Download-PDF (8,1 MB, in German) - Werner Otto

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Matthäus 5,13

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Der Jahrhundert-Mann

Vorwort

„Ihr seid das Salz der Erde“

D as Leben eines Hundertjährigen darzustellen, bedeutet nicht automatisch,

dass man eine interessante Geschichte erzählen kann. Bei Werner

Otto verhält sich das völlig anders: Sein Leben ist so faszinierend, so reich,

so voller Abwechslungen verlaufen, dass es sich nur schwer zwischen zwei

Buchdeckel pressen lässt. Es ist typisch für Werner Otto: Er hat sich immer

Wohnsitze gesucht, die entweder im Einzugsgebiet pulsierender Großstädte

liegen oder nicht weit entfernt von einem schönen, eindrucksvollen Stück

Natur. So begleiteten ihn Journalisten bei Interviews häufi g auf Strandspaziergängen

und Bergwanderungen – oft konnten sie dabei kaum Schritt halten.

Ein Ruheloser, ein Neugieriger – kein Hektiker – ist Otto auch in dieser Beziehung

stets geblieben. Genau wie als Unternehmer verabscheut er auch privat

Stillstand und Langeweile. Er will immer noch dort sein, wo es besonders

reizvoll und interessant ist. Und einer wie er scheute sich auch nicht, seinen

Lebensmittelpunkt noch im hohen Alter zu verlegen und gleich nach der

Wiedervereinigung nach Berlin überzusiedeln. Als 95-Jähriger berichtete er

voller Bedauern von einem jüngeren Schulfreund, der für einen Ausfl ug nicht

mehr zu motivieren gewesen war. Schließlich sei der Freund, der sein Haus

einfach nicht mehr verlassen wollte, ganz überraschend gestorben. Die Episode

hat Werner Otto sehr berührt, aber immer auch ein wenig ärgerlich gemacht.

„Man darf sich einfach nicht hängen lassen“, so seine Erkenntnis, „das

ist dann gleich der Anfang vom Ende.“ Als seine liebste Bibelstelle bezeichnete

er einmal Matthäus 5,13: „Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz

seine Wirkung verliert, womit soll man salzen?“

Er versteht den Satz als Ansporn, aber auch Mahnung für alle Menschen. „In

ihnen allein liegt die Fähigkeit, eine harmonische Umwelt zu schaff en“, so Werner

Otto. Jahrtausendelang habe der Mensch Verantwortung auf sich genommen,

die Erde urbar zu machen, politisch zu formen und geistig zu bereichern.

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