Cruiser März 2010

cruisermagazin

Cruiser März 2010

Photographer Babalooga, Golden Gay, Alexander McQueen,

Nine, Checkpoint Zürich, Raphael Gygax, Wahlen in Zürich,

Gaël Roth, Sölden, Mr. Gay Clubtour,

CRUISER Edition März 2010

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CRUISER Edition März 2010

Inhalt

Theater, Theater

«Sie sind König, Bettler, Clown im Rampenlicht, doch wie’s tief in ihnen aussieht, sieht man nicht...»

Alexander McQueen ist als König von der Modebühne abgetreten. Für ewig genug vom Rampenlicht?

Der tief gehende Text stammt aus dem Song «Theater», beschwingt gesungen 1980 von Katja

Ebstein am Grand Prix Eurovision de la Chanson. Wir stellen Textauszüge in Zusammenhang mit

den starken «Bühnenbildern» der Fotografin Babalooga aus Nizza zum Thema Rampenlicht.

Martin Ender, Verleger

6

Alles Gold, was glänzt?

Im «GOLDEN GAY» gibt’s 18 Karat blattvergoldete Wände

10

Freitod eines Freigeistes

Zum Tod von Alexander McQueen

14

«Nine», Allein unter Frauen

Fellinis Meisterwerk zurück im Kino

18

Weekend auf dem Stoos

Checkpoint Zürich lädt zu einem Workshop ein

34

Branko B. Gabriel trifft...

Raphael Gygax

31

Babalooga

Photografer

News 6 • Prominent 8 • «Ich bin dann mal weg» 12 • Lifestyle 13 • Szene 16 • Wahlen 19

Peter der Zweite 20 • Sölden 21 • Film 22 • Mr. Gay 31 • Kultur 32 Buch 33 • Fit mit Power Plate 36

Horoskop 38 • Musik 39 • Hildegard 40 • Dr. Gay 41 • VEGAS 41 • Agenda 43

3


News CRUISER Edition Winter 09/10

Internationale

News

4

London

Grossbritannien wird wärmer

Die gesellschaftliche Akzeptanz von Schwulen

und Lesben in Grossbritannien hat sich deutlich

verbessert. Zwar halten noch immer 36 Prozent

der Briten Homosexualität für falsch, als die

staatliche Statistikbehörde jedoch 1983 zum

ersten Mal die Briten nach ihren Einstellungen

befragte, waren es noch 62 Prozent. Gut die Hälfte

der Befragten der aktuellen «British Social

Attitudes Study» hatten keine Einwände gegen

Schwule und Lesben. Der Europa-Abgeordnete

Michael Cashman, Vorsitzender der schwullesbischen

Intergruppe im EU-Parlament, begrüsste

gegenüber der BBC den Wertewandel,

warnte aber: «Es gibt immer noch Hochburgen

der Intoleranz.» So habe das Oberhaus gerade

eine Ausweitung des Antidiskriminierungsgesetzes

auf Kirchen abgelehnt. Religiöse Organisationen

dürfen daher weiterhin Schwule und

Lesben diskriminieren.

Hollywood

Familie von Anne Hathaway

verlässt katholische Kirche

Hollywoodstar Anne Hathaway und ihre Familie

haben sich aus der Katholischen Kirche

verabschiedet, nachdem sich der Bruder der

Schauspielerin als schwuler Mann geoutet hatte.

«Die ganze Familie trat zur episkopalen Kirche

über, als mein ältester Bruder sich outete.

Warum sollte ich eine Organisation unterstützen,

die einen sehr eingeschränkten Blick auf

meinen geliebten Bruder hat», sagte Hathaway

im Interview mit dem GQ-Magazin. Allerdings

ist sich der 27-jährige Star aus Filmen wie «The

Devil wears Prada» und «Brokeback Mountain»

ihrer neuen Konfessionszugehörigkeit noch

nicht so ganz sicher. «Momentan weiss ich selber

nicht, was ich glauben soll - ich bin auf

dem Weg.»

London

IBM – We are family

Zum zweiten Mal in vier Jahren ist IBM von der

britischen Homosexuellenorganisation «Stonewall»

zum schwulen- und lesbenfreundlichsten

Arbeitgeber in Grossbritannien gekürt worden.

Das Engagement des Unternehmens bezüglich

Diversität am Arbeitsplatz sei vorbildlich. «Seit

dem letzten Jahr haben wir unsere Aktionen

hinsichtlich gleicher Behandlung neu bewertet…

Wenn sich die Mitarbeiter wohlfühlen, hat das

Unternehmen Erfolg», sagte ein Sprecher des Unternehmens

in Grossbritannien. Auf die Plätze

zwei und drei der schwulen- und lesbenfreundlichsten

Arbeitgeber in Grossbritannien kamen

das Gesundheitsamt Nottinghamshire und der

Stadtverbund Brighton und Hove. «Stonewall» ermittelt

jährlich die schwulen- und lesbenfreundlichsten

Arbeitgeber durch eine Umfrage unter

7000 schwul-lesbischen Angestellten.

Luxemburg

Heiraten im Herzogtum

Noch in diesem Jahr wird Luxemburg die Ehe

für schwul-lesbische Partnerschaften öffnen.

Das kündigte Justizminister François Biltgen

im Parlament des kleinen Herzogtums an. Biltgen

ist Mitglied der Christlich Sozialen Volkspartei

(CSV) von Premierminister Jean-Claude

Juncker, die bisher der Ehe-Öffnung kritisch

gegenüberstand. Eine Verabschiedung des Gesetzes

noch vor der Sommerpause gelte als sehr

wahrscheinlich, berichtete das «Luxemburger

Tagblatt». Fünf der sechs im Parlament vertretenen

Parteien haben sich dafür ausgesprochen.

Auch eine deutliche Mehrheit der 500 000

Luxemburger befürwortet Umfragen zufolge

die Ehe-Öffnung. Lediglich die rechtsgerichtete

Alternativ Demokratische Reformpartei (ADR),

die bei den Wahlen im vergangenen Jahr acht

Prozent der Stimmen erhielt, ist gegen eine

Reform.

Malawi

Verhaftet wegen Homo-Ehe

Zwei schwule Männer in Malawi müssen vor Gericht

für ihre Rechte streiten. Tiwonge Chimbalanga

und Steven Monjeza waren verhaftet worden,

weil sie in Blantyre, der grössten Stadt des

Landes, eine Trauungszeremonie abgehalten

hatten. Nach altem britischen Kolonialrecht ist

»Sodomie», wie Analverkehr bezeichnet wird,

in dem südostafrikanischem Land illegal. Die

malawischen Behörden wollen nun mit einer

Zwangsuntersuchung nachweisen, dass das

Paar Anal-Sex hatte. Im Falle einer Verurteilung

drohen den beiden 20 und 22 Jahre alten

Männern 14 Jahre Haft. Die Menschenrechtsorganisation

«amnesty international» hat die

beiden Männer zu politischen Gefangenen erklärt.

Malawi gehört zu den ärmsten Ländern

der Welt. Rund die Hälfte der 15,2 Millionen

Einwohner lebt von weniger als einem US-Dollar

am Tag.


CRUISER Edition Winter 09/10

News

Stuttgart

Strammer Schwulengegner

neuer Ministerpräsident

Der CDU-Politiker Stefan Mappus, ein erklärter

Gegner von Homo-Rechten, ist neuer Ministerpräsident

von Baden-Württemberg. Der

43-jährige Nachfolger von Günther Oettinger,

der neuer EU-Energiekommissar in Brüssel wurde,

findet den CSD «abstossend». Die frühere

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD)

beschuldigte er, «Experimente» mit Kindern

durchzuführen, weil sie sich für die Gleichstellung

von Homo-Paaren beim Adoptionsrecht

ausgesprochen hatte. Baden-Württemberg ist

unter den deutschen Bundesländern das schwulenpolitische

Schlusslicht. So gibt es keine einheitliche

Regelung dafür, wo gleichgeschlechtliche

Paare ihre Lebenspartnerschaft eintragen

lassen können. In manchen Gemeinden ist statt

des Standesamtes die Kfz-Zulassungsstelle zuständig.

New York

Homosexuell, gay oder was?

Dass es um die Bildung der Amerikaner nicht

immer bestens bestellt ist, hat jetzt eine von

der Tageszeitung New York Times und dem

Fernsehsender CBS durchgeführte Umfrage

deutlich gemacht. Die beiden Medien wollten

wissen, was ihre Landsleute von Schwulen

im Militär halten. Bei der Hälfte der 1084 Befragten

wurde der Begriff «homosexual» und

bei der anderen «gay and lesbian» benutzt. Das

Ergebnis war erstaunlich. Fast 70 Prozent waren

dafür, dass «gays and lesbians» im Militär

dienen dürfen. Immerhin noch 60 Prozent hatten

auch keine Einwände gegen offen schwule

und lesbische Soldaten. Bei den «Homosexuals»

sieht es anders aus. Nur 59 Prozent sind für

Homosexuelle in der Armee und gar nur 44

Prozent für offen Homosexuelle. Was die Vermutung

zulässt, dass die Befragten gar nicht

wussten, wozu sie eigentlich eine Meinung

haben sollten. Aber gut, dass wir drüber gesprochen

haben.

Moskau

CSD nimmer

Moskaus extrem schwulenfeindlicher Bürgermeister

Juri Luschkow will für die russische

Hauptstadt ein CSD-Verbot auf ewig erlassen. Er

werde sich dem seit Jahren anhaltenden Druck,

die «teuflische» Gay Pride zuzulassen, niemals

beugen, versicherte Luschkow Ende Januar auf

einer Veranstaltung in Moskau. «Eine solche

Parade kann nur als satanisch bezeichnet werden.

Wir haben sie bisher verhindert und wir

werden sie auch in Zukunft niemals zulassen.

Jeder muss das als unseren politischen Grundsatz

anerkennen», sagte der 73-Jährige. Die «Plage»

Homosexualität stehe auf der gleichen Stufe

wie «Drogenmissbrauch, Ausländerfeindlichkeit

und ethnische Konflikte». Dagegen müsse

man rigide vorgehen. «Wir brauchen eine

gesellschaftliche Peitsche... und kein liberales

Zuckerbrot.»

Washington

US-Armee will Schwulenverbot

aufheben

Das Pentagon hat sich bei einer Senatsanhörung

für die Aufhebung des «Don’t ask, don’t

tell»-Gesetzes ausgesprochen. Verteidigungsminister

Robert Gates und Generalstabschef

Mike Mullen haben im Verteidigungsausschuss

für ein Ende des Verbots geworben. «Es beunruhigt

mich, dass wir junge Männer und Frauen

zwingen, über ihre Identität zu lügen», so Mullen.

Gates versetzte jedoch der Reform einen

Dämpfer. Die Aufhebung dieser Bestimmung

sei ein langwieriger Prozess, für den gut ein

Jahr benötigt würde. Er werde zunächst eine

Änderungen der Ausführungsbestimmungen

erlassen, um die Anwendung «Don’t ask, don’t

tell»-Regelung «fairer» zu machen. So sollen

etwa Soldaten, die von Dritten geoutet wurden,

nicht automatisch ihren Job verlieren.

Brasilia

Schwule sind ein Sicherheitsproblem

Schwule sollten keine Soldaten befehligen dürfen,

da ihnen dazu die nötige Autorität fehle.

Das sagte der brasilianische General Raymundo

Nonato bei einer Anhörung vor einem Ausschuss

des Senats, der über die Einstellung des

Offiziers als oberster Richter der Militärgerichtsbarkeit

Brasiliens zu befinden hatte. «Ich

würde schwule Soldaten nicht feuern, solange

sie ihre sexuellen Vorlieben für sich behalten»,

sagte Nonato, um dann mit Nachdruck hinzuzufügen:

«Allerdings stellen sie ein Sicherheitsproblem

dar, da ihnen jede Achtung seitens ihrer

Kameraden fehlt.» Einer, der Klartext redet,

gefiel den Ausschussmitgliedern so gut, dass sie

Nonato einstimmig zum Richter ernannten. Die

Berufung Nonatos stiess auf scharfen Protest

schwuler Bürgerrechtsorganisationen als auch

der brasilianischen Anwaltskammer.

Washington

Homo-Ehe spaltet Familie

McCain

Im Hause des ehemaligen republikanischen

Präsidentschaftskandidaten John McCain prallen

politische Welten aufeinander. Gattin Cindy

und die 25-jährige Tochter Meghan sind aktive

Mitglieder der NOH8-Kampagne, die für die

Wiedereinführung der Ehe für Schwule und

Lesben in Kalifornien kämpft. Die freie Meinungsäusserung

der McCain-Damen kommt bei

den notorisch schwulenfeindlichen Republikanern

schlecht an. Die Partei hat den für republikanische

Verhältnisse als liberal geltenden John

McCain gezwungen, in einer Presseerklärung

der Homo-Ehe abzuschwören: «Senator McCain

glaubt, dass die Ehe einen besonderen Stellenwert

hat und als Verbindung zwischen Mann

und Frau definiert wird.»

Madrid

Todesursache von Stephen

Gately geklärt

Jetzt ist es amtlich. Der Tod von Boyzone-Star

Stephen Gately hatte eine natürliche Ursache.

Es gäbe keine Anzeichen für Drogenmissbrauch

oder Alkoholvergiftung, hiess es in dem im Januar

von den spanischen Behörden veröffentlichten

Abschlussuntersuchungsbericht. Auch

gäbe es keine Hinweise auf Gewalteinfluss.

Der 33 Jahre alte Gately sei an einem nicht erkannten

Herzfehler gestorben. Der offen schwule

Popstar war am 10. Oktober 2009 während

eines Urlaubs in seinem Ferienhaus in Andratx

auf Mallorca tot aufgefunden worden. Nach seinem

Outing im Juni 1999 war Gately mit Eloy de

Jong von der niederländischen Boyband Caught

in the Act zusammen. Nach dem Ende der Beziehung

lernte Gately Andrew Cowles kennen, mit

dem er im März 2006 in England eine Lebenspartnerschaft

einging.

5


Unternehmen CRUISER Edition März 2010

Alles Gold, was glänzt?

Im «GOLDEN GAY Spa+Wellness»-Club gibt’s 18 Karat

blattvergoldete Wände

6


CRUISER Edition März 2010

Unternehmen

Das Golden Gay Spa + Wellness

wurde Mitte Januar

im Zürcher Binzquartier

eröffnet. Schnell ging ein

Raunen und Rauschen

durch den Blätterwald:

«Erstes Gay-Bordell der

Schweiz» titelten «20 Minuten»

und der «Tages-Anzeiger»,

«Erotik – amtlich bewilligt»

die «NZZ». Das

Medienecho war gross

aber einseitig bordell-betont.

Und darum fragte

man sich in der Szene,

braucht es so was?

«Wer ein Etablissement eröffnet, um dort erotische Begegnungen entgeltlicher

und unentgeltlicher Art zu ermöglichen, der braucht viel Ausdauer

beim Gang durch die Ämter – obwohl es sich um ein legales Gewerbe handelt»,

schrieb die NZZ, und der Clubbetreiber Erich Brandenberger präzisiert

gegenüber CR: «Wir wollten am 1. Oktober 09 eröffnen, bekamen die

Bewilligung aber erst im Januar 2010. Nicht mal das Weihnachtsgeschäft

hat man uns gegönnt.»

Eine Eröffnung mitten im Januarloch ist natürlich denkbar ungünstig.

Dennoch will Brandenberger nicht in das Gejammer anderer schwuler

Geschäftsleute einstimmen, die mit Behörden und Bewilligungen Probleme

hatten. Er gewinnt der «Verzögerungstaktik» der Behörden noch

was Gutes ab: «Dieser Betrieb ist für mich neu, das ganze Personal ist neu

und so können wir uns erst mal ruhig einarbeiten und sind gewappnet,

wenn die Besucherzahlen jetzt ansteigen.» Doch Brandenberger kommt

nochmals auf das Bewilligungsverfahren zurück und erzählt: «Normalerweise

geht man zu den einzelnen Abteilungen – sieben Behörden sind

involviert –, legt die Pläne und das Konzept vor und sammelt die einzelnen

Bewilligungen. Da unser Konzept so einzigartig war in der Schweiz

und in der Gay-Szene, haben die Behörden gesagt ‚ups, da wollen wir uns

nicht die Finger verbrennen’ und haben das Ganze in ein Vernehmlassungsverfahren

geschickt. Da kommt automatisch jede Behörde zum

Zug. Das dauert dann zwar länger, aber man kann sicher sein, dass alle

Behördestellen Kenntnis haben und zur Bewilligung stehen.»

Mehr Wellness als Bordell

Brandenbergers Ziel war, nicht eine weitere Gaysauna in Zürich zu eröffnen.

Er betont, dass sein Wellness-Club mehr Relaxzonen aufweist, als

man es bisher gewohnt war. Und ja, es ist ein Escort-Service integriert.

Doch zwei von drei Etagen, insgesamt 1200 Quadratmeter, sind für den

Wellness-Bereich reserviert. Der Bereich ist vom obersten dritten Stockwerk

getrennt, wo Boys gegen Bezahlung auf Kundenwünsche eingehen.

Das gibt die Gewähr, dass man im ganzen Wellnessbereich nicht von Strichern

angemacht wird. So sieht Brandenberger auch eine gute Chance,

dass zum Beispiel zwei in einer Beziehung lebende Männer zusammen

herkommen und sich hier einfach für ein paar Stunden wohlfühlen, das

ganze Angebot nutzen und geniessen können von der Bio-Sauna über die

Finnische Sauna, die Massage, das Dampfbad, den Whirlpool, bis hin zu

den bequemen weissen Leder-Liegen im Relax-Raum und, je nach Eintrittspreis,

auch noch freie Getränke an einer der Bars... dazwischen ein

Billard-Spiel. Oder, dass man sich hier zum Feierabend-Drink verabredet

statt in einer Bar.

Die aufgehängten Schlüssel hinter der Empfangstheke erinnern an einen

Hotel-Empfang. Die Schlüssel haben einen guten Grund: Wer sich mal für

eine halbe Stunde zurückziehen will, kann dies ohne Aufpreis tun. Er

holt sich den Schlüssel für ein luxuriös eingerichtetes Zimmer mit Liege,

grossflächigem Fernseher, Video und eigener Dusche. Nach Rückgabe des

Schlüssels weiss das Personal, dass das Zimmer gereinigt werden muss.

Vorher wird es nicht weitergegeben. Mögliche Spuren eines Sexaktes will

Brandenberger nachfolgenden Gästen ersparen.

Bedürfnisse der Gäste erkennen und mit Gästen umgehen, das hat Brandenberger

gelernt. Der 47-jährige eidgenössisch diplomierte Hotelier ist

in der Gastronomie zuhause. So überlegt er sich denn auch neue, abgestufte

Preise. Zu Beginn galt ein Eitrittspreis von Fr. 99.–. Für einen längeren

Aufenthalt im luxuriös ausgestatteten Club findet Brandenberger diesen

Preis nach wie vor gerechtfertigt. Zumal bei diesem Angebot Sknacks

und Getränke à discrétion inbegriffen sind. Doch wer nur mal für zwei

Stunden daherkommt und in dieser Zeit noch eine Massage von einem

der freischaffenden professionellen Masseure will, der nutzt die freie

Getränkewahl wohl nicht aus. Darum gibt’s jetzt ein Angebot für Fr. 49.–

(ohne Getränke) und eines für Fr. 69.– (mit drei Getränken inklusive).

Die Escort-Jungs

Brandenberger hat offiziell eine sexgewerbliche Bewilligung für den

obersten Stock. Er sucht dafür seine Leute persönlich aus und stellt ein

paar klare Bedingungen.

Sie müssen schwul sein. Einem schwulen Mann kann eigentlich nur ein

schwuler Boy einen guten Service leisten, ist Brandenberger überzeugt.

Und er lässt nur Jungs mit Bewilligung, mit EU-Pass oder Schweizer arbeiten.

Sie sind freischaffend, aber er bespricht mit ihnen die Präsenzzeiten

und den Kostenrahmen für ihre Leistungen. Für den Gast soll alles

transparent sein. Die Jungs bezahlen keinen Eintritt und bekommen

gratis Softgetränke vom Haus. Das Honorar mit dem Boy macht der Gast

selber ab. Auf der andern Seite verlangt der Club für die Suite für eine

Stunde Fr. 150.– (wer z.B. den Einrittspreis von Fr. 49.– bezahlt, muss für

die Suite nur noch Fr. 101.– aufzahlen). Dafür aber erhält er eine Luxussuite

mit luststeigerndem Decor und privatem Jacuzzi – hier beginnt denn

auch in der Regel das Warmwerden mit dem Escort-Boy.

Ein Glücksfall

Eigentlich schwirrte Brandenberger schon vor 20 Jahren die Idee Im Kopf

herum, in der Schweiz einen sauberen Escort-Service aufzubauen. Nun

sind ihm die Probleme des Hausbesitzers «Grubenstrasse 18» entgegengekommen.

Ein Glücksfall. Im Haus, genauer gesagt, in dem Stockwerk, wo

jetzt der Escort-Service angeboten wird, war für kurze Zeit mal ein Hetero-Bordell.

Die damaligen Betreiber unterboten die stadtüblichen Preise

massiv und wurden prompt massiv bedroht. Anschläge mit Buttersäure

und das Hacken der Internetseite waren die Druckmittel. Der Hausbesitzer

wollte diesem Ärger aus dem Weg gehen und kündigte den Mietern.

Es folgte die Idee, einen Massagetempel zu errichten. Dazu wurden bereits

Um- und Einbauten vorgenommen, aber der Bereich war nie offen.

Nun wurden die Räume ausgeschrieben als «Exklusiver Erotiktempel in

der Stadt Zürich» und im Inserat stand, dass Bewerber aus der homosexuellen

Szene bevorzugt werden. Brandenberger meldete sich, erstellte ein

Konzept und verhandelte. Das Resultat ist für ihn insofern befriedigend,

dass er sich einen einigermassen rentablen Betrieb erhoffen kann – die

angenommenen Besucherzahlen vorausgesetzt.

Bei der Luxus-Ausstattung des Clubs stellt sich natürlich die Frage: «Wer

hat so viel Geld?» Auf das Gerücht angesprochen, ob denn wirklich die

Russen dahinter stecken, winkt Brandenberger ab: «Bei solchen Projekten

wird viel gemunkelt, in unserer Szene sowieso...». Fakt ist, dass

bereits eine Ausstattung vorhanden war. Dafür wird Miete bezahlt. Der

unterste Stock wurde neu ausgestattet. Auf die Frage, ob denn eine Bank

für solche Investitionen Kredite gäbe, meint Brandenberger kurz: «nein,

sicher nicht».

Da staunt man erst recht über die Luxusausstattung mit so viel Marmor,

Leder und Gold. Doch was kümmert’s den Gast! Er darf stundenlang

puren Luxus auf sich wirken lassen und in vollen Zügen geniessen.

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Prominent CRUISER Edition März 2010

Big Brother

Tokio Hotel

Facebook kann eben doch mehr als alte Schulfreunde

wiederfinden, denen man eigentlich

nie mehr hätte über den Weg laufen wollen.

Facebook kann 30 000 Leute für einen internationalen

Jogging-Hosen-Tag mobilisieren. Facebook

macht Stars. Jüngstes Beispiel: eine Brezel.

«Kann diese Brezel mehr Fans als Tokio Hotel

haben?», fragte der Wiener Student Martin Samorajski.

Ja, sie kann. Bereits nach zehn Tagen

war der Tokio Hotel-Fanclub, der immerhin fast

400 000 Mitglieder hat, überrundet. Die Brezel

befindet sich in guter Gesellschaft mit einer

Essiggurke, die gegen Nickelback antrat und

einem Zwiebelring, der es mit Justin Bieber aufnehmen

wollte, in diesen beiden Fällen allerdings

chancenlos. Die Schar der melancholisch

aufgebrezelten Comicfiguren der Emo-Szene

ist aufgebracht und nun noch trauriger als ohnehin

schon. Auch mit den Verkaufszahlen der

neuen Tokio Hotel-CD sieht es eher düster aus.

«Die Träume verbrennen, die Liebe friert ein,

wir schreien zusammen allein», singt Bill da.

Hoffentlich kann ihn seine neue Freundin ein

bisschen trösten. Freundin? Irgendwie schwer

vorstellbar, aber er ist halt emosexuell. Nach

metrosexuell und retrosexuell mal wieder eine

interessante Wortschöpfung, die das Spiel mit

dem Androgynen bezeichnet. Übrigens wurde

Bill vom Magazin FMH bereits zweimal in die

Liste der «Unsexiest Women Alive» aufgenommen,

als einziger Mann. Traurig ist auch, dass

man jetzt nie mehr eine Brezel essen kann, ohne

an Tokio Hotel denken zu müssen. Und noch

eine traurige Meldung: Mit der Trennung von

Thomas Borer und Shawne Fielding verliert die

Schweiz das einzig wahre Glamour-Promipaar.

Wo jetzt hier der Zusammenhang ist? Shawne

Fielding hat das Aus öffentlich gemacht auf – wo

sonst? – Facebook. (RG)

8

Die gefühlte 127ste Staffel der Container-Soap

ist wieder auf Sendung und die Crème de la

Crème der Unterschicht wittert die fette Kohle

mit Option auf einen Callcenter-Job. Carlos Fassanelli

war mit seinem eingetragenen Partner

Harald mit von der Partie. Beide schwul, doch

das ist längst kein Skandal mehr. Beide offen

HIV-positiv, da wird’s brenzliger. Zwar wollen

sie Berührungsängste abbauen, doch bereits

nach einem Tag suchte ein Mitkandidat das

Weite. Wenn sie tränenüberströmt über Kombi-

Therapien sprechen, sind Exhibitionismus und

Voyeurismus kaum noch erträglich. Unbezahlbare

Vorbilder? Billige Provokation? Tabubruch

um jeden Preis? Die Containertüren sind zu

und alle Fragen offen. Der Sender RTL2 lobt das

Fingerspitzengefühl von Zuschauern und Presse,

die Hasstiraden in Internet-Foren sprechen

eine andere Sprache. Das öffentliche Interesse

hat den Fokus zeitweilig ganz auf Silikon-Cora

und Porno-Horst gerichtet. So blieb nach dem

Rauswurf von Harald seinem Partner Carlos

nichts anderes übrig, als mal mächtig auf den

Putz zu hauen und verbale Attacken vom Stapel

zu lassen. Worte wie «Scheiss-Zuschauer»

sind deutlich und beweisen, dass auch HIV-positive

Schwule total normal und unterirdisch

sein können. RTL2 lässt übrigens ausrichten, die

Big Brother-Einschaltquoten seien so hoch wie

schon lang nicht mehr. (RG&DD)

Sandra Bullock

Als Aktrice Sandra Bullock dank «Speed» über

Nacht zum Superstar avancierte, wurde sie

als Nachfolgerin von Julia Roberts gehandelt.

Nur, die Roberts liess sich nicht vertreiben und

Bullock kam vom Image der romantischen Komödiantin

nicht weg. Anspruchsvolle Rollen

ergatterte sie zwar, jedoch meist, weil sie als

Produzentin fungierte. Nun scheint sich das

Blatt zu wenden. Julia Roberts ist derzeit lieber

Mutter statt Holly woodstar, somit ergattert

Sandra dankbar deren Rollen und jüngst

eine Oscar-Nomination als beste Darstellerin

in dem Drama «The Blinde Side». Das macht die

mittlerweile 46-Jährige übermutig. So liefert sie

sich mit der ebenfalls nominierten Kinolegende

Meryl Streep einen witzig-ironischen Schlagabtausch.

Laut Gala kommentierte Bullock dies

folgendermassen: «Als es rauskam, hinterliess

ich Meryl eine Sprachnachricht, die besagte:

Du musst jetzt immer aufpassen. Ich schneide

dich». Dann schickte Meryl mir Orchideen und

wünschte mir den Tod, also schickte ich ihr

eine Kiste Schnaps und wies sie an, auf die weisse

Unterschicht zu trinken.» Mit dieser Aktion

möchte Sandra Bullock vielleicht davon ablenken,

dass diese Nomination nicht ihre einzige

ist. Denn zeitgleich ist die Brünette auch für den

Razzie-Award im Gespräch – als schlechteste

Schauspielerin in «All about Steve». Die Chancen

stehen gut, dass Sandra Bullock nun beide

Preise gewinnt. Julia Roberts hat „nur“ den Oscar

bekommen. (DD)

Alice Schwarzer

Die Ikone der deutschen Frauenbewegung

spricht einmal mehr Klartext. Im Prinzip spricht

sie nicht, sondern schreibt. Ihre jüngsten Worte

sind an Bushido gerichtet, welchen man getrost

als homophoben wie horizontarmen Skandalrapper

bezeichnen darf, der im aktuellen Kinofilm

«Zeiten ändern sich» eine schwere Rolle

spielt: sich selbst. Alice Schwarzers Reaktion

ist eine Antwort auf Bushidos Attacke gegen

die Feministin. In einer Talkshow sinnierte

der Rapper über ein fiktives Streitgespräch beider.

Unter anderem phantasierte er folgenden

Schlusssatz an Frau Schwarzer zusammen:

«Ganz ehrlich, fick dich ins Knie, du Fotze».

Der hat gesessen. Und die Retourkutsche folgte

in Form eines offenen Briefes auf Schwarzers

Website der EMMA. Und dieser tut weh: «Bushido,

du bist irgendwie zerrissen. Zwischen dieser

deutschen, ergebenen Mutter und diesem tunesischen,

abwesenden Vater. Der war schwach,

aber stark genug, deine Mutter regelmässig zu

verprügeln.» Er habe daraus keine Lehren gezogen,

so Schwarzer. Auch er verachte die Frauen,

und «wir sind für dich nur Fotzen, die man von

hinten fickt». Zum Schluss wird Bushido als

kleinbürgerlicher Spiesser betitelt, der null Respekt

verdiene. Dass Bushido nur provozieren

und Werbung für seinen Film machen wollte,

ist sonnenklar. Den Gefallen wolle sie ihm nicht

tun. Dummerweise zu spät. Trotzdem, Schwarzers

Worte machen Sinn und sollten sich angesehene

Schauspieler verinnerlichen, welche in

Bushidos Film auftreten. So spielen u.a. Moritz

Bleibtreu und Hannelore Elsner in dem Machwerk

mit. Akteure, denen man ein gewisses

Mass an Intelligenz zugetraut hätte. Aber auch

die benötigen wohl wieder einen Hit an der Kinokasse.

(DD)


CRUISER Edition März 2010

Prominent

Lindsay Lohan

Wenn in Wien Frackdichte und Promiquote

rasant in die Höhe schnellen, wenn sich alles

linksherum dreht und man bald nicht mehr

weiss, ob das vom Tanzen oder vom Champagner

kommt, dann ist alles Walzer, dann ist

Opernball. Da trifft sich alles, was Rang und

Namen, Geld und Silikonimplantate hat. Die

grosse Frage jedes Jahr: Wer begleitet Hausherr

Richard Lugner als Stargast über den roten Teppich?

Paris Hilton hatte schon die Ehre, Pamela

Anderson und Teri Hatcher. Diesmal sollte es

Lindsay Lohan sein. Die feine Gesellschaft äusserte

im Vorfeld Bedenken, macht Lohan doch

immer wieder mit unfeinen Exzessen Schlagzeilen.

Mit 23 hat sie schon so einiges erlebt: erste

TV-Erfahrungen als Dreijährige, dann rund

60 Werbespots, Versuche als Schauspielerin,

Model, Sängerin und Schriftstellerin. Stets begleitet

von Alkohol und Drogen, auch die Anklage

wegen Trunkenheit am Steuer fehlt nicht

in ihrer Biografie, daraufhin Sozialstunden im

Leichenschauhaus und 84 Stunden Gefängnisaufenthalt.

Immer in der Öffentlichkeit, ohne

viel zu leisten, ein It-Girl eben. Zum Walzertanzen

kam es dann doch nicht. Sie verpasste ihren

Flieger, weil sie am Shoppen war. Kann ja jedem

It-Girl mal passieren, sie hatte wohl einfach

das passende Kleidchen noch nicht gefunden.

Die bescheidene Gage von 200‘000 Euro wurde

auch brav wieder nach Wien zurückgesendet

und Lugner fand doch noch die passende Begleitung.

Dieter Bohlen sprang in die Bresche

und schwang sich aufs Parkett, und er machte

es erst noch günstiger. Sonst für taktlose Sprüche

bekannt, blieb er brav im Dreivierteltakt.

Einmal mehr wurden für einen Abend C-Promis

zur Primadonna und Boxenluder zum Logenluder,

und draussen am Würstlstand, wo die

betagten Herren ihre steifen Kragen lockerten

und die Damen stillos ihre Stilettos auszogen,

wo bestimmt auch Lindsay Lohan eine gute Figur

gemacht hätte, da fragte man sich natürlich

bereits, wer Lugners nächstes Ballhäschen

sein wird. Dralles Weibchen oder fesches Männchen?

(rg)

Charl Van den

Berg

Oslo hat gewählt, der neue Mr. Gay World ist der

28-jährige Charl Van den Berg, Südafrikaner aus

Kapstadt, zeitgleich Restaurantbesitzer und Unterwäschemodel.

Neben «unserem» Ricco Müller,

welcher bereits Mr. Gay International wurde

(und deswegen nicht teilnehmen durfte), gibt’s

nun also auch einen weiteren Homosexuellen,

der gleich die ganze Welt vertritt. Van den Berg

setzte sich Mitte Februar gegen 19 Kandidaten

durch. U.a. gegen den Schweizer Vertreter Tobias

Dickenmann, welcher quasi aus dem Nichts

auftauchte (und sich ungefähr dort auch wieder

platzierte, leider). Des Siegers erste Amtshandlung

führte ihn direkt zur Olympiade nach

Vancouver. Denn neben Schweizer Goldregen

und tödlichen Bobbahnen gab‘s dort auch ein

sogenanntes «Pride-House», eine Art schwullesbischen

Kontakt-Center. Als weltweit attraktivster

Schwuler konnte sich Van den Berg dort

bereits prominent in Szene setzen. Aber «nur»

schön sein darf er nicht. Denn die Veranstalter

von Mr. Gay World wollen einen «engagierten

Mann, welcher die Verantwortung als Vertreter

der Gemeinschaft übernehmen will und sich

auf internationaler Bühne für Gleichheit und

Menschenrechte stark macht». Weswegen das

stolze politische Engagement beim viertägigen

Event in Oslo auch in knappster Badehose präsentiert

werden musste. Logisch. (DD)

Helene Hegemann

Nachdem Charlotte Roches «Feuchtgebiete» einigermassen

trockengelegt worden sind, braucht

die Literaturszene dringend einen neuen Promi.

Enfant terrible und Wunderkind Helene

Hegemann ist zwei in einem. Gerade mal 17,

wird sie vom strengen Chor der Literaturkritiker

einstimmig gefeiert als Stimme einer neuen

Generation. Knallhart und durchgeknallt, abgewrackt

und abgefuckt ist ihr Roman «Axolotl

Roadkill». Zentraler Schauplatz darin ein Berliner

Club in einem ehemaligen Heizkraftwerk.

Er verschluckt eine aufgeregte Warteschlange,

führt sie in eine Zwischenwelt und kotzt sie

nach zwei Tagen als Partyleichen wieder aus.

Unzweifelhaft ist damit das Berliner Berghain

gemeint, das sich vom schwulen Technoschuppen

zum angeblich besten Club der Welt gemausert

hat. Sprachgewandt beschreibt die junge

Autorin den ultimativen Absturz. Aber alles nur

geklaut, vieles jedenfalls, wie sich bald herausstellte.

Hegemann hat abgeschrieben, vom Blogger

Airen etwa, der selbst lieber im Hintergrund

bleibt und unter einem Pseudonym schreibt.

Warum nicht gleich das Original «Strobo» lesen,

wenn doch die rund 40 kopierten Stellen

die besten sind? Die Kritiker beschwichtigen

und legen den Skandal unter den Deckmantel

von Intertextualität und Sharing-Kultur. Klar,

denn dass ein höchstens mittelmässiges Werk

zum grossen Hype wurde, zeigt ja vor allem

eins: Auch Kritiker schreiben voneinander ab.

Schön pubertär hingerotzt und jetzt ist es angestrengte

Literatur. Schade, dass dieses treffende

Urteil nur geklaut ist, von der Seite 1 des Hegemann-Romans.

Also doch lesen, unbedingt! Als

Gutenachtlektüre für Fortgeschrittene. Was

man hingegen bestimmt nicht lesen sollte, sind

Promi-Kolumnen. Lesenswerte Medienberichterstattung

gibt es nicht, das hat Frau Hegemann

bei Harald Schmidt gesagt. Oder hat sie das eventuell

auch nur nachgeplappert? (RG)

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Gesellschaft CRUISER Edition März 2010

Freitod eines Freigeistes

Zum Tod von Alexander McQueen

10


CRUISER Edition März 2010

Gesellschaft

Mitten in der New Yorker

Fashion Week kam am

11. Februar die erschütternde

Nachricht: Alexander

McQueen hat Selbstmord

begangen. Damit hat die

Modeindustrie eines ihrer

letzten Enfants terribles

verloren.

Der britische Designer wurde tot in seiner Wohnung gefunden. Die Polizei

liess mitteilen, dass sein Tod nicht verdächtig erschien. Schnell meldeten

die ersten Zeitungen, McQueen habe sich erhängt. Angestellte wurden

vor seinem Studio gefilmt, wie sie die Hände vors Gesicht schlugen.

Wachleute stellten daraufhin grosse, weisse Wände vor den Eingang.

McQueens Freunde und Mitarbeiter baten in Stellungnahmen um Wahrung

ihrer Privatsphäre in dieser schweren Zeit. Man müsse den schweren

Schlag erst verarbeiten.

Enfant terrible der britischen Modewelt

McQueen wurde als Sohn eines Taxifahrers im Londoner East End geboren

und brachte den rauen Charme des Londoner Ostens in die vornehme

Welt der Haute Couture. Er war von allen Modemachern der unkomplizierteste

Schwule. Schon als Schneiderlehrling machte er keinen Hehl aus

seiner Sexualität. «Ich habe nichts zu verbergen. Mein Weg führte direkt

aus dem Leib meiner Mutter in die Schwulenparade.»

McQueen besuchte eine Jungenschule, wo er ständig Frauenkleider

zeichnete. Mit 16 wurde er Schneiderlehrling beim renommierten Massschneiderhaus

«Gieves & Hawke». McQueen arbeitete fast zehn Jahre als

Schneider, bevor er auf der Londoner Central Saint Martins, einer Kunstakademie,

Mode studierte. Seine Kreationen nahmen wenig Rücksicht

auf Konventionen. So war auch das Thema seiner Abschlusskollektion

im Jahre 1992 «Jack the Ripper». Wie das Thema schon erahnen lässt, war

auch tatsächlich Blut im Spiel. Die englische Moderedakteurin Isabella

Blow, eine der grössten Exzentrikerinnen der Modewelt, war davon so

angetan, dass sie seine gesamte Kollektion für 5000 Pfund aufkaufte.

Seit diesem Moment galt sie als die grosse Entdeckerin McQueens. Noch

im selben Jahr gründete McQueen sein eigenes Label. Fünf Jahre später

wurde er Nachfolger von John Galliano und damit Chefdesigner für das

französische Modehaus Givenchy. Das machte aus dem Enfant terrible

einen hoch geachteten Designer. Seine eigene Linie wurde 2000 vom italienischen

Modekonzern Gucci zu 51 Prozent übernommen.

McQueen provozierte wie kein anderer seiner etablierten Kollegen: Bei

einer Modenschau unter dem Titel «Highland Rape» («Bergland-Vergewaltigung»)

schickte er mutmassliche Vergewaltigungsopfer in zerrissenen

Kleidern auf den Laufsteg, von der Presse wurde er gern als «Bad Boy» oder

gar als «Hooligan» tituliert. Viermal wurde er zum britischen Designer

des Jahres gekürt. «Ich muss die Leute zwingen, sich die Dinge genau anzusehen»,

sagte er einmal. Spektakulär waren McQueens Fashionshows

immer. Seien es Schneeflocken, Farbbespritzungen, an Leinen geführte

Wölfe oder Models mit bandagierten Köpfen in einer Glasbox – McQueen

langweilte nie.

Trotz seiner kontroversen Shows schaffte es McQueen in die Herzen

der Modeliebhaber. Als Vorbereitung für seine Kollektion, die er im Oktober

2008 in Paris zeigte, las McQueen Darwin. Er stellte jede Menge

ausgestopfte Tiere auf den Laufsteg und übte damit Kritik an dem Motto

«Survival of the fittest». Dass er am Schluss im Ganzkörperkostüm eines

weissen Plüschhasen winkend auf die Bühne trat, liess selbst das härteste

Herz erweichen und war wohl das Komischste, was die Modewelt in jener

Saison vor Augen bekam.

Düstere Zeiten

McQueens Förderin und Entdeckerin, Isabella Blow, nahm sich vor drei

Jahren das Leben, nachdem sie von ihrer Eierstockkrebserkrankung erfuhr.

Ein Verlust, den Alexander McQueen nie verkraftete. Denn Isabella

Blow war nicht nur Entdeckerin und Förderin des Designers, sondern

auch seine beste Freundin. Nachdem nun jedoch mehrere Abschiedsbriefe

an Freunde gefunden wurden, war klar, dass ihn der Tod seiner

Mutter, die bloss einen Tag vor McQueens Selbstmord starb, und eine in

die Brüche gegangene Beziehung zu diesem Schritt bewegten. Die Modewelt

reagiert geschockt auf McQueens Tod. Auf Twitter schrieb Peaches

Geldof, Londoner It-Girl und Tochter von Sir Bob Geldof: «Ruhe in Frieden,

Alexander McQueen. Nur die, die es riskieren, zu weit zu gehen, können

herausfinden, wie weit ein Mensch gehen kann.» Der US-Blog «Jezebel»

erwies dem Designer auf die wohl zutreffendste Art und Weise seine Reverenz

und wies zugleich auf die bleibende Bedeutung seines Genies hin:

«McQueen is dead, long live McQueen.»


Marc-André Capeder

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Kolumne CRUISER Edition März 2010

«Ich bin dann

mal weg»

von Michi Rüegg

Winter ist Suizidsaison. Nicht nur Alexander

McQueen hat die Krone für immer abgelegt, es

scheint sich eingebürgert zu haben, dass sich

jedes Jahr im Januar einer meiner Bekannten

ins Jenseits befördert. Auf diese Bemerkung hin

– kürzlich in einer Bar von mir geäussert – sagte

ein Freund: «Bei dir auch?» Und erzählte mir,

dass sich innert weniger Wochen drei Leute aus

seinem Umfeld das Leben genommen hätten.

Wir Schwuppen sind ja im Grunde sehr anfällig

für Modeströmungen jeder Art, aber müssen wir

uns denn gleich alle umbringen? Das ist irgendwie

so 50er Jahre, als dem Schwulen entweder

die Lüge und das Leben in der Vorstadtfamilie,

die Einsamkeit oder als Trost spendende Alternative

dazu der Freitod blieb. Wir erinnern uns an

die frühen Filme und Serien, in denen Schwule

vorkamen. Diese Figuren waren permanent

scheissdeprimiert und in aller Regel auch am

anfälligsten für Suizideinfälle ihrer Drehbuchautoren.

Man wollte damals gar nicht so recht

schwul sein, weil das gleichbedeutend war mit

depressiv, ausgegrenzt und todunglücklich.

Doch sollte man meinen, dass die Emanzipation

der letzten Jahre eine Wende eingeleitet hätte.

Stattdessen bringen wir uns heute vermutlich

um, weil wir nicht dem gesellschaftlichen

Druck standhalten. Dieser schreibt vor, dass wir

zusammen mit unserem Partner eine Altbauoder

Maisonette-Wohnung beziehen müssen,

total spannende Berufe haben, sonntag Hand

in Hand mit dem Hund spazieren gehen, unsere

Hetero-Nachbarn immer zum Essen einladen

(und umgekehrt, gälled!) und bei den Erdbebenbildern

aus Haiti zuallererst fragen müssen, in

welcher Farbe wir denn das Kinderzimmer für

unseren noch zu adoptierenden Nachwuchs

streichen wollen.

Vielleicht sehe ich das auch zu einfach. Vielleicht

kommt bei gewissen Menschen einfach irgendwann

der Zeitpunkt, wo sie einen Schlussstrich

ziehen müssen, unabhängig von ihrer

Umwelt.

Denn jeder und jede hat das Recht, den Zeitpunkt

des eigenen Ablebens selber zu bestimmen, so

will es zumindest die Europäische Menschenrechtskonvention.

Und wenn der Leidensdruck

– woher er auch immer rührt – zu gross wird,

dann muss man sagen können: «Bis hierhin und

nicht weiter.» Nur schade, dass einem in solchen

Fällen einzig Strick, Pistole, Tablette, Messer oder

Sprung von der Brücke bleiben. Ein Tod in Einsamkeit.

Und die Gewissheit, dass irgendjemand

irgendwann eine Leiche findet. Und vielleicht

einen Abschiedsgruss mit ausführlicher Begründung.

Wer sich umbringt, kann sich nicht von

den Liebsten verabschieden wie der Soldat, der

in den Krieg zieht. Und er stirbt für sich allein.

Im Keller. In der Badewanne. Im Büro.

Das ist doch gut so, meint der Bundesrat. In

seinen Vorschlägen zur Regelung der organisierten

Suizidhilfe, will er nämlich chronisch

und psychisch Kranke ausklammern. Sie sollen

nicht mehr die Unterstützung von Suizidhilfeorganisationen

in Anspruch nehmen können,

sondern sich bitte dem Willen des Herrn beugen,

und erst dann von uns gehen, wenn dieser

es wünscht. Das ist unmenschliches, wenn

nicht gar mittelalterliches Denken. Aber offenbar

gilt in dieser Gesellschaft die Pflicht zu leben

mehr als das Recht zu sterben.

So sind sicher einige von uns gefangen zwischen

der Trauer über einen lieben Menschen, der –

wie sagt man? – sich von uns gegangen hat, und

der tiefen Überzeugung, dass wir die Zügel unseres

Lebens selber in der Hand halten. Wir können

nur versuchen, für unsere Freunde da zu

sein und Zeichen frühzeitig zu erkennen. Wir

können die Hand ausstrecken. Und wir können

uns sagen, dass uns keine Schuld trifft, wenn

jemand trotzdem mit seinem Leben Schluss machen

will. Verhindern können wir es in der Regel

nicht. Erst recht nicht, wenn ein des Lebens müder

Mensch keinen Ausweg mehr sieht.

Traurig ist das trotzdem. Ob er nun Alexander

McQueen hiess oder Michel oder Dani.

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CRUISER Edition März 2010

Lifestyle

Lacoste bringt Farbe in den Frühling

Sie erinnern and Kunstwerke von Andy Warhol oder Roy Lichtenstein: die neuen Sneakers von Lacoste. Das französische Unternehmen nennt ihre

neue Kreation «Dot Fade», was so viel heisst wie «Punktausblendung». Damit ist das Prinzip des Designs gemeint, welches auf farbigen Punkten basiert,

die in einen Farbhintergrund verlaufen. Das neue Modell ist erhältlich in den Farbkombinationen gelb-pink, blau-grün, weiss-pink, weissgrün

und schwarz-weiss. Auf jeden Fall ein garantierter Hingucker.

Erhältlich ab CHF 179 bei Lacoste.

VANITY – The Art of Beauty

Seit den 80er-Jahren bietet VANITY am Bleicherweg und im Hotel Baur au Lac in Zürich massgeschneiderte Pflege von Kopf bis Fuss. Weil sich die

Beauty- und Wellness-Trends in den letzten Jahren massiv verändert haben, wurde die Filiale am Bleicherweg 17 nun komplett umgebaut. Die neue

Beauty-Welt bietet ab sofort auf 340 Quadratmetern ein noch attraktiveres und umfangreicheres Angebot.

Ein Termin – drei Behandlungen

Neu gibt es am Bleicherweg beispielsweise den amerikanischen Trend der Beauty-Combos. Dabei gibt man die zur Verfügung stehende Zeit und die

Wünsche vor und wird dann von bis zu drei Profis gleichzeitig behandelt. Wer den hektischen Alltag ganz hinter sich lassen will, kann sich im Untergeschoss

in sieben Wellness- und Beauty-Räumen verwöhnen lassen. Ein Höhepunkt ist die neu erschaffene Erlebniskabine mit Sternenhimmel

und vielen Überraschungen. Insgesamt kümmern sich rund 30 Hairstylisten und Beauty-Profis um das Wohlergehen von Frau und Mann. In den

neuen Räumlichkeiten machen exklusive Produktelinien wie Thalgo, !QMS von Dr. med. Erich Schulte oder die Make-up-Linie des deutschen Star-

Visagisten Horst Kirchberger das Wellnessen einzigartig.

Mehr Informationen unter: Tel. 044 201 80 18 oder unter www.vanity.ch.

Schlafen mit Dita

Wir alle kennen es: Man tanzt die Nacht durch, kommt heim und will nur noch schlafen. Doch die gnadenlos durch die Vorhänge blitzende Sonne

verunmöglicht jeglichen Schlaf. Dita von Teese weiss Rat. Die 37-Jährige kennt die Problematik durchtanzter Nächte nur allzu gut. Als wohl bekannteste

Vertreterin des New Burlesque hat sie sich nun mit dem italienischen Modelabel Moschino zusammengetan und eine exklusive Schlafmaske

kreiert. Die Schlafmaske wird hergestellt aus rosa Seidensatin, eingefasst von schwarzer Spitze – ganz Ditas Stil. Wer erst probetragen

möchte, kann dies auf www.moschino.com tun. Nur rasch ein Portraitfoto von sich raufladen, den Anweisungen auf der Seite folgen und schon

kann man sehen, wie man mit der Schlafmaske aussieht. Und als wäre dies nicht genug, geht ein Drittel des Verkaufspreises an «amFAR – The

Foundation for Aids Research». Die gemeinnützige Einrichtung engagiert sich in Bezug auf die Aufklärung und Prävention des HI-Virus und steht

für eine AIDS-relevante Politik ein. Also, auch mit der Schlafmaske auf den Augen: Safety first!

Erhältlich für 90 Euro auf www.moschino.com

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Kino CRUISER Edition März 2010

«Nine»

Allein unter Frauen

Von Fellinis Meisterwerk, zum Broadway-Hit

und zurück ins Kino

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CRUISER Edition März 2010

Kino

Mit «Nine» präsentiert Rob

Marshall eine opulente

Musical-Verfilmung, die

auf Federico Fellinis «Achteinhalb»

basiert. Nach einer

erfolgreichen Broadway-Laufzeit

findet die

Story um einen verwirrten

Regisseur ihren Weg zurück

ins Kino. Oscar-Gewinner

Daniel Day-Lewis

lässt darin die weibliche

Erstliga Hollywoods antanzen.

Es spielen u.a. Nicole

Kidman und Penélope

Cruz neben Kinolegenden

wie Judi Dench und Sophia

Loren.

Alles begann mit Federico Fellini. Dessen mit dem Oscar ausgezeichnetes

Meisterwerk «Achteinhalb»(1963), eine ebenso surreale wie magische

Fabel über einen Regisseur in der Schaffenskrise, avancierte zu einem

der am meisten diskutierten Filme. Für viele wurde «Achteinhalb» durch

seine überbordenden Bilder zum perfekten Kinoerlebnis, welches ein Gefühl

der Rätselhaftigkeit des Menschseins vermittelte.

Wie geschaffen für ein Musical, dachte sich der Komponist Maury

Yeston. Dieser änderte die Geschichte in ein genreübergreifendes

Bühnenmusical – mit dem kreativen Segen des Meisters Fellini. So

wurde «Achteinhalb» zu «Nine». Denn Yeston war sich sicher, wenn er

«Achteinhalb» um Musik und Tanz ergänzen würde, käme in der Summe

«Nine» heraus. Als das Stück 1982 seine Premiere feierte, ging die

Rechnung auf: «Nine» wurde ein riesiger Erfolg. Das Musical bot das

seltene Bild eines einzelnen männlichen Hauptdarstellers, umgeben

von 24 Schauspielerinnen, die jede Facette weiblicher Macht, Stärke

und Schönheit verkörperten.

Zurück ins Kino

Doch «Nine» hatte eine weitere künstlerische Verwandlung vor sich: Zurück

in das Medium, das einst seine Entstehung inspiriert hatte - das Kino.

Und mit «Nine» liefert nun Rob Marshall, welcher schon «Chicago» und

«Die Geisha» inszenierte, eine neue Variation ab. Genau wie Fellini einst

Maury Yeston komplette künstlerische Freiheit hinsichtlich der Verwendung

von Versatzstücken aus «Achteinhalb» gewährt hatte, liess nun auch

Yeston selbst Marshall für seine Leinwand-Adaption freie Hand.

Die Story zu «Nine» ist so simpel wie genretypisch: Regisseur Guido Contini

ist ganz oben angekommen: Er gilt in den 60er-Jahren als bester Filmemacher

der Welt, hat dem italienischen Kino zu internationalem Glanz

verholfen und wird von den schönsten Frauen der Welt begehrt. Doch

plötzlich stürzt er in eine kreative Schaffenskrise. Verwirrt, verführt

und angeregt von den Frauen in seinem Leben, ringt er um Inspiration

und Rettung. Die legendäre Bühne 5 in den Cinecittà-Studios in Rom wird

dabei zum Schauplatz von Guidos wildesten Träumen.

Einzigartiges Ensemble

Marshall wollte das laut Pressetext «atemberaubendste und glamouröseste

Kinoerlebnis des Jahres» abliefern. So engagierte er nur die Besten

ihrer Klasse, u.a. Kameramann Dion Beebe (Oscar für «Die Geisha») oder

Colleen Atwood (Oscars für «Chicago» und «Die Geisha»), welche bereits

für ihn arbeiteten. Dies erklärt auch, warum «Nine» rein visuell stark

an Marshalls Vorgänger erinnert. Dem stehen die teilweise neu komponierten

Songs von Maury Yeston und das von Anthony Minghella («Der

englische Patient») geschriebene Drehbuch entgegen.

Einzigartig ist das Ensemble, das Marshall für «Nine» engagieren konnte:

Mit Daniel Day-Lewis, Penélope Cruz, Marion Cotillard, Nicole Kidman,

Judi Dench und Sophia Loren beweisen gleich sechs Oscar-Gewinner ihr

musikalisches Talent. Ergänzt werden sie durch Kate Hudson und Pop-

Superstar Fergie.

Flop an US-Kinokasse

Marschalls Verneigung vor Maury Yeston und Federico Fellini überzeugte

jedoch nicht durchgehend. «Nine» erwies sich als Flop an den US-Kinokassen.

Zwar liegt «Nine» mit vier Oscar-Nominationen fabelhaft im Rennen

um künstlerische Anerkennung, dennoch dürften die Produzenten verärgert

sein, erhoffte man sich doch einen weltweiten Erfolg.

Das amerikanische Mainstream-Publikum kann offensichtlich mit einem

europäisch angehauchten Musical nichts anfangen, ebenso wenig wie

mit den Begriffen Fellini oder Cinecittà. Auch die zahlreichen Superstars,

inklusive das Leinwand-Comeback von Diva Sophia Loren, vermochten

die Massen nicht anzulocken. In Europa dagegen wird «Nine» mehr Chancen

zugesprochen. Verdient hätte es das opulente Musical durchaus.


Daniel Diriwächter / Ascot Elite Entertainment

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Szene CRUISER Edition März 2010

Parties und

Events

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«Aera Nacht der

Blumen» feiert

Jubiläum

Zum 15. Mal läutet das Party-

Label Aera den Frühling mit

seiner Blumenparty ein

Das Zürcher Party-Label Aera feiert das 15-jährige

Jubiläum seiner legendären Blumenparty.

Zum Frühlingsbeginn wird wieder im Club Hive

die «Nacht der Blumen» über die Bühne gehen.

Die Aera-DJs Alphajet, Chérie, Don Ramon, Jesse

Jay, Sampayo, San Marco und Valentino werden

auf zwei Dancefloors für eine ausgelassene Partystimmung

sorgen. An der Nacht der Blumen

des Schwulenparty-Labels Aera sind auch gayfreundliche

Hetero-Männer und -Frauen herzlich

willkommen.

Wer schon einmal an einer Nacht der Blumen

mitfeierte, wird sie für immer in bester Erinnerung

haben: Das Aera-Team putzt jeweils

Schnittblumen aus einer vollen Ladung eines

Kleinlasters, schneidet Pflanzenstile zurecht

und drapiert dauraus opulente Sträusse und Arrangements,

um den ganzen Hive Club in einem

Meer von Tausenden von Blumen versinken zu

lassen. Aera schafft so nach der kalten Jahreszeit

genau das richtige Ambiente, um mit bunten

Farben und betörenden Düften den Frühling

an einer ausgelassenen Party willkommen

zu heissen. Und das Beste daran: Auch an der 15.

Ausgabe der Nacht der Blumen darf jeder Gast

am Schluss der Party gratis so viele Blumen mit

nach Hause nehmen, wie er tragen kann.

Aera Nacht der Blumen

Samstag, 20. März 2010, 22.00 Uhr

Hive, Geroldstrasse 5, 8005 Zürich

www.hiveclub.ch, www.aera.ch

Flexx Springtime

Line-up mit pumpenden,

progressiven Sounds

Endlich ist die kalte Zeit vorbei. Es wird langsam

wieder wärmer und Frühlingsgefühle machen

sich breit. An der Flexx Springtime Party

im Loop38 wird es nicht nur warm, sondern

regelrecht heiss. Dafür sorgt das Line-up mit

pumpenden, progressiven Sounds. Der Basler

DJ Mental X ist einer der beliebtesten DJs der

Schweiz. Angefangen auf dem Areal der legendären

Stückfärberei in Basel, dem «Stucki»,

kann er auf eine unglaubliche Erfolgsgeschichte

zurückblicken. Er hat bereits in angesagten

Clubs wie dem «Under» in Paris und der «Greenkomm»

in Köln aufgelegt, hat eine eigene Radio-

Show beim Radiosender Virus und produziert

erfolgreich Musik, unter anderem in Zusammenarbeit

mit Live Act Greed. Sein Stil lässt

sich als eine Mischung aus den eher sanften,

melodiösen Elementen der Trance-Musik, verbunden

mit den faszinierend treibenden Beats

des Techno oder House beschreiben. Ergänzend

zu Mental X wird Resident DJ Ajaxx die Plattenteller

zum kochen bringen. Seine Sets sind

eine Synthese von verschiedenen Einflüssen von

Parties wie der Rapido (Amsterdam), Trade (London),

La Demence (Brüssel), Greenkomm (Köln),

Souvenir (Barcelona), Under (Paris) und White

Party (Miami).

Flexx Springtime

Samstag, 6. März 2010, ab 23.00 Uhr

Loop38, Albulastrasse 38, 8048 Zürich

www.flexx-party.ch, www.loop38.ch

Shaft Sportsnight

Scharfe Outfits sind gern

gesehen

Kaum ist Olympia überstanden, geht’s auch an

der Shaft sportlich weiter. Medaillen gibt’s zwar

keine mehr, aber Sportler kriegen trotzdem ihren

Preis. Skifahrer und Eishokeyaner nehmen

wohl besser das leichtere Tenue – heiss wird es

ihnen schon wegen den geilen Sportlern überall...

Im «Trainingsraum» kann dann auch mit

den «Bällen» gespielt werden. Aber bitte nicht

zu feste, sie werden noch gebraucht!

Trainiert werden die Schwimmer, Schwinger,

Judokas, Leichtathleten, Fechter, Reiter, Orientierungsläufer,

Kanuten, Eisläufer, Handballer,

Surfer, Biker und Fussballer von den DJs 5th Element

und Tokee. Wetten, dass sie die Männer zu

Höchstleistungen treiben!?

Wie immer ohne Dresscode, aber scharfe Outfits

sind natürlich gern gesehen.

Deshalb: Nicht abseits stehen, auf Vorteil spielen

und an die Shaft dribbeln!

Shaft Sportsnight, no dick – no entry,

Samstag, 13. Februar 2010, 23.00 Uhr

Lotus Club, Pfingstweidstrasse 70

8005 Zürich, www.shaft.ch

Cologne-

Selection

Mit den Kölner Szene-Hot-

Shots Jon Doe und Marcel B

Selten ist es Veranstaltern gelungen, so rasch

eine Partyreihe zu etablieren, wie den Machern

der Selectionreihe. Nicht verwunderlich, läuft

doch die Reihe schon um einiges länger und äusserst

erfolgreich in der Maultaschenmetropole

Stuttgart. In Zürich gibt’s nun die fünfte Party:

die Cologne-Selection. Eingeflogen werden die

Kölner Szene-Hot-Shots Jon Doe und Marcel

B., Garanten für undergroundige Sounds, die

schnell ins Blut gehen.

Natürlich gibt es oben wieder einen Züri-Floor,

der von lokalen Top-DJs regiert wird. «Wer nicht

hinkommt, ist definitiv selber schuld,», meinen

die Veranstalter und verweisen auf die Bildergalerien

unter www.selectionparty.ch. Achten


CRUISER Edition März 2010

Szene

sollte man übrigens auf den Facebook-Auftritt

der Selectionparty, denn da werden regelmässig

VIP-Packages (freier Eintritt plus Freigetränk!)

verlost.

Cologne-Selection

Samstag, 27. 3. 3010, 23.00 Uhr, Lotus Club

Pfingstweidstrasse 70, 8050 Zürich

Mr. Gay Clubtour

Jazzmin Dian Moore präsentiert

die zwölf Finalisten

Die zwölf Finalisten zeigen sich auf der T&M-

Bühne. So viel Erotik auf so engem Raum kann

gefährlich werden. Begleitet von Jazzmin Dian

Moore stehen die Kandidaten an besagtem

Abend Rede und Antwort. Ob sie einen Badehosen-Durchgang

haben werden, wollte man nicht

verraten. So viel ist jedoch sicher: Die Jungs sind

Knackig, sexy und zum Teil noch single.

Nach der Vorstellung der Finalisten geht’s natürlich

gleich weiter mit der Party. DJ Marc S.

spielt dann gleich auch die Lieblingshits der Mr.

Gay Anwärter – na, wenn die nicht abgehen…

Mr. Gay Clubtour, die 12 Finalisten

13.03.2010 um 22.00 Uhr

T&M Marktgasse 14, 8001 Zürich

www.tundm.ch, doors 21.30

9 Jahre Club

AAAH!

Der sexy Club im Niederdorf

feiert sein 9-jähriges Bestehen

Der schicke Club inmitten der Altstadt hat in

den letzten Jahren den Weg in die Herzen der

Gay Clubbers gefunden. Der Club AAAH! gilt

nicht nur bei den DJs als Insider-Tipp zum Auflegen,

sondern auch für kreative Jungkünstler,

welche in der Vergangenheit das Outfit des

Clubs gestaltet haben. Am 5. März wird angestossen,

auf neun Jahre Club AAAH! mit geiler

Musik, geilem Design und geilen Jungs.

Dj-Nick Harvey steht hinter den Plattentellern

und rockt die Birthday-Party mit knackigem

Elektro und treibendem House bis in die frühen

Morgenstunden. Die sympathischen Barkeeper,

Oli und Bay kümmern sich um die Getränke &

Snacks und der zeigefreudige Diego um die Erotik

an diesem Abend.

9 Jahre Club AAAH!

5.3.2010, 22.30, www.aaah.ch

Flexx Eastereggs

Party

Ostern steht vor der Tür

Ostern steht vor der Tür, die Zeit des Eiersuchens

und der Osterhasen ist da! Ob grosse oder

kleine Eier, echte oder falsche Easterbunnies,

für jeden Geschmack ist etwas dabei. An der

Flexx Eastereggs Party wird der international

bekannte DJ Mike Kelly hinter den Turntables

stehen. Der sympathische Australier hat schon

an einigen namhaften Parties wie der Space of

Sound in Madrid oder der Curcuit-Party in Barcelona

aufgelegt. Er brachte den White Room

der letzten Black Party zum Kochen. Zudem ist

er Resident DJ im legendären Afterhour-Club

Greenkomm in seiner Wahlheimatstadt Köln.

Neben Mike Kelly wird auch Flexx-Resident DJ

Ajaxx den Tanzwütigen ordentlich einheizen.

Und wie immer ist der Abend voller Überraschungen.

Ostern war nie schöner!

Flexx Eastereggs Party

Samstag, 3. April 2010, ab 23.00 Uhr

Loop38, Albulastrasse 38, 8048 Zürich

www.flexx-party.ch, www.loop38.ch

6 Years

Boyahkasha!

Im Zürcher Volkshaus

Genau zur Umstellung auf die Sommerzeit startet

Boyahkasha! ins neue Jahr und lässt es gleich

richtig krachen. Die bekannte R’n’B-Sause feiert

an diesem Abend ihr 6-jähriges Bestehen

und hat sich diesmal einen ganz besonderen

Ort dafür ausgesucht. Das Zürcher Volkshaus,

welches vor allem durch die Angels bekannt

geworden ist, wird kurzerhand zum Gayclub

umfunktioniert.

In Zusammenarbeit mit den Mr. Gay Wahlen, die

direkt vor der Party stattfinden, lassen es die Veranstalter

auf 3 Floors heiss zu und her gehen. Mit

den DJs Raffiness, Charbon de Bois & Zör Gollin.

Nebst dem satten Boyah-Sound gibt’s auch einen

Floor für die Houseliebhaber. Das verspricht sicher,

eine lange Nacht zu werden.

6 Years Boyahkasha!

Samstag, 27.3.2010, 22.30 Uhr

Volkshaus Zürich

Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich

www.boyahkasha.ch, www.mrgay.ch

Take off

Celestial-Start in den Frühling

«Take off» – ein mehrdeutiges Motto: Einerseits

Start des Frühlings aus eisiger Umklammerung

des Februars; die Party, ein Frühlingstanz quasi,

auf dass er komme. «take off the shirt» – die

Befreiung erleben.

Take off steht aber auch für den Beginn des

Neuen. Bislang wurde bei der Auswahl der DJs

gewissermassen auf Altmeister gesetzt.

DJ Jesse Jay (Take a Dance, Galaxy Space Night –

Radio LoRa) ist auch ein Meister, ein «Jungmeister»,

mit überraschend breitem Progressive-

Spektrum.

Thomi B & Jesse Jay, das spricht für abwechslungsreichen

Sound!

Celestial – take off

Samstag, 6. 3. 2010, 23.00 Uhr bis Ende

Lotus Club, Pfingstweidstrasse 70, 8050 Zürich

www.celestial.ch

Facebook-

Geburtsanzeige

Queer Voter aktiviert die

LGBT-Community

Die Stimm- und Wahlbeteiligung in der Schweiz

ist leider sehr gering. Grosse Teile der Bevölkerung

verzichten damit auf ihr Mitbestimmungsrecht

und überlassen die wichtigen Entscheidungen

anderen. Gerade in der LGBT-Community (Lesbian,

Gay, Bisexual, Transgender) ist dieser Trend

verstärkt festzustellen. Dennoch bestehen gerade

hinsichtlich Gleichstellung im Adoptionsrecht,

Einführung eines griffigen Diskriminierungsverbots,

Aufhebung des Blutspendeverbots und

der Anerkennung der sexuellen Orientierung

als Asylgrund noch viele Ziele, die es zu erreichen

gilt.

Der genannte Trend in der LGBT-Community soll

gewendet werden. Darum wurde der Queer Voter

auf Facebook ins Leben gerufen. Als Sohn zweier

Männer fordert er die LGBT-Community dazu auf,

sich aktiver ins politische Leben einzubringen

und auch an Wahlen und Abstimmungen teilzunehmen.

Queer Voter selbst ist heterosexuell,

unterstützt aber seine schwulen Eltern dabei, die

Anliegen der Community auf politischer Ebene

umzusetzen. Einen ersten wichtigen Schritt sieht

er darin, weltoffene Menschen wieder zur Wahlund

Abstimmungsteilnahme aufzufordern und

so den Zielen zum Durchbruch zu verhelfen.

Fanpage auf Facebook:

http://www.facebook.com/pages/Queer-

Voter/323198262312

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Gesundheit CRUISER Edition März 2010

Weekend auf

dem Stoos

Checkpoint Zürich lädt zu

einem Workshop-Weekend

auf dem Stoos ein.

Checkpoint Zürich – ein

Angebot für schwule Männer,

lädt alle mit HIV neu infizierten

schwulen Männer und ihre

Partner zu einem Workshop

ins Seminar- und Wellnesshotel

Stoos ein.

Es soll ihnen eine Einstiegshilfe bieten, sich mit

der neuen Situation in ihrem Leben auseinanderzusetzen.

Dank den heutigen Medikamenten

ist HIV zu einer chronischen Krankheit geworden,

die aber immer noch Nachteile mit sich

bringt. Die psychische Belastung ist vorhanden,

teilweise auch eine Ausgrenzung im Beruf und

im privaten Bereich. Wie soll Mann die kürzlich

erfahrene Tatsache dem jetzigen oder zukünftigen

Freund oder der Familie mitteilen? Und

wie damit umgehen im täglichen Leben und

wie beim Sex? Und wie ist es mit der Therapie

oder der Gefahr, andere anzustecken?

dieses Workshop-Wochenende, welches zum

Teil von ebenfalls HIV-positiven schwulen Männern

geleitet wird, bietet für alle die Gelegenheit,

miteinander zu diskutieren, auch individuell

zu zweit oder zu dritt. Die einzelnen

Workshops werden von Fachleuten geleitet, die

schwul und teilweise selbst HIV-positiv sind

und dir auch für persönliche Fragen zur Verfügung

stehen. Das Ganze in einer ungezwungenen

Atmosphäre mit viel Freiraum, um den

Stoos und die Wellness-Angebote des Hotels zu

geniessen. Das Workshop-Wochenende ist übrigens

gratis.

Die Themen der Workshops

sind sehr vielfältig

HIV in einer Paarbeziehung oder HIV als Single.

Da kommen positive und negative Erlebnisse

mit Familie und Freunden ebenso zur Sprache

wie der praktische Umgang im Darkroom. Wie

behandle ich meinen Arzt? – Soll er die Rechte

und Pflichten von HIV-Positiven diskutieren?

Was sind die Psychische Auswirkungen von

HIV? Der Stress einer HIV-Diagnose und deren

Folgen kann auch Angst und Depression hervorrufen.

Wie unterstütze ich mein Immunsystem?

Auch ein Ernährungsberater kommt zu

Wort. Zur Entspannung gibt es Yoga- oder Atem-

Übungen. Die Verantwortlichen des Workshop-

Weekends nehmen gerne Wünsche aus dem

Teilnehmerkreis für künftige Seminar-Veranstaltungen

oder Kurse entgegen. Mit dabei ist

auch eine Gruppe aus der Romandie, eingeladen

vom Checkpoint Genève. Durchgeführt wird

das Workshop-Weekend von Checkpoint Zürich

im Auftrag und finanziert durch das Bundesamt

für Gesundheit.

Das Wokshop-Wochenende beginnt am Donnerstag,

15. April, um 19.00 Uhr und endet am

Sonntag, 18. April, um 13.00 Uhr. Bitte geeignete

Kleider, Schuhwerk und Regenjacke mitnehmen.

Weitere Infos unter www.checkpointzh.ch,

wo man sich anmelden kann. Auch bei

Checkpoint Zürich, 044 455 59 10 oder checkpoint-zh@zah.ch


Von Kurt Büchler

Wie komme ich auf den Stoos?

Das Seminar- und Wellnesshotel Stoos liegt auf

1300 m über dem Vierwaldstättersee und kann

entweder mit der Luftseilbahn Morschach-Stoos

oder mit der Standseilbahn Schlattli (Schwyz)-

Stoos erreicht werden. Fahrpläne der beiden

Bahnen www.stoos.ch oder www.sbb.ch

18


CRUISER Edition März 2010

Politik

Wählt Pink

Rot / Grün?

Zürich wählt am 7. März den

Gemeinde- und Stadtrat

Überall nur strahlende Gesichter.

Zürcher Parteien, die

etwas auf sich halten, haben

die Februar-Ausgabe des

Cruiser für Wahlwerbung genutzt,

um die eine oder andere

schwule Stimme für sich zu

verbuchen. Die SVP war die

einzige der «Grossen», die sich

nicht für ein Inserat in dieser

Zeitung interessierte. Haben

die Bürgerlichen die schwullesbischen

Wähler denn schon

von ihrer Liste gestrichen.

Und diese Wähler die Bürgerlichen?

In der Februar-Ausgabe erschien ein Überblick

über die schwullesbischen Kandidierenden der

Zürcher Stadt- und Gemeinderatswahlen vom

7. März. Die Sozialdemokraten stellen mit Corine

Mauch und André Odermatt gleich zwei offen

homosexuelle Kandidaten zur Wahl in die

Exekutive. Dies ist ja nicht weiter verwunderlich,

denn über viele Jahre hinweg war die SP die

unumstrittene Partei für Schwule und Lesben.

Sie setzte sich wie keine andere national aktive

Partei für die Rechte der Community ein.

Beim Kampf um die 125 Sitze im Gemeinderat

scheint dies allerdings Glanz vergangener

Zeiten zu sein. Die Grünen starten nämlich mit

acht offen schwulen / lesbischen KandidatInnen,

die SP stellt nur deren fünf. Weicht der schwule

Politnachwuchs auf linke Alternativen aus?

Andrea Sprecher, Co-Präsidentin der SP Stadt

Zürich, sieht das nicht so. «Das ist doch völlig

wurscht, in welcher Partei Homosexuelle kandidieren.

Was mir eher auffällt, ist, dass es insgesamt

nur 13 sind –- das entspricht ja in keiner

Art und Weise einem Abbild der Gesellschaft.

Die SP setzt sich nach wie vor stark für die Bedürfnisse

der schwullesbischen Gemeinschaft

ein.»

Bürgerliche Parteien haben einen

Aufholbedarf.

Bei den Bürgerlichen sind die Tendenzen steigend,

denn mit Markus Hungerbühler kandidiert

der einzige nicht linke Schwule. Er findet

es schade, dass alle anderen Homo-Kandidaten

aus Parteien links der seinigen kommen. Optimistisch

blickt er allerdings in die schwulkonservative

Zukunft. «Die SP war von Anfang

an mit dabei, wenn es um Schwulenrechte ging,

da haben bürgerliche Parteien natürlich einen

Aufholbedarf. Seit dem Partnerschaftsgesetz

gab es einen Wandel – auch bei den Rechts- und

Mitteparteien», sagt der CVP-Mann.

Die SVP ist zwar nicht an Inseraten im Cruiser

interessiert, mit der Gründung einer Schwulensektion

namens GaySVP ist nun jedoch

auch die Volkspartei auf die «Gay Flower» aufgesprungen.

Leider hat sie mit Nachwuchsproblemen

zu kämpfen, da sie schweizweit gerade

mal 27 Mitglieder hat. Thomas Fuchs, einer der

wenigen offen schwulen Politiker im rechten

Lager, sieht die Ursachen für die zu geringe Zuwanderung

in der Angst vor dem Coming-out.

«Viele schwule Bürgerliche fürchten sich vor

dem Irrglauben Wählerstimmen zu verlieren,

wenn sie sich öffentlich zu ihrer Homosexualität

bekennen.» Auf die Frage, warum die Linken

diese Angst wohl nicht teilten antwortet

Fuchs prompt: «In den linken Kreisen scheint

es hip zu wirken, schwul zu sein und seine sexuelle

Orientierung jedem unter die Nase zu

reiben».

Offen bleibt die Frage, ob eine Partei, deren Mitglieder

aus Angst vor negativen Reaktionen ihrer

Stammwählerschaft nicht zu ihrer sexuellen

Orientierung stehen, auf die politischen

Bedürfnisse der Community eingehen kann.

Thomas Fuchs würde sie eindeutig mit Ja beantworten.

«Dies ist sicherlich eine Generationenfrage,

aber mit der Gründung der GaySVP versuchen

wir, diesem Denken entgegenzutreten».

Auch Sébastien Rouiller von Smartvote pflichtet

dem bei. Aus seiner Sicht gibt es immer mehr

Gay-Sektionen bürgerlicher Parteien. «Dies

kann als eindeutiges Zeichen gewertet werden,

dass in Parteien rechts der politischen Mitte

schwule Politiker akzeptiert sind.»

Müssen sich Schwule und Lesben dazu

verpflichtet fühlen, Schwule und Lesben

zu wählen?

Dass die absolute Gleichstellung nur mit der

Vertretung homosexueller Parlaments- und Regierungsmitglieder

Schritt für Schritt erreicht

wird, liegt auf der Hand. Da Alternativen fehlen,

würde dies zwangsläufig bedeuten, dass man

Linken den Vorzug geben müsste.

In der Politik geht es jedoch darum, Mehrheiten

zu finden, mit der Abstimmungen gewonnen

werden können. Es ist daher nur logisch, dass

die Wahrscheinlichkeit steigt, ein Anliegen

durch das Parlament zu bringen, wenn sich

möglichst viele Parteien dafür erwärmen können.

Ergo wäre es sinnvoll so viele Schwule und

Lesben mit unterschiedlichen politischen Gesinnungen

wie möglich zu wählen. Das kann

jetzt so verstanden werden, dass schwul einfach

nur schwul wählen soll.

Nein.

Dies hat bereits Corine Mauch in ihrer Kampagne

ums Stadtpräsidium richtig erkannt. Die

eigene sexuelle Orientierung sollte nicht zum

dominierenden Argument für eine Person werden.

So wird keine Mehrheit gefunden. Aber es

ist ein «nice to have» - oder in diesem Fall «nice

to be».


Von Alex Rudolf

19


Kultur CRUISER Edition März 2010

Peter der Zweite

Gaël Roth erzählt im Gespräch

über Aufstieg und Fall

eines von Macht besessenen

Egozentrikers.

20

In «Peter der Zweite» geht es um

Macht und insbesondere um

die Frage, weshalb jemand

nach Macht strebt. Zu Beginn

wollte Roth ein klassisches Drama

schreiben. Er entschied

sich, die Szenen ins Groteske zu

übersteigern. Aus dem Drama

wurde eine schwarze Komödie.

Zum Inhalt: Peter will Präsident werden. Und

das um jeden Preis. Also muss er Aline heiraten

und nicht seine attraktive Liebhaberin Natascha.

Denn Alines Vater ist jetzt noch Präsident.

Doch der Weg zur Macht erweist sich als umständlicher,

als er das gerne hätte. Peter kämpft

gegen eine traumatische Kindheitserfahrung.

Wolfgang, sein Kamerad aus dem Kindergarten,

durfte beim Krippenspiel den Joseph spielen,

während er selber nur ein Schaf war. Für diese

Demütigung will er sich rächen – wenn er einmal

Präsident ist. Als Alines Vater endlich stirbt,

sieht er seine Chance gekommen…

Wir wollten von Gaël Roth ein

bisschen mehr wissen.

cruiser: Gaël, wer bist du?

GaËl Roth: (überlegt...). Ich würde mich momentan

als Beobachter und Denker beschreiben.

Immer auf der Suche nach Antworten auf

grundsätzliche Fragen. Neugierig auf die Fragen

und Antworten anderer Menschen, in der

Hoffnung, dass mich die Auseinandersetzung

weiterbringt. Aber das ist eigentlich eine Frage,

auf die es über den Moment hinaus keine

Antwort gibt.

cruiser: Du bist in Lesotho, einem kleinen Land

in Südafrika, geboren und hast einen aussergewöhnlichen

Namen: Gaël. Woher kommt der?

GaËl Roth: Gaël ist bretonisch, meine Mutter

stammt von dort. Ich bin dadurch zweisprachig

– französisch und deutsch – aufgewachsen. In

Lesotho bin ich geboren, weil meine Eltern in der

Entwicklungszusammenarbeit tätig waren. Später

haben wir noch ein Jahr in Ruanda gelebt.

cruiser: Als Deutschweizer studierst du in Lausanne.

Warum?

GaËl Roth: Ich wollte Filmwissenschaft im Hauptfach

studieren, und das kann ich in der Schweiz

nur in Lausanne. Mittlerweile studiere ich zwar

Philosophie im Hauptfach, aber immer noch

in Lausanne, da ich nach dem Grundstudium

nicht mehr die Universität wechseln wollte.

cruiser: Wie kommst du zu den Ideen für deine

Theaterstücke?

GaËl Roth: Ich beobachte das Geschehen in der

Welt, speichere Erlebnisse ab. Irgendwann kristallisieren

sich dann die Beobachtungen und Erlebnisse

zu konkreten Ideen oder Dialogfetzen,

die als Ausgangslage für ein Stück dienen. Meist

geschieht dies in diesem seltsamen Dämmerzustand

kurz vor dem Einschlafen.

cruiser: Und wie entstehen dann die Texte?

GaËl Roth: Aus den verschiedenen Versatzstücken

baue ich ein Gerüst und fülle danach die Lücken

auf. Das Vorgehen ist aber eigentlich nie linear.

Dabei geht es mir in erster Linie um ein Verständnis

für die Figuren und ihre Geschichte.

Für mich ist Schreiben wie Philosophie: Es ist

eine Auseinandersetzung mit der Welt und der

Versuch, ihr einen Sinn abzuringen, wobei sich

die beiden Disziplinen einfach in ihrer Vorgehensweise

unterscheiden. Die Fragen bleiben

immer dieselben, nur abschliessende Antworten

gibt es keine (lacht…).

cruiser: Zurück zum Schreiben, das interessiert

mich...

GaËl Roth: Ich schreibe parallel zu meinem Studium,

wobei sich die zwei Sachen gegenseitig

befruchten. Das Schreiben gewinnt aber immer

mehr an Gewicht. Ins Schreiben eingestiegen

bin ich mit der Schreibwerkstatt «Schreiben

für die Bühne» der astej – Theater für junges

Publikum –, wo mein Stück «Die Besetzung des

Hinterlandes» entstanden ist.

cruiser: In einer Schreibwerkstatt werden die

Texte diskutiert. Wie ist das für dich?

GaËl Roth: Das ist unglaublich bereichernd. Und

verhindert, dass man sich im Kreis dreht.

cruiser: Du warst 2007 / 2008 Teilnehmer im renommierten

Dramenprozessor. Da hast du das

neue Stück erarbeitet, das nun zur Aufführung

kommt. Worum geht es in «Peter der Zweite»?

GaËl Roth: In «Peter der Zweite» geht es um Macht

und insbesondere um die Frage, weshalb jemand

nach Macht strebt. Zu Beginn sollte es ein klassisches

Drama werden. Bei meiner Recherche

zum Thema jedoch fiel mir auf, dass nach Macht

strebende Menschen oftmals tragische und in

sich gefangene Figuren sind, die eigentlich nur

nach Liebe und Anerkennung für ihr Dasein

lechzen und diese Liebe und Anerkennung mit

allen Mitteln zu erzwingen versuchen, was zum

Teil ein sehr absurdes Verhalten zutage fördert,

so dass ich mich dazu entschied, diesen Aspekt

ins Groteske zu übersteigern. Aus dem Drama

wurde eine schwarze Komödie.

cruiser: Und... hast du schon Pläne für ein nächstes

Stück?

GaËl Roth: Ja, zurzeit denke ich über ein Stück

nach, in dem es um Verrat und Vertrauensbruch

geht. Ich stelle mir dabei eine archaische Gemeinschaft

vor, die sich auf einmal mit dem egoistischen

Verhalten eines einzelnen Mitglieds

konfrontiert sieht, das möglicherweise das Überleben

der Gemeinschaft gefährdet. Letztlich

geht es aber um die Frage nach dem Verhältnis

zwischen Gruppe und Individuum. Mal sehen…

cruiser: Gaël, wir sind gespannt, auf «Peter der

Zweite» und auf das, was wir in Zukunft von dir

hören werden.


Von Kurt Büchler

Theater an der Winkelwiese, 8001 Zürich,

3. bis 13. März 2010


CRUISER Edition März 2010

Reisen

Sölden

Gay Snowhappening

Schnee, Gletscher, Männer,

Party – was will das schwule

Ski- und Snowboardherz

mehr? Bereits zum 12. Mal findet

vom 20. bis zum 27. März

2010 im österreichischen

Sölden das Gay Snowhappening

statt. Hunderte Schwule

aus ganz Europa stürmen

dann den Tiroler Hot Spot im

Ötztal. Ob in einer Gruppe mit

Freunden oder als überzeugter

Single – Langeweile kommt in

Sölden beim Gay Snowhappening

garantiert nicht auf!

Bereits am Morgen treffen sich die Ski- und

Snowboardfahrer, um gemeinsam dem Bretterspass

zu frönen. Egal, ob jungfräulicher Anfänger

oder erfahrener Gletschersprinter – hier

findet jeder in der passenden Gruppe raschen

Anschluss. Natürlich ist die Gruppentour kein

Pflichtprogramm, jeder kann selbst entscheiden,

ob und mit wem er den Tag auf der Piste

verbringen will.

Nach einem sportlichen Tag auf den Pisten

sieht man(n) sich am Nachmittag bereits wieder

beim obligaten Après-Ski. Anschliessend

geht es ab ins Hotel zum Relaxen, Abendessen

oder Vorschlafen. Denn in Sölden ist nach der

Party vor der Party: Der Kult-Hüttenabend auf

der «Hühnersteign», das Mondscheinkegeln,

der Aquadome-Abend und die Disconächte im

Q-Stall und Snowrock Café stehen 2010 natürlich

ebenso auf der Agenda wie die schillernden

Parties mit den Drag Queens Melli & Mataina,

die vor nichts und niemanden Halt machen!

Last but not least werden einmal mehr Spitzen-

DJs aus London, Berlin und Hamburg ihr musikalisches

Können an den Turntables unter

Beweis stellen.

Doch ist das schwule Programm natürlich

nur die halbe Wahrheit für den Erfolg des Gay

Snowhappenings. Sölden bietet nämlich als einziges

Skigebiet Österreichs gleich drei Dreitausender,

die bequem per Lift erreicht werden

können: den Gaislachkogl (3058 m), den Tiefenbachkogl

(3250 m) und die Schwarze Schneid

(3340 m). Nicht nur Party wird hier grossgeschrieben,

auch sportlich gesehen, lässt Sölden

kaum Wünsche offen!

Buchungen und aktuelle Informationen zum

Programm gibt es unter:

www.gaysnowhappening.com

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Film CRUISER Edition März 2010

Julie & Julia

Komödie

Man stelle sich vor: Eine legendäre

Köchin bietet einer

frustrierten Sekretärin

ein neues Lebensrezept. Im

Prinzip handelt es sich dabei

aber um 524 Kochrezepte,

die das Leben der grauen

Maus für immer verändern.

Julie & Julia erzählt zwei

wahre Geschichten: Die von

Julia Child (Meryl Streep), Autorin eines französischen

Kochbuch-Klassikers, sowie die von

Sekretärin Julie Powell (Amy Adams), welche

sich entschliesst, sämtliche Rezepte des Buchs

in nur einem Jahr nachzukochen und darüber

einen Blog zu führen. Es gilt, eine neue Generation

in die Geheimnisse der französischen

Kochkunst einzuweihen. Und diese Generation

zeigt sich begeistert.

Regisseurin Nora Ephron, Expertin für leichte

Kost («Schlaflos in Seattle», «e-m@il für Dich»),

serviert einen überaus charmanten Film, der

auf Julie Powells preisgekröntem Roman «Julie

& Julia» basiert. Und wiederum glänzt Meryl

Streep in einer Paraderolle, welche ihr die

16. Oscar-Nominierung bescherte, ein Rekord.

Keine andere Schauspielerin (und kein Schauspieler)

kann so viele Nominationen vorweisen.

Authentisch und pointiert spielt die Streep die

Rolle der ebenso exaltierten wie exzentrischen

Julia Child, die die amerikanische Koch-Kultur

in den 50er-Jahren massgeblich revolutioniert

hat. Neben ihr verblasst Amy Adams als Julie Powell,

auch wenn diese einige witzige Slapstick-

Szenen in petto hat. (dd)

Chéri ****

Drama

Michelle Pfeiffer, welche früher einige Kassenschlager verbuchen konnte,

lockt heute die Massen nicht mehr ins Kino – leider,

muss bemerkt werden. Denn ihre letzten Filme

wie Stardust sind amüsante Meisterwerke und Michelle

Pfeiffer ausnahmslos genial. Auch Chéri war

kein grosser Erfolg beschieden. Das ist schade, denn

Regisseur Stephen Frears inszenierte ein opulentes

Sittengemälde: Die ehemalige Edelkurtisane Léa (Michelle

Pfeiffer) lebt im Paris der Jahrhundertwende in

einem unbeschreiblichen Luxus. Auf Wunsch ihrer

alten Kollegin Madame Peloux (Kathy Bates) soll Léa deren hübschen,

verwöhnten Sohn Chéri (Rupert Friend) in die Geheimnisse der Liebe einweihen.

Was als Flirt beginnt, wird zu einer leidenschaftlichen Affäre.

Doch als Chéri heiraten soll, wird beiden schmerzlich ihre Abhängigkeit

voneinander bewusst. Michelle Pfeiffer darf in diesem Film 52 Jahre alt

sein – und ist schöner denn je. (dd)

Sagwan ****

Schwul

Der 18-jährige Alfred zeigt Touristen mit seinem Boot die Sehenswürdigkeiten

einer der schönsten Gegenden auf den Philippinen.

Diese kommen allerdings nicht nur deswegen,

sondern vor allem wegen der sexuellen Freizügigkeit

der attraktiven Guides, die sich damit ein einträgliches

Zubrot verdienen. Alfred, noch Jungfrau in

diesen Dingen und voller Zurückhaltung, erliegt nach

und nach dem Wunsch, die gleichen Freuden zu geniessen,

die seine Freunde so schätzen. Schon bald

bietet sich ihm eine unerwartete Chance, seine Unschuld

zu verlieren und seine romantischen Gefühle für seinen Freund

Eman auszuleben. Sagwan wurde vom wichtigsten asiatischen Gay Film

Blog «The Bakla Review» zum besten philippinischen Schwulenfilm des

letzten Jahrzehnts gewählt! Nun darf der Film im hiesigen Heimkino

bewundert werden und bietet nicht nur schwulen Asien-Fans eine prächtige

Unterhaltung. (dd)

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CRUISER Edition März 2010

Fotostrecke

Babalooga

Photographer, Nizza

23


«An das Theater haben sie ihr

Herz verkauft, sie stehen oben

und die unten schaun sie an.»


«Sie setzen jeden Abend eine

Maske auf und sie spielen, wie

es die Rolle verlangt.»


«Theater, Theater, das ist wie

ein Rausch, und nur

der Augenblick zählt.»


«Sie sind König, Bettler, Clown

im Rampenlicht, doch wie’s tief in ihnen

aussieht, sieht man nicht...»


Bestelle deine Membercard jetzt unter

www.g-colors.ch/member


CRUISER Edition März 2010

Event

Talent vor

Schönheit

Medienstar, Identifikationsfigur

und schwuler Botschafter.

Der «Schönste Schwule» ist

weitaus mehr.

Ob Medientraining, Fotoshootings

oder Club-Tour. Die

zwölf Kandidaten für den

Titel Mr. Gay Switzerland 2010

leben derzeit auf der Überholspur.

Doch das ist bei weitem

kein Zuckerschlecken.

Ein voller Terminkalender ist

ein Härtetest. Schönheit alleine

zählt nicht.

Wenn Ricco Müller am 27. März im Zürcher

Volkshaus seinen Titel weitergibt, wird der Gewinner

bestens gewappnet für die Zukunft als

Medienstar sein. Denn die zwölf Kandidaten

leben bis dahin nicht etwa abgeschottet in irgendeinem

Camp und frönen der Schönheit,

sondern befinden sich mitten in einem vollen

Programm, welches kaum Zeit für private Dinge

lässt.

Da schon jetzt jede Stimme zählt – und die Publicity

sowieso – befinden sich die Kandidaten

bis Ende Monat auf Clubtour. Glücklicherweise

ist die Schweiz klein. Trotzdem, das bedeutet

nun jeden Samstag bis zum Finale «Showtime».

Es gilt, sich in angesagten Lokalen dem interessierten

Publikum zu stellen und auch die Kritik

nicht zu fürchten.

In der Höhle des Löwen

So wagten sich die zwölf angehenden Misters

in die Höhle des Löwen, auch «Club Q» genannt.

Eine Location, in der Schwule eher verprügelt

werden. Doch das Echo war positiv, weiss Oliver

Eschler, Organisator der Mr. Gay Wahlen. Denn

ein Mr. Gay muss auch vor Heterosexuellen bestehen.

«Die Menge im Q applaudierte jedenfalls

frenetisch», erinnert er sich. Nur vereinzelt waren

(fremdsprachige) Buhrufe zu hören.

Daneben warten einige Schulungen auf die Finalisten.

Die wenigsten beherrschen das Spiel mit

den Medien. Entsprechende Trainings müssen

deshalb absolviert werden. Jedes Wochenende

hält Fotoshootings, Medien- oder Tanztrainings

bereit. «Es ist total interessant, wie sich die Kandidaten

anhand der Kurse verändern. Waren

sie früher eher verklemmt, beweisen sie immer

mehr Mut und Talent», so Oliver Eschler.

In Sachen Safer Sex

Gross geschrieben wird auch der Umgang mit

den Präventionsbotschaften. Ein Mr. Gay soll

schliesslich mehr wissen als nur die üblichen

Safer-Sex-Regeln. Unter der Regie der Zürcher

Aids-Hilfe wurde jeder Kandidat zum Ansprechpartner

eines bestimmten Themas, wie z.B. Geschlechtskrankheiten

oder HIV. Fragen sind

daher erwünscht.

Daneben gilt es, für sich selbst zu werben, denn

ein Mr. Gay ist auch Manager. Erlaubt ist, was

Mit-Kandidaten nicht übervorteilt. So wäre beispielsweise

eine eigene Plakatkampagne ein No-

Go. Doch Flyer und Facebook-Mobilisierung sind

beinahe Pflicht. Ausserdem sind die Jungs gerngesehene

Gäste in lokalen Medien. Gefragt sind

auch Ideen, welche die eigene Kreativität unter

Beweis stellen. Einer der Finalisten begeistert

derzeit mit eigenem Musikvideo in Netz.

Trotz all der Schulung und Promotion, die Kandidaten

dürfen sich selbst bleiben. Es wird keine

Person gesucht, die in ein vorbestimmtes Schema

reingepresst werden soll, so Eschler. Die

Anwärter sollen beispielsweise durchaus die

eigene politische Meinung kundtun. Sie sollen

diese nur clever formulieren.

Zwischen Alltag und Showbühne

Ein Finalist auf den Titel hat meist noch ein

Leben neben der Bühne. Der Alltag darf nicht

vernachlässigt werden. Es gilt, alles unter einen

Hut zu bringen. Manche schaffen es, andere

nicht. «Wer am Ende den Titel erobert, hat unter

Beweis gestellt, dass er vieles meistern kann»,

sagt Oliver Eschler. Und er wird nicht müde darauf

hinzuweisen, dass ein Mr. Gay eben nicht

«der schönste Schwule» des Landes sei, sondern

der beste Botschafter für schwules Leben.

Obwohl in der Schweiz viel erreicht wurde, sind

manche Anfeindungen noch an der Tagesordnung.

«Noch immer dürfen wir nicht richtig heiraten,

geschweige denn Kinder adoptieren. Das

Wort Schwuchtel ist auch noch weitverbreitet»,

meint Eschler. Deswegen brauche es einen Mr.

Gay, welcher die Akzeptanz für die Homosexuellen

fördert. Das mag für städtische Bewohner

weniger wichtig sein als für Schwule auf dem

Land. «Gerade dort wird ein Mr. Gay als Identifikationsfigur

wahrgenommen», weiss Eschler.

Diesen darf nun das Publikum wählen. Sei es

online oder bei der Clubtour. Eine Jury, welche

30 Prozent der Stimmen kontrolliert, ist mit

im Boot. Das grosse Finale findet am 27. März

im Volkshaus Zürich statt und verspricht, ein

Spektakel zu werden. Melanie Winiger und Alf

Heller führen durch die Gala und entlassen die

Gäste in eine aufregende Aftershow-Party, um

den neuen Mr. Gay Switzerland gebührend zu

feiern. Doch, wie erwähnt, vor der Party kommt

die Arbeit.

Alle Informationen unter www.mrgay.ch


von Daniel Diriwächter

Der abtretende Mr. Gay Ricco Müller

31


Kultur CRUISER Edition März 2010

To the Dark Side

of the Moon

Ein Astronaut fliegt durchs

Weltall seinem sicheren Ende

entgegen

«Kaleidoskop» – die Erzählung von Ray Bradburys

und «The Dark Side of the Moon» von Pink

Floyd gaben die Vorlage für die Bühne mit einem

Schauspieler und nur begleitet von Klavier und

Streichquartett.

Der Himmel, bzw. das unendliche Weltall ist

der Schauplatz von Ray Bradburys Erzählung.

Im Theater Rigiblick ist die Bühne tiefschwarz –

der Zuschauer glaubt sich selbst im Weltall. Ein

Komet fliegt vorbei und trifft das Raumschiff.

Die Besatzung, die Raumanzüge mit Funkgeräten

trägt, wird herausgeschleudert und treibt

nun, jeder in eine andere Richtung, ins All davon,

dem sicheren Tod entgegen. Nur die Funkverbindung

bleibt als Kontakt. Beim Auseinandertreiben

kommen trotz oder gerade wegen

der Todesangst alte Rivalitäten und Befindlichkeiten

noch einmal zum Ausdruck, bevor alle

Stimmen nach und nach verstummen. Im Angesicht

des Todes stellt sich die Hauptfigur (gespielt

von Daniel Rohr) die Frage nach dem Sinn

seines Lebens. Schliesslich geht durch seinen

Tod sein letzter Wunsch in Erfüllung, noch einmal

etwas Gutes zu bewirken.

Die Musik, die zu den hervorragendsten Zeugnissen

der Pop-Rock-Kultur des 20. Jahrhunderts

zählt, geniesst Kultstatus. Daniel Fueter schrieb

die Arrangements fürs Theater. Nun wirkt Pink

Floyds Musikvorlage auf eine überraschende

Art neu. (kb)

Theater Rigiblick, Zürich

www.theater-Rigiblick.ch oder 044 361 83 38

32

Van Gogh,

Cézanne und Monet

im Kunsthaus

Zürich

Sammlung Bührle zu Gast

noch bis zum 16. Mai

Die Sammlung Bührle in Zürich, eine Kollektion

von rund 180 Bildern und Plastiken in einer

Stiftung, gehört zu den bedeutendsten Privatsammlungen

weltweit. Nun wird sie nach

mehr als fünf Jahrzehnten wieder vollständig

in jenem Saal ausgestellt, den Emil Bührle dem

Kunsthaus und der Stadt schenkte. 2015 wird

die Sammlung Bührle in die Kunsthaus-Erweiterung

von David Chipperfield einziehen.

Doch jetzt werden die Meisterwerke des französischen

Impressionismus von Manet, Cézanne,

Monet und van Gogh bis Picasso und viele überraschende

Entdeckungen gezeigt.

Vor zwei Jahren wurden vier Kunstwerke von

Cézanne, Degas, Monet und van Gogh in einem

dreisten Raubüberfall in der Villa am Zürichberg,

die diese Sammlung beherbergt, gestohlen

und erst zwei sind bis heute wieder aufgetaucht.

Das hier abgebildete Werk aus der

Ausstellung – Santa Maria della Salute – stammt

von Antonio Canal, besser bekannt als Canaletto.

Der Eindruck einer hyperrealistischen Genauigkeit

wird noch verstärkt durch die exakt

beobachteten Gondeln und Figuren. (kb)

www.kunsthaus.ch oder 044 253 84 84

© Stiftung Sammlung E.G. Bührle, Zürich

Theater Stok

wird 40

Ein kleines Kellertheater mit

einer grossen Geschichte

Im ehemaligen Weinkeller und späteren Einstellraum

für Fahrräder der Stadtpolizei Zürich

feierte Zbigniew Stok 1971 die Eröffnung seines

Kammertheaters, nachdem er bereits ein Jahr

zuvor im Studentenfoyer der ETH sein erstes

Stück in Zürich inszenierte. In genau diesem

Studentenlokal, wo später, 1972, drei schwule

Chemie-Studenten den Club Zabriskie Point,

kurz Zabi, eröffneten, der während Jahren Treffpunkt

der Gays von Zürich und Umgebung war.

Zusammen mit Erica Hänssler hat Stok zwanzig

Jahre lang, bis zu seinem Tod 1990, das Theater

geführt. 1972 brachte Alexander Ziegler

sein Stück «Zellengeflüster» hier auf die Bühne.

Damals eine Sensation für Zürich, ein offen

schwules Theaterstück.

Heute bringt das Stok unter der Leitung von Erica

Hänssler und Peter Doppelfeld die Eigenproduktionen

der beiden Theatermacher, aber auch

Gastspiele mit professionellen Darbietungen in

den verschiedensten Sparten. Die Shake Musical

Company mit Dominik Flaschka hat von hier

aus das Publikum erobert. Chansons en Stok ist

das Festival de la Chanson Française in Zürich

und La Lupa wie auch das Theater 58 treten regelmässig

in diesem Kellertheater auf. In den

vierzig Jahren waren es rund 1 Million Besucher

bei etwa 13 000 Anlässen mit 1500 verschiedenen

Solisten und Theater-Truppen. (kb)

Theater Stok

Geburtstagsfeier am 26. und 27. März

www.theater-stock.ch oder 044 251 22 80

Nina Hoss, das

«Mädchen Rosemarie»

Sie spielt die Viola in William

Shakespeares «Was Ihr wollt»

Am Anfang steht ein Schiffbruch – am Ende

der Hafen der Ehe. Dazwischen nimmt die fulminante

Verwechslungskomödie ihren Lauf.

Die Protagonisten haben wenig zu lachen in

Barbara Freys Inszenierung. Nina Hoss arbeitete

schon mehrfach mit Barbara Frey zusammen,

in der «Minna von Barnhelm», in der «Medea»

oder in «Gross und Klein» von Botho Strauss. Als

Filmschauspielerin wurde sie 1996 bekannt als

Rosemarie Nitribitt in Bernd Eichingers Film.

Da wurde sie von der Goldenen Kamera als beste

Nachwuchsschauspielerin ausgezeichnet.

Grosse Publikumserfolge verzeichnete sie mit

den Filmen «Die weisse Massai» oder «Nackt»,

unter der Regie von Doris Dörrie. Gegenwärtig

spielt Nina Hoss am Deutschen Theater Berlin in

der Uraufführung von «Öl» – dem neusten Stück

des Schweizers Lukas Bärfuss. (kb)

Schauspielhaus Zürich, Pfauen

Vom 11. bis 28. März

www.schauspielhaus.ch oder 044 258 77 77


CRUISER Edition März 2010

Buch

Episodendrama

«Doggy Bag»

Überspitzte Klischees und profane

Geschichten

Soaps, Telenovelas und

Serien – sie alle versüssen

uns mit überspitzten

Klischees und

profanen Geschichten,

die zwischen realitätsnahem

Alltag und herbeigesehnter

Tragik

schwanken, die traditionellen

TV-Abende. Dass

es diese Form von leicht

bekömmlicher Unterhaltung

auch in Buchform

gibt, ist dem französischen Schriftsteller

Philippe Djian zu verdanken.

Nicht ganz so süffig, dafür mit unverblümt lapidarem

Wortlaut, rückt der Autor zwei gut bürgerliche

Männer Mitte vierzig, die zusammen

ein Autohaus betreiben und überdies Geschwister

sind, ins Zentrum seiner sechsteiligen

Schmonzette. Den Brüdern Marc und David, die

bereits mit sämtlichen Begleiterscheinungen

einer heftigen «Mid-Life Crisis» zu kämpfen haben,

wird eines Tages ein Strich durch die Rechnung

gemacht, als die verflossene Liebe der beiden,

Edith, unerwartet wieder auftaucht. Bis

aufs Blut sollen sich die beiden Brüder vor nun

genau 20 Jahren bekämpft haben, um die Frau

ihrer Träume für sich zu gewinnen. Die gerissene

Herzensdame ist inzwischen Mutter einer

äusserst attraktiven, heranwachsenden Frau

namens Sonia geworden, die ebenfalls keine

unwichtige Rolle spielt.

«Doggy Bag» liest sich fast so kurzweilig wie

ein Comic, ist sprunghaft und szenarisch wie

eine TV-Soap und bedient sich sämtlicher Klischees

aus der Männerwelt: Neben erbittertem

Konkurrenzkampf und der Aufwertung des

männlichen Selbstwertgefühls werden Themen

wie das unkontrollierte «Denken mit dem

Schwanz» die Demoralisierung des starken Geschlechts,

sowie das Einhalten von Traditionen

und Werten auf humoristische Art und Weise

ausgeführt. Djian bedient sich dabei des leicht

chauvinistisch angehauchten Schreibstils seines

Vorbildes, Henry Miller (Sexus, Wendekreis

des Krebses), der seine weiblichen Hauptfiguren

gerne mal als bessere Penishülsen vorführte –

schafft es jedoch letztendlich, Gleichstand zwischen

beiden Geschlechtern zu erzielen, indem

er dem weiblichen Geschlecht eindeutig mehr

List und Argwohn einräumt.

Das Episodendrama «Doggy Bag» ist in sechs

Taschenbuch-Ausgaben erhältlich. (MPI)

Philippe Djian, DOGGY BAG (Eins bis Sechs)

Diogenes-Verlag

Eine Welt dazwischen

Auswandern, sich verlieben:

zwei neue Welten in einem

grossen Abenteuerroman.

Mit 15 hat Aline Sax ihr

erstes Buch geschrieben,

mit 23 ihre Doktorarbeit

in Geschichte

und mit «Eine Welt

dazwischen» eine der

schönsten schwulen

Liebesgeschichten der

letzten Jahre. Die Familie

des 18-jährigen Alexander

will ins Land der

unbegrenzten Möglichkeiten

auswandern, verkauft

die letzte Ziege fürs Schiffticket. Doch

alles geht schief, der Vater wird krank, der Bruder

verhaftet, schliesslich findet sich Alexander

ganz allein in den Strassen der bedrohlich wirkenden

Metropole New York wieder, die Träume

von grosser Freiheit zerplatzen auf dem harten

Pflaster der Realität. Was als erstaunlich genau

recherchierter historischer Migrationsroman

beginnt, kippt in Richtung Romanze, als Alexander

bei seiner Arbeit als Tellerwäscher Jack

kennenlernt. Zum zweiten Mal entdeckt er so

eine neue Welt, doch die Gay-Bars befinden sich

1920 in Hinterzimmern, die Liebe muss versteckt

werden. Und dann muss sich Alexander

plötzlich entscheiden zwischen Liebhaber Jack

und Zwillingsbruder Adrian.

Warum die schnörkellos und mitreissend erzählte

Geschichte als Jugendroman vermarktet

wurde, ist eher unverständlich. Vielleicht

ist es das Buch, von dem man sich wünscht,

man hätte es als erstes überhaupt gelesen, als

14-Jähriger heimlich unter der Bettdecke mit

Herzklopfen, Gänsehaut und Taschenlampe,

aber eigentlich ist es auf dem besten Weg zum

Regal der schwulen Klassiker. Leicht zu lesen

und daher nicht nur Futter für angefressene

Bücherwürmer, ist es ein Roman für den grauen

Wintersonntag, der bildhaft und fühlbar in

eine andere Zeit und eine andere Welt entführt,

die Welt dazwischen, zwischen Buchdeckel und

Buchrücken. Am Ende hält man kurz den Atem

an, und will dann sofort zur kürzlich erschienenen

Fortsetzung greifen: «In einem Leben wie

diesem». (rg)

Aline Sax, Eine Welt dazwischen. Roman

Arena Verlag, 2006

Beautiful Vision

37 Fotografen aus aller Welt

zeigen 250 erotische Bilder,

einfach erotisch oder kunstvoll

genial inszeniert.

Schöne Männer! Der Web-Blog www.beautifulmag.eu

hat sich auf männliche Aktfotografie

spezialisiert. Seit fünf Jahren durchforstet

das Pariser Kreativduo, das hinter dem Projekt

steckt, Internet und Zeitschriften, immer auf

der Suche nach neuen Talenten, deren Arbeiten

© Dylan Rosser

© Tim Ricks

sie auf ihrer Website präsentieren. Die atemberaubende

Anzahl Bilder, die es bis heute geschafft

haben, in den Blog aufgenommen zu

werden, macht deutlich, dass es so etwas wie die

eine Definition von Schönheit nicht gibt. Schönheit

ist für jeden Geniesser etwas anders.

Auf den 260 Seiten dieses Bildbandes liegt nun

erstmals ein umfassender Überblick über die

Männer von beautifulmag.eu in gedruckter

Form vor. (kb)

Beautiful Vision, Anthologie

Bruno Gmünder Verlag, Berlin

33


Nachgefragt CRUISER Edition März 2010

Branko B. Gabriel

trifft...

Neulich an einer Vernissage

in der Kunsthalle Zürich.

Man versprach mir zwei coole,

spannende Ausstellungen von

Elad Lassry und Christodoulos

Panayiotou, beide schwul.

Nun, da ich mich schon länger

in der Kunstszene rar gemacht

hatte, gönnte ich mir

einen netten Abend mit meinen

Kunstfreunden.

Warum sind eigentlich alle Kunstbegeisterten

oder die, die es sein wollen, dermassen grässlich

angezogen. Ich finde das hat weder was mit

Kunst oder gar mit gutem Geschmack zu tun.

Aber eben, es ist wie mit der Kunst. Geschmackssache.

Die kleinformatigen Fotografien des israelischen

Künstlers Elad Lassry (*1977) waren

schön, schön bunt, und das war’s dann auch

schon. Mein Blick schweifte ab zur Bar und,

siehe da, das Highlight des Abends: Raphael Gygax.

Er ist einer der jungen Wilden in der Zürcher

Kunstszene, mit seinen 29 Jahren hat der

Kurator bereits Ausstellungen mit Theater-Enfant-terrible

Christoph Schlingensief oder dem

amerikanischen Shooting Star Cory Arcangel

gemacht. Am renommierten Migros Museum

für Gegenwartskunst, wo er tätig ist, kuratiert

er demnächst die Gruppenausstellung While

Bodies get Mirrored. Das passt doch.

cruiser: Mein lieber Raphael, jedesmal wenn ich

an einer Vernissage eingeladen bin, fällt mir

auf, dass die Leute offenbar mehr in Kunst investieren

als in die Garderobe. Gibt es da einen

Bad-Taste-Kodex?

Raphael Gygax: Mein lieber Herr Gabriel, da sind

wir wohl mal wieder ohne Brille aus dem Haus

gegangen. Ich sehe zum Beispiel da drüben eine

Frau, die in Rick Owens gehüllt ist und Laboutins

trägt oder da drüben die jungen Hipsters im

recession chic. Also von Bad-Taste würde ich da

nicht sprechen, exzentrischer als ein Apéro des

UBS-Kaders, ja zum Glück. Sind wir doch froh,

dass in der Kunst dieser uniformierte, 08/15-

Look eher die Ausnahme ist. (Ein junger Mann

mit blauen Jeans und weissem T-Shirt geht vorbei.

Die Kunstmeute übergiesst ihn mit Benzin

und zündet ihn an.) Wie sagt man gerne; andere

Länder, andere Sitten.

cruiser: Zurück zur Ausstellung in der Kunsthalle

Zürich. Die Videoinstallation Guysgocrazy

(2007) des zypriotischen Künstlers Christodoulos

Panayiotou (*1978) zeigt auf zwei Monitoren

das Vor- und Nachher des Spielorts eines Pornodrehs.

Warum lässt er gerade das Interessante,

die Action aus?

Raphael Gygax: Ist doch einfach zu verstehen –

manchmal ist das Vor- und Nachher interessanter

als das Zwischendrin. Jeder hat schon

mal einen Pornofilm gesehen. Die Arbeit zeigt

eben gerade diesen Moment der Absenz. Auf

dem einen Monitor sieht man diese Unschuld,

die Ruhe vor dem Sturm. Auf dem anderen Müll,

Foto: © by Christa Michel


CRUISER Edition März 2010

leere Flaschen, gebrauchte Kondome und so weiter. Das sagt doch viel

mehr aus, als wenn ich Ken und Joe beim Verkehr beobachte. Diese Szenen,

die Geschichte dazwischen, müssen wir als Betrachter konstruieren.

Das ist doch sehr interessant und anregend.

cruiser: Wer sagt eigentlich, was gut und – pardon, wenn ich das sage –

«Scheisse» ist?

Raphael Gygax: Das ist eine Gruppe von Experten verschiedener Felder –

Galeristen, Kuratoren und Kritiker, aber auch Künstler. Die Kriterien

können dabei auch sehr unterschiedlich sein. Die Kunstwelt ist eine internationale,

globale. Da gibt’s sehr viele Meinungen. Die Frage ist daher

nicht generell zu beantworten – so wie: «Was ist Kunst?» –, sondern nur

in einem exemplarischen Fall. (Herr Gygax nickt weg.)

cruiser: À propos Weltwirtschaftskrise. Diese ist noch nicht recht ausgestanden.

Auch der Kunstmarkt wurde hart getroffen. Ist Kunst immer

noch eine sichere Wertanlage?

Raphael Gygax: Kunst war noch nie eine sichere Wertanlage. Aber das ist

natürlich nur die Hälfte der Wahrheit; Kunst kann sehr wohl zur Wertanlage

werden. Sobald etwas ausverkauft ist und jemand anderes es haben

will, führt das zu einer Preissteigerung. Was ist aber Wert überhaupt –

wenn mich ein Bild nicht mehr loslässt, dann kann es wertvoll werden,

gar existenziell. Ergo, es gibt einen Symbol- und einen Marktwert. Die

Weltwirtschaftskrise hat natürlich auch ihre Spuren im Kunstmarkt

hinterlassen. Es war ja auch immer die Rede von einer Vertrauenskrise;

dieser Verlust zeigt sich vor allem im Feld der Zeitgenössischen. Psychologische

Effekte, die sich in jedem Markt manifestieren.

cruiser: Mit 29 Jahren bist du schon fast im Kunstolymp angelangt. Was

fasziniert dich daran und vor allem, wie behauptest du dich in diesem

knallharten Umfeld?

Raphael Gygax: Ich weiss nicht, was der Kunstolymp sein sollte. Ich glaube

nicht an solche Dinge. Ich hatte das Glück, dass ich schon sehr früh

wusste, wo mein Herz entflammt, wo ich glaube, was zu können. Die bildende

Kunst ist deshalb so faszinierend, weil sie etwas «Omnivorisches»

hat. Sie frisst alles auf, saugt alles auf. Man ist einem stetigen Lernprozess

unterworfen.

cruiser: Demnächst eröffnest du die Ausstellung «While Bodies get Mirrored

– An Exhibition about Movement, Formalism and Space». Auf was

dürfen wir uns besonders freuen? Um was geht es in der Ausstellung?

Raphael Gygax: Die Ausstellung, die ich gemeinsam mit Heike Munder kuratiere,

und die am 5. März eröffnet wird, widmet sich den Themen Bewegung,

Formalismus und Raum. Die Ausstellung geht von der Beobachtung

aus, dass sich heute viele bildende Künstler mit postmodernem Tanz

beschäftigen und diesen bzw. die Bewegung in ihre Arbeit aufnehmen.

William Forsythe, der weltbekannte Choreograph, wird eine komplexe

Installation aus über siebzig Stellspiegeln zeigen. Nur ein Highlight der

Ausstellung.

cruiser: Welcher Künstler ist im Moment total angesagt?

Raphael Gygax: Ich habe immer eine ganze Reihe von Künstlern, die ich

verfolge, zum Teil ausgestellt habe oder noch ausstellen werde. Wahrscheinlich

sind die auch irgendwie angesagt. Aber solche oberflächlichen

Fragen langweilen mich eher... und warum sollte ich meine Asse

ausspielen...

cruiser: Welcher Kunst-Event darf man dieses Jahr auf keinen Fall verpassen?

Raphael Gygax: Wer in der Schweiz lebt, sollte natürlich an die Art Basel

gehen – da werde ich einen Talk mit der britischen Künstlerin Spartacus

Chetwynd und dem Filmstar Cousin Itt leiten. Wer im Frühling nach

New York geht, sollte die Whitney-Biennale und die Retrospektive der

Performance-Künstlerin Marina Abramovic nicht verpassen. Und nicht

zu vergessen, die Gruppenausstellung Kratos, die ich für die Team Gallery,

New York, kuratiere. Die könnte ganz gut werden.

Infos zur Austellung:

www.kunsthalle.ch, www.migrosmuseum.ch

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Raphael Gygax

Raphael Gygax studierte Kunstgeschichte, Film- und Theaterwissenschaft

an den Universitäten Bern und Zürich. Momentan schreibt er an seiner

Dissertation, die den Statisten in der zeitgenössischen Kunst untersucht,

und bereitet einige Ausstellungsprojekte vor. Seit 2003 arbeitet er am

Migros Museum für Gegenwartskunst, wo er zahlreiche Ausstellungen

kuratiert hat. Er schreibt regelmässig für Kunstzeitschriften wie Flash

Art International.


Gesundheit CRUISER Edition März 2010

Weg mit Brankos

Speck Teil 2

1. Woche

Halb acht Uhr morgens, es klingelt. Etwas verschlafen

öffne ich zwei schnaufenden Männern

meine Türe im 3.Stock. Endlich steht das Power

Plate bei mir. Was für ein Apparat! Den Männern

hätte offenbar eine Power-Plate-Kur auch

gut getan, beide waren ziemlich ausser Puste

und gehörig untersetzt. Ich konnte leider die

ganze Woche nicht trainieren (ist keine faule

Ausrede), da der Instruktor erst eine Woche später

Zeit hatte. So hielt ich mich mit Schwimmen

über Wasser.

Problem 1

Problem 2

2. Woche

Wie besprochen, stand dann endlich nach einer

Woche der Herr Fitness-Instruktor da, und nach

einer gründlichen Einführung (ca.2 Stunden)

konnte ich loslegen. Seltsam nur, dass ausgerechnet

der Fitness-Heini auch etwas untersetzt

war. Ob Power Plate echt das hält, was es verspricht?

Ich bin skeptisch. Es gibt drei Schritte:

Zuerst warm up (ca.1 Min.), dann das Krafttraining

(ca. 6-8 Minuten, inkl. Pause) und zum

Schluss Massage oder Entspannungsübungen

(ca.6 Min.). Wichtig ist, dass man am Anfang

nicht mehr als zweimal die Woche trainiert,

denn der Körper braucht eine Regeneration von

48, bzw. 72 Stunden. Zwischendurch Ausdauer,

z.B. Joggen oder Schwimmen, das ergänzt die

Trainingseinheit. Wenn man sich nicht daran

hält, ist alles für die Katze. Das wollen wir ja

nicht.

Diese Schleuderplatte hat es in sich, da wird geschüttelt

und gerüttelt, was das Zeug hält, leichter

Schwindel inklusive. Pro Übung braucht

man nicht mehr als 30 Sekunden, die haben

es allerdings in sich! Denn in dieser Zeit muss

man die zu trainierenden Körperteile extrem

anspannen. Nach sechs Übungen bin ich dann

auch fix und fertig. Nach ein paar Tagen lässt

auch der Muskelkater nach. Leider lässt auch

schon bald meine Disziplin nach. Ich muss

mich echt zusammenreissen, ohne Fleiss kein

Preis, oder besser gesagt, keine Ergebnisse. Aber

schon nach der 2. Woche sind meine Muskeln

härter und kräftiger. Meine Morgengymnastik

wurde gestrichen. Laut Power Plate macht es

keinen Sinn, noch andere Übungen zu machen.

Worüber ich eigentlich sehr froh bin. Wichtig

ist natürlich auch eine optimale Ernährung,

das heisst am Abend keine Kohlenhydrate, nur

Eiweiss. Nicht zu spät und vor allem nicht zu

viel essen, so lautet mein neues Motto. Und der

liebe Alkohol ist ja der Fettmacher Nummer

1. Weg damit. Ein Gläslein Rotwein allerdings

schadet nie.

3. Woche

Ich steigere nun mein Programm und stehe

dreimal die Woche auf dem Power Plate. Wenn

man einen Partner hat, macht es gleich doppelt

so viel Spass. Man kann sich besser motivieren

und gleichzeitig hat man noch ein wachsames

Auge, das zusieht, dass man die Übungen auch

so umsetzt, wie es vorgegeben ist. Eine korrekte

Haltung ist das wichtigste, wir wollen ja keine

bleibenden Schäden.

4. Woche

Jetzt komme ich schon richtig in Fahrt! Es

macht Spass und die Muskulatur ist merklich

fester und kräftiger geworden. Und auch meine

Wampe fühlt sich besser an (ich glaube, ich habe

schon 1.5 cm verloren!). Fazit nach 4 Wochen:

Aller Anfang ist sicher schwer, wenn man allerdings

erst mal drin ist und man die Übungen

auch auswendig kann, fällt es einem bei jeder

Session leichter. Gesundes Essen und viel trinken

ist ein absolutes Muss. Im ersten Moment

denkt man echt, was für ein «Seich» das ist, aber

ich muss sagen, nach vier. Wochen fühle ich

mich fitter und ausgeglichener. Mal sehen, was

der nächste Monat bringt.

Ob ich weiterhin so rigoros mein Programm

durchstehe, erfährt ihr in der nächsten Ausgabe

und auf meinem Blogg: www.queer.ch.

Also bleibt dran, und drückt mir weiterhin die

Daumen!

Weitere Infos auch unter:

www.powerplate.ch

Problem 3

Lösung aller Probleme?

36


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Horoskop CRUISER Edition März 2010






WIDDER

Gemütszustand: kultiviert. Keiner wird es dir verübeln, dass du

eventuell die Notbremse ziehst. Du hast dich ja auch oft genug

verausgabt und musst auch mal zur Ruhe kommen. Der Widder

braucht zwischen seinen Eskapaden auch kürzere Phasen der

Klarheit und diese nutzt er am besten, indem er sich um eine möglichst

abwechslungsreiche Freizeitgestaltung bemüht. Spiel, Sport

und Spass: Das lässt die fast erloschene Flamme wieder auflodern.

STIER

Gemütszustand: entspannt. Der Frühjahrsputz kann warten.

Schliesslich fängt schon bald die schönste Zeit des Jahres für

dich an. Ausgedehnte Waldspaziergänge, kürzere Reisen und

eine freundliche Umgebung machen dich glücklicher als alles

andere. An Ausdauer mangelt es dir nicht. Beharrlich wie immer

verfolgst du deine Ziele, lässt aber auch dein Bedürfnis nach

Genuss und Sinnlichkeit nicht zu kurz kommen.

ZWILLINGE

Gemütszustand: neugierig. Du bist energiegeladen und suchst

nach neuen Aufgaben. Deine rastlose und aktive Persönlichkeit

wird dir dabei von Vorteil sein. Bestimmt gibt es einen Teil der

Welt, den du noch nicht gesehen, einen Beruf, den du noch nie

ausgeübt oder einen Mann, den du noch nie ins Bett gekriegt hast.

Was auch immer deine Neugier letztendlich befriedigen mag,

wehr dich nicht dagegen.

KREBS

Gemütszustand: sozial. Im Moment existierst du lieber als Teil

einer funktionierenden Gruppe. Ein unabhängiges Individuum

zu sein, ist mit viel Arbeit (vor allem an sich selbst) verbunden

und da du eh nicht bereit bist, etwas im Alleingang durchzuziehen,

hängst du dich an Leute, die dich tragen. Der soziale

Austausch gibt dir Sicherheit und bestätigt dein Bedürfnis, in

der Gesellschaft akzeptiert zu sein.

LÖWE

Gemütszustand: fokussiert. Okay, okay, schon klar. Dir darf man

gerade nicht zu nahe treten, denn du bist extrem vertieft in deine

eigenen Projekte. Dich davon abzubringen, ist zwecklos, da du generell

eher einen grösseren Willen als Realitätssinn besitzt. Wenn

du ab und an brüllen darfst, fühlst du dich zwar bestätigt, jedoch

bringt es dich auf deinem Weg nicht besonders weit. Lieber etwas

sanfter schnurren, dann sind andere auch eher dazu bereit, das

Kätzchen mit Streicheleinheiten zu belohnen.






WAAGE

Gemütszustand: erwartungsvoll. Warum heisst der Traummann

eigentlich Traummann? Richtig! Weil er in den Traum und

nicht in die Realität gehört. Wenn du weiterhin so vor dich hinträumst

und versauerst, wirst du reale Gelegenheiten gar nicht

mehr wahrnehmen und ständig etwas verpassen. Du solltest

deine Erwartungen zielgerechter investieren: Studium, Arbeit,

Freunde, Familie, Reisen. Aber 24 Stunden auf Gayromeo zu

surfen verhilft dir herzlich wenig zum Glück.

SKORPION

Gemütszustand: beschäftigt. Du nimmst deine Pflichten wie

immer besonders ernst. Mit fast schon masochistischer Hingabe

strebst du nach der Erfüllung eines gesetzten Ziels. Ist ja schön

und recht, aber wo bleibt die obligatorische Stunde Freizeit

in deinem voll gepackten Tag? Geh mal wieder mit deinen

Freunden was trinken oder schau zumindest mal ein bisschen

fern. Davon wirst du schon nicht blöd.

SCHÜTZE

Gemütszustand: beeindruckt. Am besten geht es dem Schützen,

wenn er die Welt mit seinen ganzen Vorzügen erleben kann.

Was gibt es also Besseres für ihn als Reisen? Die nächste Reise

sollte zumindest schon in deinem Kopf stattfinden. Wenn du sie

in nächster Zeit noch umsetzen kannst, dann findest du schon

sehr bald die optimale Erfüllung. Die besten Freunde gehören

natürlich mit ins Reisegepäck.

STEINBOCK

Gemütszustand: charmant. Man könnte meinen, es sei um dich

geschehen. Die sonst eher distanzierte Steinbock-Fassade blättert

ab und zum Vorschein kommt dein charismatisches Sein,

das du sonst bevorzugt in kontrollierbarem Rahmen preisgibst.

Ob nun ein Mann oder eine neue Herausforderung im beruflichen

Umfeld daran schuld ist? Der Frühlingsanfang geht jedenfalls

nicht spurlos an dir vorbei.

WASSERMANN

Gemütszustand: unabhängig. Entweder du bist wieder auf

einem deiner Ego-Trips oder du verfolgst tatsächlich ein sehr

hoch angesetztes Ziel. Trotz allen Bemühungen solltest du

zwischenzeitlich entspannter an die Sache herangehen. Deine

gesellige und soziale Natur kann dir zum Ausgleich verhelfen.

Frühlingszeit ist für dich in erster Linie Arbeitszeit. Du fängst

bereits damit an, das kommende Jahr strukturiert zu planen.


JUNGFRAU

Gemütszustand: tolerant. Du hast keinen Grund, irgendwie Trübsal

zu blasen, denn das Leben ist für dich entweder die grösste Party

der Welt oder du erntest grade mächtig viele Lorbeeren für deinen

Fleiss und deine Kreativität. Als grosszügige Jungfrau lässt du andere

natürlich an deinem Erfolg teilhaben. Nicht aus Selbstsucht,

sondern weil du darum bemüht bist, deinem Umfeld etwas von deinem

freundlich gesinnten Esprit weiterzuvermitteln.


FISCHE

Gemütszustand: aufrichtig. Du bist manchmal etwas verträumt

oder ein wenig sehnsüchtig. Und trotzdem geizt du nicht mit

schonungsloser Ehrlichkeit. Fische deines Kalibers sind dazu befähigt,

Situationen sofort richtig zu überblicken und mit sensibler

Aufrichtigkeit zu meistern. Du ziehst in jedem Fall dein Ding

durch, denn im Frühling erwachen all deine Sinne und beflügeln

dich zu Höchstleistungen und Durchsetzungskraft.

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CRUISER Edition März 2010

Musik

Alexandra Burke

Overcome

Neben Skandalstories und

Schauergeschichten gibt es

sie also doch noch, die bezaubernden

Märchen im Musikbusiness.

Es war einmal eine

britische Castingshow, die

schon Leona Lewis hervorgebracht hatte. 2008

hiess die überragende Siegerin Alexandra Burke.

Das Duett mit Beyoncé war für sie die Erfüllung

aller Träume, doch das Märchen hatte

gerade erst begonnen. Ihre erste Single, eine

traumhafte Coverversion von Leonard Cohens

«Hallelujah», verkaufte sich in 24 Stunden über

100 000 mal, ein neuer Allzeitrekord. Daraufhin

jettete die Londonerin um den gesamten Glo-

bus, um ihren musikalischen Stil zu finden und

mit den besten und angesagtesten Produzententeams

an ihrem Debüt zu feilen. Das Ergebnis

zeigt nun eindrücklich, wie viel Spass kommerzielle

Popmusik machen kann, wenn sie gut

genug gemacht ist und wenn genügend Herzblut

durch die Kalkülkanäle fliesst. Alexandras

Songs sind derart mitreissend komponiert und

professionell eingespielt und ihre Stimme ist

so phänomenal, dass dagegen nicht nur hiesige

Castingsternchen alt und blass aussehen,

sondern auch gestandene Stars. Mit Motown-

Elementen wird gespielt, mit R’n’B und Soul,

ein Nachhall von Dancehall und eine Wiederbelebung

des Powerballaden-Genres. Ob Gutelaunesong

oder herzzerreissendes Liebeslied: Alles

fast allzu perfekt, aber irgendwie glaubt man

Alexandra jeden einzelnen Ton. In England, wo

die Berührungsängste zu Kitsch und Kommerz

schon immer geringer waren, ist sie auf bestem

Weg, die neue grosse Ikone der Gay-Szene zu werden.

Kein Wunder, mit «All Night Long» gibt sie

die ultimative Partyqueen, «Broken Heels» ist

der musikgewordene feuchte Traum jeder Drag

Queen und «Silence» der Soundtrack für die Drama-Queen-Nummer

am nächsten Morgen. Bei

all diesen Königinnen-Qualitäten kann der böse

Wolf einfach nicht anders, als der Prinzessin die

volle Sternezahl zu verleihen. In Märchen ist

eben alles möglich. (rg)

Owen Pallett *****

Heartland

Von Arcade Fire über die Pet Shop Boys bis zum Björk-

Remix: Wo auch immer in letzter Zeit innovative Streicherarrangements

gefragt waren, legte der Kanadier

Owen Pallett Hand an. Sein Soloprojekt ist die Vertonung

einer Liebesgeschichte, vom süssen Flirt bis zum

bitteren Aus. Mit Heartland ist ein neuer Planet in der Pop-Galaxie aufgetaucht,

bisher unerforschtes Terrain. Eine futuristische queere Oper

mit pompöser orchestraler Breite und doch intimer emotionaler Tiefe.

Auf den ersten Blick unwegsames Gelände, aber es gibt auch eingängige

Melodien zu beobachten, die mit Schalk und Charme im Dickicht aus

Militärmarsch-Bläsern und Tango-Streichern spazieren gehen. Hinter

jeder Ecke eine neue Klanglandschaft, über allem ein geheimnisvoller

Nebel. Und wenn man etwas Geduld hat, huscht sogar der eine oder andere

schüchterne Hit vorbei. Die Reise auf den Pallett-Planeten bringt

einige Strapazen mit sich, doch ist man erst mal angekommen, möchte

man am liebsten für immer bleiben. (rg)

Martha Wainwright *****

Sans fusils ni souliers

147cm klein war Edith Piaf, und doch überflügelte

der Spatz von Paris in einem bewegten Leben alle.

Es braucht Mut, ihre persönlichen Lieder neu aufzunehmen,

sich dem unmöglichen Vergleich zu stellen.

Rufus’ jüngere Schwester hat es gewagt, und mit

gutem Gewissen kann sie sagen: «Je ne regrette rien.» Gerade auch, weil

sie auf Gassenhauer wie diesen verzichtet und aus den über 200 Piaf-Songs

weniger bekannte Perlen ausgewählt hat. Wer den Facettenreichtum von

Edith vergessen hat oder denjenigen von Martha noch nicht kennt, kann

hier beide auf einmal neu entdecken. Wainwrights Neuinterpretationen

leben nicht von klebriger Nostalgie, sondern von kristallisierter Zeitlosigkeit.

Leidenschaft, Zärtlichkeit und Verzweiflung gehen Hand in Hand

am Seine-Ufer spazieren, das Schicksal macht ein Tänzchen und lässt im

nächsten Moment einen Wirbelsturm aufziehen. Martha haucht den unvergleichlichen

Chansons 147 cm Leben ein, was in diesem Fall heisst: Sie

werden riesengross und können fliegen. (rg)

39


Gesundheit CRUISER Edition März 2010

Hildegard

Wie wärs mit einem

Wochenende

im Wellnesshotel?

Ich sag jetzt was sehr Hartes, aber manchmal,

da muss ich wirklich aufpassen, dass mir die

gute Laune nicht abhanden kommt. Ehrlich.

Und das hat nichts damit zu tun, dass ich grad

eine offizielle Fresspause mach und drum an

den Fasnachtsküechli-Turmbauten im Coop mit

geschlossenen Augen vorbeirollen muss.

In Zeiten, wo man meint, es kann jetzt nicht

mehr schlimmer kommen (Muotothaler Wetterfrösche

sagen: «Frühling, heuer erst im April»),

folgt meistens noch ein Hammerschlag (das

Dach vom Letzistadion ist schon im Eimer...) –

die Stimmung ist quasi auf dem Nullpunkt angelangt

– und dann verliert die Alinghi. Hei.

Man findet keine Worte und, wenn doch, entstammen

sie meist den Niederungen archaischer

Fäkalsprache. Schlechte Nachrichten sind keine

Bereicherung, und der Umgang damit gelingt

nicht immer optimal.

Hier eine gute Nachricht zur Bewältigung einer

schlechten: Wie wärs mit «abschalten, auftanken,

relaxen, mitgestalten, sich beteiligen»?

Wie wärs mit einem Wochenende im Wellnesshotel?

Das Checkpoint Zürich führt vom

15. - 18. April wieder ein Wochenende im Seminar-

und Wellnesshotel Stoos durch. Das Angebot

richtet sich an HIV-neudiagnostizierte

schwule Männer und ist kostenlos! Du hast einen

Partner? Nimm ihn mit. Auch er ist eingeladen.

Eintrudelzeit ist am Donnerstagabend

gegen 19 Uhr. Am Freitag und Samstag kannst

du aus verschiedenen interessanten Workshops

aussuchen. Dazwischen bleibt viel Zeit für gutes

Essen und die Wellness-Angebote des Hotels

oder die atemberaubende Natur auf 1300 Meter

ü.M., über dem Vierwaldstättersee. Es ist ein

grosszügiges Angebot – aber es soll auch einen

grossen Nutzen haben. Es ist uns bewusst, dass

die positive Diagnose auch den Abgeklärtesten

unter uns den Boden unter den

Füssen wegziehen kann. Im Gegensatz

zu früher bedeutet eine HIV-

Infektion heute zwar, dass du

ein Leben lang mit dieser Infektion

lebst. Immer wieder

werden jedoch Situationen und Fragen auftauchen,

mit denen du dich auseinandersetzen

musst. Du bist unsicher, wie und vor allem ob

du es deinem jetzigen oder zukünftigen Freund

oder deinem Umfeld mitteilen sollst. Du hast

Fragen zu einer kommenden Therapie oder zur

Gefahr, andere anzustecken. Du möchtest wissen,

wie konkret sich dein tägliches Leben mit

HIV ändern wird, worauf du achten musst, und

welche Sorgen du dir überhaupt nicht machen

musst. Du fühlst dich plötzlich ganz weit weg

von den «gesunden» Menschen, als wärst du

mit der Diagnose in einem anderen Universum

gelandet.

Wir bieten dir ein ganzes Wochenende an, um

zu realisieren, dass du immer noch am gleichen

Ort bist und alles andere als alleine mit

den neuen Bedingungen. Gönn es dir – du bist

es dir wert!

Die Workshops werden von Fachleuten geleitet,

die auch schwul und zum Teil HIV-positiv sind

und dir auch für persönliche Fragen zur Verfügung

stehen. Und als kleinen Tip: Die Cabaret-

Einlagen von René Caldart beim Galadiner am

Samstag sind bereits die Reise wert!

Hol dir die Einladung unter:

www.checkpoint-zh.ch und melde dich an!

Jetzt fress ich doch so eine Schachtel Fasnachtsküechli,

Donnerknsipel! Einmal ist keinmal,

*raschel*, *knack* – und dann gibt’s eh wieder

das ganze Jahr über nur die bräsigen Berliner

zu kaufen.

Es grüsst euch eure Hildegard

40


CRUISER Edition März 2010

Gesundheit

Wie lange überlebt

das HI-Virus?

Hallo Dr. Gay

Die unterschiedlichen Meldungen über die Überlebenszeit

des HI-Virus ausserhalb des Körpers

verwirren mich total. Meistens liest man, dass

dieses nach kurzer Zeit abstirbt, weil die Hülle

durch den Sauerstoff kaputt geht. Auf der anderen

Seite hingegen steht, dass Viren nur «inaktiv»

werden. Und es ist immer mal wieder zu lesen,

dass das Virus reaktiviert werden kann. Wie kann

ich mir das vorstellen? Eine Flüssigkeit mit dem

Virus, z.B. Sperma trocknet aus und wenn ich sie

im trockenen Zustand berühre, kann nichts passieren,

da inaktiv? Wird diese Flüssigkeit aber

wieder befeuchtet, können auch die Viren darin

wieder aktiv werden? Und, kann man deswegen

auch Viren in die Wohnung verschleppen? Es

wäre super, wenn du mir das erklären könntest!

Liebe Grüsse, Peter, 35

Lieber Peter

Viren sind einfache Parasiten bestehend aus

einer Fett-Protein-Hülle, einem proteinreichen

Kern und genetischer Information im Innern.

UV-Strahlung, Trockenheit und Hitze zerstören

das Virus unwiderruflich. Biologische Flüssigkeiten

schützen das Virus vor dem Zerfall, selbst

in angetrocknetem Zustand. Aus diesem Grund

bleiben Virus-Partikel unter Umständen in eingetrocknetem

Blut intakt und können, wenn sie

dann wieder in den Körper gelangen, wiederum

Zellen infizieren. Das ist aber die Ausnahme. In

der Regel zerfallen die Virus-Partikel ausserhalb

des Körpers innert Stunden und können

selbst in einer optimalen Umgebung im Labor

keine Zellen mehr infizieren.

Es ist richtig, dass es unterschiedliche Aussagen

zum Thema Überleben von HI-Viren gibt.

Das hängt hauptsächlich mit der Art und Weise

zusammen, wie das Virus gesucht wurde. Praktisch

kann man davon ausgehen, dass im Alltag

HI-Viren nicht über Oberflächen übertragen

werden. Und selbst, wenn ein einzelnes Virus

z.B. auf dem Bettlaken überlebt und es über die

Hand mit dem Mund in Kontakt kommt, reicht

das für eine Infektion nicht aus.

Zusammengefasst: HI-Viren überleben ausserhalb

des Körpers (und nicht im Labor) nur kurz

(maximal Stunden); in optimaler Umgebung

(eingehüllt in biologischer, nährreicher Flüssigkeit)

kann es unter Umständen Tage oder länger

intakt bleiben, in der Regel sterben aber so viele

Viren ab, dass die Anzahl der verbleibenden

Viren einfach zu gering ist, um eine Infektion

herbeizuführen.

Alles Gute, Dr. Gay

Ich kriege einen

Ständer beim

Duschen!

Hallo Dr. Gay

Es ist mir recht peinlich, aber ich hab da eine

Frage – war ja klar. Jedes Mal wenn wir nach

dem Schwimmunterricht duschen, ziehen sich

ein paar von meinen Kollegen komplett aus. Das

würde ich auch gerne machen, doch dummerweise

bekomme ich immer einen Ständer! Ich

denk, ich bin schwul, das ist aber nicht mein

Problem, sondern meine Erektion. Was könnte

ich tun, damit auch ich nackt duschen kann? Ich

bedanke mich schon mal für deine Antwort!

Gruss, Johann, 15

Lieber Johann

Manche Jungs kennen dieses «Problem», denn wo

sind in diesem Alter schon so viele andere nackte

Jungs zu sehen als in der Gemeinschaftsdusche?

Es ist daher normal, wenn gerade schwule Jungs

eine Erektion kriegen. Leider kann man dagegen

nicht viel machen, weil es eben schwierig ist, seinen

Penis unter Kontrolle zu haben. Einigen Jungs

hilft es, wenn sie sich vermehrt selbst befriedigen.

Aber das wird in der Schule eher schwierig werden.

Versuch doch mal, dich nur auf das Duschen

zu konzentrieren. Schau die anderen Jungs gar

nicht erst an, denk an etwas total Unerotisches,

vielleicht klappt es dann auch ohne Erektion. Das

Beste wäre sicher, wenn du deine Erektion einfach

zu akzeptieren versuchst, denn sie ist was ganz

Natürliches. Nach ein paar Mal wirst du sicher

merken, dass das gemeinsame Duschen nicht

mehr sexy ist, sondern einfach «nur» hygienisch.

Alles Gute, Dr. Gay

So viele Freunde und doch

allein !

Jeder von euch hat es sicher schon mal beobachtet, was die «gewerblichen

Gastgeber» immer wieder erleben und sie oft dazu bringt, ihre Arbeit

einzuschränken, einen anderen Beruf zu wählen oder früh in den Ruhestand

zu wechseln. Was ist das?

Ihr ladet einige Freunde, zum Beispiel zur Geburtstagsfete, nach Hause

ein. Sie kommen und man verbringt einen tollen Abend, es ist wieder

mal irre schön. Die Gäste beginnen sich zu verabschieden und gehen

nach Hause. Dem Gastgeber bleibt noch die Aufräumarbeit, eine schöne

Erinnerung an einen gelungenen Abend und… irgendwie eine Leere,

man fühlt sich plötzlich allein.

Wenn ich von «gewerblichen Gastgebern» spreche, denke ich an solche,

die einen Betrieb mit gastgewerblichem Charakter führen. Egal, ob eine

Bar, ein Restaurant, eine Sauna und so weiter. Der Betrieb ist an sechs

bis sieben Tagen offen. Der Gastgeber, meist der Besitzer, Gerant oder

Geschäftsführer, hat enorme Präsenzzeiten. Je nach Grösse des Betriebes

unterscheiden sich seine Arbeiten. Administrative Aufgaben, Weiterbildung,

Planungen und so weiter. Zu den Zeiten, wo viele Kunden kommen,

sollte der Gastgeber im Betrieb sein und seine Gäste, sprich Kunden, begrüssen

und sich zeigen.

«Der hat ja einen Schoggi-Job, ein wenig mit den Kunden schwatzen, da

und dort mal eins mittrinken und am Abend das Geld vom gut besuchten

Lokal zählen.»

Die meisten Kunden kommen jedoch am Abend und an den Wochenenden,

denn dann haben ja die meisten frei, ausser dem ambitionierten

Gastgeber. Der ist hier und begrüsst seine Gäste! Klar hat er auch seine

freien Tage, doch dann arbeiten eben die meisten Bekannten und

Freunde und somit wird der Kontakt mit einem Teil der Leute, die man

gerne sehen möchte, eingeschränkt. Ja, oft, wenn dann der freie Tag da

ist und man sich vielleicht gerne mit jemandem treffen möchte, ist dies

nicht möglich. Die Lieben kommen ab und zu ins Lokal, doch da kann

der / die GastgeberIn sich auch nicht nur mit ihnen abgeben, denn die

andern Kunden erheben eben auch den Anspruch, beachtet zu werden.

Dies führt zu einem echten Problem, wie ich gerade in einem Seminar

von GastroSuisse gehört habe. Der Freundeskreis wird immer kleiner,

telefonieren ist nicht mehr so in, eher schnell eine SMS, Mail oder Message

auf Facebook. Klar, denkt man so an die soziale Aufgabe, seinen

Freundeskreis zu pflegen resp. seinem/r guten FreundIn ein Zeichen zu

senden, dass man sie nicht vergessen hat. Trotzdem stehen diese «gewerblichen

Gastgeber» oft verlassen da, fühlen sich allein und leer, was sie

dann eben oft dazu bewegt, sich anders auszurichten. Es gibt Seminare

von verschiedenen Anbietern, die solchen Leuten helfen, diese Hürde

besser zu organisieren und zu meistern, doch oft werden eben die besten

Gastgeber von diesem Phänomen betroffen und gehen dann dem Gastgewerbe

verloren.

Es ist mir wichtig, allen Gästen / Kunden dies mal so aufzuzeigen, damit

sie besser verstehen und schätzen können, was die Gastgeber täglich

für sie tun. Es ist nicht selbstverständlich und diese Arbeit verdient viel

mehr Wertschätzung und Achtung, als oft ihr zuteil wird, nur weil man

eben nicht hinter die Kulissen sieht.

Roger Markowitsch

41


CRUISER Edition März 2010

SA 27. Februar

Bern

21.00 Samurai Bar:

Partytime Dance Revolution mit DJ Däni

22.00 ISC Club: Tolerdance für Schwule, Lesben

und FreundInnen. Electro Tolerdance.

DJ PCB & Fernweh, VJ La Clandestine.

Show@24Uhr: Die 13 Mr. Gay Kandidaten

stellen sich vor

Genève

22.00 Reunion Underground: Party for Gays

& Friends presented by Maurocat & Cat

Productions. Opening Party. DJs Sébastien

Coda & Nicolas Nucci. Halle Weetamix,

37 Chemin Jacques Phillibert de Sauvage

Châtelaine, Vernier-Genève. After@Sauna

Les Bains de l Est de 04h à 11h.

Infos www.maurocat.com/reunion

Luzern

22.00 Uferlos: Schwul-lesbisches Zentrum Geissensteinring

14. I-Pod Party. Du bringst die

Musik. Fr. 15.- (inkl. 1 Getränk)

St. Gallen

19.30 Pasolini: Tanzstück von Marco Santi Eine

fiktive Collage über den grossen schwulen

Filmemacher im Theater St. Gallen, Museumstr.

21. Einführung durch Dramaturg

Roland Dippel 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Infos & Tickets www.theatersg.ch

Thurgau

19.30 GO!: GayOstschweiz! Raclette Stube im

Clublokal, Frauenfelderstr. 100 in 9545 Matzingen.

Ab 19.30h Apéro, danach Raclette-

Buffet & Dessert. Fr. 26.-. Anmeldung bis

24.2. an info@go-club.ch

Zürich

18.00 LMZ - der Schwule Schweizer Motorradclub:

Kegelturnier & Nachtessen mit den

Gaybikern, Swissbears & Loge70. Kegelcenter

Schmiedhof, Zweierstr. 138 (Tram 9 &

14 bis Schmiede Wiedikon). Fr. 48.-. Infos &

Anmeldung www.lmz.ch

20.00 Wie es uns gefällt: GayRadio auf LoRa 97,5

MHz oder Cablecom 88,1 MHz. Infos www.

gayradio.ch

20.30 Barfussdisco Zürich: Morgartenstr. 15.

Schuhlos & Rauchfrei. Fr. 17.-, Getränk Fr.

3.-. She DJ Milna

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. G-Dance. DJ

Qbass

22.00 Offstream Party: im Stall 6, Gessnerallee.

Alternative Sound mit Resident DJs

& Jukebox. Für Musikwünsche jukebox@

offstream.ch.

Genaue Infos und Angaben wie es funktioniert

unter www.offstream.ch

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Big Dick

Saturday. Bierpass 3 für 2

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Jump the House.

DJ Luc le Grand

23.00 Stairs Club: Hohlstr./Shell Tankstelle (beim

Letzipark) MaRe. DJs Kularis (live), Steffi aka

Cimi, Bi-Molekular, Sancho & Pancho & Oli

23.00 Sector c; Fetish Club Strikter Dresscode-

Anlass Worker, Bauern, Army

SO 28. Februar

Basel

21.00 Untragbar! Die heterofreundliche Homobar:

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ Panda Bär

- Gay Music

Agenda

Frauenfeld

09.50 HOT & Les lacets roses: Winterende im

Thurgau. Treffpunkt Bahnhof Frauenfeld

um 09.50h. Wanderung zum Vereinslokal

nach Wängi. Gegen 13h feines Essen. Infos

und Anmeldung bis 23.2. www.hot-tg.ch,

anmeldung@hot-tg.ch & www.lacetsroses.ch

Ganze Schweiz

09.50 Les lacets roses & HOT: Winterende im

Thurgau. Treff um 09.50h Bahnhof Frauenfeld.

Anmeldung tva8547@leunet.ch, Infos

052 721 65 65

Lausanne

23.00 TRIXX: Gay Bar @ MAD avec DJ Laurent

Charbon

Winterthur

10.00 Badgasse 8: Sonntagsbrunch. Anmeldung

erforderlich über www.badgasse8.ch

Zürich

05.00 Stairs Club: Hohlstr./Shell Tankstelle (beim

Letzipark). After Hour DJs Beat Herren,

Angy Dee, High Five & Technokultur DJs

16.00 Männerzone: Kernstr. 57. Après Ski.

Rustikale Berg-Spezialitäten und Kafi mit

Schnaps

20.00 Ladies Night: im Adagio Gotthardstr. 5

(Kongresshaus) Music by DJ X-child

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Week2end DJ

Marc S

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Mad

House

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43


Agenda CRUISER Edition März 2010

März 2010

MO 01. März

Zürich

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Woof DJ Groovemaster

DI 02. März

Basel

21.00 ZischBar-spezial: mit den Ladys von

Queerplanet. Musik: House, Electro House.

Rossstall 2, Kaserne Basel

Zürich

11.30 Aidspfarramt Zürich: Universitätsstr. 42.

HIV-Mittagstreff. Infos 044 255 90 55

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ Garçon

Sauvage

MI 03. März

Zürich

18.00 Eingetragene Partnerschaften: Kurs der

Migros Klubschule, Limmatplatz. Fr. 110.-.

Max. 15 TeilnehmerInnen. Infos www.klubschule.ch,

Kursnummer E_358662

20.00 Buchvernissage «Lange Nächte Tag»:

von Simon Froehling im Literaturhaus,

Limmatquai 62. Mit Musik von Melinda

Nadj Abonji. Einführung und Gespräch:

Ruth Schweikert. Reservation

www.literaturhaus.ch oder 044 254 50 00

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 DJ

siehe www.heldenbar.ch

21.30 T&M Disco:

Marktgasse 14. Goldies DJ Q-Bass

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Treffpunkt DJ La Luna

DO 04. März

Baden

20.00 Boy Zone: for Boys and tough Girls Schwullesbische

Lounge im Club Plan B, Rütistr. 3

(Eingang Bruggerstr.)

Winterthur

19.30 Badgasse 8: LesBiGay & Friends Treff im

Lokal Badgasse 8

Zürich

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Prét à danser.

DJ Groovemaster

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Prêt à danser? DJ Q-Bass

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FR 05. März

Winterthur

22.00 Lollipop Party: im Bolero Club, Untere Vogelsangstr.

8. Schlager, Canzone, Discofloor.

Infos www.lollipopparty.ch

Zürich

19.30 HAZ-Centro: Freitags-Centro mit speziellem

kulinarischem Angebot

20.00 gay: my way: - Schwule Männer im

Coming-out Treff im HAZ-Centro, Sihlquai

67. Coming-out Gespräche in Kleingruppen

20.00 Gay Bikers Zürich: Höck im Hot Pot Café,

Badenerstr. 138

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Bootylicious.

DJs Qbass & Zör Gollin

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Nasty Guys-

Friday

22.00 Daniel H.: Müllerstr. 51. Party in der Bar DJ

leSlapOn

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. 9 Jahre AAAH! DJ

Nick Harvey

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode sportsLAB – cum in sports gear.

Presented by SportsZone

23.00 Loop 38: Albulastrasse 38 Take a Dance. DJs

Jesse Jay, Cherie, Manuel. Afterhour ab 06h

mit DJs Jesse Jay & Franco

SA 06. März

Lausanne

23.00 AYOR: Premium Gay & Lesbian Heterofriendly.

Room 1: DJ Sharon-O-Love &

She-DJ CK. Gogo Boyz & Girlz. Présentation

des candidats de Mr. Gay Switzerland par

Catherine d Oex. Room 2: DJ Marie-Thérèze.

Room 3: DJ Skeud. Amnesia Club, Plage de

la Voile d Or, Lausanne-Vidy. Fr. 20.-. Infos

www.amnesia.ch & www.gay-party.com

Lenzerheide

10.00 Swing 2010: Swiss Gay Skiing & Snowboarding.

Schwules Kulturprogramm - Kino &

Kleinkunst, Wellness, Hamam & Sauna. Rasante Abfahrten.

Vier-Sterne-Plus Hotel, Sportliche Männer,

Fondueplausch. Vom 6. bis 13. März ab Fr. 1155.- pro

Person für 7 Tage, Gourmet HP & Rahmenprogramm

(ohne Skipass & Anreise). Alle Infos www.

swing-on.ch

Luzern

22.00 Uferlos: Schwul-lesbisches Zentrum Les-

BiSchwule Party von Halu & Why Not Fr.

15.- inkl. 1 Getränk

St. Gallen

21.00 Badehaus Mann-o-Mann: Saturday

Night Fever. Tanzbarer Sound mit DJ Whitermoon

Thurgau

19.30 HOT: Spezialanlass im HOT, Wilerstr. 5,

9545 Wängi Worker Party mit DJ. Komm in

deiner Arbeitskleidung

Zürich

07.00 HAZ Outdoor: Schneeschuh-Tour Schwägalp

- Amden. 2 Tage. Genaue Infos &

Ameldung www.haz.ch/outdooraktuell

18.00 a.part: Frauenbar bei Buvette Philipp,

Zweierstr. 166

20.30 Barfussdisco Zürich: Morgartenstr. 15.

Schuhlos & Rauchfrei. Fr. 17.-, Getränk Fr.

3.-. DJ Thomas

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. G-Dance. DJ

Groovemaster

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Sex for

You-Zone

22.00 Daniel H.: Müllerstr. 51. Party in der Bar DJ

Marc Fuhrmann

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Jump the House. DJ

Gaetano

23.00 Celestial: Take off Party for Gays & Friends.

Special Light Show, Darkroom. DJs Thomi

B & Jesse Jay. Lotus Club, Pfingstweidstr. 70.

Infos www.clestial.ch

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Full Fetish

23.00 Loop 38: Albulastr. 38. Party Flexx-Party.

DJs Mental X & Ajaxx

SO 07. März

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ Roj.r - century

pop decades

Lausanne

23.00 TRIXX: Gay Bar @ MAD avec DJ LuLuxpo

St. Gallen

15.00 Saunaclub: Why-Not Scheibenackerstr.

7, St. Gallen-Fiden. GangBang Party. Alles

was gefällt inkl. einem Buffet. Anmeldung

erwünscht 076 227 33 70

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CRUISER Edition März 2010

Zürich

18.15 Gottesdienst für Lesben, Schwule und

Andere: Gottesdienst für Lesben, Schwule

und Andere im Kulturhaus Helferei, Kirchgasse

13, www.homo-gottesdienst.info

19.00 Tanzleila in der Kanzleiturnhalle: Party

von Frauen für Frauen. Ab 19h Standard, ab

21h SheDJ N.Cole (Pop-Muzik), ab 23h SheDJ

Mandeg (Sexy-Techno)

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Week2end DJ

Marc S

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Mad

House

MO 08. März

Zürich

19.00 z&h: Schwule Studis an Uni & ETH Kulturabend.

Kinobesuch «A Single Man». Genaue

Infos und Anmeldung unter zundh@

websites.uzh.ch

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Woof DJ Qbass

DI 09. März

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ Angy

Dee

MI 10. März

Winterthur

19.30 Badgasse 8: Lesbenbar

Zürich

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 DJ Heldin

im Chaos - electro clash electro trash

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. DJ Marc S

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Treffpunkt DJ

Upspace

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DO 11. März

Baden

20.00 Boy Zone: for Boys and tough Girls Schwullesbische

Lounge im Club Plan B, Rütistr. 3

(Eingang Bruggerstr.)

Zürich

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Prét à danser.

DJ Groovemaster

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser? DJ

Mad House

FR 12. März

Zürich

19.30 Frauenbar im GZ: Riesbach, Seefeldstr. 93

20.00 LMZ - der Schwule Schweizer Motorradclub:

Stamm im Restaurant Moléson,

Grüngasse 7, 8004 Zürich

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Absolutely

Disco. DJs Dynamike & Groovemaster

22.00 Lollipop Party: mit 3 Tanzpisten! Schlagerpiste

mit Hauch von Canzoni & Chansons;

Discopiste 70er/80er Disco und einem

Schuss 90er; Latinpiste mit Salsa, Bachata

etc. Plus Karaoke Lounge. X-Tra, Limmatstr.

118

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Pimp my Ass-

Friday

22.00 Daniel H.: Müllerstr. 51. Party in der Bar DJ

Romualdo

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Electro Collage DJ

Gil Everest

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode FF / SM / Bondage / Fetish

23.00 Loop 38: Albulastrasse 38 Vive-Kinky

Sound for Twisted People. DJs Squep aka

Sherif, Jamie White, Silvano, Viviane Jaye &

She DJs Vani & Cyrill

Agenda

SA 13. März

Basel

22.00 Glitterball: presented by queerPlanet im

Volkshaus, Rebgasse 12. The show me love

edition by the one and only Robin S, House-

Diva from USA. DJs Taylor Cruz, David

Merck, Marc S & Eduardo. Vorverkauf über

www.queerplanet.ch Fr. 34.- über Ticketcorner

Fr. 36.-. Abendkasse Fr. 39.-

Thurgau

19.30 GO!: GayOstschweiz! Kärtner Abend im

Clublokal, Frauenfelderstr. 100 in 9545

Matzingen. Ab 19.30h Apéro, danach

Frittatensuppe, Schweinsbraten Kärtner

Art, Semmelnknödeln, Blaukraut,

Kaiserschmarrn mit Zwetschgenkompott.

Fr. 23.50. Anmeldung bis 10.3. an info@goclub.ch

oder 052 366 00 17

Winterthur

17.00 Badgasse 8: We are family! Essen für Lesben

und Schwule, jung und alt (Sommerpause

Juni bis August) Anmeldung über

www.badgasse8.ch

Zürich

06.00 Loop 38: Albulastr. 38. After Hour DJ Jesse

Jay & Franco

20.00 Wie es uns gefällt: GayRadio auf LoRa 97,5

MHz oder Cablecom 88,1 MHz. Infos www.

gayradio.ch

20.30 Barfussdisco Zürich: Morgartenstr. 15.

Schuhlos & Rauchfrei. Fr. 17.-, Getränk Fr.

3.-. DJ Guy

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Mr. Gay-Clubtour.

Infos www.mrgay.ch. DJ Marc S mit

Clubhits, Dance, Pop & Charts

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren 12 Years

Rage, Birthday Party. DJ Ajaxx. Gogo Animation

by Stefan S., 3 Meter Geburtstagstorte

& Überraschungen

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proudly presents:

Samstag, 6. März 2010

23.00 till late

Mental X Zürich

(SOG Records, VIRUS Radio)

DJ Ajaxx Zürich

(Flexx/Zürich, CSD/Stuttgart)

progressive

tribal-house

tech-house

Albulastrasse 38

8048 Zürich

www.flexx-party.ch


Agenda CRUISER Edition März 2010

22.00 Daniel H.: Müllerstr. 51. Party in der Bar DJ

Morgenstern

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Forward - Release

Party. DJ Plus 1 mit New Tracks, PornHouse

& TribalHouse

23.00 Shaft - Männernacht: Sportsnight im Lotus

Club, Pfingstweidstr. 70. No dick - no entry!

DJs 5th Element & Tokee. Infos www.shaft.ch

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass 12 Years Rage. Full Fetish & Sportswear

23.00 Loop 38: Albulastr. 38. Party DJs Dän Silvermann,

David & Gast

SO 14. März

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ Klangbelästigung

- elektronika u. a. musikalischer

krimskrams

Ganze Schweiz

10.00 Les lacets roses: Frühlingswanderung.

Treff Bahnhof Münsingen um 10h. Infos bei

Albert Tel. 079 614 81 88

Lausanne

23.00 TRIXX: Gay Bar @ MAD avec

DJ Pino Arduini & Minguel Ciprinao

St. Gallen

19.30 Pasolini: Tanzstück von Marco Santi Eine

fiktive Collage über den grossen schwulen

Filmemacher im Theater St. Gallen, Museumstr.

21. Einführung durch Dramaturg

Roland Dippel 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Infos & Tickets www.theatersg.ch

Zürich

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Week2end DJ

Marc S

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Mad

House

MO 15. März

Zürich

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Woof DJ Groovemaster

DI 16. März

Aarau

20.00 Aarglos: Lesbengruppe Treff 19h Schwimmen

im Hallenbad Telli, Aarau. Anschliessend

Pizzaessen im Restaurant Potpurry

Zürich

11.30 Aidspfarramt Zürich: Universitätsstr. 42.

HIV-Mittagstreff. Infos 044 255 90 55

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22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ Jesse Jay

MI 17. März

Zürich

19.30 z&h: Schwule Studis an Uni & ETH Spieleabend

im Hochschulforum, Hirschengraben

7. Genaue Infos www.zundh.uzh.ch

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 DJ

siehe www.heldenbar.ch

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Goldies DJ

Qbass

22.30 AAAH! Marktgasse 14. Treffpunkt DJ

Angy Dee

DO 18. März

Baden

20.00 Boy Zone: for Boys and tough Girls Schwullesbische

Lounge im Club Plan B, Rütistr. 3

(Eingang Bruggerstr.)

Zürich

21.00 Ladybumb@Laborbar: Schiffbaustr. 3.

For Lesbians & Friends. Infos www.ladybumb.ch

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Prét à danser.

DJ Groovemaster

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser? DJ

Qbass

FR 19. März

Zürich

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Romeo Night.

DJ Romeo

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Westwild.

Tanzen, flirten, wildern. DJ Garçon Sauvage

22.00 Daniel H.: Müllerstr. 51. Party in der Bar DJ

Sabaka

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Electro Collage DJ

Plus 1

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode Friday Naked

23.00 Loop 38: Albulastrasse 38 Monitor Event.

DJs Jamie White, Erol Neziri, Red Devils,

Tim Switch, Knallfrosch

SA 20. März

St. Gallen

19.30 Pasolini: Tanzstück von Marco Santi Eine

fiktive Collage über den grossen schwulen

Filmemacher im Theater St. Gallen, Museumstr.

21. Einführung durch Dramaturg

Roland Dippel 1 Stunde vor Vorstellungsbeginn.

Infos & Tickets www.theatersg.ch

21.00 Badehaus Mann-o-Mann: Infernal

Night. Die Nacht der Phantasien. Bei

gedämpften Licht und Kerzenschein den

Fetisch ausleben von Leder bis nackt.

Zürich

06.00 Loop 38: Albulastr. 38. After Hour DJ Chris

De Rebel & Monoteque

18.00 a.part: Frauenbar bei Buvette Philipp,

Zweierstr. 166

19.00 Loge 70: (Schweiz) Bondage-Club Zürich &

Green Berets Switzerland. Fetish Dinner im

Restaurant Bubbles, Strassburgstr. 15, 8004

Zürich. Apéro ab 19h, Essen ab 20h, danach

Clubbesuche.

20.30 Barfussdisco Zürich: Morgartenstr. 15.

Schuhlos & Rauchfrei. Fr. 17.–, Getränk

Fr. 3.–. DJ Marcel

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Klubnacht. DJs

Pra-Vos & Romeo

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Extrem

Normal. Cruising für alle

22.00 Daniel H.: Müllerstr. 51. Party in der Bar DJ

Yves Bachmann

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Klubnacht. DJ Gaetano

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass X-treme Leather & Rubber

23.00 Loop 38: Albulastr. 38. Party DJs Robin,

Chip 6, Snailbob & Gast

SO 21. März

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 DJ High Heels

On Speed - alternative & elektro

Lausanne

23.00 TRIXX: Gay Bar @ MAD avec DJ Cuccino

St. Gallen

15.00 Saunaclub Why-Not: Scheibenackerstr. 7,

St. Gallen-Fiden. GangBang Party. Alles was

gefällt inkl. Buffet. Anmeldung 076 227 33 70

Zürich

16.00 Männerzone: Kernstr. 57. Hormonschub.

Erotisierende und potenztreibende Leckerbissen

sowie erfrischende Getränke

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Week2end DJ

Marc S

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Mad

House

MO 22. März

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Woof DJ Qbass


.

CRUISER Edition März 2010

DI 23. März

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ La Luna

MI 24. März

Zürich

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 Live

on Stage. «One Shot Orchestra». Elektronischer

Disko-Rock aus Berlin & Bern. Infos

www.heldenbar.ch

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Goldies DJ Qbass

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Treffpunkt DJ

Garçon Sauvage

DO 25. März

Baden

20.00 Boy Zone: for Boys and tough Girls Schwullesbische

Lounge im Club Plan B, Rütistr. 3

Zürich

19.00 Bi-Treffpunkt: offener Treff für bisexuelle

Männer und Frauen 19h Treff im Café

Rathaus, ab 20.30h Bistro Marion

19.30 z&h Schwule Studis: an Uni & ETH z&h

Nachtessen im HAZ-Centro, Sihlquai 67

20.00 HAZ-Centro: Schwubliothek, Schwule

Bücher- und ausgewählte Videoausleihe,

Sihlquai 67

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Prêt à danser.

DJ Groovemaster

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser?

DJ Mad House

FR 26. März

Zürich

19.30 GayMigs: schwule Migranten Treff im

HAZ-Centro, Sihlquai 67

20.00 Queertangoqueer: Queer Milonga für

Schwule, Lesben und ihre Freunde. Cafetin

Buenos Aires/El Artesano, Alfred-Escherstr. 23

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Chartstation. DJ

Chris

22.00 Lollipop Party: mit 3 Tanzpisten! Schlagerpiste

mit Hauch von Canzoni & Chansons;

Discopiste 70er/80er Disco und einem

Schuss 90er; Latinpiste mit Salsa, Bachata

etc. Plus Karaoke Lounge. X-Tra, Limmatstr.

118

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Kick off! Cocks

& Balls - Sports & Sneaks

22.00 Daniel H.: Müllerstr. 51. Party in der Bar DJ

Gino

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Electro Collage DJ

Mad House

23.00 Loop 38: Albulastr. 38. Cannon Ball

(Indie / New Wave) DJs Ocus, Pete S & Vinz

Raven, Extrem Bequem

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode Kick-off! Cocks & Balls. Sports &

Sneaks only!

SA 27. März

Bern

20.00 10 Jahre ABQ: Schulprojekt - Die Party

im Frauenraum der Reitschule Bern: Ab 20

Uhr: Apéro mit Rückblick und Einblick in

ihre Arbeit. Ab 22 Uhr: Party mit Madame

Léa (Pop), Mitternachtsshow und DJ PCB

(Elektro). Infos www.abq.ch

22.00 ISC Club: Tolerdance für Schwule, Lesben

und FreundInnen. Golden Tolerdance. DJs

Ludwig & Guest

Luzern

22.00 Schwullesbische Schlagerparty: mit DJ

Thomas E. im uferlos, Geissensteinring 14.

Fr. 15.- inkl. 1 Getränk

Thurgau

19.30 HOT: Best of Travestie Night im Vereinslokal

Wilerstr. 5, 9545 Wängi TG (hinter

Bahnhof). Stars des Abends: Dana Rama, Cabaret

«Bis Stöcklis», Valeria Grande, Martha

Merkel, Beatino, Diva International und

The Hot Sisters. 19.30h Bar & Disco, Snacks,

ab 20.30h Showtime. Fr. 10.- (Mitglieder

HOT Fr. 5.-). Infos www.hot-tg.ch

Zürich

06.00 Loop 38: Albulastr. 38. After Hour DJs Datendrang

(2h live), Franco, Marc Fuhrmann,

Dan Silverman aka 2 Dirty, Eriktion

19.30 Mr Gay Switzerland 2010: Grand Finale

im Volkshaus. Neben den Finalisten gibt es

auch Show mit diversen Künstlern. Moderation

Melanie Winiger & Alf Heller. Tür

19h, Gala-Show & Wahl ab 20.30h. Party

ab 22.30h. Tickets ab 48.-, nur Party Fr. 25.-.

Infos & Ticketbestellungen www.mrgay.ch

! Checkpoint Zürich

Konradstrasse 1

www.checkpoint-zh.ch

044 455 59 10

@ Barfüsser

Café-Bar-Sushi

Spitalgasse 14

www.barfuesser.ch

# Apollo

Sauna

Seilergraben 41

$ Restaurant

Johanniter

044 253 62 00

Geöffnet bis 04:00 Uhr

www.johanniter.com

% The Dynasty Club

3 Bars – 1 Entrance

Zähringerstrasse 11

www.dynastyclub.ch

^ Cranberry Bar

Metzgergasse 3

www.cranberry.ch

& Rathaus Café

Limmatquai 61

www.rathauscafe.ch

* Tip Top

Seilergraben 13

www.tiptopbar.ch

\

!

Rathausbrüc

hausbrücke

Limmatquai

Rudolf-Bruhn-Brücke

Central

Niederdorfs

fstr

tr.

Metzgergasse

&

Marktgasse

asse

Limmatquai

BM

Zähringerstr.

Mühlegasse

^

Metzgerg^

Seilergraben

Spitalgasse

asse

Grossmünster

Utoquai

Quaibrücke

$ BO #

(BP

%

MühlegBP

BN

BL

Häringstr.

@

SBB

Haupt-

bahnhof

Spitalg@

Hirschen-

Platz

Bellevue-

Platz

Rämistr.

*

G ay L i v e - D at e

0906 56 56 56 Fr. 2.-/Min.

( Paragonya

Wellness Club

Mühlegasse 11

www.paragonya.ch

BL G-HOTEL

Marktgasse 14

+41 (0)44 250 70 80

AAAH! Trendclub

Dancefloor & Cruising

T&M Club

Live DJs & Performance

PIGALLE Bar

Evergreens & Schlager

BM Leonhards Apotheke

Stampfenbachstrasse 7

BN Lobby

Cocktail Bar

Spitalgasse 3

BO Macho City Shop

Häringstrasse 16 www.macho.ch

BP Predigerhof

Mühlegasse 15

www.predigerhof.ch

Agenda

20.00 Wie es uns gefällt: GayRadio auf LoRa 97,5

MHz oder Cablecom 88,1 MHz. Infos www.

gayradio.ch

20.30 Barfussdisco Zürich: Morgartenstr. 15.

Schuhlos & Rauchfrei. Fr. 17.-, Getränk Fr.

3.-. She DJ Milna

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. G-Dance. DJ

Qbass

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Suck my

Dick-Zone. Bierpass 3 für 2

22.00 Daniel H.: Müllerstr. 51. Party in der Bar DJ

Beda

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Jump the House. DJ

Gil Everest

22.30 6 Years Boyahkasha: Volkshaus Zürich,

Stauffacherstrasse 60, 8004 Zürich

www.boyahkasha.ch, www.mrgay.ch

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Schweinebucht - Full Fetish (Yellow).

Bierpass 3 für 2

23.00 Loop 38: Albulastr. 38. Party Rave Generator.

DJs Culturvib, Dream, Marc Fuhrmann

& Cut A Kaos

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Anfragen bitte an:

info@zbiro.ch

Inserat: ZBIRO GmbH, 8304 Wallisellen / info@zbiro.ch

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