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PALEO – Der Lifestyle, den die Evolution bevorzugt.

Paleo ist ein Lifestyle, der sich an unseren Vorfahren aus der Altsteinzeit und deren Ernährung orientiert. Das Naturnahe, Ursprüngliche steht im Vordergrund.

Paleo ist ein Lifestyle, der sich an unseren Vorfahren aus der Altsteinzeit und deren Ernährung orientiert. Das Naturnahe, Ursprüngliche steht im Vordergrund.

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Ein Bookazine

Der Lifestyle, den die Evolution bevorzugt.


Editorial

Wir leben im Zeitalter der Überflussgesellschaft, geprägt

von Lebensmittelskandalen, Massentierhaltung und

Fast Food. Allgegenwärtig steht die richtige Ernährung

auf dem Prüfstand. Doch wem kann man heutzutage

noch Glauben schenken Ständig gibt es neue Ernährungserkenntnisse

und wer kennt eigentlich die Langzeitauswirkungen

von Zusatz- und Konservierungsstoffen,

Pestiziden und Antibiotika in unseren Lebensmitteln

Diese Fragen beschäftigen mich.

Ich liebe es, kreativ zu arbeiten und Menschen Inhalte

mit Hilfe einer ansprechenden Gestaltung nahezubringen.

Als Designerin liegt es mir aber auch am Herzen,

mich mit dem aktuellen Zeitgeschehen auseinander zu

setzen und relevante Themen zu beleuchten.

Mir ist es wichtig, bis ins hohe Alter gesund und fit

zu bleiben. Selbstverständlich spielt Sport und Bewegung

eine große Rolle. Wie sieht es jedoch mit der

richtigen Ernährung aus

In diesem Bookazine möchte ich auf den Paleolifestyle

aufmerksam machen.

Paleo orientiert sich an unseren Vorfahren aus der

Altsteinzeit und deren Ernährung. Das Naturnahe, Ursprüngliche

steht im Vordergrund. Diese Art der Lebensgestaltung

in unserer modernen Welt umzusetzen, fand

ich sehr faszinierend.

Im Rahmen meiner Bachelorarbeit zur Designerin B.A.

habe ich mich ausgiebig mit diesem Thema beschäftigt

und mit verschiedenen Vertretern dieses Lifestyles zusammengearbeitet.

Dieser Austausch inspirierte mich

zur grafischen Gestaltung und Herausgabe dieses

Bookazines. Ich danke allen Autoren, die mich mit ihren

Textbeiträgen und Anregungen unterstützt haben.

Mit diesem Bookazine möchte ich nun auch anderen

Menschen diesen Lifestyle vorstellen.

Vanessa Mund

01


ERNÄHRUNG

04

Urmensch 2.0

Natürlich, unverarbeitet und nachhaltig

10

Essenskritik

Urmenschen ernährten sich gesünder

12

Durchblick

Die Paleo Nahrungsmittelkunde

20

Klartext

Unverträglichkeiten und unsere

Beziehung zum Essen

22

Lebenseinstellung

Paleo keine Diät sondern eine

Einstellung

26

Evolution

Wie Nahrung uns formte

30

Bauplan

Evolutionäre Schwachstellen

32

Schaffensdrang

Wie der Mensch die Welt veränderte

36

Intuition

Urinstinkten folgen

38

Gesprächsstoff

Evolutionsbiologin Dr. Sabine Paul

42

Entwicklung

Zusammenfassung unserer Entwicklung

und der Entstehung von Paleo

44

Praxischeck

Menschen, die sich Paleo ernähren,

im Fokus

52

Unterwegs

Steffi auf der Suche nach Paleofood

in New York

55

Whole30

Auszug aus Bailley‘s Blog

56

Gedankenspiel

Eine Geschichte aus PaleoLopolis

58

Gesprächsstoff

Restaurantbesitzerin Sariya Forkel

62

Gaumenfreude

Rezept vom Mammeo

64

Tipps & Tricks

Wie man am Besten mit Paleo anfängt

66

Kaiserlich

Frühstücksideen für einen guten Start

02


Inhalt

70

Alltag

Tipps für Paleo im Büro

74

Regionalisierung

Regionale und saisonale Lebensmittel

79

Artgerecht

Weidehaltung statt Massentierhaltung

80

Gesprächsstoff

Landwirt und Geschäftsführer

Peter Link

83

Saisonkalender

Erntezeiten von regionalem

Obst & Gemüse

92 106

Anlaufstellen

Regionale Bezugsquellen

fitness

94

Bewegungsdrang

Funktionelle Fitness erklärt

98

Herzfrequenz

Wie wichtig Bewegung ist

100

Gesprächsstoff

Geschäftsführer und Trainer

Anastasios Tasso Karamitros

MovNat

Wiedererlernen aller natürlichen Bewegungsfähigkeiten

des Menschen

108

Gesprächsstoff

MovNat Trainer Bernd Reicheneder

112

Kraft & Wärme

Die Sonne nutzen

120

Freiheit

Lernen wieder barfuss zu laufen

124

Starthilfe

Bücher, Webseiten und weitere

Anlaufstellen zum Thema Paleo

84

Landliebe

Eine Fotostrecke über regionale

Bauern

102

Wildnis

Die Natur zurück erobern

126

Impressum

03


Überblick

04


Urmensch 2.0

Natürlich, unverarbeitet und nachhaltig

Wir leben in einem Zeitalter hoch entwickelter

Technologien: Raumstationen, Antibiotika

und das Internet sind nur einige Beispiele

für die wissenschaftlichen und technischen

Fortschritte der Spezies Mensch. Trotzdem

haben wir es immer noch nicht geschafft,

einfache Dinge in den Griff zu Bekommen.

Warum werden Menschen weltweit immer dicker

Warum gibt es Zivilisationskrankheiten, wenn Zivilisation

eigentlich Fortschritt bedeutet Ist es wirklich

unausweichlich, dass wir im Alter immer dicker, kranker

und schwächer werden und unsere geistigen Fähigkeiten

einbüßen Ist das zwangsweise eine Folge unserer

modernen Gesellschaft oder gibt es etwas, das wir noch

nicht genau genug erforscht haben, das wir besser verstehen

müssen oder das wir schlicht übersehen haben

Historische, geographische und kulturelle Gegenbeispiele

zeigen, dass es auch anders geht. Wissenschaftler

konnten anhand von Ausgrabungen nachweisen

dass, der Urmensch gesünder und kräftiger lebte, als

der heutige Mensch. Wenn er nicht durch einen Unfall

oder einer Infektionen ums Leben kam, konnte er sogar

sehr alt werden. Steinzeit-Skelette zeigen kaum Anzeichen

von Degeneration, Mangelerscheinungen oder

Zivilisationskrankheiten. Auch heute lebende Jäger- und

Sammler-Kulturen zeigen keine Anzeichen von Zivilisationskrankheiten.

Dr. Staffan Lindeberg hat im Stamm

der Kitava auf Papua-Neuguinea ein Volk erforscht, das

auch heute noch sehr nah am Lebensstil der Steinzeitmenschen

lebt.

Bei seinen Studien fand der Forscher Verblüffendes:

Unter den 2.300 Einwohnern des Kitava-Volkes und

den 23.000 Einwohnern der umliegenden Inseln fand er

keine Anzeichen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, auch

nicht unter den 6 % der Einwohner, die zwischen 60

und 95 Jahre alt waren. Auf Nachfragen, ob Stammesmitglieder

„plötzlich“ verstorben wären, wurde nur von

Menschen berichtet, die durch Unfälle verstorben oder

gar ermordet worden waren. Darüber hinaus waren Infektionen,

Geburtskomplikationen oder Altersschwäche

die häufigsten Todesursachen: Keine Spur von Herzinfarkt,

Schlaganfall, Krebs oder Alzheimer.

Alte Menschen in der Kitava-Population blieben bis

ins hohe Alter körperlich und geistig aktiv und genießen

eine vergleichsweise hohe Lebensqualität, ohne

erkennbare Anzeichen für Gedächtnisschwäche oder

Demenz. Ebenso wurden keine Anzeichen von Übergewicht

oder Blutdruck-Problemen gefunden.

Die Nahrung des Kitava-Volkes besteht zum größten

Teil aus Wurzeln, Gemüse, Früchten, Fisch und Kokosnüssen,

die zu einer (im Vergleich mit westlichen Ernährungsstandards)

überdurchschnittlichen Versorgung

mit Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen führt.

Auch wenn der gesamte Fettanteil eher gering ist (ca.

20 % der Kalorien), entnehmen die Kitava-Ureinwohner

einen Großteil ihrer Energie aus gesättigten Fettsäuren

aufgrund des hohen Kokosnussanteils.

Vergleichbare Studien wie z.B. von Prof. Loren

Cordain zeigen ähnliche Beobachtungen, wobei je nach

ökologischen Gegebenheiten die meisten Naturvölker

den größten Teil ihres Energiebedarfs aus tierischen

Nahrungsmitteln gewinnen, während Kohlehydrate nur

eine eher untergeordnete Rolle spielen.

Insgesamt lässt sich bei den allermeisten Ernährungsformen

von Jäger- und Sammlerkulturen gegenüber

einer typischen Zivilisationsernährung

05


Überblick

(z.B. den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für

Ernährung) ein höherer Anteil von tierischen Proteinen

und tierischen Fetten feststellen. Kohlenhydrate sind

im Allgemeinen eher unterrepräsentiert und es werden

im Speziellen kein Getreide und keine Hülsenfrüchte

konsumiert. Auch Milchprodukte waren in der Steinzeit

unbekannt.

Zurück zur Steinzeit

Bedeutet das nun, dass wir zurück zur Steinzeit müssen

Oder sollen wir unsere Städte, Autos, Mobiltelefone,

Pizza, Pasta, Kuchen und Facebook gegen

ein Leben als Kitava-Brüder und -Schwestern auf

Papua-Neuguinea eintauschen

Natürlich nicht. Aber es lohnt sich nachzufragen, welche

Vorzüge die Lebensweise der Steinzeitmenschen

und auch heutiger Naturvölker gegenüber moderner

Kulturen hat. Durch gezielte Forschung können wir

verstehen, welche Faktoren in unserer Ernährung

und Lebensweise uns von Steinzeitmenschen und

Naturvölkern unterscheiden und über welche Mechanismen

sie unsere Gesundheit beeinträchtigen.

Wenn wir annehmen, dass wir genetisch gesehen noch

Steinzeitmenschen sind, können wir verstehen, welche

Zivilisationsfaktoren uns krank machen und diese gezielt

eliminieren oder verbessern und dadurch zu besseren

modernen Menschen werden.

Urmensch 2.0!

In den letzten 10 20 Jahren ergab sich eine nie zuvor

da gewesene interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen

Paläontologen, Medizinern, Biochemikern und

06


Urmensch 2.0

anderen Naturwissenschaftlern, die erstmals ausgehend

vom Urmenschen als „gesunde Basis“ systematisch

erforscht haben, was genau den modernen Menschen

krank macht. Einer der wegweisenden Artikel aus

dieser Zusammenarbeit ist: „Cereal Grains: Humanity’s

Double-Edged Sword“ vom gleichen Prof. Cordain, der

auch die Ernährung verschiedener Naturvölker erforscht

hatte. Darin beschreibt er die Zusammenhänge und

Mechanismen, über die Getreide und Getreideprodukte

zu Nährstoff-Mangelerscheinungen, Autoimmunerkrankungen

und psychologischen sowie neurologischen

Störungen führen können.

Unabhängig davon fiel Dr. Michael Eades in seiner

Praxis auf, dass die seit den 60er Jahren des letzten

Jahrhunderts propagierte Niedrig-Fett-Ernährung

bei seinen Patienten Übergewicht, Bluthochdruck und

Herz-Kreislauf-Probleme hervorbrachte. Durch eigene

Experimente stellte er fest, dass er durch einfache

Reduktion der Kohlehydrate und Erhöhung des Proteinanteils

in der Ernährung seiner Patienten nicht nur

Übergewicht erfolgreich behandeln konnte, sondern sich

auch Blutdruck- und Cholesterinwerte seiner Patienten

normalisierten. Er fand überraschende Bestätigung in

Büchern und Artikeln von Paläo-Pathologen, also bei

Wissenschaftlern, die sich mit Krankheiten von Urmenschen

beschäftigen. Diese beobachteten eine drastische

Verschlechterung der Gesundheit bei der Untersuchung

von Knochenfunden der alten Ägypter (eine der

größten Ackerbau und Viehzuchtkulturen im Altertum)

im Vergleich zu fossilen Überresten von Steinzeitkulturen,

die älter als 10.000 Jahren waren. Dies sind nur zwei

Beispiele für viele neuere Erkenntnisse, die auf Basis von

Evolutionsforschung ein besseres Modell des Menschen

bauen. Ziel ist ein moderner Lebensstil im Einklang mit

unserem Stoffwechsel.

Ein paar Beispiele:

Laut immer wieder durch die Medien zitierten Studien

sollen rotes Fleisch und tierische Fette krank machen

und sogar für Krebs verantwortlich sein. Das passt

jedoch nicht zur Beobachtung, welche Cordain beschreibt,

dass Naturvölker, wenn ihre Umgebung es

zulässt, über 50 % ihrer Kalorien aus Fleisch und tierischen

(also überwiegend gesättigten) Fetten beziehen.

Tatsächlich stellt sich bei näherer Betrachtung heraus,

dass solche Studien irreführend sind und rotes Fleisch

kaum eine Rolle bei der Entstehung von Krankheiten

07


Urmensch 2.0

spielt. Fett wird gerne als Ursache von Übergewicht

betrachtet. Der Gedanke ist einleuchtend: Wer Fett

isst, wird auch fett. Vor allem gesättigte Fettsäuren

sollen besonders schädlich sein, wogegen ungesättigte

Fettsäuren von der Margarineindustrie als besonders

gesund hervorgehoben werden. Eine Wurzel für diese

Auffassung liegt in der 7-Länder-Studie von Ancel Keys,

dem Begründer der „Mittelmeer-Ernährung“ bzw. der

„gesunden Mischkost“. Inzwischen gibt es berechtigte

Zweifel an dieser Auffassung. Eine sehr lesenswerte

und unterhaltsame Analyse dieser Studie kann man bei

Denise Minger nachlesen.

Auch Kokosprodukte genossen in der Vergangenheit

einen schlechten Ruf, bestehen sie doch überwiegend

aus gesättigten Fettsäuren. Wie schon beschrieben,

machen sie einen wesentlichen Anteil an der Ernährung

des Kitava-Volks aus, welches keine Zivilisationskrankheiten

kennt. Also kann die Theorie über die

krankmachenden gesättigten Fettsäuren auch nicht so

richtig sein und tatsächlich weiß man heute, dass Kokosöl

und andere Kokosprodukte sehr gesund sind.

Die heutige Zeit ist eine sehr spannende Zeit für alle

Ernährungswissenschaftler, Mediziner und vor allem

Verbraucher.

Constantin Gonzalez

Constantin Gonzalez ist Betreiber des Blogs „Paleosophie“ und

beschäftigt sich seit 2008 intensiv mit Ernährung, Gesundheit

und aktueller Forschung dazu. Mit der Paleo-Ernährung hat er

18kg abgenommen und ist heute fitter als je zuvor. Er wandelte

sich vom Couch-Potato zum Hobby-Athleten.


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Sa

Überblick

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09


Essenskritik

Überblick

Was läuft

heutzutage

schief

Sechs Gründe, warum sich Urmenschen gesünder ernährten

Durch das Studium der Urmenschen und der

heutigen Naturvölker und durch neuere

Forschung, welche die biochemischen und

genetischen Vorgänge im menschlichen Körper

immer mehr entschlüsselt, beginnen wir

zu verstehen, was genau in unserer Zivilisation

schief geht und woher die sogenannten

Zivilisationskrankheiten kommen.

1Unsere heutige Zivilisationskost ist oft arm an Mikro-Nährstoffen

und dafür reich an Füll-, Geschmacksund

Hilfsstoffen, die schädlich sein können.

2Der Urmensch hat kein Brot, keine Nudeln,

kein Müsli und keine anderen Getreideprodukte

gegessen. Diese Nahrungsmittel gibt es erst seit

10.000 Jahren. Heute weiß man, dass Getreidepflanzen

sogenannten Anti-Nährstoffe enthalten, welche die

Pflanzen vor dem Gefressenwerden schützen sollen.

Dazu erschweren sie die Aufnahme von Nährstoffen,

schädigen den Darm, beeinträchtigen das Immunsystem

und führen zu Suchtverhalten. Ähnliches gilt auch für

Hülsenfrüchte.

3Auch Kuhmilch war dem Urmenschen und den

meisten Naturvölkern unbekannt. Sie enthält

zwar viele Nährstoffe, aber auch hormonell

wirksame Substanzen die beim Kalb wachstumsfördernd

wirken sollen, beim Menschen aber den

Stoffwechsel und den Hormon-Haushalt beeinflussen.

Laktoseintoleranz ist hier nur der Anfang: Von Akne

über Hormonungleichgewicht, Insulinresistenz (als

Vorstufe von Diabetes) bis zu erhöhtem Krebsrisiko

reichen hier die möglichen Folgen.

4Heute gilt laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung

eine kohlenhydratreiche und fettarme Kost

als „gesund“, die Ergebnisse sprechen aber dagegen:

Die Menschen in den westlichen Ländern werden

immer kranker und übergewichtiger. Dagegen essen

Urmenschen und Naturvölker genau umgekehrt: Dort

sind tierische Fette und Proteine die Hauptenergielieferanten,

während Kohlenhydrate nur eine untergeordnete

Rolle spielen.

5Natürlich süßes Obst ist zwar gesund, aber ein

Übermaß an Zucker ist es nicht: Süße Getränke,

Süßigkeiten, Backwaren und anderen Lebensmittel

mit Zucker fördern Suchtverhalten und Überkonsum,

und damit neben Übergewicht auch das Auftreten des

metabolischen Syndroms und Diabetes.

6Industrielle Pflanzenöle, sowie ein Ungleichgewicht

von Omega3 zu Omega6-Fettsäuren aus

industrieller Massentierhaltung, die auf Getreide

als Grundlage für die Fütterung setzt und weit entfernt

von den natürlichen Bedürfnissen der Tiere ist, belasten

den Stoffwechsel und führen zu weiteren Problemen.

Constantin Gonzalez

10


Zutatenliste Muffin Backmischung


Überblick


Durchblick Überblick

Wertvolle

Nahrungsmittel

13


Durchblick

Welche Lebensmittel sind „Paleo“, und welche nicht Gar nicht

so einfach, das herauszufinden, denn es gibt verschiedene, teils

widersprüchliche Angaben. Wie lässt sich die Frage lösen

Die Basis: Was der Name sagt…

„Paläo“, oder Englisch „Paleo“ leitet sich von „Paläolithikum“,

der Altsteinzeit ab (palaios = alt; lithos = Stein). In

dieser Phase der Menschheitsgeschichte gab es nur Jäger

und Sammler. Paleo-Ernährung ist also alles das, was es

nachweislich zur Zeit der Jäger und Sammler zu essen

und zu trinken gab. Da sich dieser Zeitraum über zwei

Millionen Jahre erstreckt und sich unsere Vorfahren

aus Afrika kommend über den Nahen Osten nach

Europa und Eurasien und weiter bis nach Asien und

Amerika verbreitet haben, schwankt die Zusammensetzung

je nach Klima und Region. Es gibt also nicht die

eine Paleo-Ernährung, sondern es gab in der Vergangenheit

verschiedene. Ihre Bestandteile hingen davon

ab, ob die Jäger und Sammler in der heißen Savanne

Afrikas unterwegs waren, im eiszeitlichen Europa oder

in der Arktis.

Tiere und/oder Pflanzen

Paleo-Nahrung besteht aus pflanzlicher und tierischer

Kost. Die tierischen Anteile schwanken zwischen 5 %

(in Äquatornähe mit vielen verfügbaren Pflanzen) und

90 % (in der pflanzenarmen Arktis). Rein vegetarische

oder gar vegane Jäger und Sammler gibt es nicht.

Zubereitung

Jäger und Sammler essen Rohes und Gegartes.

Früchte frisch vom Strauch oder einige Wurzeln,

direkt ausgegraben, werden sofort verzehrt. Viele

Nahrungsmittel wie Nüsse, Fleisch, Fisch oder Knollen

werden aber auch geröstet, gegrillt oder gegart.

Menschen erhitzen seit mindestens 800.000 Jahren

ihre Nahrung, wahrscheinlich sogar seit knapp zwei

Millionen Jahren, was ein entscheidender Faktor bei

der Vergrößerung und besseren Vernetzung des Gehirns

gewesen sein könnte.

Herkunft

Jäger und Sammler essen, was ihnen die Natur im

Umfeld ihres Lagerplatzes jeweils bietet. Daher ist

Paleo weitgehend saisonal und regional.

Die Nahrungsmittel sind von Natur aus „Bio“.

Moderne Bio-Produkte haben den Vorteil, dass sie

ohne Pestizide und Gentechnik erzeugt werden und

die Pflanzen mehr der immunstärkenden sekundären

Pflanzenstoffe enthalten. Am ursprünglichsten sind

Wildpflanzen und Fleisch von Wildtieren.

Genetisch am längsten angepasst sind Menschen an

alle Tiere und Pflanzen aus Afrika, gefolgt vom Nahen

Osten und Europa/Eurasien. Die meisten heutigen Kulturpflanzen

kommen aus Amerika, der Region, die von

Jägern und Sammlern am spätesten besiedelt wurde.

Vorratshaltung

Jäger und Sammler sind Halbnomaden, d.h. sie bleiben

einige Wochen an einer Lagestelle und ziehen dann

14


Überblick

AN APPLE

A DAY

KEEPS THE

DOCTOR

AWAY


Durchblick

weiter. Daher gibt es nur wenig Vorratshaltung. Die

Nahrungsmittel sind weitgehend frisch oder werden

durch Trocknung oder Rösten haltbar gemacht und für

den Transport vorbereitet. Im eiszeitlichen Norden wurde

auch „tiefgekühlt“.

Das gab‘s bei Jägern und Sammlern

Fleisch: von fast allen Tieren, die an Land oder im

Wasser zu finden sind, auch deren Innereien und

Nicht-Edelteile wie Beinscheiben oder Ochsenschwanz.

Entscheidend ist die Qualität. Fleisch sollte von artgerecht

gehaltenen und gefütterten Tieren stammen (z.B.

Weiderind, Weidelamm) oder mindestens Bioqualität

haben (Getreide-, Soja- und Maismast ist keine artgerechte

Fütterung). Nur so vermeidet man Antibiotikareste

und erhält eine gute Fettsäurezusammensetzung. Wild

kommt den Ursprüngen am nächsten.

Fisch: Süß- und Salzwasserfische. Auch hier sind die

Qualität und Fangmethode entscheidend. Idealerweise

frisch vor Ort, aus nachhaltiger Fischerei und von nicht

bedrohten Arten.

Meeresfrüchte und Krustentiere: wie Garnelen, Krabben,

Muscheln, Krebs wo frisch und in guter Qualität

verfügbar.

Weichtiere: vor allem Schnecken.

Eier: je nach Brutsaison der Vögel, das heißt saisonal und

von verschiedenen Vogelarten.

Gemüse: Dazu zählen Blattgemüse, Wurzelgemüse (z.B.

Möhre, Pastinake, Schwarzwurzel), (Speicher)Knollen

(z.B. Rote Bete, Süßkartoffel, Topinambur), Zwiebeln

(Küchenzwiebel, Knoblauch, Fenchel).

Bereicherung der Gerichte, meist als Salat oder Gemüse.

Wildpflanzen enthalten bis zu zehnmal mehr Nährstoffe

als Kulturpflanzen. Einfach zu sammeln sind Brennnessel,

Löwenzahn, Gänseblümchen, Hagebutten, Brombeeren.

Früchte/Trockenfrüchte und Beeren (inklusive Oliven,

Avocado): für optimale Nährstoffversorgung am besten

saisonal essen oder Beeren als Tiefkühlware. Sehr gut

geeignet für unterwegs sind Trockenfrüchte, auch in

Kombination mit Nüssen und/oder Trockenfleisch.

Nüsse und Schalenfrüchte: alle, vor allem die europäischen

Klassiker Haselnuss, Mandel und Walnuss. Auch

die afrikanischen Erdmandeln (Wurzelknollen, keine

Nüsse), können verwendet werden.

Samen: wie Buchweizen, Leinsamen, Chiasamen. Auch

die glutenfreien Samen von Fuchsschwanzgewächsen wie

Amaranth und Quinoa sind in Maßen geeignet.

Pilze: alle Speisepilze.

Honig: Eines der Hauptnahrungsmittel bei heutigen

Jägern und Sammlern.

Getränke: klares Wasser und Kräuterauszüge.

Nahrungsmittel in der Diskussion und zur

individuellen Abwägung

Hülsenfrüchte: Sie sind wissenschaftlich nachgewiesen

Jäger-und-Sammlernahrung und wurden ursprünglich

als Paleo-Ernährung empfohlen. Sie enthalten Lektine

und Phytinsäure (sogenannte „Antinährstoffe“), welche

als darmschädigend gelten und als Blocker bei der

Aufnahme anderer Nährstoffe. Im Zusammenhang mit

Darmerkrankungen und bei entzündlichen Gelenk- und

Salat: Blätter, Stängel und Blüten werden von Jägern und

Sammlern vielfältig verwendet. Die heutigen Formen

sind Blattsalate und Blattgemüse, sowie essbare Blüten,

die auch zur Unterstützung der Bienen selbst gezogen

werden können.

Kräuter: Alles, was an Küchenkräutern zu haben oder im

Garten, auf dem Balkon oder der Fensterbank zu ziehen ist.

Wildpflanzen: eine nährstoffreiche und kostenfreie

16


Durchblick

Knochenproblemen hilft es oft, auf Hülsenfrüchte zu

verzichten. Daher wurden Hülsenfrüchte in den letzten

Jahren häufig aus der Paleo-Ernährung ausgeschlossen.

Aktuelle Daten zeigen, dass die „Antinährstoffe“ auch

positive Effekte auf das Immunsystem haben und es ist

bekannt, dass die meisten von ihnen durch die typische

Zubereitung (wässern, kochen) zerstört werden. Sie

können daher bei Gesunden als gute Proteinquelle in

Maßen auf dem Speiseplan stehen.

Glutenfreie Süßgräser: Glutenfreie Süßgräser wie das

afrikanische Teff (eine Zwerghirse) oder Sorghum bzw.

Hirse werden manchmal verwendet. Sie haben ein sehr

gutes Nährstoffprofil. Auch Reis und Mais werden gelegentlich

in der Paleo-Ernährung gegessen. Jedoch sind

weißer Reis und Mais nährstoffarm und stärkereich, die

Mengen sollten daher gering sein.

Pseudo-Getreide: Samen von Nicht-Süßgräsern, wie

Quinoa, Buchweizen, Canihua, Amaranth und Wildreis.

Sie enthalten kaum „Antinährstoffe“ (werden durch

Kochen zerstört), sind sehr nährstoffreich und für Menschen

ohne Darmerkrankung gut bekömmlich.

Stärkereiches Gemüse und zuckerreiches Obst: z.B.

Kartoffel, Süßkartoffel, Banane, Trockenfrüchte. Sie

werden bei denjenigen vom Paleo-Tisch verbannt,

die viel Gewicht verlieren wollen. An sich sind diese

Nahrungsmittel paläolithisch und können, angepasst an

die körperliche Aktivität, gegessen werden.

Nüsse und Samen: aufgrund des hohen Fettgehaltes

werden sie wie stärkereiches Gemüse und zuckerreiches

Obst bei Abnehmwilligen stark reduziert, obwohl

sie Paleo-Nahrung sind. Einige Nüsse enthalten viele

Omega-6-Fettsäuren, welche als entzündungsförderlich

gelten. Ein gutes Fettsäureprofil haben Walnüsse oder

Leinsamen. Auch die abwechslungsreiche Verwendung

von Nüssen und Samen sorgt für einen guten Fettsäuremix.

Wer die Phytinsäure entfernen will, kann Nüsse

vor der Verwendung wässern.

Alkohol: In Maßen spontan vergorener Honig (Honigwein)

oder vergorene Früchte (Beerenweine wie Brombeerwein,

Apfelwein/Cidre), denn auch dazu haben

Jäger und Sammler gelegentlich Zugang - jedoch kein

Bier aus glutenhaltigen Getreiden oder Spirituosen.

Neuentdeckungen: Kaffee, Kakao und Tee sind keine

ursprünglichen Paleo-Lebensmittel. Anregende Substanzen

werden bei Jägern und Sammlern jedoch verwendet.

Für Kakao und grünen Tee sind sehr viele gesundheitsförderliche

Effekte bekannt, für Kaffee ebenfalls. Sie

sind daher paleo-kompatibel. Kaffee und Tee werden oft

in der ersten Umstellungsphase weggelassen, um den

aufputschenden Effekt des Koffeins zu vermeiden.

17


Durchblick

Das gibt’s bei Jägern und Sammlern nicht

und wird daher durch andere Nahrungsmittel

ersetzt:

Milch und daraus hergestellte Produkte: Tierhaltung,

die Milch liefert, ist nicht paläolithisch. Eine Paleo-basierte

Ernährungsvariante, die gelegentlich Milchprodukte

einschließt, wird „Primal“ genannt. Die Mehrheit

der Weltbevölkerung kann bis heute den Milchzucker

im Erwachsenenalter nicht abbauen. Die Funktion des

Verdauungsenzyms wird bei ihnen, wie bei Jägern und

Sammlern, nach dem Abstillen allmählich eingestellt.

Wer dennoch Milch trinkt, leidet unter teilweise heftigen

Magen-Darm-Problemen. Andere Menschen reagieren

allergisch auf Milchproteine. Die in Milch enthaltenen

Wachstumsfaktoren werden z.B. als Auslöser von

Krebserkrankungen oder Hautproblemen diskutiert.

Paleo-Alternativen sind pflanzliche Milchvarianten aus

Nüssen und Samen, aus denen sich auch Joghurts,

Desserts und Sahnealternativen herstellen lassen.

Glutenhaltige Getreide: Dazu zählen Weizen, Roggen,

Dinkel, Gerste, Hafer, Kamut, Einkorn, Emmer und

daraus hergestellte Produkte. Samen haben Jäger und

Sammler immer gegessen, jedoch gab es keinen Anbau

von Getreiden (glutenhaltigen Süßgräsern). Gluten gilt

als Auslöser für eine Reihe von Krankheiten (Zöliakie,

ADHS, Gluten-Sensitivität etc.). Paleo-Teige lassen sich

mit Nüssen, glutenfreien Samen oder aus Fleisch und

Fisch herstellen.

Industriell verarbeitete Nahrungsmittel: Dazu zählen

Industrie-Zucker aus Zuckerrohr und Zuckerrübe, Fertigprodukte,

Fastfood. Industrielle Verarbeitung ist nicht

paläolithisch. Die dabei häufig verwendeten Konservierungsmittel,

Farbstoffe, Geschmacksverstärker, versteckter

Zucker und hohe Salzmengen können vielerlei

gesundheitliche Probleme verursachen. Auch Zuckeraustauschstoffe

sind gesundheitlich problematisch und

scheinen eher eine Gewichtszunahme zu steigern als zu

verhindern. Paleo bedeutet: frisch und ohne Zusatzstoffe.

Dr. Sabine Paul

Nährwerte

500g Rindfleisch

18


0 gr. Kohlenhydrate

22,5 Gr. Fett

105 Gr. EiweiSS

Vitamin a

Vitamin B6

Vitamin E

Eisen

Zink

615 Kalorien

Dr. Sabine Paul ist Molekular- und Evolutionsbiologin, Autorin,

Referentin und Trainerin in Unternehmen und Bildungseinrichtungen.

Zudem Rednerin auf Fachtagungen und Kongressen und

Gründerin und Leitung des PaläoPower-Instituts für evolutionäre

Strategien. Mehr Informationen findet man auf www.palaeo-power.de

19


Klartext

Unverträglichkeiten und

unsere Beziehung zum Essen

Immer wieder entflammt die Diskussion,

ob wir uns zu viele Gedanken um unser

Essen machen. In den groSSen Publikumszeitschriften

tauchen deshalb auch immer

wieder polemische Meinungen einzelner

Journalisten auf, Blogger schimpfen über

den neuen Militanz in Fragen der gesunden

Ernährung und auch ich frage mich immer

wieder, ob es denn so streng sein muss. Die

Präsenz der Lebensmittelunverträglichkeiten

nervt dabei meist besonders.

Das ruft natürlich auch immer wieder Kritiker dieser

Publikationen auf den Plan. Die einen, die bestimmte

Lebensmittel nicht vertragen und sich empören, dass

das nicht ernst genommen wird. Die anderen, die das

alles für Hokuspokus, Aberglauben und psychosomatisch

halten. Mit Überschriften aus der Boulevardpresse ruft

man eben solche Reaktionen hervor. Dabei bietet jede

Kritik auch einen Ansatzpunkt, etwas über das eigene

Verhalten und das Thema an sich zu lernen.

Zu viel Getreide ist und bleibt ungesund!

Denn was die eigentliche Feststellung der Journalisten und

Blogger ist, stimmt absolut. Nicht alle müssen auf alles

verzichten. Und wer weiß schon genau, ob es wirklich eine

Unverträglichkeit ist So ist es zum Beispiel schwierig eine

Glutenunverträglichkeit und auch eine Zöliakie zweifelsfrei

zu diagnostizieren. Das führt für viele zu einem unnötigen

Verzicht, der oft auch als Einschränkung der Lebensqualität

empfunden wird. Mittlerweile gibt es hier jedoch auch

Gentests, welche die Diagnose eindeutiger sichern können.

Dass das möglich ist, ist wichtig zu wissen, wenn die

Frage nach Glutenintoleranz im Raum steht. Ein Gentest

macht die unzuverlässige Darmbiopsie, bei der der Darm

wissentlich beschädigt wird, überflüssig. Wer auf medizinische

Diagnose wert legt: bitteschön.

Was bleibt auch ohne Gentest und Unverträglichkeit

ist die Tatsache, dass Getreide in viel zu großen

Mengen konsumiert und dadurch zum Gift wird. Wer

morgens Müsli, mittags Nudeln und abends Pizza

isst, fordert seinen Verdauungstrakt und sein Immunsystem

heraus und muss damit rechnen, irgendwann

die Quittung dafür zu bekommen. Getreide mag

Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung sein, es ist

aber im Übermaß keine ausgewogene Ernährung. Und

die zahlreichen Anti-Nährstoffe im Getreide (Lectin,

Phytinsäure, ATI, etc.) tragen dazu bei, dass es eben

nicht nur gesund ist. Von den Veränderungen und

Auswirkungen, die die neuen Züchtungen hervorrufen,

mal ganz zu schweigen. Denn auch hier werden die

Konsequenzen erst im “großen Feldtest” sichtbar.

Wir haben den Instinkt für gutes Essen

verloren!

Was die meist öffentlich geführte Diskussion um Pro

oder Contra, Glauben und Wissen, Tun und Lassen

aber auf jeden Fall durchblicken lässt, ist die Tatsache,

dass wir als Gesellschaft unseren Instinkt für eine

individuelle und natürliche Ernährung vollkommen

verloren haben. Wir schauen Spitzenköchen zu, wie

sie Basilikumschaum auf hochkant gebratenem Lachs

kredenzen und ziehen uns dabei ‘ne Fertigpizza rein.

Da streiten sich Leute, ob es jetzt sinnvoll ist drei Euro

für 250 g glutenfreies Brot auszugeben, oder ob die

laktosefreie Milch wirklich bei 20 % der Haushalte im

Kühlschrank stehen muss. Das alles ist schon ziemlich

daneben um es mal vorsichtig auszudrücken denn

beides sind hoch-verarbeitete Lebensmittel, die mit

Gesundheit und gesunder Ernährung nichts zu tun

haben. Da wird unreflektiert zu „frei von“ Fertigprodukten

gegriffen, in dem Glauben, dass dieses Industrieprodukt

besser ist, als das andere.

Da lassen sich Menschen in der individuellen Ernährungsentscheidung

offenbar vom letzten Tweet von

Lady Gaga oder Posh Spice leiten. Gesund essen heißt

20


Überblick Klartext

nicht, glutenfreies Brot essen. Das ist eben genau

nicht die Alternative!

Ernährung ist sehr individuell!

Jeder Mensch ist anders und jeder Mensch verträgt oberflächlich

betrachtet viele Lebensmittel, oder unterschiedliche

Sachen nicht. Das muss jeder für sich selbst herausfinden.

Jeder Einzelne sollte auf sich und seinen Körper

hören, ihn beobachten und analysieren. Sich mit seinem

Essen beschäftigen. Zeit investieren in dieses wichtige

Thema. Und da hapert es dann doch oft, weil das in

unserem Alltag eben keinen Platz mehr hat oder haben

soll. Weil Kochen nur noch „mit Freunden“ praktiziert

wird und keine Selbstverständlichkeit zur Aufrechterhaltung

der Lebensfunktionen mehr ist. Dabei ist eine

möglichst natürliche Ernährung aus unverarbeiteten

Lebensmitteln die einzige Alternative.

Und Kochen hilft!

Wirklich. Es hilft gesund zu werden und zu bleiben physisch

und psychisch. Der Kopf kann abschalten während

man Gemüse klein schnippelt und Fleisch anbrät. Es

erdet, es entschleunigt und es ist einfach verdammt

wichtig. Punkt. Und jetzt ran an die Töpfe. Es ist das

beste, was du mit deinem Feierabend machen kannst.

Nadja Teege

2010 beschloss Nadja ihr Leben zu ändern und endlich abzunehmen.

Allein mit Sport lösten sich aber ihre gesundheitlichen

Probleme nicht. Sie stellte ihre Ernährung um und beschäfigte

sich mehr und mehr mit den Themen Ernährung, Bewegung und

Psyche. Nun ist sie Geschäftsführerin von foodlinx.de. Auf Foodlinx

werden vier Ernährungsprogramme angeboten, die helfen

Wohlbefinden und Gesundheit zu verbessern.

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80/20

LEbENSMITTEL WIE FLEISCH, FISCH, eier, GEMÜSE UND

OBST Stehen auf dem Speiseplan

Paleo ist eine Längerfristige

Ernährungsform, Ausnahmen

sind erlaubt.


Lebenseinstellung

Die Paleo-Ernährung ist keine Diät. Und wer von der „Paleo-Diät“

spricht, hat das Konzept noch nicht richtig verstanden. Richtig

ist, dass die Paleo-Ernährung eine Ernährungsform ist, die nachhaltig

und langfristig eine genetisch korrekte Grundlage für

den menschlichen Stoffwechsel liefert. Sie unterstützt die körpereigenen

Prozesse optimal und führt dadurch automatisch zu

besserer Gesundheit, einem natürlichen Idealgewicht und mehr

sportlicher Leistungsfähigkeit. Das motiviert besser als jede Diät.

Viele Leute, die sich über die Paleo-Ernährung informieren,

fragen: „Was darf ich essen“, „Was ist verboten“

Oder: „Welche Regeln muss ich beachten“ Solche Reaktionen

zeigen ein typisches Problem auf, das bei Diäten

auftritt: Regeln sind dazu da, gebrochen zu werden und

niemand lässt sich gerne vorschreiben, was man essen

darf und was nicht. Daher sind alle Diäten, die nach dem

Vorschriftsprinzip arbeiten, von vornherein zum Scheitern

verurteilt. Wer unterzieht sich schon freiwillig einem

zwanghaften Programm Neben der Zwanghaftigkeit

von Regeln ergibt sich auch ein zweites Diätproblem:

Die Motivation. Allein der Begriff „Diät“ deutet an, dass

es sich dabei um etwas Temporäres handelt: „Nur 5 kg

abnehmen, um in mein Hochzeitskleid zu passen.“, „Mit

der neuen Diät zur Strandfigur!“ Oder: „In 6 Wochen

zum Waschbrettbauch!“ Wer so denkt, erwartet von einer

Diät nur eine schnelle, kurzfristige Abhilfe. Und nach

der Party, dem Urlaub oder welchem Anlass auch immer

kehrt die Normalität zurück und damit die Pfunde. Das

dritte Problem ist der berühmte Jo-jo-Effekt: Wer sich

eine Diät aufzwingt, muss sich selbst überwinden. Das

kostet mentale Energie und erzeugt negative Gefühle.

Die Diät wird als „Feind“ gesehen, eine Störung der

Normalität. Wenn die Diät vorbei ist, setzt Erleichterung

ein: Endlich wieder essen, was und so viel man will! Das

heißt: Unterbewusst belohnt man sich dafür, dass man

mit der Diät aufgehört hat. Die Diät besiegen wird zum

neuen Ziel. Jeder weitere Diät-Versuch hat durch diesen

Effekt geringere Chancen auf Erfolg: Der „Feind“ wird

schneller erkannt und bekämpft. Die „Belohnung“, also

das Aufhören, ist das Ziel, nicht der Gewichtsverlust oder

was man sich von der Diät versprochen hat.

Die Paleo-Ernährung ist anders

Die Paleo-Ernährung ist keine Diät, sondern vielmehr eine

Gelegenheit, seine Ernährungsgewohnheiten von Grund

auf und nachhaltig zum Besseren umzustellen. Mit motivierenden

Erfolgen von Anfang an. Statt Regeln bietet die

Paleo-Ernährung Aufklärung: Der Urmensch hat anders

gegessen und war dadurch schlanker, gesünder und fitter

als der moderne Mensch. Ganz ohne Diät. Moderne

Lebensmittel wie Getreideprodukte, Zucker, Milch und

Hülsenfrüchte schaden dem Körper mehr, als sie nützen

und führen langfristig zu Übergewicht, gesundheitlichen

Problemen und Zivilisationskrankheiten. Fleisch, Fisch,

Eier, gesunde Fette, Gemüse und Früchte stecken voller

wertvoller Nährstoffe, man kann sie nach Lust und Laune

essen ohne etwas falsch machen zu können. Paleo ist

artgerecht. Wer die Paleo-Ernährung ausprobiert, lernt,

welche Lebensmittel nicht nur lecker sind, sondern auch

einen echten Vorteil für den Körper bedeuten. Schnell

entwickelt man ein Gefühl dafür, welche Zutaten welche

Auswirkungen auf Stoffwechsel, Wohlsein und Leistungsfähigkeit

haben. Das ist mächtiger als jedes Regelwerk:

Die eigene Erfahrung führt ganz von alleine zu richtigem

Verhalten, aus dem eigenen Willen heraus. Sehr häufig

verlieren einstige Lieblingsgerichte wie Pasta, Süßigkeiten

oder Kuchen an Attraktivität und werden durch neue

23


Lebenseinstellung

Favoriten wie Steak mit Gemüse, Avocado-Dips oder

Kokospancakes mit Apfelkompott (natürlich ohne Mehl)

ersetzt. Gleichzeitig stellen sich schon früh Erfolge ein.

Nach einer ca. einwöchigen Umgewöhnungsphase, die

durchaus Kater-ähnliche Züge haben kann, fangen meist

die Pfunde an zu purzeln, ohne Hunger und mit Genuss.

Dieses direkte Feedback motiviert und erzeugt eine positive

Spirale: Je besser man sich mit der Paleo-Ernährung

fühlt und je mehr Erfolge man damit erreicht, um so

mehr ist man motiviert, sich näher daran zu halten.

Nicht den Urmenschen imitieren sondern

vielmehr von ihm lernen

Gelegentlich merken Kritiker an, dass unsere heutigen

Obst- und Gemüsesorten in der Urzeit gar nicht in dieser

Form existiert haben, dass wir heute in einer modernen

Gesellschaft leben, in der ganz andere Umweltbedingungen

herrschen als im Paläolithikum und dass es überhaupt

irrsinnig wäre, dem Urmenschen nachzueifern,

der nur in Höhlen wohnte, vor wilden Tieren davonlief

und keinen Zugang zu moderner Medizin hatte. Das ist

sicher richtig, nur geht das am Thema vorbei: Das Ziel ist

nicht dem Urmenschen nachzueifern, sondern von ihm

zu lernen. Daher beschäftigt sich die Paleo-Ernährung

sehr intensiv mit aktueller Forschung aus der Medizin,

den Biowissenschaften und verwandten Gebieten, um ein

möglichst vollständiges und korrektes Bild vom Menschen

und seinem Stoffwechsel zu bekommen. Denn

nur wenn wir wirklich wissen, wie der Mensch, seine

Ernährung und seine Stoffwechselprozesse funktionieren,

können wir eigenverantwortlich entscheiden, was wir essen

wollen. Die Paleo-Ernährung ist 100 % wissenschaftlich

fundiert und ist daher die modernste Ernährung

überhaupt. Und so ist es kein Widerspruch, wenn ein

Paleofan mal ein paar Süßkartoffeln isst, gerne Kaffee mit

Butter trinkt oder sich ein „Paleo-Brot“ aus Mandelmehl,

Eiern und Leinsamen backt. All das hat es in der Urzeit

nicht gegeben, ist aber trotzdem wesentlich gesünder

als jedes Fertiggericht. Einige entscheiden sich bewusst

für eine Mischform: 80 % Paleo und 20 % Ausnahmen

oder ein bis zwei Ausnahmetage die Woche. Einige

kombinieren die Paleo-Ernährung auch mit ausgewählten

Milchprodukten. Statt den Regeln anderer zu folgen, treffen

Paleoanhänger eigenverantwortlich Entscheidungen

für eine individuelle, informierte und selbstbestimmte

Ernährung, die sich an allem orientiert, was über den

Menschen bekannt ist: Von der Urzeit bis heute.

Jenseits von Ernährung der Paleo-Lifestyle

Das Prinzip, durch Erforschung des Urzeitmenschen

zu lernen, an welche Umweltbedingungen und Lebensweise

wir uns genetisch angepasst haben, lässt

sich auf andere Bereiche als auf Ernährung anwenden:

Immer mehr Menschen entdecken die Vorteile

des Barfußlaufens: Wer (wieder) lernt, ohne Schuhe

oder in minimalen Schuhen mit flacher, dünner Sohle

zu gehen und zu laufen, tut seinem Rücken und der

gesamten Körperhaltung etwas Gutes, kräftigt die

Beinmuskulatur und erlebt eine völlig neue sensorische

Erfahrung. Neue, populäre Sportprogramme wie

Crossfit, Functional Fitness, MovNat oder einfach nur

das Training mit dem eigenen Körpergewicht fördern

Bewegungsabläufe, die natürlich sind und dadurch den

Körper schonen, ihn optimal trainieren und langfristig

motivieren. So hat sich der Urzeitmensch schon seit

Jahrmillionen bewegt. In der funktionellen Medizin

legt man mehr Wert auf eine evolutionäre Betrachtung

des menschlichen Körpers und seines Stoffwechsels

sowie eines ursächlichen Verständnisses von Krankheitsmechanismen,

wobei die Paleo-Ernährung eine

zentrale Rolle als Grundlage für einen optimal funktionierenden,

gesunden Stoffwechsel einnimmt. Auch

Stressmanagement, positive Effekte der Sonnenstrahlen,

gesunder Schlaf und weitere Aspekte spielen im

Paleo-Lifestyle eine wichtige Rolle. Die Paleo-Ernährung

ist also keine Diät, sondern Grundlage für einen

gesunden, lohnenden und nachhaltigen Lebensstil.

Wer sich mit ihr beschäftigt, hat die Chance, seine

Lebensgewohnheiten dauerhaft zum Besseren hin

zu ändern und dadurch langfristige Vorteile in allen

Lebensbereichen zu genießen.

Constantin Gonzalez

24


das Paleo-prinzip:

Fleisch, Fisch, eier

Gemüse

Obst und nüsse

Fitness und Sprit

25


Evolution

Wie uns

nahrung

formte

Der Homo Sapiens oder auch der „einsichtige Mensch“, wie er von

Carl von Linné 1758 bezeichnet wurde, ist das Resultat der Evolution. Der

Weg zum heutigen Menschen war sehr weit und durchaus steinig. Nachdem

wir uns von den anderen höheren Säugetieren aus der Gattung der Primaten

abkapselten, entwickelten sich viele unterschiedliche Formen der

Gattung Hominidae. Aus dieser Gattung der Menschenaffen heraus entstand

neben den Gorillas oder Schimpansen auch der Hominini im oberen

Miozän. Diese brachte diverse Vertreter mit sich, so auch den Homo, den

heutigen genetischen Urvater der Menschen. Aufgrund diverser Bedingungen

konnte nur der Homo sapiens, der anatomisch moderne Mensch,

seine darwinsche Nische finden und sich in ihr behaupten.

27


Evolution

Ein wichtiges Kriterium für die Dominierung einer ökologischen

Nische ist die Wahl des Futtermittels. Alle artverwandten

Primaten ernährten sich durch mindestens ein

Nahrungsmittel mit hohem Proteingehalt und eines mit

hohem Kohlenhydratgehalt. Einige Arten der Primaten

sind sogenannte „Allesfresser“, so wie ihr genverwandter

Großneffe, der Homo sapiens. Dies bedeutet, dass sie

sich neben der überwiegenden auf Pflanzen basierenden

Nahrung auch von tierischer Nahrung ernähren. Hierbei

sind vor allem Insekten, Spinnen, Vogeleier oder auch

kleinere Säugetiere gemeint.

Die frühesten Hinweise des Fleischverzehrens bei der

Gattung Hominini Bissmerkmale an Knochen sind

in etwa 3,3 Mio. Jahre alt. Erst in der Steinzeit, als der

frühe Mensch die Kunst der Steinbearbeitung erlernte,

wurde das Fleisch zu einer zusätzlichen Nahrungsquelle

in größeren Maßen. Durch das Essen von Fleisch,

welche die effizienteste Proteinquelle hinsichtlich des

Nutzen-Aufwand-Verhältnisses darstellte, entwickelte sich

der früh-menschliche Körper evolutionär weiter. Zusätzlich

wurde dem Homo erectus, den aufrechtgehenden

Menschen, die Fähigkeit zu Teil, mit Feuer umzugehen.

Dieser menschliche Vorfahre gilt als erster der Art Homo,

welcher sich über Afrika hinaus weiter verbreitete. Die

jüngeren Vertreter dieser Gattung wurden später als die

„Jäger und Sammler“ beschrieben und ernährten sich

von Früchten, Wurzeln, Nüssen als auch von Fleisch.

Der immer ausgeprägtere aufrechte Gang und das im

Vergleich zum Körper große Gehirn unterschieden nun

die Gattung der Homo von denen der anderen Menschenaffen.

Durch die starke Ausbildung des Frontallappens

wurde der Mensch in der motorischen Steuerung

und in der Beobachtung seiner eigenen Taten sowie der

Impulskontrolle immer versierter. Neben Verbesserungen

beim Sehen kam die Möglichkeit einer sprachlichen

Entwicklung hinzu. Der Mensch veränderte sich,

nicht nur in seiner Haltung, sondern auch die Kopfanatomie.

Das Gehirn wurde nochmals größer und die Kaumuskulatur

verkleinerte sich, so wurde das Gesicht flacher

und ähnelte nun immer weniger den Affen.

Dieses parabelförmige Gebiss, welches der Homo

sapiens, und somit wir alle, haben, ist das unverwechselbare

Gebiss eines Omnivores, eines Allesfressers. Wir

besitzen 32 bleibende Zähne (inkl. Weisheitszähne),

wovon der größte Teil zum Mahlen der Nahrung gedacht

ist. Allerdings besitzen wir auch Schneide- und Eckzähne,

welche es uns erlauben, die Nahrung ob tierisch oder

pflanzlich zu zerkleinern oder ab- bzw. herauszubeißen.

Nach dem heutigen Erkenntnisstand ist der Mensch

weder reiner Fleischfresser noch reiner Pflanzenfresser.

Da die Evolution nicht endet, ist auch die des Homo

sapiens in keinster Weise beendet. Deshalb gilt, heute

wie damals, der Spruch von Ludwig Feuerbach: „Der

Mensch ist, was er ißt“

Tobias Wittmann

Tobias Wittmann ist Ingenieur im Bereich des Life Science Engineering.

Durch seine wissenschaftliche Nähe zu den Bereichen Medizin- und

Pharmatechnik als auch zu der Lebensmitteltechnik beschäftigt er

sich u.a. auch mit dem Thema der Evolution und der zugrundeliegenden

Evolutionsfaktoren.

Durch den Verzehr von Fleis

früh-menschliche Kör

28


Ernährung

ch entwickelte sich der

per evolutionär weiter.

29


Bauplan

Evolutionäre

Schwachstellen

Bedingt durch die Evolution ist der anatomisch moderne Mensch, der Homo sapiens,

die Krone wie er von sich selbst sagt der Schöpfung. Allerdings gibt es auch einige

Schwachstellen, die den Menschen in Folge der Evolution einholen.

Eine dieser Schwachstellen ist die Wirbelsäule. Jedes

Lebewesen, das diese besitzt, zählt zur Gruppe der

Wirbeltiere der sogenannten Vertebraten. Dazu gehören

neben den Vögel und Reptilien auch die Säugetiere,

daher auch der Mensch. Da sich der Mensch unter

anderem durch seinen aufrechten Gang definiert, hebt

sich jene Anatomie der Wirbelsäule von den meisten

Säugetieren ab, lediglich die Anzahl der sieben Halswirbel

ist analog zu den anderen Wirbeltieren.

Jedoch ist nicht alleine die Wirbelsäule zuständig für

den aufrechten Gang des Menschen, sondern auch die

Verschiebung des Beckens und die Veränderung der Beinanatomie.

Durch diese „grundsätzliche Rekonstruktion

unsere Anatomie“, wie sie der Evolutionsbiologe Stephen

Jay Gould nannte, passte sich der Mensch an das aufrecht

gehende Leben als sogenannter „Läufer“ an.

Durch diesen eingeschlagenen Weg der Evolution

musste die Menschheit auch einige Hindernisse in Kauf

nehmen, welche sich zu einem großen Teil als Volkskrankheiten

der modernen Gesellschaft herausstellten.

Durch die Modifikationen der Wirbelsäule, Gelenke

und Knochen im Laufapparat und unserer zunehmenden

Größe und Körpergewicht, stellen die Menschen vor die

Problematik der Rücken- und Beckenerkrankungen. Allein

in Deutschland entstehen durch diese, der Evolution

und dem Lebensstil geschuldete Krankheit, Kosten

von über 15 Mrd. Euro. Der größte Anteil der Rückenbeschwerden

wird im Bereich der Bandscheiben verursacht.

Die Bandscheiben sind sozusagen die Airbags unserer

Wirbelsäule. Durch diese, aus knorpeligem Gewebe und

flüssigen Gallertkern bestehenden Zwischenstücke, ist es

dem Menschen möglich, das Eigengewicht beim Gehen,

Rennen, Springen und Ähnlichem abzufangen und folgeschwere

Verletzungen an Rückenmark oder wichtigen

Nervensträngen zu verhindern.

Durch genetische Veranlagung und jahrelanges

Übergewicht oder falsches Heben sowie andere, den

Rücken belastende Tätigkeiten, kann der sogenannte

Faserring, der die Bandscheibe zusammenhält, reißen.

Infolgedessen können Nerven oder das Rückenmark

von der Bandscheibe gequetscht oder gar abgedrückt

werden. Diese Erscheinung äußert sich durch Schmerzen

oder sogar Lähmungserscheinungen.

Um letztlich von einer solchen Problematik so lange

wie möglich verschont zu bleiben, sollte man die eigenen

Schwachstellen kennen und ihnen entgegenwirken.

Tobias Wittmann

30


Die menschliche Wirbelsäule

Alle Säugetiere, besitzen

7 Halswirbel

12 Brustwirbel

Bandscheiben

5 Lendenwirbel

5 verschiedene Wirbel im

Kreuzbein

31


Ernährung

32


Schaffensdrang

Wie der Mensch die

Welt veränderte

Der Mensch veränderte seine

Umgebung nach seinen Vorstellungen

und muss nun

die daraus resultierenden

Konsequenzen tragen. Neben

evolutionär entstandenen

Krankheiten bergen auch

die von den Menschen neu

geschaffenen Lebensstile

einige Hindernisse, die es für

den modernen Menschen zu

überwinden gilt.

Ähnlich wie die menschliche

Evolution ist auch die Entwicklung

des menschlichen Lebensstils

einmalig. Wohingegen der frühe

Mensch eher ein halbnormadischer

Jäger und Sammler war,

entwickelte er sich im Laufe der

Zeit hin zu einem eher sesshaft

lebenden Ackerbauer. Er entdeckte

den Anbau diverser Getreidearten

und unterschiedliche Möglichkeiten,

sein Nutzvieh zu züchten. Die

Anpassung an das Lebensumfeld

erfolgte daraufhin. Sesshafte waren

im Vergleich zu ihren jagenden

Verwandten von kleinerem Körperbau,

jedoch auch der Selektion

durch Krankheitserreger, Zahnschäden

und Magelernährung stärker

unterworfen.

Im weiteren Verlauf der Zeit passte

sich der Mensch immer mehr an

die Sesshaftigkeit an. Er veränderte

die Welt um sich herum nach seinen

eigenen Vorstellungen, anstatt sich

nach ihr zu richten. Somit wurde

die gesamte Welt zur darwinschen

33


Schaffensdrang

Nische für die Menschheit. Sie domestizierten Tiere,

machten sich die Entwicklung der selbst erschaffenen

Technologie zu Nutze und begannen Lebensstile zu

erschaffen.

Durch die Errungenschaften bietet man der Selektion

nun Paroli: Der medizinische Wissensstand ist hochgradig

entwickelt, die Technisierung des Lebens allgegenwärtig

und Nahrung im Überfluss vorhanden. Und dennoch

ist der Mensch das mit Abstand anfälligste Wesen für

Krankheiten. Hierbei spielen vor allem mutationsbedingte

und auf die Genetik basierende Krankheiten wie u.a.

Krebs oder Autoimmunerkrankungen eine große Rolle.

Hierbei versucht sich der menschliche Körper, aufgrund

der auf ihn einfallenden vielfältigen Einflüssen, evolutionär

zu entwickeln.

In der heutigen Zeit muss der Mensch neben dieser

evolutionären Bürde noch viele weitere Hindernisse überwinden.

Neben der steigenden Prozentzahl an adipösen

Menschen, die ein Leben in der „Überflussgesellschaft“

führen, müssen viele Menschen im Zustand der konstanten

Mangelernährung leben. Des Weitern gehen

führende Wissenschaftler und die UN von einer zukünftig

drohenden Nahrungsmittelkrise aus. Es wird davon

ausgegangen, dass ca. 500 Millionen Menschen chronisch

unterernährt sein werden und dass selbst bei einer

gerechten Verteilung der Nahrungsmittelbedarf nicht

gedeckt werden kann.

Diese Entwicklung zeigt, dass der Mensch zum Umdenken

angeregt werden muss und sich somit wieder auf

die Prioritäten im Leben fokusieren sollte. Die Nahrungsmittel

sollten folgedessen wieder mehr wertgeschätzt

werden. Außerdem sollte ein gesundes Bewusstsein

gegenüber der Nahrung erlangt werden.

Tobias Wittmann

34


Ernährung

35


Inuition

Urinstinkten

folgen

Deadlines müssen eingehalten, der Zug erwischt oder die Kinder rechtzeitig zur Schule

gebracht werden. Das haben sich Fastfoodläden zu Nutze gemacht. Täglich locken

zahlreiche Angebote, die einem allesamt das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Bei solchen Köstlichkeiten kann man nur schwer nein sagen. Unser Körper verlangt

regelrecht danach.

Natürlich steckt keine böse Absicht hinter dieser Entwicklung.

Der Grund steckt viel tiefer in uns drin: In unseren

Genen, die sich in Millionen von Jahren optimal an die

natürliche Umgebung des Menschen angepasst haben.

Daraus ist ein hoch entwickeltes, kompliziertes aber

auch empfindliches Lebewesen „Mensch“ entstanden,

das sich noch nicht an die (nach genetischen Maßstäben)

rasant veränderte Umgebung der letzten 10.000

Jahre anpassen konnte.

Übermäßig starke Reize aus Zucker, Geschmacksverstärkern

und Zusatzstoffen, aus der Balance geratene

Verhältnisse zwischen den Makronährstoffen der Proteine,

Fette und Eiweiße, sowie Defizite bei Vitaminen,

Mineralien, Mikronährstoffen, Omega-3 Fettsäuren

und anderen lebenswichtigen Stoffen führen dazu,

dass unsere natürlichen Instinkte irregeführt werden

und unser Stoffwechsel durcheinander gerät. Die

Folgen sehen wir jeden Tag in den Medien, auf der

Straße und in unserer unmittelbaren Umgebung:

Übergewicht, Unwohlsein, Krankheit, Verfall. Doch

jetzt, da wir immer besser verstehen lernen, woher wir

kommen und wie wir funktionieren, können wir dieses

Wissen anwenden, um wieder schlanker, stärker, fitter

und gesünder zu werden.

Kurz: Wir können zivilisiert bleiben und uns trotzdem artgerecht

ernähren, also das Beste aus beiden Welten haben.

Constantin Gonzalez

36


2Zuckeraufnahme

Die Glucose gelangt über den

Dünndarm in unser Blut.

3Blutzucker steigt an

Durch das Zuführen von zuckeroder

kohlehydrathaltigen Nahrungsmitteln

wird der Blutzuckerspiegel

schnell in die Höhe getrieben.

Hypothalamus

1Kohlenhydrate essen

Die Kohlenhydrate werden in

Glucose aufgespalten.

Herz

Magen

Leber

5Blutzucker sinkt

Aufgrund der übermäßigen Insulinproduktion

fällt der Blutzuckerspiegel

sehr schnell. Daraus folgt eine Unterzuckerung.

Bauchspeicheldrüse

4Insulin wird

ausgeschüttet

Die Bauspeicheldrüse produziert

nun Insulin. Mithilfe

dieses Hormons gelangt die

Glucose in die Muskelzellen.

Dünndarm

6Hunger kommt wieder

Das Gehirn meldet dem Körper einen zu

niedrigen Blutzuckerspiegel auch wenn

der Zucker aus den Muskeln noch nicht

verbraucht wurde. Das Hungergefühl

kommt zurück.

Der Zuckerkreislauf

37


Interview:

Dr. Sabine Paul


Gesprächsstoff

Hallo Frau Paul. Sie haben das Buch „PaläoPower: Das

Wissen der Evolution nutzen für Ernährung, Gesundheit

und Genuss“ und das „PaläoPower Kochbuch

Energie und Lebensfreude aus der Steinzeitküche“

geschrieben, was hat Sie dazu bewegt und was möchten

Sie mit Ihren Büchern erreichen

Im Darwin-Jahr 2009 war ich Co-Autorin des Buchs

Der Darwin-Code: Die Evolution erklärt unser Leben“.

Seitdem begeistert es mich, spannende Hintergründe

zu Gesundheit und Ernährung in Büchern zu vermitteln

und die vielen Einzelaspekte dieses Themas in

einen größeren Zusammenhang zu bringen.

Im PaläoPower-Buch geht es darum, wie moderne

Gesundheitsprobleme zustande kommen und was

man aus biologischer Sicht tun kann, um wieder die

ursprüngliche Leistungskraft zurück zu gewinnen. Das

funktioniert bei Gewichtsproblemen ebenso wie bei

Allergien, bei Burnout-Gefahr genauso wie bei Konzentrationsproblemen.

Viele meiner Leser wollten dann auch konkrete

Rezepte. So entstand das PaläoPower-Kochbuch. Darin

gibts nicht nur 120 Rezepte, die den Einstieg in die

moderne Steinzeitküche einfach machen, sondern

auch viele Hintergründe und Kurzgeschichten von

meinem Aufenthalt bei Jägern und Sammlern in Tansania.

So kann jeder selbst nachvollziehen, was in eine

Paläo-Ernährung hinein gehört und was nicht und

mit den Rezepten gleich loslegen.

Sie sind Evolutionsbiologin. Was ist Evolutionsbiologie

und welche Bereiche umfasst sie

Die Evolutionsbiologie erforscht, wie sich die Merkmale

von Lebewesen über Generationen hinweg und in

Abhängigkeit von einer bestimmten Umwelt verändern.

Konkret wird untersucht, unter welchen Umweltfaktoren

bestimmte genetische Merkmale besser oder schlechter

für das Überleben und die Fortpflanzung sind. Dabei

betrachtet man sehr lange Zeiträume, bei Menschen mindestens

die letzten zwei Millionen Jahre.

Die Untersuchungsmethoden stammen aus der Genetik

und Molekularbiologie, der Ökologie, Verhaltensforschung

und vergleichenden Anatomie. Aber auch die

Altersbestimmung von archäologischen Funden spielt

eine wichtige Rolle, daher auch die Geologie und Anthropologie.

Und schließlich sind beim Thema Gesundheit

und Krankheit auch die Biochemie und Medizin gefragt.

Dieses Zusammenspiel verschiedener naturwissenschaftlicher

Disziplinen finde ich sehr faszinierend.

Welche Vorteile bietet evolutionäre Medizin im Gegensatz

zur klassischen Schulmedizin

Die evolutionäre Medizin liefert einen neuen Blickwinkel

auf die Entstehung und Behandlung von Krankheiten.

Die klassische Medizin betrachtet hauptsächlich wie

Krankheiten entstehen. Die evolutionäre Medizin fragt,

warum Krankheiten entstehen. Nehmen wir als Beispiel

die Milchzucker-Unverträglichkeit. Sie wird klassisch als

Krankheit betrachtet, weil ein Enzym bei Erwachsenen

nicht mehr arbeitet. Der evolutionäre Blick zeigt aber: Es

ist der ursprüngliche Zustand der Menschen, denn nach

dem Abstillen von der Muttermilch gab es bei Jägern

und Sammlern keine Tiermilch zu trinken, da keine

Foto: Beatrice Hermann

39


Gesprächsstoff

Tiere gehalten wurden. Also stellt der Körper die energieaufwändige

Produktion des Milchzucker abbauenden

Enzyms ein. Über 85 % der Weltbevölkerung ist noch

immer laktoseintolerant. Evolutionär gesehen sind diese

Menschen aber nicht krank, sondern normal, sozusagen

noch „ein Original“.

Mit diesem Wissen kann man sich dann überlegen, ob

Tiermilch tatsächlich eine gute Nahrungsquelle für Menschen

ist und welche leckeren Alternativen es gibt. Das

macht vielen Betroffenen Mut. Sie fühlen sich nicht mehr

krank und passen ihre Ernährung, und oft ihre gesamte

Lebensweise, an ihre ursprüngliche genetische Ausstattung

an. Das vermittelt ein ganz neues Körpergefühl.

Die Paleothese behauptet, dass sich unser Körper noch

nicht vollständig an unsere moderne Welt angepasst

hat und deshalb Zivilisationskrankheiten auftreten. Was

sagen Sie dazu

Diese These ist sehr plausibel. Unsere Gene sind die

Grundlage für den Stoffwechsel, die Funktion des

Immunsystems und des Gehirns. Über zwei Millionen

Jahre wurden diese an das Leben als Jäger und Sammler

angepasst sowohl was die Nahrung angeht, als auch

an den Lebensstil mit Bewegung, Einfluss der Natur,

Regeneration und Interaktion der Menschen in Gruppen.

Weniger als 10.000 Jahre sind Menschen erst sesshaft,

haben neue Lebensmittel als Grundversorgung eingeführt.

Gut 100 Jahre kennen wir die Errungenschaften der

Industriellen Revolution mit künstlichem Licht, schnellerem

Arbeitsrhythmus und seit ca. 40 Jahren industriell

produzierte und verarbeitete Massennahrungsmittel.

Gene brauchen aber mehrere zehn- bis hunderttausend

Jahre, um sich an neue Gegebenheiten anzupassen.

Wir sind also genetisch gesehen noch immer Jäger und

Sammler. Es sieht so aus, dass die heutigen Umweltbedingungen

sich so stark von der Jäger- und-Sammler-Lebensweise

entfernt haben, dass es bei immer mehr

Menschen zu Problemen kommt. Allergien, Konzentrationsschwächen,

Zuckerkrankheit und Burnout sind nur

einige Beispiele, die sich daraus ergeben können.

Essen spielt in unserer Gesellschaft eine große Rolle.

Leider erkranken viele Menschen durch eine falsche

Ernährung. Wie sieht aus Ihrer Sicht eine gesunde

Ernährung aus

Eine gesunde Ernährung liefert dem Körper alle Nährstoffe,

die er für eine optimale Versorgung braucht

und führt zu Wohlbefinden. Wie eine solche Ernährung

konkret aussieht, ist individuell verschieden und auch

von Lebensphasen abhängig. So brauchen Kinder andere

Nährstoffe und in anderen Mengen als Erwachsene,

Schwangere als Nicht-Schwangere. Auch gestresste

Menschen oder Sportler haben andere Anforderungen als

Urlauber oder Büroarbeiter.

Grundsätzlich hat eine Ernährung, die am besten zu

unserer genetischen Ausstattung und zur individuellen

Lebenssituation passt, das größte Potential uns gesund

und fit zu halten. Daher ist eine Ernährung, die sich an

unseren Jäger-und-Sammler-Genen orientiert und persönlich

angepasst ist, aus meiner Sicht optimal.

Wir leben in einer Überflussgesellschaft, haben ein

festes Gehalt und viele Ärzte, die sich um unsere Gesundheit

kümmern. Aber was für negative Folgen zieht

das Leben in unserer zivilisierten Welt mit sich und wie

können wir dem entgegenwirken

Die Zivilisation bietet viele kulturelle Vorteile. Inzwischen

führt sie aber auch zum Verlust des Naturbezugs

und zu einer Entfremdung von uns selbst. Viele

Kinder kennen kaum noch unverarbeitetes Gemüse,

spielen nicht mehr im Wald gleichzeitig steigt die

Zahl der Aufmerksamkeitsdefizite drastisch. Jugendliche

und Erwachsene sind in Klassenräumen, Büros

und Autos stundenlang ohne Tageslicht und Bewegung

eingesperrt und leiden unter Rückenproblemen,

Magen-Darm-Beschwerden und Stress. Dann werden

teure Fitnessstudios gebucht, Medikamente geschluckt

und zeitintensive Therapien verordnet.

Es geht doch viel einfacher, günstiger und nebenwirkungsfrei:

Raus in die Natur, mal wieder selbst

Nahrung sammeln, wie Nüsse und Früchte. Mit den

Zutaten lässt sich gleich etwas Leckeres zubereiten:

Duftende Bratäpfel im Winter oder ein knackiger

Wildkräutersalat im Sommer. Bewegung und Tageslicht

gibt es bei solchen Ausflügen gratis dazu. Das

Wetter kann übrigens nicht „schlecht“ genug sein, um

die Muskeln spielen zu lassen und dem Körper etwas

Gutes zu tun. Auch im Winter kann man joggen und

Steine oder Schneebälle werfen. Selbst im Regen lässt

sich Radfahren und einkaufen gehen. Wer einen Hund

hat, macht das automatisch: bei Wind und Wetter geht

es mit dem Vierbeiner raus und der Zweibeiner freut

sich später über ein gestärktes Immunsystem, bessere

Laune und starke Knochen.

40


Gesprächsstoff

Sie sind Gründerin des PaläoPower-Instituts. Für was

steht dieses Institut und worüber möchten Sie insbesondere

aufklären

Das PaläoPower-Institut hat als Motto: „Wecke und

genieße, was von Natur aus in dir steckt.“ Es verbindet

Erkenntnisse der aktuellen Wissenschaft mit dem modernen

Leben und steigert Leistungskraft, Gesundheit

und Wohlbefinden mit Genuss.

Mir geht es vor allem darum, dass Menschen Freude

daran haben, ihre ursprünglichen Stärken und Körpersignale

wieder zu entdecken, dass sie sich wohlfühlen

und mit Genuss und guter Laune ganz natürlich ihren

Körper und Kopf in Bestform bringen. Als Biologin

achte ich darauf, dass das Ganze wissenschaftlich

fundiert ist.

PaläoPower ist eine Lebens- und Denkweise, ein

Lebensstil, der in der praktischen Umsetzung aus

fünf Komponenten besteht:

1. Ressourcen

Alle Mittel, die zum Überleben oder für bestimmte

Tätigkeiten gebraucht werden, sind notwendig, d.h. vor

allem Lebensmittel/Ernährung, aber auch materielle und

mentale Sicherheit aufgrund des Wissens und Vorhandenseins

der notwendigen Techniken und Werkzeuge.

Zudem organisieren Sie diverse Events und bieten

Vorträge und Online-Kurse an. Wie können Menschen

daran teilnehmen und wie läuft das ab

Ich liebe es, Tipps zu körperlicher und geistiger

Fitness in Vorträgen zu vermitteln. Am besten kombiniert

mit Steinzeit-Snacks. Das funktioniert in Schulen,

wenn es um Gehirnnahrung für besseres Lernen und

Konzentration geht, ebenso wie in Seminaren und

Workshops für Berufstätige. Wenn es der Veranstaltungsraum

zulässt, mache ich daraus auch einmal

einen Mini-Workshop, bei dem die Teilnehmer selbst

etwas zubereiten können. Oder es gibt eine kulinarische

Lesung mit Kostproben vom Steinzeit-Buffet.

Das „Dinner mit Darwin“ ist bei Firmen und

Vereinen sehr beliebt. Es ist ein steinzeitliches Mehrgang-Menü

in einem Restaurant oder einem besonderen

Veranstaltungsort, mit PaläoPower-Vortragshappen

zwischen den Gängen, passend zum Firmen- oder

Vereinsthema.

Online-Kurse sind besonders praktisch für alle, die

gerne von zu Hause aus und zu einem für sie passenden

Zeitpunkt in die Paläo-Ernährung und -Lebensweise

einsteigen möchten. Einfach einloggen, Texte

lesen oder Video anschauen und dann die Tipps und

Inhalte gleich umsetzen.

Teilnehmen können alle, die sich für einen Kurs über

meine Webseite palaeo-power.de anmelden, zur Lesung

kommen oder mich für einen Vortrag, Workshop oder ein

Dinner mit Darwin buchen. Es kann also sofort losgehen:

Wecke und genieße, was von Natur aus in dir steckt.

2. Training

Alle natürlichen Arten der Bewegung, aber auch alle

auf den Körper einwirkenden Umweltfaktoren, die ihn

fordern und fördern, z.B. Krankheitserreger, Wetterbedingungen,

Jahreszeitenwechsel etc.

3. Regeneration

Erholung und Wiederherstellung verbrauchter Kräfte und

der Leistungsfähigkeit.

4. Talente

Erlauben, neue Herausforderungen zu meistern.

5. Interaktion

Menschen sind soziale Wesen. Die Lebensweise in

Gruppen hat Vor- und Nachteile und führt zu ganz

spezifischen Erfolgsstrategien in Auseinandersetzung

und Kooperation.

41


Entwicklung

10.000

1869

William Banting veröffentlicht

„The Letter on Corpulence“

Acker-

Bau

1950er

33 % der Amerikaner sind übergewichtig

2,5 Mio.

Paleoernährung

1960er

BMI und Übergewicht wird

von der Wissenschaft genauer

verfolgt

1961

Magazintitel des Time Magazins:

Ancel Keys „Lipid Hypotheses“

Erdneuzeit

entwic

gesch

des Me

Sichtbares Leben

1970er

Verbreitung der Falschinformation, dass

Fettreduzierung gut sei

1975

Walter L. Voegtlin veröffentlicht das

Buch: „Die Steinzeiternährung Thesen

zur genetischen Anpassung an

die Nahrung“

Erdmitte

42

65 Mio.


Entwicklung

4,6 Mrd.

1977

Mc Govern Commission erlässt

Diätrichtlinien: mehr Getreide,

weniger Fleisch und Fett (entgegen

medizinischer Meinungen)

1978

Die ersten Transfette, wie

Pflanzenöle und Magarine kommen

auf den Markt

Enstehung der Erde

Erdfrühzeit

ichte

klungsnschen

1984

Das Time Magazin verbreitete,

dass Cholesterin schlecht sei,

das wiederum brachte gesättigte

Fettsäuren in Verruf

1988

Boyd Eaton veröffentlicht

„Paleolithic Prescreption“

Erdaltertum

542 Mio.

1990

Loren Cordain wird der bekannteste

Vertreter der Steinzeiternährung

lalter

2000

Nicolai Worm veröffentlichte das Buch:

„SYNDROM X oder ein Mammut

auf den Teller Mit Steinzeitdiät

aus der Ernährungsfalle“

290 Mio.

43


Praxischeck

Menschen, die sich Paleo ernähren, im Fokus

44


Praxischeck

Aram 25 Jahre, ernährt sich seit 6 Monaten Paleo.

Warum ernährst du dich Paleo und wie bist du dazu

gekommen

Ich arbeite in einer Bar, dort treffe ich viele unterschiedliche

Menschen. Oft unterhalte ich mich gut mit dem

Einen oder Anderen. Jedenfalls habe ich dort einen Typen

getroffen, der mir von der Paleoernährung erzählt hat.

Er erklärte mir, dass er diese Ernährungsumstellung

nicht nur wegen seiner Gesundheit gemacht hat,

sondern dass ihm die Herkunft der Lebensmittel am

Herzen liegt. Ich finde diesen Gedanken gut. Ich dachte

schon oft über die Verarbeitung und Produktion unserer

Lebensmittel nach, deshalb kaufe ich auch meistens

Bio-Produkte. Mir sind gute und hochwertige Lebensmittel

sehr wichtig.

Leider blickt man heutzutage kaum noch durch, was

in verarbeiteten Lebensmitteln steckt. Zucker und Getreide

ist fast in jedem verpackten Lebensmittel enthalten.

Kein Wunder, warum wir das irgendwann nicht mehr

vertragen und unsere Körper rebellieren. Noch dazu

kommt, dass die Getreidesorten mittlerweile so überzüchtet

sind, dass sie nicht mal mehr ein Insekt anrührt.

Wie soll dann unser Körper damit zurechtkommen

Nach diesen Erkenntnissen habe ich beschlossen,

meine Ernährung auf Paleo umzustellen. Ich halte es

einfach für richtig, unverarbeitete Lebensmittel zu essen.

Wie geht es dir mit dieser Umstellung und wie

kommst du damit in deinem Arbeitsalltag zurecht

Mir geht es sehr gut damit. Ich achte mehr darauf, was

ich esse und mein Körper dankt es mir. Es ist häufig

sehr stressig, die Nacht durch auf hochtouren zu arbeiten.

Oft hatte ich in meinen Nachtschichten einen Tiefpunkt.

Durch die Ernährungsumstellung fällt es mir nun

leichter durchzuhalten. Zudem ist mein Schlaf ruhiger

geworden und ich kann vor allem schneller einschlafen.

Mit der Arbeit ist die Paleoernährung gut vereinbar.

Ich koche meistens bevor ich zu meiner Schicht gehe

und nehme mir ein paar Snacks für zwischendurch mit.

Natürlich kommt es vor, dass der eine oder andere Gast

etwas mit mir trinken möchte. Ganz ehrlich! Ernährung

ist eine Einstellungssache. Ich stehe bewusst dazu und

erkläre das auch offen und ehrlich meinen Gästen. Und

wenn es mich am Wochenende nach etwas Alkoholischem

gelüstet, gönne ich mir einen Cidre.

Was sagen deine Freunde zu deiner Ernährungsumstellung

Die haben das eigentlich ganz gut aufgefasst. Am Anfang

wurde meine Umstellung etwas belächelt. Mittlerweile

machen wir sogar ab und zu Kochabende, bei

denen wir zusammen Paleorezepte kochen.

46


Praxischeck

47


Praxischeck

Alexandra 28 Jahre, ernährt sich seit 2 Jahren Paleo.

Wie bist du darauf gekommen, dich Paleo zu ernähren

Ich hatte früher schon oft Probleme mit meinem Magen

und meistens war ich auch noch antriebslos und müde.

Ich schob das aber auf meinen stressigen Job und die

wenige Freizeit. Dann wurde ich schwanger und ich freute

mich richtig auf mein Baby. Nach der Geburt wurden

meine gesundheitlichen Probleme aber noch schlimmer.

Ich nahm sogar Medikamente, fühlte mich aber trotzdem

kraftlos und ausgelaugt. Deshalb beschloss ich, etwas

zu ändern. Ich informierte mich im Internet auf diversen

Foren und kam auf die Paleoernährung. Für mich klang

das Konzept logisch. Natürlich und unverarbeitet, das

kann gar nicht falsch sein. Also probierte ich diese Ernährungsumstellung

aus. Mein Mann unterstütze mich auch

sofort dabei. Er ist der Meinung, dass es besser ist, etwas

Natürliches auszuprobieren, als täglich Medikamente zu

schlucken.

Hat sich nach dieser Umstellung etwas an deiner

Gesundheit verbessert

In der ersten Woche ging es mir nicht wirklich besser.

Danach merkte ich aber, dass ich nicht mehr so viel Lust

auf Süßes verspürte und zwei Wochen später war ich

auch nicht mehr so müde und schlapp. Zudem hatte ich

auch nicht mehr solche Probleme mit meiner Verdauung

und die Magenkrämpfe, die ab und zu kamen, waren ganz

verschwunden.

Du ernährst dich jetzt seit zwei Jahren Paleo, was isst

dein Mann und deine Tochter

Ich war so begeistert, dass ich mich seitdem intensiver

mit dem Thema Paleo auseinander gesetzt habe. Oft redete

ich auch mit meinem Mann darüber. Ich konnte ihn

nun auch von meiner Ernährungsumstellung überzeugen.

Ab und zu gönnt er sich aber ein Hörnchen oder eine

Semmel vom Bäcker. Auf diversen Blogs habe ich gelesen,

dass die Paleoernährung auch für Kinder geeignet

ist. Warum denn auch nicht, dachte ich mir. Natürliche,

unverarbeitete Nahrung kann nur gut für mein Kind sein.

Also kaufte ich mir einen Thermomix und kochte eigenen

Brei für meine Tochter. Ich war erstaunt, wie gut sie es

angenommen hat. Sie hatte nun auch keine Verdauungsprobleme

mehr.

Hast du dir schon Gedanken darüber gemacht, wie du

das machst, wenn sie in den Kindergarten kommt

Klar, ich möchte natürlich nicht, dass mein Kind im Kindergarten

ausgegrenzt wird. Deshalb denke ich, dass es

das Beste sein wird, ihr es auswärts selbst zu überlassen,

was sie gerne essen möchte. Zuhause ist mir wichtig,

dass sie sich gesund ernährt und den Umgang mit hochwertigen,

unverarbeiteten Lebensmittel lernt. Momentan

ist das aber noch kein Thema. Sie kocht gerne mit mir

und erfreut sich an den leckeren Obst- und Gemüsesnacks

zwischendurch.

48


Praxischeck

49


Praxischeck

Evelyn 61 Jahre, ernährt sich seit einem Jahr Paleo.

Was hat dich dazu gebracht, dich Paleo zu ernähren

Ursprünglich hatte ich von meiner Tochter von der

Paleoernährung gehört. Ich arbeite als Sportlehrerin

und war früher auch eine gute Leichtathletin. Sport

und eine gesunde Ernährung gehört für mich einfach

zusammen. Ich dachte immer, ich ernähre mich gesund.

Vollkornprodukte, Quark und Jogurt standen auf

meinem Speiseplan. Meine Mutter brachte mir damals

schon bei, dass Milch gesund für die Knochen sei.

Ich trank als Kind wirklich viel Milch. Sofern ich mich

erinnere, habe ich auch immer alles gut vertragen, was

ich aß. Natürlich geht es dem Magen oder der Verdauung

mal nicht gut oder man ist an manchen Tagen

antriebslos, aber für mich war das normal. Bis meine

Tochter zu mir kam und mit mir gemeinsam die Paleoernährung

ausprobieren wollte. Sie wollte abnehmen

und hatte schon immer Probleme mit ihrer Haut. Als

Mutter dachte ich mir, da möchte ich sie unterstützen.

Sie las Bücher und Artikel zu dem Thema und erzählte

mir von ihren Erkenntnissen. Wir kauften uns ein Kochbuch

und probierten die Rezepte aus. Nach einiger

Zeit hatten wir den Dreh raus und es war ganz einfach

nach „Paleoart“ zu kochen.

Du hast also hauptsächlich durch deine Tochter

damit angefangen, was hat dich dazu gebracht, dabei

zu bleiben

Ich merkte, wie nicht nur bei meiner Tochter die Pfunde

purzelten, sondern auch bei mir. Ich gewann ein ganz

neues Körperbewusstsein und fühlte mich jünger und

voller Energie. Zudem hatte ich immer Probleme mit

der Verdauung. In einem Artikel habe ich dann gelesen,

dass Milch die Ursache dafür sein könnte. Nach der

Umstellung merkte ich, dass dies wohl stimmte. Ich

habe gelernt, dass Paleo keine normale Diät ist, die

man nach einer Zeit einfach wieder abbricht. Paleo gibt

einem einen ganz anderen Bezug zu den Lebensmitteln.

Man schätzt das Essen wieder, das man zu sich nimmt

und hat ein gutes Gefühl dabei. Auch das Kochen

macht mir nun wieder mehr Spaß und mein Mann freut

sich, wenn er von der Arbeit nach Hause kommt und

ein frisch gekochtes Gericht auf dem Tisch findet.

Du bist Lehrerin, wie ist diese Ernährungsumstellung

in deinem Berufsalltag umzusetzen

Als Sportlehrerin habe ich öfters Freistunden, in denen

ich heimfahren und mir etwas kochen kann oder ich

nehme mir die Reste vom Vorabend mit. Ich koche

abends meistens mehr, dann bleibt immer etwas

übrig. Zum Frühstück mache ich mir oft einen Bulletproof-Kaffee,

der gibt mir Kraft für den ganzen Tag.

Außerdem soll das Kokosöl darin eine gute Maßnahme

zum Vorbeugen von Alzheimer sein. In meinem

Alter mache ich mir vermehrt Gedanken über meine

Gesundheit und wie lang ich denn noch fit sein werde.

Daher finde ich es um so wichtiger, alles dafür zu tun.

Ich möchte noch möglichst lange mein Leben genießen

und es auskosten.

50


Praxischeck

51


Unterwegs

Das Land der

1000 Gegensätze

Steffi auf der Suche nach Paleofood in New York

Mein Name ist Steffi ich bin 24 Jahre und absolviere ein

duales Studium in Sportökonomie. Ich bin ein aufgeschlossener,

lebensfroher Mensch, der viel Wert auf

Sport und eine gesunde Lebensweise legt. Durch meine

Arbeit habe ich viel mit Menschen und ihren gesundheitlichen

Problemen zu tun. Dies führt mir ständig vor

Augen, wie wichtig es ist, auf seinen Körper zu achten.

Leider ist das auch für mich nicht immer so einfach,

mein Alltag ist meistens stressig. Zudem fühlte ich

mich durch die dauernden Früh- und Spätschichten

häufig ausgelaugt, müde und kraftlos. Besonders im

Winter machte mir das immer sehr zu schaffen. Dazu

kam noch, dass ich oft unreine Haut hatte und mich

meistens aufgebläht fühlte.

Durch Zufall hörte ich von meiner Freundin Baillley,

die ursprünglich aus Texas kommt, von dem sogenannten

„Whole Thirty Programm“. Sie erzählte mir, dass

sie begeistert davon sei und sich dadurch viel besser

fühlt. Sie hatte auch einen Erfahrungsbericht darüber auf

ihrem Blog veröffentlicht, den ich mir gleich durchlesen

musste. Daraus erfuhr ich, dass dieses Programm keine

herkömmliche Diät ist, die sich nur über einen gewissen

Zeitraum erstreckt, sondern eher eine längerfristige

Ernährungsumstellung. Ziel ist es, sein Bewusstsein auf

gesunde, optimal auf den Organismus abgestimmte

Lebensmittel zu lenken und dadurch eine bessere Lebensqualität

zu erlangen. Der Erfahrungsbericht hat mich

überzeugt ich wollte das auch ausprobieren.

Ich suchte im Internet nach deutschsprachigen Anleitungen

für dieses Programm. Das Buch „Paleo power for

life“ von Nico Richter fiel mir in die Hände, in diesem wird

ebenso eine 30-Tage-Challenge gestellt, die dem „Whole

Thirty Programm“ ähnelt. Die Challenge konnte beginnen.

Ab diesem Zeitpunkt hat sich vieles in meinem Leben

geändert. Ich fühle mich fitter, bin nicht mehr so müde,

meiner Haut geht es besser und ich habe definitiv kein

ständiges Völlegefühl wie früher. Auch achte ich mehr auf

Lebensmittel und deren Qualität. Mittlerweile habe ich

die Paleo Ernährung in mein Leben integriert, natürlich

mache ich dann und wann einige Ausnahmen, bin aber

dennoch von dieser Ernährungseinstellung überzeugt.

Paleo und New York

Wie wird es wohl sein, sich im Land der Paleo-Ursprungsidee

dementsprechend zu ernähren Diese Frage

stellte ich mir, als ich im Sommer 2014 nach Amerika

reiste. Man hört verschiedene Dinge über die Amerikaner.

Einerseits sind sie die Vorreiter der neuesten Diäten,

Ernährungsmethoden, Sportneuheiten andererseits

diejenigen, die das meiste Junkfood in sich hineinschaufeln

und unter Übergewicht und Fettleibigkeit leiden.

52


Unterwegs

Meine Reise führte mich direkt in die Weltstadt New York

City, dort wollte ich testen, ob man sich Paleo in dieser

Stadt der Gegensätze ernähren kann.

Mein erster Eindruck war, das New York eine außergewöhnliche

Stadt ist. Nicht umsonst wird sie als Weltstadt

bezeichnet. Die Straßen sind überfüllt und man muss

sich wirklich erst an die Menschenmassen gewöhnen.

Als Tourist ist es schwierig Paleofood zu finden. Ich habe

sicherheitshalber immer ein paar Snacks wie Nüsse und

Gemüsesticks für den Notfall dabei. Paleo Chicken Wraps

aus Eiern sind zum Beispiel auch super für eine lange

und anstrengende Sightseeing Tour durch New York.

Auf den Straßen gibt es zwar alle zehn Meter einen

Imbissstand, jedoch bieten die meisten Stände nur

ungesundes Fastfood an. Eine Ausnahme sind solche,

die selbstgepresste Fruchtsäfte oder schon geschnittenes

Obst anbieten. Trotzdem sollte man mit den Säften

vorsichtig sein, denn manche mixen diese mit Zucker

oder mit gekauften Säften. Allerdings gibt es natürlich

immer die Möglichkeit, in einen Supermarkt zu gehen

und dort einzukaufen.

New York hat über 18 Millionen Einwohner und jährlich

50 Millionen Besucher, da ist es schwierig zu sagen, alle

New Yorker würden sich ungesund ernähren. Es gibt natürlich

sehr viele, die das tun und dementsprechend auch

aussehen, da in New York bzw. den USA eine riesige

Auswahl an ungesundem, übersüßtem Essen angeboten

wird. Es ist jedes Mal ein Schock für mich, wenn ich in

den USA bin, wie übersüßt alles ist. Außerdem ist die

Größe der Portionen sehr gewöhnungsbedürftig. Aber

das Gute ist, man kann sich alles einpacken lassen und

einfach mit nach Hause nehmen.

Die Auswahl an Restaurants in New York ist riesig. Man

findet an jeder Ecke etwas für seinen Geschmack. Da hier

sehr viele verschieden Nationalitäten leben, gibt es auch

dementsprechend viele internationale Gerichte. Es ist sehr

schade, dass jedoch nur sehr wenige Restaurants Paleogerichte

anbieten und das im Land des Paleoursprungs. Ich

habe herausgefunden, dass es als Tourist sehr schwierig

ist, ein passendes Restaurant zu finden, vor allem ohne Internet.

Bei vorheriger Recherche ist es allerdings einfacher.

Es ist durchaus erkennbar, dass die „Stone age Diet“ ihren

Ursprung in New York hat, vielleicht nicht auf den ersten

Blick, aber wenn man sich ausreichend damit beschäftigt,

gibt es ein großes Angebot. Man merkt definitiv, dass

Deutschland dagegen noch hinterher hinkt. Da ich mich

nicht so gut in New York auskannte, habe ich ein paar

Leute auf der Straße gefragt, ob sie Paleo Restaurants

kennen oder vielleicht sogar Tipps für mich hätten. Viele

wussten nicht, was Paleo ist. Nach einiger Zeit habe ich

dann doch eine nette, junge Studentin gefunden, die mir

ein paar gute Spots empfehlen konnte. Sie nannte das

Hu Kitchen, 4food und Bareburger. Über das Hu Kitchen

hatte ich mich schon vorher erkundigt bzw. darüber

recherchiert, daher habe ich mich dazu entschlossen,

dieses Restaurant auszuprobieren.

Das Hu Kitchen ist ein sehr schönes Restaurant, es

gibt eine große Bar gleich am Eingang und im hinteren

Bereich gibt es das Essen zur Selbstbedienung. Man

kann sich verschiedene Menüs bestellen oder sich etwas

selber zusammenstellen. Außerdem gibt es noch eine

Desserttheke mit sehr leckeren Paleo Nachspeisen. Meine

Empfehlung hier sind die Kokosplätzchen mit dunkler

Paleo Schokolade. So lecker! Außerdem gibt es noch eine

große Kühltheke mit frischen Paleosäften, Smoothies

oder Eistee. Man kann sich aber jederzeit kostenlos im

Hu Kitchen frisches Wasser mit Zitrone und Minze holen.

Das Publikum im Hu Kitchen achtet definitiv auf die

Ernährung, man findet kaum jemand mit Übergewicht

und die Outfits der Personen sind auch sehr sportlich.

Viele treffen sich auch direkt nach dem Sport. Ich habe

einige mit einer Yogamatte unter dem Arm angetroffen.

Das Publikum dort ist eher jung. Definitiv ein Hot Spot

für junge und sportlich aktive Menschen.

Ich hatte nach der langen Sightseeing Tour großen

Hunger und entschied mich für eine Hühnersuppe

und einer Rinderschale mit frischem Gemüse. Es war

einfach nur lecker. Absolut frische Zutaten und keine

Geschmacksverstärker etc. Natur pur! Alle Lebensmittel

im Hu Kitchen werden von lokalen Anbietern bezogen.

Wenn man mal keine Zeit hat vor Ort zu essen, kann

man sich im Hu Kitchen auch alle Mahlzeiten „to go“

einpacken lassen. Natürlich nur in Papiertüten und mit

Holzbesteck. Es ist zwar nicht das billigste Restaurant,

jedoch sind es gerechtfertigte Preise. Ich bin sehr begeistert

von diesem Restaurant und würde mir wünschen, so

eins auch in Deutschland zu haben.

Stephanie Mund

54


whole30 Überblick

Auszug aus Bailley‘s Blog

As I have mentioned, Robert and I are doing the Whole

30 program. It is similar to Paleo, just a little more strict.

It is all about eating clean for 30 days in hopes to form

healthier habits. It helps you determine how certain foods

might be negatively impacting your health. You eat lots of

veggies, lots of meat/eggs and lots of fruit.

Why: Robert and I had a serious talk one day about

how to stay healthy now and for the rest of our lives. We

have eaten okay this past year but not great. We were not

treating „treats“ as treats and had just really gotten away

from any self-discipline. So we are doing this program to

form better eating habits and habits for a healthier life

now and for always. Will we still eat desserts, pizza and

fries after the 30 days Heck yes! I cannot give that stuff

up forever. But the plan is to introduce it back into our

lives slowly and eat those things in much better moderation

and occasionally instead of every day. I have learned

moderation is key!

Meals: I love the meals we cooked, many we will

continue to cook regularly! I love that we cooked almost

every day and did so together, another great change. Our

two favorite meals by far are the Kitchen Sink Soup and

Burger Bowls. We also really enjoyed Our Picnic! I got a

lot of recipes from Paleo blogs, although it is not exactly

the same thing it is very similar. Few or no changes are

needed to most recipes.

Workout: We did workout during this program. Robert

much more than me because of basketball. I worked out

about 4 days a week, usually for an hour to an hour and

a half. Most of the time it was elliptical, bike or treadmill

sprints along with weights.

My moods: Throughout the whole program I did

pretty well. There were some days were I thought I might

punch someone because I „needed“ a pretzel. But then I

would have a handful of nuts or an apple and the craving

would subside, seriously. Overall it was great, I really got

better about focusing on more important things in life

instead of what I am going to have more my next meal:)

Onsedis non reptasped quo voluptiatem veliquo stotate

mquisqu atentiatem doluptas ut qui aute moluptur,

Now let‘s talk about some overall results...

This program was really great for me. It was time just to

get my eating back on track and really just to treat my

body better. Overall, I just feel better, like lots better.

Here are some specifics...

Energy: Holy cow! I have SO much more energy. This

is another big difference I have noticed. I wake up earlier,

hardly take naps because I am much less tired and just

don‘t need it. If I get around 7 hours of sleep at night, I

am good to go! Where before I slept for much longer.

Weight Loss: They want you to weigh before the

program and then not again until the end. So that is what

I did. I weighed myself for the first time this morning

in 30 days. I am happy to report I lost 8.4 pounds! It

was great to get off that extra weight I had gained in

the past year and lose a little more as well. Just helps

validate to me how wonderful whole foods and clean

eating is for my body.

Mehr unter: www.lewpartyof2.blogspot.de

55


Überblick

Eine Geschichte aus PaleoLopolis

in einer Welt nach

unserer Zeit

Gegacker….Federn fliegen im Wind herum…

Ein angenehmer Geruch steigt auf… Ein Geruch nach

Heu steigt ihr in die Nase.

Der Hahn kräht, während ihr Mann mit dem Kind im

Garten spielt. Heute ist bei ihnen Klettern angesagt…

Sie geht in Richtung Stall, die Hühner sehen sie schon

von weitem und beginnen laut zu gackern.

Das sind aber schöne Tiere, denkt sie sich.

Der Hahn stolziert ebenfalls draußen mit den Hühnern

herum und passt auf seine Mädels auf.

Sie geht in den Stall hinein. Dort schließt sie ihre Augen

und nimmt die Geräusche der Hühner wahr, den

Geruch von Heu, das Schreiten der Hühner. Als sie die

Augen wieder öffnet, steht der Hahn direkt vor ihr und

kräht in vollen Zügen.

Beinahe hätte sie sich erschrocken. Sie betrachtet ihn

genau. Das glänzende schwarze Gefieder, die schönen

bunten glänzenden Farben am Rücken, der rote Kamm

und seine stolze Körperhaltung.

Die Hühner sind mittlerweile fast alle nach draußen

gelaufen und suchen nach Futter.

Ihr Futter kommt direkt von Mutter Natur. Die Hühner

können sich frei auf dem Gelände bewegen und scharen

nach Würmern. Das ist ihre artgerechte Ernährung, so

wie es sich für Hühner gehört. Ab und zu bringt sie

ihnen auch ein paar Würmer mit, die sie auf Spaziergängen

gesammelt hat. Darüber freuen sich die

Hühner sehr.

Tiere wissen eben intuitiv, was sie essen sollen. In

früheren Zeiten wusste der Mensch das nicht, hat man

ihr erzählt.

Der Hahn sucht auf dem Kompost nach dicken Würmern

und die Erde weicht seinem Gescharre. Siehe da,

er wird fündig.

Früher sind die meisten Hühner in einem verschlossenen

Stall gehalten worden. Sie hatten keinen Ausgang

und haben nie das Licht der Sonne gespürt. Auch

konnten sie sich nicht richtig bewegen, da viel zu viele

Hühner in einem Stall untergebracht worden sind.

Vor dieser Zeit gab es auch Käfighaltung. Es wurden

mehrere Hühner in dem selben Käfig gehalten und die

Eier wurden mit einem Transportband aufgesammelt.

Ebenso wurden sie mit Antibiotika und weiteren Medikamenten

behandelt, damit sie nicht so schnell krank

wurden.

Sie wurden mit Getreide und Mais gefüttert, um schnell

dick und fett zu werden. Nachdem sie entweder genug

Eier gelegt hatten oder fett genug gemästet waren, wurden

sie geschlachtet und vom Menschen gegessen.

56


Gedankenspiel

Die armen Tiere. Sie kann sich das gar nicht vorstellen.

Die Medikamente und das Antibiotika haben natürlich

auch Spuren bei den Menschen hinterlassen, die dieses

Fleisch und die Eier gegessen haben. Sie wurden krank

davon. Die armen Menschen.

Hier in ihrem Garten haben die Hühner ihren offenen

Stall. Dort können sie hineingehen, wann sie wollen

oder sie können sich im Freien aufhalten. Diese Eier

schmecken gut, denkt Sie sich…

Im Stall piepst und zwitschert es. Die kleinen Küken

kommen aufgeregt auf sie zugelaufen. Welch ein schöner

Anblick.

Sie bückt sich und nimmt ein Küken in die Hand. Sein

gelber Flaum ist so samtweich und das Küken kuschelt

sich in ihre Hand ein. Ein wahrer Traum. Aus diesen

kleinen Küken werden mal große und schöne Hühner.

Sie hockt sich hin und setzt das Küken zurück auf den

Boden zu den anderen. Eine Weile bleibt sie noch dort

hocken und genießt die Atmosphäre. Dann steht sie auf

und sucht in dem Heu nach den Eiern. Sie wird fündig

und sammelt insgesamt 15 Eier ein.

Daraus wird sie ein leckeres Frühstück machen! Ihr läuft

das Wasser schon im Mund zusammen.

Früher haben die Menschen nicht so viele Eier gegessen

und einige hatten sogar Angst vor Eiern, weil diese angeblich

den Cholesterinspiegel negativ beeinflusst haben.

Dies wurde allerdings damals schon widerlegt, heutzutage

essen Menschen wieder die gesunden Eier von

glücklichen Hühnern.

Sie verlässt den Stall und geht in Richtung Garten.

Dort hört sie schon von Weitem das fröhliche Gequieke

ihrer Tochter. Als sie um die Ecke biegt, sieht sie, wie

ihr Mann auf dem Boden liegt und das Baby in die Luft

wirft und wieder auffängt.

Das Baby lacht laut.

Es gibt keinen schöneren Start in den Tag…

PaleoLopolis

Auf paleolopolis.de werden regelmäßig tolle Geschichten veröffentlicht

mit dem Paleo Lebensstil als Hintergrund. Birgit und Pawel M.

Konefal stecken hinter dieser tollen Idee. Sie sind beide überzeugte

Paleoanhänger. Dies zeigen sie auch auf ihren Blogs paleomama.de

und superhumanoid.info.

Die leckeren Eier. Sie enthalten eine Vielfalt von Nährstoffen,

Vitaminen und Mineralien, die der Körper täglich

benötigt. Deshalb sind sie so nahrhaft.

57


58

Interview:

SARIYA FORKEL


Gesprächsstoff

Sariya, wie bist du darauf gekommen das Mammeo

zu gründen

Ich habe schon lange Kuchen für andere Cafes gebacken

und Caterings für Feste gemacht, daher wollte ich

mich in diesem Bereich selbstständig machen. Da ich

mich selbst Paleo ernähre, liegt es mir am Herzen, nur

Lebensmittel zu verkaufen, hinter denen ich auch stehen

kann. Für Menschen, die eine Glutenunverträglichkeit

haben oder sich zusatzstofffrei ernähren wollen,

ist es extrem schwer auszugehen, ohne Kompromisse

eingehen zu müssen. Nun müssen sie dies nicht mehr.

Immer mehr Menschen suchen nach einem Weg,

sich gesund zu ernähren. Mittlerweile gibt es sehr

viele verschiedene Ernährungsformen. Was hat Paleo

deiner Meinung nach für Vorteile gegenüber Ernährungsformen,

wie zum Beispiel: Vollwertkost, Rohkost,

Veganer, Vegetarier

In der Paleoernährung ist das Essen sehr abwechslungsreich,

frisch und unverarbeitet. Es geht um die

Gesunderhaltung und das gesunde Altern, Natürlichkeit

und darum, sich dem Körper entsprechend zu ernähren.

Es steht kein politisches Motiv dahinter und es

schließt keine Nahrungsgruppe aus. Man muss kreativ

sein und sich mit vielen verschiedenen Gemüsesorten

auseinandersetzen und ohne jegliche Fertigprodukte

auskommen. Dies ist für mich der ausschlaggebende

Punkt, Paleo als Ernährungsform gewählt zu haben.

Alle anderen (Vegetarierer / Veganer etc.) essen weiterhin

hoch verarbeitete Lebensmittel.

Vielen fällt es nicht leicht, auf etwas zu verzichten. War

es schwierig für dich, deine Ernährung umzustellen und

dich Paleo zu ernähren

Meine Ernährung ist mir schon in Fleisch und Blut

übergegangen, daher fällt es mir sehr leicht, mich so zu

ernähren. Mein Körpergefühl ist viel besser geworden

und ich vertrage nun mal frische Lebensmittel besser als

industrielle Nahrung. Man kann sich alles aus paleokonformen

Zutaten herstellen. Ich verzichte nicht, ich

entscheide mich bewusst für tolles Essen.

Hast du Tipps für Menschen, die auf die Paleoernährung

umsteigen möchten

Alles, was nicht Paleokonform ist, aus der Küche in einen

Karton packen und eine schöne große Einkaufstour starten,

so dass alle Schränke voll sind, wenn man alles ausgepackt

hat. Am besten noch ein Rezept aussuchen, das

man ganz besonders toll findet und dieses dann auch

direkt kochen. Ein Slowcooker, ein Pürierstab und ein

Druckkochtopf erleichtern vieles in der Küche ungemein!

Du ernährst dich seit drei Jahren Paleo. Wie hast du

dich gefühlt, als du deine Ernährung umgestellt hast

Da ich eine langsame Umstellung hatte, habe ich

mich sehr wohl gefühlt. Ich habe mich bewusst für

Paleo und dadurch für meine Gesundheit entschieden.

Außerdem habe ich schon immer gerne gekocht, so

konnte ich mir vieles zubereiten. Ich liebe Essen und

ich habe keinen einzigen Tag auf etwas verzichten

müssen, denn ich sehe mich in der Position, entscheiden

und wählen zu dürfen, was ich esse. Kein Verzicht,

kein Leiden und nach dem Zuckerentzug ist sowieso

alles halb so schlimm.

59


Gesprächsstoff

Mit welchen Speisen und Getränken verwöhnst du deine

Gäste und was ist dir bei deinen Produkten wichtig

Ich verwöhne meine Gäste mit saisonalen und regionalen

Gerichten. Unsere Produkte sind meist regional und fair

gehandelt. Ich bin bereit, mehr Geld für bessere Qualität

auszugeben. Alles, was wir herstellen, ist 100% hausgemacht.

Das ist mir besonders wichtig. Unsere hausgemachten

Kuchen von meiner Mutter sind der Hit und

auch unsere Dinnermenüs und Mittagessen sind immer

innovativ und lecker. Ich versuche meine Gäste mit allem,

was sie bei uns essen, zu verwöhnen.

Auf Kuchen, Brot und andere Süßigkeiten sollte man

doch eigentlich bei Paleo verzichten, was ist der Unterschied

von deinen Paleoleckereien im Gegensatz zu

normalem Brot und Kuchen

1. Sind die Paleoleckereien glutenfrei und frei von raffinierten

Zuckern.

2. „Paleobrot“ ist für manche eine gute Hilfe zum Umstieg

und ein willkommenes Reiseessen zum Mitnehmen.

3. Paleonaschereien sind in der Regel weniger süß als

klassische Süßigkeiten, da man sich den „süßen Zahn“

schon abgewöhnt hat.

4. Wie immer ist alles frisch.

Was möchtest du mit dem Mammeo erreichen

Leckeres, hausgemachtes und bodenständiges

Paleoessen. Mit den Kochkursen möchte ich zudem

die Leute zum Kochen animieren und Hilfestellung für

den Start zu Hause leisten.

Du bietest auch Kochkurse und Events an. Erzähl uns

etwas darüber. Kann jeder Paleo kochen

Die Kochkurse sind sehr beliebt und machen unheimlich

viel Spaß. Jeder kann Paleo kochen, man muss

sich nur mal an Dinge herantrauen, die man vorher

vielleicht noch nicht probiert hat und seinem eigenen

Geschmack vertrauen.

Mit den Events und Kochkursen möchten wir den

Leuten zeigen, was Paleo ist und ihnen bei der Umstellung

zur Seite stehen.

www.mammeo.de | kontakt@mammeo.de

Bornheimer Landwehr 26 | 60385 Frankfurt am Main

+49 (0) 69 - 577 05 231

60


Gaumenfreuden

61


Gaumenfreude

Rezept:

Lammleber mit Pastinaken und

geröstetem Rosenkohl

500g Lammleber

500g Rosenkohl

3 Pastinaken

2 große Zwiebeln

1 Zitrone

1 Bund Petersilie

1 daumengroßes Stück Ingwer

4 Zehen Knoblauch

2 EL Kokosöl

Olivenöl, Weidebutter,

Salz & Pfeffer, Curry- und Chilipulver

Die Leber häuten und anschließend säubern. Danach in

Scheiben schneiden.

Ingwer in Streifen schneiden und Knoblauch hacken.

Alles in eine Schüssel geben, mit Salz, Pfeffer, Petersilie,

Chili würzen und in Olivenöl marinieren.

Rosenkohl säubern und halbieren. Mit Curry, Salz und

Pfeffer würzen und Kokosöl dazugeben. Im Ofen eine

halbe Stunde auf 180° Umluft rösten.

Leber in einer Pfanne mit Weidebutter anbraten. Innen

sollte die Leber noch leicht rosa sein. Danach mit

frischen Zitronensaft beträufeln.

Zwiebeln in Ringe schneiden und im Bratensaft anbraten.

Pastinaken schälen und in dünne Scheiben schneiden. In

eine heiße Pfanne geben und in Butter anbraten.

62


Gaumenfreuden

63


Begegne deinem

Carb-Kater

Tipps zum einstieg

Halte dich an die

Basics

1

Es gibt mittlerweile

viele Varianten der

Paleo-Ernährung.

Wie jedes dynamische

Thema entwickelt sich

auch dieses Thema rasant

weiter, was den einen oder

anderen Einsteiger etwas

verwirrt. Daher würde

ich zumindest am Anfang

zu den Basics raten:

Fleisch, Fisch, Eier essen,

soviel du willst. Dazu viel

Gemüse, am besten alle

Farben, ebenfalls soviel du

willst. Mit Obst, Nüssen,

Kräutern und Gewürzen

abrunden.

Das heißt auch, dass man

auf folgende Lebensmittel

unbedingt verzichten sollte:

Alles, was aus Getreide

hergestellt wird, meiden.

Keine Hülsenfrüchte.

Keine Milchprodukte

Ausnahme: Butter. Denn

Butter ist gutes Fett.

Keine industriell verarbeiteten

Lebensmittel

Kein Zucker.

Keine Pflanzenöle.

Ausnahme: Avocados,

Kokosmilch/öl, Olivenöl.

2

Die Umstellung auf

die Paleo-Ernährung

bedeutet für

die meisten Menschen

auch eine Umstellung auf

weniger Kohlenhydrate.

Die Paleo-Ernährung

ist zwar nicht wirklich

eine Low-Carb-Ernährung,

kommt ihr aber aus

verschiedenen Gründen

schon recht nahe. Auf

jeden Fall limitiert sie die

Insulin-Ausschüttung und

fördert die Ausschüttung

von Glucagon, was beides

sehr gut ist! Das bedeutet,

dass dein Körper in der

Anfangsphase neue Enzyme

bauen muss, die ihm

helfen, seinen Energiehaushalt

und seine Verdauung

stärker auf Proteine und

Fette auszurichten. Das

sind Dinge, die für deinen

Körper eigentlich selbstverständlich

sein sollten, er

aber mit der Zeit „verlernt“

hat. Diese Anfangsphase

braucht etwas Zeit, typischerweise

eine Woche. In

dieser Zeit fühlt man sich

etwas komisch: Wie nach

einem Kater, etwas benebelt,

vielleicht mit Heißhunger

auf Süßes. Keine

Angst, das ist normal und

vergeht wieder.

Frühstücke anders

3

Die meisten Menschen,

die mit der

Paleo-Ernährung

anfangen, haben noch Probleme

mit dem Frühstück:

Was soll ich essen, wenn

Brot und Müsli plötzlich

verboten sind

Eier. Keine Angst, denn Eier

sind gesund! Du kannst

bedenkenlos haufenweise

Eier essen, ohne dass dein

Cholesterin-Spiegel davon

beeinflusst wird. Denn der

wird eher von Insulin als

vom Nahrungs-Cholesterin

beeinflusst, und Insulin

wird von deinem Kohlenhydrat-Anteil

in der Nahrung

beeinflusst. Da dieser jetzt

dank Paleo-Ernährung

zurückgeht, werden sich

auch deine Cholesterin-Werte

verbessern, egal

wie viele Eier du isst.

Hier ein paar Tipps

gegen den Carb-Kater:

Wer will kann sich die

Umstellung auf Paleo

mit ein paar „guten“

Kohlenhydraten erleichtern:

Möhren und

Wurzeln, Süßkartoffeln,

Kochbananen.

Gehe die Dinge mit

etwas mehr Ruhe an:

Dein Körper übt noch,

wie das mit der Fettverbrennung

funktioniert.

Daher solltest

du dich in dieser Phase

nicht übermäßig anstrengen.

Genieße dein Essen

und habe keine Angst

mehr vor Fett:

Das ist jetzt deine

neue Energiequelle

und sie ist viel zuverlässiger,

gesünder und

weniger launisch als

Kohlenhydrate.

Und wenn der Low-

Carb-Kater vorbei ist,

wirst du dich über

mehr und vor allem

gleichbleibende Energie

für den ganzen

Tag freuen.

64


Tipps&Tricks

Paleo für unterwegs

Mache dich schlau

4

Trotz guter Vorsätze

lauert an jeder

Straßenecke die

Versuchung, zurückzufallen:

Kantinen, Fastfood-Läden

und Restaurantbesuche

mit Kollegen sind voll von

Dingen, die in der Paleo-Ernährung

ein No-Go sind.

Hier sind ein paar Tipps,

wie man trotz Zivilisations-Ess-Anstalten

wie

ein Urzeitmensch schlemmen

kann:

McDonald’s, Döner- und

andere Burger-Buden:

Nimm’ den größten

Burger/Döner den Du

kriegen kannst, und lass

die Brötchenhälften weg.

Döner gibt es oft auch als

Döner-Teller, also ohne

Brot. Oder nimm einfach

einen Salat ohne Dressing.

Italiener oder Pizza/

Pasta-Buden:

Für echte Italiener sind

Nudeln nur Vorspeisen und

unter den Hauptgerichten

finden sich erstaunlich viele

Paleokompatible Speisen.

Sushi-Lokale:

Prinzipiell ist Sushi etwas

tolles für den Paleofreund,

wenn da nicht so viel Reis

dran hängen würde. Eine

Möglichkeit wäre Sashimi

zu bestellen.

Sei konsequent

oder mache kontrollierte

Ausnahmen

5

Beides funktioniert:

Wer Zweifel an

seiner Willenskraft

hat, der kann sich pro Woche

einen Ausnahme-Tag

gönnen. Das ist besser,

als das Paleoprojekt nach

dem ersten Ausrutscher

aufzugeben.

Ich habe früher am Samstag

meine Ausnahme gemacht

und dann durchaus auch

Kuchen oder Nudeln

gegessen. Doch mit der

Zeit merkte ich, dass die

Ausnahmen mir gar nicht

so gut bekamen und ich

immer weniger Freude

daran hatte. Und so wurde

ich von alleine 100% konsequent.

Konsequent zu sein ist

oft leichter, als Kompromisse

oder Ausnahmen zu

machen: Dann muss man

sich keine Gedanken mehr

machen, ob jetzt eine

Ausnahme gerechtfertigt

ist oder nicht.

6

Wer sich in das

Thema einliest,

der versteht mehr.

Und wer mehr versteht, tut

sich leichter, konsequent

zu bleiben. Außerdem ist

die Paleo-Ernährung ein

spannendes Thema voller

neuer und faszinierender

Einblicke in den menschlichen

Stoffwechsel.

Leider gibt es nur wenige

deutsche Bücher zum

Thema, aber es werden

immer mehr. Hier eine

Auswahl:

Die Steinzeit-Diät So

kriegen Sie Ihr Fett weg

natürlich fit, schlank

und gesund wie vor

200.000 Jahren von

Art de Vany. Endlich

ist dieser Klassiker der

Paleo-Literatur auch auf

Deutsch erschienen! Art

de Vany könnt ihr auch in

der ARD-Steinzeit-Dokumentation

sehen.

Syndrom X oder Ein

Mammut auf den Teller!

Mit Steinzeitdiät aus

der Wohlstandsfalle von

Nicolai Worm. Dieses

Buch beleuchtet die Probleme

unserer heutigen

Zivilisationsernährung

von vielen Seiten und

kommt immer wieder zu

dem Schluss, dass uns

mehr Steinzeit-Ernährung

sicher gut tun würde.

Suche dir Gleichgesinnte

7

Allein ist es

oft schwer, ein

Nischenthema

wie die Paleo-Ernährung,

durchzuziehen. Da tut man

sich sicher leichter, wenn

man Gleichgesinnte kennt.

Die Primal / Paleo in

Germany Facebook-Gruppe

hat mittlerweile über

300 Mitglieder aus ganz

Deutschland, die sich

regelmäßig über alle Facetten

der Paleo-Ernährung

austauschen. Ebenfalls

auf Facebook gibt es noch

die Paleogruppe „Freunde

der Steinzeit-Ernährung“,

die häufig einen stärkeren

Bezug zum Sport hat.

Constantin Gonzalez

65


Kaiserlich

Ohne Frühstück

fit und fröhlich!

Wir sollen frühstücken am besten „wie ein Kaiser“. Das Frühstück sei die wichtigste

Mahlzeit des Tages und notwendig für Konzentration und gute Laune. So jedenfalls

lauten die Angaben der Ernährungsgesellschaften. Aber die Realität ist: Je nach Nation

frühstücken 5 bis 30 Prozent der Bevölkerung nicht. Mehr als 60 Prozent der Europäer

verzichten mehr als einmal pro Woche darauf. Dafür gibt es viele Gründe: Die einen

wollen abnehmen, die anderen haben keine Zeit, eine kleine Gruppe kann es sich nicht

leisten. Ein häufig genannter Grund ist jedoch: „Ich habe keinen Appetit“. Seltsam eigentlich,

denn nach vielen Stunden Schlaf, ohne jede Energiezufuhr, wäre es logisch,

nun hungrig wie ein Bär auf Nahrungssuche zu gehen.

Interessant ist, dass wenig oder nichts nach dem Aufstehen

zu essen, das ursprüngliche Frühstücksverhalten

sein könnte. Heutige Naturvölker, die noch als Jäger und

Sammler leben, essen häufig erst einige Stunden nach

dem Wachwerden eine größere Nahrungsportion. So

starten die Hadza, Jäger und Sammler in Tansania, etwa

eine Stunde nach dem Aufstehen meist frühstücksfrei

zur Jagd. Zwei bis drei Stunden später, wenn ein erstes

größeres Tier erlegt ist, wird ein Teil des Fleischs gegrillt

und gegessen. Ungefähr zwei Stunden nach dem Aufstehen

starten andere Gruppenmitglieder zum Sammeln

von nussähnlichen Baobab-Samen oder graben

nach Wurzeln. Manche werden kurz geröstet, andere

frisch verzehrt. So steht eine erste Mahlzeit nach etwa

drei bis vier Stunden und einer ersten körperlichen und

geistigen Aktivität bereit.

Menschen haben fast zwei Millionen Jahre als Jäger

und Sammler gelebt. In dieser Zeit wurde der Stoffwechsel

optimal an diese Lebensweise und die Art der

Nahrungsmittel angepasst. Seit weniger als 10.000

Jahren sind Menschen sesshaft und leben von bis dahin

unbekannten Nahrungsmitteln, z.B. glutenhaltigen

Getreiden. Gene, und damit auch die Stoffwechselvorgänge,

passen sich zwar an neue Umweltbedingungen

an, jedoch meist nicht so schnell. Es gibt deutliche

Hinweise darauf, dass glutenhaltige Getreide für viele

Menschen nicht optimal verträglich sind. Etliche haben

nach dem Verzehr von Brötchen, Brot, Müsli, Pizza oder

Lasagne starke Müdigkeit, Konzentrationsprobleme,

Magen-Darm-Beschwerden oder einen Stimmungsabfall.

Frühstücksbrötchen oder Müsli sind offensichtlich

nicht für alle empfehlenswert.

Zudem unterliegt das Hungergefühl einem inneren

Tagesrhythmus, mit einem Tiefpunkt am Morgen und

einem Höhepunkt am Abend. Gesteuert wird dies vor

allem durch das Stresshormon Cortisol. Es mobilisiert

unabhängig von akutem Stress körpereigene Energie

in der Aufwachphase. Der Blutzucker wird erhöht, das

Hungergefühl sinkt. Wer ein umfangreiches Abendessen

zu sich genommen hat, dem stehen außerdem

nach bis zu zehn Stunden Verdauungszeit diese Nährstoffe

morgens zur Verfügung. Diese Kombination aus

rhythmischem Cortisolspiegel und Nährstoffverwertung

des Abendessens könnte Teil unseres genetischen

Erbes sein, welches aus der Jäger-und-Sammlerzeit

stammt. Wer morgens keinen Appetit hat, kommt dieser

ursprünglichen Ernährungsweise sehr nahe. Kein

Grund also für ein schlechtes Gewissen, wenn das

Frühstück vor dem Arbeits- oder Schulstart schwerfällt

und deshalb ausfällt.

67


tipp 1: für

Frühstücks-

Verweigerer

Wenig oder nichts früh am

Morgen essen ist ok!

Einfach etwas Passendes für später

mitnehmen, wenn der Appetit

kommt, z.B. Studentenfutter, hartgekochtes

Ei, Obst.

Tipp 3: fürs Wochenende

und alle, die

ihr Gehirn lieber

pikant als süSS auf

Hochtouren bringen

möchten

Herzhafter Gehirn-Jubel.

Für Top-Konzentration sorgt die Kombination aus einer

Eiweißquelle mit Vitamin- und Mineralstoffquellen. Beispiele

sind Fleisch- oder Bratenreste bzw. Schinken mit

Gemüsestreifen; geräucherte Forelle oder Lachs mit Artischocken

oder Oliven; Rührei, Omelette oder Spiegelei

mit gerösteten Sonnenblumen- oder Kürbiskernen oder

gedünsteten Pilzen. Zu allem passt eine große Portion

Kräuter nach Saison und Belieben wie Petersilie, Rucola,

Basilikum, Löwenzahnblätter, Radicchio.

68


Kaiserlich

Tipp 2: für Eilige mit wenig Hunger

Schnellstart, fruchtig-würzig.

Einen schnell zubereiteten und leicht trinkbaren Vitamin- und Mineralstoffschub bieten Frucht-Smoothies (z.B. Banane

mit Kiwi und Ingwer oder ein paar Mandeln, Chiasamen oder Cashewkernen) oder Grüne Smoothies mit

Wildpflanzen (z.B. Spinatblätter, Rucola oder Blutampfer, Brennnessel) und einem Stück Obst; eine Portion von ca.

300 ml genügt. Wichtig, trotz aller Eile: frische Zutaten verwenden, keine fertigen Mischungen aus der Tüte oder

abgepackte Smoothies, um die maximale Nährstoffpower zu erhalten. Schon gewusst Wildpflanzen enthalten

bis zu zehnmal mehr Nährstoffe als Salat und Gemüse aus dem Supermarkt. Wer Brennnesselblätter und samen

verwendet und Frisches vom Waldrand mitbringt, kann sich Nahrungsergänzungsmittel sparen.

Wer sich etwas mehr Zeit nehmen möchte und Alternativen zu

klassischen Frühstückslieblingen wie Brot, Brötchen und Müsli

sucht, findet Frühstücksrezepte für moderne Jäger und Sammler in:

Das PaläoPower-Kochbuch Energie und Lebensfreude aus der

Steinzeitküche. C.H. Beck-Verlag, 2014

Dr. Sabine Paul

www.palaeo-power.de

69


Paleo im Büro

Eine der gröSSten Herausforderungen bei der Ernährungsumstellung auf Paleo ist

wohl die Umsetzung im Arbeitsalltag, Insbesondere wenn man zu den Büromenschen

gehört oder mit Kollegen in der Mittagspause ein Restaurant aufsucht. Aber auch wenn

einem am Nachmittag die Energie fehlt und man nach einem kleinen Snack schmachtet.

Im Arbeitsalltag gibt es einige Hürden zu nehmen. Darum gibt es hier ein paar Tipps und

Anregungen, die hilfreich sind, um Paleo im Büro umzusetzen. Ich mag die Dinge einfach

und bequem. Danach richten sich auch meine Ideen zum Mittagessen für unterwegs bzw.

für das Büro.

Ideen für das Mittagessen im Büro

1. Resteverwertung

In der Regel bleibt bei mir immer etwas vom Kochen am

Vorabend übrig. Diese Reste verwerte ich gerne, um am

Folgetag meine Tupperware damit zu füllen und mit ins

Büro zu nehmen. Dort genieße ich mein Essen dann

entweder kalt oder erhitze es in der Mikrowelle. Wenn

mir also die Zeit fehlt, auswärts essen zu gehen oder

ich ganz einfach Geld sparen möchte, dann ist dies eine

meiner liebsten Varianten für ein Mittagessen im Büro.

Schaut man nur mal nach Japan. Die Menschen dort

essen unglaublich gesund und zwar auch im Büro. Bei

ihnen sind die sogenannten Bento Lunch Boxen sehr beliebt.

Diese beinhalten kleine Fächer, die sie mit allerlei

gesunden Lebensmitteln füllen. Getreu diesem Prinzip

kann man Brokkoli, Karottensticks, Gurkenscheiben,

kleine Frikadellen und alles, was man sonst noch mag,

mit ins Büro nehmen.

2. Salat der Klassiker

Planung ist das beste Mittel gegen Paleo-Fehltritte im Alltag.

Wichtig ist, dass man sich immer schon im Voraus

Gedanken darüber macht, was man am nächsten und

übernächsten Tag zum Mittag essen möchte. Um nicht

zu viel Zeit für die Vorbereitung zu verwenden, eignen

sich Salate gut. Diese können bereits am Vorabend

vorbereitet werden. Dann kann auch das Dressing oder

die Marinade gut durchziehen. Für die wichtige Proteinversorgung

kann man noch Hühnchen- oder Rinderstreifen

anbraten. Auch dies nimmt nur einige Minuten

in Anspruch und gibt einem die nötige Energie, um den

Arbeitstag zu bestehen. Wenn es tatsächlich mal ganz

schnell gehen soll, greift man einfach zu Dosenthunfisch.

3. Wraps Die abwechslungsreiche Alternative

Ob Radicchio, Römer-, Eisbergsalat oder sogar

gekochter Kohl können eine gute Alternative zum


Alltag

herkömmlichen Wrap darstellen. Das Salatblatt einfach

mit Gemüse sowie Proteinen wie Rindfleisch-, Hühnchenstreifen,

Thunfisch, Shrimps oder sogar Rinderhack

füllen und schon hat man ein leicht zu transportierendes

Mittagessen.

4. Eiermuffins Schnell und einfach

Wenn man sein Frühstück macht, dann kann auch

gleichzeitig das Mittagessen vorbereitet werden. Die

Zubereitung von Eiermuffins ist auch kein großer (Zeit-)

Aufwand. Einfach ein paar Eier verquirlen und in die Muffinsform

geben. Dazu ein bisschen Gemüse, Zwiebeln

und eventuell Schinken hinzugeben und ab in den Ofen.

Die Eiermuffins sind bereits fertig, während man noch

am Frühstückstisch sitzt.

Auswärts essen mit Kollegen

Nicht immer kann und will man seine Mittagspause im

Büro verbringen. Ich gehe gerne mit meinen Kollegen

zum Mittagessen. Es hilft mir abzuschalten, um neue

Kraft zu tanken. Außerdem eignet sich das gemeinsame

Essen mit Kollegen, um sich auszutauschen und

Beziehungen zu pflegen. Jedoch ist hierbei auch die

Versuchung besonders groß, wenn die Kollegen zu Pasta

greifen, gerade wenn das Menü nichts Paleo-freundliches

herzugeben vermag. Das ist so allerdings nicht wirklich

richtig. Denn ob beim Italiener oder beim Asiaten, es gibt

eigentlich immer die Möglichkeit Paleo zu wählen. Eine

gute Variante ist immer ein Salat, am besten natürlich

mit Hühnchen oder Rindfleisch. Beim Dressing hilft es

meistens nachzufragen, was es genau beinhaltet oder um

eine Paleo-konforme Vinaigrette zu bitten. Eine weitere

Möglichkeit besteht darin, einfach die Kartoffeln, Pommes

oder den Reis zum Steak nicht zu verzehren. Es ist

vielleicht gerade am Anfang ein wenig komisch und die

Kollegen können eventuell nicht die plötzlich entwickelten

Ansprüche beim Mittagessen nachvollziehen. Aber dies

ist nur eine kurze Phase und meist hilft es, die Beweggründe

und die Vorteile von Paleo zu erläutern. Es ist

schließlich nichts Schlimmes, auf seine Gesundheit zu

achten. Immerhin ist Gesundheit unser wichtigstes Gut.

Ideen für Paleo-Snacks am Arbeitsplatz

Neben den Ideen zum Mittagessen, habe ich auch noch

ein paar Anregungen für kleine Snacks am Arbeitsplatz.

Dadurch wird die Gefahr ausgeschlossen, doch zum

Schokoriegel zu greifen. Auch bei Snacks für unterwegs

oder im Büro gilt es zu planen. Denn um diese so

abwechslungsreich wie möglich zu gestalten, trifft man

bereits am Wochenende einige Vorbereitungen:

1. Rohkost

Die wohl einfachste Variante für den Fall, wenn der kleine

Hunger kommt, ist wohl nicht der fertige Milchreis aus

dem Kühlregal, sondern ein bisschen Obst, Gemüse und

nicht zu vergessen Nüsse einzustecken. Ein Apfel, eine

Banane, ein Stück Gurke, Kohlrabi, Karotten, Cherrytomaten

oder Paprika eignen sich gut für den Verzehr im Büro.

2.Eier

Hart gekochte Eier lassen sich leicht transportieren und

sind ebenso einfach und schnell am Morgen zuzubereiten.

3. Trockenfleisch & getrocknete Früchte

Trockenfleisch sowie getrocknete Früchte eignen sich

übrigens auch wunderbar für den Nachmittagssnack

im Büro. Insbesondere Trockenfleisch spendet wertvolle

Proteine.


Alltag

4. Avocado

Ein richtiger Energiespender ist die Avocado. Einfach

in schmale Streifen geschnitten und eventuell noch

mit ein bisschen Balsamico-Essig und Meersalz gewürzt,

ergibt dies einen super Snack.

5. Bananenbrot

Schnell und einfach Zuhause zubereitet, lässt sich das

in Scheiben geschnittene Bananenbrot wunderbar mit

ins Büro nehmen und ersetzt bei der Nachmittagskaffeepause

das Stück Kuchen.

6. Müsliriegel

Wer am Nachmittag immer mal wieder Lust auf etwas

Süßes bekommt, der sollte vielleicht am Abend oder

am Wochenende 30 Minuten Zeit investieren und die

Paleo Müsliriegel selbst zubereiten. Sie lassen sich in

größeren Mengen vorbereiten, sind haltbar und dabei

leicht ins Büro mitzunehmen.

7. Möhren-Bananen-Muffins

Ebenso wie die Paleo Müsliriegel lassen sich auch

Möhren-Bananen-Muffins mit geringem Zeitaufwand

als Snack für die Arbeitswoche vorbereiten. Gleichzeitig

sind sie sehr sättigend und machen sich daher

gerade für Tage besonders gut, an denen man länger

arbeiten muss. So schafft man es locker bis zum

Abendessen durchzuhalten.

Ich gebe zu, dass es nicht immer einfach ist, sich im

Arbeitsalltag an die Paleo-Prinzipien zu halten. Dennoch

ist es nicht unmöglich. Es ist eine Gewöhnungssache.

Es mag also ein paar Wochen dauern, bis man

Routine gefunden hat. Wichtig ist einfach, am Ball zu

bleiben und auszuprobieren, was am besten funktioniert.

Kocht man also lieber schon am Wochenende

im Voraus für die gesamte Woche oder einfach ein

wenig mehr, wenn man das Abendessen zubereitet.

Das muss einfach jeder für sich ausprobieren.

Alle Rezepte sind auf www.paleolifestyle.de zu finden.

Paleo Iris

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Iris ist Mutter, Crossfitterin und Paleoanerin. Sie liebt gesunde

Ernährung und vielfältiges Essen und hält sich mit CrossFit sportlich

fit. Mit Paleolifestyle.de betreibt sie einen Foodblog, der neben

leckeren Paleo Rezepten auch über Gesundheitsthemen und den

Paleo-Lebensstil informiert ganz nach dem Motto: „Paleo is not a

diet, it‘s a lifestyle.“

73


Überblick


Regionalisierung Überblick

75


Globalisierung ist in unserer heutigen

Welt nicht mehr wegzudenken. Das betrifft

auch die Lebensmittelindustrie.

So findet man heute im Supermarkt eine

Vielzahl von Lebensmitteln, die es in

unseren Breitengraden nicht gibt. Selbst

das bei uns heimische Obst und Gemüse

wird durch das aus anderen EU-Staaten

im Supermarkt ersetzt.

Zur Paleo Lebensweise gehört der Bezug von regionalen

und damit auch saisonalen Lebensmitteln zumindest

für den Großteil der Einkäufe. Als Konsument ist es

jedoch oft nicht einfach, regionale Produkte zu erkennen

und oft scheitert es bereits an der unterschiedlichen

Interpretation von Regionalität.

Wie definiert sich regional

Das Thema Regionalität hat sich insbesondere in den

letzten Jahren zu einem zentralen Thema für Verbraucher,

aber auch für die Lebensmittelindustrie entwickelt.

Bei der Wahl zwischen Bio und regional kaufen Verbraucher

lieber regionale Produkte. Das spiegelt sich auch

in den Lebensmittelmärkten wieder. Denn ihre Regale

sind voll von vermeintlich regionalen Angeboten. Wohl

auch um die Kunden nicht an die zunehmend beliebten

Wochenmärkte und Hofläden zu verlieren.

Kein Wunder, denn die Beliebtheit regionaler Lebensmittel

ist darauf zurückzuführen, dass sie in der Saison

reif geerntet werden, kurze Transportwege zum Handel

und somit zum Verbraucher benötigen und damit

klimaschonend sind. Ein weiterer Vorteil von regionalen

Produkten ist, dass einige bestimmte Verarbeitungsverfahren

und Rezepturen besitzen, die nur in dieser Region

zum Einsatz kommen. Der Kauf dieser Lebensmittel

führt zur regionalen Wertschöpfung und zum Erhalt von

Arbeitsplätzen in dieser Region.

Doch wie definiert sich „regional“

Hierfür gibt es leider keine einheitliche Definition. Die

Region lässt sich sowohl räumlich als auch soziokulturell

eingrenzen. Selbst geografisch betrachtet, gibt es hier

große Unterschiede. Regionalität liegt eben im Auge des

Betrachters. So kann die Region als ein Raum definiert

werden, der kleiner als ein Nationalstaat also Deutschland

ist, aber größer als eine Kommune. Auch Naturräume

können einer Region ihren Namen geben, wie

beispielsweise der Schwarzwald.

Regionalität bei Lebensmitteln bedeutet in der Regel,

dass ein Großteil des Rohstoffes des Produktes aus der

Region kommt, sodass regionale Lebensmittel für die

regionale Nahrungsmittelversorgung produziert werden.

76


Regionalisierung

Bei „Monoprodukten“ liegt der Anteil bei 100 %. Dies

sollte auch für die Verarbeitung und Fertigung der

Produkte gelten. So finden Produktion, Vermarktung und

Konsum dieser Produkte in einem geografisch festgelegten,

abgegrenzten Raum statt, womit kurze Transportwege

als ein Merkmal von Regionalität zu sehen sind.

Eine regionale Erzeugung, aber eine darüber hinausgehende

Vermarktung der Produkte, ist bei regionalen

Spezialitäten der Fall. Dies sind oft Produkte mit Tradition

und einem historischen Bezug zum Ort oder der

Rezeptur. In der Regel haben sie einen Einfluss auf die typischen

Ess- und Trinkkultur der entsprechenden Region.

Woran erkennt man den regionalen Bezug

als Verbraucher

Das Problem, was sich beim Einkauf für den Verbraucher

ergibt, ist die Vielzahl von Kennzeichnungen und

Vermarktung der Lebensmittel durch die Hersteller oder

auch der Händler mit Begriffen wie „Region“, „Nähe“

und „Heimat“ ohne nachvollziehbare Eingrenzung der

geografischen Herkunft der Produkte. Schließlich können

Hersteller und Händler auch höhere Preise für die Regionalität

der Lebensmittel verlangen.

77


Regionalisierung

Ein weiteres Problem besteht darin, dass es keine

gesetzlichen Vorgaben für die regionale Herkunft der

Zutaten und der regionalen Verarbeitung gibt. Die

gängigsten bundesweit genutzten Kennzeichnungen

für Regionalität habe ich hier zusammengetragen.

EU-Ursprungszeichen

Auf EU-Ebene existieren zwei geschützte Ursprungszeichen.

Ist ein Lebensmittel mit „g.U.“ für geschützte

Ursprungsbezeichnung oder „g.g.A.“ für geschützte

geographische Angabe gekennzeichnet, so bedeutet

dies, dass das entsprechende Lebensmittel in einem

abgegrenzten geographischen Gebiet erzeugt, verarbeitet

und hergestellt wurde bzw. eine Verbindung zwischen

mindestens einer der Produktionsstufen der

Erzeugung, Verarbeitung oder Herstellung und der

betreffenden Region besteht. Beispiele für g.U. sind

Parma Schinken, Allgäuer Emmentaler, Griechischer

Feta. Beispiele für g.g.A. Schwarzwälder Schinken.

Hier erfolgt die Verarbeitung wie das Würzen, Pökeln,

Räuchern und Schneiden im Schwarzwald.

g.U. gibt eindeutig Auskunft über die Herkunft. So

müssen die Produkte in einem festgelegten Gebiet

nach bestimmten Kriterien erzeugt, verarbeitet und

hergestellt werden.

g.g.A. informiert den Verbraucher lediglich darüber, ob

eine der Produktionsstufen in der Region stattfindet. So

kann das Fleisch für die Thüringer Rostbratwurst aus

den Niederlanden stammen und nur die Herstellung der

Wurst tatsächlich in der Region erfolgen.

Qualitätszeichen der Bundesländer

Darüber hinaus haben zahlreiche Bundesländer bereits

eigene Herkunfts- und Qualitätskennzeichen entwickelt,

bei denen in der Regel unverarbeitete Lebensmittel zu

100% regional sein müssen (verarbeitete Lebensmittel

interessieren uns Paleoaner sowieso nicht).

Regionalfenster

Das Problem der staatlichen Qualitätszeichen der

Bundesländer sind die uneinheitlichen Kriterien. Um

hier den Erwartungen des Verbrauchers besser gerecht

zu werden, wurde das Regionalfenster als Initiative des

Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und

Verbraucherschutz entwickelt.

Es gibt dem Verbraucher Aufschluss über den Prozentsatz

aller Zutaten, die aus der Region stammen. Zusätzlich

wird der Ort der Verarbeitung ausgewiesen. Seit dem

Jahr 2014 ist das Regionalfenster bundesweit eingeführt.

Das Regionalfenster ist eine freiwillige Kennzeichnung

und wohl auch aufgrund der Dauer des Zertifizierungsprozesses

bisher noch nicht sehr weit verbreitet. Zu

finden ist es vor allem bei Edeka, REWE und Tegut.

Direktvermarktung und Internetplattformen

Neben den bereits genannten Kennzeichnungen gibt es

noch diverse Regionalinitiativen mit eigenen Siegeln.

Doch am einfachsten ist für den Verbraucher im

Dschungel der Regional-Siegel und Kennzeichnungen

wohl die Variante der Direktvermarktung im Hofladen,

in Bauernläden oder auf dem Wochenmarkt. Hier sollten

Bauern bzw. Händler über die Herkunft und den Anbau

der Produkte Auskunft geben können.

Mittlerweile gibt es auch eine Vielzahl von Internetplattformen,

die einen Überblick über Direktvermarkter,

Bauern und Lebensmittel-Manufakturen in der Nähe

geben. Nach ein bisschen Recherche im Internet findet

man die nötigen Informationen für Direktvermarkter in

der Region. Auch wenn wir heutzutage die Möglichkeit

haben, exotisches Obst und Gemüse aus anderen Ländern

täglich zu verzehren, so sollte beim Paleo Lebensstil

vorrangig heimisches oder gar regionales Obst und

Gemüse auf den Tisch kommen.

Paleo Iris

78


Artgerecht

Immer mehr Menschen verzichten oder

reduzieren ihren Fleischkonsum. Zur

Begründung nennen sie neben ethischen

Überlegungen und Tierliebe oft auch ökologische

Argumente und die Bekämpfung

des Hungers in der Welt.

Es besteht kein Zweifel, dass Züchtung, Haltungsformen,

Transporte und Schlachtung von Nutztieren viele

Fragen aufwerfen. Doch stellt ein Verzicht auf Fleisch

die Lösung dar

Wiederkäuer z.B. sind Weidetiere, die über Jahrmillionen

nie in Nahrungskonkurrenz zum Menschen

standen. Im Gegenteil Rinder, Schafe, Büffel, Ziegen

etc. fressen, was wir Menschen nicht nutzen können

die Zellulose der Gräser und wandeln sie in für

uns hochwertige Nahrung um, nämlich in Fleisch mit

wertvollem Eiweiß und Fett.

Zudem sichern sie Millionen von Kleinbauern die Existenz,

sofern wir deren Märkte nicht mit billigen Fleisch

aus Massentierhaltung zerstören. Von den rund 5 Milliarden

Hektar urbarem Land auf dieser Erde sind rund 70%

Weideland, das der Erzeugung tierischer Lebensmittel

dient. Und das ist keineswegs Notwendigkeit, denn diese

Flächen sind für den Ackerbau meist ungeeignet. Tierhaltung

ist hier die einzige Möglichkeit, nachhaltig Nahrung

zu gewinnen. Nicht zuletzt sorgt eine vernünftige Beweidung

auch für den Erhalt der Kulturlandschaften und der

Bodenfruchtbarkeit von der Mongolei bis ins Allgäu,

von der Schwäbischen Alb bis in die Pampa Südamerikas.

Gerade in Zeiten des Klimawandels wurde vor allem

viel über Rinder, die angeblich riesige Mengen an Methan

in die Atmosphäre freisetzen, diskutiert. Doch bei Weidetierhaltung

sind die Tiere keine Klimakiller. Im Gegenteil.

Beweidetes Dauergrünland bindet unvorstellbar große

Mengen an Kohlendioxid (CO 2 ), es bindet Humus und

dient damit der langfristigen Ernährungssicherung.

In der industriellen Haltung hingegen werden die Kühe

vom Weideland verdrängt. Anstelle von Gras werden sie

mit viel (gentechnisch verändertem) Kraftfutter gefüttert.

Zudem kommen im industriellen Zeitalter stickstoffhaltige

Düngemittel in der Landwirtschaft und Tiermast zum

Einsatz. Lachgas (N 2

O) ist ein Treibhausgas, das fast

300-mal so klimaschädlich ist wie CO 2 . Insbesondere

bei der intensiven Düngung von Monokulturen wie Getreide,

Mais und Soja wird Lachgas ausgestoßen. Ein

Drittel der weltweiten Getreideernte wird heutzutage

an Nutzvieh verfüttert.

Nachhaltige Beweidung fördert hingegen die Humusbildung

und diese ist der Garant für die Bodenfruchtbarkeit.

So sollte man beim Kauf von Fleisch auf das landwirtschaftliche

System dahinter schauen. Grünland

dient dem Klimaschutz und die Kuh ist dazu geschaffen,

dieses Land zu nutzen, ohne es zu zerstören. Im

Gegensatz hierzu werden in Agrarbetrieben mit Massentierhaltung

die Tiere mit eiweißreichem Kraftfutter

wie Mais, Soja und Getreide gefüttert. Dieses Futter

können Wiederkäuer nicht nur schlecht verdauen,

sondern es schädigt auch aus den genannten Gründen

die Umwelt. Wenn man Fleisch mit gutem Gewissen

genießen möchte und gleichzeitig etwas Gutes für die

Umwelt tun will abgesehen von den Gesundheitsfaktoren

dann sollte man Fleisch nach den folgenden

Kriterien kaufen:

Artgerechte Haltung (Weidehaltung

statt Massentierhaltung)

Keine Verwendung von Antibiotika

und Wachstumshormonen

Keine gentechnisch veränderten

(Kraft-)Futtermittel

79


80

Interview:

Peter Link


Gesprächsstoff

Erzählen Sie von Ihrem Unternehmen.

Mitten im Herzen des Nürnberger Knoblauchslandes

betreiben wir bereits in der vierten Generation mit viel

Liebe und Sachverstand Gemüseanbau. Das QS-Siegel

zertifiziert die qualitätsvolle und hochwertige Herstellung

unserer Produkte. Dahinter steckt ein lückenloses

Kontrollsystem vom Anbau bis zum Verkauf. Wir

achten auf gesunde Pflanzen und natürliche Bodenfruchtbarkeit

durch weitestgehende Vermeidung von

chemischem Pflanzenschutz.

In unserem Hofladen bieten wir ein vielfältiges

Produktsortiment. Neben feldfrischem regionalem

Gemüse bietet der Hofladen auch knackiges Obst und

Südfrüchte, naturreines Landbrot, regionale Nudeln,

Eier vom Bauernhof, Kräuter, Natursalze, Honig, Marmeladen

und mehr.

Bereits mehr als 150 Gastronomiebetriebe rund um

Nürnberg profitieren von unserem Lieferservice und

setzen auf frische Ware direkt vom Erzeuger.

Bei der Paleo-Ernährung wird viel Wert auf Qualität

und Frische der Produkte gelegt. In ihrem Hofladen

kann man sich davon überzeugen, dass Ihnen dieser

Grundsatz ebenso am Herzen liegt. Wie schaffen Sie

es, eine so hochwertige Gemüsevielfalt herzustellen

Wir verfügen über langjährige Erfahrung. Genau genommen

betreiben wir bereits seit 1922 Gemüseanbau.

Wissen und Erfahrungsschatz wurden so über vier

Generationen weitergegeben. Außerdem produzieren wir

mit viel Herzblut und lassen unsere Pflanzen so natürlich

wie möglich gedeihen. Hierfür benötigt man ein gewisses

Gespür für die Produkte, den „grünen Daumen“.

An erster Stelle steht immer die maximale Frische

unserer Produkte. Die Ernte erfolgt täglich sehr früh

am Morgen. Anschließend wird diese im Hofladen

verkauft oder feldfrisch an die Gastronomie und an

den Handel ausgeliefert. Auch beim Zukauf achten wir

auf beste Qualität.

Wir unterliegen ständigen Qualitätskontrollen. Wir

sind ein kontrolliert integrierter Gemüseanbaubetrieb.

Neutrale Untersuchungslabore entnehmen ständig

Boden-, Blatt- und Fruchtproben. Das QS Siegel unterstreicht

die hochwertige Herstellung unserer Produkte.

Heutzutage ist alles rund um die Uhr verfügbar.

Warum sollte man wieder mehr auf saisonales Obst

und Gemüse zurückgreifen

Natürlich schmeckt es einfach besser. Auch unsere

Kulturlandschaft ist wichtig. Produkte, die hier produziert

werden, dienen der wirtschaftlichen Stärkung des

Raumes. Kurze Wege sparen Energie und Rohstoffe. So

können Umwelt- und Verkehrsbelastung durch Transporte

verringert werden.

Welche Vorteile hat man, wenn man regionale

Produkte kauft

Bei Obst und Gemüse ist die „Frische“ entscheidend

für Inhaltsstoffe und Geschmack. Kunden mit Unverträglichkeiten

wie beispielsweise Histaminintoleranz

schwärmen von der guten Verträglichkeit aufgrund der

Frische und kurzen Lagerung.

Kurze Wege zwischen Herstellungs- und Verkaufsort

ermöglichen die Ernte zum optimalen Reifezustand.

Vitamine und Nährstoffe bleiben erhalten ohne Qualitätsverluste

durch lange Lieferzeiten.

Die unmittelbare Nähe zwischen Erzeuger und Verbraucher

schafft vertrauen. Der Konsument weiß, woher

das Produkt stammt, welches auf seinem Teller landet.

81


Gesprächsstoff

Ich habe gesehen, dass Sie auch Lebensmittel zukaufen.

Bei welchen Händlern beziehen Sie Ihre Produkte

und was ist Ihnen dabei wichtig

Vieles, was wir nicht selbst anbauen, wird in erster

Linie regional aus dem Knoblauchsland bezogen.

Südfrüchte und Waren, die importiert werden müssen,

werden nach höchsten Anspruchskriterien am Großmarkt

Nürnberg ausgewählt. Wir achten beispielsweise auf den

Geschmack, Frische, Reifegrad, das Herkunftsland.

Wo kann man ihr Gemüse noch kaufen

Im Fach- Einzel- und Großhandel. Zahlreiche Gastronomiebetriebe

aus dem Nürnberger Raum beziehen

unsere Produkte und kochen saisonal und frisch.

www.gemuese-link.de | info@link-gemuese.de

Am Wegfeld 21 | 90427 Nürnberg

+49 (0) 911 - 38 11 84

Öffnungszeiten:

Mo. bis Fr. 08:00 - 18:00 Uhr

Sa.

08:00 - 13:00 Uhr

„Wir produzieren mit viel Herzblut und

lassen unsere Pflanzen so natürlich

wie möglich gedeihen“

82


Saisonkalender für Regionales OBST & Gemüse

Lebensmittel

Jan

Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Obst

Apfel

Aprikose

Birne

Blaubeere / Heidelbeere

Brombeere

Erdbeere

Himbeere

Holunderbeere / Flieder

Johannisbeere

Kirsche

Mirabelle

Pflaume

Quitte

Rhabarber

Stachelbeere

Wassermelone

Weintraube

Zwetschge

In diesem Monat frisch verfügbar.

In diesem Monat als Lagerware verfügbar.

Lebensmittel

Jan

Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

GEMÜSE

Aubergine

Blumenkohl

Gartenbohne

Brokkoli

Champignon

Fenchel

Grünkohl

Gurke

Kohlrabi

Kürbis

Lauch / Porree

Lauch- / Frühlingszwiebel

Mangold

Möhre / Karotte

Paprika

Pastinake

Radieschen

Rosenkohl

Rote Beete

Rotkohl

Schwarzwurzel

Spargel

Spinat

Spitzkohl

Staudensellerie

Tomate

Topinambur

Weißkohl

Wirsingkohl

Zucchini

Zuckerschote

Zwiebeln

In diesem Monat frisch verfügbar.

In diesem Monat als Lagerware verfügbar.


Landliebe

Der Erde

ganz nah

85


Landliebe

86


Bildersprache

87


Bildersprache

88


Landliebe

89


Landliebe

90


Bildersprache

91


Anlaufstellen

Lebensmittel

Bezugsquellen

Anbauverbände

biokreis.de

bioland.de

biopark.de

demeter.de

gaea.de

naturland.de

Weidefleisch

neuland-fleisch.de

Postleitzahl 0

bioeinkauf-sachsen.de

amg-sachsen-anhalt.de

diekuhhorster.de

Deutsch-Angus Rindfleisch

Stefan Toelle

08309 Eibenstock

hammergut-blauenthal@

gmx.de

Telefon: +49 175 - 8 42 93 20

Postleitzahl 1

filetstueck-berlin.de

grassbeef-company.de

Postleitzahl 2

gefluegelhof-schmabek.de

hofladen-bauernladen.info

schuemannhof.de

straussenhof-marten.de

Postleitzahl 3

biohof-meyer-arend.de

meierhof.de

scherer-direkt.de

Postleitzahl 4

bestbeef.de

defeijterhof.de

hof-keil.de

hof-kloecker.de

naturlandhof-buening.de

Postleitzahl 5

bioladen-schultenhof.de

Biomarkt Planz

Regine Mayer-Planz

Bahnhofstraße 5

55435 Gau-Algesheim

Telefon: +49 6725 - 67 60

Telefax: +49 6725 - 96 32 59

Postleitzahl 6

bauer-etzel.de

biospahn-metzgerei.de

hofgut-hohenwald.de

hof-schleiersbach.de

land-partie.de

Eichelbacher Hof,

61276 Weilrod - Ortsteil

Rod an der Weil

Tel.: +49 6083 - 24 67

Ingo Küther

Alt Wildsachsen 13

65719 Hofheim-Wildsachsen

Telefon: +49 6198 - 3 23 09

Telefax: +49 6198 - 57 13 25

i.kuether@freenet.de

Stenger Armin

Hofmetzgerei

Barbarossastr. 4

63755 Alzenau

Telefon: +49 6023 - 74 35

Postleitzahl 7

besh.de

bioalb-weidefleisch.de

biohof-braun.de

gaertnerhofdecker.de

hofmetzgerei-greiss.de

imkergut.de

laufbachhof.de

my-balzhofen-shop.de

schmaelzle.com

schottische-hochlandrinder.de

Postleitzahl 8

guenztal-weiderind.de

Postleitzahl 9

angusmanufaktur.de

die-biobauern.de

fleischlust.com

gefluegelhof-schubert.de

link-gemuese.de

regionalbuffet.de

92


Anlaufstellen

93


Überblick Bewegungsdrang

Train

ing

for

94


Überblick

95


Funktionelle Fitness ist heutzutage in aller

Munde und kann als die Fähigkeit bezeichnet

werden, die es uns ermöglicht, Aktivitäten

des Alltags sicher, unabhängig und

ohne groSSe Erschöpfung durchzuführen.

Meiner Meinung nach kann funktionelles Training als

die Art von Training angesehen werden, die zur Erreichung

individueller Ziele des Sportlers, bei möglichst

geringem Zeit- und Energieeinsatz, führt. Die Definition

macht deutlich, dass funktionelles Training für meine

geliebte Oma anders aussieht als für einen Gewichtheber

und dieser anders funktional trainieren muss, als

ein Marathonläufer. Ohne tiefer auf die individuellen

funktionellen Ansprüche einzugehen, sollte funktionelles

Training darüber hinaus:

alle Arten der Muskelkontraktion beinhalten (exzentrisch,

isometrisch, konzentrisch)

Bewegungen über mehrere Gelenke miteinbeziehen

Bewegungen über die sagittale, transversale und frontale

Ebene beinhalten

die Propriozeption, Stabilität, Flexibilität, Mobilität

und Balance fördern

96


Bewegungsdrang

Die traurige Wahrheit ist, dass der aktuelle Trend der

Fitnessbranche dahin geht, zwanghaft jede Übung zu

überfunktionalisieren. Dadurch mutieren immer mehr

Trainingseinheiten zu dramatischen Zirkusvorstellungen,

die jeden Sinn und Zweck verfehlen. Kniebeugen

auf Gymnastikbällen oder anderen instabilen Oberflächen,

Medizinball- oder Kettlebellzirkel sind nur einige

Auswürfe der Fitnessszene. Abgesehen von der stark

erhöhten Verletzungsgefahr durch den Einsatz instabiler

Oberflächen, kann diese Art des Trainings dennoch zu

funktionalen Verbesserungen führen. Schließlich ist jede

Form der Bewegung im Kern funktional und besser als

sich überhaupt nicht zu bewegen. Allerdings sind die

Verbesserungen bestenfalls gering und kommen nur bei

sehr schlecht konditionierten Personen zum Tragen.

In Anbetracht der aktuellen Studienlage wird deutlich,

dass v.a. eine Steigerung der Kraft zu einer Verbesserung

der funktionellen Fitness führt, unabhängig

davon, ob Maschinen oder freie Gewichte, stabile oder

instabile Oberflächen, Einzel- oder Mehrgelenkübungen

zur Kraftentwicklung herangezogen werden. Der

einfachste und mit Abstand effizienteste Weg, um Kraft,

Propriozeption, Balance, Stabilität, Mobilität und damit

die funktionelle Fitness zu verbessern, ist, Multigelenkbewegungen

mit freien Gewichten auf stabilen Oberflächen

durchzuführen. Konkret heißt das: Mach tiefe

Kniebeugen, Kreuzheben, Bankdrücken und Klimmzüge

zu deinen besten Freunden und zum regelmäßigen

Bestandteil deiner Trainingseinheiten.

Leider streiten sich vermeintliche Fitnessexperten im

Internet darüber, wer sich die besten und funktionellsten

Übungen einfallen lässt, nur um über die eigene Inkompetenz

hinweg zu sehen und sozial geförderten und

weichgespülten Pseudofitnesstrends Anerkennung zu zollen.

Traurig dabei ist, dass der durchschnittlich Fitnessinteressierte

versucht, diesen „Fitnessprofis“ nachzueifern

und dadurch in seiner Entwicklung eingeschränkt wird.

Keiner wird das Rad neu erfinden können. Die besten

Übungen und Trainingsmethoden gab es schon bevor

das „functional training“ Gehör fand. Die Grundübungen

sind wie die griechischen Philosophen der vergangenen

Tage und sie werden uns in Zukunft noch stärker prägen

als die Mario Barths unserer Zeit, der hier sinnbildlich

den auf einem Wackelbrett ausgeführten Kettlebellsnatch

repräsentieren soll. Preiset die Grundübungen.

Anastasios Tasso Karamitros

Anastasios Tasso Karamitros haben schon im Kindesalter sportliche

Leistungen fasziniert. Durch sein ernährungswissenschaftliches

Studium hat er sich immer weiter mit Ernährung und Fitness

beschäftigt. Heute ist er Geschäftsführer des Power Athletic

Gyms und leitet verschiedene Trainingsgruppen, die ihm die

Möglichkeit geben, neue Trends und Daten aus der Wissenschaft

auf ihre Praxistauglichkeit hin zu prüfen. Mehr über ihn findet man

auf www.power-athletics-gym.de

97


Herzfrequenz

Bewegung ist wichtig

Dass Sport und Bewegung gesund und glücklich machen, ist zwar jedem bekannt,

jedoch kein allzu beliebtes Credo.

Dabei liegt der Drang zur körperlichen Aktivität in der

Natur des Menschen denn: „Wer rastet, der rostet.“

Evolutionsbiologisch gesehen, ist der Normalzustand des

Menschen seit den Jäger-und-Sammler-Kulturen schlichtweg

durch Bewegung geprägt. Diese ist durch den

modernen Fortschritt zwar nicht mehr für das Überleben

essenziell, auf lange Sicht jedoch der einzige Weg für

ein gesundes Leben. Zu oft verlangen Alltag und gesellschaftliche

Normen eine Unterdrückung dieses Drangs.

Erwachsene werden nach langen Autofahrten unruhig,

Kinder, nach längerem Sitzen in der Schule, zappelig. In

meiner Kindheit war ich froh, wenn ich nach der Schule

draußen spielen und rumrennen konnte. Heute entwickelt

sich der Trend leider eher dahin, nach der Schule

vor der Glotze oder dem Computer abzuhängen.

Durch regelmäßigen Sport wird nicht nur der Körper

und das Herz-Kreislauf-System gestärkt und der Stoffwechsel

optimiert, sondern auch die Ausschüttung von

Myokinen und Endorphinen erhöht. Diese vermehrte

Ausschüttung verbessert nicht nur das mentale Wohlbefinden,

sondern ist in den meisten Fällen bei der Behandlung

von klinischen Depressionen sogar sehr effektiv bei

der Linderung der Symptome.

Neben psychischen Erkrankungen nehmen strukturelle

Leiden wie Rückenschmerzen und Bandscheibenvorfälle

in unserer Gesellschaft überhand, die leider allzu

oft operativ behandelt werden. Der moderne Alltag

verlangt nicht unsere Beweglichkeit in vollem Umfang

zu nutzen, wodurch sich diese immer mehr verschlechtert

„use it or loose it“. Wir entwickeln Dysbalancen

und Kompensationsmuster, um die mangelnde Beweglichkeit

auszugleichen. Orthopädische Erkrankungen

unseres Körpers sind nur eine Frage der Zeit.

In Anbetracht dieser Tatsachen liegt der Schluss nahe,

dass nicht, wie so oft behauptet wird, eine bedarfsgerechte

Ernährung der wichtigste Faktor für ein gesundes

Leben ist, sondern die körperliche Betätigung in

unserem kompletten funktionellen Bewegungsradius.

Wer sich mehr bewegt und seine Muskeln mit Krafttraining

stärkt, läuft auch nicht so schnell Gefahr zu viel

zu essen, da ein gutes Trainingsprogramm akut Kalorien

verbrennt und der Zugewinn an Muskelmasse den

Bewegungsapparat entlastet und 24 Stunden am Tag

Energie beansprucht.

Warum dann also dem natürlichen Bewegungsdrang widerstehen

Manchmal fehlen Zeit und Lust. Wer sich kaum

bewegt, verbraucht weniger Energie. Wer sich zusätzlich

schlecht und ungesund ernährt, leidet bereits oder bald an

Übergewicht. Ein Laster, das heutzutage jedes fünfte Kind

tragen muss. Nach Amerika ist Deutschland das Land mit

dem größten Anteil an fettleibiger Bevölkerung.

Harte, aber wandelbare Fakten. Der erste Schritt ist

bekanntlich der schwerste auf geht’s!

Anastasios Tasso Karamitros

98


Herz- Kreislaufsystem wird

gestärkt

die Ausschüttung von Myokinen

und Endorphinen bessert

das Mentale Wohlbefinden

Der Stoffwechsel wird

optimiert

Rückenschmerzen und

Bandscheibenvorfällen wird

Vorgebeugt

Durch den Zugewinn an

Muskelmasse wird der passive

Bewegungsapparat entlastet

und mehr Kalorien pro Tag

verbrannt

Arterienverkalkung (Arteriosklerose)

kann vorgebeugt

werden

Vorteile regelmäSSiger bewegung

99


100

Interview:

Anastasios Tasso

Karamitros


Gesprächsstoff

Stell dich kurz vor.

Mein Name ist Anastasios Karamitros. Ich bin Ernährungswissenschaftler,

Coach, Ben&Jerrys Liebhaber, helfe

Sportlern und Privatpersonen bei der physischen Vorbereitung

und ich bin, neben Leszek Zieleniec, der Gründer

des Power Athletics Gyms.

Was ist das Power Athletics Gym und was hat dich

dazu bewegt es zu gründen

Power Athletics Gym ist ein Trainingszentrum für Jedermann,

der fit(er) werden möchte. Unser Klientel erstreckt

sich vom Rentner bis hin zu Olympiasiegern.

Die aktuell als modern geltenden Fitnessstudios in

Bayern hinken etwa 20-30 Jahre der Sportwissenschaft

hinterher. Die Ausstattung ist nicht funktional, die Ausbildung

der Trainer ist schlecht und den Vereinssportlern

und Athleten fehlt dadurch die Möglichkeit, ihr Vereinstraining

optimal zu unterstützen. Wir haben es uns zur

Aufgabe gemacht, diesen Umstand, der unsere eigene

Entwicklung gehemmt hat, zu ändern.

Marathonläufer und der muss anders trainieren als ein

Gewichtheber. Im Power Athletics Gym berücksichtigen

wir diesen Unterschied und jeder trainiert funktional,

aber eben seinen Zielen entsprechend unterschiedlich.

Auch wenn beim Crossfit eine saubere Übungsausführung

gelehrt wird, zeigen Untersuchungen, dass beim

Crossfit die Prävalenz von z.B. Schulterverletzungen

höher ist als bei olympischen Gewichthebern. Wir halten

unsere Athleten gesund, denn weniger Verletzungen

bedeuten weniger Verlust von Trainingszeit und mehr

Leistungssteigerung. Power Athletics Gym ist resultatorientiertes

Training, euren Zielen entsprechend, Crossfit ist

eine modische Bewegungstherapie.

www.power-athletics-gym.de | info@power-athletics-gym.de

Muggenhofer Straße 172 | 90429 Nürnberg

+49 (0) 911 - 66 44 24 08

Welche Vorteile bietet mir das Training in eurem Gym

gegenüber dem klassischen im Fitnessstudio

In erster Linie wirst du Resultate erzielen. Wir haben

einmaliges Trainingsequipment und verbinden Kraft-,

Ausdauer-, Strongman-, Calisthenic-, Beweglichkeits-, und

Powertraining mit Sprint-, Agilitäts- und Sprungtraining

auf unserem Kunstrasen. Bei uns arbeiten Profis und

wir können auf ein internationales Expertennetzwerk bei

speziellen Anliegen zurückgreifen. Unsere Leistungen

umfassen, Personal Training, Mannschafts-, bzw. Kleingruppentraining,

Bewegungsanalysen, Trainings- und

Ernährungsplangestaltung.

Auch wenn wir oft nicht als Gesundheitsstudio wahrgenommen

werden, liegt hierin unsere Hauptexpertise, da wir

unsere Sportler gesund und Leistungsfähig halten müssen.

Wenn man sich über die Paleo Lebensweise informiert,

stößt man irgendwann auf Crossfit. Diese Trainingsmethode

beschäftigt sich ebenfalls mit dem funktionellen

bzw. natürlichen Bewegen. Wo liegen die Parallelen und

wo die Unterschiede zu eurem Trainingskonzept

Crossfit ist ein Kurs und die einzige Parallele ist, dass wie

bei uns, hauptsächlich mit freien Gewichten bzw. dem

eigenen Körpergewicht trainiert wird. Funktional ist euer

Training dann, wenn ihr dadurch eure Ziele erreicht und/

oder eure Leistungsfähigkeit verbessert. Beim Crossfit

machen alle das nach, was von einem vorgemacht wird.

Ein Fußballer muss einfach anders trainieren als ein

101


102


Wildnis

Zurück zur Natur!

Die Natur gibt uns alles, was wir zum Leben benötigen. Leider ist das den meisten

Menschen nicht mehr bewusst. Sie haben vergessen, woher sie kommen,

denn der Abstand zur Natur wird von Generation zu Generation gröSSer. Es

fehlt ihnen das Vertrauen in die Natur und der Bezug dazu.

Naturvölker empfinden sich häufig als Teil der Natur

und achten deshalb darauf, diese zu bewahren. So auch

unsere Vorfahren aus der Altsteinzeit. Sie hatten eine

mystische und enge Beziehung zur Natur und zu allem,

was sie umgab. So war ihre Umwelt automatisch voller

magischer und geheimnisvoller Kräfte.

Der jahrhundertelange Verfall dieser Spiritualität hat

uns so weit gebracht, dass wir vergessen haben, wo unsere

Wurzeln liegen. In der zivilisierten Welt ist Achtung

und Respekt der Natur und Umwelt wenn überhaupt

- nur noch schwach ausgeprägt. Die Gleichgültigkeit

gegenüber Natur und Umwelt nimmt heute stetig zu.

Jüngere Generationen wissen immer weniger über die

Natur und die darin vorkommenden Zusammenhänge.

Durch die Industrialisierung und die dadurch bedingte

materialistische Sichtweise ist unser Leben heute

geprägt von Wissenschaft, Technik und Sicherheit. Die

Verantwortung für sich selbst, das eigene Handeln,

wurde schon lange abgegeben. Vertraut wird nicht

mehr sich selbst oder der Natur, sondern auf Statistiken

und Meinungen anderer, insbesondere auf die der

Medien oder von Autoritätspersonen wie Politikern,

Ärzten oder Lehrern.

Bei den meisten Krankheiten wäre vielen Menschen

schon geholfen, sie würden sich wieder mehr an der Natur

orientieren und mehr Verantwortung für sich selbst

übernehmen. Fundamental und der einzig dauerhaft

funktionierende Weg ist hier der Bezug zur Natur. Die

meisten Menschen können nichts dafür, dass ihnen

dieser Bezug fehlt, denn er wird uns in der zivilisierten

Welt abtrainiert. Das zieht letztendlich eine weltweite

Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts nach sich.

So lange der Mensch sich gedanklich außerhalb der

Natur sieht, solange ist die Umwelt dem egozentrischen

Verhalten des Menschen ausgesetzt. Alle in der Natur

vorkommenden Prozesse sind aufeinander abgestimmt

und durch unseren heutigen Lebensstil geraten diese

Prozesse immer stärker durcheinander. Das Ökosystem

wird krank und die Menschen werden es auch.

Gesund durch die Natur

Doch dem können wir auch entgegenwirken, indem wir

den Bezug zur Natur wieder herstellen. Helfen kann

dabei der typische „Paleo-Gedanke“: Was hätten die

Steinzeitmenschen getan Was haben unsere Vorfahren

anders gemacht Darüber nachzudenken, woher wir

kommen und wie wir viele Jahrtausende gelebt haben,

hilft uns dabei, den richtigen Weg zu erkennen, der Natur

und unseren Wurzeln wieder näher zu kommen. Wir sind

ein Teil der Natur, die Wahrheit liegt in uns! Diesen Weg

dann letztendlich zu beschreiten, bedeutet Verantwortung

für sich selbst zu übernehmen, sich eigene Gedanken

zu machen und sich nicht auf die Meinungen und

Ansichten anderer zu verlassen. Wir lernen dadurch, dass

uns die Natur im Prinzip alles gibt, was wir zum Leben

brauchen und dass das wiederum gar nicht viel ist.

Dadurch können wir Ängste abbauen und die heute typischen

und allgegenwärtigen Sicherheitsgedanken über

Bord werfen. Wer den Paleo-Lifestyle lebt, ist auf dem

richtigen Weg. Mit einer naturnahen Verhaltensweise

103


Wildnis

tun wir nicht nur unserem Körper etwas Gutes, sondern

auch der Natur. Wer für sich selbst nur das Beste will,

geht entsprechend auch mit seinen Mitmenschen, den

Tieren, den Pflanzen und Umwelt um. Wenn wir alles dafür

tun, gesund zu bleiben, helfen wir automatisch auch

der Natur, im Gleichgewicht zu bleiben.

Die ganze Erde mit allen Lebewesen und Pflanzen verfügt

über starke Selbstheilungskräfte. Sie ist perfekt und

immer danach bestrebt, besser zu werden, Wunden zu

heilen, Fehler zu korrigieren. Kaum einer hat noch Vertrauen

in die Selbstheilungskräfte. Aber auch, weil durch

den Lebensstil in der zivilisierten Welt die Selbstheilungskräfte

schwinden. Doch wie können wir wieder einen

besseren Bezug zur Natur aufbauen und gleichzeitig

damit auch unsere Abwehrkräfte stärken

Naturnah ernähren

Das, was wir unserem Körper täglich zuführen, wird

leider immer noch viel zu oft unterschätzt. Doch genau

das, mit dem wir unseren Körper nähren, hat eine enorme

Bedeutung für unsere Gesundheit, für die lebenserhaltenden

körperlichen Prozesse. Der Paleo-Gedanke

hilft zu verstehen, welche Nahrung die Natur für uns als

Lebewesen vorgesehen hat. Diese Ernährungsweise wird

seit Jahrmillionen von den Menschen praktiziert und

unser Körper hat sich über all die Zeit daran angepasst.

Sie ist unverfälscht und gibt dem Körper, was er benötigt,

um einwandfrei funktionieren zu können. Körperliche

und seelische (Zivilisations-)Krankheiten oder Allergien

können geheilt werden. Außerdem lernen wir dadurch

unseren Körper kennen und unsere körperlichen Bedürfnisse

besser zu spüren.

Naturnah bewegen

Unser ganzer Körper funktioniert besser, wenn wir

uns bewegen. Wir regen dadurch Prozesse bzw. den

Stoffwechsel an und stärken dadurch - vor allem - das

kardiovaskuläre System, Herz und Kreislauf. Die durch

die Nahrung zugeführten Nährstoffe gelangen besser in

unsere Zellen, damit unser Körper einwandfrei funktionieren

kann. Dabei reicht schon leichte Bewegung aus.

Denn auch in Sachen Bewegung kann man sich an

den Steinzeitmenschen orientieren: Sie waren sicher

sehr aktiv, wenn es um die Nahrungssuche ging.

Hochleistungssport haben sie aber bestimmt nicht

betrieben. Sie hatten direkten Kontakt zur Erde. Wenn

wir also barfuß laufen, im Garten arbeiten, in einem

See baden oder uns auf andere Art und Weise in der

Natur aufhalten, sind wir stets „geerdet“ und somit

entspannter und ausgeglichener.

Am besten ist Bewegung natürlich an der frischen

Luft. Wir halten uns heute meist in geschlossenen

Räumen auf in denen Luft oft Sauerstoffarm und

möglicherweise schadstoffbelastet ist. Besonders für

Menschen, die in Städten leben, in denen die Schadstoffbelastung

noch höher ist, als auf dem Land, ist es

wichtig, regelmäßig in die Natur zu gehen und darauf

zu achten, wirklich frische Luft zu tanken.

Forscher haben herausgefunden, dass sich der Aufenthalt

im Wald am besten auf unsere Gesundheit auswirkt.

Hier ist die Luft am besten und sauerstoffreichsten,

die Geräusche wie Vogelgezwitscher, das Rascheln der

Blätter, plätschernde Bäche wirken beruhigend, die

vielfältigen Gerüche entspannend und aktivierend. Die

Ruhe und Gelassenheit, die ein Wald ausstrahlt, bewirken

dasselbe für unsere Stimmung. „Waldbaden“ ist in Japan

bereits eine anerkannte Therapieform. Forscher haben

herausgefunden, dass von Pflanzen gebildete Abwehrstoffe,

die sich in besonders hoher Konzentration in der

Waldluft befinden und die wir somit einatmen, eine sehr

positive Wirkung auf unsere Gesundheit haben.

Einfach einfacher leben

Ein naturnaher Lebensstil macht uns nicht nur gesünder

und glücklicher, er macht unser Leben auch

einfacher und unkomplizierter. Das zieht sich in

alle Lebensbereiche hinein. Es lebt sich automatisch

104


Überblick

unbeschwerter, unbesorgter, stress- und angstfreier und

sogar kostengünstiger. Man wird gelassener, die Intuition

verbessert sich und wir finden leichter den Weg in die

Entspannung und einen genussvollen Lebensstil voller

Lebensfreude. Mit dieser positiven Energie können wir

auch andere anstecken und sie wiederum davon überzeugen,

ebenfalls ein für Mensch und Umwelt - gesünderes

Leben zu führen.

Denn nach den Prinzipien des Paleo-Lifestyles zu leben

bewirkt, dass wir mehr über uns und die Umwelt nachdenken.

Wer danach lebt, spürt, zu was unser Körper

fähig ist, was wir selbst für uns Gutes tun können, welche

wunderbaren Hilfsmittel Mutter Erde uns bereit legt.

Man bekommt Vertrauen in den eigenen Körper, Vertrauen

in die Natur. Das tut gut, schafft Zuversicht und wirkt

befreiend. Wichtig ist, ohne Scheuklappen durch das

Leben zu gehen, sich auf Neues einzulassen, zu interessieren,

zu hinterfragen und zu informieren, festgefahrene

Gedankenstrukturen zu überdenken und herauszufinden,

was einem persönlich gut tut.

Auf geht‘s! Es ist Zeit, die eigene Gesundheit selbst in

die Hand zu nehmen, für sich selbst Verantwortung zu

übernehmen und dadurch gleichzeitig die Welt zu einer

Besseren zu machen.

Xenia Klädtke

Xenia Klädtke wendet sich in allen Bereichen des Alltags wieder

mehr der Natur zu. Das hat bei ihr insbesondere gesundheitlich viel

Positives bewirkt. Durch dieses „natürliche“ und nachhaltige Denken,

haben sich ebenso viele ihrer Ansichten verändert. Sie fasste mehr

Vertrauen in das Leben und sieht die Dinge heute lockerer und unbesorgter

als früher. Jedoch hinterfragt sie nun mehr die Informationen,

die täglich auf uns zivilisierte Menschen einprasseln. „Zurück

zur Natur“ ist ihre Vision und Mission. Ihre Erfahrungen und Tipps

möchte sie auf ihrem Blog www.greenaliving.de weitergeben.

105


MovNat

Movnat Ein Synonym

für Natürlichkeit

MovNat ist weltweit führend in körperlicher Bildung und Fitness der natürlichen Bewegung

und stellt die Revolution des Fitnesstrainings dar.

Bei MovNat geht es um das Wiedererlernen natürlicher

Bewegung, das Krabbeln, Gehen, Laufen, Balancieren,

Springen, Klettern, Heben, Tragen, Werfen, Fangen.

Durch das Training der natürlichen Fähigkeiten entwickelt

sich ganz von selbst eine Fitness, die 100%

praktisch und an die unvorhersehbare Umwelt oder an

jede Situation anpassungsfähig ist. MovNat ist darauf

ausgerichtet, die volle Bandbreite unserer evolutionären,

natürlichen und für den Menschen spezifischen

Bewegungen einzuschließen, um die bestmögliche

Bewegungskompetenz zu erreichen.

MovNat ist ein umfassendes und wirksames System,

das strukturiert, progressiv und sicher darauf abzielt,

den Körper auf die reale Welt vorzubereiten und ein

Optimum an physischer und mentaler Entwicklung zu

erzielen. Nicht das Training von Kondition, sondern

das Erlernen von fundamentalen Bewegungsfähigkeiten

des Menschen steht im Vordergrund. Eine überragende

Kondition und Fitness sind dabei ein Nebenprodukt.

Zentral ist der Aufbau einer physischen Kompetenz, die

sich aus den drei Bereich Achtsamkeit, Fähigkeiten und

Kondition zusammensetzt.

Dieses Unterrichts- und Fitness-System führt jeden,

unabhängig von Alter, Größe, athletischen Fähigkeiten

oder der Gesundheit, durch das Wiedererwecken,

dem Wiedererlernen und der Meisterung aller natürlichen

Bewegungsfähigkeiten des Menschen zur einzig

wahren und richtigen Fitness. MovNat ist auf jedes

Leistungsniveau anpassbar, sicher, macht Spaß und ist

herausfordernd.

Das Training hat nichts zu tun mit quälenden und

vorgeschriebenen Workouts, sondern beinhaltet Kraft,

Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Gewandtheit

auf natürliche und nicht künstliche Weise. Was den

konventionellen Programmen fehlt, sind Fähigkeiten, die

im MovNat-Training wesentlich sind und zur Ausbildung

wahrer Fitness nötig sind:

13 MovNat Bewegungsfähigkeiten werden in 3 Hauptkategorien

eingeteilt:

Fähigkeiten der Fortbewegung (Gehen, Laufen,

Balancieren, Springen, Krabbeln, Klettern, Schwimmen)

Fähigkeiten der Manipulation (Heben, Tragen,

Werfen, Fangen)

Fähigkeiten des Kampfes (Schlagtechniken, Grifftechniken)

5 Achtsamkeits-/ Fokusierungsbereiche:

Haltung und Atmung

Koordination und anmutige Bewegung

Anpassungsfähigkeit

Körperbewusstsein / Propriozeption

Die Philosophie zielt auf das Wiedererwecken eines

schlummernden Teiles des modernen Menschen ab.

Das Laufen, das Klettern und vieles mehr soll auf eine

ganz einfache, spielerische und natürliche Weise wieder

erlernen werden. Dieser Prozess wird den Trainierenden

gesünder und glücklicher machen. Movnatting ist wie

alles im Leben das, was daraus gemacht wird. Wenn

man sich dazu bekennt, es übt und lernt wird man

vielleicht seine wahre Natur „wiederentdecken" und

deshalb ein glücklicherer Mensch sein.

MovNat unterscheidet sich stark von der endlosen

Litanei der Fitness-Trends und steht für sich alleine, ist

aber für alle anderen konventionellen Systeme die Basis,

weil es die grundsätzlichen menschlichen Bewegungsfähigkeiten

gleichermaßen trainiert.

Bernd Reicheneder

106


MovNat

stehen

Stehen ist fundamental

Durch falsches Stehen wird die

Fußmuskulatur geschwächt und es

können Haltungsprobleme entstehen.

Deshalb Lerne wieder richtig

zu stehen. Konzentriere dich auf

den Untergrund und nutze deinen

großen Zeh, um die größtmögliche

Stabilität aufzubauen.

gehen

Gehen trainiert die Muskeln

Als Ausgleich zu dem täglichen

Sitzen im Büro, sollte man täglich

spazieren gehen. Das trainiert den

ganzen Körper und macht zudem

den Kopf frei. Dabei ist es wichtig,

die Arme locker mitzunehmen.

Hocken

Hocken entlastet und stärkt

Diese natürliche Haltung entlastet

die Wirbelsäule, schafft Flexibilität

und stärkt zudem Fußknöchel, Knie,

Hüfte und Wirbelsäule.

Springen

Springen verhilft zu Elastizität

Um seinem Körper mehr Spannkraft

und Elastizität zu verleihen,

ist Springen eine gute Übung. Am

besten springt man im natürlichen

Rhythmus (180bpm).

107


108

Interview:

Bernd

reicheneder


Gesprächsstoff

Stell dich kurz vor. Wie bist du auf MovNat gekommen

und was ist deine Mission als Trainer

Mein ganzes Leben war immer schon von Bewegung,

Sport und Fitness bestimmt. Ein Kind vom Land mit

Natur, Freibad, Tennis, Fußball und glücklicherweise Karate.

Karate bestimmte 20 Jahre lang mein Leben, dabei

studierte ich Sportwissenschaft an der TU München und

kam dabei mit allem konventionellem was mit Sport,

Fitness und Bewegung zu tun haben kann, in Berührung.

Überschnitten hat sich das Sportstudium dann

mit einem Studium der Klassischen Archäologie. Sportarchäologie

Sport bei den Völkern der alten Welt ein

immenser Schatz für das Verständnis über die Entstehung

des Sports und seine Entwicklung bis in die heutige

Zeit. Auf die Essenz und den Sinn der menschlichen

Bewegung bin ich dann endlich bei MovNat gestoßen,

als ich es 2011 zufällig entdeckte und mich spontan entschied,

in Berlin einen 2-Tages-Workshop zu besuchen.

Ein seelischer und beruflicher Lottogewinn. So muss der

Mensch trainieren, um sein trauriges Schicksal zu wenden.

In einer Zeit der Dauerbeschäftigung des Sitzens

und der totalen Abwendung von der Natur muss es

etwas geben, was jeder kann und jeder braucht: Keine

Maschinen, kein künstliches Training und Spielzeug,

sondern die Fähigkeit, sich natürlich zu bewegen.

MovNat macht frei, indem es uns genau das zurückgibt,

was uns als Spezies so erfolgreich gemacht hat.

Ich will den Menschen das einfache Werkzeug geben,

nicht nur stärker und gut aussehend, sondern gesund,

leistungsfähig, wieder näher an der Natur und einfach

besser zu werden.

Wir leben in einer sich ständig verändernden Welt.

Jede Woche gibt es neue Fitness- und Gesundheitstrends

und andauernd versuchen wir uns

anzupassen. Ist das wirklich das, was unser Körper

braucht, um gesund und fit zu werden

Wir werden aus dem Mangel an Wissen dazu verleitet,

uns an Dinge anzupassen, die keine gesicherte Grundlage

haben. Jeden Tag werden über die Medien Informationen

verbreitet, die den gestrigen widersprechen,

jeden Tag kommt ein neues Fitnessgerät oder ein Trend

auf dem Markt, der verspricht, innovativ und endlich die

Lösung aller gesundheitlichen Probleme zu sein. Wenn

es so wäre, dann bräuchten wir keine Physiotherapeuten,

Orthopäden und sonstige Ärzte mehr. Aber genau das

Gegenteil ist der Fall, was beweist, dass es nicht funktioniert,

zumindest nicht nachhaltig. Dazu stellen alle

diese Gesundheitstrends Pauschallösungen dar, die nur

für die Wenigsten einen Ansatz zu einer Verbesserung

bieten. Den Menschen wird durch eine von der Wirtschaft

angetriebenen Verblendung der Bezug zu sich

selbst genommen. Verarbeitung ist aber die Lösung, die

Ursachenfindung und nicht die Symptombekämpfung.

Fitness im wahren Sinne, Gesundheit oder gar Heilung

kann der Mensch nur aus sich selbst heraus, indem er

sich selbst und seine Probleme erkennt und dem gemäß

nach Lösungen sucht.

109


Es geht also um das Training von Fähigkeiten der

Funktionsweise und der Anpassungsfähigkeit des homo

sapiens, denn seine Funktion führte zu seiner Form. Klassisches

Geräte- und Fitnesstraining trainiert weniger die

Funktion und mehr die Form, die man auch als Kondition

bezeichnen kann. Doch die Form / Kondition hat keinen

Bezug zur eigentlichen Funktion und somit auch nicht

zum Organismus, unterfordert diesen somit.

Was ist natürliches Bewegen und worin liegt der Unterschied

zum klassischen Geräte- / Fitnesstraining

Die natürliche Bewegung ist eine über Millionen von

Jahren entstandene Überlebensstrategie, die unseren

gesamten Organismus und unsere Spezies prägt. Ein

Mensch bewegt sich wie ein Mensch, ein Tiger wie ein

Tiger, eine Schlange wie eine Schlage, ein Fisch…, ein

Vogel. Was würde passieren, wenn ein Fisch nicht mehr

schwimmt, ein Vogel nicht mehr fliegt,... Er verliert seine

Fähigkeiten, die seinen Organismus seit jeher prägen.

Was würde passieren, wenn ein Vogel seine Flügel in ein

Gerät einspannt oder ein Gummiband daran festmacht,

würde er dadurch ein besser Flieger werden, als wenn er

sich seiner Materie aussetzt und sein unendlich schlauer

Organismus auf unendlich viele Variablen reagieren

muss Steckt man ein Tier in einen Zoo, dann ist es einer

solchen Degeneration ausgesetzt, da kann man es mit

ihm noch so gut meinen, ihm Spielzeug geben oder die

tollsten technischen Geräte reinstellen, das wird seine originalen

Bedürfnisse nicht stillen, seine Fähigkeiten weder

verbessern noch aufrecht erhalten und seine entstehenden

Probleme nicht lösen.

MovNat lehrt die Menschen, auf eine einzigartige Art

und Weise, die Grundbausteine seines Organismus

wiederherzustellen und ermöglicht einen Weg aus

dem Zoo in die Freiheit.

MovNat beschäftigt sich damit, verlernte Fähigkeiten

wieder zu erlangen. Welche sind das

Natürliche Bewegung beginnt bereits vor der Geburt. Der

Organismus reagiert auf seine Umwelt. Mit der Geburt

passiert etwas ganz gravierendes im wahrsten Sinne

des Wortes. Wir unterliegen der Gravitation, die Kraft,

die alles auf unserem Planeten beherrscht und prägt. So

schnell wie möglich, also ca. 18 Monate lang, arbeitet

der Organismus daran, sich so aufzurichten, um sich

schließlich schnell und effizient vorwärts zu bewegen.

Die Entwicklung des Menschen war davon geprägt, bestimmte

grundlegende Fähigkeiten zu entwickeln, die ihm

das Überleben sicherten: Krabbeln, Klettern, Balancieren,

Gehen, Laufen, Springen, Werfen / Fangen, Heben / Tragen,

Schwimmen und schließlich Kämpfen. Von einem

mehr, vom anderen weniger, aber immer unspezialisiert.

Menschen nehmen die Natur immer weniger als

notwendigen Lebensbereich wahr. MovNat versucht

die Natur wieder ein Stückchen näher zu bringen. Was

sagen deine Kursteilnehmer zum Training im Freien

MovNat findet nicht nur draußen statt, das ist keine

notwendige Bedingung. Alles beginnt erst mal damit,

zu seiner eigenen Natur zurückzufinden. Die wichtigste

Bedingung ist die natürliche Bewegung und die kann

überall stattfinden. Das Training in freier Natur hat den

maximalen gesundheitlichen Nutzen, deshalb biete ich es

persönlich in dieser Form am liebsten an. MovNat wird

aber auch viel im Indoor-Bereich gelehrt und praktiziert.

Die freie Natur ist aber für meine Kursteilnehmer wichtig,

weil sie eine negative Empfindsamkeit gegenüber engen

Räumen, künstlichem Licht, schlechter Luft und einer

Atmosphäre von oberflächlichem Gehabe haben. Viele

Menschen merken das gar nicht, negativ beeinflussen

tut es aber jeden mehr oder weniger. Der Kontakt zu

Gras oder Holz, das Licht, die Luft, die Freiheit und die

110


Gesprächsstoff

Achtsamkeit auf das, was man dabei spürt oder einem

widerfährt, sind die Dinge, die meine Teilnehmer schätzen.

Diese Authentizität schafft aber nur MovNat, weil

andere Outdoor-Aktivitäten der Fitness- und Sportindustrie

nicht auf so eine Art und Weise mit der Natur im

Einklang sind. Auf die Harmonie der Natur erst in uns,

dann um uns kommt es an. Das ist, was ich immer

wieder von meinen Leuten höre.

Wie sieht ein klassisches MovNat Training aus

MovNat-Training ist in erster Linie MovNat-Üben. Fähigkeiten

übt man, Kondition trainiert man. Ein wichtiger

Satz stammt hier von einem sehr wichtigen Vorreiter

einer neuen Trainingsphilosophie namens Terry Laughlin

(Total Immersion-Swimming): „Hier ist Fitness etwas,

das dir widerfährt, während du eine gute Technik übst.“

Eine MovNat-Session ist dreigeteilt: Aufwärmen

Hauptteil Combo. Das Aufwärmen bereitet den

Hauptteil gezielt vor werden dort Techniken geübt,

die Stabilität brauchen, wird Stabilität vorbereitet. Wird

Mobilität benötigt, wird diese vorbereitet. Der Hauptteil

besteht aus dem Üben einer oder maximal von zwei

Techniken, die man verbessern will. Hier wird neben der

Technik auch die Kondition der technikrelevanten Teile

des Bewegungsapparates trainiert, wie oben im Zitat

beschrieben. Dabei ist immer wichtig, 80% Bekanntes zu

üben und 20% Neues dazu zu nehmen (in MovNat wird

vieles in ein 80/20-Verhältnis gebracht, abgeleitet vom

sogenannten Pareto-Prinzip). Am Schluss gibt es eine

Combo, eine Art Zirkeltraining, eine Aneinanderreihung

von drei bis fünf Techniken, die mit einer Intensität ausgeführt

werden, die der Entwicklung des Energiesystems

(Stoffwechseltraining meist im aeroben Bereich) dienen,

bekannte Techniken einschleifen und die Umstellungsfähigkeit

von einer Technik zur anderen trainieren soll.

Welche Menschen sind dafür geeignet

Jeder Mensch ist dazu geeignet, ob jung oder alt, ob angeschlagen

oder topfit, Anfänger oder Vollprofi. Wir sind

alle homo sapiens und der kann nur funktionieren, wenn

er sich um folgende Funktionsteile kümmert: Nervensystem,

Ernährung, Schlaf, Atmung und schließlich Bewegung,

die Psyche richtet sich dann von alleine. Wenn du

mit einem der Teile zu arbeiten beginnst, werden die

anderen Teile davon positiv beeinflusst. Was davon ist

populär Bewegung und Ernährung! Und für beide Teile

gibt es eindeutig optimale Methoden: Für die Bewegung

ist es MovNat - ganz einfach. Und das kann jeder, auf

sein individuelles Niveau angepasst und dann Stück für

Stück aufbauen.

Wie kann ich MovNat ausprobieren

Ich organisiere MovNatDeutschland, wo die meisten

deutschen MovNat Trainer aufgelistet sind. Es lohn sich

sehr, einen Trainer zu kontaktieren und ein kostenloses

Probetraining mitzumachen.

www.movnatmuenchen.de | info@movnatmunich.com

Deggendorfer Straße 1 | 94374 Schwarzach

+49 (0) 160 - 946 43 388

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Kraft & Wärme

SONNE

NUTZEN

„Sonnenbrände sind Gift für die Haut.“ Mit

dieser Schlagzeile warnten vor kurzem

Hautärzte in einem Elternbrief zu Beginn der

Ferienzeit vor „irreparablen Hautschäden

durch Sonnenstrahlen“ und mahnten einen

„vernünftigen Umgang mit der Sonne“ an.

Hintergrund ist die Beobachtung, dass ein

hohes MaSS an Sonnenstrahlung, häufige

Sonnenbrände, vor allem in der Kindheit,

in Zusammenhang mit der Entstehung von

Hautkrebs, insbesondere dem gefürchteten

„schwarzen Hautkrebs“ steht.

Auf der anderen Seite gäbe es ohne Sonne auf der Erde

kein Leben: Nicht nur Pflanzen nutzen Sonnenenergie

zur Energiegewinnung, sondern auch Einzeller, Tiere

und Menschen brauchen direkte Sonneneinstrahlung,

um zu leben:

Sonnenlicht ist ein wichtiger Taktgeber für

Hormone:

Morgens wachen wir auf, weil die Sonne scheint. Gerade

der strahlend blaue Himmel wird von speziellen

Zellen in der Netzhaut als Signal für die Hemmung des

„Schlaf-Hormons“ Melatonin und für die Produktion

von Cortisol, dem „Wach-Hormon“ benutzt. Ohne Sonnenlicht

bleiben wir müde und abgeschlagen.

112


Kraft & Wärme

Sonnenlicht wird von der Haut aufgenommen, um

Vitamin D zu erzeugen, das „Sonnenvitamin“. Dieses

Vitamin (das eigentlich ein Hormon ist) wird schon seit

über 500 Millionen von Jahren in Lebewesen produziert.

Beim Menschen spielt es in fast jedem größeren System

eine wichtige Rolle: Vom Nervensystem über das Immunsystem,

von den Muskeln bis zu den Knochen ist Vitamin

D eine unentbehrliche Komponente zentraler Stoffwechselprozesse.

Umgekehrt ist die Liste der Symptome, die

auf Vitamin-D-Mangel zurückgeführt werden können,

lang: Schizophrenie, Depression, erhöhtes Infektionsrisiko,

Asthma, Übergewicht, Autoimmunkrankheiten, Diabetes,

Muskelschwäche, Knochenwuchsstörungen, Osteoporose

und Krebs. Ohne Vitamin D geht fast gar nichts.

Besonders interessant: Vitamin D spielt nicht nur eine

wichtige Rolle beim Schutz vor Krebs allgemein, sondern

es schützt insbesondere auch vor Hautkrebs.

Bei der Herstellung von Vitamin D in der Haut wird

Cholesterin als Rohstoff genommen: Cholesterin + Sonne

= Vitamin D. Das bedeutet auch: Sonnenlicht senkt

den Cholesterinspiegel, in dem es buchstäblich das

Cholesterin „wegsonnt“. Das kann man im Blut messen,

denn im Winter steigt regelmäßig beim Menschen der

Cholesterinspiegel an.

Erst seit kurzem weiß man, dass Sonnenlicht auch den

Blutdruck senkt: Durch Sonneneinstrahlung wird Stickstoffmonoxyd

aus Reserven in der Haut freigesetzt, das

die Blutgefäße weitet und dadurch den Blutdruck senkt.

113


Kraft & Wärme

Hautkrebs vs. Vitamin D

Wie hoch ist eigentlich das Risiko, am gefürchteten

schwarzen Hautkrebs zu sterben genau

Im Jahr 2012 hat das Robert Koch Institut Daten über

die Erkrankungsraten zum Malignen Melanom der Haut

veröffentlicht: Im Jahr 2010 starben 1568 Männer und

1143 Frauen (insgesamt also 2711 Menschen) in Deutschland

an den Folgen des schwarzen Hautkrebses.

Dem gegenüber schätzen Wissenschaftler, dass von

605.000 Todesfällen pro Jahr, die auf Vitamin-D-sensitive

Krankheiten zurück geführt werden können (dazu gehören

z.B. Herz- und Kreislauf-Krankheiten, Schlaganfall,

Krebs, Diabetes, Infektionen der unteren Atemwege), im

Schnitt etwa 19 % durch eine Verdopplung des Vitamin-D-Spiegels

im Blut verhindert werden könnten.

Das heißt: ca. 112.000 Todesfälle pro Jahr könnten in

Deutschland verhindert werden, wenn der Vitamin-D-Pegel

verdoppelt werden würde. Und andere Vorteile von

Sonnenlicht, wie z. B. die Wellersche Blutdruck-Theorie

sind hierbei noch gar nicht berücksichtigt.

2711 Hautkrebs-Tote vs. 112.000 Vitamin-D-Mangel-Tote

Es ist sicher schwierig, diese Zahlen direkt miteinander zu

vergleichen, schließlich sollte man bei Korrelationsstudien

vorsichtig sein. Doch hier sieht man zumindest, dass zwischen

potenziellen Gefahren und Nutzen von Sonnenlicht

für den Menschen Welten liegen können. Sonne hat also

klare Vorteile, zumal man sich auch sinnvoll gegen zu viel

Sonne schützen kann und sollte.

Sonnencremes sind keine Lösung

Bundesbürger cremen sich im Sommer fleißig ein: Laut

Umsatz mit Sonnenschutzmitteln in Deutschland von

März 2011 bis März 2012 nach Vertriebskanälen (in

Tausend Euro) (Quelle: Statista) gaben die Deutschen

zwischen März 2011 und März 2012 ca. 18,4 Millionen

Euro für Sonnencremes und Aprés-Sun-Produkte aus.

Dabei schützen Sonnencremes nur selten sinnvoll.

Falsche Anwendung

Bei der Berechnung des Lichtschutzfaktors (LSF) einer

Sonnencreme geht die Norm davon aus, dass 2 mg

Sonnenschutzmittel pro Quadratzentimeter Haut aufgetragen

werden. Untersuchungen an Urlaubern zeigen

jedoch, dass in der Praxis weniger als die Hälfte dieser

Menge aufgetragen werden, was einer Reduktion des

Lichtschutzfaktors auf nur ein Fünftel entspricht.

Vorgetäuschter Schutz

Einige Sonnenschutzmittel enthalten entzündungshemmende

Substanzen, die die Entstehung von

Sonnenbrand verhindern sollen. Dabei verhindern sie

aber nur die Reaktion auf die Sonneneinstrahlung,

nicht den Schaden, der durch übermäßige Sonne entsteht.

Da der LSF-Test die Zeit bis um Sonnenbrand

misst, wird hierdurch ein Lichtschutz vorgetäuscht, der

faktisch nicht existiert. Von den 21 in Europa zugelassenen

Sonnenschutzfiltern entfalten 13 eine solche

entzündungshemmende (und daher nur einen Schutz

vortäuschende) Wirkung.

Unvollständiger Schutz

Der UV-Anteil des Sonnenlichtes besteht aus mehreren

Frequenzen, die in UVA, UVB und UVC unterteilt

werden. Diese Strahlen haben unterschiedliche Effekte

auf die Haut: Während UVB zum größten Teil für Sonnenbrand

verantwortlich ist, gilt UVA als der größere

Verursacher von Hautkrebs. UVC wird zum größten

Teil durch die Atmosphäre abgeschirmt. Nicht immer

schützt eine Sonnencreme gegen Strahlung aller Frequenzen

gleich gut: Speziell ältere Produkte schirmen

nur den UVB-Anteil ab und lassen große Mengen des

UVA-Anteils durch: Solche Cremes schützen zwar vor

Sonnenbrand, aber nicht vor Hautschäden.

Ein Teil der Schäden von übermäßigem Sonnenlicht

ist auf die Bildung freier Radikale in der Haut zurückzuführen.

Diese werden jedoch nicht nur von UV-Licht

gebildet, sondern auch von anderen Komponenten wie

z.B. sichtbarem Licht oder Infrarotlicht. Gegen diese

Radikale bietet Sonnencreme keinen Schutz.

Auch durch die Einwirkung von UV-Licht auf die Sonnencreme

selbst entsteht ein gewisser Prozentsatz von

freien Radikalen, die die Haut schädigen können.

Viele Substanzen aus Sonnencremes dringen in die

Haut ein und lösen dort chemische Vorgänge aus, die

entweder die Haut direkt oder den gesamten Organismus

beeinflussen. Es ist z.B. bekannt, dass u.a. Parabene,

die als Konservierungsstoffe eingesetzt werden,

im Körper die Synthese von Vitamin D3 verhindern und

den Sexualhormon-Haushalt stören können, weil sie

ähnlich wie Östrogen wirken können.

Zusammengefasst heißt das: Sonnencremes sind kein

Allheilmittel. Schon gar nicht in der bedenkenlosen

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Tipps zum Aufbau eines natürlichen Sonnenschutzes

Viel buntes Obst und farbenfrohes Gemüse

essen. Das liefert Vitamine und Antioxidantien für

den natürlichen Sonnenschutz.


Der beste Sonnenschutz ist, der Sonne

auszuweichen: Schattenplätze suchen,

Hüte und weite Kleidung tragen.

Bewusst die Haut an die Sonne

gewöhnen, ohne Sonnenbrände

zu riskieren.

Augen haben keinen Sonnenschutz,

daher ist eine Sonnenbrille immer eine

gute Idee.

Die intensivste Sonnenstrahlung ist in der Zeit

von 9 Uhr bis 16 Uhr. In dieser Zeit wird am meisten

Vitamin D produziert, gleichzeitig sollte man

in dieser Zeit besonders vorsichtig sein.

Vorsichtig an die Sonne gewöhnen:

Lieber etwas früher aus der Sonne gehen,

um Sonnenbrände zu vermeiden.

Schultern, Nacken, Nase und Ohren

bekommen immer die meiste Sonne

ab. Hier etwas vorsichtiger sein.

Den Sonnenaufenthalt an den eigenen Hauttyp

anpassen: Wer besonders helle Haut, Haare und Augen

hat, sollte lieber vorsichtiger sein, dunkle Typen

können sich ein bisschen mehr zumuten.


Kraft & Wärme

„einschmieren und braten“-Form, die wir so häufig im

Urlaub sehen. Sonnencremes schützen nicht so gut vor

Sonne, wie der aufgedruckte Lichtschutzfaktor suggeriert,

sie verbergen Schäden, indem sie Hautreaktionen

unterdrücken und können negative Effekte durch freie

Radikale oder hormonelle Einflüsse mit sich bringen.

Dabei gibt es doch einen viel besseren Schutz vor

Sonne: Die eigene Haut!

Der beste Hautschutz kommt von innen

Dass das UV-Licht der Sonne nicht nur nützlich ist, sondern

auch Schäden verursachen kann, weiß die Natur

schon längst und sie hat daher im Laufe der Evolution

wirksame Schutzmechanismen entwickelt. Vor allem

beim Menschen, der kein Fell hat, das die Haut vor

Sonneneinstrahlung schützt, sind diese Schutzmechanismen

sehr weit entwickelt. Dazu gehören:

Schweiß

Das Sonnenlicht wird teilweise vom Schweiß reflektiert.

Mit dem Schweiß sondern wir auch Urocaninsäure aus,

die UV-Strahlung absorbieren kann. Allein der Schweiß

bildet also einen natürlichen Sonnenschutz.

Lichtschwiele

Als Reaktion auf verstärkte Sonneneinstrahlung beschleunigt

die Haut ihre Zellteilung und bildet mehr

Zellen, die auf die Hautoberfläche hoch wandern und

dort die Hornhaut verstärken. Diese Hornzellen-Schicht

ist verstärkt in der Lage, UV-Licht zu absorbieren. Der

Körper entwickelt also buchstäblich eine dickere Haut

gegen Sonnenlicht.

DNS

Bei der Bildung dieser Hornzellen (Korneozyten) aus

hornbildenden Zellen (Keratinozyten) stoßen erstere

ihren Zellkern ab. Daraus ergeben sich zwei Vorteile:

Hornzellen sind tote Zellen und können daher nicht

mehr zu Krebszellen entarten. Zellkerne ohne Zellen

„drum herum“ können sich ebenfalls nicht mehr teilen.

Sie können aber UV-Licht absorbieren und in Wärme

umwandeln.

Melanin

Sog. Melanozyten stellen den Hautfarbstoff Melanin

her, der sich um die Zellkerne der Hautzellen anlagert.

Melanin kann das Sonnenlicht zu einem sehr hohen

116


Natürliches Kraft Bewegen & Wärme

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Kraft & Wärme

Prozentsatz einfach in Wärme umwandeln, so dass der

darunter liegende Zellkern geschützt wird: Die Haut

fährt ihre Schutzschilde hoch und wird braun. Dieser

Schutzmechanismus passt sich nicht nur mit den

Jahreszeiten an, sondern ist auch evolutionär abhängig

vom Breitengrad: Je mehr Sonne durchschnittlich pro

Jahr auf ein Land fällt, umso dunkler ist die genetisch

bedingte Hautfarbe der natürlichen Einwohner. Melanin

hat daher eindeutig eine Sonnenlicht-regulierende Funktion

im menschlichen Organismus.

DNA-Reparatur und Apoptose

Das menschliche Genom verfügt über mehr als 150

Reparatur-Gene, die DNA-Schäden reparieren können,

auch DNA-Schäden, die durch UV-Strahlung verursacht

wurden. Gelingt die Reparatur von UV-Schäden nicht,

wird der automatische Zelltod der betroffenen Zelle

eingeläutet (Apoptose).

Antioxidantien

Sonnenstrahlung erzeugt freie Radikale in der Haut, die

die Haut schädigen können. Tatsächlich ist das UV-Licht

nur für ca. 50 % dieser freien Radikale verantwortlich:

Die andere Hälfte der freien Radikale wird durch

sichtbares und Infrarot-Licht erzeugt, gegen die Sonnencreme

nicht schützt. Gegen freie Radikale setzt die

Haut ein hoch entwickeltes System von Antioxidantien

ein. Dazu gehören Carotinoide, Lutein, Lycopin und die

Vitamine A, C, D, und E. Bis auf das Vitamin D müssen

Antioxidantien mit der Nahrung aufgenommen werden:

Aus Früchten und Gemüse. Je farbenfroher, desto mehr

Antioxidantien sind darin enthalten. Antioxidantien

schützen sich gegenseitig vor der Wirkung von freien

Radikalen und neutralisieren diese.

Sonnenrötung

Als eine der ersten Reaktionen auf das Sonnenlicht rötet

sich die Haut (Erythem). Diese Sonnenrötung ist noch

kein Sonnenbrand, sondern lediglich eine Schutzreaktion,

bei der die Durchblutung der Haut gestärkt wird,

damit die roten Blutkörperchen das UV-Licht absorbieren

können. Da rote Blutkörperchen keinen Zellkern haben,

sind sie auch weniger anfällig für Schäden durch UV-

Licht. Zuerst bildet sich, ausgelöst durch Infrarotlicht ein

118


Kraft & Wärme

Wärme-Erythem als Sofortreaktion auf die Sonnenstrahlung,

später wird ein UV-Erythem gebildet, das länger

andauert. Wichtig ist hier die Rolle des Infrarot-Lichtes als

frühen Reiz für die Haut, damit sie rechtzeitig ein Erythem

als Schutz gegen die UV-Strahlung ausbilden kann.

Die menschliche Haut ist also bestens gerüstet, sich

auf natürliche Weise gegen zu viel Sonneneinstrahlung

zu schützen. Aber warum kommt es dann überhaupt

zu Sonnenbrand, Sonnenstich und anderen Schäden

aufgrund von Sonnenstrahlung

Zunächst einmal ist es naiv anzunehmen, dass der

Mensch ohne Sonnencreme hilflos der Sonne ausgeliefert

wäre. Sonst hätte es der Urmensch nicht über Jahrmillionen

Jahre geschafft, sich zum heutigen Menschen

weiterzuentwickeln, sondern wäre längst aufgrund von

Hautkrebs und Strahlenschäden ausgestorben. Es muss

also einen anderen Grund geben.

Natürliche Sonnen-Gewöhnung gegen Urlaubsschock

Während einige der natürlichen Schutzmaßnahmen der

Haut einen gewissen Sofortschutz bieten (Schweiß,

Urocaninsäure, Antioxidantien, DNA-Reparatur, Sonnenrötung),

brauchen wirkungsvollere Schutzmaßnahmen

(Lichtschwiele, Braunfärbung) ca. dei bis vier Wochen

Zeit, um sich voll auszubilden.

Es dämmert also: Während der Mensch in freier

Wildbahn Monate Zeit hat (nämlich den ganzen Frühling),

um sich allmählich und behutsam an die steigende

Sonnenintensität zu gewöhnen, sperrt sich der

Zivilisations-Mensch den ganzen Tag in Büros, Häuser

und klimatisierte Shopping-Center und weicht der

Sonne komplett aus.

Selbst auf Wanderungen, Spaziergängen oder am

Badesee verhindert Otto Normalverbraucher wirksam

das Ausfahren seiner natürlichen Schutzschilde, indem

er sich mit Sonnencreme einschmiert und auch sonst

der Sonne dank gutgemeinter Ratschläge von Hautärzten

ausweicht.

Bis die Konfrontation mit der Sonne im Urlaub unausweichlich

wird: mit dem alljährlichen Sonnenbrand. Denn

in den sonnenreichen Strandurlaub wird für die Haut die

Strahlenbelastung durch die Sonne schlagartig und mit

zu wenig Vorbereitung um ein Vielfaches erhöht. Hinzu

kommt, dass Sonnencremes im Urlaub kaum richtig

angewendet werden, bzw. nur unvollständig wirken: Wer

kennt sie nicht, die krebsroten Körper, die jedes Jahr am

Strand liegen und nach der Mittagszeit „nochmal nachschmieren“,

um trotz heftigen Sonnenbrands weiter in

der Sonne grillen zu können

Auch Ernährung spielt hier eine wichtige Rolle:

Fertiggerichte, Fast Food und typische Zivilisationskost

enthalten kaum Antioxidantien, die der Haut beim

Sonnenschutz helfen würden, sondern sie brauchen

eher die Vorräte an Antioxidantien auf: Übermäßiger

Kohlenhydrate-Konsum, Zucker, ungesunde Fette und

Anti-Nährstoffe erhöhen die Belastung durch freie Radikale

und brauchen dadurch die wenigen Antioxidantien,

die in normaler Kost enthalten sind, schnell auf.

Dagegen enthält die Paleo-Ernährung durch einen

höheren Anteil an Gemüse und Obst sowie eine niedrigere

Belastung mit freien Radikalen von Natur aus

mehr Antioxidantien, die dem Körper für den Schutz vor

Sonnenstrahlen zur Verfügung stehen. Die wichtigsten

Lieferanten hier sind Möhren, Karotten und Paprika

(Carotine), Tomaten (Lycopin), alle Beeren und sogar

dunkle Schokolade (aber bitte mit >85% Kakaoanteil).

Constantin Gonzalez

119


Freiheit

Das Wunderwerk

FuSS

Bessere Körperhaltung durch gesunde Füße

Das Fundament ist die tragende Basis eines jeden Bauwerkes. Ist das Fundament schief,

wird auch das Haus schief und das hat erhebliche Auswirkungen auf die Stabilität. Die

FüSSe sind das Fundament unseres Bewegungsapparates.

Viele Haltungsprobleme und Beschwerden sind das

Resultat von Fehlstellungen und Fehlgebrauch unserer

Füße. Der gesamte Körper ist praktisch gezwungen,

auf die Haltung der Füße einzugehen und sich

dementsprechend auszurichten. Hat jemand die

Gewohnheit mehr auf dem rechten Fuß zu stehen,

d.h. er verlagert unbewusst über 50% seines Körpergewichtes

im Stand auf den rechten Fuß, dann muss

sich dementsprechend der gesamte Körper darauf

einstellen. Die Verteilung der Schwerkraftwirkung auf

den Körper ist ungleichmäßig. So entstehen auf Dauer

Fehlspannungen, sogenannte muskuläre Dysbalancen.

Gelenke, einzelne Abschnitte der Wirbelsäule und

die Bandscheiben werden überlastet, so dass es zur

Abnutzung und Schädigung kommt. Man bedenke,

dass sich solchen Fehlstellungen nicht nur im Stehen

bemerkbar machen. Bei jedem Schritt, beim Sport,

bei körperlichen Arbeiten, ständig wirken alle entstehenden

Lasten und Widerstände ungleichmäßig auf

unseren Körper.

Ein komplexes Konstrukt

Unser Skelett besteht aus 206 Knochen, davon

nehmen unsere Füße ein Viertel in Anspruch. Jeder

Fuß besteht aus 26 Knochen, was ihn zu einem sehr

komplexen Gebilde macht. Ganz klar, dass hier einiges

durcheinander geraten kann. Normalerweise ist der

Körper in der Lage, sich durch freie und natürliche

Bewegung wieder selbst zu richten. So empfiehlt auch

Hugh Milne, Osteopath und Begründer der visionären

Craniosakraltherapie, Gehen auf unebenem Gelände,

um verschobene Wirbel wieder zu richten. Um unsere

120


Standfestigkeit

121


Standfestigkeit

Füße frei bewegen zu können, müssen wir sie zuerst

einmal aus den meist zu engen Schuhen befreien.

Viele Schuhe verhindern indirekt, dass der Fuß seine

Funktionen erfüllen kann, bis er es praktisch verlernt

hat und dann nicht mehr dazu in der Lage ist.

Besonders Einlagen und Schuhe mit hohem Absatz

und dicker Sohle legen die Fußmuskulatur lahm und

verschlimmern oft bereits bestehende Schwächen.

Wir brauchen keine gedämpften Sohlen

Besonders für Sportler, hauptsächlich für Läufer,

werden Schuhe mit einer speziellen Dämpfung empfohlen.

Luft- oder Gelkissen sollen dafür sorgen, dass

der Aufprall bei jedem Schritt gedämpft wird. Die Idee

ist absolut sinnvoll, allerdings existiert die perfekte

Umsetzung bereits, seitdem der Mensch auf zwei

Beinen unterwegs ist. Wir haben nämlich bereits unser

eigenes Dämpfungssystem. Der menschliche Fuß ist

so aufgebaut, dass alle Lasten und Stoßwirkungen, die

beim Laufen und Springen auftreten, sanft abgefangen

werden. So verfügt jeder Fuß über ein Quergewölbe

und ein Längsgewölbe.

Die Fußknochen sind gewölbe- oder torbogenähnlich

angeordnet, so wie man es von alten Kathedralen

kennt. Die Sehnen und Muskeln sind im Gewölbeinneren

straff gespannt. Wenn wir beim Gehen den Vorfuß

aufsetzen, senken sich die Gewölbe ein wenig ab,

wodurch die Muskeln und Sehnen gespannt werden.

So wird unser Körpergewicht und die auftretende

Stoßwirkung weich aufgefangen, ähnlich wie bei einem

Trampolin oder wie beim Spannen einer Feder. Beim

Entlasten des Fußes löst sich die Muskelspannung und

die Gewölbe richten sich wieder auf. Diese Funktion

des Aufnehmens und Abgebens von Spannung sorgt

„Die kleinen Fuss

bis zu 40% der g

kraft verantw

122


Freiheit

Kraftsportler können viel bessere Leistungen erzielen,

wenn der Körper richtig eingestellt wird.

Über die Füße aufrichten

Da die Fußmuskulatur bei jedem Schritt aktiviert wird,

kommt es zu einer Kettenreaktion. Die Fußmuskeln

sind Teil der Streckerketten, die den Körper gegen die

Schwerkraft aufrichten. Reflexartig kommt es beim

Spannen der Gewölbemuskulatur zu einer Aktivierung

der gesamten Muskelkette.

für Ökonomie beim Laufen und ist ein wichtiger

Aspekt beim Aufbau unserer Körperhaltung. Wenn die

Fußgewölbe nicht richtig funktionieren, funktioniert

unser ganzer Bewegungsapparat nicht richtig. Wussten

Sie, dass diese kleinen Fußmuskeln für bis zu 40 %

der gesamten Körperkraft verantwortlich sind Oder

drücken wir es einmal so aus: Wenn wir diese Baustelle

beheben, ist unser Körper in der Lage bis zu 40%

mehr zu leisten, ohne zusätzliches Krafttraining. Wenn

das mal kein Anreiz ist. Besonders Leistungs- und

muskeln sind für

esamten Körperortlich.“

Ein kleiner Test:

Stellen Sie sich aufrecht und entspannt hin. Die Knie

sind leicht gebeugt, der Rücken gerade, die Arme

hängen entspannt seitlich herab. Verlagern Sie jetzt

den Körperschwerpunkt auf die Fersen, dann nach

vorne auf den Vorfuß. Spielen Sie ein wenig mit dieser

Pendelbewegung und fühlen Sie die Veränderungen

Ihrer Körperhaltung. Der Körper organisiert sich automatisch

anders, wenn der Schwerpunkt auf den Fersen

liegt, als wenn er auf dem Vorfuß liegt. Jetzt versuchen

Sie den Streckreflex auszulösen, indem Sie sich immer

weiter nach vorne pendeln. Es kommt der Punkt, an

dem Ihr Körper automatisch die aufrichtenden Muskeln

aktiviert und Sie evtl. einen Schritt oder kleinen

Sprung nach vorne machen. Versuchen Sie sich so

einzupendeln, dass die Streckerkette aktiviert ist, der

Körper sich aufrichtet, aber noch nicht den Schritt

nach vorne macht. Je öfter Sie damit experimentieren,

desto leichter fällt es, den Streckreflex zu aktivieren

und in dieser aufgerichteten Haltung zu bleiben. Dann

können Sie diese kraftsparende Art der Aufrichtung

in Ihren Alltag übertragen. Immer, wenn Sie längere

Zeit stehen, können Sie auf diese Art Ihre Fußmuskulatur

und die Aufrichtung trainieren und zugleich den

Rücken und die Gelenke entlasten.

Jens Sprengel

Die Leidenschaft von Jens Sprengel ist es, zu schreiben und Menschen

zu inspirieren. Er möchte das Beste aus sich und dem Leben

machen. Dazu beschäftigt er sich mit der Optimierung von Lebensgewohnheiten

in den Bereichen Ernährung, Bewegung, Denken und

Sein. Auf seiner Seite inspiriert-sein.de gibt er sein Wissen weiter.

123


Starthilfe

Webseiten

www.paleosophie.de

Im Blog von Constantin Gonzalez geht es um

Paleo-Ernährung, was dahinter steckt, wie sie funktioniert

und um immer neue Möglichkeiten, das Beste aus

unseren Genen zu machen.

www.paleoplanet.de

Auf dieser Seite, ebenfalls von Constantin Gonzelez,

sind alle Deutschen Paleo-Blogs versammelt. Zusätzlich

findet man auch Links zu Paleo-Facebook-Gruppen

und weitere Seiten in Deutschland, die gut zur

Paleo-Ernährung passen.

www.paleolifestyle.de

Durch den Paleolifestyle gesund & lecker fit werden.

Hier findet man die besten Rezepte und Artikel rund

um das Thema Paleo.

www.uuliv.de

Uuliv steht für natürliche Gesundheit abseits der

Schulmedizin und der Pharmakonzerne; für die Möglichkeiten

der Spezies Mensch, sich selbst zu heilen,

indem wir uns auf unsere Wurzeln besinnen und

versuchen, uns selbst zu verstehen. Dieser Blog steht

für Ernährung ohne Zusatzstoffe und Ergänzungsmittel,

für ein Leben (fast) ohne Chemie und vor allem

für Wege zu einem gesunden Körper und zu einem

gesunden Geist.

www.inspiriert-sein.de

Inspiriert-sein.de ist ein Informationsportal für ein

selbstbestimmtes und erfülltes Leben.

www.palaeo-power.de

Hier geht es darum, wie man durch Inspiration von

unseren fitten Vorfahren, Konzentration und Gedächtnis,

Wohlbefinden und Gesundheit wiedergewinnen

und ganz natürlich steigern kann.

www.greenaliving.de

GreenaLiving ist ein Blog, der über gesunde, natürliche

und nachhaltige Dinge informiert und viel Inspiration

für ein bewusstes Leben bietet.

www.paleolopolis.de

Auf PaleoLopolis werden regelmäßig tolle Geschichten

veröffentlicht, mit dem Paleo Lebensstil als Hintergrund.

Es werden Situationen aus dem Leben im fiktiven

PaleoLopolis beschrieben. Sie beleuchten die heutige Zeit

kritisch und heben den Paleo Lebensstil hervor.

PaleoLopolis ist ein fiktiver Ort und schafft einen Vorausblick

darauf, wie Paleo sich in der Zukunft weiterentwickeln

könnte.

www.paleomama.de

Hier geht es um Paleo vor, während und nach der

Schwangerschaft und Paleo-Babynahrung.

www.superhumanoid.info

Ein Blog über Paleo, Ernährung, Gesundheit, Fitness,

Gehirnfitness, Selbstverbesserung und die Wahrheit

darüber, wie man schlank und gesund wird, ohne Medikamente,

Industrieprodukte oder Kalorienzählen.

www.palaeo-gesellschaft.de

Die Deutsche Gesellschaft für Paläoernährung (DGPE)

hat sich zum Ziel gesetzt, Paläo- oder Steinzeiternährung

in Deutschland populär zu machen und den Austausch

unter ihren Anhängern zu fördern. Dort gibt es zusammengefasste

Seiten zum Einstieg in die Paleo-Ernährung,

zu echter Nahrung, sowie Linktipps.

Lebensmittelbezugsquellen

eat-performance.com

kleine-steinzeit.de

kokosnuss-kampagne.de

ochsenriegel.de

oelfreund.de

oelmuehle-solling.de

paleojerky.de

paleo-laedchen.de

paloneo.de

paleowebshop.de

paleowelt.de

sunpepper.de

superfoodforyou.de

unserland.info

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Bücher

Fitness

PaläoPower Das Wissen der Evolution nutzen

für Ernährung, Gesundheit und Genuss

Wir haben uns daran gewöhnt, dass immer mehr

Menschen mit Übergewicht oder Fettleibigkeit kämpfen

oder mit anderen Zivilisationskrankheiten: Diabetes,

Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Allergien, Unverträglichkeiten,

Aufmerksamkeitsdefizit oder Burnout.

Der Name deutet es bereits an: „Zivilisationskrankheiten“

findet man in den Industrienationen aber so

gut wie nie bei Menschen, die unter ursprünglichen

Bedingungen leben. Die Evolutionsbiologin Sabine Paul

beschreibt, warum diese Probleme existieren, warum

sie in den letzten Jahrzehnten so dramatisch zunehmen

und wie man sie erfolgreich behandeln oder verhindern

kann. Voraussetzung dafür ist, die komplexe Interaktion

von Genen und Umwelt zu verstehen und wieder in die

richtige Balance zu bringen.

Die Paleo-Ernährung von Prof. Dr. Loren Cordain

Typische Zivilisationserkrankungen wie Übergewicht,

Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes Typ

2, Krebs, Alzheimer etc. nehmen überall dort auf der Welt

rasant zu, wo der westliche Lebensstil mit Nahrungsüberfluß

und Bewegungsmangel Einzug hält. Prof. Loren

Cordain widmete sein gesamtes Forscherleben deshalb

einer wesentlichen Fragestellung: Auf welche Nahrung

sind wir evolutionär programmiert

Pure Food. Pure Training. von Romy Dollé

Eine Anleitung für jeden, der seine Gesundheit sowie

mentale und körperliche Fitness verbessern und nicht

zuletzt eine sexy Figur erreichen möchte.

Das Paläo-Prinzip der gesunden Ernährung im

Ausdauersport

Nicht nur in Olympia-Kreisen ist die Paleo-Ernährung

angekommen, auch immer mehr Triathleten, Cross-

Fit-Begeisterte und andere Sportler schwören auf die

Leistungsfähigkeit aus der Urzeit. Wie das funktioniert,

welche Lebensmittel genau für eine höhere sportliche

Leistung geeignet sind und wie jeder Sportler seine

Leistung mit der Paleo-Ernährung verbessern kann,

steht in diesem Buch.

www.movnatmunich.com

MovNat ist ein Natural Movement Fitness System

und es geht in erster Linie um das wiedererlernen natürlicher

Bewegung, das Krabbeln, Gehen, Laufen, Balancieren,

Springen, Klettern, Heben, Tragen, Werfen,

Fangen und Sie werden in diesem Prozess geschickt

und „wirklich fit“. MovNat ist 100% praktisch und an

die unvorhersehbare Umwelt oder an jede Situation

anpassungsfähig.

www.power-athletics-gym.de

Das Fitnessstudio POWER ATHLETICS GYM in Nürnberg

verfolgt ein resultatorientiertes Konzept mit dem

Ziel, die athletische Performance in einer absolut motivierenden

Atmosphäre zu verbessern. Mit dem besten

Trainingsequipment und akademischen Know-how

werden die physischen Barrieren durchbrochen und die

persönlichen Ziele erreicht.

Kochbücher

Das PaläoPower-Kochbuch

Ein außergewöhnliches Paleo-Kochbuch: kompaktes

Taschenbuch mit 123 Rezepten, 12 ausführlichen

Inhaltskapiteln, sowie Geschichten aus der Steinzeit

und von heutigen Jägern und Sammlern. Eine Inspirationsquelle,

die manche “Paleo-Wahrheit” auf den

Prüfstand stellt, und eine genussvolle Anleitung für

den Einstieg in die moderne Steinzeitküche bietet.

Das Paleo-Prinzip - Fit, gesund und schlank

mit über 130 Rezepten

Boris Leite, Gründer des Sauvage in Berlin, dem

ersten Paleo-Restaurant weltweit, hat das Buch: „Das

Paleo-Prinzip - Fit, gesund und schlank mit über 130

Rezepten“, herausgebracht. Es ist ein Grundlagen-Buch

über die Paleo-Ernährung, mit Rezepten für jeden Tag

und natürlich auch mit Lieblingsgerichten aus der

Küche seines Restaurants.

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Impressum

Impressum

Herausgeber

Vanessa Mund

Autoren

Iris Benedens

Constantin Gonzalez

Anastasios Tasso Karamitros

Xenia Klädtke

Birgit und Pawel M. Konefal

Stephanie Mund

Sabine Paul

Bernd Reicheneder

Jens Sprengel

Nadja Teege

Tobias Wittmann

Lektorat

Heide Buchholzer

Art-Direktion & Layout

Vanessa Mund

Fotografie

Vanessa Mund

Urheberrechtshinweis

Alle Inhalte dieses Magazins, insbesondere Texte, Fotografien und

Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Das Urheberrecht liegt,

soweit nicht ausdrücklich anders gekennzeichnet, bei den Autoren

und der Designerin. Nachdruck und / oder Vervielfältigung nur mit

Genehmigung der Autoren und der Designerin.

Kontakt

mail@vanessamund.de

www.vanessamund.de

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