BOLD THE MAGAZINE No.16

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AMBITION

MIT ANSPRUCH UND EIFER | INTERVIEW: MONSTER-CHEF NOEL LEE | GEFRORENE MUSIK: NORSKE OPERA | NEW FASHION | NORWEGEN: ARCTIC RACE OF NORWAY | FINNLAND: VON LAPPLAND BIS HELSINKI

ZEITGEIST | LIFESTYLE | KUNST | KULTUR | MODE | TREND

D 4.80 EUR | AT 5.50 EUR | CH 8.50 CHF 16 | 2015

WWW.BOLD-MAGAZINE.EU

THE MAGAZINE

AMBITION

MIT ANSPRUCH UND EIFER | INTERVIEW: MONSTER-CHEF NOEL LEE | GEFRORENE MUSIK: NORSKE OPERA

NEW FASHION | NORWEGEN: ARCTIC RACE OF NORWAY | FINNLAND: VON LAPPLAND BIS HELSINKI


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INHALT

BOLD THE MAGAZINE | 3

THINK BOLD

NEVER REGULAR

INHALT

EINSTIEG

REISE

Ambition:

Mit Anspruch und Eifer

MODE

Monster Elegancy

8

10

Norwegen:

Arctic Race Of Norway

Gefrorene Musik – Norske Opera

Finnland:

Von Lappland bis Helsinki

68

74

78

„Cool“ kann man nicht

vermarkten. Interview mit

Monster-Chef Noel Lee

Sohn der Erde

20

24

LIFESTYLE & TREND

Motorcycle Fun

Time for Adventure

Driving Performance

32

88

100

KUNST & KULTUR

DIE LETZTE SEITE

BOLD THE MAGAZINE 16 2015

Fotograf: D. Schaper

Model: Kevin C. (Most Wanted Models)

Make-Up: A. Esser

Styling: Z. Khawary

Sehenswert:

The own Stylization

„Selbstauslöser“

Vorschau

Ausstellungen

42

44

Impressum

BOLD IM NETZ

Blog:

www.bold-magazine.eu

114

Outfit: Bugatti

Uhr: Maurice Lacroix

Ketten: Khawary Jewellery

Hörenswert:

Musikalischer Luxus

Track-by-Track:

Norwegische Popmusik

Propeller Records

46

48

App:

Die BOLD THE MAGAZINE App im iTunes

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8 | BOLD THE MAGAZINE EINSTIEG | MIT ANSPRUCH UND EIFER


EINSTIEG | MIT ANSPRUCH UND EIFER

BOLD THE MAGAZINE | 9

MIT ANSPRUCH

UND EIFER

AMBITION

AUTOR: H. G. TEINER

„An highly ambitious undertaking“, ein

wirklich ambitioniertes Unterfangen,

das umschreibt eine bewundernswerte

Eigenschaft, die den menschlichen

Unternehmergeist zu Höhenflügen

befähigen kann. Etwas ambitioniert tun,

heißt, (s)ein Ziel mit Eifer und Anspruch

zu verfolgen. Eine wahrhafte Überzeugung

wird durch ehrgeiziges Streben mit

Leben erfüllt. Das könnte die Urtriebkraft

jeglichen ideologisch oder wirtschaftlich

geprägten menschlichen fortschrittlichen

Handelns sein. Ambition

ist eine mit leidenschaftlicher Tiefe vollführte

Umsetzung der eigenen Vorhaben.

Ein ambitioniertes Vorhaben steckt die

Ziele hoch und lässt sich nicht durch

unmöglich Erscheinendes abhalten.

Kompromisse sind erst einmal fern, die

Herausforderung des scheinbar Unmöglichen

beflügelt den unternehmerhaften

Geist.

Ein unbedingtes inneres Anliegen wird

auf einer realen, sozialen und wirtschaftlichen

Ebene verfolgt, die Erfüllung

wird dabei weit größere Dimensionen

annehmen, als es die bloßen persönlichen

Absichten zu Beginn dieses Vorgangs

versprechen konnten. Das unbedingte

Verfolgen – mit grandioser Leichtigkeit

und gegen alle Widerstände, zeichnet

die Erfolgreichen am Ende aus. Das

Gegenteil macht es deutlich: Unambitioniertes

Verhalten ist mit ziellos, unmotiviert,

ideenlos, planlos, unschlüssig

und inaktiv zu umschreiben. Anspruch

und Scheitern, Erkennen und Verwirklichen

– das ambitionierte Handeln ist

in ständiger Bewegung, sich stetig neu

zu erschaffen. Eine nachhaltig wirksame

Komponente der Ambition ist nicht zu

unterschätzen: Die kontinuierlich engagierte

Zielstrebigkeit.

Ambitioniertes Handeln ist in seinem

Ursprung auch der Wille nach unbedingter

Perfektion in einer Welt voller

Kompromisse. Die Forderung nach

maximaler Umsetzung. Die Verfolgung

des ultimativ Möglichen.

Das Phänomen der Ambition ist der

Kern allen Erfolges, es ist die Grundlage

wahrer Entwicklungen und erfolgreicher

Karrieren in unserer Gesellschaft.

Mit der Ambition geht immer auch etwas

Unrealistisches, bisher Unverwirklichtes,

einher – letztlich muss sie sich jedoch an

und in der Realität beweisen. So entsteht

Neues, das Erstaunen und Bewunderung

erntet. Ambitionierte Zielsetzungen sind

absolut notwendig bei weltweit drängenden

Zukunftsfragen, Lösungsvorschlägen

und langfristigen Umsetzungsstrategien:

Beispielsweise bei der Setzung

von internationalen Klimazielen, bei den

Vorgaben zur Schonung der weltweit

verfügbaren Rohstoffressourcen, bei der

Entwicklung von alternativen Antriebstechnologien.

Halbherziges Handeln lässt

die absehbaren Probleme anwachsen.

Johann Wolfgang von Goethe ließ

in seinem großen Werk „Faust - Der

Tragödie zweiter Teil“, die Engel formulieren:

„Wer immer strebend sich

bemüht, … den können wir erlösen.“

Goethe selbst war ein Ausbund an ambitioniertem

kreativen Handeln. Immer

wieder machte er sich auf, das scheinbar

Unergründbare zu ergründen, die

verborgenen inneren Zusammenhänge

des Lebens und der Natur zu entdecken,

die Wahrheit dahinter zu erkennen und

dazu noch kunstvoll zu verdichten. In

Faust II sind es schließlich die drei Engel,

die am Schluss dieses hoffnungsfrohe

Urteil über Faust sprechen. Hier zählt am

Ende Engagement und Tatkraft.


BOLD THE MAGAZINE | 11

MONSTER

ELEGANCY

FASHION

FOTOGRAF: K. STUHT

Outfit:

Ali Rahimi for Mon Atelier

Kopfhörer: Monster

www.monsterproducts.com

Link zum Fotografen:

www.kai-stuht.net

Produktion: L. Lalor | Assistenz: T. Ertel | Styling: A. Ashford

Models: Sue, Luci (Click Model Agency), Katy, Marie (Fordmodel L.A.)


12 | BOLD THE MAGAZINE MODE | MONSTER ELEGANCY

Outfits:

Ali Rahimi for Mon Atelier

Kopfhörer: Monster


Outfit: Ali Rahimi for Mon Atelier

Kopfhörer: Monster


MODE | MONSTER ELEGANCY

BOLD THE MAGAZINE | 17

Outfits:

Ali Rahimi for Mon Atelier

Kopfhörer: Monster


18 | BOLD THE MAGAZINE MODE | MONSTER ELEGANCY

Outfits:

Ali Rahimi for Mon Atelier

Kopfhörer: Monster


20 | BOLD THE MAGAZINE MODE | IM INTERVIEW

Rapper Meek Mill mit goldenen

24K Monster Kopfhörern.


MODE | IM INTERVIEW

BOLD THE MAGAZINE | 21

„COOL“ KANN MAN

NICHT VERMARKTEN

NOEL LEE

AUTOR: F. REIP

Unter seiner Führung wurden Beats by

Dr. Dre zu den gefragtesten Kopfhörern

im Lifestyle-Segment: Noel Lee,

Geschäftsführer von Monster und

lebende Legende der Audio-Elektronik.

Im Gespräch mit BOLD sprach der Sound-

Liebhaber aus Kalifornien über seine

ersten Anfänge, seine Ambitionen und

den „Pure Monster Sound“.

Herr Lee, Sie führen ein weltbekanntes

Unternehmen, doch ehe wir über

Technik reden, interessiert uns der

Mensch hinter „Monster“ ...

Ich wurde zwar noch in China gezeugt, kam

aber in Amerika auf die Welt – meine Eltern

waren im Oktober 1948 mit dem letzten

Boot an die Westküste gekommen, ehe die

USA die Grenze dicht machten. Wie italienische

oder jüdische Familien sind chinesische

sehr eng gewoben. Mein Vater arbeitete

als Korrespondent für eine chinesische

Nachrichtenagentur. Für meine Eltern war

klar: Ihr Sohn wird entweder Buchhalter

oder Ingenieur – also wurde ich Ingenieur.

Ich machte meinen Abschluss an der

California Polytechnic, arbeitete für eine Zeit

in einem staatlich geförderten Institut, das

zu den führenden Forschungszentren der

Welt zählte. Es war eine tolle Zeit.

Musik taucht da noch nicht auf ...

Doch, ich verspürte schon damals eine

große Leidenschaft für Musik, spielte Schlagzeug

in einer Akustik-Folkrock-Band namens

Asian Wood. Uns wurde eine Welttour

angeboten, und nachdem ich eine Weile

gezögert hatte – ich hatte mittlerweile Haus

und eine eigene Familie, dachte ich mir:

Wann, wenn nicht jetzt!? Also kündigte

ich meinen Job und wir zogen los. Wir

schafften es genau bis nach Hawaii.

Dort bemerkten die Veranstalter, dass wir

nicht Top 40-Dancemusic spielten, wie

sie dachten – und schmissen uns raus.

Unsere Welttournee war vorbei.

Ging es dann zurück in die sichereren

Gefilde?

Keineswegs – wir hatten ja kein Geld für

den Rückflug! (lacht) Wir blieben auf

Hawaii, studierten all die Top 40-Hits und

wurden zu einer der bestbezahlten Bands

dort. Asiaten, die amerikanischen Folkrock

spielten, das war einzigartig. Wir hatten

eine tolle Sängerin, begabte, natürliche

Musiker, spielten wunderschöne Harmonien,

hatten unseren eigenen Sound. Hier

lernte ich, was Business bedeutet und was

es heißt, auf eigenen Beinen zu stehen.

Ich war ja bis dahin so ein geradliniger

Ingenieur, nun war man manchmal für

eine Woche ohne Engagement. Aber

kürzen wir das Ganze ab: Wir wurden

von einem Manager abgezockt, die

Band löste sich auf – und ich kehrte

schließlich nach Kalifornien zurück.

Zeit für den Einstieg in die Elektronik?

Ich wollte ins Audio-Business und sah mich

in einigen HiFi-Stores um, doch für einen

Verkäufer hielt man mich für überqualifiziert.

Ich bekam keinen Job, kehrte dann für

ein Jahr ins Institut zurück – aber die Bürozeiten

hatte ich nicht mehr im Blut, ich hielt

es dort nicht aus. Eines Tages hörte ich auf

meiner Anlage Musik und dachte mir: Ich

möchte den Klang verbessern, aber wie

mache ich das? Sehen wir uns mal dieses

Kabel an! Damals arbeiteten alle mit extrem

dünnen Kabeln. Ich spielte ein bisschen

herum und fand heraus, dass ein Großteil

des Sounds, Kraft und Dynamik, im Kabel

verloren ging. Ich entwickelte also das

Monster Cable.


22 | BOLD THE MAGAZINE MODE | IM INTERVIEW

Wie kamen Sie auf den Namen?

Na weil das Kabel enorm war – groß und

stark! Ich wollte diesem Stück Draht eine

Persönlichkeit geben, es zum Leben erwecken!

Die Leute fanden den Namen schrecklich

dumm. (lacht) Stattdessen habe ich

dem Wort einen neuen Sinn gegeben:

„Monster“ bedeutete nun richtig gut zu sein,

der Beste. Das habe ich erfunden.

Ein grandioser Marketing-Schachzug!

Leider hatte ich ansonsten wenig Ahnung

von Marketing. Damals gab es die Kabel

beim Kauf von Lautsprechern geschenkt,

und erst nach vielen Versuchen konnte ich

einen Vertreter davon überzeugen, beim

Verkauf den Unterschied zu gewöhnlichen

Kabeln vorzuführen. Ich entwickelte

den Slogan „Get all the sound you paid for“

– ab dem Moment entwickelten sich die

Dinge.

Sie haben mehrfach von Ihren Ambitionen

gesprochen, unser Leitthema

dieser Ausgabe. Was bedeutet der

Begriff für Sie?

Ich denke dabei an Technologie – daran,

wie Elektronik Menschen beeinflusst. Ich

bin aus der Generation der Babyboomer,

haben die Generationen X und Y erlebt,

sehe jetzt die Millennials. Jede Generation

hat eigene typische Persönlichkeitsstrukturen

und eine eigene Popkultur, sprich:

Ambition. Zu meiner Zeit bestimmten die

Medien, was cool ist – die Kids heute lassen

sich nichts mehr sagen, die müssen selbst

entdecken, was cool bedeutet. Daher scheitern

auch so viele Firmen beim Versuch, sich

als cool zu verkaufen: Man kann „cool“ nicht

vermarkten.

Monster macht auch traditionelle

Tie-Ins mit Marken wie Adidas oder

Diesel ...

Ja, das müssen wir tun, aber das rührt die

Kids kein Stück.

Ihr neuestes Produkt ist der 24K-

Kopfhörer. Golden und mächtig ist er

ein echtes Fashion-Statement – doch

wie beschreiben Sie seinen Klang?

Stimmt. So mancher trägt die Headphones

schon, ohne dass sie überhaupt

eingestöpselt sind. Sie können sich vielleicht

kein echtes Gold leisten, aber

dann zumindest den 24K. Zum Klang:

Mit Beats haben wir ja den Bass nach vorn

geholt – etwas, das es vorher bei Kopfhörern

so nicht gab. Beim 24K aber geht es

wie bei den anderen Monster-Kopfhörern,

die wir für verschiedene Segmente entwickelt

haben, ums volle Klangspektrum,

um Klarheit, Dynamik, Kraft, Artikulation,

um Details. Wir nennen das „Pure

Monster Sound“. Egal, wie perfekt man

zwei Lautsprecher in einem Raum aufstellt,

letztlich interagieren die beiden Lautsprecher.

Bei einem Kopfhörer ist das anders

– da ist unser Kopf der Raum. Wir gehen

ganz nah ran an den Sound. Man denke

an ein Konzert: Wir wollen nicht den Sound

im Publikum abbilden – sondern den, der

direkt am Mikro ankommt. Bei all dem

ist völlig egal, um was für Musik es genau

geht.

Welche anderen Produkte entwickeln

Sie derzeit?

Die Wireless Soundstage ist fertig und

kommt in Deutschland Ende des Jahres

auf den Markt – ein One-Speaker-Soundsystem

für den ganzen Raum, basierend

auf High-Quality-WiFi, steuerbar per Smartphone.

Außerdem arbeiten wir an einem

Soundsystem für eine große Elektroauto-

Marke. Ich habe ja schon einmal eine Auto-

Anlage kreiert und installiert, im Rahmen

eines One-Off für Lamborghini. Ganze

neun Exemplare gibt es von dem Auto! Das

Projekt jetzt wird größer, wird aber auch

noch drei Jahre in Anspruch nehmen. Wir

wollen förmlich eine Konzerthalle im Auto

erzeugen – und damit geht’s dann auf die

Autobahn!

Monster wurde 1979 in San Francisco von

Noel Lee gegründet und hat heute über

600 Mitarbeiter. Neben Audio- und Videokabeln

stellt Monster Kopfhörer, Lautsprecher,

Fernbedienungen sowie Handyund

Autozubehör her. Die Produkte

werden unter anderem unter den Namen

Monster Power, Monster Mobile, Monster

Performance Car, Monster Game, Monster

Photo und M•Design vermarktet.

Branchenexperten schätzen den jährlichen

Gesamt-Umsatz auf etwa 500

Millionen US Dollar.

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Thor, der mit seinen Stürmen dem Winter den Garaus macht

und mit seinem Hammer Eis und Schnee zerschlägt, präsentiert

die Mode für die letzten eiskalten Tage.


BOLD THE MAGAZINE | 25

SOHN

DER ERDE

FASHION

FOTOGRAF: C. MATTER

Mantel: Billy Reid

Shirt und Hosen: Jil Sander

Socken und Sandalen: Michael Kors

Link zur Fotografen:

www.cyrillmatter.com

Art Director: N. Coutsico | Model: W. Armando Cabral

Fashion Stylist: K. Hunter | Writer: M. Steinbeck

Styling Assistent: A. Temple | Groomer: A. Kaeser


26 | BOLD THE MAGAZINE MODE | SOHN DER ERDE

linke Seite

Mantel: Tom Ford

rechte Seite

Mantel und Hosen: Dior

Shirt: Burberry

Socken und Sandalen: Michael Kors


Den Riesen gekentert, im Meer versenkt.

Sein Ruderboot mitsamt zwei Walen auf

den Schultern übers Eis getragen.

Jetzt ist Ruhe.


Coat: Helen Yarmak

Jacket: Salvatore Ferragamo


Der Mahlstein des Riesen pocht im Kopf.

Mond! Leg dich vor die Sonne,

heute kein Licht, ich ertrag es nicht.


Thor und die Schlange

haben Kräfte gemessen. Verwandelt liegt sie

am Kamin: Ein graues, schlafendes Kätzchen. Müde vom Met

aus Riesenbechern lässt Thor sich neben sie fallen.


MODE | SOHN DER ERDE

BOLD THE MAGAZINE | 31

linke Seite

Mantel, Shirt und Hosen: Burberry


rechte Seite

Mantel: Helen Yarmak


YOU SAY

„HAIJEIJEI“

F 800 R

AUTOR: T. GUTKE | FOTOGRAF: J. KÜNSTLE

Seit fast einem Jahrhundert verkaufen die Bayern von BMW auch Motorräder, und blickt

man auf die Zahlen, selten so erfolgreich wie heute. Woran das liegt? BOLD wollte es

wissen und schickte Reporter Tim Gutke mit der neuen F 800 R auf eine 250 Kilometer

lange Küstentour. Die Geschichte: Zwei Räder und eine Erkenntnis.


34 | BOLD THE MAGAZINE LIFESTYLE & TREND | BMW F 800 R


LIFESTYLE & TREND | BMW F 800 R

BOLD THE MAGAZINE | 35

Am Ende bleibt uns doch immer nur das

Eine, das Reine: die Wahrheit. Manch einer

wird sie kaum verkraften können, aber

besser es ist jetzt raus als später. Dann

nämlich, wenn die Fachfragen kommen,

auf die ich keine Antworten habe. Bereit?

Gut. Ich habe von modernen Motorrädern

nicht den Hauch einer Ahnung. Interessiert

mich auch nicht. Das muss man

wissen, weil die folgende Geschichte

sonst möglicherweise eine andere wäre.

Noch etwas muss man wissen: In meiner

Garage steht eine Norton Commando.

Sie ist ein Jugendtraum, 40 Jahre alt,

die Schaltung ist verkehrt herum, vorne

und hinten eine Trommelbremse und

dazwischen immer ein Ölfleck, von

dem niemand weiß, woher er eigentlich

kommt. Wenn man den Zweizylindermotor

startet, werden Emotionen

geweckt: Kinder weinen, Opas schimpfen,

Mädchen lächeln. Der Unterschied

zwischen meinem alten Engländer und

einem modernen Bayern entspricht also

in etwa dem zwischen der Santa Maria

und dem Raumschiff Enterprise – immer

auf der Suche nach neuen Welten, nur auf

völlig anderen Wegen.

Nun stehe ich also hier, an einer spanischen

Küstenstraße, kräftiger Wind bläst

die Augen staubig, und neben mir –

unbeeindruckt – lehnt die überarbeitete

F 800 R, ein Modell, das sich seit dem Jahr

2009 in der Produktpalette hält, lässig

auf dem Seitenständer. Viele tolle Wörter

beginnen mit einem „R“. „Radikal“ zum

Beispiel. „Ringelpietz“, „Rachenputzer“

oder „Raketenwürmer“. Bei BMW steht es

für Roadster. Auch okay. Es steckt zumindest

ein Versprechen dahinter, ist es doch

das, was im Grunde alle Motorradfahrer

suchen: einen verlässlichen Partner auf

allen Straßen. Und in dem Wort steckt

noch etwas anderes: ein Versprechen

auf Emotionen, einsame Straßen und der

Horizont als Etappenziel. Aber kann ein

modernes Motorrad diese Versprechen

einlösen?

Der Motor mit seinen zwei wassergekühlten,

parallelen Zylindern, die 90 PS

leisten sollen, klingt im Standgas ziemlich

unaufgeregt, ganz anders als die Boxermotoren,

mit denen BMW seit jeher eine

Motorraderfolgsgeschichte schreibt. Wer

sich aber den Spaß macht und einfach

mal ruckartig am Gasgriff der F 800 R

dreht, wird kräftig angebrüllt. Hallo,

das R steht also auch für „Rrrrorrr“. Es ist

erstaunlich, wie nah ein satter Klang und

absolute Vibrationsarmut bei modernen

Fahrzeugen beieinander liegen. Wer jetzt

denkt, ah, den Motor kenne ich, liegt

richtig. BMW verbaut ihn auch in der 800

GS. Doch in der R nun etwas stärker und

schärfer übersetzt.

Mit jeder weiteren Kurbelwellenumdrehung

macht sich eine Lust breit, diesem

Klang Taten folgen zu lassen. Ein Gefühl,

das in den Fingerspitzen beginnt, sich

über die Armbeugen bis hin zu den

Nackenhaaren und dann runter zu den

Fersen im ganzen Körper ausbreitet. Ich

kenne das von meinem Motorrad, aber

da ist die Quelle der Lust eine andere. Oft

ist es vielmehr die Freude darüber, dass

sie überhaupt anspringt.


Fels in der Brandung: Die

wendige BMW bringt den

Piloten an die entlegensten

Ecken der Küstelinie.


Kurvenfest: Samt ABS wird das Naked

Bike zum treuen Begleiter.


40 | BOLD THE MAGAZINE LIFESTYLE & TREND | BMW F 800 R

Vorsicht bissig: Der Zweizylinder liefert 90 PS

über die Kette ans Hinterrad. Für die 202 Kilogramm

Leergewicht, mehr als ausreichend.


LIFESTYLE & TREND | BMW F 800 R

BOLD THE MAGAZINE | 41

Die BMW hat auf dem Papier wahrlich

alles, was ein modernes Motorrad zu

brauchen scheint. Assistenzsysteme wie

ABS, optional eine elektronische Fahrwerksanpassung

wie eine automatische

Stabilitätskontrolle, beheizbare Griffe

und moderate Verbrauchswerte. Von 0

auf 100 km/h sprintet sie in 3,9 Sekunden,

und die Höchstgeschwindigkeit endet

jenseits der 200 km/h. Ob solcherlei Erfindereifer

dem Motorrad Schritt für Schritt

die Seele raubt, muss jeder Motorradfahrer

für sich selbst beantworten. Ich

hätte auf diese Frage immer mit einem

klaren „Ja“ geantwortet – zumindest bis

zu dieser Begegnung auf der staubigen

Straße am Ende Europas.

Schon auf den ersten Kilometern vermittelt

die BMW F 800 R eine Sicherheit, die

fast beängstigend ist. Wenn sich etwas so

schnell so gut anfühlt, kann doch etwas

nicht stimmen. Gas geben, in die Kurve

legen, bremsen und den Zeiger vom

Drehzahlmesser in Richtung 8.000 schicken.

Das Motorrad macht alles mit, wie

auf Schienen. Die hydraulischen Bremszangen

krallen sich so wohldosiert um

die zwei Scheiben am Vorderrad, dass die

Entdeckung der Langsamkeit eine reine

Freude ist und kein schweißtreibendes

Abenteuer. Ich drücke den Knopf für

die beheizbaren Griffe, eine angenehme

Wärme steigt von den Händen her auf.

250 Kilometer sollen es heute werden.

Von Meeresniveau hoch auf knapp 800

Meter und dann wieder runter durch das

kurvenreiche Hinterland Andalusiens. Die

Sitzposition ist alles andere als sportlich,

ziemlich aufrecht steht der Oberkörper

im Wind. Was sich anfänglich etwas

unangenehm anfühlt, entwickelt sich zu

einer richtig gemütlichen Angelegenheit.

BMW hat bei der F 800 R scheinbar

nichts dem Zufall überlassen. Die Knie

schmiegen sich an den Tank, die Füße

stehen lässig auf den Rasten, und der

Hintern ruht bequem auf der Bank. Und

sollte es mal nicht passen, gibt es sogar

unterschiedlich hohe Sitzbänke, die

alles ins Lot bringen. Kilometer für Kilometer

spulen sich auf den Tacho. Kurve

rein, Kurve raus. Die Farbe – BMW nennt

sie Lightwhite – passt hervorragend in

die karge andalusische Landschaft. Der

Motor schnurrt. Der Motor brüllt. Für

meinen Geschmack könnte alles noch ein

wenig lauter sein, aber sei‘s drum. Doch

wer hätte gedacht, dass dieses moderne

Fahrzeug so viel Freude bereiten kann?

Ich nicht. Nie hat man den Eindruck, die

Maschine nimmt sich mehr heraus, als

sie dürfte. Die 250 Kilometer vergehen

wie im sinnbildlichen Flug. Als kleines

Abschiedsgeschenk hinterlässt mich die

BMW am Ausgangspunkt, auf der staubigen

Straße in Andalusien, völlig ausgeruht.

Entspannt. Glücklich, mit der Lust

auf mehr. Fast nicht zu glauben ...

Ach, bevor ich es vergesse: Ich hätte eine

Norton Commando zu verkaufen. Ölt ein

wenig, springt schwer an, ansonsten gut

beieinander. Interesse?

WEITERE INFORMATIONEN:

www.bmw-motorrad.de


42 | BOLD THE MAGAZINE KUNST & KULTUR | SEHENSWERT

THE OWN

STYLIZATION

SELBSTAUSLÖSER

AUTOR: H. G. TEINER

Selfies sind der unübersehbare Trend des

modernen Smartphone-Fotografierens.

Mit speziellen Objektiven ausgerüstete

und als explizit für das perfekt kontrollierte

Selbstbildnis ausgewiesene Selfie-

Phones werden gerade auf den Markt

gebracht. Bilder, die die Welt oft nicht

braucht und doch werden sie massenweise

über Facebook, Twitter, Instagram

und Co weltweit präsentiert. Die

Ursprünge von Selbstbildnissen liegen

weit zurück und sind schon bis in die

Kunst der bemalten Leinwand zurückzuverfolgen.

Das Selbstporträt, das jahrhundertelang

als kunsthistorische Kategorie

galt, wurde im Umfeld der Social

Media zum omnipräsenten Phänomen

der Populärkultur.

Die Ausstellung „Selbstauslöser“ erforscht

den performativen Akt der

Selbstaufnahme anhand von Fotografien

wie auch von Filmen, Videos,

Kleinbildprojektionen, Künstlerbüchern

und Performances. 27 Künstler und Künstlerinnen

aus vier Generationen zeigen

mit rund achtzig künstlerischen Arbeiten

ein breites Spektrum des Phänomens auf

und erzählen die Geschichte der fotografischen

Selbstbildnisse. Der Selbst-

auslöser fungiert dabei als operatives

und symbolisches Werkzeug des Aufbegehrens,

das weniger dem Drang nach

Selbstdarstellung als vielmehr dem Akt

der bewussten Selbststilisierung dient.

Die Praxis des Sich-selbst-Fotografierens

steht dabei in Wechselwirkung mit den

technischen Entwicklungen. Dies zeigt

sich beispielsweise in einem im Bild sichtbaren

Auslösekabel, im funkgesteuerten

Fernauslöser in der Hand oder einfach

in dem ausgestreckten Arm, die Hand

drückt offenbar den Auslöseknopf. Der

Blick in die Kamera schafft Distanz zu sich

selbst, dient dabei auch der Überprüfung

des Selbst. Es entwickelt sich ein besonderes

visuelles Verhältnis von Subjekt

und Welt.

Selfies mögen mit ihrer Ähnlichkeit zum

Selbstporträt formal die Geschichte

des fotografischen Selbstporträts fortschreiben.

Anders als die Momentaufnahmen

aus dem aktuellen Medienphänomen,

die in ihrer medialen Verbreitung

auch zum Kontrollverlust über das eigene

Bild führen können, reflektieren die in

der Ausstellung gezeigten Arbeiten

ihre eigene selbstbewusste Medialität.

Das Foto ist hier Teil eines Kunstpro-

zesses, bei dem sich die fotografischen

Objekte in einer Transformation befinden;

die Fotografie wird als Aufzeichnungsinstrument

eines Erkenntnisprozesses

eingesetzt. So wie in „Valie Exports

Körperkonfigurationen“ (1972 - 1982),

hier wird der fotografische Akt zur performativen

Geste der Einschreibung des

eigenen Körpers in die Welt. Renate Bertlmann

setzt die Kamera als Alter Ego ein,

in den Serien „Verwandlungen“ (1969)

und „Renée ou René“ (1977) spielt sie

mit Rollenbildern. Peter Weibel wird in

„Selbstportrait als Frau“ (1967) mithilfe

von weiblichen Versatzstücken für die

Dauer der Aufnahme zum weiblichen

Pendant. In ihren Collagen betreibt

Katrina Daschner eine Maskerade als

Spiel mit sozialen Klischees, und Anja

Manfredi setzt in seriellen Studio-Shootings

wie „Verbeugen & Applaus“ (2006)

den eigenen Körper in Szene.

Selbstauslöser

Bis: 15. März 2015

Museum der Moderne Salzburg

Mönchsberg 32, 5020 Salzburg

www.museumdermoderne.at


KUNST & KULTUR | SEHENSWERT

BOLD THE MAGAZINE | 43

Laurel Nakadate

„Aus der Serie 365 Days: A Catalogue of Tears, 2011“ (C-Print, Courtesy of Leslie Tonkonow Artworks + Projects, New York)


44 | BOLD THE MAGAZINE KUNST & KULTUR | SEHENSWERT

Bild: I. von Kruse

Bild: Bundeskunsthalle Bonn

Bild: Museum of London

Aus einer gegenwärtigen Perspektive

heraus richtet die Kunstsammlung

Nordrhein-Westfalen in der Ausstellung

„Uecker“ den Blick auf die verschiedenen

Facetten des umfangreichen Werkes von

Günther Uecker.

„Wo die Sprache versagt, da beginnt

das Bild.“ Dieser Satz Ueckers zieht sich

durch die Jahrzehnte seiner Kunstproduktion.

Mit wiederkehrenden Motiven,

wie Spiralen und Reihungen, schafft es

Uecker, minimalistische Vokabeln als

universal lesbare Sprache in den Köpfen

seiner Betrachter zu etablieren. Hier

sucht der Künstler den Dialog mit dem

Publikum. So begegnet der Besucher in

großzügigen Raumsituationen Ueckers

Nagelreliefs aus vielen Jahrzenten. Diese

bekannten Bildobjekte entwickeln je

nach Standpunkt und Lichteinfall eine

leichte, poetische Kraft.

Karl Lagerfeld zählt zu den weltweit

kultigsten Modedesignern – er ist

eine schillernde Ikone des sich stetig

wandelnden Zeitgeistes. Die Bundeskunsthalle

beleuchtet im großen Stil den

Modekosmos des Ausnahmedesigners

und erzählt dabei ein großes Kapitel der

Modegeschichte des 20. und 21. Jahrhunderts.

Karl Lagerfeld griff immer wieder

klassische Formen auf und kreierte einen

neuen, zeitgemäßen Look. Über eine Zeitspanne

von nunmehr 60 Jahren zeugen

seine Kreationen von einem außergewöhnlichen

Gespür für das Lebensgefühl

und die Strömungen der jeweiligen Zeit

– ob in Haute couture und Prêt-à-porter

für die Luxusmodehäuser Balmain, Patou,

Fendi, Chloé, Karl Lagerfeld und Chanel

oder in der erschwinglichen Kollektion

der Marke H&M. Sein Prinzip, die Modemethode,

gilt es im Ganzen und im Detail

zu entdecken.

Das Museum of London ist auf den Spuren

des weltweit bekanntesten Detektivs:

Sherlock Holmes! Die berühmte Figur von

Arthur Conan Doyle fasziniert bis heute.

1887 wurde die erste Geschichte, der

Roman „A Study in Scarlet“ („Eine Studie

in Scharlachrot“), in Beeton’s Christmas

Annual veröffentlicht.

Sherlock Holmes und Dr. John Watson

arbeiteten mit der damals neuen und

bahnbrechenden forensischen Methodik.

Detailgenaue Beobachtung und analytisch-rationales

Denken führten zu bestechend

klaren Ergebnissen und überführen

die Täter. Die Ausstellung versetzt

die Besucher in die Zeit des viktorianischen

Londons. Durch frühes Filmmaterial,

Fotos, Gemälde und Originalgegenstände

wird die Atmosphäre in

Sherlocks London in einer seltenen Nähe

erlebbar.

Uecker

Bis: 10. Mai 2015

Karl Lagerfeld - Modemethode

Bis: 13. September 2015

Sherlock Holmes

Bis: 12. April 2015

Kunstsammlung NRW – K20

Grabbeplatz 5, 40213 Düsseldorf

www.kunstsammlung.de

Bundeskunsthalle Bonn

Friedrich-Ebert-Allee 4, 53113 Bonn

www.bundeskunsthalle.de

Museum of London

150 London Wall, London EC2Y 5HN

www.museumoflondon.org.uk


46 | BOLD THE MAGAZINE KUNST & KULTUR | HÖRENSWERT | CD

HÖRENSWERT

MUSIKALISCHER

LUXUS

AUTOR: F. REIP

V.A.

DECCA SOUND – MONO YEARS

(Deutsche Grammophon)

Gerade in Zeiten der digitalen Kompression

kommt ein ausdefinierter High

Fidelity-Erlebnis einem musikalischen

Luxus gleich. Den ersten Jahren von HiFi,

zur Hochzeit des Zweiten Weltkriegs von

britischen Technikern zur Identifizierung

von U-Booten entwickelt, widmet die

Deutsche Grammophon eine kolossale

Box, in der die schier unfassbare Zahl von

53 CDs untergebracht ist.

Legendäre Instrumental- und Orchester-

Aufnahmen lassen sich wiederentdecken:

Ansermets zweite Aufnahme von

Stravinskys „Petrouchka“ etwa, die erste

Decca-LP überhaupt (1950). Außerdem

kann man Dirigenten wie Georg Solti (mit

Bartók, Kodály und Haydn), Hans Knappertsbusch

(mit Bruckner) oder Erich

Kleiber (mit Beethoven) und Solisten wie

Pianist Friedrich Gulda, Geiger Ruggiero

Ricci oder Cellist Pierre Fournier erleben.


KUNST & KULTUR | HÖRENSWERT | CD

BOLD THE MAGAZINE | 47

R.E.M

REMTV

(Warner)

STEREO MC’S

COLLECTED

(Virgin / Universal)

JOOLS HOLLAND

SIRENS OF SONG

(East West / Warner)

Es war wohl eine der überraschendsten

Wendungen der jüngeren Musikgeschichte:

die Entscheidung von Michael

Stipe, Mike Mills und Peter Buck im

September 2011, ihre Band R.E.M., eine

der erfolgreichsten aller Zeiten, aufzulösen.

Glaubt man Stipe – und die Vergangenheit

zeigt, dass man das sollte, wird es

dabei auch bleiben.

Trost spenden seitdem umfangreich

erweiterte Re-Releases des Backkatalogs

und nun auch dieses Box-Set, das

auf sechs DVDs das komplette Material

versammelt, das MTV in drei Jahrzehnten

Bandgeschichte versendet hat:

Konzert-Mitschnitte, TV-Performances,

beide Unplugged-Sessions (1991 und

2001). Herzstück ist aber die brandneue,

hier exklusiv enthaltene Dokumentation

„R.E.M. by MTV“, die die Bandgeschichte

mittels einer MTV-Timeline nacherzählt.

„I’m Gonna Get Myself Connected“

– vor allem mit dieser Zeile aus dem

Song „Connected“ verbindet man Nick

Hallam und Rob Birch, besser bekannt

als Stereo MC’s. Mit dem Titel des Megahits

spielt auch die nun veröffentlichte

Werkschau „Collected“, die den Beweis

antritt, dass die britische Band mehr

zu bieten hat als eine Nummer. Das

geschieht auf gewaltige, entwaffnende

Weise: Sagenhafte neun CDs, eine DVD

mit Konzert- und Video-Material und

ein 32-seitiges Buch sind in der edlen

Kassette untergebracht, die auch dank

ihres saftigen Rots ein knalliges Highlight

im Plattenschrank setzt. Neben allen

sieben Alben, auf denen sich die musikalische

Entwicklung der einzigartigen

BritHop-Formation nachvollziehen lässt,

sind zwei Scheiben mit Remixen, Raritäten

und drei brandneuen Stücken

enthalten.

Jools Holland mag hierzulande nicht

jedem ein Begriff sein, doch im Vereinigten

Königreich ist der TV-Moderator

und Entertainer ein Star – dank

seiner Show „Later ...“ und dank seiner

Compilations, auf denen ausgewählte

Solokünstler von Hollands Rhythm &

Blues Orchestra begleitet werden. Für

„Sirens Of Song“ hat der Londoner nun

eine herausragende Schar von Sängerinnen

zusammengetrommelt, die jeweils

einen Song einspielten: Joss Stone,

Emeli Sandé, KT Tunstall, Eartha Kitt,

Melanie C und Amy Winehouse („Monkey

Man“ von 2006 ist das einzige Stück,

das nicht gezielt für diese Zusammenstellung

aufgenommen wurde) sind dabei

nicht einmal der halbe Cast. Highlights

gibt es viele, aber Kylie Minogues stellt

mit ihrem sexy swingenden Cover von

„Should I Stay Or Should I Go“ alles in den

Schatten.


NORWEGISCHE

POPMUSIK

PROPELLER RECORDS

AUTOR: F. REIP | FOTOGRAF: M. NITE

Katzenjammer, Highasakite, Team Me – mit diesen Namen mögen bislang vor allem

Menschen etwas anzufangen wissen, die sich intensiv mit Musik beschäftigen und

dabei auch über den berühmten Tellerrand hinausschauen. Noch. Denn diese norwegischen

Künstler einen zwei Dinge, die eine erfolgreiche Zukunft verheißen: Ihre Musik,

so vielfältig sie ist, scheint durch die Bank wie gemacht für die breite Masse, fürs Nachmittagsradio

ebenso wie für große Konzerthallen. Und sie alle gehören zum Roster der

in Oslo ansässigen Plattenfirma Propeller Recordings.


50 | BOLD THE MAGAZINE KUNST & KULTUR | HÖRENSWERT | TRACK-BY-TRACK

Foto: Propeller Records

Norwegisches Indie-Pop

Sextett: Team Me


KUNST & KULTUR | HÖRENSWERT | TRACK-BY-TRACK

BOLD THE MAGAZINE | 51

Das international – und gerade in

Deutschland – wohl größte Aushängeschild

von Propeller ist die Band Katzenjammer.

Deren drittes Album „Rockland“

ist soeben erschienen, und die vier Multiinstrumentalistinnen

zeigen sich hier

wandlungsfähiger denn je. „Die Platte

ist ganz schön eklektisch geworden“,

sagt Anne Marit Bergheim und erzählt

davon, wie sie für ihre Beiträge am Songwriting

nach Nashville zog. Die zierliche

Sängerin arbeitet seit September

zusätzlich im Büro von Propeller Recording,

das über einem innerstädtischen

Wasserfall des Flusses Akerselva thront.

Schnell bekommt man so einen Eindruck

von der persönlichen, fast familiären

Atmosphäre, die das Label von Frithjof

Hungnes ausmacht. Zum Hintergrund des

Labelnamens erzählt der scheinbar stets

gut aufgelegte Labelchef gern immer mal

wieder eine andere Geschichte. Richtig

ist aber, dass er vor seinem Einstieg ins

Musikgeschäft eine Propeller-Fabrik in

Lettland betrieben hat.

Vom großen Vertrauen in das Label

schwärmt auch eine andere Band, die

wir in einer von mehreren Mikrobrauereien

treffen, die Frithjof Hungnes in

Oslo betreibt: Das Quintett Highasakite

spielt sphärischen, auf dem aktuellen

Album stärker elektronisch durchsetzten

Indiepop. Das musikalische

Fundament ist beeindruckend: Die

Musiker sind professionell ausgebildet,

teilweise am renommierten Jazz Konservatorium

in Trondheim. Doch es ist vor

allem der entrückte Gesang von Ingrid

Helene Håviks, der Highasakite von

anderen Bands absetzt. Nach mehreren

EPs erschien im vergangenen Jahr mit

„Silent Treatment“ der erste international

erhältliche Longplayer, den die

Bandmitglieder als enormen Einschnitt

oder Sprung in ihrer Karriere beschreiben.

Ein wahrhaftiger Tour-Marathon

von weltweit mehr als hundert

Konzerten im vergangenen Jahr war

der logische Schritt, um nach dem

enormen Erfolg in der Heimat auch

weltweit zu reüssieren. Faszinierenderweise

ist die Band ausgerechnet in

Australien ausgesprochen populär, hat

aber auch den offiziellen Song für die

letztjährige Ausgabe des Berlin Festivals

beigesteuert.

Das Indie-Pop-Sextett Team Me schließlich

hatte mit seinem Debütalbum für

viel Aufsehen gesorgt und war mit zahlreichen

Auszeichnungen geehrt worden,

etwa dem norwegischen Grammy für das

„Best Pop Album“. Nach einer Auszeit, in

der sich Marius Drogsås Hagen, Bjarne

Ryen Berg, Simen Schikulski, Simen

Sanbæk Skari, Unø Møller und Elida

Inman in die Natur rund um ihre Heimatstadt

Elverum zurückgezogen hatten,

erschien nun im Januar das neue Album.

Die Arbeit an „Blind As Night“ begann

im vergangenen Herbst in einem der

ältesten Analog-Studios Norwegens vor

den Toren Oslos, ehe die Band in eine

eigens angemietete Farm in Elverum zog.

Entstanden ist ein Album, das in seiner

Kombination aus knackigem Gitarrenpop

und weitflächigen Synthesizern beweist,

dass Team Me bereit sind für den internationalen

Durchbruch.

1. Riding My Bicycle (From Feddersensgate

5A to Møllerveien 31)

Der zweite Teil unseres Fahrradabenteuers,

das wir mit “To The Treetops“ begonnen

hatten. Hier begeben wir uns im Grunde

zum Startpunkt von Teil Eins zurück.

Der Arbeitstitel dieses Songs lautete “Ny

nattugle under isen”, was wörtlich „neue

Nachteule unter dem Eis“ bedeutet. Ich

bin mir nicht sicher, woher dieser Name

kam, aber irgendwo tief in dem Track sind

definitiv ein paar gruselige Nachteulen

vergraben. Ich erinnere mich, dass Simen

Schikulski sagte, das Stück würde letztlich

klingen wie die Nine Inch Nails – was dann

aber doch nicht passiert ist.

2. Kick & Curse

Ich denke, hier geht es um Reue, die falsche

Entscheidung getroffen zu haben. Ein

schweres Popstück, das an die Queens

Of The Stone Age erinnern sollte – mit ein

bisschen Blödelei on top. Aber auch hier:

Es klingt eigentlich nicht wirklich nach

QOTSA. Wir verwendeten sehr alte Vintage-

Gitarren-Amps, die klangen fantastisch.


52 | BOLD THE MAGAZINE KUNST & KULTUR | HÖRENSWERT | TRACK-BY-TRACK

3. Man-eating Machine

Ein weiterer Gruselrocker, diesmal mit

Geigenarrangements von Lars Horntvedt

von Jaga Jazzist, der für viele der Geigen

auf dem Album verantwortlich ist. In den

Vocal-Arrangements ist hier eine Menge los.

Ich weiß noch, wie Marius, Elida und ich in

Marius’ Zimmer saßen und versuchten, die

Harmonien hinzubekommen. Es gab einen

Haufen mieser Versionen, das kann ich

sagen! Aber wir hatten Spaß.

4. F if for Faker

Marius’ erster echter Lovesong – auch wenn

es mit der Sache nicht richtig geklappt hat.

Nun ja. Es ist ein gewaltiger Pop/Rock-

Song mit einer Menge Kindergeschrei vom

Søbakken Children’s Choir aus der Schule,

die Marius und Simen Skari selbst als Kids

besucht haben. Der Chor begleitet uns auf

mehreren Stücken. Einige fragten uns nach

dem Albumtitel, der zu dem Zeitpunkt allerdings

noch nicht stand. Sie fanden, er hätte

„Team Me and the Kids“ heißen sollen. Vielleicht

hatten sie recht.

5. Le Sound

Eine hübsche, hämmernde Ballade, wieder

mit großartigen Geigenarrangements von

Lars Horntvedt. Ich verbrachte einen halben

Tag damit, Schicht um Schicht an Gitarren-

Feedback in den Song zu packen. Ein paar

von uns haben an dem Tag wohl ein wenig

den Verstand verloren – ich inbegriffen.

Dann tranken wir ein bisschen Sekt und

wurden noch verrückter. Der Titel ist durch

„Le Dog“ inspiriert, von dem Bjarne mal

während der Proben erzählt hat. Allerdings

habe ich keine Ahnung, worum es da geht.

6. Did We Lose Something Here

Dieser Song hätte es fast nicht auf die Platte

geschafft, denn niemand dachte wirklich

an ihn, als wir die Stücke auswählten.

Doch irgendwie hat er es geschafft – was

gut ist. Es ist ein naiver, hübscher, sommerlicher

Song, ein bisschen wie Weezer. Und

wir lieben Weezer, vor allem ihr Album

„Pinkerton“, eines der am schwersten unterschätzten

Alben der Neunziger. Genau übrigens

wie “Machina – The Machines of God”

von den Smashing Pumpkins. Was für eine

Wahnsinnsplatte!

7. Are You Still In Love

Das war immer einer meiner Favoriten –

Rock’n’Roll mit auf gute Weise albernen

Lyrics, macht live großen Spaß! Der Song

ist ein wenig inspiriert durch das geniale

einzige Album von den Dissociatives, einem

fantastischen Nebenprojekt von Daniel

Johns von Silverchair und Paul Mac, das

jeder mal gehört haben sollte.

8. Steven

Dieser Song, der von Ängsten handelt, war

in etwa 30 Minuten geschrieben und aufgenommen.

Manche Menschen spekulieren,

Elida habe die Lyrics über einen konkreten

Anlass geschrieben, was stimmen mag

oder auch nicht. Vielleicht ist er aber auch

einfach nach Steven Tyler von Aerosmith

benannt, über den Marius zu der Zeit ein

Buch las.

9. The All Time High

Der Titel klingt nach einer großartigen

Wohlfühlhymne, aber wie so oft bei Team

Me-Songs... nein. Die Lyrics sind keineswegs

zum Wohlfühlen. Zugleich ist dies

eines der pompösesten Stücke, die wir je

geschrieben haben. „Tonight, Tonight“ von

den Smashing Pumpkins sollte im Vergleich

winzig klingen. Okay, das ist uns dann vielleicht

doch nicht so ganz gelungen. Von

dem Feedback in diesem Song klingeln mir

immer noch die Ohren.

10. Blind As Night

Einer meiner absoluten Lieblingssongs. Er

ist etwas ganz Besonderes – unheimlich,

traurig, wunderschön und schwer ... eine

Art Illustion im Fieberwahn. Für das Video

wählten wir genau die zwei Tage im letzten

Sommer aus, an denen es eiskalt war und

regnete. Zwei Tage lang liefen wir rückwärts,

unter freiem Himmel an verschiedenen

Seen und Flüssen. Es war die Hölle,

und wir alle wurden danach krank, doch

letztlich war es das wert. Ich denke, es ist ein

fantastisches Video geworden.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.propellerrecordings.no

www.teamme.no

Team Me spielen zwischen Ende

Februar und Mitte März insgesamt

14 Konzerte in Deutschland, Österreich

und der Schweiz.


NEUE WEGE

SEAT LEON X-PERIENCE

AUTOR: J. M. BRAIN | FOTOGRAF: D. SCHAPER

BOLD war auf der Suche nach einem Begleiter für einen

sportlich-dynamischen Ausflug in die winterlichen Tiroler

Berge – fand den neuen SEAT Leon X-PERIENCE und

schickte Simon Böer (Schauspieler) und Model Christina

Rasputin in ein Abenteuer der besonderen Art.


WENN SIE DEN

NEHMEN SIE EIN


WEG KENNEN,

EN ANDEREN.


2.0 TDI Start&Stop, 4DRIVE, 135 kW (184 PS),

Getriebe, serienmäßig: 6-Gang-DSG,

Höchstgeschwindigkeit: 224 km/h,

Beschleunigung (0–100 km/h): 7,1 Sekunden

(Kraftstoffverbrauch Diesel, kombiniert: 4,9 l/100 km;

CO 2

-Emission, kombiniert: 129 g/km; CO 2

-Effizienzklasse: B)


Make-Up & Hair: A. Ploch (Agentur Nina Klein),

Styling: Z. Khawary, Retusche: M. Nite (NITE Labs),

Models: S. Böer (Schauspieler), C. Rasputin (Most Wanted Models),

Outfits: Bogner | Uhr: Maurice Lacroix,

Fahrzeug: SEAT Leon X-PERIENCE, www.seat.de


Hasselblad_Stellar_Padouk_A4_DE.pdf 1 29/08/2013 11:38


Hasselblad_Stellar_Zebra_A4_DE.pdf 1 05/09/2013 10:13


DER NEUE

SEAT LEON

X-PERIENCE

AUTOR: J. M. BRAIN

Wer auf der Suche nach einem passenden Begleiter für ein Abenteuer ist und gern

auch mal abseits der bekannten Wege sein Ziel erreichen möchte, sollte den neuen

SEAT Leon X-PERIENCE einmal näher anschauen: Der Kombi in Offroad-Optik ist

zwar kein SUV, aber weit mehr als nur ein Kompromiss. Die hochwertige Innenausstattung

kombiniert höchsten Komfort mit sportlicher Eleganz. Solange man sich auf

dem Asphalt bewegt, ist der SEAT Leon X-PERIENCE so gut wie jeder Andere, sobald

man allerdings abseits befestigter Straßen unterwegs ist, ändert sich der Eindruck:

Das „bisschen“ Mehr an Bodenfreiheit macht einen gewaltigen Unterschied, so dass

tief ausgefahrene Feldwege, Schotter- oder Geröllpisten, feuchte Wiesen, Schnee oder

sandiger Untergrund kein Problem darstellen – es gibt nicht viele Abwege, vor denen

man im X-PERIENCE bangen muss, und die Frage drängt sich auf, wozu angesichts

dieses Autos noch ein richtiges SUV entwickelt werden muss.


Die Allradtechnologie 4Drive unterstützt

den sportlichen Charakter des

neuen SEAT Leon X-PERIENCE. Das

hochwertige Design, die schlanken

Proportionen, der dynamische Look,

zahlreiche Designdetails – wie der

trapezförmige Wabengrill an der

Front und innovative Fahrassistenzsysteme

– machen aus jeder Fahrt

ein Erlebnis. Das neue Navigationssystem

mit größerem Bildschirm,

besserer Auflösung und dreidimensionaler

Darstellung, das um ein

paar Offroad-Funktionen erweitert

wurde, zeigt nun auch den Lenkwinkel,

die Neigung des Wagens und die Höhe

über dem Meeresspiegel an, falls die

Straßenkarte allein nicht mehr ausreicht

zur Orientierung. Den neuen SEAT

Leon X-PERIENCE gibt es als Benziner:

1.8 TSI Start&Stop, 4DRIVE, 132 kW

(180 PS), 6-Gang-DSG-Getriebe (serienmäßig)

und in drei Diesel-Versionen:

1.6 TDI 4DRIVE mit 81 kW (110 PS),

2.0 TDI Start&Stop, 4DRIVE mit 110 kW

(150 PS) sowie mit sportlichen 135 kW

(184 PS) – leistungsstark, sparsam und

höchst effizient (www.seat.de).


NATURE

IS THE LAW

ARCTIC RACE OF NORWAY

AUTOR: F. REIP

Es ist ein Radrennen wie kein anderes: Während Klassiker wie die Tour de France und

der Giro d’Italia mit dem sommerlichen Glanz Mitteleuropas punkten, wird es beim

Arctic Race of Norway kühl und aufregend: Entlang der traumhaften Küste Norwegens

zieht sich das nördlichste Radrennen der Welt. BOLD ist – als deutschlandweit einziges

Magazin – lose der mehr als 700 Kilometer langen Route gefolgt.


70 | BOLD THE MAGAZINE REISE | NORWEGEN

Auch außerhalb des Arctic Race of Norway bietet Norwegen

beste Bedingungen für sportlich Aktivitäten.

Fotos: M. Stromberg.com, S. Hjørnevik, visitnorway.com


REISE | NORWEGEN

BOLD THE MAGAZINE | 71

Hammerfest, die nördlichste Stadt der

Welt. Nur mit viel Glück landet unser

Flugzeug bei tief wolkenverhangenem

Himmel. Dabei erzählen die Menschen

hier gern vom Baden im Meer bei Temperaturen

von bis zu 30 Grad und prahlen

mit den passenden Fotos vom Jahrhundertsommer.

Ärgerlich, dass der einen Tag

vor unserer Ankunft zu Ende gegangen

ist. Vielen hier ist das gleich: Ein guter

Sturm ab und an ist ihnen das Liebste,

ansonsten geht ohnehin die Arbeit vor.

Das einstmals vor allem als Fischerstädtchen

und Ausgangspunkt arktischer

Expeditionen bekannte Hammerfest hat

dank ergiebiger Erdgasbohrungen in

den letzten gut zehn Jahren einen wirtschaftlichen

Boom erlebt – eine Flamme,

die man hinter dem Wolkengrau beim

ersten Eindruck für eine feuerglühende

Sonne halten mag, verrät die Flüssiggas-

Anlage Snøhvit, die auf einer vorgelagerten

Insel platziert ist. Nicht weit davon

liegt unsere Unterkunft: Da die Hotels im

Stadtzentrum an die Organisatoren des

Radrennens vergeben wurden, das hier

am nächsten Tag seinen Anfang nehmen

wird, sind wir in Arbeiterbarracken untergebracht.

ETAPPENZIEL

HONNINGSVÅG / NORDKAP

Auf der MS Vesterålen, einem Schiff

der Hurtigruten-Flotte, deren Küstenkreuzfahrten

populär sind, brechen wir

in der Früh noch vor den Fahrern gen

Honningsvåg auf, der nördlichsten Stadt

der Welt. Zumindest sieht man das hier

so, denn in der Tat liegt man nördlicher

als Hammerfest, und als dem Ort mit

seinen rund 2.500 Einwohnern das Stadtrecht

verliehen wurde, galt die aktuelle

Mindestgrenze von 10.000 noch nicht.

„In Hammerfest hat man den Beinamen

als „nördlichste Stadt der Welt“ registrieren

lassen“, erzählt Führer Jerome. „So

wenig Selbstvertrauen haben sie dort.“

Die Fronten in dieser weltvermessenden

Frage sind geklärt.

Dabei kann man hier auch ohne Rekorde

tolle Erfahrungen machen. Stolz präsentieren

zwei deutsche Hobbyangler einen

gewaltigen Dorsch, der 47,6 Kilo auf die

Waage bringt, ehe deren Haken abreißt

und der tote Fisch auf die Planken kracht.

„Wird filetiert und eingefroren, ist für die

Sippe“, erzählt einer der beiden, Kopf

und Schwanz werden als Trophäen dem

Anglerverein im heimischen Hessen

übergeben. Wir fangen lieber King Crab.

Die aus Russland transplantierten Riesenkrabben

gibt es hier in rauen Mengen,

fangfrisch zubereitet sind sie eine Delikatesse,

die hier vergleichsweise günstig zu

bekommen ist.

Eine halbe Autostunde ist es von hier

auf den auf der Insel Magerøya gelegenen

Nordkapfelsen, den man bei halbwegs

vernünftiger Kondition auch selbst

erklettern kann. Lohn ist auf 307 Metern

Höhe ein weites, bei Rentieren beliebtes

Plateau, das in allen Himmelsrichtungen

einen traumhaften Ausblick bis zum Horizont

erlaubt. Bei der Rückfahrt läuft im

Radio unseres kleinen Busses der R.E.M.-

Klassiker „It’s The End Of The World As We

Know It (And I Feel Fine)“.


72 | BOLD THE MAGAZINE

REISE | NORWEGEN

ETAPPENZIEL

ALTA

Die Busfahrt von Honningsvåg nach

Alta führt durch eine in tausend Grüntönen

gemalte, von stillen Fjorden

durchzogene Landschaft. Wir befinden

uns wieder südlich der Baumgrenze,

die Vegetation ist abwechslungsreich

und prächtig. Wir lassen Alta zunächst

links liegen und begeben uns in Sorrisniva

auf eine Bootsfahrt den Alta River

hinauf – durch eines der weltweit besten

wie teuersten Gewässer zum Lachsfang.

Rund 5.000 Euro zahlt hier pro Tag, wer

als Angeltourist mit den Tieren ringen

will. Gut geplant will der Spaß, mit dem

sich mancher Enthusiast einen Lebenstraum

erfüllt, auch sein: Für die nächsten

mindestens sechs Jahre sind die Lizenzen

bereits vergeben. Belohnt wird man mit

traumhaften Einblicken in die fast unberührte

Natur.

Anderswo hat der Mensch schon vor

geraumer Zeit Spuren hinterlassen: Im

Rock Art Center Alta Freilichtmuseum

kann man jahrtausendealte Steinzeichnungen

von Jagdszenen bestaunen.

Ganz modern hingegen ist die Norderlys-

Kathedrale im Zentrum Altas, in deren

elegant geschwungener Metallverkleidung

sich die Abendsonne spiegelt.

Dennoch hat das Schauspiel gewaltige

Konkurrenz: Wer die Stadt später im Jahr

besucht, tut dies vor allem wegen ihrer

perfekten Lage zur Beobachtung der

schillernden Nordlichter. Die Rennfahrer

denken an all das vermutlich so wenig

wie an das Stadt-Festival, das eben-

falls an diesem Wochenende stattfindet.

Eine lokale Rockband spielt eine schiefe

Coverversion von „Monkey Wrench“ von

den Foo Fighters. Es ist Zeit, ins Bett zu

gehen.

FINALE

Da das dritte Etappenziel Kvænangsfjell

schlecht mit dem Auto zu erreichen

und die weitere Anbindung noch

komplizierter ist, fliegen wir direkt nach

Tromsø, wo das Arctic Race mit einem

Rundkurs sein Finale erlebt. Die mit mehr

als 70.000 Einwohnern größte Stadt im

Norden Norwegens bildet dabei einen

weiteren dramatischen Szeneriewechsel:

Ein belebter Hafen und ein umfassendes

Kulturprogramm (darunter Mitternachtskonzerte

in der elegant schlichten

Eismeerkathedrale) sorgen ebenso für

urbanes Flair wie das brandneue Clarion

Hotel The Edge, für dessen Küche der

schwedisch-amerikanische Koch Marcus

Samuelsson seine in Manhattan entwickelten

Rezepte mit lokalen Zutaten

interpretiert.

So ist, auch wenn der gern gepflegte

Beiname „Paris des Nordens“ vielleicht

etwas zu viel verspricht, Tromsø eine

multikulturelle, abwechslungsreiche

Mini-Metropole. Und es ist das Ziel der

zweiten Ausgabe des Arctic Race of

Norway, für das man kein besseres Drehbuch

hätte verfassen können als das

legendäre Finish: Vorjahressieger und

norwegisches Sportidol Thor Hushovd

wird in seinem letzten Rennen in der

Heimat auf den letzten Metern in der

Innenstadt Tromsøs von seinem Landsmann

Alexander Kristoff überholt. Dass

der Gesamtsieg indes an den Niederländer

Steven Kruijswijk geht, kümmert

hier nun niemanden mehr.

EPILOG

OSLO

Da so gut wie jede Reise nach Nord-

Norwegen über Oslo führt, machen wir

hier noch einen kurzen Abstecher in die

Altstadt, die sich im Verlauf der letzten

Jahre mehr und mehr der Moderne

geöffnet hat. In Tjuvholmen etwa hat sich

einiges getan: In dem direkt an einem

stillen Fjord gelegenen Stadtteil herrscht

ein aufregender, perfekt getimter Mix

verschiedenster Materialien, Oberflächen

und Farbschemata; Highlights bilden

unter anderem das spektakulär bestückte

Museum für Moderne Kunst und das

herausragende Luxushotel The Thief.

Das moderne Prunkstück der Stadt aber

ist seine einer aufsteigenden Eisscholle

nachempfundene Oper, der wir uns auf

den nächsten Seiten ausführlich widmen

wollen.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.visitnorway.com

www.hammerfest-turist.no

www.nordkapp.no

www.visitalta.no

www.visittromso.no

www.visitoslo.com


REISE | NORWEGEN BOLD THE MAGAZINE | 73

Der Hardangerfjord ist ein etwa 170 Kilometer

langer Fjord an der südwestlichen Atlantikküste

Norwegens im Fylke Hordaland.


REISE | NORWEGEN

BOLD THE MAGAZINE | 75

GEFRORENE

MUSIK

NORSKE OPERA

AUTOR: F. REIP

Das Zitat „Architektur ist gefrorene Musik“,

das mal dem Philosophen Arthur Schopenhauer

und mal dem großen Goethe

zugeschrieben wird, kommt einem in

den Sinn, wenn man vor der Osloer Oper

steht: Das 2008 vom Architekturbüro

Snøhetta als erster Schritt der Neuerschließung

des innerstädtischen Hafens

realisierte Gebäude ist der reinste Klang,

den man sich in gebauter Form nur

denken kann. Majestätisch, gelassen,

federleicht schwebt es über dem Fjord,

der hier tief in die Stadt hineinragt. Kaum

vorstellbar erscheint angesichts seiner

stillen Pracht, wie umstritten der Bau

lange Zeit war. Einen Hochkulturpalast für

die wenigen Privilegierten fürchtete man,

erbaut von Steuermillionen. Doch die

aufgeheizte Debatte legte sich, sobald

die Arbeit getan war: Mit ihrem begehbaren

Dach und ihrem einladenden Foyer

ist die Oper ein Ort für jedermann. Der bei

aller singulärer Strahlkraft zum perfekten

Bindeglied zwischen Vergangenheit

und Zukunft der norwegischen Hauptstadt

wird. Auch aus Ingrid Lorentzen

spricht noch immer ihre Vergangenheit:

Selbst beim Quittieren des Kaffees,

zu dem wir uns für eine halbe Stunde in

der Brasserie im lichten Foyer der Oper

verabredet haben, deutet die heutige

Intendantin des Norwegischen Nationalballets

die dritte Position an. Vierzehn

Jahre lang war Lorentzen Mitglied

der Kompanie, hat noch 2009 selbst

im neuen Operngebäude als Solistin

getanzt, ehe sie 2012 – von einem

Tag auf den anderen – von der Bühne

hinter die Kulissen wechselte. Ganz

behutsam hat sie das Programm des

renommierten Staatsballetts angefasst,

wollte nicht als Reformerin poltern,

sondern existierende Kräfte nutzen und

in neue Zusammenhänge stellen. Das

ist ihr gelungen, nicht zuletzt geografisch:

Nach langjähriger Pause tourt das

Norwegische Nationalballett unter

ihrer Ägide wieder, mit einem eklektischen

Programm gastiert es im Februar

mit einer Vor-Weltpremiere des neuen

Balletts „Lamentate“ von Jo Strømgren in

Baden-Baden, ehe es im Mai in Oslo zu

sehen sein wird.

Auch im Interview wirkt Ingrid Lorentzen

noch wie die Künstlerin, die sie lange

war, spricht mit den Händen, die hellen

blauen Augen sind wach und deuten

ausgeprägte Sensibilität an. Die Unterhaltung

mit ihr ist ein Genuss.

Frau Lorentzen, Sie waren Tänzerin und

gestalten nun das Programm derselben

Institution. Was bedeutet Ihnen Ambition?

Für mich hat Ambition nichts mit konkreten

Zielen zu tun, die man sich setzt. Das traue

ich mich nicht, dafür ist das Leben zu sehr

von Niederlagen und persönlichem Desaster

geprägt, da muss ich mir nicht auch

noch zusätzlich Angst vor dem Versagen

zumuten. Ich bin zum einen Optimistin,

sorge mich aber auch schnell – und wenn

sich Dinge dann gut entwickeln, bin ich

extrem überrascht und unglaublich glücklich.

Auf der anderen Seite lasse ich selten

Gelegenheiten ungenutzt, da ich mich im

entscheidenden Moment pushen kann,

wenn sich mir eine Chance eröffnet. Ambition

bedeutet für mich also, das Beste aus

einer Situation herauszuholen.

Wie hat sich das in Ihrer aktiven Karriere

als Tänzerin ausgedrückt?

Ich wollte sehen, wie weit ich mich entwickeln

kann. Ich glaube, ich wusste, dass ich

auf der Bühne künstlerisch etwas zu geben

hatte, aber ich brauchte die Technik, um das

auch zeigen zu können. Kunstsinn ohne


76 | BOLD THE MAGAZINE

REISE | NORWEGEN

die Mittel, sie ausdrücken zu können, ist

nicht viel wert. Es ging mir also um die bestmögliche

klassische Ausbildung – auch

wenn das zu meiner Zeit nicht unbedingt

das Ideal war.

Hat sich Ihre Position zur Ambition mit

dem Wechsel in die Programmdirektion

verändert?

Sie richtet sich jetzt auf Andere und ihre

Arbeit. Es bereitet mir enorme Freude zu

sehen, wie andere Menschen sich auf der

Bühne verwirklichen. Meine ganz konkrete

Ambition für diese Kompanie ist es, eines der

vielfältigsten und interessantesten Repertoires

auf der Welt zu kreieren – das muss

ich so sagen!

Das gleiche lässt sich ohne weiteres

auch für die andere Säule des Hauses

sagen – das klassische Opernprogramm.

Wobei „klassisch“ in diesem Zusammenhang

leicht in die Irre führen kann, denn

das Repertoire, das Programmdirektor

Per Boye Hansen pflegt und entwickelt,

kennt viele Spitzen. Jüngster Höhepunkt

war eine krachend progressive,

in der Folge heiß diskutierte Neuinterpretation

des Klassikers „Peer Gynt“, der

ersten Inszenierung des Theaterstoffes

für die Oper seit der von den Nationalsozialisten

gefeierten Interpretation Werner

Egks von 1938. Einige Wochen nach

unserem Besuch in Oslo treffen wir ihn

im Foyer eines altehrwürdigen Hotels in

Berlin Charlottenburg, wo am Vorabend

die von der Oper Oslo produzierte „Lady

Macbeth“ an der Deutschen Oper einhellige

Begeisterung geweckt hat.

Herr Hansen, was hat Sie an einer so

progressiven Interpretation von „Peer

Gynt“ gereizt?

Das Stück hat mich mein Leben lang

beschäftigt und mir war dabei immer klar,

dass es möglich sein müsse, daraus eine

Oper zu machen. Grieg hatte es ja als Theatermusik

komponiert, und zwar extrem

erfolgreich, und vielleicht haben sich gerade

deshalb norwegische Komponisten eher

zurückgehalten. Aber der Stoff ist so frei und

leicht und verfügt gleichzeitig über spektakuläre

Szenen und philosophische Tiefe.

Jüri Reinveres Deutung des Stoffes ist sehr

kompetent, weise und wahrhaftig, und ich

stehe zu hundert Prozent hinter ihr.

Gehört zum Kern von Ambitionen –

das Risiko, vielleicht gar die Lust zur

Kontroverse?

Kunst und Risiko sind unauflösbar miteinander

verbunden, das ist eine meiner Grundüberzeugungen,

doch Kontroverse und

Provokation machen mir überhaupt keinen

Spaß, wenn sie kalkuliert sind. Wenn man

neue Wege geht und neue Einsichten sucht,

dann folgt die Provokation auf ganz natürliche

Weise. Wir Menschen möchten uns

gern beschützen, und wenn jemand kommt

und diesen Schutz aufreißt, ist das schmerzhaft.

Mir fehlt die Sympathie für Künstler, die

das gern tun.

Was bedeutet für Sie Ambition?

Ich mache diesen Job, weil ich fest davon

überzeugt bin, dass Oper und Musiktheater

uns Erfahrungen verschaffen können, die wir

ansonsten nicht machen könnten. Ich habe

mich mein Leben lang dafür eingesetzt, und

es ist ein Privileg, ein Haus wie unseres zu

führen, wo die Mittel vorhanden sind, um

zu zeigen, wie großartig, vielschichtig und

aktuell Oper und Musiktheater sein können.

Meine Ambition ist es, diesen Kunstformen

mehr Platz und Bedeutung und größere

Kraft zu geben und so mehr Menschen die

Möglichkeit zu geben, an diesen Erfahrungen

teilzuhaben. Manchmal denkt

man vielleicht, Ambition habe mit Erfolg

und Status zu tun – aber es geht um diese

Inhalte.

Aus Hansens Worten klingt die Überzeugung,

fast Glaube. Noch vor der für

den Folgetag angekündigten offiziellen

Verlautbarung verrät Hansen bei

der Verabschiedung, dass der als radikal

geltende Star-Regisseur Calixto Bieito

den „Carmen“-Stoff für die Oper Oslo ins

Spanien der Nach-Franco-Ära übertragen,

ihn dabei von Folklore entschlackt und

um enorme politische Sprengkraft bereichert

hat und in den nächsten Jahren je

eine exklusive Inszienierung pro Jahr am

Haus vorstellen wird.

Ob beim Ballett oder bei der Oper: Es

ist schon jetzt sicher gestellt, dass die

Olsoer Oper auf Jahre hinaus von herausragender

künstlerischer Relevanz bleiben

wird.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.operaen.no


REISE | NORWEGEN BOLD THE MAGAZINE | 77

Fotos: Norske Opera

Die beeindruckende Architektur der Norske Opera

kommt bei Nacht besonders zur Geltung.


VON LAPPLAND

BIS HELSINKI

FINNLAND

AUTOR: Z. KHAWARY

Der finnische Teil von Lappland umfasst eine Fläche von 93.950 Quadratkilometern,

wird in Finnland auch Lappi genannt und ist der nördlichste Teil des Landes. In diesem

Teil Lapplands leben durchschnittlich nur zwei Einwohner pro Quadratkilometer, was

ihn zum dünnsten besiedelten Teil des Landes macht. Die Landschaft ist recht rau und

stark durch die hier befindlichen Gletscher der letzten Eiszeit geprägt.

Wenn der Schnee im finnischen Lappland schmilzt, verschwindet mit der Eislandschaft

auch der Strom an Touristen, die jeden Winter die Region zum Ski-, Schneemobil- oder

Hundeschlitten-Fahren besuchen. Im Sommer bleibt es eher ruhig, obwohl bei Temperaturen

bis 30 Grad viele Freizeitaktivitäten möglich sind. Wildwasser Rafting, Jetski

Safari, Kanu-Fahren oder ausgedehnte Wanderungen in der faszinierenden finnischen

Natur sind nur einige Beispiele. Mit seinen vielen Binnengewässern (Gesamtfläche:

5.944 Quadratkilometer) ist eine Reise ins finnische Lappland auch im Sommer und

Spätsommer unbedingt empfehlenswert.


80 | BOLD THE MAGAZINE REISE | VON LAPPLAND BIS HELSINKI

Fotos: J. M. Brain, Visit Finland, P. Luukkola

Bei Kukkolankoski ist der Torno die natürliche

Grenze zwischen Finnland und Schweden.


REISE | VON LAPPLAND BIS HELSINKI

BOLD THE MAGAZINE | 81

Wir beginnen unsere Reise in Kemi:

Vom Flughafen Kemi-Tornio, geht es

am Torne River etwa 40 Kilometer

nach Norden nach Kukkolankoski. Wir

machen Stop am Kukkola Village, wo

man in tradionellen Blockhäusern direkt

an den Kukkolankoski-Stromschnellen

am Fluss Torne übernachten kann. Die

ersten Häuser wurden 1910 erbaut.

Der Betreiber und Leiter von Nordic

Safaris Risto Kantola zeigt uns die Stromschnellen,

wo man heute noch nach

traditioneller Methode mit Keschern

Weißfisch und Lachs fängt. Der Fluss

Torne ist der größte freifließende Fluss

Europas und bildet an diesem Teilstück

die natürliche Grenze zwischen Finnland

und Schweden. In den Monaten

Juni und Juli gibt es Lachs und von

August bis September den Weißfisch zu

fangen. Bei Auno im Myllynpirtti Café

kann man in einer traditionellen Grillkota

(finnische Grillhütte) von Juni bis

September gegrillten frisch gefangenen

Fisch genießen. Man kann dabei zusehen

wie Hausherr Auno den frischen Fisch auf

Ästen über dem Feuer grillt, Geschichten

hören, entspannen und die Natur

genießen.

Am nächsten Tag geht es zum Wildwasser

Rafting: In der Station Pohjolan Pirtti, die

sich ebenfalls in Kukkolankoski befindet,

wird man mit allem ausgestattet, was ein

solches Abenteuer auch für Ungeübte zu

einem unvergesslichen Erlebnis werden

lässt. Die Guides erklären ausführlich die

Regeln, die beim Rafting zu beachten

sind, so dass auch Ungeübte den Spass

an der Freude aus vollen Zügen genießen

können. Die Saison geht von Juni bis

Oktober. Buchungen können über Nordic

Safaris getätigt werden.

Nach dem Wildwasser Rafting geht die

Reise weiter nach Kemi, etwa 82 Kilometer

zurück in den Süden Lapplands.

Am Hafen von Kemi kann man mit einem

alten, 20 Meter langen, Segelschiff der

Katariina in den Schären des Bottnischen

Meerbusen segeln. Auf dem Deck der

Katariina lässt sich vorzüglich die schöne

Landschaft genießen, speisen und den

lokalen Geschichten lauschen, die von

den Inseln und Schiffbrüchigen erzählen.

Die Tour führt vorbei an der Juurakko

Insel, die ursprünglich aus drei kleineren

Inseln bestand und von den

Bewohnern zu einer verbunden wurde.

Zahlreiche, übereinander gestapelte

Holzpfähle dienten als verbindender

Untergrund und wurden im Laufe der

Zeit zu festem Land. Juurakkos Blütezeit

dauerte allerdings nur von 1893 bis

1952. In dieser Zeit beherbergte die Insel

eine der wichtigsten Papierfabriken des

Landes, doch nach dreimaligem Niederbrennen

entschloss sich die ansässige

Bevölkerung, die Insel ein für alle mal zu

verlassen. Heute hat die Natur Juurakko

zurückerobert und bietet im Dickicht der

Birkenwälder vereinzelte Einblicke in eine

vergangene Zeit.

Savotta liegt nur acht Kilometer außerhalb

der Stadt Kemi und ist leicht mit

dem Bus zu erreichen. Trotz der Nähe

zur Stadt kann man hier die ruhige

und entspannende Atmosphäre der


Die eindrucksvolle Landschaft Finnisch Lapplands

strahlt eine majetätische Ruhe aus.


84 | BOLD THE MAGAZINE REISE | VON LAPPLAND BIS HELSINKI

unberührten finnischen Wälder genießen.

Die Siedlung liegt am Fluss Kemijoki, hat

vier zu vermietende Landhäuser, zwei

Haupthäuser und zwei finnische Saunen.

In jedem dieser gemütlichen und stimmungsvollen

Häuser gibt es traditionelle

Kamine aus Naturstein. Die Umgebung

bietet viele Möglichkeiten für Aktivitäten

sowohl im Sommer, als auch im

Winter. Wir empfehlen einen erholsamen

Saunabesuch und ein erfrischendes Bad

im Fluss, um für den zweiten Teil unserer

Reise gewappnet zu sein.

Der nächste Tag führt uns wieder in den

Norden Lapplands: Rovaniemi ist etwa

200 Kilometer von Kemi entfernt, ist die

Hauptstadt von Finnisch Lappland und

liegt am Zusammenfluss von Ounasjoki

und Kemijoki in direkter Nähe des Polarkreises.

Die Landschaft wird geprägt von

Wäldern und Mooren. Die höchste Erhebung

ist der 358 Meter hohe Kaihuanvaara.

Weitaus bekannter ist der 204

Meter hohe Ounasvaara. Der Hausberg

Rovaniemis erhebt sich direkt gegenüber

dem Stadtzentrum und ist ein beliebtes

Naherholungsziel. Rovaniemi ist nicht

zuletzt auch das Zuhause des Weihnachtsmannes,

der im Weihnachtsmann-

Dorf (Santa Claus Village) am Polarkreis

sogar ein eigenes Postamt besitzt.

Die ideale Sommer-Aktivität ist eine

Jetski Safari auf dem Kemijoki Fluss: Bei

einem ersten Stop am Arktikum, welches

Museum, Wissenschaftszentrum, Sehenswürdigkeit,

beliebtes Kulturobjekt sowie

ein beeindruckendes Tagungs- und

Kongresszentrum ist, kann man mehr

über die Geschichte des Landes und

seiner Bewohner erfahren. Die Ausstellungen

vermitteln ein umfassendes Bild

von der Geschichte und der Kultur Lapplands.

Von dort aus geht es weiter mit dem Jetski

auf dem Ounasjoki Fluss zu einer etwa 16

Kilometer entfernten Husky Farm. In der

„Sommer-Residenz“ werden die Kraftpakete

gezüchtet und für den Winter trainiert.

„Ein ausgewachsener Husky wiegt

ca. 20 Kilogramm und kann 60 Kilogramm

ziehen“, berichtet einer der Guides. Eine

Fahrt mit dem Sommer-Schlitten, einem

besonderen Räderwagen, macht mindestens

genauso viel Spaß wie mit dem

Schlitten im Winter, wenn es mit 60 Km/h

durch den Wald geht – gezogen von

einer Horde rennwütiger Schlittenhunde.

Um einen Eindruck vom traditionellen

Leben der Menschen in Lappland zu

bekommen, lohnt ein Besuch beim

Ehepaar Kangasniemi, in Saarenkylä.

Irene, die Dame des Hauses, hält immer

frisches Gebäck und selbstgemachten

Blaubeersaft bereit und erzählt Interessierten

gern mehr über ihren „Supermarkt

Natur“, denn das Ehepaar Kangasniemi

und viele andere Menschen in Lappland

holen sich bis zu 70 Prozent ihrer

täglichen Nahrung und Produkte direkt

aus der Natur. Bei einem kleinen Workshop

kann man sich selbst ein Bild davon

machen, wie zum Beispiel Rentier Hörner

zu modischem Schmuck verarbeitet

werden. Irene verabschiedetet sich mit

„Hyvästi“ und freut sich, uns recht bald

wieder zu sehen.


REISE | VON LAPPLAND BIS HELSINKI

BOLD THE MAGAZINE | 85

Ursprünglich: Rentierfarm

am Ounasjoki Fluss.


86 | BOLD THE MAGAZINE REISE | VON LAPPLAND BIS HELSINKI

Der evangelische Dom

im neoklassizistischen Stil.


REISE | VON LAPPLAND BIS HELSINKI

BOLD THE MAGAZINE | 87

HELSINKI

PULSIERENDE METROPOLE

Die moderne und weltoffene Stadt (ca.

600.000 Einwohner) liegt im Süden des

Landes, an der Küste des finnischen

Meerbusens, und ist die Hauptstadt Finnlands.

Im Jahr 1550 wurde Helsinki vom

schwedischen König Wasa gegründet.

Drei Jahre nach der Abtretung Finnlands

an Russland wurde Helsinki vom Zaren

Alexander I. zur Hauptstadt Finnlands

ernannt. Nach einem großen Brand 1808,

der alle Holzhäuser zerstörte, beauftragte

der Zar Johann Carl Ludwig Engel

(Berliner Architekt und Maler) mit der

Neugestaltung Helsinkis, die das Erscheinungsbild

bis heute prägt.

Die Stadt hat das ganze Jahr viel zu bieten

und empfängt seine Gäste mit Herzlichkeit

und Wärme. Der beste Startpunkt für

einen Streifzug durch die Stadt ist der

Senatsplatz. Dort befindet sich auch das

älteste erhaltene Gebäude Helsinkis –

der evangelische Dom. Der Treppenaufgang

zum Dom ist einer der schönsten

Orte der Stadt. In unmittelbarer Nähe

befinde sich die Aleksanterinkatu, eine

der großen Einkaufsstraßen der Innenstadt,

und der Südhafen.

Stadtkultur, mit zahlreichen Designer-

Shops, Restaurants und Cafés. Auch

das Stadtmuseum sowie der Museumskomplex

„Kinderstadt“ befinden sich hier

und laden zum Verweilen ein.

Unser Tag in Helsinki endet mit einem

Spaziergang am Hafen, vorbei an den

alten Segelschiffen, die von längst

vergangenen Abenteuern erzählen und

uns leise zur Wiederkehr mahnen, denn

Finnland ist in jedem Fall nicht nur eine

Reise wert.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.onlyinlapland.com

www.visitfinland.com

www.visithelsinki.fi

www.finnair.com

SAFARIS:

www.nordicsafaris.com

www.lapponiasafaris.com

www.accesslapland.com

SEGELSCHIFF KATARIINA:

www.katariinalaiva.fi

SAUNA LOUNGE:

www.metsakyly.fi

An den Senatsplatz grenzt auch das

Marktviertel. Es entstand im 18. Jahrhundert

und wurde in den letzten Jahren neu

gestaltet. Bis in das frühe 20. Jahrhundert

hinein war das Viertel Mittelpunkt von

Handel und gesellschaftlichem Leben.

Heute ist es ein Zentrum der aktiven

UNTERKUNFT:

Hotel Merihovi in Kemi

www.merihovi.fi

Hotel City Center in Rovaniemi

www.cityhotel.fi


88 | BOLD THE MAGAZINE LIFESTYLE & TREND | VW AMAROK


LIFESTYLE & TREND | VW AMAROK

BOLD THE MAGAZINE | 89

TIME FOR

ADVENTURE

AMAROK

AUTOR: H. G. TEINER

In der Sprache der Inuit trägt ein besonders starkes, wolfsähnliches, Wesen aus der

alten Mythologie den Namen Amarok. Ein weises Leittier, das sich mit unverkennbarem

Führungsanspruch zielstrebig in der unwegsamen Weite einer ursprünglichen Landschaft

frei bewegt. Genau das hat BOLD mit dem neuen Amarok, aus der Nutzfahrzeugschmiede

von Volkswagen, vor: Wir verlassen die ausgebauten Straßen und bringen die

robuste Technik in schönem Kleid in ein raues Umfeld, eine unwegsame Bergwelt, um

seine und unsere Grenzen zu testen.


90 | BOLD THE MAGAZINE

LIFESTYLE & TREND | VW AMAROK

Sicher unterwegs: Der Amarok

meistert jedes Gelände.

Fotos: H. G. Teiner, VW (Artwork: BOLD)


LIFESTYLE & TREND | VW AMAROK

BOLD THE MAGAZINE | 91

Ein Traum wird wahr: Eine der wildesten

Gegenden Europas entdecken, auf rauen

Pfaden durch traumhafte Naturlandschaften

cruisen und das mit einem

besonderen Fahrzeug, das genau für

solche Touren gebaut worden ist: Der

VW Amarok.

Wir sitzen entspannt und voller Vorfreude

im Flieger, auf dem Weg in unser Abenteuer.

Die Dornier 328, eine Turboprop-

Maschine der neuesten Generation,

transportiert außer der kleinen Schar von

outdoorfesten 4x4-Begeisterten auch

unser Survival-Material in wasserdichten

Seesäcken an den Ausgangspunkt

unserer Adventure-Tour.

Unter uns taucht die südöstliche Adriaküste,

die Bucht von Kotor auf, und unter

dem hellblauen Himmel begrüßt uns

das tiefblaue Meer. Der Anflug auf Tivat

verlangt dem Piloten sein ganzes Können

ab: Einfädeln zwischen den Berghängen,

hinunter auf eine kurze Landebahn, die

nah am Wasser endet, und dabei muß

er immer auch auf die kritischen Scherwinde

achten. Porto Montenegro, der

noble Küstenort mit eigenem Yachthafen,

ist unsere Ausgangsbasis. Ein Abendmahl

im Hotel Regent mit Blick auf die

Hafenanlage im letzten Sonnenlicht und

eine erwartungsfrohe Nacht, dann ist es

soweit: Frühmorgens checken wir aus

und treten vor die Tür.

Da steht er vor uns, in seiner ganzen

Größe und vollendeten Pracht: Ein Meter

achtzig hoch, eins-neunzig breit, fünf

Meter fünfundzwanzig lang, Doublecab,

zweieinhalb Quadratmeter große

Ladefläche, zwei Tonnen Leergewicht.

Ein ausgewachsener Pick-up. Motorisiert

mit einem 2.0-Liter-TDI und 180 PS:

Der Amarok stammt aus der Schmiede

von Volkswagen Nutzfahrzeuge. In der

Mythologie der Inuit – der Ureinwohner

Kanadas und Alaskas – trägt ein besonders

starkes, wolfsähnliches Wesen den

Namen Amarok. In uns steigt der Gedanke

auf, bald die Grenze vom gezähmten

urbanen SUV zum Allrad-Raubtier in der

Wildnis zu überschreiten.

Wir bewegen den neuen Untersatz

durch Tiranas Straßen: Stark, wendig

und folgsam im Stadtverkehr, das ist der

erste Eindruck. Es geht Richtung Südost,

unser erstes Ziel ist die nahe Bergregion,

der Lovćen-Nationalpark. Der Amarok

schraubt sich leichtfüßig über gut

ausgebaute Asphaltstraßen in Serpentinen

immer steiler hinauf. Auf den

wenigen Schildern, die uns am Straßenrand

begegnen, steht: Vozite oprezno!

(Fahren Sie vorsichtig!) Bald erreicht unser

Konvoi eine Höhe von 500 Metern über

dem Meeresspiegel. Im Rückspiegel folgt

das Rudel der Amaroks, die markante

Form des LED-Tagfahrlichts fällt auf. Der

Blick aus dem Seitenfenster schweift über

die malerische Bucht von Kotor mit ihren

rundum steil aufragenden Bergflanken.

Wir genießen jede Biegung aufwärts, die

der Amarok gekonnt nimmt.

Der Untergrund wird rauer, die Kurven

enger. Der Weg führt über Cetinje in

Richtung Rijeka Crnojevica, wir nehmen

einen Abzweig und finden uns auf


Auf dem Weg stehen vereinzelt Schilder, mit dem

Hinweis: Vozite oprezno! (Fahren Sie vorsichtig!)


94 | BOLD THE MAGAZINE

LIFESTYLE & TREND | VW AMAROK

einem groben Schotterweg wieder.

Endlich kann unser neuer Freund aus

formvollendetem Stahl zeigen, was er

drauf hat. Wir erleben seine ausgezeichneten

Kontrollfähigkeiten auf lockerem

Untergrund. Das macht Lust auf mehr!

Über Podgorica, der Hauptstadt Montenegros,

geht es weiter in den Norden, die

beeindruckende Felsenlandschaft des

Morača-Canyons findet ihren Höhepunkt

in dem weiträumigem Blick über die

hufeisenförmige Schleife, die das Wasser

des Gebirgsflusses in Jahrtausenden in

das schroffe Gestein gegraben hat. Zum

Mittags-Stopp kehren wir ein in das

serbisch-orthodoxe Kloster Morača: Der

Anblick der auch nach Jahrhunderten vor

Farbigkeit sprühenden heiligen Wandgemälde

ist überwältigend. Alte Kulturen,

naturbelassene Landschaft, aufregende

Wegstrecken, Montenegro bietet für uns

in jedem Fall ungeahnt Erstaunliches.

Wir verlassen die ausgebauten Straßen

und tauchen ein in die märchenhafte

Bergwelt des Nationalparks Biogradska

Gora. Das Land der schwarzen Berge und

der dunklen Wälder zeigt sich von seiner

besten Seite: Jetzt, Mitte Oktober, glühen

die waldbestandenen Hänge der sanft

ansteigenden Hügel in der Sonne durch

ihr feuerrotes Laub. Indian-Summer-

Feeling steigt in uns auf. Hier dürfen wir

unsere Trucks auf anspruchsvollem Grund

bewegen: Kaum befestigte Wege, schmal,

unübersichtlich in den Kurven und

rutschig durch Geröll. Der sich durch eine

weite Ebene schlängelnde Fluss zieht uns

magisch an, wir steuern zum Überqueren

direkt in das bewegte Wasser. Ein halber

Meter tief, starke Strudel und große Felsbrocken

– die All-Terrain-Reifen poltern

über die runden Flusssteine hinweg und

halten uns auch im Wasser auf Kurs. Zum

Einbruch der Dunkelheit erreichen wir ein

abgelegenes Tal in den Bergen, nahe der

montenegrinisch-albanischen Grenze.

Jetzt kommt unsere Biwak-Ausrüstung

zum Einsatz: Zelt, Isomatte, Schlafsack,

Stirnlampe. Dazu ein gutes BBQ, mehr

braucht es nicht, um die Nacht unter

freiem Sternenhimmel zu verbringen.

Frühmorgens schälen wir uns aus den

vom nächtlichen Tau beschlagenen

Zeltplanen. Eine kurze Fahrt zur Grenze,

unterbrochen von einer die Fahrspur

querenden Rinderherde, eröffnet unseren

zweiten Tourtag. Wir passieren die

winzige Grenzstation, die bis zum Jahr

2003 verschlossen war, unter unseren

Reifen befindet sich ab jetzt albanischer

Boden. Die verlassenen Bunkeranlagen

sind Zeugen der Vergangenheit. Das

Land war lange politisch isoliert und ist

auch heute noch stark in den Traditionen

seiner Vergangenheit verwurzelt, wobei

es seit 2014 den Status eines EU-Beitrittskandidaten

hat. Diese Gegend am Rande

Europas bietet eine noch unverbaute,

wilde Natur.

Das atemberaubende Vermosh-Tal mit

seiner schroffen, alpinen Bergkulisse

sorgt für unvergleichliche Fahrerlebnisse.

Die schmalen Geröllpfade besitzen hier

an der Talseite eine steile und ungesicherte

Abrisskante. Das grelle Sonnenlicht

wird von den grauen Felsen wider-


LIFESTYLE & TREND | VW AMAROK

BOLD THE MAGAZINE | 95

Kaum befestigte Wege, nass und rutschig

durch Geröll: Kein Problem für den Amarok.


Ein Abenteuer der besonderen Art:

Albaniens Weite und unberührte Natur.


98 | BOLD THE MAGAZINE

LIFESTYLE & TREND | VW AMAROK

Spektakuläre Wasserfahrt

im atemberaubenden Vermosh-Tal.


LIFESTYLE & TREND | VW AMAROK

BOLD THE MAGAZINE | 99

gespiegelt, hinter der nächsten Biegung

erwartet uns der kühl-dunkle Schatten

eines engen Tales mit schmalem Bachlauf.

Das ist unser Weg, eine spektakuläre

und lange Wasserfahrt. Mit einem Kick

mehr auf dem Gas kreieren wir wunderschöne

Fontänen, die neben der Kabine

hochgehen – der Amarok macht einfach

nur Spaß!

Unsere Tour führt an der kleinen Stadt

Skoder vorbei. Beim Durchfahren der

idyllisch gelegenen Ortschaften winken

und lächeln uns die Menschen am

Wegesrand freundlich zu. Moscheen und

Kirchen wechseln sich von Dorf zu Dorf

ab, das friedliche Zusammenleben unterschiedlicher

Kulturen erinnert an eine

ferne Zeit. Entlang des Gjader Flusses

geht es erneut auf schmalen Schotterpisten

voran, die Steine sind hier

größer und spitzer und wollen auch mal

umfahren werden. Eine Ziegenherde

lässt uns anhalten, der Hirte reicht uns

fröhlich seine Hand durch das Seitenfenster.

Unter blauem Himmel ziehen

uns filmreife Ansichten der albanischen

Alpenlandschaft in ihren Bann, zwischen

den Felsen könnte jederzeit Winnetou

erscheinen.

Steile Anstiege und enge Kurven: Für

die steinigen Herausforderungen der

Wegstrecke ist der Amarok mit den All-

Terrain-Reifen der Größe 245/70 R 17

gut gerüstet. Das Offroad-ABS gibt uns

zusätzliche Sicherheit auf dem lockeren

Geröll. Wir geben Gas und ziehen eine

riesige Staubwolke hinter uns her, in

der die nachfolgenden Fahrzeuge völlig

verschwinden. Dieses Gefühl von Freiheit

und Abenteuer kann uns keiner mehr

nehmen.

Über fünfhundert Kilometer auf Landstraßen,

Bergpfaden und Geröllwegen,

durch Flusstäler und über steile Bergkuppen

liegen hinter uns. Wir fühlen uns

entspannt und beflügelt, mit Spaß jeder

Geländesituation gewachsen gewesen

zu sein. So nähern wir uns mit unserer

lehmversprenkelten Technik, wieder

auf Asphalt, dem urbanen Zielpunkt,

Tirana. In der Hauptstadt Albaniens

erwartet uns ein gedrängtes Blechmeeting,

wir sind in der Rush-Hour

gelandet, die Verkehrsregeln werden

hierzulande kreativ ausgelegt. Der

Amarok bewahrt auch jetzt den Überblick.

Schräg gegenüber des Kongresspalastes,

in Blickweite des Sportstadions

Qemal Stafa, biegen wir ein in die Zielgerade,

zum Hotel Sheraton Tirana. Eine

heiße Dusche und coole Drinks runden

unsere Tour ab. Der Amarok, vielseitig wie

ein Schweizer-Messer, hat uns mit Leib

und Seele erobert. Vertrauen in ein außergewöhnliches

Gefährt ist entstanden,

egal, welche Herausforderung hinter

der nächsten Biegung auch auftaucht.

Be careful: This Amarok can change

your life.

WEITERE INFORMATIONEN:

www.volkswagen-nutzfahrzeuge.de

www.welcomeair.com

www.experience.de


DRIVING

PERFORMANCE

AMG GT

AUTOR: J. M. BRAIN

Der AMG GT ist der neue Supersportler von Mercedes-Benz. Bis zu 510 PS stark, extravagant

im Design und rasend schnell. Sein Frontmittelmotorkonzept mit Transaxle und

der intelligente Aluminium-Leichtbau bilden die Grundlage für ein hochdynamisches

Fahrerlebnis. Die AMG-typische Driving Performance unterstreicht der ebenfalls neu

entwickelte AMG 4,0-Liter-V8-Biturbomotor.


102 | BOLD THE MAGAZINE LIFESTYLE & TREND | AMG GT

Sportlich emotional überzeugt der neue Mecedes-AMG GT mit sinnlicher Klarheit. Die

lange, markante Motorhaube mit den ausgeprägten Powerdomes und dem weit nach

hinten gerückten Greenhouse, die großen Räder und das breit wirkende Heck verleihen

dem AMG-GT seine einzigartige Prägnanz.


LIFESTYLE & TREND | AMG GT

BOLD THE MAGAZINE | 103


Der AMG GT hat das erste Sportwagentriebwerk mit innen montierten Turboladern

und Trockensumpfschmierung. Den neuen Sportler gibt es übrigens

in zwei Leistungsstufen: als GT mit 340 kW (462 PS) und als GT S mit 375 kW

(510 PS). Beste Fahrdynamik und eine erstklassige Rennstrecken-Performance,

verknüpft mit hoher Alltagstauglichkeit und Effizienz.


106 | BOLD THE MAGAZINE LIFESTYLE & TREND | AMG GT


LIFESTYLE & TREND | AMG GT

BOLD THE MAGAZINE | 107

Fazit: Der neue Mercedes-AMG GT ist ein Sportwagen in seiner reinsten Form. Atemberaubende

Proportionen, kraftvoll modellierte Flächen und fließende Linien machen ihn

zu einem modern-mondänen Hingucker, der den Geist glorreicher Mercedes-Sportwagen

in sich trägt (www.mercedes-benz.de).


108 | BOLD THE MAGAZINE LIFESTYLE & TREND | BEGEHRENSWERT


LIFESTYLE & TREND | BEGEHRENSWERT BOLD THE MAGAZINE | 109

TIME

FOR DETAILS

COOL STUFF

AUTOR: J. M. BRAIN

Kühler Edelstahl und intensives Blau: Auf der Baselworld 2015 stellt Glashütte

Original unter anderem die PanoReserve vor. Das Herz der PanoReserve ist das

Handaufzugskaliber 65-01 mit 42 Stunden Gangreserve und 48 Lagersteinen. Durch

den Saphirglasboden der Uhr lässt sich die für Glashütte Original typische Duplex-

Schwanenhals-Feinregulierung bewundern und weitere traditionelle Elemente der

Glashütter Uhrmacherkunst sind klar erkennbar: Die Glashütter Dreiviertelplatine

mit Glashütter Streifenschliff, der handgravierte Unruhkloben, die Schraubenunruh,

verschraubte Goldchatons und gebläute Schrauben.

Das Panoramadatum sowie die Anzeigen der Mondphase und Gangreserve sind

in deutscher Sprache gekennzeichnet. Neben dem „Made in Germany“ verweisen

diese Bezeichnungen subtil auf die Herkunft der Uhr und sind eine stille Verbeugung

vor der deutschen Uhrmacherkunst, die seit 1845 in Glashütte gepflegt wird

(www.glashuette-original.com).


Die auf der Baselworld 2014 vorgestellte

Masterpiece Gravity von

Maurice Lacroix ist die erste Uhr mit

einer vollständig aus Silizium gefertigten

Hemmung, was so großen

Anklang fand, das sie schnell ausverkauft

war. Seit 1975 gehört Maurice

Lacroix zur Elite der hohen Schweizer

Uhrmacherkunst und steht für kühne

Kreativität, innovative Technologien

und inspirierende Designs.

Maurice Lacroix stellt unter anderm zwei

limitierte Auflagen mit je 250 Exemplaren

auf der Baselworld 2015 vor.

Die N°3 GRAVITY LIMITED: mit einem

Manufakturwerk ML230 und anthrazitfarbenen

PVD Gehäuse, mit schwarz

lackierten, rhodinierten Zifferblättern,

rhodinierten Zeigern und schwarzem

Armband aus echtem Krokodilleder mit

schwarzer Schließe.


Sowie die N°1 GRAVITY LIMITED:

mit einem Manufakturwerk ML230,

Edelstahlgehäuse, einem eleganten

Zifferblatt in weiß lackierter Ausführung,

4N-Zeigern und wahlweise mit

schwarzem oder braunem Armband

aus echtem Krokodilleder mit Faltschließe.

Die Masterpiece Gravity,

in klassischer und zeitgenössischer

Ausführung – präsentiert sich als

inspirierende Kreation, die Konventionen

auf den Kopf stellt. Das außergewöhnliche

Design besticht besonders

durch die Sicht auf den Oszillator

und die Hemmung auf der Zifferblattseite.

Das Schauspiel der schlagenden

Unruhe und die Bewegung des Ankers

sind faszinierend und haben eine unwiderstehliche

Anziehungskraft auf jeden

Betrachter (www.mauricelacroix.de).


Der neue James-Bond-Film “Spectre”

kommt im Herbst 2015 in die Kinos

und die nächste Auflage der Baselworld,

der weltgrößten Uhren- und

Schmuckmesse, findet im März

2015 in Basel (Schweiz) statt. Einen

Vorgeschmack auf beide Ereignisse

gibt die neue OMEGA Seamaster

Aqua Terra 150M, James Bond

Limited Edition. Mit ihren gelben

Zifferblattelementen erinnert sie

an die OMEGA Seamaster Aqua Terra,

aus dem letzten Jahr und ist, zur Erinnerung

an den berühmten Geheimagenten

James Bond, gegen einen

Magnetismus von mehr als 15.007 Gauss

immun. Für den Antrieb nutzt die neue

Seamaster das Automatikwerk OMEGA

8507 mit Co-Axial-Hemmung. Das

Gehäuse bleibt wie beim Vorgängermodell

41,5 Millimeter groß und ist aus

Edelstahl (www.omegawatches.com).


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