Tourbericht - Schelmish

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Tourbericht - Schelmish

Pulp Duisburg 24.01.2010

Alle Jahre wieder rief das Pulp in Duisburg nach uns. Es versprach, ein schöner Abend mit viel Spaß und lecker

Essen zu werden. Beim Einladen legten wir uns echt ins Zeug, um einen kleinen Insider zu nutzen, denn wenn

man vor 14 Uhr im Pulp ist, dann kann man noch am Brunch teilnehmen. Und so geschah es auch. Nach einer

herzlichen Begrüßung durch das Pulp-Team begaben wir uns zum Buffet und schaufelten uns die Teller voll

mit Nudeln, Reis, mit Kassler und Sauerkraut und leckerer Gemüsepfanne, mit Goulasch und mit Leberkäse,

den DesDem eigentlich für Kassler hielt, jedoch von dem Geschmack und der Konsistenz recht überrascht war,

sehr untypisch für Kassler und wir erklärten ihr, es sei das berühmte „Schaumkassler“ , ein Nationalgericht aus

Kroatien und zum Nachtisch gab es noch roten Wackelpudding und grünen Wackelpudding mit Vanillinsoße.

Es schmeckte wieder wie bei Muttern und wir Frühstücksmuffel hatten nun genügend Energie für den Aufbau.

Nur bei einem wollte die Vorfreude nicht so recht erblühen, weil sich die Wolken der Aufregung über des

schicken Ikke Kopf schoben. Nach einer Woche „Extrem-Probe“ mit teilweise 10 – 12 Stunden am Tag war er

ungewöhnlich nervös vor seinem ersten Auftritt am Schlagwerk und schlug sich undefiniert auf den Schenkeln

herum, im Geiste Lascivus, Odeno oro, Trifurzifer, Interregio singend. Doch jetzt war genug geklopft und

die Bühne musste hergerichtet werden: Doch, Oh, Oh! Da haben wir doch tatsächlich vergessen zu fragen, wie

man das Schlagwerk aufbaut und Samtron war nicht dabei. Es hatte schon was von einem Geschicklichkeitsspiel

einer Game-Show, inklusive kleiner Panikattacken, und mit dem Telefonjoker Samtron gelang es uns am

Ende doch noch, des Schicken Ikkes Arbeitsplatz aufzubauen.

In der zwischen Zeit trafen auch die restlichen Akteure des Abends ein. Die geschätzten Gaukler von JuxArt,

Aaron und Mike sowie die Tänzerin Yasmena trafen ein. Und mit großem Hallo und Wie geht‘s wurden sie begrüßt.

Man richtete sich im Backstage ein, der allerdings so kalt war, dass man direkt nach einer Gasheizung

schrie, die Drago auch umgehend besorgte.

Im Soundcheck gab es noch ein kleines Pröblein für den Ikke, um ihn zu beruhigen, was aber wenig half, und

dann warfen wir uns in Gewandung und der Abend konnte beginnen.

Traditionsgemäß starteten wir mit der Handwaschung zum Einlass. DesDemonia wusch die Hände der Gäste

und begrüßte sie mit freundlichem Lächeln und ggf. auch mit derber Schimpferei, wenn die Hände nicht

ausreichend nass wurden und der restliche Schelmenhaufen begleitete das Ganze mit sanfter Entspannungsmusik.

Nun wurde der Patze ganz still, als er realisierte, dass das erste Set bevorstand. Lascivus begann - der Knoten

riss - und der Ikke hatte wieder sein breites Grinsen im Gesicht. Was für ein Moment. All die Proben und das

Schenkelklopfen hatten sich gelohnt.

Nun hatte er sich seinen offiziellen Namen verdient: „OKUSA DER BULLIGE“.

Nach der Begrüßung gab es die Verlesung der Tischregularien. Diese stehen bei uns aber in einem großen

Buch und somit musste ein Lesepult gefunden werden. Ach wie schön, das Pult saß tatsächlich direkt im Publikum.

Daniel hieß es und nachdem Daniel sich für das große Buch gebückt hatte, durfte er dann auch noch

die Speisekarte des Abends sein, die vor jedem Gang mit viel Jubel auf die Bühne gerufen wurde, um den

nächsten Gang von „Pult Daniels“ Rücken zu verlesen. (wir hatte ihm die Karte auf den Rücken geklebt.)

Nach zwei, drei Liedlein sollte die Giftprobe stattfinden mit einem echten Giftprüfer natürlich....aber auch der

musste erst im Volk gefunden werden. Leider ist uns der Name des Giftprüfers hier entfallen - also nennen wir


ihn Ritter Kunibert. Ritter Kunibert ist gerade mal einen knappen Meter groß, der Darsteller, dessen Namen wir hier

nicht kennen, bekommt ein körpergroßes Tuch übergestülpt, seine Hände werden zu Füssen umfunktioniert, die in

ein Paar Schuhe schlüpfen und für die Hände muss ein zweiter Akteur klassisch pantomimisch hinter ihm unter dem

Tuch verschwinden, der natürlich nicht sehen kann, was geschieht, sondern nur der Geschichte folgend, agiert.

Nach der Giftprobe kehrt Ritter Kunibert jedes Mal herrlich beschmiert, von Zahnpasta, Niveacreme, Lippenstift und

Suppe an seinen Platz zurück, und wenn er Humor hat, dann findet er das auch noch lustig..... In diesem Fall hatte

Ritter Kunibert Humor und Tina, die Hände - sowieso. Danke für eine tolle Leistung.

Die Kollegen von JuxArt begeisterten die Leute durch Jonglage, Akrobatik und vielem mehr und die wunderbare

Yasmena bot etwas fürs Auge und führte orientalische Tänze auf. Dann kam es zum Höhepunkt des Abends: Die

Rittergeschichte. Kurz zusammen gefasst: Ritter hört von Prinzessin, unternimmt eine abenteuerliche Reise, um den

Drachen zu besiegen, der die Prinzessin bewachte...er gewinnt und Ritter und Prinzessin leben glücklich bis ans

Ende ihrer Tage.

Soweit so gut. Alle Personen, Tiere, Bäume und auch das Wetter wurden vom Publikum dargestellt. Der Ritter schoss

aber diesmal den Vogel ab. Ich sag nur: Horiooooo! Scheinbar kam er grad von einer Karnevalssitzung. Dazu kam

noch eine ordentliche Portion Geltungsdrang und die Geschichte entwickelte sich zum Selbstläufer nicht nur das

Publikum hatte vor Lachen Tränen in den Augen...wir auch.

Lachend gingen wir, nachdem die Geschichte ihr Ende fand und sich die Leute wieder halbwegs beruhigten, in den

Aufenthaltsraum und planten das Ende des Abends. Wir spielten zum Schluss noch drei Lieder und Okusa wurde

500kg leichter, als die Last des Lampenfiebers von ihm abfiel und so packten wir zusammen und fuhren gut gelaunt,

satt und mit den Erinnerungen an einen gelungen Abend gen Heimat.

Euer Picus

Wir danken

- dem Team des Pulp in Duisburg (sind immer wieder gern bei euch)

- Yasmena für ihre Performance

- JuxArt für Ihre Unterstützung

- Malte, Hauke, Frauke für die Oli-Vertretung

- und natürliche allen Leuten im Publikum

speziell allen, die als Akteure mit auf der Bühne waren, ob nun als Speisekarte, Ritter Kunibert, Prinzessin, Drache,

Mond oder Ritter, dem wir besonders für sein „gelungenes“ Lied danken....

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