Ausgabe 1/12 Download - RegJo Hannover

hannover.regjo.de

Ausgabe 1/12 Download - RegJo Hannover

Das Magazin für die Region Hannover Ausgabe Nr. 11 I /2012 5,00 €

www.hannover.regjo.de

Orte zum Leben


WIR

BEWEGEN

FIRMEN.

Deutsche Firmenlaufmeisterschaft 2012

7. Juni 2012, 19:30 Uhr

6,1 Kilometer

Zieleinlauf AWD-Arena

PARTNER DER DEUTSCHEN FIRMENLAUFMEISTERSCHAFT.

Bis zum

30. April anmelden

und eine Reise zum

TUI Marathon

Palma de Mallorca

gewinnen!

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Gesundheitspartner Getränkepartner Fitnesspartner Kooperationspartner Charitypartner Premiumpartner

Orte zum Leben

Stefanie Stüting

Chefredaktion

Cover © Mike – Fotolia.com

RegJO hAnnOVeR editoRial 3

Besondere Orte, unverwechselbare Menschen – und die

zahllosen Fragen, die das Leben dazu stellt.

Menschen und Orte gehören zusammen, prägen einander, schreiben

gemeinsam ihre Geschichten. Manchmal aber auch nicht.

Dann, wenn Menschen keinen Ort finden, der zu ihnen passt und

gehört. RegJo hat wohnungslose Menschen in der Region Hannover

besucht und befragt, hat sich zeigen lassen, wo sie ein warmes

Essen und ein Dach über dem Kopf finden. Wir haben bedrückende

Schicksale gehört und gesehen, wie sich Helfer und Ehrenamtliche

in einem scheinbar nicht zu gewinnenden Kampf einbringen.

Einiges wird getan, Angebote und Einrichtungen leis ten Hilfestellung

und geben den Menschen Halt und Rat. Doch es scheint nicht

genug zu sein, was bleibt, sind Not und Verzweiflung.

In derselben Stadt zerbrechen sich Menschen zur selben Zeit

den Kopf darüber, wie sie eben jenes Thema – Wohnen – für sich

und ihre Familien gestalten und mit Zukunft füllen können. Ganz

weit oben auf der Prioritätenliste – und die Tendenz ist immer noch

stark steigend – steht der Wunsch nach Nachhaltigkeit und ökologischer

Vernunft. Passivhäuser stehen hoch im Kurs und ökologisches

Bauen ist ein Megatrend, dem wir in dieser Ausgabe des

RegJo ein eigenes Spezial widmen. Mit nennenswerten Fördersummen

werden in der Region Hannover Umbaumaßnahmen gefördert,

die Häuser vom Energie-Fresser in Energie-Musterknaben

verwandeln. Ganze Siedlungen wie der zero:e park , die in Zukunft

ihre eigene Energie produzieren werden, entstehen gerade.

Doch es sind nicht nur ökologische Gedanken, die bei der

Frage nach den Orten zum Leben im Raum stehen. Einen Großteil

unseres Lebens verbringen wir bei der Arbeit und wissen in- und

auswendig, wie schädlich wenig Bewegung oder falsches Mobiliar

für Wirbelsäule, Bandscheibe & Co. sind. Unsere „Expertenrunde“

hat sich deshalb über Design und Ergonomie ausgetauscht

und kommt zu interessanten – und gesunden – Ergebnissen.

QR Code RegJo

Der QR Code („quick response“) kann von allen Smart-Phones

gelesen werden und verlinkt Sie direkt mit der Internet seite

des RegJo Magazins und des Polygo Verlages. Apps für den

QR Code sind in den bekannten App-Stores erhältlich. Der

QR-Code (QR steht für englisch: quick response = schnelle

Antwort) ist ein zweidimensionaler Code (2D-Code), der von

der japanischen Firma Denso Wave im Jahr 1994 entwickelt

wurde. Ursprünglich wurde der QR-Code zur Markierung von

Baugruppen und Komponenten für die Logistik in der Automobilproduktion

eingesetzt.

RegJo Hannover bei Facebook:

www.facebook.com/RegJoHannover


4 inhalt RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR inhalt 5

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18 Diversity Management

Diversity Management heißt das Schlagwort, mit dem die Arbeitswelt

von morgen grenzen überwinden und zusammenwachsen soll

– eine gesamtgesellschaftliche, zukunftsrelevante Aufgabe.

Wirtschaft

Besser führen: Pferde coachen Führungskräfte?

Allerdings, mit größtem Erfolg – wie

Acute Business Coaching mit einem Seminar

in Wunstorf beweist.

Außenwirtschaft: NGlobal zeichnet im

Exportgeschäft erfolgreiche Unternehmen mit

dem Außenwirtschaftspreis aus.

Diversity Management: Internationale Fachkräfte

sind gefragt. Auch bei den Existenzgründern

sind immer mehr Menschen mit

Migrationshintergrund anzutreffen.

La Cocina: Die wichtigsten Unternehmen aus

der Region Hannover sind bereits auf den

Geschmack gekommen: Kochen als teambildende

Maßnahme funktioniert.

India Days: Ziel der ersten India Days Hannover

vom 8. bis 11. Mai 2012: die wirtschaftlichen

Beziehungen zwischen Indien und Hannover/Niedersachsen

stärken.

Häuser für die Zukunft: Die Region Hannover

investiert ins ökologische Bauen. So entsteht

mit dem zero:e park Europas größte

Null-Emissionssiedlung.

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Politik & Soziales

4 Köpfe – Vier Meinungen: 2012 soll das

Laves-Schloss in Herrenhausen wieder in

alter Pracht erstrahlen – und zur neuen

Adresse der Wissenschaft in Hannover

werden.

SeniorA: Fragen, die Senioren bewegen – auf

der SeniorA in Hannover geben Unternehmen,

Sozialverbände, Polizei, Seniorenbeiräte und

Interessengruppen Antworten.

„Netzwerken ist meine Berufung“: Wechsel

in der Geschäftsführung von Pro Hannover

Region. Die 44-jährige Betriebswirtin Birgit

Feeß hat jetzt das Steuer von Bärbel Jacob

übernommen.

Der Traum vom ganz normalen Leben: Wohnungslose

leben am Rande der Gesellschaft

und trotzdem mitten unter uns. Oft bleibt

ihnen nicht viel mehr als nur die Hoffnung

auf eine bessere Zukunft.

Ausgezeichnet: Für die freiwillige Übernahme

gesellschaftlicher Verantwortung ist

der Bürobedarfslieferant Lyreco im Landesmuseum

Hannover mit dem CSR Award ausgezeichnet

worden.

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54 Häuser für die Zukunft

Ökologisch bauen: neue häuser versorgen

sich selber mit Strom, Altbauten lernen das

energiesparen, Siedlungen werden grün.

Technik & Wissenschaft

TimberTower: Weltpremiere aus Hannover.

Die TimberTower GmbH baut als weltweit

erstes Unternehmen Holztürme für große

Windkraftanlagen.

Untergetaucht: Am Unterwassertechnikum

in Hannover können sich Berufstaucher mit

Schweißerfahrung zum Unterwasserschweißer

ausbilden lassen. Der Lehrgang ist in seiner

Art einzigartig in Deutschland.

Bürostühle, die mitdenken: Training für

Vielsitzer. Das im Bioswing-Sitzsystem integrierte

3D-Sitzwerk ist eine auf die menschliche

Körper- und Bewegungslogik abgestimmte

Technologie.

Messegelände Hannover: Mit einer Gesamtfläche

von rund einer Million Quadratmeter

ist das Messegelände in Hannover das größte

der Welt.

Gottfried Wilhelm Leibniz: Das Universalgenie

beschrieb im Jahre 1679 in Hannover zum

ersten Mal das Rechnen mit binären Zahlen

und legte damit den Grundstein für die heutige

Computertechnologie.

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74 Am Rande

RegJo hat Wohnungslose in drei einrichtungen

hannovers besucht und sie zu

Wort kommen lassen.

Land & Umwelt

Das 1, 2, 3 Prinzip: Angekündigt als „Bezahlsystem

der Zukunft“ beginnt der erste großflächige

Einsatz des bargeldlosen Bezahlens

Girogo in der Region Hannover.

Ab die Post: Mit mehr als 1.500 Zustellern

und bis zu 300.000 Sendungen täglich ist die

1998 in Hannover gegründete Citipost GmbH

heute Niedersachsens größter Briefdienst.

Einmal Coffee Shop to go, bitte!: Mit ihrer

mobilen Coffee-Company „Coffee-Bike GmbH“

wollen Jan Sander und Tobias Zimmer die

Welt erobern. Die Anfänge des innovativen

Geschäftsmodells liegen in Dänemark – und

in Hannover.

Passivhaus-Bauherren bevorzugt: Große

ökologische Ziele und ein klarer Weg dorthin:

RegJo-Interview mit Karin Rumming,

der Leiterin des Pilotprojektes Kronsberg im

Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Stadt

Hannover.

Das perfekte Büro?: Spartanisch? Üppig?

Ergonomisch? Stylisch? Oder beides? Wie

sieht das perfekte Büro aus? RegJo macht mit

Experten den Bürocheck.

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94 Das perfekte Büro?

Am Arbeitsplatz verbringen Menschen einen großteil ihrer

Zeit. Die richtige gestaltung spielt eine zentrale Rolle. Die

RegJo-expertenrunde macht den Bürocheck.

Kultur

„Die Qualität spricht sich herum“: In der

dritten Spielzeit ist der Intendant des Schauspiel

Hannover, Lars-Ole Walburg, nahezu

bei der Hälfte seiner Amtszeit angelangt. Ein

spannender Grund für ein Gespräch über

Kunst, Verantwortung und die Vision einer

Theaterkultur für Hannover.

Der Hüter jüdischer Orgelmusik: Eine interkulturelle

Begegnungsstätte soll die Villa

Seligmann sein. Der jüdische Musikprofessor

Andor Izsák über die Bedeutung synagogaler

Musik und seinen lang ersehnten Umzug in

die Villa Seligmann.

Ein Hannoveraner in Hollywood: Mit seinem

preisgekrönten Kurzfilm „Raju“ war Regisseur

Max Zähle für den Oscar nominiert. Zwar hat

es mit der begehrten Filmtrophäe letztendlich

nicht geklappt, doch bereits die Nominierung

war für Zähle eine große Ehre.

Die (An)Stifter: Auch nach einem halben

Jahrhundert ist die VolkswagenStiftung

in Hannover noch immer nicht müde

geworden, brillante Forschungsideen zu

fördern. Ein Rückblick auf ihre 50-jährige

Stiftungsgeschichte.

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Freizeit & Sport

B2RUN bewegt die Wirtschaft!: 2012 werden

bis zu 100.000 Teilnehmer bei allen B2RUN

Läufen erwartet. Am 7. Juni fällt der Startschuss

zur Hannover-Ausgabe.

Polo Europameisterschaft 2012: In Hannover

Maspe findet im September im Niedersächsischen

Polo-Club die Polo Europameisterschaft

2012 statt.

„Einfach hin und weg“: Seit seiner Gründung

vor 60 Jahren hat sich der Hannover Airport

zu einem der wichtigsten Drehkreuze in

Deutschland entwickelt.

Kulturkalender: Die kulturellen und sportlichen

Höhepunkte sowie die wichtigsten

Messe termine des nächsten Vierteljahres in

der Region Hanover.

Ballhof Hannover: Ursprünglich diente das

Gebäude nicht nur für Veranstaltungen, sondern

auch zum Federballspielen.

Kuppelaufzug Neues Rathaus: Mit seinem

bogenförmigen Fahrverlauf ist der Kuppelaufzug

im Neuen Rathaus einzigartig in Europa.

Bilder: Iris Friedrich, Insa hagemann, henning Bode, Marco Bühl


4 Köpfe – Vier Meinungen

2012 soll das Laves-Schloss in herrenhausen wieder in alter Pracht erstrahlen – und zur neuen

Adresse der Wissenschaft in der Region hannover werden. Welche Bedeutung hat das für den Standort?

Rainer Beckmann, Vorstandsvorsitzender von Haus & Grundeigentum

Hannover e.V. und Gründer des Freundeskreis Schloss Herrenhausen:

„Der Wiederaufbau des Schlosses ist ein Meilenstein in der

Historie Hannovers! Er zeigt den jungen Einwohnern die kulturellen

Wurzeln ihrer Stadt. Herrenhausen stärkt als Tagungszentrum

den internationalen Wissenschaftsstandort Hannover, während die

weltberühmten Königlichen Gärten mit dem Schloss als Prachtstück

sicher zu einem noch größeren Touristenmagneten werden.

Erst mit dem Schloss ist das Herrenhäuser Ensemble wieder perfekt.

Am wichtigsten ist jedoch: Mit dem Wiederaufbau beweisen wir, dass

man Geschichte mit Bomben nicht einfach auslöschen kann!“

Stephan Weil, Oberbürgermeister Hannover: „Zukünftig bieten die

Herrenhäuser Gärten nicht nur einen Spaziergang durch eine der

schönsten Parkanlagen Europas, sondern zugleich ein Eintauchen

in Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Das geplante Tagungs- und

Wissenschaftszentrum wird das Schloss zu einem Ort des internationalen,

interdisziplinären Gedankenaustausches und des Denkens

machen. Gemeinsam mit einem Museum, das Wissenschaftsgeschichte

im Lichte der Epoche veranschaulicht, stellt dieses große

Projekt eine einmalige Verbindung dar, die Hannovers Profil als

Wissenschaftsstandort steigern und zugleich seine Attraktivität als

kulturtouristische Destination in Europa stärken wird.“

dr. Wilhelm Krull, Generalsekretär der VolkswagenStiftung: „Mit seiner

Fassade im klassizistischen Stil, dem modernen Tagungszentrum

und dem Museum kommen in Schloss Herrenhausen in der

niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover Tradition, Gestaltungskraft

und Innovation zusammen. Angesichts des Wandels

zur Wissensgesellschaft möchten wir mit dem Wiederaufbau des

Schlosses Herrenhausen dazu beitragen, dass der Wissenschaftsstandort

Hannover nicht nur auf der nationalen, sondern auch auf

der internationalen Wissenschaftskarte mehr Sichtbarkeit erlangt

und der so wichtige Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit

einen festen Ort in unserer Landeshauptstadt bekommt.“

hans Christian nolte, Geschäftsführer der Hannover Marketing

und Tourismus GmbH: „Das Schloss komplettiert das Gartendenkmal

Herrenhausen und erhöht seine ohnehin enorme Strahlkraft.

Das macht die Gärten für Touristen aus dem In- und Ausland noch

attraktiver. Das Gesamtensemble Herrenhausen wird sich dank der

Förderung und der hochkarätigen Veranstaltungen der VolkswagenStiftung

als bedeutender Treffpunkt für Wissenschaftler aus der

ganzen Welt etablieren. Das einzigartige Ambiente und die zentrale

Lage in Europa werden dafür sorgen, dass sich das im Schloss beheimatete

Kongresszentrum schnell zum begehrten Veranstaltungsort

für internationale Tagungen und Konferenzen entwickelt.“

Bilder: haus & grundeigentum, Landeshauptstadt hannover, Dennis Börsch/VolkswagenStiftung, hannover Marketing und Tourismus gmbh

RegJO hAnnOVeR meinung 7


8 magazin RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR magazin 9

harald Reutter

ist seit Februar 2012

Vorstand für Bildung

und Personal und

Arbeitsdirektor der TÜV

nORD gruppe. Der 55-Jährige, der

Romanistik und Rechtswissenschaft

studierte, übernimmt die nachfolge

von holger W. Sievers. Dieser verabschiedete

sich in den Ruhestand.

Klaus-dieter meyer

wurde für die kommenden

zwei Jahre zum

Vorsitzenden des Seniorenbeirates

der Region

hannover gewählt. Der seit 2009

bestehende Seniorenbeirat versteht

sich als politisch und konfessionell

neutrales Sprachrohr für die Seniorinnen

und Senioren der Region.

thomas hengelbrock

wurde der „Praetorius

Musikpreis niedersachsen“

verliehen. er erhielt

den mit 10.000 euro

dotieren Preis in der Kategorie „Preis

für herausragende künstlerische Leistung“.

Der gebürtige Wilhelmshavener

ist seit 2011 Chefdirigent des traditionsreichen

nDR Sinfonieorchesters.

Klaus Kirchheim

wurde vom Verband der

Familienunternehmer

zum „Unternehmer des

Jahres 2012“ gewählt.

Den Preis in gestalt einer „nana“

bekam der eigentümer des hannoverschen

Maschinenzulieferers nass

Magnet für die erfolgreiche Sanierung

seines Familienunternehmens.

dr. matthias Penke,

Onkologe aus Vechta,

bekam für sein Projekt

„aus der Seele – für die

Seele – Musiktherapie

durch Konzerte und Workshops“ den

mit 10.000 euro dotierten „Krebspreis

des Berufsverbandes der niedergelassenen

Internistischen Onkologen

niedersachsen e.V.“ verliehen.

F I n A n Z e n

Das 1, 2, 3 Prinzip Ab die Post

Bezahlen ohne PIn und Unterschrift:

schnell, einfach, bequem und sicher.

Angekündigt als „Bezahlsystem der

Zukunft“ beginnt der erste großflächige

Einsatz des bargeldlosen Bezahlens Girogo

in Deutschland in der Region Hannover,

ergänzt um Braunschweig und Wolfsburg.

Die Bargeldlos-Funktion der neuen 1,3 Millionen

Sparkassen-Cards ähnelt im Wesentlichen

der alten Geldkartenfunktion: Statt

ins Portemonnaie wandert der abgehobene,

virtuelle Betrag auf den Chip. Der soll

dann dazu dienen, Kleinbeträge bis zu 20

Euro zu bezahlen – ohne PIN, ohne Unterschrift,

einfach nur die Karte an das entsprechend

ausgestattete EC-Karten-Terminal

halten und in unter einer Sekunde ist

der Bezahlvorgang erledigt. Geplant sind

für die Zukunft weitere Funktionen: Auflademöglichkeiten

zuhause am Computer

und beim Bezahlen im Handel, eine

Abo-Aufladefunktion sowie der Einsatz

auf Smartphones. Wenn das System eine

breite Akzeptanz erfährt, steht eine deutliche

Vereinfachung des Bezahlens vor der

Tür. Aus Sparkassen-Kreisen heißt es, dass

es bereits einen „breiten Kreis an Akzeptanzstellen“

gibt – Supermärkte, Tankstellen,

Buchhandel. Ob sich das neue System

durchsetzt, wird sich ab dem 17. April in

der Region Hannover zeigen. Sg

R e g I O n

Die Citipost, niedersachsens größter

Briefdienst, jetzt auch deutschlandweit.

Der private Postdienstleister Citipost GmbH

aus Hannover versendet jetzt Briefe auch

deutschlandweit. Mit mehr als 1.500

Zustellern und bis zu 300.000 Sendungen

täglich ist die 1998 in Hannover gegründete

Citipost GmbH heute Niedersachsens größter

Briefdienst und hebt sich in puncto Service

und Preis deutlich von der postalischen

Konkurrenz ab.

Die Citipost verarbeitet hauptsächlich

Post von Geschäftskunden, von der

Abholung, Sortierung bis zur Zustellung

– und das bis zu 20 Prozent günstiger als

die Deutsche Post. Auch Privatkunden und

kleine Gewerbetreibende können die Citipost

nutzen und so von dem Service- und

Preisangebot profitieren: Briefmarken des

Postdienstleisters können an zahlreichen

Verkaufsstellen in der Region Hannover

erworben werden, unter anderem auch bei

Penny. Eingeworfen werden die Briefe in

die blauen Briefkästen der Citipost.

Bert Pickert, Leitung Marketing Citipost

macht deutlich: „Wir sind ständig

dabei, unser Servicepoints- und Briefkastennetz

zu erweitern.“ hK

Weitere Informationen finden Sie im Internet

unter www.deutschland-zum-spartarif.de

Bilder: TÜV nord Ag, Region hannover, Klaus Polkowski, nass magnet gmbh, broska&brüggemann/O. Vosshage, SVn, Citipost gmbh

S P O R T

B2RUN bewegt die Wirtschaft!

2012 werden bis zu 100.000 Teilnehmer bei allen B2RUn-Läufen erwartet. Am 7. Juni

fällt der Startschuss zur hannover-Ausgabe dieser bundesweiten Firmenlaufserie.

Binnen drei Jahren wurde B2RUN zu einer

einzigartigen Firmenlaufserie ausgebaut:

der Deutschen Firmenlaufmeisterschaft.

2011 meldeten deutschlandweit 3.500

Unternehmen 70.000 Mitarbeiter zu den

B2RUN-Firmenläufen an, um innerbetrieblich

die Gesundheit, das Teambuilding und

die Motivation zu fördern. Allein in Hannover

erlebten 4.500 Läufer den gemeinsamen

Zieleinlauf in die AWD-Arena; in diesem

Jahr werden 7.000 begeisterte Läufer

auf der Strecke um den Maschsee erwartet.

Wer teilnimmt, tut nicht nur seiner

Gesundheit oder dem Teamgeist etwas

Gutes. Denn B2RUN setzt sich für wohltätige

Organisationen ein und spendet einen

Teil der Anmeldegebühren. In Hannover

geht das gesammelte Geld an die Stiftung

„Eine Chance für Kinder“. In acht Großstädten

gehen 2012 die Läuferteams an den

Start. Deutschlands fitteste Unternehmen

und Mitarbeiter haben dabei die Möglichkeit,

sich für das große Finale der Deutschen

Firmenlaufmeis terschaft im historischen

Olympiastadion Berlin zu qualifizieren.

Es werden dabei verschiedene Katego-

Bilder: b2run, Acute Business Coaching

rien bewertet: Vor allem die größten und

schnells ten Mannschaften, aber auch die

fittesten Chefs sowie die kreativsten Teams

haben eine Chance auf das Finale in Berlin.

Alle Qualifikanten werden von B2RUN

mit Anreise und Übernachtung dorthin

eingeladen.

Dies war 2011 unter anderem das Team

der ContiTech AG mit über 175 Läufern.

„Meine Kolleginnen und Kollegen waren

von der Idee, bei einem Firmenlauf teilzunehmen,

sofort Feuer und Flamme. Es war

toll zu sehen, mit welcher Begeisterung und

Motivation alle trainiert und sich auf das

gemeinsame Event gefreut haben, welches

unseren Teamgeist noch weiter gestärkt hat“,

so Dörthe Specht, Organisatorin des Laufteams

bei der ContiTech AG. B2RUN richtet

sich an Firmen jeder Größe: Ob Ich-AG

oder DAX-Konzern, die Unternehmens- oder

Teamgröße spielt für die Teilnahme keine

Rolle. Die rund sechs Kilometer lange Laufstrecke

ist für jeden machbar. Unternehmen

nutzen B2RUN zur Förderung von Teambuilding,

Gesundheit und Motivation der

Mitarbeiter oder auch als Kundenevent. hK

Bei einer Buchung bis zum 30. April 2012 können Sie eine Reise nach Mallorca zum TUI Marathon

für zwei Personen gewinnen! Weitere Informationen finden Sie unter www.b2run.de

C O A C h I n g

Besser führen

Pferde coachen Führungskräfte?

Allerdings, mit größtem erfolg.

Schon vor tausend Jahren wurden Führungskräfte

an Pferden ausgebildet – ob

Indianerhäuptlinge oder Könige. Kathrin

Puphal und Michael Busche bieten unter

dem Arbeitstitel „Führung durch Klarheit“

in Wunstorf ein Seminar an, dass Managern

und Führungskräften die Möglichkeit

gibt, in der Arbeit mit Pferden ihren persönlichen

Führungsstil kennenzulernen und

zu verbessern. Michael Busche von Acute

Business Coaching erklärt den Erfolg seines

wirkungsvollen Konzepts: „Die eigenen Ziele

und Vorhaben zeichnen sich in unserer Körpersprache

ab. Sind wir selbst uns nicht im

Klaren darüber, was in Führungssituationen

unser Ziel ist, erkennen Pferde dies durch

unsere Körpersprache. Je klarer wir ein

inneres Bild von unseren Zielen und Vorhaben

entwickeln, desto unmissverständlicher

kommt unsere Botschaft an. Statussymbole,

Namen oder Position täuschen den

Trainingspartner Pferd nicht über eventuelle

Führungsschwächen hinweg. Durch die

Reaktion des Pferdes auf uns erhalten wir

aufschlussreiche Erkenntnisse über unsere

Fähigkeit zu führen.“ hK

Weitere Informationen im Internet unter

www.fuehrung-durch-klarheit.de


10 magazin RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR magazin 11

W I R T S C h A F T

Außenwirtschaft

Außenwirtschaftspreis für international er -

folgreiche Unternehmer aus niedersachsen.

Bereits im dritten Jahr zeichnet NGlobal,

die niedersächsische Außenwirtschaftsgesellschaft,

im Exportgeschäft erfolgreiche

Unternehmen des Bundeslandes mit dem

Außenwirtschaftspreis aus. Den Rahmen

bildet dabei der Niedersächsische Außenwirtschaftstag

auf der Hannover Messe, der

sich in diesem Jahr um die ASEAN- Region

dreht. 35 Bewerbungen von kleinen und

mittleren Unternehmen sind bei der Jury

unter Vorsitz von Ex-Wirtschaftsminister

Walter Hirche eingegangen. Fünf von

ihnen wurden für den Preis nominiert: Heller-Leder

aus Hehlen, Ge:Net aus Claus thal-

Zellerfeld, Hydrotec Technologies aus Wildeshausen,

Piccoplant Mikrovermehrung

aus Oldenburg und Purplan aus Wallenhorst.

Zudem gibt es einen Sonderpreis für

niedersächsische Großunternehmen, für

den sich elf Betriebe beworben haben.

Die feierliche Preisverleihung findet am

24. April im Rahmen des 9. Niedersächsischen

Außenwirtschaftstages auf der Hannover

Messe statt und wird durch den Niedersächsischen

Minister für Wirtschaft, Arbeit

und Verkehr, Jörg Bode, vorgenommen. hK

Weitere Informationen finden Sie im Internet

unter www.nglobal.de

Bilder: nglobal, SeniorA

M e S S e

SeniorA: „Bildung bewegt“

Fragen, die Senioren bewegen: Auf der SeniorA in hannover geben Unternehmen,

Sozialverbände, Polizei, Seniorenbeiräte und Interessengruppen Antworten.

„Lebenslanges Lernen“, „Bildung kennt

kein Alter“, „Neue Medien für Senioren“.

Die SeniorA 2012 verknüpft aktuelle Diskussionen

zu Chancen, die sich der heutigen

Seniorengeneration bieten, mit umfassenden

Informationen zu den Themen

Wohnen, Gesundheit und Pflege, Freizeit,

Fitness, Kultur und Reisen sowie einem

abwechslungsreichen Unterhaltungsprogramm.

Die SeniorA 2012 findet in diesem

Jahr am 8. und 9. Mai parallel zum Fürsorgetag

im Hannover Congress Centrum statt.

Eine Erlebnismesse – nicht nur für Ältere.

Informative Vorträge, Diskussionsrunden

und Präsentationen wechseln sich ab

mit Livemusik, Tanz-Vorführungen und

Shows. Themen sind unter anderem Bildungsangebote

für Senioren in Rundfunk,

Fernsehen und Internet, Informationen zu

gesunder Ernährung („Keine Angst vor jungem

Gemüse“) und ehrenamtliches Engagement.

Volkshochschule, Leibniz Universität

und Kommunaler Seniorenservice Hannover

stellen ihre Bildungsangebote vor, der

Preisträger des Freiwilligenpreises „Leinesterns

2011“ Dr. Klausheinz Rauch, infor-

miert über die Hausaufgabenhilfe für Schüler

und Schülerinnen. In einer prominent

besetzten Talk runde am Mittwochnachmittag

diskutieren Experten das Thema

„Vergiss-mein-nicht: Leben mit Demenz“.

Journalistin Hanna Legatis moderiert die

Runde, unter anderem mit Prof. Dr. Klaus

Hager (Diakoniekrankenhaus Henriettenstiftung),

Ingeborg Ramacher (Alzheimer

Gesellschaft) und Cordula Bolz (Kompetenzzentrum

Demenz des Fachbereichs

Senioren Stadt Hannover).

Modenschau und Kabarett, Kochshows

und Evergreens zum Mitsingen sorgen

für Abwechslung und Bewegung zwischen

den Programmteilen. Am Dienstagnachmittag

zeigt die Experimentierlandschaft „phaeno“

Ausschnitte aus der aktuellen Show

und am Mittwoch um 14.00 Uhr steht mit

dem Schauspieler und Sänger Tom Mandl

ein echtes Multitalent auf der Bühne der

SeniorA. Ein Bridgeturnier am 8. Mai und

der AGIL-Sporttag des Stadtsportbundes am

9. Mai laden zum Mitmachen ein. Über 150

Aussteller bieten ein Angebot zum Entdecken,

Ausprobieren und Erleben an. hK

8. und 9. Mai, jeweils von 10-18 Uhr im hannover Congress Centrum – eilenriedehalle,

www.seniora-die-messe.de. Der eintritt zu SeniorA ist frei.

R e g I O n

„Netzwerken ist meine Berufung“

Wechsel in der geschäftsführung von Pro hannover Region. Die 44-jährige

Betriebswirtin Birgit Feeß hat jetzt das Steuer von Bärbel Jacob übernommen.

Pro Hannover Region-Geschäftsführerin

Bärbel Jacob hat sich im ersten Quartal

des Jahres in den Ruhestand verabschiedet.

„Frau Jacob hat in den vergangenen drei

Jahren Pro Hannover Region mitgeprägt“,

dankte Vorstandsvorsitzender Bernd Bühmann

der ehemaligen Geschäftsführerin,

die gerade ihren 65. Geburtstag gefeiert

hat. Nachfolgerin von Bärbel Jacob am

Steuer des Wirtschaftsfördervereins ist

Birgit Feeß (44). Die studierte Betriebswirtin

(VWA) war zuletzt Verkaufsleiterin bei

der Generali Lebensversicherungs AG. Sie

hat ihr Amt am 1. März angetreten und

stellte sich den Mitgliedern von Pro Hannover

Region offiziell auf dem 116. Frühstücks-Talk

im Park Inn Radisson Hotel in

Hannover-Lahe vor.

Seit vielen Jahren engagiert sich Birgit

Feeß aktiv in verschiedenen Netzwerken

und ist seit 2006 Mitglied bei Pro Hannover

Region. „Ich betrachte das Netzwerken

als meine Berufung, die ich jetzt zum

Beruf gemacht habe, und freue mich auf

diese Aufgabe“, betonte Birgit Feeß auf

dem Frühstücks-Talk gegenüber rund 130

Bilder: Pro hannover Region, Polo: Karl Johaentges, norbert Steffen, Detlef Feldkamp

erschienenen PHR-Mitgliedern. Pro Hannover

Region (PHR) repräsentiert mit rund

400 Unternehmen und 50.000 Arbeitsplätzen

das größte Wirtschaftsnetzwerk in der

Region Hannover. Der Wirtschaftsförderverein

PHR ist ein branchenübergreifendes

Netzwerk aus kleinen und mittelständischen

Unternehmen, Behörden, Verbänden

und Institutionen.

Ihr Hobby sei das Motorradfahren,

teilte Birgit Feeß während ihrer Vorstellung

mit. Zusammen mit Georg Rinke,

Geschäftsführer der Möbelspedition

Schloms, werde sie daher eine Motorradgruppe

im Wirtschaftsförderverein gründen.

„Den ersten geführten Tagesausflug

planen wir am 12. Mai. Mit unserem

Mitglied ADAC-Fahrsicherheitszentrum

haben wir den idealen Partner an unserer

Seite“, sagte Birgit Feeß. Ihre persönliche

Vision sei es, dass Unternehmer, die

neu zum Wirtschaftsförderverein Pro Hannover

Region kommen, dies mit dem gleichen

Gefühl tun wie sie: „Ich war damals

stolz und empfand es als eine Ehre, bei Pro

Hannover Region Mitglied zu sein!“ hJ

Weitere Informationen über die Arbeit von Pro hannover Region und die neue

geschäftsführerin Birgit Feeß finden Sie im Internet unter www.p-h-r.de

Polo europameisterschaft 2012

im niedersächsischen Polo-Club

in hannover maspe

ein hannoveraner hat dem Weltverband

des Polosports – der Federation of International

Polo (FIP) – durch sein beherztes

„Ja“ eine große Sorge von den Schultern

genommen. Was ist passiert?

nachdem seit 2008 feststeht, dass

die Polo europameisterschaft 2012 im

Polo Park Zürich stattfinden soll, hatte

eigentlich niemand daran gezweifelt, dass

dort die Vorbereitungen auf hochtouren

laufen. Weit gefehlt. erst Mitte Januar

erfuhren die Verantwortlichen, dass Zürich

längst das handtuch geworfen und

die eM abgesagt hatte. Schnell musste

also ein ersatz gefunden werden, um die

Meisterschaft nicht zu gefährden.

Der Präsident

des niedersächsischen

Polo-

Club, Wolfgang

Kailing, selbst im

Deutschen Polo Verband (DPV) engagiert,

war ebenso wie alle anderen mehr

als überrascht von dieser Wendung.

„Unglücklich war, dass die Beteiligten von

der Absage erst aus der Presse erfahren

haben.“ („Polo+10“ – Das Polo-Magazin,

erscheint seit 2004 im Polygo Verlag). nur

kurze Zeit später hatte der niedersächsische

Polo-Club die Zustimmung des DPV

und des Weltverbands vorliegen. „Ministerpräsident

David McAllister eröffnet

die europameisterschaft.

Zudem plane

ich eine große

internationale

Kunstausstellung

anlässlich der Meisterschaft.“ Kailing

ist bekannt für seine großartige Organisation

hochkarätiger Poloevents und gibt

Unternehmen und Partnern die Möglichkeit,

die internationalen Teams durch ein

Sponsoren- oder VIP-engagement im

eigenen CI zu präsentieren. Weitere Infos

unter www.polo-in-maspe.de


12 inteRvieW RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR inteRvieW 13

Derzeit inszeniert Lars-Ole Walburg, Intendant des Schauspiel hannover,

„nora“ von henrik Ibsen, das am 21. April Premiere feiert. In der Titelrolle: Mirka Pigulla.

„Die Qualität spricht sich herum“

In der dritten Spielzeit ist der Intendant des Schauspiel hannover, Lars-Ole Walburg, nahezu bei der hälfte seiner Amtszeit

angelangt. ein spannender grund für ein gespräch über Kunst, Verantwortung und die Vision einer Theaterkultur für hannover.

Interview: Stefanie Stüting Fotografie: Schauspiel hannover / Katrin Ribbe

Was macht das Schauspiel hannover heute aus?

Zunächst einmal ein starkes Ensemble, das eine hohe künstlerische

Qualität ermöglicht. Und dann ein vielgestaltiger, abwechslungsreicher

Spielplan, dessen Spektrum von Klassikern und großen

Stoffen der Weltliteratur über neue Dramatik bis hin zu Comedy

reicht – unterhaltsam, zum Nachdenken anregend, nicht selten

musikalisch geprägt. Dabei scheuen wir das Risiko nicht: Viele

unserer aktuellen Produktionen sind Ur- und Erstaufführungen.

Wie bewerten Sie Ihren Start hier in hannover aus heutiger Sicht,

also drei Jahre später?

Wir haben sehr anspruchvoll begonnen, vielleicht sogar zu

anspruchsvoll. Aber inzwischen spricht sich die Qualität herum

– auch bei Stücken, die es Ende der letzten Spielzeit noch schwer

hatten. „Der goldene Drache“ ist zur „besten Inszenierung Hannovers“

des letzten Jahres gewählt worden – das freut mich als

Regisseur natürlich sehr. Und Jürgen Kuttners analytische Hitparade

„Kollateralschlager“ hat definitiv Kultstatus.

Zu Beginn haben Sie sich nicht nur Freunde gemacht…

Dass am Anfang einer neuen Intendanz neben Neugier und Vorfreude

in Teilen des Publikums auch Skepsis und Zurückhaltung

spürbar sind, halte ich für völlig normal. Dennoch hat unser Projekt

„Republik Freies Wendland – reaktiviert“, bei dem 40 Schüler

aus Hannover ein Hüttendorf auf dem Ballhofplatz errichte-

ten und eine Woche dort lebten, die Wogen in der Öffentlichkeit

hoch schlagen lassen. Wir haben da einen Finger in die Wunde

gelegt, der vor allem bei konservativen Politikern zu Reaktionen

führte wie: „Die mischen sich da in politische Sachen ein – die sollen

gefälligst Theater machen!“ Dabei wurde dort natürlich auch

Theater gespielt. Im Grunde ging es bei dem Projekt um Demokratieverständnis

und Utopien – letztlich um die Frage, wie wir

miteinander leben wollen. Anfang Juli planen wir unter dem Titel

„Mythen der Freiheit“ eine Art Fortsetzung im Herrenhaus Salderatzen

mit der Allgäuer Hip-Hop-Band Rainer von Vielen. Der

Abend wird dann ab Herbst auch in Hannover zu sehen sein.

Und hat es jetzt „Klick“ gemacht bei den hannoveranern?

Ich spüre zunehmend, dass unser Theater hier ankommt. Plötzlich

treffe ich Leute auf Partys wieder, man lernt sich kennen, kommt

ins Gespräch. Nehmen wir als aktuelles Beispiel unseren „Woyzeck“:

Die Inszenierung von Heike M. Götze wurde in der Lokalpresse

vor der Premiere skandalisiert und anschließend verrissen,

dann in Leserbriefen und weiteren Artikeln kontrovers diskutiert.

Aber die Leute kommen und bilden sich ihre eigene Meinung, die

Vorstellungen sind reihenweise ausverkauft, der Beifall ist frenetisch.

Insgesamt hoffe ich, dass sich dieser Weg fortsetzt und wir

auch jene Menschen, die bisher nicht den Weg zu uns gefunden

haben, zunehmend davon überzeugen können, dass hier gutes

Theater gemacht wird.


14 inteRvieW RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR inteRvieW 15

Das globalisierungsdrama „Der goldene Drache“ von Roland Schimmelpfennig

wurde in der Regie von Lars-Ole Walburg zur „besten Inszenierung hannovers“

des Jahres 2011 gewählt. nächste Vorstellung: 24. April.

„Ich bIn ja selbst norddeutscher und

genIesse es, nach all den jahren wIeder

hIer zu seIn. MeIne herkunft erleIchtert

eInfach das VerständnIs und Ich habe auch

das gefühl, theater hIer anders erzählen

zu können als IM ausland.“ Lars-Ole Walburg

Mit 5,5 Mio. euro jährlich subventioniert das Land niedersachsen

das Schauspiel hannover. Diese Angelegenheit zur Ländersache

zu machen, stammt aus der Zeit von gerhard Schröder Anfang der

90er Jahre. Was bedeutet das für Sie und Ihre Arbeit?

Subventionen, egal ob sie vom Land, dem Bund oder den Kommunen

getragen werden, bedeuten einen Auftrag: Wie können wir

dieses ja immerhin vom Steuerzahler inverstierte Geld am nützlichsten

zu Kunst machen? Diese Frage stellt sich jeden Tag und

die Antwort darauf ist nicht immer einfach. Es muss darum gehen,

Produktionen zu ermöglichen, die es aus rein marktwirtschaftlichen

Gesichtspunkten sonst vielleicht nicht geben könnte. Dann

ist es gut investiertes Geld und hilft der geistigen Beweglichkeit

unserer Gesellschaft.

Sie haben einmal gesagt, Sie werden dafür bezahlt, auf eine sehr

kreative Art und Weise Steuergelder zu verschleudern…

Schiller hat in seinem Aufsatz „Die Schaubühne als eine moralische

Anstalt betrachtet“ von der Bildung des Herzens und des

Geistes gesprochen. Bertolt Brecht griff diesen Ansatz auf und

forderte, dass Theater immer bildend und unterhaltend zugleich

sein müsse. Dem stimme ich voll zu. Davon abgesehen möchte

ich natürlich, dass jeden Abend das Haus voll ist. Es ist der Spagat

zwischen Verantwortung und künstlerischer Freiheit, den wir

dauerhaft leisten müssen.

Sie inszenieren als Intendant selbst, was keinesfalls eine Selbstverständlichkeit

in der Szene ist. Aktuell arbeiten Sie an „nora“ von

Ibsen. Wie würden Sie Ihre Arbeit und die Ausstrahlung des Schauspiel

hannover in wenigen Schlagworten beschreiben?

Wir verhandeln gesellschaftsrelevante Themen, wollen aber

auch emotional berühren. Wir möchten ein Grundvertrauen

bei unserem Publikum erzeugen, das besagt: Dieses Theater hat

jeden Tag etwas zu bieten – es lohnt sich immer vorbeizuschauen,

auch wenn vielleicht mal ein Abend nicht den persönlichen

Geschmack trifft.

Werden Stücke und Inszenierungen aus dem Schauspiel hannover

auf Festivals eingeladen?

Viele unserer Inszenierungen wurden und werden zu Festivals

eingeladen, zum Beispiel nach Indien, Budapest oder Venedig. Im

Mai gastieren wir unter anderem mit „Seymour oder Ich bin nur

aus Versehen hier“ von Anne Lepper bei den Autorentheatertagen

Berlin und mit „Fatima“ von Atiha Sen Gupta beim Heidelberger

Stückemarkt. Beide Arbeiten sind aber auch weiterhin bei uns in

der Cumberlandschen Bühne und im Ballhof zu sehen.

Auch die regionale Wirtschaft macht sich ja in der Theaterlandschaft

hannovers stark – wie kommt das?

Mein Vorgänger Wilfried Schulz hat hier in Hannover das Junge

Schauspiel gegründet. Die Idee ist so gut – wenn es das nicht

bereits gäbe, würde ich es gern noch einmal erfinden. Einen

Extraetat dafür hat es aber nie gegeben, also muss man es aus

eigener Kraft stemmen und zusätzlich Sponsoren finden. Ein Plan,

bei dem ich mich zunächst gefragt habe: Kann ich das eigentlich?

Ich bin ja Theatermacher und kein Verkäufer. Aber es funktioniert.

Hauptsponsor für das Junge Schauspiel ist mittlerweile enercity,

unser langfristiger und zuverlässiger Kooperationspartner. Darüber

bin ich sehr froh.


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Lars-Ole Walburg, Intendant am Schauspiel hannover.

Ist Zuverlässigkeit eine eigenschaft, die man in hannover

öfter antrifft?

Ich habe vorher viele Jahre in Österreich und in der

Schweiz gearbeitet und man kann schon sagen, dass hier

in Norddeutschland eine enorme Verlässlichkeit herrscht,

die ich sehr schätze. Man weiß hier einfach, woran man

ist. Ich bin ja selbst Norddeutscher und genieße es, nach all

den Jahren wieder hier zu sein. Meine Herkunft erleichtert

einfach das Verständnis und ich habe auch das Gefühl,

Theater hier anders erzählen zu können als im Ausland.

Bevor ich nach Hannover kam, kannte ich die Stadt nicht

wirklich. Ich hatte hier nur zweimal inszeniert. Jetzt kann

ich sagen: Ich bin positiv überrascht.

Wie sieht heute Ihr weiterer Tag aus?

Wenn ich inszeniere, so wie zurzeit, dann habe ich vormittags

und abends Proben. Die Zeit davor und dazwischen

nutze ich für die Aufgaben des Intendanten. Meinem Vertrag

entsprechend bringe ich pro Spielzeit zwei Inszenierungen

auf die Bühne. Das ist jedoch nur eine ungefähre

Vorgabe – in der ersten Spielzeit waren es fünf.

RegJO hAnnOVeR inteRvieW 17

Lars-Ole Walburg wurde 1965 in Rostock geboren. er studierte

Theaterwissenschaft und germanistik an der Freien Universität

Berlin, ist Mitbegründer der freien Theatergruppe TheA-

TeR AFFeKT, erhielt 1993 den grimme-Preis für „KAOS – Das

andere Kulturmagazin“, arbeitete als Dramaturg und Regisseur

unter anderem an der Volksbühne Berlin, am Schauspiel

Bonn, am Theater neumarkt in Zürich und an den Münchner

Kammerspielen. Seiner Zeit von 1996 bis 1998 am Deutschen

Schauspielhaus in hamburg folgte von 1998 bis 2003

der Posten des Chefdramaturgen am Theater Basel, wo er

anschließend bis 2006 auch als Schauspieldirektor fungierte.

Seine letzte Station vor hannover war Wien, wo er als freier

Regisseur am Burgtheater und Schauspielhaus inszenierte.

Seit 2009 ist er Intendant des Schauspiel hannover, wo am 21.

April seine neueste Regiearbeit, „nora“ von henrik Ibsen, Premiere

hat.

www.schauspielhannover.de


18 WiRtSChaft RegJO hAnnOVeR

Diversity Management

Internationale Fachkräfte sind gefragt in der Region hannover. Auch bei den existenzgründern sind immer mehr

Menschen mit Migrationshintergrund anzutreffen – erfreulicherweise gehören immer häufiger auch Frauen dazu.

RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 19

Rechtsanwältin Seyhan Öztürk aus hannover: nach sechs

Jahren als Angestellte nutzte sie den familiär bedingten

Umzug nach hannover, um den Wunsch einer eigenen

Kanzlei zu verwirklichen.


20 WiRtSChaft RegJO hAnnOVeR

Seit 2011 führt Kiriakoula Kremantzouli (links) gemeinsam mit Melanie Rosenauer das Designbüro „ ItYt“ für Publikationen

und Identitäten in hannover. Für die 1979 in hannover geborene Designerin gehört die Freiberuflichkeit zu

ihrem Berufsfeld und war daher fast vorprogrammiert. „Insofern fühle ich mich als Frau mit Migrationshintergrund

eigentlich ‚normal‘. Diese Dinge trage ich in meine Arbeitswelt mit hinein. Wenn jemand nach meiner herkunft fragt

oder meinen namen nicht auf Anhieb flüssig ausspricht, nehme ich das mit humor“, sagt Kiriakoula Kremantzouli.

RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 21


22 WiRtSChaft RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 23

Vor 25 Jahren ist die Familie von Sama Safi aus Afghanistan nach Deutschland gekommen. „In meiner Familie gibt es viele

Ärzte und medizinische Berufe, auch ich wollte von klein auf Physiotherapeutin werden.“ In der Bernwardstr. 11 in Döhren

hat sich die 31-Jährige diesen Traum erfüllt. Mit großem erfolg. Drei Physiotherapeutinnen und ein Auszubildender sind

heute hier beschäftigt. „Seit ich selbständig bin, unterstütze ich einen Verein, der sich für den Bau von Schulen und die Ausbildung

von Mädchen und Frauen in Afghanistan einsetzt.“ Mit Kunstausstellungen begeistert Sama Safi ihr Publikum für

Afghanistan und sammelt Spenden für die hilfe in ihrer alten heimat. Kunst statt Krieg ist ihr Motto – bald wird sie einen

eigenen Verein gründen und ihre Arbeit für Afghanistan weiter ausbauen. Weitere Infos unter www.physiotherapie-safi.de


24 WiRtSChaft RegJO hAnnOVeR

Dr. Andrea heusinkveld wurde 1968 in Rumänien geboren und ist mit Ungarisch als Muttersprache

aufgewachsen. nach ihrem Medizinstudium in Aachen hat sie den Facharzt in gynäkologie und

geburtshilfe gemacht und sich anschließend intensiv mit Akupunktur, Kräuterheilkunde und Traditioneller

Chinesischer Medizin (TCM) beschäftigt. Knapp vier Jahre lang hat Dr. heusinkveld die Kräuterheilkunde

studiert und leitet heute ihre erfolgreiche Praxis in hannover/Laatzen.

Diversity Management heißt das Schlagwort, mit dem die

Arbeitswelt von morgen Grenzen überwinden und zusammenwachsen

soll – und dies bereits unter Hochdruck praktiziert.

Längst treffen sich in Unternehmen verschiedene

Nationalitäten. Sie bringen unterschiedliche Religionen, Weltan-

schauungen und Gewohnheiten mit. Migration und Integration

sind daher zentrale Zukunftsthemen, die nicht am Werks-

tor enden dürfen.

So oder so ähnlich könnte eine nüchterne Stellenanzeige aussehen,

die spätestens mit der ersten auf uns zurollenden demografischen

Kündigungswelle in einigen Jahren geschaltet werden

müss te: „Zur Unterstützung unseres in die Jahre gekommenen

Teams suchen wir bevorzugt ab sofort qualifizierte Kolleginnen

und Kollegen, gerne mit Migrationshintergrund, in unbefristeter

Vollzeitposition. Als derzeit klassenbeste Volkswirtschaft in

Eu ropa bieten wir interessante Herausforderungen an frei wählbaren

Standorten innerhalb Deutschlands. Ihre Voraussetzungen

sind neben Teamfähigkeit und Belastbarkeit ein aufgeschlossenes

sowie freundliches Auftreten. Dafür erwarten Sie umfangreiche

Sozialleistungen, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten

sowie der Start in ein erfülltes Berufsleben. Ihre Aufgabe besteht

im Wesentlichen im Einbringen kreativer Ideen, Stabilisierung und

Ausbau unseres Bruttosozialproduktes und Finanzierung von zwei

Rentnern. Wenn Sie diese Herausforderung interessiert, bewerben

Sie sich bitte zwischen Sylt, München, Dresden oder Hannover mit

den üblichen Unterlagen.“

Zwar gibt es heute noch sehr unterschiedlichen regionalen

und berufsspezifischen Bedarf an Fachkräften, früher oder später

werden die Personalabteilungen jedoch verstärkt und globaler

RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 25

Sie kam in ihrem 14. Lebensjahr nach Deutschland und konnte sich sehr schnell und mit hoher Motivation integrieren. „Fünf Jahre lang habe ich

zwischendurch in Budapest gelebt und gearbeitet. Am Anfang war das ehrlich gesagt ein echter Kulturschock für mich.“ Weitere Informationen

unter www.tcm-praxis-hannover.de

Text: Brigitte Freitag Fotografie: Iris Friedrich

in den Wettbewerb um qualifizierte Bewerber einsteigen müssen.

Ein Anfang 2010 von der Region Hannover in Auftrag gegebenes

Gutachten zum Fachkräftemangel durch den demografischen

Wandel bis 2010 kündigt bereits ab jetzt eine Schrumpfung des

Erwerbspersonenpotenzials im Raum Hannover an. Zudem vollzieht

sich in den nächsten Jahren ein deutlicher Alterungsprozess.

Lag der Anteil der Erwerbsfähigen unter 45 Jahren 2007 noch bei

59 Prozent, so sinkt er bis 2020 auf 52 Prozent. Im gleichen Zeitraum

wächst der Anteil der 45- bis unter 65-Jährigen von 41 auf

48 Prozent. Und die Hoffnung auf Nachwuchs wird auch nicht

erfüllt, denn die Zahl der Schulabgänger aus allgemeinbildenden

Schulen in der Region Hannover wird in den nächsten acht Jahren

um beunruhigende zwölf Prozent zurückgehen. Der Handlungsbedarf

ist offensichtlich. Zwar besetzt die Region Hannover

innerhalb Niedersachsens die Position eines überregional bedeutenden

Ausbildungs- und Wirtschaftsstandortes, im Vergleich zu

anderen starken bundesdeutschen Wirtschaftsräumen ergibt sich

jedoch ein anderes Bild. Aus deren Perspektive gilt die Region

Hannover eher als wachstumsschwach mit einer ungüns tigen

Beschäftigungsentwicklung.

Kann Zuwanderung den demografischen Wandel abfedern?

Zwar löst Zuwanderung nicht das grundsätzliche Problem des

Fachkräftemangels, als Instrument zur Abfederung des demografischen

Wandels ist sie aber ebenso unverzichtbar. Derzeit punktet

Deutschland noch mit einem vergleichsweise hohen Lohnniveau,

dessen Vorsprung sich allerdings in den nächsten Jahren

aufbrauchen dürfte. Die meisten Zuwanderer kommen im Moment

aus Osteuropa. Herkunftsländer wie Polen oder die GUS-Staaten

holen ökonomisch auf und werden mittel- und langfristig selbst


26 WiRtSChaft RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 27

„Frauenpower mit Migrationshintergrund“: Mit diesem Projekt hat man sich in hannover einer nicht zu unterschätzenden Zielgruppe genähert,

die bei entsprechender Integration eine hervorragende Bereicherung des Arbeitsmarktes ist. Bild: Arbeiten des Designbüros ItYt für Publikationen

und Identitäten in hannover. Weitere Informationen unter www.ityt.de

qualifizierte Arbeitskräfte benötigen. Langfristig müssen sich deutsche

Arbeitgeber auf die Reise in andere Kontinente begeben und

ihre Unternehmen für Zuwanderungen zum Beispiel aus Asien

oder Nordafrika öffnen. Bewerber aus Ägypten oder Indien bringen

neben frischem kulturellem Wind auch qualifizierte Ausbildungen

mit. Bisher konnten sich diese allerdings nicht nahtlos in

das nationale Bewertungssystem einfügen lassen.

Das hat sich mit Inkrafttreten des „Anerkennungsgesetzes“

am 1. April 2012 geändert. Die Neuregelung erreicht, dass künftig

für Anerkennungssuchende, Arbeitgeber und Betriebe nachvollziehbare

und bundesweit möglichst einheitliche Bewertungen zu

beruflichen Auslandsqualifikationen zur Verfügung stehen.

Berufsqualifikation: ein neues gesetz schafft die Kopplung an

das herkunftsland jetzt weitgehend ab.

Damit haben Unionsbürger und Drittstaatenangehörige erstmals

einen Anspruch auf eine individuelle Gleichwertigkeitsprüfung,

die es bisher nur für Spätaussiedler gab. In einer ganzen Reihe von

Berufen in Deutschland waren die Berufsausübung und auch der

Zugang zu den entsprechenden Anerkennungsverfahren bisher an

die deutsche Staatsangehörigkeit oder die eines EU-Mitgliedstaates

geknüpft. Das neue Gesetz schafft die Kopplung an die Herkunft

weitgehend ab und rückt die Qualität der Berufsqualifikation

in den Vordergrund. Deutschland kann es sich nicht mehr

leisten, einem türkischen Arzt bei Vorliegen der fachlichen Voraussetzung

die Approbation zu verweigern. Dies war bisher, selbst

wenn er in Deutschland studiert hatte, möglich. Dr. Volker Müller,

Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen

e.V. freut sich über diesen Schritt: „Das internationale Ansehen

Deutschlands als Arbeitgeber wird mit der Umsetzung eine Aufwertung

erfahren und das Interesse am deutschen Arbeitsmarkt

fördern.“ Für Dr. Müller liegt das neue Anerkennungsgesetz „ganz

im Sinne einer zielgerichteten und qualifizierten arbeitsmarktorientierten

Zuwanderung“.

Und wo sind die Jugendlichen? Nun sollte man die Ursachen

fehlender Fachkräfte nicht ausschließlich bei kinderunwilligen

Paaren suchen. Zum einen hat sich die Arbeitswelt parallel

dazu auch durch eine Abnahme produktionsnaher und durch eine

Zunahme dienstleistungsnaher Beschäftigungen verändert. Und

zum anderen wurden die Vorteile der Aufzucht eigenen Nachwuchses

vor allem Mitte der 1990er Jahre von vielen Betrieben unterschätzt.

Inzwischen wurde aus dem Marketinginstrument „Wir

bilden auch aus“ eine für das Unternehmen überlebensnotwendige

Managementaufgabe. Doch wo sind nun die Jugendlichen?

In Hannover hat man den Appell von BIBB (Bundes institut

für Berufsbildung)-Präsident Friedrich Hubert Esser nach einer fairen

Chance auf Ausbildung für Jugendliche mit Migrationshintergrund

gehört und mit einer ungewöhnlichen Idee darauf geantwortet.

Mitte Februar 2012 ging das dreijährige Projekt „Engagement

für Ausbildung mit System! – EASy des bfw Hannover

erfolgreich zu Ende. In der Zielregion Hannover/Hildesheim

werden rund 2.000 Unternehmen

von Personen mit Migrationshintergrund

geführt, davon gehören rund 1.600 Betriebe

Inhaberinnen und Inhabern mit türkischer Herkunft.

Ein sehr großer Teil der Unternehmen

steht dem Ausbildungssystem jedoch völlig fern.

„Unser Ziel war es, Unternehmer/-innen mit ausländischer

Herkunft beziehungsweise Migrationshintergrund,

die bisher gar nicht oder wenig

ausbilden, für die Bereitstellung von 100 zusätzlichen

Ausbildungsplätzen zu gewinnen“, berichtet

Bernd Hammer-Kindel, bfw-Geschäftsstellenleiter

in Hannover. „Weiterhin sollten ausreichend

qualifizierte Bewerber für eine Vermittlung

gewonnen werden und die Zahl der Ausbildungsabbrüche

erheblich reduziert werden.“ Hammer-Kindel

und sein Team trafen zunächst auf

viele Vorbehalte, die sich alle im Laufe des Projektes

auflösten. „Wir konnten sprachliche Barrieren

abbauen, Bedenken ausräumen und fehlende

Informationen bereitstellen. Die magische

Zahl von 100 wurde überschritten“, berichtet der

Geschäftsstellenleiter weiter.

Das Fazit der Beteiligten war ausgesprochen

positiv, die zusätzlichen Ausbildungsplätze

betrafen alle Branchen, vom Kaufmann, Handwerker,

Dienstleis ter bis hin zum zukünftigen

IT-Spezialist. Fazit: Die Unternehmer haben

sehr schnell den Wert eines selbstausgebildeten

Jugendlichen für die eigene Unternehmensbilanz

erkannt. Hammer-Kindel freute sich besonders

über Unternehmer, die erstmals ausbilden: „Mit

Unterstützung der Kammern haben wir bei diesen

Unternehmen zunächst die Ausbildungsberechtigung

geschaffen und damit die Wege für

zukünftige Ausbildungsplätze bereitet.“ Von den

zusätzlich bereitgestellten Ausbildungsplätzen

profitieren offensichtlich auch Jugendliche ohne

Migrationshintergrund – denn fast die Hälfte der

neuen Azubis hat gar keinen.

existenzgründerinnen mit migrationshintergrund

rücken ins licht der Öffentlichkeit.

Frauenpower mit Migrationshintergrund? Mit

einer zielgruppenspezifischen Gründungsförderung

stärkt Gründerinnen-Consult in Hannover

die Potenziale und Chancen von Frauen

mit Migrationshintergrund auf ihrem Weg in die

Selbständigkeit. Die wirtschaftliche Bedeutung

und die öffentliche Wahrnehmung von Unternehmerinnen

mit Migrationshintergrund sind

gegenwärtig noch gering, zumal Männer mit

Migrationshintergrund das Gründungsgeschehen

dominieren. Noch sind Frauen die unsichtbaren

Migranten. Doch mit zunehmender Zahl ihrer

Betriebe rücken sie stärker ins Licht der Öffentlichkeit.

Ganz offensichtlich ist hier ein Potenzial

vorhanden, das noch nicht ausgeschöpft ist.

Die Gründerinnen bewegen sich auf den unterschiedlichsten

Märkten. Frauen mit Migrationshintergrund

führen schon lange nicht mehr nur

Friseursalons, Kosmetikstudios, Änderungsschneidereien

oder Lebensmitteläden. Frauen,

die Beratung der hannoverimpuls GmbH in

Anspruch nehmen, gründen in folgenden Berei-

necla Saridemir-hasoglu, Projektleiterin

bei gründerinnen-

Consult, hannoverimpuls gmbh,

über gründerinnen mit Migrationshintergrund

in der Region

hannover: „Sie sprechen

oft mehrere Sprachen, verfügen

erfahrungsbedingt über Kulturkompetenz

und sind gut für

den Schritt in die Selbständigkeit

qualifiziert. Sie sind hochmotiviert

und zielstrebig, da sie

gelernt haben, besser zu sein als

die Mehrheit. Ihr beispielloser

Mut, neue herausforderungen

anzunehmen, ist für die existenzgründung

genauso von Vorteil

wie auch ihr frischer Blick bei

Problemlösungen.“


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Oben links: necla

Saridemir-hasoglu,

Projektleiterin bei

gründerinnen-Consult.

Unten links: Designerin

Melanie Rosenauer.

Unten rechts: Physio-

therapeutin Sama Safi.

chen: gewerbliche Dienstleistungen wie Angebote für

ältere Menschen, Webdesign oder Wellness, freie Berufe

wie zum Beispiel als Designerin, Dozentin für Sprachen

oder Rechtsanwältin und drittens im Einzelhandel, also

als Kunsthandel, Onlineshop oder für Lebensmittel. Studien

belegen, dass der Berufswunsch Selbständigkeit bei

Frauen mit Migrationshintergrund an erster Stelle steht*.

diversity management ist schon heute eine gesamtgesellschaftliche,

zukunftsrelevante aufgabe.

Manchmal bedarf es da aber auch Umwegen, wie bei der

Rechtsanwältin Seyhan Öztürk aus Hannover. Nach sechs

Jahren als Angestellte nutzte sie den familiär bedingten

Umzug nach Hannover, um den Wunsch einer eigenen

Kanzlei zu verwirklichen. Die in Deutschland geborene

Juristin fühlte sich schon während des Studiums und

ihrer Berufstätigkeit gut integriert. „Generell ist es als Frau

nicht einfach, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen“,

spricht Seyhan Öztürk über ihre Erfahrungen. Die Vereinbarkeit

von Familie und Beruf ist mit zwei Kindern

der tägliche Spagat von allen berufstätigen Frauen. „Ein

Gesprächspartner hatte keineswegs ein Problem mit meinem

Migrationshintergrund, wohl aber mit der Tatsache,

dass ich ein krankes Kind zu Hause hatte. Die Bitte um

eine Terminverschiebung wegen des notwendigen Arztbesuches

fand bei ihm wenig Verständnis. Hier fühlte ich

mich als berufstätige Mutter angegriffen“, berichtet Seyhan

Öztürk. Allerdings sei dies die Ausnahme.

Auf dem Weg in die Selbständigkeit nahm sie die

Begleitung von Gründerinnen-Consult in Anspruch und

besucht auch nach vier Jahren eigener Kanzlei immer noch

die Veranstaltungen. „Das Netzwerk von anderen Gründerinnen

mit und ohne Migrationshintergrund ist für uns

alle von unschätzbarem Wert“, freut sich die Juristin über

ihre inzwischen hervorragend laufende Kanzlei. Oftmals

*Quelle: bga, nr. 27 / 2010: Unternehmerische Selbständigkeit von Frauen mit Migrationshintergrund

Oben links: Juristin

Seyhan Öztürk.

Oben rechts: Medizinerin

Dr. Andrea heusinkveld.

Unten rechts: Designerin

Kiriakoula Kremantzouli.

RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 29

liegt die Selbständigkeit auch in der Natur des Berufsbildes.

Seit 2011 führt Kiriakoula Kremantzouli gemeinsam

mit Melanie Rosenauer das Designbüro „ItYt“ für Publikationen

und Identitäten in Hannover. Für die 1979 in Hannover

geborene Designerin gehört die Freiberuflichkeit zu

ihrem Berufsfeld und war daher fast vorprogrammiert.

„Jemand fragte, ob ich freiberuflich an einem Projekt

mitarbeiten würde und ich habe es einfach gemacht.

In dieser Konstellation ergab eine Sache die nächste und

als wir dann merkten, dass die Zusammenarbeit gut funktionierte,

haben wir ein Designbüro eröffnet“, berichtet

Kiriakoula Kremantzouli. Sie fühlt sich als Unternehmerin

in der Arbeitswelt integriert. Die Akzeptanz von Unterschiedlichkeiten

ist in ihrem Umfeld in den allermeisten

Fällen selbstverständlich. „Insofern fühle ich mich als Frau

mit Migrationshintergrund eigentlich normal. Diese Dinge

trage ich in meine Arbeitswelt mit hinein. Wenn jemand

nach meiner Herkunft fragt oder meinen Namen nicht

auf Anhieb flüssig ausspricht, nehme ich das mit Humor“,

sagt Kiriakoula Kremantzouli. „Unterschiedlichkeiten als

Bereicherung zu bewerten, ist eine großartige Entwicklung

und ich bin diesbezüglich recht zuversichtlich, auch wenn

ich der Meinung bin, dass sich solche Prozesse sehr langsam

entwickeln. Ich denke da auch an Strukturen zugunsten

der Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, spricht sie

das bekannte Problem von berufstätigen Müttern an.

Die meisten Gründerinnen in der Region Hannover

kommen aus dem russischsprachigen Raum, gefolgt von

der Gruppe der aus der Türkei und aus Polen stammenden

Frauen. Unterm Strich steht fest: Selbständigkeit trägt

zur Integration bei. Diversity Management ist schon heute

eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, von der die Zukunft

ganz Deutschlands und aller nachfolgenden Generationen

abhängen wird. Grenzen überwinden und zusammenwachsen

– das heißt auch in der Region Hannover Gemeinsamkeiten

schaffen und zusammen wachsen.


Vor 60 Jahren ist der hannover Airport in Betrieb genommen worden – ein Rückblick.

„Einfach hin und weg“

RegJO hAnnOVeR Region 31

Vor 60 Jahren ist der Verkehrsflughafen hannover-Langenhagen in Betrieb genommen worden.

Seither hat sich der hannover Airport zu einem der wichtigsten Drehkreuze in Deutschland entwickelt.

Text: hannah Kroft Fotografie: hannover Airport

Vier Jahre sollte es nach der Inbetriebnahme noch dauern,

bis 1956 die ersten Touristikflüge mit der Airline Hummel

nach Mallorca und zur Costa Brava erfolgten. Auch

mit Aeropa konnte man nun erstmals von Hannover aus

der Deutschen liebstes Eiland ansteuern. In den 60er Jahren

expandierte der Flughafen zusehends und investierte

vor allem in den Ausbau der Startbahnen. Die Gästezahlen

stiegen kontinuierlich – 1971 wurde der Grundstein für das

neue Fluggastgebäude gelegt, ein Vierteljahrhundert später

begann man mit den Bauarbeiten am neuen Terminal C,

das 1998 eröffnet werden konnte. Nur ein Jahr später überschritt

das Passagieraufkommen am Airport Hannover die

magische Marke von fünf Millionen Fluggästen im Jahr.

Kurz vor seinem 60. Geburtstag sind über 8.000 Vollzeitbeschäftigte

am Flughafen tätig – längst ist der Airport

zu einem der wichtigen Wirtschafts- und Standortfaktoren

für die Region Hannover geworden, wie auch offizielle

Gutachten bestätigen. Heute sind beim zweitgrößten

Arbeitgeber in Niedersachsen bundesweit rund 30.000

Menschen beschäftigt, Tendenz steigend, womit der Airport

60 Jahre nach seiner Gründung zu den dynamischsten

Impulsgebern der Region zählt. Sönke Jacobsen, Pressesprecher

und Marketingleiter am Hannover Airport: „Wir

haben ein ganz klares Ziel vor Augen: Wir werden der kundenfreundlichste

Flughafen Deutschlands sein. Dafür setzen

wir uns leidenschaftlich ein. Das heißt, wir wollen

unsere Kunden maximal zufriedenstellen und sie immer

wieder positiv überraschen. Wir leben Kundenorientierung

und haben deshalb auch unseren Markenauftritt ansprechend

und klar erkennbar gestaltet.“

Auch als Arbeitgeber hat sich der Standort längst

einen Namen gemacht. Im Januar 2010 hat der Hannover

Airport die Auszeichnung „TOP JOB Arbeitgeber 2010“

erhalten. Für die Personalleiterin Sandra Ritter ist die Zertifizierung

als „TOP JOB“ Arbeitgeber die Bestätigung einer

ganzheitlichen und langfristig angelegten Personalstrategie.

„Als weltoffener und kundenfreundlicher Airport sind

wir abhängig von motivierten und gut ausgebildeten Mitarbeitern.

Für uns war die Zertifizierung kein Abschluss,

sondern der Startschuss, um unser Personalmanagement

noch flexibler und moderner zu gestalten!“ Ein niedersächsischer

Player mit ehrgeizigen Zielen und viel Zukunftspotenzial.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Weitere Informationen über den Flughafen hannover

finden Sie im Internet unter www.hannover-airport.de


32 WiRtSChaft RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 33

La Cocina gibt es mittlerweile in hannover

und in hamburg. Weitere Standorte sollen

noch in diesem Jahr folgen. Während

die Kochschule mit ihrem ebenso kreativen

wie vielfältigen Kursangebot über 300

Tage im Jahr gebucht ist, bietet die La

Cocina mit großem erfolg seit einem Jahr

in hannover auch einen Mittagstisch an.

La Cocina: Geheimnis guter Küche

Die wichtigsten Unternehmen aus der Region hannover sind bereits auf den geschmack gekommen: kochen als teambildende

Maßnahme, als erfolgsrezept und ego-Coach? Die Kochschule La Cocina macht vor, wie das gehen kann.

Text: Stefanie Stüting Fotografie: LA COCInA

Jorge Delgado ist Vollprofi – daran besteht kein Zweifel. „Ich bin ausgebildeter

Gast“, lacht er und meint das ganz ernst. Als Betriebswirt

und Vielreisender hat sich der Spanier auf der ganzen Welt ein feines

Gespür für Gastrothemen zugelegt, das er zusammen mit Inhaber

Wolfgang Fuhrmann in der Kochschule La Cocina seit viereinhalb

Jahren in die Tat umsetzt.

Der Erfolg gibt den beiden recht. Neben den über 40 Kochkursen,

die von Tapas über Fleisch- und Fischkurse bis zur Küchenparty

nichts auslassen, ist Business Cooking seit zwei Jahren das große

Stichwort von La Cocina. Große Firmen und Global Player aus der

Region Hannover gehören heute zu den Stammgästen der La Cocina.

Conti, VW, Toyota, Siemens und Nord/LB sind nur einige Namen,

die in der Königstraße regelmäßig am Herd stehen. Das Feedback

ist fantastisch. Jorge Delgado erklärt, was dahintersteckt: „Ein guter

Teamgeist ist die Grundlage für Erfolg. Das Kochen im Team projiziert

die Herausforderungen im täglichen Berufsumfeld wie Planungs-

und Teamfähigkeit, Kommunikation, Zeitmanagement und

Ertragsorien tierung. Dabei werden authentische Prozesse ausgelöst,

weil das Ergebnis für alle unmittelbare Relevanz besitzt.“ Immer

häufiger werden die Mitarbeiter großer Unternehmen projektbezogen

eingesetzt. Wechselnde Teams entstehen, die sich innerhalb kür-

zester Zeit aufeinander einstellen müssen. Neben dem hohen Spaßfaktor

bietet La Cocina seinen Kunden ganz konkrete Zielsetzungen

an, die im Rahmen eines Kochkurses fokussiert werden können.

Was die Kochevents für Unternehmen und deren Teamgeist so wertvoll

macht, haben Wolfgang Fuhrmann und Jorge Delgado unzählige

Male beobachten können. „Die organisatorischen Abläufe sind

effizient zu gestalten, der Informationstransfer muss transparent

sein und alle Teammitglieder einbinden. Jeder übernimmt hier Verantwortung

für die eigene Aufgabe und trägt dadurch eine wichtige

Rolle für das gesamte Team. Die Ressourcen jedes Einzelnen werden

genutzt und es geht darum, sich permanent Feedback zu geben.

Weil jeder das Beste geben will, wird das Bewusstsein für Qualität

geschärft. Letztendlich erleben unsere Gäste wie es ist, das Staunen

über etwas Neues wiederzuentdecken.“

Neben Hannover ist La Cocina seit drei Jahren auch in Hamburg

vertreten. Und weitere Destinationen sollen folgen – die Planungen

für eine bundesweite Expansion des Kochschulkonzepts stehen

bereits.

Weitere Informationen über Kochkurse und Preise finden Sie unter

www.lacocina.de, Tel. LA COCInA hannover: 0511 642 86 27.


34 WiRtSChaft RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 35

Text: Katrin Langemann Text: Coffee-Bike gmbh

Die gründer der Coffee-Bike gmbh:

Jan Sander und Tobias Zimmer.

Einmal Coffee Shop to go, bitte!

Mit ihrer mobilen Coffee-Company „Coffee-Bike gmbh“ wollen Jan Sander und Tobias Zimmer die

Welt erobern. Die Anfänge des innovativen geschäftsmodells liegen in Dänemark – und in hannover.

Premiere 5.00 Uhr morgens in Altwarmbüchen: In einem Einkaufszentrum

bei Hannover präsentierten Jan Sander und Tobias

Zimmer 2011 zum ersten Mal ihr Coffee-Bike: eine mobile

Kaffeebar auf einem Fahrrad. Das inzwischen mehrfach preisgekrönte

Konzept ist so einfach wie genial: frisch zubereitete

Kaffeespezialitäten immer und überall, unabhängig, umweltfreundlich

und nah am Kunden.

Eine komplette Kaffeebar auf einem Drahtesel? „Zugegeben,

das war schon eine große Herausforderung. Immerhin musste

neben einer traditionellen Siebträgermaschine eine Kaffeemühle,

eine Saftpresse, eine Vitrine für kleine Snacks sowie genügend

Stauraum für Milch und Kaffeebohnen untergebracht werden“,

erinnern sich Sander und Zimmer. Das Ergebnis kann sich mehr als

sehen lassen. Die dreirädrigen Coffee-Bikes sind nicht nur ein optischer

Hingucker, sondern beeindrucken auch mit einer aufwendigen

Hybridtechnologie, die eigens für die fahrbaren Coffee Shops

entwickelt wurde. Dadurch können die Bikes ohne Strom- und

Wasseranschluss an jedem beliebigen Standort betrieben werden.

Die Idee stammt ursprünglich aus Dänemark: „Bei einem

gemeinsamen Urlaub haben wir erstmals ein Coffee-Bike in Kopenhagen

gesehen und waren sofort begeistert. Die Idee, ein traditionelles

Fahrrad mit der italienischen Kaffeekultur zu kombinieren,

ließ uns nicht mehr los. Nach Beendigung unseres Urlaubs folgten

etliche Recherchen, Telefonate und Marktanalysen, ehe die Gründung

der Coffee-Bike GmbH circa ein Jahr später realisiert wurde.“

Nach dem Erfolg in Altwarmbüchen rollte bald ein zweites Kaffeefahrrad

über Hannovers Straßen. Inzwischen bringen die fah-

renden Muntermacher auch in Osnabrück, Weimar, Leipzig und

im rumänischen Bukarest Deutschlands liebstes Getränk an den

Mann und die Frau. Um möglichst schnell expandieren zu können,

vermarkten Sander und Zimmer die Coffee-Bikes in einem

Franchisesystem.

Die ersten sechs Monate standen die beiden noch Vollzeit hinter

dem rollenden Tresen – eine harte, aber auch sehr lehrreiche

Zeit für die Existenzgründer. Heute arbeiten die Schulfreunde als

Geschäftsführer der Coffee-Bike GmbH im Management. „Da bleibt

leider wenig Zeit, als Barista aktiv zu werden. Wenn für ein wichtiges

Event jedoch ein Mitarbeiter krank wird, freuen wir uns sogar,

mal wieder hinter der Maschine zu stehen.“

Für die Zukunft haben Sander und Zimmer nichts Geringeres

als die mobile Kaffee-Weltherrschaft im Blick. „Wir möchten

unsere Vision der „mobilen Coffee-Company“ mit allen Mitteln

durchsetzen – Kaffeespezialitäten immer und überall. Dafür wollen

wir vorerst unser Netz an Franchisepartnerschaften in Deutschland

und Europa weiter ausbauen. Danach streben wir die Expansion

in weitere Länder, zum Beispiel Amerika, an. Unser Ziel ist es, im

Jahr 2015 über 600 Franchiselizenzen abgeschlossen zu haben.“

Die Chancen, das zu schaffen, stehen mehr als gut. Derzeit liegen

Sander und Zimmer rund 1.000 Franchise-Anfragen vor, unter

anderem aus Kanada, Korea, Mexiko, Qatar, Singapur, den USA

und Venezuela.

Weitere Informationen über die Coffee-Bike gmbh sowie zum

Franchisesystem finden Sie im Internet unter www.coffee-bike.de


Bild: Aleksandar Todorovic – Fotolia.com

36 WiRtSChaft RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 37

„namaste hannover“: Im Rahmen des deutsch-indischen Jahres anlässlich der 60-jährigen diplomatischen und wirtschaftlichen

Beziehungen zwischen Indien und Deutschland finden im Mai in hannover erstmals die India Days statt.


38 WiRtSChaft RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 39

erst im Dezember 2002 wurde die U-Bahn in der Zehn-Millionen-Metropole neu-Delhi eröffnet.

heute fahren auf einer Streckenlänge von über 180 Kilometern bereits fünf Linien sowie eine

Zweiglinie. Bis 2021 soll die gesamte Region ans Metro-netz angeschlossen werden.

Bild: paul prescott – Fotolia.com


40 WiRtSChaft RegJO hAnnOVeR

Der Lotustempel in neu-Delhi ist ein haus der Andacht der Bahai. Die mehrfach ausgezeichnete

Architektur des iranisch-kanadischen Architekten Fariborz Sahba wurde einer

Lotusblume nachempfunden. Der grundriss wird von 27 freistehenden Blütenblättern

umgeben, die in Dreiergruppen an den neun Seiten platziert sind.

RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 41

Bild: paul prescott – Fotolia.com


42 WiRtSChaft RegJO hAnnOVeR

Mit Tika Pulver werden nicht nur die verschiedenen

Segenszeichen der hindus auf die Stirn aufgetragen

– die bunten Pulver dienen auch zur Dekoration des

gesamten Körpers sowie zur Verzierung von Tieren,

unter anderem elefanten und Kühen.

Text: Katrin Langemann

„Zeit ist genug da und liegt nicht in der Hand des Menschen“

– diese indische Einstellung zum Thema Zeit

kann manchen pflichtbewussten und terminplangehetzten

deutschen Unternehmer in Indien schon mal

auf eine harte Geduldsprobe stellen. Doch alles Zetern

hilft nichts. Wer mit indischen Firmen Geschäfte

machen möchte, sollte sich über einige Grundregeln

bewusst sein. Tina Patel, Geschäftsführerin von plusform

Culture + Language in Wunstorf, kennt die Unterschiede:

„Während man in Deutschland Berufliches

und Privates klar trennt nach dem Motto ‚Dienst ist

Dienst und Schnaps ist Schnaps‘, hat man in Indien

viel mehr Zeit und Interesse für Small Talk und Netzwerken,

auch außerhalb der Arbeitszeit. Das ist übrigens

kein Widerspruch dazu, dass in Indien die Familie

an oberster Stelle steht, während bei den Deutschen

Karriere oft die größere Rolle spielt. Ingesamt sind die

Inder in vielen Punkten sehr viel gelassener: So sind

Ungewissheit und Risiken Herausforderungen, die das

Leben erst spannend machen.“

Nichtsdestotrotz gehört Indien zu den derzeit

am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der

Welt und ist vor allem in der IT-Branche und auf

dem Dienstleistungssektor führend. Schon seit langem

gehört Indien zu den wichtigsten Handelspartnern

Nieder sachsens in Asien. Seit Beginn des Liberalisierungsprozesses

Anfang der 90er Jahre nimmt

das niedersächsische Interesse an Indien kontinuierlich

zu. Mit einem Handelsvolumen von gut 1,2 Milliarden

Euro haben die Wirtschaftsbeziehungen 2011

sogar einen neuen Rekordwert erreicht.

ausbaufähig: die wirtschaftlichen Beziehungen

zwischen indien und niedersachen.

Trotzdem: Die Potenziale werden längst noch nicht ausgeschöpft,

sagen die Experten. Wolfgang Höltgen vom

German-Indian Business Center (GIBC) verdeutlicht:

„Das Außenhandelsvolumen mit Holland und Portugal

zum Beispiel ist größer als das mit dem 1,2 Milliardenvolk

Indien, dessen Wirtschaft seit Jahren mit etwa

acht Prozent wächst.“ Vasant Prabhu von RV Consultants

in Bangalore ergänzt: „Obwohl Deutschland Indiens

wichtigster Handelspartner ist, macht der Anteil

gerade einmal 0,5 Prozent des gesamten Handels aus.“

RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 43

Bild: Aleksandar Todorovic – Fotolia.com


Bild: Christian Mühlhausen/Landpix.de

44 WiRtSChaft RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 45

Autorikscha-Produktion von Bajaj in Aurangabad. Die Fertigung funktioniert nach dem „frugal engineering“ – einer Ingenieurskunst, die darauf

zielt, mit minimalem Aufwand die geforderte Funktion zu erfüllen. es gibt keinen einzigen Computer im Werk.

Doch woher kommt diese Diskrepanz? Höltgen erklärt: „Hier ist

an erster Stelle das Image Indiens in Deutschland zu nennen. Viele

wagen es nicht, diesen gigantischen Markt anzugehen und scheuen

davor zurück, Verbindungen mit indischen Unternehmen einzugehen.

Und das, obwohl es inzwischen hervorragende Gegenbeispiele

gibt: So hat zum Beispiel Volkswagen gezeigt, wie man innerhalb

von 18 Monaten eine riesige, hochmoderne Fertigungsstätte

mit bestens ausgebildeten Mitarbeitern in Pune aufbaut. Für viele

Indienkenner eigentlich unvorstellbar. Es hält sich in Deutschland

auch der Verdacht, dass man es mit den intellectual property

rights in Indien nicht so genau nimmt. Man kann jedoch sagen,

dass Indien als größte Demokratie der Welt mit seinem britisch

geprägten Gerichtswesen deutschen Unternehmen deutlich mehr

Rechtssicherheit bietet als beispielsweise China.“

Auch auf indischer Seite hat man die wirtschaftlichen Chancen,

die sich an der Leine auftun, längst erkannt. Vasant Prabhu:

„Niedersachsen bietet große Wachstumspotenziale für indische

Unternehmen in den Bereichen Automobile, Energie, Industrie,

Informations- und Kommunikationstechnologie, Life Science, optische

Technologien und Produktionstechnik. Deutschland ist das

wirtschaftliche Kraftwerk Europas.“

Vorurteile abzubauen und Indien als interessanten Handelspartner

vorzustellen, ist Ziel der ersten India Days Hannover. Höltgen:

„Mit den India Days wollen wir dem hiesigen Mittelstand die

riesigen Marktchancen in Indien näher bringen, aber auch Niedersachsen

als interessanten Wissenschafts- und Industriestandort

in Indien weiter bekannt machen. Darüber hinaus soll die Veranstaltung

auch in der niedersächsischen Bevölkerung Interesse für

die Beschäftigung mit dem indischen Subkontinent wecken und

die bereits vorhandene große Verbundenheit Niedersachsens mit

Indien auf den Gebieten der Kultur, Wissenschaft und Wirtschaft

dokumentieren.“ Vier Tage lang heißt es dann in Hannover vom

8. bis 11. Mai „Namaste“ statt „Guten Tag“. Zahlreiche Events aus

den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur stellen den

Subkontinent in den Fokus. Schwerpunktthema der India Days

ist „smart mobility“. Die Schirmherrschaft der India Days, die im

Rahmen des deutsch-indischen Jahres zum 60-jährigen Bestehen

der deutsch-indischen Beziehungen stattfinden, hat das Niedersächsische

Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr übernommen.

Jörg Bode, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft,

Arbeit und Verkehr: „Die India Days reihen sich ein in eine Vielzahl

von Aktivitäten, die wir in den letzten Jahren und aktuell in

Richtung Indien auf den Weg gebracht haben. Zentrales Element

all unser Aktivitäten ist dabei das German-Indian Business Center

(GIBC) in Hannover, das den indischen Unternehmen als erste

Anlaufstelle zur Verfügung steht. Mit dem GIBC verzahnen wir

alle für die niedersächsisch-indischen Beziehungen bedeutenden

Aktivitäten und Themenfelder. Damit haben wir eine ideale Plattform

für den Auf- und Ausbau von sowohl langfristig angelegten

wirtschaftlichen Kooperationen als auch von indischen Investitionsvorhaben

in Niedersachsen geschaffen.“

ziel der ersten india days hannover vom 8. bis 11. mai 2012:

indien und niedersachsen einander näher bringen.

Neben dem 2007 vom Niedersächsischen Wirtschaftsministerium,

hannoverimpuls und Wolfgang Höltgen gegründeten GIBC macht

sich auch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hannover stark

für den Wirtschaftspartner Indien. Dr. Michael Seitz, Leiter India

Desk der IHK Hannover: „Aufgrund der engen Kontakte Hannovers

und Niedersachsens nach Indien war es nur konsequent, das

die Industrie- und Handelskammer Hannover gemeinsam mit der

Deutsch-Indischen Auslandshandelskammer (AHK Indien) einen

„India-Desk“ in Hannover einrichtete. Zu den Aufgabenbereichen

gehören vor allem die Organisation vielfältiger Veranstaltungen

zum Investitionsstandort bzw. Beschaffungs- und Export-

Bild: Volker hoffmann – Fotolia.com

Indien ist ein Land, in dem Tradition und Moderne aufeinandertreffen. Links: elefant vor dem „Palast der Winde“ in Jaipur. Rechts: Der

Chhatrapati Shivaji International Airport (CSIA) in Mumbai gehört mit über 28 Millionen Fluggästen pro Jahr zu den frequentiertesten Südasiens.

markt Indien, die Mitorganisation von Delegationsreisen nach

Indien und regelmäßige Artikel und Kurzmeldungen zu Indien in

den IHK-Medien, um Unternehmen einen Markteintritt nach Indien

zu erleichtern.“ Seit 2006 bietet der German-Indian Round Table

(GIRT) Hannover vier- bis sechsmal im Jahr allen deutschen und

indischen Unternehmern sowie Indieninteressierten eine Plattform

für Erfahrungsaustausch und geselliges Miteinander. Dr. Wolf-

Rüdiger Reinicke: „Der GIRT ist offen für alle, die sich beruflich

mit dem Thema Indien befassen. Er ist eine Erfahrungsbörse für

Deutsche, die Geschäfte mit oder in Indien machen oder aufnehmen

möchten und Anlaufstelle für indische Geschäftsleute, die sich

hier angesiedelt haben oder für deutsche Unternehmen tätig sind.“

Nach Schätzungen leben derzeit rund 1.000 Inder in der

Region Hannover. Michaela El-Salamony von der Deutsch-Indischen

Gesellschaft (DIG) Hannover: „Wegen der technischen

Kooperationen einiger Firmen dürfte die Zahl mittelfristig ansteigen.

Genaue statistische Erhebungen dazu gibt es aber nicht.

Die meisten Inder kommen zum Studium nach Hannover.“ Am

beliebtesten sind für indische Studenten in Deutschland Fächer

im Bereich der Ingenieur-, Natur- und Wirtschaftswissenschaften

sowie Jura. „Doch auch umgekehrt gilt: Von einem Aufenthalt

in Indien können deutsche Wissenschaftler sehr gut profitieren.

Das Land hat immer noch diesen Exotenfaktor, dabei ist es

sowohl für Studium als auch für Forschung hochinteressant“, weiß

Dr. Bala Ramani aus dem Hochschulbüro für Internationales der

Leibniz Universität Hannover (LUH). Um den Studierenden Einblicke

in die indische Kultur und Forschungslandschaft zu geben,

hatte die Uni daher bereits im vergangenen Jahr einen „Indien

Tag“ ins Leben gerufen.

Das größte Unternehmen in der Region Hannover mit

indischen Geschäftsbeziehungen ist die TUI Infotec GmbH,

ein Joint Venture zwischen TUI und dem führenden indischen

IT-Beratungs- und Software-Dienstleistungsunterneh-

Bild: Alex graves – Wikipedia.org

men Sonata Software Ltd. Darüber hinaus gibt es einige indische

Unternehmen, die mit kleineren Niederlassungen oder einem

Vertriebsbüro in der Region präsent sind. Heinz Kreuzer, Vorsitzender

der Geschäftsführung TUI InfoTec: „Indien als einer

der globalen Wachstumsmärkte bietet für die Region Hannover

vielfältige Möglichkeiten der Zusammenarbeit – auch als Absatzmarkt

für qualitativ hochwertige Produkte. Speziell aus unserer

Sicht als IT-Dienstleister wird das Potenzial indischer IT-Unternehmen

und der hochqualifizierten IT-Fachkräfte generell noch

viel zu wenig genutzt, insbesondere vor dem Hintergrund des

IT-Fachkräftemangels in Deutschland.“ Insgesamt sind rund

400 Beschäftigte bei den indischen beziehungsweise überwiegend

indischen Unternehmen in der Region angestellt, ein Großteil

davon bei der TUI InfoTec. Der Umsatz der Firmen betrug 2011

rund 85 Millionen Euro. Dirk Hertrampf, Counsellor Asia-Pacific

Niedersachsen Global GmbH (NGlobal), ist überzeugt: „Die Zahl

der indischen Unternehmen in Hannover und Niedersachsen

ist zwar noch sehr überschaubar, dennoch ist es für den Standort

Hannover wichtig, internationale Unternehmen hier vor Ort zu

haben. Dies belegt die Qualitäten eines Standortes und bereichert

das wirtschaftliche Umfeld.“

Die India Days Hannover werden mit dazu beitragen,

Indien als Wirtschaftspartner für Niedersachsen und die Region

Hannover sowie Niedersachsen als Wirtschaftsstandort für indische

Unternehmen zu stärken. Das gemeinsame Bestreben aller

Beteiligten bringt Jörg Bode auf den Punkt: „Das Land Niedersachsen

hat gemeinsam mit dem GIBC ein Ziel klar im Fokus: Das

große Potenzial für den weiteren Ausbau der partnerschaftlichen

Beziehungen auszuschöpfen.“

Weitere Informationen zu den India Days hannover sowie das

komplette Veranstaltungsprogramm finden Sie im Internet unter

www.indiadayshannover.com


Zwei Kulturen – zwei Welten

Stärke / fokus

Kriterium deutschland / die deutschen indien / die inder

Ingenieure / Techniker

experten / Fachkräfte

Planung Langfristige Orientierung und bis in die Details

zeit und Pünktlichkeit

hierarchie Flache hierarchie

Pünktlichkeit hat bei Treffen und Terminen absolute

Priorität, Zeit ist knapp, Zeit kann man managen

händler

generalisten

grobe Pläne und viel Raum

für Änderungen und Spontaneität

RegJO hAnnOVeR WiRtSChaft 47

Wolfgang höltgen: „Inder scheinen mit dem „Unternehmer-gen“ zur Welt zu kommen, jeder möchte erst Unternehmer sein

und dann entscheiden, was sein geschäftszweck ist.“ Die wichtigsten Unterschiede zwischen dem indischen und deutschen

geschäftsleben im Überblick (Quelle: Tina Patel, geschäftsführerin plusform Culture + Language, Wunstorf).

verhandlungen

und verträge

Man bemüht sich, pünktlich zu sein, Zeit ist

genug da, Zeit liegt nicht in der hand der Menschen

hierarchie ist notwendig und

muss für die Mitarbeiter glasklar sein

Versprechen müssen eingehalten werden Inhalte können revidiert / modifiziert werden

Qualität Perfektionisten; Qualität wird vorausgesetzt Legen Wert auf Funktionalität; Qualität kostet extra

Probleme und Konflikte Bei Problemen im Projekt: „eingestehen und warnen“ Bei Problemen im Projekt: „verheimlichen und lösen“

lob und anerkennung nicht geschimpft ist genug gelobt nicht gelobt ist genug geschimpft

Work-life-Balance

„Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps!“,

Klare Trennung zwischen Beruf und Privatleben

Person und gruppe Individuum zählt gruppe hat Priorität

umgang mit unsicherheit Ungewissheit ist Bedrohung

Prioritäten im leben Karriere spielt eine große Rolle Family First!

Bedürfnis für Privatsphäre

Zeit und Platz für sich ist wichtig.

„Ich brauche meine Ruhe“

Privat- und Arbeitsphäre werden vermischt, viel mehr

Zeit und Interesse für Small Talk und netzwerken

Risiken sind herausforderungen

und machen das Leben spannender

Kein Wort für Privatsphäre auf hindi

Kommunikation Direkt, haben kein Problem „nein“ zu sagen. Indirekt, haben ein Problem „nein“ zu sagen.

denkweise entweder oder Sowohl als auch

Federführender Organisator der India Days ist das german-Indian Business Center (gIBC) in hannover. Daneben zählen

die IhK hannover, die Deutsch Indische gesellschaft hannover (DIg) sowie die Leibniz Universität hannover (LUh) zu

den Mitveranstaltern. Weiterhin unterstützen der german-Indian Round Table (gIRT) hannover, das Automotive Clus ter

Metropolregion sowie fünf indische Partnerunternehmen des gIBC die ersten India Days hannover.

Sprechen Sie Hindi?

guten Tag! namaste!

Auf Wiedersehen! phir milenge!

Ja haa

nein nahi

Bilder (2): Bastos – Fotolia.com

Danke dhanyavaad

Bitte koi baat nahi

Ich heiße... mera naam ... he

Ich spreche kein hindi. mujhe hindi nahi aati.


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Passivhäuser liegen im Trend

proKlima setzt sich für die Verbreitung des energie-

sparenden Baustandards ein.

Bewohner von Passivhäusern können steigenden Energiepreisen

gelassen entgegensehen. Denn sie haben nur sehr niedrige Heizkosten

und dazu einen hohen Wohnkomfort. Kein Wunder, dass

die Nachfrage steigt: In der Region Hannover gibt es bereits mehrere

hundert Passivhäuser. Allein im proKlima-Fördergebiet hat

der enercity-Fonds seit 1998 rund 750 Passivhaus-Wohneinheiten

bezuschusst. Und der Trend setzt sich fort. Bestes Beispiel: In

Hannover-Wettbergen entsteht derzeit eine von Europas größten

Null-Emissionssiedlungen „zero:e park“ mit 300 Passivhäusern.

Die Leinestadt spielt mit der großen Zahl an Passivhäusern bundesweit

in der 1. Liga.

Besonders erfreulich ist, dass die im Neubau entwickelten

Technologien auch beim Modernisieren erfolgreich zum Einsatz

kommen und wir Hausbesitzer mit vielen gelungenen Beispielen

zu einer hochwertigen Modernisierung ihrer eigenen Immobilie

motivieren können. In dieser Ausgabe erfahren Sie mehr über Bauherren

und Hausbesitzer, die auf den Einsatz der energiesparenden

Passivhaustechnik setzen.

Wenn Sie nach der Lektüre Lust bekommen haben, sich individuell

zu Ihrem Bauvorhaben beraten zu lassen, besuchen Sie uns

auf unserem Stand (4.4.) auf der Passivhaus-Ausstellung am 4. und

5. Mai kostenfrei im Hannover Congress Centrum (HCC). Wir bieten

Ihnen eine kostenlose Energielotsen-Beratung zu Ihrem persönlichen

Bauvorhaben. Wir freuen uns über Ihren Besuch!

harald halfpaap

proKlima – Der enercity-Fonds

Geschäftsführer

impressum. herausgeber Polygo Verlag gmbh, hainhölzer Straße 5, 30159 hannover, Telefon:

0511 16 99 69-0 , Fax: 0511 16 99 69-21 Chefredaktion Stefanie Stüting Redaktion Katrin

Langemann, Ingrid Lorbach, Juliette Rahn fotografie Frank Aussieker, Insa hagemann, Thomas

Langreder, Sven Reuter, arsdigital – Fotolia.com, BlowerDoor gmbh, heinz von heiden

gmbh, hochtief, proKlima, Viessmann anzeigen John D. Swenson, Leitung (swenson@regjo.

de), Michael Mohné (mohne@polygo.de) geschäftsführung Thomas Wirth (wirth@polygo.de)

layout Ines erdmann, Melanie Baars

Cover © arsdigital – Fotolia.com editorial: proKlima


Bild: Insa hagemann

VI Bauen RegJO hAnnOVeR

Häuser für die Zukunft

neue häuser versorgen sich selber mit Strom, Altbauten lernen das energiesparen, Siedlungen

werden grün – die Region hannover investiert ins ökologische Bauen.

RegJO hAnnOVeR Bauen VII

Im Baugebiet zero:e park am hirtenbach entsteht eine von europas größten innovativen

Klimaschutzsiedlungen für rund 300 Reihen-, Doppel- und einfamilienhäuser in Passivhausbauweise

als null-emissionssiedlung.


VIII Bauen RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR Bauen IX

ein eigenes haus, aber stadtnah. Diesen Wunsch vieler eltern mit

kleinen Kindern hatten auch Sven Reuter und seine Frau Sabine.

Und es sollte unbedingt ein Passivhaus sein, das versteht sich

in diesem Fall von selbst, denn der Architekt aus hannover plant

selbst Passivhäuser und kennt die unschlagbaren Vorteile dieses

Baustandards. Architekt und Bauherr dieses Passivhauses

ist Sven Reuter (Foto vorher). Foto nachher: Frank Aussieker.

www.passivhaus-plattform.de


X Bauen RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR Bauen XI

Vorher (links) und nach dem Umbau (rechts): Wohnhaus mit Büro. Architekt und Bauherr: Roland Beckedorf.

Ökologisch Bauen in der Region hannover

Informationen im Internet

• www.proklima-hannover.de

proKlima – der enercity fonds bietet Beratung und

Förderung für Bauherren und Modernisierer

• www.passivhaus-plattform.de

Beste Passivhaus-Beispiele in hannover und der Region

• www.klimaschutzagentur.de

Portal der Klimaschutzagentur Region hannover

zu energieeffizienz und erneuerbaren energien, mit

Fördermittelübersicht

• www.zero-e-park.de

Infos zur null-emissionssiedlung in hannover-Wettbergen

• www.klimaschutz-hannover.de

netzwerk der lokalen Akteure mit Informationen über alle

Aktivitäten

Text: Ingrid Lorbach

Ein Hausbau ist immer eine aufregende Zeit im Leben einer Familie, verbunden

mit einigen Turbulenzen, aber auch mit großer Vorfreude auf das neue

Zuhause. Bei Katharina und Markus Messer, Bauherren im Stadtteil Wettbergen

im Südwesten Hannovers, ist das nicht anders. Sie freuen sich auf ihr individuell

gestaltetes Einfamilienhaus mit großzügigen Glasflächen und viel Lebensraum

für Eltern und vier Kinder. Sie haben aber noch einen besonderen Grund,

stolz auf ihr künftiges Domizil zu sein: Es ist eines der ersten Häuser im zero:e

Park, einem vorbildlichen ökologischen Baugebiet. Mit 300 Grundstücken entsteht

hier Europas größte Null-Emissionssiedlung – eine Wohnsiedlung, deren

Ausstoß von klimaschädlichem CO2 unterm Strich bei Null liegen soll. Deshalb

wird das Haus der Messers, wie im gesamten zero:e park vorgeschrieben,

ein Passivhaus. Dank exzellenter Dämmung und luftdichter Bauweise braucht

es keine herkömmliche Heizung mehr. Eine Wärmepumpe, die die Abluft der

Lüftungsanlage nutzt, reicht aus für Warmwasser und eine Restheizung an sehr

kalten Tagen. Eine „intelligente“ Haustechnik, die zum Beispiel Rollläden und

Beleuchtung im Haus automatisch steuert, sorgt zusätzlich dafür, dass so wenig

Energie wie möglich verloren geht.

„Vielleicht erreicht unser Haus sogar einen Energie-Plus-Standard“, erzählt

Markus Messer, der sich als Ingenieur auch beruflich mit Fragen der Energieversorgung

beschäftigt hat, „das hängt davon ab, ob wir mit unserer Solarstromanlage

mehr Strom erzeugen können als wir selber verbrauchen.“ Sowohl der

Carport als auch das markante Pultdach des Hauses werden begrünt und mit

Photovoltaikmodulen bestückt, die das Haus mit Strom versorgen werden. Ein

möglicher Überschuss aus dem hauseigenen Kraftwerk würde ins öffentliche

Netz eingespeist oder – so die Vision von Markus Messer – später einmal ein

Zwei Jahre nach dem einzug setzte Architekt und Bauherr Roland Beckedorf auf die nutzung erneuerbarer energien: Auf dem Dach wurde eine

Photovoltaikanlage installiert, deren ertrag dem jährlichen Stromverbrauch der Bewohner und nutzer des gebäudes entsprechen soll.

Elektroauto versorgen. Neben Passivhausbauweise und Nutzung von

Sonnenenergie ist die Erhaltung des natürlichen Wasserhaushalts

ein wichtiges Element in der Planung von zero:e. Grünflächen statt

versiegelter Böden sollen dafür sorgen, dass Regenwasser ungehindert

versickern kann.

„Ökologisch Bauen bedeutet eben nicht nur Energie effizienz,

sondern umfasst auch den Umgang mit Ressourcen wie Boden,

Wasser, Luft und Materialien“, erklärt Professor Wolfgang Willkomm,

der an der HafenCity Universität in Hamburg Architektur

mit dem Schwerpunkt klimagerechtes und ressourceneffizientes

Bauen lehrt. In den 1990er Jahren war Willkomm an der Universität

Hannover tätig und hat miterlebt, wie die Expo-Siedlung „Am

Kronsberg“, das erste ökologische Wohngebiet Hannovers, entstand.

Die dort erstmals angewendeten Standards für umweltgerechtes

Bauen sind mittlerweile für das gesamte Stadtgebiet weiterentwickelt

worden. (siehe Interview Seite XVIII)

Dabei geht es nicht nur um den Neubau. „Man sollte sich stets

die Frage stellen, ob es überhaupt nötig ist, neu zu bauen“, so Architekturprofessor

Willkomm, „denn je weniger Material bewegt wird,

desto besser ist das für die Umwelt.“ Aus diesem Grund fördert

der von den Städten Hannover, Hemmingen, Laatzen, Langenhagen,

Ronnenberg und Seelze sowie den Stadtwerken Hannover AG

finanzierte Klimaschutzfonds enercity proKlima neben energieeffizientem

Neubau und Einsatz erneuerbarer Energien auch gezielt

die Sanierung von Altbauten.

„Auch bei alten Häusern kann man viel erreichen“, Das betont

Ve rena Michalek, die bei enercity proKlima das Programm Altbaumodernisierung

betreut. „Zwar kann nicht immer der Passivhausstandard

erreicht werden, man sollte aber immer den höchstmöglichen

Standard anstreben“, so die proKlima-Ingenieurin. „Dafür gibt

es dann von proKlima auch Förderungen für Einzelmaßnahmen.“

Insgesamt sind Zuschüsse von bis zu 5.000 Euro je Wohnung und

maximal 20.000 Euro je Wohngebäude möglich, wenn verschiedene

Maßnahmen wie Wärmedämmung, Heizungsaustausch oder

Einbau von Lüftungsanlagen den technischen Anforderungen entsprechend

vorgenommen werden.

Rund 49 millionen fördergelder hat proKlima enercity seit der

gründung im Jahr 1998 an Bauherren vergeben.

Ausgewählte Architekten und Ingenieure beraten als „Energielotsen“

die Bauherren über die möglichen Energieeinsparungen sowie

geeignete bauliche Maßnahmen und Fördergeldtöpfe. Zusammen

mit der Kampagne „Gut beraten starten“ der Klimaschutzagentur

Hannover, die eine kostenlose Erstberatung zur Modernisierung

anbietet, ist so ein umfangreiches Informations- und Beratungsnetz

zur energetischen Altbausanierung in der Region Hannover

entstanden. Rund 49 Millionen Fördergelder hat proKlima enercity

seit der Gründung im Jahr 1998 an Unternehmen und Privatleute

vergeben. Eine Untersuchung des Pestel Instituts für System-

Bild: Thomas Langreder


H o l e n S i e s i c h S e e l z e - S ü d

a u f I h r e n B i l d s c h i r m

u n d e n t d e c k e n S i e

I h r B a u g r u n d s t ü c k !

Bild: privat

forschung hat nun nachgewiesen, dass diese Gelder nicht

nur Klima und Umwelt zugute kommen, sondern auch die

regionale Wirtschaft fördern. Für jeden Euro Fördergeld,

so das Ergebnis, werden weitere Investitionen in Höhe von

12,70 Euro getätigt. „Wir merken das an der Zahl der Aufträge,

gerade im Modernisierungsbereich“, bestätigt Ralf

Wieland, Geschäftsführer der Innung des Bauhandwerks,

„deshalb bieten wir für unsere Innungsmitglieder auch laufend

Fortbildungen zu Themen wie luftdichtem Bauen oder

Energieeinsparverordnung an, um die Qualität zu sichern.“

Die Techniken des energiesparenden und umweltgerechten

Bauens entwickeln sich ständig weiter. Über den

neuesten Stand der Passivhausbauweise diskutieren Architekten,

Planer, Energieberater und andere Experten am 4.

und 5. Mai in Hannover auf der 16. Internationalen Passivhaustagung.

Über 1.000 Teilnehmer werden erwartet,

in einer begleitenden Ausstellung können sich Interessierte

über Produkte und Trends zum Thema informieren.

Auch Familie Messer will zur künftigen Entwicklung

des Passivhauses beitragen. Ihr Wohnhaus im zero:e park

wird zugleich als Versuchsstation fungieren. Mithilfe spezieller

Messtechnik für Temperatur- und Luftwerte soll

hier in den nächsten zehn Jahren beispielhaft Raumklima

und Energieverbrauch eines Passivhauses erforscht werden.

Die Hochschule Hannover wird die Daten auswerten,

weitere Institutionen sind daran interessiert. „Ich bin sehr

gespannt“, sagt Bauherr Markus Messer, „solche langfristigen

Messungen gab es bisher noch nicht.“ Kurzfristig

haben die Messers aber vor allem einen Wunsch: Bis zur

Passivhaustagung im Mai möchten sie gerne in ihr neues

Haus einziehen.

Bild: Thomas Langreder

RegJO hAnnOVeR Bauen XIII

Die Ziele der Modernisierung lauteten: Trennung der beiden

Wohneinheiten und erschließung von der Straße, offenes

Wohnen, sichtbares Fachwerk im Wohnraum, größtmögliche

CO2- und energieeinsparung und höchster Wohnkomfort mithilfe

hochwertiger Passivhaus-Komponenten.

www.passivhaus-plattform.de

Passivhaus-ausstellung zur 16. internationalen

Passivhaustagung am 4. und 5. mai 2012

im hannover Congress Centrum hCC

Passivhäuser sind aktive energiesparer. Für die Bewohner fallen

kaum noch heizkosten an, dem Klima bleiben tonnenweise

schädliche Treibhausgase erspart. Möglich wird dies durch

eine Kombination dichter gebäudehülle, kontrollierter Lüftung,

Fenster mit 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung und

dem nutzen passiver Wärmequellen wie einfallenden Sonnenstrahlen.

etwa 32.000 Passivhäuser gibt es bereits in europa,

davon mehr als 300 in hannover. Allein mit der null-emissionssiedlung

„zero:e park“ in hannover-Wettbergen werden in

den nächsten Jahren noch einmal 300 hinzukommen.

Um sich über den neuesten Stand, aktuelle Fragen und die

künftige entwicklung der Passivhaustechnik auszutauschen,

treffen sich Architekten, Planer, Wissenschaftler, hersteller

und andere experten am Freitag, 4. Mai, und Samstag,

5. Mai, in hannover zur 16. Internationalen Passivhaustagung.

Die begleitend zur Tagung laufende Passivhaus-Ausstellung

im hannover Congress Centrum (hCC) richtet sich nicht nur

an Fachleute, sondern auch an hausbesitzer, Baufamilien und

alle anderen Interessierten. Dabei präsentieren rund 100 Aussteller

ihre Produkte zum Bauen, Modernisieren und energiesparen:

Das Angebot reicht von Passivhauskomponenten wie

Fenstern mit 3-Scheiben-Wärmeschutzverglasung und Komfortlüftungsanlagen

mit Wärmerückgewinnung bis hin zu heizsystemen,

Wärmedämmungen und Solaranlagen. Der eintritt

zur Ausstellung ist frei.

Mehr Infos unter www.proklima-hannover.de


Heizen war gestern!

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Die Qualität der Luft beeinflusst in

hohem Maße die Wohn- und Lebensqualität.

Basis hierfür ist ein ausreichender

Luftaustausch bei gleichzeitig

geringen Lüftungswärmeverlusten.

Die Kombination aus dem neuen

Lüftungstower Vitovent 300-F und einer

Kompakt-Wärmepumpe Vitocal ist

hierfür die ideale Systemlösung. Diese

eignet sich besonders für den Einsatz

in Niedrigenergie- und Passivhäuser.

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BlowerDoor

Sinnvoll: BlowerDoor-Messung prüft

die Luftdichtigkeit eines gebäudes.

Die BlowerDoor-Messung ist heute moderner

Standard beim Bau von Gebäuden.

Bereits seit 1996 ist das Recht der Bauherren

auf ein luftdichtes Gebäude in

der DIN 4108-7 dokumentiert, die Luftdichtheitsmessung

wurde 1998 als „anerkannte

Regel der Technik“ im Bundesanzeiger

veröffentlicht. In einem luftdichten

Gebäude werden unkontrollierte Luftströmungen

durch Fugen und andere Lekkagen

in das Gebäudeinnere vermieden.

Die Vorteile: deutliche Energieeinsparung

durch Vermeidung von Lüftungswärmeverlusten

sowie ein gesundes Raumklima, da

einströmende Luft durch Leckagen in der

Baukonstruktion Schadstoffe und Allergene

ins Wohnungsinnere transportieren kann.

Die BlowerDoor-Messung zur Prüfung der

Luftdichtigkeit eines Gebäudes zahlt sich für

Bauherren aus: Eine hohe Energieeffizienz

sowie die Vermeidung von Feuchtigkeitsschäden

in der Baukonstruktion machen

die BlowerDoor-Messung uneingeschränkt

empfehlenswert. Die Standard-BlowerDoor-

Messung in einem Einfamilienhaus dauert

durchschnittlich drei Stunden. hK

Weitere Informationen finden Sie im Internet

unter www.blowerdoor.de

Bilder: BlowerDoor gmbh, heinz von heiden gmbh

U n T e R n e h M e n

Passivhaus in Serie

RegJO hAnnOVeR Bauen XV

Maßgeschneidert: Mit System und technischer Innovation zum Traumhaus.

heinz von heiden steht für herausragende Qualität in Beratung und Betreuung.

Der Massivhaushersteller Heinz von Heiden

blickt auf eine erfolgreiche Unternehmensgeschichte

zurück. Seit 1931 hat Heinz von

Heiden bereits über 41.000 glückliche Kunden

in ihr Eigenheim gebracht. Dies ist in

dieser Branche ein ganz besonderes Zeichen

für Stabilität. Zudem schafft es Vertrauen

für alle, die gern den Wunsch vom eigenen

Heim realisieren möchten und bei diesem

Vorhaben auf Sicherheit und Sorgfalt

achten. Heinz von Heiden steht für maßgeschneiderte

System-Architektur, technische

Innovationen und ein überzeugendes

Preis-Leistungs-Verhältnis. Das Angebot

umfasst die gesamte Dienstleistung rund

ums Bauen – vom Bau über die komplette

Ausstattung des Hauses bis hin zur Übergabe.

Auf über 5.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche

bietet Heinz von Heiden

in vier KompetenzCentren und über 40

Musterhäusern, zehn Stadtbüros sowie

über 300 Vertriebspartnern bundesweit

Beratung und Betreuung auf höchs tem

Niveau. Nachhaltig, weniger Verbrauch und

mehr Komfort: Neben allen KfW-Standards

bietet Heinz von Heiden auch das zukunfts-

sichere Passivhaus an – ab diesem Jahr

sogar in Serie. Das Grundprinzip des Passivhauses

ist die Energieeffizienz. Die gute

Dämmung der Gebäudehülle sorgt für eine

ausreichende Luftdichtheit und schützt

nicht nur gegen Kälte, sondern gleichermaßen

vor Wärme. Um das zu erreichen, werden

sehr guter Wärmeschutz, innovative

Fenstertechnik, Rollläden sowie hocheffiziente

Haustechnik für Lüftung, Heizung

und Warmwasser eingesetzt. Die effiziente

Technik verringert nicht nur den Energieverbrauch,

sondern erhöht zudem die thermische

Behaglichkeit und verbessert den

Schutz der Bausubstanz. Helle freundliche

Räume, eine individuelle Architektur

in zeitlosem Design und ein angenehmes

Raumklima sind Wohlfühlfaktoren, die das

Heinz-von-Heiden-Passivhaus auszeichnen.

Vom 4. bis 5. Mai 2012 steht das

Team um den regionalen Heinz-von-Heiden-Direktvertriebspartner

Andreas Witte

auf der 16. Internationalen Passivhaustagung

im Hannover Congress Centrum

(HCC) allen Bauinteressenten gerne Rede

und Antwort. hK

Weitere Informationen, Preise und Ansprechpartner finden Sie unter www.heinzvonheiden.de

Bild: Passivhaus im Bauhaus-Stil von heinz von heiden – ecoStar 40 Passiv.


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16. Internationale Passivhaustagung 2012

Passivhaus-Ausstellung 4./5. Mai

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Mosaik Eilenriede

hOChTIeF Solutions format erfolgreich

mit hochwertiger Wohnentwicklung.

HOCHTIEF Solutions formart hat viel zu

tun in Hannover. Zwischen Congress Centrum,

dem Zoo und der feinen Wohngegend

Eilenriede verwandelt HOCHTIEF Solutions

formart einen ehemaligen Behelfsparkplatz

in ein Wohnquartier – das Mosaik

Eilenriede.

Die 18 individuellen Stadtvillen werden

gut 18.500 Quadratmeter Wohnfläche

bieten. Die insgesamt 172 Zwei- bis Fünfzimmer-Mietwohnungen

– davon zwölf

Wohneinheiten mit Maisonette-Charakter

– werden über großflächige Loggien verfügen.

Für den ersten Bauabschnitt konnte

bereits das Richtfest gefeiert werden. Parallel

laufen die Arbeiten in der Calenberger

Neustadt am Wohnprojekt Loft-as-you-like.

Das Gebäude mit 37 Mietwohnungen

im Loft-Charakter und einer Tiefgarage

soll Ende 2012 fertig sein. Alle Häuser

werden nachhaltig errichtet. Und formart

hat bereits das nächste Projekt ins Auge

gefasst. Unweit von Mosaik Eilenriede sollen

an der Lönsstraße 30 exklusive Eigentumswohnungen

entstehen. Der Baustart

ist für diesen Sommer geplant. hK

Weitere Informationen finden Sie im Internet

unter www.formart.hochtief.de

Bilder: hochtief, Viessmann

T e C h n I K

RegJO hAnnOVeR Bauen XVII

Hocheffizientes Lüftungssystem

Moderne niedrigenergie-, Passiv- und Plusenergie-häuser sind nahezu luftdicht

gebaut. Mechanische Systeme zur Wohnraumlüftung sind erforderlich.

Um den für die Gesundheit der Bewohner

und für den Erhalt der Bausubstanz erforderlichen

Luftaustausch zu gewährleisten,

sind in modernen Energiesparhäusern

mechanische Systeme zur kontrollierten

Wohnraumlüftung erforderlich. Das neue

Vitovent 300-F von Viessmann tauscht bis

zu 280 Kubikmeter pro Stunde verbrauchter

Raumluft aus und ersetzt sie durch frische

Außenluft. Gerüche, Feuchtigkeit und

Schadstoffe werden so aus dem Wohnraum

entfernt. Im Gegensatz zur herkömmlichen

Fensterlüftung geht dabei kaum Energie

verloren. Vitovent 300-F gewinnt bis zu 98

Prozent der Wärme aus der Abluft zurück

und führt sie den Räumen wieder zu.

Die Kombination aus Lüftungssystem

Vitovent 300-F und einem hocheffizienten

Vitocal Wärmepumpen-Kompaktgerät

bietet dem Anlagenbetreiber die freie

Wahl der Wärmequelle – Erdreich oder

Außenluft. Bei geringem Wärmebedarf

genügt oft schon die vom Vitovent 300-F

zurückgewonnene Wärme, um komfortable

Raumtemperaturen zu erhalten. Die

Wärmepumpe deckt vor allem Bedarfsspit-

zen und erwärmt das Trinkwasser. Indem

ihre Betriebsweise umgekehrt wird, kann

sie auch zur Gebäudekühlung eingesetzt

werden. Sie entzieht dann an heißen Sommertagen

den Räumen die Wärme und

gibt sie an das Erdreich und die Außenluft

ab. Noch mehr Komfort bietet das optional

angebotene hydraulische Nachheizregister.

Es ermöglicht die energiesparende

Erwärmung der frischen Zuluft und temperiert

so die Räume zusätzlich zum hydraulischen

Wärme-Verteilsystem. In Passivhäusern

kann das Nachheizregister die Aufgabe

der konventionellen Heizung vollständig

übernehmen.

Das Lüftungssys tem Vitovent 300-F

wird mit der neuen Vitotronic Regelung ausgeliefert.

Sie verfügt über eine Bedieneinheit

mit einem großen beleuchteten Display.

Das Menü ist logisch und leicht verständlich

aufgebaut, Heizkurven und Heizzeiten

sowie der Solarertrag werden als anschauliche

Grafiken angezeigt. Als Zubehör steht

die Fernbedienung Vitotrol 300-B zur Verfügung,

die die Bedienung der Anlage aus

dem Wohnbereich ermöglicht. hK

Weitere Informationen unter www.viessmann.de / Bild: Das neue Wohnungslüftungs-System

Vitovent 300-F gewinnt bis zu 98 Prozent der Wärme aus der Abluft zurück.


XVIII Bauen RegJO hAnnOVeR

Passivhaus-Bauherren bevorzugt

große ökologische Ziele und ein klarer Weg dorthin: RegJo-Interview mit Karin Rumming, der

Leiterin des Pilotprojektes Kronsberg im Fachbereich Umwelt und Stadtgrün der Stadt hannover.

Interview: Ingrid Lorbach Fotografie: privat

Karin Rumming, Projektleitung Kronsberg,

Ökologisches Planen und Bauen im Bereich

Umweltschutz des Fachbereichs Umwelt und

Stadtgrün der Stadt hannover.

Die Stadt hannover hat schon recht früh angefangen, ökologische

Standards fürs Bauen zu definieren…

In den 1990er Jahren hat sich die Landeshauptstadt verpflichtet,

am Umsetzungsprozess des globalen Umweltaktionsprogramms

Agenda 21 teilzunehmen. Dazu gehören

hohe Umweltstandards in der baulichen Stadtentwicklung,

insbesondere im Wohnungsbau. Ein erster Beitrag war der

EXPO-Stadtteil Kronsberg mit anspruchsvollen Zielen im

Umgang mit Energie, Wasser, Boden, Abfall, Naturschutz

und Baumaterialien. In den folgenden Jahren wurden die

Kronsberg-Standards dann auf das gesamte Stadtgebiet

übertragen.

Was sind die wichtigsten Ziele der aktuellen Standards?

Im Bereich Energie soll der CO 2-Ausstoß im Vergleich zu

1990 bis 2020 um 40 Prozent, bis 2030 um 50 Prozent

sinken. Der natürliche Wasserhaushalt soll durch Versickerung,

Zurückhaltung und Speicherung des Regenwassers

statt Ableitung in Kanäle erhalten werden. Hinsichtlich

der Belastung des Bodens mit Schadstoffen werden

vorsorgeorientierte Werte definiert, die in Wohngebieten

deutlich niedriger angesetzt sind als in Gewerbegebieten.

Wie können diese Ziele konkret umgesetzt werden?

Häuser, die auf städtischen Grundstücken gebaut werden,

müssen im Energieverbrauch mindestens 30 Prozent unter

den Bestimmungen der derzeit geltenden Energieeinsparverordnung

(EnEV 2009) liegen. Wer ein Passivhaus

bauen will, wird bei der Grundstücksvergabe bevorzugt.

Die Ausführung in Passivhausbauweise muss nachgewiesen

werden, sonst gibt es einen zehnprozentigen Aufschlag

auf den Grundstückspreis. Wenn Grundstückseigentümer

Regenwasserversickerung nachweisen, zahlen sie weniger

Regenwassergebühren.

Welche einflussmöglichkeiten hat die Stadt, wenn auf privaten

grundstücken gebaut wird?

Hier sollen die Standards möglichst durch Aufnahme in

Ausschreibungstexte und Verträge sowie durch Beratung

durchgesetzt werden. Dazu gehören zum Beispiel Infoveranstaltungen

für potenzielle Bauherren, Internetauftritte

und Broschüren zum ökologischen Bauen.

Und wie baut die Stadt selber?

Neubauten in städtischer Regie werden nach Passivhaus-

Standard ausgeführt, bei Modernisierung und Umbau von

städtischen Gebäuden soll der Energiestandard mindestens

30 Prozent über dem gesetzlich vorgeschriebenen liegen.

Außerdem setzt die Stadt als Bauherr umweltverträgliche

Bauteile und -stoffe wie Holzfenster und Zellulosedämmung

ein und verbietet schadstoffbelastete Materialien

wie PVC. Wenn möglich, werden auf den Dächern Photovoltaik-

oder Solarthermieanlagen installiert und es wird

bevorzugt mit Holzpellets oder Hackschnitzeln geheizt,

sofern kein Anschluss an die umweltfreundliche Fernwärme

möglich ist.

Weitere Infos unter www.hannover.de

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RegJO hAnnOVeR Bauen XIX


Über 41.000 Massivhäuser in über

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TimberTower: die Weltpremiere

Weltpremiere aus hannover: Die TimberTower gmbh baut als weltweit erstes Unternehmen holztürme

für große Windkraftanlagen. Mehr als vier gute gründe sprechen für diese Alternative…

Fotografie: TimberTower gmbh

Die TimberTower GmbH ist ein hochspezialisiertes Hightech-Unternehmen

und vereint das Know-how des Windkraftanlagenbaus

mit dem modernen Holzbau. Hervorgegangen

ist das Unternehmen aus dem 2002 gegründeten

Ingenieurbüro von Dipl.-Ing. Gregor Prass. Seit der Gründung

der TimberTower GmbH im Jahr 2008 leitet er

gemeinsam mit Dipl.-Volkswirt/Dipl. Sozialökonom Holger

Giebel das Unternehmen.

TimberTower entwickelt, errichtet und vertreibt

Holztürme für Windkraftanlagen der Multimegawatt-

Klasse. Die Holzkonstruktion hat vier unschlagbare Vorteile:

Sie verursacht niedrigere Projektkosten, ist zweitens

leichter zu transportieren, drittens aus einem nachwachsenden

Rohstoff hergestellt und unterstützt viertens die

regionale Wertschöpfung. Der ökonomisch, ökologisch

und sozial effektive Werkstoff ermöglicht Nabenhöhen

von bis zu 165 Metern.

Gregor Prass, einer der beiden Geschäftsführer von

TimberTower: „Unser Holzturm spart bei einer Turmhöhe

von 100 Metern rund 300 Tonnen Stahlblech. Wir verbrauchen

wesentlich weniger Energie bei der Verarbeitung

von Holz, das sogar 400 Tonnen CO 2 bindet statt freizuset-

Die TimberTower gmbh baut in hannover

Marienwerder die weltweit erste Multi-

Megawattanlage auf einem holzturm,

die bis Mitte 2012 in Betrieb gehen wird.

nach vier Jahren Arbeit hatte Timber-

Tower die letzten genehmigungshürden

genommen. Das Produkt ist damit auf

dem Weg zur Serienreife.

zen. Und wir erhöhen die Akzeptanz für Windkraftanlagen,

indem wir mit den Bürgern vor Ort und der lokalen

Bau- und Forstwirtschaft zusammenarbeiten.“ Das Holz

für die TimberTower stammt ausschließlich von nachhaltigen

Holzlieferanten. Verarbeitet wird nur Material mit

einer einwandfreien Herkunft. „Das FSC- und PEFC-Zertifikat

unserer Zulieferer garantiert, dass wir nur Rohstoffe

aus einer ökologisch, ökonomisch und sozial verantwortlichen

Waldwirtschaft verwenden. Wir legen großen Wert

darauf, Stahl und Energie nicht auf Kosten des Baumbestands

zu sparen.“

Der TimberTower erfüllt alle Anforderungen an Versicherbarkeit,

Zertifizierung, Wartung und Brandschutz.

Alle deutschen und österreichischen Partner sind international

tätige Marktführer. Sie sind erfahren in der Herstellung

von Holzelementen und -oberflächen. Gregor Prass:

„Wir garantieren durch die Zusammenarbeit höchs te Qualität

von der Entwicklung bis zur fertigen Anlage und eine

höhere Lebensdauer als bei Stahl. Timber Tower spart

Energie, Geld und Rohstoffe.“

Weitere Informationen unter www.timbertower.de


Der Hüter jüdischer Orgelmusik

eine interkulturelle Begegnungsstätte soll die Villa Seligmann sein. Der jüdische Musikprofessor Andor Izsák

über die Bedeutung synagogaler Musik und seinen lang ersehnten Umzug in die Villa Seligmann.

Es war ein großer Tag für Andor Izsák. Beim Einweihungskonzert

in der Villa Seligmann begrüßte er Anfang Januar hochrangige

Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft, die im prachtvoll

restaurierten Foyer des Hauses den harmonischen Klängen der

Synagogenorgel lauschten. Mit dem Umzug des Europäischen Zentrums

für Jüdische Musik (EZJM) in die Villa Seligmann – eines

der wenigen Überbleibsel des jüdischen Großbürgertums in Hannover

– hat sich für den Hüter und Sammler jüdisch-liturgischer

Musik ein lang gehegter Traum erfüllt. Seit über 20 Jahren kämpft

er bereits für den Erhalt jüdisch-synagogaler Orgelklänge. Lange

hatte er dafür einen geeigneten Ort gesucht. Entdeckt hatte Andor

Izsák die Jugendstillvilla bereits 1992 – kurz nach der Übersiedlung

des von ihm gegründeten Europäischen Zentrums für Jüdische

Musik nach Hannover.

Es sollte allerdings noch einige Zeit dauern, bis der Professor

die 1906 von dem hannoverschen Architekten Hermann Schaedtler

für den jüdischen Continental-Generaldirektor Siegmund Seligmann

erbaute Villa am Stadtwald Eilenriede kaufen konnte. „Erst

2006 gelang es mir, das denkmalgeschützte Gebäude zu bekommen.

Durch private Spenden von Unternehmern und viele kleine

Zuwendungen der Hannoveraner wurde die originalgetreue Restauration

möglich“, schildert der Organist und Dirigent, der 1944

im Budapester Ghetto als Sohn streng orthodoxer Juden zur

Welt kam und wie durch ein Wunder den Holocaust überlebte.

Schon mit 13 Jahren bekam der musisch begabte Andor in der

Budapester Synagoge das Orgelspiel beigebracht. Ab da wuchs seine

Begeisterung für die Klänge jüdisch-synagogaler Orgelmusik aus

RegJO hAnnOVeR KultuR 71

Mit der Villa Seligmann am Stadtwald eilenriede in hannover hat der Sammler und Bewahrer jüdisch-liturgischer Musik, Dr. Andor Izsák, für das

europäische Zentrum für Jüdische Musik ein neues Zuhause gefunden. hier finden inzwischen Konzerte, Tagungen und Ausstellungen statt.

Text: Juliette Rahn Fotografie: Jens Peter Thiessen, Rainer Surrey

der Zeit ab 1810. Bis heute gilt diese als Symbol jüdischer Assimilation

in Europa. Die Liebe zu ihr ist es auch, die ihn 1962 zur Gründung

des Lewandowski-Chores veranlasste, mit dem er bis zum

Auftrittsverbot in Ungarn 1967 synagogale Chormusik aufführte.

Nach der Übersiedlung nach Deutschland gründete Izsák 1988 das

Europäische Zentrum für Jüdische Musik in Augsburg, das sich

seither mit der Dokumentation und Rekonstruktion der jüdischliturgischen

Musik, wie sie bis 1938 in europäischen Sy nagogen

zu hören war, beschäftigt. Seit 1992 ist das EZJM ein Institut der

Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Es hat einen

eigenen Studiengang und den bis heute weltweit einzigen Lehrstuhl

für synagogale Musik.

Mit der Villa Seligmann verbindet der Direktor des EZJM

vor allem seinen Wunsch, eine symbolträchtige Forschungs- und

Begegnungsstätte zu schaffen, wo Studenten und Wissenschaftler

sakrale jüdische Musik erforschen und öffentlich an Interessierte

vermitteln können. Inzwischen finden in der Villa regelmäßig Konzerte

statt. Bald schon wird es dort auch Tagungen und Ausstellungen

geben, die Kulturbegeisterten und Künstlern aus aller Welt

zugänglich sind. „Mein Ziel ist es nicht, jüdische Orgelmusik wieder

in die Synagogen zu bringen, sondern sie als gemeinsames europäisches

Kulturerbe für die Nachwelt zu erhalten“, erklärt der Professor

und verkündet: „Diese Musik stiftet für mich einen ‚neutralen

Boden’, der allen zugänglich ist – ganz gleich welcher Religionszugehörigkeit.

Jeder ist in der Villa Seligmann willkommen.“

Weitere Informationen finden Sie unter www.ezjm.de


Verlag

Journalistische Medien in den Bereichen Print und

Online sind seit Jahren die zentrale Aufgabe und Kernkompetenz

des POLYgO Verlages. Special Interest

Magazine, regionale Wirtschafts- und Kulturmagazine

und der Bereich Corporate Publishing bilden die

drei großen Säulen des Verlages mit Büros in hamburg,

göttingen und hannover. ein netzwerk von

spezialisierten Redakteuren arbeitet in den ver-

schiedenen Projekten. Diese seltene Struktur ermöglicht

es, auch Corporate Publishing mit journalistischem

Schwerpunkt zu realisieren. Mehrwert für den

Leser lautet unser Credo.

Corporate Publishing

gilt als Königsdisziplin unter den Kommunikationskanälen

eines Unternehmens. POLYgO hat sich

in dieser Disziplin auf das hochwertige Magazin-

segment spezialisiert. Überzeugende gesamtkonzepte,

die auch wesentliche erfolgsfaktoren wie Vertriebslogistik,

Anzeigenverkauf, Kooperationen und

Marketing beinhalten, werden auf das individuelle

Kundenprofil zugeschnitten. ein Maßanzug der Kommunikation

– nur durch diese Präzision kann erfolg

entstehen, da nur durch sie spürbare und fühlbare

Authentizität in Richtung Leser transportiert wird.

Publikationen

Mit POLO+10 Das Polo-Magazin und den RegJo Zeitschriften

bringt der Verlag jährlich über 30 Magazine

heraus, die sich an sehr spezifische Zielgruppen wenden

und in ihren jeweiligen Bereichen zur Premiumklasse

gehören. ebenfalls realisiert der POLYgO

Verlag professionelle Unternehmensmedien als hochwirksame

Instrumente für die interne und externe

Kommunikation. hochwertige Print-Magazine oder

Corporate Books, Internetseiten, e-Journale oder

e-Mail-newsletter – POLYgO hat in den vergangenen

Jahren dutzende fachlich fundierter Medien entwickelt,

die dem Anspruch hochwertiger Kunden und Partner

gerecht wurden.

Team

Als Spezialist für Corporate Publishing und Special

Interest deckt POLYgO mit über 25 Mitarbeitern das

gesamte Leistungsspektrum ab: von der Konzeption

über die Redaktion und gestaltung bis hin zur Produktion,

Distribution und Anzeigenrefinanzierung der

Medien. Das Team aus Text- und Bildredakteuren, Art-

Direktoren, Verlags- und Werbekaufleuten, Produk-

tionsexperten sowie auf Kundenmedien spezialisierten

Anzeigenprofis ergänzt sich bei Bedarf um ein etabliertes

netzwerk von Wirtschafts- und Fachredakteuren,

Fotografen, grafikern und Übersetzern. Der Leistungsumfang

wird mit jedem Kunden individuell festgelegt.

+ geschäftsberichte und imagebroschüren

+ Mitarbeiter- und Kundenmagazine

+ regionale Wirtschaftsmedien

ihre ansprechpartner

John D. Swenson • Marketingleitung • 0551 / 50 75 1-16 • swenson@polygo.de

Maurice henin • Corporate Publishing • 040 / 300 67 29 -11 • henin@polygo.de

PolYgo verlag gmbh

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Wir beherrschen die Königsdisziplin:

Corporate

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intern und extern – ihre unternehmensKommuniKation mit

Stil, profeSSionalität

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von polYgo

BCP-Silberpreisträger 2010

RegJo ist gewinner des Silber-Awards im Wettbewerb

um den BCP (Best of Corporate Publishing) 2010 in

der Kategorie B2B Medien / entertainment / Kultur. Weitere

Infos zum Award und den Preisträgern erhalten Sie unter:

www.bcp-award.com

Besuchen Sie uns auch auf www.polygo.de RegJo und Polo+10 erscheinen im PolYgo verlag.


74 SozialeS RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR SozialeS 75

Der Traum vom ganz normalen Leben

Sie leben am Rande der gesellschaft und trotzdem mitten unter uns. Oft bleibt ihnen nicht viel mehr als nur die hoffnung auf

eine bessere Zukunft. RegJo hat Wohnungslose in drei einrichtungen hannovers besucht und sie zu Wort kommen lassen.


76 SozialeS RegJO hAnnOVeR

Christiane Schmid (links im Bild) arbeitet seit elf Jahren im Tagesaufenthalt

„nordbahnhof“. Die einrichtung ist einmalig in niedersachsen.

Als einzige öffnet sie abends, sonntags und feiertags.

RegJO hAnnOVeR SozialeS 77


78 SozialeS RegJO hAnnOVeR

Thomas heling ist Leiter des seit 1995 bestehenden Wohnheims für wohnungslose

Drogenabhängige. Die STeP-Übergangseinrichtung erhält auslastungsabhängig

Pflegesätze für ihre Leistungen von der Region und Landeshauptstadt hannover.

RegJO hAnnOVeR SozialeS 79


„dIe strasse wIrd Man eInfach nIe Mehr los.

sIe Verfolgt dIch eIn ganzes leben lang.“ Wolle, 31

„wIr Müssten wIrklIch nIcht so ruMlaufen,

wenn wIr angeMessene hIlfe bekoMMen würden,

dIe eIne wIrklIche chance darstellt.“ Volkan, 48


„dIe MeIsten leute beMItleIden MIch. nIeMand

aber sagt Mal: hey Ich hör MIch Mal uM, ob

beI uns IM haus nIcht eIne wohnung freI Ist.“

Jörg, 49

Text: Juliette Rahn Fotografie: henning Bode

Sie übernachten in Hauseingängen, Notunterkünften und gehören

zum Straßenbild jeder großen Stadt: Wohnungslose. Wie viele sich

genau in dieser Notlage befinden, weiß niemand. Bis heute gibt es

keine bundeseinheitliche Wohnungsnotfall-Berichterstattung. Die

Bundesarbeitsgemeinschaft für Wohnungslosenhilfe e.V. (BAG W)

schätzte ihre Zahl 2010 auf 22.000 – rund ein Fünftel unter ihnen

sind unter 25. Wie geht Hannover mit Menschen um, denen oft

nicht viel mehr bleibt als die Hoffnung auf eine bessere Zukunft?

Auch wenn die Region Hannover selbst keine eigenen Einrichtungen

bereitsstellt, ist sie mit privaten Leistungsträgern gut aufgestellt.

Ein Blick hinter die Kulissen führt RegJo Hannover in den

Norden der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Rund 20 private leistungsträger bieten ein breit aufgestelltes

ambulantes und stationäres angebot für hilfsbedürftige.

Ein verklinkertes rotes Mehrfamilienhaus in der Bachstraße, einen

Katzensprung entfernt vom Engelbosteler Damm. Dieser teilt die

Nordstadt in eine familienfreundliche und eine sozial schwache

Wohngegend. In letzterer liegt auch die Übergangseinrichtung

Bachstraße für wohnungslose Drogenabhängige. Kaum ein Auto

kommt hier vorbei. Oben an den Fenstern hängen Landesfahnen

– einige der wenigen persönlichen Habseligkeiten der 17 vorübergehenden

Bewohner des Hauses. „Bereits vor über 20 Jahren gab

es hier eine ähnliche Einrichtung“, berichtet der Einrichtungsleiter

des Wohnheims, Thomas Heling. Seit 1990 arbeitet er bei

der STEP-Hannover, einer gemeinnützigen Gesellschaft mbH und

einer Gesellschaft des Paritätischen Niedersachsen e.V. Während

seiner Arbeit ist er oft mit tragischen Ereignissen wie Verelendung,

Krankheit und Tod konfrontiert. Hin und wieder erlebt er hier aber

auch Momente, die ihn bestärken. „Vor einigen Tagen traf ich einen

ehemaligen Bewohner unserer Einrichtung. Dieser berichtete mir

stolz, dass er jetzt drogenfrei sei, eine Wohnung und sogar einen

Job habe“, berichtet Heling. Auch Mirco und Ole wohnten Anfang

des Jahres noch in der Bachstraße. Der 26-jährige Mirco kam kurz

RegJO hAnnOVeR SozialeS 83

vor Weihnachten hierher. Eineinhalb Jahre hat der gebürtige Italiener

auf der Straße verbracht – das war in Frankfurt, seiner Heimatstadt.

Die erste Erfahrung mit Drogen macht er mit 13. Als seine

drogenabhängige Mutter ins Gefängnis kommt, beginnt für ihn die

Reise durch verschiedene Heime mit vorübergehenden Aufenthalten

im Jugendstrafvollzug. Schließlich zieht es ihn nach Hannover,

wo er seine Freundin kennenlernt. Beide verbindet ein gemeinsames

Kind. Nach der Trennung von ihr verlässt er die gemeinsame

Wohnung – nur mit einer Reisetasche im Schlepptau.

„Als erstes bin zur Bahnhofsmission. Dort konnten sie mir

nicht weiterhelfen, dafür aber im Kontaktladen „Mecki“. Gemeinsam

mit einem Sozialarbeiter habe ich dann in der Bachstraße

angerufen. Innerhalb eines Tages konnte ich mich hier vorstellen“,

berichtet Mirco und stellt fest: „Hier ist es ja noch schön. Es gibt

bedeutend schlechtere Plätze für uns.“ Auch Ole nickt energisch.

„Oh ja, es könnte sehr viel schlimmer sein. 90 Prozent der Einrichtungen

sind anders. Hier merkt man einfach, dass die Leute dir

helfen wollen“, beteuert der 32-Jährige und macht es sich auf Mircos

Bett etwas bequemer. In den Zweibettzimmern hat jeder einen

kleinen Schrank und die Wand über dem Bett, die er so individuell

wie möglich gestalten darf. Viel Platz bleibt da nicht. Das stört

die beiden jungen Männer aber nicht. Ole ist bereits zum zweiten

Mal hier und seit einiger Zeit „clean“. Auch er hat früh mit den

Drogen angefangen. „Meine Mutter war bereits drogenabhängig.

Sie ist gestorben, als ich 18 war“, berichtet er traurig. Gern würde

Ole auch einen Hausmeisterjob in der Bachstraße annehmen, um

bleiben zu dürfen. Doch nach drei Monaten ist Schluss. Im März

mussten die beiden das Haus verlassen. Bis dahin stand damals

noch einiges an: eine bezahlbare Wohnung finden und vielleicht

sogar einen Job. Eine andere Einrichtung kam für Mirco, der noch

immer den Heroin-Ersatzstoff Methadon nimmt, nicht in Frage:

„Ich werde nicht in andere Einrichtungen gehen. In einigen stürzt

man dann erst richtig ab. Links am Eingang gibt es Heroin zu

kaufen und rechts Kokain.“ Der Kontaktladen „Mecki“, der Mirco

kurz vor Weihnachten in die Bachstraße vermittelte, hilft Woh-


nungslosen bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben. Seit 1985

gibt es diese Einrichtung des Diakonischen Werkes in Hannover.

Die Anlauf- und Vermittlungsstelle für alleinstehende wohnungslose

Frauen und Männer – so heißt es auf dem Schild an der Eingangstür

– befindet sich auf dem Raschplatz, an der Rückseite des

Hauptbahnhofs. Hin und wieder kommen Leute herein, die optisch

nicht ganz hierher passen. Sie bringen Säcke voller Kleidung, die

kurze Zeit später von Sozialarbeitern verteilt wird. „Ralf – schau

doch mal, der Pullover wäre doch was für dich?“, fragt Veronika

Horn, eine zierliche Frau mit freundlichem Gesicht, einen hageren

Mann mit Schnurrbart. In einem kleinen Nebenzimmer, das mit

einer Plastikschiebetür abgegrenzt ist, sitzt eine Ärztin und behandelt.

Der Andrang ist groß. Jeder will die Chance nutzen, um seinen

Schmerzen Linderung zu verschaffen. Diese Szenen kennt auch

Dr. Anneli Heidenreich, die seit 2005 ehrenamtlich für die Caritas

Straßenambulanz tätig ist: „Die Menschen, denen ich helfen

konnte, sind sehr dankbar. Ein Wohnungsloser hat mir als Dankeschön

einmal in der Küche der Caritas Grünkohl gekocht.“

Der Tagesaufenthalt „Nordbahnhof“ für wohnungslose und

arme Menschen wird zwei Mal wöchentlich von der Caritas Hilfe,

die dort medizinische Erstversorgung anbietet, angefahren. „Früher

war geplant, die Menschen damit wieder an das medizinische

Versorgungssystem heranzuführen. Leider hat das nicht funktioniert“,

stellt Christiane Schmid vom Nordbahnhof fest. Die Gründe

für das Scheitern liegen laut Dr. Anneli Heidenreich darin, dass

die Hemmschwelle vieler Wohnungsloser durch Praxisgebühren,

Terminvereinbarung und Angst vor Diskriminierung zu hoch ist,

um medizinische Einrichtungen aufzusuchen. „Es kann ja nicht

Falk, 26: „Wenn man sich das endprodukt

einer gescheiterten gesellschaft anschaut –

den Penner, den Junkie, den Alkoholabhängigen

– ist man eigentlich trotz der angebotenen

hilfe gar nicht mehr integrationsfähig.“

richtig sein, dass jährlich bis zu 2.700 Behandlungen kostenlos

allein durch die Ärzte der Caritas Straßenambulanz erfolgen

und ihre Zahl stetig steigt“, beobachtet die Ärztin und fordert:

„Wichtig wäre die Abschaffung der Praxisgebühren und der Zuzahlungen

für Menschen mit besonders geringem Einkommen, aber

auch der Ausbau von psychiatrischen Versorgungsangeboten in

Praxen und Unterkünften.“

die Selbsthilfe für Wohnungslose e.v. bietet noch einen tagesaufenthalt

für frauen und einen für alkoholkranke an.

Seit Oktober 2008 liegt der Tagesaufenthalt Nordbahnhof, der

sich aus Mitteln des Landes Niedersachsen, der Region und

Stadt Hannover sowie aus Spenden und Kirchenkollekten finanziert,

am Engelbosteler Damm. Direkt am Eingang befindet sich

eine Theke mit Barstühlen. Schlauchartig geht es in die hinteren

Räume – vorbei an einem mit Glas abgetrennten Raucherraum.

Dort befinden sich zwei Computer mit Internetanschluss und ein

Kickertisch. Eine ältere, sehr kleine Dame mit schneeweißem Haar

verteilt – an einem Kleiderbügel aufgereiht – Gürtel in den verschiedensten

Größen. Auf der Fensterbank stehen Körbe mit Äpfeln,

Brot und Mandarinen. Zwölf Menschen arbeiten hier – teilweise

auf 1-Euro-Basis, aber auch ehrenamtlich. „Ohne die vielen Helfer,

die uns beim Küchen-, Kleidungs- und Waschdienst unterstützen,

könnten wir soziale Hilfe in dieser Form gar nicht leis ten“,

berichtet Schmid. Das bestätigt auch Petra Tengler von der Selbsthilfe

für Wohnungslose e.V., dem Trägerverein des Tagesaufenthaltes

Nordbahnhof: „Natürlich herrschen Engpässe in der professionellen

guido, 43: „es gibt viele Leute die

schauen – einige auch arrogant.

Darauf gebe ich nichts, die schau

ich dann auch nicht an. Irgendwann

ignoriert man sie ganz automatisch.“

Betreuung. An einigen Tagen kommen bis zu 200 Wohnungslose

in den Nordbahnhof. Nur zwei ausgebildete Sozialarbeiter sind für

deren Betreuung vom Land vorgesehen“, so Tengler. Ein Problem,

das Viktoria Horn vom Mecki-Laden kennt: „Ehrenamtliche Helfer

sind mit dieser Form der Arbeit häufig überfordert. Professionelles

Fachpersonal wird gebraucht.“ Neben dem Betreuungsproblem

sind es aber vor allem auch gesellschaftliche Vorurteile, die

den Gestrandeten den Wiedereinstieg erschweren. „Generell sind

ihre Probleme oftmals so komplex, dass sie von einzelnen Einrichtungen

gar nicht bewältigt werden können“, beobachtet Heling von

der STEP und gibt zu bedenken: „Beispielsweise ist auch der Zugang

zu preisgünstigem Wohnraum für viele Wohnungslose gar nicht da.

Hier müssten vor allem begleitende Hilfen mit einem verbesserten

Angebot einhergehen.“

Ole und Mirco wissen, wovon Sozialpädagoge Thomas Heling

spricht. Ihnen ging es damals ähnlich. Jeden Samstag und Mittwoch

durchkämmten die beiden die Wohnungsanzeigen der lokalen Zeitungen.

Wie verrückt wurde dann telefoniert. „Die Suche ist schwierig.

Ohne Job und wenn man dann noch sagt, dass man aus einem

Wohnheim kommt, ist es für die meisten Vermieter schon erledigt“,

erzählt Ole. Auch die Jobsuche gestaltet sich für Ole und Mirco alles

andere als einfach. Dass weiß auch Christiane Schmid. Im Nordbahnhof

arbeiten seit vielen Jahren Wohnungslose. „Die Mitarbeit

bietet ihnen die Möglichkeit, alte Fähigkeiten wiederzuentdecken

– was sehr wichtig ist nach einem langen Leben auf der Straße“,

verdeutlicht Schmid. Dem Diakonischen Werk Stadtverband Hannover

ist dieses Problem bekannt. „Engpässe bestehen besonders

in der längerfristigen persönlichen Unterstützung und Beratung

der Klienten und in der Personalausstattung der Tagesaufenthalte“,

weiß Gottfried Schöne von der Diakonie Hannover.„Besser wäre

eine stärkere Betonung präventiver Hilfen, die bei drohendem Wohnungsverlust

nachhaltig wirken, und eine engere Verzahnung der

kommunalen Obdachlosenhilfe mit dem Angebot der freien Wohlfahrtspflege“,

fordert er und erklärt: „Gerade der Teufelskreis ‚ohne

Arbeit keine Wohnung – ohne Wohnung keine Arbeit’ macht das

Problem deutlich.“ Aus diesem Grund spricht sich auch Petra Tengler

klar für eine umfassendere Einzelbetreuung aus: „Die Wohnungslosen

müssen an die Hand genommen und begleitet werden. Allein

können sie ihre Interessen nicht durchsetzen. Der personelle Aufwand

ist beträchtlich, aber lohnend“, ist sich Petra Tengler sicher.

„eine personelle aufstockung von ausgebildeten Sozialarbeitern

wird derzeit mit der Region verhandelt“, so Petra tengler.

Personelle Engpässe sind das eine, vielleicht kann aber auch jeder

Einzelne in der Gesellschaft diesen ganz persönlichen Schicksalen

ein Stück weit die Angst vor Diskriminierung nehmen. Denn nur

integrative Maßnahmen können sie bestärken, den ersten Schritt

in die Gesellschaft zu wagen. „Es ist allemal hilfreicher, den Blick

auf die Situation des Einzelnen zu richten und zu fragen wie wir

gesamtgesellschaftlich und politisch Verbesserungen erreichen können

als darauf, wer die Schuld daran trägt“, betont Christiane Kemper

vom Caritas-Verband Hannover. Bleibt nur zu hoffen, dass auch

Ole und Mirco bei ihrer Wohnungssuche auf diese Art von Menschen

getroffen sind, um ihrem großen Traum von einem ganz normalen

Leben, näher zu kommen.


Hannover

Congress Centrum

Schirmherrschaft

Dr. Kristina Schröder

Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Deutscher

Fürsorgetag

8. – 10. Mai 2012

Ohne Bildung

keine Teilhabe

Von der frühen Kindheit bis ins hohe Alter

www.deutscher-fuersorgetag.de

S P O R T

Zeichen setzen

Der hannoversche Sucht- und Jugendhilfeträger

STeP lädt zum 9. AntiSuchtLauf.

Unter dem Motto „Laufen für ein gesundes

Ich“ veranstaltet der hannoversche Sucht-

und Jugendhilfeträger STEP gGmbH am 22.

Mai 2012 den 9. AntiSuchtLauf. „Sucht ist

ein Thema der Gesellschaft“ ist dabei die

zentrale Botschaft. Neben dem sechs Kilometer

langen Lauf um den Maschsee stellt

die STEP zahlreiche Infos über Hilfsangebote

zum Thema Sucht bereit. Seit 1971

engagiert sich diese in allen Bereichen der

Suchthilfe für Suchtgefährdete.

Start und Ziel des Laufs ist das Denkmal

des Fackelläufers am Nordufer. Das

Startgeld beträgt für Erwachsene 10 Euro

– für bis 18-Jährige 5 Euro. Zum Rahmenprogramm

gehört auch eine Tombola, an

der alle Laufenden automatisch teilnehmen.

„Jeder Teilnehmer erhält ein Laufshirt“,

bestätigt Stephanie Schünemann

von der STEP und erklärt: „Die STEP freut

sich jedes Jahr über die hohe Teilnehmerzahl

am AntiSuchtLauf. Es ist enorm wichtig,

das Thema Sucht in breiter Öffentlichkeit

zu etablieren. Denn nur wenn wir die

Menschen erreichen, können wir frühzeitig

und gezielt Hilfen einsetzen.“ JR

Weitere Infos unter www.step-hannover.de

oder unter www.antisuchtlauf.de

S O Z I A L e S

Bilder: STeP ggmbh, Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V.

RegJO hAnnOVeR magazin 87

Wohin entwickelt sich die Gesellschaft?

Beim 79. Deutschen Fürsorgetag in hannover diskutieren über 1.500 expertinnen und

experten vom 8. bis zum 10. Mai Lösungen für gesellschaftliche herausforderungen.

Dem Sozialen eine gewichtige Stimme

geben: Dieses Ziel verfolgt der alle drei

Jahre stattfindende Deutsche Fürsorgetag.

Auf Einladung der Landeshauptstadt

und des Landes Niedersachsen findet der

79. Fürsorgetag vom 8. bis 10. Mai 2012

in Hannover statt. Damit ist die Stadt zum

vierten Mal Gastgeber des Fürsorgetages,

der 2012 unter dem Motto „Ohne Bildung

keine Teilhabe – von der frühen Kindheit

bis ins hohe Alter“ stattfindet.

„Eine Gesellschaft lebt davon, dass

möglichst viele Menschen an ihr teilhaben

können und möglichst wenige ausgeschlossen

werden. Bildung ist essenziell

für das menschliche Dasein und Teil eines

würdevollen Lebens. Sie ist damit Grundvoraussetzung

für Teilhabe. Daher muss

Bildung allen Menschen unabhängig von

Alter oder sozialer Herkunft ermöglicht

werden“, erläutert Michael Löher, Vorstand

des Deutschen Vereins für öffentliche

und private Fürsorge e.V. und Veranstalter

des Deutschen Fürsorgetags. Wie

das gelingen kann und welche Voraussetzungen

notwendig sind, wird in zahlrei-

chen Plenumsvorträgen und Symposien

sowie 40 Workshops und Fachvorträgen

mit Expertinnen und Experten aus allen

Bereichen der Sozialpolitik, des Sozialrechts

und der sozialen Arbeit diskutiert.

An den Plenumsveranstaltungen werden

neben der Schirmherrin des Kongresses

Bundesfamilienministerin Dr. Kristina

Schröder auch Ministerpräsident David

McAllister sowie der Kultusminister des

Landes Niedersachsen Dr. Bernd Althusmann

und Oberbürgermeister Stephan

Weil teilnehmen. Das Themenspektrum

des Kongresses reicht von frühen Hilfen

und frühkindlicher Bildung über das

Bildungs- und Teilhabepaket bis hin zur

Qualifizierung von Fachkräften, inklusive

Bildung, lebenslangem Lernen und aktivem

Altern.

In der Niedersachsenhalle und der

Glashalle des Hannover Congress Centrum

(HCC) findet der „Markt der Möglichkeiten“

statt. Über 50 Institutionen, Vereine,

Initiativen, Hochschulen und Unternehmen

informieren dort über ihre Arbeit zu

Bildung und Teilhabe. JR

Der Besuch des „Marktes der Möglichkeiten“ und die parallel zum Kongress stattfindende

erlebnismesse „SeniorA“ ist kostenfrei. Weitere Infos unter www.deutscher-fuersorgetag.de


88 KultuR RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR KultuR 89

Bild: fitz+skoglund agents

Bild links: Regisseur Max Zähle. Bilder oben (v.l.n.r.): Schauspieler Wotan Wilke Möhring mit Krish gupta, der den fünfjährigen Raju spielt;

Raju wird dem deutschen ehepaar als Waisenjunge übergeben; Sin huh (Kamera), Max Zähle (Regie) und Stefan gieren (Creative Producer)

realisierten „Raju“ 2010 als Abschlussfilm der hamburg Media School; Max Zähle bei den Dreharbeiten zu „Raju“ in Kalkutta.

Ein Hannoveraner in Hollywood

Mit seinem preisgekrönten Kurzfilm „Raju“ war Regisseur Max Zähle auch für den Oscar nominiert. Zwar hat

es mit der begehrten Filmtrophäe nicht geklappt, doch bereits die nominierung war für Zähle eine große ehre.

Text: Katrin Langemann

Bronzener Studenten-Oscar 2011 in der Kategorie „Ausländischer

Film“, Bester ausländischer Film beim Kurzfilmfestival 2011 in Los

Angeles – die Liste der Auszeichnungen ließe sich schier unendlich

fortführen. Absoluter Höhepunkt dann die Oscar-Nominierung:

Als einer von fünf aus insgesamt 107 Bewerbungen war „Raju“

in der Kategorie „Bester nicht-animierter Kurzfilm“ / „Short Film

(Live Action)“ für den Oscar nominiert. Eine Sensation für den Filmemacher

aus Hannover.

Dass es mit dem Goldjungen dann doch nicht geklappt hat,

nimmt Max Zähle gelassen: „Als die sechs „Bridesmaids“ auf der

Bühne den goldenen Umschlag öffneten und „The Shore“ vorlasen,

war die Stimmung schon einen Augenblick gedämpft. Aber

wirklich nur für einen kurzen Moment. Dass wir überhaupt nominiert

worden sind, war eine riesige Überraschung. Wir haben uns

am Anfang als echte Außenseiter gefühlt und durften uns später

sogar Chancen ausrechnen. Es gibt also allen Grund zu feiern.“

Nach „Der Untermieter“ und „Wattwanderer“ – beide ebenfalls

mehrfach ausgezeichnet – ist „Raju“ Max Zähles dritter Kurzfilm.

Den Abschlussfilm der Hamburg Media School realisierte er 2010

zusammen mit Sin Huh (Kamera) und Stefan Gieren (Creative Producer).

In „Raju“ thematisiert Zähle das Problem des illegalen Kinderhandels

in Indien und erzählt die Geschichte des gleichnamigen

fünfjährigen Jungen, der von einem deutschen Ehepaar adoptiert

wird. Als er spurlos verschwindet, machen sich die Deutschen auf

die Suche nach dem Kind und finden Erschreckendes heraus: Raju

ist kein Waisenkind, sondern wurde seinen Eltern weggenommen,

um an wohlhabende westliche Ausländer verkauft zu werden.

Dem Film wurde weltweit große mediale Aufmerksamkeit

zuteil. Durch die Dreharbeiten und weiterführenden Recherchen

indischer Journalisten schlug der 25-Minüter in Indien so

hohe Wellen, dass sogar zwei unseriöse Kinderheime geschlossen

wurden mussten.

Geboren im September 1977 in Hannover, wuchs Max Zähle

in Celle auf und zog nach seinem Abitur nach Hamburg. Dort

sammelte er zahlreiche Erfahrungen in der Filmbranche und

war unter anderem als Videooperator, Cutter sowie Regieassistent

tätig. Gleichzeitig begann er, Kurzfilme zu inszenieren und absolvierte

sein Studium an der Hanseatischen Akademie für Marketing

und Medien. Von 2008 bis 2010 studierte Zähle an der

Hamburg Media School, wo als Abschlussfilm „Raju“ entstand.

Heute lebt das Regie-Talent in der Hansestadt und arbeitet aktuell

an seinem ersten Film in Spielfilmlänge.

Weitere Informationen über Max Zähle und seine Projekte

finden Sie im Internet unter www.maxzaehle.net

Der Kurzfilm „Raju“ im Internet: www.raju-film.com

Bilder (4): hamburg Media School


90 teChniK & WiSSenSChaft RegJO hAnnOVeR RegJO hAnnOVeR teChniK & WiSSenSChaft 91

Untergetaucht

Am Unterwassertechnikum in hannover können sich Berufstaucher mit Schweißerfahrung zum

Unterwasserschweißer ausbilden lassen. Der Lehrgang ist in seiner Art einzigartig in Deutschland.

Text: Katrin Langemann Fotografie: UWTh

„Mit Karibik oder Malediven hat das Ganze nichts zu tun“, stellt

Dipl.-Ing. Walter Henz von der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt

(SLV) Hannover gleich von Anfang an klar. In letzter

Zeit bekommt Henz vermehrt Anfragen zur Ausbildung zum

Unterwasserschweißer. Doch die meisten muss er erstmal auf den

Boden der Tatsachen zurückholen. „Das Schweißen unter Wasser

zählt zu den anspruchsvollsten und schwierigsten schweißtechnischen

Tätigkeiten und fordert ein Höchstmaß an Konzentration

und fachlichem Können. Einsatzort sind zudem meist trübe, kalte

Gewässer, in denen man kaum die Hand vor Augen sieht, oder auch

mal Arbeiten im Klärbecken.“

Derzeit gibt es nach groben Schätzungen nur rund 50 bis 60

Unterwasserschweißer in Deutschland. Mit Großprojekten wie

dem Jade-Weser-Port und Offshore-Windenergieanlagen ist für die

Zukunft von einem steigenden Bedarf auszugehen. Henz erklärt:

„Für Neubauten werden Unterwasserschweißer in der Regel nicht

eingesetzt, denn was im Trockenen gemacht werden kann, wird

aus sicherheitstechnischen Gründen auch an Land realisiert.

Doch wir wissen nicht, was nach zehn bis 20 Jahren Betrieb

ist oder was bei einer Havarie eines Schiffes mit einem der Windräder

auf hoher See passiert.“ Zurzeit sind Unterwasserschweißer

vor allem im Binnenland tätig. Zum Beispiel wenn ein Schiff

die Spundwände in den Kanälen und Wasserstraßen gerammt

hat und dadurch Risse oder Löcher entstanden sind. Quasi alle

Schweißarbeiten unterhalb der Wasseroberfläche müssen von den

Spezialisten durchgeführt werden.

Ausgebildet werden die doppelte Experten – Unterwasserschweißer

sind Taucher und Schweißer in einer Person – von der

SLV Hannover in Kooperation mit dem Unterwassertechnikum

(UWTH) in Hannover. Der Lehrgang ist in seiner Art einzigartig

in Deutschland. Zwar bilden auch die Bundeswehr und die Wasser-

und Schifffahrtsämter Taucher für den eigenen Bedarf aus,

doch nur in Hannover findet der Lehrgang nach einer europäisch

zugelassenen Richtlinie (DVS-EWF 1186) statt. Thomas Hassel, Leiter

des UWTH erklärt die Besonderheiten des Unterwasserschwei-


ßens: „Verglichen mit dem Schweißen an Land kommen

unter Wasser weitere Schwierigkeiten hinzu. Zum einen ist

die Bewegungsfreiheit unter Wasser eingeschränkt. Aber

auch die Wassertiefe, Strömung, zum Teil fehlende Sicht

sowie Kälte und wenig gut handhabbare Werkzeuge stellen

den Unterwasserschweißer vor Herausforderungen. Beim

Schweißen unter Wasser müssen sehr kontrollierte, regelmäßige

Bewegungen mit der Elektrode ausgeführt werden,

damit der Lichtbogen nicht ausgeht. Das ist nicht ganz einfach.“

Eine fundierte Ausbildung ist daher das A und O.

Am Hannoveraner Unterwassertechnikum kann sich

jeder Berufstaucher mit Erfahrung im E-Handschweißen

an der Luft zum Unterwasserschweißer ausbilden lassen.

Auf dem Lehrplan stehen neben Schweißen die Themen

Arbeitssicherheit, elektrische Gefährdung, Werkstoffkunde,

Schweißnaht-Qualitätssicherung, Schweißverfahrenstechnik,

Konstruktion sowie praktische Übungen im

etwa vier Meter tiefen Wasserbecken des UWTH. Der Erstlehrgang

dauert drei Wochen, alle zwei Jahre muss das

Wissen und die Handfertigkeit in einem einwöchigen Wiederholungskurs

aufgefrischt werden. Rund 1.000 Elektro-

RegJO hAnnOVeR teChniK & WiSSenSChaft 93

Links oben: Absauganlage für die gase, die im Wasser beim

Schweißen entstehen. Links unten: In dem etwa vier Meter

tiefen Wasserbecken des Unterwassertechnikums üben

die angehenden Unterwasserschweißer die Schweißnähte.

Rechts: Unterwasserschweißer in voller Montur. Die komplette

Ausrüs tung wiegt zwischen 35 und 50 Kilogramm.

den verschweißt jeder Lehrgangsteilnehmer – wertvolles

Auswertungsmaterial für die Wissenschaftler am Unterwassertechnikum.

Zurzeit werden dort neue Unterwasserelektroden

entwickelt, die auch in größerer Tiefe bis 45

Metern angewendet werden können. Die derzeit zugelassenen

Elektroden haben nur einen maximalen Einsatzbereich

von bis zu 20 Metern Tiefe.

Neben der Ausbildung zum Unterwasserschweißer

gehören die Entwicklung von Schneidtechnologien für den

Rückbau kerntechnischer Anlagen, das Schweißen für den

Schiffbau, das Entschichten und Reinigen mit Trockeneis

bis hin zum Wasserstrahlschneiden von menschlichen

Knochen für die Orthopädie zu den Aufgaben des Unterwassertechnikums.

Angesiedelt ist das Unterwassertechnikum

am Institut für Werkstoffkunde des Produktionstechnischen

Zentrums der Leibniz Universität Hannover (PZH),

einem der bedeutendsten Forschungszentren für Produktionstechnik

bundesweit sowie auch international.

Weitere Informationen im Internet unter www.iw.uni-hannover.de

und www.pzh-hannover.de


94 gesundheit regjo hannover regjo hannover gesundheit 95

Das perfekte Büro?

Spartanisch? Üppig? ergonomisch? Stylisch? oder beides? Der arbeitsplatz ist einer

der wichtigsten orte, an dem Menschen einen großteil ihrer Zeit verbringen. Die richtige

gestaltung spielt eine zentrale rolle. Die regjo-expertenrunde macht den Bürocheck.


96 gesundheit regjo hannover regjo hannover gesundheit 97

Design versus ergonomie? Innenarchitekt julian Meyer (links)

und Physiotherapeut Christian Benekendorff, der in hannover

seine Praxis physiomedico hat, diskutieren über den höhenverstellbaren

Tisch im Büro von Lars Schwarzer.


98 gesundheit regjo hannover regjo hannover gesundheit 99

höhenverstellbare Tische, ergonomische

Sitzmöbel und ein ausgefeiltes Lichtkonzept

schaffen in den räumen der gebertshan Satz

und repro gmbh optimale arbeitsbedingungen.

Wurde ergonomie noch bis vor einigen

jahren alles andere als mit Ästhetik und

Design assoziiert, gehören „form & function“

heute nahezu untrennbar zusammen.


Text: Stefanie Stüting Fotografie: Marco Bühl

Lars Schwarzer ist der Schmerz immer noch anzusehen,

wenn er sich an jene Monate vor fünf Jahren zurückerinnert.

Diagnose: Bandscheibenvorfall. Für den gerade mal

43-jährigen ehemaligen Leistungssportler eine Hiobsbotschaft.

„Bevor die Arbeit immer mehr und mehr wurde,

habe ich intensiv Volleyball gespielt – irgendwann blieb

keine Zeit mehr dafür“, sagt der Inhaber und Geschäftsführer

von Gebertshan Satz und Repro GmbH. Was dann folgte,

kennen seine Leidensgenossen mit derselben Diagnose aus

dem Eff eff: Physiotherapie, Akupunktur, Gymnastik. „Ich

habe mich für den langen, konservativen Weg ohne Operation

entschieden. Heute bin ich weitestgehend schmerzfrei.“

An seiner Büroeinrichtung ist Lars Schwarzers Entscheidung

nicht spurlos vorbeigegangen. „Natürlich macht

man sich nach so einer Erfahrung Gedanken darüber, wie

man die Räume und Arbeitsplätze, in denen man die meis te

Zeit seines Lebens verbringt, gestaltet.“ Höhenverstellbare

Tische, ergonomische Sitzmöbel und ein ausgefeiltes Lichtkonzept

schaffen in den Räumen der Gebertshan Satz und

Repro GmbH jetzt optimale Arbeitsbedingungen. Wurde

Ergonomie noch bis vor einigen Jahren alles andere als

Das Thema Prävention ist bei vielen

Menschen schon im Kopf und auch in der

Umsetzung angekommen, darin sind sich

der Innenarchitekt und der Physiotherapeut

einig. Benekendorff: „Wichtig ist das gezielte

Bewegen und Kräftigen, die haltung zu

beachten, aber auch mal Dinge zu tun,

die einem einfach Spaß machen.“

regjo hannover gesundheit 101

mit Ästhetik und Design assoziiert, gehören „form & function“

heute nahezu untrennbar zusammen. RegJo hat den

Physiotherapeuten und Inhaber von physiomedico, Christian

Benekendorff, den Innenarchitekt Julian Meyer sowie

den Geschäftsführer des Möbelhauses und Büroausstatters

office 360 GmbH, Stefan Blahak, gefragt, wie Gesundheit

und Stil heute zusammengehen.

der Mensch ist das größte Kapital: immer mehr Arbeitgeber

investieren in die gesundheit ihrer Mitarbeiter.

Vor allem die Wertschätzung der Mitarbeiter als kostbares

Kapital einer Firma habe unter dem heraufziehenden

Sturm des „Fachkräftemangels“ in den vergangenen Jahren

zugenommen, sagt Christian Benekendorff: „Die Wahrnehmung

der Unternehmen ändert sich langsam zum Positiven.

Mehr und mehr Arbeitgeber zeigen Interesse, in die

Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu investieren. Vielen wird

bewusst, dass der Mensch das größte Kapital ist und dass die

Kosten höher sind, wenn ein Kollege längerfristig ausfällt.

In der heutigen Zeit werden Mitarbeiter an ein Unterneh-


Bürolampe des Büroausstatters office 360 gmbh in hannover.

neben den vorteilen für den Menschen birgt die auswahl des

richtigen Lichts beziehungsweise der richtigen Leuchten auch

im ökonomischen Bereich vorteile.

men gebunden, indem man sich auch in Sachen Gesundheit

um sie kümmert – so etwas zieht auch neue, qualifizierte

Fachkräfte an.“ Innenarchitekt Julian Meyer kann

das bestätigen. Privathäuser und große Büros hat er bereits

ausgestattet. Derzeit ist sein Wissen häufig bei der Einrichtung

von Krankenhäusern gefragt. „Das Bewusstsein für

Gesundheit am Arbeitslatz steigt merklich. Wo früher Stuhl

und Tisch standen, diskutiert die Branche heute über Kommunikationsinseln,

Konferenzsituationen, Einzelarbeitsplätze

und Stehtische.“ Natürlich, so Meyer, gebe es dabei

immer wieder Unternehmen, die als Pioniere vorangingen

und sich auch durch ihr Interieur am Markt platzieren und

kreative Köpfe anziehen. „Google gilt in dieser Hinsicht ja

als das beste Unternehmen der Welt. Dort gibt es Ruhezonen,

Bereiche, in denen Kopfhörer von der Decke hängen

oder Tischtennisplatten stehen. Ein kreatives Milieu,

in dem große Ideen entstehen sollen.“

In Richtung potenzieller Mitarbeiter lautet die Botschaft:

Wir zahlen nicht nur gut, sondern bieten unseren

Leuten auch die allerbesten Arbeitsbedingungen. Das zieht.

Aber auch ohne sich „den letzten Schrei“ in den Büroalltag

regjo hannover gesundheit 103

zu holen, lässt sich einiges für die Leistungsfähigkeit und

Gesundheit der Mitarbeiter tun. Und dazu gehören keinesfalls

nur Stuhl und Tisch – auch das Licht spielt eine entscheidende

Rolle für das Wohlbefinden am Arbeitsplatz.

Aus dem falschen einsatz von Licht und Leuchten

resultieren viele gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Stefan Blahak, Geschäftsführer der office 360 GmbH, ist

Experte für Büroeinrichtungen. Auch wenn bis heute die

Wirkung von Licht auf den menschlichen Biorhythmus

nicht vollständig erforscht ist, kann er eines mit Sicherheit

sagen: Licht beeinflusst die biologischen Vorgänge im Körper

und wirkt sich in vielfältiger Weise auf die Gesundheit

und das Wohlbefinden eines jeden Menschen aus. Während

des Tages verändert das Licht permanent seine Intensität

und Farbe und beeinflusst damit die körperliche Aktivität.

„Aus dem falschen Einsatz von Licht und Leuchten

resultieren eine ganze Bandbreite gesundheitlicher Beeinträchtigungen

wie Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen.

Auch Konzentrationsschwäche, Müdigkeit und Unausgegli-


Wohlfühlen

Design, das bewegt.

Bewegung, die sitzt.

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chenheit lassen sich auf falsche Beleuchtung zurückführen.

Gerade am Arbeitsplatz stellt sich daher die Frage, wie sich

Leistungsfähigkeit, Stimmung und Wohlbefinden der Mitarbeiter

durch individuelle und praktikable Beleuchtungskonzepte

verbessern lassen.“

Auch Christian Benekendorff spricht von der direkten

Beeinflussung von Psyche, Belastbarkeit, Motivation,

Teamfähigkeit, letztendlich aber auch Kundenzufriedenheit,

Produktivität, Arbeitsplatzzufriedenheit und Atmo -

s phäre durch die richtige Gestaltung eines Büros. Die häufigsten

Fehler kennt er aus seiner Praxis als Physiotherapeut

nur zu gut: „Schlecht sind lange anhaltende monotone

Bewegungen und Haltungen. Schlechtes Mobiliar, insbesonders

Schreibtische, die in der Höhe nicht zu verstellen

sind. Keine Aufklärung in Bezug auf anatomische Fakten

wie die Wirkung von Haltungen, Bewegungen, Ent- und

Belastungen. Die Prävention ist bei vielen Menschen schon

im Kopf und auch in der Umsetzung angekommen. Wichtig

ist das gezielte Bewegen und Kräftigen, die Haltung zu

beachten, aber auch mal Dinge zu tun, die einem einfach

Spaß machen.“

Der interdisziplinäre Austausch zwischen Ergono-

mie, Gesundheit und Design nimmt Fahrt auf. Julian

Meyer kann sich eine Planung ohne gesundheitsspezifische

Überlegungen heutzutage gar nicht mehr vorstellen. Er

bewegt sich in einem Dreieck von Fragezeichen. „Wer soll

hier arbeiten und was?“ „Welche Vision hat der Bauherr?“

„Wie groß ist das Portemonnaie des Bauherrn?“ Letztendlich

sei es immer ein Kompromiss, der in die Realität umgesetzt

werde. „Konkrete Fragen nach ergonomisch sinnvollem

Mobiliar kommen in den meisten Fällen. Aber auch

der persönliche Geschmack des Bauherrn kommt natürlich

zum Tragen. Letztendlich gibt den Ausschlag, dass wir

uns an den sehr genauen rechtlichen Arbeitsstättenrichtlinien

und DIN-Maßen für Büromöbel orientieren müssen

und können.“ Alles ist genormt, von der Mindestgröße für

eine Arbeitsfläche (1,60 x 0,80 m) bis zur Sitzhöhe. Auch die

RD_Evelek_Folder allg._RZZW 07.04.2009 22:34 Uhr Seite 1

regjo hannover gesundheit 105

Lichtsituation schreibt der Gesetzgeber vor. Stefan Blahak:

„Die geeignete Beleuchtung am Arbeitsplatz ist in Deutschland

aus Gründen des Arbeitsschutzes von großer Bedeutung.

Aus diesem Grund gibt es dafür DIN-Normen.

die Auswahl der richtigen Beleuchtungsmittel bringt

auch nennenswerte ökonomische Vorteile mit sich.

Dieses sind aber eher Richtlinien als feste Vorschriften. Die

unterschiedlichen Helligkeitsbedürfnisse sind im Jahr 2003

auch im Rahmen der europäischen Richtlinie EN 12464

paraphiert worden. Die europäische Norm führt insgesamt

vier grundlegende Qualitätsparameter für Aufgaben

und Aktivitäten in Innenräumen auf.“ Demnach kommt

es bei der Beleuchtung von Arbeitsplätzen auf ein stabiles

Beleuchtungsniveau, Uniformität, die Farbwiedergabe und

eine Begrenzung der Blendung an. Je nach Form, Tageszeit,

Alter und optischen Hilfsmitteln, wie zum Beispiel

einer Brille, kann die benötigte Helligkeit allerdings stark

variieren. Neben den Vorteilen für den Menschen birgt die

Auswahl des richtigen Lichts beziehungsweise der richtigen

Leuchten auch im ökonomischen Bereich Vorteile: Durch

die fortschreitende Entwicklung im Bereich der Leuchtmittel

kann ein beträchtlicher Anteil der Energiekosten eingespart

werden. Die Praxis zeigt: Eine sorgsam konzipierte

Arbeitsplatzbeleuchtung mit effizienten Lichtquellen führt

in den meisten Fällen zu insgesamt niedrigeren Kosten.

Eine der derzeit effizientesten Lichtquellen im Bezug auf

Kosten und Leistung sind Niedrigenergie-Leuchtdioden.

Für Lars Schwarzer ist eine neue Zeit angebrochen,

seit er seine Rückenschmerzen überwunden hat und wieder

Normalität in seinen Alltag eingekehrt ist. „Natürlich haben

wir hier viel am Mobiliar verändert und es ist beeindruckend,

welchen Effekt das hat.“ Aber in einer Sache ist er

trotzdem sicher: „Das beste Mobiliar befreit einen nicht von

der eigenen Verantwortung, Sport zu treiben und gesund

zu leben. Ich muss unbedingt wieder anfangen…“

C M Y CM MY CY CMY K

von links: Lars Schwarzer, Inhaber und geschäftsführer von gebertshan Satz und repro gmbh; Innenarchitekt

julian Meyer und Physiotherapeut Christian Benekendorff; Stefan Blahak, geschäftsführer der office360 gmbh in hannover.

Probedruck

Bild: office360


106 MAgAzin regjo hannover regjo hannover MAgAzin 107

a U S Z e I C h n U n g

Ausgezeichnet

Lyreco erhält den CSr award von

Pro hannover region, nBank und gIZ.

Für die freiwillige Übernahme gesellschaftlicher

Verantwortung (Corporate Social

Responsibility – CSR) ist der Bürobedarfslieferant

Lyreco im Landesmuseum Hannover

ausgezeichnet worden. Die Lyreco Deutschland

GmbH erhielt die Auszeichnung insbesondere

für die lokale Umsetzung des internationalen

Projektes „Lyreco for Education“

(LFE), im Zuge dessen sozial benachteiligte

Kinder unterstützt werden. In der Region

Hannover wird LFE gemeinsam mit dem

Verein Aktion Sonnenstrahl e.V. umgesetzt,

indem hilfebedürftige Kinder bei den Hausaufgaben

betreut werden.

Das in Privatbesitz befindliche Unternehmen

und führender Anbieter von Bürobedarfslösungen

im B2B-Bereich ist nicht

nur Marktführer in Europa, sondern auch in

Nord- und Südamerika, Australien und Asien

vertreten. Die internationale Präsenz mit über

10.000 Mitarbeitern umfasst 37 Länder auf

fünf Kontinenten. Das CSR-Siegel sowie der

CSR-Award wurden durch den Wirtschaftsverein

Pro Hannover Region, die NBank

sowie die GIZ (Gesellschaft für Internationale

Zusammenarbeit GmbH) ins Leben gerufen.

Auf dem Bild: Marc Gebauer, Geschäftsführer

Lyreco Deutschland GmbH, und Ulrike

Braun, Preisträgerin 2010. hK

Bilder: Lyreco, Lutzmann & Kerger

W o h n e n

Die wahrlich dekorative Alternative

Das Unternehmen Lutzmann Kerger & Traupe hat langjährige erfahrung im Dekorieren:

bedruckbare Textil-Spanndecken von Descor kreieren neuartige raumideen.

Für alle, die nach außergewöhnlichen Ideen

in Sachen Dekoration, Werbemaßnahme

und Eventbedarf suchen, ist die Unternehmensgruppe

Lutzmann Kerger & Traupe

im Herzen der historischen Altstadt Hannovers

die richtige Adresse. Auf über 200

Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentiert

die LKT-Gruppe unter anderem auch

Dekorationen für die Ausstattung für Bühnen,

Theater und andere Events.

Zu den neuesten Innovationen gehören

die bedruckbaren Textil-Spanndecken

und Wandspannungen von Descor. Während

dieser Dekotrend in Europa bereits

weit verbreitet ist, kennen ihn in Deutschland

hingegen nur wenige. Vor rund zwölf

Jahren wurde die Spanndecke entwickelt

und gilt seither als optimale Alternative

zum herkömmlichen Trockenbau und

der Gestaltung von Wänden und De cken.

Der Einbau der Textil-Spanndecken macht

wenig Schmutz und ist durch eine geschulte

Fachkraft innerhalb eines Tages möglich.

Im Gegensatz zu Folienspanndecken sind

textile Spanndecken bei Raumtemperatur

spannbar und damit vollkommen geruchsfrei.

Die glatten, durchgehenden und nicht

glänzenden Oberflächen sind unempfindlich

gegenüber Stößen und Feuchtigkeit und

damit auch für die Anbringung in Bädern

geeignet. Egal ob die eigenen vier Wände,

Büros, Schulen, Krankenhäuser oder

Geschäfts- und Industrieräume – in jeder

Art Raum lassen sich die textilen Spanndeckensysteme

integrieren. Dabei verdecken

sie durch ihr mattes und glattes Finish

besonders beschädigte, gealterte und verbaute

Decken und Wände. Das große Angebot

an verschiedenen Farben und individuellen

Bedruckungen lässt auch in puncto

Design keine Wünsche offen. Ebenfalls

möglich ist die Anbringung von Stuck-Bauteilen.

Je nach Höhe des Deckenhohlraums

können Einbauten wie Leuchten, Lüftung,

Lautsprecher, Klimaanlagen und Rauchmelder

in die Textil-Spanndeckensys teme

integriert werden.

Lutzmann Kerger & Traupe greifen

bei der Suche nach neuen Alternativen auf

langjährige Berufserfahrung zurück: 120

Jahre ist die Firma Kerger im Eventbereich

tätig. Traupe befasst sich seit 70 Jahren mit

Schauwerbung und Werbetechnik und seit

60 Jahren ist die Firma Lutzmann Experte

für visuelles Marketing. Heute befinden

sich alle drei Firmen unter dem Dach der

hannoverschen LKT-Unternehmensgruppe.

Weitere Infos: www.lkt-gruppe.de jr

P e r S o n a LT r a I n I n g

In corpore sano

Mit Fitness Coach olaf Kramer das innere

gleichgewicht finden.

Die Suche nach der inneren Balance: In

Zeiten von Stress und Hektik im Alltag

kein leichtes Unterfangen. Die gesundheitlichen

Auswirkungen kennt Diplom-

Sportwissenschafter und Personal Fitness

Coach Olaf Kramer zur Genüge. Er weiß,

wo der Schuh drückt und wie man dagegen

angeht. Frei nach der Devise „ein gesunder

Geist braucht einen gesunden Körper“

bietet Olaf Kramer regelmäßige Bewegungs-

und Sportprogramme an. Namhafte

Firmen wie LOOK, Deutsche Telekom,

NGSmbH sowie Rechtskanzleien und Steuerbüros

in Hannover nehmen seine Dienste

bereits seit Jahren in Anspruch. Nicht nur

im Rahmen betrieblicher Gesundheitsförderung

leitet er individuelle Bewegungs-

und Rückenprogramme. Auch private

Kunden lassen sich von ihm leistungsfähiger

machen. Neben dem Abschluss als

Diplom-Sportlehrer hat Olaf Kramer noch

die Ausbildung zum Surf- und Skilehrer

sowie zum Leichtathletiktrainer, Rückenschulleiter

und Herzsportgruppenleiter

absolviert. Es scheint, als hätte er damit

sein Hobby zum Beruf gemacht. jr

Weitere Informationen finden Sie im Internet

unter www.ok-personaltraining.de

Bilder: olaf Kramer, BSj Bürosysteme jäkel

T e C h n o L o g I e

Bürostühle, die mitdenken

Training für vielsitzer: Das im Bioswing-Sitzsystem integrierte 3D-Sitzwerk ist eine auf

die menschliche Körper- und Bewegungslogik abgestimmte Technologie.

Die hocheffizienten Schwingelemente im

3D-Sitzwerk reagieren aktiv auf die neuromuskulären

Bewegungsimpulse des Körpers

und reflektieren diese wirkungsvoll

und gesundheitsfördernd an das Zentralnervensystem

(ZNS), woraus die Muskulatur,

Bandscheiben und Wirbelsäule permanent

mit den erforderlichen Bewegungsimpulsen

versorgt werden.

Ein weiterer Vorteil des patentierten

Bioswing-Pendelprinzip liegt darin, dass

es keine seitlichen Kipphaltungen zulässt

und damit auch keine schädlichen Beckenschiefhaltungen

erlaubt. Durch die technische

Lagerung des 3D-Sitzwerks ist die

Be ckenregion von Druck und Starre befreit

und kann frei agieren. Studien beweisen,

dass die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit

und das Wohlbefinden optimiert

wird (Institut für Rationelle Psychologie

München). Unter anderem wurde das Bioswing-Sitzsystem

in einer unabhängigen

und herstellerneutralen Studie des BGIA

(in Auftrag der Deutschen Gesetzlichen

Unfallversicherung / DGUV) zum Testsieger

gewählt. Mithilfe einer durch Wissen-

schaftler und Mediziner entwickelten Messmethode

können sämtliche Bewegungen

des Benutzers eines Bioswing-Sitzsystems

erfasst und von einer PC-Software ausgewertet

und visualisiert werden. Während

eines Bürotages legt man einen Weg von bis

zu 600 Meter zurück. Das Ergebnis lässt den

Schluss zu, das die Muskulatur während des

Sitzens auf Bioswing permanent gefordert

wird. Aus der normalen Sitzhaltung wird

so ein muskuläres Koordinationstraining,

das insbesondere die kleinen, in der Tiefe

liegenden Muskeln des Rückens permanent

aktiviert, die Wirbelsäule stabilisiert

und die Bandscheiben schützt. Klare und

elegante Entwürfe werden gemeinsam mit

dem BSJ-Planungsteam nach individuellen

Wünschen entwickelt. Es wird Aufmaß

genommen, ein Grundriss sowie 3D-CAD-

Zeichnungen erstellt, um die Ideen der Kunden

zu visualisieren. Heute sehen, wie das

Arbeitsumfeld in Zukunft aussehen kann.

Die Mitarbeiter nehmen regelmäßig an Fortbildungen

teil. Nur wer ständig dazulernt,

kann Erfahrung und Know-how zu Kompetenz

vereinen. hK

Weitere Informationen zum Bioswing-Sitzsystem bekommen Sie bei Ihrem Fachhändler vor ort:

BSj Bürosysteme jäkel, Isernhagen – www.bsj-gmbh.de


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RegJo Hannover

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Das Magazin für die Region Hannover Diversity Management India Days Bauen Spezial Am Rande

Das Magazin für die Region Hannover Ausgabe Nr. 11 I /2012 5,00 €

Orte zum Leben

www.hannover.regjo.de

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Die (An)Stifter

regjo hannover WissenschAft 109

hier wird über die Förderung entschieden: Kuratorium, geschäftsleitung und gäste tagen in der geschäftsstelle

der volkswagenStiftung in hannover-Döhren.

auch nach einem halben jahrhundert ist die volkswagenStiftung in hannover noch immer nicht müde

geworden, brillante Forschungsideen zu fördern. ein rückblick auf ihre 50-jährige Stiftungsgeschichte.

Text: juliette rahn Fotografie: Florian Müller/volkswagenStiftung

Mehr als 30.000 Forschungsprojekte hat die Volkswagen-

Stiftung seit ihrer Gründung auf den Weg gebracht. Heute

unterstützt Deutschlands größte private Wissenschaftsstiftung

mit Sitz in Hannover vorrangig Wissenschaftler mit

zukunftsweisenden Forschungsideen. Dabei setzt sie dort

an, wo aus ihrer Sicht förderungswürdige Wissenschaftsbereiche

gezielt Impulse benötigen. In ihren Entscheidungen

ist die Stiftung völlig frei und wirtschaftlich unabhängig,

da sie keine Unternehmensstiftung ist, wie der Name

vielleicht vermuten lässt.

Die Gründung einer Stiftung als Lösung der ungeklärten

Eigentumsverhältnisse am Volkswagenwerk war nach

dem Ende des Zweiten Weltkriegs durchaus umstritten. 1959

schließlich beschlossen die BRD und das Land Niedersachsen,

die Volkswagenwerk GmbH in eine Aktiengesellschaft

umzuwandeln und eine wissenschaftsfördernde Stiftung

zu gründen. 60 Prozent des Aktienkapitals wurden durch

Ausgabe sogenannter Volksaktien in Privateigentum überführt,

je 20 Prozent erhielten die Bundesrepublik Deutschland

und das Land Niedersachsen. Der Erlös aus der Privatisierung

und die Gewinnansprüche auf die dem Bund

und dem Land verbliebenen Anteile des Aktienkapitals wurden

als Vermögen der neu gegründeten Stiftung übertragen.

Dahinter stand die Idee, in der noch jungen Bundesrepublik

Deutschland eine unabhängige Institution zur Förderung

von Wissenschaft und Technik in Forschung und Lehre

zu etablieren. 1962 nahm die Stiftung ihre Arbeit auf. Die

VolkswagenStiftung ist aber auch international aktiv: So hat

sie im Rahmen der Initiative „Zwischen Europa und Orient“

bislang 265 Förderzusagen für Projekte in der Region

Mittelasien/Kaukasus gegeben. Seit 2003 kamen knapp 200

Bewilligungen für Forschungsvorhaben in Afrika, südlich

der Sahara, hinzu. Derzeit befinden sich 16 Förderinitiativen

im Förderportfolio der Stiftung.

„Die VolkswagenStiftung hat in ihren 50 Jahren eine

ganze Fülle von Veränderungen in Wissenschaft und Gesellschaft

angestoßen. Auch in Zukunft wird sie als eine international

renommierte Impulsgeberin für die Wissenschaft

agieren – als Anziehungspunkt für die besten Köpfe und

die originellsten Ideen“, ist sich Wilhelm Krull, Generalsekretär

der VolkswagenStiftung, sicher. Dem strategischen

Kopf der Stiftung liegt viel daran, Wissenschaftsförderung

transparent zu machen. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen

künftig bei vielen Veranstaltungen in Schloss Herrenhausen

am Wissenschaftsdialog teilhaben können. Um zu

zeigen, wie Forschung und Forschungsförderung eigentlich

funktioniert, hat die Stiftung anlässlich ihres 50. Jubiläums

zudem 20 Fotografie-Studierende der Hochschule Hannover

beauftragt, 37 geförderte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

bei ihrer Arbeit rund um den Globus zu begleiten.

Außerdem schauten die Studenten den 95 Mitarbeitern in

der Geschäftsstelle im Süden Hannovers über die Schulter.

Entstanden ist ein Fotobuch, das zeigt, wie lebendig und

spannend Forschungsförderung sein kann.


110 KALendeR regjo hannover regjo hannover KALendeR 111

André Rieu & Orchester

Der niederländische geiger und orchesterleiter geht mit seinem

50-köpfigen johann-Strauß-orchester auf Tournee. am

13. Mai 2012 ist das ensemble zu gast in hannover.

Klassik, Ballett Theater, Kabarett, Musical

18. april 2012

La Voix humaine – oper von Francis

Poulenc, eine äußerst seltene Fassung

für Sopran und Klavier

20.00 Uhr, Cumberlandsche galerie

28. april 2012

Wagenführers wunderbare Welt der Operette

– roland Wagenführer setzt mit „Berliner

Luft“ seine reise in die faszinierende Welt

der operette fort

15.00 Uhr, Marschner-Saal

13. Mai 2012

André Rieu & Orchester – Walzer ist

der Lebensrhythmus, der rieu immer

wieder antreibt, auf Tournee zu gehen

20.00 Uhr, TUI arena hannover

08. juni 2012

gefährliche Liebschaften – das Ballet zeigt

den französischen adel vor seinem niedergang

und hält der modernen gesellschaft den

Spiegel vor

19.30 Uhr, Schauspiel hannover

15. juni 2012

Madame Bovary – Ballett von jörg Mannes,

nach dem roman von gustave Flaubert

19.30 Uhr, Schauspielhaus hannover

21. april 2012

nora – Schauspiel nach henrik Ibsen mit

Mirka Pigulla in der Titelrolle als nora, regie

führt Lars-ole Walburg

19.30 Uhr, Schauspiel hannover

21. april 2012

Alexandra gauger – „atmen, Leute, atmen“:

ein poetisch, rasanter Musik-Comedy-abend

mit großem Können und Leidenschaft

20.00 Uhr, TaK Kabarett-Bühne hannover

27. april 2012

Atze schröder – mit seinem neuen Programm

„Schmerzfrei“ schaltet der prominente

Comedian nach über zehn jahren den gang

wieder etwas höher

20.00 Uhr, aWD-hall hannover

02. Mai 2012

short cuts – in dieser Show erleben Kurzgeschichten

unter der regie von Detlef Winterberg

eine renaissance

20.00 Uhr, goP-variete hannover

09. Mai 2012

Aus dem bürgerlichen heldenleben – eine

deutsche Familienkomödie von Carl Sternheim

unter der regie von Milan Peschel

19.00 Uhr, Schauspiel hannover

Paul Panzer

Der Komiker will die erde retten. am 18. Mai

2012 begeistert er das Publikum in der aWDhall

hannover mit seinem vorhaben.

18. Mai 2012

Paul Panzer – „hart Backbord – noch ist die

Welt zu retten!“ heißt sein neues Programm,

mit dem er die Welt retten will

20.00 Uhr, aWD-hall

24. Mai 2012

gerd dudenhöffer spielt heinz Becker:

sackgasse – mit aktuellem Programm

manövriert Dudenhöffer seine Kunstfigur

sprichwörtlich und bewusst in die Sackgasse

20.00 Uhr, Theater am aegi hannover

28. Mai 2012

das blaue blaue Meer – junges Schauspiel

von nis-Momme Stockmann und unter der

regie von Serkan Salihoglu

20.00 Uhr, Ballhof Zwei

01. juni 2012

enigma – eine uneingestandene Liebe als

Schauspiel von eric-emmanuel Schmitt mit

Willi Schlüter und Tim von Kietzell

20.00 Uhr, Theater in der List

07. juni 2012

Alegria – Show von Cirque du Soleil aus

akrobatik und Kostümen, unterlegt mit

eigenem Live-Soundtrack

20.00 Uhr, TUI arena hannover

Ilya Kabakov

Die Malerei ist für Ilya Kabakov ein zentrales Merkmal, die

ihn fortwährend begleitet. Bis zum 06. Mai 2012 präsentiert

er diese ansicht im Sprengel Museum in hannover.

Ausstellungen

bis 29. april 2012

barbara klemm – die in Posen fotografierten

Persönlichkeiten überzeugen allein durch

Individualität

kestnergesellschaft hannover

bis 06. Mai 2012

Blue Box: thomas heise „Material“ – heise

beschäftigt sich in seinen Werken mit dem

historischen Moment im herbst 1989

Sprengel Museum hannover

bis 06. Mai 2012

A Return to Painting – Kabakov präsentiert

rund 60 gemälde sowie drei Modelle für nicht

realisierte Installationen/Denkmäler

Sprengel Museum hannover

bis 17. juni 2012

John gossage. the thirty-two inch Ruler

– die dritte einzelausstellung des 1946 in new

York geborenen Fotografen, der in seinen

Werken vor allem grenzen thematisiert

Sprengel Museum hannover

bis 17. juni 2012

deutschland, ein Wintermärchen – Werke

von george grosz, einem der führenden vertreter

der Berliner Dada-Bewegung

Stiftung ahlers Pro arte/Kestner Pro arte

Fotografie: hannover Concerts (3), vg Bild-Kunst, Bonn 2012 (Sprengel Museum hannover)

Jazz, Rock, Pop, Schlager

22. april 2012

the Australian Pink floyd show – die

umtriebige Band geht mit ihrem album

„exposed in the Light“ auf Welttournee

20.00 Uhr, aWD-hall hannover

29. april 2012

dJ BoBo dancing Las Vergas – zum 20-jährigen

Bühnenjubiläum geht Dj BoBo 2012

mit seiner brandneuen “Dancing Las vegas“

Show auf Deutschlandtournee

18.00 Uhr, TUI arena hannover

12. Mai 2012

celtic Woman – die vier werden auf ihrer

größten europatour einen Mix aus traditionellem

keltischem Liedgut und Pophymnen verschiedener

Künstler zum Besten geben

20.00 Uhr, aWD-hall hannover

13. Mai 2012

stefan gwildis – der 53-jährige Sänger präsentiert

sein neues album „Freihändig“

19.00 Uhr, Capitol hannover

22. Mai 2012

ivy Quainoo – die „voice of germany“ ist

2012 mit ihrer Band und einem Special guest

live auf Deutschlands Bühnen zu erleben

19.30 Uhr, Capitol hannover

Celtic Woman

Waren bereits beim amerikanischen Präsidenten

im Weißen haus zu gast. am 12. Mai 2012

touren die vier auch durch hannover.

23. Mai 2012

scala & Kolancy Brothers – die belgischen

Brüder begeben sich in untypische Soundgefilde

mit einem Mix aus Klassik, rock, Pop

und Metal

20.00 Uhr, Theater am aegi hannover

01. juni 2012

ndR 2 Plaza festival – Künstler wie Xavier

naidoo & Quartett, rea garvey und Tim

Bendzko haben sich angekündigt

17.00 Uhr, eXPo Plaza hannover

02. juni 2012

n-Joy starshow – open-air Festival mit Pitbull,

Taio Cruz und Frida gold

16.00 Uhr, eXPo Plaza hannover

20. juni 2012

eloy – die erfolgreichste Prog-rock-Band

Deutschlands feiert mit ihrem letzten Studioalbums

„visionary“ 40-jähriges Bestehen

20.00 Uhr, Capitol hannover

29. juni 2012

sean Paul – nach den Singels „got 2 Luv U“

und „She Doesn‘t Mind“ veröffentlicht Multiplatin-Dancehall-Superstar

Sean Paul sein

neues Studioalbum „Tomahawk Technique“

19.30 Uhr, Parkbühne hannover


Hannover Messe 2012

Das Leitthema „greentelligence“ wird sich wie ein roter

Faden durch die gesamte hannover Messe vom 23. bis 27.

april 2012 auf dem Messegelände hannover ziehen.

Sport

29. april 2012

hannover 96-Renntag – faszinierendes

galopprennen mit schnellen Pferden anlässlich

des Saisonstarts auf der neuen Bult

13.00 Uhr, galopprennbahn neue Bult

06. Mai 2012

tui Marathon hannover 2012 – der Marathon

führt an den schönsten Plätzen der niedersächsischen

Landeshauptstadt vorbei

09.00 Uhr, neues rathaus hannover

22. Mai 2012

9. AntisuchtLauf – der hannoversche Sucht-

und jugendhilfeträger STeP ggmbh veranstaltet

einen Spendenlauf um den Maschsee

18.00 Uhr, Maschsee hannover/nordufer

27. bis 28. Mai 2012

18. drachenboot-festival – Paddler kämpfen

am Pfingstwochenende in den Kategorien

„Funboot“, „rennsport“ und „Internationale

Teams“ um den Sieg

09.00 Uhr, Maschsee hannover/nordufer

16. bis 17. juni 2012

Velo challenge 2012 – radsportwochenende

mit verschiedenen rennen und einem

rahmenprogramm für radsportbegeisterte

Maschsee hannover/nordufer

Fotografie: Deutsche Messe ag, hannover Concerts

Messetermine

23. bis 27. april 2012

coiltechnica – Leitmesse für die

Fertigung von Spulen, elektromotoren,

generatoren und Transformatoren

09.00-18.00 Uhr, Messegelände hannover

23. bis 27. april 2012

hannover Messe – zahlreiche Unternehmen

präsentieren Trends in den Kernthemen

automation, energietechnologien, industrielle

Zulieferung und Dienstleistungen sowie Forschung

und entwicklung

09.00-18.00 Uhr, Messegelände hannover

23. bis 27. april 2012

Promotion World – internationale Fachmesse

für Werbartikel und Incentives wie audiovideo-Technik,

automobilzubehör, Büroausstattung,

Computerteile, Werkzeuge,

Freizeitartikel, Kosmetik und vieles mehr

09.00-18.00 Uhr, Messegelände hannover

24. bis 26. april 2012

fastener fair – internationale Fachmesse

für verbindungs- und Befestigungstechnologie,

bei der auch Produkthersteller, rohstofflieferanten,

Dienstleistungsanbieter,

verbände sowie Maschinenhersteller und

großhändler vertreten sind

09.00-17.00 Uhr, Messegelände hannover

Shadowland

Sonstiges

regjo hannover KALendeR 113

Pilobolus präsentieren am 22. april 2012 dem

hannoveraner Publikum im Theater am aegi

ihre mitreißende Schatten-Performance.

19. april 2012

freunde! – das Musiktheater für Kinder ab

fünf jahren von Peter androsch ist

die dritte Produktion der jungen oper

10.00 Uhr, Ballhof Zwei

22. april 2012

shadowland – hinter einer beleuchteten

Leinwand verschmelzen Menschen zu gegenständen

und Körper fügen sich zu beeindruckenden

Phantasiegebilden

20.00 Uhr, Theater am aegi

05. Mai 2012

tanztee Oper – alle Tanzwütigen, ganz

gleich ob anfänger oder Fortgeschrittene,

erobern die oper

15.00 Uhr, Marschner-Saal

06. juni 2012

die fussball super 8 show – Thommi

Baake präsentiert die schrägsten

Fußballfilme aller Zeiten

20.00 Uhr, Theater in der List

17. juni 2012

Literatur&MusikMatinee – gitarrenmusik

und Lesung: Mercedes Mollard, harrie

Müller-rothgenger und jorge Luis Borges

11.00 Uhr, Theater in der List


114 LAnd & uMWeLt regjo hannover

Wussten Sie, dass ...

Wissenswertes aus der region – vom größten Messegelände der Welt, dem erfinder des

Binärcodes, dem Ballhof als Federballplatz und dem Kuppelaufzug des neuen rathauses.

Bilder: Deutsche Messe ag, jesterWr, Clemensfranz, robert Friebe (robert96)

... Hannover das größte Messegelände

der Welt hat?

Mit einer Gesamtfläche von rund einer

Million Quadratmetern – das entspricht in

etwa 130 Fußballfeldern – ist das Messegelände

in Hannover-Laatzen das größte

der Welt. Jedes Jahr zeigen die führenden

Technologieereignisse CeBIT, die Hannover

Messe sowie andere Leitmessen in 27 Ausstellungshallen

und Pavillons auf 500.000

Quadratmetern die neuesten Technologien

hierzulande und aus aller Welt.

... Gottfried Wilhelm Leibniz den Binärcode

entwickelte?

Als Gottfried Wilhelm Leibniz 1679 in Hannover

zum ersten Mal das Rechnen mit

binären Zahlen beschrieb, ahnte noch niemand,

dass 333 Jahre später die Nullen und

Einsen das Leben völlig auf den Kopf stellen

würden. Mit dem Gedankenkonstrukt

einer binären Rechenmaschine legte er den

Grundstein für die heutige Computertechnologie.

Praktisch umsetzen konnte er die

Maschine damals noch nicht.

... der Ballhof ursprünglich auch zum

Federballspielen genutzt wurde?

Im Jahre 1664 wurde das Ballhof-Gebäude

durch Herzog Georg Wilhelm fertiggestellt.

Ursprünglich wurde es für Veranstaltungen

wie auch zum Federballspielen genutzt.

Über die Jahre diente der Ballhof als Theater,

Club- und Vereinslokal sowie als Heim

der Hitlerjugend. 1990 wurde das Gebäude

erweitert. Heute gehört es zum Niedersächsischen

Staatstheater Hannover, das hier

vor allem moderne Stücke aufführt.

... der Kuppelaufzug im Neuen Rathaus

einen Bogen macht?

Europaweit einzigartig: Der Aufzug zur

Kuppel des Neuen Rathauses fährt nicht

wie ein „normaler“ Fahrstuhl senkrecht

nach oben – stattdessen schmiegt er sich

an die Kuppel an und steigt den 50 Meter

langen Schacht in einem Winkel von 17

Grad in einem Bogen hinauf. Doch nicht

nur die Fahrt lohnt sich, bei gutem Wetter

reicht der Blick von der Aussichtsplattform

bis zum Harz.

impressum

4. jahrgang, 11. ausgabe

herausgeber

Thomas Wirth (wirth@polygo.de)

Verlag

Polygo verlag gmbh

hainhölzer Straße 5

30159 hannover

Tel.: 0511 16 99 69-0

Fax: 0511 16 99 69-21

geschäftsführer: Thomas Wirth

internet und e-Mail

www.hannover.regjo.de, hallo@regjo.de

chefredaktion

Stefanie Stüting (stueting@polygo.de)

Redaktion

Katrin Langemann, juliette rahn, Sven grünewald,

annegret adam, Torben andersen

Autoren

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