Suchtprävention und Frühintervention bei Kindern und Jugendlichen

jugendschutzaktiv.de

Suchtprävention und Frühintervention bei Kindern und Jugendlichen

© Paulo dos Santos

Kommunale Alkoholprävention am Beispiel der

Kölner Kampagne „Keine Kurzen für Kurze“

Fachtagung Jugendschutz aktiv, 01.10.2012,

Bielefeld

Monika Baars, Stadt Köln, Amt für Kinder, Jugend und Familie,

Kinderinteressen und Jugendförderung


Fachstellen für Suchtprävention, Beratung und Begleitung in Sachen Sucht

10 Fachkräfte in den Feldern Jugendhilfe und Schule

Professionalisierung und Standardentwicklung

Beispiele

Mehrtägige Schulungen

• Qualifizierung Suchtvorbeugung - Mehrteilige, vertiefte Weiterbildung zur Suchtprävention (Dauer: 1 Jahr)

• Grundlagen zu Sucht und Prävention

• Fahrt ins Blaue – Alkoholkonsum auf Klassenfahrten

• MOVE – Motivierende Kurzintervention für suchtgefährdete Zielgruppen

Fallberatung

• Fallsupervision zur Hilfestellung in Familien mit Suchterkrankung oder psychischer Erkrankung

• Kiff & Co – Beratungsangebot für konsumierende Jugendliche

Informationsveranstaltungen

• Pillen, Pep & Co - Alles was wach und fit macht...

• Alles Klar ?!? - Methoden der Alkoholprävention

• Hilfe, mein Kind pubertiert…

Systemschulung/Arbeitsfelder

• GoJa (Gesundheitsorientierte Jugendarbeit/Gesundheitsorientierte Tageseinrichtungen für Kinder)

• PEP (Lebenskompetenzprogramm)

Fachöffentlichkeitsarbeit und Öffentlichkeitsarbeit

• Fachtage und Kongresse

• Arbeitshilfen

• Internet


Regionales Monitoring zu Substanzkonsum und Suchtgefährdung bei Schülerinnen und

Schülern in der Stadt Köln (2010)

Deutsches Institut für Sucht- und Präventionsforschung, Köln/Katholische Hochschule NRW

• Tabak: Klasse 10, aktuelles Rauchen 23,7% Erstkonsum mit 12 Jahren (50%)

» Kaum geschlechtsspezifische Unterschiede

• Alkohol: Klasse 10, aktuelles Trinken 55,4% Erstkonsum mit 12 Jahren (50%)

» Jungen trinken häufiger als Mädchen

• Alkohol: Klasse 10, Rauschtrinken 31,3%

• Alkohol: Oberstufe, Rauschtrinken 42,2%

» Jungen betreiben häufiger Rauschtrinken

als Mädchen.

» Jugendliche in Gymnasien betreiben

häufiger Rauschtrinken als in RS und HS.

• Cannabis: Klasse 10 aktueller Konsum 18,6% Erstkonsum mit 13 Jahren (34%)

» Jungen konsumieren eher als Mädchen.

• Mit steigendem Alter nehmen riskante Konsummuster zu.


Fachtage zur Alkoholprävention u. a.

• „Probieren bis zum Absturz –

Alkohol im Jugendalter“

Königin-Luise-Schule (2006)

Fachkräfte Schule und Jugendarbeit

• „Mithalten und dabei sein“

Rathaus (2007)

Fachkräfte Schule, Jugendliche,

Entscheidungsträger

• „Kenn Dein Limit“

Studio Dumont (2009)

Eltern

• „Regionalkonferenz Alkoholprävention“

Rheinschiene - AOK Rheinland/Hamburg (2010)

Rheinschiene - Rathaus (2011)

• „12 Jahre Keine Kurzen…“

Akteure der Kampagne und Experten

AOK Rheinland (2011)


Von der Plakataktion zur Kampagne

• Beginn 1999

• Auftrag Stadtspitze

• Ratsbeschluss

• Leitungsebene


Partner der Kampagne „Keine Kurzen für Kurze – gemeinsam gegen die

Abgabe von Alkohol an Kinder und Jugendliche“

• Stadt Köln

» Jugendamt, Amt für Öffentliche Ordnung, Gesundheitsamt, Amt für Feuerschutz und Rettungsdienst, Presseund

Informationsamt

• Paritätischer Wohlfahrtsverband, Kreisgruppe Köln

• Landschaftsverband Rheinland

• Bezirksregierung Köln

• Polizei Köln

• Bundespolizei Köln

• Kölner Verkehrsbetriebe AG

• Festkomitee des Kölner Karnevals

• Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße

• Johanniter Unfallhilfe

• Arbeiter Wohlfahrt Köln

• Träger der freien Jugendhilfe

» Drogenhilfe Köln, SKM Köln, SkF e. V. Köln, AIDSHILFE Köln, Lino-Club Köln


„Keine Kurzen für Kurze“

• Ziele der Kampagne:

• Einflussnahme auf die Abgabe von Alkohol

• Information und Hilfe an den Karnevalstagen vor Ort

• Zielgruppen:

• Gewerbetreibende

• Schulen/Jugendeinrichtungen

• Eltern

• (konsumierende) Jugendliche


Öffentlichkeitsarbeit

• Plakate im Stadtbild (230)

• Poster in den Kölner Verkehrsbetrieben (1.000)

• Straßenzug (Innenstadt)

• Pressearbeit

• Internet (www.Stadt-Köln.de)


© Paulo dos Santos


Jugendschutz durch die Ordnungsbehörde

• Besuch des Einzelhandels und den Gaststätten Vorfeld des

Karnevals

• Innenstadtbereich

• Kioske in der Nähe von Schulen

„Gewerbetreibende, die gegen die Vorschriften des Jugendschutzgesetzes

verstoßen, müssen damit rechnen, dass gegen sie ein

Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet wird, das mit einem Bußgeld bis zu

50.000 € geahndet wird. Bei besonders schwer wiegenden Verstößen kann

neben der Verhängung eines Bußgeldes die Schließung des

Gewerbebetriebes erfolgen (s.JuSchG§28, Abs.5).“


„1:1“ Alkohol und Karneval - Qualifizierung für Lehrkräfte, Drogenhilfe Köln

Konzeptakzeptanz in der gesamten

Schule

• Rollentausch

• Film

• Rauschbrillen, Quiz

• Lernzielkontrolle

• Umsetzung


11 Tipps (nicht nur) für die Karnevalstage

Drogenhilfe Köln, Fachstelle für Suchtprävention

• Zögern Sie den Konsum möglich lange heraus

• Zeigen Sie Interesse

• Treffen Sie Verabredungen

• Setzen Sie klare Grenzen

• Seien Sie konsequent und loben Sie

• Hören Sie zu

• Geben Sie sachliche Informationen

• Klären Sie auf

• Reden Sie

• Bewahren Sie Ruhe

• Nehmen Sie Kontakt auf


„Mehr Spaß ohne Glas“ - Schutz vor Verletzung

und Gefahr – Amt für Öffentliche Ordnung

Plakate im Stadtbild – Poster in den Kölner Verkehrsbetrieben

• Das Mitführen und der Verkauf von Glas und Glasflaschen ist zeitlich

befristet (Karnevalstage) verboten.

• Vor Betreten der glasfreien Zonen (2) haben die Feiernden die

Möglichkeit, mitgebrachte Glasflaschen und Gläser in speziellen

Containern zu entsorgen. Innerhalb der Zonen dürfen Gaststätten und

Kioske Getränke nur in Plastik- oder Pappbechern und in Dosen oder

PET-Flaschen verkaufen.


Aufnehmendes Suchtclearing

Gesundheitsamt (ASC)

• Das ASC ist mit 3 SA in den Rettungszelten am Rheinufer

unterstützend tätig.

• Das ASC ist Bindeglied zwischen Jugendlichen, dem

Rettungsdienst und Eltern.

• Es stellt ggf. den Kontakt zu den Diensten des Jugendamtes

(Inobhutnahme) her.


Streetwork – Jugendamt, Arbeiterwohlfahrt Köln und

AIDSHILFE Köln

• Weiberfastnacht 10.00 Uhr bis 19.00 Uhr

• Bereich Innenstadt/HBF/Rheinufer

• Kontaktaufnahme zu alkoholisierten Jugendlichen

• Ggf. Kontaktaufnahme zu Eltern

• Bei Gewaltbereitschaft – Deeskalation

• Rückzugsmöglichkeit für erschöpfte Jugendliche

• Angebot von Suppe und alkoholfreien Getränken

• Verteilen von Kondomen


Organisation von Veranstaltungen für Jugendliche an Weiberfastnacht

Stadt Köln

• Stabsstelle Events

• Jugendamt

• Der Paritätische Wohlfahrtsverband

• Fachstellen für Suchtprävention

• „Jeck Dance“ – Open-Air-Party in der

Innenstadt an Weiberfastnacht

• Ehrenamtliche

• Drogenhilfe Köln

• Jugendfreizeiteinrichtungen – Träger der

freien Jugendhilfe

• „Kölle Alarm“ – alkohol- und nikotinfreie

Party vor dem Straßenkarneval

• Partys in Jugendfreizeiteinrichtungen

während des Karnevals


HaLt (Hart am Limit) Cologne

Bundesmodellprojekt – seit 01.11.2010 in Köln

• Drogenhilfe Köln Projekt GgmbH

• Kliniken der Stadt Köln

Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße

• AOK Rheinland/Hamburg

• Barmer GEK

• Vereinigte IKK

• BKK NRW

• Stadt Köln

• Gesundheitsamt

• Jugendamt


Kommunale Alkoholprävention NRW (Rheinschiene)

Jugendamt und Gesundheitsamt sowie ginko NRW

Fachaustausch, u. a. Fachstellen für Suchtprävention

• Aachen

• Bonn

• Bornheim

• Düsseldorf

• Köln

• Leverkusen

• Meckenheim

• Rheinisch-Bergischer Kreis

• Rhein-Erft-Kreis

• Solingen

• LVR

• Polizei Köln


Vielen Dank

für Ihre

Aufmerksamkeit

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine