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DIE WIRTSCHAFT

DIE

Branchen &Betriebe: Westfalen und Euro-Alkohol kooperieren Seite 9 Geld &Geschäft: Die Zahlungsmoral wird besser Seite 17 Leben &Wissen: Wie lange gibt es noch das Arbeitszeugnis? Seiten 25/26 DIE WIRTSCHAFT www.agravis.de POWERED BY Münster |Münsterland Ausgabe 1/15 |Dienstag, 24. Februar 2015 www.die-wirtschaft-muensterland.de Einzelpreis: 2,00 Euro Aschendorff Verlag GmbH &Co. KG | Soester Straße 13 | 48155 Münster | PVST88690 Von wegen alles Jacke Der Fachkräftemangel wird auch für die Unternehmen im Münsterland zur Herausforderung. Helfen könnten ein breiter Schulterschluss und eine gemeinsame Strategie, um zu finden und zu binden. Gesucht. Gefunden. Das war einmal. Unternehmen –vom kleinen Handwerksbetrieb bis zum großen Mittelständler –werden es künftig schwererhaben, die passenden Mitarbeiter zu finden und zu binden. Engpässe drohen, wenn sich Prognosen erfüllen, die für das Jahr 2030 in NRW einen Fachkräftebedarf von über 890 000 voraussagen. Schon in fünf Jahren wird der demografischeWandel auch im Münsterland jeden treffen, sagen Experten. Der Wandel kommt schleichend. Während Münster mit seinem beneidenswerten Bevölkerungszuwachs noch voneinem deutlichen Plus in der mittleren und berufstätigen Altersgruppe profitiert, müssen sich die Kreise rundum längst sputen. In Regionen wie dem Westmünsterland, in dem man mit einer Arbeitslosenquotevon aktuell 4,5 Prozent schon fast auf eine Vollbeschäftigung zusteuert, ist der Arbeitsmarkt bereits heute invielen Bereichen wie leer gefegt. Nicht nur das: Auch Unternehmensnachfolger und Existenzgründer werden dort gesucht. Unterm Strich stellt sich schneller als gedacht die Frage, wie es morgen noch um Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung bestellt sein wird. Erste Bremsspuren in einer Zeit, in der man trotz einer weltpolitisch unübersichtlichen Lage konjunkturell noch ein Plus registriert. Stichwort Schulabgänger: Im Jahr 2010 verabschiedeten die allgemeinbildenden Schulen im Münsterland noch 20 417Jugendliche. Schon im Jahr 2020 werden es nur noch 16 648 sein. Ein Minus von 18,46 Prozent. Fortsetzung Seite 2 Bitte anprobieren! Unternehmen müssen aufpassen, dass Jacken und Helme nicht im Schrank hängen bleiben. Foto: Peter Endig OFFEN GESAGT Stamm(es)kräfte Wie wird esdem Häuptling morgen ergehen –mit seiner dezimierten, schon ins Alter gekommenen Zahl tapferer Stammesmitglieder, ganz ohne junge Indianer? Wird er so zu neuen Jagdgründen aufbrechen, Tipis und Ponyherde schützen können? Vor allem Unternehmen in gleichermaßen technisch wie kaufmännisch ausgerichteten Branchen schauen wie unser Häuptling skeptisch in die Zukunft. Wenn gegenwärtig die Suche nach versierten Mitarbeitern schon aufwendig ist, so wird sie morgen noch mühsamer werden. Zweige, die absehbar vom Fachkräftemangel stärker als andere betroffen sind, müssen sich immer kräftiger und kreativer ins Zeug legen, um die erforderliche Kopfstärke im Betrieb sicherzustellen. Unabhängig vom unumkehrbaren Bevölkerungsrückgang rächt sich jetzt der Akademisierungswahn vergangener Jahre. Er hat mit dafür gesorgt, dass sich 2013 erstmals mehr Schulabgänger für ein Studium als für eine Berufsausbildung entschieden haben. Dass unterdessen manch einer an der Universität am Arbeitsmarkt von morgen vorbeistudiert, ist mehr als ärgerlich. Dabei hätten viele junge Menschen die Chance, zum Beispiel als Meister, Techniker oder Fachwirt beruflich erfolgreich zu sein. Berufliche Bildung, allen OECD-Forderungen zum Trotz ein deutsches Erfolgsprodukt, braucht auch deshalb neuen Rückenwind und keine Bremser. Gegen den Fachkräftemangel, den das Münsterland mit seiner guten Beschäftigungslage bald zu spüren bekommen wird, muss überdies gemeinsam vorgegangen werden. Gefühlte und echte Grenzen darf esnicht mehr geben. Denn es wäre fatal, wenn die Region aus Mangel an Stamm(es)kräften ihre gute Wettbewerbsfähigkeit verlieren würde. wk „Wirtschaft“ wirkt Arbeitgeber fordern Einführung eines eigenen Unterrichtsfachs an den Schulen Lernen fürs Leben: Ein Fach „Wirtschaft“ könnte dabei helfen. Foto: dpa 4 198869 002009 2 0 0 0 9 Der Tweet einer Schülerin hat es deutlich gemacht: Wirtschaftsfragen spielen im Unterricht offenbar immer noch eine zu geringe Rolle. Wirtschaft muss ein eigenständiges Unterrichtsfach an allgemeinbildenden Schulen in NRW werden. So weit gehen die Arbeitgeberverbände Ruhr/Westfalen, die schon vor einem Jahr diese Forderung in einem entsprechendes Positionspapier erhoben haben. Nurbei einer Bündelung der Wirtschaftsthemen könne es zu einem „deutlichen Qualitätssprung in der Vermittlung ökonomischer Kompetenzen“ kommen. Ein Unterrichtsfach „Wirtschaft“ bietet aus Sicht der Verbände den Raum, fundiert und zusammenhängend eine ökonomische Bildung zu vermitteln, die grundlegende wirtschaftliche Zusammenhänge, Funktionsweisen, Konzepte und Begriffeumfasst. Eine Erhöhung der Stundenzahl insgesamt sei dafür nicht erforderlich, insbesondere wenn die Zeitbudgets für wirtschaftliche Themen aus anderen Fächern zusammengezogen werden. „JungeMenschen brauchen wirtschaftliche Grundkenntnisse und Kompetenzen, um als mündigeWirtschafts- und Staatsbürger verantwortungsvoll zu handeln.“ Der Modellversuch des Schulministeriums „Wirtschaft an Realschulen“ habe gezeigt, wie positiv ein Unterrichtsfach wirkt. wk raiffeisenmarkt24.de Ihr Onlineshop für Haus, Heimtier, Garten und Reitsport. www.raiffeisenmarkt24.de 10 % Online Gutschein-Code* rm24-1 *Dieser Gutschein-Code ist nur unter www.raiffeisenmarkt24.de ab einem Mindestbestellwert von 20,-€einlösbar.Eine Barauszahlung ist nicht möglich. 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