Ein Gott – Kein Bild? - Ernst-Herzfeld-Gesellschaft

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Ein Gott – Kein Bild? - Ernst-Herzfeld-Gesellschaft

Kunsthistorisches Seminar Basel

DFG Emmy

Noether - Nachwuchsgruppe

Kosmos / Ornatus

Ein GottKein

Bild

Vortragsreihe 2010

Die Nationalen Forschungsschwerpunkte sind ein

Förderungsinstrument des Schweizerischen Nationalfonds


Ein Gott – kein Bild

Ein erster Block fokussiert gegenwärtige Bildkulturen in

II. Bildpraxis und Bilderverbot von der Antike

Bildlegende:

Konstitutionen von Bildpraxis und Bilderverbot zwi-

jüdischen, christlichen und islamischen Kontexten. Der zweite

bis ins Mittelalter

schen Judentum, Christentum und Islam

zieht historische Beispiele hinzu, um Zuschreibungen, Argu-

Eines Nachts saß Gabriel in einem Lotusbaum. Da hörte

mentationen und Beziehungen zu historisieren und zu relativie-

28. Oktober: Barbara Schellewald, Basel

er Gott «Ich bin bei Dir» rufen. «Ein Gläubiger», sagte er sich,

Vortragsreihe 2010

ren. In dieser Perspektive werden die Bildpraktiken der

Bilderverbot ohne Bildersturm – Der byzantinische Bilderstreit

«muss ihn gerufen haben. Ich frage mich, ob jemand weiss

abrahamitischen Religionen statt in einer fundamentalen Ge-

wer. Sicher ist, dass es ein erhabener Diener ist; während sein

In aktuellen Diskussionen wird der christliche Umgang mit

gensätzlichkeit in einem gemeinsamen kulturellen Zusam-

11. November: Steven Fine, Yeshiva University

fleischlicher Sinn tot ist, ist sein Herz lebendig.» Er wollte

Bildern immer wieder der islamischen Bilderfeindlichkeit entge-

menhang verständlich.

God‘s Artisan: Bezalel the Tabernacle Builder and the History of

deshalb wissen, wer es ist. In allen sieben Himmeln konnte kei-

gengesetzt. Das war jedoch nicht immer so – vielmehr wird

Jewish Art in Late Antiquity

ne Nachricht von ihm aufgespürt werden. Er kam zurück auf

beispielsweise in den Berichten der ersten Kreuzfahrer ganz im

Konzeption: Prof. Dr. Barbara Schellewald und Dr. Vera Beyer

die Erde und durchkämmte die Meere, immer noch wanderte

Gegenteil betont, dass die Muslime im Gegensatz zu ihnen

2. Dezember: Finbarr Barry Flood, New York University

er um die Welt, nirgends war dieser ergebene Sklave zu

heidnische Bildverehrer seien. Kurz: Die Geschichte der mono-

Programm

Rethinking Representation: Islamic Law as a Source for Image

finden. Er sagte, «Oh, Gott, bitte, führe mich nun zu ihm.» Gott,

theistischen Bilddebatten ist geprägt von wechselseitigen

Theory

der Allmächtige, antwortete: «Mache Dich auf den Weg

Abgrenzungen, Zuschreibungen und Identifikationen – von der

I. Bildpraxis und Bilderverbot in der Gegenwart

nach Rum, gehe in ein Kloster der Ungläubigen. Erkenne ihn.»

Entstehungszeit der Religionen bis heute.

16. Dezember: Thomas Lentes, Münster

Gabriel ging und sah klar und deutlich, wie dieser in

22. April: Silvia Naef, Genf

Wer Bilder stürmt, tötet Religion. Ein Blick aus dem christlichen

diesem Moment voller Inbrunst ein Bild anbetete. Gabriel war

So rückt die Vortragsreihe – entgegen den oft postulierten

Vom Bilderverbot zur Bilderflut - islamische Positionen zu

Mittelalter

vom Anblick dieser Szene höchst bestürzt, und kehrte mit

Oppositionen – in den Blick, dass sich christliche, jüdische und

einem globalen Phänomen

einem Aufschrei zu Gott zurück. Er begann zu sprechen und

islamische Bildkulturen nicht etwa unabhängig von einan-

Die Vorträge finden jeweils um 19.00 Uhr im Mschatta - Saal,

sagte: «Selbstgenügsamer, enthülle dieses Geheimnis für

der im Rückgriff auf die jeweils dogmatischen Texte entwickelt

6. Mai: Gabriel Hanganu, Oxford

Museum für Islamische Kunst (Pergamonmuseum), Berlin statt.

mich. Ich sah ihn in einem Kloster ein Bild anbeten – und Du

haben, sondern vielmehr im Kontakt und in der Auseinander-

Social lives of Orthodox Christian icons - biography and politics

Der Eintritt ist frei.

antwortest ihm gnädig.» Der allmächtige Gott antwortete:

setzung miteinander. Dabei wird auch deutlich, dass sich theo-

«Er hat ein dunkles Herz. Er weiss es nicht. Deshalb hat er den

logische Dogmen und populäre Praxis nicht notwendig ent-

20. Mai: David Morgan, Duke University

Kontakt: barbara.schellewald@unibas.ch / vera.beyer@fu-berlin.de

falschen Weg eingeschlagen. Da er unwissentlich den falsch-

sprechen – und welche Unterschiede innerhalb der einzelnen

Media and Mediation: Protestantism and the Power of Sacred

en Weg eingeschlagen hat, habe ich, der ich nicht unwissend

Religionen bestehen.

Information

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der DFG Emmy

bin, es nicht falsch verstanden.»

Noether - Nachwuchsgruppe «Kosmos / Ornatus» der Freien

17. Juni: Margaret Olin, Yale University

Universität Berlin, des Kunsthistorischen Seminars und

Farídu'd-Dín ‘Attár, «Mantiqu' t-Tair», 1490 -1500, London, British

Visible/Invisible: What do Jewish visual practices look like

eikones NFS Bildkritik – der Universität Basel

Library, Add. 7735, f. 75b.

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