Cruiser September 2010

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Cruiser September 2010

CRUISER Edition September 2010

Dieses Magazin ist schwul

Photographer Patrick Mettraux, EuroPride

Warschau, Pride Brighton, Nudie-ty, Mine Vaganti,

Ferzan Ozpetek, Kim Wilde, Cirque du Soleil, Mark

Halasi, Waria Mariani, Palazzina Grassi in Venedig


CRUISER Edition September 2010

Editorial

Warschau, Brighton, Lecce

Unsere Reisevorschläge? Nein, anhand dieser «Destinationen» beleuchten wir die Unterschiede

in der Akzeptanz der schwullesbischen Lebensweise. An die Pride in Warschau reisten Vertreter

aller wichtigen schwullesbischen Organisationen der Schweiz, um geschlossen Solidarität zu zeigen

mit den Menschen, die dort in einer ungleich schwierigeren Situation leben als hierzulande.

In Brighton hingegen scheint die Toleranz grenzenlos zu sein. Die dortige Pride ist längst von Heterosexuellen

vereinnahmt worden und sozusagen ein Karneval der Massen. Und wie es sich als

Schwuler im südlichen Italien lebt, zeigt der Film «Mine Vaganti».

Martin Ender, Verleger

6

Das war Warschau

Die erste EuroPride Osteuropas

8

Brighton Pride – Karneval der Massen

Die wenigsten der Besucher waren schwul

14

Familiäre Minen in Apulien

Ein wertvoller Beitrag von Ferzan Ozpetek

24

Kim Wilde: Neues Comeback!

Die Pop-Ikone der 80er gibt nochmals Gas

32

Varekai – die Show

Cirque du Soleil mit einer neuen fantastischen Show

36

Allah und die Waria

Die Waria in Indonesien sehen sich als drittes Geschlecht

News 4 • Prominent 10 • Als ich schwul wurde 12 • Fashion 13 • Ferzan Ozpetek 17

Szene 18 • Beauty 22 • Fotostrecke 25 • Kultur 38 • Musik 40 • Film 41 • Palazzina Grassi 42

Buch 43 • BOX-STOP 44 • Rainbowline 45 • Hildegard 46 • Dr. Gay 47 • VEGAS 47 • Agenda 48

3


News CRUISER Edition September 2010

Internationale

News

4

Seattle

Freddie Ljungberg findet

schwul cool

Steht das ultimative Selbst-Outing eines grossen

Fussballstars bevor? Gerüchte, Freddie (Karl

Frederik) Ljungberg sei schwul, gibt es schon

seit den Zeiten, als der Schwede für Arsenal London

kickte. Nun hat der 33 Jahre alte Fussballer,

der inzwischen bei den «Seattle Sounders» in

den USA unter Vertrag steht, gesagt, er habe

gar nichts gegen solche Gerüchte. «Ich bin stolz,

Gegenstand solcher Gerüchte zu sein», sagte

Ljungberg, der gut aussieht, Mode liebt und sich

auch schon als Model für Calvin-Klein-Unterwäsche

betätigt hat, in einem Interview. Der Fussballgott

mit einer Vorliebe für Musicals fügte

mit Betonung hinzu: «Ich weiss wirklich nicht,

warum das die Leute so interessiert. Ich habe

die Entscheidung getroffen, nicht darüber zu

sprechen.»

Staffordshire

Hooligans werden

schwulenfreundlich

Ausgerechnet die rabiatesten Hooligans haben

sich zu toleranten Mitbürgern gewandelt. 93

Prozent aller englischen Fussballfans finden,

dass Schwulenfeindlichkeit im Sport nichts

mit Fair Play zu tun hat. Das ist das Ergebnis einer

Online-Befragung der Universität der Grafschaft

Staffordshire in Stoke-on-Trent. «Es gibt

eine neue Generation von Fussballfans, Managern,

Trainern und Spielern. Sie scheren sich

nicht viel um die sexuelle Orientierung einer

Person», sagte Soziologieprofessor Ellis Cashmore.

Dennoch hat sich in Grossbritannien,

wie auch in keiner anderen grossen Fussballnationen,

bislang kein Spitzenspieler während

seiner Profilaufbahn geoutet. Mutige Ausnahme

war der Stürmer Justin Fashanu, der aber

für sein Outing mit seinem Leben bezahlte. Er

wurde danach von den Fans so sehr gemobbt,

dass er sich 1998 umbrachte.

Wien

«Zur Zeit» mal wieder Homohatz

Die rechtslastige österreichische Partei «FPÖ»

hat sich einmal mehr als schwulenfeindliche politische

Vereinigung bewiesen, obwohl es inzwischen

ein mehr als offenes Geheimnis ist, dass

ihr tödlich verunglückter Gründer und Führer

Jörg Haider schwul war. In einem Artikel in

dem der FPÖ nahestehenden Magazin «Zur Zeit»

hetzten die braunen Politiker über den schwulen

Stadtführer «Queer Guide». Als «Wien-Führer für

Perverse» diffamierten sie den Stadtführer und

mokierten sich in schlimmster rassistischer Manier

über einen «groben Fehler» des «Queer Guide».

«Auf den Photos lächelnder, händchenhaltender

Damen und Herren zeigt sich die heile,

weisse Welt von Wien Tourismus – keine Neger,

Transgender oder Migranten. Wenn das mal keine

Klagen wegen Diskriminierung gibt …»

Iran

Todesurteil für schwulen

Iraner

Wegen Ehebruchs ist eine Frau im Iran zum

Tod durch Steinigung verurteilt worden. Der

Fall hat Entsetzen und Proteste in der ganzen

Welt ausgelöst. Zu Recht. In die Weltpresse hat

es Ebrahim Hamidi leider noch nicht geschafft,

obwohl sein Fall nicht minder verabscheuungswürdig

und entsetzlich ist. Der junge Mann

wurde am 21. Juni von einem Provinzgericht

im Iran wegen der angeblichen Vergewaltigung

eines Mannes zum Tode verurteilt, obwohl das

angebliche Opfer gestanden hatte, den Vergewaltigungsvorwurf

frei erfunden zu haben.

«Es gibt keinen Beweis, dass Hamidi schwul ist

oder er irgendein Verbrechen begangen hat»,

hiess es in dem Internetportal Gay Middle East.

«Diese Exekution muss gestoppt werden. Dafür

brauchen wir Ihre Hilfe.»

Coachella Valley

Bestsellerautorin sagt sich

vom Christentum los

Weil Religionen für Schwule, Lesben und Frauen

nur Hass und Diskriminierung übrig haben, hat

die amerikanische Bestsellerautorin Anne Rice

(«Interview mit einem Vampir») sich vom Christentum

losgesagt. Der Tropfen, der das Fass

zum Überlaufen brachte, waren radikale, von

den Republikanern unterstützte evangelikale


CRUISER Edition September 2010

News

Kirchen in den USA, die sich für die Todesstrafe

für Homosexuelle einsetzen. «Vielleicht können

die Menschen, die die Lehren Christi ernst

nehmen, keine Christen sein», schrieb die 68

Jahre alte Rice auf ihrer Facebook Seite. Weiter

schrieb die Mutter eines offen schwulen Sohnes:

«Ich weigere mich, gegen weltlichen Humanismus

zu sein. Ich weigere mich, gegen das Leben

zu sein. Im Namen Christi sage ich mich vom

Christentum los.»

New York

Eminem für Homo-Ehe

Es ist noch nicht lange her, dass Rüpel-Rapper

Eminem in seinen Songtexten und in Interviews

mit Ausfällen gegen alles und jeden aufwartete.

Neuerdings schlägt der 37-Jährige mildere

Töne an. Jetzt hat sich Eminem gar für

die Homo Ehe ausgesprochen, wenn auch in

gewohnt sarkastischer Weise. «Wenn sich zwei

Menschen lieben, warum nicht?», sagte er gegenüber

der «New York Times», fügte aber hinzu,

dass Schwule genau die gleiche Chance haben

sollten, unglücklich zu werden wie Heten

in ihren Ehen. Auch auf seiner neuen Platte

schlägt Eminem nachdenklichere Töne an. «Das

ist mein neues tolerantes Ich!», erklärte der Megastar,

fügte aber die Warnung hinzu, dass sein

anderes künstlerisches Alter ego, der Widerling

Slim Shady, noch immer existiere.

New Jersey

Beim Cruising von Polizei

erschossen

Das Cruising eines 48 Jahre alten Mannes in

einem Park im US-Bundesstaat New Jersey endete

tödlich. Eine Polizeistreife auf der Jagd nach

schwulen Männern erschoss DeFarra Gaymon.

Der Mann habe sich gegen seine Verhaftung

gewehrt und einen Fluchtversuch unternommen,

verteidigte die Polizei von Atlanta den

Todesschuss. Der tödliche Schuss traf den Geschäftsmann

in die Brust. Gaymon war ein Familienvater

mit einem Doppelleben, der seine

Teilnahme an einem Klassentreffen nutzte, um

in seiner Heimatstadt Newark seinen schwulen

Neigungen mal wieder nachzugehen. Seine Familie

warf der Polizei vor, «einen Unschuldigen

getötet» zu haben. Die Polizei zeigte sich jedoch

ihrem schiesswütigen Kollegen gegenüber verständnisvoll

und beurlaubte ihn wegen «Traumatisierung».

Washington D. C.

Hillary Clinton für schwule

Menschenrechte

Hillary Clinton hat einmal mehr betont, dass

die Rechte Homosexueller zu den Menschenrechten

gehören. Bei dem Empfang von Vertretern

schwul-lesbischer Organisationen im

Weissen Haus aus Anlass der Gay Pride Saison

2010 sagte die amerikanische Aussenministerin,

sie habe sich schon während der Präsidentschaft

ihres Mannes Bill Clinton für die Rechte

Schwuler und Lesben eingesetzt. «Ich war die erste

First Lady, die bei einer (Gay) Parade mitmarschiert

ist.» Dann erinnerte Clinton an die Opfer

homophober Gewalt: «Männer und Frauen werden

verfolgt, geschlagen, sexuell missbraucht,

sogar getötet – nur weil sie das sind, was sie sind

und lieben, wen sie lieben.» Clinton versprach,

im «politischen Dialog über Menschenrechte...

immer die Rechte der Lesben, Schwulen, Bisexuellen

und Transsexuellen miteinzubeziehen.»

Mexiko

Homo-Ehe besteht Verfassungstest

Die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare in Mexiko

City verstösst nicht gegen die Verfassung.

Das entschied Ende Juli der oberste Gerichtshof

des Landes in der Klage gegen die Homo-Ehe der

konservativen Regierung von Präsident Felipe

Calderón. Die Richter befanden, Fortpflanzung

sei kein «grundlegender Bestandteil der Ehe»,

wie die Regierung argumentierte. Vielmehr sei

Familie ein «offenes Konzept», das in der Verfassung

Mexikos nicht näher definiert sei. Mexiko

City hatte Ende vergangenen Jahres die Homo-

Ehe beschlossen. Seit Inkrafttreten des Gesetzes

im März dieses Jahres haben sich 300 Paare vor

dem Standesbeamten das Ja-Wort gegeben.

Surabaya

Deutsche Regierung verurteilt

Gewalt in Indonesien

Die deutsche Bundesregierung sieht die Proteste

gegen die ILGA-Konferenz in Indonesien als

Werk radikaler religiöser Gruppen an. Die Konferenz

des Internationalen Lesben- und Schwulenverbandes

(ILGA) sollte Ende März in Surabaya

stattfinden. Polizei und Stadtverwaltung von

Surabaya gaben jedoch dem Druck militanter

muslimischer Organisationen nach und verboten

die Veranstaltung in letzter Sekunde. «Die

Bundesregierung sieht in den Vorfällen den Versuch

einzelner sehr konservativer bis radikaler

religiöser Gruppen in Indonesien, die Rechte

von Homosexuellen einzuschränken», hiess es

in einer Antwort der Regierung in Berlin auf

eine parlamentarische Anfrage der Grünen.

Die deutsche Botschaft in Jakarta stehe aber mit

Homo-Aktivisten in Kontakt und habe ihnen

Unterstützung angeboten.

Erftstadt

Theologe rechnet mit katholischer

Kirche ab

David Berger ist arbeitslos. Der Jobverlust dürfte

den deutschen Theologen aber wenig überrascht

haben. In seinem Beitrag «Ich darf nicht

länger schweigen» für die deutsche Tageszeitung

«Frankfurter Rundschau» (FR) hat sich der

Theologe an der «Päpstlichen Akademie des heiligen

Thomas von Aquin» in Rom als schwuler

Mann geoutet, nachdem Mitglieder der Fördergemeinschaft

der Akademie in dem Facebook-

Profil Bergers «eindeutig das Verwurzeltsein in

einem homosexuellen Milieu» entdeckt hatten.

Gegenüber der FR beschied Berger der katholischen

Kirche «ein System perfider Unterdrückungsmechanismen».

Berger fragt: «Wovor hat

die Kirche Angst.» Unter der Regentschaft von

Papst Benedikt XVI. hat die Schwulenhatz der

Kirche zugenommen. Immer mehr Priester werden

wegen angeblicher Homosexualität entlassen

und immer mehr Erzbischöfe setzen Homosexualität

mit Pädophilie gleich.

Hamburg

Bedauernswerte Rücktritte

Deutschlands Gay Community bedauert den

Rücktritt von gleich zwei schwulenfreundlichen

Persönlichkeiten. Im Juli trat Hamburgs

evangelische Bischöfin Maria Jepsen als Reaktion

auf den Vorwurf zurück, einen Fall von sexuellem

Missbrauch vertuscht zu haben. In einer

Stellungnahme einer Hamburger Schwulenorganisation

hiess es: «Bischöfin Jepsen hat sich in

besonderer Weise stets für Menschen engagiert,

die sexuelle Diskriminierung erfahren und unter

sexualisierter Gewalt gelitten haben.» Ebenfalls

im Juli kündigte Hamburgs offen schwuler

Bürgermeister Ole von Beust seinen Rückzug

aus der Politik an. Von Beust war der erste Spitzenpolitiker

der konservativen CDU, der sich als

schwuler Mann outete. Darüber hinaus hat er

als Chef der ersten schwarz-grünen Koalition in

Deutschland Politgeschichte in geschrieben.

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Gesellschaft CRUISER Edition September 2010

Das war Warschau

Eindrücke und Beeindruckendes von der ersten

EuroPride Osteuropas

Von Michael Rüegg

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CRUISER Edition September 2010

Gesellschaft

Das Publikum im Flieger nach Warschau war

schwuler als in jeder Edelweiss-Maschine

nach Mykonos – doch die Reise sollte nicht

dem Vergnügen dienen. Der Anlass war ein

politischer, trotz Party, trotz Restaurants und

trotz Spaziergängen im pittoresken Herzen von

Polens Hauptstadt. Zum ersten Mal fand eine

EuroPride in Osteuropa statt. Was das hiess,

wusste niemand so recht.

Wer in Polen, Russland, im Baltikum oder auf dem Balkan eine Homo-

Demo organisieren will, dem werden in der Regel die Türen vor der Nase

zugeknallt. 2005 verbot der mittlerweile abgestürzte Präsident Kaczinski

die Gay Pride in Polen. Also demonstrierte man stattdessen gegen das

Pride-Verbot und kriegte teils kräftig Haue dafür. Ein paar Jahre später

befand der in dieser Sache angerufene Europäische Gerichtshof das Verbot

für widerrechtlich. Nun waren die Augen Europas auf Polen gerichtet,

wo im Vorfeld die Botschafter der westlichen Länder stark für die Euro-

Pride lobbyiert hatten. Dass die Schweizer Medien mit Ausnahme der NZZ

kaum über den Anlass berichteten, wollen wir mal der Tatsache anlasten,

dass wir kein EU-Mitglied sind, sonst müsste man nämlich zwangsläufig

behaupten, die machoid geprägte Schweizer Medienlandschaft sei ein

ignoranter Haufen.

Einen Vorgeschmack auf die Parade, die gegnerische Mischung aus Katholizismus

und Nazi-Propaganda, bot der vor dem Sofitel versammelten

Schweizer Delegation am Samstagmittag eine Gegendemonstration von

auffällig kurzhaarigen jungen Männern, die dumpfe Choräle zum Besten

gaben und Banner in Polens Nationalfarben schwangen – nachdem wir

Abends zuvor bereits zwei Bischöfen begegnet waren, die in einer kleinen

Menschenmenge mit hübschen Trachtenfrauen gegen uns gebetet hatten.

Die paar hundert jungen Faschos verstreuten sich jedenfalls just in dem

Park, durch den wir zum Ausgangspunkt schlenderten. Entsprechend angespannt

war die Situation, und dass ein alter Sack unter einem Laubbaum

«Switzerland go home» in ein Megafon krächzte und nebenan gepanzerte

Polizisten einen Schläger abführten, machte es auch nicht besser.

Hoi, Sali, sind er ä da?

Wie schön, dass irgendwann mal das rote T-Shirt mit dem weissen Kreuz

zur Mode erkoren wurde. Ohne sich abzusprechen, waren zwei Drittel der

Eidgenossinnen und -nossen darin erschienen, und davon gab es etliche.

Keine zehn Meter konnte man gehen, ohne auf ein bekanntes Gesicht zu

stossen. Network war gut vertreten, die Präsidenten von Pink Cross, HAZ

und HALU waren da, Wybernet und etliche, die sich irgendwo angehängt

hatten. Einige Herren verteilten ein paar tausend Toblerönchen, die sie in

einer Kühlbox mitführten, als süssen Gruss aus Gay Switzerland.

Doch bevor die Parade losging, spitzte sich die Situation erst einmal zu.

Aus dem Park drängten skandierende junge Polen, die faule Eier, Steine,

Flaschen und Rauchbomben in unsere Richtung warfen. Hunderte Polizisten

waren zur Stelle und hinderten in Kampfmontur die gewaltbereiten

Demonstranten daran, die Parade zu sprengen, bevor sie überhaupt

starten konnte. Unter der drückenden Hitze (über 35°C, herrje) warteten

die Paradeteilnehmer und die immer lauter trötendenden Vuvuzelas

zeugten von wachsender Ungeduld. Dann endlich ging es – der Führer des

polnischen Linksbündnisses, das als einzige politische Kraft im Land auf

unserer Seite stand, durchtrennte das Band und grimmige Dykes on Bikes

brummten los. In dichten Einerkolonnen marschierten Polizisten und polizeiliche

Hilfskräfte links und rechts der Parade, insgesamt zweitausend

sollen es gewesen sein. Plakate, auf denen Strichmännchen Analsex praktizieren,

religiöse Parolen auf Pappkarton und junge Männer mit Stinkefingern

in der Luft säumten die Alleen. Ein aufblasbarer Regenbogensdiskus

wurde aus der Parade heraus in die Höhe geworfen, aufgefangen und

wieder geworfen – bis er im Abseits landete. Triumphierend schnappte

sich ein Kurzhaarträger das Spielzeug und zerriss es unter dem Gegröle

seiner Kollegen. Doch von den umliegenden Passanten erntete er damit

keinen Applaus, sondern Kopfschütteln. Und langsam wurde klar, dass neben

den massiv aufgefahrenen Fundis und Faschos auch etliche da waren,

die uns gut gesinnt waren. Mit jedem Kilometer wurden die Plakate und

Banner weniger, aus den Fenstern winkten alte Damen, junge Männer,

alle in Unterhosen und am Strassenrand standen Familien mit Kindern.

Noch, so schien es uns plötzlich, ist Polen nicht verloren.

Fortsetzung auf Seite 8

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Gesellschaft CRUISER Edition September 2010

Brighton Pride

– Karneval der

Massen

Längst ist die dortige Pride

von Heterosexuellen vereinnahmt

worden.

Von Daniel Diriwächter

Während in Warschau die

Schwulenbewegung noch viel

Arbeit vor sich hat, zeigte sich

in der britischen Küstenstadt

Brighton das andere Extrem.

Mit 160 000 Besuchern war die

«Brighton Pride» eine der wohl

grössten europaweit. Und eine

Verbeugung an die Toleranz:

Die wenigsten der Besucher

waren schwul.

Preston Park am 7. August: Menschenmassen

drängten sich in die sonst idyllische Grünanlage,

Musik dröhnte aus jeder Ecke, der ölige

Geruch von Fisch und Chips lag in der Luft und

in den Kinderzelten kreischte die nächste Generation

vor sich hin. Moment – Kinderzelte?

Richtig, es ist die Brighton Pride, eine schwule

Parade, welchen ihren Abschluss (des Nachmittags)

im eingangs erwähnten Park fand – und

alle feierten sie mit.

Senioren wie Junioren tragen die Regenbogenflagge

– oder zumindest deren Farbe im Gesicht.

Und die Bierdose nicht zu vergessen. Bei

strahlendem Wetter wird das grösste Fest der

Stadt zelebriert. Mit 160‘000 Besuchern sprachen

die Organisatoren von «the best Brighton

Pride ever».

Längst ist die dortige Pride von Heterosexuellen

vereinnahmt worden. Die Toleranz gegenüber

Schwulen im Süden Englands kennt auf

den ersten Blick keine Grenzen, jedenfalls in

der Woche der Pride. Eine Veranstaltung jagt

die nächste, selbstverständlich alle unter dem

Decknamen «Gay-Pride». Jedes Pub zeigt Flagge

und bekennt sich zur Homosexualität. Oder

vielleicht doch nicht?

Wo waren die Schwulen?

Viel eher bekennen sich die Massen wohl zur

Party selbst. Was die Schwulenbewegung dort

jahrelang aufbaute, geriet mittlerweile ausser

Rand und Band. Und in die Kritik der Gay-Community

selbst. Längst gibt es keine politischen

Kundgebungen mehr. Wer sollte denn auch zuhören?

Die zahlreichen Familienväter, sie sich

bereits morgens mit Federboa um den Hals die

Kante geben? Die unzähligen Jugendlichen, welche

das Billig-Bier vom Supermarkt mit in den

Park nehmen? Die schicken Bio-Familien, die

mit ihren Kinderwagen jeden Durchgang in einen

Hindernislauf verwandeln? Schwule jedenfalls

galt es im Preston Park zu suchen. Zugegeben,

das Party-Zelt einer Gay-Disco platzte aus

allen Nähten, aber drum herum? Fehlanzeige.

Zu Recht wird nun das Organisations-Komitee

ausgewechselt, die ganze Schose soll hinterfragt

werden.

Brighton gilt als schwulste Stadt des Vereinigten

Königreichs. 20 Prozent der Bevölkerung,

so wird gemunkelt, sollen dort die gleichgeschlechtliche

Liebe bevorzugen. Nicht umsonst

spricht man auch vom britischen San Francisco.

Und so sind Brightons Schwule und Lesben ziemlich

akzeptiert, jedenfalls dann, wenn sie eine

Party auf die Beine stellen. So wird in etwa der älteste

Schwule der Stadt eigens zelebriert bzw. er

darf die Parade auf seinem Rollstuhl anführen.

Was ein CSD nie sein wollte

Ansonsten gleicht die rechtliche Situation etwa

der in der Schweiz: Eine Hochzeit-light und keine

Chancen auf Adoption. Trotzdem ist die Toleranz

der Heterosexuellen in Brighton durchaus

zu würdigen. Aber die Pride wurde das, was

ein CSD eigentlich nie sein sollte: ein Karneval

für die Massen. Ganz ohne Sinn, einfach nur

Party. Man könnte die Pride in etwa mit dem

Berner Gurten-Festival vergleichen, nur das

dort Schwule offen rumlaufen dürfen, ohne

verprügelt zu werden (oder bis gewisse Leute

sich in die Aggression saufen).

Die Party im Preston Park dauerte bis acht Uhr

abends. Danach zog Mann, Frau und Kind weiter

an die St. James Strasse: Dasselbe in Blau, sozusagen.

Der Preston Park glich danach übrigens

einer riesigen Müllhalde. Es dauerte zwei Tage,

bis er wieder einigermassen begehbar war.

Fortsetzung von Seite 7

Von Anfeindung über Skepsis bis zu grosser Sympathie begegnete einem

an diesem Tag so ziemlich jede Emotion. Und interessanterweise standen

die Blutten hier für einmal nicht in der Parade, sondern auf den unzähligen

Balkonen entlang der Route. Warschau ist offenbar die Stadt, wo man

an heissen Sommertagen grundsätzlich nur Unterwäsche trägt – mit Vorliebe

Modelle aus der Sowjetzeit.

Feiern und Flaggen verbrennen.

Warschau ist kein kommunistischer Moloch. Es ist überraschend hübsch.

Die Leute sind reserviert, aber freundlich. Das Essen ist nicht so schwer

und fettig, wie man glaubt, und ein paar Restaurants können locker mit

denjenigen in Berlin, London und Paris mithalten. Die Gayclubs haben

etwas Unverbrauchtes, ein paar der Jungs erfreulicherweise auch. Die

Prachtstrasse ist echter Jugendstil, wenn auch nach der Bomberei wieder

aufgepeppelt und ein paar der Shops haben erfreulicherweise auch sonntags

geöffnet. Das Soft-Ice wird zu penisförmigen Türmen aufgebaut und

so kann man vergnügt zuschauen, wie Familienväter an etwas lutschen,

was wie das Geschlechtsteil eines Schwarzafrikaners aussieht.

Warschau geht aber auch unter die Haut. Vor dem Pride House, einem

Kulturzentrum, das zum zentralen Treffpunkt umfunktioniert wurde,

standen Plakate, die über die Situation von Schwulen und Lesben auf

der ganzen Welt informierten. Und zu jeder Tageszeit blieben Passanten

stehen, um zu lesen. Sie lasen über Dinge, von denen sie noch nie gehört

hatten. Über Themen, die Jahrzehnte totgeschwiegen wurden. Zum ersten

Mal vermutlich sahen sie eine Karte, auf der eingezeichnet war, in

welchen Ländern auf Homosexualität die Todesstrafe steht. Und sie blieben

vor der Karte stehen, länger als je einer in Zürich stehen bleiben würde.

Doch auch hier werden die Gegensätze deutlich. Während drinnen

am Abend ein bunter Mix aus Heteros und Homos bei weit über 50 Grad

und maximaler Luftfeuchtigkeit fröhlich feierte, versuchte draussen ein

Grüppchen eine Regenbogenfahne zu verbrennen. In einem Café, das sich

fürs Wochenende eine Rainbowflag ins Fenster gehängt hatte, riss ein

fetter Typ sie raus, zerbrach sie und warf sie auf den Boden. Und während

wir betreten daneben sassen, stürzte der junge Kellner raus und las dem

Randalen die Leviten – mehr noch, er rief zwei Security-Leute und drohte

mit der Polizei. Vielleicht, dachten wir danach, hätten wir aufstehen und

uns dem Kellner anschliessen sollen. Denn dafür waren wir ja nach Warschau

gekommen. Um zu protestieren.

Doch wir sind es nicht gewohnt, auf diese Weise für unsere Rechte einzustehen,

zu handeln, nicht bloss zu denken oder zu reden. Vielleicht haben

wir es schlichtweg verlernt, schwule Wohlstandsverwahrlosung. Auf

alle Fälle hat Warschau geholfen, die politischen Batterien aufzuladen.

Denn Warschau ist nicht bloss eine Stadt irgendwo im Osten. Warschau

ist der Rest der Welt, wo Schwule und Lesben noch immer unterdrückt,

verfolgt, gefoltert werden.

Und Warschau hat gezeigt: Es gibt noch viel zu tun.

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SHEQUIDA

SONNTAG 19. SEPTEMBER

INSATIABLE «CARNE»

MAD>LAUSANNE

Ivan Pica>Madrid

(Space of Sound, Pacha)

Antoine909>London

(Circuit Festival, Jungle)

Shequida>New York

(American Star)

Severino>London

(Horse Meat Disco)

Filthy Luka>London

(Horse Meat Disco)

Live violin: Dillon>Hamburg

(Philharmoniker)

The «Insatiable» Gaydar Gogo-Boys

MAD, rue de Genève 23, LAUSANNE

www.gay-party.com Tel: 021-34069 69


Prominent CRUISER Edition September 2010

George Michael

Promis vor Gericht waren in diesem Sommer

ein überaus beliebtes Fotosujet. Naomi Campbell

vor dem Kriegsverbrechertribunal, Kachelmann,

über den die Boulevardpresse während

der gesamten Sauregurkenzeit fast täglich ausführlich

berichtete oder Lindsay Lohan, die den

roten Teppich gegen den orangen Gefängnis-

Overall tauschte, die mit frisch aufgespritzten

Lippen und neuen Extensions 13 Tage Haft

absass und nun eine Million für ein exklusives

Interview über diese harte Zeit verlangt.

Schliesslich legte sich auch noch ein Wiederholungstäter

mit der Justiz an: George Michael.

Nach der Londoner Gay Pride raste der Sänger

mit seinem eleganten Range Rover alkoholisiert

in ein Fotogeschäft und kam erst nach mehrstündigem

Verhör gegen Kaution wieder frei.

Bereits vor einem Jahr rammte George einen

Sattelschlepper und 2007 kassierte er wegen

Fahrens unter Drogeneinfluss einen zweijährigen

Ausweisentzug. Ganz zu schweigen vom

legendären Vorfall in Los Angeles 1998, wo er

beim Cruisen in einer öffentlichen Toilette erwischt

wurde und dafür 80 Stunden gemeinnützige

Arbeit leisten musste. Immerhin inspirierte

ihn jener Vorfall zum Song «Outside», der

zwar in den USA nur zwölfmal im Radio gespielt

wurde, hierzulande hingegen zum grössten Hit

seit der Wham-Zeit wurde. Seine Sänger-Karriere

erklärte George zwar inzwischen offiziell für

beendet, und doch dürften bald wieder berauschende

Songs statt berauschter Autofahrten

für Schlagzeilen sorgen: Ende September wird

sein geniales Solo-Debüt «Faith» in einer neu abgemischten

Version veröffentlicht. (rg)

10

Ronaldo

Erst nach WM-Schlusspfiff und abseits des Spielfelds

sorgte unser Liebling Cristiano Ronaldo

für die fette Schlagzeile. Er gab bekannt, Vater

geworden zu sein. Von der Mutter fehlte

allerdings jede Spur. Angeblich hatte er sich

für einige Millionen eine Leihmutter ausgesucht,

um einen perfekten Klon in die Welt zu

setzen. Da läuteten natürlich sofort die Gay-

Alarmglocken. Hatte nicht Ricky Martin kurz

vor seinem Coming-out die gleiche Familienplanung

gewählt? Und hatte nicht Paris Hilton

einst Ronaldo den Laufpass gegeben, weil ihr

dieser einfach zu tuntig war? Nach allen wilden

Spekulationen kam jedoch eine ganz andere

Wahrheit ans Licht. Die Millionen waren lediglich

als Schweigegeld gedacht, bekannt wurde

die Identität der Mutter trotzdem. Ronaldos

Nachwuchs ist das Ergebnis eines One-Night-

Stands mit einer Kellnerin. Als diese auf seine

plumpe Anmache «You, me, fuck fuck» ratlos

reagierte, griff er tief in die Romantikkiste und

zeichnete ein Herz auf die beschlagene Scheibe.

Nun will er aber lieber seine Vorzeige-Model-

Freundin Irina Shayk heiraten. Irgendwie hat

der Ballkünstler mit dieser Geschichte einige

Sympathiepunkte verloren, da helfen weder

die knackigen Urlaubsbilder in knappen Shorts

noch das Geständnis einer Ex-Bettgespielin, er

sei furchterregend gut bestückt. Punkten will

die Fussball-Ikone künftig übrigens auch als

Designer, er will seine «CR7»-Kollektion ausweiten

und sich – welch Überraschung – auch an

schnittige Babykleidung wagen. (rg)

Ole von Beust

Berlin hat Klaus Wowereit, Zürich hat Corine

Mauch, Hamburg hat Ole von Beust. Hatte, denn

der schwule Bürgermeister der Hansestadt, mit

vollem Namen Carl-Friedrich Arp Ole Freiherr

von Beust, ist zurückgetreten. Zeitgleich mit

Wowereit übernahm er 2001 das Bürgermeister-

Amt, zwei schwule Stadtvorsteher der grössten

deutschen Städte, die unterschiedlicher nicht

hätten sein können. In Interviews zu seinem

Rückzug aus der Politik sprach von Beust nun

auch zum ersten Mal über sein unfreiwilliges

Coming-out durch seinen Vater. «Ein Freund rief

mich an und fragte, ob ich schon die Zeitung

gelesen hätte. Mein Vater habe mich geoutet.

Ich sagte damals: Du spinnst doch. Dann bin

ich mit klopfendem Herzen zum Briefkasten

gegangen.» Zu diesem Zeitpunkt auch von anderen

Parteien unter Druck gesetzt, verwies

von Beust stets darauf, seine Sexualität sei reine

Privatsache und setzte seine Karriere als erfolgreicher

Politiker ungehemmt fort, behielt sein

Image als Sonnyboy. In Justizfragen griff er hart

durch, setzte sich etwa für ein Alkoholverbot

in öffentlichen Verkehrsmitteln ein, daneben

kämpfte er auch unermüdlich für mittellose

Minderheiten. Es gebe immer mehr Menschen

am unteren Rand und auch immer mehr, die unverhohlen

mit ihrem Reichtum angeben, so seine

resignierte Bilanz zum Rücktritt. In der deutschen

Gay-Community hiess es immer wieder,

von Beust gehöre der falschen Partei an, sei zu

konservativ. Er wird als CDU-Politiker in Erinnerung

bleiben und nicht in erster Linie als homosexueller

Bürgermeister, und das ist auch gut so.

In der deutschen Presse konzentriert man sich

derzeit sowieso viel mehr auf die heikle Frage,

ob Aussenminister Westerwelle mit oder ohne

Lebenspartner in schwulenfeindliche Länder

reisen soll. (rg)


CRUISER Edition September 2010

Prominent

TV-Herbst

Wenn die lauen Sommerabende vorbei sind,

zappt man doch gerne mal wieder durchs Fernsehprogramm.

Nachdem wir alle Sommerloch-

Wiederholungen und Aeschbachers Versuche

als Schuster und Wurster bewundern durften,

geht’s endlich auf in eine neue TV-Saison. Eine

frische Staffel DSDS gibt’s bei RTL demnächst zu

sehen, in der Jury wird diesmal Patrick Nuo für

Swissness und Sweetness sorgen. Pro7 schickt

eine weitere Popstars-Folge an den Start, Motto

diesmal: Girls Forever. Auch das Schweizer

Fernsehen gibt sich musikalisch, in «Kampf der

Chöre» versuchen sich Michael von der Heide

und Maja Brunner als Dirigenten. Zudem werden

die grössten Schweizer Talente gesucht

(Bewerbungsfrist läuft noch!), Christa Rigozzi

steigt als Co-Moderatorin von Marco Fritsche

auf den Heuboden und Weltwoche-Kolumnist

Mark van Huisseling blamiert sich in der neuen

Sat1-Promishow «MvH – The Place to be». Der

TeleZüri-Kuppelsendung SwissDate sind sowohl

Zuschauer als auch Kandidaten ausgegangen.

Zum letzten Mal erinnern wir uns an Pattys einzigen

Versuch, auch schwule Singles glücklich

zu machen, der in einem Skandal endete: Der

Kandidat war gar nicht an Liebe interessiert,

sondern lediglich an TV-Präsenz. Jetzt werden

die Zuschauer des Lokalsenders am Samstagabend

mit einer Kochshow beglückt, Topf sucht

Deckel, statt Single sucht Partner. Ein Fernsehprogramm

zum Davonlaufen? Auch dafür das

passende Format: «Adieu Heimat» auf 3+. Vielversprechendes

winkt immerhin aus der Soap-

Ecke: In der neusten Staffel Beverly Hills 90210

(ja, gibt’s noch immer) outet sich der Tennislehrer

Teddy Montgomery, und RTL zeigt ab Januar

2011 die US-Kult-Gay-Serie GLEE. (rg)

Anne Rice

Die amerikanische Schriftstellerin Anne Rice,

bestens bekannt für «Interview mit einem Vampir»,

brach jüngst eine Lanze für die Homosexuellen.

Um genau zu sein, brach sie mit der Kirche.

Auf ihrer Facebook-Seite verkündete die 68-Jährige

im August ihre Abkehr vom Christentum,

weil dieses Homosexuellen, Frauen wie auch anderen

Randgruppen nur Hass entgegen-bringe.

Stein des Anstosses war eine radikale Baptistenkirche

sowie eine von den Republikanern unterstützte

Formation, welche die Todesstrafe

für Homosexuelle fordert – mittels christlicher

Gospel-Musik in Schulen. Anne Rice kommentierte

dieses Handeln folgendermassen: «Heute

höre ich auf, eine Christin zu sein. Ich bin raus».

Sie weigere sich, gegen Schwule zu sein. Sie

fühle sich jedoch weiterhin den Werten Christi

verpflichtet, wolle aber kein Teil des Christentums

mehr sein: «Vielleicht können die Menschen,

die die Lehren Christi ernst nehmen, keine

Christen sein», so Rice weiter. Die Sympathie

der Schriftstellerin für Schwule kommt nicht

von ungefähr: Ihr Sohn Christopher, ebenfalls

ein Schriftsteller, ist offen schwul. Bei Facebook

jedenfalls sind Tausende Kommentare im Profil

eingegangen, die meisten wohlwollend. Andere

hingegen wünschten (Überraschung!) der

Schriftstellerin den Tod im Höllenfeuer, doch

sie «danke auch diesen Leuten». (dd)

Michelle

Die deutsche Schlagersängerin Michelle verfügt

über mindestens ebenso viele schwule Fans wie

heterosexuelle. Und von denen erhielt sie, wie’s

scheint, eine gehörige Portion Drama, um im

harten Showbusiness zu bestehen, zumindest

in der Klatschspalte. Unzählige private Tiefschläge

führten wohl auch dazu, dass sich die

reale Michelle bald von ihrer Bühnen-Persona

distanzierte. Seit Jahren redet sie immer wieder

von diversen Michelles, zeitweilig auch Tanja

Thomas genannt. So wurde es schwer ihr zu folgen.

Und weil so viele Charaktere in Michelle

drin stecken, gab sie immer mal wieder ihren

Rückzug aus der Musik bekannt. Und ein Jahr

später folgte dann eine neue CD. Letzten Winter

rührte sie die Schlagergemeinschaft zu tränen,

als sie mit dem Album «Goodbye Michelle» nun

endgültig aus dem Rampenlicht treten wollte.

Florian Silbereisen weinte bitterlich, denn Michelle,

die Sängerin, war die Königin des deutschen

Schlagers. Und enorm erfolgreich, ihre

«letzten» Lieder stürmten die Charts. Deswegen

dürfte nun alles wieder vergessen sein, ganz

nach dem Motto: Was kümmert mich das Geschwätz

meiner gefühlten sechsten Person von

gestern? Michelle plant wieder ein Comeback.

Dies verkündete sie jedenfalls dem Sender RTL.

Dafür reiste sie nach Hollywood, «stärker und

schöner» denn je. Die Schlagerfans wird’s freuen,

denn seien wir mal ehrlich, ein solch talentierter

Piepmatz mit einer ziemlichen Meise

kommt in diesem Genre eher selten vor. (dd)

Sara Gilbert

In Europa kennen wir Sara Gilbert meist nur aus

der TV-Serie Roseanne. Diese ist seit 1997 eingestellt,

erfreut sich aber immer wieder zahlreicher

Wiederholungen. Zur Erinnerung, Roseanne

war jene leicht vulgäre sowie vollschlanke

Vorstadthausfrau, die den White Trash zur Komödie

hochstilisierte. Und Sara Gilbert spielte

deren pubertäre Göre Darlene. Diese vergnügte

die Fans mit ihren unkonventionellen Weltanschauungen.

Heute ist es nun Gilbert selbst, die

Amerika derzeit zu schockieren vermag. Lange

war ihr Privatleben in den Staaten ein Geheimnis,

ein offenes zwar, aber damit ist nun Schluss.

Anlässlich einer Pressekonferenz des Fernsehsenders

CBS outete sich Sara Gilbert als lesbisch.

Eine neue Talkshow zu Familienthemen wurde

präsentiert. Alle Moderatoren, wie etwa Sharon

Osbourne, wurden zusammen mit Ehepartner

vorgestellt. Nur nicht Gilbert, weswegen ihr

wohl der Kragen platzte. Sie bestätigte vor laufender

Kamera, dass sie bereits seit 2002 mit

der Produzentin Allison Adler zusammenlebe.

Zusammen haben sie zwei Kinder: Sohn Levi

wurde 2004 von Adler ausgetragen, während

Gilbert die Tochter Sawyer 2007 zur Welt brachte.

Das nennt sich wohl lesbisches Teamwork.

Unaufgeregt fügte Gilbert hinzu, dass sie halt

«einfach nur ihr Leben lebe» und nie in Begriffen

wie «out» oder «in» denke. Ihre Serienmutter

Roseanne wird’s freuen, engagiert sie sich doch

selbst lautstark in der Gay-Szene. (dd

11


Kolumne CRUISER Edition September 2010

Als ich schwul

wurde. (Rückblick

auf die frühen

Achtzigerjahre)

Von Michi Rüegg

Trifft man, beispielsweise auf einer Party oder

Beerdigung, einen interessierten Hetero, tauchen

im Verlaufe des Gesprächs drei Fragen in

Bezug aufs Schwulsein besonders häufig auf:

1. Wann hast du gemerkt, dass du auf

Männer stehst?

2. Tut das nicht weh?

3. Wie kriegt man die Flecken aus der

Bettwäsche?

Frage 2 lässt darauf schliessen, dass die fragende

Person zwar mit dem Gedanken an Analsex

spielt, jedoch bislang nicht mit dem Anus an

sich. Frage 3 hingegen deutet darauf hin, dass

schon rumexperimentiert wurde. Am häufigsten

ist jedoch Frage 1, und – welch Dilemma

– sie ist auch am schwierigsten zu beantworten.

Vor allem, wenn man damals, als mans rausgefunden

hat, gar nicht auf Männer, sondern

auf kleine Jungs stand. Was unweigerlich die

Frage aufwirft, ob ein 12Jähriger, der sich in

einen gleichaltrigen Klassenkameraden verliebt,

schwul oder pädophil ist? Nun wissen wir,

dass der Männergeschmack im Idealfall mit

einem selbst mitaltert, was nicht nur Würde

ausdrückt, sondern auch Auslagen vermeidet,

weil ab einem gewissen Alter der Konsum von

18Jährigen kostenpflichtig wird.

Damit hätten wir bereits den Hinweis darauf,

dass viele von uns nicht erst mit dem Erreichen

des Erwachsenenalters auf homo umgestellt

haben, sondern lange vorher – und vermutlich

nicht mit den anderen Buben in der Umkleidekabine

der Turnhalle durchs Schlüsselloch zu

den Meitli gepeept haben, sondern es mit einem

Lächeln auf den Stockzähnen locker zur Kenntnis

nahmen, wenn der Lehrer befahl, es sei nach

jeder Turnstunde zu duschen.

Bis man jedoch von der heterosexuellen in die

homosexuelle Sozialisation wechselte, dauerte

es noch ein paar Jahre. Woher sollten wir

denn den Umgang mit Federboas, Foulards und

bauchfreien T-Shirts erlernen, wenn alle rundherum

ABM-Jeans und Faserpelzjacken mit norwegischen

Mustern trugen?

Dass jedoch schon im frühen Kindesalter ers te

Anzeichen von schwuler Subkultur auftauchen,

bewies ich mir diesen Sommer selbst. Bei einem

meiner seltenen, weil obligaten Besuchen im Elternhaus

holten Mama und Papa Kinderzeichnungen

hervor, die sie beim Aufräumen fanden,

weil die Hauseigentümergemeinschaft beschlossen

hatte, dass sie ihren Schrank aus dem Treppenhaus

zu entfernen hatten, was meine Eltern in

ihrem typisch kleinbürgerlichen vorauseilenden

Gehorsam umgehend an die Hand nahmen. Item.

Jedenfalls blätterte ich so durch meine frühen

Werke, als mein Blick an einer Zeichnung aus der

sachlich-expressionistischen Kindergartenperiode

hängen blieb. Sie zeigte eine Landschaft mit

einem grossen Haus in der Mitte, das ein wenig

an eine Burg erinnerte. Drum herum standen Palmen,

meine damaligen Lieblingspflanzen, was

darauf schliessen lässt, dass ich hier so eine Art

Traumhaus gemalt hatte.

Und auf dem Haus wehte stolz am Stecken – eine

Regenbogenflagge. Die erste in meinem Leben.

Zwar verkehrt herum, mit der Lesbenseite nach

oben (wie Nachbar Tamara schnippisch bemerkte,

als ich das Foto rumzeigte), aber immerhin,

eine Gay-Flag.

Ich glaube, ich wusste schon immer, dass ich

schwul war. Lange bevor ich entdeckte, dass

das Pimpeli nicht nur von der nassen Badehose

hart wird.

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transsexuelle Leben

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12


CRUISER Edition September 2010

Fashion

«Nudie-ty»

Das Label «Nudie» bekennt

sich zur authentischen Herstellung

von Jeans

Von Mark-Philip Ingenhoff

Zuletzt erhielt die Marke «Nudie

Jeans» durch die Eröffnung

eines Flagship-Stores

im Zürcher Viadukt starken

Auftrieb und mauserte sich

zum kommerziellen Newcomer

auf dem Jeans-Markt. Vor

der Kommerzialisierung im

Raum Zürich vertrieb Roger

Rüegg, Inhaber der Jeanskantine

neben der Barfüsser Bar

im Niederdörfli, den Brand

mit dem weitaus grössten Sortiment

und bringt seine Lieblingsmarke

«Nudie» immer

noch mit genauso viel Enthusiasmus

an den Mann wie vor

sechs Jahren.

Wash) aufhellen kann. So wird jede «Nudie»-

Jeans zur individuellen zweiten Haut, deren Erscheinung

durch den Träger beeinflusst wird.

Roger Rüegg liebt die Marke «Nudie» ganz besonders,

wie er selbst sagt. Er hält sie für ehrlich

und authentisch. «Nudie» sei schliesslich

kein Fashionlabel, so wie «G-Star». Er begründet

dies damit, dass der Brand konstant auf einer

Schiene fährt. Diese Schiene heisst Unisex und

ist zudem sehr vintage-geprägt. Männer tragen

Jeans, die ansatzweise für Frauen konzipiert

wurden – und umgekehrt. Die Kollektionen, die

«Nudie» auf den Markt bringt, sind zudem konstant

gut. «Die Marke hat ein sehr gutes Flair für

Trends», so Rüegg, «zum Beispiel bietet Nudie in

jeder Kollektion zwei bis drei schmale Modelle.

70 Prozent unseres Umsatzes verdanken wir

schmal geschnittenen Silhouetten.» Vor einigen

Jahren sah dies noch anders aus: Damals

verkaufte die «Jeanskantine» noch zunehmend

Welches Kleidungsstück wäre für Mann und

Frau gleichermassen nicht mehr wegzudenken?

Die Antwort liegt auf der Hand, wenn man an

modische und zeitlose Beinbekleidung denkt.

Die Jeans ist seit der Erfindung durch Levi

Strauss im 19. Jahrhundert die unangefochtene

Königin unter den Hosen.

Aus Liebe zur Jeans eröffnete Roger Rüegg im

Jahr 2004 die Jeanskantine in Zürich, wo bis

dato renommierte Markenjeans der Brands

«Edwin» und «Nudie» verkauft werden. Der Gemischtwarenladen

vertreibt ausschliesslich

Marken, die sich mit der Philosophie der Jeans-

Herstellung à la Levi Strauss identifizieren. Und

genau dies tut «Nudie» mit dem Vertrieb authentischer

Five-Pocket-Jeans.

Eine zweite Haut

Auf ihrer Homepage (www.nudiejeans.com) geben

die Hersteller das Versprechen «Nudie will

stay true to jeans and all about jeans.» Mit dem

Leitgedanken «Nudie is the naked truth about

denim» haben sich die Jeans-Fanatiker hinter

dem Brand zum Ziel gemacht, ihre Jeans wie

eine zweite Haut an den Träger zu verkaufen.

Der Denim-Stoff hat die Eigenschaft, sehr schön

zu altern. Durch das Ausbleichen des Indigo-

Farbstoffes verändert sich mit dem Tragen die

Oberflächenstruktur. Das Garn wird nie komplett

durchgefärbt, weshalb man diese Jeans

so gut auswaschen und durch Reibung (Stone-

Boot Cut-Jeans, da der «Skater/Boarder»-Style

noch mehr im Trend gewesen war.

Der Favorit «Thin Finn»

Das Lieblingsmodell der Jeanskantine-Inhaber

ist das Modell «Thin Finn». «Es ist schlicht und

einfach die genialste Hose!», so Rüegg, «Mit diesem

Modell hat ‚Nudie‘ einfach einen Glückstreffer

kreiert.» Tatsächlich passt die Jeans absolut

perfekt ins ansteigende Trendbild: Sie ist

zeitgemäss eher eng anliegend und trotzdem

nicht zu feminin. Hollywood-Grössen wie Colin

Farrell oder Brad Pitt, die hin und wieder mal

den Grunge-Look zelebrieren, würden einwandfrei

in das «Thin Finn»-Modell passen.

Trotz der Eröffnung des «Nudie»-Flagship-Stores

macht sich Roger Rüegg keine Sorge um die Zukunft

der Jeanskantine. «Wir bieten nach wie

vor ein grosses Sortiment der Marke ‚Nudie‘ an

und informieren unsere Kunden ausführlich

über die Handhabung jedes einzelnen Jeans-

Modelles, welches wir verkaufen». Und das ist es

tatsächlich, was ein Besuch in der Jeanskantine

zum lohnenswerten Einkauf macht. Das Rezept

zur optimalen Handhabung der persönlichen

Jeans gibt es mündlich überliefert dazu. Und

bei Fragen oder Problemen stehen dem Kunden

Roger und Bettina, zwei fachkundige Jeans-Experten,

zur Verfügung.

Jeanskantine, Spitalgasse 8, 8001 Zürich

13


Kino CRUISER Edition September 2010

Familiäre Minen in

Apulien

Aus Italien kommt ein wertvoller Beitrag für den

cineastischen Herbst

Von Alex Rudolf

14


CRUISER Edition September 2010

Kino

Ein schwuler Regisseur

macht einen Film, dessen

Protagonist schwul ist und

um dessen Schwulsein

sich die Handlung dreht.

Und trotzdem ist Ferzan

Ozpeteks «Mine Vaganti»

kein Homo-Streifen.

Wandelnde Minen (it. Mine Vaganti) sind in der apulischen Grossfamilie

Cantone so einige vorhanden. Der Vater hat eine Affäre, die Grossmutter

weint noch nach 60 Jahren ihrer Jugendliebe nach und die Schwägerin

ist im tristen Dasein einer alternden Schönheit gefangen. Anlässlich

eines Familientreffens im elterlichen Haus reist Sohn Tommaso (Riccardo

Scamarcio) nach Lecce. Bei dieser Gelegenheit nimmt er sich vor, seiner

versammelten Familie drei Eingeständnisse zu machen. Erstens studiert

er Literatur und nicht Wirtschaft, zweitens will er Schriftsteller werden

und nicht die Pasta-Fabrik seiner Familie übernehmen und drittens ist er

schwul. Homosexualität ist in der Cantone-Familie und deren sozialem

Umfeld jedoch noch immer etwas Unsittliches, Krankes, das nur in Grossstädten

gelebt wird – die größte Mine sozusagen.

Als Tommaso jedoch beim geselligen Nachtessen das Wort ergreifen will,

unterbricht ihn sein Bruder Antonio und gesteht der versammelten Familie

seine Vorliebe für das männliche Geschlecht und die langjährige Affäre

mit einem Fliessbandmitarbeiter der Fabrik. Da der cholerische Patriarch

Vincenzo diesen sogleich enterbt und von Familie und Firma verbannt,

traut sich Tommaso noch weniger, zu sich und seinem Leben zu stehen.

Die Aufregung um das Coming-out seines Sohnes, löst bei Vater Vincenzo

sogar einen Herzinfarkt aus. Tommaso wird darauf dazu gedrängt, die

Pasta-Fabrik zu übernehmen, da der Patriarch ans Bett gefesselt ist.

Tommaso, gefangen zwischen Pflichtgefühl seiner Familie gegenüber

und dem Drang nach Selbstverwirklichung, versucht, einen Weg aus dieser

Situation zu finden. Die PR-Frau der Pasta-Fabrik, Alba Brunetti, und

seine Grossmutter erweisen sich als grosse Inspirationsquellen, wenn

es um das Leben in der Provinz geht. Diese Entwicklung geht jedoch

stockend voran, bis eines Tages sein Lebenspartner und drei schwule

Freunde vor der elterlichen Tür stehen.

Wenig Klischees trotz Baccara

Ferzan Ozpeteks Film begeistert in vielerlei Hinsicht. Die Thematik des

schwulen Südländers, der es nicht schafft, seiner Familie reinen Wein

einzuschenken, mag von allein zwar nicht unterhalten. Da der Regisseur

das brüderliche Doppel-Coming-out zum einen nicht plakativ inszeniert

und zweitens die Reaktion der Familie als Persiflage der süditalienischen

Mittelschicht daherkommen lässt, ist der Film sehr sehenswert. Die Nervenzusammenbrüche

von Vater Vincenzo (Ennio Fantastichini) sind

derart überspitzt, dass dem Zuschauer nichts anderes übrig bleibt, als

herzhaft über diese zu lachen.

«Mine Vaganti» überzeugt auch aus ästhetischer Sicht. Ozpetek vermag

die Schönheit Lecces und die seiner Protagonisten einzufangen, ohne

dass dem Film dabei die Natürlichkeit abhanden kommt.

Obwohl gegen Ende des Films die aus Rom angereisten Freunde Tommasos

in knappen Badehosen am Meer zu Baccaras «Sorry, I’m a Lady» singen

und tanzen, bedient «Mine Vaganti» wenig Klischees.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass Ozpetek grossen Erfolg mit seinem

Werk feiern kann. Am ersten Wochenende spielte der Film in Italien

bereits über zwei Millionen Euro ein, was vermutlich nicht zuletzt an der

attraktiven und talentierten Besetzung liegt. Ein leichtes Filmvergnügen

mit Tiefgang.

Mine Vaganti von Ferzan Ozpetek, läuft in den Schweizer Kinos

ab 26. August.

Der schwule Regisseur erklärt im Interview mit CR, warum er es

nicht für sinnvoll hält, aus allem eine Sache der (Homo)-Sexualität zu

machen. (Seite 17)

15


BOYAHKASHA!

SAMSTAG | 25. SEPTEMBER 2010 | START: 22 UHR

GET READY FOR THE LAST

SUMMER NIGHT 2010

2 DANCE FLOORS

LUC LE GRAND | RAFFINESS

GAETANO | ZÖR GOLLIN

ACQUA | MYTHENQUAI 61 | 8002 ZÜRICH | WWW.ACQUA-CLUB.CH | WWW.BOYAHKASHA.CH


CRUISER Edition September 2010

«Am Ende gibt es

schwule Tische,

schwule Sofas

und schwules Dosenbier»

Der schwule Regisseur Ferzan

Ozpetek erklärt, warum er

es nicht für sinnvoll hält, aus

allem eine Sache der (Homo)-

Sexualität zu machen.

Von Alex Rudolf

Der gebürtige Istanbuler

Ferzan Ozpetek lebt seit rund

dreieinhalb Jahrzehnten in

Rom und avancierte zu einem

der erfolgreichsten Regisseure

Italiens. In seinem neuen Film

«Mine Vaganti» (Seite 14) thematisiert

er auf humoristische

Weise den Umgang mit Homosexualität

in der Süditalienischen

Provinz. Der

59-Jährige sträubt sich jedoch

dagegen, als Regisseur von

Schwulenfilmen angesehen zu

werden. Ihm gehe es um das

Zwischenmenschliche, losgelöst

von Geschlechtern. CR

traf ihn in einem Zürcher Nobelhotel.

CR: Herr Ozpetek, Sie haben «Mine Vaganti»

ihrem Vater gewidmet. Hat er bei Ihrem Coming-out

gleich reagiert wie der cholerische

Vater im Film?

FO: Nein, überhaupt nicht. Aber man muss den

Vater im Film an dieser Stelle auch verteidigen,

denn er reagiert nicht derart cholerisch auf das

Coming-out des Sohnes, sondern darauf, dass

Sohn Tommaso nicht länger Teil des Vaters, sondern

zu etwas eigenem geworden ist. Es ist, als

wenn der Sohn dem Vater gesagt hätte, dass er

gerne Artist in einem fremden Zirkus werden

wolle.

CR: Dies ist also gar nicht als kleine Kritik am

Umgang der südländischen Kultur mit dem

Thema Homosexualität zu verstehen?

FO: Die Leute im Süden reagieren gar nicht anders

als die Leute im Norden, wenn es ums

Schwulsein geht. Ich habe mich im Vorfeld mit

vielen Bewohnern Lecces, dem Drehort, unterhalten.

Ich habe sie gefragt, wie sie reagieren

würden, wenn ein Sohn aus gutem Hause plötzlich

schwul wäre. Alle sagten, dass es erst zu

einem Gesprächsthema würde, wenn man es

zu verstecken versuche. Ich muss jedoch vorweg

nehmen, dass ich den Begriff «Homosexualität»

nicht sonderlich mag. Ich mag es nicht, wenn

Kino

man einen Menschen so definiert. Viele andere

wertvolle Aspekte einer Person werden so ausgeklammert.

CR: Warum wird man so schnell auf seine

sexuelle Orientierung reduziert?

FO: Diese Denkweise hat ihren Ursprung zeitgleich

mit den grossen Religionen. Davor waren

die Menschen mehr oder weniger frei zu tun,

was sie wollten. Der Mensch braucht ein Muster.

Und dieses erfüllen einige schwule Männer

auch sehr plakativ. Ich spiele in meinem Film

mit diesem Bild, denn die Hauptdarsteller, die

schwule Charaktere spielen, sind in Italien eher

für typisch männliche Rollen bekannt. Dass

sich diese Schauspieler nun von einer anderen

Seite zeigen, freut mich sehr.

CR: Im Film gibt es eine Anspielung darauf,

dass die Akzeptanz von Schwulen in den

letzten zehn Jahren schlechter geworden ist.

Warum sagen Sie das?

FO: Es kommen immer wieder neue Errungenschaften,

welche die Community der absoluten

Gleichberechtigung ein Stück näher bringen.

Zeitgleich werden aber in sehr fortschrittlichen

Ländern immer wieder homophob motivierte

Gewaltakte publik. Gesellschaften zeichnen

sich dadurch aus, dass sie gegen etwas vorgehen,

das zu stark vorhanden ist. Die einen sind

zu blond, die anderen sind zu schwul. Die Weiterentwicklung

der Schwulenakzeptanz war

Ende der 1990er sehr stark, daher folgte in den

Nullerjahren ein leichter Rückschritt. Ich muss

jedoch auch sagen, dass es in «Mine Vaganti»

nicht hauptsächlich um Homosexualität geht.

Es geht um das Gebilde der Familie und um Eltern-Kind-Beziehungen.

CR: Zwei Protagonisten sind jedoch schwul.

Hatten Sie nie Angst, dass «Mine Vaganti» zu

einem Schwulenfilm ernannt wird und dadurch

einem breiten Publikum verwehrt

bleibt?

FO: Diese Angst hatte ich nie. Ich folge immer

meinem Gefühl und dieser Weg hat sich bisher

immer als richtig erwiesen. Ich muss jedoch

nochmals betonen, dass es sehr gefährlich ist,

einen Film als Schwulenfilm zu bezeichnen.

Am Ende gibt es schwule Tische, schwule Sofas

und schwules Dosenbier. Man sollte Filme als

Gesamtwerk betrachten, nicht als etwas, das, in

diesem Falle Heterosexuelle, ausschliesst.

CR: Wollen Sie damit sagen, dass man in Filmen

Liebe zwischen Männern zwar zeigen

darf, Homosexualität jedoch nicht thematisieren

sollte?

FO: Natürlich nicht. Ich sage nur, dass man, um

ein breites Publikum anzusprechen, den Blickwinkel

ändern muss.

CR: Also liegt der ausbleibende Erfolg von Filmen

mit schwulen Protagonisten an der eintönigen

Darstellung?

FO: Ein Journalist hat über meinen letzten Film

«Le Fate Ignoranti», in welchem es um verheiratete

Männer geht, die sich in Männer verlieben, gesagt,

dass er es schaffe, die Menschen zu berühren.

Es ist ein Film, in welchem das Schwulsein

stark im Zentrum steht, jedoch versuche ich

stets, noch andere Aspekte einzubauen, denn

schlussendlich ist dies die Realität. Niemand

ist nur schwul, wir sind auch Söhne, Brüder,

Freunde und natürlich Liebhaber. «Le Fate Ignoranti»

war in Italien ein sehr grosser Erfolg. Dies

zeigt, dass Emotion an sich wichtiger ist, als zwischen

welchen Geschlechtern sie stattfindet.

17


Szene CRUISER Edition September 2010

Parties und

Events

18

Triebwerk – die

Männerbar

Lust auf ein Bier und etwas

Spass auch während der

Woche?

Ab Mittwoch, den 8. September, ist dies auch in

Zürich wieder möglich. Chris, Matthias, Lucas

und Alex bieten in den während der Woche zum

Barbetrieb umgestalteten Räumen des XceS Club

an der Albulastr. 40, eine tolle Alternative, um

auch mal während der Woche auszugehen. Die

Triebwerk Bar ist von Montag bis Donnerstag

ab 18.00 Uhr bis 1Uhr offen. Ein Bier kostet bis

20.00 Uhr 4 Franken. Der Eintritt ist natürlich

gratis. Nur für Männer ab 18 Jahren.

An den Abenden am Montag und Dienstag gibt

es kein Motto. Am Mittwoch ist Bärenabend

(Haare sind Trumpf!). Bären und deren Liebhaber

kommen voll auf ihre Kosten. Donnerstags

gibt’s abwechselnd eine Anzugparty oder

Sportsparty von 18.00 bis 21.00 Uhr. Danach ist

für jedermann geöffnet.

Am zweiten Sonntag im Monat ist zudem unter

dem Motto «Kaffee, Kuchen, Klekse...» eine

Nakedparty geplant. Für nur 10 Franken kann

man sich mit Kuchen und Kaffee stärken (solange

Vorrat) und sich danach im Naked-Bereich

amüsieren.

Start ist am 8. September mit dem Bärenabend.

Natürlich mit einem Willkommensgetränk und

Snacks!

Triebwerk

Eröffnung: 8. September 18.00 Uhr

Jeweils Montag bis Donnerstag

Ab 18.00

Albulastrasse 40, 8048 Zürich

www.triebwerk-bar.ch

Naughty & Gorgeous

Popcorn

Party for Gays & Friends

Am 4. September ist die FOLSOM Berlin. Viele

Fetisch-Männer werden somit nicht im Lande

sein! Lucas & Alex bieten mit der Naughty &

Gorgeous PopCorn Party im XceS Club ein Kontrastprogramm

zur üblichen Men-Only-Party.

Für die perfekte Discostimmung sorgen die einmalig

glitzernde und berauschende Dekoration

vom XceS-Club. Auflegen werden die DJs Harry

M und Sonik. DJ Harry M ist bekannt für seine

sensationellen Sets an der Sexy Pop in der Daniel

H Bar und DJ Sonik wird sich mal von einer

ganz anderen Musikseite präsentieren, aber

immer streng Vinyl. Das ist sein Element. Auf

eine schillernde und sexy Nacht mit den bekanntesten

Hymnen aus den 70er-, 80er-, 90er-

Jahren und Gay Anthems, also von Abba bis

Zucchero!

Zur Begrüssung gibt’s einen Glamour-Welcome-

Shot mit essbaren GOLD-Flöckchen, ob man

nun mit Pornoschnauz oder im Pailettenkleid

aus der Mottenkiste erscheint.

Naughty & Gorgeous PopCorn

4. September 2010, ab 22.00 Uhr

Eintritt: Fr. 25.–, mit Kitschoutfit Fr. 20.–

Hundert Prozent

Testosteron

Men Only – Dress Kinky

Am 2. Oktober gibt’s wieder eine Testosteron

Men-Only-Party. Dazu lassen Lucas & Alex eigens

aus Kopenhagen DJ John Eltong einfliegen.

Er hat im kühlen Norden schon einige Dancefloors

zum Kochen gebracht und ist auch im

GMF Berlin regelmässig anzutreffen. Umrahmt

wird sein Set von unseren Jung-Talenten aus Zürich,

die Wanderkameraden, die auch schon die

Heldenbar kräftig gerockt haben.

Kein Wunder, denn Roman und Valentin sind

Stammgäste im Berghain Berlin. Wie üblich

geht die Testosteron im XceS Club in Zürich über

die Bühne. Mit einer heissen, geladenen Party

dem kühlen Herbst trotzen!

100 % Testosteron

Men Only - Dress kINKY

2. Oktober 2010, ab 23.00 Uhr

Eintritt: Fr. 25.–

XceS-Club, Albulastrasse 40, 8048 Zürich

Red – The Party

Das T&M mit neuem

Erscheinungsbild

Mit der Red Party präsentiert sich das T&M

dieses Jahr von seiner erotischen roten Seite.

Drei Nächte lang feiert der Club sein neues

Erscheinungsbild und lässt exklusiv für diese

Party Sherry Vine aus New York einfliegen.

Mit ihren Parodien wie «Telephone» (Make me

Moan) und «Alejandro» (You’re a Homo) von Lady

Gaga hat sie die Herzen der Gay Community im

Sturm erobert und bereits acht Millionen Hits

auf Youtube überschritten. Hut ab!

An der Red Party startet die Queen of Broadway

ihre Shows jeweils um 22.00 Uhr. Und wer sie

kennt, weiss, dass sie auf der Bühne ihre Zunge

nicht zügeln kann. Wenn es um Selbstironie

geht, kennt sie keine Grenzen.

Doch die Red Party lädt nicht nur zur Show von

Sherry Vine ein. Nein, die Party anlässlich des

neuen Designs des T&M bietet ab Ende September

auch erotische Leckerbissen. Die Rack Gogo

Boys aus Berlin haben sich dem Motto gewid-


CRUISER Edition September 2010

Szene

met und ziehen ihre roten Tenues an, jedoch in

knappster Version.

Und als musikalisches Highlight wird Jack

Chang aus London den Club Aaah! beschallen.

Auch dies ist eine Premiere für den Club

im zweiten Stock. Jack gilt als der Schwule DJ

schlechthin. Er fasziniert mit seiner Musik derzeit

an den angesagten Parties und Clubs in

ganz Europa. Sein Elektro-Triable ist nicht nur

treibend, sondern zugleich unterlegt mit erotischen

Elektro- Beats.

DJs T&M: DJ Qbass, DJ Chris, DJ Marc S

DJs Club AAAH!:DJ Groovemaster, DJ Jack Chang

London

Red – The Party

Donnerstag, 30. 9. 2010 – Samstag, 02. 10. 2010,

21.30 Uhr

Live Show Act: Sherry Vine, New York

Showbeginn jeweils 22.00 Uhr

T&M, Marktgasse 1, 8001 Zürich

www.g-colors.ch

Boyahkasha! –

Party

Get ready for the last Summer

Night 2010

Das Acqua direkt am Zürisee hat sich als neue

Boyahkasha-Location bewährt und wird Ende

September für eine zweite Party geentert.

Wie gewohnt, kennt die Boyahcrew den Geschmack

der Gäste sehr genau. Sie setzt mit DJs

wie Luc Le Grand, Raffiness, Gaetano und Zör

Gollin auf Lokalmatadore, die immer für euphorische

Stimmung sorgen.

Auf den beiden Dancefloors machen die Stilrichtungen

R’n’B und House gemeinsame Partysache

und auf der Terrasse mit Blick auf das

nächtliche Zürich darf man(n) dann auch mal

romantisch werden.

Wetter hin oder her, eine heisse Nacht verspricht

es auf jeden Fall zu werden.

Boyahkasha! – Party

Samstag, 25. 9. 2010, 22.00 Uhr

Acqua Club, Mythenquai 61, 8002 Zürich

www.acqua-club.ch, www.boyahkasha.ch

Flexx

September Issue

Die Sommerpause ist vorbei. Nachdem der

Flexx-Wagen an der Parade des Zürich Pride

Festivals rund um das Zürcher Seebecken der

Menge heftig eingeheizt hat, ist es im September

wieder Zeit, die Räumlichkeiten des Loop38

zum Brodeln zu bringen.

Am 4.September startet das Party-Label Flexx

im Club Loop38 an der Albulastrasse eine neue

DJ Willi P

Saison. Die DJs der «September Issue», DJ Vasco

aus Genf und DJ Willi P aus Zürich, heizen dem

Partyvolk mit Progressive, Tribal- und Tech-

House ein. Jetzt, wo der Sommer zu Ende geht

und die Temperaturen sinken, zieht es die Leute

wieder vermehrt in die Clubs. «Die Clubszene

läuft im Sommer nicht gut, obwohl Zürich

europaweit die grösste Club-Dichte hat», so

Party-Veranstalter Beat Eltschinger. «Im Sommer

zentrieren sich die Grossveranstaltungen

meistens auf einen bestimmten Ort. Die Leute

verreisen nach Barcelona oder Berlin, um an

Prides oder grösseren Festivals teilzunehmen.

Deshalb sind viele Clubs gezwungen - selbst die

grossen Locations wie das OXA und der Club Q

- eine Sommerpause einzulegen.» Für das zweite

Jahr von Flexx setzen die Veranstalter auf

ihr altbewährtes Konzept und wollen genauso

fortfahren wie bisher. Am 2. Oktober feiert das

Label Flexx seinen ersten Geburtstag und bittet

Star-DJ José Parra ans Mischpult, welcher in

den renommierten Zürcher Clubs OXA, Q und

Kaufleuten bereits ein gefeierter DJ ist. Besonders

stolz sind die Veranstalter von Flexx auf die

Location des Loop38. «Das Loop ist kein Schickimicki-Club

und doch nicht versifft», sagt Beat,

«hier herrscht noch ein authentisches Underground-Feeling

vor und wirklich speziell ist

die verglaste Raucherlounge. Wenn man eine

Zigarette geniessen möchte, darf man das im

Club selbst tun und man ist trotzdem noch mitten

in der Party.» Hinter dem Label Flexx stecken

Beat, Chris und Thomas. Chris ist für das

Booking der DJs zuständig, Thomas organisiert

Flüge und Unterkünfte für die gebuchten Gäste

und Beat kümmert sich um die Promotion des

Party-Labels. An der Konzeption der einzelnen

Anlässe feilen alle drei gleichermassen mit. Die

Zielgruppe sei bis dato gemischt gewesen, sagt

Beat Eltschinger über Flexx. «Menschen jeder sexuellen

Orientierung im Alter zwischen 25 und

Mitte 40 finden sich bei uns ein.» (M.P.I)

Flexx September Issue

Samstag, 4. September

Loop 38, Albulastrasse 38, 8048 Zürich

flexx-party.ch

Flexx – Birthday

Bash

Zum einjährigen Bestehen

Happy Birthday Flexx! Unglaublich, wie schnell

die Zeit vergeht. Im Oktober 2010 feiert Flexx

bereits das einjährige Bestehen. Wahrlich ein

Grund zum Feiern. Und wie könnte man das

besser als mit Star-DJ José Parra. Er ist einer der

weltweit angesagten DJs und Flexx ist stolz, ihn

wieder hier zu haben. Sein unverwechselbarer

Stil hat schon viele Partygänger in den Bann

gezogen. In den letzten Jahren spielte er unter

anderem in Ibiza, China, Türkei, Deutschland

und Österreich. In Zürich kennt man ihn aus

dem Moonrage, Om Club, Kaufleuten, Club Q,

Stairs, Lotus-Club, OxA , Supermarket, Aaah-

Club, T&M aber auch in anderen Schweizer

Städte wie Luzern (Pravda), Bern (Liqid), Tessin

(La Rotonda), Basel (Borderline). Tatkräftige Unterstützung

kriegt er vom Resident DJ Ajaxx,

welcher die örtlichen Vorlieben beherrscht.

Gute News für Raucherinnen und Raucher:

Durch die neue verglaste Raucherlounge verpasst

man keinen einzigen Track der hochkarätigen

DJs. Geile Partystimmung und exzellenter

Progressive- und Tribal-Sound sind

garantiert

FLEXX – Birthday Bash

Samstag, 2. Oktober 2010

Loop 38, Albulastrasse 38, 8048 Zürich

flexx-party.ch, loop38.ch, aliens.ch

GentleBoyz

Neue Partyreihe in Bern

Die «Bubennacht» ist Vergangenheit. In Zukunft

soll’s in Bern heissen «GentleBoyz». Unter dem

Motto «The most gentle gay nights in the capital»

findet am 11. September der grosse Eröffnungs-

Event der zukünftigen Party-Serie «GentleBoyz»

statt. Wo denn sonst als im Ambiente des «Du

Théâtre» in Bern, einem der feinsten Clubs der

Schweiz, werden Gays und Freunde geladen.

Leckere Drinks, coole Beats und heisse Boyz sollen

eine unvergessliche Nacht bescheren. An

den Turntables einheizen werden Darren Flecta

(London, UK), David Cruso & Kary (AG) und Anthony

Vega (BE).

19


Szene CRUISER Edition September 2010

Mit GentleBoyz wollen die Macher eine Gay Party

auf höchstem Niveau nach Bern bringen. Der

Vorverkauf läuft bereits. Bern: Lorenzini, Zürich:

Cranberrys, Basel: Basel Tourismus (Stadt

Casino), Luzern: Coiffeure del arte

Es Besteht die Möglichkeit, Tische im VIP-Bereich

zu reservieren unter: gentleboyz@gmx.ch

GentleBoyz

11. September 2010, 22.00 Uhr bis 3.30 Uhr

Du Théâtre, Hotelgasse 10, 3011 Bern

www.dutheatre.ch

Dejavu

Wie in alten Zeiten

Endlich, nachdem der Donnerstag völlig von der

Partybildfläche verschwand, kommt mit dem

neuen Label Dejavu wieder neuer Drive in den

Zürcher Ausgehhimmel!

Ab September steigt jeden Donnerstag an der

Limmatstrasse 195 (nähe Limmatplatz) wieder

eine fette Party und zwar gleich mit allen Local

Heroes der Stadt: Gleichschritt, Gogo, Jesse Jay,

Bang Goes, Styro 2000, Marc Fuhrmann, Pasci,

Tomback, Beda, Cherie, Nico, Freddyextasia,

Don Ramon, San Marco, Sonik, Mandeg, Sabaka

und als Host Branko B. Gabriel. Gespielt wird

der geile Sound der Guten alten Zeit, von Techhouse,

Minitech über Progressive bis hin zu

Techno. Der neue Donnerstag für Gays & Friends

und verrückte Freaks. Weitere Infos und das aktuelle

Line-Up unter: www.facebook.com

Dejavu

Ab 2.September jeden Donnerstag ab 23.00

Limmatstrasse 195, 8005 Zürich

Supertausch

Party

Heisse Jungs und hämmernde

Beats. Tauschen inklusive!

Leider ist der Sommer schon vorbei. Nicht so bei

Supertausch, dem neuen Partylabel. Hier lässt

man es noch einmal so richtig krachen! Ende

September steigt die erste Summer-Closing-Party

von Supertausch im Club XceS in Zürich, mit

zwei Dance-Floors. Supertausch ist balearisches

Party-Vergnügen pur.

Nach dem ersten Ausflug in den Club Sentidos

in Barcelona ist die nächste Destination der

Club XceS in Zürich. Mit an Bord sind diesmal DJ

Allure (Resident / Berlin / Ibiza / BCN), DJ Angelo

(Zürich Whiteparty), DJ Physical (Zürich / London).

Für die heisse Tanzanimation sorgt die

Tanztruppe von Supertoy (Beach Boom). Supertausch

steht, wie es der Name schon sagt, fürs

«Tauschen». Also alte T-Shirts, Turnschuhe, Sonnenbrillen

oder Jeans nicht vergessen und los

20

geht`s mit der Tauscherei. Keine Lust mehr auf

den Freund? Kein Problem, gegen einen neuen

eintauschen!

Supertausch

25. September 2010, ab 23.00 Uhr, XceS Club,

Albulastrasse 40, 8048 Zürich

www.supertausch.ch

Büsi Enterprise

meets Fashionslave

Mit Live-Performance aus

Paris

Sklaven der Nacht aufgepasst! Zum 6. Mal steigt

die Büsi Enterprise Party, diesmal steht die Sause

ganz im Zeichen des internationalen Modezirkus.

Denn Büsi trifft sich mit den Mädels von

Fashionslave, dem angesagten Männermodelabel

und gibt nicht nur in Sachen Mode den Ton

an! Zürich, Paris und London schmettern sich

die neusten Platten um die Ohren! Büsi Enterprise

hat mit Fashionslave den richtigen Riecher.

Denn hier wird nicht nur der Sound grossgeschrieben,

hier entstehen neue Trends. Direkt

aus Paris mit einer Live-Performance startet

zuerst La Chatte durch. Das Trio hat soeben seine

erste Scheibe auf den Markt geworfen und

gilt in der Clubszene als die neue Entdeckung.

Das nächste Highlight kommt aus London und

gastiert zum ersten Mal in Zürich. DJ Tatu, das

Enfant terrible des Londoners Undergrounds,

setzt mit seinem schrägen Set neue Trends und

bringt mit seiner Erscheinung gleich noch den

passenden Glam-Trash mit. Mit Julian & Fuchs,

zwei jungen und äusserst kreativen DJs, ist auch

Zürich mit einem heissen Doppel vertreten.

Büsi Enterprise Party

24. September 2010, ab 23.00 Uhr,

Cabaret Club, Geroldstrasse 15, 8005 Zürich,

www.cabaret.im, www.fashionslave.ch

Bootylicious –

Neu mit DJ Qbass

und DJ Chris

Jeden ersten Freitag im T&M

Bootylicious wechselt seine DJs aus. Neu werden

die DJs Chris und Qbass die Bootylicious Party

jeweils am ersten Freitag im Monat abrocken.

Das Konzept bleibt das gleiche. Easy Junx und

geile Musik. An den besagten Freitagen gibt’s ein

wenig mehr R’n’B als gewöhnlich und das nicht

ohne Grund. Ein Jahr Bootylicious hat gezeigt,

dass das Partyvolk hinter dem Label steht.

Im Oktober machen die Jungs ausnahmsweise

ein wenig Platz für Sherry Vine. Denn Anlässlich

der Red Party wird die Queen des Broadways

ihre Live Show um 22.00 Uhr präsentieren.

Das T&M wird an jenem Wochenende sein

neues Design zeigen. Doch für alle Booty-Fans

wird vorgesorgt: DJ Chris bleibt am 01. Oktober

hinter dem DJ Pult erhalten.

Und wem es doch noch nach elektronischen

Klängen lüstet, der hat an besagtem Abend einen

der angesagtesten DJs im Haus. Im Club

Aaah! wird DJ Jack Chang aus London den Laden

so richtig aufheizen.

Bootylicious

Erster Freitag im Monat, 21.30 Uhr

T&M Club, Marktgasse 14, 8001 Zürich

www.tundm.ch

Australian

Selection

Mit Mike Kelly und Rob White

Nach einem jahreszeitlich bezogenen konzeptionellen

Exkurs im achten Monat des zehnten

Jahres im neuen Millenium fokussieren die Selectiuon-Macher

nun wieder die geografischen Aspekte

ihres ursprünglichen Eventgedanken und


CRUISER Edition September 2010

Szene

haben einen Musikmacher aus Australien engagiert.

Was dieser unheimlich blöde Schachtelsatz

sagen soll: Geile Muckke aus Down-Under!

Mike Kelly, gebürtiger Australier aus Sydney,

nun in Köln lebend, ist nicht zum ersten Mal

bei der Selectionreihe in Zürich. Man darf also

auf ein hammerhartes Monsterset gespannt

sein. Darüber hinaus wurde noch Rob White

eingeflogen. Rob ist gebürtiger Engländer aus

London und lebt nun auf Ibiza. Das Opening

und die Afterhour werden vom Local Hero

Willi P. bestritten.

www.selectionparty.ch

Australian Selection @ Lotus Club

Eintritt ab 18 Jahren: Fr. 25.-

Samstag, 25. September 2010, 23.00 Uhr

Lotus Club, Pfingsweidstrasse 70 8005 Zürich

Jack hat

Geburtstag

Gefeiert wird mit dem weltweit

besten Pferd im Stall

Vom New Yorker Nachtleben inspiriert, galoppiert

der pinkfarbene Disco-Ferrari seit gut

sieben Jahren durch die Londoner Gayszene.

Was einst als allsonntägliche Abwechslung

zum immer gleich pumpenden Cluballtag begonnen

hat, wird heute stilübergreifend in der

ganzen Queer-Szene als zeitgemäss kulturelle

Horizonterweiterung weltweit zelebriert. Paris,

Berlin und Istanbul schütteln regelmässig ihre

Mähnen zu Disco- Klassikern und ausgefallenen

Kuriositäten, die «Horse Meat Disco» einer nach

Fröhlichkeit lechzenden Tanzgemeinde vor die

Füsse legt. Dass da nicht nur der Puls von Discound

House-Vernarrten mächtig auf Trab gehalten

wird, davon sind die Jack Macher überzeugt.

Exklusiv holen sie deshalb diesen schweisstreibenden

farbenfrohen Soundtrack für ihr Geburtstagsfest

nach Zürich und verpassen der

hiesigen Disco-Kugel einen neuen Dreh.

Die HMD-Begründer, die mit etwas Mut zum

anderen aus einem Londoner Untergrund-Gay-

Club ein Disco-Imperium schufen, veranschlagen

ihre rauschenden Partynächte als «queer

party for everyone». Wer mit der Clubmentalität

in New York oder Chicago vertraut ist,

versteht, was mit «everyone» gemeint ist: Club

Kids, Bären, Fashionistas, Naturisten oder Guerilla

Drag Queens, die fest entschlossen sind,

sich in der Dunkelheit der Nacht verlieren zu

wollen.

Auch Jack freut sich über jeden, der mit ihm am

18. September unter lautem Wiehern seinen

1. Geburtstag bis in die frühen Morgenstunden

feiert. Denn das Besondere an solchen Special-Events

ist, dass sie nie mehr wiederkehren.

Nebst dem Mainact HMD werden der Zürcher

Juiceppe und Luke Hope, ein weiterer Stern aus

dem Londoner Nachthimmel, Jacks Birthday-

Bash tatkräftig und vor allem rhythmisch unterlegen.

Videoclips und Ausschnitte aus der

aktuellen Compilation von Horse Meat Disco

sowie alle Eckdaten zur Jack Party findet man

unter jackcompany.com.

Jack - Horse Meat Disco

The Saturday Night Fever Issue

Samstag, 18. September 2010

Festsaal, Pelikanplatz, 8001 Zürich

www.jackcompany.com

Madonna Zurich

Celebration

Ein Selection-Special-Event

Madonna! Heilige und Hure, geliebt, gehasst

und vergöttert! Die Mutter aller Britneys, Kylies

und Gagas! Seit 1982 bis heute ist sie wohl die

erfolgreichste Künstlerin im Musikbusiness!

Kontrovers, provokant und unerreichbar.

Dieser, «unserer» Göttin soll im September ein

Denkmal gesetzt werden mit «Madonna Zurich

Celebration». Zum ersten Mal in Zürich und eine

Schweizer Premiere, präsentiert von den Machern

der erfolgreichen Selection Partyreihe.

Für diese einzigartige Nacht konnten die Macher

DJ Dimitri (madonnaparty.com) verpflichten,

welcher seit 1996 in Süddeutschland die erfolgreichste

Madonna-Partyreihe durchführt.

Hundert Prozent pure Madonna Music, rare Visuals,

special Decoration und die besten Mixes

stehen auf dem Programm! In den frühen Morgenstunden

gehts über in die allseits beliebte

Selection-Afterhour mit Progressive-Mixes von

Madonna und treibenden härteren Progressive-

Sounds, wie man sie von der Selection kennt.

Be there and be part of it. «get into the groove

and join the party it‘s a celebration»!

Madonna Zurich Celebration

Eintritt 25,– Einlass ab 18 Jahren

Samstag, 18. September 2010, ab 23:00 Uhr

Lotus Club, Pfingstweidstrasse 70, 8005 Zürich

madonnaparty.com, selectionparty.ch

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Beauty CRUISER Edition September 2010

Force von Biotherm Homme

Frisch, männlich, energiegeladen ist der neue Duft von Biotherm

Homme: In ihm wurden Zitrus-Duftnoten von Limone,

Zitrone und Grapefruit mit holzig-warmen Aromen von Zedernholz,

Haïti-Vetiver sowie Amber, Patschuli, Absinth und Anis

kombiniert. Das neue Eau de Toilette sprüht nur so vor Energie

und belebt nicht nur den Körper, sondern auch die Sinne. Kein

Wunder, steht Supermodel Tyson Ballou so auf den vibrierenden

Duft. Und wir stehen auf Tyson. Unser Favorit!

Ab sofort im Handel, Eau de Toilette 100ml, CHF 89.–

VIP Vitamin Power

VIP Vitamin Power ist die Weiterentwicklung der Pflegelinie von Med Beauty Swiss. Die

neue liposomale Verkapselung ermöglicht den Vitaminen, schneller und verlustfreier tief

in die Haut vorzudringen und dort zu wirken, wo sie gebraucht werden und langanhaltend

gespeichert werden können. Vitamine spielen eine wichtige Rolle für den Schutz, die

Wiederherstellung, die Erneuerung und Gesunderhaltung des Körpers und der Haut.

Nicht allein die Jahre lassen unsere Haut altern, auch schädliche Umwelteinflüsse, denen sie

ständig ausgesetzt ist. Die Haut hält zwar mehr als andere Körpergewebe Kälte, Hitze oder

UV-Strahlen stand, reagiert aber besonders empfindlich auf schädliche, freie Radikale. Die

neuen VIP-Power-Produkte dringen tief in die Haut ein und sorgen so zusätzlich für einen optimalen

Schutz. Morgens und abends auftragen und schon ist man rund um die Uhr mit Vitamin

Power der Extraklasse geschützt.

Im ausgesuchten Handel erhältlich

22


CRUISER Edition September 2010

EpilaDerm – Zucker für

die Haut

Verwöhne deine Haut und erlebe die

Vorteile einer Haarentfernung mit Zuckerpaste!

Zucker macht nicht nur fett, es entfernt

auch lästige Haare an Brust und Po.

Die Produkte von EpilaDerm sind besonders

sanft zur Haut, sie brennen nicht und

reduzieren die Rötungen. Die Paste wird

im Gegensatz zu anderen Methoden mit

der Haarwuchsrichtung abgezogen. Das

bedeutet eine viel effektivere Epilation

der Haare mit Wurzelkontakt und weitgehend

ohne Abbrechen des einzelnen

Haares in dem Haarfollikel.

Zur Reduzierung eingewachsener

Haare sowie

Glättung der Haut empfiehlt

sich, nach dem Haarentfernungstermin,

ein- bis

zweimal pro Woche ein

sanftes Peeling vorzunehmen.

Das EpilaDerm-Enzym-Peeling

ist gut verträglich,

da keine Reibung

durch Schleifpartikel auf

der Hautoberfläche stattfindet.

Also mein Süsser,

ab ins nächste Kosmetikstudio!

Kapitel Titel

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ganzen Tag, das

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23


Musik CRUISER Edition September 2010

Kim Wilde:

N e u e s C o m e b a c k !

Die Pop-Ikone der 80er gibt

nochmals Gas

Von Daniel Diriwächter

Ihr neues, Album «Come Out

and Play» soll an frühe Erfolge

anknüpfen. Sollte der Comeback-Versuch

jedoch fehlschlagen,

hat sie noch ihren

grünen Daumen.

Es war Ende der 80er Jahre, als Kim Wildes Stern

zu sinken begann. Nach dem Release ihres Albums

«Closer» schrieb damals ein Musikkritiker

des Teenie-Magazins «Popcorn», dass das einzige,

was Kim Wilde von anderen Sängerinnen

unterscheide, ihre Stimme sei. Diese war (und

ist) so unverkennbar stark, wie verführend. Nur

der Vergleich zu «anderen Sängerinnen» war

weniger schmeichelhaft. Es waren Sabrina und

Samantha Fox gemeint. Trash vom Feinsten.

In der Tat konzentrierte sich Kim Wildes Musik

damals auf den Mainstream. War sie diesem immer

verbunden, so hatten ihre ersten Hits doch

etwas rebellisches, etwas «wildes» eben. Davon

war auf «Closer»und den Nachfolgewerken nicht

viel zu hören. Perfekte Popsongs zwar, aber belanglos.

Trotzdem folgten bis heute zehn Alben,

30 Singles und gut 20 Millionen Verkäufe.

Musikalische Familie

Kim Wildes Liebe zur Musik liegt in der Familie.

Als Tochter des Rock’n’Roll Sängers Marty Wilde

und seiner Frau Joyce wuchs Kim in London

auf. «Musik und Kreativität bestimmten mein

ganzes Leben», sagt sie heute. «Mein Vater ist 71

und er macht immer noch seine Konzerttouren.

Meine Mutter war Mitglied einer der ersten Girlgroups,

und mein Bruder Ricky ist ein fantastischer

Songwriter und Produzent.» Ihr Bruder

war es auch, der der blonden Röhre originelle

Sounds zu entlocken vermochte.

Ihre erste Single «Kids in America» wurde zum

Welthit. 1981, gerade mal 20 Jahre alt, avancierte

sie über Nacht zum Star. Weitere Hits wie

«You Keep Me Hanging On» oder «You Came»

folgten. Im Laufe ihrer Karriere erhielt Kim

Wilde beinahe alle nur möglichen musikalischen

Auszeichnungen, unter anderem den

Brit Award als «Best British Female Singer».

Vom Zenit in den Garten

Den Zenit erreichte sie 1988. King of Pop, Michael

Jackson, lud sie ein, mit ihm auf Tour zu gehen.

Fünf Monate lang war sie Supportstar von Jackson

und trat vor insgesamt mehr als zwei Millionen

Menschen auf. «Ich erinnere mich noch an

die Tour mit Michael Jackson. Es war wunderbar,

ihn so nahe zu erleben», so Kim Wilde heute.

Danach wollte aber niemand mehr so richtig

was von Kim Wilde wissen. Alben gab es dennoch,

geliebt von den Fans, doch einträglich

war das kaum. Kim Wilde, mittlerweile stolze

Mutter, konzentrierte sich auf ihre zweite grosse

Liebe: die Gartenarbeit. So präsentierte sie

im englischen TV eine entsprechende Sendung

und avancierte zur gelobten Gartenarchitektin.

«Wilde» war aber etwas anderes.

Heute meint Kim dazu: «Der Anfang meiner Karriere

war so: Lippenstift...Videos...TV, die Oberflächlichkeit

der 80er Jahre. Für damals herrlich,

aber mein Leben ist weitergegangen. Es ist

wunderbar im Studio zu sein, es ist wunderbar

auf der Bühne zu sein, es ist wunderbar so viele

unterschiedliche Erfahrungen machen zu dürfen.

Das alles ist es, was mich antreibt.»

Comeback mit Nena

Ein erstes Comeback folgte 2003, als ihr

deutsches Pendant Nena, damals selbst so erfolglos

wie Kim Wilde, ein Album produzierte,

welches deren Hits musikalisch neu verpackte.

Darauf interpretierten beide Sängerinnen den

Megaseller «Irgendwie, Irgendwo, Irgendwann»

neu. Ein Riesenerfolg. Kim Wildes darauffolgendes

Album «Never Say Never» wurde nach

demselben Muster gestrickt. Doch der Versuch

an alte Erfolge anzuknüpfen scheiterte.

Schnee von gestern: In diesen Tagen erscheint

das neue Album «Come Out And Play», von

dem Kim Wilde sagt, dass es ein Album wurde,

welches an die 80er erinnere, aber dennoch typisch

21. Jahrhundert sei. Wiederum fungierte

ihr Bruder Ricky Wilde als Produzent. Einige

der Songs erinnern an frühe Erfolge, jedenfalls

dann, wenn Kim ihre Stimme wieder flattern

lässt. Das Album selbst «ist ein opulentes

Ganzes, außergewöhnlich in Musikalität und

Sprachschöpfung», beschreibt Sony Music.

Sollte der Comeback-Versuch jedoch fehlschlagen,

hat sie noch ihren grünen Daumen. Wilde Musik

gibt’s weiterhin. «Meine Tochter Rose spielt Klavier

und singt wunderbar», schwärmt Kim Wilde, und

weiter, «ich bin sicher, dass auch Rose einmal auf

der Bühne stehen und Musik machen wird.»


Quelle: Sony Music

24


CRUISER Edition September 2010

Fotostrecke

Patrick Mettraux

Photographer

www.patrickmettraux.com

25


Show CRUISER Edition September 2010

Varekai –

die Show

Cirque du Soleil mit einer

neuen fantastischen Show

Von Kurt Büchler

32


CRUISER Edition September 2010

Show

Vom Himmel herab

schwebt ein junger Mann.

Sein Fallschirm lässt ihn

sanft zu Boden gleiten. Er

ist allein. Die Geschichte

von Varekai beginnt. Die

Geschichte einer aussergewöhnlichen

Welt, in der

alles möglich ist.

Tief in einem Wald, auf dem Gipfel eines Vulkans existiert eine ausserordentliche

Welt – eine Welt, in der alles möglich ist. Varekai in

Romani bedeutet in der Sprache des Volkes der ewig Wandernden:

«Wo auch immer». Magische Momente, unglaubliche Begegnungen

und fantastische Kreaturen charakterisieren diese Show – ein Abenteuer

am Rande der Zeit. Mit seiner Regie zollt Dominic Champagne

der Nomadenseele seinen Tribut, dem Geist und der Kunst der Zirkustradition.

Eine explosive Mischung aus Drama und Akrobatik, ein

atemberaubendes Zusammenspiel von Kraft und Können, mit innovativer

Musik und einem übernatürlichen Bühnenbild machen das

Unmögliche möglich.

Eine faszinierende Show

Ein Blick zurück fällt auf antike und seltene Zirkustraditionen wie die

Ikarischen Spiele, Wasser-Meteoren und Georgischen Tanz. Dann katapultiert

Varekai die Besucher mit revolutionären Drehungen, mit der

Russischen Schaukel, gleitenden Flächen oder dem Dreifach-Trapez auch

in die Zukunft. Über 600 Kostüme, Schuhe, Perücken, Hüte und Accessoires

wurden im internationalen Headquarter in Montreal, Kanada, von

Hand gefertigt. Musik aus Hawaii wird mit Liedern der südfranzösischen

Troubadours aus dem 11. Jahrhundert, traditioneller armenischer Musik

und mit zeitgenössischen Melodien kombiniert. Ein Wald mit über 300

Bäumen, vier bis zehn Meter hoch, bilden das Bühnenbild. Zwanzig davon

sind Akrobatik-Bäume – da hinauf klettern die Waldbewohner und

verfolgen das Geschehen von oben – in der grossen Waldlichtung läuft

die Show ab.

Cirque du Soleil seit 1984

Guy Laliberté, 1959 in Quebec geboren, war Akkordeonspieler, Stelzenläufer

und Feuerschlucker, bevor er mit Strassenkünstlern 1984 den Cirque

du Soleil gründete. Seither leitet er das Kreativteam jeder einzelnen

Show und kämpft um die Anerkennung der Zirkuskunst als eine der

grossen künstlerischen Disziplinen. Dominic Champagne, Autor und

Regisseur, 1963 ebenfalls in Quebec geboren, ist ein äusserst vielseitiger

Künstler mit vielen Talenten. Nach der National Theatre School of Canada

hat er seit 1987 mehr als 100 Produktionen für Bühne und Fernsehen

kreiert und zahlreiche Preise und Anerkennungen verdient. Für ihn bedeutet

der Zirkus eine Rückkehr zu seinen Wurzeln.

Ein Dorf auf Rädern

Der Aufbau der gesamten Anlage dauert acht Tage, deren Abbau drei.

Insgesamt werden zum Transport der 1000 t Ausrüstung, die Varekai mit

sich herumführt, 71 Lastanhänger benötigt. Während den Gastspielen

werden einige als Lager, Küchen oder Werkstätten verwendet. Das Grand

Chapiteau mit vier 24 m hohen Masten ist 17 m hoch, hat 50 m Durchmesser

und 2500 Sitzplätze. 170 Personen gehen mit auf Tournee, nämlich 127

Mitarbeiter – davon 56 Artisten, die anderen sind Familienmitglieder. Am

Spielort werden zusätzlich 150 lokale Arbeitskräfte engagiert. Gesprochen

wird immer Französisch und Englisch.

Varekai

Seit der Premiere 2002 in Montreal hat die Show 46 Städte in 10 Ländern

in der ganzen Welt besucht. Seine 1000. Vorstellung feierte Varekai 2004

in Dallas, Texas, und seine 2500. im Februar 2009 in Sevilla. Nach Saltimbanco,

Alegría, Quidam und Dralion ist Varekai die fünfte Show des Cirque

du Soleil in Europa. Die internationalen Darsteller und Mitarbeiter

kommen aus 21 verschiedenen Nationen. Weltweit beschäftigt der Cirque

du Soleil über 4000 Menschen, darunter mehr als 1000 Artisten – am internationalen

Hauptsitz in Montreal arbeiten rund 1800 Mitarbeiter. In

neun permanenten Theatern in den USA und je einem in China und Japan

treten das ganze Jahr hindurch Artisten auf.

Zürich Hardturm. 17. September bis 24. Oktober 2010 im Grand Chapiteau

des Cirque du Soleil.

Tickets unter www.cirquedusoleil.com oder Ticketportal

Vorverkaufsstellen.

Mark Halasi im Interview

Während im antiken Griechenland Icarus ins Meer stürzt, schwebt bei

Varekai ein junger Mann – Mark Halasi – vom Himmel herab. Mit 10 ging

Mark auf die Zirkus-Schule. Mit 21 erhielt er sein Diplom. Und seit vier

Jahren ist er Hauptdarsteller in der Varekai-Show beim Cirque du Soleil.

CR hat sich mit ihm unterhalten.

CR Mark Halasi, wer bist du?

MH Ich bin ein 25jähriger ungarischer Akrobat im Cirque du Soleil. In der

Varekai-Show trete ich als Icarus und auch in einer Trapez-Nummer auf.

CR Welches waren deine Karriere-Schritte?

MH 1995 startete ich mein Studium an der Budapest Circus School, wo

ich 2004 mein Diplom erhielt. Bereits während der Ausbildung hatte

ich Engagements bei verschiedenen Events. Nach dem Studium zog ich

als freier Artist durch ganz Europa. 2006 kam ich zum Cirque du Soleil

und ging nach Montreal, wo ich während drei Monaten meine Rolle für

Varekai einstudierte. Meine erste Show war ebenfalls 2006 in Vancouver.

Seither bin ich mit dem Cirque du Soleil durch Kanada, Australien, New

Zealand und Europa getourt.

CR Wann hast du dich entschlossen, Artist zu werden? Und warum?

MH Schon als kleiner Bub war ich fasziniert vom Zirkus, denn meine Grosseltern

nahmen mich als Zweijährigen zum ersten Mal mit. Als ich zehn

war, motivierten mich meine Eltern, mich zu einer Audition bei der Budapest

Circus School zu melden. Und ich wurde angenommen.

CR Wie hast du die Rolle des Icarus erlernt?

MH Wie schon erwähnt, war ich drei Monate in Montreal mit verschiedenen

Trainern, die mir das Schauspielern, die Akrobatik und die nötigen

Bewegungen beibrachten.

CR Und wie hast du es geschafft, Hauptdarsteller in der Varekai-Show

zu werden?

33


CRUISER Edition September 2010

Show

CR Ist der Text und das Design von dir?

MH Der Text ist vollumfänglich von mir, teilweise

auch das Design. Und praktisch alle Bilder sind

von mir – eine riesige Zahl an Städtebildern.

CR Du warst im Juli in Zürich. Was denkst du

über diese Stadt und ihre Bewohner?

MH Ja, ich war mit meiner Familie da. Die Stadt

ist wunderschön und erinnert mich an meine

Heimatstadt, Budapest. Die Leute sind sehr

freundlich und praktisch alle sprechen Englisch,

was sehr hilfreich ist, aber ich muss sagen,

dass alles ziemlich kostspielig ist.

CR Welches ist deine schönste Erinnerung an

Zürich?

MH Ich mag die Altstadt und auch eine Fahrt mit

dem Schiff auf dem Zürichsee ist mir in sehr

guter Erinnerung.

CR Du liest sehr viele Bücher. Welches sind

deine fünf Lieblingsbücher?

MH Ja, ich lese sehr viel. Ich kann meine liebsten

Bücher nicht aufzählen, aber zu meinen liebsten

Autoren gehören alte ungarische, dann Haruki

Murakami, ein japanischer Schriftsteller,

und Bohumil Hrabal, ein tschechischer Autor

(beide gehören zu den bedeutendsten Autoren

ihres Landes, die Red).

MH 2004 war eine Audition in meiner Circus

School und die Talentsucher sahen mich in meinen

bisherigen Rollen in Ungarn. Obwohl ich

kein Engagement erhielt, riefen sie mich zwei

Jahre später an und offerierten mir einen Vertrag,

zur Varekai-Familie zu stossen und den

jungen Mann zu ersetzen, der ursprünglich

Icarus war.

CR Wie fühlst du dich, wenn du vom Himmel

fällst?

MH Am Anfang war es seltsam und fremd, weil

das für mich ganz neu war. Jetzt habe ich mich

daran gewöhnt, und es ist Teil meiner täglichen

Routine und meines Lebens geworden!

CR Wie steht es mit dem Privatleben, wenn du

immer mit dem Zirkus unterwegs bist?

MH Es ist herausfordernd, weil mein Freund

nicht mit mir auf der Tour ist. Und so sehen wir

uns nicht so oft, wie wir das möchten.

CR Arbeitet dein Freund auch beim Cirque du

Soleil?

MH Er ist Kanadier, aber arbeitet nicht beim Zirkus.

CR Dein Blog im Internet «The Fabulous Life of

Mark Halasi» ist wunderschön. Du bist echt

ein toller Poet und ein sehr begabter Fotograf.

Wie hast du die Idee gehabt, diesen Blog

zu realisieren? Es scheint, als ob er dein Tagebuch

ist.

MH Ich habe meinen Blog eröffnet, um mein Leben

unterwegs mit dem Zirkus und den Erlebnissen

anderen zu zeigen. Es ist nicht unbedingt

mein Tagebuch, da es ja öffentlich ist – es ist nicht

so persönlich, auch wenn der Blog eine Idee von

meinem täglichen Leben geben soll und von den

Städten, die ich das Glück habe zu besuchen.

CR Mark, erzähle uns, was du planst für deine

neue Zirkus-Nummer. Ich habe gelesen, da

spielt James Dean eine Rolle – wie und warum?

MH Es wird eine Flug-Nummer sein. Ich bin gegenwärtig

noch in der kreativen Phase und so

will ich noch nicht alles verraten. Tatsächlich

hole ich meine Inspiration bei alten Schwarzweiss-Fotos

– nicht nur von James Dean. Dies ist

eine Möglichkeit, meine Kreativität zu nutzen

und sie lebendig zu erhalten.

CR Und zuletzt: Warum sollen die Schweizer

in den Cirque du Soleil gehen und bei Varekai

dabei sein?

MH Weil das eine ganz spezielle Unterhaltung ist.

Wer noch nie eine Show vom Cirque du Soleil

gesehen hat, sollte unbedingt eine besuchen.

Übrigens ist jede Show wieder eine andere.

CR Mark, besten Dank für das Gespräch und

viel Erfolg mit Varekai in Zürich

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Portrait CRUISER Edition September 2010

Allah und die

Waria

Zu Besuch in einer Pesantren,

einer Bildungsstätte, die dem

Gebot Allahs, Wissen zu suchen,

nachkommt.

Von Michael Lenz

Thailand ist berühmt für seine

Katois (Mann-zu-Frau-Transgender).

Aber auch in den anderen

südostasiatischen Ländern

sind Transsexuelle keine

seltene Spezies. Die Waria in

Indonesien zum Beispiel sehen

sich eher als ein drittes Geschlecht

denn als Frauen.

Im vor-islamischen animistischen Indonesien

genossen die Waria, Wanderer zwischen den

Welten, eine gewisse gesellschaftlich-religiöse

Akzeptanz. Religion steht auch im Mittelpunkt

der «Pesantren Khusus Waria» – einer

Bildungsstätte ausschliesslich für Waria in

Yogyakarta.

Mariani ist eine gläubige Muslimin. Aber wie

die Transsexuelle nicht ihr Leben lang eine Frau

war, so gehörte die 53-Jährige auch nicht immer

dem Islam an. Die Mutter der neun Jahre alten

Adoptivtochter Ariani war in eine katholische

Familie in Yogyakarta in Zentraljava geboren

worden. Aber selbst ihre Arbeit im Teenageralter

in der Küche eines katholischen Klosters

konnte sie nicht von einem Religionswechsel

abhalten. «Ich habe mich immer zum Islam hingezogen

gefühlt», gesteht die für einen Javanesen

ungewöhnlich grosse und kräftig gebaute

Mariani mit einem sanften Lächeln.

Ausgerechnet durch das tragische Erdbeben

in Yogyakarta im Jahr 2006 erhielt Mariani die

göttliche Eingebung zur Gründung der Islamschule

für ihresgleichen. Mehr als 6000 Menschen

kamen durch das Erdbeben ums Leben

und zehntausende fanden ihre Häuser schwer

beschädigt oder zerstört. «Auch viele Transsexuelle

waren von dem Erdbeben betroffen», erzählt

Mariani. «Wir haben für sie Spenden gesammelt

und eine Gebetsveranstaltung organisiert. Die

war sehr gut besucht und mir wurde klar, dass

viele von uns gläubige Muslime sind, deren religiöse

Bedürfnisse aber von den traditionellen

Mariani, Transsexuelle Muslimin

Pesantren nicht erfüllt werden.»

Sonntagsgebet hinter Hühnerbraterei

Jeden Sonntag um 18 Uhr versammeln sich

transsexuelle Frauen und ein paar schwule

Männer in dem in einem knalligen Orange gestrichenen

Hinterzimmer von Marianis Schönheitssalon

hinter einer Hühner braterei unweit

des Sultanspalasts von Yogyakarta. Die Frauen

sind vorschriftsmässig islamisch gekleidet,

komplett mit Hijab und weissen Gebetskleidern.

Ein grosses Schild mit der Aufschrift «Pesantren

Khusus Waria» weist den Weg. Die Nachbarn,

allesamt Handwerker, Ladenbesitzer, Betreiber

kleiner Warungs (Restaurants), stören

sich nicht an der ungewöhnlichen Islamschule.

«Alle unterstützen mich und meine Pesantren»,

sagt Mariani.

Gut fünfzehn Frauen und Männer sind an diesem

Sonntag gekommen. Andächtig hören sie

dem Ustad (Islamgelehrter) zu. Abdul Muiz

schreibt ein paar Worte auf eine Tafel, spricht

dazu, verbindet die geschriebenen Worte mit

36


CRUISER Edition September 2010

Portrait

ein paar Pfeilen. Nach nur zwanzig Minuten ist

der Korankurs auch schon vorbei. Dann wird

gebetet.

«Heute habe ich über die Bedeutung der Dankbarkeit

gesprochen», erklärt Abdul Muiz später.

Der 33-Jährige in dem schönen javanischen

Batik hemd will den Transsexuellen Gott näher

bringen, ohne aber von dem missionarischen

Eifer getrieben zu sein, die Männer und Frauen

auf den rechten sexuellen Orientierungsweg

zu bringen. «Die Geschlechter haben keine Bedeutung.

Im Auge Allahs sind wir alle gleich»,

sagt der unverheiratete Abdul Muiz mit Überzeugung.

Militante Islamisten bestimmen die

Schlagzeilen

Moderate Muslime bilden die Mehrheit der Muslime

Indonesiens, das weltweit die Nation mit

dem grössten muslimischen Bevölkerungsanteil

ist. Die Schlagzeilen aber bestimmen die

Vertreter eines konservativen Islam, die lieber

heute als morgen aus dem säkularen, demokratischen

Indonesien einen islamischen Gottesstaat

machen möchten. Die militanteste Organisation

ist die «Islamische Verteidigungsfront»

(FPI), die mit brutaler Gewalt gegen alles vorgeht,

was ihr «unislamisch» scheint. Ein bevorzugtes

Ziel: Schwule, Lesben und Transsexu elle.

In Bandung wurde in diesem Jahr eine Aids-

Konferenz bedroht; in Surabaya musste auf massiven

Druck der FPI die Regionalkonferenz der

ILGA abgesagt werden. Mit Witz wurde allerdings

in Yogyakarta die Gewaltandrohung der

FPI gegen eine Demo zum IDAHA unterlaufen.

Etwa 100 mutige Schwule und Transsexuelle

fuhren auf Fahrrädern um den grossen Platz

vor dem Kraton, dem Sultanspalast. Als per SMS

Warnungen vor einem Angriff der FPI kamen,

Abdul Muiz, Ustad

fuhren sie den islamischen Hooligans in verschiedene

Richtungen davon.

Mariani sagt, sie fürchte die «islamische Verteidigungsfront»

nicht und habe auch noch keine

Drohungen erhalten. Vielleicht stimmt das,

vielleicht auch nicht. Auf jeden Fall kann es

gefährlich sein, die FPI zu kritisieren, wie King

Oey, Sprecher der Schwulenorganisation «Arus

Pelangi» weiss. «Die FPI ist eine Minderheitsorganisation,

aber sie ist mächtig. Sie hat politische

Rückendeckung in Teilen von Armee, Polizei

und Politik. Aber sie kann auch frei agieren,

weil die moderaten Indonesier aller Religionen

es nicht wagen, ihre Stimme gegen die Radikalen

zu erheben.» Tom, ein schwuler Christ aus

Yogyakarta, ist so einer, der berechtigte Angst

hat. Der 32-jährige Werbefachmann würde gerne

unter den mehr als 30 000 Indonesiern sein,

welche im Internet veröffentlichte Petition gegen

die FPI unterschrieben haben. Aber er traut

sich nicht: «Dann haben sie meinen Namen und

könnten mich ausfindig machen.»

Klatsch und Lebenshilfe beim Tee

Nach Sonntagsschule und Gebet beginnt der

gemütliche Teil. Tee wird serviert und ein

Abendessen mit Reis und Tofusuppe. Man erzählt

sich den neuesten Klatsch und Tratsch,

Schminktipps werden ausgetauscht und auch

Erfahrungen aus dem für Warias meist nicht

einfachen Leben, das im konservativen Indonesien

oft aus Diskriminierung, Spott und Ausgrenzung

besteht. Viele unter Yogyakartas Warias

verdienen sich tagsüber ein paar Rupien als

Musikantinnen auf den notorisch verstopften,

von Abgasen eingenebelten Strassen der Stadt

und nachts als Prostituierte.

Nur ist ein wenig schüchtern. Sie ist erst vor

kurzem aus dem Dorf nach Yogyakarta gekommen.

«Sie haben mich vertrieben», sagt sie leise.

«Sie mochten mich nicht, weil ich anders bin.»

Mit der Vertreibung hat die 44-jährige ihr Einkommen

verloren. In ihrem Dorf hatte sie einen

kleinen Warung. In der Pesantren ist sie an diesem

Abend zum ersten Mal. Nurs Schüchternheit

verfliegt schnell. Die anderen Mädels haben

sie mit offenen Armen empfangen. Da sitzen sie

nun und plaudern und kichern, als wären sie

seit Jahren die besten Freundinnen.

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Kultur CRUISER Edition September 2010

Filmpreis für

«Amadeus»-

Regisseur

Milos Forman wird am Zurich

Film Festival ausgezeichnet.

Helga is bag

Zeig mir deine Handtasche

und ich sage dir, wer du bist.

Dr. purse. Helga Schneider ist Purseologin und

geht als Handtaschen-Analystin dem Wesen jeder

Frau durch ihre Handtasche auf den Grund.

Die Tasche und deren Inhalt ist für sie der

Schlüssel zur Psychostruktur ihrer Trägerin.

Sie kann kranke Taschen heilen und stumme

zum Reden und Singen bringen. Bei der Analyse

von Taschenfüllungen gräbt sich Dr. purse. Helga

Schneider durch soziale Schichten wie eine

Archäologin durch Schutthaufen. Sie entdeckt

pharmazeutische Bomben, enthüllt den Label-

Wahn, betrachtet Wirtschaftskrise und Informationsgesellschaft.

Sie durchleuchtet diese

Beutelwesen – die Vuittons, Guccis und Freitags

– wie ein Nacktscanner.

Die Echten, die echt gut Gefälschten und die

No-Names von der falschen Schlange bis zum

alten Sack. Doch auch hier gilt: Es kommt auf

die inneren Werte an.

Roland Strobel als Prof. Andrej Strobstrophsky

ist Frau Dr. Schneiders Assistent, ein begnadeter

Musiker, aber auch ergebener Anhänger, Diener

und Verehrer der Meisterin. Der Audio-Taschen-

Harmonizer presst die aussergewöhnlichsten

Töne aus den Taschen und unterstützt die Handtaschen-Analystin

musikalisch.

Das Stück von Regula Esposito, ehemals Acapickels,

über das Handtaschenlesen ist eine Parodie

auf die Machtausübung von Heilern und

medial Veranlagten. Das kabarettistische Liederprogramm

ist eine Tour de Suisse durch unsere

Dialekt- und Sprachenvielfalt. (kb)

Maiers Theater Zürich.

Vom 3. bis 19. September, www.starticket.ch

Theater am Käfigturm Bern. Im Oktober.

Tickets unter www.theater-am-kaefigturm.ch

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Milos Forman erhält den diesjährigen Tribute-

Ehrenpreis für sein Lebenswerk. Als Ehrengast

wird er beim Festival dabei sein und er gibt

auch eine Zurich Master Class. Die Retrospektive,

in Zusammenarbeit mit dem Filmpodium

Zürich, zeigt Formans frühe tschechische

Filme wie «Die Liebe einer Blondine», 1965, oder

«Der Feuer wehrball», 1967, in denen er mit kritischem

Blick und den Mitteln der Tragikomik

die tschechische Gesellschaft betrachtet. Gezeigt

werden auch seine Grosserfolge wie «One

Flew over the Cuckoo’s Nest», 1976, «Amadeus»,

nach Peter Shaffers Theaterstück, 1984, und

«The People vs. Larry Flynt», 1989, und als Premiere

sein neuster Film «A Walk Worthwhile».

«One Flew over the Cuckoo’s Nest» und «Amadeus»

gehören zu den erfolgreichsten Autorenfilmen

der Filmgeschichte und begeisterten

sowohl das grosse Publikum wie die Kritik. Für

das Psychiatriedrama mit Jack Nicholson in der

Hauptrolle erhielt er fünf Oscars, für die Geschichte

über das musikalische Wunderkind

Wolfgang Amadeus Mozart acht Oscars.

Seine Filmhelden sind meist Aussenseiter, die

sich im Leben und in der Gesellschaft zu behaupten

versuchen. Forman verdiente sich seinen

Erfolg, ohne sich auf ein Genre oder einen

Stil festzulegen, obwohl das Komödiantische

sein ganzes filmisches Werk durchzieht. Als

Forman neun Jahre alt war, wurden seine Eltern

von der Gestapo verhaftet und später in

Auschwitz umgebracht. Er wuchs in einfachen

Verhältnissen bei Verwandten auf. Nach dem

Studium an der Prager Filmhochschule entstand

1963 sein erster Spielfilm «Der schwarze

Peter», eine autobiografisch gefärbte Geschichte

eines Teenagers. Der Film wurde ans Festival in

Cannes eingeladen und lief auch am Filmfestival

Locarno.

Bisherige «A Tribute to...»-Preisträger des Zurich

Film Festival sind die Regisseure Stephen

Frears, Oliver Stone, Constantin Costa-Gavras

und Roman Polanski. (kb)

Zurich Film Festival, vom 23. September bis

3. Oktober 2010 in den Kinos Corso und Arthouse

Le Paris www.zurichfilmfestival.org.

Rhythmus, Tanz

und Akrobatik

Der Circus Monti auf seiner

26. Tournee

Rhythmus, Tanz und Akrobatik bilden den

roten Faden des aktuellen Monti-Programmes.

16 Artistinnen und Artisten bringen das ganze

Chapiteau zum Erklingen und Pulsieren.

Die Manege ist eine Bühne für die Artistik, die

Zeltkuppel ein Ort fürs Fliegen, und die Musiker

legen einen funkelnden Klangteppich aus,

auf dem das schillernde Spektakel springend,

jonglierend, schwebend und tanzend zu einem

Gesamtkunstwerk verwoben wird.

Circus Monti geht wiederum neue Wege und

setzt nicht ausschliesslich auf klassische Circus-

Kunst. Vielmehr verbinden sieben Gruppendarbietungen

mit den Schwerpunkten Rhythmus

und Tanz die einzelnen Darbietungen der Artistinnen

und Artisten zu einem harmonischen

Ganzen. Sei es klatschend oder steppend, mit

Schlaghölzern, Gongs, Trommeln oder Pauken,

mit rasanter Akrobatik oder spielerischen Choreographien.

Monti 2010 ist ein Ereignis mit artistischen

Höchstleistungen, einzigartigen circensischen

Künsten, pulsierenden Rhythmen und mitreissenden

Tänzen. Die Artistentruppe besticht

durch ihre Vielseitigkeit und versprüht mit

Schalk und Heiterkeit ansteckende Lebensfreude.

(kb)

Zürich, Kasernenareal. 8.

September bis 3. Oktober.

Tickets: 056 622 11 22 oder

www.circus-monti.ch


CRUISER Edition September 2010

Kultur

Kleinkunst trifft

Klassik

Massimo Rocchi und das

St. Galler Kammerensemble

Massimo Rocchi, der Komiker, führt mit dem

St. Galler Kammerensemble unter der Leitung

von Rudolf Lutz durch einen aussergewöhnlichen

Konzertabend. Sie präsentieren «Peter und

der Wolf», das bekannte symphonische Märchen

des russischen Komponisten Sergei Prokofjew.

Diese Kombination erweist sich als sehr passend

– denn die Musiker geben den Figuren mit ihren

Instrumenten eine Stimme und Massimo Rocchi

führt mit Esprit durch die Geschichte. Er erzählt

– manchmal auch mit einem Augenzwinkern –

wie es Peter gelingt, den Wolf zu fangen, indem

er mit seiner Angst umzugehen lernt.

Das etwas andere Benefizkonzert im Rahmen

des 100-Jahr-Jubiläums der Krebsliga. Angst und

der Umgang mit ihr sind existenzielle Erfahrungen,

die auch Menschen kennen, die mit einer

Krebserkrankung konfrontiert sind. (kb)

4. September, Theater Basel

18. September, Kultur Casino, Bern

23. September, KKL, Luzern

24. September, Casino de Montbenon, Lausanne

3. Oktober, Tonhalle, St. Gallen

Ticketcorner 0900 800 800,

www.ticketcorner.com und alle

Ticketcorner Vorverkaufsstellen

Chansons en Stok

Zum 11. Mal organisiert von

der Association Pa-dam... Padam...,

Wädenswil

Auch dieses Jahr hat Ulrich Schuwey, der künstlerische

Leiter, wieder interessante Künstler in

den Keller des Theater Stok gebracht.

21. September – Alee & Yeti: Alee stammt aus

Algerien und lebt in der Bretagne, war früher

im Hip Hop zu Hause und schreibt heute Chansons.

Yeti ist Holländerin und lebt im Languedoc,

war Designerin und heute schräge Akkordeon-Chanteuse.

22. September – Thibaut Derien: Seine Chansons

atmen den Geist der grossen Vorbilder aus

den verrauchten Cabarets der Rive Gauche der

50er- Jahre. Chansons, wie sie Brel oder Gainsburg

sangen.

23. September – Zedrus: Der Romand mit der

wohl spitzigsten Dichter-Feder der welschen

Chanson-Szene, das ist seine Brassens-Seite.

Aussicht auf einen provokativen, rockigen

Dichterabend.

24. September – HK & Les Saltimbanks: Sechs

Musiker und ein Schauspieler, alle Secondos

aus dem Maghreb. Sie leben in Roubaix und liefern

eine dynamische Mischung aus Hip Hop,

Reggae, Chanson und algerischer Folkmusik.

25. September – Coup d’Marron: Intensiver

Rock-Folk aus La Rochelle. Als Ulrich Schuwey

die Band in einer kleinen überfüllten Bar in

Genf sah, war ihm klar, dass er sie nach Zürich

holen musste.

26. September – Joseph Edgar: Er ist Kanadier,

spricht französisch und stammt nicht aus Québec.

Weiter östlich leben die Acadiens. Sie haben

ihre eigene Geschichte, spielen echten Folk-

Country und singen in urchigem Französisch.

Die Bar des Festivals Man glaubt sich im Süden

Frankreichs. Mittlerweile ist die Bar des

Festivals zum Treffpunkt vor und nach dem

Spektakel geworden, bei schönem Wetter auch

draussen. Sie öffnet immer eine Stunde vor der

Vorstellung. (kb)

Theater Stok, 21. bis 26. September.

Tickets www.chansonsenstok.ch

oder 079 422 22 36 en français

und 079 401 87 59 auf deutsch.

Ein schöner Fremder

taucht auf.

Orpheus Descending – das

frühe Drama von Tennessee

Williams.

Im kleinen Bäckerladen am Highway scheint

das Leben stehen geblieben zu sein. Bloss noch

etwas Klatsch und üble Nachrede. Lady, die schöne

Ladenbesitzerin, muss ihren verbitterten

und todkranken Mann betreuen, der damals aus

Rache Feuer gelegt hat im Weinberg von Ladys

Vater, der dabei ums Leben kam.

Dann, plötzlich, ist er da – ein schöner Fremde

in einer Jacke aus Schlangenhaut – wild und unberechenbar.

Wie Orpheus in die Unterwelt tritt

der junge Musiker Val über die Schwelle von

Ladys Laden. Von diesem Moment an dreht sich

alles um ihn. Caroline, eine exaltierte Schlampe,

verfolgt ihn hartnäckig. Vee, die Frau des

Sheriffs, zeigt ihm, und nur ihm, ihre Gemälde

und erzählt von ihren geheimsten Wünschen.

Und selbst Lady, die ihn einstellt, hält sich offensichtlich

lieber in seiner Nähe auf als im ersten

Stock, bei ihrem sterbenden Ehemann. Doch

Val, der Künstler, bleibt in dem amerikanischen

Provinznest ein Fremder und die Männer rotten

sich zusammen, um den unerwünschten Rivalen

zu vertreiben.

Orpheus Descending – ein Kampf zwischen Gut

und Böse – von Tennessee Williams wurde mit

Marlon Brando und Anna Magnani verfilmt:

«Der Mann mit der Schlangenhaut». Der junge

Williams war da bereits der grosse Geschichtenerzähler

und Menschen-Schilderer, den man

von späteren Stücken wie «Endstation Sehnsucht»

kennt. (kb)

Theater Basel. Premiere am 18. September

Tickets: 061 295 11 33 oder

billettkasse@theater-basel.ch

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Musik CRUISER Edition September 2010

Hurts

Happiness

Wie viele Achtziger-Revivals

mussten wir über uns ergehen

lassen, bis wir endlich

an diesem Punkt waren? Rezyklierte

Discobeats und abgekupferte

Melodien ohne

Ende sind nach wie vor an

der Tagesordnung. Das Manchester Duo Hurts

haucht nun endlich einer anderen Stilrichtung

der Achtziger neues Leben ein, dem New Wave,

in Anleihe an OMD, Human League, Erasure

oder die frühen Depeche Mode. Hurts wird allgemein

als The Next Big Thing gehandelt.

Bereits die im Radio rauf- und runtergespiel te

Single-Auskopplung «Wonderful Life» war eine

ganz grosse Ohrwurm-Nummer und setzte die

Messlatte und die Erwartungen hoch an. Mit ihrem

ersten Album erfüllen Sänger Theo Hutchcraft

und Keyboarder Adam Anderson diese

nun locker. Der Scheitel sitzt perfekt und die

Melancholie tief. Cool gestylter Synthie-Pop mit

Pomp und Pathos, mit einsamen Klaviertupfern

und bombastischen Chor-Passagen. Eine wegweisende

Platte, die bestimmt noch für viel Gesprächsstoff

sorgen wird. Sie ist vollgepackt mit

Déjà-vu-Momenten und doch ganz in der heutigen

Zeit angekommen, jeder Retro-Moment

hat einen modernen Dreh. Neben perfekten

New-Wave-Dancesongs überzeugen vor allem

auch die düsteren Balladen mit grossen Gesten

und kleinen Raffinessen, «Illuminated» etwa

ist schlicht ein Meisterstück, wie man es schon

lange nicht mehr gehört hat. Kein Wunder also,

dass den beiden derzeit von der Blogger-Szene

bis zur Modewelt alle zu Füssen liegen. Bleibt

nur zu hoffen, dass die lockere Coolness den

ganzen ersten Hype unbeschadet überstehen

wird…

Angeblich sollen Hurts auch live ein besonderes

Erlebnis sein. Wer sich davon überzeugen

will, muss sich wohl ziemlich schnell Tickets

sichern für den Gig am 23.10. in der Härterei

Zürich. (rg)

Westbam ***

A Love Story 89-10

Ein Techno-König zieht Bilanz und präsentiert gekonnt

gemixte 21 Jahre seines Schaffens. Bereits vor

dem Duisburg-Drama und dem definitiven Aus kündigte

DJ Westbam in fast prophetischer weise an, dies

werde seine letzte Love Parade sein. Als Pionier und

Aushängeschild einer immer wieder totgesagten und

doch nach wie vor lebendigen Stilrichtung zeigt er hier auf 3 CDs ein

breites Spektrum, von klassischen Techno-Hymnen wie etwa dem mit

Dr. Motte produzierten «Sunshine» von 1997 bis zu neuen Tracks wie dem

Oasis-inspirierten und versöhnlich stimmenden «Don’t Look Back in Anger»

oder Titeln von Marusha und Moguai. Ein pulsierender Querschnitt

durch eine bewegte Zeit, die mit ihrer Spass-Attitüde und dem simplen

bumm-bumm-mzz-mzz-Sound schon jetzt weit weg scheint und doch die

elektronische Musik zweier Dekaden massgeblich geprägt hat. Westbam

hat den richtigen Zeitpunkt gefunden für sein umfangreiches Resümee.

Ein Zeitdokument, das zumindest ins Regal jedes nostalgischen Ravers

gehört. (rg)

Cœur de Pirate ****

Cœur de Pirate

Seit 42 Wochen tummelt sich das Album bereits in den

hinteren Rängen der Charts und wird nun mit einem

Bonustrack neu aufgelegt. Höchste Zeit für alle, die es

noch nicht kennen. Die Kanadierin Béatrice Martin

präsentiert hier chansongewordene Sommerträume,

im Fahrwasser von Amélie, Brel und Bruni, und doch

mit einer ganz eigenen geheimnisvollen Schattierung. Kindliche Stimme,

niedliches Gesicht, erst auf den zweiten Blick erkennt man, dass

ihre Arme von Handgelenk bis Schulter tätowiert sind, und genauso

sind ihre Lieder. Scheinbar naiv und simpel, aber mit Piratenherz und

der Absicht, über den Horizont hinauszusegeln, gehen sie tief unter die

Haut. Mit ihrem mädchenhaften Charme erinnert Béatrice an Vanessa

Paradis, singt schaukelnde Walzer und bewegende Balladen und bringt

zuckersüsse Sommererinnerungen auf dem Plattenteller nochmals zum

Schmelzen. Sie streift alles, was in der Francopop-Szene gerade hip ist

und behält trotzdem in jedem Chanson gerade noch knapp den eigenen

Charakter. (rg)

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CRUISER Edition September 2010

Film

A Love to Hide

Drama

Mit «A Love To Hide» schuf

Regisseur Christian Faure

einen Film, der die Nazi-

Gräuel taten an Schwulen

thematisiert. Vielleicht ist

dieser Film sogar «Schindlers

Liste» für die Gay-Community.

Ganz in der Tradition

des Klassikers «Bent»,

jedoch weniger symbolisch, dafür umso spannender.

Die Geschichte spielt 1942 in Paris. Phi-

lippe und Jean sind ein schwules Liebespaar,

bislang unentdeckt von den Nazis sowie von

der eigenen Familie. Philippe selbst arbeitet für

die Resistance, während Jean ein Reinigungsgeschäft

führt. Beide hüten ein weiteres Geheimnis,

indem sie der Jüdin Sara, Jeans erster

Liebe, zu einer neuen Identität verhelfen. Das

Unheil nimmt seinen Lauf, als sich Jeans Bruder

Jacques, ein Ex-Sträfling, in Sara verliebt.

Die erhoffte Romanze schlägt fehl und Jacques,

mittlerweile informiert über die Homosexualität

seines Bruders, kollaboriert aus Bitterkeit

mit den Nazis, welche Jean verhaften. In der

Haft wird dieser beschuldigt, eine Affäre mit

einem Offizier zu haben. Diese Lüge führt Jean

direkt in ein KZ nach Deutschland … Faures

Film ist eine erschütternde Aufarbeitung des

Nazi-Regimes im besetzten Frankreich. Nach

Informationen des US Holocaust Memorial wurden

mehr als 100‘000 Homosexuelle verhaftet,

an die 20‘000 kamen dabei ums Leben. (dd)

The Ghostwriter ****

Thriller

Roman Polanskis jüngster Film wird wohl vor allem in

Erinnerung bleiben, weil der Regisseur während der

Premiere hinter schwedischen Gardinen sass bzw. in

einem Schweizer Chalet. Die Gründe dafür sind hinreichend

bekannt. Äusserst schade, denn The Ghostwriter

ist ein meisterhaft inszenierter Thriller mit

einer eigenen, bedrückenden Stimmung. Zur Story:

Der ehemalige britische Premierminister Adam Lang

(Pierce Brosnan) verfasst seine Memoiren mit Hilfe

eines sogenannten Ghostwriters (Ewan McGregor). In einem abgelegenen

Haus am Meer, zusammen mit Lang und dessen Entourage, machte sich

der Ghostwriter ans Werk. Dabei findet er durch Zufall das Skript der

Memoiren, welche sein verstorbener Vorgänger verfasst hat. Schon bald

findet sich auch der neue Ghostwriter mit Tatsachen konfrontiert, die

ihn in Lebensgefahr bringen. Trotz des Skandals um Polanski erhielt der

Film an der Berlinale den Silbernen Bären für die Beste Regie. (DD)

Feuille ****

The Fall

Weibliche Homosexualität fristet in Filmen oft ein

wenig dramatisches Dasein. Nicht so in diesem chinesischen

Kunststück. Die Malerin Meihua kommt von

den südlichen Ausläufern des Jangtsekiang nach Paris,

um Kunst zu studieren. Dort trifft sie auf Stephanie,

ihres Zeichens eine erfolgreiche Fotografin. Beide denken

ähnlich über Kunst und so werden sie schnell zu

Freundinnen. Nicht nur, denn intensive physische Attraktion

spielt auch eine Rolle. Zärtlich nennt Meihua

ihre Freundin von nun an «Feuille». So zwingt die Liebe beide Frauen, ihr

Leben zu überdenken. Als Meihua jedoch versucht, «Feuille» als ihre grosse

Liebe ebenso selbstverständlich zu akzeptieren, wie es Stephanie tut,

scheitert sie daran. Denn ihre Familie, Freunde, wie auch die Gesellschaft

stellen sich ihr entgegen. Regisseurin Youxin Yang schuf einen Film über

die Akzeptanz lesbischer Liebe in verschiedenen Kulturen – und wurde

weltweit mit Auszeichnungen überhäuft. (dd)

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Reisen CRUISER Edition September 2010

Das Palazzina

Grassi in Venedig

Philippe Starcks erstes Hotel in

Venedig ist nicht nur für Design

-Fans eine Augenweide.

Von Branko B. Gabriel

Hinter einer schweren Tür direkt

am venezianischen Canale

Grande, nur durch einen

stilisierten Bullenkopf erkennbar,

versteckt sich eine magische

Welt aus Spiegeln,

Glas-Skulpturen und Antiquitäten

– das Palazzina Grassi.

© DesignHotels.com

Das vor kurzem eröffnete Hotel ist Philippe

Starcks erstes Haus in Italien. Der Hotelier

Emanuele Garosci gab der französischen Design-Ikone

den Auftrag, ein phantasievolles

Fünf-Sterne-Hotel mit 16 Zimmern und sechs

Apartment-Suiten, einem Privatclub und einem

edlen Restaurant zu kreieren. Das Kunststück

gelang – der ehemalige Stadtpalast aus dem

16. Jahrhundert fängt den Charme, die Magie

und die Schönheit der Lagunenstadt ein und

verwandelt Gäste in «Venezianer auf Zeit». Das

Ergebnis ist ein luxuriöses Hotel im Herzen der

Stadt, das die Aura und den Charme eines venezianischen

Adelspalastes bewahrt hat.

Das Erlebnis

Besucher, die gleich zu Beginn ein authentisches

Venedig-Erlebnis geniessen möchten, werden in

einem Celli-Boot aus dem Jahr 1960 abgeholt,

das direkt vor dem Privatsteg des Hotels anlegt.

Wer lieber auf festem Boden anreisen möchte,

kann den Strasseneingang des Hotels gegenüber

des Canale Grande nehmen. Breite Gänge,

grosse, farbige Teppiche und freiliegende venezianische

Ziegelsteine schaffen ein abwechslungsreiches

Interieur. Im gesamten Hotel sind

wertvolle Bücher, antike Gegenstände und einzigartige

Kunstwerke ausgestellt. Das Hotel

stellt alles Gewohnte auf den Kopf: Frühstück

wird ganztägig überall im Haus serviert und

anstatt an der Rezeption erfolgt der Check-In

bereits auf dem Boot oder im Zimmer.

Die Zimmer

Die Zimmer mit Blick auf Venedigs Dächer sind

mit riesigen indirekt beleuchteten Spiegeln,

Böden aus venezianischem Holz, Badezimmern

aus natürlichem Stein und massgefertigten Möbeln

ausgestattet. In den Apartment-Suiten befinden

sich die Betten in der Mitte des Raums

und sind von transparenten Garderoben aus

Glas, weichen Teppichen und Couchtischen aus

Stahl und Mondstein-Onyx umgeben. Luxus

pur!

Essen & Trinken

Mit dem PG’s Restaurant & Bar im Erdgeschoss

gelang Starck eine perfekte Verbindung von

Kunst, Design und Genuss. Zwei sieben Meter

lange monolithische Festtafeln, eine aus Marmor

und die andere aus verspiegeltem Glas,

dominieren den Raum. Die offene Show-Küche

und die Bar sind eine moderne Interpretation

der traditionellen venezianischen «Osteria»,

ein beliebter Treffpunkt für Gespräche und italienische

Köstlichkeiten. Im G Club, dem Privatclub

des Hotels, kann man mit Blick auf den

Canale Grande speisen oder einen Drink an der

Bar nehmen, die mit rotem, gelbem und silbernem

Muranoglas verziert ist.

Die Lage

Palazzina Grassi liegt im Zentrum Venedigs,

direkt neben dem Palazzo Grassi am Canale

Grande. Das Hotel ist in einem ehemaligen

Stadtpalast aus dem 16. Jahrhundert untergebracht,

in dem früher Adelige wohnten. Die

wichtigsten Museen und Kunstgalerien, wie

die Guggenheim Collection oder die Galleria

dell’Accademia, sind zu Fuss erreichbar.

www.designhotels.com/palazzinagrassi

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CRUISER Edition September 2010

Buch

Fratze

«Bonnie & Clyde» im Stil einer

VOGUE-Sonderausgabe

Shannon McFarland ist das begehrteste Objekt

der amerikanischen Fashion-Industrie. Nach

einem schlimmen Unfall muss die Prima Donna

ihren «American Dream» von Ruhm und

Schönheit endgültig an den Nagel hängen, da

sie fortan mit einem komplett entstellten Gesicht

wird leben müssen. Im Hospital führt sie

das Schicksal mit der charismatischen Drag

Queen Brandy Alexander zusammen. Gemeinsam

setzen sie als eine Art Re-Inkarnation von

Bonnie & Clyde alles daran, den Täter, der Shannon

kurzerhand den Unterkiefer weggeschossen

hat, kalt zu machen. Die Odyssee von Brandy

Alexander und Shannon erzählt Star-Autor

Chuck Palahniuk («Fight Club») wie ein rasanter

James-Bond-Streifen und illustriert sie wie ein

exzentrisches Modemagazin. Die schamlose

Ekel-Ästhetik und zahlreiche anrüchige Szenarien

prädestinierten «Fratze» um die Jahrtausendwende

zum Skandal-Roman der amerikanischen

Postmoderne. Ein herrlich skurriles

Stück moderne Literatur, das bis zur letzten Seite

immer wieder mit schlagartigen Wendungen

überrascht und mit eingeflochtenem Fachwissen

über Pharmazeutik und Chirurgie zu beeindrucken

weiss. (M.P.I.)

Chuck Palahniuk, Fratze

Goldmann Verlag, München

Heisser Sommer

Ein Trip durch Manhattan mit

sexy Jungs

Zwischen Strassenstaub und Graffitis zeigt uns

Paul Reitz sportliche, schlanke und durchtrainierte

Männer, die uns in Atem halten. Eine

Welt vollkommener männlicher Schönheit

präsentiert sich in diesem Bildband. Die faszinierende

Grossstadt ist die Kulisse für die aussergewöhnlichen

Bilder des Fotografen und

gleichzeitig der Kontrast zur Präsenz seiner

Models. Weitere Inszenierungen oder Settings

braucht es nicht. Die Jungs suchen den direkten

Kontakt mit dem Betrachter, spielen ein wenig

mit ihm, selbstbewusst und lasziv. Reitz kreiert

Bilder von ausserordentlicher Intimität. Er

weiss, wie er seine Models dazu bringen kann,

vor der Kamera ganz sich selbst und natürlich

zu sein. Und – heute nicht selbstverständlich –

die meisten Jungs behalten ihre Hosen an.

Dennoch oder vielleicht gerade deswegen schaffen

es seine Bilder, dem breiten Feld erotischer

Fotografie eine neue, eigenständige Facette abzugewinnen.

Das Buch ist mehr als eine Sammlung

guter Fotografien – es ist eine sensible, maskuline

und ewig verführerische Liebeserklärung

an die natürliche Schönheit junger Männer. Und

man fragt sich, wo er eigentlich all die unglaublich

gut aussehenden Männer auftreibt.

Paul Reitz, der Berufsfotograf, lebt und arbeitet

seit 23 Jahren in New York City. Schwerpunkt

seiner Aufnahmen sind dramatisch inszenierte

Bilder von jungen Männern mit guten Körpern.

Von Männer-Model-Agenturen wird er immer

wieder angefragt für neue frische Gesichter. Er

beobachtet stets auch seine Kollegen und ist ein

grosser Bewunderer des Fotografen und Filmers

John Waters (Hairspray, 1988, mit der legendären

Divine). «Wenn ich ein paar Tage nicht fotografiere,

so nagt es an mir. Ich arbeite auf einer

philosophischen Ebene – ich will der Welt zeigen,

dass Männer schön sind. Solche, die dich

atemlos machen, wenn du ihnen in der Strasse

begegnest – machmal sind es die Augen, der Körper

oder ein exotischer Gesichtszug.» (kb)

Paul Reitz. Boys in the City

Bruno Gmünder Verlag, Berlin

Flug der Pelikane

Ein Stück Amerika aus der

Perspektive eines jungen

Deutschen

Die prägnanten Kindheitserinnerungen an Onkel

Jimmy führen Anton nach Amerika. «Wenn

du mal gar nicht weisst, was du machen sollst,

dann wartet hier immer ein Bett für dich. Und

ein Job – Pfannkuchen machen. In der 22sten

Strasse essen die Leute richtig viele Pfannkuchen»,

so der Wortlaut des werten Onkels. Genervt

von seiner Freundin Eleanor und der

Arbeit als Zivildienstleistender, packt Anton

schliesslich seine Sachen und fliegt nach New

York zu Jimmy. Dort, inmitten des Big Apple,

sucht ihn die Geschichte der Gefängnisinsel

Alcatraz heim. Die Begegnungen mit den faszinierenden

Persönlichkeiten aus Jimmys Alltag

lassen Anton in die Vergangenheit amerikanischer

Geschichte abtauchen. Auch nach

10 Jahren Schriftstellerei (sein Debut-Roman

«Crazy» erschien 1999) hat der deutsche Autor

Benjamin Lebert, Gründungsmitglied des Lübecker

Literaturtreffens, kein bisschen an seinem

jugendlichen, leicht saloppen Schreibstil

eingebüsst. In «Flug der Pelikane» verarbeitet

Lebert seine Faszination für Amerika und flechtet

historische Tatsachen und erzählerische Elemente

gekonnt ineinander. (M.P.I.)

Benjamin Lebert, Flug der Pelikane

KiWi Verlag, Köln

43


Gesundheit CRUISER Edition September 2010

Teste dich und deine

Sommerliebe!

Die Aktion BOX-STOP wird bis

Ende September verlängert

Pressetext Aids-Hilfe Schweiz

Wenn die Ferienromanze zur

Beziehung avanciert, erfreuen

sich beide auch im Bett darüber.

Regelmässiger Sex ist

toll – aber sicher soll er sein!

Die BOX-STOP Aktion «2-für-1»

ist auch im September gültig.

Eine Chance also, sich und die

Sommerliebe auf HIV testen

zu lassen. Schliesslich lautet

das Motto: Erst checken, dann

bumsen!

GAY-BOX, die neue Präventionswebseite der

Aids-Hilfe Schweiz, präsentiert seit Juni die

neue Kampagne BOX-STOP. Diese richtet ihren

Fokus auf schwule Paare. Und da sich viele Paare

gerade in der Sommerzeit kennen und lieben

lernen, soll dies nicht ignoriert werden. Gerade

in einer jungen Beziehung wird selten über HIV

gesprochen. Das Herz siegt über den Verstand.

Schnell können dabei die Safer-Sex-Regeln vergessen

gehen. Und so geschehen HIV-Infektionen

im trauten Glück zu zweit. Ein Souvenir

des Sommers, auf das man(n) verzichten kann.

Die Fakten sprechen für sich: Die Studie «Gay

Survey» hat ergeben, dass vier von zehn Befragten,

welche in einer Beziehung leben, den

HIV-Status ihres Partners nicht kennen. Rund

ein Drittel aller HIV-Infektionen geschehen weiter

in festen Partnerschaften. Deswegen wird

zum BOX-STOP aufgerufen: «Erst checken, dann

bumsen», so lautet das Motto.

Die Aids-Hilfe Schweiz erinnert mit der Kampagne

BOX-STOP daran, dass ein HIV-Test sein

muss, bevor auf den Gummi verzichtet wird.

Mit einem BOX-STOP-Gutschein für zwei HIV-

Tests zum Preis von einem, welcher als PDF-

Datei auf www.gay-box.ch erhältlich ist, kann

sich der Partner kostenlos mittesten und beraten

lassen.

Heute muss nicht mehr in jedem Fall drei Monate

auf ein Testresultat gewartet werden. Eine

HIV-Infektion kann zwar nach wie vor erst

nach 12 Wochen ganz sicher ausgeschlossen

werden. Der neue HIV-Kombinationstest kann

aber in vielen Fällen bereits zwei Wochen nach

einer Risikosituation feststellen, ob eine HIV-

Infektion erfolgt ist. Machen feste Paare zu

zweit den Test, so kennen sie den Status des

Partners vor drei Monaten ganz sicher. Sind

beide HIV-negativ, können sie zusammen mit

dem Berater aufgrund der individuellen Situation

einschätzen, ob und wann sie auf Safer

Sex verzichten wollen und ob ein Restrisiko

bestehen bleibt.

Die Aktion BOX-STOP dauert bis zum 30. September

2010. Ein BOX-STOP kann in den Checkpoints

oder in einer ausgewählten Teststelle eingelegt

werden. Für Paare, die ihren HIV-Status

nicht kennen, weil sie erst seit kurzem zusammen

sind, oder solche, welche sich länger nicht

mehr haben testen lassen, ist es also allerhöchste

Eisenbahn, sich gegenseitig mit einem HIV-

Test abzusichern. Erst checken, dann bumsen

– ganz einfach!

Die 2-für-1 Gutscheine sind einlösbar bei den

Checkpoints Zürich & Genf, sowie in weiteren

Teststellen landesweit, deren Adressen

ab Juni auf www.gay-box.ch zu finden sind.

44


CRUISER Edition September 2010

Beratung

0848 80 50 80

RainbowLine

LesBiSchwulTrans-Beratung

Meldestelle für homophobe Gewalt

Liebe Rainbowline

Ich habe etwas erlebt, das mir sehr peinlich ist. Deshalb weiss ich nicht,

an wen ich mich überhaupt wenden kann. Vor ein paar Tagen bin ich in

der Nacht cruisen gegangen. Ein heisser Mann hat mich angesprochen,

und wir sind in den Büschen verschwunden. Als wir fertig waren, wechselte

seine Stimme, und er wollte von mir alles Bargeld. Ich war etwas

perplex und sagte, dass er das am Anfang sagen müsste, denn ich würde

überhaupt nicht auf Sex gegen Geld stehen. Er wurde laut und drohte mir,

dass er ganz brutal werden könne, das sei sein Ruf hier. Er beschimpfte

mich als Sauschwuchtel. Ich begann vor lauter Angst loszurennen, er verfolgte

mich, stellte mir ein Bein, und wir fielen beide hin. Superschnell

war ich wieder auf den Beinen und rannte davon. Glücklicherweise ist er

mir nicht gefolgt und mir ist nichts passiert.

Irgendwie belastet mich der Vorfall. Ich merke, dass ich sehr angespannt

bin, wenn ich am Abend alleine unterwegs bin. Ich erwache in der Nacht

regelmässig, weiss aber nicht wieso. Was soll ich bloss tun?

Lukas, 29

Lieber Lukas

Ich kann gut verstehen, dass dich ein solcher Vorfall belastet. Wenn jemand

eine derartige Bedrohung erlebt, kann sich das traumatisch auf

den Körper und die Psyche auswirken. Deshalb ist es super, dass du dich

ernst nimmst und über dein Erlebtes zu sprechen beginnst. Bei uns haben

sich schon einige Männer mit ähnlichen Erfahrungen gemeldet.

Sie beschreiben wie du, dass sie bedroht worden sind und sich später im

Leben nicht mehr sicher fühlten. Von Angst alleine unterwegs zu sein,

Schlafstörungen und Albträumen erzählten uns fast alle. Es war ihnen

oft auch zu peinlich zur Polizei zu gehen, weil sie sich schuldig fühlten,

etwas Verbotenes gemacht zu haben.

Lukas, dir wurde Unrecht getan. Du bist bedroht worden und konntest

dich zum Glück effizient selbst wehren – der Täter hat das Gesetz gebrochen

und damit deine Integrität verletzt. Ob Cruisen im Park jetzt moralisch

verwerflich ist oder nicht, spielt da weniger eine Rolle. Vielleicht

spielt die Moral nur dort ihr Unwesen, wo sie dich behindert, für deine

Rechte und deine Sicherheit einzustehen.

Ich rate dir, dass du zur Polizei gehst und eine Anzeige machst. Jemand der

so dreist ist und homophobe Gewalt ausübt, wird das sicher wieder jemandem

antun. Wenn die Polizei ihn zur Rechenschaft ziehen kann, wird er und

wahrscheinlich auch andere zu spüren bekommen, dass ein solches Verhalten

von niemandem toleriert wird. Vielleicht ermutigt es dich, eine Anzeige

zu machen, wenn du damit weitere Menschen schützen kannst. Pinkcross

bietet dir auch eine Begleitung zur Polizei an. In Begleitung ist der Schritt

zur Anzeige einfacher. Es gibt auch die Möglichkeit sich an die Infostelle der

Stadtpolizei Zürich zu wenden. Dort arbeiten sensibilisierte PolizistInnen.

Wenn sich deine Ängste und Schlafstörungen zunehmend beschränkend

auf dein Leben auswirken, kann es sinnvoll sein, diese therapeutisch aufzulösen.

Melde dich doch für Adressen bei uns.

Wir wünschen dir viel Mut, den nächsten Schritt zu gehen, um dich wieder

sicher in deinem Leben zu fühlen.

Dein Rainbowline Team.

Für deine Fragen melde dich doch bei uns unter: www.rainbowline.ch

oder per Telefon 0848 80 50 80, die LesBiSchwulTrans Beratung und

Meldestelle für homophobe Gewalt.

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45


Gesundheit CRUISER Edition September 2010

Hildegard

Hysterisch oder

schon paranoid?

Es ist ja mit der psychischen Gesundheit ein

bisschen wie mit den Fussnägeln: Der Zugang ist

eher schwierig und ihre Pflege selten No.1 auf

der To-Do-List. Aber so wie die Zehennägel spätestens

dann unsere Aufmerksamkeit erheischen,

wenn sie in jede Socke vorne ein Atemloch

schneiden, so kann sich auch die psychische

Befindlichkeit plötzlich ziemlich präsidial ins

Bewusstsein rücken. Sei es, dass die Stimmung

auf einmal länger als gewohnt in einer Talsohle

herummäandert, oder sei es, dass am Abend

nicht einmal der Joint den erwünschten Schlaf

bringt – um lediglich ein paar harmlose Symptome

zu nennen.

Wer sich vom schönen Schein der schwulen

Szene nicht blenden lässt, findet dort über kurz

oder lang auch sie: Schwule und bisexuelle

Männer, die mit psychischen Problemen

zu kämpfen haben. Die Studie Geneva

Gay Men’s Health Project kommt zu

einem erstaunlichen Ergebnis: Homosexuelle

Männer leiden deutlich

stärker an Depressionen,

Angst- und Zwangsstörungen

als ihre heterosexuellen Kollegen.

So erstaunlich zwar

auch nicht, wenn man bedenkt,

wie belastend der

Druck sein kann, als «Abweichler»

von der gesellschaftlichen

Norm aufzuwachsen

und zu leben.

Natürlich ist nicht eine

Mehrheit der Szene davon

betroffen – dennoch trifft

es vielleicht mehr, als uns

bewusst ist. Homosexuelle

Männer mit psychischen Störungen:

Ein Thema, mit dem

die Betroffenen nur schwer und

kaum offen umgehen können. Denn immerhin:

Ein Mann ist ein Mann. Mal geht’s besser und

mal geht’s halt eben schlechter. Ein Mann muss

ja nicht immer gleich jede stimmungsmässige

Mäusescheisse problematisieren.

Und gleichzeitig verlangt der Job von einem,

dass man jeden Morgen pünktlich, fit und

freundlich aus dem Poloshirt schaut. Je schneller

sich die Hamsterräder drehen, umso mehr

Menschen reagieren mit Störungen. Die Zahl

der psychischen Erkrankungen hat in den letzten

Jahren stark zugenommen und im Grunde

genommen ist es wohl eher ein Zeichen bester

Gesundheit, wenn die Psyche bei Belastungen

reagiert. Was aber mache ich mit meinen komischen

Gefühlen? Was mache ich mit meinen

immer wiederkehrenden Zwangsgedanken

oder meinen plötzlichen Schweissausbrüchen

in der Migros? Mit wem soll ich darüber reden,

wem vertrauen? Steigere ich mich in etwas rein?

Bin ich noch hysterisch oder schon paranoid?

Wie hält man es zu Hause mit einem depressiven

Trauerklos aus?

Mit queertalk reagiert Checkpoint Zürich in

Zusammenarbeit mit den HAZ und finanziert

durch die Aids-Hilfe Schweiz ab September

auf ein erwiesenes und breites Bedürfnis in

der Community. Angeboten wird eine niederschwellige

Erstberatung, ein Gespräch mit einer

schwulen Fachperson, die dir hilft, deine

Situation einzuschätzen, deine Gedanken zu

sortieren und, wenn nötig, weitere Schritte zu

planen. Anmelden kannst du dich für queertalk

beim Checkpoint Zürich.

Ruf an oder komm vorbei – weil es nicht nötig

ist, dass deine psychische Verfassung so daherkommt

wie diese Fussnägel da unten.

Es herzt euch

Eure Hildegard!

46


CRUISER Edition September 2010

Beratung

Ich habe ständig

eine Erektion!

Hallo Dr. Gay

Ich habe eine Frage, welche mir irgendwie peinlich

ist. Man würde sie wohl eher von einem Jugendlichen

erwarten, als von einem erwachsenen

Mann wie mir. Das Problem ist folgendes: Ich

habe ständig eine Erektion. Insbesondere dann,

wenn ich nach dem Sport in der Dusche stehe

und nicht alleine bin! Aber auch in der Sauna

oder beim Arzt. FKK mag ich auch sehr, aber da

liege ich praktisch nur auf dem Bauch rum. Wenn

mich die Situation jeweils erregen würde, könnte

ich es ja verstehen, aber das ist meist nicht der

Fall. Trotzdem hat mein Penis ein Eigenleben. Das

belastet mich ungemein. Was kann ich dagegen

tun? Gibt es Therapien in der Art?

Gruss, Leonard, 28

Lieber Leonard

Du bist längst nicht der einzige Mann, dessen Penis

auch im Erwachsenenalter ein Eigenleben an

den Tag legt. Ausserdem gibt es schon in deinem

Alter viele Männer, welche dich eher beneiden

würden, weil bei ihnen genau das Gegenteil der

Fall ist. Aber ich kann nachvollziehen, dass du

die Nicht-Kontrollierbarkeit einer Erektion als

störend empfindest. Eine mögliche Ursache ist,

dass die beschriebenen Situationen trotz deiner

Einschätzung für dich sexuell anregend sind.

Dies kann auch unbewusst der Fall sein, wäre

aber eigentlich ganz natürlich. Hier könnte es

helfen, wenn du dich beim Bemerken einer unerwünschten

Erektion nicht auf den Penis konzentrierst,

sondern an Dinge denkst, die für dich

besonders unerotisch sind (z.B. etwas Trauriges

oder Unappetitliches). Mit dieser Technik lässt

sich eine vermehrte Kontrolle über das Eigenleben

des Penis auch antrainieren. Therapien -

v.a. Psychotherapien - gegen Erektionsprobleme

gibt es (Kontaktadressen erhältst du über den

Vermittlungsdienst von www.medigay.ch). Diese

würde ich dir aber nur dann empfehlen, wenn

oben genannte Technik nicht anschlägt oder du

anfängst, für dich angenehme Aktivitäten (z.B.

Saunieren) aufzugeben. Denn: Erektionen sind

nichts Schlimmes, sondern zeigen in erster Linie,

dass deine körperlichen Funktionen absolut

in Ordnung sind.

Alles Gute, Dr. Gay

Nasse Unterhosen

wegen Lusttropfen?

Hallo Dr. Gay

Das Problem sind meine sogenannten Lusttropfen.

Schon immer hatte ich davon eine grosse

Menge, fand das auch selber gut und einige Part-

ner sowieso. Aber nun ist mir aufgefallen, dass

ich öfters auch welche vorfinde, wenn ich keine

Erregung habe. Eine Art Ausfluss, durchsichtig

und ein wenig klebrig. Deswegen ist meine Unterhose

immer nass. Ich dachte schon an eine Geschlechtskrankheit,

aber die klassischen Schmerzen

beim Pinkeln habe ich nicht. Woran könnte

es liegen, dass mein Penis so viel tropft?

Gruss, Roger, 34

Lieber Roger

Lusttropfen sind etwas völlig normales und die

Menge kann interindividuell sehr unterschiedlich

sein: Einige Männer haben fast keine, andere

wiederum sehr viel. Du schreibst, dass du

schon immer viel Lusttropfen hattest. Vielleicht

ist dir auch erst in letzter Zeit aufgefallen, dass

deine Unterhosen dabei nass werden? Um ganz

sicher zu gehen, dass es sich nicht um eine sexuell

übertragbare Krankheit (STD) oder eine andere

Infektion handelt, empfehle ich dir einen Arzt

zu konsultieren (bei Infektionen der Harnröhre

kann es auch zu Ausfluss ohne Schmerzen beim

Pinkeln kommen). Empfehlen kann ich dir dafür

den Checkpoint Zürich, falls du in dieser Region

wohnst. Dort kannst du dich unkompliziert und

schwulenfreundlich auf STDs untersuchen lassen.

Weitere Adressen für schwulenfreundliche

Ärzte erhältst du auf www.pinkcross.ch (Pink

Guide) oder über den Vermittlungsdienst von

www.medigay.ch.

Alles Gute, Dr. Gay

Wie wär’s, wenn

wir mal in

der Schweiz …

Ja, da war ich an einer Sitzung, habe eigentlich an all die Dinge gedacht,

die zu besprechen waren, als zum Schluss Uwe Splittdorf (Geschäftsführer

von Pink Cross) anmerkte: «Wir wollen bei einem Dinner anlässlich der

EuroPride auf der Schweizer Botschaft in Warschau mit unserer Präsenz für

die Rechte von Schwulen und Lesben einstehen. Es wäre schön, wenn auch

jemand von VEGAS dabei sein könnte.» Nachdem einige Details geklärt waren,

habe ich meine Zusage gegeben und die Reise für meinen Freund und

mich gebucht, damit wir VEGAS in Warschau vertreten können. Alles auf

eigene Kosten notabene.

Das Wochenende kam, und wir fuhren mit einem Taxi zum Empfang der

Schweizer Botschaft. Hier musste ich feststellen, obschon ich bereits sieben

Jahre VEGAS präsidiere, das ich nur einen Bruchteil der Leute der schwul-/

lesbischen Organisationen der Schweiz kenne. Ich führte an jenem Abend

viele Gespräche, hörte von den Anliegen der einzelnen Organisationen und

deren Problemen. Am Samstag gingen wir gemeinsam zum Pride-Umzug.

Polizei mit Wasserwerfer, mit gepanzerten Fahrzeugen, zu Fuss, zu Ross

und auf Motorrädern, in Uniform oder nur mit einer Überziehweste. Polizei,

die für uns den Weg säumte und uns schützte. Wir hörten von vier

Gegendemonstrationen. Für die Pride waren zwischen 2000 und 3000 Polizisten

anwesend.

Wir trampelten also – bei 41 Grad Hitze – die Route entlang als Demonstranten

für gleiche Rechte von Schwulen und Lesben in Polen, eingezäunt

von der beschützenden Polizei. Für mich ein eindrücklicher und denkwürdiger

Anlass. Doch ich war froh, konnte ich mit meiner Wenigkeit mithelfen,

die Masse zu vergrössern und aus Überzeugung für die Rechte in Polen

zu demonstrieren.

In vielen Gesprächen gingen mir jedoch eine Menge Gedanken zum schwul-/

lesbischen Leben in der Schweiz durch den Kopf. Ich kam zum Schluss, dass

wir in der Schweiz zwar viele Organisationen und Vereine haben. Dennoch

kämpft jeder eigentlich nur für seine Belange. Teilweise, und so musste ich

mich an diesem Wochenende belehren lassen, mit seinen Funktionären

eigennützig und / oder sogar in die eigene Tasche.

Diese Erkenntnis war für mich noch denkwürdiger, denn keiner von uns

ist besser als der andere. Jeder kann irgendetwas besser als ein anderer. Und

wir sollten nun doch mal so weit kommen, uns in der Schweiz zu vereinen,

zu vernetzen und am gleichen Strick zu ziehen. Uns für die gleichen Ziele

einzusetzen und dabei die privaten Vorteile ein wenig zu vergessen und

zurückzustellen.

Ich bin überzeugt, dass wir gemeinsam weiter kommen und viele Probleme

mit vereinten Kräften einfacher lösen könnten. Das Beste, es müssten nicht

mehr zwei das Gleiche tun und es würden so nötige Ressourcen frei, die wir

ja dringend gebrauchen könnten für die Rechte von Schwulen und Lesben

in der Schweiz.

Roger Markowitsch

47


Horoskop CRUISER Edition September 2010







WIDDER

Wenn der Widder vor Zorn entflammt, ist die Ursache dahinter

meist nicht so tragisch, wie man annimmt. Er reagiert auf die lustigsten

Missverständnisse oftmals ungehalten und humorlos,

weswegen er sich seiner Überlegenheit vergewissern muss. Am

besten einfach mal die Mutti vorbeischicken. Die weiss schon,

wie man den vermeintlichen Über-Mann wieder auf den Boden

der Tatsachen zurückholt.

STIER

Für den Stier gibt es zwei Dinge, für die es sich zu leben lohnt: Sex

und Essen. Ein intelligenter Stier erkennt deshalb schnell, wie

sich aus beidem Profit schlagen lässt. Eine besondere Sportart

müsste ihm nämlich speziell zusagen: Der Bettsport ist eigentlich

ideal, um überschüssige Pfunde nach dem Sündigen loszuwerden.

PowerPlate und Thera-Band können also demnächst

ausrangiert werden. Stattdessen kommt eine Liebesschaukel für

die sportliche Betätigung zum Einsatz.

ZWILLINGE

Wenn dein bester Freund liebestrunken von seinem neuen

Schwarm erzählt, möchtest du gleich wissen, wie der Sex war.

Du heulst zwar bei jeder simpel gestrickten Schnulze, deine

Kenntnisse über Empathie hast du dir jedoch aus dem Duden angeeignet.

Du lachst herzhaft – am liebsten über andere und am wenigsten

über dich. Du behauptest ausserdem, du seiest empfänglich

für Kritik (und meldest dich einfach wochenlang nicht mehr,

weil du so eingeschnappt bist). Und trotz all dem hältst du dich für

besonders einfühlsam und verständnisvoll. Träum weiter!

KREBS

Du bist süss, charmant, liebevoll und trotzdem unglaublich

penetrant, wenn man in dir falsche Hoffnungen weckt. Gegen

Kuscheln und sich liebhaben ist ja nichts einzuwenden, aber

bei deiner Nulltoleranz, was individuelle Freiheit betrifft, wird

einem Angst und Bang. Deine Anhänglichkeit ist auch wirklich

das einzig Bedrohliche an dir. Wenn du nicht im Suppenkessel

landen willst, lässt du jetzt auf der Stelle einfach mal los.

LÖWE

Dein Gebrüll ist schon längst nicht mehr das, was es einmal war.

Und erzählen tust du auch nichts Neues. Die Heldentaten aus dem

vergangenem Jahrhundert aufzutischen, ist bloss Ego-Recycling

auf unterstem Niveau und schützt vor müdem Lächeln nicht. Die

Leute haben dich schon längst durchschaut und klatschen müden

Beifall, während du eine One-Man-Show à la Max Frisch (Homo

faber) noch mit Überzeugung ins Unermessliche ausufern lässt.

JUNGFRAU

Die Jungfrau lädt zur Geburtstagsparty ein! Selbstverständlich

hast du bereits alles in die Wege geleitet, um den Sommer gebührend

zu verabschieden und stilvoll in dein nächstes Lebensjahr

überzutreten. Cocktails gibt’s auf deine Kosten, die Torte ist

ebenfalls selbst gebacken und für den subtil eingebauten

Geburtstags-Strip hast du bereits Monate zuvor ein Casting lanciert

und steckst noch mitten im Auswahlverfahren. Womöglich

schenkst du sogar jedem deiner Freunde eine Einladung mit

persönlicher Widmung (obwohl es sich eigentlich um deinen

Geburtstag handelt und du die Geschenke kriegen solltest).

Happy Birthday – du bist einfach der Beste!







WAAGE

Walk. Turn. Pose. Stop. Give ‘em what you got! Mr.Fabulous, ja das

bist du. Selbst mit ein paar Kilos zu viel auf den Rippen siehst du

in den richtigen Klamotten immer noch zum Anbeissen aus. Mit

Schirm, Charme und Melone schaffst du es nicht nur, optisch

einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen, sondern trumpfst

auch noch mit deiner souveränen und angepassten Art auf.

Warum also immer noch single? Sicherlich hat es noch keiner

geschafft, dir ein paar Ecken und Kanten reinzuhauen.

SKORPION

Liest der Skorpion das «Blick am Abend»-Horoskop, so wird

er garantiert skeptisch, wenn er liest, dass er heute seinen

Traummann kennenlernen wird. Ein klärendes Gespräch

mit Monica Kissling bestätigt sein Misstrauen, denn Venus ist

schliesslich gerade ins neunte Haus übergetreten. Bestimmt ist

dem Skorpion auch schon aufgefallen, dass die Texte der «Blick

am Abend»-Astrologie von einem Computer ausgespuckt und

willkürlich irgendeinem Sternzeichen zugeordnet werden.

Das war seit dem Tag ja wohl sonnenklar, als derselbe Text auch

beim Zwilling abgedruckt wurde – und den mag er ja nun gar

nicht ausstehen!

SCHÜTZE

Dir sollte man besser keinen Heiratsantrag machen, denn du

rennst vor jeder Verbindlichkeit nur so davon. Bis der Tod uns

scheidet? Nein danke, dann soll das bitte sofort geschehen! Die

grosse weite Welt ist schliesslich dein Zuhause. Die eigenen vier

Wände wohl eher dein vorübergehender Aufenthaltsort. Nichts

ist so beflügelnd wie der Moment, wo sich das Blatt wieder dreht

und wendet. Denn dann bist du wieder auf und davon und hast

einmal mehr bewiesen, dass du für die Rolle der Braut, die sich

nicht traut, geboren wurdest.

STEINBOCK

Stur und überheblich sitzt du auf deinem Berg und pinkelst jedem

auf den Kopf, der an dir vorbeiläuft. Jemand passt dir nicht

in den Kram? Was kratzt dich das, denn du bist ja schliesslich dein

eigener Chef und unterliegst keinem anderen. Im Nationalpark

magst du vielleicht vor schiesswütigen Hobbyschützen sicher

sein, aber im richtigen Leben wirst du schnell genug feststellen

müssen, dass dir andere sehr wohl das Wasser reichen können.

WASSERMANN

Es ist Mitte Monat und dein Kontostand ist bereits unter die

Nullgrenze eingebrochen? Wen wundert das noch bei deinen

kostspieligen Aktionen? Ein extravagantes Candle-Light-Dinner

zu zweit war dir nicht prickelnd genug, daher hast du gleich deine

100 besten Freunde an den Tisch gebeten. Das neue Cabrio

gab’s nicht nur in klassischem schwarz, sondern auch noch im

trashigen 70’s-Design. Daher musstest du sie schliesslich beide

kaufen. Nein lieber Wassermann, wir wissen auch nicht, warum

das mit dir und den Finanzen einfach nicht klappen will.

FISCHE

Du träumst von ewiger Liebe, dem Weltfrieden und davon,

dass auf den Bäumen bald Geldscheine wachsen. Deine

Schöngeistigkeit ist bewundernswert, aber da du nicht der

nächste Bob Dylan bist, könntest du mal daran arbeiten, deine

weltfremden Hirngespinste auf realem Nährboden gedeihen zu

lassen. Und wo wir schon mal dabei sind: Deine Wohnung wird

vom Schöndenken auch nicht ordentlicher.

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Agenda CRUISER Edition September 2010

FR 27. August

Bern

21.00 Samurai Bar:

Partytime Cool Hits mit DJane Peter Pan

23.00 Aqualis Sauna Club Bar:

Brunnmattstr. 21, 3007 Bern.

Special Event Party Naked Night

Ganze Schweiz

08.00 Les lacets roses: Gays Randos Genève

& Schuwa ba-wü. Wanderwochenende

Freiburger-Alpen bis 29.8. Infos 052 232 54 90

Zürich

18.30 BaeroPolis Zürich: Zürcher Bären Treff im

Davis Pearl Bar, Birmensdorferstr. 83

19.00 Stairs@Langstrassen Fest 2010:

Feines Essen, Coole Drink, Groovige Beats.

DJ TonTon & Andreas Ramos. Stand F16,

Langstr. 151. Infos www.stairsclub.ch

19.30 G a yM ig s: schwule Migranten Treff im

HAZ-Centro, Sihlquai 67

20.00 Queertango1 Queer: Milonga für

Schwule, Lesben und ihre Freunde.

Cafetin Buenos Aires / El Artesano,

Alfred-Escherstr. 23

21.30 T&M Disco:

Marktgasse 14. Chartstation. DJ Romeo

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Kick-Off!

SportsHeroes. Sports & Sneaks

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Electro College. DJ Plus 1

23.00 Sector c; Fetish Club:

Wagistr. 13. Strikter Dresscode Kick-Off!

SportsHeroes. Sports & Sneaks only!

23.00 Stairs Club: Hohlstr. / Shell Tankstelle

(beim Letzipark). BRR Label Night.

DJs Robin Hirte, TonTon, Keyman & Cyrill

vs Sylvano. Gratiseintritt bis 02h

SA 28. August

Bern

21.00 Samurai Bar:

Partytime Dance Revolution mit DJ Dani

22.00 ISC Club: Tolerdance für Schwule, Lesben

und FreundInnen. Sommer Tolerdance.

DJs Ludwig, PCB & Matz.

Mitternachts-Show, Openair-Bar

Zürich

13.00 Stairs@Langstrassen Fest: 2010 Feines

Essen, Coole Drink, Groovige Beats.

DJs Beat Herren, La Luna & Jacky. Stand F16,

Langstr. 151. Infos www.stairsclub.ch

21.00 Männerzone: Kernstr. 57. Hier treffen sich

Männer und Kerle! Matrosen Ahoi! Traumschiff-Party.

Die MS Männer-zone sticht

in See. Party auf Deck mit heissem House

Sound. Matrosen-Crew mixt eis gekühlte

Longdrinks. Tickets Fr. 20.–

sind in der Männerzone erhältlich

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14.

Romeo Night. DJ Romeo

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Workers in

Gear – Workwear Party. Baustellen-Bierpass

3 für 2

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Jump the House.

DJ Gil Everest

23.00 Summer Selectionparty@Lotus Club:

Pfingstweidstr. 70. Diverse DJs.

Infos www.selectionparty.ch

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Workers in Gear. Worker, Bauern,

Army (Yellow)

23.00 Stairs Club: Hohlstr./Shell Tankstelle

(beim Letzipark). Party inklusive Afterhour,

welche zu unterschiedlichen Zeiten

beginnt und endet. MoonRage. Funky Goa

goes downStairs. DJs 5th Element, Dream,

José Parra & Scott Allen. Af-terhours ab 06h

bis 14h mit DJs Joe Ferretti, Tomi Gips &

Subsonic. Bei schlechtem Wetter openend

SO 29. August

Winterthur

10.00 W I L S C H: Winterthurer Lesben und Schwule

Sonntagsbrunch im Lokal Badgasse 8.

Anmeldung erforderlich über

www.badgasse8.ch

Zürich

08.20 HAZ Outdoor: Velotour ins Schwarzbubenland.

Treff Zürich HB um 08.20h Gleisanfang

Zug nach Basel, Abfahrt 08.34h.

Anmeldung und genaue Infos bis 23.8. über

www.haz.ch/outdooraktuell

19.00 Queer Gottesdienst:

Nicht nur für Lesben und Schwule. Kirche

St. Jakob, Stauffacherstr. 34

19.00 Sector c; Fetish Club: Zero – Sunday Nacked.

Fr. 12.– inkl. Eintritt Rage & Garderobe

20.00 Ladies Night im Adagio: Gotthardstr. 5

(Kongresshaus) Music by DJ X-Child

20.00 Sprit Bar: Erfrischend anders! Talacker 34.

Bis 29.8. nur bei schönem Wetter. Infos bei

zweifelhaftem Wetter www.sprit.ag Heute

zum letzten mal für diese Saison. Wir

sehen uns ab Juni 2011


CRUISER Edition September 2010

Agenda

22.30 A A A H !:

Marktgasse 14. Week2end DJ Mad House

MO 30. August

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Woof DJ Qbass

DI 31. August

Zürich

12.00 Aidspfarramt Zürich: Universitätsstr. 42.

HIV-Mittagstreff. Infos 044 255 90 55

19.00 Lesbentreff Zürich-Wiedikon:

Trinken, essen, kennenlernen. Im Hot Pot

Café, Badenerstr. 138

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ La Luna

September 2010

MI 01. Sept.

Zürich

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Goldies DJ Q-Bass

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Treffpunkt DJ Upspace

DO 02. Sept.

Winterthur

19.30 Badgasse 8: LesBiGay & Friends Treff im

Lokal Badgasse 8

Zürich

100804_1719_inserat_cruiser.ai 1 11.08.2010 09:45:11

19.30 Queer-Waves: für Lesben, Schwule,

Bisexuelle, Tansgender und Intersexuelle.

Tanze deinen Tanz! 5-Rhythemtanz nach

Gabrielle Roth für Queers mit Beatrice

Fischer. Eine Wohltat für Körper, Geist

und Seele. Keine Vorkenntnisse nötig.

Mitbringen: bequeme Kleidung und etwas

zu trinken. Getanzt wird barfuss oder in

leichten Tanzschuhen. Gemeinde-zentrum

Hottingen, Gemeindestr. 54. Fr. 25.–.

Info www.ibp-institut.ch, 052 319 40 44,

fischer.b1@bluewin.ch

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Prêt à danser?

DJ Marc S

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Prêt à danser. DJ Groovemaster

FR 03. Sept.

Basel

20.00 «random». jongliert, getanzt, elektrisiert:

Ein humorvolles Aufeinandertreffen von

Körper, Tanz, Jonglage und elektronischer

Livemusik von und mit Jonas Althaus.

Premiere im Sudhaus Warteck pp, Burgweg 7.

Infos www.random3.net. Tickets 061 681 04 15.

Weitere Vorführungen 4. & 5.9., 10. bis 12.9.

22.00 Pink Friday@CU Club:

Steinentorstr. 35. DJ Peeza & Friends

Zürich

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Bootylicious.

RnB mit DJ Chris

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Cruisy Friday

22.00 Lollipop Party mit 3 Tanzpisten!: Schlagerpiste

mit Hauch von Canzoni & Chansons;

Discopiste 70er/80er Disco und einem Schuss

90er; Latinpiste mit Salsa, Bachata etc. Plus

Karaoke Lounge. X-Tra, Limmatstr. 118

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Electro College.

DJ Nick Harvey

23.00 Stairs Club: Hohlstr./Shell Tankstelle (beim

Letzipark). DJs Klangkosmetiker, Rolf Imhof

& Jux. Bis 02h Gratiseintritt

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode sportsLAB - cum in sports gear

23.00 HOMO@Longstreet goes Cabaret:

Geroldstr. 15. Diverse DJs

SA 04. Sept.

Basel

22.00 Isola Club@Club en Vogue: Clarastr. 45.

DJ Mary mit Sound der 70er bis heute

Bern

22.00 Julius Party im Du Nord: Lorrainestrasse 2.

DJ Versace. Fr. 15.–, Vorverkauf Fr. 10.– im

Restaurant Du Nord. Weitere Infos siehe

www.juliusparty.ch

Luzern

22.00 Uferlo s: Schwul-lesbisches Zentrum

LesBiSchwule Party von Halu & Why Not

Offstream on tour. The alternative party

for gays, lesbians and friends. Infos:

www.offstream.ch & www.halu-luzern.ch

Thurgau

19.30 HOT: Spezialanlass im HOT, Wilerstr. 5,

9545 Wängi Goldies-Show mit Spaghettiplausch.

Diva International zeight ihre One

(Wo)man Show mit Klassiker der Musikgeschichte.

Fr. 16.– für Menu & Show. Anmeldung

und Info bis 31.8. bei anmeldung@

hot-tg.ch oder 077 401 31 76 (Roger)

www.exx-party.ch

Samstag 2. Oktober 2010

23.00 till late

DJ José Parra (Zürich)

aliens.ch, MoonRage

DJ Ajaxx (Zürich)

Flexx, Revolution (Zürich)

Zürich Pride Festival

progressive

tribal-house

tech-house

Albulastrasse 38

8048 Zürich

rrvk.com


Agenda CRUISER Edition September 2010

Winterthur

19.00 G O !:GayOstschweiz geht ans Seemer Dorffest

2010 in Winterthur mit Essen. Zelt und

Strassenverkauf. Infos www.go-club.ch

Zürich

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. G-Dance.

DJ Marc S

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren

Cruising unlimited

22.00 Naughty & Gorgeous PopCorn:

70er bis 90er Jahre von ABBA bis Zucchero

mit DJs Harry M & Sonik. Xces Club, Albulastr.

40. Die spezielle Testosteron-Party

ohne Dresscode für alle.

Infos www.testosteron-party.ch

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Jump the house. DJ Gaetano

23.00 Loop 38: Albulastr. 38. Party Flexx-Party.

DJ Vasco & Willi P mit progressive, tribalhouse,

tech-house. Infos www.flexx-party.ch

23.00 Stairs Club: Hohlstr./Shell Tankstelle (beim

Letzipark). Party inklusive Afterhour, welche

zu unterschiedlichen Zeiten beginnt

und endet. Johann & Micha Birthday.

DJs La Luna, Liquid Soul, Kularis (live), Beat

Herren & Mullekular. Afterhour ab 10h bis

22h mit DJs Angy Dee, Citizen Kain, TonTon

& Ezikiel

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass X-treme Leather & Rubber

SO 05. Sept.

Winterthur

10.00 G O !:GayOstschweiz geht ans Seemer Dorffest

2010 in Winterthur mit Essen. Zelt und

Strassenverkauf. Infos www.go-club.ch

Zürich

07.25 HAZ Outdoor: Wanderung im Prättigau

von Stels / Mottis bis St. Antönien Platz (5 bis

6 Stunden). Für Leute, welche eine Abkürzung

möchten, besteht diese Möglichkeit.

Treff Zürich HB 07.25h beim Abfahrtsgleis

(Gleiskopf) IC nach Chur (Abfahrt 07.37h).

Alle Infos und Anmeldung bis 02.09. siehe

www.haz.ch/outdooraktuell

19.00 Tanzleila in der Kanzleiturnhalle:

Party von Frauen für Frauen. Ab 19h Standard,

ab 21h querbeet flohmarktmusik mit

DJ Madame Chapeau, ab 23h elektrotech

mit DJane Sabaka

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Week2end DJ Madhouse

MO 06. Sept.

Winterthur

11.00 GO!:GayOstschweiz geht ans Seemer

Dorffest 2010 in Winterthur mit Essen.

Zelt und Strassenverkauf. Infos www.go-club.ch

Zürich

18.15 Referat zu Asylverfahren: unter Schengen

/ Dublin für Queerrefugee mit Denis

Graf von Amnesty International.

HAZ-Centro, Sihlquai 67, 3. Stock.

Interessierte sind danach auch an die

Queeramnesty-Sitzung eingeladen

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Woof DJ Groovemaster

DI 07. Sept.

Zürich

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ La luna

MI 08. Sept.

Zürich

17.00 Posibar: die andere Bar in der Tip TopBar,

Seilergraben 13. Quatschen, Essen, Trinken...

Infos www.posibar.ch

18.00 Triebwerk Bar: Albulastrasse 40 / 2. Echte

Kerle / Bärenabend Neueröffnung mit Begrüssungsgetränk

und Snacks

20.00 Heldenbar@Provitreff: Sihlquai 240 DJs

miss flash champagne & spit. «Dutch Disco

Ragout» setting off a glitzy vinyl inferno

«from Disco till Dawn»

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Goldies DJ Q-Bass

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Treffpunkt Garçon

Sauvage

DO 09. Sept.

Zürich

18.00 Triebwerk Bar:

Albulastrasse 40/2. Anzugparty, Feierabendverkehr,

ab 21h offen für alle

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Prêt à danser?

DJ Marc S

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser. DJ Q-Bass

FR 10. Sept.

Winterthur

22.00 Lollipop Party: im Bolero Club, Untere

Vogelsangstr. 8. Schlager, Canzone,

Discofloor. Infos www.lollipopparty.ch

Zürich

19.30 Frauenbar im GZ Riesbach: Seefeldstr. 93

19.30 H A Z - C ent ro: Freitags-Centro mit speziellem

kulinarischem Angebot

20.00 L M Z: der Schwule Schweizer Motorradclub

Stamm im Restaurant Moléson, Grüngasse 7,

8004 Zürich

20.00 ga y: my way: Schwule Männer im

Coming-out Treff im HAZ-Centro, Sihlquai

67. Coming-out Gespräche in Klein-gruppen

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Absolutely

Disco. DJs Dynamike & Groovemaster

22.00 Rage:

Wagistr. 13, Schlieren darkroom – cruising

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Electro Collage. DJ La Luna

23.00 Stairs Club: Hohlstr./Shell Tankstelle (beim

Letzipark). Progressive. DJs Nonius, Quinto

Elemento & Alison. Gratis-eintritt bis 02h

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode FF, SM, Bondage, Fetish

SA 11. Sept.

Basel

22.00 il principe – most royal Swiss Gayparty:

DJ Mario Ferrini (House, Electro, 90s,

Partytunes) & DJ Nextaso. Querfeld-halle,

Dornacherstr. 192. Fr. 20.-. Im Prinzenoutfit

Fr. 10.–. Tram 16 bis Tellplatz.

Infos www.feerproduction.ch

Bern

22.00 Endrophine: Party für Lesben und Schwule

vom Partylabel Shit&Vomit. 3 Tanzflächen.

DJs Mental X, Angel O., Scheinwerfer,

Ginger C. Brown, Jacqui u.a. Liveact von

Sängerin Franca Morgana. Im Gaskessel,

Sandrainstr. 5. Fr. 20.– im Vorverkauf,

Abendkasse Fr. 25.–.

Infos www.shitandvomit.ch

22.30 Gentleboyz the most gentle gay night in

the captital:

Eröffnungsevent mit DJs Darren Flecta,

David Cruso & Kary, sowie Anthony Vega.

Im Du Théâtre, Hotelgasse 10. Fr. 20.–.

Vorverkauf Bern: Lorenzini, Basel:

Tourismus (Stadtcasi-no), Zürich:

Cranberry, Luzern: Coiffeure dell arte

Winterthur

17.00 W I L S C H: Winterthurer Lesben und Schwule

We are family! Essen, Geniesserabend für

die LesBiSchwule Com-munity im Lokal

Badgasse 8 Anmeldung auf

www.badgasse8.ch

Zürich

21.30 T&M Disco:

Marktgasse 14. G-Dance. DJ Groovemaster

21.30 Club Martini: DJs Santa Martini & Bingo

Bongo. 60ies à GoGo & Funky Martini Jazz.

Decor by Remo Arpagaus. Im MAiERs,

Albisriederstr. 16, 8003 Zürich. Fr. 20.–.

Infos www.clubmartini.ch

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Extrem

normal – Cruising für alle

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Forward. DJ Plus 1

23.00 Stairs Club: Hohlstr. / Shell Tankstelle

(beim Letzipark). Party inklusive Afterhour,

welche zu unterschiedlichen Zeiten beginnt

je Stk. Fr. 49.90

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CRUISER Edition September 2010

und endet. Future Waves. DJs Marcosis, Beat

Herren, Phaxe (live), La Luna, Creator &

Jacky. Afterhour ab 13h bis 22h mit

DJs Tonic, David Jimenez & Tomy Gips

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass 4everybody, heute kein Dresscode!

23.00 Celestial Evergreen:

DJs Thomi B & Michael K - LJ Marcel

Wie immer mit special lightning features,

deco & morphing, darkroom

for gays and friends@lotus, Zürich

SO 12. Sept.

Ganze Schweiz

11.00 Les lacets roses: Wanderung von Teufenthal

(AG) mit Essen auf dem Bauernhof

Unterkulm/Steienberg. Treff um 11h Bahnhof

Teufenthal (AG). Infos und Anmeldung

bis 10.9. an khofmann_ch@yahoo.de

Zürich

14.00 EntreNous: Sunday Tea Dance Treff für

tanzbegeisterte Lesben und Schwule zu

Standard- und lateinamerikani-schen

Tänzen oder einfach zum plaudern.

Club Silbando (Swisscom Gebäude),

Förrlibuckstr. 62

15.00 Triebwerk Bar: Albulastrasse 40/2. Naked

Party. Eintritt Fr. 10.–

Kaffee & Kuchen (solange Vorrat)

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Week2end DJ Madhouse

MO 13. Sept.

Zürich

18.00 Triebwerk Bar: Albulastrasse 40/2. Afterwork

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Woof DJ Q-Bass

DI 14. Sept.

Bern

20.00 Unc ut: warme Filme am Dienstag im Kino

der Reitschule. «Mr. Right», GB, E / d. Bar ab

20h, Film um 20.30h.

Infos www.gaybern.ch/uncut

Zürich

12.00 Aidspfarramt Zürich: Universitätsstr. 42.

HIV-Mittagstreff. Infos 044 255 90 55

18.00 Triebwerk Bar:

Albulastrasse 40/2. Afterwork

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Duplexx DJ Angy Dee

MI 15. Sept.

Bern

20.30 random: jongliert, getanzt, elektrisiert

ein humorvolles Aufeinandertreffen von

Körper, Tanz, Jonglage und elektronischer

Livemusik von und mit Jonas Althaus. Tojo

Theater Reitschule, Neubrückstr. 8. Infos

www.random3.net. Tic-kets 077 480 36 37.

Weitere Vorführungen bis 18.9.

Zürich

18.00 Triebwerk Bar: Albulastrasse 40 / 2.

Echte Kerle/Bärenabend

20.00 Heldenbar@Provitreff:

Sihlquai 240 DJ Alle Farben aus Berlin

Kreuzberg – electro b(u)mp

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Goldies DJ Q-Bass

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Treffpunkt DJ Upspace

DO 16. Sept.

Zürich

18.00 Triebwerk Bar: Albulastrasse 40 / 2. Sports

18.00 Rosa Bavaria: Die Schwule Bierzelt-Party

am Limmattaler Oktoberfest. Zündstoff, die

Partyband aus dem Voralberg spielt auf.

Tickets Fr. 39.– (inkl. Fr. 27.– Konsum-

Voucher) sind erhältlich im Rage und in der

Männerzone.

Infos www.limmattaler-oktoberfest.ch

18.30 Aufbruch zu neuen Horizonten: Infoveranstaltung

der Zürich Versicherungs-

Gesellschaft in Zusammenarbeit mit Pink

Cross zu den Themen: Nachhaltige Finanzund

Vorsorgeplanung für gleichgeschlechtliche

Beziehungen. Nachlassplanung

mit Schwerpunkt auf die eingetragene Partnerschaft.

Hotel Four Points by Sheraton,

Sihlcity Zürich. Anmel-dung und Auskunft

basel.le@zurich.ch

21.30 T&M Disco:

Marktgasse 14. Prêt à danser? DJ Marc S

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Prêt à danser.

DJ Groovemaster

FR 17. Sept.

Zürich

19.00 Gay Bikers Zürich: Höck in Wetzikon.

Genaue Infos über www.gaybikers.ch

21.30 T&M Disco:

Marktgasse 14. Chartstation. DJ Marc S

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren

Cruising unlimited

22.00 Lollipop Party: mit 3 Tanzpisten! Schlagerpiste

mit Hauch von Canzoni & Chansons;

Discopiste 70er/80er Disco und einem

Schuss 90er; Latinpiste mit Salsa,

Bachata etc. Plus Karaoke Lounge.

X-Tra, Limmatstr. 118

22.30 AAAH!: Marktgasse 14. Electro College.

DJ G!l Everest

22.30 XceS-Club: Albulastr. 40. Santa Vagina for

Lesbians Queers and Gays. Live in Concert

Bettina Köster. DJs Pat Pa-trisha, Aura Trauma

& Mikki Leela.

23.00 Stairs Club: Hohlstr./Shell Tankstelle

(beim Letzipark). Treibstoff. DJs Sarah Goldfarb,

Franklin De Costa & Daniel Mehlhart

23.00 Sector c; Fetish Club:

Wagistr. 13. Strikter Dresscode Friday Naked

Agenda

SA 18. Sept.

Basel

22.30 QueerPlanet: The hot house & electro

house event for gays, lezgirls & friends.

DJs Taylor Cruz & Tonträger. Im Singerhaus,

Marktplatz 34. Gratiseintritte werden auf

www.queerplanet.ch verlost

Winterthur

21.00 W I L S C H: Winterthurer Lesben und Schwule

Wilsch tanze die queere Ü-25 Party.

Opening Party mit live act von Miss

Sunflower. DJ Little Miss Swede & Surprise

DJs. Im XS danceclub, Werkstr. 16 (Nähe

Bahnhof Winterthur-Grüze).

Infos www.badgasse8.ch

Zürich

18.00 a.p a r t: Frauenbar bei Buvette Philipp,

Zweierstr. 166

19.00 Loge 70: (Schweiz) Bondage-Club Zürich &

Green Berets Switzerland. Fetish Dinner im

Restaurant Bubbles, Strassburgstr. 15,

8004 Zürich. Apéro ab 19h, Essen ab 20h,

danach Clubbesuche. Es besteht die

Möglichkeit sich um-zuziehen

21.30 T&M Disco: Marktgasse 14. Klubnacht.

DJs Pra-Vos & Luc Le Grand

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Freistoss.

Front Play. Sports & Sneaks

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Klubnacht. DJ La Luna

23.00 Stairs Club: Hohlstr./Shell Tankstelle (beim

Letzipark). Party inklusive Afterhour,

welche zu unterschiedlichen Zeiten

beginnt und endet. Unite. DJs Sky Janssen,

Jens Zimmermann, Ezikiel & The Key (live),

Joram & Helder. Afterhour ab 13h bis 22h

mit DJs Joe Ferretti, High Five! & Joker

23.00 Sector c; Fetish Club:

Strikter Dresscode-Anlass Freistoss. Front

Play. Sports & Sneaks only

23.00 Madonna Party: 100% pure Madonna

mit DJ Dimitri. Mit Visuals. Lotus Club,

Pfingstweidstr. 70. Powered by Selection.

Infos www.selectionparty.ch

23.00 Jack Party: Horse Meat Disco Londons populärer

Club-Export ist zu Gast. DJs Horse

Meat Disco & Luke Hope (London), Juiceppe.

Festsaal Kaufleuten, Pelikanplatz 18.

Infos www.jackcompany.com

SO 19. Sept.

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23. Die Sommerpause

ist vorbei, die Party steigt wieder!

DJ Muscheidt – von den flotten siebziger bis

heute

Lausanne

22.30 Jungle Gay Party: Insatiable «Carne» im

MAD, rue de Genève 23. DJs Ivan Pica, Antoine909,

Shequida, Severino, Filthy Luka.

Live violin: Dillon. The Insatiable Gaydar

Gogo-Boys. Infos www.gay-party.com

Zürich

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Week2end DJ Madhouse

MO 20. Sept.

Zürich

18.00 Triebwerk Bar:

Albulastrasse 40/2. Afterwork

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Woof DJ Groovemaster

53


Agenda CRUISER Edition September 2010

DI 21. Sept.

Aarau

20.00 Aa rglo s: Lesbengruppe. Treff Pizza essen

im Restaurant Traube Hirschthal. Anmeldung

bis 07.09. bei vicki53@gmx.ch

Zürich

18.00 Triebwerk Bar:

Albulastrasse 40/2. Afterwork

22.30 AAAH!: Marktgasse 14.

Duplexx DJ Upspace

MI 22. Sept.

Zürich

18.00 Triebwerk Bar: Albulastrasse 40/2. Echte

Kerle / Bärenabend

20.00 Heldenbar@Provitreff:

Sihlquai 240 DJ siehe www.heldenbar.ch

21.30 T&M Disco:

Marktgasse 14. Goldies DJ Q-Bass

22.30 AAAH!:

Marktgasse 14. Treffpunkt DJ La Luna

DO 23. Sept.

Zürich

18.00 Triebwerk Bar: Albulastrasse 40 / 2.

Anzugparty. Feierabendverkehr.

Heute ist Vollmond!

21.00 Laby Bumb@Labor Bar: Schiffbaustr. 3.

Party für Lesben und FreundInnen.

Infos www.ladybumb.ch

FR 24. Sept.

Zürich

12.00 L obby- B a r: Spitalgasse 3. Die Bar wird

geschlossen, deshalb Ustrinkete bis 26.9.

18.30 BaeroPolis Zürich: Zürcher Bären Treff im

Davis Pearl Bar, Birmensdorferstr. 83

19.30 G a yM ig s: schwule Migranten Treff im

HAZ-Centro, Sihlquai 67

20.00 Queertango: Queer Milonga für Schwule,

Lesben und ihre Freunde. Cafetin Buenos

Aires/El Artesano, Alfred-Escherstr. 23

21.00 Cranberry Bar:

Glitzerberry Night mit DJ Glitzerhaus

22.00 Rage: Wagistr. 13, Schlieren Darkroom.

Cruising

23.00 Stairs Club: Hohlstr./Shell Tankstelle

(beim Letzipark). Progressive. DJs Jacky,

Marcosis & Oli. Freier Eintritt bis 02h

23.00 Sector c; Fetish Club: Wagistr. 13. Strikter

Dresscode Motorbiker, Leather & Rubber

SA 25. Sept.

Bern

20.00 Östrosteronia Part 1:

«Trans dich glücklich», Party zur Gründung

des Transgendernetzwerks Schweiz.

Ab 20 Uhr Snacks und Ansprache von

Alecs Recher. Ab 21 Uhr Konzert mit der

Homopunkband «n importe quoi» und

Schlagzeugsolo von «Drumilia» anschliessend

Disco mit den DJs Anouk Amok

(80erRockPop), DJ Alex (Trash), Spooky

Dolls Surgery (RockPunkrock) und DJ Luisa

(DetroitMinimalIndustrialGoth). Überraschungsperformance

und «Styling Corner

by the Dreamkings». Im Frauenraum der

Reitschule, Neubrückstr. 8

Chur

14.00 Schlagerparade 2010: Der Umzug der 14.

Schlagerparade startet um 14h auf dem

Parkplatz der Stadthalle Chur. Die genaue

Streckenführung ist von der Stadthalle

durch das Welschdörfli, über die Grabenstrasse,

über den Postplatz und Poststrasse

zum Martinsplatz. Livekonzerte auf der

Schlagerbühne Arcas ab 16h. Ab 23h Schlagerparties

in diversen Lokalen.

Infos www.schlagerparade.ch

Zürich

22.00 Boyahkasha!: Gayparty im Acqua,

Mythenquai 61 mit 2 Dancefloors.

Clubfloor DJs Luc Le Grand, Raffiness &

Zör Gollin (Boyahsound). Penthouse Floor

mit DJ Gaetano (House). Infos:

www.boyahkasha.ch & www.acquaclub.ch

22.00 Rage: Wagistrasse 13, Schlieren Darkroom.

Cruising. Bierpass 3 für 2

23.00 Sector c; Fetish Club: Strikter Dresscode-

Anlass Yellow. Bierpass 3 für 2

23.00 Stairs Club: Hohlstr./Shell Tankstelle

(beim Letzipark). Party inklusive Afterhour,

welche zu unterschiedlichen Zeiten beginnt

und endet. fierjahreszeiten. DJs Artemiss,

Clubixx, Alison, Steffi, M&D Babes. Afterhour

ab 10h bis 22h mit DJs Beat Herren,

Ezikiel, Wandler & Sonik


.

CRUISER Edition September 2010

SO 26. Sept.

Basel

21.00 Untragbar!: Die heterofreundliche Homobar

am Sonntag im Keller des Restaurants

Hirscheneck, Lindenberg 23 (Sommerpause

bis 18.9.) DJ High Heel On Speed – Glam

Electrorock

Winterthur

10.00 W I L S C H: Winterthurer Lesben und Schwule

Sonntagsbrunch im Lokal Badgasse 8.

Anmeldung erforderlich über

www.badgasse8.ch

Zürich

09.00 HAZ Outdoor: Herbstwanderung im Zürcher

Oberland. Infos und Anmeldung über

www.haz.ch/outdooraktuell

09.00 Gay Bikers Zürich: Schlusstour. Genaue

Infos über www.gaybikers.ch

19.00 Sector c; Fetish Club: Zero – Sunday

Nacked. Fr. 12.- inkl. Eintritt Rage & Garderobe

20.00 Ladies Night: im Adagio Gotthardstr. 5

(Kongresshaus) Music by DJ X-Child

MO 27. Sept.

Zürich

18.00 Triebwerk Bar:

Albulastrasse 40/2. Afterwork

DI 28. Sept.

Bern

20.00 Unc ut: warme Filme am Dienstag im Kino

der Reitschule. Bar ab 20h, Film um 20.30h.

«Love Sick» Rumänien, OV/d.

Infos www.gay-bern.ch/uncut

Zürich

12.00 Aidspfarramt Zürich: Universitätsstr. 42.

HIV-Mittagstreff. Infos 044 255 90 55

18.00 Triebwerk Bar:

Albulastrasse 40/2. Afterwork

19.00 Lesbentreff Zürich-Wiedikon:

Trinken, essen, kennenlernen. Im Hot Pot

Café, Badenerstr. 138

23.00 Selection Party im Lotus Club: P fi ng s t-

weidstr. 70. Infos www.selectionparty.ch

MI 29. Sept.

Zürich

18.00 Triebwerk Bar: Albulastrasse 40/2. Echte

Kerle / Bärenabend

20.00 Schwule Väter: Väterstamm im Café

Rathaus, Limmatquai

20.00 Heldenbar@Provitreff:

Sihlquai 240 DJ Heldin im Chaos –

electro clash electro trash

! Checkpoint Zürich

Konradstrasse 1

www.checkpoint-zh.ch

044 455 59 10

@ Barfüsser

Café-Bar-Sushi

Spitalgasse 14

www.barfuesser.ch

# Apollo

Sauna

Seilergraben 41

$ Restaurant

Johanniter

044 253 62 00

Geöffnet bis 04:00 Uhr

www.johanniter.com

% The Dynasty Club

3 Bars – 1 Entrance

Zähringerstrasse 11

www.dynastyclub.ch

^ Cranberry Bar

Metzgergasse 3

www.cranberry.ch

& Rathaus Café

Limmatquai 61

www.rathauscafe.ch

* Tip Top

Seilergraben 13

www.tiptopbar.ch

\

!

Rathausbrüc

hausbrücke

DO 30. Sept.

Zürich

18.00 Triebwerk Bar: Albulastrasse 40/2. Sports

19.00 Bi-Treffpunkt: offener Treff für bisexuelle

Männer und Frauen 19h Treff im Café

Rathaus, ab 20.30h Bistro Marion

Limmatquai

Limmatquai

Rudolf-Bruhn-Brücke

Central

Metzgergasse

&

Marktgasseasse

Limmatquai Limmatquai

Mühlegasse

^

Metzgerg^

Häringstr.

Inserat: ZBIRO GmbH, 8304 Wallisellen / info@zbiro.ch

Niederdorfs

fstr

tr.

BM

Zähringerst Zähringerstr.

Seilergraben

Seilergraben

Spitalgasse

asse

Grossmünster

Utoquai

Quaibrücke

$ BO#

(BP

BQBO

% MühlegBP

BN

BL

@

SBB

Haupt-

bahnhof

Spitalg@

Hirschen-

Platz

Bellevue-

Platz

Rämistr.

*

Gay Live-Date

0906 56 56 56 Fr. 2.-/Min. ab Festnetz

( Paragonya

Wellness Club

Mühlegasse 11

www.paragonya.ch

BL G-HOTEL

Marktgasse 14

+41 (0)44 250 70 80

AAAH! Trendclub

Dancefloor & Cruising

T&M Club

Live DJs & Performance

PIGALLE Bar

Evergreens & Schlager

BM Leonhards Apotheke

Stampfenbachstrasse 7

BN Lobby

Cocktail Bar

Spitalgasse 3

Agenda

BO Macho City Shop

Häringstrasse 16 www.macho.ch

BP Predigerhof

Mühlegasse 15

www.predigerhof.ch

BQ HaarSturm

Hair&Beauty

Häringstrasse 14, 043 243 79 07

www.haarsturm.ch

19.30 z&h Schwule Studis an Uni & ETH:

z&h Nachtessen im HAZ-Centro, Sihlquai 67

20.00 HAZ-Centro: Schwubliothek, Schwule

Bücher- und ausgewählte Videoausleihe,

Sihlquai 67

Impressum

Herausgeber und Verleger: AfM-Publikationen, Martin Ender

Redaktion und Verlagsadresse: AfM-Publikationen, Martin Ender, Mühlebachstrasse 174, Postfach, 8034 Zürich, Tel. 044 388 41 54, Fax 044 388 41 56, info@cruiser.ch

Infos für die Agenda: agenda@cruiser.ch | Infos an die Redaktion: redaktion@cruiser.ch

Redaktionelle Mitarbeit: Thomas Borgmann, Kurt Büchler, Charly Büchi, Andreas Candinas, Daniel Diriwächter, Martin Ender, Branko B. Gabriel, René Gerber,

Oliver Hölcke, Mark-Philip Ingenhoff, Hanspeter Künzler, Michael Lenz, Stefan Schüpbach

Grafik / Layout / Litho: Hubertus Design, Deny Fousek, Beni Roffler, Letzigraben 114a, 8047 Zürich

Inserate: AfM-Publikationen, Martin Ender, Postfach, 8034 Zürich, Tel. 044 388 41 54, Fax 044 388 41 56, anzeigen@cruiser.ch

Fachberater: Pierre André Rosselet, Rechtsanwalt

Druck: Neue Luzerner Zeitung AG, Cruiser Auflage: 15 000 Exemplare, 10 Ausgaben jährlich

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18.09.10

23:00

Festsaal

Pelikan

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Zurich

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