schlechte

Aussichten auch für die Logistik? Dr.

Andreas Froschmayer, der gemeinsam mit

Professor Göbl unlängst die viel beachtete

Untersuchung „Logistik als Erfolgspoten -

zial“ (erschienen 2011 im Gabler-Verlag)

vorgelegt hat, schaut zuversichtlich nach

vorn: „Ich rechne damit, dass durch den

technologischen Fortschritt bis 2030 Lösungen

für alternative Technologien, etwa im

Bereich energiesparender und emissionsarmer

Antriebe, marktfähig sind.“

In der Familie zuhause

Die Zukunftsfähigkeit eines Geschäftsmodells

bildet sich immer auch in der Unternehmensform

und den Eigentümerstrukturen

ab. Familienunternehmen folgen in der

Regel langfristigen Zielstellungen, statt sich

von Quartalszahlen und Aktionärserwartungen

in einen hektischen Reaktionismus treiben

zu lassen. Ein Beispiel liefert Dachser im

besonnenen Umgang mit den Folgen der

Wirtschafts- und Finanzkrise 2008/09. Trotz

der Konjunktureinbrüche und sinkender

Umsatzzahlen in den einzelnen Geschäftsbereichen

hielt das Unternehmen auch im

Nur wer sich mit der

hh Zukunft beschäftigt,

kann sie positiv gestalten

Krisenjahr und danach Kurs, investierte

(wenn auch bedarfsangepasst) weiter in den

Ausbau des Netzwerks und den Erhalt der

Arbeitskräfte. Bernhard Simon konnte daher

bei der Vorstellung der Unternehmenszahlen

2011 auf solide Zuwächse verweisen (siehe

auch S. 10). „Zehn Prozent plus X über alle

Geschäftsfelder hinweg: Das ist der Wachstumskorridor,

den wir für eine nachhaltige,

organische Entwicklung als ideal definiert

haben“, erklärt Simon.

Das Familienunternehmen, so der Sprecher

der Dachser-Geschäftsführung, sei solide

finanziert und damit zukunftsfähig. „Wir

sind in der Lage, mit den Märkten und den

Anforderungen zu wachsen.“ Da die Eigenkapitalquote

des Unternehmens bei rund

41 Prozent liegt, „verfügen wir über ausreichend

liquide Mittel, um das Wachstum der

kommenden Jahre zum Wohle unserer Kunden

zu finanzieren“, hebt Simon hervor.

Reinvestition der Unternehmensgewinne sei

ein wesentlicher Teil der Wachstumsstrategie.

So wird Dachser in den nächsten fünf

Jahren rund 1,3 Milliarden Euro investieren,

einen Großteil davon in das europäische

Landverkehrsnetzwerk, aber auch in das

Wachstum der Luft- und Seefrachtaktivitäten.

Dass dies gut angelegtes Geld ist, davon

ist auch Professor Martin Göbl überzeugt.

„Die Potenziale der Logistik sind hoch“,

prognostiziert der Betriebswirt. „Sie wird zu

einem immer wichtigeren Verbindungsglied

zwischen den Teilnehmern der Warenket -

te in den einzelnen Ländern. Und damit zu

einem maßgeblichen Faktor in der weltweiten

Arbeitsteilung.“

Sich laufend selbst verändern

Aber welchem Kompass soll das Wachstum

folgen? „Wachstum ist kein Selbstzweck“, betont

Bernhard Simon. „Wie die Märkte und

die Marktbedingungen verändern wir uns

laufend selbst. Erst aus dieser Dynamik bezieht

Wachstum Qualität und nachhaltige

Perspektive.“ Umso wichtiger sei es, dass

alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ver-

Dachser in Zahlen 2011

Umsatz in Euro

2,6

Mrd.

+ 8,3 % + 16 % + 17 %

Steigerung gegenüber 2010

Anteil am Konzern

26 %

Air & Sea Logistics

European Logistics

Food Logistics

Air & Sea Logistics

555

Mio.

61%

TITEL

European Logistics

13 %

1,1

Mrd.

Food Logistics

stünden, was Dachser einzigartig mache.

„Davon profitieren am Ende unsere Kun -

den, die uns als leistungsstarken und zuverlässigen

Partner erfahren.“ Gemeinsam mit

den Kunden und in Abstimmung der einzelnen

Prozesse, so der Sprecher der Geschäftsführung,

könne die Geschwindigkeit in der

Warenwirtschaftskette erhöht, die Bestände

vermindert und die Kapitalbindungskosten

dadurch reduziert werden. „Dies führt zu

einer erhöhten Logistikqualität.“ So weit

weg erscheint das Szenario gar nicht mehr:

„Logistopolis“ rückt näher. M. Schick

DACHSER magazin 09


FORUM: MENSCHEN & MÄRKTE

Zufriedene Miene bei der Präsentation

der Unternehmenszahlen: Bernhard Simon

Unternehmensdaten

Umsatz: 4,3 Mrd. €

(+ 13 %)

Mitarbeiter: 21.000

(+ 1.750)

Leistungsgrößen

Tonnage: 37,1 Mio. t

(+ 4,5 %)

Sendungen: 49,3 Mio.

(+ 6,7 %)

Global 2.0

Zahl der Landesgesellschaften

28

2011

10 DACHSER magazin

49

2017

Umsatzsteigerung

10 PLUS X

Logistik ist weltweit gefragt wie nie. Vor allem der interkontinentale

Handel sorgt für Wachstumsimpulse. Bernhard Simon, Sprecher

der Dachser-Geschäftsführung, im Gespräch über leistungsfähige Netze,

Ziele und neue Strategien bei Dachser.

Herr Simon, Dachser ist 2011 weiter gewachsen.

Wie beurteilen Sie die Umsatzentwicklung?

Dachser erzielte 2011 einen konsolidierten

Umsatz von 4,3 Milliarden Euro, das ist ein

Plus von 13 Prozent gegenüber dem Vor -

jahr. Nach der Delle 2009 als Folge der Weltwirtschaftskrise

wachsen wir also im zweiten

Jahr in Folge wieder zweistellig. Nach dem

Plus von 19 Prozent in 2010 kehren wir

allerdings auch wieder in den Korridor zurück,

den wir für unser Geschäftsmodell als

ideal erachten. 10plusX lautet für Dachser

die Formel für die angestrebte Entwicklung

unserer Umsätze.

Welche Erwartungen richten Sie an das

laufende Geschäftsjahr?

Dachser hat auch 2012 Bestmarken im

Visier. Unser Investitionsvolumen in den

nächsten fünf Jahren beträgt weiterhin

1,3 Milliarden Euro. Mit diesem Geld machen

wir unsere Netze noch leistungsfähiger.

Was heißt dies für die Beschäftigungs -

zahlen?

Mit 21.000 Mitarbeitern zum Jahresende

2011 erzielten wir bei dieser Kennzahl einen

historischen Höchststand. 2011 schufen wir

in Deutschland über 1.000 neue Stellen und

bildeten 1.200 junge Menschen aus. Im

Ausland kamen über 700 neue Arbeitsplätze

hinzu.

Global 2.0 heißt eine neue Strategie bei

Dachser. Was steht dahinter?

Ein weiterer Meilenstein auf unserem Weg,

die weltweit intelligenteste Kombination

und Integration logistischer Netzkompetenzen

zu schaffen. Global 2.0 markiert

den Ausbau unserer Air & Sea Logistics.

Dies bedeutet allerdings keinesfalls einen

Konzernumbau. Wir setzen weiterhin auf

die stabile Entwicklung aller drei Dachser-

Geschäftsbereiche.

Welche Ziele visieren Sie mit Dachser Air

& Sea Logistics an?

In den kommenden fünf Jahren wollen wir in

der Luft- und Seefracht den aktuellen Jahres-Umsatz

im Geschäftsfeld Air & Sea Logistics

von 1,1 Milliarden auf 2,2 Milliarden

Euro verdoppeln. Die Zahl der Mitarbeiter

soll von 3.200 auf etwa 5.000 steigen. Unser

Netz wollen wir von derzeit 28 Ländern auf

49 erweitern und dann 220 Niederlassungen

statt derzeit 141 unterhalten. Das Luft- und

Seefrachtgeschäft bleibt also auch die nächsten

Jahre unser wichtiger Wachstumsmotor.


WACHSTUM

DIENSTJUBILÄUM

50 Jahre in der Familie

FORUM: MENSCHEN & MÄRKTE

Das gibt es auch nicht alle Tage: Im März feierte in der Niederlassung

Memmingen Josef Baier sein 50-jähriges Firmenjubiläum bei Dachser.

Am 12. März 1962 war der gebürtige Allgäuer mit 22 Jahren als Fahrer für

Zug maschinen ins Unternehmen eingestiegen. Die wöchentliche Arbeitszeit

betrug damals noch 60 Stunden. Seither hat sich viel verändert.

Für Dachser, die Niederlassungen, den Fuhrpark, die Mitarbeiter... Nur eines

ist immer gleich geblieben: die enge Verbundenheit zwischen Josef Baier und

dem Familienunternehmen Dachser. Gratulation!

Auch im Fuhrpark spiegelt sich

die Dachser-Geschichte

Die Dachser-Welt entdecken:

Josef Baier auf Achse

DACHSER magazin 11


FORUM: MENSCHEN & MÄRKTE

E-Mobile

SPRINTER

UNTER STROM

Grün ist die Freude: Jedenfalls in einem Elektromobil. Denn beim Beschleunigen

an der Ampel lassen die Stromer selbst PS-strotzende Sportwagen

locker hinter sich. Der Grund: Während ein Verbrenner erst auf Touren

kommen muss, steht beim Elektromotor aus dem Stand sofort das maximale

Drehmoment zur Verfügung. Auch der Wirkungsgrad ist deutlich

höher. Wie der Verband der Automobilindustrie, VDA, vorrechnet, können

gute Verbrennungsmotoren heute bis 50 Prozent der eingesetzten chemischen

Energie in mechanische umsetzen. Elektromotoren erreichen hinge -

gen fast 100 Prozent. Und können dabei sogar Bewegungsenergie in weiter

nutzbare elektrische Energie umwandeln. Da wird jede Ampel zu einem Fest.

12 DACHSER magazin

KURZ NOTIERT

Alle deutschen Dachser-Standorte

werden ab Januar 2013 ausschließlich

mit zertifiziertem Strom aus

Wasserkraft versorgt. Mit Blick auf

die Nachhaltigkeitsziele und den

CO 2-Footprint hat Dachser dazu

einen entsprechenden Vertrag mit

RWE geschlossen.

70%

machte 2011 der Verkehr

am Ölverbrauch der Welt

aus. Dafür reichen die

Ölreserven nach heutigem

Stand noch 40 Jahre.

Die Zukunft der Mobilität

sehen Verkehrsexperten von

McKinsey im Mix unterschied-

licher Motorenkonzepte.

Für Lkw bleiben Verbrennungsmotoren

und Hybride gefragt.

Antriebsformen 2030:

36% Verbrennungsmotor

35% Hybridantrieb

27% Elektroantrieb

2% Brennstoffzelle


Flurförderzeuge

VOLLE POWER

Entwickler setzen bei

Flurförderzeugen zunehmend auf

innovative Konzepte. Dachser testete dazu

jetzt einen Batterieprototypen mit Lithium-Ionen-

Technik. Erfahrungen von André Bilz, Technischer

Einkauf/Technik & Mobilien bei Dachser in Kempten.

Flurförderzeuge sind die Taktgeber im Warehouse.

Stillstand kommt für sie so gut wie

nicht in Frage. Erst recht nicht wenn’s um

stärkere und effizientere Antriebstechnik,

Ergonomie, Fahrverhalten oder innovative

Konzepte, wie die Bremsenergierückgewinnung,

geht. Der Batterietechnik galt bis -

lang nur wenig Aufmerksamkeit, nach wie

vor kommen vorrangig Blei-Säure-Batterien

zum Einsatz. Sie bringen ein hohes Eigengewicht

und lange Ladezyklen mit sich.

Zudem enthalten sie in großen Mengen

Blei – ein giftiges Schwermetall. Schon aus

Umweltaspekten ist hier ein alternativer Lösungsansatz

notwendig. Deswegen hat der

Fachbereich Technik/Mobilien bei Dachser

in Kempten jetzt gemeinsam mit der Niederlassung

Hof im Feldversuch einen Batterie-Prototypen

mit Lithium-Ionen-Technik

in einem Standardfahrzeug getestet. Das

bisherige Ergebnis ist überragend: Einsatzzeiten

von beinahe zwei Schichten mit einer

LITHIUM

Batterieladung sind realistisch. Die Ladezeit

für eine komplette Batteriefüllung liegt statt

bei üblichen sieben Stunden (Blei-Säure

Batterie) jetzt bei zirka 2,5 bis drei Stunden.

So sind kürzere Standzeiten sowie Zwischenladungen

auch innerhalb kleiner Zeitfenster

möglich. Erklärtes Ziel ist es, zukünftig

den Zwei-Schicht-Betrieb mit nur einer

Batterieladung abzubilden. Das Fahrpersonal

lobte außerdem die Energieabgabe, die

bis zur Entladung der Batterie auf dem selben

Niveau blieb. Für Dachser hätte dies zur Folge,

dass vorhandene Batteriepools zahlen -

mäßig deutlich reduziert werden könnten

und so auch der Pflegeaufwand sinken würde.

Das Fazit: Noch sind Lithium-Ionen-Batterien

im industriellen Einsatz zu teuer.

Aufgrund der deutlichen Vorteile und der

laufenden intensiven Forschungen an dieser

Technik könnte es aber schon in ein bis

zwei Jahren möglich sein, auf ein bezahlbares

Serienkonzept zuzugreifen.

ist ein chemisches Element mit dem Symbol Li.

Der Name leitet sich aus dem altgriechischen

„líthos“ (Stein) ab, weil das Element im Gegensatz

zu Natrium und Kalium im Gestein entdeckt wurde.

Lithium ist ein Leichtmetall und besitzt die kleinste

Dichte der unter Standardbedingungen festen

Elemente.

FORUM: MENSCHEN & MÄRKTE

INFO

Warum Lithium-Ionen-

Batterien?

Die Vorteile:

höhere Batterielaufzeit, weniger

notwendige Batteriewechsel

deutlich verringerte Ladezeiten

bis zur Teil- und Vollladung der

Batterie

volle Energiemenge bis Leerzustand,

also auch konstante

Fahr- und Arbeitsgeschwin -

digkeit über den gesamten

Entladezyklus

geringerer Platzbedarf – Chance

für die Herstellung kleinerer und

wendigerer Fahrzeuge

DACHSER magazin 13


KOMPETENZ: DACHSER B2C-LOGISTICS

QUALITÄT

AUF DER

LETZTEN MEILE

Besondere Anforderungen, besondere Lösungen:

Mit der B2C-Solution öffnet Dachser seinen Industriekunden

Wege, um künftig auch Zusatzanforderungen,

wie Privatkundenbelieferungen oder Montage

zu bedienen. Jens Müller, Bereichsleiter Netzwerkmanagement/Organisation

bei Dachser, und Johannes

Neumann, Geschäftsführer Dachser & Kolb, im

Gespräch über ein Erfolg versprechendes Konzept.

Die Basis für erfolgreiche

B2C-Lösungen

schafft das starke

europäische Transportnetzwerk

von

Dachser.

14 DACHSER magazin

Herr Müller, was hat Dachser bewegt, sich

mit dem Thema „B2C-Solution“ zu beschäf -

tigen?

Jens Müller: Das Kaufverhalten in unserer

Gesellschaft ändert sich, damit auch die

Kundenanforderungen an die Logistik. Das

beginnt schon in der Produktion, wenn

Unternehmen, die zuvor vorwiegend für

den Handel produziert haben, heute auch

den Direktabsatz, zum Beispiel über den

E-Commerce oder stationäre Handelseinrichtungen,

forcieren. Dem tragen wir mit der

Solution Dachser B2C-Logistics Rechnung.

Um was geht es bei diesem neuen Konzept

konkret?

J. Müller: Der Projektauftrag war, unsere

Kernkompetenz im Stückgutbereich in optimaler

Form mit den neuen, zusätzlichen

Anforderungen unserer Kunden nach Zusatzdienstleistungen

zu kombinieren. Ziel

war es, die Stärken unseres Netzwerkes mit

all seinen Qualitätsansprüchen, Regularien

und IT-Möglichkeiten im Sinne der Kundenanforderung

zu nutzen, um insbesondere

unseren Bestandskunden einen Lösungsansatz

für die „letzte“ Meile zu bieten.

Wie soll dabei der Workflow aussehen?

J. Müller: Die Abholung bei unseren Kunden,

der Umschlag, sowie der Haupttransport

erfolgt in gewohnter Weise über unser

Netzwerk. Die Ware wird dann allerdings

nicht dem Endkunden direkt zugestellt, sondern

an die Netzwerk-Partner von Dachser

& Kolb ausgeliefert. Diese übernehmen

dann die Zustellung auf der letzten Meile,

die notwendigen Avisierungen und natürlich

die gewünschte Zusatzdienstleistung.

Herr Neumann: Wer ist Dachser & Kolb?

Johannes Neumann: Dachser & Kolb ist

eine Umzugs- und Möbelspedition, die vor

über 50 Jahren (1959) von Thomas Dachser

und Georg Kolb als Gemeinschaftsunternehmen

in Wangen gegründet wurde. Mit

unseren sechs Niederlassungen in Deutschland

und weiteren 22 Partnerdepots können

wir in Deutschland und Österreich flächendeckend

auch höchsten Anforderungen in

der Möbellogistik und im Zwei-Mann-

Handling gerecht werden. Gerade die an -

gesprochenen Zusatzleistungen, wie der Ver-


Johannes Neumann (links) und

Jens Müller vor der Dachser-

Hauptniederlassung in Kempten

packungsservice und Montagedienste, ge -

hören zu unseren Kernkompetenzen.

Wo lagen die besonderen Herausforde run -

gen bei der neuen Solution?

J. Müller: Entscheidend war, das Konzept

im Sinne unserer Kunden zum Erfolg zu

führen, ohne unsere Anforderung an netzwerkkonforme

Abläufe aufzugeben. Die

Basis dieser Solution liegt somit in den

Standardabläufen unseres Netzwerkes. Die

letzte Meile wird durch Dachser & Kolb

bedient, da dieser eine hohe Bandbreite an

zusätzlichen Dienstleistungen besitzt.

J. Neumann: Wir möchten all die Kunden

erreichen, die einen Bedarf an Zusatzdienstleistungen

haben. So beauftragen uns Kunden

mit der Auslieferung sehr unterschied -

licher Stückgüter und kommen mit besonderen

Anforderungen an den Zustellprozess

auf uns zu. Neben der Anlieferung mit zwei

Mann und der Montage am Bestimmungsort

gehört dazu beispielsweise auch, dass

die Kartonagen mitgenommen werden oder

gegebenenfalls auch ein Produkt wieder zurückgenommen

wird.

J. Müller: Die enge Zusammenarbeit mit

Dachser & Kolb schafft dafür ideale Voraussetzungen.

Auch dann, wenn B2B-Kunden

mit dem Wunsch nach Zusatzdienstleistungen

bei der Anlieferung auf uns

zukommen. Etwa wenn eine Werkstatt eine

Regallie ferung gleich aufgebaut haben

möchte oder ein Versicherungsbüro die neuen

Bürostühle ins obere Stockwerk geliefert

und die Präsentationstafeln und TV-Monitore

an die Wand geschraubt haben will.

Was bedeutet der Einstieg ins B2C-Ge -

schäft für Dachser? Geht es jetzt auch in

die Richtung Paketversand?

J. Müller: Nein überhaupt nicht. Wir erwei-

KOMPETENZ: DACHSER B2C-LOGISTICS

tern vielmehr mit Dachser B2C-Logistics

unser Leistungsspektrum. Auch wenn wir

heute schon zu fast allen Paketdienstleistern

Schnittstellen haben, bleibt unsere Ausrichtung

eindeutig auf Stückgut fokussiert.

Es geht uns nicht darum, jetzt Pakete

an Privatkunden zu liefern.

Was können beide Unternehmen gemeinsam

besser als alleine?

J. Müller: Dachser hat ein starkes Netzwerk

mit all seinen standardisierten Prozessen

und Services. Dies schafft die Grundlage für

unsere integrierte Privatkundenbelieferung

gemeinsam mit Dachser & Kolb.

J. Neumann: Wir können mit unserer

Dienstleistung auf der letzten Meile die

besonderen Bedürfnisse der Empfangskunden

ideal abdecken und somit einen kleinen

Teil beitragen, diese Nische im Sinne der

Dachser-Kunden zu besetzen.

DACHSER magazin 15


KOMPETENZ: FORSCHUNG & LEHRE

Nachhaltigkeit bringt’s. Jedenfalls dann, wenn Unternehmen nachhaltige

Prozesse und Produkte gleichzeitig entwickeln. Einblicke in die Forschung von

Professor Julia Wolf vom Dachser Lehrstuhl für Nachhaltigkeit in der Logistik.

Dass junge Menschen

schon früh mit

Nachhaltigkeit in

Berührung kommen,

ist für Dachser einer

der wichtigsten

Aspekte der Förderung

des Lehrstuhls.

16 DACHSER magazin

GUTES

GLEICHZEITIG TUN

hWill man Unternehmen dazu bringen,

etwas für die Umwelt zu tun, dann

erklärt man ihnen am besten, wie sie durch

Nachhaltigkeit Umsätze steigern und die

Gewinne erhöhen. Natürlich beschäftigt sich

daher auch die Wissenschaft mit genau

dieser Frage: Was bringt Nachhaltigkeit

eigentlich? Leider waren die jüngsten Forschungsergebnisse

dazu eher ernüchternd:

Konsumenten sind nur sehr eingeschränkt

bereit, für nachhaltige Produkte oder Dienstleistungen

mehr zu bezahlen, und strate -

gische Wettbewerbsvorteile konnten kaum

nachgewiesen werden. Was nun?

Gemeinsam mit Wissenschaftlern aus Russland

und den USA, insbesondere Profes -

sor Richard Germain, haben wir uns vom

Dachser-Lehrstuhl für Nachhaltigkeit in

Logistik und Supply Chain Management

in Wiesbaden genauer mit dieser Frage

auseinandergesetzt. Dabei differenzierten

wir unterschiedliche Arten von Nachhaltigkeit

und Unternehmenserfolg. Nachhaltigkeit

kann zum einen in Produk tionsprozessen

verankert werden. Beispiele hierfür

sind die Einsparung von Wasser oder Energie

und die Abfallvermeidung bei der Produktherstellung.

Kosten auf dem Prüfstand

Ein Unternehmen kann aber auch vollständig

neue Produkte konzipieren, die weniger


hh Nachhaltige

Produkte verbessern

die Produktionsleistung eines

Unternehmens, aber nicht

den Markterfolg Prof. Dr. Julia Wolf

oder sogar gar keine negative Wirkung

auf die Umwelt – weder bei der Herstellung

noch im Gebrauch – haben. Ein (Wunsch-)

Beispiel hierfür wäre ein emissionsfreies

Auto, das am Ende seines Produktlebenszyklus

zu hundert Prozent recycelt werden

kann. Nachhaltige Prozesse scheinen also

Kosten zu senken, aber nachhaltige Produkte

erhöhen vermutlich die Kosten, weil sie

Inves titionen in Forschung und Entwicklung

benötigen. Es macht also Sinn, beide

Konzepte getrennt voneinander zu unter -

suchen.

Unser wissenschaftliches Team untersuchte

daher Daten von knapp 800 Unternehmen

und prüfte, wie diese zwei Arten von

Nachhaltigkeit auf den Produktions- und

Über den Tellerrand

geschaut: Serienproduktion

von

„ZuhauseKraftwerken“

im Volkswagen

Motorenwerk Salzgitter

ZUR PERSON

Markterfolg wirken. Die Ergebnisse belegen,

dass ökologische Prozessverbesserungen

die Leistung der Produktion positiv beeinflussen.

Durch sie werden Kosten gesenkt

und die Qualität weiter verbessert. Eine

Marktwirkung hat dies allerdings nicht. Interessanterweise

belegen die Ergebnisse aber

auch dasselbe für die Entwicklung nach -

haltiger Produkte: Sie verbessern die Produktionsleistung

eines Unternehmens, aber

nicht den Markterfolg.

KOMPETENZ: FORSCHUNG & LEHRE

Professor Dr. Julia Wolf ist Juniorprofessorin

am Dachser-Lehrstuhl für Nachhaltigkeit in

Logistik und Supply Chain Management am

Department für Strategy, Organization & Leadership

der EBS Business School in Wiesbaden.

Ihre aktuelle Forschung zielt auf die Messung

von Nachhaltigkeitsleistung bei Logistikdienst -

leistungs unternehmen und auf ethische Aspekte

bei der internationalen Lieferantenintegration.

War’s das also für den Umweltschutz? Nein!

Interessantestes Ergebnis der Studie ist folgendes:

Unternehmen, die gleichzeitig nachhaltige

Prozesse und Produkte entwickeln,

bauen offensichtlich sehr unternehmensspezifische,

einzigartige Kompetenzen auf,

durch die sie sich vom Wettbewerb differenzieren.

Ein Unternehmen, das folglich beide

Kompetenzen gleichzeitig anstrebt, steigert

den eigenen Markterfolg. Nachhaltigkeit

bringt es also doch!

DACHSER magazin 17


KOMPETENZ: AIR & SEA LOGISTICS

ENERGIE-

SCHUB

FÜR LACHSE

18 DACHSER magazin

Umweltfreundlich Futtermittel für

die Lachszucht in Chile produzieren:

Dazu hat Dachser in einem

ehrgeizigen Transport-Projekt eigens

ein hoch modernes Biomasse-

Kraftwerk von Dänemark aus auf

die Reise geschickt.


Sergio Matamala,

Sea Coordinator von

Dachser Chile

hSie soll Lachsen in Chile künftig

richtig Dampf machen: eine neue

Bio masse-Anlage für die Herstellung von

Futtermitteln für die Zucht des attraktiven

Speisefisches. Der Fischproduzent Salmofood

Chile hatte dazu eigens eine hochmoderne

Biomasse-Anlage bei dem dänischen

Hersteller Justsen Energiteknik A/S in Auftrag

gege ben. Sie soll auf umweltverträgliche

Weise den nötigen Dampf für die Herstellung

von industriell gefertigten Futtermitteln

mit pflanzlichen Zusatzstoffen erzeugen,

die auch den sonst auf Lebendbeute

fixierten Raubfischen munden.

Die hoch effiziente Anlage kommt ohne fossile

Brennstoffe wie Öl oder Kohle aus und

kann stattdessen mit Abfallprodukten wie

Holzspänen, Holzstaub und Pellets sowie

mit Ästen und Gestrüpp befeuert werden.

Die chilenischen Fischfutterproduzenten

versprechen sich von ihr neben positiven

Effekten für die Umwelt, bei der Produktion

bis zu 80 Prozent Energie einzusparen und

damit deutlich Kosten zu senken. Viele gute

Gründe also, um insgesamt 60,5 Tonnen zu

verschiffen. Die Ladung bestand aus einem

Druckkessel, dem Brennofen für die Biomasse

sowie Zubehör und Ersatzteilen.

Ehrgeiziges Projekt

Dachser Chile und Dachser Dänemark realisierten

Anfang Februar dieses Jahres gemeinsam

das ehrgeizige Transport-Projekt.

Die Arbeitsteilung zwischen Europa und

Südamerika funktionierte. Lisa Damlund,

Sea Export Manager von Dachser, übernahm

in Dänemark die Koordination des Seetransports.

Ausgangspunkt war das dänische

Örtchen Brabrand. Von dort ging es weiter

zum Hafen von Århus, anschließend per

Schiff bis nach San Vicente in Chile und

schließlich auf dem Landweg zum Firmensitz

von Salmofood auf der Insel Chiloé im

Süden des Andenstaats. Sergio Matamala,

der Sea Coordinator von Dachser Chile,

übernahm den weiteren Transport und be-

Wir standen am

hh Hafen bereit,

um die Fracht in Empfang

zu nehmen

gleitete den Schwertransport bis zum Bestimmungsort

auf der Insel Chiloé. „Wir

standen am Hafen bereit, um die Fracht in

Empfang zu nehmen und sämtliche Zollund

Importformalitäten schnell und effektiv

abzuwickeln“, so Matamala. „Dabei half uns

unser besonderes Logistik-Management, das

bei solchen Spezialtransporten mit Übergröße

absolut entscheidend ist.“

Für Sebastian Solter von der Herstellerfirma

EcalSur war der Job mit der Auslieferung

aber noch nicht erledigt. „Aufbau und Ins talla

tion dauern noch fünf Monate, erst dann

ist die Anlage betriebsbereit“, sagte er nach

der Ankunft. Gute Aussichten. Für die Umwelt.

Und die hungrigen Lachse.

Pellets für ein nachhaltiges

Biomasse-Konzept

KOMPETENZ: AIR & SEA LOGISTICS

Mit jährlich

65 Millionen Tonnen

gezüchtetem Seafood

im Wert von

60 Milliarden Euro zählt

die Aquakultur zu

den am schnellsten

wachsenden Bereichen

der Lebensmittelproduktion.

DACHSER magazin 19


KOMPETENZ: EUROPEAN LOGISTICS

HAND IN HAND

Auf Baustellen bauen: Seit Anfang vergangenen

Jahres transportiert Dachser für Sika Deutschland

unter anderem Kleb- und Dichtstoffe.

Rund 73.000 Aufträge im Jahr.

hDas gibt es auch nicht alle

Tage. Jeder einzelne Mit -

arbeiter wurde höchstpersönlich

mit Handschlag begrüßt: 170 in

Rottenburg und 300 in Kornwestheim.

Drei Sika-Abgeordnete

waren zu Beginn der neuen Partnerschaft

eigens in die Dachser-Niederlassungen gekommen,

hatten kleine Mitbringsel im

Gepäck und freuten sich mit der dortigen

Belegschaft über den Start der Zusammenar

beit mit dem Logistikdienstleister. „Dass

sogar ein Mitglied unserer Geschäftsleitung

dabei war, kam ganz gut an“, erinnert sich

Gordon Kamuf, Einkaufsleiter von Sika

Deutschland mit Sitz in Stuttgart-Stammheim.

In dem dortigen größten Sika-Werk

in Deutschland werden Fußbodenbeschichtungen

und Produkte zum Korrosionsschutz

hergestellt. Viele Architekten, Bauherren und

Handwerker auf der ganzen Welt kennen das

Schweizer Unternehmen Sika als Hersteller

innovativer und hochwertiger bauchemischer

Gordon Kamuf,

Einkaufsleiter von

Sika Deutschland

20 DACHSER magazin

Produkte. Seit einem Jahr beliefert

Dachser deutschlandweit

Baustellen mit Sika-Produkten,

die der Logistikdienstleister aus

den Werken im schweizerischen

Sarnen und dem bayerischen

Iller tissen ebenso abholt wie von den Standorten

Köln und Stuttgart. „Wir führen die

Warenströme aus Sarnen und Illertissen auf

unserer 5.400 Quadratmeter großen Cross-

Docking-Plattform in Rottenburg am Neckar

zusammen. Dort konsolidieren wir die Produkte

für den bedarfsgerechten Versand an die

Baustellen“, erklärt Verkaufs leiter Andreas

Mayntz von der Dachser-Niederlassung in

Kornwestheim. Das sind allein in Rotten -

burg rund 5.000 Aufträge im Jahr, die zuverlässig

an die Baustellen geliefert werden.

Mit eigenem Netzwerk

Insgesamt übernimmt Dachser im Jahr

rund 73.000 Aufträge von Sika Deutschland.

Neben den 5.000 Aufträgen in Rottenburg

Wir wollten

hh unabhän gig von

den schwankenden Verfügbarkeiten

des Laderaums sein

werden rund 53.000 Sendungen in Kornwestheim

in der Nähe von Stuttgart bear -

beitet. Die zum Teil entzündbaren, flüssi -

gen Produkte der ADR-Gefahrgutklasse 3

werden innerhalb kürzester Zeit über das

Dachser-Netzwerk an die Baustellen geliefert.

„Im Einzelfall auch zu einer gewünschten

Uhrzeit, etwa wenn ein Kran oder

Monteure vor Ort warten“, sagt Mayntz.

Etwa weitere 15.000 Aufträge mit Produk -

ten für Dachabdichtungen von Sika-Roofing

übernimmt der Dachser-Standort in Köln.

Inzwischen kümmert sich Dachser auch

im französischen Gournay-en-Bray um die

innerfranzösischen Lieferungen von Sika

Frankreich.

„Während der Ausschreibung vor mehr als

einem Jahr, bei der es zunächst nur um

die Produktionsstätte in Stuttgart-Stammheim

und das zentrale Auslieferungslager in

Stuttgart-Weilimdorf ging, wurde Wert auf

Netzwerkperformance und Qualität gelegt“,

berichtet Andreas Mayntz. „Ja, wir suchten

einen Partner, der sich nicht in einem Spe -

ditionsverbund befindet, sondern mit eigenem

Netzwerk und eigenen Häusern arbeitet“,

ergänzt Gordon Kamuf. „Wir wollten

unabhängig von den schwankenden Verfügbarkeiten

des Laderaums sein.“

Sowohl bei Dachser als auch bei Sika sind

alle Beteiligten sehr zufrieden: „Es war von

Anfang an eine durchweg partnerschaftliche

Zusammenarbeit“, sagt Gordon Kamuf.

Die Chemie stimmt einfach. S. Machens

INFO

Die Schweizer Sika AG ist ein weltweit

führender Hersteller von bauchemischen

Produkten sowie

industriellen Dicht- und Klebstoffen.

Das Tochterunternehmen Sika

Deutschland GmbH mit Sitz in

Stuttgart verfügt in Deutschland

über sechs Produktionsstandorte

sowie Kompetenzzentren für

Forschung und Entwicklung. Es

erwirtschaftet mit rund 1.200 Mit -

arbeitern einen Jahresumsatz von

etwa 550 Millionen Euro.

F

www.sika.de


INTER-

NATIONALE

PRESSE-

SCHAU

CP Monitor, März 2012

Auf Augenhöhe kommunizieren

MEDIENECHO

Das Corporate Publishing Fachmagazin greift das neue Erscheinungsbild des DACHSER

magazins auf und zitiert Dr. Christian Fill, den Geschäftsführer der Burda Creative Group

und Verlagspartner des Logistikdienstleisters: „Mit Dachser verfolgen wir das aus der

Firmen- und Magazinhistorie begründete anspruchsvolle Ziel, mit den sehr heterogenen

Zielgruppen auf Augenhöhe zu kommunizieren und sie aktuell über Entwicklungen und

Trends aus der Branche sowie dem Familienunternehmen zu informieren.“

Deutsche Verkehrszeitung, April 2012

Dynamik unterm Zuckerhut

Dachser Brasil wird von der DVZ eine erfolgreiche Entwicklung in einem schwierigen

wirtschaftlichen Umfeld bescheinigt. „Der Umsatz des Unternehmens mit Sitz in

Campinas bei São Paulo wuchs 2011 um 13 Prozent, während Brasilien beim Bruttoinlandsprodukt

nur magere 2,7 Prozent erreichte.“ Dachser-Landeschef Joachim Kohl peilt

für 2012 ein Wachstum von 20 Prozent an: „Wenn der Wechselkurs hält, wird der Importbereich

– unser größter Geschäftszweig – weiter boomen“, zitiert ihn das Fachmagazin.

Handelsblatt, April 2012

Solide finanziertes Unternehmen

Die größte Wirtschafts- und Finanztageszeitung in deutscher Sprache sieht Dachser nach

der Präsentation der Geschäftszahlen 2011 weiter im Aufschwung. „Der lange Atem und

die Beharrlichkeit, neue Märkte zu erobern, ist ohnehin das Markenzeichen von Dachser.

Mit einer Eigenkapitalquote von 41 Prozent gilt das Unternehmen als solide finanziert.“

Frankfurter Allgemeine, April 2012

Gut aufgestellt für ehrgeizige Pläne

Auch die FAZ sieht Dachser nach der Vorstellung seiner Unternehmenszahlen gut

aufgestellt. „Die ehrgeizigen Pläne für das internationale Geschäft bringen das Familienunternehmen

aus Kempten in einen verschärften Wettbewerb mit global agierenden,

börsen notierten Logistikkonzernen wie DHL, Kühne + Nagel oder Panalpina. Dachser

hat sich dabei bisher gut geschlagen.“

Financial Times Deutschland, April 2012

Auf- statt Umbau

Die FTD schreibt über den Ausbau der Air & Sea Logistics bei Dachser: „Einen grundsätzlichen

Umbau des Unternehmens bedeuten diese Pläne aber nicht. Der Großteil der

bis 2017 eingeplanten Investitionen ist für die traditionellen, kapitalintensiven Stand -

beine Landverkehr und Lebensmittellogistik vorgesehen.“

Eurotransport, April 2012

Zugpferd Luft- und Seefracht

Das Portal sieht angesichts des angepeilten zweistelligen Umsatzwachstums die Luft- und

Seefracht bei Dachser als „Zugpferd“. „Damit würde die Sparte zum zweiten Standbein

neben dem Kerngeschäft, dem Transport von Waren innerhalb Europas.“

DACHSER magazin 21


KOMPETENZ: DACHSER CHEM-LOGISTICS

22 DACHSER magazin

REINES

WASSER

Die chemische Industrie stellt sehr hohe Ansprüche an die Logistik.

Deswegen ist Best Water Technology (BWT),

Europas führendes Wassertechnologie-Unternehmen, seit Januar

dieses Jahres ein Kunde von Dachser France.


hWasser, das Elixier des Lebens, ist als

kostbarer Rohstoff nicht unbegrenzt

verfügbar. Von den weltweiten Wasserreserven

auf unserem blauen Planeten bestehen 97,6

Prozent aus Salzwasser, 1,5 Prozent sind in

Gletschern, Schnee und Eis gebunden. Auch

die Süßwasserreserven sind nicht vollständig

als Trinkwasser nutzbar. Lediglich 0,6 Prozent

aller Wasservorräte sind dazu geeignet.

Daher werden künftig mit weiter steigender

Weltbevölkerung die Systeme zur Wasseraufbereitung

global an Bedeutung gewinnen.

Schon heute wird vielerorts Trink- und Mineralwasser

aufbereitet ebenso wie speziel -

les Pharma- und Prozesswasser, Heizungs-,

Kessel-, Kühl- und Klimaanlagenwasser

sowie das kühle Nass für Schwimmbäder.

Marktführer in Europa ist hierbei die Best

Water Technology-Gruppe (BWT) mit

Hauptsitz im österreichischen Mondsee. In

70 Tochter- und Beteiligungsgesellschaften

beschäftigt das Unternehmen insgesamt

2.800 Mitarbeiter. „Die Best Water Tech -

nology-Gruppe ist heute Europas führendes

Wassertechnologie-Unternehmen mit Produkten

sowohl für den Eingang der Hauswasserleitung

(Point of Entry) als auch für

die Entnahmestelle des Wassers (Point of

Use)“, sagt Bruno Guillard, Product Manager

Dachser Chem-Logistics in Frankreich.

Der Hauptsitz von BWT Frankreich be -

findet sich in Saint Denis in der Nähe von

Paris. Neben dem Verwaltungsgebäude umfasst

der Komplex einen Produktions- und

Logistikstandort mit Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen.

„In einer der Werkstätten

fertigen wir schlüsselfertige, auf die

technischen Spezifikationen unserer Kunden

zugeschnittene Wasseraufbereitungs- ‡

KOMPETENZ: DACHSER CHEM-LOGISTICS

Wasser ist Elixier

des Lebens – und einer

der wichtigsten Rohstoffe

der Zukunft

DACHSER magazin 23


KOMPETENZ: DACHSER CHEM-LOGISTICS

Weltweite Wasserreserven

Lediglich 0,6 % aller Wasservorräte sind als Trinkwasser nutzbar!

2,5 Millionen

Gefahrgut-Sendungen

transportiert Dachser

jährlich gemäß

dem „Europäischen

Übereinkommen

über die Beförderung

gefährlicher Güter

auf der Straße“ (ADR).

24 DACHSER magazin

97,6%

0,8%

0,1%

1,5 %

SALZWASSER

GRUNDWASSER

OBERFLÄCHEN-

WASSER

GLETSCHER /

EIS / SCHNEE

anlagen“, erklärt François Kieffer, Einkaufsund

Logistikmanager bei BWT. „Darüber

hinaus produzieren wir an diesem Standort

Wasserenthärtungsanlagen für Haus-, Gebäude-

und Industrietechnik sowie Filtersysteme

für den französischen Markt und

viele andere Länder Europas.“ Der Großteil

der in Frankreich produzierten BWT-Artikel

wird in Saint Denis zwischengelagert.

Lediglich die sonder genehmigungspflichtigen

chemischen Produkte sind in einem

speziell hierfür ausgerüsteten Lager einige

hundert Kilometer nordöstlich von Paris

untergebracht.

Gefahrgut in guten Händen

„Wir waren auf der Suche nach einem

Logistikdienstleister, der unsere 5.000 Kunden

sowohl mit Standardware als auch mit

Gefahrgut zuverlässig und sicher beliefern

kann“, erinnert sich François Kieffer. Die

Kundenpalette reicht bei BWT Frankreich

von sehr kleinen Unternehmen über Bauund

Gartenmärkte (DIY) wie Leroy-Merlin

bis zu großen Pharmakonzernen und sogar

zur Ölindustrie. „Im Januar begann die Zusammenarbeit

mit Dachser Chem-Logistics

unter strikter Einhaltung der strengen Bestimmungen

zur Beförderung von Gefahr-

Trinkwasser

Trinkwasser

Mineralwasser

Trinkwasser

Prozesswasser

Reinwasser

Reinstwasser

Quelle: BWT

gütern (ADR)“, berichtet Bruno Guillard.

Dachser holt jährlich rund 18.000 Sendungen

an den beiden BWT-Lagerstandorten in

der Nähe von Paris ab und bringt sie zu den

Kunden. Der Export spielt dabei eine wichtige

Rolle. Neben den französischen Kunden

beliefert Dachser auch den belgischen und

niederländischen Markt der beiden BWT-

Schwesterunternehmen sowie Luxemburg

und viele andere europäische Länder.

„Obwohl wir erst Anfang Dezember damit

begonnen hatten, das kundeneigene Warehouse

Management System ,Reflex‘ mit der

Dachser-Speditionssoftware ,Domino‘ zu

vernetzen, konnten wir bereits am 2. Januar

operativ durchstarten“, freut sich Bruno

Guillard über das reibungslose Meistern der

ersten Hürde. Sein Ansprechpartner bei

BWT Frankreich, François Kieffer, zeigt sich

hochzufrieden mit der Zusammenarbeit und

sagt: „Die Art und Weise wie Dachser bei

auftretenden Problemen reagiert und bei

Bedarf die durchgängige Rückverfolgbarkeit

der Sendungen bietet, qualifiziert Dachser

künftig auch für andere Bereiche der BWT-

Gruppe.“ An Arbeit herrscht kein Mangel,

denn die Nachfrage nach Produkten und

Systemen zur Wasseraufbereitung wird in

Zukunft weltweit steigen. S. Machens


Forschung zur Wassersicherheit...

...verbindet BWT mit

moderner Technolgie...

...und Prozessgestaltung

KOMPETENZ: DACHSER CHEM-LOGISTICS

INFO

Dachser Chem-Logistics

Mit Dachser Chem-Logistics hat

Dachser eine spezialisierte Branchenlösung

für die chemische Industrie

geschaffen. Diese kombiniert

die standardisierten Kernleistungen

des international tätigen Logistikdienstleisters

– Transport, Warehousing

und IT – mit branchenspezifischem

Know-how. Dazu

zählen speziell ausgebildetes Fachpersonal,

Expertise in der Gefahrstoff

lagerung und im Gefahrguttransport

sowie verschiedene nach

SQAS beurteilte Standorte in ganz

Europa. Die Summe aller Teile

ergibt eine Lösung, die speziell auf

die Anforderungen der Kunden

in der chemischen Indus trie zugeschnitten

ist.

IT-Vernetzung: Die Dachser IT-

Systeme unterstützen die Chemiekunden

beim sicheren Handling

ihrer Produkte. Dazu gehören

spezielle IT-Erfassungsmasken für

Gefahrgut und die IT-gestützte

Kontrolle von Mengengrenzen und

Zusammenlagerungsverboten,

aber auch die Integration externer

Datenbanken und Programme für

die Verwaltung und das Handling

von Gefahrgut.

Kontrolle: Dazu gehört unter anderem

die Festlegung und Überwachung

der internen Beförderungsund

Zusammenladeverbote mit

Abfertigungssperren, aber auch die

Identifizierbarkeit und Rückverfolgbarkeit

der Verladegefäße sowie

regelmäßige Fahrzeug- und Beladekontrollen.

Weitere Informationen unter

F

www.chem-logistics.com

DACHSER magazin 25


NETZ-

KOMPETENZ

Geballte Führungskraft beim

Baustart in Kladno mit Niederlassungsleiter

Jan Pihar, Logistiksverbandschef

Martin Drábek, stv. Bürgermeister

Miroslav Bernášek, Dachser-

Geschäftsführer Michael Schilling

und Landeschef Petr Kozel (v.l.n.r.)

26 DACHSER magazin

MIT DER SONNE

IM BUNDE

Maximale Zuverlässigkeit und Sicherheit: Der Anspruch

an die Telematik für die Ortung von Wechselbrücken

und Sattelaufliegern ist hoch. Dachser

Cargoplus hat deswegen seine Maghreb- und Fährverkehre von Nordafrika nach Europa

mit „Mecomo GPS solar“-Ortungssystemen ausgerüstet. „Eine gesicherte Stromversorgung

der Ortungsmodule ist nicht immer und überall möglich“, weiß Ingo Müller, Fachbereichsleiter

Innovation und Systemmanagement/Netzwerkmanagement Organisation

bei Dachser. „Wenn die Akkus bei schwachen Funksignalen ständig ihre Empfangsleistung

maximal hochfahren, um ein Netz zu finden, sind sie schnell tiefenentladen.

Die Kommunikation ist dann unterbrochen, die Batterie möglicherweise am Ende.“ Gerade

in den Maghreb-Staaten Tunesien und Marokko, sowie bei Fährfahrten und längeren

Hafenstandzeiten erweise sich dies als Problem. Das GPS-Solar-Modul des Münchner

Ortungssystemspezialisten Mecomo nutzt die Kraft der Sonne, um einen leistungsfähigen

Lithium-Ionen-Akku zu speisen, der große Energiereserven bereit hält.

MEHR FLÄCHE, MEHR SERVICE

Dachser baut seinen Standort Tschechien weiter aus. In Kladno, unweit von

Prag, kommt zur bestehenden Anlage eine neue Umschlaghalle für Industriegüter

und plusgradige Lebensmittel. Bis zur Fertigstellung der Gebäude

im November 2012 investiert Dachser rund 9,1 Millionen Euro in das zirka

57.000 Quadratmeter große Erweiterungsgelände. Nach Abschluss der

Baumaßnahmen wird eine Logistikfläche von insgesamt 14.500 Quadratmetern

zur Verfügung stehen. „Fläche ist aber nicht allein entscheidend.

Vor allem investieren wir heute in die weitere Verbesserung der Service-Qualität.

Das ist die Voraussetzung für weiteres Wachstum“, sagt Petr Kozel, Geschäftsführer

Dachser Czech Republic. „Mit der Erweiterung der Niederlassung Kladno schaffen wir

die Grundlage für die nachhaltige Weiterentwicklung einer unserer dynamischsten Landesgesellschaften“,

beschreibt Michael Schilling, Geschäftsführer European Network

Management & Logistics Systems bei Dachser, das Ziel dieser Investition.

ZUWACHS BEI DEN TIGERN

Dachser setzt seinen weltweiten Expansionskurs (siehe auch

S. 10) auch in den Tigerstaaten fort. Anfang Mai gründete der

Logistikdienstleister dazu ein Joint Venture in Malaysia. Das Leistungsspektrum

von Dachser Malaysia Sdn. Bhd. reicht von Luftund

Seefrachtgeschäften bis hin zur Zollabwicklung und anderen

logistischen Leistungen. Hauptsitz und zugleich erste Niederlassung befinden sich in

Subang, in der Nähe der Hauptstadt Kuala Lumpur. Die Eröffnung einer weiteren Niederlassung

ist in Planung. Darüber hinaus ist auch die Eröffnung einer mehrheitlich durch

Dachser geführten Landesgesellschaft in Vietnam in Vorbereitung und wird voraussichtlich

binnen der nächsten drei Monate ihre Geschäfte aufnehmen.


+++ TÜRKEI IM NETZ +++ Dachser Cargoplus

nimmt den Wachstumsmarkt Türkei ins Visier. Die -

ses Leistungssegment realisiert Transporte, die nicht

über das Dachser-Stückgutnetzwerk erbracht werden

können und erschließt auf diese Weise neue

Märkte für das Unternehmen. Die zentrale Dachser-

Niederlassung in Deutschland für paneuropäische

Komplettladungsverkehre sowie Transporte in die

GUS-Staaten und den Maghreb hat dazu ein spezialisiertes

Team aufgebaut, das den deutschen

Markt von Memmingen aus bearbeitet. Für Wolfgang

Haase, Bereichsleiter Cargoplus bei Dachser, liegt

der Kundenvorteil auf der Hand: „Dadurch ermöglichen

wir mehr Direktabfahrten zu Zollämtern auch

außerhalb Istanbuls, erhöhen die Abfahrtsfrequenzen

und verkürzen die Laufzeiten.“ +++

NETZWERK

Das Runde muss ins Eckige – auch beim großen Dachser-Tippspiel

+++ AUF BALLHÖHE +++ Wenn sich in der Fußballwelt alles um die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine dreht,

können Kunden und Mitarbeiter von Dachser direkt mitspielen. Denn das Dachser Netzwerk funktioniert auch beim Online-

Tippspiel, bei dem die weltweite Community auf Sieg, Ergebnis oder Tordifferenz tippen kann. Expertentipps untereinander

sind dabei möglich und willkommen. Der höchste Fußballsachverstand oder das größte Glück werden belohnt. Als Hauptpreis

winkt das neue iPad, die Plätze zwei bis fünf sind jeweils einen iPod nano wert. Alle Infos unter: www.dachser.com +++

+++ FRISCHER KAFFEE +++ Dachser Hörsching über-

nimmt in Österreich die komplette Lager- und Distribu -

tionslogistik für den internationalen Kaffeelieferanten

illycaffé. Dazu bezieht illy das neue Dachser-Lager in

Pasching in Oberösterreich. Die rund 280 Artikel werden

auf 500 Palettenstellplätzen eingelagert. Das Produktsortiment

reicht vom einzelnen Espresso-Löffel über

Zuckerdosen bis hin zu feinsten Kaffeebohnen. Die Anlieferung

der Ware erfolgt durch die Lieferanten, beispielsweise

aus Italien oder Deutschland, direkt an das

Dachser Distributionszentrum in Hörsching. +++

DACHSER magazin 27


NETZWERK: MEXIKO

28 DACHSER magazin

Hier spielt die Musik:

Mexiko verbindet Tradition

und Moderne


IN DER MITTE

LIEGT DIE KRAFT

NETZWERK: MEXIKO

Mexiko ist ein zentraler Hotspot für den Handel

mit Nord- und Südamerika. Dachser verbindet dabei

das aufstrebende Schwellenland mit seinem

weltweiten Netzwerk. Davon profitieren besonders

auch europäische Kunden.

hChristian Speit hat gut Lachen:

Dachser de México entwickelt sich

blendend“, freut sich der Landeschef und

zeigt auf ein Chart auf seinem Schreibtisch.

Darauf sind eine blau eingefärbte Landkarte

und ein paar leuchtend gelbe Säulendiagramme

zu sehen. „Seit 2008 ist aus einer Niederlassung

mit 14 Angestellten ein Unternehmen

mit vier Standorten und 46 Mitarbeitern

gewachsen. Der Umsatz hat sich in diesem

Zeitraum vervierfacht“, sagt der Dachser-

Landeschef stolz und krempelt die Ärmel

seines Hemdes hoch. Christian Speit, das ist

nicht zu übersehen, ist hoch motiviert. Die

Geschäfte florieren, darauf lässt sich Wachstum

aufbauen.

Zwei der Dachser-Büros liegen in der Hauptstadt,

ein weiteres in Querétaro, rund 200

Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt

entfernt. Kürzlich kam 500 Kilometer ‡

DACHSER magazin 29


NETZWERK: MEXIKO

AUSSENANSICHTEN

„Der Name Mexiko leitet sich

aus ‚metztlixihtlico‘ her. ‚Metztli‘

bedeutet Mond und ‚xihtli‘ Nabel –

zusammen also ‚in der Mitte des

Mondes‘, im Zentrum der Welt!“

Tina Claesson, Internal Sales,

Dachser Stockholm, Schweden

„Mexiko klingt nach Tacos, Tortillas,

Maya- und Azteken-Tempeln und

herrlichen Stränden.“

Cindy Harris, Ocean Import/Export Specialist,

Dachser Phoenix, Arizona, USA

„Der erste Begriff, den ich mit

Mexiko verbinde, ist ‚heiß‘: enthusiastische

Menschen, Fußball...“

Cathy Chen, Personal Assistant to Executive

Director, Dachser Shanghai, China

Dachser de México

nutzt auch die Nähe

zu Mittelamerika

und dem karibischen

Raum. In einigen

Ländern wie der

Dominikanischen

Republik, Guatemala,

Costa Rica und Pana -

ma gibt es bereits

Kooperationen mit

lokalen Agenten.

30 DACHSER magazin

Die Börse von

Mexiko Stadt ist

eine der größten

in Lateinamerika

westlich davon noch eine Dependance in

Guadalajara, einem großen Handelszentrum

und wichtigen Industriestandort im Westen

des mexikanischen Hochlandes, hinzu. „Mit

unserer stetig steigenden Präsenz wollen

wir am Wachstum der Schwellenländer und

neuen Wirtschaftsmächten teilhaben“, erklärt

Thomas Reuter, Geschäftsführer Dachser

Air & Sea Logistics, die Strategie. Mexiko

gehöre als Air & Sea Logistics Standort genauso

dazu wie China, Indien und Brasilien.

Das aufstrebende Land in der Mitte des amerikanischen

Doppelkontinents hat nicht nur

für Dachser als Logistikdienstleister ein enormes

Potenzial: Mit den USA im Norden und

dem südamerikanischen Kontinent im Süden

liegt das Land im Welthandel geostrategisch

optimal. Wegen des vor über zehn Jahren

geschlossenen Freihandelsabkommens mit

den USA und Kanada (NAFTA)

gilt Mexiko vielen internationalenFirmen

als wichtiges

Sprungbrett be-

sonders in den lukrativen US-Markt. Vor diesem

Hintergrund hat das Land in den vergangenen

Jahren einen bedeutenden wirtschaftlichen

Aufschwung genommen. Mit einem

Bruttoinlandsprodukt (BIP) von zirka

1.000 Milliarden US-Dollar im Jahr 2010

verzeichnete das Land nach Brasilien die

zweitgrößte Wirtschaftsleistung Lateinamerikas.

Gleichzeitig ist das aufstrebende

Schwellenland mittlerweile weltweit die

zwölftgrößte Handelsnation und belegt den

siebten Platz als Erdölproduzent.

Den Blick nach vorn

Einziger Stolperstein für Investoren sind die

extremen sozialen Unterschiede und die daraus

erwachsenden Spannungen im Land.

Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb

der nationalen Armutsgrenze. Hinzu

kommen anhaltende Gewalt, Drogenkriminalität,

Korruption und Umweltzerstörungen.

Dachser-Manager Speit kennt die Problematik

sehr gut. Er lebt seit 1998 in Mexiko

und ist mit einer Einheimischen verheira


Christian Speit,

Leiter Dachser de México

tet. „Trotz aller Hemmnisse schaut das Land

vorwärts. Mexiko wächst weiter, und die

Währung ist stabil“, betont der Logistiker.

Nur während der weltweiten Wirtschaftsund

Finanzkrise 2009 hätte die Wirtschaft

kurzzeitig unter dem Konsumrückgang in

den USA gelitten. 2011 lag das Wirtschaftswachstum

aber bereits wieder bei knapp vier

Prozent. Für 2012 und die folgenden Jahre

erwarten Ökonomen ein Plus von fünf Prozent

und mehr.

Die größten Wachstumstreiber sind die Automobil-

sowie die Chemie- und Pharmaindustrie.

Auch für Dachser: „Diese Bereiche

haben spürbar gewonnen,“ betont Speit,

„hier haben wir uns in den letzten Jahren

einen guten Namen im Markt gemacht.“ Für

Dachser-Geschäftsführer Thomas Reuter

ergeben sich aus dieser Entwicklung spannende

Bündelungseffekte: „Die Kunden einer

Branche haben in der Regel grundsätzlich

ähnlich gelagerte Logistikanforderungen“,

erklärt Reuter. So verlange beispielsweise die

Automobilbranche unisono von einem Logistikdienstleister

extrem hohe Geschwindigkeit,

transparente Transportketten, weltweite

Vernetzung aller Länder untereinander,

minimale Schadensquoten, sehr hohe Liefertreue

und im Idealfall die tatkräftige Mithilfe

bei der Realisierung von Kostensenkungspotenzialen.

Hauptabnehmerländer

(2010, Anteil in Prozent)

Sonstige

9,9

Deutschland

1,2

Kanada 3,6

China (VR) 1,4

Spanien 1,3

Brasilien 1,3

Kolumbien 1,3

USA 80,0

Immer mehr

hh Firmen vor Ort

suchen nach kompletten

Logistiklösungen

Synergien nutzen

Mit der Einführung des branchenorientierten

globalen Key Account Managements im

Geschäftsfeld Air & Sea Logistics nutzt

Dachser dazu auch in Mexiko verstärkt vorhandene

Synergien und verbessert systematisch

den Wissenstransfer innerhalb des Unternehmens.

Damit ist Dachser gut gerüstet

für neue Herausforderungen. Diese werden

wohl vor allem aus dem Automobilsektor

kommen, traditionell eines der Hauptstandbeine

der mexikanischen Wirtschaft. Autobauer

wie Chrysler, Ford, General Motors,

Nissan, Renault und Volkswagen betreiben

Standorte in Mexiko und haben das Land

mit mittlerweile zwei Millionen Fahrzeugen

jährlich zum zehntgrößten Autoproduzenten

der Welt gemacht. Dementsprechend

groß ist das Netz an Zulieferern. Ihnen bietet

Dachser de México komplette „Door to

Door“ Dienstleistungen an. Die Waren

werden dabei vom Hersteller bis zum Kunden

gebracht. Alle Zwischenschritte inklusive.

Zudem bie tet der Logistiker im Im-

und Export gefragte Value Added Services

wie Verzollung, lo kale Auslieferung, Lagerhaltung

und Verpackung an.

„Im Januar 2012 haben wir ein eigenes Verkaufsbüro

in Guadalajara eröffnet“, erklärt

Speit. Die Stadt wird auch das „Silicon Valley“

von Mexiko genannt. Viele ausländische

Hauptlieferländer

(2010, Anteil in Prozent)

Sonstige

20,8

Kanada

2,9

Deutschland 3,9

Japan 5,0

Korea (Rep.) 4,2

USA 48,1

China (VR) 15,1

Quelle: German Trade & Invest

IM STENOGRAMM

Mexiko

Fläche: 1,97 Mio. km 2

NETZWERK: MEXIKO

Unternehmen wie zum Beispiel Continental

Automotive, Flextronics, General Electric,

Hewlett-Packard, Hella KGaA Hueck

& Co., IBM, Intel, Oracle oder Siemens

produzieren in der Stadt und ihrer Umgebung.

Hier liegt neben Mexiko Stadt und

Monterrey einer der wichtigsten Flughäfen

des Landes. Weitere Dachser-Standorte in

Monterrey, San Luis Potosi und Puebla

seien mittelfristig geplant. „Außerdem“,

kündigt Speit an, „werden wir unser Leistungsspektrum

erheblich erweitern.“ Vor

allem Kontraktlogistik sei gefragt. „Der

lokale Bedarf steigt permanent, und immer

mehr Firmen vor Ort suchen nach kompletten

Logistiklösungen“, so Speit. „Wir nehmen

diese Herausforderungen gerne an!“

Gute Aussichten für eine blendende Entwicklung.

K. Fink

Hauptstadt: Mexiko-Stadt

Bevölkerung: 112,3 Mio. Einwohner,

davon rund 22 Mio. Einwohner im

Großraum von Mexiko-Stadt

Landessprache: Spanisch (plus

zirka 62 anerkannte Indiosprachen)

Währung: Mexikanischer Peso

Rohstoffe: Kakao, Südfrüchte,

Zucker (agrarisch), Bismut, Blei,

Erdöl, Kadmium, Kupfer, Molybdän,

Silber, Zink, Gold (mineralisch)

Wichtigste Exportgüter:

elektrische Maschinen und Material,

Fahrzeuge, mineralische Brennstoffe,

mecha nische Apparate

DACHSER magazin 31


BUSINESS LOUNGE: DACHSER IM DIALOG

BERNHARD SIMON TRIFFT...

DR. RAINER ERB

32 DACHSER magazin

Lernen von der Natur: Das haben sich Biologen und Techniker

in der Bionik auf die Fahnen geschrieben. Dr. Rainer Erb, Geschäftsführer

des Bionik-Kompetenz-Netzes BIOKON, im Gespräch mit dem

Sprecher der Dachser-Geschäftsführung über Optimierungsstrategien

der belebten Natur als Vorbild auch für die Wirtschaft.

Die Konzepte der

hh Natur haben in

3,8 Milliarden Jahren Evolution

schon überzeugend gezeigt,

dass sie funktionieren

Dr. Rainer Erb

Herr Simon, die Globalisierung stellt immer

höhere Anforderungen an die Arbeits tei -

lung und die Supply-Chains. Was bedeutet

dies für die Komplexität logistischer Pro -

zesse?

Bernhard Simon: Die Komplexität nimmt

deutlich zu. In den Supply Chains kommen

immer mehr Faktoren zusammen, die oft

nicht berechenbar sind. Es ist kaum möglich,

bei der Steuerung komplexer internationaler

Lieferketten noch den allumfassenden Überblick

zu behalten und über alle Stellhebel zu

verfügen, um korrekt jedes Detail durchzusteuern.

Hier zeigt uns die Natur immer

wieder beeindruckend, wie Lebewesen mit

völlig unvorhersehbaren Ereignissen und

Umweltzuständen umzugehen vermögen.

Dr. Rainer Erb: Genau daran knüpft die

Bionik als verbindende Wissenschaft von

Biologie und Technik an. Wir nutzen das

große Reservoir an biologischen Strukturen,

Prozessen und funktionalen Lösungen,

um daraus Innovationen für Wissenschaft,

Wirtschaft und Gesellschaft zu entwickeln.

Dazu gehört auch, Organisations- und Managementformen

sowie Prozesse in Unternehmen

mit denen zu vergleichen, die wir

in der Natur vorfinden.

Was wäre denn ein solcher Best Case der

Natur?

R. Erb: Zum Beispiel Blattschneideameisen:

Sie betreiben für ihre Ernährung eine Art

Pilzzucht und organisieren mit sehr ausgefeilten

Strategien Transportprozesse und

Entsorgung. Bioniker aus Hamburg haben

dies analysiert und gemeinsam mit der Firma

Tchibo ein Forschungsprojekt zum globalen

Wertschöpfungsprozess einer T-Shirt-

Produktion aufgesetzt. Das vorbildliche

Management der Blattschneideameisen half

dabei, Energieeinsparungen zu realisieren

und transportbedingte, klimarelevante Emissionen

zu reduzieren.

B. Simon: Die Natur bestätigt uns mit

solchen Beispielen darin, was wir als Hauptaufgabe

eines intelligenten Supply Chain

Management verstehen. Nämlich nicht nur

die einzelnen Material- und Informationsflüsse

im Blick zu haben, sondern vielmehr

auch all die komplexen Wechselwirkungen

und -beziehungen zwischen Prozessen und

Akteuren.

R. Erb: Jedes Lebewesen, jede Pflanze hat

für sich eine optimale Antwort auf solche

komplexen Herausforderungen gefunden.

Etwa wenn es um Bestandserhaltung und

-weiterentwicklung geht. Diesen Schatz der

Natur nutzen wir noch viel zu wenig. Die

Erfolgskriterien sind doch gleich: Vor allem

Flexibilität und Lernfähigkeit, sich immer

wieder an neue Bedingungen anpassen zu

können, sind gefragt. Dies ist für eine Pflanze

genauso wichtig wie für ein Unternehmen.

Die Konzepte der Natur haben in 3,8 Mil -

liarden Jahren Evolution schon überzeugend

gezeigt, dass sie funktionieren.

B. Simon: Dachser hat die Chance gehabt,

über 80 Jahre Erfahrungen auf höchst dynamischen

Märkten zu sammeln. Diese mehr

als 80 Jahre Unternehmensgeschichte entsprechen

Tausenden von Jahren in der Natur.

Wir konnten in dieser Zeit ein verlässliches

Gespür dafür entwickeln, wo sich Chancen

bieten, aber auch wo Risiken und kritische

Grenzen liegen, die vielleicht erst gar nicht

offensichtlich sind. Daraus speist sich das

Erfahrungswissen, nicht jeder vermeintlich


großen Idee oder jedem Trend hinterherzulaufen,

sondern unserer eigenen Evolutionsgeschichte

zu folgen.

R. Erb: Der Maßstab für den Erfolg ist in

der Natur das Überleben. Die Natur sieht

dabei die Bedrohung eines Organismus als

Normalfall nicht als Ausnahme an. Er muss

immer auf Krisen vorbereitet sein und jederzeit

darauf reagieren können. Wer nur auf

kurzfristige Erfolge, wie den Shareholder

Value, schaut, hätte in der Natur keinen

nachhaltigen Erfolg. Dort geht es immer

darum, die eigene Strategie auf nachfolgende

Generationen auszurichten. So wie es in

der Regel auch Familienunternehmen tun.

B. Simon: Dachser baut für das Erreichen

solcher langfristigen Ziele auf dezentrale,

selbststeuernde Systeme. Wir motivieren

unsere Leistungsträger, in ihrem Umfeld immer

wieder eigene Akzente zu setzen und

sich in Kommunikationskreisen so zu vernetzen,

dass jeden Tag neue Ideen geboren

werden und sie voneinander lernen. Dazu

gehört übrigens auch eine gesunde interne

Konkurrenz. Sie lässt uns im Marktgeschehen

wesentlich robuster werden und hilft,

Zukunftsimpulse unmittelbar für den Markt

zu generieren.

Herr Dr. Erb, welchen Beitrag kann die Bio -

nik zur Ressourceneffizienz leisten?

R. Erb: Ein schönes Beispiel dafür ist eine

ressourceneffiziente bionische Innovation

nach dem Vorbild der Haihaut für die Schifffahrt.

Ein Schiffsrumpf eines mittelgroßen

Containerschiffs der Panamax-Klasse

mit einem bionisch entwickelten giftfreien

Antifouling-Material zu streichen, entlastet

die Umwelt und führt auch zu einer

signifikanten Treibstoffersparnis von 40 Prozent.

Weil sich durch den Anstrich keine

bremsenden organischen Substanzen am

Schiffsrumpf ansiedeln können, lassen sich

die Treibstoffkosten eines solchen Schiffes

pro Tag um bis zu 30.000 US-Dollar reduzieren,

das sind neun Millionen pro Jahr –

für ein Schiff. Daraus ergeben sich gute

Gründe für diese ökonomisch und ökologisch

motivierte Variante der Bionik.

B. Simon: Das Beispiel zeigt ja einmal

mehr, dass wir erst am Anfang stehen, die

ganzen Potenziale für nachhaltige Innovationen

erkennen zu können. Der Dachser-

Stiftungslehrstuhl für Nachhaltigkeit in der

Logistik hilft uns, diese für unsere Praxis

mit zu erschließen. ‡

Bioniker bilden

Innovationen der Natur

in technischen Produkten

und Prozessen ab

BUSINESS LOUNGE: DACHSER IM DIALOG

DACHSER magazin 33


BUSINESS LOUNGE: DACHSER IM DIALOG

Dachser baut für

hhdas Erreichen

langfristiger Ziele auf dezentrale,

selbststeuernde Systeme

Bernhard Simon

34 DACHSER magazin

Inwiefern kann die Evolution Blaupausen

für Innovationen in Unternehmen liefern?

R. Erb: In der Bionik kann als eine Optimierungsmethode

beispielsweise die sogenannte

Evolutionsstrategie zum Einsatz kommen.

Dahinter steckt ein computergestütztes Tool,

um die Evolution bei einer Produkt- oder

Prozessoptimierung mit einer subjektiven

oder experimentellen Bewertung zu simulieren.

So lässt sich beispielsweise die Zusammenstellung

von Kaffeemischungen optimieren.

Wo sonst ein Tester-Panel nach

verschiedenen Geschmackskriterien die Kaffeemischungen

zusammenstellt, können im

Labor mit Unterstützung moderner IT-

Technologien das Zusammenspiel und die

Wechselwirkungen von Geschmacks- und

Inhaltsstoffen abgebildet, gemessen, durchgetestet

und optimiert werden. Im Ergebnis

kommt dann eine geschmacksideale Zusammenstellung

der verschiedenen Kaffeebohnen

in die Tasse.

B. Simon: Bei Dachser nutzen wir solche

algorithmischen Simulationsverfahren bei

Standortanalysen, wenn es um die Entscheidung

über die Anzahl der Standorte sowie

die Umsetzung eines Lage- und Vernetzungskonzepts

geht. Auf dieser Grundlage

bilden wir Kompetenzteams, die dann gezielt

testen, wie sich ein solches komplexes

System in der Praxis verhält. Weil die Theorie

aber doch immer wieder von unvorhergesehenen

Ereignissen oder Umfeldbedingungen

überholt wird, müssen wir auch

bereit sein, gegebenenfalls Projekte wieder

einzustampfen und komplett neu zu designen.

Auch das gehört zur Evolution eines

Unternehmens.

Herr Dr. Erb, das für die Logistik so wichtige

Rad wurde von der Natur nie entdeckt.

Geht Fortschritt auch ohne Bionik?

R. Erb: Für die Straße ist ein Rad eine hervorragende

Erfindung, aber im unwegsamen

Gelände sind komplexere Anforderungen als

das bloße Abrollen gefragt. Für Tiere wäre

das Rad eher hinderlich als nützlich. Da

macht es wohl eher Sinn, Maschinen mit

Beinen zu entwickeln. Bionik vermag dies

als Innovationsmethode. Sie kann nicht alles,

aber manches ein bisschen besser.

ZUR PERSON

Dr. Rainer Erb

hat mit Biotechnologie an der

Technischen Universität Carolo-

Wilhelmina zu Braunschweig

eine interdisziplinäre Ausbildung

in den Natur- und Ingenieurwissenschaften

absolviert.

Der Doktor der Naturwissenschaften

ist Geschäftsführer

des Bionik Kompetenznetzes

e.V. (BIOKON) sowie von

BIOKON international, der internationalen

Dachorganisation

der nationalen Bionik-Netze.

Der Auftrag: Bionik als Ideengeber

und Innovationsmotor für

Technik, Wirtschaft und Gesellschaft

nutzbar zu machen.

Bernhard Simon

sprach Mitte Mai mit dem

BIOKON-Geschäftsführer. Nach

einer Woche mit Temperaturen

über 30 Grad hatte die Natur an

diesem Tag mit Schneefall am

Dachser-Stammsitz in Kempten

einmal mehr eindrucksvoll

gezeigt, wie wichtig für Lebensund

Organisationsformen

die Anpassungsfähigkeit an

überraschende Umfeldbedingungen

ist.

q

Wie unterschiedliche Partner in

Netzwerken effizient zusammenspielen

lernen, lesen Sie im vollständigen

Wortlaut des Gesprächs unter

www.dachser.com/diskussion


Das ist die Devise von Thomas Leyerle. Um den

Qualitätsvorsprung von Dachser in Karlsruhe

weiter auszubauen, setzt sich der Leiter für Technik

und Fuhrpark immer wenn „Not am Mann“ ist

selbst ans Steuer. „So kann ich meine Aufgabe

als Fuhrparkleiter am besten erfüllen“, sagt der

57-Jährige. „Ich kenne alle Touren unserer

Niederlassung und kann deshalb den Fahrern

helfen, das Machbare vom Unmöglichen zu unterscheiden.“

Mit seiner eigenen Begeisterung

ist Thomas Leyerle für die Auszubildenden zum

Berufskraftfahrer Vorbild und Motivationsgeber.

GOOD NEWS

DACHSER magazin 35


WIR SPIELEN ALLE NACH DEN

GLEICHEN REGELN.

DACHSER European Logistics

DACHSER steht für eines der stärksten Transportnetze Europas und sorgt mit schnellen, flexiblen

Verbindungen für flächendeckende Logistiklösungen. Dabei spielen wir alle nach den gleichen

Regeln, auf gleichbleibend hohem Niveau mit derselben Motivation: Ihre Sendungen unversehrt,

sicher und schnell an das gewünschte Ziel zu bringen.

www.dachser.com

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