LOW CARB - LCHF Magazin März 2015
LCHF und Low Carb, Berichte von Erfolgsgeschichten und wissenschaftliche Neuigkeiten. Ebenso viele leckere Rezepte.
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Nr. 1/<strong>2015</strong><br />
<strong>LOW</strong> <strong>CARB</strong> - <strong>LCHF</strong><br />
<strong>Magazin</strong> für Gesundheit und ketogene Ernährung<br />
LESE-<br />
PROBE<br />
<strong>LCHF</strong> DEUTSCHLAND<br />
www.<strong>LCHF</strong>-Deutschland.de
INHALT<br />
EDITORIAL<br />
INHALT 03<br />
<strong>LCHF</strong> BASISWISSEN<br />
Damit <strong>LCHF</strong> gelingt: 10 Tipps von Margret Ache 04<br />
<strong>LCHF</strong> Grundschule von Margret Ache 05<br />
Die besten Tipps zum Abnehmen von Dr. Andreas Eenfeldt 06<br />
WISSENSWERTES<br />
Historische Hintergründe zu <strong>LCHF</strong> von Mag. Julia Tulipan 08<br />
ADHS und Konzentration: Aufmerksamkeit gestört? – Gehirnturbos<br />
auf den Teller! von Dr. Sabine Paul 11<br />
Low Carb mit Kindern von Jörg Kiel 13<br />
Wie gesund sind Backwaren aus Mandel- und Nussmehlen?<br />
von Dr. Monika Charrak 17<br />
Ketolumne: Keto bei Krebs, im Restaurant von Christiane Wader 20<br />
Gut für Kranke, besser für Gesunde von Mag. Robert Schönauer 22<br />
<strong>LCHF</strong> und Diabetes passen gut zusammen von Rainer 24<br />
Wie ich mit <strong>LCHF</strong> meine Migräne bekämpfe von Dani Grund 26<br />
Es ist an der Zeit über Gesundheit zu sprechen von Mats Lindgren 29<br />
ERFOLGSGESCHICHTEN<br />
Mein Weg mit der ketogenen Ernährung bei Krebs von Heike Mohrdieck 30<br />
Mein Weg zur Gesundheit geht durch die Küche! von Wibke May 33<br />
BUCHVORSTELLUNGEN 37<br />
KREATIVE KÜCHE 38<br />
GESUNDHEITSTRAINING<br />
Lachen ist gesund von Margret Ache 41<br />
<strong>LCHF</strong> COACHING 42<br />
KOCHJOURNAL 43<br />
KOLUMNE VON CARRO 44<br />
<strong>LCHF</strong> SEMINARE 45<br />
VORSCHAU/INSERENTENVERZEICHNIS 46<br />
ABONNEMENT/IMPRESSUM 47<br />
BUCHSHOP 48<br />
U2<br />
3
<strong>LCHF</strong> BASISWISSEN<br />
Damit <strong>LCHF</strong> gelingt: 10 Tipps<br />
von Margret Ache, <strong>LCHF</strong> Deutschland<br />
1. <strong>LCHF</strong> ist keine Reduktions-Diät, sondern eine Ernährungsweise,<br />
die dafür sorgt, dass wir uns wohlfühlen und dass sich<br />
unser Gewicht reguliert. Lernen Sie zu unterscheiden, wann Sie<br />
Appetit und wann Sie Hunger oder Durst haben. Menschen, die<br />
sehr wenig trinken, meinen häufig Hunger zu haben, wenn sie<br />
im Grunde genommen durstig sind. Sorgen Sie dafür, dass Sie<br />
ausreichend trinken.<br />
2. Versuchen Sie herauszufinden, wo Ihre Trigger sind. Also<br />
Lebensmittel, auf die Sie verstärkt mit Appetit reagieren oder<br />
von denen Sie mehr essen, als nötig ist. Wer sehr gerne Süßigkeiten<br />
gegessen hat, reagiert häufig auf Süßstoffe mit einem<br />
vermehrten Appetit. Doch jeder reagiert anders, was sich bei<br />
anderen als Trigger herausgestellt hat, muss nicht auf Sie zutreffen.<br />
3. Denken Sie stets daran: Das Auge isst mit. Wählen Sie Ihre<br />
Ernährung dementsprechend aus, achten Sie auf gute Qualität.<br />
7. Stellen Sie Ihre Waage in den Keller. Messen Sie zum Beispiel<br />
lieber den Bauch- und Taillenumfang. Es kann sein, dass<br />
sich wohl am Umfang, aber nicht sofort etwas am Gewicht verändert.<br />
Bei der <strong>LCHF</strong>-Ernährung modelliert sich der Körper neu.<br />
8. Seien Sie neugierig. Lesen Sie viel über Ihre Ernährung,<br />
probieren Sie neue Gerichte und tauschen Sie sich mit Gleichgesinnten<br />
aus.<br />
9. Seien Sie etwas zurückhaltend mit Milchprodukten wie<br />
Sahne, Crème fraîche oder Crème double. Versuchen Sie Ihren<br />
Konsum pro Mahlzeit bei maximal 100 ml/g zu halten.<br />
10. Keine Angst vor gesättigten Fettsäuren. Essen Sie gerne<br />
Butter, Fleisch, Speck, Kokosfett usw., denn alle seriösen neuen<br />
Studien zeigen, dass gesättigte Fette das Risiko für Herzerkrankungen<br />
nicht erhöhen.<br />
4. Vermeiden Sie Ausnahmen bei der Nahrungsaufnahme.<br />
Versuchen Sie in den ersten Wochen konsequent <strong>LCHF</strong>-konforme<br />
Lebensmittel zu essen. Denn sonst kann eine Ausnahme<br />
schnell weitere Ausnahmen nach sich ziehen und so entfernen<br />
Sie sich schnell von den Zielen, gesünder zu werden und/<br />
oder abzunehmen. Daher ist es immer von Vorteil, alle nicht<br />
<strong>LCHF</strong>-konformen Lebensmittel aus der Küche zu verbannen.<br />
5. Bringen Sie Bewegung in Ihren Alltag. <strong>LCHF</strong> funktioniert<br />
zwar ohne Sport, doch etwas Bewegung ist oft sehr wohltuend.<br />
Spazieren gehen, walken, auf dem Trampolin schwingen, Treppen<br />
steigen…<br />
6. Seien Sie geduldig. Wenn Sie eine Diätkarriere hinter sich<br />
haben, dauert es manchmal länger, bis der Körper der <strong>LCHF</strong>-Ernährung<br />
vertraut und sich die erhofften Erfolge einstellen.<br />
4<br />
Low Carb – <strong>LCHF</strong> <strong>Magazin</strong> 1/<strong>2015</strong>
ADHS und Konzentration<br />
Aufmerksamkeit gestört? - Gehirnturbos auf den Teller!<br />
von Dr. Sabine Paul<br />
Wenn es um wichtige Themen oder Aufgaben geht, ist unsere<br />
volle Aufmerksamkeit gefragt. Aber nicht immer gelingt<br />
der Fokus.<br />
Die Zahl der Kinder, bei denen ein „Aufmerksamkeits-Defizit“<br />
(ADS oder ADHS) diagnostiziert wird, steigt seit etwa 20 Jahren<br />
drastisch an. Die Standardtherapie sind gehirnverändernde<br />
Betäubungsmittel. Seit Längerem zeigt sich, dass eine nebenwirkungsfreie<br />
Ernährungsanpassung die Konzentrationsfähigkeit<br />
dieser Kinder fördern kann. Die Betroffenen profitieren<br />
zum Beispiel vom Meiden glutenhaltiger Getreide, Farbstoffe,<br />
Konservierungsmittel und der Erhöhung des Anteils an Omega-3-Fettsäuren,<br />
Vitaminen und Mineralstoffen aus Gemüse<br />
und Nüssen.<br />
Auch Berufstätigen ist bekannt, dass sie mit gesunder Ernährung<br />
effektiver denken. Viele vernachlässigen ihre Ernährung<br />
aber, wenn sie unter Zeitdruck stehen. Beim Versuch, die Aufgabenlast<br />
mit Multitasking oder Gehirndoping in den Griff zu<br />
bekommen, läuft das Gehirn heiß und reduziert die Qualität.<br />
Ein Griff zum bewährten Studentenfutter wäre wirksamer. Die<br />
enthaltenen Nährstoffe unterstützen Stressresistenz, Konzentration<br />
und Gedächtnis.<br />
Bei Demenzerkrankungen wie der Alzheimerschen Krankheit<br />
kommt es zu fortschreitendem Gedächtnisverlust. Bestimmte<br />
Nährstoffe halten das Gedächtnis länger aktiv oder stellen es<br />
sogar wieder her. Dazu zählt etwa die Gelbwurz in Curry. Die<br />
Ernährung hat also einen entscheidenden Einfluss auf unsere<br />
geistige Fitness. Woran liegt das?<br />
Wie kann man mit diesem Wissen das Gehirn<br />
fit halten oder gar natürliche Gehirnturbos auf<br />
den Teller bringen?<br />
1 Für ausreichend notwendige Nahrungsbestandteile sorgen.<br />
Die benötigten Fette für die Gehirnzellen sind vor allem<br />
Omega-3-Fettsäuren. Außerdem werden proteinreiche Nahrungsmittel<br />
benötigt, die einen hohen Anteil der Aminosäure<br />
Tyrosin enthalten. Hinzu kommen Vitamin B6, Vitamin B12,<br />
Vitamin C und Folsäure, sowie die Mineralstoffe Kupfer und<br />
Magnesium. Besonders reich an diesen Nährstoffen sind: Fisch<br />
(Lachs, Thunfisch, Makrele), Fleisch von Weidetieren, Innereien,<br />
Schalentiere (Garnele) und Eier, sowie Nüsse (Walnuss,<br />
Erdnuss, Mandel, Haselnuss, Pistazie), Samen (Leinsamen,<br />
Chiasamen, Hanfsamen, Sesam, Mohn, Sonnenblumenkerne),<br />
Hülsenfrüchte (Kichererbse), verschiedene Gemüse (Kohl, Paprika,<br />
Spinat, Tomate), Salate und Kräuter und einige Früchte<br />
(Johannisbeere, Kiwi, Banane). Abgerundet wird diese Liste<br />
durch Omega-3-reiche Öle wie Walnussöl, Leinöl und Rapsöl<br />
sowie Kokosmilch.<br />
» Gehirnzellen bestehen, wenn man vom Wasseranteil<br />
absieht, fast ausschließlich aus Proteinen und Fetten.<br />
» Gehirnbotenstoffe werden aus Bestandteilen gebildet, die<br />
der Körper nicht selbst herstellen kann. Er muss sie mit der<br />
Nahrung aufnehmen. Dazu zählen ein ganz bestimmter<br />
Proteinbaustein (die Aminosäure Tyrosin), spezifische<br />
Vitamine und Mineralstoffe.<br />
» Es kommen auch Konzentrationsblocker in der Nahrung<br />
vor. Das sind vor allem Gluten in Getreide und Kasein in<br />
Milch, sowie Farbstoffe und Konservierungsmittel.<br />
11
Low Carb mit Kindern<br />
von Jörg Kiel<br />
Jörg Kiel<br />
www.joergkiel.de<br />
Kennen Sie das? Es geht schon frühmorgens los. Für mich ist<br />
das Frühstück, welches die Mehrzahl der Menschen gedankenlos<br />
zu sich nimmt, ein Graus. Vor allem in Bezug auf Kinder. Ich<br />
mag schon gar nicht mehr hinsehen, wenn ich das zuckersüße<br />
Elend in Hotels und Cafés sehe. Spätestens, wenn ich morgens<br />
die ach so gestressten Mütter auf dem Weg zu Kindergarten<br />
und Schule erspähe, möchte ich einschreiten, wenn diese den<br />
obligatorischen Durchmarsch durch den Bäcker an der Ecke<br />
antreten, um dem Nachwuchs Donuts, Hörnchen, Kräppel oder<br />
sonstige Pampe auf die Schnelle in die Hand zu drücken, weil<br />
doch zuhause keine Zeit mehr zum Frühstückmachen war.<br />
Unsere Werbung tut ihr Übriges dazu und preist einschlägige<br />
„Kinderprodukte“ und „Junior-Cerealien“ als das gesunde und<br />
wertvolle Must-Have zum Tagesstart an. Da ist es kein Wunder,<br />
dass in den Schulen immer mehr verträumte Zappelphilippe<br />
Entwicklungsgespräche zwischen Eltern und Lehrern einfordern<br />
und die Zahl der adipösen Sprösslinge, die schon im<br />
einstelligen Lebensalter mit ernsthaften Krankheiten, Diabetes,<br />
Allergien und anderen Einschränkungen zu kämpfen hat,<br />
dramatisch zunimmt.<br />
Ich habe selbst zwei Kinder, vier und sieben Jahre alt, und<br />
auch an uns geht der „normale Ernährungswahnsinnsalltag“<br />
nicht vorüber. Man kann heutzutage nicht mehr am normalen,<br />
öffentlichen Leben teilnehmen, ohne dass einem die allgegenwärtige<br />
Zuckerschwemme ständig hinterherschwappt.<br />
Nehmen wir nur mal einen gewöhnlichen Familieneinkauf am<br />
Samstagvormittag. Der Besuch auf dem Wochenmarkt endet<br />
mit zehn Tütchen Gummibären, der Besuch an der Metzgertheke,<br />
welcher früher das obligatorische Stück Fleischwurst<br />
als Give-away beinhaltete, befördert zwei weitere Päckchen<br />
Gummitiere in die Einkaufs-Souvenirtüte. Da brauchen wir an<br />
der „Quengelzone“ vor der Supermarktkasse gar nicht mehr<br />
zu diskutieren, denn die Taschen und Mäuler sind jetzt schon<br />
randvoll. Nun noch schnell in den Drogeriemarkt, dessen Besuch<br />
an der Kasse mit Brausespaß für die Zwerge belohnt wird.<br />
Draußen auf der Straße vor dem Einkaufszentrum nimmt einen<br />
dann schon das Maskottchen des selbigen in Empfang und verteilt<br />
weitere Leckereien.<br />
Zum Abschluss will noch das Auto getankt und gewaschen<br />
werden. Und da die jungen Herrschaften auch hier so lieb teilgenommen<br />
haben, winken Lollis und abermals Gummibären.<br />
Nicht lange zu Hause, die Kinder spielen auf dem Hof, kommt<br />
Oma Elfriede aus der Nachbarschaft auf ihrer Hunde-Gassi-Runde<br />
vorbei und drückt Sohn und Tochter je eine Tafel Schokolade<br />
in die Hand – warum auch immer. Nachmittags geht es zu<br />
Tante Gerda zum Geburtstag. Hier erscheinen Schwiegermutter,<br />
Schwägerin, Großtante und Nachbarin Ilse und belohnen<br />
die Anwesenheit der Kiddies mit Kinderriegeln, Schokobons,<br />
Kaugummi und erneut allerhand Gummigetier. Dazu schmeißt<br />
Opa noch eine Runde Bonbons, sodass der extra für die Kleinen<br />
gebackene und mit buntem Zuckerklebstoff verzierte Kuchen<br />
schon fast in Vergessenheit gerät. Bis hierhin war es ja nur ein<br />
gewöhnlicher Samstag, für den wir theoretisch für die Kinder<br />
nicht hätten einkaufen müssen, denn alleine mit der Süßwarenausbeute<br />
des heutigen Tages kämen diese einige Wochen<br />
lang klar, ohne etwas anderes essen zu müssen. Dann gibt es<br />
ja noch die normalen Wochentage. An denen gibt es –außer<br />
den schon genannten Mitbringseln und Geschenken- noch die<br />
Belohnung im Sportverein in Form von Gummischlangen für<br />
die gewonnene Sackhüpf-Staffel, sowie das süße Tapferkeitsgeschenk<br />
für das Warten beim Arzt zur Kinder-Vorsorgeuntersuchung.<br />
Die größte Freude wartet aber in Kindergarten und<br />
Schule selbst. Hier haben über das Jahr verteilt etwa 25 Kinder<br />
Geburtstag, die dann die übrige Gruppe oder Klasse mit bunten<br />
Muffins, Törtchen, Eis und sonstigen Goodies verköstigt. Somit<br />
kann man schon mal an 13% der Schul- oder Kindergartentage<br />
damit rechnen, dass das mitgegebene Pausenfrühstück wieder<br />
den Weg nach Hause findet und stattdessen wieder allerhand<br />
Klebstoff in den Mägen gelandet ist.<br />
13
Wie gesund sind Backwaren<br />
aus Mandel- und<br />
Nussmehlen?<br />
von Dr. Monika Charrak<br />
Wer sich kohlenhydratarm ernähren möchte und auf Backwaren<br />
nicht vollständig verzichten kann oder will, landet früher<br />
oder später bei den Mehlen von Schalenfrüchten, Nüssen<br />
und Ölsaaten. Allen voran steht das Mandelmehl, aber auch<br />
Kokosmehl, Walnussmehl, Haselnussmehl und Leinmehl sind<br />
sehr beliebt.<br />
Neben Produkten, in denen schlichtweg Mandeln, Nüsse<br />
oder Leinsamen fein vermahlen wurden, gibt es auch noch die<br />
sogenannten Ölmehle, welche sich besonders gut zum Backen<br />
eignen. Diese tragen neben der Produktbezeichnung noch<br />
das Beiwort „entölt“ oder „teilentölt“. Gemeint ist hiermit der<br />
vermahlene Presskuchen, der bei der Ölgewinnung aus den<br />
entsprechenden Saaten zurückbleibt. Je nach Pressverfahren<br />
bleiben in den meisten Ölmehlen noch 10-20 % Öl zurück.<br />
(Anmerkung: Die Bezeichnungen „entölt“ und „teilentölt“<br />
werden im Handel willkürlich verwendet, d.h. „entölte“<br />
Mehle enthalten nicht notwendigerweise weniger Öl als<br />
„teilentölte“ Mehle.) Durch die Fettreduktion konzentrieren<br />
sich Ballaststoff- und Eiweißgehalt. Bei Mandeln führt das<br />
je nach Entölungsgrad zu einem Mandelmehl mit einem Eiweißgehalt<br />
von an die 50 % sowie einem Ballaststoffgehalt<br />
von bis zu 20 %. Darüber hinaus sind sie reich an Mineralien<br />
und Vitaminen.<br />
Also rundherum eine tolle Sache?<br />
Doch wie gesund ist eigentlich das Backen mit diesen Mehlen?<br />
Immer wieder hört man, dass Fette mit hohem Anteil an<br />
ungesättigten Fettsäuren nicht zu hoch erhitzt werden sollten.<br />
Und was war das noch gleich mit den Acrylamiden? Auch hier<br />
geht es um hohe Temperaturen bei der Zubereitung, die zur Bildung<br />
krebserregender Stoffe in unserer Nahrung führen – gilt<br />
das auch für Mandel- und Nussmehle?<br />
Wir haben uns die Wissenschaft dahinter mal ein bisschen<br />
genauer angeschaut. In diversen Studien wird der Einfluss<br />
höherer Temperaturen auf unsere Nahrung untersucht, doch<br />
was bedeutet „höhere Temperaturen“? Bevor wir zu den Studien<br />
kommen, müssen wir zuerst die folgende Frage stellen:<br />
Welche Temperaturen werden beim Backen<br />
überhaupt erreicht?<br />
Als Erstes müssen wir uns einmal anschauen, welche Temperaturen<br />
beim Backen überhaupt erreicht werden. Anders als<br />
man vielleicht erwarten würde, stimmt nämlich die Temperatur<br />
der Backware selber nicht unbedingt mit der Temperatur<br />
überein, die man am Backofen eingestellt hat. Es geht hier<br />
nicht um kleinere Abweichungen durch ungenaue Thermostate,<br />
sondern um bis zu 100 °C Differenz!<br />
Bei Backwaren, die während des Backens nicht vollständig<br />
austrocknen, sorgt nämlich die Verdunstungskälte des siedenden<br />
Wassers dafür, dass im Inneren und auf der Oberfläche der<br />
Backware die Siedetemperatur von Wasser von 100 °C kaum<br />
überschritten wird.<br />
Das Gleiche passiert auch im Kochtopf – z.B. beim Garen von<br />
Gemüse. Wenn man Wasser erhitzt, fangen die Wassermoleküle<br />
an, sich immer schneller zu bewegen – bis sie schließlich vollkommen<br />
den Kontakt zueinander verlieren und sich im Dampfzustand<br />
auseinander bewegen. Das ist der Zeitpunkt, an dem das<br />
Wasser siedet – bei Normaldruck geschieht das bei 100 °C (bei<br />
Überdruck liegt die Temperatur etwas höher – so funktioniert<br />
übrigens der Dampfkochtopf!). Der Wechsel in einen anderen<br />
Aggregatzustand (von flüssig zu gasförmig) erfordert jedoch<br />
Energie. Diese wird natürlich einerseits durch die Heizquelle<br />
(die Kochplatte) bereitgestellt, andererseits holt sich eine siedende<br />
Flüssigkeit aber auch Energie aus der Umgebung – und<br />
kühlt diese damit ab. So paradox das klingt, aber selbst wenn<br />
die Kochplatte 400°C hat, kühlt das siedende Wasser sich selbst<br />
und das im Kochtopf befindliche Gemüse stets auf ca. 100 °C<br />
ab. Deshalb brennt das Gemüse auch nicht an, solange noch<br />
Wasser im Topf ist. Problematisch wird es erst, wenn das Wasser<br />
verdunstet ist, weil dann die Temperatur schlagartig auf die<br />
Temperatur der Kochplatte ansteigen kann. Bereitet man sein<br />
Gemüse hingegen in Fett zu, ist die Gefahr des Verbrennens<br />
von Anfang an sehr hoch. Fette und Öle werden schlichtweg<br />
deutlich heißer als Wasser, bevor sie verdunsten bzw. „verrauchen“<br />
(Rauchpunkt).<br />
17<br />
Low Carb – <strong>LCHF</strong> <strong>Magazin</strong> 1/<strong>2015</strong>
<strong>LCHF</strong> und Diabetes passen gut zusammen<br />
von Rainer<br />
Ich habe meine Diagnose 2002 erhalten und in den folgenden<br />
Jahren meinen Typ-2-Diabetes mit den normal empfohlenen<br />
Lebensstiländerungen so weit in den Griff bekommen, dass er<br />
sich nur langsam verschärfte. Dabei habe ich alle möglichen<br />
Vorschläge für Wundermittel und angeblich sehr wirksamen<br />
Nahrungsergänzungen aufgegriffen und ausprobiert. Wie Sie<br />
es vielleicht aus eigenen Erfahrungen kennen, ließ sich der Diabetes<br />
von all diesen Versuchen nicht sehr beeindrucken. Auch<br />
wenn sich mein Diabetes nur langsam weiterentwickelte, hat<br />
er sich trotzdem von Jahr zu Jahr weiter verschärft.<br />
Als ich dann 2009 <strong>LCHF</strong> für mich entdeckt habe, war ich erstaunt,<br />
mit was für geringem Aufwand sich der Blutzucker<br />
gesund führen und der Diabetes im Griff halten lässt. Mit weniger<br />
Medikamenten lässt sich der Blutzucker mit dieser kohlenhydratarmen<br />
Ernährung ohne große Schwankungen schön<br />
niedrig halten. Das ist die beste Voraussetzung dafür, dass der<br />
Diabetes sich nicht weiter verschärft und dass man von den<br />
diabetischen Folgekrankheiten verschont bleibt. Besonders<br />
profitieren davon Typ-2-Diabetiker, die zusätzlich Gewicht<br />
verlieren wollen. Aber auch nicht übergewichtige Diabetiker,<br />
sogar Typ-1-Diabetiker, können von der unter <strong>LCHF</strong> möglichen<br />
flachen und niedrigen BZ-Führung profitieren. Es zeigt sich<br />
häufig, dass diabetische Folgeschäden im Anfangsstadium<br />
damit ein Stück weit zurückgedreht werden können. Bei fortgeschrittenen<br />
Schäden kann man zumindest deren Weiterentwicklung<br />
aufhalten. Die größten Erfolge können übrigens neu<br />
diagnostizierte Typ-2-Diabetiker verbuchen. Es kommt nicht<br />
selten vor, dass bei ihnen auch bei hohen Ausgangswerten<br />
die Ernährungsumstellung ausreicht und keine Medikamente<br />
erforderlich werden. Allerdings würde sich bei diesen Diabetikern<br />
der Diabetes schnell wieder melden, wenn sie mit der<br />
<strong>LCHF</strong>-Ernährung aufhören. <strong>LCHF</strong> verspricht keine Heilung von<br />
Diabetes. Es bietet eine Möglichkeit, mit dieser Krankheit ohne<br />
große Einschränkungen so umzugehen, dass sie ein Leben lang<br />
harmlos bleibt.<br />
Für Diabetiker stellt sich bei der Ernährungsumstellung auf<br />
<strong>LCHF</strong> die wichtige Frage, ob sie die Diabetesmedikamente weiter<br />
nehmen sollen, oder ob damit unter Umständen gefährliche<br />
Unterzuckerungen auftreten können. Solche gefährlichen Unterzuckerungen<br />
sind nur bei Medikamenten möglich, die den<br />
Blutzucker unmittelbar senken. Das betrifft die Sulfonylharnstoffe,<br />
häufig Glimeperid, die seltener verschriebenen Glinide<br />
und Insulin. Wer diese Medikamente nimmt, muss zuerst mit<br />
seinem Arzt reden oder zumindest die Entwicklung des Blutzuckers<br />
sorgfältig beobachten und wissen, wie und wann er die<br />
Medikamente reduzieren muss. Die Insuliner werden größtenteils<br />
dazu in der Lage sein, dazu schreibe ich später noch mehr.<br />
Mit Metformin und mit den moderneren Medikamenten kann<br />
keine gefährliche Unterzuckerung auftreten, deshalb muss<br />
man bei <strong>LCHF</strong> dazu nichts beachten. Die Medikamente können<br />
wie bisher weiter eingenommen werden. Es ist denkbar, dass<br />
diese Medikamente später auch reduziert werden können. Ich<br />
rate aber dazu, zunächst die Dosis beizubehalten und erst nach<br />
mehreren Monaten Ernährung mit <strong>LCHF</strong> anhand der BZ-Werte<br />
zu prüfen, ob eine Reduzierung der Dosis oder sogar das Weglassen<br />
von Medikamenten möglich ist.<br />
24
Wie ich mit <strong>LCHF</strong> meine<br />
Migräne bekämpfe<br />
von Dani Grund<br />
Ich bin Dani und habe seit 16 Jahren Migräne. Ich kann nicht<br />
sagen ich hatte Migräne, denn diese Krankheit ist nicht heilbar<br />
und wird mich wohl mein Leben lang begleiten. Dennoch habe<br />
ich es geschafft, meine Migräneanfälle von ca. 10 bis 15 mal im<br />
Monat auf weniger als die Hälfte zu reduzieren. Aber das zeigt<br />
es eigentlich nicht deutlich, denn vorher dauerte ein Migräneanfall<br />
2 bis 3 Tage, begleitet von Übelkeit und Erbrechen. Ich<br />
konnte nur im Bett liegen und war zu nichts zu gebrauchen.<br />
Wie und warum sich die Migräne verbessert hat, erzähle ich<br />
Ihnen gleich.<br />
Dani Grund<br />
Was hat <strong>LCHF</strong> mit Migräne zu tun?<br />
Durch die Lektüre verschiedener Bücher bin ich auf das Thema<br />
Blutzucker im Zusammenhang mit Migräne gestoßen. Blutzuckerschwankungen<br />
sind demnach eine Ursache für Migräne.<br />
Die verschiedenen Symptome von Unterzuckerung konnte ich<br />
bei mir selbst immer wieder feststellen und einen Zusammenhang<br />
mit meiner Migräne erkennen.<br />
Vor allem, wenn ich kaum Zeit zum Frühstücken oder nur leere<br />
Kohlenhydrate gegessen hatte, bekam ich mittags ganz oft<br />
einen Einbruch. Ich hatte Hunger, ja sogar Heißhunger, bekam<br />
schlechte Laune und war total unruhig. Wenn ich dann nicht<br />
bald was zu essen bekam, kamen noch Schweißausbrüche<br />
dazu. Unterwegs habe ich dann oft zu süßen Sachen gegriffen.<br />
Ich liebe Gebäck, also gab's Muffins, Cupcakes, Donuts oder ein<br />
klassisches Teilchen. Wenn ich nicht schnell genug für Zuckernachschub<br />
sorgen konnte, bekam ich nachmittags Migräne.<br />
Vor allem seit unserer Auswanderung nach Australien hat<br />
meine Migräne sehr stark zugenommen. Und mein mir oft genannter<br />
Trigger Stress war nun wirklich nicht mehr vorhanden,<br />
da wir am Anfang mehr oder weniger Urlaub gemacht haben.<br />
Aber meine Migräne wurde schlimmer. Klar, wir waren in einem<br />
neuen Land und haben erst mal alle neuen Lebensmittel<br />
ausprobiert. Und wir haben uns definitiv ungesünder ernährt<br />
und häufiger zu Fertigessen gegriffen, weil das auf Reisen einfacher<br />
ist. (Wer mehr über unser Leben in Australien erfahren<br />
möchte, findet meinen Blog auf weltkopfunter.de)<br />
Auch gibt es in Australien kaum gutes Brot, sondern hauptsächlich<br />
Toast. Das Nahrungsmittelangebot ist vergleichbar mit<br />
dem in den USA. Viel mehr Fertigessen, Fast Food und überall<br />
wird Zucker hinzugefügt. Diese Auswirkungen konnte ich extrem<br />
spüren. Ich hatte eigentlich ständig Hunger und bekam<br />
häufiger Migräne.<br />
Jedoch traten die meisten meiner Anfälle ganz früh morgens<br />
auf. Inzwischen weiß ich, dass mein Blutzucker nachts zu tief<br />
in den Keller ging und dadurch eine Migräneattacke ausgelöst<br />
hat. Mein Blutzucker war morgens oft ganz niedrig. Das habe<br />
ich festgestellt, weil ich angefangen habe meinen Blutzucker<br />
zu messen. Diese Messungen haben meine Vermutung bestätigt.<br />
Meine Migräne wird hauptsächlich von Blutzuckerschwankungen<br />
ausgelöst. Mein Körper kann Kohlenhydrate nicht<br />
mehr richtig verstoffwechseln, weshalb mehr Insulin als nötig<br />
ausgeschüttet, mein Blutzucker in den Keller rast und nur<br />
durch eine Reaktion der Stresshormone Adrenalin und Cortisol<br />
gebremst wird.<br />
26
KREATIVE KÜCHE<br />
Butter Rezepte<br />
von Birgitta Höglund<br />
Erfolgreiche schwedische<br />
Kochbuchautorin<br />
Birgitta Höglund<br />
https://birgittahoglundsmat.wordpress.com/<br />
Kräuterbutter<br />
»250 g Weidebutter<br />
»etwa 20 g feingehackte Kräuter, zum Beispiel: Petersilie,<br />
Zitronenmelisse, Thymian<br />
»1 TL Chiliflocken<br />
»½ TL Worcestershiresauce<br />
»Etwas Flockensalz<br />
Die Butter bei Raumtemperatur weich werden lassen und<br />
anschließend in eine Schüssel füllen. Alle Zutaten hinzugeben<br />
und mit einem Mixer solange rühren, bis alles zu einer schönen<br />
geschmeidigen Masse geworden ist. In eine Schale, oder für<br />
die schönere Optik, in eine ausgehöhlte Paprika füllen.<br />
Sie können auch eine größere Menge zubereiten und dann im<br />
Kühlschrank über einen längeren Zeitraum verwahren.<br />
Kräuterbutter<br />
38
SEMINARE<br />
Sommer <strong>2015</strong> mit <strong>LCHF</strong> Deutschland on tour<br />
in Schweden<br />
Wann und wo?<br />
Vom 05. – 10.07. oder vom 12. – 17.07.<strong>2015</strong><br />
in Tived-Sannerud<br />
Was sind die Seminarinhalte?<br />
Fünf Tage rund um die vier Säulen der Gesundheit: gesunde Ernährung,<br />
Entspannung, Bewegung und mentales Training.<br />
Seminargebühr:<br />
495,00 Euro pro Person (Seminargebühr, 5 x Mittagessen und ein<br />
Snack am Anreisetag, Getränke: Kaffee, Tee und Wasser)<br />
Anreise und Unterkunft:<br />
Auf eigene Kosten (Bei der Organisation sind wir gerne behilflich)<br />
Ausführliche Informationen finden Sie hier:<br />
http://www.lchf-deutschland.de/workshops/lchf-on-tour/<br />
Ein Fotoalbum von Tiveden finden Sie hier:<br />
http://www.lchf-deutschland.de/category/lchf-on-tour/<br />
Wir freuen uns auf Sie und gemeinsame unvergessliche Tage in<br />
Schweden<br />
Weitere <strong>LCHF</strong> on tour Termine in Deutschland:<br />
11. April <strong>2015</strong><br />
Langenfeld von 12.00 bis 17.00 Uhr // Ulrikes Shiatsu-Laden,<br />
Von-Velbrück-Straße 11, 40764 Langenfeld/Rheinland<br />
18. April <strong>2015</strong><br />
Frankfurt von 14.00 bis 19.00 Uhr // Restaurant Mammeo,<br />
Bornheimer Landwehr 26, 60385 Frankfurt/Main<br />
Juni <strong>2015</strong><br />
München von 12.00 bis 17.00 Uhr // Ort und Termin folgt<br />
4. Juni <strong>2015</strong><br />
Gmunden/Österreich von 12.00 bis 17.00 Uhr // Alpenhotel-<br />
Altmünster<br />
Was sind die Seminarinhalte?<br />
Unter anderem werden Fragen wie: Warum ist Zucker ungesund,<br />
was passiert beim Verzehr von Weizenprodukten, warum<br />
haben auch schlanke Menschen eine Fettleber näher beleuchtet.<br />
Was fühlt die Seele, wenn sich der Körper verändert? Die<br />
ketogene Ernährungsform <strong>LCHF</strong> (Weniger Kohlenhydrate, mehr<br />
gesunde Fette) wird vorgestellt. Für Einsteiger und für erfahrene<br />
Low Carber ein wertvoller Erfahrungsaustausch.<br />
Genießen Sie diesen wunderbaren Tag rund um die vier Säulen<br />
der Gesundheit: Entspannung, Ernährung, Mentales Training<br />
und Bewegung.<br />
Seminargebühr: 80,00 Euro pro Person, bringen Sie eine<br />
zweite Person mit, zahlen Sie zusammen nur 140,00 Euro.<br />
Anmeldung:<br />
Iris Jansen<br />
Kölner Straße 69<br />
40723 Hilden<br />
Tel. 0160/94762325<br />
Email: info@lchf-deutschland.de<br />
Weitere Informationen über Coachings, Seminare und Workshops<br />
finden Sie unter:<br />
www.lchf-deutschland.de oder<br />
www.Margret-Ache-Gesundheitstraining.de<br />
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<strong>LCHF</strong> DEUTSCHLAND<br />
www.<strong>LCHF</strong>-Deutschland.de
GESUNDHEIT UND ERNÄHRUNG<br />
Mats Lindgren<br />
Gesund durch die richtige Ernährung<br />
Diabetes: Mit <strong>LCHF</strong> in ein neues Leben<br />
Best.-Nr. 1014<br />
ISBN 978-3-9814522-6-6<br />
Preis: 18,00 Euro + Versandkosten<br />
<strong>LOW</strong> <strong>CARB</strong>-<strong>LCHF</strong> Kochjournal<br />
FRÜHLING<br />
Preis: 8,00 Euro + Versandkosten<br />
ISBN Nummer: 978-3-9814522-9-7<br />
Bestellnummer: 1016<br />
Low Carb - <strong>LCHF</strong><br />
<strong>Magazin</strong> für Gesundheit und ketogene Ernährung<br />
Jahresabonnement: 16,00 Euro + Versandkosten (4 Ausgaben)<br />
Ihre Bestellungen richten Sie bitte an:<br />
Expert Fachmedien GmbH // Aachener Straße 172 // 40223 Düsseldorf<br />
Telefon: +49. (0)2 11. 15 91-225/151 // Fax: +49. (0)2 11. 15 91-150 // E-Mail: lchf@dvs-hg.de // info@lchf-deutschland.de<br />
Weitere Informationen unter: www.lchf-deutschland.de<br />
oder auf www.expert-fachmedien.de/gesundheit-und-ernaehrung<br />
<strong>LCHF</strong> DEUTSCHLAND<br />
www.<strong>LCHF</strong>-Deutschland.de<br />
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