Erntedankfest auf Gut Kinderhaus - Westfalenfleiß
Erntedankfest auf Gut Kinderhaus - Westfalenfleiß
Erntedankfest auf Gut Kinderhaus - Westfalenfleiß
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Westfalenfleiß<br />
Ein Magazin für Beschäftigte, Mitarbeiter<br />
Heft 2-3/2010<br />
und Freunde<br />
<strong>Erntedankfest</strong><br />
<strong>auf</strong> <strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong><br />
Sonntag, 19. September 2010 von 10.00 bis 17.30 Uhr
Neue Struktur der<br />
Geschäftsführung<br />
Liebe Leserinnen,<br />
liebe Leser!<br />
Westfalenfleiß trauert mit den Beschäftigten,<br />
Mitarbeitern, Angehörigen und Freunden<br />
um den langjährigen Westfalenfleiß-<br />
Geschäftsführer Karl-Heinz Garbe, der am<br />
8. Mai verstorben ist und jetzt im Juni<br />
65 Jahre alt geworden wäre. In der vorlie-<br />
<strong>Erntedankfest</strong><br />
am 19. September<br />
Westfalenfleiß lädt alle Münsteraner<br />
ganz herzlich ein zum<br />
diesjährigen <strong>Erntedankfest</strong> <strong>auf</strong> <strong>Gut</strong><br />
<strong>Kinderhaus</strong>. Die Geschäftsführung,<br />
Mitarbeiter und Beschäftigte zeigen<br />
sich an diesem Tag von ihrer besten<br />
Seite, - an einem Familientag<br />
mit Bauernmarkt, westfälischen<br />
Spezialitäten, Attraktionen für<br />
jung und alt sowie mit Produkten<br />
und Dienstleistungsangeboten<br />
der Westfalenfleiß GmbH und des<br />
Münsteraner Dienstleistungs-<br />
Service, der MDS GmbH.<br />
Wir freuen uns <strong>auf</strong> Sie!<br />
gendenECHO-Ausgabe - eine Doppelnummer<br />
des zweiten<br />
und dritten Quartals<br />
- finden Sie in der<br />
Mitte des Heftes eine<br />
Sonderbeilage, die<br />
dem ehemaligen<br />
ECHO-Herausgeber<br />
Karl-Heinz Garbe<br />
gewidmet ist.<br />
Weiterhin stellen wir<br />
in diesem Heft Uwe<br />
Hildebrandt und<br />
Martin Becker vor,<br />
die als Geschäftsführer<br />
am 1. Juni<br />
ihren Dienst <strong>auf</strong>genommen haben und seit<br />
dem gemeinsam mit Gerda Fockenbrock die<br />
Geschäfte des Unternehmens führen.<br />
Bodo Champignon, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung<br />
der Westfalenfleiß<br />
GmbH und Dr. Michael Kaven, Vorsitzender<br />
des Aufsichtsrates von Westfalenfleiß erläuterten<br />
am 11. Juni in einer Pressekonferenz<br />
und einer Mitarbeiterversammlung (Foto<br />
unten) die neue Struktur der Geschäftsführung<br />
der Westfalenfleiß GmbH und des Tochterunternehmens<br />
und Integrationsbetriebes<br />
Münsteraner DienstleistungsService, der<br />
MDS GmbH. Uwe Hildebrandt ist Sprecher<br />
der Geschäftsführung der Westfalenfleiß<br />
GmbH und Geschäftsführer der MDS GmbH.<br />
Gerda Fockenbrock ist wie bisher Geschäftsführerin<br />
für den Bereich Wohnen und Soziales.<br />
Martin Becker ist Geschäftsführer für<br />
den Bereich Arbeit der Westfalenfleiß GmbH<br />
und Geschäftsführer der MDS GmbH.<br />
Ein weiteres Schwerpunktthema dieser<br />
Ausgabe ist das diesjährigen <strong>Erntedankfest</strong><br />
<strong>auf</strong> <strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong>. Westfalenfleiß lädt<br />
dazu alle Münsteraner ganz herzlich<br />
ein. Die Geschäftsführung, Mitarbeiter<br />
und Beschäftigte zeigen sich an<br />
diesem Tag von ihrer besten Seite, - an<br />
einem Familientag mit Bauernmarkt,<br />
westfälischen Spezialitäten, Attraktionen<br />
für jung und alt sowie mit Produkten<br />
und Dienstleistungsangeboten der<br />
Westfalenfleiß GmbH und des Münsteraner<br />
DienstleistungsService, der MDS GmbH.<br />
Wir freuen uns <strong>auf</strong> Sie!
Impressum<br />
Westfalenfleiß-ECHO erscheint<br />
vierteljährlich für Mitglieder,<br />
Gesellschafter, Beschäftigte,<br />
Mitarbeiter und Förderer der<br />
Westfalenfleiß GmbH Münster.<br />
Herausgeber:<br />
Westfalenfleiß GmbH<br />
Arbeiten und Wohnen<br />
Kesslerweg 38-42<br />
48155 Münster<br />
Telefon: (0251) 6 18 00-0<br />
Fax: (0251) 6 18 00 - 55<br />
e-mail:<br />
info@westfalenfleiss.de<br />
homepage:<br />
www.westfalenfleiss.de<br />
www.mds-muenster.de<br />
Sparkasse Münsterland Ost<br />
Kto. 300517<br />
BLZ 40050150<br />
Bank für Sozialwirtschaft<br />
GmbH Köln<br />
Kto. 6019400<br />
BLZ 3702500<br />
Verantwortlich<br />
für den Inhalt:<br />
Geschäftsführung<br />
Westfalenfleiß GmbH<br />
Redaktion:<br />
Margret Topp,<br />
Helene Wentker<br />
Titelfoto:<br />
Westfalenfleiß GmbH<br />
Fotos:<br />
Westfalenfleiß GmbH<br />
Titelgestaltung:<br />
Peter Schladoth, Frankfurt<br />
Anzeigen:<br />
Westfalenfleiß GmbH<br />
Die veröffentlichten Beiträge<br />
geben nicht unbedingt die<br />
Auffassung des Herausgebers<br />
wieder.<br />
Für unverlangt eingesandte<br />
Manuskripte und Fotos wird<br />
keine Haftung übernommen.<br />
Anzeigenschluss ist jeweils<br />
vier Wochen vor Quartalsende;<br />
zur Zeit ist Anzeigenpreisliste<br />
Nr. 3 gültig.<br />
Auflage: 5.000<br />
Einzelpreis: 0,45 Euro<br />
Druck:<br />
LV Druck<br />
Hülsebrockstraße 2<br />
48165 Münster<br />
Geschäftsführung<br />
neu <strong>auf</strong>gestellt:<br />
Uwe Hildebrandt,<br />
Gerda Fockenbrock und<br />
Martin Becker. Seite 26 - 27.<br />
Bild fehlt<br />
Bild fehlt<br />
<strong>Gut</strong>e Noten<br />
für Westfalenfleiß:<br />
Zivis<br />
und FSJler<br />
finden Westfalenfleiß<br />
gut,<br />
weil ...<br />
Seite 6 - 9.<br />
<strong>Erntedankfest</strong> <strong>auf</strong> <strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong><br />
am 19. September: Ein Fest für die<br />
ganze Familie. Seite 4 - 5.<br />
Oberbürgermeister Markus Lewe<br />
überreichte Dieter Kunath das<br />
Bundesverdienstkreuz. Seite 36 - 37.<br />
Aus dem Inhalt<br />
Ein Fest für die ganze Familie<br />
<strong>Erntedankfest</strong> <strong>auf</strong> <strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong> Seite 4<br />
„Das ist Kraft pur, die zurückkommt“<br />
FSJler und Zivis berichten Seite 6<br />
Fortbildung<br />
Tagung Wohnverbund Seite 10<br />
WfbM Fortbildungstag Seite 11<br />
„Wieder festen Boden unter die<br />
beruflichen Füße bekommen“<br />
Das Trainingsprogramm „ZERA“ Seite 12<br />
Bilder & Berichte<br />
Feierliche Zertifikatsübergabe<br />
im Berufsbildungsbereich Seite 15<br />
Minister Karl-Josef Laumann<br />
besuchte MDS-Großküche Seite 16<br />
Erfolgreiche Hausmesse<br />
in der Rudolf-Diesel-Straße Seite 17<br />
Inklusionstagung am 8. Mai Seite 18<br />
Emsdettener bei Westfalenfleiß Seite 19<br />
Gründungsveranstaltung<br />
der LAG Werkstatträte NRW Seite 20<br />
Werkstattratschulung in Marl Seite 21<br />
AWO-Pensionäre<br />
in der Werkstatt vor Ort *Seite 22<br />
Sozialführerschein<br />
Bewohner betreuen Praktikanten Seite 23<br />
Neustrukturierung<br />
der Geschäftsführung<br />
Westfalenfleiß-Geschäftsführung<br />
ist neu <strong>auf</strong>gestellt Seite 26<br />
Bilder & Berichte<br />
Wohnhaus Baumberger Hof:<br />
Einzug am 1. August Seite 28<br />
Kunstwerkstatt aktuell Seite 30<br />
Münsteraner beim Weltkongress Seite 32<br />
Fußball-Vizemeister NRW<br />
Großer Elternabend Seite 33<br />
Sportliches Regionaltreffen Seite 33<br />
Sozialcafé mit Oberbürgermeister<br />
Markus Lewe Seite 34<br />
Bundesverdienstkreuz<br />
für Dieter Kunath Seite 36<br />
Spieleturnier am Freiwilligentag Seite 38<br />
LWL-Sozialausschuss<br />
tagte bei Westfalenfleiß Seite 38<br />
"Beziehungen": Der neue<br />
Kalender 2011 ist da! Seite 39<br />
Erfolgreiche Hofkonzert<br />
<strong>auf</strong> <strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong> Seite 40<br />
Preisrätsel<br />
Gewinnen mit ECHO Seite 42<br />
* Nach der Seite 22 finden Sie in der Mitte des Heftes eine vierseitige<br />
Sonderbeilage, die dem ehemaligen Westfalenfleiß-Geschäftsführer<br />
und ECHO-Herausgeber Karl-Heinz Garbe gewidmet ist.<br />
3
<strong>Erntedankfest</strong><br />
Ein Fest für die ganze Familie<br />
<strong>Erntedankfest</strong> <strong>auf</strong> <strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong> am 19. September von 10.00 bis 17.30 Uhr<br />
Zu einem Familientag für<br />
Kinder und Erwachsene lädt<br />
Westfalenfleiß <strong>auf</strong> <strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong><br />
in Münsters Norden<br />
Am Max-Klemens-Kanal 19<br />
ein. Von 10.00 bis 17.30 Uhr<br />
feiert Westfalenfleiß am<br />
19. September <strong>auf</strong> dem weitläufigen<br />
<strong>Gut</strong>sgelände auch<br />
Bild fehlt<br />
4<br />
Bild fehlt<br />
in diesem Jahr wieder das<br />
traditionelle <strong>Erntedankfest</strong>.<br />
Zum Auftakt wird um<br />
10 Uhr ein ökumenischer<br />
Erntegottesdienst in der<br />
<strong>Gut</strong>sscheune mit dem<br />
Gospelchor Westfalenfleiß<br />
gefeiert. Danach lockt das<br />
Bild fehlt<br />
bunte Treiben <strong>auf</strong> dem<br />
<strong>Gut</strong>sgelände mit Bauernmarkt,<br />
Planwagenfahrten,<br />
Jagdhornbläsern, der Rollenden<br />
Waldschule, Strohburg<br />
und Hüpfburg, Streichelzoo<br />
und bunten Luftballons.<br />
Zahlreiche Aktionsstände<br />
wie ein Kinderkarussell, ein<br />
Schminkstand, Geschicklichkeitsspiele<br />
und ein Getreidequiz<br />
bieten Spannung<br />
und Abwechslung für jung<br />
und alt.<br />
Zu k<strong>auf</strong>en gibt es Blaudruckerzeugnisse,handeingezogene<br />
Besen und Bürsten<br />
sowie leckere Äpfel von<br />
<strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong> und frisch<br />
gepresster Apfelsaft lädt<br />
zum Probieren ein. Leuchtend<br />
gelbe Sonnenblumen,<br />
kunstfertige Floristik und<br />
Holzspielzeug aus eigener<br />
Bild fehlt
Herstellung bieten Gärtnerei<br />
und Werkstattladen an. Und<br />
auch für das leibliche Wohl<br />
ist gesorgt: Reibeplätzchen,<br />
Bratwurst und Steaks vom<br />
Grill sowie Kaffee und Kuchen<br />
werden den Besuchern<br />
Bild fehlt<br />
in gemütlicher Atmosphäre<br />
angeboten.<br />
Ab 14 Uhr lädt die Big Band<br />
S.A.M. mit fetzigen Rhythmen<br />
zu Live-Musik in der<br />
<strong>Gut</strong>sscheune ein.<br />
Beim Schweinegewinnspiel<br />
müssen die Besucher raten,<br />
wieviel Kilo eine stattliche<br />
Sau <strong>auf</strong> die Waage bringt. Zu<br />
begutachten ist sie direkt <strong>auf</strong><br />
dem <strong>Gut</strong>sgelände. Bei der<br />
Bild fehlt<br />
Bild fehlt<br />
Bild fehlt<br />
<strong>Erntedankfest</strong><br />
Preisverleihung um 16.30<br />
Uhr wird das Gewicht-Geheimnis<br />
gelüftet und den<br />
Gewinnern winken attraktive<br />
Preise. Drei Präsentkörbe mit<br />
Eigenprodukten von Westfalenfleiß<br />
werden überreicht.<br />
Parkplatzsorgen git es keine.<br />
Eine historische Bimmelbahn<br />
bringt die Besucher<br />
vom großen Parkplatz aus<br />
direkt zum <strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong>.<br />
mt<br />
Bild fehlt<br />
5
Lisa Fenhoff (2.v.l.) und Jona Benterbusch (re.) absolvieren ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ)<br />
in der Wohnstätte Gremmendorf. Mit im Bild: Kurt Plieth und Marianne Arand (v.l.). Foto: hwe<br />
„Das ist Kraft pur,<br />
die <strong>auf</strong> mich zurückkommt“<br />
FSJler und Zivis erzählen über ihre Erfahrungen bei Westfalenfleiß<br />
„Das Freiwillige Soziale Jahr<br />
hat meine Persönlichkeit<br />
gestärkt. Ich bin selbstbewusster<br />
und zugänglicher<br />
geworden - ich meine, ich<br />
gehe mehr <strong>auf</strong> Menschen<br />
zu. Und habe viel Freude an<br />
der Arbeit.“<br />
Viele gute Gründe für die<br />
neunzehnjährige Linnea<br />
Winter, warum das FSJ für<br />
sie genau das Richtige ist.<br />
„Ich hatte mit Betriebswissenschaften<br />
begonnen.<br />
Aber das war nicht meins.<br />
Also habe ich die Richtung<br />
geändert. Bei Westfalenfleiß,<br />
wo ich mein FSJ leiste und<br />
mit und für Menschen mit<br />
Behinderungen arbeite,<br />
habe ich gespürt: Hier bin<br />
ich richtig.“<br />
6<br />
Etwas anders lief es bei Stefan<br />
Wever (20). Zuerst wollte<br />
er „etwas ganz anderes<br />
machen.“ Ins Ausland sollte<br />
es gehen, am liebsten in ein<br />
ökologisches Projekt in Sü-<br />
Ich finde Westfalenfleiß gut ...<br />
... weil ich durch dieses Jahr<br />
viele Erfahrungen für meine<br />
Zukunft sammeln kann.“<br />
Lisa Fenhoff (20), FSJ<br />
damerika. Aber das klappte<br />
nicht. Die Zeit schritt fort,<br />
und der Wehrdienst drängte<br />
<strong>auf</strong> Entscheidung. „Da hab<br />
ich mich <strong>auf</strong> die Internetseiten<br />
der Westfalenfleiß<br />
FSJler und Zivis bei Westfalenfleiß<br />
Imagekampagne <strong>auf</strong> www.westfalenfleiss.de<br />
Ich finde Westfalenfleiß gut ...<br />
... weil man das Gefühl hat,<br />
im Team an etwas <strong>Gut</strong>em<br />
zu arbeiten.“<br />
Jona Benterbusch (20), FSJ
geklickt und entdeckt, dass<br />
noch zwei Stellen für Zivildienstleistende<br />
frei waren.<br />
Ich hatte keine Ahnung, ob<br />
es top oder flop würde: Ich<br />
hab es einfach gewagt und<br />
kann sagen: Ich komme gut<br />
zurecht. Es war die richtige<br />
Entscheidung.“ Seine<br />
Berufswahl werde zwar<br />
nicht das soziale Feld sein,<br />
meint Stefan Wever, aber die<br />
Zivizeit sei eine sehr gute,<br />
lehrreiche Erfahrung.<br />
Linnea Winter und Stefan<br />
Wever stehen für ihre „Kollegen“<br />
und sprechen Eindrücke<br />
an, die viele junge<br />
Leute im Sozialen Jahr oder<br />
Zivildienst machen. Sehr<br />
unterschiedlich können die<br />
Aufgabenfelder bei der West-<br />
falenfleiß sein: Die einen<br />
arbeiten in den Werkstätten<br />
am Kesslerweg, begleiten<br />
dort die Beschäftigten einer<br />
Gruppe durch ihren Alltag,<br />
unterstützen und entlasten<br />
die Gruppenleiter, sind für<br />
die Menschen mit Behinderung<br />
ansprechbar. Ob bei<br />
der Arbeit, bei den Mahlzeiten<br />
oder für die Pause<br />
zwischendurch: Die FSJler<br />
und Zivis sind zur Stelle.<br />
Andere tun ihren Dienst in<br />
den Wohnstätten. Da beginnt<br />
der Dienst dann meist<br />
nicht morgens um 8 Uhr,<br />
sondern nachmittags kurz<br />
bevor die Beschäftigten von<br />
ihrer Arbeit heimkehren.<br />
Dann bereitet man gemeinsam<br />
das Abendbrot. Ge-<br />
FSJler und Zivis bei Westfalenfleiß<br />
Die FSJler Linnea Winter (li.) und Timo Hülsken fühlen sich wohl im Werkstattbereich. Fotos: mt<br />
spräche, Spielrunden, aktive<br />
Freizeitgestaltung stehen<br />
<strong>auf</strong> dem „Stundenplan“ der<br />
FSJler oder Zivis. Sie helfen<br />
auch, wo gewünscht, bei der<br />
Abendtoilette und bleiben<br />
bis gegen 21.30 Uhr die Lichter<br />
im Haus ausgehen.<br />
So beschreibt Lisa Fenhoff<br />
ihren Arbeitsalltag. Und<br />
wenn sie von Freunden hört,<br />
dass „der Tag ja bei solchen<br />
Arbeitszeiten im Eimer ist“,<br />
lässt sie das unbeeindruckt:<br />
„Ich bekomme so viel zurück;<br />
es ist eine Arbeit, die<br />
mich zufrieden macht. Ein<br />
Dankeschön, ein Lächeln,<br />
eine Bestätigung: Das ist<br />
Kraft pur, die <strong>auf</strong> mich zurückkommt“,<br />
sagt sie.
FSJler und Zivis bei Westfalenfleiß<br />
Ich finde Westfalenfleiß gut ...<br />
... weil man einen guten Einblick<br />
in den Arbeitsalltag von Menschen<br />
mit Behinderungen bekommt.“<br />
Timo Hülsken (18), FSJ<br />
... weil man hier mit<br />
Menschen mit<br />
Behinderungen arbeitet.“<br />
Peter Toporowski (17), Zivi<br />
... weil das Arbeitsklima hier locker<br />
und lustig ist und man viel Spaß<br />
miteinander hat.“<br />
Eduard Schöner (19), Zivi<br />
... weil ich das Arbeitsklima super<br />
finde und hier viele Erfahrungen<br />
sammeln kann.“<br />
Moritz Ostrop (20), Zivi<br />
8<br />
... weil man bei der<br />
Arbeit hier kreativ<br />
werden kann.“<br />
Stefan Wever (20), Zivi<br />
... weil die Menschen hier<br />
alle so offen und<br />
freundlich sind.“<br />
Linnea Winter (19), FSJ<br />
... weil man hier Erfahrungen<br />
sammelt, die man im Alltag<br />
nicht machen kann.“<br />
Carolin Vorholt (20), FSJ<br />
... weil man viele interessante<br />
Leute kennenlernt -<br />
Kollegen wie Beschäftigte.“<br />
Sebastian Rose (19), Zivi<br />
Lena Kölker ist in der Wohngruppe<br />
Gremmendorf für die<br />
Rentner im Hause zuständig.<br />
Ihr Dienst, den sie um 8 Uhr<br />
antritt, beginnt mit dem<br />
Wecken der Bewohner. Dann<br />
hilft sie bei Morgentoilette<br />
und Frühstück, bevor es mit<br />
Basteln, Ausflügen oder Singen<br />
in den kreativen Teil des<br />
Tages geht. Das Mittagessen<br />
wird gemeinsam eingenommen<br />
und oft auch gekocht.<br />
Nachmittags stehen noch<br />
einmal kreative Angebote<br />
vom Stadtausflug bis zum<br />
Gesellschaftsspiel <strong>auf</strong> dem<br />
Plan.<br />
Ähnliche Aufgaben sieht<br />
Stefan Wever auch in dem<br />
Bereich, in dem er eingesetzt<br />
ist: Er arbeitet mit schwerstmehrfachbehinderten<br />
Menschen. Die Anforderungen<br />
an die Pflege seien<br />
da natürlich „viel größer“,<br />
sagt der Zivi. Auch ergotherapeutische<br />
Maßnahmen<br />
oder Entspannung bei Spaziergängen<br />
oder im Snoezelraum<br />
stünden dort in der<br />
Tagesordnung weit oben.<br />
Kleingruppen von acht Beschäftigten<br />
würden dort im<br />
Verhältnis 2:1 betreut, sagt<br />
Wever.<br />
Egal, wo sie arbeiten: Unisono<br />
bestätigen die 34 FSJler<br />
und 15 Zivis bei der Westfalenfleiß,<br />
dass sie ihre so<br />
ungewohnten Erfahrungen<br />
nicht missen möchten. Dass<br />
ein FSJ auch als Praktikum<br />
bestätigt wird und in bestimmten<br />
Studiengängen bis<br />
zu sechs Monaten „modular<br />
anerkannt werden kann“,
etont Frank Hellmund, bei<br />
dem in der Personalabteilung<br />
von Westfalenfleiß die<br />
Fäden für FSJler zusammenl<strong>auf</strong>en.<br />
Außerdem erhielten<br />
die FSJler ein Taschengeld.<br />
Dieses wiederum falle so<br />
moderat aus, dass weiterhin<br />
das Kindergeld ausgezahlt<br />
werde.<br />
Viele gute Gründe, um sich<br />
für ein FSJ zu bewerben, finden<br />
die Verantwortlichen bei<br />
Westfalenfleiß. Denn auch<br />
sie haben großes Interesse<br />
daran, dass die Zahl der<br />
Interessenten nicht abreißt:<br />
„FSJler und Zivis sind für<br />
uns das Sahnehäubchen.<br />
Sie können die besonderen<br />
Dinge verwirklichen, für<br />
die sonst keine Zeit wäre“,<br />
sagt Richard Kretschmann,<br />
Leiter der Wohnstätte<br />
Gremmendorf.<br />
„Sie würden uns fehlen“, bestätigt<br />
auch Monika Depner,<br />
Ansprechpartnerin für die<br />
FSJler. Und nicht nur die<br />
Zusatzangebote, die sie ermöglichen,<br />
würden vermisst.<br />
„Ihre Jugend, ihr Schwung,<br />
ihre neuen Ideen wissen wir<br />
alle zu schätzen. Denn sie<br />
kommen von außen und<br />
schauen damit ganz anders<br />
<strong>auf</strong> die Einrichtung als Mitarbeiter,<br />
die hier seit Jahrzehnten<br />
ihren Dienst tun.“<br />
hwe<br />
Kontakt:<br />
Maria Michael (Zivildienst)<br />
Tel. 0251-61800-52<br />
Frank Hellmund (FSJ)<br />
Tel. 0251-61800-54<br />
www.westfalenfleiss.de<br />
... weil die Pflicht<br />
einen Sinn bekommt.“<br />
Nils Hommernick (19), Zivi<br />
... weil ich hier den Umgang<br />
mit Menschen mit<br />
Behinderungen lerne.“<br />
Simon Huesmann (20), Zivi<br />
... weil ich hier sehr viel lernen<br />
kann über Menschen mit Behinderungen,<br />
was ich im Alltag nicht<br />
erfahren würde.“<br />
Mathias Herden (24), Zivi-Sprecher<br />
FSJler und Zivis bei Westfalenfleiß<br />
Ich finde Westfalenfleiß gut ...<br />
... weil es für Westfalenfleiß<br />
spricht, wenn man 25 Jahre hier ist<br />
und das mein Leben mit prägt.“<br />
Richard Kretschmann,<br />
Wohnbereichsleiter<br />
... weil diese Einrichtung die<br />
Möglichkeit zum Arbeiten bietet.“<br />
Benjamin Wahmann (18), FSJ<br />
... weil man hier erfährt, wie<br />
Menschen mit Behinderungen leben<br />
und wie sie integriert werden.“<br />
Lena Kölker (18), FSJ<br />
... weil ich auch nach 25 Jahren<br />
immer noch gern hierher komme<br />
und gern mit Menschen mit<br />
Behinderungen arbeite.“<br />
Monika Depner, Sozialer Dienst<br />
... weil Westfalenfleiß mein Leben<br />
prägt, meinen Alltag und den Umgang<br />
mit Menschen. Das bereichert.“<br />
Frank Hellmund,<br />
Personalsachbearbeiter<br />
9<br />
Fotos: mt
Selbst bestimmt leben<br />
Wohnverbund-Tagung am 16. März 2010<br />
„Jeder Mensch mit Behinderung entscheidet<br />
frei, wo, wie und mit wem er leben möchte“,<br />
mit diesem Statement in ihrem Fachvortrag<br />
greift Prof. Dr. Bettina Lindmeier von der Universität<br />
Hannover einen Leitgedanken <strong>auf</strong>, für<br />
den Geschäftsführerin Gerda Fockenbrock ihre<br />
Mitarbeiter im Wohnverbund anlässlich der Jahrestagung<br />
im Münsteraner Rathaus begeistern<br />
möchte, - für neue Perspektiven im<br />
selbst bestimmten Leben von Menschen<br />
mit Behinderung. Fotos: mt<br />
10
Von den "Jungen Wilden"<br />
zum "Älter werden"<br />
Breites Themenspektrum beim<br />
WfbM-Fortbildungstag am 21. April 2010<br />
Zwei Schwerpunktthemen mit Einführungsreferaten<br />
und entsprechenden Arbeitsgruppeneinheiten<br />
standen an dem diesjährigen<br />
WfbM-Fortbildungstag am 21. April 2010 <strong>auf</strong><br />
dem Programm. Zum einen das Thema "Junge<br />
Beschäftigte mit sozial herausforderndem<br />
Verhalten", zu dem die Referentin Sabine<br />
Völkel-Recht im Plenum das Auftaktreferat<br />
hielt und in den AG's mit Mitarbeitern des<br />
Berufsbildungsbereich weiter arbeitete. Und<br />
zum anderen das Thema "Ältere Menschen in<br />
der WfbM", zu dem Sören Roters-Möller das<br />
Einführungsreferat hielt. Fotos: mt<br />
11
Die Psychologin Monika Gastreich (li.), die im Berufbildungsbereich des Industrie-Service<br />
Münster im begleitenden psychologischen Dienst tätig ist, und der Bereichsleiter des ISM-Berufsbildungsbereiches,<br />
Joachim Schreiber (re.), brachten ein neues Gruppentrainingsprogramm<br />
mit dem Namen ZERA - „Zusammenhang zwischen Erkrankung, Rehabilitation und Arbeit“<br />
- <strong>auf</strong> den Weg und etablierten es als fördernde Maßnahme für Menschen mit schizophrenen<br />
Erkrankungen.<br />
„Wieder festen Boden unter die<br />
beruflichen Füße bekommen“<br />
Sieben Teilnehmer haben das Gruppentrainingsprogramm „ZERA“<br />
abgeschlossen und berichten über ihre Erfahrungen<br />
Ein neues Gruppentrainingsprogramm<br />
mit dem<br />
Namen ZERA hat jetzt der<br />
Berufsbildungsbereich<br />
(BBB) des Industrie-Service<br />
Münster (ISM) als fördernde<br />
Maßnahme für Menschen<br />
mit schizophrenen Erkrankungen<br />
etabliert.<br />
Die Psychologin Monika<br />
Gastreich, die im Berufbildungsbereich<br />
des Industrie-<br />
Service Münster im beglei-<br />
12<br />
tenden psychologischen<br />
Dienst tätig ist, und der Bereichsleiter<br />
des ISM-Berufsbildungsbereiches,<br />
Joachim<br />
Schreiber, brachten das<br />
Programm ZERA - „Zusammenhang<br />
zwischen Erkrankung,<br />
Rehabilitation und<br />
Arbeit“ - <strong>auf</strong> den Weg. Vor<br />
einem Jahr startete das Trainingsprogramm<br />
gemeinsam<br />
mit sieben BBB-Teilnehmern<br />
des Industrie-Service Münster,<br />
- mit Erfolg.<br />
„Dass die sieben Teilnehmer<br />
so engagiert und überzeugt<br />
mitmachen würden, konnte<br />
anfangs niemand ahnen“,<br />
sind sich Monika Gastreich<br />
und Joachim Schreiber einig.<br />
Umso intensiver und nachhaltiger<br />
wirke deshalb wohl<br />
auch, was man im ZERA<br />
-Programm miteinander<br />
erarbeitet, erlebt und vor<br />
allem verinnerlicht habe, so<br />
die beiden Initiatoren.
Denn genau darum gehe<br />
es zuallererst, wie Monika<br />
Gastreich erklärt. So hätten<br />
zwei Psychologen in Stuttgart,<br />
die ZERA entwickelten,<br />
eins festgestellt: Menschen<br />
mit schizophrenen Erkrankungen<br />
gelinge der Transfer<br />
dessen, was sie in der Klinik<br />
und Maßnahmen lernten,<br />
oft im Alltag nicht. Die ZERA<br />
Schulung hingegen findet<br />
mitten im Arbeitsalltag der<br />
Teilnehmer statt. Probleme<br />
und Ziele, welche die Teilnehmer<br />
im Rahmen des<br />
Trainings bearbeiten wollen,<br />
werden unmittelbar in<br />
den dortigen Arbeitsalltag<br />
hineingetragen und mit den<br />
Fachkräften besprochen.<br />
Während der gesamten<br />
Schulung findet ein kontinuierlicher<br />
Austausch zwischen<br />
dem Teilnehmer, den<br />
Schulungsleitungen, den<br />
Gruppenleitungen und dem<br />
Sozialen Dienst statt, so dass<br />
hier Alltag und Schulungsinhalte<br />
miteinander verwoben<br />
werden: Inhalte werden<br />
permanent in den Arbeitsalltag<br />
hineingetragen und<br />
dort umgesetzt. Auf diese<br />
Weise lernen die Teilnehmer<br />
schrittweise ihre beruflichen<br />
Ziele „vor Ort“ umzusetzen<br />
Denn, so Monika Gastreich,<br />
darin bestehe oft die Tücke<br />
einer schizophrenen Erkrankung:<br />
„Plötzlich erleben die<br />
Menschen, dass nichts mehr<br />
ist wie vorher, dass nichts<br />
mehr klar ist, was zuvor klar<br />
erschien. Dass sie <strong>auf</strong> die<br />
Fragen „Wer bin ich?“ und<br />
„Was kann ich?“ ganz neue<br />
Antworten geben müssen.“<br />
Hier „Stabilität zu schaffen<br />
und wieder festen Boden<br />
unter die beruflichen Füße<br />
zu bekommen“ sei Anliegen<br />
und Aufgabe von ZERA.<br />
Klingt abstrakt? An konkreten<br />
Beispielen erläutern<br />
Monika Gastreich und<br />
Joachim Schreiber Ziele und<br />
Konzept: „Die Teilnehmer<br />
wissen, dass sie in der Arbeitswelt<br />
bestimmte Rahmenbedingungen<br />
einhalten<br />
müssen. Pünktlichkeit,<br />
festgelegte Pausen und keine<br />
darüber hinaus, die Fähigkeit,<br />
ein Problem <strong>auf</strong>zuschieben,<br />
weil nicht ständig<br />
ein Gegenüber kommunikationsbereit<br />
bereit steht;<br />
Konkurrenz zu erleben und<br />
auszuhalten.“ All das seien<br />
Industrie-Service Münster<br />
Anforderungen im Berufsalltag,<br />
die es anzunehmen<br />
und zu bewältigen gelte. Was<br />
<strong>auf</strong>grund der Erkrankung<br />
manchmal schwer falle.<br />
Einige Teilnehmer pflichten<br />
Monika Gastreich bei: „Wir<br />
wollen uns ja mit Gesunden<br />
messen, statt in die<br />
Krankheit zu flüchten“, sagt<br />
beispielsweise die 30jährige<br />
Leonie L. (Namen aller Teilnehmer<br />
von der Redaktion<br />
geändert). „Wir wollen mit<br />
den Gesunden <strong>auf</strong> Augenhöhe<br />
gehen und möchten<br />
nicht, dass ständig <strong>auf</strong> uns<br />
Rücksicht genommen wird“,<br />
fährt Leonie L. fort. Aber im<br />
Berufsalltag sei das doch<br />
manchmal schwierig zu<br />
steuern.<br />
13
Industrie-Service Münster<br />
Die 24jährige Nicole R., die<br />
früher Mathematik studierte,<br />
hat ein anderes Ziel in die<br />
Wirklichkeit umgesetzt. Ihr<br />
war klar, dass sie undeutlich<br />
sprach, wenn es ihr<br />
nicht gut ging. Also suchte<br />
sie sich selbständig einen<br />
Logopäden und arbeitet<br />
an dieser Auffälligkeit. Mit<br />
Erfolg. Ebenso hat sie sich<br />
der Tatsache gestellt, dass sie<br />
in Arbeitsprozessen „viel zu<br />
viel kontrolliert und damit<br />
das Arbeitstempo drosselt.“<br />
Auch an diesem Problem<br />
arbeitet sie seit und dank<br />
ZERA.<br />
Denn hier wurden ihr in Eigen-<br />
und Gruppenreflektion<br />
die Grenzen, die ihre Krankheit<br />
setzt, ebenso <strong>auf</strong>gezeigt<br />
wie ihre Stärken. Ein Prozess,<br />
der manchmal schmerzlich<br />
ist, das geben alle zu. Denn<br />
wer outet sich schon gern<br />
vor einer Gruppe? Und wer<br />
hört gern, welche Grenzen<br />
und Auffälligkeiten er mitbringt?<br />
„Doch gerade diese<br />
Offenheit, diese rückhaltlose<br />
14<br />
gegenseitige Annahme ist<br />
in der ZERA -Gruppe großartig<br />
gelungen“, so Monika<br />
Gastreich.<br />
Die Teilnehmer pflichten<br />
ihr bei. „Der Zusammenhalt<br />
hat wirklich viel gebracht“,<br />
sagt eine 33jährige. „Wir sind<br />
jetzt mehr als zuvor bereit<br />
und in der Lage, Eigenverantwortung<br />
zu übernehmen“,<br />
ergänzt Nicole R. Das<br />
sieht die Psychologin Monika<br />
Gastreich ähnlich: „Die<br />
Teilnehmer sollen Experten<br />
ihrer eigenen Geschichte<br />
werden. Sie sollen wissen,<br />
was für sie gut ist, und sich<br />
das nicht mehr von anderen<br />
vorsagen lassen müssen“,<br />
meint sie.<br />
Nicole R. weiß jetzt genau,<br />
wie es für sie weitergehen<br />
soll. In Kürze wird sie ein<br />
Praktikum in einer Apotheke<br />
<strong>auf</strong>nehmen, in der sie<br />
zuvor schon ein Praktikum<br />
begonnen hatte. So werde<br />
für sie der Vergleich der Zeit<br />
vor und nach ZERA umso<br />
deutlicher ausfallen können,<br />
meint sie.<br />
Auch Kai M. will bei der<br />
Bezirksregierung mit einem<br />
Praktikum wieder anknüpfen,<br />
um heraus zu finden,<br />
„ob ich <strong>auf</strong> dem ersten<br />
Arbeitsmarkt zurechtkommen<br />
kann und ob es realistisch<br />
ist, dort wieder hin zu<br />
wollen.“<br />
Neun Monate lang haben<br />
sich die sieben Teilnehmer<br />
zusammenger<strong>auf</strong>t, haben<br />
Präsentationen und Diskussionen<br />
in Klein- und Großgruppe<br />
gewagt, haben sich<br />
mit Entstehung und Verl<strong>auf</strong><br />
ihres Krankheitsbildes auseinander<br />
gesetzt, haben ihre<br />
individuellen Stärken und<br />
Schwächen ergründet und<br />
sich ihnen gestellt, haben<br />
realistische Ziele formuliert<br />
und mit deren Umsetzung<br />
begonnen. Die Mehrzahl<br />
der Teilnehmer fühlt sich<br />
durch ZERA fit, gewappnet<br />
und gestärkt. Der Alltag kann<br />
kommen.<br />
hwe<br />
Erfolgreicher erster Durchl<strong>auf</strong> des Förderangebotes ZERA beim Industrie-Service Münster<br />
Individuelle Zielplanungen im Arbeitsalltag verwirklichen<br />
Menschen mit der Diagnose Schizophrenie werden in der Regel ausführlich über die neurobiologischen<br />
Zusammenhänge ihrer Erkrankung informiert, damit sie die Medikamente - Neuroleptika-, die nicht frei von<br />
Nebenwirkungen sind - auch täglich einnehmen. Hintergrund: Die biologischen Zusammenhänge können von<br />
den Erkrankten nicht selbst beeinflusst oder verändert werden.<br />
Aus diesem Grunde wird im ZERA Programm hauptsächlich an Themen gearbeitet, die von den Teilnehmern<br />
selbst beeinflusst und verändert werden können. Dazu gehören zum Beispiel die Problemlösefähigkeit, der<br />
Umgang mit Stress, Frühwarnzeichen und Krisen, die Fähigkeit, die eigenen Arbeitsfähigkeiten realistisch<br />
einzuschätzen, die Fähigkeit, sich selbstständig Ziele zu setzen und zu erreichen und vor allem die Fähigkeit,<br />
die eigene berufliche Zukunft zu planen. Das Training will den Teilnehmern helfen, mit der Krankheit<br />
konstruktiv umzugehen und individuelle Zielplanungen zu verwirklichen. Dies scheint im ersten Durchl<strong>auf</strong><br />
bei ISM, wo Monika Gastreich zusammen mit Co-Trainer und Bereichsleiter Joachim Schreiber diese Schulung<br />
in die Förderangebote ISM <strong>auf</strong>genommen haben, gelungen zu sein.<br />
Nun sind weitere Teilnehmer an den ZERA Start gegangen.
28 Absolventen im Berufsbildungsbereich<br />
Feierliche Zertifikatsübergabe nach Abschluss der Qualifizierung<br />
Mit einer offiziellen Entlassungsfeier<br />
am 12. März<br />
samt Frühstücksbuffet und<br />
Zertifikatsvergabe verabschiedete<br />
Westfalenfleiß 28<br />
junge Menschen mit Behinderungen,<br />
die im Jahr 2010 ihre<br />
Berufsbildungsmaßnahme<br />
abgeschlossen haben.<br />
Alle Teilnehmer sind nach Abschluss<br />
der zweijährigen Maßnahme<br />
in die verschiedensten<br />
Arbeitsbereiche der Werkstätten,<br />
wie Schreinerei, Näherei<br />
oder Garten- und Landschaftspflege,<br />
übernommen worden,<br />
oder wurden erfolgreich <strong>auf</strong><br />
Außenarbeitsplätze vermittelt.<br />
Vor dem Start ins Berufsleben<br />
haben die 28 Teilnehmer zwei<br />
Jahre lang das Angebot genutzt,<br />
den Berufsalltag kennen<br />
zu lernen.<br />
So standen neben dem theoretischen<br />
auch lebensprak-<br />
tischer Unterricht und spezielle<br />
Förderangebote <strong>auf</strong> dem Tagesplan:<br />
Arbeitssicherheit, Werken mit Holz<br />
und Speckstein, Verkehrssicherheitstraining,<br />
Sprach-, Lese- und<br />
Rechtschreibkurse sowie Vorbereitungen<br />
im Bereich selbstständiger<br />
Haushaltsführung und Wohnen. Ein<br />
Teilnehmer erhielt den Gabelstaplerführerschein<br />
nach erfolgreich<br />
beendeter Qualifizierung im Umgang<br />
mit Flurförderfahrzeugen.<br />
In regelmäßigen Praktika konnten<br />
die jungen Menschen Berufserfahrung<br />
sammeln und einschätzen<br />
lernen, welche Arbeit ihnen<br />
gefällt, was sie besonders interessiert,<br />
welche Tätigkeit sie am<br />
besten können und wer für welches<br />
Berufsfeld geeignet ist.<br />
Der erfolgreiche Abschluss war<br />
Grund genug, im offiziellen Rahmen<br />
den Start ins Arbeitsleben<br />
gebührend zu feiern. Mit individuellen<br />
Wünschen für den weiteren<br />
Berufsbildungsbereich<br />
beruflichen Lebensweg von der<br />
Leiterin des Berufsbildungsbereiches,<br />
Ulrike Hochstrat,<br />
Reiner Schulz von der Agentur<br />
für Arbeit sowie Monika Sewert<br />
als Vertreterin des Landschaftsverbandes<br />
Westfalen-Lippe,<br />
überreichte Verwaltungsleiter<br />
Siegfried Thomaszick den<br />
Absolventen im feierlichen<br />
Rahmen die Zertifikate über<br />
den Abschluss der Maßnahme.<br />
Nach der Zertifikatsübergabe<br />
und einem reichhaltigen Frühstücksbuffet<br />
gestalteten die<br />
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />
des Berufsbildungsbereiches<br />
ein buntes Rahmenprogramm.<br />
Dabei fand ein Quiz bei den<br />
Teilnehmern großen Anklang<br />
und jeder konnte sich mit seinem<br />
Wissen und individuellem<br />
Ideenreichtum einbringen. Als<br />
Preis winkten Kinogutscheine<br />
für die Gewinner. mt<br />
Freuen sich über ihren Abschluss im Berufsbildungsbereich: Nadine Basgier, Michael Batista, Patrik<br />
Biewald, Kristin Brügger, Handan Demir, Roman Donhauser, Sebastian Dosche, Jana Duschek, Daniel<br />
Eckhardt, Benjamin Gellrich, Kristina Griese, Stephan Grote, Pia Humborg, Patrick Mayer, Alexander<br />
Möhle, Jens Neersen, Damian Raczkowski, Ana-Rocio Sanchez-Real, Jörn Schmiedel, Thomas Schönnebeck,<br />
Viktoria Schell, Verena Sievers, Claas Sonntag, Viktor Stang, Christian Thorhauer, Diana<br />
Wieler, Ömer Yakan und Mathieu Walther. Foto: mt<br />
15
Ministerbesuch<br />
„Hier zeigen Menschen mit Handicap, was sie dr<strong>auf</strong> haben“, sagte Arbeits- und<br />
Sozialminister Karl-Josef Laumann am 19. April 2010 in Münster beim Besuch der<br />
MDS-Großküche am Gustav-Stresemann-Weg. Foto: bh<br />
16<br />
Teilhabe<br />
Berufsleben<br />
ist Brücke für<br />
echte Teilhabe<br />
„Die Integration ins<br />
Berufsleben ist die<br />
beste Brücke für<br />
eine echte Teilhabe<br />
am gesellschaftlichen<br />
Leben",<br />
davon zeigte sich<br />
Minister Karl-Josef<br />
Laumann überzeugt,<br />
als er am<br />
19. April 2010 die<br />
Großküche des Integrationsunternehmens<br />
„MDS - MünsteranerDienstleistungsService“,<br />
eine<br />
Tochtergesellschaft<br />
der Westfalenfleiß<br />
GmbH besuchte.<br />
Mitglieder der<br />
Gesellschafterversammlung,<br />
des Aufsichtsrates<br />
und der<br />
Geschäftsführung<br />
der Westfalenfleiß<br />
GmbH sowie regionale<br />
Vertreter der<br />
Stadt Münster und<br />
des Landschaftverbandes<br />
Westfalen-<br />
Lippe besichtigten<br />
gemeinsam mit dem<br />
Minister die MDS-<br />
Großküche.<br />
„Hier zeigen Menschen<br />
mit Handicap,<br />
was sie dr<strong>auf</strong><br />
haben", so der Minister.<br />
Die Arbeit in<br />
einem Wirtschaftsunternehmen<br />
bringe<br />
ihnen nicht nur<br />
Kontakt zu anderen<br />
Kolleginnen und<br />
Kollegen, sondern<br />
auch das Erfolgserlebnis,<br />
etwas Marktfähiges<br />
geschaffen<br />
zu haben.
Kontakte geknüpft<br />
Erfolgreiche Hausmesse in der Rudolf-Diesel-Straße<br />
Neue Wege der Präsentation beschritt die Produktionsleiterin der<br />
Zweigwergstatt Nord in der Rudolf-Diesel-Straße, Marion Esser. Sie lud<br />
am 23. April 2010 ihre Kunden zu einer "Hausmesse" in die Werkstatt<br />
ein und zeigte ihnen, was Westfalenfleiß an Dienstleistungsangeboten<br />
vor Ort zu bieten hat, - von der Großwäscherei bis hin zur Etikettiermaschine.<br />
Nicht nur die Kunden, sondern auch Geschäftsführerin<br />
Gerda Fockenbrock und Verwaltungsleiter Siegfried Thomaszick waren<br />
begeistert. Beim Sommerfest am 6. August wurde dann gemeinsam mit<br />
den Beschäftigten zum 10jährigen ein großes Sommerfest gefeiert.<br />
Hausmesse in der Rudolf-Diesel-Straße<br />
17
Inklusionstagung Münster 2010<br />
18<br />
all inclusive - auch für<br />
Menschen mit Behinderung<br />
Erfolgreiche Inklusionstagung<br />
in Münster am 8. Mai 2010 im Landeshaus<br />
Den meisten Menschen<br />
wird das Leben so serviert:<br />
all inclusive. Der Gang<br />
zum Fußballtraining, ins<br />
Theater oder zum Malkurs.<br />
Kein Problem. Ein Leben all<br />
inclusive. Für viele Münsteraner<br />
ganz selbstverständlich.<br />
Für Menschen mit<br />
Lernschwierigkeiten oder<br />
mit geistiger Behinderung<br />
ist das oft immer noch eine<br />
Ausnahme. Nicht alle Münsteraner<br />
leben all inclusive.<br />
Dabei sind wir doch alle<br />
ein Teil der Gesellschaft.<br />
Alle sind wir Bürger der<br />
Stadt Münster. All Inclusive.<br />
Inklusion heißt, dass ganz<br />
unterschiedliche Menschen<br />
eine Gesellschaft bilden.<br />
Von Anfang an. Gemeinsam.<br />
Dabei sein.<br />
Bei der Inklusionstagung,<br />
die am 8. Mai im Landeshaus<br />
in Münster stattfand,<br />
kamen 100 Menschen mit<br />
und ohne Behinderung zusammen,<br />
die in Workshops<br />
zu Themen wie Wohnen<br />
inclusive, Sport inclusive,<br />
Kreativ inclusive, Inklusion:<br />
kritisch - konkret, Ehrenamt
inclusive, UN-Konvention:<br />
Rechte inclusive, Gemeinde<br />
inclusive und Selbstvertretung<br />
inclusive das Thema<br />
Inklusion diskutierten und<br />
auch aktiv ausprobierten.<br />
So fanden in der zweiten<br />
Tageshälfte Aktiv-Workshops<br />
statt von Aikido, Tanz und<br />
Fußball über Singen, Masken<br />
gestalten und Klangschalen<br />
erleben bis hin zu Rhythmus<br />
und Form und Farbe.<br />
Veranstaltet wurde die Inklu-<br />
sionstagung von der Regionalkonferenz<br />
zu Weiterentwicklung<br />
der Lebenswelten<br />
von Menschen mit geistiger<br />
Behinderung in Münster,<br />
- einem Zusammenschluss<br />
von vielen<br />
Interessengruppen<br />
und<br />
Institutionen,<br />
die unter dem<br />
Leitgedanken<br />
„Es ist normal,<br />
verschieden zu<br />
sein“, Menschen mit geistiger<br />
Behinderung in jedem<br />
Lebensalter unterstützen,<br />
ein möglichst normales<br />
Leben zu führen. mt<br />
www.inklusionstagung2010.de<br />
FSJler aus Emsdetten zu Besuch bei Westfalenfleiß: In Begleitung der Referenten Alexander Daum und Martina<br />
Terhaar machten FSJler aus Emsdetten im Rahmen ihrer FSJler-Schulung eine Exkursion zur Westfalenfleiß<br />
GmbH. Schwerpunktthema des Besuches war der Informationsaustausch mit den Zivis und FSJlern vor Ort. Im<br />
Bild (v.l.n.r.): Hendrik Brockhues, Nils Hommernick, Mario Kamp, Johannes Probst, Marko Buchmann, André Engbert,<br />
Steffen Hinrichs, Alexander Daum, Eduard, Simon Huesmann, Moritz Ostrop und Martina Terhaar. Foto: mt<br />
19
Werkstattratschulung<br />
Mitwirkungsverordnung ist Thema Nr. 1<br />
Eine zuckersüße Überraschung erwartete 30<br />
Werkstatträte aus den AWO-Werkstätten des<br />
AWO-Bezirks Westliches Westfalen, die vom 26.<br />
bis 28. Mai 2010 zur Werkstattratschulung im<br />
Lucy-Romberg-Haus in Marl zusammen kamen,<br />
um sich in dieser dreitägigen Fortbildung mit<br />
der Werkstättenmitwirkungsverordnung auseinanderzusetzen.<br />
Denn bevor sich die Gremienvertreter<br />
aus Münster, Siegen, Dortmund und<br />
Gevelsberg in Diskussionen und Rollenspielen<br />
den Gesetzestexten widmeten, bat das Moderatorenteam<br />
mit Volker Obermeier, Margret Topp,<br />
Michael Stecken, Uwe Weber, Doreen Wedekind<br />
20<br />
Mit leckeren Softdrinks bittet das Moderatorenteam der Werkstattratschulung<br />
im Lucy-Romberg-Haus in Marl vom 26. bis 28. Mai zur Einführung und<br />
zum Kennenlernen zum "Speed-Dating": Volker Obermeier, Margret Topp,<br />
Michael Stecken, Uwe Weber, Doreen Wedekind und Heiner Viefhues (v.l.).<br />
und Heiner Viefhues zum "Speed-Dating". Jeder bekam eine leckeren Softdrink zur Begrüßung, und dann ging es los mit dem "Kennenlernen<br />
in zwei Minuten". Ein Gongschlag gab den Zeittakt an und jeder rutschte versetzt einen Platz weiter, so dass sich jeder<br />
mit jedem in entspannter Atmosphäre "beschnuppern" konnte. Auf dem Programm stand neben dem Thema Nr. 1, der Mitwirkungsverordnung,<br />
die UN-Konvention und die Wahl zum Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) der Werkstatträte in NRW. Die<br />
Wahl fiel <strong>auf</strong> Frank Szypior von der Westfalenfleiß GmbH und Kai Kraft vom AWO-Werkstattverbund Ennepe-Ruhr. Sie sind zwei der<br />
insgesamt 17 ordentlichen LAG-Mitglieder, die in Zukunft für die Arbeiterwohlfahrt überörtlich die Interessen von 70 000 Werkstattbeschäftigten<br />
in Nordrhein-Westfalen vertreten. Als Stellvertreterinnen wurden Corinna Hoffman und Christina Fersch gewählt.
Das Organisationsteam<br />
mit Michael Dreiucker von<br />
der Diakonie Rheinland-<br />
Westfalen-Lippe (li.) und<br />
Werner Heer, Caritas (re.).<br />
Die Zukunft<br />
gestalten<br />
Landesarbeitsgemeinschaft für Werkstatträte in NRW<br />
LAG für Werkstatträte in NRW gegründet<br />
Frank Szypior und Kai Kraft vertreten als LAG-Mitglieder die AWO<br />
Die Werkstatträte in Nordrhein-Westfalen wollen sich über ihre lokale<br />
Interessensvertretung hinaus mehr Gehör verschaffen. Deswegen ist am<br />
17. März im Düsseldorfer Landtag die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG)<br />
der Werkstatträte gegründet worden.<br />
Frank Szypior von der Westfalenfleiß GmbH und Kai Kraft vom AWO-Werkstattverbund<br />
Ennepe-Ruhr sind zwei der insgesamt 17 ordentlichen LAG-Mitglieder,<br />
die in Zukunft für die Arbeiterwohlfahrt überörtlich die Interessen von 70 000<br />
Werkstattbeschäftigten in Nordrhein-Westfalen vertreten. Am 31. Mai tagte<br />
die neue Arbeitsgemeinschaft erstmals in Dortmund in der Bezirksgeschäfts-<br />
stelle der AWO Westliches Westfalen e.V.. Koordinatoren der Landesvertretung<br />
der Werkstatträte NRW sind Michael Dreiucker<br />
von der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe<br />
e.V. und Werner Heer, Caritas.<br />
„Mischen Sie sich weiter ein und nehmen Sie<br />
Ihre Rechte wahr!“, sagte Minister Karl-Josef<br />
Laumann (Mitte) anlässlich seines Besuches<br />
bei der LAG-Gründungsversammlung für<br />
Werkstatträte am 17. März im Landtag in<br />
Düsseldorf. Im Bild Frank Szypior (3.v.l.) und<br />
Kai Kraft (1. Reihe, 3.v.l.), die zukünftig als<br />
LAG-Mitglieder die AWO vertreten. Fotos: mt<br />
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21
Besuchergruppe<br />
AWO-Pensionäre erkundeten Westfalenfleiß: In Begleitung von Petra Gessner (li.), Aufsichtsratsmitglied<br />
der Westfalenfleiß GmbH und Referentin für Behindertenhilfe bei der AWO Bezirk Westliches Westfalen e. V.,<br />
besichtigte eine zehnköpfige Gruppe mit AWO-Pensionären am Vormittag des 10. Mai 2010 die Hauptwerkstatt<br />
von Westfalenfleiß am Kesslerweg. Während ihres aktiven Berufslebens waren die heutigen Pensionäre als langjährige<br />
AWO-Mitarbeiter in unterschiedlichen sozialen Einrichtungen der Arbeiterwohlfahrt bundesweit tätig und<br />
bekundeten während des Rundgangs durch die Werkstatt großes Interesse. Nach einem gemeinsamen Mittagessen<br />
im Speisesaal am Kesslerweg stand am Nachmittag ein Besuch <strong>auf</strong> <strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong> <strong>auf</strong> dem Programm. Foto: mt<br />
22
ECHO erinnert sich an Karl-Heinz Garbe<br />
Westfalenfleiß trauert mit den Beschäftigten, Mitarbeitern,<br />
Angehörigen und Freunden um Karl-Heinz Garbe,<br />
der am 8. Mai verstorben ist und jetzt im Juni 65 Jahre<br />
alt geworden wäre.<br />
Seit 1987 war Karl-Heinz Garbe Geschäftsführer der<br />
Westfalenfleiß GmbH - und dies mit ganzem Herzen.<br />
Vieles bleibt, was er in den über 20 Jahren „seiner“<br />
Firmengeschichte <strong>auf</strong> die Beine gestellt hat. Bei jedem<br />
Einzelnen hat er einen Teil seiner Persönlichkeit, seiner<br />
Kraft und Energie, seiner Gradlinigkeit und Warmherzigkeit<br />
zurückgelassen.<br />
Seinen großen Einsatz für die Interessen der Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter und Menschen mit Behinderungen<br />
bei Westfalenfleiß und MDS möchte sich das<br />
Unternehmen bewahren als Andenken und Auftrag für<br />
die Zukunft.<br />
ECHO-Beilage Karl-Heinz Garbe Heft 2-3 2010 (Seite 1)<br />
23
Unterzeichnung der Geschäftsordnung für den Werkstattrat mit dem 1. Vorsitzenden Frank Szypior (2002)<br />
Jubilarfeier (1994)<br />
Konzertabend im Speisesaal<br />
der Westfalenfleiß GmbH am<br />
Kesslerweg (2000)<br />
ECHO-Beilage Karl-Heinz Garbe Heft 2-3 2010 (Seite 2)<br />
24<br />
Ausstellung "Bildstörung" im<br />
Münsteraner Rathaus anlässlich des<br />
75jährigen Jubiläums der Westfalenfleiß<br />
GmbH (2000)<br />
Karneval (1998)
Upkammer <strong>auf</strong> <strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong><br />
(1998)<br />
Offizielle Eröffnung der<br />
Zweigwerkstatt Nord (2002)<br />
Grundsteinlegung am Zwi-Schulmann-Weg<br />
(2002)<br />
Jubilarfeier (1992)<br />
Ferienfreizeit<br />
(1998)<br />
Karl-Heinz Garbe mit<br />
Dieter Kunath (2002)<br />
Pfeifkonzert<br />
am 5. Mai (2000)<br />
OB Berthold Tillman besucht die<br />
Zweigwerkstatt Nord (2002)<br />
Westfalenfleiß-Fußballer sind<br />
Deutscher Meister (2002)<br />
ECHO-Beilage Karl-Heinz Garbe Heft 2/-3 2010 (Seite 3)<br />
25
Bad Sachsa (2009)<br />
ECHO-Beilage Karl-Heinz Garbe Heft 2-3 2010 (Seite 4)<br />
26<br />
Berlin (2009)<br />
Westfalenfleiß-ECHO (1/2010)
„Wir sind dabei“<br />
Bewohner der Westfalenfleiß-Wohnstätten engagieren sich<br />
als Praktikantenbetreuer im Projekt „Sozialführerschein“<br />
Seit dem 1. Juli 2009 gibt es<br />
im Wohnverbund der Westfalenfleiß<br />
GmbH in Münster<br />
die Möglichkeit für Schüler<br />
der Klassen 9 und 10 von<br />
Hauptschulen, Realschulen<br />
und Gymnasien, das Zertifikat<br />
„Sozialführerschein“ zu<br />
erlangen. „Wir sind dabei“<br />
freut sich Martin Wegener,<br />
der als Praktikantenbetreuer<br />
in der Wohnstätte Haus<br />
Wolbeck die Schüler begleitet.<br />
Das Projekt Sozialführerschein<br />
wird von der Stiftung<br />
Wohlfahrtspflege NRW mit<br />
162.000 € finanziell unterstützt.<br />
Es bietet jungen<br />
Menschen zwischen<br />
14 und 16 Jahren<br />
die Möglichkeit,<br />
während eines<br />
außerschulischen<br />
Praktikums in den<br />
Alltag der Westfalenfleiß-Einrichtungenhineinzuschnuppern.<br />
So können die<br />
Schüler die Lebenswelt<br />
von Menschen<br />
mit Behinderung<br />
kennen lernen und<br />
erste berufsorientierende<br />
Eindrücke<br />
sammeln.<br />
Im Rahmen des<br />
Projektes “Sozialführerschein”<br />
besuchen<br />
die teilnehmenden<br />
Sozialführerschein<br />
Praktikantenanleiterin Doris Senfft (l.) freut sich mit Schülerin<br />
Katrin Wasserfuhr über das Zertifikat "Sozialführerschein".<br />
Schüler ein Wohnhaus der<br />
Westfalenfleiß in ihrem<br />
Stadtteil. Eingebunden in<br />
das Projekt sind zurzeit die<br />
Wohnstätten Haus Wolbeck,<br />
Haus Gremmendorf, <strong>Gut</strong><br />
<strong>Kinderhaus</strong> und die Wohngemeinschaft<br />
An der Meerwiese<br />
in Coerde.<br />
Die Schüler nehmen innerhalb<br />
eines Zeitraumes von<br />
vier Wochen an vier Nachmittagen<br />
am Lebensalltag<br />
der Menschen mit Behinderung<br />
teil. Die Jugendlichen<br />
haben die Möglichkeit, die<br />
gemeinsamen Nachmittage<br />
zusammen mit den Nutzern<br />
zu gestalten. Darüber hinaus<br />
erhalten sie theoretische<br />
Kenntnisse zum Begriff<br />
23<br />
27
Sozialführerschein<br />
<strong>Gut</strong> gelaunt: Praktikantenanleiterin<br />
Wilhelmine Jörling<br />
(Mitte), Bewohner Norbert<br />
Machtens und die Schülerin<br />
und Sozialführerscheinpraktikantin<br />
Sandra Stohlbrink.<br />
Behinderung, zum Menschenbild,<br />
zum Umgang der<br />
Gesellschaft mit Menschen<br />
mit Behinderung, zu pädagogisch<br />
Aspekten und zu beruflichen<br />
Perspektiven. Am<br />
Ende bekommen die Schüler<br />
24<br />
28<br />
über ihre Tätigkeit das Zertifikat<br />
"Sozialführerschein".<br />
Dieses Zertifikat können sie<br />
ihren Bewerbungsunterlagen<br />
beifügen und erhöhen<br />
damit gegebenenfalls ihre<br />
beruflichen Chancen.<br />
Bewohner werden geschult<br />
als Praktikantenbetreuer<br />
Begleitet werden die Schüler<br />
von der Koordinatorin des<br />
Projektes, Birgit Honsel-<br />
Ackermann und von einem<br />
oder mehreren geschulten<br />
Mitarbeitern in den jeweiligen<br />
Häusern. Eine weitere<br />
Begleitung erfolgt durch<br />
eigens für das Projekt geschulte<br />
Bewohner als Praktikantenbetreuer<br />
in jedem<br />
Haus. Die Praktikantenbetreuer<br />
zeigen den Schülern<br />
das Haus, sie erzählen den<br />
Jugendlichen, wie die Menschen<br />
in den Häusern leben,<br />
sie berichten den Praktikanten,<br />
welche Regeln es in<br />
den Häusern gibt und sie<br />
beantworten den Schülern<br />
Fragen. Sie sind auch dabei,<br />
wenn die Schüler ihr Zertifikat<br />
überreicht bekommen.<br />
„Wir möchten den Schülern<br />
zeigen, dass wir ganz normale<br />
Leute sind“ erklärt Karl-<br />
Heinz Niems, der in Haus<br />
Gremmendorf als Praktikantenbetreuer<br />
fungiert.<br />
Um die Praktikantenbetreuer<br />
<strong>auf</strong> ihre Aufgabe<br />
vorzubereiten, wurden<br />
zwei Schulungstermine<br />
für sie durchgeführt. Dazu<br />
wurde im Vorfeld ein Schulungskonzept<br />
in einfacher<br />
Sprache entwickelt. „Für die<br />
Vorbereitung der Bewohner<br />
war es wichtig, dass in der<br />
Schulung neben den Informationen<br />
zum Projekt und<br />
der Besprechung der Aufgaben<br />
der Praktikantenbetreuer<br />
auch Übungen zur Stärkung<br />
des Selbstbewusstseins<br />
für die Teilnehmer enthalten<br />
waren. Außerdem haben wir<br />
im Rollenspiel Gespräche<br />
mit den Schülern geübt und<br />
besprochen, wie man sich in<br />
SWIN<br />
LACKSYSTEME
Pressetermin im Gymnasium Wolbeck am 10. Juni 2010 mit Dr. Andrea Hanke (re.), Beigeordnete<br />
für Bildung, Familie, Jugend, Kultur und Sport der Stadt Münster, Edith Verweyen-Hackmann<br />
(3.v.l.), Schulleiterin Gymnasium Wolbeck, Beatrice Becker (3.v.r.), Be<strong>auf</strong>tragte für das<br />
Sozialpraktikum am Gymnasium Wolbeck, Birgit Honsel-Ackermann (2.v.r.), Koordinatorin<br />
Projekt „Sozialführerschein“ und Schülerinnen des Gymnasiums Wolbeck. Foto: mt<br />
einem Gespräch verhalten<br />
soll – z.B. wie man verständlich<br />
spricht, wie man<br />
seinen Körper hält, wie man<br />
den anderen ansieht, wie<br />
man dem anderen zuhört “,<br />
erzählt Birgit Honsel-Acker-<br />
mann, Koordinatorin des<br />
Projektes Sozialführerschein.<br />
Insgesamt 12 Bewohner<br />
aus den vier Wohnhäusern<br />
nahmen an den Schulungen<br />
teil und führen seither ihre<br />
Sessendrupweg 60 • 48161 Münster<br />
Telefon 02533/555 und 556 • Telefax 025 33/35 99<br />
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exklusive Art des Reisens<br />
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Aufgabe mit großem Engagement<br />
und viel Freude aus.<br />
Inzwischen haben bereits<br />
50 Schüler den Sozialführerschein<br />
absolviert. „Den Praktikantenbetreuer<br />
empfinde<br />
ich als eine große Unterstützung.<br />
Durch ihn nehme ich<br />
viel Wissen über den Alltag<br />
von Menschen mit Behinderung<br />
mit nach Hause“, stellt<br />
Achin Farec, Praktikantin in<br />
der Wohngemeinschaft An<br />
der Meerwiese fest.<br />
Die Praktikantenbetreuer<br />
tragen also erheblich zum<br />
guten Gelingen des Projektes<br />
bei.<br />
bha<br />
Kontakt:<br />
Marija Olbrich<br />
Projektleiterin<br />
Tel. 02504-9302-12<br />
marija.olbrich@westfalenfleiss.de<br />
Birgit Honsel-Ackermann<br />
Koordinatorin<br />
Tel. 0251-609689-25<br />
birgit.honsel@westfalenfleiss.de<br />
www.westfalenfleiss.de<br />
25<br />
29
Das neue Geschäftsführungstrio der Westfalenfleiß<br />
GmbH (v.l.): Uwe Hildebrandt, Gerda<br />
Fockenbrock und Martin Becker. Fotos: mt<br />
Uwe Hildebrandt<br />
24 30<br />
Am 1. Juni haben Uwe Hildebrandt und Martin Becker bei der Westfalenfleiß GmbH<br />
ihren Dienst <strong>auf</strong>genommen und führen seit dem gemeinsam mit Gerda Fockenbrock die<br />
Geschäfte des Unternehmens.<br />
Bodo Champignon, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Westfalenfleiß<br />
GmbH und Dr. Michael Kaven, Vorsitzender des Aufsichtsrates von Westfalenfleiß sowie<br />
Günter Heede, stv. Vorsitzender der Gesellschafterversammlung, Eckardt Andersson,<br />
stv. Vorsitzender des Aufsichtsrates und die Aufsichtsratsmitglieder Petra Gessner und<br />
Friedhelm Schlichting erläuterten am 11. Juni in einer Pressekonferenz und einer Mitarbeiterversammlung<br />
(Fotos unten) die neue Struktur der Geschäftsführung der Westfalenfleiß<br />
GmbH und des Münsteraner DienstleistungsService, der MDS GmbH.<br />
Uwe Hildebrandt ist Sprecher der Geschäftsführung der Westfalenfleiß GmbH und<br />
Geschäftsführer der MDS GmbH. Gerda Fockenbrock ist wie bisher Geschäftsführerin für<br />
den Bereich Wohnen und Soziales. Martin Becker ist Geschäftsführer für den Bereich<br />
Arbeit der Westfalenfleiß GmbH und Geschäftsführer der MDS GmbH.<br />
„Das Wir-Gefühl ist wichtig!"<br />
Uwe Hildebrandt im Gespräch mit ECHO<br />
Uwe Hildebrandt, der am<br />
1. Juni in die Geschäftsführung<br />
eingetreten ist, sieht<br />
seine wichtigste Aufgabe<br />
darin, das Unternehmen<br />
"gut am Markt zu positionieren"<br />
und die Auftragslage<br />
durch "hoch professionelle<br />
und gut funktionierende<br />
Akquise" zu verbessern.<br />
Für Uwe Hildebrandt ist<br />
die Mischung seiner neuen<br />
Aufgaben das Besondere:<br />
„Wir haben den klaren<br />
Auftrag, uns um die Menschen<br />
mit Behinderung zu<br />
kümmern und nicht nur<br />
<strong>auf</strong> die Zahlen zu gucken,<br />
sondern auch <strong>auf</strong> die Menschen.<br />
Dann erst kommt<br />
die Wirtschaftlichkeit. Das<br />
hinzukriegen, ist eine große<br />
Herausforderung."<br />
„Wenn wir nicht lernen, uns<br />
<strong>auf</strong> die Dinge zu konzentrieren,<br />
die wir können,<br />
dann sind wir<br />
nicht zukunftsfähig",<br />
betont<br />
der Sprecher<br />
der Geschäftsführung.<br />
Und<br />
da müsse man<br />
die Menschen<br />
mitnehmen und<br />
die Verantwortung<br />
geben.<br />
Uwe Hildebrandt<br />
ist Diplom-Volkswirt,<br />
42 Jahre, seit zwölf<br />
Jahren als Geschäftsführer<br />
in verschiedenen<br />
Gliederungen<br />
der Arbeiterwohlfahrt<br />
tätig. Er nimmt jeweils<br />
mit einer halben Stelle<br />
seine Funktion in der<br />
Westfalenfleiß- und<br />
MDS Geschäftsführung<br />
wahr und bleibt mit der<br />
anderen halben Stelle<br />
weiterhin als Geschäftsführer<br />
des Unterbezirks<br />
Münsterland-Recklinghausen<br />
tätig.<br />
Kommunikation<br />
und das<br />
Wir-Gefühl sei<br />
dabei wichtig,<br />
betont er. Uwe<br />
Hildebrandt:<br />
„Mein Wunsch ist es, dass<br />
sich unsere Mitarbeiterinnen<br />
und Mitarbeiter identifizieren<br />
mit dem, was sie tun und<br />
stolz dar<strong>auf</strong> sind."<br />
Neue Struktur der Geschäftsführung vorgestellt Neue Struktur der Geschäftsführung vorgestellt Neue Struktur der Geschäftsführung vorgestellt<br />
11. Juni 2010 11. Juni 2010 11. Juni 2010
Neue Struktur der Geschäftsführung vorgestellt<br />
„Ich bin gut angekommen!"<br />
Martin Becker im Gespräch mit ECHO<br />
"Wenn ich eine Startnummer<br />
habe, habe ich auch<br />
den Ehrgeiz, mein Ziel zu<br />
erreichen", lacht Martin<br />
Becker verschmitzt. Er ist<br />
Sportler, aktiver Marathon-<br />
Martin Becker<br />
ist Diplom-Betriebswirt,<br />
51 Jahre und war in<br />
den letzten acht Jahren<br />
bei der Diakonie Rheinland-Westfalen-Lippe<br />
landesweit zuständig für<br />
Werkstätten, Integrationsunternehmen<br />
und<br />
Arbeitsmarktprojekte für<br />
Menschen mit Behinderungen.<br />
In dieser Funktion<br />
war er auch - und<br />
von daher ist er einigen<br />
bei Westfalenfleiß nicht<br />
unbekannt - Vertreter<br />
in der Landesarbeitsgemeinschaft<br />
der Spitzenverbände<br />
der Freien<br />
Wohlfahrtspflege für die<br />
Vergütungsverhandlungen<br />
der Werkstätten mit dem<br />
Leistungsträger LWL.<br />
läufer. Auch<br />
sein Start bei<br />
Westfalenfleiß<br />
war gut.<br />
„Ich bin gut<br />
angekommen<br />
und ich<br />
habe schon<br />
neue Ziele<br />
im Focus",<br />
sagt Martin<br />
Becker.<br />
„In den<br />
letzten acht<br />
Jahren", so<br />
Martin Becker,<br />
„habe ich mit<br />
den Rahmenbedingungen<br />
zu tun gehabt.<br />
Hier geht es<br />
mehr um die<br />
Menschen und darum, um<br />
diesen Mittelpunkt unsere<br />
Prozesse zu gestalten." Er<br />
sei, so Becker weiter, bewusst<br />
von der Metaebene<br />
zur Basis gekommen.<br />
Transparenz, Akzeptanz und<br />
Vertrauen sind seine Prinzipien.<br />
„Ich möchte Akzeptanz<br />
gewinnen und mir Vertrauen<br />
erarbeiten. Ich pflege<br />
einen offenen Kommunikationsstil",<br />
betont er.<br />
Was ihm besonders am<br />
Herzen liegt? Martin Becker:<br />
„Dass es uns gelingt, angemessene<br />
Maßnahmeplätze<br />
der beruflichen Bildung und<br />
nach Betreuungsumfang<br />
und individuellen Fähigkeiten<br />
differenziert Arbeitsplätze<br />
für Menschen mit<br />
Behinderung zu schaffen.<br />
Denn wir in den Werkstätten<br />
sind die Profis für Menschen<br />
mit Behinderung. Wenn<br />
wir das nicht leisten, sind<br />
Menschen mit Behinderung<br />
sozial abgehängt. Wir alle<br />
müssen uns bewusst sein,<br />
dass ein Arbeitplatz die<br />
größte soziale Sicherheit<br />
und Teilhabe bietet, diese<br />
Arbeitsplätze geben den Beschäftigten<br />
Motivation und<br />
Selbstwertgefühl."<br />
Martin Becker<br />
Neue Struktur der Geschäftsführung vorgestellt Neue Struktur der Geschäftsführung vorgestellt Neue Struktur der Geschäftsführung vorgestellt<br />
11. Juni 2010 11. Juni 2010 11. Juni 2010<br />
25
Benjamin Bergmann und Christian Lappe (v.l.) strahlen und freuen sich über ihr neues Zuhause.<br />
Sie sind zwei der insgesamt 24 Bewohner und Bewohnerinnen, die jetzt in das Westfalenfleiß-Wohnhaus<br />
am Baumberger Hof eingezogen sind, - Menschen mit und ohne Behinderungen,<br />
- unter einem Dach.<br />
Menschen mit und ohne Behinderungen<br />
unter einem Dach<br />
Einzug in das Westfalenfleiß-Wohnhaus am Baumberger Hof am 1. August<br />
„Alle Wohnungen sind vermietet",<br />
sagt Westfalenfleiß-<br />
Geschäftsführerin Gerda<br />
Fockenbrock und freut sich<br />
mit Uwe Hildebrandt und<br />
Martin Becker, den anderen<br />
beiden Geschäftsführern<br />
der Westfalenfleiß GmbH<br />
Gemeinsam mit Gerda<br />
Fockenbrock (Mitte) besichtigten<br />
Benjamin Bergmann<br />
(2.v.l.) und sein Bruder David<br />
(li.) sowie Christian Lappe<br />
mit seinen Eltern die neuen<br />
Räumlichkeiten noch im<br />
Planungsstadium. Jetzt ist<br />
der Umzug geschafft und die<br />
Freude über die neue Wohnung<br />
groß.<br />
28<br />
32<br />
nicht nur über die große Resonanz<br />
<strong>auf</strong> das neue Westfalenfleiß-Wohnhaus<br />
am<br />
Baumberger Hof, sondern<br />
auch darüber, dass damit<br />
ein Pilotprojekt gestartet<br />
ist, welches es so in Münster<br />
nicht gibt.<br />
Mit dem Einzug der 24<br />
Bewohnerinnen und Bewohner<br />
am 1. August in das<br />
Westfalenfleiß-Wohnhaus<br />
in Nienberge erfüllt sich für<br />
die Geschäftsführerin der<br />
Westfalenfleiß GmbH, Gerda<br />
Fockenbrock, ein lange und
mit viel Elan verfolgter Plan:<br />
„Wir haben ein Haus gebaut,<br />
in dem zum einen Menschen<br />
mit Behinderungen wohnen,<br />
die stationäre Angebote benötigen.<br />
Zum anderen leben<br />
hier Menschen, die zwar<br />
ein Handicap haben, aber<br />
unterstützende Leistungen<br />
von uns bekommen und<br />
zum dritten sind hier Mieter<br />
mit einem Wohnberechtigungsschein<br />
eingezogen. Ein<br />
neues Projekt, einzigartig in<br />
Münster, hat Westfalenfleiß<br />
damit <strong>auf</strong> den Weg gebracht,<br />
- Menschen mit und ohne<br />
Behinderungen wohnen<br />
unter einem Dach."<br />
Ein Haus zum<br />
Energiesparen<br />
Konzipiert wurde das Projekt<br />
von Architekt Rudi Klemencic,<br />
der in der Planung auch<br />
ökologische Gesichtspunkte<br />
berücksichtigte. Betrachtet<br />
man das neue Haus, fällt<br />
besonders die konsequente<br />
Nord-Südausrichtung des<br />
Gebäudes <strong>auf</strong>. Den großen<br />
Fensterflächen im Osten,<br />
Süden und Westen mit Energiegewinnen<br />
auch im Winter<br />
stehen kleine Fensterflächen<br />
an Nordfassaden gegenüber.<br />
Daraus ergeben sich große<br />
Dachflächen für die Nutzung<br />
der Sonnenenergie.<br />
Eine Warmwasser-Solaranlage<br />
mit mehr als 30 m²<br />
Kollektorfläche unterstützt<br />
den Erdgas-Brennwertkessel<br />
bei der Warmwasserbereitung<br />
und der Beheizung des<br />
Gebäudes. Eine Photovoltaikanlage<br />
wird mit ca. 130 m²<br />
Fläche und einer Leistung<br />
von 17,6 kWp ca. 15.600 kWh<br />
Strom pro Jahr ins öffentliche<br />
Netz einspeisen.<br />
Außerdem wird eine Anlage<br />
zur Regenwassernutzung in<br />
zwei Regenwasserzisternen<br />
einem Vorrat von maximal<br />
20.000 l Regenwasser speichern.<br />
Die Anlage wird über<br />
85% des Wasserverbrauchs<br />
für die Toilettenspülung, die<br />
Waschmaschinen und die<br />
Gartenbewässerung ersetzen.<br />
Baumberger Hof<br />
„Ein echtes Energiesparhaus<br />
entsteht hier", sagt Westfalenfleiß-Geschäftsführer<br />
Martin Becker.<br />
"Und", so ergänzt Uwe<br />
Hildebrandt, Sprecher der<br />
Geschäftsführung der Westfalenfleiß<br />
GmbH, „ein besonderer<br />
Vorteil für die Mieter ist<br />
auch die zentrale Lage - ganz<br />
im Zentrum des Ortes und<br />
in Kirchennähe, ideal für das<br />
gemeinsame Miteinander in<br />
der Gemeinde."<br />
Das Westfalenfleiß-Geschäftsführungstrio vor Ort in<br />
Nienberge Am Baumberger Hof: Uwe Hildebrand, Gerda<br />
Fockenbrock und Martin Becker (v.l.). Fotos: mt<br />
29<br />
33
Kunstwerkstatt<br />
30 34<br />
Ausstellungseröffnung<br />
Im Blickpunkt: Heiner Dobrinski<br />
Seine erste Vernissage<br />
erlebte Heiner Dobrinski am<br />
12. Juni 2010 im Foyer des<br />
Kunsthauses Kannen, zu der<br />
die Leiterin Lisa Inckmann<br />
zahlreiche Gäste begrüßte.<br />
Seit seiner Kindheit malt und<br />
zeichnet Heiner Dobrinski.<br />
Seine kleinformatigen<br />
Zeichnungen <strong>auf</strong> Pappe<br />
zeigen seine Vorliebe für<br />
Bauwerke, Hochhäuser und<br />
alles was mit der Bahn zu tun<br />
hat.<br />
Schon als Kind war Heiner<br />
Dobrinski, der heute in<br />
der Elektroabteilung bei<br />
Westfalenfleiß beschäftigt<br />
ist, häufig <strong>auf</strong> Baustellen und<br />
beim Abriss von Häusern zu<br />
finden.<br />
Seine andere Leidenschaft ist<br />
es, mit dem Zug unterwegs zu<br />
sein. Ganz genau zeichnet er<br />
<strong>auf</strong>, wann und wo er hinfährt.<br />
Mit großem Interesse<br />
befragten die Besucher der<br />
Ausstellungseröffnung im<br />
Kunsthaus Kannen den<br />
Künstler: „Wie schaffen Sie<br />
das, so genau und akkurat<br />
zu zeichnen?“ „Kann man<br />
Ihre Zeichnungen auch<br />
k<strong>auf</strong>en?“ Gelassen und<br />
stolz beantwortete Heiner<br />
Dobrinski die vielen Fragen.<br />
Das war bestimmt nicht seine<br />
letzte Ausstellung. Er freut<br />
sich schon <strong>auf</strong> die nächste.<br />
ab<br />
www.westfalenfleiss.de/projekte<br />
www.kunsthaus-kannen.de<br />
Fotos: mt
Bunt, frech und fröhlich<br />
Kunstsommer 2010 in der Kunstwerkstatt Kesslerweg<br />
Die Kurse „Schmetterlinge“<br />
und „Malen mit Acrylfarbe<br />
<strong>auf</strong> Leinwand“ begeisterten<br />
im Kunstsommer 2010 in der<br />
Kunstwerkstatt Kesslerweg.<br />
Bei strahlendem Sommerwetter<br />
besuchten die Teilnehmer<br />
des Schmetterlingskurses<br />
das Schmetterlingshaus<br />
in Hamm, in dem bis zu 80<br />
Schmetterlingsarten aus allen<br />
tropischen Regionen der<br />
Erde zu finden sind.<br />
Die Kursteilnehmer des<br />
Acryl-Malkurses hatten nicht<br />
so viel Sommerglück. Ein<br />
Unwetter fegte über Münster<br />
hinweg und pudelnass<br />
erreichten sie die Kunstwerkstatt,<br />
wo Leinwand und Farben<br />
schon <strong>auf</strong> ihren Einsatz<br />
warteten. Unter Anleitung<br />
des Münsteraner Künstlers<br />
Uwe Ehrngruber konnten die<br />
Teilnehmer lernen, wie man<br />
mit der richtigen Maltechnik<br />
Wolkenberge und Sandstrände<br />
malt oder auch Katzen<br />
und Hunde zeichnet. Dabei<br />
entstanden leuchtende Bilder<br />
- bunt, frech und fröhlich.<br />
Susanne Ernst entdeckte das<br />
Farbenmischen für sich, so<br />
dass ein leuchtendes Musterbild<br />
entstand. Marc Hörstker<br />
war schon eine Stunde vor<br />
Kunstwerkstatt<br />
Beginn des Kurses da, um<br />
zu überlegen, wie er denn<br />
bloß das Fell und die Hinterlassenschaft<br />
seines Beagles<br />
malen sollte. Claudia Untermann<br />
und Raimund Barkam<br />
setzten gekonnt die Anregungen<br />
von Uwe Ehrngruber<br />
in ihren Bildern um.<br />
Alle Kursteilnehmer sind<br />
begeistert und gestehen der<br />
Kunsttherapeutin der Kunstwerkstatt<br />
Annette Beil: „So<br />
einen Kunstsommer kannst<br />
du noch mal machen, ruhig<br />
auch schon im Winter.“<br />
So ganz ist der Kunstsommer<br />
2010 noch nicht vorbei. Im<br />
September freut sich die Freitagsgruppe<br />
des Ateliers <strong>auf</strong><br />
Bodo Treichler, der den Kurs<br />
„Köpfe aus Gips“ leitet. ab<br />
Kontakt:<br />
Annette Beil, Kunstwerkstatt<br />
0251-61800-48<br />
annette.beil@westfalenfleiss.de<br />
Annette Beil (li.) resümiert: „Elke Falk (re.) zeigte in diesem Kunstsommer ihr Talent beim Fotografieren<br />
der Schmetterlinge und Mechthild Benzler (Mitte) beim Aquarellieren der Falter." Fotos: ef<br />
31<br />
35
Bilder & Berichte<br />
„Rechte werden Wirklichkeit“<br />
Münsteraner Delegation nahm an dem 15. Weltkongress Inclusion International in Berlin teil<br />
„Rechte werden Wirklichkeit“,<br />
- unter diesem Motto fand<br />
vom 16. bis 19. Juni 2010 in<br />
Berlin der 15. Weltkongress<br />
von Inclusion International<br />
statt, veranstaltet von der<br />
Bundesvereinigung Lebenshilfe<br />
und Inclusion Europe, einem<br />
weltweit tätigen Verband, der<br />
für die Rechte von Menschen mit<br />
geistiger Behinderung eintritt.<br />
2500 Menschen mit und ohne<br />
Behinderung aus 80 Ländern reisten<br />
nach Berlin, um gemeinsam<br />
Eine Münsteraner Delegation reiste nach Berlin<br />
zum 15. Weltkongress Inclusion International.<br />
Eine starke Mannschaft - Westfalenfleiß ist Fußballvizemeister<br />
Westfalenfleiß ist NRW Vizemeister bei der Fußball-Werkstättenmeisterschaft 2010 für Menschen mit Behinderungen<br />
Das Ergebnis der Endrunde NRW<br />
der Deutschen Meisterschaft<br />
WfbM 2010, die am 23. Juni<br />
in Essen ausgetragen wurde,<br />
steht nun fest. Die Fußballmannschaft<br />
der Diakonischen<br />
Stiftung Wittekindshof ist NRW<br />
Meister 2010, Vizemeister<br />
wurde die Westfalenfleiß-Fußballmannschaft.<br />
Den dritten<br />
Platz belegten die Recklinghauser<br />
Werkstätten und die<br />
Freckenhorster Werkstätten den<br />
vierten Platz.<br />
Angetreten waren die Fußballmannschaften<br />
der Werkstätten der<br />
AWO Dortmund, der Bonner Werk-<br />
32 36<br />
zum Thema „Inklusion“ - Teilhabe<br />
an der Gesellschaft im Sinne der<br />
UN-Konvention - zu arbeiten.<br />
Schirmherr der Tagung war der<br />
Bundespräsident a.D. Horst Köhler.<br />
Eröffnet wurde sie von der Bundesministerin<br />
für Arbeit und Soziales<br />
Ursula von der Leyen und dem<br />
Bundesvorsitzenden der Lebenshilfe<br />
Robert Antretter. Bundeskanzlerin<br />
Angela Merkel schickte<br />
eine Videobotschaft und wünschte<br />
gutes Gelingen für dieses Zeichen<br />
internationaler Zusammenarbeit für<br />
die Interessen<br />
von Menschen<br />
mit geistiger<br />
Behinderung.<br />
Eine Delegation<br />
von Menschen<br />
mit und ohne<br />
Behinderung<br />
der Lebenshilfe<br />
Münster hatte<br />
ebenfalls die<br />
Koffer gepackt<br />
und war nach<br />
Berlin gereist,<br />
um aktiv am<br />
stätten, Freckenhorster Werkstätten,<br />
Hellweg Werkstätten, Recklinghauser<br />
Werkstätten, Rhein Sieg<br />
Werkstätten, Sozial Betriebe Köln,<br />
Westfalenfleiß Münster, Werkstatt<br />
für angepasste Arbeit Düsseldorf,<br />
Werkstatt Herne, Werkstatt Gütersloh<br />
und die Mannschaft der Diakonischen<br />
Stiftung Wittekindshof.<br />
Ein besonderer Dank gilt insbesondere<br />
dem Franz-Sales-Haus in Essen<br />
Kongress teilzunehmen und über<br />
eine inklusive Gesellschaft der<br />
Zukunft zu diskutieren.<br />
„Wir treffen hier Menschen aus<br />
der ganzen Welt, das ist richtig<br />
Klasse“, begeisterte sich Holger<br />
Jansen von der Reisegruppe der<br />
Lebenshilfe Münster. Bei einem<br />
gemeinsamen Abendessen der<br />
Münsteraner in Berlin wurden Erfahrungen<br />
ausgetauscht und mit<br />
dem Bundesgeschäftsführer der<br />
Lebenshilfe, Ulrich Bauch, und<br />
der Koordinatorin für Behindertenfragen<br />
in Münster, Doris Rüter,<br />
behindertenpolitische Themen<br />
diskutiert. „Die Teilnahme am<br />
Weltkongress ist für uns alle nicht<br />
nur ein wunderbares Erlebnis,<br />
sondern auch ein Meilenstein<br />
<strong>auf</strong> dem Weg zu einer inklusiveren<br />
Gesellschaft“, fasst Doris<br />
Langenkamp, die Vorsitzende der<br />
Lebenshilfe Münster, die Eindrücke<br />
zusammen.<br />
Im Jahr 2011 findet der 16. Weltkongress<br />
Inclusion International<br />
in Südafrika statt.<br />
als Veranstalter der Endrunde und allen<br />
Sportlern sowie Koordinatorinnen<br />
und Koordinatoren der WfbM, die das<br />
NRW-Turnier mit großem sportlichem<br />
und persönlichen Einsatz ermöglicht<br />
und durchgeführt haben.<br />
Alle drücken nun den Fußballern die<br />
Daumen und wünschen viel Erfolg<br />
beim Turnier in Duisburg im September,<br />
wenn es um die Deutsche<br />
Meisterschaft geht.
Bilder & Berichte<br />
Großer Elternabend: Westfalenfleiß-Geschäftsführerin Gerda Fockenbrock begrüßte am 2. Juni 2010 zahlreiche<br />
Eltern und Angehörige zum Jahresabschlussabend 2009. Elternvertreter Dieter Kunath erläuterte<br />
seinen Jahresbericht, gefolgt von den Werkstattratsvorsitzenden Frank Szypior und Christian Müller-Fahlbusch<br />
vom Industrie-Service Münster. Die musikalischen Umrahmung gestaltete der Westfalenfleiß-Gospelchor<br />
unter der Leitung von Leo Michalke. Fotos: mt<br />
Sportliches Regionaltreffen: 15 Sportlehrerinnen und Sportlehrer aus regionalen Werkstätten trafen sich am<br />
9. Juni 2010 in der Sporthalle von Westfalenfleiß am Kesslerweg. „Neue Trends in der Gymnastik - von Aqua<br />
Disc, Flexi-Bar und XCO Trainer“ lautete das Thema dieser seit 15 Jahren regelmäßig stattfindenden Veranstaltung.<br />
Das Arbeiten und Ausprobieren mit den vielseitigen und neuen Sportgeräten machte allen Teilnehmern viel<br />
Spaß. So entwickelten sie gemeinsam neue Möglichkeiten, um diese in ihren Sportgruppen mit unterschiedlichen<br />
Behinderungsschwerpunkten einsetzen zu können. Im theoretischen Teil der Veranstaltung kam es unter den<br />
Teilnehmern zum regen Austausch über Abrechnungsmodalitäten mit den Krankenkassen, Neuigkeiten des BSNW-<br />
dem Behindertensportverband Nordrhein-Westfalen und interessanten Fortbildungsmöglichkeiten. Das nächste<br />
Regionaltreffen Sport zum Thema „Variationen rund um das Zirkeltraining“ findet am 29. September 2010 in den<br />
Freckenhorster Werkstätten statt. Foto: kh<br />
33 37
Sozialcafé<br />
36 34 38<br />
Sozialcafé mit dem OB<br />
Oberbürgermeister Markus Lewe trifft Menschen mit Behinderung<br />
Alle sind versammelt, die Geschäftsführung mit Uwe Hildebrandt,<br />
Gerda Fockenbrock und Martin Becker, der Verwaltungsleiter Siegfried<br />
Thomaszick, die Werkstatträte und die Bewohnerbeiräte und<br />
die Bereichleitungen der Sozialen Dienste, als sich der Münsteraner<br />
Oberbürgermeister Markus Lewe an die bunt geschmückte Kaffeetafel<br />
setzt.<br />
Eine Stunde hat er an dem Nachmittag des 23. Juni für Westfalenfleiß<br />
reserviert, um mit den Menschen mit Behinderung ins<br />
Gespräch zu kommen. Aufmerksam hört er zu, welche Anliegen an<br />
ihn als Stadtoberhaupt herangetragen werden, - zu kurze Grünphasen,<br />
überfüllte Busse, der Wunsch nach barrierefreien Bussen, die<br />
Schwierigkeiten der Rollstuhlfahrer mit dem Kopfsteinpflaster und<br />
dass die Behindertenausweise zu groß sind. Der Oberbürgermeister<br />
beantwortet die Fragen, macht sich Notizen und nimmt Anregungen<br />
entgegen, wie etwa die, Veröffentlichungen und Informationen<br />
der Stadt in einfache Sprache zu übersetzen oder eine Tauschbörse<br />
einzurichten. Eine hitzige Debatte kommt <strong>auf</strong>, als es um<br />
Zwangseinsparungen geht. Der Oberbürgermeister beschwichtigt:<br />
"Nicht bei Sozialleistungen!"<br />
Am Ende gibt es für den Oberbürgermeister Geschenke. Geschäftsführerin<br />
Gerda Fockenbrock überreicht ihm einen Präsentkorb mit<br />
Eigenprodukten von Westfalenfleiß und Birgit Nattkemper hat in der<br />
Westfalenfleiß-Kunstwerkstatt eigens für ihn ein Bild gemalt, das<br />
sie ihm zum Abschluss der Gesprächsrunde überreicht. Der Oberbürgermeister<br />
geht mit vollen Händen und gespickten Notizzetteln mit<br />
neuen Ideen.
Sozialcafé<br />
37 35 39
Bildimpressionen einer festlichen Feierstunde: Der Münsteraner Oberbürgermeister Markus Lewe verleiht am<br />
23. Juni 2010 in den Räumen von Westfalenfleiß am Kesslerweg das Bundesverdienstkreuz an Dieter Kunath.<br />
36 40<br />
Bild fehlt<br />
Bild fehlt Bild fehlt<br />
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Bilder & Berichte<br />
"Mensch ärgere Dich nicht"<br />
Freiwilligentag am 18. September 2010: Spieleturnier<br />
in der Westfalenfleiß-Wohnstätte am Münnichweg<br />
Das eigene Talent<br />
mal für andere<br />
einsetzen? Für<br />
einen Tag was ganz<br />
Anderes ausprobieren?<br />
Neue Leute<br />
kennen lernen? Mal<br />
wieder ein echtes<br />
Erfolgserlebnis<br />
haben? Einfach<br />
locker zusammen<br />
feiern? Eben einen<br />
Tag richtig Spaß<br />
haben?<br />
Dann machen Sie<br />
mit beim Freiwilligentag<br />
in Münster. "Dein Tag<br />
für Münster" lautet das Motto<br />
des 3. Freiwilligentages<br />
am 18. September, bei dem<br />
auch Westfalenfleiß zum<br />
zweiten Mal mitmacht - mit<br />
einem Spieleturnier in der<br />
Westfalenfleiß-Wohnstätte<br />
am Münnichweg, im Haus<br />
Gremmendorf.<br />
LWL-Sozialausschuss tagte bei Westfalenfleiß<br />
Parlamentarier besuchten den Arbeitsbereich für schwerstmehrfachbehinderte Menschen<br />
Am 17. Juni 2010 tagte der Sozialausschuss des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe in den Räumlichkeiten<br />
der Westfalenfleiß-Wohnstätte am Münnichweg. Mit <strong>auf</strong> dem Programm stand für Parlamentarier der Besuch<br />
des Arbeitsbereiches für schwerstmehrfachbehinderte Menschen (AFS). Der Bereichsleiter des AfS, Heinz<br />
Strewe, begleitete die Besucher und erläuterte Aspekte der Betreuung und Förderung im AfS, die durch Gruppenleitungen<br />
mit pflegerischer, pädagogischer oder therapeutischer Berufsausbildung erfolgt. Im Tagesabl<strong>auf</strong><br />
finden Arbeits-, Förder- und Entspannungsphasen statt, die dem individuellen Bedarf angepasst werden.<br />
Die Beschäftigten werden an erste Ansätze einfacher Arbeiten herangeführt; vorhandene Arbeitsfähigkeiten<br />
werden erhalten und weiter entwickelt. Die überwiegende Zeit wird für Maßnahmen zur Persönlichkeitsentwicklung,<br />
intensive Hilfestellung im lebenspraktischen Bereich und für Pflege und Versorgung benötigt. Ein<br />
Ziel der Förderung im AfS ist es - soweit die Schwere der Behinderung das zulässt - die Beschäftigten so zu<br />
fördern, dass sie in reguläre Arbeitsgruppen der Werkstatt wechseln können.<br />
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Klaus Kornmann, Mitglied<br />
im Beirat Wohnen, hatte<br />
sich bereits vor zwei Jahren<br />
engagiert und gemeinsam<br />
mit weiteren Mitgliedern des<br />
Beirats Wohnen, Mitarbeitern<br />
des Haus Gremmendorf<br />
und dem Wohnbereichsleiter<br />
Richard Kretschmann ein<br />
Spieleturnier organisiert.<br />
Auch in diesem Jahr<br />
werden wieder Ehrenamtliche<br />
gesucht.<br />
Von 13 bis 17 Uhr ist<br />
in der Wohnstätte<br />
am Münnichweg<br />
alles drin, was Spaß<br />
macht: Kniffel,<br />
Mensch ärgere dich<br />
nicht, ein Tischtennisturnier<br />
und vieles<br />
mehr. An vielen<br />
Orten werden in<br />
Münster spannende<br />
Projekte angeboten.<br />
Die sind grundverschieden<br />
und haben<br />
doch eins gemeinsam:<br />
Einige Menschen werden ein<br />
paar Stunden gemeinsam<br />
aktiv, um etwas zu schaffen,<br />
was <strong>auf</strong> Dauer Freude<br />
macht.<br />
Informationen und Anmeldung<br />
unter Tel: 0251-492-597<br />
www.freiwilligenagenturmuenster.de
Kalender 2011<br />
Beziehungen<br />
Der neue Kalender ist da!<br />
Zwölf Motive zum Thema "Beziehungen"<br />
„Das Casting ist doch am<br />
4. April, oder? Da gehen wir<br />
hin!", - so geht es wie ein<br />
L<strong>auf</strong>feuer durch die Werkstätten<br />
und Wohnstätten<br />
von Westfalenfleiß.<br />
Die Fotografin Dania Frönd<br />
(re.) wählte unter mehr als<br />
50 Bewerbern die Models aus.<br />
Es hat sich herumgesprochen:<br />
Für 2011 ist ein neuer<br />
Kalender geplant. Seit der<br />
Westfalenfleiß-Kalender<br />
2009 mit dem Titel "Anders<br />
als normal" so einen durchschlagenden<br />
Erfolg verzeichnen<br />
konnte, möchten viele<br />
Bewohner und Beschäftigte<br />
bei Westfalenfleiß auch bei<br />
dem neuen Kalender für<br />
2011 mitmachen. Gesucht<br />
werden dieses Mal Pärchen,<br />
Freunde, oder was sonst mit<br />
"Beziehungen" zu tun hat.<br />
Am 4. April hat die Fotografin<br />
Dania Frönd zum Casting<br />
eingeladen, um die Models<br />
für den neuen Kalender<br />
auszuwählen. Mehr als 50<br />
Bewerber stehen Schlange,<br />
tragen sich in ellenlange Listen<br />
ein und stellen sich dem<br />
kritischen Auge der Kamera.<br />
Nun ist der Kalender fertig.<br />
„Beziehungen“ ist der Titel<br />
des neuen Porträtkalenders<br />
2011, den die Westfalenfleiß<br />
GmbH <strong>auf</strong> den Markt bringt,<br />
- mit zwölf Motiven zum<br />
Thema "Beziehungen", individuell<br />
dargestellt von Menschen<br />
mit Behinderungen.<br />
Finanziell unterstützt durch<br />
die Aktion Mensch soll dieses<br />
Projekt zeigen, dass Menschen<br />
mit Behinderungen<br />
viel mehr sind als die Vorstellung,<br />
die noch viele Menschen<br />
über sie haben. Damit<br />
will Westfalenfleiß gezielt<br />
Klischees durchbrechen.<br />
Pünktlich zum <strong>Erntedankfest</strong><br />
<strong>auf</strong> <strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong> am<br />
19. September 2010 erscheint<br />
der Westfalenfleiß-Kalender<br />
„Beziehungen“ im Format DIN A2<br />
zum Preis von 5,50 Euro.<br />
Zu bestellen ist der Kalender 2011<br />
"Beziehungen" bei Frau Leifhelm:<br />
Tel. 0251-61800-49<br />
martina.leifhelm@westfalenfleiss.de<br />
erhältlich ab<br />
19. September 2010<br />
Preis: 5,50 Euro<br />
www.westfalenfleiss.de<br />
www.aktion-mensch.de<br />
www.dee-licious.de<br />
Kalender 2011<br />
Beziehungen<br />
Vorbestellungen unter:<br />
0251-61800-49<br />
www.westfalenfleiss.de<br />
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Sommermusik<br />
Erfolgreiche Hofkonzert<br />
<strong>auf</strong> <strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong><br />
Bei hochsommerlichen Temperaturen<br />
fand auch in diesem<br />
Sommer wieder am 27. Juni ein<br />
Hofkonzert <strong>auf</strong> <strong>Gut</strong> <strong>Kinderhaus</strong><br />
statt. In der Hofscheune hatten<br />
sich viele gut gelaunte Besucher<br />
eingefunden und begeistert applaudierte<br />
das Publikum bei den<br />
Darbietungen des Westfalenfleiß<br />
Gospelchores und der Joyful<br />
Singers. Die Chorleitung hatte<br />
Leo Michalke. Thomas Stählker<br />
spielte Solo <strong>auf</strong> seiner Trompete<br />
und Georg Breitkopf Klavier. In<br />
der Pause freuten sich die Besucher<br />
über den leckeren Erdbeerkuchen<br />
und genossen auch den<br />
zweiten Teil des Hofkonzertes in<br />
vollen Zügen.<br />
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Preisrätsel<br />
2.<br />
Liebe<br />
Rätselfreunde!<br />
"Narzissen“ lautet das<br />
Lösungswort aus dem<br />
Westfalenfleiß-ECHO 1/10.<br />
Unter den 40 Einsendungen<br />
ermittelte Kathrin Lux vom<br />
Werkstattrat die Gewinnerin.<br />
Es ist Jutta Kania. Sie gewann<br />
einen tragbaren MP-3-fähigen<br />
CD-Player. Wenn auch Sie<br />
beim ECHO-Preisrätsel<br />
gewinnen möchten, schicken<br />
Sie eine Postkarte mit dem<br />
richtigen Lösungswort bis<br />
zum 15.10.2010 an:<br />
Redaktion<br />
Westfalenfleiß-ECHO<br />
Kesslerweg 38-42<br />
48155 Münster.<br />
Viel Glück wünscht -<br />
Ihre ECHO-Redaktion!<br />
34 42 46<br />
3.<br />
1.<br />
4.<br />
3.<br />
4.<br />
1.<br />
5.<br />
2.<br />
Westfalenfleiß-Verwaltungsleiter Siegfried Thomaszick<br />
überreicht Jutta Kania einen tragbaren CD-Player.<br />
Herzlichen Glückwunsch! Foto: mt<br />
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