Verein der Freiwilligen Feuerwehr zu Buch e.V.

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Verein der Freiwilligen Feuerwehr zu Buch e.V.

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Buch

Michael Termeer


2

Diese Chronik ist all denen gewidmet, die jemals in der

Freiwilligen Feuerwehr Buch Dienst versahen oder in anderer

Form diese förderten.

Diese Chronik ist an all diejenigen gerichtet, die Freiwillige

Feuerwehren für selbstverständlich halten und nicht wissen,

dass es sich um ein sehr zeitaufwändiges EHRENAMT

handelt.

Diese Chronik ist nicht zuletzt eine große Danksagung an

alle Angehörigen der Kameraden, die immer wieder Privates

zurück stecken mussten, zu Gunsten des selbstlosen Dienstes

am Nächsten.

Diese Chronik soll all diejenigen mahnen, die gedankenlos

oder auch mit Mutwillen die Kameraden in Gefahr bringen

oder deren Familien die Zeit mit ihren stehlen.

Diese Chronik ist all denen gewidmet, die beim Dienst in der

Freiwilligen Feuerwehr ihre Gesundheit eingebüßt oder Leben

verloren haben.

Diese Chronik soll denen Ansporn sein, die sich vorstellen

könnten, zukünftig ebenfalls zu denen zu gehören, die unter

dem Leitspruch leben:

„GOTT ZUR EHR – DEM NÄCHSTEN ZUR

WEHR“.

… denn 100 Jahre sind nicht genug!


3

VOR DER GRÜNDUNG DER FREIWILLIGEN FEUERWEHR

BUCH ...................................................................................................... 4

DIE GRÜNDUNG DER FREIWILLIGEN FEUERWEHR BUCH .. 6

BEGINN DER AUTOMOBILEN ÄRA ............................................ 14

NEUBEGINN NACH DEM 2. WELTKRIEG ................................. 22

DIE ZEIT BIS ZUR WENDE ............................................................ 26

UMBRUCHZEIT NACH DER WENDE .......................................... 33

JUGENDARBEIT DER FREIWILLIGEN FEUERWEHR BUCH

VOR DER WENDE ............................................................................ 45

20 JAHRE JUGENDFEUERWEHR BUCH .................................... 48

ANHANG ............................................................................................. 51


Vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr

Buch

4

Am Sonntag, dem 20. Oktober 1822 brach eine Feuersbrunst in der Bucher

Gutsscheune aus. Diese wiederholte sich dann sechsmal hintereinander

dort und an anderen Bucher Gebäuden, so betraf es auch die Küsterei und

den Schlosskrug. Obwohl überarbeitet, ließ Otto von Voß (Inhaber des

Rittergutes Buch und seit dem 16.09.1822 Vizepräsident des Ministeriums

und des Staatsrates) es sich nicht nehmen, an den Löscharbeiten

teilzunehmen. Hierbei erkältete er sich. Nicht richtig auskuriert, führte

wenig später ein Rückfall zum Tode.

In Buch gab es 1906 schon ein beachtliches Feuerlöschwesen, dazu

gehörten zwei Feuerlöschspritzen, wovon eine der Gemeinde und eine den

Stadtwerken gehörte, die sich kürzlich in Buch angesiedelt hatten. Sie

wurden von Pflichtfeuerwehrleuten bedient. Der Amtsvorsteher oder ein

Stellvertreter war der Feuerlöschkommissar. 1906 wurde der

Verwaltungsdirektor Adt vom Werk Buch zum Feuerlöschkommissar für

das Werk Buch, das Hufelandkrankenhaus, das Ludwig-Hoffmann-

Krankenhaus und das Waldhaus ernannt. Maschinenmeister Conrad war

sein Stellvertreter.

Es gab eine Feuerlöschordnung im Hufelandkrankenhaus. Darin war

aufgeführt, was die Feuerwehr an Ausrüstung haben sollte, z.B.:

- eine mechanische Leiter,

- 6 Feuerlöscher aus Kupfer mit Patentschlauch,

- einen Schlauchwagen,

- 6 Feuereimer,

- 20 Helme,

- 150 Ledereimer,

- Äxte, Hakenleitern, Magnesiumfackeln, Harz- und Wachsfackeln,

Signalpfeifen mit Ketten, Gurte, Beile und Haken.

Das alles wurde auch beschafft. Es wurden Feuerwehrübungen

durchgeführt und zwar sonnabends von 9:30 bis 11:00 Uhr. Übrigens, bei

Schnee fiel sie aus. Klage wurde darüber geführt, dass immer etliche Leute

fehlten. Ein Feuerwehrexerzierreglement wurde erarbeitet und

Alarmierungszeichen festgelegt, z.B. mit Trompeten. Eine

Feueralarmanlage mit Motorsirene wurde bereits im

Hufelandkrankenhaus installiert.


5

Schlosskirche mit Spritzenhaus


Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Buch

6

Mitte September 1910, an einem Mittwoch, brannte eine Scheune des

Gutes, die zur Schäferei gehörte, in der Nähe des Werkes Buch ab. 170

Fuder Roggen, 1 Dreschsack, 1 Strohpresse u.a. wurden vernichtet. Acht

Schlauchleitungen wurden betätigt durch die benachbarten städtischen

Einrichtungen. Diese verhinderten das Übergreifen auf andere Gebäude.

Von den umliegenden Gütern waren 9 Spritzen zur Hilfe geeilt. Übrigens

war seinerzeit das Gemeindespritzenhaus die heutige Friedhofskapelle der

Kirche, gegenüber dem Schlosskrug.

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es einen jungen Mechaniker Namens Carl

Metz in Heidelberg, der sich viele Gedanken über die derzeitige, meist sehr

uneffektive Brandbekämpfung machte. Sie war deshalb nicht effektiv, weil

die Löschmannschaften ungeübt und unmotiviert waren. Er kam zu dem

Ergebnis, dass wesentliche Voraussetzungen für eine effektive

Brandbekämpfung moderne Technik, eine motivierte und eine geübte

Gruppe sind. Er gilt als der Vater aller Freiwilligen Feuerwehren

Deutschlands.

Auch in Buch kam man an dieser Erkenntnis nicht vorbei.

Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr erfolgte am 11.11.1910 in Form

eines Vereins und nannte sich „Verein der Freiwilligen Feuerwehr zu

Buch“. Mitbegründer, treibende Kraft und Vorstandsvorsitzender war der

letzte Bürgermeister von Buch, August Meves. Die damalige

Mitgliederstärke betrug 20 bis 22 Mann. Ihnen stand eine große,

pferdegezogene Handdruckspritze zur Verfügung. Es gab bereits damals

Sanitäter innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr.


Männer der ersten Stunde waren unter anderem:

� August Meves

� Karl Meves

� Georg Hebert

� Karl Thron

� Ganzenberg

� Heubieser

� Otto Lange

� Groll

� Herbert Schulz

� Fritz Borchert

� Stark

� Kesten

7

Postkarte von 1911


8

1.Reihe, 2. v.l. Albert Schulz / 2. Reihe, 1.v.l. Ganzenberg / 4. v.l. Heubieser /

untere Reihe, 5. v.l. Otto Lange / 6. v.l. Groll / 7. v.l. Stark / 1. v.r. Fritz

Borchert

Feuerlöschen über einen längeren Zeitraum war eine

körperlich höchst anstrengende Tätigkeit. Man muss sich das so vorstellen,

dass 5 Mann zu jeder Pumpenseite standen und in einem Rhythmus von

etwa 50 Mal in der Minute den Pumpendruckbaum hoch und runter

drückten. Die Druckmannschaften wurden nach frühestens 10 bis 15

Minuten abgelöst. Auch die Arbeit der Rohrführer war sehr aufreibend

und gesundheitsschädigend, da es so gut wie keine Atemschutzgeräte gab.

Derzeit galt der Bart des Mannes, höchstens ein angefeuchteter Schwamm

vor dem Mund als ausreichend. Als Helme wurden Lederkappen für die

Mannschaft und Pickelhauben für die Offiziere verwendet. Kommandos

wurden mittels Signalhörnern und Trillerpfeifen gegeben.

Das Feuerwehrdepot Buch befand sich hinter den ehemaligen Hubertus-

Sälen, am S-Bahnhof Buch. Leider existieren heute keine Akten aus dieser

Zeit mehr und so ist uns auch nicht bekannt, was während und nach dem

ersten Weltkrieg mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Buch

geschah.


Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Buch vor dem Depot

9


10

Erinnerung an den 26.Juli 1913 Feuerwehrkappelle Buch

Es ist nur bekannt, dass bei einem Feuer die zwei Bucher Feuerwehren (die

Freiwillige Feuerwehr Buch und die Betriebsfeuerwehr der Bucher

Anstalten - ehemalige Pflichtfeuerwehr) eng zusammen arbeiteten, eine

Situation, die sich in Buch wie ein „roter Faden“ durch die verschiedenen

Epochen zog. Immer wieder gab es ein enges Zusammenwirken zwischen

der Freiwilligen Feuerwehr Buch mit verschiedenen Betriebsfeuerwehren.

Nach der Eingemeindung Buchs zu Berlin im Jahre 1920 verlor die

Freiwillige Feuerwehr Buch den Status eines selbständigen eingetragenen

Vereines und wurde in die Behörde - Berliner Feuerwehr - eingegliedert.

Die Inventur der Berliner Feuerwehr in den eingegliederten Ortsteilen

dauerte aber mehrere Jahre an, so wurde die Freiwillige Feuerwehr Buch

erst 1922 erfasst. In der Liste der Gespanngestellungen bei den Freiwilligen

Feuerwehren wird die Freiwillige Feuerwehr Buch 1922 erwähnt. Dort

heißt es, dass die Gespanngestellung mit Gemeindepferden sichergestellt ist

und die Feuerwehr der Bucher Anstalten mit städtischen Pferden

abgesichert ist.


11

Eine Übersicht über die gezahlte Aufwandentschädigungen vom 15.03.1922

für das Dienstjahr

1921 besagte, dass

die Gemeinde für

einen Brandmeister

und 21 Mann der

Mannschaft 4400

Mark erhalten hat

und die Anstalten

für den

Brandmeister 120

Mark und für die

Braun’scher Drehleiterwagen im Werk Buch

erhalten haben.

Die Arbeiter und

Angestellten, die

in der

Anstaltsfeuerwehr

tätig wurden,

erhielten für die

geleistete Zeit

Entlohnung nach

Tarif.

Die beiden Bucher

Feuerwehren

wurden auf Druck

der Berliner

Feuerwehr zu

einer zusammen

geführt. Dieser

Mannschaft auch

120 Mark

Pauschalen

Tender (Schlauch- und Gerätewagen) im Werk

Buch

Prozess zog sich aber über viele Jahre hin. Sie rückten auch noch weiter bis

April 1939 von zwei Standorten aus.

Ab 1924 erhielt der Oberführer der Bucher

Feuerwehr eine Dienstaufwandsentschädigung von

35 Mark monatlich. Telefonisch ist die Bucher

Feuerwehr über zwei Nummern zu erreichen. Der

Eintrag im Telefonbuch vom15.10.1925 zeigte

folgende Nummern:

� Dorfstr. 22 (heute Alt-Buch) Tel.-Nr.: 22,

Bucher Anstalt (Werk Buch) Tel.-Nr.: 108.

Das heißt, dass, zumindest zeitweise, die örtliche


12

Löschtechnik in den Garagen des Gutes (heute links neben dem

Gesindehaus) untergebracht war.

Freiwillige Feuerwehr Buch bei einer Einsatzübung im Werk Buch

mit Dampfspritze und Drehleiterwagen

Die Bucher Feuerwehr erhielt eine gebrauchte Dampfspritze der Berliner

Berufsfeuerwehr, welche die Arbeit der Kameraden sehr erleichterte.

Damit standen den Buchern eine Handdruck- und eine Dampfspritze, ein

Schlauchwagen und ein pferdegezogener Drehleiterwagen zur Verfügung.

Das war die erste Drehleiter, aber nicht die letzte, die in Buch den Dienst

versah.

Diese gesamte Ausstattung war in erster Linie den Anstalten geschuldet,

die eines besonderen Brandschutzes bedurften. Buch entwickelte sich zu

einem der größten Krankenhaus-Standorte Deutschlands und musste auch

die zuständige Feuerwehr entsprechend ausrüsten.

Das blieb etwa bis 1990 so.

Zum damaligen Ausrückebereich gehörten auch die auswärtigen

Stadtgüter Hobrechtsfelde, Schmetstorp, Ladeburg, Birkholz,

Schönerlinde und Lindenhof.

Für einen überörtlichen Einsatz mit der Dampfspritze zum Sägewerk

Schönwalde wurden die Bucher Kameraden öffentlich belobigt.

Die Dienstversammlungen fanden im Schlosskrug statt. Der Inhaber

Lubisch ist auf seine Kosten gekommen, denn der damalige Wehrleiter


13

Haberer war das ganze Gegenteil eines Geizkragens.

Nach der organisatorischen Zusammenführung der beiden Löschzüge

hatte Buch eine Feuerwehr von 50 Mitgliedern.

Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Buch vermutlich vor

dem Schlosskrug


14

Beginn der automobilen Ära

Die Frauen der Kameraden stickten

1928 für die Feuerwehr einen

Tischwimpel zu Ehren der Freiwilligen

Feuerwehr Buch. Dieser Tischwimpel

und eine dazu gehörige

Feuerwehrstatue haben die Zeiten

überlebt und sind heute noch im Besitz

der Feuerwehr.

Eine Fahrzeugglocke des

Löschfahrzeugs von 1928 hat leider

nicht den Weg in die neue Feuerwache

gefunden, sie ist nach dem Umzug von

der alten, provisorischen Wache in den

Pölnitzweg nie wieder aufgetaucht. Sie

war kurz vor dem Umzug von einem

Unbekannten mitgenommen worden

und ist seit diesem Zeitpunkt nicht

mehr aufgetaucht.

1925 wurde aus Stiftungen der Anstalten und der Stadt Berlin das erste

Auto gekauft. Es war ein Musterfahrzeug für 14 Personen mit

Motorpumpenanhänger, welches später auch für andere Berliner

Feuerwehren angeschafft wurde.

Ein Artikel der Zeitschrift „Feuerlöschpolizei“ von 1927 beschreibt unter der

neuer Magirus-Dreiachslöschzug der Bucher Feuerwehr (14.10.1927)

Rubrik „Verschiedenes“ den Ausrüstungsstand der Bucher Feuerwehr:


15

„Berlin-Buch. Zum Schutze der umfangreichen städtischen Irrenanstalten,

Erholungsheime, Rieselgüter, Kraftzentralen und sonstigen Wirtschaftsbetriebe

ist am 14. Oktober von Seiten der Stadt Berlin bei der Freiwilligen

Anstaltsfeuerwehr Buch ein automobiler Dreiachsenlöschzug in Dienst gestellt

und in Gegenwart des Oberbranddirektors bei einer

großangelegten Angriffsübung den Behörden- Vertretern und den Wehren der

Umgebung vorgeführt worden. Der Löschzug ist von den Magiruswerken

geliefert und stellt einen bisher in Groß-Berlin noch nicht zur Verwendung

gelangten, gänzlich neuen Fahrzeugtyp dar. Der automobile Gerätewagen ist,

obgleich ziemlich lang und massiv, äußerst niedrig gebaut und läuft auf

Vollreifen, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 35-40 km pro Stunde. Der

Wagen ist mit insgesamt 14 Sitzplätzen und an Stelle eines Leitergerüstes mit

einem niedrigen Gelass für Haken- und Steckleitern sowie mit elektrisch

betätigter Fanfarentrompete und Amerikanerglocken versehen und zum

Kameraden mit dem Dreiachslöschzug vor der Wache 1931

Transport großer Mengen von Schlauchmaterial eingerichtet. In sinnreicher

Weise ist die an sich leichte Aufprotzvorrichtung für den hinten angebrachten

Schlauchkarren mit der Anhängevorrichtung für die ca. 800-1000 Min.-Liter


16

leistende zweirädrige Motorspritze vereinigt. Letztere ist breitspurig und wird

mitsamt dem Vorspannauto durch eine gemeinsame Knorr - Luftdruckbremse

bedient, wodurch ein augenblickliches Anhalten des in voller Fahrt befindlichen

Zuges ermöglicht wird. Nach langen Versuchen hat man von Seiten des

Zentralamtes der Berliner Feuerwehr diesen Fahrzeugtyp für den

Überlanddienst an der äußeren Groß-Berliner Peripherie als am meisten

geeignet befunden, und im Laufe der nächsten Monate sollen noch weitere

derartige Dreiachsenlöschzüge an freiwillige Vorortfeuerwehren zur

Ablieferung gelangen. Für die Feuerwehr der städtischen Anstalten in Buch bei

Berlin hatte der Magistrat bereits vor dem Kriege eine Dampfspritze beschafft,

welche bis jetzt weit über die Groß-Berliner Grenzen hinaus wiederholt in

segensreicher Weise bei großen Landfeuern Hilfe geleistet hat und nunmehr

durch den Autolöschzug abgelöst worden ist. Der Gerätepark der Bucher

Irrenanstalts-Feuerwehr besteht jetzt aus dem beschriebenen Autolöschzug.

einem Tender, einer Braun'schen Balance-Drehleiter und der alten

Dampfspritze, sodass die Wehr für alle nur denkbaren Anforderungen gerüstet

ist.“

Omnibusspritze 1928

Der gleiche Artikel erschien in der „Preußischen Feuerwehrzeitung“ am

01.12.1927

Zum Fahrzeugpark kam dann 1928 auch noch eine Omnibusspritze hinzu.

Die „Preußische Feuerwehrzeitung“ schreibt dazu unter der Überschrift


17

„Verband der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Berlin“:

„…Bekannt sind auch die, in letzter Zeit, sehr verbesserten Löscheinrichtungen

des Ortsteils Buch, wo an dem weit vom Orte abgelegenen Bahnhof eine mit

allen erdenklichen Hilfsmitteln versehenen Omnibusspritze zum Schutze des

Bahnhofsviertels in einem Restaurant stationiert und der umfangreiche

Fahrzeugpark der Freiwilligen Anstaltsfeuerwehr in einem neuerbauten

Dienstgebäude untergebracht ist, welches sich direkt neben der Tag und Nacht

von Feuerwehrmitgliedern besetzten Maschinen- und Kraftzentrale der

städtischen Heilanstalten und Rieselgüter befindet. Der seit kurzem dortselbst

bereitgestellte automobile Dreiachsenlöschzug ist bereits behandelt worden und

steht derzeit in technischer Vollkommenheit innerhalb Groß-Berlins einzig da.

…“

Die Kameraden mit ihrer Motorspritze auf Daimler Fahrgestell

Oktober 1928 erscheint in der Zeitschrift „Feuer und Wasser“ eine kurze

Notiz:

„… Buch erhielt einen ähnlichen, jedoch schwereren Löschzug auf 2 ½ t-

Chassis.“

Die Mannschaften saßen damals in gerader Haltung im Freien, auch im

Winter.

Die Behördenführung sträubte sich lange Zeit, geschlossene Fahrzeuge

anzuschaffen, um die Feuerwehrleute nicht zu verweichlichen!

Im


FF

Buch

18

Jahr Brände Hilfeleistung

1929 2 3

1930 11 7

1931 8 4

1932 7 17

1933 14 38

1934 9 18

1935 8 23

1936 5 23

1937 10 33

1938 17 12

vereinte Bucher Löschzüge 1931

Die Aufwandsentschädigung für

den Oberführer der Freiwilligen

Feuerwehr Buch betrug jetzt 50

RM. Die Anschrift des einen

Bucher Standortes änderte sich

in Lindenhofstr. 17 (heute

Wiltbergstr.).

Das Feuerwehr-Domizil für beide

Löschgruppen wurde das Depot

der Anstalt-Löschgruppe auf

dem Gelände der „Centrale“,

dem heutigen Kraftwerk, an der

Schwanebecker Chaussee, trotzdem blieb der Stützpunkt in der

Lindenhofstraße 17 erhalten. Eine Dienstanweisung dieses Jahres

beschreibt den Ausrüstungsstand der Feuerwehr Buch:

� ein Gerätewagen mit Anhänge-Motorspritze (damals

Dreiachslöschzug)

� ein Gerätewagen (damals Omnibusspritze)

� ein Starkstromgerät und Pulmotor

� Waldbrandhandfeuerlöscher


19

Es gab von da an auch nur noch einen Telefonbucheintrag für die

Freiwillige Feuerwehr Buch, das Amt Buch.

Ab dem 05.02.1935 wird die Freiwillige Feuerwehr Hobrechtsfelde der

Berliner Feuerwehr angegliedert und der Freiwilligen Feuerwehr Buch

unterstellt.

Im Jahr 1936 gab eine Technikaufstellung für beide Standorte insgesamt

folgendes an:

� Automobile Fahrzeuge

o zwei automobile Gerätewagen

o eine Anhänge-Motorspritze

� Bespannte Fahrzeuge

o eine Leiter

o ein Schaumgenerator

o ein Starkstromkasten

Eine Bekanntmachung vom 16.01.1937 besagte folgendes:

„Die Umstellung der C-Schläuche und Armaturen von 45-er auf 52-er

Anschlüsse erfolgt am Sonntag, dem 24.01.1937 um acht Uhr.

F-Zug Buch Werk und Dorf mit Hobrechtsfelde“

Am 19.03.1937 hatte die Kameraden 27 Hydranten überprüft und statt 27

beantragten Stunden nur 12 Stunden bewilligt bekommen.

Zu einer Übung rückte ein Bucher Gerätewagen mit einer Besatzung von 9

Kameraden (ein Führer und 8 Feuerwehrmänner) am 20.09.1937

zusammen mit dem F-Zug Buchholz aus.

Die ersten Autos haben ihren Dienst bis 1935/36 versehen, dann kam das

erste geschlossene Fahrzeug in den Dienst der Bucher Feuerwehr und die

Mannschaften brauchten nicht mehr bei Wind und Wetter draußen zu

sitzen.

Wenige Jahre vor Kriegsausbruch wurde auch die Feuerwehr auf das

Kommende vorbereitet. Fahrzeuge

wurden in neue Standards, nach neuen

Anforderungen gruppiert.

Von den Wehrführern der Freiwilligen

Feuerwehren wurde verlangt, in die

NSDAP einzutreten oder ihr Amt

demjenigen zu übergeben, der dazu

bereit wäre. Die meisten traten in die

Partei ein, einige konnten sich der

Forderung entziehen, andere legten ihr

Amt nieder. Wie es in Buch war,

konnte bis jetzt nicht nachvollzogen

werden.

Aufmarsch am Bahnhof

Buch


20

Im Haushaltsplan von 1940 ist vermerkt, dass der Raum zur Unterstellung

der Feuerspritze in der Lindenhofstraße 17 ab dem 01.04.1939 geräumt

ist. Die Miete ist an Otto Lange zu zahlen. Damit gab es nur noch einen

Standort der Freiwilligen Feuerwehr Buch.

In einer Technikaufstellung vom Mai 1939 sind folgende Fahrzeuge für den

Standort Schwanebecker Chaussee aufgeführt:

� Kraftspritze, Daimler, Baujahr 1934, Vergaser-Antrieb 70 PS,

Amag&Hilpert-Pumpe 1500 l/min, Aufbau geschlossen, Verwendung

aktiv,

� Kraftleiter, Daimler, Baujahr1930, Vergaser-Antrieb 55 PS, Magirus-

Leiter 20+3 m lang, Aufbau offen, Verwendung aktiv,

� Gerätewagen, Daimler, Baujahr 1935 (alt gekauft), Vergaser-Antrieb

45 PS, Aufbau offen, Verwendung aktiv,

� Anhänger-Motorspritze, Dixi, Baujahr 1925, Vergaser-Antrieb,

Amag&Hilpert-Pumpen 800 l/min, Aufbau offen, Verwendung

Reserve;

KL20 (Kraftleiter Magirus 20m, 55 PS)

Ein solches offenes Drehleiterfahrzeug wird in der Auflistung erwähnt. Es

ist aber nicht die originale Bucher Leiter.

Den Begriff Feuerwehr gab es nur noch für Freiwillige Feuerwehren.

Berufsfeuerwehren wurden in Feuerlöschpolizei umbenannt, deren

Fahrzeuge wurden grün umgespritzt.


21

Während des zweiten Weltkrieges, ab 1943, bildete die Freiwillige

Feuerwehr Buch den Zug

202 mit dem Standort

Schwanebecker Chaussee

in der 20. Bereitschaft

des

Hauptbrandmeister

und Löschmeister der

Freiwilligen

Feuerwehren des

Deutschen Reiches

1936

Feuerschutzpolizeiabschnittskommandos (FAk) Pankow des

Feuerschutzpolizeigruppenkommandos (FGk) Nord. Dieser Einsatz-Zug war

ständig besetzt. Faktisch war es keine Freiwillige Feuerwehr mehr,

sondern fest in die

Feuerlöschpolizei

eingegliedert.

Wann auch dieser Dienst

eingestellt wurde, ist nicht

bekannt, sicher aber mit der

Kapitulation 1945.

Wachtmeister der

Feuerlöschpolizei 1939


22

Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg

Der Zweite Weltkrieg hat, wie so

vieles Andere, auch die

Feuerwehren zerschlagen. Viele

kamen nicht wieder, andere

waren krank oder verwundet.

Es musste neu angefangen

werden. Das erste Fahrzeug war

ein offenes Fahrzeug. Es gab

keine Schutzkleidung, dafür

aber per Monat 15 DM

Kleidergeld. Was man sich

dafür kaufen konnte, weiß jeder,

jedenfalls keine gebrauchte

Jacke oder Hose, und den

Kameraden sind damals private

Sachen angebrannt. Die erste Dienstbekleidung bestand aus einer Hose aus

Dienstausweis der Feuerwehr

Scheuerlappenstoff und

Holzbotten.

Zu diesem Zeitpunkt wurde die Wehr durch die Sirene alarmiert, welche

bei vielen Einwohnern so kurz nach dem Krieg immer noch eine

Gänsehaut oder mehr verursachte.

In der Bekanntmachung Nr.23 vom 30 Juni 1945, bei der Nennung aller

Freiwilligen Feuerwehren, fehlte die FF Buch. Aber im amtlichen

Verzeichnis der Fernsprechteilnehmer vom 27.07.1945 wird die FF Buch

mit dem Standort Werk Buch erwähnt. Eine weitere Erwähnung findet die

Freiwillige Feuerwehr Buch in der Bekanntmachung Nr. 42 vom

22.02.1946, in der diese der Schlauchwäsche Weißensee zugeordnet wurde.

Am 07.03.1946 wurden bauliche Zustände und Beschädigungen der

Feuerwehrgebäude Berlins aufgenommen. Unter IV Russischer Sektor, B

Freiwillige Wachen, stand “FF Buch in Ordnung und besetzt“.

Zu diesem Zeitpunkt sah die Führung der Freiwilligen Feuerwehr Buch

wie folgt aus:

� Vertreter, Feuerwehrmann Willi Kallenbach, seit 10.07.1919 in der

FF Buch und am 28.02.1898 geboren (wohnte im Röntgentaler Weg

28),

� Führer, Feuerwehrmann Willi Groegor, seit 01.07.1932 in der FF

Buch und am 02.05.1911geboren (wohnte in der Sudauer Straße 38).


23

Am 14.11.1947 wird der Ausrüstungsstand der FF Buch, mit dem

Wachgrundstück im Werk Buch, mit einer Motorspritze 15 und ein

Anhänger mit einer Tragkraftspritze 8 angegeben.

Eine Technikaufstellung von 1949 zeigt, was dem F-Zug Buch (116) zur

Verfügung stand:

1. - MS15 (eine

Motorspritze mit einer

Pumpenleistung von 1500

l/min)

2. - Anhänger

3. - TKS8 (Tragkraftspritze

mit einer Pumpenleistung

von 800 l/min)

4. - mechanische Leiter

L20, 2rädrig

(Leiteranhänger mit einer

Leiterlänge von 20m).

Anfang 1950 wurden einheitliche Uniformen und Schutzanzüge

ausgegeben. Die Personalstärke betrug zu dieser Zeit 15 Mann.

Durch ein Brandschutzgesetz, das im Jahr 1956 herausgegeben wurde,

wurden den Freiwilligen Feuerwehren ganz konkrete Aufgaben

zugewiesen. Darauf folgend gab es 1959 die ersten Nachkriegsstatuten der

Freiwilligen Feuerwehren. Ein wesentlicher Punkt in diesem Statut war,

dass jetzt auch Frauen und Mädchen in die Freiwilligen Feuerwehren

aufgenommen werden konnten.

Am 11. September 1958 wurde in der

Freiwilligen Feuerwehr Buch eine

wichtige Aufgabe zusätzlich

übernommen, die Jugendarbeit und

Jugendförderung in der FF fanden

ihren Anfang.

Seit dem Jahre 1959 unterhalten

Kameraden der Pankower Freiwilligen

Feuerwehren, und somit auch die

Bucher, eine freundschaftliche

Beziehung zur Freiwilligen Feuerwehr

Tisnov (bei Brno) in der damaligen

Kameraden vor der MS15

MS 15 Opel Blitz mit Koebe-Vorbaupumpe

CSSR. Es war keine dieser verordneten

Freundschaften, sondern es waren sehr

private Freundschaften auch über die Feuerwehrbeziehungen hinaus.

Im Laufe der Zeit verbessert sich die Situation der Kameraden in puncto

Technik. Im Jahr 1960 wird ein LF 25 (Löschfahrzeug mit einer


24

Pumpenleistung von 2500 l/min) statt der Motorspritze 15 in Dienst

gestellt.

Übung mit dem LF 25 auf dem Sportplatz

Ab 1960 wird die Einsatzstärke der FF Buch während der normalen

Arbeitszeit durch Kollegen des Werkes Buch verstärkt, die ebenfalls

Angehörige der Freiwilligen Feuerwehr Buch werden. Diese Entscheidung

erweist sich als eine sehr erfolgreiche, da die Feuerwache zu dieser Zeit

immer noch auf dem Gelände des Werk Buch stand und somit die

Ausrückezeiten enorm verkürzt wurden.

Im Jahr 1962 erhält die

Bucher Freiwillige

Feuerwehr das erste

fabrikneue

Feuerwehrfahrzeug, „Made

in GDR“, ein LF16 / S4000-

1, welches seine Dienste in

Buch bis 1977 versah. Das

Fahrzeug hatte einen 90 PS

Dieselmotor und 400 Liter

Wasser sowie 80 Liter

Schaummittel an Bord. Als

Atemschutzgeräte waren 3

das neue LF 16 im Einsatz

Sauerstoffschutzgeräte, sogenannte Kreislaufgeräte, verlastet.


25

Kameraden vor dem S4000-LF16


Die Zeit bis zur Wende

26

Im Jahr 1963 wird die erste Frauenbrandschutzgruppe gebildet, deren

Aufgabe es war, die Einsatzkräfte von den Aufgaben des vorbeugenden

Brandschutzes zu entlasten. Später beteiligten sich Frauen in der Bucher

Freiwilligen Feuerwehr auch aktiv bei Einsätzen. Bis Ende der 60-iger

Jahre verstärkt sich die Zahl der Mitglieder auf 31 Kameraden. Eine

entscheidende Maßnahme für die Feuerwehrarbeit kam auf die

Kameraden im Jahr 1968 zu. Die Feuerwache an der Schwanebecker

Chaussee muss wegen des Heizkraftwerk-Baus geräumt werden und wurde

abgerissen. Als Behelfsobjekt wird in Alt-Buch bei der damaligen

Landtechnik (heute Alt-Buch72) eine Fahrzeughalle zur Verfügung

gestellt.

Es gibt keinen eigenen Aufenthaltsraum für Ausbildung und Schulung. Die

Bedingungen für die Übungs- und Einsatzdienstdurchführung, sowie für

die

„provisorisches“ Domizil der FF Buch bis 1977

Geselligkeit der Freiwilligen Feuerwehr Buch waren schlecht, es ist nur ein

Notbehelf bis zum Neubau einer Wache.

Eine Planung bestand aber zu dieser Zeit nicht und würde noch 5 Jahre

auf sich warten lassen.

Die Alarmierung der Freiwilligen Feuerwehr Buch wurde durch Klingeln

in den Wohnungen der Kameraden realisiert. Diese Alarmierungsform

brachte sehr viele Nachteile, da nur dort Klingeln angebracht werden

konnten, wo sich ein Telefonanschluss in der Wohnung befand. Wie den


27

meisten bekannt sein dürfte, waren es sehr wenige.

Dem entsprechend schlecht sahen die Ausrückestärken der Feuerwehr aus.

Für die Sicherheit in Buch war die Situation mehr als unbefriedigend, aber

man begründete die Alarmierungsart damit, dass wegen des Klinikums

keine Sirenen in Buch laufen dürften (zu dieser Zeit gab es im Schnitt etwa

60 bis 80 Alarme im Jahr). Auch ein späterer Versuch mit

Alarmempfängern (fast so groß wie damalige Kofferradios), der zum 60.

Jahrestag der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Buch als ein

Geschenk gedacht war, brachte nicht den erwünschten Erfolg (sie waren

zu störanfällig und zu groß). Es blieb erst einmal bei der unzureichenden

Glockenalarmierung.

Einen ersten Einblick in die Projektunterlagen für die neue Wache erhält

die Wehrleitung 1973, die Grundsteinlegung erfolgte im April 1975, die

offizielle Übergabe im Mai 1976 und am 28.8.1977 wurde die neue Wache

in Betrieb genommen.

Die angrenzenden drei Wohnungen

für Feuerwehrangehörige waren

schon vor der Indienstnahme der

Wache fertig und bezogen, aber

eine Alarmierung dieser

Kameraden war nicht möglich. Da

griffen die Kameraden auf eine

Variante zurück, die eigentlich

schon seit Jahrzehnten der

Geschichte angehören sollte. Ein

Grundsteinlegung der Wache Kamerad, der einen

Glockenanschluss in der Wohnung hatte, fuhr bei Alarm mit dem Fahrrad

an der neuen

Wache vorbei

und blies dabei

ein Horn, bis

einer der

Bewohner sich

zu erkennen

gab und dann

ging es ab zur

alten Wache

(dem

Behelfsobjekt).

Zur

K27-LKW, W50-LF16, K30 vor der neuen Wache


28

Inbetriebnahme der neuen Wache wurde der Freiwilligen Feuerwehr Buch

ein neues Löschfahrzeug (W50) übergeben.

Nach langem Kampf der Wehrleitung konnte dann endlich die, vielen

bestimmt noch im Ohr klingende, Sirenenalarmierung durchgesetzt

werden. Sie war sicherlich sehr belästigend für die Bucher Bürger,

besonders für Bewohner, die in deren Nähe wohnten. Für die Erfüllung der

Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr war es aber der beste und

notwendige Alarmierungsweg. Die Bucher Feuerwehr war endlich wieder

mit voller Stärke einsatzbereit, die Ausrückestärke hatte sich verdoppelt.

Das war jetzt auch notwendig, da nur noch wenige Kameraden aus dem

Werk Buch zur Verfügung standen. Der Betrieb hatte seine eigene

Betriebsfeuerwehr wiedergegründet.

Feiertagsapell auf dem Hof der Wache der Freiwilligen Feuerwehr

Buch

Eine weitere Verbesserung konnte mit Hilfe des Rates des Stadtbezirkes

Pankow und besonders

durch den Einsatz der

Wirkungsbereichsleitung

der Freiwilligen

Feuerwehren des

Stadtbezirks Pankow

erreicht werden, indem 8

Wohnungen in einem

Neubau in der Nähe der

Feuerwache für

Kameraden der Feuerwehr

Buch reserviert wurden.

Die

Wirkungsbereichsleitung

Hilfstanklöschfahrzeug mit 900 l Wasser


29

war eine übergeordnete Leitungsebene der Freiwilligen Feuerwehren im

Stadtbezirk. Die Zuverlässigkeit der Feuerwehr nahm dadurch weiter zu

und die Ausrückezeiten konnten wiederum verbessert werden. Zu dieser

Zeit standen 42 Kameraden für den aktiven Dienst zur Verfügung.

Eine Reihe von Auto- und Grasnarbenbränden bewegte die Kameraden,

einen für den Katastrophenschutz gedachten Mannschafts-transportwagen

(LKW-LO 3000) zu einem Ersatz-tanklöschfahrzeug umzubauen, da mit

dem 200 l Wassertank des vorhandenen Löschfahrzeugs oft nicht viel zu

machen war. Der Ersatztanker wurde mit einem flexiblen Wasserbehälter,

mehreren Schaumbehältern, einer fest stationierten Tragkraftspritze, mit

mehreren Atemschutzgeräten und vielen Geräten mehr bestückt. Es

brachte einige Verbesserungen für die ersten Angriffe, war aber noch nicht

die Ideallösung.

Buch hatte an vielen Stellen eine nur ungenügende, alte Wasserversorgung.

Von 1982 an bis zur Wende bestand eine Zusammenarbeit zwischen der

Betriebsfeuerwehr der Akademie der Wissenschaften in Buch und unserer

Wehr. Leider bezog sich diese nur auf die Ausbildungen. Diese

Betriebswehr verfügte über ein Tanklöschfahrzeug, welches aber nur

innerhalb des Akademiegeländes und auch nur während der

Normalarbeitszeit zum Einsatz kam.

Anders verhielt es

sich mit der

Betriebsfeuerwehr

des Klinikum Buch.

Diese Wehr besaß

unter anderem ein

Tanklöschfahrzeug,

das sogar rund um

die Uhr besetzt war.

Mit einem

FF Buch bei der

Alarmierung

(nachgestellt)

Kooperationsvertrag zwischen dem Klinikum Buch und dem Rat Pankow

wurde vereinbart, dass dieses Tanklöschfahrzeug zu Feueralarmen

außerhalb des Klinikums zur Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr


30

Buch mit alarmiert werden sollte. Auch diese Zusammenarbeit hielt bis zur

Wende an.

Im Jahr 1983 erhielt die Freiwillige Feuerwehr Buch eine Drehleiter mit

einer maximalen Leiterhöhe von 30 m, die wegen des Klinikums und

dessen Schwerpunkten gedacht war, aber in ganz Pankow und weiter

eingesetzt wurde. In ganz Ostberlin gab es zu dieser Zeit außer der Bucher

Leiter nur noch 4 Drehleitern auf Berufsfeuerwachen. Diese Leiter wurde

außer bei Einsätzen auch für Öffentlichkeitsarbeiten und bei der

Ausbildung in Pankow genutzt. Später kam auch Weißensee dazu.

Hier sollte noch erwähnt werden, dass die Feuerwache Buch seit ihrer

Fertigstellung auch Ausbildungsstätte für die Freiwilligen Feuerwehren

des Stadtbezirks Pankow und später auch Weißensee war. Eine feste

Gruppe von erfahrenen Feuerwehrleuten aus dem ganzen Stadtbezirk

bildeten Dienstanfänger in

einem Grundlehrgang aus.

Es wurden auch

Atemschutz- und

Gruppenführerlehrgänge

von diesen Kameraden

durchgeführt, zu denen

auch Bucher

Feuerwehrleute gehörten.

Nach der

Kameraden zur Ausbildung angetreten

Wiedervereinigung wurden

diese Kameraden nicht mehr

für die Ausbildung benötigt,

da diese Aufgaben nun von der Landesfeuerwehrschule in Berlin erfüllt

wurden. Erst später griff die Berliner Feuerwehr wieder auf Ausbilder der

Freiwilligen Feuerwehren zurück.

Erste Hilfe Schulung


Doch zurück zur

Bucher Feuerwehr.

Der Fahrzeugpark

erweiterte sich

immer mehr, so

kamen dann ein

LF8

(Löschfahrzeug mit

einer

Pumpenleistung

von 800 l/min), ein

Kommandowagen

und endlich ein

31

TLF16

Atemschutzausbildung auf der Wache

(Tanklöschfahrzeug

mit einer Pumpenleistung von 1600 l/min und über 2000 l Wasservorrat)

zu den schon vorhandenen Fahrzeugen hinzu. Dieser Bestand an Löschund

Sonderfahrzeugen blieb uns bis kurz nach der Wende erhalten.

Bucher Löschzug auf W50, TLF16, DL30, LF16

Zu erwähnen wäre noch die Arbeit des Vorbeugenden Brandschutzes, der

in der DDR-Zeit eine wichtige Rolle bei den Freiwilligen Feuerwehren

spielte. Um diese Aufgaben alle durchführen zu können, gab es in der

Freiwilligen Feuerwehr Buch extra Kameraden, die sich diesen Pflichten

widmeten.


32

An einem Freitag im Sommer 1989 wurden die FF Buch, die FF

Schwanebeck, die FF Bernau und die FF Blankenburg zu einem

Dachstuhlbrand im ehemaligen "Schwanenkrug" alarmiert, wie sich

später herausstellte, eine Brandstiftung eines damals 14 - Jährigen.

Bei Restlöscharbeiten stürzte eine Decke ein und begrub einen Kameraden

ganz und einen Kameraden halb unter sich. Beide waren von der FF

Blankenburg, die kurz zuvor unsere Kameraden abgelöst hatten. Der

halbverschüttete Kamerad konnte mit einigen Verletzungen herausgeholt

werden, für den anderen Kameraden kam jedoch alle Hilfe zu spät. Er war

unter der Decke erstickt, eine Reanimation hatte nichts mehr gebracht.

Kamerad Carsten Gericke wird immer in unserer Erinnerung bleiben.


33

Umbruchzeit nach der Wende

Die Wendezeit brachte viel Neues, aber auch ein großes Durcheinander in

der Arbeit der Freiwilligen Feuerwehren. So hatten viele Freiwillige

Feuerwehren mit Besetzungsschwierigkeiten zu tun, da auf einmal alle den

„Westen“ erleben wollten. Zum anderen entstand kurzzeitig so etwas wie

ein „rechtsfreier Raum“, es gab keine konkreten Anweisungen und

Regelung der Feuerwehrführung mehr, da viele mit sich selbst beschäftigt

waren oder sich nicht mehr trauten, Anweisungen zu geben. Es wurden

ständig neue Strukturen der Organisation herausgegeben.

Die Arbeit und Einsatzbereitschaft der Kameraden der FF Buch blieb im

Großen und Ganzen wie gehabt gut. Wie andere Teile der Bevölkerung

versprachen sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren viele

Verbesserungen durch die Vereinigung der beiden Branddirektionen Ost

und West.

Wie ein Teil der Bevölkerung, so mussten auch die Kameraden der FF

einige schmerzliche Erfahrungen mit der Eingliederung in die

Bundesrepublik, besonders aber mit der Vereinigung der

Branddirektionen machen und feststellen, dass überall nur mit Wasser

gekocht wird, wenn auch auf unterschiedliche Weise.

Eine der folgenreichsten Veränderungen war die der

Unterstellungsverhältnisse. Unterstanden die Freiwilligen Feuerwehren bis

zur Vereinigung organisatorisch direkt dem Rat des Stadtbezirkes und die

Berufsfeuerwehren dem Ministerium des Inneren, so unterstanden die

Freiwilligen Feuerwehren nach der Wende der Berufsfeuerwehr.

Vor der Vereinigung wurden die Wachen und Fahrzeuge den Kameraden

fest übergeben. Sie wurden bei allen Entscheidungen, die ihre Arbeit

betrafen, mit einbezogen.

Nach der Vereinigung der beiden Berliner Feuerwehren wurden die

Entscheidungen getroffen, ohne die Betroffenen mit einzubeziehen, ihre

Erfahrungen zu nutzen und es wurden Fahrzeuge zur zeitweisen Nutzung

zur Verfügung gestellt.

Das sorgte am Anfang für viele

Verwirrungen auf beiden

Seiten.

So wurde auch entschieden,

dass die FF Buch, wie es in

„Westberlin“ üblich war, keine

Drehleiter mehr haben durfte,

nur weil es sich um eine

Die letzte Wäsche vor der

Aussonderung


34

Freiwillige Feuerwehr handelte. Dabei wurde 1983 gerade wieder eine

Drehleiter, wegen der Krankenhausbauten als Rettungsweg angeschafft.

Die neue Branddirektion hatte in Freiwillige Feuerwehren wenig

Vertrauen, besonders wenn sie aus dem „Osten“ kamen.

Die ganze Arbeit, die im Zusammenhang mit dem Vorbeugenden

Brandschutz stand, wurde aus der Freiwilligen Feuerwehr ausgegliedert

und ist vollständig Sache der Berufsfeuerwehr.

Auch die Einsatzfahrzeuge wurden vorher durch die Kameraden teilweise

mit privaten Zusatzgeräten ausgestattet, z.B. die Drehleiter mit einem

Notstromaggregat und einer elektrischen Kettensäge. Als die Drehleiter

eingezogen wurde, waren auch die privaten Ausrüstungsgegenstände für

immer weg, trotz mehrerer Interventionen. Alle bis dahin selbst

ausgeführten Kleinstreparaturen wurden untersagt.

Später wurde das

LF 16/W50 dafür

mit einem

Notstromaggregat,

einem

hydraulischen

Rettungssatz und

weiterem

Equipment für die

technische

umgerüstetes LF16/W50

Hilfeleistung

ausgerüstet, da

schlagartig schwerste

Verkehrsunfälle zum

Tagesgeschäft gehörten.

Wegen der veralteten

Löschwasserversorgung

in wichtigen Teilen von

Buch erhielten wir ein

Großtanklöschfahrzeug

TLF 32/82, mit einer

Heckpumpenleistung

von 3200 l/min und Schwerer Verkehrsunfall auf der Autobahn

einem Löschwasservorrat von 8200 l auf einem „TATRA 815“ mit 320 PS.


35

Wenig später

wurden wir als

erste „Ostwehr“

mit einem LHF

16/DB (Lösch-

Hilfeleistungs-

Fahrzeug auf

Daimler-Benz-

Fahrgestell)

ausgerüstet. Da

diese beiden

Fahrzeuge in der

weiteren

Kamerden nach der Pflege des TLF 32/82

Umgebung zu

dieser Zeit selten

waren, mussten wir viel außerhalb unseres Ausrückebereiches aushelfen.

Unsere Einsatzzahlen stiegen im Vergleich zu vorher sprunghaft an.

So wurden unsere Kameraden mit dem TLF32/82 nicht nur zu vielen

Großbränden in ganz Berlin alarmiert, sondern auch zu den

Waldbrandkatastrophen in Weißwasser (Sachsen) und Mühlenbeck

das Daimler-Benz-LHF bei einem schweren Verkehrsunfall

(Brandenburg).

Dieses imposante Fahrzeug war der Stolz der ganzen Wache und wurde

gehegt und gepflegt.


36

Eine weitere entscheidende Umstellung für unsere Arbeit brachte die

Stationierung von Berufsfeuerwehrkräften in Buch im damaligen

Klinikum Buch Teil VII, dem ehemaligen Regierungskrankenhaus, im

Jahr 1992 mit einem LHF-TR (ein LHF mit nur 3 Kollegen besetzt) und

einem RTW.

Von nun an mussten wir um unsere Akzeptanz immer wieder hart

kämpfen. Zunächst gab es eine sinnvolle Aufgabenverteilung, da wir mit

unseren Fahrzeugen zusammen mit denen der BF in Buch einen

gemeinsamen Löschzug bildeten. Da aber die Einsatzzahlen weit unter

denen einer Berufswache blieben, versuchte man die Arbeit der FF immer

mehr einzuengen und deren Aufgaben der Berufswache zuzuordnen.

In der gleichen Art und Weise wie seiner Zeit die DL, wurde uns von heute

auf morgen das TLF 32/82 weggenommen und unter kaum

nachzuvollziehenden Gründen bei der BF stationiert. Dieses war einer der

Höhepunkte im Umgang mit den Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr

Buch, den sie sich nicht mehr bieten lassen wollten.

Es gab aber durchaus zu den Kollegen der BF ein teilweise gutes

Verhältnis. Später wurden wir auch von den Kollegen der BF akzeptiert

und die Zusammenarbeit funktioniert reibungslos.

1996, Kameraden der FF Buch mit einem LHF 16/16, TLF 16/24

und LF16/TS 8

Was wir noch nach der Wende vermisst hatten, war der Feuerwehrsport,

der vor der

Wende regelmäßig gepflegt wurde. So fingen wir wieder an zu trainieren

und nahmen an Wettkämpfen in Sachsen teil. Mehrere Jahre

hintereinander fuhren wir zu den Pokalläufen nach Brandis bei Leipzig.


37

Feuerwehrwettkämpfe in der DDR

schöne

Erlebnisse.

Neben diesen

Aktivitäten steht

aber nach wie

vor der

Einsatzdienst

im

Vordergrund.

Waren wir vor der

Wende durchaus

erfolgreich und

gehörten zu den

Spitzenmannschaften,

haben wir in

Brandis doch

mehr

Erfahrungen als

Pokale

gesammelt. Es

waren aber sehr

Feuerwehrwettkämpfe in Brandis


38

Es gab sehr

kuriose Alarme,

wie einen

Verkehrsunfall

mit einem

Wildschwein,

schwierige

Brandeinsätze,

aber leider auch

dramatische

totes Wildschwein nach einem Unfall mit einem Auto Einsätze.

Einen weiteren

dramatischen Einsatz

mussten wir im September

1995 miterleben.

Die FF Buch wurde zum

„Feuer – Auto“ nach

Schwanebeck alarmiert.

Bei der Alarmfahrt wurde

das LHF durch einen PKW

in einer unachtsamen

Weise ausgebremst. Die

Notbremsung des

Maschinisten endete nach

einem 450°-Überschlag des

Arbeiten nach einem Dachstuhlbrand

verunglücktes LHF auf dem Acker


39

Löschfahrzeuges auf dem Feld zwischen Buch und Schwanebeck.

Hierbei verletzten sich 7 Kameraden zum Teil erheblich und das Fahrzeug

war ein Totalschaden. Kurz nach dem Ereignis kamen uns die eigenen

Kameraden, die mit einem zweiten Fahrzeug alarmiert wurden, die

Berufsfeuerwehr Buch und besonders auch

die FF Schwanebeck und das DRK Bernau zu

Hilfe. Ihnen allen ist es zu verdanken, dass

keine schlimmeren Folgen entstanden. Ihnen

allen sei hier nochmals gedankt. Übrigens

handelte es sich bei dem Feueralarm um

einen böswilligen Alarm!

Und so nahe

nebeneinander liegen

manchmal Training und

Ernstfall. Bei einer Übung

wurde eine Explosion in einem Kino simuliert. Neben der

Brandbekämpfung standen dort die Versorgung der vielen Leicht- und

Schwerverletzten, sowie die Lenkung der vielen Menschen, die unter

Schock

stehen, im

Vordergrund.

Wenig später

hätte es

beinahe ein

solches

Szenario in

Buch

gegeben. Wir

sind nur ganz

knapp einer

Katastrophe entgangen, bei einem Wohnungsbrand. In der Wohnung

wurde mit sehr viel Sprengstoff gebastelt. Die Erdgeschosswohnung war

vollgestopft mit Feuerwerkskörpern, und das war noch lange nicht alles.

Der Keller unter der Wohnung war bis unter die Decke vollgestapelt mit


40

Explosivmitteln. Die Kameraden konnten eine Brandausbreitung nur

durch einen hartnäckigen Kampf gegen die immer wieder zündenden

Raketen und Feuerwerkskörper verhindern. Für den Verursacher kam

leider jede Hilfe zu spät.

Auch als es an der Oder und später an der Elbe zu

Hochwasserkatastrophen kam,

waren unsere Kameraden als eine

der ersten mit vor Ort und

arbeiteten dort mehrere Tage bis

Wochen.

Bucher Kameraden füllen Sandsäcke

Kameraden fordern, die

vielen unnötigen und

Fehlalarme, bei denen sie viel

ihrer Freizeit sinnlos opfern.

Hierbei trotzdem zuverlässig

zu bleiben und bei jedem

Alarm zur Wache zu rennen,

zeichnet Kameradschaft und

eine gute Freiwillige

Feuerwehr aus.

In Berlin war es üblich, bei

einem Alarm einer

Man könnte noch viele Seiten

füllen mit spektakulären

Einsätzen und Zeitungsartikeln.

Nicht zu unterschätzen sind aber

die vielen kleinen Einsätze, die

täglich die volle

Einsatzbereitschaft der

Sandsäcke wurden auf dem Deich

verlegt

Freiwilligen Feuerwehr gleichzeitig ein Löschfahrzeug der nächstliegenden

Berufsfeuerwache mit zu alarmieren, damit keine Zeit verloren wäre, wenn

die betreffende FF nicht ausrücken könnte, aus welchen Gründen auch

immer. Die Freiwillige Feuerwehr Buch war die erste in ganz Berlin, bei

der aufgrund ihrer Zuverlässigkeit auf diese Parallelalarmierung

verzichtet wurde. Erst Jahre später folgten andere Freiwillige

Feuerwehren.


41

Die Stammfahrzeuge

änderten sich nach und

nach. Das Lösch-

Hilfeleistungsfahrzeug

(LHF 16/16) änderte

sich auf ein MAN-

Fahrzeug.

Weiterhin wurde im

Rahmen des

LF16TS8, TLF16/24, LHF16/16 Katastrophenschutzes

vom Bund ein

Löschfahrzeug (LF 16/TS 8) angeschafft.

Im Jahr 1999 erhielten wir noch ein neues Tanklöschfahrzeug (TLF 16/24),

das besonders für das unbefestigte Gelände geeignet war, zum Beispiel für

Waldbrände.

Das LF 16/TS 8 passte nicht richtig in das Einsatzkonzept der Berliner

Feuerwehr für den täglichen Dienst. Daraufhin wurde es etwas später mit

einem Zusatzmodul für die technische Hilfeleistung nachgerüstet, welches

wahlweise statt der TS 8 (Tragkraftspritze mit einer Leistung von 800

l/min) mitgeführt werden konnte. Es wurde dann als LF-Z bezeichnet.

Die Aufgabenfelder des täglichen Einsatzes erweiterten sich weiter. Nach

der Wende kam der Rettungsdienst dazu, aber in Buch gibt es einige

Standorte, die eine Feuerwehr vor

besondere Herausforderungen

stellte. Auf dem Forschungscampus

und im Klinikum wird mit

biologischen und radioaktiven

Arbeitsstoffen umgegangen, die

spezielle Ausbildung und

Ausrüstungen im Einsatzfall

ABC-Einsatzübung am MDC

verlangen.

Die Freiwilligen

Feuerwehr Buch

ist Bestandteil der

FF Buch war der Sammelpunkt des 3. Brandschutzzuges der 2.

Bereitschaft


42

Katastrophenschutz-Einheiten und stellt eine Staffel im Brandschutzzug

einer Brandschutzbereitschaft. In dieser Struktur werden noch gesonderte

Einsatzübungen und Einsätze gefahren.

TLF 16/24, LHF 16/12 und DLK 23/12(30m)

Eine neue Generation der Lösch-Hilfeleistungsfahrzeuge hielt Einzug in

Buch. Ein kompakteres Fahrzeug, das als „City-LHF“ bezeichnet wird,

erleichtert die Fahrten durch zunehmend zugeparkte Wohngebiete.

Seit Ende 2008 steht auch wieder eine Drehleiter in Buch für die FF Buch

zur Verfügung. Alle vorhandenen Maschinisten wurden zusätzlich

geschult, um die moderne Leiter mit Korb sicher bedienen zu können.

Mit der Stationierung der DLK in Buch wurde das TLF 16/24 zur FF

Blankenburg abgegeben. Kurze Zeit später kam dafür das älteste TLF

24/50 der Berliner Feuerwehr nach Buch und fristet hier seine Zeit, bis

dass die Aussonderung uns trennt.

TLF 24/50, LHF 12/12, DLK 23/12, LF 16-Z

Die Ausbildung, die von heutigen Feuerwehrleuten verlangt wird, ist

aufgrund des Sicherheitsanspruchs und der vielen Gesetze, Verordnungen

und Aufgaben enorm. Man muss ein strammes Übungsprogramm an den


43

Übungsabenden durchziehen, um die gesetzlich geforderten

Voraussetzungen für den täglichen Dienst erfüllen zu können. Es ist längst

kein Hobby oder ehrenamtliche Tätigkeit mehr, das würde man zweimal

die Woche zwei Stunden betreiben. Wir reden hier von täglich mehr als

einer Stunde, aktive Leistungsträger kommen auf mehr als zwei Stunden

täglich, im Durchschnitt!

Kameraden der FF Buch mit Jugendfeuerwehr- und Ehrenmitgliedern

2010 vor der neuen DLK

In

den


44

letzten Monaten wurde die DLK gegen ein jüngeres Baujahr, mit einer

umfangreicheren Ausrüstung als das Vorgängermodell, ausgetauscht.

Hier endet die Chronik vorerst, aber sie wird sicher weiter geschrieben,

getreu dem historischen Motto:

„Gott zur Ehr -

dem Nächsten

zur Wehr“


45

Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehr Buch

vor der Wende

1958 kam bei der Freiwilligen Feuerwehr Buch die Idee auf, Jugendarbeit

auf dem feuerwehrtechnischen Gebiet in der Freiwilligen Feuerwehr

einzuführen. Am 11.September 1958 wurde in Buch, an der damaligen

4.Polytechnischen Oberschule, der heutigen Grundschule am Sandhaus,

die Arbeitsgemeinschaft "Brandschutz" gegründet. Die

Ausbildung vor der alten Wache

Arbeitsgemeinschaft war ein Freizeitangebot der außerunterrichtlichen

Betreuung an der Schule, wurde aber von der FF Buch durchgeführt.

Später wurde sie in die Arbeitsgemeinschaft "Junge Brandschutzhelfer"

umbenannt. Der damalige Löschmeister Detlef Pusch war der Gründer

dieser Arbeitsgemeinschaft in Buch. Außer ihm waren später noch Fritz

Kneiphoff, Brigitte Steinweg, Detlef Drews, Frank Gens und Mayk Gräf

als Leiter tätig. Zu den ersten Angehörigen dieser Arbeitsgemeinschaft

gehörten unter anderem Manfred Hein und Werner Ludwig.

Nach der Gründung der Arbeitsgemeinschaft waren die

Arbeitsmöglichkeiten sehr unzureichend. Dazu kam das damalige

Gerätehaus, welches keinen Gemeinschaftsraum besaß, dieses stand auf

dem heutigen Kraftwerksgelände, in der Schwanebecker Chaussee. Da es

später in der Behelfsunterkunft noch enger war, wurde auch das Arbeiten

mit den Schülern sehr erschwert. Es kam auch vor, dass

Arbeitsgemeinschaftsnachmittage ausfallen mussten, da das Wetter einen

Arbeitsgemeinschaftsnachmittag nicht zuließ, weil diese meist draußen


46

stattfanden. Die Schulungsmaterialien mussten vom Leiter selbst erarbeitet

werden und Geräte der Freiwilligen Feuerwehr durften teilweise genutzt

werden.

Nach dem die Freiwillige Feuerwehr Buch 1977 eine damals moderne

Wache beziehen konnte, kam es zu keinem Ausfall von

Arbeitsgemeinschaftsnachmittagen mehr. Durch die neuen Räumlichkeiten

konnte die Arbeitsgemeinschaft nun auch an den anderen Bucher Schulen

angeboten werden. Ab 1978 wurde ein Gruppenleiter für jede der vier

Schulen bestimmt, der mit dieser Schule zusammen arbeitete.

Ein Ausbilder wurde als Gesamtleiter bestimmt. Es gab jedoch Probleme

in der

Zusammenarbeit

mit den Schulen,

da sich keiner in

den Schulen so

richtig für die

Ausbildung auf der neuen Wache

Arbeitsgemeinschaften verantwortlich fühlte. Schulungsmaterialen

standen nun aber weitestgehend zur Verfügung.

Rollschlauch werfen

Es wurden zahlreiche Fahrten

unternommen, so z.B. der Besuch des

Feuerwehrmuseums in Dresden.

Außerdem wurden auch zahlreiche

Lichtbildervorträge an den Schulen

durchgeführt. Diese führten zu einer

hohen Teilnahme an den

Arbeitsgemeinschaftsnachmittagen.


47

1977 wurde die Arbeitsgemeinschaft in zwei Gruppen eingeteilt, die auch

unterschiedliche Namen bekamen. Die Zahl der Teilnehmer war auf 36

angestiegen. So wurde die Gruppe der 10 bis 12 jährigen Schüler weiter

"Arbeitsgemeinschaft Junge Brandschutzhelfer" genannt und die Gruppe

der 13 bis 16 jährigen Schüler in "Arbeitsgemeinschaft Brandschutz"

Antreten vor dem Training

umbenannt. Dies war die Jugendgruppe der Freiwilligen Feuerwehr. Das

führte zu einer geringeren Zahl an Jugendlichen je

Arbeitsgemeinschaftsnachmittag und die Arbeit konnte entscheidend

verbessert werden. Damals gab es in der Arbeitsgemeinschaft einen

Zugführer und einen Gruppenführer, Funktionen, die von den Schülern

besetzt wurden. Dieses ist heutzutage auch wieder im Aufbau. Mit dem

Alter von 16 Jahren konnten die Jugendlichen zur Zeit der DDR in die

Freiwillige Feuerwehr übertreten.

Die "Arbeitsgemeinschaft Junge Brandschutzhelfer" war auch bei einigen

Schulmessen mit einer Ausstellung vertreten.


48

20 Jahre Jugendfeuerwehr Buch

Nach der Wiedervereinigung wurde die "Jugendfeuerwehr Buch" am

01.09.1990 gegründet, als erster Jugendfeuerwehrwart wurde Mayk Gräf

bestellt.

Seit 1990 dürfen Jugendliche erst mit 18 Jahren in die Freiwillige

Feuerwehr übertreten. Wie hier schon erwähnt, führten die

Arbeitsgemeinschaft und die Jugendfeuerwehr Öffentlichkeitsarbeit durch.

Außerdem fanden auch gemeinsame Veranstaltungen mit anderen

Jugendfeuerwehren aus Berlin und Deutschland statt, so z.B. eine

Einsatzübung mit der Jugendfeuerwehr Niederschönhausen bzw. mit der

Jugendfeuerwehr Bogel im Taunus.

Weiterhin wurden

regelmäßig Radtouren,

die im Zusammenhang

mit dem Brandschutz im

Wald standen, und

anschließendes Grillen

veranstaltet.

Jugendfahrt nach

Bogel im Taunus

Jedes Jahr wurde eine Jahresabschlussfeier auf der Wache durchgeführt.

Zu den Themen der Jugendausbildung gehören unter anderem die

Vermittlung von Kenntnissen in der Brandsicherheit, sowie das

Kennenlernen und die Handhabung der Feuerwehrtechnik.

Die heutige Jugendfeuerwehr finanziert sich aus Spenden, Zuschüssen vom

Verein der Freiwilligen Feuerwehr zu Buch e.V. sowie dem Obolus der

Berliner Feuerwehr für gemeinschaftsfördernde Veranstaltungen.


49

In den letzten Jahren verbesserte sich zusehends die Arbeit der Berliner

Jugendfeuerwehr. Das brachte auch der JF Buch viele Vorteile, da nun

verschiedene Ausbildungen und Qualifikationen stattfanden, die wir vor

Ort nur sehr schwer organisieren konnten. In jährlichen Schulungslagern

wurden Ausbildungen zentral durchgeführt und Prüfungen abgenommen.

Bootsübung bei einem Pokallauf der

Jugendfeuerwehr

Sehr beliebt bei den

Jugendlichen sind die

„Pankelöschmeisterschaften,

die in mindestens 3

Wertungsläufen

durchgeführt wurden und

werden. Leider konnten die

Bucher Jugendfeuerwehr in

den letzten Jahren keinen

„Blumentopf“ gewinnen,

aber das wird sich noch

ändern.

Im Jahr 2008 veranstaltete

die Freiwillige Feuerwehr

Buch, aus Anlass des 50. Jahrestags der Jugendarbeit bei der FF Buch

einen „Erlebnistag Feuerwehr“. Nach Altersgruppen gestaffelt waren

Kinder und Jugendliche den ganzen Tag auf „ihrer Feuerwache“

unterwegs und konnten erleben, wie es ist, ein Feuerwehrmann zu sein. Die

Resonanz war an diesem Tag großartig, es gab viele lobende Worte für

diese Veranstaltung. Am nächsten Übungsnachmittag der

Jugendfeuerwehr war die „Bude“ voll mit vielen neuen Interessierten. Der

Plan ist aufgegangen.

Besichtigung der Flughafen-Feuerwehr Schönefeld


50

Nachdem wir uns organisiert hatten, lief die Jugendfeuerwehrzeit wieder

reibungslos ab. Jeder kann sich vorstellen, wie entspannt es zugeht, wenn

20 bis 22 Kinder und Jugendliche von 8 bis 18 Jahren die Fahrzeughalle

bevölkern.

Herzliche Grüße von der Jugendfeuerwehr Buch

Mittlerweile, 2 Jahre nach diesem Ereignis, sind immer noch regelmäßig 15

bis 20 Mitglieder zu verzeichnen. Wir konnten also doch viele Jugendliche

für diese Freizeitbeschäftigung begeistern.

In diesem Jahr ist die Bucher Jugendfeuerwehr 20 Jahre in der Berliner

Jugendfeuerwehr integriert und sie erwartet mit Freude ihren

Jugendfeuerwehr-Wimpel. In die Zukunft blickt die Bucher

Jugendfeuerwehr optimistisch. Die nächsten 20 Jahre können kommen.

Alle interessierten Mädchen und Jungen von 8 bis 18 Jahren sind freitags

zwischen 16.30 Uhr und 18.30 Uhr herzlich eingeladen. Schaut es euch

einfach mal an!


Anhang

51

Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Buch:

1910 - ? ? - ? ? - ?

August Meves Otto Lange Haberer

1945 - 1954 1954 - 1964 1964 - 1974

Willi Groeger Anton Küntz Willi Steinweg

1974 - 1991 1992 - 2004 2004 –

Karl-Heinz Hahn Michael Termeer Bernd Krüger

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