23.03.2015 Aufrufe

MEDIEN BULLETIN 2/2015 (Vorschau)

TV-Experiment Newtopia bei Sat.1... Second Screen Quizduell-Neustart... Auslandssender Deutsche Welle baut aus... NAB 2015 Markt für digitale Medien... Produkt-Highlights... E-Commerce doppioTV... TV-Dienstleister Studio Hamburg... VFX-Produktion Fish Blowing Bubbles... Spobis TV-Sportmarkt im Wandel... Prolight + Sound Erweitertes Angebot... Near-Live-Postpro die paten... Neuaufstellung Wige Media... TV Komm. Bewegtbild... MIPDOC Rechte Dschungel...

TV-Experiment Newtopia bei Sat.1... Second Screen Quizduell-Neustart... Auslandssender Deutsche Welle baut aus... NAB 2015 Markt für digitale Medien... Produkt-Highlights... E-Commerce doppioTV... TV-Dienstleister Studio Hamburg... VFX-Produktion Fish Blowing Bubbles... Spobis TV-Sportmarkt im Wandel... Prolight + Sound Erweitertes Angebot... Near-Live-Postpro die paten... Neuaufstellung Wige Media... TV Komm. Bewegtbild... MIPDOC Rechte Dschungel...

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.de<br />

2.<strong>2015</strong> l Jahrgang 34 l 4263 l D12 Euro<br />

EU UMSTRITTENE<br />

Urheberrechtsreform<br />

PLÄNE FÜR DIGITALEN BINNENMARKT<br />

TV-Experiment Newtopia bei Sat.1... Second Screen Quizduell-Neustart... Auslandssender Deutsche Welle baut aus...<br />

NAB <strong>2015</strong> Markt für digitale Medien... Produkt-Highlights... E-Commerce doppioTV... TV-Dienstleister Studio Hamburg...<br />

VFX-Produktion Fish Blowing Bubbles... Spobis TV-Sportmarkt im Wandel... Prolight + Sound Erweitertes Angebot...<br />

Near-Live-Postpro die paten... Neuaufstellung Wige Media... TV Komm. Bewegtbild... MIPDOC Rechte-Dschungel...


Delivering the Moment<br />

Imagine where you<br />

could take your<br />

business...<br />

if technology didn’t<br />

stand in your way.<br />

An all-new blueprint for managing, moving and<br />

monetizing video content is here.<br />

The trusted leader in broadcast is bridging the<br />

baseband world to IP and the cloud — offering media<br />

companies an evolutionary path that aligns current<br />

investments with the network of the future.<br />

Visit Imagine Communications at<br />

NAB <strong>2015</strong> Booth N2702.<br />

Find out more.<br />

imaginecommunications.com<br />

© <strong>2015</strong> Imagine Communications


EDITORIAL z<br />

GLOBALER WETTBEWERB...<br />

...dominiert das Geschäft im digitalen Zeitalter. Märkte orientieren sich weniger an<br />

Staatsgrenzen als an Zielgruppen. Amazon, Apple, Google und Microsoft machen<br />

vor, wie man die erfolgreich bedient – auch mit Medieninhalten aller Art. Das führt<br />

zu Protesten derer, die ihre nationalen oder regionalen Pfründe bedroht sehen,<br />

zumal die global agierenden Medienplayer oft nicht den gleichen strengen Regeln<br />

unterliegen wie sie selbst. Um die Macht der Internetgiganten zu beschneiden,<br />

fordern Medienmanager und -politiker einen europäischen Regulierungsrahmen.<br />

Dabei hat die Europäische Union das Thema schon länger im Blick. Der neue Digital-Kommissar Günther Oettinger<br />

präsentierte auf der diesjährigen Berlinale seine Pläne zur Harmonisierung des digitalen Binnenmarktes. Zur besseren<br />

Positionierung Europas im globalen Wettbewerb sollen dabei Beschränkungen durch nationale Regeln, zum Beispiel<br />

bei der Telekommunikation, beim Datenschutz oder beim Urheberrecht, aufgehoben werden. Die Reaktion darauf war<br />

nicht überall von Begeisterung getragen. Gerade beim Urheberrecht möchten viele lieber die Ländergrenzen behalten.<br />

Sie sehen durch die EU-Binnenmarktpolitik bewährte Lizenzstrategien und Finanzierungsmodelle bei Film und TV,<br />

insbesondere auch mit Blick auf Koproduktionen und Fördergelder, in Gefahr. Neben Umsatz- und Arbeitsplatzverlust<br />

befürchtet man vor allem aber auch Nachteile für die kulturelle Vielfalt in Europa. Kein Zweifel, die muss unbedingt<br />

erhalten bleiben. Aber wie so oft, wenn Wirtschafts- und Kultur-Interessen aufeinander prallen, entsteht eine schwierige<br />

Gemengelage. Und die mit der digitalen Revolution einhergehenden technischen Veränderungen machen die Sache<br />

nicht leichter. Sie eröffnen nun einmal zahlreiche neue Business-Optionen. Ein neuer Ordnungsrahmen ist da längst<br />

überfällig. Um dessen Ausgestaltung ringen derzeit alle Akteure der medialen Wertschöpfungskette in Europa.<br />

Noch in diesem Jahr will die EU-Kommission Gesetzesvorschläge machen. Die Diskussion darüber bleibt spannend.<br />

Eine interessante Lektüre wünscht Eckhard Eckstein, Chefredakteur<br />

mebucom<br />

präsentiert<br />

- Jobs<br />

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- und mehr<br />

www.mebucom.de<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

3


z INHALT<br />

48<br />

22<br />

44<br />

PRODUKTION<br />

BUSINESS<br />

22 N E W T O P I A<br />

Das große TV-Experiment<br />

Sat.1 hat Ende Februar gemeinsam mit John de Mol und<br />

Talpa eine neue Reality-Show gestartet. Der produktionstechnische<br />

Aufwand dabei ist sehr hoch. Ein Blick hinter<br />

die Kulissen von „Newtopia“.<br />

26 Q U I Z D U E L L<br />

Second Screen spielt mit<br />

Beim Neustart der interaktiven Rateshow „Quizduell“ hat<br />

die ARD die komplexe Technik besser im Griff. Neu dabei<br />

ist die Kölner Produktionsfirma ITV Studios Germany.<br />

29 VFX<br />

Nahtlose Integration<br />

Fish Blowing Bubbles aus München hat für den Film<br />

„Gespensterjäger“ imposante VFX-Elemente realisiert.<br />

Eingesetzt wurde dabei Maya von Autodesk.<br />

32 P A B L O R I O<br />

System ohne Limits<br />

Die Berliner Film- und Postproduktionsfirma die paten<br />

setzt seit Anfang 2014 bei Imagefilmen und Near-Live-<br />

Events auf einen Workflow mit Pablo Rio von Quantel.<br />

34 A U S L A N D S S E N D E R<br />

Deutsche Absenderkennung ist gefragt<br />

Die Deutsche Welle baut ihr internationales Engagement<br />

aus und erhält eine Etat-Aufstockung.<br />

37 D O P P I OTV<br />

Verknüpfung von Inhalten und E-Commerce<br />

doppioTV steht für ein neues TV-Konzept. Geschäftsführer<br />

Olaf Zachert erklärt Strategie und Planung.<br />

40 U R H E B E R R E C H T<br />

Das Territorialprinzip muss bleiben<br />

Die EU-Reformpläne zum Urheberrecht sind bei Berlinale<br />

und Deutscher Content Allianz heftig kritisiert worden.<br />

44 S T U D I O H A M B U R G<br />

Optimistisch für die Zukunft<br />

Der neue Studio Hamburg-Chef Johannes Züll sieht die<br />

strukturellen Probleme des Unternehmens überwunden.<br />

46 W I G E M E D I A<br />

Auf dem Gas bleiben<br />

Wige Media hat sich neu aufgestellt. <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong><br />

sprach darüber mit Geschäftsführer Peter Lauterbach.<br />

4<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


INHALT z<br />

26<br />

46<br />

37 34<br />

40<br />

EVENT<br />

48 NAB <strong>2015</strong><br />

Marktplatz für digitale Medien<br />

Die anhaltende Transformation der Broadcast-Branche<br />

steht im Fokus des Kongressprogramms der NAB <strong>2015</strong>.<br />

51 Produkt-Highlights zur NAB <strong>2015</strong><br />

Im Messebereich der NAB Show sind wieder zahlreiche<br />

Produktinnovationen zu erwarten. Eine kleine Auswahl.<br />

54 TV K O M M.<br />

Angst vor Google & Co<br />

US-Internetgiganten entziehen sich nationaler Kontrolle.<br />

Medien-Manager fordern europaweite Regulierung.<br />

56 S P O B I S<br />

Ohne Bewegtbild geht es nicht<br />

Die Digitalisierung verändert die Rahmenbedingungen<br />

im Markt für Sportrechte, -produktion und -distribution.<br />

58 P R O L I G H T & S O U N D<br />

Das Ende der Post-Produktion<br />

Mit erweitertem Themen- und Branchenspektrum will die<br />

Prolight & Sound das Messe- und Kongressangebot für<br />

neues Publikum attraktiver machen.<br />

60 MIP D O C<br />

Rechte-Dschungel<br />

ZDF Enterprises unterstützt erstmals den Co-Production<br />

Pitch der MIP Doc <strong>2015</strong>. Ralf Rückauer von ZDFE.Factual<br />

erklärt die Hintergründe.<br />

RUBRIKEN<br />

3 Editorial<br />

6 Magazin/Business<br />

10 Produktion<br />

12 Technik<br />

14 Distribution<br />

16 Event<br />

18 Update<br />

20 Personalien<br />

61 Branchenspiegel<br />

68 Kommentar: Ros Atkins<br />

69 Impressum<br />

70 Termine<br />

.de<br />

<strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong> IM INTERNET<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

5


z MAGAZIN / BUSINESS<br />

PROSIEBENSAT.1 PRODUKTION WÄHLT NEVIONS FLASHLINK<br />

ProSiebenSat.1 Produktion, Tochtergesellschaft<br />

SiebenSat.1 Produktion über ein Glasfa-<br />

der ProSiebenSat.1 Group, hat sernetzwerk umfassende Konnektivität<br />

sich für die Flashlink-Transporttechnologie zwischen drei zentralen Geräteräumen<br />

entschieden. Sie vernetzt damit den<br />

sicher. Die Projektüberwachung lag in den<br />

Händen des Nevion-Partners Logic Media<br />

Solutions, der auch Nevions Kundendienstzentrum<br />

in Deutschland betreibt.<br />

Die hoch skalierbare, flexible und bedienungsfreundliche<br />

Lösung versetzt ProSiebenSat.1<br />

Produktion in die Lage, in Echtzeit<br />

hochwertiges Video zuverlässig, mit<br />

niedriger Latenz und in hoher Dichte zwischen<br />

drei miteinander vernetzten, zentralen<br />

Anlagenräumen zu transportieren.<br />

„Flashlink hat bei diesem Projekt das Rennen<br />

gemacht, weil diese Lösung kosteneffizient<br />

ist, mit hoher Dichte arbeitet und<br />

Standort in Unterföhring bei München.<br />

Durch den Einsatz von Nevions Flashlink,<br />

einer Lösung für optischen Transport, Signalverarbeitung<br />

und Verteilung, stellt Pronur<br />

wenig Platz beansprucht“, erklärt Thomas<br />

Grünwald, Solution Architect, Playout<br />

Systems bei ProSiebenSat.1 Produktion.<br />

Der geringe Platzbedarf der Flashlink<br />

Compact-Glasfaserschnittstellen sei wegen<br />

des begrenzten Rack-Raums an einem<br />

der Standorte von besonderer Bedeutung<br />

gewesen. „In Zusammenarbeit mit unserem<br />

Partner Logic Media Solutions konnten<br />

wir eine Flashlink-Lösung liefern, die<br />

den Anforderungen von ProSieben-Sat.1<br />

Produktion hinsichtlich hoher Kapazitätsauslastung<br />

der Glasfaserverbindungen,<br />

effizientem Transport und Skalierbarkeit<br />

absolut gerecht wird”, betont Thomas<br />

Heinzer, strategischer Projektleiter von<br />

Nevion.<br />

Nevion wurde kürzlich der Emmy Award<br />

für Technik und Ingenieurwesen für seine<br />

Rolle in der Standardisierung und Verbesserung<br />

von JPEG 2000 (J2K) Interoperabilität<br />

verliehen. Die Firma wird seine neuesten<br />

Netzwerk- und Broadcast-Infrastruktur<br />

Lösungen am Stand SU2615 auf der NAB<br />

<strong>2015</strong> in Las Vegas präsentieren.<br />

VITEC GROUP ÜBERNIMMT PARALINX<br />

Die Vitec Group hat die kalifornische Firma Paralinx, Anbieter von<br />

drahtloser Video-Übertragungstechnik, übernommen. Paralinx soll<br />

in die Videocom Division der Vitec Group integriert werden und<br />

deren dort vorhandene Marken und Produkte ergänzen. Im<br />

Geschäftsbereich Creative Solutions von Vitec Videocom sind<br />

bereits die Unternehmen Teradek und Small HD angesiedelt.<br />

Paralinx wurde von Dan Kanes und Greg Smokler, zwei Mitglieder<br />

der International Cinematographers Guild (ICG), mit dem Ziel<br />

gegründet, kostengünstige High Definition-Drahtlossysteme für<br />

Profis zu entwickeln. „Wie Teradek und Small HD so ist auch Paralinx<br />

ein Beispiel für den Pioniergeist, der nötig ist, um die professionelle<br />

Video-Industrie mit bahnbrechenden<br />

Produkten und erstklassigem Kunden-<br />

Support aufzurütteln“, erklärte Vitec<br />

Videocom CEO Matt Danilowicz. „Durch<br />

die Kombination des ausgeprägten Marktverständnisses<br />

von Paralinx mit Teradeks<br />

Ingenieurkunst wird es möglich sein,<br />

genau auf Kundenwünsche hin abgestimmte<br />

Spitzentechnik zu entwickeln.“<br />

Um die wachsende Nachfrage nach<br />

drahtlosen Videogeräten adäquat zu<br />

erfüllen, werde sich Paralinx weiterhin auf<br />

den Markt für UAV (unbemannte Luftfahrzeuge)<br />

und unabhängige Content-Entwickler<br />

konzentrieren und Teradek auf<br />

Matt Danilowicz<br />

Kino- und TV-Applikationen.<br />

NEUE DIGITALE GESCHÄFTSMODELLE<br />

Adobe und Arvato Systems veranstalten am 14. April<br />

(9.30 bis 12.30 Uhr) im Münchner Hotel „Vier Jahreszeiten<br />

Kempinski“ das Digital Media Breakfast. Diskutiert werden<br />

die Fragen: Wie können Publisher, Verlage oder Medienhäuser<br />

die digitale Transformation erfolgreich gestalten<br />

und in Zukunft noch Geld verdienen? Wie können sie ihr<br />

Kerngeschäft in die digitale Welt überführen und neue<br />

Geschäftsfelder aufbauen? Vorgestellt werden schlanke<br />

Redaktionsprozesse, die eine Auslieferung von digitalem<br />

Content über alle Kanäle hinweg ermöglichen, Apps und<br />

Software-Lösungen zur Monetarisierung von Inhalten,<br />

Self-Service-Angebote für Nutzer und Abonnenten mit<br />

einfachen Bestellprozessen sowie Datenbank übergreifender<br />

Einsatz von Nutzer-Profilen zur zielgenauen redaktionellen<br />

und werblichen Kunden-Ansprache.<br />

In seiner Keynote „Circle of Success – digitale Disruption<br />

als Chance“ wird Christoph Baumeister, Management<br />

Consultant & Head of Digital Media Team @ Cassini Consulting<br />

Nord GmbH, digitale Erlösmodelle vorstellen und<br />

Maßnahmen präsentieren, wie die Transformation erfolgreich<br />

gestaltet werden kann. In einer Live-Demo zeigen<br />

Dirk Brinkmann von arvato und Günter Kraemer von Adobe,<br />

wie Medienunternehmen Inhalte aller Art entlang digitaler<br />

Kanäle wirksamer erstellen und ausspielen können,<br />

mit flexiblen, schnellen Redaktions- und Publikationsprozessen<br />

sowie der Einbindung von Leser-Feedback. Weitere<br />

Infos unter www.adobe.com/de/event/digitalbreakfast<br />

6 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


MAGAZIN / BUSINESS z<br />

SKY MISST NUTZUNG AUF ALLEN PLATTFORMEN<br />

Sky präsentiert mit Sky360 ein eigenes Modell zur plattformübergreifenden<br />

Reichweitenmessung. Das modulare Messsystem<br />

berücksichtigt die Mediennutzung der linearen und<br />

non-linearen Multiscreen-Angebote Sky Go, Sky Anytime und<br />

Sky Online sowie die Nutzung der Live-Sportübertragungen in<br />

öffentlichen Räumen (Out-of-Home). Die non-lineare Nutzung<br />

von Sky-Programmen habe binnen eines Jahres um 70 Prozent<br />

zugelegt, erklärt Martin Michel, Geschäftsführer Sky<br />

Media Network. „Mit der plattformübergreifenden Reichweitenmessung<br />

bilden wir das tatsächliche TV-Nutzungsverhalten<br />

der Sky Seher ab und bieten unseren Werbekunden damit<br />

eine deutlich bessere Entscheidungsgrundlage als zuvor.“<br />

Die Relevanz von Sky360 wird unter anderem bei „Game of<br />

Thrones“ deutlich. Von Juni bis August 2014 verfolgten 1,38<br />

Millionen Zuschauer ab drei Jahren linear alle Folgen der<br />

Serie. Zusätzlich sahen über Sky Go 1,61 Millionen und über<br />

Sky Anytime 700.000 Fans die Folgen. Insgesamt schauten<br />

somit 3,7 Millionen zu. Das non-lineare Angebot verzeichnet<br />

dabei eine um knapp 70 Prozent höhere Zuschauerzahl als<br />

die durch die lineare Nutzung ermittelten Werte. Auch die<br />

Zuschauer in Sportsbars mit einer Sky-Lizenz werden in der<br />

linearen Zuschauermessung nicht abgebildet. Dabei verfolgten<br />

in der Hinrunde der Fußball-Bundesliga 2014/15 durchschnittlich<br />

730.000 Fans (18 bis 69 Jahre) die Begegnungen<br />

in Sky Sportsbars. Über Sky Go sahen weitere 530.000 Fans<br />

zu. An den TV-Geräten zu Hause nutzten im Schnitt 3,47 Millionen<br />

Fans das Live-Sport-Angebot. Insgesamt verfolgten<br />

somit im Schnitt knapp fünf Millionen die ersten 17 Spieltage<br />

der Saison. Bei der Handball-WM in Katar erreichte die<br />

Begegnung Deutschland – Russland knapp 310.000 Zuschauer<br />

vor den TV-Geräten zu Hause. 42.000 Abrufe wurden über<br />

Sky Go verzeichnet. Weitere 200.000 Fans verfolgten die<br />

Begegnung in einer Sky Sportsbar. So kam eine Gesamtreichweite<br />

von knapp 552.000 Zuschauern zustande.<br />

Drei plattformspezifische Panels bilden die Grundlage der<br />

Messung. Die Nutzung von Sky Go und Sky Online wird über<br />

ein Trackingtool von Adobe gemessen. Durch die Implementierung<br />

dieses Tools für die iOS Devices und den Webplayer<br />

werden aggregierte Nutzungsdaten an Sky übermittelt.<br />

Die lineare Sky Nutzung sowie die Nutzung des Push- und<br />

Pull-Video-on-Demand-Services Sky Anytime wird durch ein<br />

weiteres Panel abgebildet. Die Sky Out-of-Home Messung<br />

ermittelt die Reichweiten der Sky Sportprogramme in unterschiedlichen<br />

öffentlichen Räumen wie Bars, Kneipen, Fitnessstudios<br />

oder Hotels. Die von Ipsos durchgeführte Messung<br />

besteht aus dem zweistufigen Verfahren einer jährlich durchgeführten<br />

Strukturerhebung und wöchentlich durchgeführten<br />

Onlinebefragungen. Aus der Gesamtstichprobe von 4.000<br />

Online-Teilnehmern, die repräsentativ für Sky Out-of-Home-<br />

Nutzer stehen, werden Teilstichproben von circa 1.000 Teilnehmern<br />

wöchentlich befragt. Zusatzbefragungen gehen auf<br />

die besondere Rezeptionssituation im öffentlichen Raum ein.<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

4K-LIZENZ UND UPGRADES FÜR SONY-CAMCORDER<br />

Sony bietet für die zwei Camcorder PXW-X200 (ab April) und<br />

PXW-X70 (ab Juni) neben kostenpflichtigen 4k-Lizenzen auch<br />

kostenfreie Upgrades für effizientere Workflows an. Das 4k-<br />

Upgrade (CBKZ-X70FX) ermöglicht QFHD-Aufnahmen in 30p,<br />

25p oder 24p. Das HD-Firmware-Upgrade auf Version 2.0 für<br />

die PXW-X70 bietet Proxy- und Simultanaufnahme sowie FTP-<br />

Transfer und Streaming. Die Proxy-Aufnahme macht Schnitt-<br />

Workflows effizienter und vereinfacht die Übertragung von<br />

Inhalten an entfernte Standorte. Durch den FTP-Transfer können<br />

Proxy-Aufnahmen – ebenso wie Aufzeichnungen im XAVCund<br />

AVCHD-Format – über eine Internetverbindung an einen<br />

FTP-Server gesendet werden, der als Remote-Speicher dient.<br />

Die integrierte WLAN- oder kabelgebundene LAN-Verbindung<br />

über ein USB-Kabel und einen Netzwerkadapter (optional)<br />

macht diese Funktion möglich. Live-Streaming direkt von der<br />

PXW-X70 aus zu entfernten Orten ist nun ebenfalls möglich.<br />

Das Firmware-Upgrade v1.2 für den PXW-X200 ermöglicht<br />

Streaming über kabelgebundenes (optional) und drahtloses<br />

LAN sowie über 3G oder 4G. Durch die Simultanaufnahme<br />

kann der Camcorder zeitgleich auf zwei verschiedenen Medien<br />

aufnehmen. Außerdem unterstützt der Multi Interface Shoe nun<br />

auch das Sony-Funkmikrofonsystem UWP-D und die LED-<br />

Videoleuchte HVL-LBPC.<br />

Celebrity Event<br />

Sp<br />

orts Event<br />

Wireless HD video solutions:<br />

Fascinated by<br />

high-precision<br />

2-/4-/6-way diversity Receive-Site<br />

Wireless High Speed<br />

Data Transmission<br />

(Data/ Video /Audio)<br />

IP Connectivity<br />

Up to 10W COFDM Transmission<br />

Movie<br />

News<br />

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z MAGAZIN / BUSINESS<br />

RTL STARTET CLIPFISH SMART-TV CHANNEL<br />

Clipfish, die Videoplattform von RTL Deutschland, startet mit Clipfish Filme<br />

ab sofort einen werbefinanzierten Smart-TV-Channel für Spielfilme. Das<br />

Portfolio von Clipfish Filme reicht mit 800 Titeln zum Start von aktuellen<br />

Spielfilmen über bekannte Klassiker bis hin zu genrespezifischen Movies.<br />

Das Angebot wird sukzessive um weitere Spielfilme ausgebaut. Neben den<br />

Video-on-Demand-Angeboten der NOW-Familie, dem interaktiven Musikfernsehen<br />

dooloop.tv, dem „Fitness & Yoga“-Channel und den bisherigen<br />

vier Clipfish-Channels (Music, Comedy, Anime, Serien,) ist Clipfish Filme<br />

bereits das elfte Bewegtbild-Angebot der Mediengruppe RTL Deutschland<br />

auf Basis des Standards HbbTV<br />

(Hybrid broadcast broadband TV).<br />

„Mit dem neuen Smart-TV-Channel<br />

Clipfish Filme bauen wir die non-linearen<br />

Bewegtbildinhalte der Mediengruppe<br />

RTL Deutschland auch für den großen<br />

Bildschirm weiter aus“, erklärt<br />

Marc Schröder, Mitglied der Geschäftsleitung<br />

der Mediengruppe RTL Deutschland<br />

und Geschäftsführer RTL interactive:<br />

„Schon jetzt können mehr als<br />

sieben Millionen Smart-TV-Geräte, die<br />

an das Internet angeschlossen sind,<br />

auf HbbTV-Dienste zugreifen. Dies ist<br />

die perfekte Plattform, um auch unsere<br />

senderunabhängigen, werbefinanzierten<br />

Bewegtbildinhalte zum zeitversetzten<br />

Abruf anzubieten."<br />

Bereits seit zwei Jahren bietet Clipfish<br />

Spielfilme zum kostenlosen Abruf an. Seit Start des Angebotes sind diese<br />

auch über die kostenlosen Clipfish Apps (für iPhone, iPad, Android-<br />

Smartphones und Tablets sowie Windows Phone und Windows 8.1 Tablets)<br />

nutzbar. Vermarktet wird das Angebot von IP Deutschland und bietet<br />

Werbekunden die Möglichkeit, Fourscreen-Kampagnen über alle Plattformen<br />

und alle Endgeräte hinweg zu platzieren.<br />

KURZ GEMELDET<br />

Guntermann & Drunck, deutscher KVM-Anbieter, will<br />

seine Präsenz auf dem nord- und südamerikanischen<br />

Markt verstärken. Dazu wurde kürzlich eine Niederlassung<br />

in Miami, Florida, gegründet.<br />

satis&fy vermietet mit der SK-UHD4000 von Hitachi<br />

nun auch kompakte Broadcast-4k Kameras.<br />

ioGates, dänischer Anbieter einer Cloud basierenden<br />

Video-Sharing-Plattform, hat Norwegens öffentlichrechtlichen<br />

Sender NRK als Kunden gewinnen können.<br />

Der nutzt die Plattform nun zum Austausch von<br />

audiovisuellem Content zwischen den Abteilungen<br />

und mit Partnerunternehmen. ioGates Cloud basierende<br />

Services zum Speichern, Teilen, Konvertieren und<br />

Verteilen von Video-Files werden unter anderem auch<br />

von Danish Radio (DR), TV Denmark, TV3 Sport und<br />

SBS Discovery eingesetzt. In Deutschland, Österreich<br />

und der Schweiz erfolgt der Vertrieb der ioGates-<br />

Lösungen exklusiv über Aktiv Consulting.<br />

Korean Broadcasting System (KBS) hat seinen<br />

neuen Hauptschaltraum mit Lawo-Equipment ausgestattet.<br />

Mit der neuen, server-basierten Infrastruktur<br />

ersetzt KBS seine über zehn Jahre alte Technologie.<br />

Insgesamt kommen 14 Nova17 MkII Router in<br />

Kombination mit VisTool Arbeitsplätzen für<br />

Visualisierung und Steuerung zum Einsatz.<br />

ANTENNE BAYERN kooperiert exklusiv mit smartclip<br />

in der Bewegtbildvermarktung. Mit der Partnerschaft<br />

werden die Webradio-Angebote von ANTENNE BAY-<br />

ERN und ROCK ANTENNE und so knapp 30 Prozent<br />

SHOTOVER MIT ERFOLGREICHEM EUROPA-GESCHÄFT<br />

SHOTOVER, Hersteller von Stabilisierungsplattformen für Film- und TV-<br />

Aufnahmen, meldet neue Verkäufe seines SHOTOVER F1 Aerial Kamera-<br />

Systems in Europa. Über den Vertriebspartner Hildemann + Partners konnte<br />

das Sechs-Achsen-Gyro-Stabilisierungssystem an die Produktionsunternehmen<br />

MovieBird und Orange Aerial in Norwegen, Red Rental in Dänemark,<br />

ACS France in Frankreich und Heli-One in Ungarn verkauft werden.<br />

Alle fünf Unternehmen bieten Luftaufnahme-Dienstleistungen an. Das<br />

SHOTOVER F1-System ist für Red Epic- und Dragon-Kameras, für ARRI<br />

ALEXA M, Phantom Flex4K, Canon C500 und Sony F55 geeignet ebenso<br />

wie für eine Vielzahl aktueller Objektive wie zum Beispiel das neue Angenieux<br />

25-250 und das Fujinon 42x9.7. Der neue Kunde Red Rental nutzt<br />

das F1-System zum Beispiel mit einer Red Dragon und Arri Fujinon Alura<br />

18-80mm Optik bei „Wallander“-Dreharbeiten. Vorteil des F1-Systems ist<br />

laut SHOTOVER sein modulares Design. Es erlaubt flexiblen Einsatz und<br />

Anpassung an neu auf den Markt kommende Profikameras und Objektive.<br />

des deutschen Online-Audio-Werbemarkts durch programmatische<br />

Video-Ansätze vermarktet. smartclip<br />

übernimmt für insgesamt 20 Streams und monatlich<br />

10,3 Millionen Sessions die Vermarktung.<br />

Calrec Audio hat seine digitale Audio-Konsole<br />

„Summa“ erstmals in Großbritannien verkauft. Sie<br />

wird in der Londoner Niederlassung von RT UK,<br />

einem zum Network des russischen News-Senders<br />

Russia Today gehörender Kanal, installiert.<br />

SES hat bei SpaceX SES-14 und SES-16/GovSat<br />

bestellt. Die beiden neuen Satelliten starten 2017 an<br />

Bord der Trägerrakete Falcon 9 ins All. Noch in diesem<br />

Jahr wird SES-9 auf 108,2 Grad Ost stationiert.<br />

Weitere Informationen zu diesen Themen www.mebucom.de<br />

8 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


Der Moment, in dem ein Zoom-Objektiv<br />

die Qualität einer Festbrennweite bietet.<br />

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13. – 16. April | Las Vegas | Stand C9543


z MAGAZIN / PRODUKTION<br />

RUSSLAND-GP-PREMIERE MIT RIEDEL UND WIGE<br />

Im Autodrome von Sotschi fand Mitte Generalunternehmen zeichnete Wige<br />

Oktober 2014 erstmals der Große Preis SOLUTIONS, ein Tochterunternehmen der<br />

von Russland statt. Als technisches Wige AG, verantwortlich. Die Infrastruktur<br />

für Kommunikation und Signalübertragung<br />

lieferte hier, wie auch bei<br />

den anderen Formel 1-Rennen der<br />

Saison, Riedel Communications.<br />

Beim Russland-GP betreute Riedel<br />

das „zentrale Nervensystem“ der<br />

Königsklasse des Motorsports mit<br />

seinen Kommunikations- und Signalübertragungslösungen<br />

– vom speziellen<br />

Headset über Funk- sowie<br />

Intercom-Systeme und Live Onboard-Video,<br />

bis hin zur IT-Infrastruktur,<br />

Kontrollzentrum im Sochi Autodrom<br />

Zugangskontrolle und Remote Production.<br />

Im Einsatz waren unter anderem<br />

Artist Mainframes (32, 64 und 128 Ports),<br />

über 500 Sprechstellen und mehr als<br />

1.500 TETRA Handfunkgeräte für FIA,<br />

FOA, FOM und die Rennställe. Über<br />

15.000 Meter Riedel Glasfaser-Kabel<br />

wurden verlegt. Riedel wurde in Sotschi<br />

bereits zur Entwurf- und Bauphase der<br />

Rennstrecke Wige SOLUTIONS eingebunden.<br />

Die dort eingesetzte Riedel-<br />

Technik ist somit Teil einer permanenten<br />

Installation. Wige SOLUTIONS war neben<br />

der technischen Konzeption unter anderem<br />

auch für die Rennstreckenüberwachung,<br />

Zeitnahme, RaceControl, Funk<br />

und Marshalling-System verantwortlich.<br />

HD-UMBAU BEI PHOENIX MIT IQ MODULAR<br />

Nachrichten- und Dokumentationskanal Phoenix stellt<br />

die Ausstrahlung seiner gesamten Programme auf HD<br />

um. Die Umrüstung, die im laufenden Sendebetrieb<br />

erfolgt, erfordert die Erneuerung der kompletten Signalverteil-<br />

und Wandlertechnik. Phoenix setzt dabei<br />

auf das IQ Modular Infrastruktursystem von Snell.<br />

Beim Bonner Sender wurden 125 modulare Einheiten<br />

in 16 Servergehäusen (3U) installiert, die analoge und<br />

digitale Bild- und Tonsignale (3G/HD) verarbeiten und<br />

synchronisieren können, die Tonsignale über Multiplexer<br />

und Demultiplexer steuern sowie die in 3G/HD<br />

synchronisierten Umschalter für die automatische<br />

Ausfallsicherung. Sämtliche IQ Modular-Einheiten im<br />

System lassen sich standardmäßig über das RollCall<br />

Kontroll-Panel von Snell kontrollieren und überwachen.<br />

Dank der SNMP-Erweiterung können auch die<br />

Kontroll- und Überwachungssysteme anderer Hersteller<br />

integriert werden. Die IQ Infrastruktur wird bei<br />

Phoenix in zwei Phasen installiert und in Betrieb<br />

genommen, damit der laufende Sendebetrieb nicht<br />

durch das Upgrade unterbrochen wird. Die erste Phase<br />

des HD-Upgrade, die das Produktionssystem<br />

betrifft, ist bereits abgeschlossen. Im Sommer sollen<br />

sämtliche Studios komplett auf HD umgerüstet sein.<br />

AVID EVERYWHERE BEI ITV STUDIOS NORDIC<br />

ITV Studios Nordic, eine der führenden skandinavischen Produktionsfirmen<br />

für Unterhaltungs-TV, setzt beim Tochterunternehmen<br />

ITV Studios Norway jetzt die MediaCentral-Plattform<br />

von Avid ein. Mit Hilfe der Avid Everywhere-Plattform will ITV<br />

Norway die Medienproduktion und das Management und<br />

gleichzeitig die dezentrale Zusammenarbeit in Norwegen,<br />

Schweden und Finnland optimieren. Die Plattform soll dem<br />

Unternehmen die schnellere Produktion ihrer quotenstarken<br />

Sendungen, bei gleichzeitiger Steigerung der betrieblichen Effizienz<br />

und Senkung der Kosten, ermöglichen. ITV Studios Nordic<br />

gehört zu ITV Studios UK, Großbritanniens größtem Mediaunternehmen<br />

im Bereich Werbung, und produziert oder<br />

koproduziert mehr als 40 führende internationale Fernsehprogramme<br />

für verschiedene Sender in Norwegen, Schweden,<br />

Dänemark und Finnland. Die dezentrale Zusammenarbeit über<br />

die Avid-Plattform ermöglicht jetzt, dass Produktions-, Redaktions-<br />

und Technikteams aus der gesamten Region in Echtzeit<br />

miteinander kommunizieren und Inhalte erstellen, managen und<br />

distribuieren können. Durch die Zentralisierung des Content-<br />

Management-Workflows kann das Unternehmen nach eigenen<br />

Angaben nun effizienter und kostengünstiger agieren und produzieren.<br />

Für die weitere Reduzierung der Betriebskosten sorgt<br />

die Automatisierung bestehender manueller Ingest- und Transcoding-Prozesse.<br />

Der Workflow, der vom Avid-Partner VideoUtstyr installiert wurde,<br />

umfasst dabei Lösungen aus der Media-, Artist- und Storage-Suite.<br />

Kernstück der Lösung ist das Interplay Production<br />

Facility Package. Dazu gehören sowohl Interplay Produktion für<br />

Asset-Management und dezentrale Workflows als auch Avid<br />

MediaCentral UX und Media Composer Cloud. Vor Ort wird mit<br />

Avid Media Composer geschnitten; unterstützt wird der Workflow<br />

durch Avid ISIS 5500 Shared Storage-Lösungen.<br />

10 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


MAGAZIN / PRODUKTION z<br />

Hilfreiches Tool<br />

DIE US-FIRMA IZOTOPE AUS CAMBRIDGE, MASSACHU-<br />

SETTS, BIETET MIT IHRER SOFTWARE RX LÖSUNGEN AN,<br />

UM FEHLERHAFTE TONAUFNAHMEN IN DER FILM- UND TV-<br />

POSTPRODUKTION ZU REPARIEREN ODER ZU OPTIMIEREN.<br />

AUCH BEI DEN GALAXY STUDIOS IM BELGISCHEN MOL<br />

VERTRAUT MAN DEN IZOTOPE-TOOLS. ÜBER DEREN<br />

EINSATZMÖGLICHKEITEN BERICHTEN DIE BEIDEN GALAXY-<br />

AUDIOEXPERTEN DAVE ASHTON UND GARETH LLEWELLYN.<br />

›<br />

1980 gründeten die beiden Brüder Wilfred und Guy van<br />

Baelen in Belgien die Galaxy Studios und gehören mit ihrem<br />

Postproduktions-Unternehmen mittlerweile zu den großen Playern<br />

in Europa.<br />

Die Firma bietet eine große Anzahl verschiedener Postproduktions-Workflows<br />

für die Musik- und Filmindustrie an wie Synchronisation,<br />

Audio-Mischung oder die Farbkorrektur bei Film.<br />

Um bei der Arbeit die besten Ergebnisse zu erzielen braucht es<br />

laut Wilfred van Baelen nicht nur ein sehr gutes Team, sondern<br />

auch solide Technik. Dazu gehören bei Galaxy neben Systemen<br />

wie ProTools von Avid, Sound Forge von Sony, Premiere von<br />

Adobe oder Rock Band 3 von Harmonix auch die Tools von iZotope.<br />

In der neuesten Version 4 der Audio-Reparatursoftware bietet<br />

iZotope mit RX und RX Advanced zwei Varianten an. Die Version<br />

Advanced bietet zusätzliche Features wie das Ambiance- oder<br />

das EQ-Match Modul. Vorgestellt wird die Software auf der NAB<br />

Show <strong>2015</strong>in Las Vegas am iZotope-Stand SL4330.<br />

Für Galaxys leitenden Dialog Editor Dave Ashton und für Recording<br />

Mixer Gareth Llewellyn gehört die RX-Software in ihrer<br />

neuesten Version 4 bereits fest zum Arbeitsalltag. „Sie ermöglicht<br />

uns beschädigte Audio-Files zu reparieren und wieder zu<br />

nutzbarem Material zu machen. Klassische Audio-Probleme wie<br />

Rauschen, Verzerrungen oder Hall lassen sich damit leicht<br />

beheben. Auch für viele meiner Aufgaben und Problemstellungen<br />

rund um die Synchronisation ist die RX4-Software unverzichtbar“,<br />

erklärt Llewellyn.<br />

Sein Kollege Ashton arbeitet bereits seit fünf Jahren mit iZotope<br />

RX und kennt alle Releases der Software. Für ihn ist es sehr<br />

wichtig, möglichst viele Tonaufnahmen aus einer originären Produktion<br />

zu verwenden und ADR (Automated Dialogue Replacement)<br />

nur in Ausnahmen zu nutzen. Mit RX könne er maximalen<br />

Nutzen aus dem Produktions-Sound ziehen. „Die Software ist<br />

einfach zu bedienen und macht es möglich, das meiste Produktionsmaterial<br />

zu verwenden. Früher musste der Sound viel häufiger<br />

neu aufgenommen werden“, erklärt er. „Das spart ordentlich<br />

Kosten.“ Vor allem im Standalone-Modus habe die Software<br />

Dave Ashton, Supervising Dialogue Editor von Galaxy<br />

bislang überzeugen können. „Die Möglichkeit, gleichzeitig verschiedene<br />

Module zu verwenden, um Knistern oder Rauschen<br />

zu entfernen und das Ergebnis anzuhören, bevor man die Änderungen<br />

bestätigt, ist enorm hilfreich“, sagt er.<br />

Ashton ist vor allem von der Möglichkeit angetan, nur einzelne<br />

Ausschnitte zur Audio-Bearbeitung fehlerhafter Files kopieren<br />

und dann in jeden Frequenz-Bereich wieder einzufügen zu können.<br />

„Es fühlt sich teilweise an wie ein Photoshop für die Audio-<br />

Bearbeitung. Fehlerhafte Files muss man mit RX4 Advanced<br />

nicht mehr aufwendig exportieren und dann wieder importieren“,<br />

berichtet er.<br />

„Ein altes Problem war es, den Output von iZotope ordentlich<br />

zu kontrollieren und mit unserem ProTools-Workflow in Einklang<br />

zu bringen“, meint Ashton und fügt an, dass es ihm mit RX Connect<br />

jetzt leichter gemacht würde. „Ich kann die Audio-Datei<br />

jetzt gut verarbeiten und dann überprüfen“, meint er. Auch für<br />

Llewellyn ist RX Connect ein Highlight der Version 4: „Files einfach<br />

zwischen ProTools und der eigenständigen RX Suite hin<br />

und her zu schicken ist vor allem unter hohem Zeitdruck enorm<br />

hilfreich“, betont er.<br />

Für Ashton ist ein „cleaner“ Hintergrund-Sound sehr wichtig,<br />

wenn es darum geht, damit glatte Übergänge herzustellen oder<br />

ADR in die Dialog-Spur einzufügen. Das Ambiance Match<br />

Modul in der RX 4 Advanced Version soll genau bei solchen Fällen<br />

Abhilfe schaffen und es möglich machen, längere, einheitliche<br />

Stücke von Hintergrund-Musik herzustellen.<br />

Während Ashton zuerst skeptisch war, Ambiance Match zu verwenden,<br />

ist er jetzt begeistert davon. „Die neu erstellten Füllstücke<br />

haben super gepasst und waren vor allem ohne Störsignal“,<br />

berichtet er.<br />

❮Niklas Eckstein<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

11


z MAGAZIN / TECHNIK<br />

HOCHAUFLÖSENDE LED-VIDEOWAND FÜR DEUTSCHE WELLE<br />

Im Berliner Studio 3 der Deutschen Welle<br />

wird unter der Leitung des Mainzer Systemintegrators<br />

BFE Studio und Medien<br />

Systeme GmbH eine gebogene Videowand<br />

aus 144 hochauflösenden LED-<br />

Modulen der Firma eyevis mit einem<br />

Pixelabstand von nur 2,0 mm installiert.<br />

lin soll Mitte Juni seiner Bestimmung<br />

übergeben werden – rechtzeitig vor dem<br />

Start des weltweit verfügbaren Informationskanals<br />

am 22. Juni <strong>2015</strong>. Die Premiere<br />

wird in einen feierlichen Rahmen eingebettet:<br />

vor über 2.000 Gästen, die sich<br />

beim Global Media Forum in Bonn treffen,<br />

dem internationalen Medienkongress<br />

der Deutschen Welle (22.-24. Juni<br />

<strong>2015</strong>). Die hochauflösenden LED-<br />

Module von eyevis bieten hohe Helligkeit<br />

und die leichte Anpassbarkeit<br />

an die Lichtbedingungen im Studio.<br />

Die LED-Module können dank der<br />

integrierten Bildverarbeitungselektronik<br />

per Mausklick an die im Studio<br />

benötigten 3.200 Kelvin Farbtemperatur<br />

angepasst werden. Um die<br />

Videowand in das innovative Studiodesign<br />

des Setdesigners Billion<br />

Points Film/TV und Event Ausstattungs<br />

GmbH zu integrieren, haben<br />

BFE und eyevis eine spezielle Unterkonstruktion<br />

Auf der über 24 Quadratmeter großen<br />

Videowand sollen nach der Fertigstellung<br />

über drei Full HD-Signale Bilder, Grafiken<br />

und Videos zur Unterstützung des neuen<br />

englischen TV-Programms der Deutschen<br />

Welle gezeigt werden. Das Studio in Ber-<br />

entwickelt, die den TV-<br />

Zuschauern den Eindruck vermittelt, die<br />

LED-Wand würde frei im Raum schweben.<br />

Im Rahmen des Projektes baut BFE<br />

das vorhandene TV-Studio 3 inklusive<br />

Regie um und ergänzt dieses. Der Auftrag<br />

umfasst, neben der LED Videowand<br />

der Firma eyevis, sechs Kameras des<br />

Typs GVG LDX inklusive neuer Filter, die<br />

speziell auf die gemeinsame Verwendung<br />

mit LED-Wänden abgeglichen sind. Zur<br />

Bespielung der LED-Wand kommt ein<br />

Live Grafiksystem der Firma Orad zum<br />

Einsatz. Mit Hilfe der Canvas-Technologie<br />

von Orad ist eine komplette randlose<br />

Bespielung der LED-Wand über drei HD-<br />

Felder möglich. Zur Steuerung der<br />

Grundfunktionen der LED-Wand wird eine<br />

Crestron Mediensteuerung inklusive<br />

Touchcontrol-Panels verwendet. Des<br />

Weiteren sind Render-Systeme zur Einbindung<br />

von Social-Media Elementen in<br />

den Livegrafiken von Vizrt im Einsatz.<br />

Diese dienen ebenfalls zur Erzeugung<br />

von Augmented Reality Grafiken im Studio<br />

3. In Verbindung mit der real im Studio<br />

stehenden LED-Wand können somit<br />

virtuelle Grafiken oder Live-Bilder zusätzlich<br />

frei im Raum platziert werden, ohne<br />

dass dafür entsprechende Bluescreen-<br />

Hintergründe notwendig werden. Bei der<br />

Generierung der virtuellen Bilder kommt<br />

das Kamera-Robotersystem CamBot von<br />

Ross Video zum Einsatz, das bei Studio<br />

Hamburg MCI geordert wurde.<br />

BR-HÖRFUNK-Ü-WAGEN MIT HYBRIDEM KONZEPT<br />

Das Nürnberger Studio Franken des Bayerischen Rundfunks<br />

(BR) hat kürzlich zwei ältere Hörfunk-Ü-Wagen (Ü1 und Ü4)<br />

durch neue Fahrzeuge ersetzen können. Bestellt wurden die 16<br />

Tonnen Ü-Wagen im Oktober 2013 bei sonoVTS als Generalunternehmen.<br />

Wie schon bei Ü2 und Ü3 kommt bei ihnen eine<br />

Kombination aus Produktions- und On Air-Produkten von Lawo<br />

zum Einsatz. Während Mischungen am mc²66-Pult erstellt werden,<br />

erfolgt die<br />

Generierung der<br />

zahlreichen bei<br />

Großveranstaltungen<br />

erforderlichen<br />

Mitschnitt-, Einspiel-<br />

und Kommandosignale<br />

über<br />

einen mit einer<br />

sapphire Masterkarte<br />

bestückten<br />

Audio-Regie im BR-Hörfunk-Ü-Wagen<br />

DALLIS-Träger.<br />

Dargestellt und bedient werden die unterschiedlichen Prozesse<br />

über eine grafische Benutzeroberfläche mit Touchscreen-Bedienung.<br />

Hier kommt die Software VisTool aus der Radio Tools<br />

Palette von Lawo zum Einsatz. Zur Sendeabwicklung, auch im<br />

Mehrkanalverfahren, kann jederzeit eine sapphire Konsole angedockt<br />

werden. Vorteil dieses Konzepts ist laut Lawo, dass alle<br />

Audio- und Steuersignale stets innerhalb eines geschlossenen<br />

Systems bearbeitet werden. Eine aufwändige, kostenintensive<br />

Anbindung externer Kommandoanlagen und Signaleinrichtungen<br />

entfällt. Audiosignale werden über MADI- oder RAVENNA-Verbindungen<br />

ausgetauscht, Steuersignale auf Protokollebene im<br />

Netzwerk. Die Signale einer Mehrkanalaufzeichnung können in<br />

Gruppen zu jeweils 64 Kanälen auf speziellen Metering-Seiten im<br />

VisTool dargestellt werden. Dabei werden ebenfalls auf Protokollebene<br />

die Labels der Quellen im mc²66 übergeben, was im<br />

Fehlerfall die Ermittlung der Störquelle entscheidend beschleunigt.<br />

Die Signalbearbeitung und Pegeldarstellung aller Kommando-<br />

und Einspielquellen – sowohl ankommend als auch abgehend<br />

– erfolgt ebenfalls im Verbund mc²66/sapphire/VisTool.<br />

12 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


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z MAGAZIN / DISTRIBUTION<br />

Ben Scott<br />

›<br />

Dies ist umso frustrierender, als ein Breitbandanschluss eine<br />

infrastrukturelle Notwendigkeit für eine funktionierende wirtschaftliche,<br />

aber auch gesellschaftliche Entwicklung ist. Der<br />

Hauptredner der Konferenz Ben Scott, Programmdirektor für<br />

die Europäische Digitale Agenda bei der Stiftung Neue Verantwortung,<br />

verwies darauf, dass das Internet die drei Pfeiler des<br />

menschlichen Daseins in sich vereint: Handel, Massenmedien<br />

und die persönliche Kommunikation, für die vor dem Internet<br />

voneinander getrennte Transportwege notwendig waren. Scott<br />

wirft der Politik vor, zwar „viel zu reden, aber wenig zu handeln“,<br />

weshalb „Europa in Allem hinterher hinkt und die Regulierungen<br />

veraltet sind“. Den Grund sieht er darin, dass das Internet<br />

kein Thema ist, das die Wähler anspricht und daher keine<br />

Priorität besitzt. Auch würden sich viele Menschen zuwenig<br />

Gedanken über den Einflusss des Internets auf das tägliche<br />

Leben machen. Man wisse zwar wie die Zeitung in den Briefkasten,<br />

aber nicht wie die digitale Ausgabe aufs Tablet kommt.<br />

Es gibt also ein Wahrnehmungsproblem auf beiden Seiten für<br />

die Bedeutung einer landesweiten leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur,<br />

die Dr. Andreas Nick, MdB und Mitglied im Ausschuss<br />

Digitale Agenda des Deutschen Bundestags, im Verlauf<br />

der Diskussion als „Teil der Daseinsvorsorge“ bezeichnete, die<br />

mittlerweile wichtiger sei als der Straßenbau und die über Wettbewerbsfragen<br />

genauso entscheidet, wie sie eine Chance für<br />

die Dezentralisierung sowie der Lebensfähigkeit der ländlichen<br />

Fläche sei. Da in den Städten ein gutes Breitbandnetz vorhanden<br />

ist, ist auch die Wirtschaft nur wenig interessiert, weil, so<br />

Scott, der Breitbandausbau ein langfristiges Projekt sei, das<br />

keine kurzfristigen Gewinne abwerfe. Brüssel hingegen, so<br />

Scott weiter, warte auf die Privatwirtschaft, anstatt tätig zu werden.<br />

Diese Politik gab es auch in den USA, wo auf dem Land<br />

nur Kupferkabel verlegt wurden, die nicht zukunftsfähig sind.<br />

Europa empfiehlt er, daraus zu lernen und „sich einen Plan zu<br />

machen, was man will und sich nicht damit abzufinden, was<br />

DIE TRANSFORMATIONSKONFERENZ DIGITALISIERUNG<br />

DER KONRAD-ADENAUER-STIFTUNG SUCHTE NACH DEN<br />

URSACHEN FÜR DEN LANGSAMEN BREITBANDAUSBAU IN<br />

DEUTSCHLAND. SCHLIESSLICH IST ES ERKLÄRTES ZIEL<br />

DER BUNDESREGIERUNG, DASS BIS 2018 JEDER, UND<br />

LEBT ER NOCH SO ABGELEGEN AUF DEM LANDE, ÜBER<br />

EINEN INTERNETZUGANG MIT MINDESTENS 50 MBIT<br />

GESCHWINDIGKEIT VERFÜGT. SELBST WENN DIE FRIST BIS<br />

ENDE 2018 AUSGEREIZT WIRD, SIEHT ES KAUM DANACH<br />

AUS, DASS DAS VERSPRECHEN EINGELÖST WIRD.<br />

Überall 50 Mbit Geschwindigkeit<br />

© Konrad-Adenauer-Stiftung/Liebers<br />

man bekommen kann“. Aus seiner Sicht ist es im Bereich Breitband<br />

wichtig Führungsstärke zu zeigen und Dinge nicht einfach<br />

auf sich zu kommen zu lassen.<br />

Doch wie dieses Netz bekommen? In der anschließenden Diskussion<br />

erklärte Dr. Kay Ruge, Beigeordneter des deutschen<br />

Landkreistages und Generalsekretär der deutschen Sektion des<br />

Rates der Gemeinden und Regionen Europas, unter Zustimmung<br />

der Runde, dass es ohne Fördergelder letztendlich nicht<br />

gehen wird. Jedoch müssten sie gering gehalten werden, um<br />

weder Innovationen noch Wettbewerb zu behindern. Er berichtete,<br />

dass in einem Durchschnittslandkreis, je nach topografischer<br />

Lage ein Investitionsvolumen von 50 bis 100 Millionen<br />

Euro eingesetzt werden müsste. Der TÜV Rheinland hat ein<br />

Gesamtvolumen für die Ausrüstung von 20 Milliarden Euro<br />

errechnet. Davon sind acht Milliarden für die schwer zugänglichen<br />

Gebiete, für die i.d.R. LTE eingesetzt wird, vorgesehen.<br />

Ein landesweiter, zukunftssicherer Breitbandausbau mit Glasfaser,<br />

im Sinne von Ben Scott, würde 80 Milliarden Euro kosten.<br />

Für Marcus Isermann, Leiter Politische Interessenvertretung<br />

Regulierung und Bundesländer der Deutschen Telekom, steht<br />

der grundsätzliche Ausbau mit 50 Mbit bis 2018 im Vordergrund.<br />

Dafür investiert die Telekom im Jahr vier Milliarden Euro.<br />

Erst ab da wird es zu einem nachhaltigen Ausbau kommen, zu<br />

dem auch Mobilfunk und Glasfaser gehören, aber nach wie vor<br />

Kupferkabel, die durch Vektoring und Super-Vektoring noch<br />

lange nicht veralten, so Isermann.<br />

Als Lösung des Problems auf dem Land wird von Dr. Andreas<br />

Nick die Gründung von Initiativen vor Ort vorgeschlagen. Diese<br />

können den Bedarf klar definieren und ein wirtschaftlich<br />

gesamtheitliches Konzept für die Gesamtregion erstellen. Damit<br />

kann ein Wettbewerbsverfahren in Gang gesetzt werden, das<br />

auch dazu führt, dass Zuschüsse auf ein Minimum begrenzt<br />

bleiben. „Der Wettbewerb ist wichtig, um einen Run auf Fördertöpfe<br />

zu verhindern“, betonte er.<br />

❮Thomas Steiger<br />

14 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


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z MAGAZIN / EVENT<br />

Frank Beckmann (NDR) beim newTV-Kongress 2014<br />

NEWTV-KONGRESS DISKUTIERT NEUE WERBEMODELLE<br />

Beim 6. newTV-Kongress in der Hamburger<br />

Freien Akademie der Künste am 23. und große wie kleine Anbieter arbeiten an<br />

von linearem TV zu digitalen Angeboten<br />

April <strong>2015</strong> (ab 13 Uhr) diskutieren interna-<br />

innovativen Wegen, um mit ihren Inhalten<br />

zukünftig Geld zu verdienen. Beim newTV<br />

Kongress geht man deshalb den Fragen<br />

nach: Wie wird sich der Markt weiterentwickeln,<br />

wo werden zukünftig Marketingbudgets<br />

investiert und wie müssen Inhalte<br />

gestaltet werden, um sie erfolgreich zu<br />

vermarkten? Wie wirken sich dabei die<br />

neuen Möglichkeiten zur Performance-<br />

Messung von On-Demand- und Streaming-Angeboten<br />

auf die Werbe- und Abo-<br />

Erlöse von Sendern, Plattformen und Wer-<br />

tionale und nationale Vertreter der<br />

Bewegtbildbranche über neue Marketing-<br />

Modelle für Content-Anbieter. Hintergrund:<br />

Werbe- und Bezahlmodelle der<br />

Branche befinden sich im Wandel. Werbe-<br />

Spendings verschieben sich zunehmend<br />

beindustrie aus? Die Keynote zur Veranstaltung<br />

hält Andrew Ferrone, der die<br />

Leitung für Pay TV beim Streaming-Spezialisten<br />

Roku verantwortet. Mit mehr als<br />

zehn Millionen Nutzern und mehr als drei<br />

Milliarden gestreamten Stunden in 2014<br />

ist das amerikanische Unternehmen die<br />

führende Streaming-Plattform in den USA.<br />

Über eine Kooperation mit Sky betrat<br />

Roku zum Ende des letzten Jahres auch<br />

den deutschen Markt. Zusammen veröffentlichten<br />

sie die Sky Online TV Box. Als<br />

weitere Referenten bestätigt sind: Thomas<br />

de Buhr (Managing Director Twitter), Alice<br />

Mascia (VP Strategy Sky Deutschland)<br />

und Sven Weisbrich (CEO Universal<br />

McCann). In einem abschließenden Panel<br />

diskutieren Richard Gutjahr (Journalist<br />

und Blogger), Daniel Bröckerhoff (Journalist),<br />

Ralf Klassen (Online-Newsportal<br />

OneTV Mag) und Anja Rützel (Journalistin<br />

und Bloggerin, Wired) die Monetarisierungs-Strategien<br />

und -Entwicklungen im<br />

Bewegtbildmarkt vor dem Hintergrund der<br />

Ergebnisse des Kongresses. Organisiert<br />

wird der Kongress von der newTV Focus<br />

Group unter dem Dach von nextMedia.<br />

Hamburg, der Standortinitiative für die<br />

Medien- und Digitalwirtschaft. Weitere<br />

Infos unter: www.newtv-kongress.de<br />

DIE JUBILÄUMS-FMX THEMATISIERT VIRTUAL REALITY<br />

In der zweiten Maiwoche (5. – 10. Mai <strong>2015</strong>) schaut die Animationsbranche<br />

nach Stuttgart. Dort präsentieren die FMX,<br />

das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart (ITFS) und der<br />

Animation Production Day (APD) ein synergetisches Programm<br />

über den aktuellen Stand der Medienproduktion.<br />

Während das ITFS die interessantesten Animationsproduktionen<br />

des Jahres einem breiten Publikum vorstellt, liefert<br />

die FMX – Konferenz für Animation, Effekte, Spiele und<br />

Transmedia – dem Fachpublikum einen Blick hinter die<br />

Kulissen und die Möglichkeit, die Entscheidungsträger der<br />

Industrie zu treffen. Der Animation Production Day ist eine<br />

Business-Plattform, die es Geldgebern und Filmschaffenden<br />

ermöglichen soll, miteinander ins Gespräch zu kommen und<br />

Animationsprojekte zu initiieren. Die FMX feiert in diesem<br />

Jahr ihr 20. Jubiläum. Sie richtet sich an ein Fachpublikum<br />

aus Kunst, Technologie<br />

tationen zu VFX-Highlights wie dem diesjährigen Oscar-<br />

Gewinner „Interstellar“ oder dem Academy-Award-prämierten<br />

Animationsliebling „Baymax“ sowie dem „Little Nemo“-<br />

Sequel „Findet Dory“, Transmedia-Veranstaltungen wie das<br />

Virtual Humans Forum und immersive Spielformate. Abseits<br />

des Konferenzprogramms stellen Firmen auf dem Marketplace,<br />

der Fachmesse der FMX, ihre innovativen Produkte,<br />

Dienstleistungen und Forschungsergebnisse vor, Industriegrößen<br />

halten auf dem Recruiting Hub Ausschau nach aufstrebenden<br />

Talenten und auf dem School Campus bekommen<br />

Interessierte die Chance, internationale Medienhochschulen<br />

kennenzulernen.<br />

Der Animation Production Day, die Businessplattform für die<br />

internationale Animationsindustrie, findet am 7. und 8. Mai<br />

<strong>2015</strong> in der L-Bank und im Haus der Wirtschaft in Stuttgart<br />

statt. Der Koproduktions- und Kofinanzierungsmarkt für<br />

und Business. Animationsprojekte ist eine Gemeinschaftsveranstaltung<br />

Unter der Überschrift<br />

„Immersion & Virtuelle<br />

Realitäten – Die Zukunft<br />

der Content Produktion<br />

des Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart und die FMX.<br />

Der neue Programmpunkt „Producers Meet Producers“<br />

setzt den Fokus auf die Herstellerseite von Animationsprojekten.<br />

Hier können erstmals auch Dienstleister, die bereit<br />

und Rezeption“ sind, als Co-Financiers in Projekte einzusteigen, über<br />

erörtert die FMX <strong>2015</strong> Kooperationen verhandeln. Dank der Kooperation zwischen<br />

dabei den Einfluss dem APD und CARTOON – European Association of Animation<br />

von immersiven Technologien.<br />

Film können sich bis zu drei der hier vorgestellten deut-<br />

Das Programm<br />

schen Serienprojekte direkt für eine Teilnahme am Cartoon<br />

ITFS Preisträger des Vorjahres<br />

bietet Präsen-<br />

Forum<br />

qualifizieren.<br />

16 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


MAGAZIN / EVENT z<br />

EYES & EARS CONFERENCE<br />

Am 11. Mai <strong>2015</strong> findet die Eyes &<br />

Ears Conference in der Comedia<br />

in Köln statt. Auf der von Jochen<br />

Schropp moderierten Tagesveranstaltung<br />

des Branchenverbands<br />

Eyes & Ears of Europe werden<br />

aktuelle, wichtige Themen aus<br />

den Bereichen TV, Film, Internet,<br />

Mobile, Games, Events, Werbung,<br />

Kunst und Kultur diskutiert.<br />

„Die Medien verändern sich immer<br />

schneller. Deshalb müssen sich<br />

die Branchenakteure jeden Tag<br />

aufs Neue den Herausforderungen<br />

durch Digitalisierung, Konvergenz<br />

und Ringen um Zuschauer-Gunst<br />

stellen“, sagt Corinna Kamphausen,<br />

Geschäftsführendes Vorstandsmitglied<br />

von Eyes & Ears of<br />

Europe. Das Motto der Eyes &<br />

Ears Conference <strong>2015</strong> laute daher<br />

'Keep on Running'.<br />

„Mit der Eyes & Ears Conference<br />

bieten wir den Branchenakteuren<br />

die Möglichkeit, aktuelle Trends,<br />

Perspektiven und Chancen im<br />

Blick zu behalten. Nur so können<br />

sie sich in der heutigen konvergenten<br />

Medienwelt behaupten“,<br />

betont sie. Weitere Infos zur Eyes<br />

& Ears Conference <strong>2015</strong> unter:<br />

www.eeofe.org/de/kalender/conference/<strong>2015</strong><br />

STARTSCHUSS FÜR DIE 2. MEDIA CONVENTION BERLIN<br />

Am 5./6. Mai <strong>2015</strong> trifft sich die digitale<br />

Medienwirtschaft und kreative Medienszene<br />

wieder in der Hauptstadtregion. Zum<br />

der Mediengesellschaft. Executives diskutieren<br />

mit Netzaktivisten und Senderverantwortliche<br />

mit App-Entwicklern, offen, diskursiv<br />

zweiten Mal veranstaltet das Medienboard<br />

Berlin-Brandenburg in Kooperation mit der<br />

Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb)<br />

und der re:publica die Media Convention im<br />

Veranstaltungszentrum „STATION-Berlin".<br />

Auf drei Bühnen bietet die Media Convention<br />

Berlin vielfältige Themen zu Medienwirtschaft,<br />

Medienpolitik, Mediengesellschaft<br />

und Journalismus. Darüber hinaus macht<br />

sich die re:publica auf einer Vielzahl von<br />

Bühnen und mit einem bunten Programm<br />

auf die Suche nach Europa.<br />

Auf weiteren Media Convention-Flächen<br />

erhalten Medieninstitutionen und Unternehmen<br />

aus Berlin-Brandenburg Gelegenheit,<br />

Elmar Giglinger<br />

sich und ihre aktuellen Projekte zu präsentieren.<br />

Thematisch geht es in diesem Jahr<br />

vor allem um das Spannungsfeld zwischen<br />

kreativen und technologischen Prozessen:<br />

und über alle Medien und Plattfor-<br />

men hinweg. „Berlin ist der richtige Ort für<br />

einen vielfältigen und innovativen Medienkongress,<br />

um Algorithmen, Suchmaschinen und<br />

der den Wandel der Medienland-<br />

soziale Netzwerke, Videoplattformen, schaft reflektiert und verschiedene Medienwelten<br />

Bewegtbildstrategien und die Generation<br />

zusammenbringt“, erklärt der<br />

YouTube, um Video on Demand, Subscripted<br />

Video on Demand und um die Zukunft<br />

des Fernsehens. Entscheider und Experten<br />

aus Fernsehen, Hörfunk und Film, Forschung<br />

und Politik diskutieren mit Vertretern<br />

der digitalen Generation über aktuelle<br />

Themen der Medien- und Netzpolitik, über<br />

Trends im Medienmarkt und Entwicklungen<br />

Geschäftsführer des Medienboard Berlin<br />

Brandenburg, Elmar Giglinger. „Die noch<br />

engere Verzahnung von Media Convention<br />

Berlin und re:publica sowie die ausgebaute<br />

Partnerschaft mit der Medienanstalt Berlin-<br />

Brandenburg ist ein wichtiger, logischer<br />

Schritt und ein schönes Alleinstellungsmerkmal“,<br />

betont er.<br />

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z MAGAZIN / <strong>MEDIEN</strong>MARKT<br />

Update Medienmarkt<br />

SMART-TV SETZT SICH DURCH<br />

Smart-TV wird in Deutschland immer populärer. Das zeigen<br />

aktuelle Marktdaten der GfK Retail & Technology<br />

GmbH. Rund 60 Prozent der im vergangenen Jahr verkauften<br />

TV-Geräte sind für den Smart-TV-Einsatz geeignet.<br />

Davon wiederum unterstützen 92 Prozent den interaktiven<br />

Fernseh-Standard HbbTV (Hybrid broadcast<br />

broadband TV). 4,2 Millionen HbbTV-fähige TV-Displays<br />

wurden 2014 verkauft. Rechnet man noch die HbbTV-fähigen<br />

Digitalreceiver, DVD- und Blu-Ray-Player hinzu,<br />

erhöht sich zu Ende 2014 die HbbTV-<br />

Gerätepopulation in Deutschland auf 14,7<br />

Millionen. Damit ist nun eine signifikante<br />

Größe erreicht, die den Senderaktivitäten<br />

im Bereich HbbTV Rechnung trägt,<br />

erklärt die Deutsche TV-Plattform. Mit den Mediatheken<br />

der Sender und anderen via Internet abrufbaren Zusatzservices<br />

wächst die Inhaltevielfalt jenseits des linearen<br />

Fernsehprogramms ständig.<br />

„HbbTV hat sich in Deutschland etabliert“, konstatiert<br />

Wolfgang Elsäßer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen<br />

TV-Plattform: „Für die Zuschauer bietet der interaktive<br />

Fernsehstandard eine ideale Ergänzung zum linearen TV.<br />

Zugleich eröffnen sich neue Chancen für innovative<br />

Bewegtbild-Formate und Verbreitungskonzepte für die<br />

Sender.“ Der Branchenverein informiert seit vielen Jahren<br />

über die Entwicklung des Smart-TV/HbbTV-Marktes.<br />

Sämtliche Publikationen zum Thema sind im Internetauftritt<br />

auf www.tv-plattform.de frei verfügbar.<br />

STARKE ARD-RADIOS<br />

In der Media Analyse (MA) Radio I <strong>2015</strong> schneiden ARD-<br />

Sender gut ab und liegen insgesamt an der Spitze. Auch<br />

Privatradios melden Erfolge. Im Süden haben die im Bayern<br />

Funkpaket zusammengeschlossenen bayerischen<br />

Lokalradios im Vergleich zur letzten Auswertung (MA<br />

Radio II 2014) 6.000 Hörer hinzu gewonnen und eine<br />

Tagesreichweite von 2,619 Mio. Hörern (Montag bis Freitag)<br />

erreicht. In der Hörerschaft pro Stunde liegen die<br />

bayerischen Lokalradios mit 893.000 Hörern vor Bayern 3<br />

auf einem guten dritten Platz hinter Antenne Bayern und<br />

Bayern 1. Erfolgreichster Radioanbieter im Südwesten ist<br />

nach den Erhebungen der Media Analyse der SWR. Die<br />

Radioprogramme des Südwestrundfunks (SWR) sind die<br />

meistgehörten in Baden-Württemberg und Rheinland-<br />

Pfalz. In beiden Bundesländern schalten von Montag bis<br />

Freitag täglich 6,54 Millionen Menschen ein SWR-Radioprogramm<br />

ein. Bundesweit hat der SWR 7,91 Millionen<br />

Hörer. Im benachbarten Bundesland Hessen bleibt der<br />

private Sender Hit Radio FFH mit 2,488 Millionen Hörern<br />

pro Tag und 477.000 pro Stunde Radio-Marktführer.<br />

Damit ist FFH auch im 25. Jahr in Folge das meistgehörte<br />

Radioprogramm im Bundesland und hat trotz leichter Verluste<br />

162.000 Hörer mehr als die Nr. 2 im Markt, hr3 (jetzt<br />

315.000). Besser als im Vorjahr hat auch der Sender planet<br />

radio („Entdecke neue Musik“) abgeschlossen, mit<br />

einem Anstieg um 15,8 Prozent auf nunmehr 117.000<br />

Hörer pro Stunde. Auch harmony.fm („Mehr 70er. Mehr<br />

80er. Hessens meiste Musik“) legt zu – auf 48.000 Hörer<br />

pro Stunde. Gemeinsam haben die drei FFH-Sender aktuell<br />

642.000 Hörer pro Stunde und 3,5 Mio. Hörer pro Tag.<br />

FFH-Geschäftsführer und Programmdirektor Hans-Dieter<br />

Hillmoth freut sich über die konstant gute Position des<br />

Unternehmens im hessischen Radiomarkt und prognostiziert<br />

eine weitere Steigerung.<br />

Auch in NRW freuen sich die NRW Lokalradios über konstante<br />

Reichweiten. Nach der aktuellen Media Analyse<br />

kommen radio NRW und die NRW-Lokalradios auf eine<br />

Tagesreichweite von 5,316 Mio. Hörern<br />

und eine Bruttoreichweite in der werberelevanten<br />

Durchschnittsstunde (6.00<br />

bis 18.00 Uhr, Montag – Freitag) von<br />

1,642 Mio. Hörern. „Zum 30. Mal in Folge<br />

Reichweitenergebnisse auf diesem<br />

hohen Niveau zu erzielen, ist eine starke<br />

und bemerkenswerte Leistung des gesamten NRW-Lokalfunks“,<br />

heißt es in einer Presseerklärung. Im Norden<br />

schaltet täglich mehr als die Hälfte der deutschsprachigen<br />

Bevölkerung ab zehn Jahren mindestens ein Radioprogramm<br />

des NDR ein (7,3 Mio. Menschen). Beim Marktanteil<br />

erreicht der NDR 51,6 Prozent. Der Abstand zu den 16<br />

privaten Radio-Anbietern im Norden wächst auf 13 Prozentpunkte<br />

– die kommerzielle Konkurrenz kommt der<br />

jüngsten Media-Analyse zufolge insgesamt auf einen<br />

Marktanteil von 38,6 Prozent. In drei von vier Bundesländern<br />

ist ein NDR Programm Marktführer.<br />

DISKUSSIONEN UM ARD/ZDF-MEHREINNAHMEN<br />

Die Rundfunkkommission der Länder konstatiert, dass<br />

ARD, ZDF und Deutschlandradio in der laufenden Gebührenperiode<br />

insgesamt Mehrerträge von 1,5 Milliarden Euro<br />

über dem festgestellten Bedarf verzeichnen. Privatfunk-<br />

Verbände fordern sogleich wieder den Werbeverzicht für<br />

öffentlich-rechtliche Sender. Felix Kovac, Vorsitzender der<br />

18 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


MAGAZIN / <strong>MEDIEN</strong>MARKT z<br />

Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk ist der Meinung:<br />

„Die Mehrerträge eröffnen medienpolitischen Gestaltungsspielraum<br />

unter anderem für die Reduzierung der Werbung<br />

im öffentlich-rechtlichen Radio.“ Und wiederholt die<br />

Forderung, bundesweit das „NDR-Modell“ einzuführen,<br />

wonach eine Landesrundfunkanstalt 60 Minuten Werbung<br />

in einem Radioprogramm mit nationalen Spots verkaufen<br />

kann. Saisonale Ausgleichszeiträume sollen unzulässig<br />

sein. Bei der Aufgabenverteilung zwischen Werbetöchtern<br />

und Anstalten müsse für Transparenz gesorgt werden.<br />

„Angesichts des enormen finanziellen Spielraums kann die<br />

Medienpolitik diese für die finanzielle Basis des privaten<br />

Radios lebenswichtige Frage nicht weiter auf die lange<br />

Bank schieben“, so Kovac. Jedem Versuch, das „NDR-<br />

Modell“ zu verwässern, widerspricht<br />

Kovac: „Dann lieber gar keine Neuregelung<br />

als einen faulen Kompromiss.“<br />

Der APR-Vorsitzende verweist<br />

in diesem Zusammenhang auf das im Auftrag von ARD,<br />

ZDF und Deutschlandradio im April 2010 von Professor<br />

Paul Kirchhof erstellte Gutachten zur Umstellung der<br />

Rundfunkgebühr auf den Beitrag. Darin wird eine Überprüfung<br />

der Teilfinanzierung der Anstalten aus Werbung<br />

und Sponsoring gefordert: „Eine Finanzierung außerhalb<br />

des Abgabenrechts begründet die Gefahr, dass das<br />

Rundfunkprogramm zunehmend auf Massenattraktivität<br />

ausgerichtet wird und damit eine Erosion der Identifizierbarkeit<br />

öffentlich-rechtlicher Programme droht.“<br />

Und auch Tobias Schmidt, Vorstandsvorsitzender des<br />

VPRT zielt mit seiner Stellungnahme in die gleiche Richtung:<br />

„Selten hätte ein solch beeindruckender Rechenfehler<br />

einen so positiven Effekt: Die Länder können Beitragsstabilität<br />

bis 2020 garantieren und die zunehmende Kommerzialisierung<br />

von ARD und ZDF durch Werbung eindämmen<br />

– oder kurz gesagt: alle gegebenen Versprechen<br />

einlösen. Es wäre merkwürdig, wenn die Länder diese<br />

Chance zur Stabilisierung des dualen Mediensystems<br />

nicht nutzen würden.“<br />

Gegen Werbebeschränkungen spricht sich hingegen die<br />

Produzentenallianz aus. Deren Vorsitzender Alexander<br />

Thies möchte die Gebühren-Mehreinnahmen lieber in die<br />

Produktionsetats umgeleitet wissen. Schon heute seien<br />

die Produktionsbedingungen für Produzenten und Filmschaffende<br />

am Set ausgesprochen schwierig. „Vor diesem<br />

Hintergrund auch noch die Werbung bei ARD und ZDF<br />

weiter einzuschränken – und damit die Einnahmen von<br />

rund 500 Millionen Euro jährlich zu schmälern –, hieße,<br />

den fortgesetzten Druck auf die Programmbudgets weiter<br />

zu verschärfen“, erklärte er.<br />

Auch in der Werbebranche selbst spricht man sich mehrheitlich<br />

gegen eine Einschränkung der ARD/ZDF-Werbemöglichkeiten<br />

aus. Nach dem Willen der Politik sollen die<br />

Mehreinnahmen beim Rundfunkbeitrag indes nicht bei den<br />

Sendern verbleiben. Stattdessen ist eine Reduzierung des<br />

Beitrags geplant. Bereits ab April schrumpft er um 48<br />

Cent auf dann 17,50 Euro pro Monat und Haushalt. Weitere<br />

Beitragssenkungen sind laut Malu Dreyer, Vorsitzende<br />

der Länder-Rundfunkkommission möglich.<br />

DW-ETAT SOLL KRÄFTIG WACHSEN<br />

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Kulturstaatsministerin<br />

Monika Grütters haben sich auf eine<br />

nachhaltige und verlässliche Stärkung der Deutschen<br />

Welle verständigt. Dazu soll in den kommenden Jahren<br />

der Etat des deutschen Auslandssenders kräftig erhöht<br />

werden. Intendant Peter Limbourg spricht von einer „hervorragenden<br />

Nachricht für die DW“, „wenn das Bundeskabinett<br />

dies so beschließt. Diese Entscheidung beseitigt<br />

die langjährige strukturelle Unterfinanzierung des Senders.<br />

Damit wäre sichergestellt, dass die DW alle ihre 30<br />

Sprachangebote behalten und ihre vier linearen TV-Kanäle<br />

auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Arabisch weiter verbreiten<br />

kann. Wir können dann die strategische Neuausrichtung<br />

der DW vollständig umsetzen und so die mediale<br />

Präsenz Deutschlands in der Welt nachhaltig verbessern.“<br />

Vorgesehen ist, der DW von 2016 an jährlich zwölf Millionen<br />

Euro zusätzlich für in der Vergangenheit gestiegene<br />

Personalkosten zuzuweisen. Der Sender soll auch künftig<br />

einen Ausgleich für entstehende Tarifsteigerungen<br />

erhalten. Kulturstaatsministerin<br />

Grütters hatte für den bereits im letzten<br />

und in diesem Jahr deutlich erhöhten DW-<br />

Etat eine nochmalige Steigerung um zwei auf dann 274<br />

Millionen Euro eingeplant. Der Intendant zeigte sich<br />

erleichtert, dass die im Raum stehenden, nicht gewollten<br />

Abbauszenarien nicht realisiert werden müssten. „Ich danke<br />

allen politischen Entscheidungsträgern, insbesondere<br />

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Kulturstaatsministerin<br />

Monika Grütters, dass wir nun Planungssicherheit<br />

haben.<br />

Auch die fortlaufende Projektförderung der DW durch<br />

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Entwicklungsminister<br />

Gerd Müller ist ein bedeutender Beitrag,<br />

dass wir unsere Aufgaben im Interesse Deutschlands<br />

wirkungsvoll erfüllen können. Die deutliche Mittelerhöhung<br />

verstehe ich auch als Wertschätzung für die hervorragende<br />

Arbeit, die Menschen aus 60 Nationen jeden Tag in der<br />

DW leisten.“<br />

Im Dezember hatte der Deutsche Bundestag in einer Entschließung<br />

die Bundesregierung aufgefordert, eine angemessene<br />

Finanzausstattung der Deutschen Welle sicherzustellen.<br />

Zuvor hatte das Parlament die Aufgabenplanung<br />

des Senders für die Jahre 2014 bis 2017 debattiert<br />

und dieser zugestimmt.<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

19


z MAGAZIN / LEUTE<br />

PERSONALIEN<br />

TIM THORSTEINSON hat die Geschäftsführung von Quantel und<br />

Snell übernommen. Er löst den bisherigen Vorstand und Firmenchef Ray<br />

Cross ab. Thorsteinson war zuvor unter anderem zweimal Grass Valley-<br />

Chef, Vorsitzender der Broadcast-Kommunikationsabteilung von Harris<br />

sowie der Vorsitzende und Generaldirektor von Enablence.<br />

MURIEL DE LATHOUWER ist neue Managing Director & CEO von<br />

EVS Broadcast Equipment. Nach dem Ausscheiden von Joop Janssen<br />

im Oktober 2014 hatte sie schon interimsweise die Führung der<br />

Geschäftsleitung inne. De Lathouwer ist seit November 2013 Mitglied<br />

im Firmenvorstand von EVS und Leiterin der Strategiegruppe des<br />

Unternehmens. Vor ihrem Einstieg bei EVS war sie unter anderem bei<br />

Accenture, McKinsey und BASE tätig.<br />

STEFAN GNANN wechselt aus der Geschäftsführung in den Beirat<br />

der sonoVTS GmbH. Mit der Übernahme der Anteile von Stefan Gnann<br />

halten die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Stefan Krömer und<br />

Franz Olbert nun jeweils 50 Prozent der Unternehmensanteile.<br />

HELGE JÜRGENS, Geschäftsführer von ARRI Film & TV Services, hat<br />

das Unternehmen verlassen. Neben dem Geschäftsführer Josef<br />

Reidinger haben nun auch die beiden Vorstände der ARRI AG, Franz<br />

Kraus und Dr. Jörg Pohlman, die Geschäftsführungs-Position übernommen.<br />

Jürgens war im Oktober 2012 zu ARRI gewechselt, um gemeinsam<br />

mit Reidinger den Aufbau einer eigenen ARRI TV-Production-Unit zu realisieren.<br />

Davor war er bei Union-Film und Endemol Deutschland tätig.<br />

ANDREAS PATER ist als neuer Head of Rental Innovations bei<br />

Riedel Communications eingestiegen. In der neu geschaffenen Position<br />

verantwortet er das Produktmanagement in Riedels Rental-Abteilung.<br />

BERND BIELEFELD, Geschäftsführer der Bremedia Produktion<br />

GmbH, hat Ende März das Unternehmen verlassen. Er kam 1993 als<br />

Planungsingenieur zu Radio Bremen. 2008 übernahm er die Leitung<br />

des Bereichs Systemservice und 2010 die Bremedia-Geschäftsführung.<br />

MICHAEL HARRIT ist neuer Marketing-Chef AV & Media Solutions<br />

bei Sony Professional Europe. Er übernimmt die Position von Olivier<br />

Bovis, der künftig als Director of Sales für Sony Professional Europe<br />

tätig sein wird. Harrit war zuvor bei der Danish Broadcasting Corporation<br />

und bei Multi Media Consulting A/S tätig sowie als Acting Director of<br />

Technology beim Zentrum für neue Medien in Moskau engagiert.<br />

HENRIK RAVN übernimmt am 1. Mai <strong>2015</strong> die Position des Chief<br />

Operating Officers (COO) und Chief Commercial Officers (CCO) im<br />

Segment „Broadcasting German-speaking“ der ProSiebenSat.1<br />

Media AG. Er soll neben der Koordination von Entwicklungsthemen<br />

im Kerngeschäft Free-TV auch neue Pay- und Distributions-Initiativen<br />

vorantreiben. Ravn hat bereits von 2009 bis 2013 als CEO das<br />

Nordeuropa-Geschäft von ProSiebenSat.1 geleitet. Zuletzt war er<br />

President & Managing Director Nordic bei SBS Discovery Media.<br />

Ravn war zudem mehrere Jahre als CEO bei SBS TV Denmark tätig.<br />

JANE TURTON, seit September 2014 Interims-Geschäftsführerin der<br />

All3Media, fungiert nun als CEO. Sie ist seit 2008 bei All3 Media tätig.<br />

Die Gesellschafter der All3Media James Rosenstock (Discovery<br />

Communications) und Niall Curran, President von Liberty Global Content<br />

Investments hatten die Besetzung eines neuen CEOs weltweit ausgeschrieben<br />

und sich dann für Turton entschieden.<br />

KALLE FRIZ hat Anfang März als CEO die Geschäftsführung der<br />

deutschen Gesellschaft von Studiocanal Deutschland übernommen.<br />

Er war zuvor COO. Friz ist nun für alle Aktivitäten von Studiocanal in<br />

Deutschland, Österreich sowie der Schweiz verantwortlich und tritt die<br />

Nachfolge von Rodolphe Buet an, der nach drei Jahren als Studiocanal<br />

Deutschland CEO am 1. März in die Firmenzentrale zurückkehrt. In<br />

seiner neuen Rolle in Paris ist Buet zukünftig als President International<br />

Distribution and Marketing für alle Filme, den Katalog sowie die TV-<br />

Serien verantwortlich und übersieht darüber hinaus die Studiocanal-<br />

Territorien Deutschland, Australien/Neuseeland und China.<br />

KLAUS KASTAN (62) ist ab dem 1. Mai <strong>2015</strong> neuer Leiter des<br />

Programmbereichs Sport und Freizeit TV in der Informationsdirektion<br />

des Bayerischen Rundfunks (BR). Er folgt Werner Rabe nach, der den<br />

Bereich seit 1999 sowie die Sportredaktion Hörfunk seit 2004 leitete.<br />

Kastan ist seit dem 1. September 2012 Leiter der Redaktion Studios<br />

Ausland und Berlin und seit dem 1. Dezember 2014 zudem kommissarischer<br />

Leiter der Redaktion Politik und Hintergrund im Programmbereich<br />

B5 aktuell/Politik und Wirtschaft. Beim BR begann er im Jahr 1975 als<br />

freier Mitarbeiter, ab 1981 fest angestellt in der Abteilung Jugendfunk.<br />

Von 1989 bis 1995 war er Hörfunkkorrespondent im Studio London, im<br />

Anschluss übernahm er die Leitung der Abteilung Hörerforum und<br />

Medienkritik. Als Programmchef reformierte Kastan ab 2003 die<br />

Hörfunkwelle Bayern 2 und gab ihr einen neuen Charakter. Von 2006<br />

bis 2012 war er BR-Hörfunkkorrespondent im Studio Washington D.C.<br />

20 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


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z PRODUKTION / NEWTOPIA<br />

›<br />

Das „Newtopia“-Konzept stammt vom<br />

TV-Macher John de Mol, der mit der<br />

täglichen TV-Show „Utopia“ in Holland<br />

einen Quotenhit gelandet hat. Seit einem<br />

Jahr verfolgen dort im Schnitt 700.000<br />

Zuschauer am Tag, wie eine Gruppe Menschen<br />

versucht, ein selbstbestimmtes<br />

Leben zu führen. 15 sogenannte Pioniere<br />

in „Newtopia“ stehen hierzulande vor der<br />

gleichen Herausforderung. In Deutschland<br />

fiel die Quote nach Anfangserfolgen<br />

mit 2,8 Millionen Zusehern auf unter zwei<br />

Millionen. Sat.1 ist damit zufrieden.<br />

Die Produktion von „Newtopia“ verantwortet<br />

John de Mols Firma Talpa, die sich<br />

unlängst mit 49,9 Prozent an Springers<br />

Schwartzkopff TV beteiligt hat und nun<br />

unter dem Namen Talpa Germany firmiert.<br />

Auch in Italien, Großbritannien und Skandinavien<br />

ist Talpa an 50/50-Joint Ventures<br />

beteiligt. John de Mol, der bereits länger<br />

nach einem Käufer für Talpa Media<br />

gesucht hat, konnte im März <strong>2015</strong> mit<br />

dem britischen Broadcast-Unternehmen<br />

ITV einen Deal über 500 Millionen Euro<br />

besiegeln. Für die 100-prozentige Übernahme<br />

von Talpa Media wollen die Briten<br />

bis zu 1,1 Mrd. Euro auf den Tisch legen.<br />

Die Höhe des endgültigen Verkaufpreises<br />

hängt davon ab, wie viel Profit Talpa in<br />

den nächsten acht Jahren erwirtschaftet.<br />

Die als „großes TV-Experiment“ apostrophierte Reality-Show<br />

„Newtopia“ kann nicht nur im TV (montags bis freitags auf<br />

SAT.1), sondern dank vier Live-Streams auch rund um die Uhr<br />

im Internet verfolgt werden. Dazu entwickelte der Video Service<br />

Provider Infostrada Creative Technology im Auftrag von Talpa,<br />

nach holländischem „Utopia“-Vorbild, auf dem ehemaligen Stasi-Gelände<br />

in Königs Wusterhausen bei Berlin eine aufwendige<br />

produktionstechnische Infrastruktur. Die „Newtopianern“ wohnen<br />

in einer unbeheizte Scheune mit Gas-, Wasser- und<br />

Stromanschlüssen. Die Ressourcen beschränken sich auf einen<br />

Stall mit zwei Kühen und einigen Hühnern, einem Stück Ackerboden<br />

sowie einen kleinen Teich. Auf dem gesamten Gelände<br />

gibt es fast keinen Winkel, der nicht von einer der 107 installierten<br />

HD-Kameras rund um die Uhr ins Visier genommen wird.<br />

Auf dem Gelände sind insgesamt 52 Sony BRC-Z330 Kameras<br />

im Einsatz, die mit ihren drei verschiedenen ND-Filtern gut<br />

gegen die Sonne geschützt sind. „Das war vom Preis-Leistungs-Verhältnis<br />

her die beste Wahl“, erklärt der R&D Manager<br />

Casper Choffat, der für Infostrada Creative Technology das<br />

gesamte technische Konzept dieses ambitionierten Großprojektes<br />

begleitet und zusammen mit dem R&D-Team entwickelt<br />

und umgesetzt hat. Einen Überblick über das ganze Gelände<br />

RoboEye-Kamera von Telemetrics<br />

Das große TV-<br />

MIT „NEWTOPIA“ HAT SAT.1 ENDE FEBRUAR EINE NEUE<br />

REALITY-TV-SHOW GESTARTET, DIE ALS DAS GRÖSSTE FERN-<br />

SEH-EXPERIMENT ALLER ZEITEN VERMARKTET WIRD. DAS<br />

HERZSTÜCK DIESER AUFWÄNDIGEN LIVE-PRODUKTION BILDET<br />

EIN MOBILES DATENCENTER, DAS VON DER INFOSTRADA-<br />

geben zwei RoboEye-Kameras von Telemetrics, die auf hohen<br />

Pfosten montiert sind. Mit ihrem 18-fachen Zoom können die<br />

ungeschützt einsetzbaren PTZ-Kameras Nahaufnahmen von<br />

Situationen auf dem Feld oder am Teich liefern, die dank ihrer<br />

schärferen Details über bessere Farben und Schwarzwerte verfügen.<br />

Im Außenbereich kommen vier Sony alpha 7S-Fotokameras<br />

hinzu, welche die gleiche Auflösung und Weitwinkel wie<br />

Videokameras besitzen, aber bei Dunkelheit bessere Bilder<br />

erzeugen. Diese statischen Kameras befinden sich im Wohnwa-<br />

22<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


PRODUKTION / NEWTOPIA z<br />

Experiment<br />

ZENTRALE IN HILVERSUM AUS RUND UM DIE UHR ÜBERWACHT<br />

UND GESTEUERT WIRD. ZUM UMFANGREICHEN PRODUKTIONS-<br />

EQUIPMENT GEHÖREN ZUDEM 107 FEST INSTALLIERTE HD-<br />

KAMERAS UND ZAHLREICHE MIKROFONE, DIE DAS GESCHEHEN<br />

IN DER „NEWTOPIA“-WELT PERMANENT AUFZEICHNEN.<br />

gen auf dem Feld sowie oben in der Scheune auf einem Vorsprung<br />

über der Terrasse. Im Innenbereich der Scheune sind 49<br />

Panasonic AW-HE60-Kameras installiert, die mit einem Infrarot-<br />

Filter ausgestattet sind und die „Newtopia“-Bewohner selbst<br />

bei Dunkelheit noch erkennbar filmen können.<br />

Auch das Sound-Konzept ist darauf ausgerichtet, möglichst<br />

jeden Ton in Umgebung aufzunehmen. 21 Sennheiser MKH-50,<br />

neun Sennheiser MKH-60- und drei Rode NT4 Stereomikrofone<br />

zeichnen die Atmo auf und halten fest, wenn eine Kuh muht<br />

© Newtopia<br />

oder ein Schwimmer im Wasser flüstert. Zwei<br />

dieser Mikros hängen in der Mitte der Scheune<br />

von einem Balken herunter. „Sie werden<br />

nicht als Stereomikros benutzt, sondern sind<br />

dort eingesetzt, um den Ton aus allen Richtungen<br />

aufzunehmen.“ Selbst im Stall ist ein<br />

Mikro zwischen den Kühen platziert. Darüber<br />

hinaus ist jeder „Newtopianer“ dazu verpflichtet,<br />

immer ein Funk-Mikro von Wisycom am<br />

Körper tragen, das nur beim Schwimmen<br />

abgenommen werden darf. Kommen Besucher<br />

nach „Newtopia“, um zum Beispiel ein<br />

Paket auszuliefern, wird ihnen ebenfalls ein<br />

Funkmikrofon angesteckt.<br />

Um die Kamera- und Tonsignale zu produzieren<br />

und übermitteln, mussten auf dem Gelände<br />

zunächst entsprechende Leitungen installiert<br />

werden. „Im September 2014 wurde mit<br />

den Grabungsarbeiten begonnen, um Stromleitungen<br />

verlegen zu können“, berichtet Martin<br />

Späth, der als Project Manager von Infostrada<br />

die technische Umsetzung dieses<br />

ambitionierten Projekts vor Ort koordiniert<br />

hat. Auf dem gesamten Gelände wurden<br />

wochenlang entsprechende Rohre und<br />

Kabelkanäle verlegt. Ab Ende Oktober konnte<br />

das Team damit beginnen, die ersten unterirdischen<br />

Kabel zu ziehen. Für jede Kamera<br />

mussten vier Kupferkabel für Video, Strom,<br />

Steuerung und Sync verlegt werden. Bei einigen<br />

Kameras kam außerdem ein Audio-Kabel<br />

für Mikrofone hinzu. „Die Kameras, die über 100 Meter entfernt<br />

sind, benötigen eine Glasfaserleitung, um das Videosignal<br />

übermitteln zu können, während sich Strom, Steuerung und<br />

Sync auch über weitere Entfernungen per Kupferkabel übertragen<br />

lassen“, erläutert Späth. Insgesamt sind rund 34 Km Kupferkabel<br />

und 15 Kilometer Glasfaserleitungen auf dem Gelände<br />

verlegt worden. Sämtliche Kamera- und Tonsignale, welche das<br />

Funksystem für die Ansteckmikrofone, die komplette Audio-<br />

Technik mit den 36 Ambiance- und Stereomikrofonen sowie die<br />

107 Kameras liefern, werden an zwei zentrale Geräteräume<br />

(ZGR) übermittelt, und von dort über 14 Glasfaser-Leitungen<br />

zum mobilen Datencenter geschickt. Es befindet sich in einem<br />

Großcontainer, der in Hilversum mit Technik ausgestattet wurde,<br />

und bildet mit seinen mit über 60 Servern das Herzstück<br />

des gesamten HD-Workflows. Alle Ton- und Kamerasignale,<br />

einschließlich der kompletten Postproduktion und Regiearbeit,<br />

wird auf den Servern dort gespeichert. Auf dem „Newtopia“-<br />

Gelände ist das Datencenter mitten in das Container-Dorf eingebettet.<br />

Die zentrale Überwachung der Technik erfolgt durch<br />

ein Team von Infostrada Creative Technology über das Service<br />

Desk in Hilversum, das rund um die Uhr noch weitere Datencenter<br />

von Infostrada überwacht. Dazu gehört die Fernsehstu-<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong> 23


z PRODUKTION / NEWTOPIA<br />

Regie von „Newtopia“<br />

Alle 107 Kamerasignale liegen in der Regie auf<br />

dio- und Postproduktions-Umgebung mit insgesamt 250 Editing<br />

Suiten in Hilversum und Amsterdam, die über das eigene<br />

Glasfasernetz von Infostrada Connect verkabelt sind. An das<br />

Netz angeschlossen ist auch holländische Show „Utopia“. Infostrada<br />

Creative Technology gehört zusammen mit Dutch View<br />

und Infostrada Connect der Holding Consolidated Media Industries<br />

(CMI) an.<br />

In Hilversum werden permanent auch grundlegende Parameter<br />

wie Feuchtigkeit, Temperatur und Stromspannung gemessen.<br />

Bei Entwicklung von Hitze, Feuer oder dem Eindringen von<br />

Wasser erscheint in Holland eine Meldung im System, so dass<br />

sofort die Feuerwehr vor Ort alarmiert werden kann. „Unsere IT<br />

erkennt Störungen schon, bevor sie zum Problem für die Produktion<br />

werden“, erläutert R&D Manager Casper Choffat, der<br />

für Infostrada Creative Technology das gesamte technische<br />

Konzept dieses ambitionierten Großprojektes begleitet und<br />

zusammen mit dem R&D-Team entwickelt und umgesetzt hat.<br />

MOBILES DATENCENTER<br />

Kühlung und Stromversorgung des mobilen Datencenter sind<br />

redundant ausgelegt. Jeder Server besitzt zwei Stromanschlüsse.<br />

Falls der lokal bezogene Strom in Brandenburg ausfällt,<br />

sind zwei USVs für die unterbrechungsfreie Stromversorgung in<br />

den Container eingebaut, die konstant aufgeladen werden und<br />

für 30 bis 40 Minuten den kompletten Betrieb aufrecht erhalten<br />

können. Bei einem Stromausfall wird die Leitung automatisch<br />

auf Notstrom umgeschaltet. „Binnen zehn Sekunden springt ein<br />

Generator an, der die Batterien mit Energie versorgt“, berichtet<br />

Choffat. Die Klimaanlage im mobilen Datencenter besteht aus<br />

vier Minkels-Kühlsystemen, die zwischen den fünfzehn 19 Zoll-<br />

Server-Racks eingebaut sind. Alle sind jeweils an eine eigene<br />

Klimaanlage angeschlossen. „Wenn eine dieser vier Klimaanlagen<br />

ausfällt, arbeiten alle anderen weiter.“ Da pro Stromleitung<br />

zwei Kühleinheiten zur Verfügung stehen, würde bei einem Ausfall<br />

der Stromleitung A ein Kühlaggregat der Stromleitung B die<br />

Kühlung für den anderen Bereich übernehmen. „Das mobile<br />

Datencenter kann mit zwei Kühleinheiten laufen“, sagt Choffat.<br />

Darüber hinaus verfüge der Container über eine komplette Gas-<br />

Feuerlöschanlage. Vom mobilen Datencenter werden die Audiound<br />

Video-Signale über Kreuzschienen zur Regie geleitet, wo<br />

dann die 107 verschiedenen Kamerabilder auf Multiview-Monitoren<br />

zu sehen sind. Damit die Regisseure die Kamerabilder<br />

leichter den verschiedenen Orten innen und außen zuordnen<br />

können, sind diese mit farbigen Balken markiert. „Die komplette<br />

Steuerung erfolgt über Netzwerk-Switches in der Regie“, erklärt<br />

Choffat. Im Audio-Bereich wird das Intercom-System von Riedel<br />

verwendet, das es ermöglicht, den O-Ton zu hören, der<br />

gemischt wird. Darüber hinaus können auf bestimmten Positionen<br />

in der Regie auch einzelne Mikrofone angewählt werden,<br />

um beispielsweise gezielt Stimmen und Geräusche auf dem<br />

Acker oder am See zu verfolgen. Der Sound wird bei „Newtopia“<br />

automatisch generiert. Zudem besteht die Möglichkeit, bei<br />

bestimmten Events gezielt bestimmte Kanäle anwählen. Das<br />

komplette Audio-System wird von dem Content Management<br />

System Centralparq gesteuert, das Infostrada Creative Technology<br />

entwickelt hat. Für die Reality-TV-Formate „Utopia“ und<br />

„Newtopia“ ist das Auto-Ingest-System von Centralparc, das<br />

die Metadaten des gespeicherten Bild- und Tonmaterials in<br />

einer Datenbank generiert, noch erweitert worden.<br />

VIER 24-STUNDEN-VIDEOSTREAMS<br />

Die Anforderung bei „Newtopia“ sieht vor, 24 Stunden täglich<br />

vier Streams zu produzieren, über welche die Zuschauer zwei<br />

verschiedene Storylines verfolgen können. Für jede Storyline<br />

gibt es einen Stream mit Nahaufnahmen sowie einen Stream<br />

mit Überblick-Shots. Die Auswahl der Bilder erfolgt durch die<br />

Regisseure, während die Kameraleute in der Regie damit<br />

beschäftigt sind, die ausgewählten Kameras per Fernsteuerung<br />

zu bedienen. Als Hauptregisseur fungiert in dieser Konstellation<br />

der Storyline-Producer, der die Regisseure instruiert, auf welche<br />

Personen sie sich in der Storyline konzentrieren sollen.<br />

Darüber hinaus sind die Regisseure und der Storyline Producer<br />

mit Touchscreens ausgestattet, über die sie die jeweiligen Kandidaten<br />

für die Storyline auswählen können, was wichtig für die<br />

Tonmischung ist. Unterstützt wird der Story-Editor von zwei<br />

Loggern, die links und rechts neben ihm sitzen und für die<br />

jeweilige Storyline Timecode-gebundene Beschreibungen zu<br />

den Bildern ins System eingeben. Dazu gehört die Benennung<br />

der Situation in der jeweiligen Einstellung, die Tages- oder<br />

Nachtzeit, der Ort, an dem sich eine Person gerade aufhält<br />

24 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


PRODUKTION / NEWTOPIA z<br />

Im Innenbereich der Scheune sind 49 Panasonic AW-HE60-Kameras installiert<br />

R&D Manager Casper Choffat am Datencenter<br />

sowie die Stimmung, in der sich diese befindet. „Diese Metadaten<br />

können später im Centralparq-System gesichtet werden“,<br />

unterstreicht der R&D-Manager.<br />

In dem Container-Dorf stehen ingesamt 15 Avid Media Composer-Schnittplätze<br />

zur Verfügung, an denen von Montag bis Freitag<br />

jeweils eine 45-minütige Fassung für die SAT.1-Ausstrahlung<br />

geschnitten wird. „Das erfolgt webbasiert im Centralparq-<br />

System.“ Die markierten Metadaten geben nicht nur Aufschluss<br />

darüber, welche Orte und Personen die Logger angewählt<br />

haben, sondern anhand der Standorte der Mikrofone und der<br />

Personen lassen sich auch die O-Töne zuordnen, die für den<br />

Schnitt benötigt werden. „Wir zeichnen zwar mit Pro Tools 11<br />

den Sound von allen 64 Audio-Kanälen auf, aber die Tonmischung<br />

wird automatisch vom Centralparq-System generiert,<br />

was sehr wichtig für die Live-Streams und die Rohschnitte ist“,<br />

betont der R&D-Manager. „Bei vier Live-Streams und 64 Ton-<br />

Kanälen, die täglich rund um die Uhr aufgenommen werden, ist<br />

der Einsatz eines Content-Management-System sehr wichtig,<br />

damit die Zuordnung des Materials überschaubar bleibt.“<br />

Zusätzlich zu den vier Live-Streams gibt es bei „Newtopia“ eine<br />

360 Grad-Kamera in der Scheune, die der Zuschauer über das<br />

Internet ansteuern kann. Der Nutzer kann gezielt den jeweiligen<br />

Winkel auswählen, den er sehen möchte. Zu diesem Zweck<br />

sind mehrere Kameras nebeneinander positioniert, deren komplette<br />

Bilder über das Netz verschickt werden. „Von diesen 100<br />

Prozent kann der Nutzer stets nur zehn Prozent sehen“, erläutert<br />

Choffat. Das Anfangsbild wird vorgegeben, wenn der<br />

Zuschauer sich über die App einloggt und den Blickwinkel auswählt,<br />

den er gerne betrachten möchte. Über die App haben<br />

die Zuschauer auch Zugriff auf die Live-Streams, die Tag und<br />

Nacht zu sehen sind. In der Nacht wird jedoch nur eine Storyline<br />

produziert. Bei „Newtopia“ wird rund um die Uhr in drei<br />

Schichten gearbeitet. Die Logger werden im Zwei-Stunden-Takt<br />

abgelöst. In der Anfangsphase sind pro Regisseur zwei Kameraleute<br />

im Einsatz, welche die Kameras von den Pulten in der<br />

Regie aus steuern. Da sämtliche Video-, Audio- und Metadaten<br />

in Centralparq geloggt und getaggt werden, können sämtliche<br />

Sequenzen über das Content-Management-System aufgerufen<br />

werden, um beim Schnitt das gewünschtes Material auf den<br />

Avid Media Composer zu laden, der auch per Glasfaser in die<br />

Infrastruktur eingebunden ist. Neben den 15 Avid Media Composer<br />

steht für das Grading und Finishing ein Baselight ONE-<br />

System zur Verfügung. In 13 der insgesamt 15 Schnitträume<br />

werden kurze Clips beziehungsweise Vorschnitte produziert.<br />

Der finale Schnitt des 45-minütigen SAT.1-Sendebeitrags sowie<br />

die anschließende Farbkorrektur und Tonmischung erfolgen in<br />

einer separaten Editing Suite. Bei der Endmischung sind die<br />

Tonkanäle, die in einer entsprechenden Szene benutzt worden<br />

sind, bereits automatisch eingeschaltet. Der Vorteil: Der Toningenieur<br />

weiß dadurch genau, welche Kanäle er ansteuern<br />

muss, wenn er beim Finetuning bestimmte O-Töne oder Geräusche<br />

nachjustieren will.<br />

An der Entwicklung von Centralparq waren bei Infostrada Creative<br />

Technology, so Choffat, 20 Software-Entwickler beteiligt.<br />

Der komplette Aufbau der Technik für „Newtopia“ erfolgte binnen<br />

eines Monats. Der Container mit dem mobilen Datencenter<br />

wurde per Lastwagen von Hilversum nach Berlin transportiert<br />

und vor Ort verkabelt. Die Hälfte der Kameras wurden Ende<br />

2014 innerhalb von 15 Tagen aufgebaut, im Januar folgte das<br />

restliche Equipment. Ende Januar war die gesamte Technik<br />

ausgeliefert, so dass die Testläufe beginnen konnten. „Nach der<br />

Generalprobe haben wir nur noch einige Mikrofone umpositioniert<br />

und Konfigurationen geändert, um den Workflow weiter zu<br />

optimieren“, erklärt Choffat.<br />

❮Birgit Heidsiek<br />

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DIE NEUE GENERATION<br />

BNCpro für 4K<br />

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<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

25


z PRODUKTION / QUIZDUELL<br />

Das „Quizduell“-Studio-Design orientiert sich an der Form eines Handys<br />

Second Screen spielt mit<br />

MIT EINEM ERFOLGREICHEN RESTART HAT SICH DIE RATESHOW „QUIZDUELL“ IM ERSTEN AUF DEM BILDSCHIRM<br />

ZURÜCKGEMELDET. DIE ERSTE INTERAKTIVE RATESHOW IM FERNSEHEN, BEI DER DIE ZUSCHAUER ÜBER SECOND<br />

SCREEN MITSPIELEN UND AUCH GEWINNEN KÖNNEN, IST AUF EINEM SEHR GUTEN WEG, EINEN FESTEN PLATZ IM<br />

VORABENDPROGRAMM DER ARD EINZUNEHMEN. DIE PANNENSERIE AUS DER ERSTEN STAFFEL IM VERGANGENEN<br />

FRÜHJAHR IST ERFOLGREICH ÜBERWUNDEN, NACHDEM DIE ARD UND DER PRODUZENT, DIE KÖLNER ITV STUDIOS<br />

GERMANY GMBH, FÜR DIE APP UND DAS CLOUD BACKEND DAS SYSTEM GEWECHSELT HABEN.<br />

›<br />

Die Fusion aus IP-Technologie und filebasierter Broadcast-<br />

Technik läutet jetzt nicht gleich die Zeitenwende fürs Fernsehen<br />

ein, doch die von den Produktionsfirmen ITV Studios<br />

Germany und der Herr P. GmbH aus Hamburg für das Erste<br />

produzierte Liveshow, die im A1 Studio von Studio Hamburg<br />

entsteht, beweist auf eindrucksvolle Weise, dass auch ein<br />

öffentlich-rechtlicher Sender (federführender Sender ist der<br />

NDR) innovative Impulse zu setzen vermag, die das Fernsehen<br />

weiter entwickeln.<br />

Moderator Jörg Pilawa, der die Pannen der ersten Staffel im<br />

Frühjahr mit großer Schlagfertigkeit und Souveränität meisterte,<br />

gab sich zum Start am 2. Februar betont lässig und selbstbewusst.<br />

In einer letzten Testsendung, die als Livestream online<br />

gefahren wurde, trug er unterm Sakko ein Shirt mit dem Auf-<br />

26 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


PRODUKTION / QUIZDUELL z<br />

Jörg Pilawa (li.) mit Quizkandidaten im Studio<br />

druck „Wetten App“. Am Grundkonzept<br />

der Show wurde wenig verändert gegenüber<br />

der ersten Staffel vergangenes<br />

Frühjahr. Je zwei Studio Kandidaten (in<br />

der ersten Staffel waren es vier Kandidaten)<br />

treten pro Sendung gegen das<br />

Team Deutschland an, das sich aus den<br />

mitspielenden App-Nutzern und den<br />

Studiogästen zusammensetzt. In sechs<br />

Runden mit je drei Fragen müssen die<br />

Teams beweisen, wer das größere Wissen<br />

hat und Quizchampion des Tages<br />

wird.“ Gewinnen lohnt sich in jedem Fall,<br />

auch wenn beim Team Deutschland ein<br />

Zufallsgenerator zehn Mitspieler auswählt,<br />

unter denen sich die Preissumme aufteilt. Stärker noch<br />

sollen die Zuschauer beim Quizduell mit eingebunden sein, so<br />

kann Moderator Jörg Pilawa zu den ausgesuchten „Zuschauern<br />

des Tages“ schalten, die das Casting bei ITV Studios erfolgreich<br />

durchlaufen haben.<br />

MICROSOFT AZURE UND APPSFACTORY<br />

„Im Schnitt haben wir rund 150.000 Mitspieler beim „Quizduell“<br />

und gewinnen pro Sendung etwa 20.000 App-Registrierungen<br />

hinzu. Knapp zwei Wochen nach Sendestart hatten wir bereits<br />

die Marke von einer halben Million Zuschauern geknackt, die<br />

sich die App heruntergeladen und für das Spiel und die<br />

Gewinnausschüttung haben registrieren lassen“, erklärt Björn<br />

Hupatz, der für dieses Format verantwortliche Production Executive<br />

bei ITV Studios. Er verweist auch auf die starke Werbekampagne<br />

der ARD zum Sendestart, insbesondere auch über<br />

Internet- und Social-Media-Kampagnen. Dass die ARD nun<br />

dem Ansturm der vielen „Mitquizzer“ gewachsen ist, ohne dass<br />

das System sich verabschiedet, verdankt sie einem Wechsel<br />

der Technologie. „Bei der 1. Staffel haben wir über die Original-<br />

App gespielt, nun spielen wir über eine separate „Stand-Alone<br />

App“. Dafür haben ARD und die Produzenten den App-Partner<br />

wie auch das Cloud Backend gewechselt. Für die Entwicklung<br />

der Smartphone-App und der Backend-Applikation ist der<br />

Microsoft-Partner APPSfactory aus Leipzig verantwortlich. Die<br />

hochskalierbare Backend-Applikation der APPSfactory wird auf<br />

der Cloud Plattform Microsoft Azure gehostet und dient als<br />

Schnittstelle zwischen der Spieletechnik in Hamburg und den<br />

Hunderttausenden von Spielern. Die „Mitquizzer“ bekommen<br />

auf ihrer Second-Screen-App über das Backend die Fragen<br />

ausgespielt. Nach Beantwortung aggregiert und analysiert das<br />

System die Antworten und schickt die Gesamtauswertung in<br />

Sekundenschnelle zurück nach Hamburg, wo die ausgewerteten<br />

Daten im Control Center im Livestudio auflaufen. Neben<br />

dem Spielbetrieb über die App wird auch die Anmeldung und<br />

Registrierung der Spieler über das Backend abgewickelt. Die<br />

Liveschaltung zum Zuschauer des Tages erfolgt über Skype.<br />

Das System, das die Liveschaltung via Skype ermöglicht,<br />

stammt ebenfalls von Skype. Mit Skype TX sei zudem ein weiterentwickeltes<br />

System angekündigt, so Hupatz, das demnächst<br />

zum Einsatz kommen soll. Diese Skype-Verbindung<br />

funktioniere reibungslos. „Ansonsten haben wir als Backup<br />

noch eine leistungsfähige LTE-Verbindung zur Verfügung“.<br />

„Das System läuft bis dato sehr stabil und ist auf bis zu 1,6 Millionen<br />

Mitspieler ausgelegt“, so Hupatz, der für Donnerstag,<br />

den 9. April um 20:15 Uhr, eine Primetime-Sendung ankündigt:<br />

„Da werden wir sicher zwischen 500.000 und 800.000 Mitspieler<br />

erreichen“, rechnet er. Doch nur wenige Tage nach dem<br />

Gespräch mit Hupatz in der Sendung vom 19. Februar war es<br />

dann mal wieder so weit. Allerdings nur ein ganz kleiner Wackler.<br />

Erstmals lag die Zahl der Mitspieler bei 190 000. Es kam zu<br />

einer Verzögerung der Datenauswertung, so dass die Regie<br />

reagieren musste. Pilawa lief mit schelmischem Grinsen sofort<br />

zu großer Form auf. „Jetzt ist es wieder meine Sendung“,<br />

scherzte er über den klitzekleinen „App-Auswertungshänger“,<br />

und da standen die Daten auch schon wieder zur Verfügung.<br />

Für das Gelingen des 45minütigen Liveformats im Vorabend-<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

27


z PRODUKTION / QUIZDUELL<br />

Moderator Jörg Pilawa<br />

programm bedarf es eines reibungslosen Zusammenspiels aus<br />

klassischer Studiotechnik und der Auswertung der App-Daten<br />

von draußen. Für jede Frage hat das Team im Studio sowie das<br />

Team Deutschland maximal 15 Sekunden Zeit. „In der Regel ist<br />

es so, dass wir mit der ersten Frage im Studio erst anfangen,<br />

wenn zwei Fragen draußen schon gespielt sind“, erklärt Hupatz<br />

das Prinzip dieses Duells Studioteam gegen Team Deutschland.<br />

Schließlich dürften die mitspielenden Zuschauer nicht mitbekommen,<br />

wie das Studio Team tippt, bevor sie nicht selbst die<br />

Fragen beantwortet haben.<br />

SO NAH WAREN WIR DEM ZUSCHAUER NOCH NICHT<br />

Interaktive Ansätze von eingeladenen Studiogästen hat es in<br />

diversen Showformaten schon gegeben, weiß Hupatz: „Aber<br />

Quizduell ist die erste Livesendung, die den Second Screen<br />

und damit den Zuschauer live in die Sendung hereinholt“. Die<br />

klassische Studioregie für dieses Format erfolgt über eine<br />

mobile Flightcase-Einheit sowie über einen Ü-Wagen vor dem<br />

Studio A1. Alle Ton- und Bildsignale laufen zunächst im Ü-<br />

Wagen auf und werden dort gesteuert. Auch die EVS-Operatoren<br />

sitzen im Ü-Wagen. Regie und Redaktion befinden sich<br />

indes in Studionähe in einem eigenen Raum und nutzen dort<br />

eine mobile Regie-Einheit inklusive Bildmischer. Neben der<br />

zweigeteilten Live-Regie und der Spieletechnik ist für das<br />

„Quizduell“ noch eine eigene „App-Regie“ erforderlich. „Wir<br />

haben das so getauft, weil wir zwei zusätzliche Teamkräfte einsetzen,<br />

die während der Livesendung das Control Center<br />

bedienen. Sie verfolgen über zwei Laptops die Weboberfläche<br />

des Backend Systems und das komplette Spielegeschehen.“<br />

Parallel schauen auch noch zwei Redakteure der Sendung in<br />

der Regie auf das Spielegeschehen und die einlaufenden Daten<br />

und deren Auswertung. Sie suchen gezielt die aktuellen Trends,<br />

ob gerade die weiblichen oder männlichen „Mitquizzer“ mehr<br />

richtige Antworten abgeben, oder wie sich die Altersgruppen<br />

oder Bundesländer in diesem Ratespiel schlagen. „Das ist<br />

schon eine Menge, was wir über den mitspielenden Zuschauer<br />

erfahren. So nah waren wir dem Zuschauer draußen bisher<br />

noch nicht“, sagt Hupatz. Die Spieleauswertung der App-Mitspieler<br />

muss koordiniert werden. Dies geschieht durch die App-<br />

© ARD<br />

Produzent Björn Hupatz<br />

Regie am Control Center<br />

wie auch in automatisierter<br />

Form über Triggerfunktionen<br />

durch die<br />

Spieletechnik selbst. Die<br />

Spieletechnik sorgt für<br />

die Steuerung des Spieleverlaufs<br />

und ist für die<br />

Ausführung der Spielgrafiken<br />

und Animationen<br />

zuständig. „Hier greifen<br />

gewisse Automatismen,<br />

aber es bleibt noch einiges<br />

zu tun für die beiden<br />

Mitarbeiter am Control Center. Diese neuen Funktionen hat es<br />

so in der Produktion bisher noch nicht gegeben. Wenn die Kollegen<br />

sagen, dass die Daten nicht vorliegen, muss die Fernsehregie<br />

darauf reagieren und gegebenenfalls mit dem Moderator<br />

kommunizieren.“<br />

„Zum Sendekonzept gehört es auch, dass der interaktive Mitspieler<br />

zu Hause ein Gesicht in der Sendung erhält“, bekräftigt<br />

Hupatz. Dafür werden etwa die Fotos von Zuschauern aus dem<br />

Team Deutschland eingeblendet, die diese bei der Registrierung<br />

hochgeladen haben. Außerdem kann Moderator Pilawa<br />

über die Liveschaltungen die mitspielenden Zuschauer in die<br />

Sendung holen. „Es ist uns wichtig, dass die Zuschauer, die<br />

mitspielen, sich auch wiederfinden können.“<br />

Der Moderator bezieht auch die Studiogäste ins Spielgeschehen<br />

ein, die über ausgegebene iPods mitraten. Da der Sitzplan<br />

bekannt ist, kann die Regie genau herausfiltern, wenn auf der<br />

Gästetribüne jemand sitzt, der vielleicht an diesem Abend alle<br />

Fragen richtig beantwortet hat oder gerade in einer konkreten<br />

Frage der einzige ist, der richtig liegt, nachdem das Studio<br />

Team und auch die App-Mitspieler schon die falsche Antwort<br />

gegeben haben. Im Unterschied zu anderen Live-Rateshows<br />

muss für „Quizduell“ immer ein Zeitpuffer von fünf Sekunden<br />

eingebaut sein; den bedarf es, um die Daten auszuwerten und<br />

ins Studio einzuholen. Dadurch verlängert sich der Ablauf. Und<br />

natürlich gibt es diverse Havarieszenarien wie etwa eine<br />

schwankende Internetverbindung, die kleine Verzögerungen<br />

hervorrufen können. Die Kommunikationswege müssen schnell<br />

und reibungslos abgestimmt sein. Im Unterschied zu den großen<br />

Liveshow-Abenden, die ihre Sendezeit mühelos überziehen,<br />

muss „Quizduell“ mit der 45 Minuten Sendezeit auskommen.<br />

„Wenn wir mit der Sendezeit zu lang sind, werden wir einfach<br />

gekappt. Das ist uns gleich in der ersten Sendung passiert.“<br />

Auch am 19. Februar hatten die Kandidaten länger<br />

gespielt als geplant. Die beiden Rate-Kandidaten Anette Folten<br />

(sie gilt als beste deutsche Quizzerin der Quizduell-App) und<br />

einem Zahnarzt an ihrer Seite, der sich immerhin mit seiner App<br />

bis auf Platz 32 im Deutschland-Ranking hoch gespielt hat,<br />

müssen in der folgenden Woche am Montagabend noch mal in<br />

die Sendung kommen,<br />

© ITV Studios / Amanda Berens<br />

❮Bernd Jetschin<br />

28 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


PRODUKTION / VFX z<br />

Virtuelle Eislandschaft von FFB<br />

Nahtlose Integration<br />

DIE MÜNCHENER VISUAL EFFECTS-SCHMIEDE FISH<br />

BLOWING BUBBLES (FFB) HAT FÜR DIE KINDERBUCH-<br />

VERFILMUNG „GESPENSTERJÄGER“ VON CORNELIA FUNKE UNTER ANDEREM EINE IMPOSANTE EISLANDSCHAFT UND EIN<br />

EISGESPENST GESCHAFFEN. DER FILM VON TOBI BAUMANN KOMMT AM 2. APRIL <strong>2015</strong> IN DIE DEUTSCHEN KINOS.<br />

›<br />

Neben den eindrucksvollen VFX-Elementen sorgte FBB bei erstellt, die Formensprache weiter verfeinert und die nötigen<br />

„Gespensterjäger“ auch für Set Extensions, Greenscreen Größenverhältnisse und Maßstäbe realisiert. „Das hatte den<br />

Keys und Wire Removals. Aufgabe war, eine nahtlose Integration<br />

der realen Schauspieler in virtuell ergänzte Hintergründe zu<br />

erreichen. „Die großen Herausforderungen im VFX-Bereich liegen<br />

in den Shots, denen man nicht ansieht, dass sie Effekte<br />

enthalten“, erklärt VFX-Supervisor Curtis Edwards, der auch<br />

schon „Avatar“, „Tron“ und „Die Tribute von Panem“ als VFX-<br />

Supervisor betreut hat und erst kürzlich als Partner bei FBB<br />

eingestiegen ist.<br />

Teil des Workflows war das Tracking, damit Vordergrund- und<br />

Hintergrundbild genau übereinander passen. „Es ist wichtig bei<br />

der Arbeit eine gute Anleitung zu haben, damit sich die VFX-<br />

Artists um ihre Arbeit kümmern können, anstatt darauf, wie<br />

man Probleme in der Postproduktion löst. Nur so wird eine<br />

hohe Qualität erreicht“, so Edwards. Eine entscheidende Rolle<br />

der FFB-Arbeit habe das Compositing gespielt, bei dem<br />

Greenscreen-Keys einen großen Anteil ausgemacht hätten.<br />

Hierbei werden die Schauspieler in den virtueller Hintergrund<br />

eingefügt. „Solche Shots können teilweise sehr komplex und<br />

schwierig sein. Sie erfordern deshalb eine hohe Handwerkskunst<br />

und Know-how, besonders wenn Haare, Motion Blur oder<br />

Elemente mit Tiefenschärfe involviert sind“, sagt Edwards. „Wir<br />

hatten hier volle Freiheiten vom Konzept bis zur finalen Umsetzung<br />

und sind den Produzenten von Lucky Bird Pictures, insbesondere<br />

Matthias Krause und auch Supervisor Urs Franzen, für<br />

dieses Vertrauen sehr dankbar“, betont Artur Kubiczek, Creative<br />

Director und CEO von FBB.<br />

Nach einer ersten Research Phase von verschiedenen Eisformen<br />

und Landschaften für die Eislandschaft, hatte FBB die virtuelle<br />

Eislandschaft mit Tonmasse frei modelliert. Danach wurde<br />

Vorteil, dass so schneller verschiedene Entwürfe gemacht und<br />

freier kreative Entscheidungen getroffen werden konnten“, sagt<br />

Edwards. Am Ende entstand die Eislandschaft in Polygone im<br />

3D-Animations- und Compositingtool Maya von Autodesk. „Das<br />

Auseinanderbrechen der Eislandschaft wurde mit komplexen<br />

Effekt-Ebenen realisiert, einschließlich dynamischen Simulationen,<br />

Partikeleffekte und Flüssigkeitssimulationen. Es ist ein<br />

wichtiger Moment in der Geschichte, in dem Dramatik und<br />

Spannung transportiert werden“, erklärt FFBs VFX-Supervisor.<br />

FFB gilt als sogenanntes Boutique-Studio für Visual Effects für<br />

Kino-, Fernseh- und Werbe-Produktionen. Das Unternehmen<br />

begleitet Projekte und Regisseure von der frühen Entstehungsphase<br />

eines Stoffs, berät und sucht gemeinsam mit den Kunden<br />

nach effizienten Lösungen. Mit ihrem Angebot setzt FBB<br />

nach eigenen Angaben auf eine eng ineinandergreifende<br />

Mischung aus Technik, kreativem Know-how und Storytelling.<br />

Um diesen Austausch so ideal wie möglich zu gestalten, wird<br />

ein großer Wert auf schnelle Technik gelegt. „Mit Hilfe unserer<br />

Inhouse entwickelten Technologien können wir schnell Konzepte<br />

visualisieren und testen“, erklärt Caro Giessler, Producer und<br />

Partner bei FBB. „Das ist vor allem auch für die Regie interessant,<br />

um schnell etwas sehen und beurteilen zu können.“ Aktuell<br />

fokussiert sich das Unternehmen auf schnelle Beleuchtungssysteme<br />

im virtuellen Raum, sowie auf Datenkomprimierung im<br />

3D-Raum, um die Echtzeitdarstellung weiter zu beschleunigen.<br />

Spezialität von FBB bei der Erschaffung virtueller Welten ist ferner<br />

der 3D-Städtebau.<br />

Auf der NAB Show <strong>2015</strong> wird die dabei eingesetzte 3D-Animations-Software<br />

Maya und die neue Variante Maya LT auf dem<br />

die Topologie der Landschaft in einem 3D-Skulptur Programm Autodesk-Stand (SL3317) präsentiert.<br />

❮Thomas Steiger<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

29


z PRODUKTION / PABLO RIO<br />

System ohne Limits<br />

Pablo Rio Suite<br />

OB DAIMLER DIE WELTPREMIERE VOM VITO<br />

PRÄSENTIERT, EINSPIELFILME FÜR DIE NEW FACES<br />

AWARDS PRODUZIERT ODER SPONSORENARTIKEL FÜR<br />

DEN TRIBUTE TO BAMBI VORGESTELLT WERDEN – DIE<br />

BERLINER FILM & POSTPRODUKTIONSFIRMA DIE PATEN<br />

CREATIVE MOVIES GMBH SETZT BEI IHREN NEAR-<br />

LIVE-EVENTS AUF EINEN REIN QUANTEL-BASIERTEN<br />

WORKFLOW. MIT DEM PABLO RIO 2K KANN SOGAR<br />

4K-MATERIAL IN ECHTZEIT BEARBEITET WERDEN.<br />

›„Wir benutzen Pablo Rio nicht nur zum Finishing und zum<br />

Herausgeben von Beiträgen, sondern als All-in-a-Box-<br />

Lösung“, berichtet Kay Lottermoser, Chef des Berliner Produktionshauses<br />

die paten creative movies GmbH, das seit rund 15<br />

Jahren Imagefilme und Werbespots produziert, aber auch das<br />

gesamte On Air-Design für TV-Live-Shows wie „Bambi hilft Kindern“<br />

von Burda vornimmt. „Ich habe bisher kein besseres Tool<br />

in der Hand gehabt, das so komfortabel und schnell wie die<br />

Quantel-Maschine ist.“ Seitdem die Berliner Kreativschmiede<br />

sich Anfang 2014 einen Pablo Rio zugelegt hat, sind daran<br />

diverse Produktionen wie Imagefilme, aber auch Beiträge für<br />

Live-Events produziert worden. Dazu gehört die Weltpremiere<br />

von Daimlers Vito, für die binnen zwei Tagen neun Präsentationsfilme<br />

gedreht und bearbeitet werden mussten, die auf einer<br />

gigantischen Leinwand mit 22 Metern Breite vorgeführt wurden.<br />

Da die Fahrzeuge vor der Weltpremiere nicht öffentlich gezeigt<br />

werden durften, erfolgten die Filmaufnahmen während des Aufbaus<br />

in der Halle im Kraftwerk Berlin. Für jedes Fahrzeug, das<br />

in verschiedenen Ausführungen vorgestellt wurde, musste<br />

jeweils ein Einspielfilm erstellt werden. Dem Regisseur Christoph<br />

Gampl, der minutiös das von der Eventagentur entwickelte<br />

Drehbuch abarbeitete, standen drei Stunden Drehzeit pro Fahrzeug<br />

zur Verfügung. Das Material wurde mit der Sony F5 in dem<br />

Codec HDCAM SR gedreht und per Softmount sofort zur Bearbeitung<br />

im Pablo Rio bereit gestellt.<br />

Sobald ein Fahrzeug wie beispielsweise der Vitu Mixtu in einer<br />

bestimmten Konfiguration gedreht worden war, kamen die Rohdaten<br />

in den Schnitt, für den der Pablo Rio vor Ort aufgebaut<br />

war. Während die Kollegen schon das nächste Fahrzeug filmten,<br />

erfolgten Schnitt, Farbkorrektur und Textanimation. Pro<br />

Fahrzeug wurden drei rund 40-sekündige Filme hergestellt, die<br />

auf der Leinwand als ein Präsentationsfilm vorgeführt wurden.<br />

Die Dreiteilung erfolgte aus konzeptionellen Gründen. „Wir<br />

haben ein Sonderformat angelegt und die Bilder so positioniert,<br />

damit wir immer alle drei Screens parallel zusammen sehen<br />

konnten. „Mit Pablo Rio ist das möglich“, erläutert der paten-<br />

Chef. Die Videospur 1 wurde als linkes Bildfenster, die Videospur<br />

2 als mittleres und die Videospur 3 als rechtes Bildfenster<br />

eingesetzt. In der Timeline wurden alle drei zusammengelegt,<br />

um zu prüfen, dass sich die Schnitte an der richtigen Stelle<br />

30 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


PRODUKTION / PABLO RIO z<br />

befinden. Da sich beim Quantel-System die Timeline in der<br />

gewünschten Auflösung einstellen lässt, konnten die drei Bilder<br />

nebeneinander positioniert und in der maximalen Größe auf<br />

dem Arbeitsmonitor dargestellt werden.<br />

NEAR-LIVE BEI MERCEDES-BENZ VITO WELTPREMIERE<br />

„Alle Filme mussten genau gleichlang sein, auf die Musik getimed<br />

und Timecode-gesteuert im Watch Out abgefahren werden.“<br />

Die fertigen Filme wurden in ProRes für das Watch-out-<br />

System herausgegeben, welches die Beamer und die gesamte<br />

Video-Choreographie steuert, die auf der Leinwand stattfindet.<br />

„Die Bilder kommen nicht alle synchron auf der Leinwand, sondern<br />

in zeitlich versetzter Folge. Es muss alles zeitlich genau<br />

getimed sein. Deshalb haben wir immer ein Demo vorbereitet,<br />

wie es aussehen soll, damit verglichen werden kann, ob die Filme<br />

richtig anliegen.“ Die einzelnen Screens wurden als ProRes<br />

herausgegeben während das Check File, in dem sich alle drei<br />

Filme nebeneinander befinden, in QuickTime H264 ausgespielt<br />

wurde. Das Material für die Fernsehverwertung wurde hingegen<br />

in XD HDCAM SR gewandelt. „Wir mussten dafür sorgen, dass<br />

die Kollegen im Ü-Wagen nativ mit dem Material arbeiten konnten,<br />

ohne es umcodieren zu müssen.“ Das Output-Menü ist so<br />

eingerichtet worden, dass alle Clips in der jeweiligen Konfiguration<br />

vorlagen, wie sie herausgegeben werden sollten. „Ich muss<br />

nur auf den Export-Button drücken und kann sofort wieder in<br />

die Edit-Line zurückkehren, um weiter zu schneiden. Der große<br />

Vorteil von Pablo Rio ist, dass wir im Hintergrund entscheiden<br />

können, in welcher Form wir das Material ausspielen möchten,<br />

ohne darauf warten zu müssen, dass die Renderarbeiten abgeschlossen<br />

sind“, berichtet Lottermoser. Ihm stand bei dieser<br />

Near-Live-Produktion für Schnitt, Farbkorrektur und Textanimation<br />

aller drei Filme maximal ein Zeitfenster von vier Stunden zur<br />

Verfügung. „Früher wären für derartige Produktionen zwei<br />

Maschinen erforderlich gewesen“, erklärt er.<br />

Zudem mussten Statements mit den Management-Vertretern<br />

von Daimler geschnitten und zeitnah für die Journalisten zur<br />

Benutzung auf den Presseserver gestellt werden. „Wir haben<br />

die Statements in Deutsch und Englisch so geschnitten, dass<br />

die O-Töne gleich zu verwenden waren und eine Farbkorrektur<br />

vorgenommen. Die Entscheider waren vor Ort und kamen zur<br />

Abnahme in den Schnitt.“ Die Statements standen schon eine<br />

Stunde nach den Aufnahmen online.<br />

„Eine Firma wie Daimler hat einen sehr hohen Qualitätsanspruch“,<br />

betont der paten-Chef. Dem Produkt darf niemals<br />

anzusehen sein, dass unter sehr großem Zeitdruck gearbeitet<br />

worden ist. „Trotz der knappen Zeit hatten wir die Möglichkeit,<br />

mit den zur Verfügung stehenden Mitteln das Optimale herauszuholen.“<br />

In die Fahrzeugfilme wurden neben Grafiken und Textanimationen<br />

auch kleine Effekte eingefügt. So wurde beispielsweise ein<br />

Taxameter in einen Vito eingebaut, der als Taxi eingesetzt wurde.<br />

Da das Fahrzeug in der Halle nicht viel bewegt werden<br />

konnte, das Taxameter aber groß im Bild erschien, tauschten<br />

Kay Lottermoser<br />

die paten bei der Nachbearbeitung die Zahlen vom Taxameter<br />

aus. „Wir haben auch in einer sehr dunklen Umgebung Design-<br />

Aufnahmen vorgenommen. Um die Design-Linien vom Fahrzeug<br />

hervorzuheben, wurden mit dem Nova Plug-in schöne Lichteffekte<br />

generiert.“ Auch mit Lens Flair wurde gearbeitet, um ein<br />

Gegenlicht in der Optik zu simulieren.<br />

NEW FACES AWARD<br />

Für den New Faces Award 2014, der am Vorabend des Deutschen<br />

Filmpreises Nachwuchsregisseuren und -Schauspielern<br />

des deutschen Kinos verliehen wurde, waren die paten gefordert,<br />

im Vorfeld Material wie Einspieler, Jingles, IDs und Sponsoren-Loops<br />

zu produzieren. Die Filmausschnitte wurden in den<br />

unterschiedlichsten Codecs geliefert“, berichtet Lottermoser.<br />

„Häufig bekamen wir von den Filmverleihern 7/20er-Versionen,<br />

also kleines HD, oder als HD H264 1080. Mitunter wurde sogar<br />

der komplette Kinofilm geschickt. Für den einminütigen Einspielfilm,<br />

der für jeden der drei Nominierten geschnitten wurde,<br />

gab es mitunter bis zu viereinhalb Stunden Rohmaterial, das<br />

gesichtet werden musste. „Es wäre ein zu hoher Zeitaufwand<br />

pro Beitrag gewesen, wenn wir das gesamte Material hätten<br />

einspielen müssen“, erläutert Lottermoser. Mit dem Pablo Rio<br />

ließen sich zum Glück aber fast alle Materialien softmounten.<br />

„Sollte dies nicht der Fall sein, weil es sich um ein spezielles<br />

MPEG-Format handelt, können die anderen Bilder bereits<br />

gesichtet werden, während es eingeladen wird, so dass wir keine<br />

Zeit verlieren“, sagt er.<br />

Bei der Erstellung der Beiträge arbeiten die paten mit allen<br />

Tools, die das Quantel-System bietet, um Grafiken, Schriften<br />

und Bauchbinden zu erstellen. „Auch die Keys, die wir dazu<br />

gebaut haben und Teile des Design-Pakets kommen aus der<br />

Maschine.“ Das 3D-Design wird von einer Firma angeliefert, die<br />

für das Gesamtdesign verantwortlich zeichnet. „Wir brechen<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

31


z PRODUKTION / PABLO RIO<br />

Kay Lottermoser bei der Nachbearbeitung eines Daimler-Imagefilms<br />

möglichst hochwertige<br />

Bilder von den<br />

Produkten der Sponsoren<br />

zu produzieren,<br />

zu denen Firmen<br />

wie Lufthansa, Mercedes<br />

Benz, Chopard<br />

oder Tom Taylor<br />

gehören. Zu den Produkten,<br />

die für den<br />

„Tribute to Bambi“<br />

kreiert werden, zählen<br />

sehr unterschiedliche<br />

Artikel, die von<br />

einer sehr hochwertigen<br />

mit Diamanten<br />

besetzte Kette oder<br />

einem besonderen<br />

Parfüm, über einen<br />

bestimmten Koffer<br />

dieses 3D-Design so herunter, dass im Beitrag Opener, Trenner, bis hin zur Jeans oder Schlafmaske reichen. „Die Schwierigkeit<br />

eine Bauchbinde, Hintergründe und Loops enthalten sind. Alles besteht darin, alle Sponsoren auf das gleiche Level zu heben“,<br />

wird im Pablo Rio produziert. Es ist nicht nötig, dafür auf eine unterstreicht Lottermoser. „Wir möchten das Bildmaterial, das<br />

andere Software zurückzugreifen.“<br />

wird generieren, nicht nur gut aussehen lassen, sondern sie<br />

Dabei achten die paten darauf, dass die Einspielfilme trotz des sollen sich freuen, ihre Produkte auf der Leinwand zu sehen,<br />

unterschiedlichen Ausgangsmaterials stets eine gleich bleibende<br />

Qualität aufweisen. „Wir drehen heute schon einiges in 4k Da die Produkte erst kurz vor der Veranstaltung auf den Markt<br />

damit sie auch im nächsten Jahr für Kinderprojekte spenden.“<br />

und bearbeiten es, aber die Master werden meistens in HD ausgespielt.“<br />

Beim New Faces Award wurde ein Broadcast-fähiges erstellt werden. „Für die Postproduktion stehen uns kaum mehr<br />

kommen, müssen die Präsentationsfilme entsprechend zeitnah<br />

Produkt produziert, das bei diesem Live-Event parallel auch für als zwei Tage zur Verfügung“, sagt der paten-Chef. „Es muss<br />

die Presse abrufbar war. „Die Fernsehstationen und Online- trotzdem hochwertig aussehen.“<br />

Sender konnten sich die Einspieler abgreifen. Es wurden verschiedene<br />

Codierungen angeboten wie H264 für Online und Fischer-Dolly, einem Hydraulik-gesteuerten Dolly, abgefahren.<br />

Beim Dreh im Studio werden sämtliche Produkte mit einem<br />

MFX HDCAM für das Fernsehen. Für die Veranstaltung, die aus „Wir arbeiten mit Makro-Optiken, wenn wir die Uhren oder eine<br />

einem Apple-Server gefahren wurde, haben wir ProRes herausgegeben.“<br />

Beim New Faces Award befand sich eine eigene erzielen.“ Zum Einsatz kommen dabei Zeiss Prime-Linsen sowie<br />

Kette aufnehmen, um einen möglichst hochwertigen Look zu<br />

Live-Regie vor Ort, der die paten genau zulieferten, was sie eine digitale Vollformat-Kamera, um einen Filmlook und eine<br />

benötigen. „Es gab Vorgaben bezüglich des Looks“, erläutert gute Tiefenschärfe zu erhalten. „Wenn wir außerdem in guten<br />

der Postproduktions-Experte. „Das Schöne ist, dass wir innerhalb<br />

dieser Vorgaben am Pablo Rio Versionen erstellen können, unterstützt werden wie die S-Lock 2- und S-Lock 3-Kurven bei<br />

Gamma-Kurven mit Sony aufzeichnen, die nativ von Quantel<br />

mit denen alle sehr zufrieden sind. Wir haben die Möglichkeit, Sony, haben wir es in der Farbkorrektur sehr viel einfacher,<br />

relativ schnell im Designpaket darauf zu reagieren.“ Insgesamt schnell einen guten Look erzeugen zu können. Damit ist insgesamt<br />

schon ein relativ ausgewogenes Bild aufgezeichnet wor-<br />

wurden für den New Faces Award etwa 15 Einspielfilme in einer<br />

Woche produziert. „Wir müssen wesentlich schneller als früher den, das mit dem klassischen One Light aus dem 35mm-Analogfilm<br />

vergleichbar ist“. Bei dieser Ein-Layer-Farbkorrektur ist<br />

agieren, denn die Kunden möchten das Produkt schnell<br />

haben.“ Vor 15 Jahren habe die Postproduktion eines 30- der Look ohne Masken bestimmt worden.<br />

sekündigen Werbespot noch drei Wochen in Anspruch genommen.<br />

Diese Zeiten seien vorbei.<br />

PABLO RIO 2K KANN 4K IN ECHTZEIT BEARBEITEN<br />

Die optimale Umsetzung von Drehformaten und die Vielfalt der<br />

TRIBUTE TO BAMBI<br />

Materialanlieferung sind Punkte, die sich bei den paten durch<br />

Ein weiteres Event das zur Auftragspalette der Berliner Postproduktionsfirma<br />

zählt, ist die TV-Live-Show „Bambi hilft Kin-<br />

bestätigt Lottermoser. „Für größere Formate wird der datenre-<br />

sämtliche Projekte ziehen. „Wir drehen immer in HDCAM SR“,<br />

dern“ von Burda. Dabei besteht die Aufgabe der paten darin, duzierte Sony-Codec XAVC gewählt, der ein ziemlich gutes Bild<br />

32 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


PRODUKTION / PABLO RIO z<br />

liefert. Mit XAVC können wir in den 2k oder den 4k-<br />

Bereich gehen.“ In Quantels Pablo Rio 2k können die<br />

paten sogar 4k-Material einladen und in Echtzeit<br />

bearbeiten. „Wir können das Material zwar nicht in<br />

4k anschauen, da der Pablo Rio nur mit einer 2k-<br />

Videokarte ausgestattet ist, aber das Material wird<br />

ruckelfrei abgespielt, was ein sehr großer Vorteil ist.<br />

„Durch das kleine System sind wir nicht limitiert,<br />

denn Pablo Rio 2k heißt nicht, dass ich kein 4k-<br />

Material bearbeiten kann.“ Der Pablo Rio 2k beinhaltet<br />

nur keine 4k-Ausgabemaschine, die das Material<br />

in 4k auf dem Monitor darstellt. „Das brauchen wir<br />

auch nicht für unsere Arbeit, da wir meistens nur<br />

Material in HD herausgeben“, unterstreicht Lottermoser.<br />

„Wir profitieren aber von den Vorteilen, die 4k<br />

bietet, denn wir können die Bilder anders stabilisieren<br />

und im Framing noch etwas nacharbeiten. Gerade<br />

wenn ich in 4k gedreht habe und als HD-Master<br />

ausgebe, gibt es immer noch deutlich bessere<br />

Schärfen, mit denen ich im Bild arbeiten kann.“ Insofern<br />

sei der Einsatz von 4k beim Dreh sinnvoll, selbst wenn<br />

nicht in 4k gesendet wird. „Wir haben für ein neueres Projekt<br />

eine Blackmagic 4k Production-Kamera erworben, die sich in<br />

Autos einbauen lässt, weil sie sehr klein und kurz ist. Die<br />

Ergebnisse lassen sich hervorragend mit unserem Quantel-System<br />

bearbeiten.“<br />

WELTWEIT ERSTER 8K 60P-WORKFLOW MIT PABLO RIO<br />

Inzwischen ist es möglich, mit Quantels Pablo Rio sogar 8k<br />

60p-Material in Echtzeit zu bearbeiten. Auf der NAB <strong>2015</strong> wird<br />

das am gemeinsamen Quantel/Snell-Stand vorgestellt. Entwickelt<br />

wurde der auf Hochleistungs-Rechnern einsetzbare Pablo<br />

Rio 8k nach den Anforderung des öffentlich-rechtlichen japanischen<br />

Fernsehsenders NHK. Der Ein- und Ausgang des 8k<br />

60p-Materials in Echtzeit erfolgt über 16 3G SDI-Schnittstellen,<br />

welche mit den neuen Multi-Stream- und Multiformat-PCIe-E/A-<br />

Karten Corvid 88 von AJA arbeiten, um die erforderliche Anzahl<br />

von Kanälen bewältigen zu können.<br />

Für die Rechenbeschleunigung ist der Pablo Rio mit der Grafikprozessorkarte<br />

Tesla K80 GPU von NVIDIA ausgestattet. Die<br />

derzeit weltweit schnellste Grafikkarte wird bisher vor allem für<br />

Datenanalysen und wissenschaftliches Computing eingesetzt.<br />

Die optimierte Software unterstützt den Datendurchsatz von<br />

fünf GB/s, der erforderlich ist, um 8k 60p-Material in Echtzeit<br />

aufzunehmen, zu verarbeiten und abzuspielen.<br />

Derweil sind die paten in Berlin mit der Pablo Rio 2k-Lösung<br />

immer noch voll zufrieden. Ein Jahr nach der Installierung des<br />

Pablo Rio fällt die Bilanz sehr positiv aus. Allerdings wünscht<br />

man sich noch viel mehr Audio-Tools zur Bearbeitung.<br />

Als großer Vorteil wird genannt, dass sich mit Quantels All-in-a-<br />

Box-Lösung neben Schnitt und Finishing auch Bauchbinden<br />

und Grafiken leicht erstellen lassen. „Da im Grunde die alte<br />

Paint Box in das System integriert ist, lassen sich solche Arbei-<br />

Christoph Gampl, Koordinator des Imagefilms für Daimler<br />

ten schnell umsetzen“, sagt Lottermoser. Auch die Render-Prozesse<br />

würden reibungslos laufen.<br />

Am besten gefällt den paten die Flexibilität, die Quantel seinen<br />

Kunden beim Ausbau der Systeme lässt. Für den ein Jahr alten<br />

Pablo Rio ist nun eine neue, viel leistungsstärkere Grafikkarte<br />

von NVIDIA erhältlich. „Wir haben die Freiheit, selbst zu entscheiden,<br />

ob wir diese Grafikkarte kaufen möchten. Wir sind<br />

nicht darauf angewiesen, dass Quantel eine neue Hardware<br />

baut, sondern wir können selbst entscheiden ob wir eine Cuda-<br />

K-6000 in unser System einbauen, um unsere Render-<br />

Geschwindigkeit noch weiter zu erhöhen.“ Das gleiche Prinzip<br />

gilt auch für den Festplattenspeicher, denn der eingebaute 16<br />

Stunden HD-Speicher ist ebenfalls bei Bedarf erweiterbar. „Wir<br />

haben ein drittes RAID in den Pablo Rio eingebaut, so dass wir<br />

16 Stunden internen Speicher besitzen sowie weitere acht<br />

Terabyte, um Material, das wir softmounten, direkt in der<br />

Maschine abzulegen“, resümiert Lottermoser. “Damit sind wir<br />

jetzt in der Lage, 60 oder 70 Stunden Rohmaterial am Stück zu<br />

bearbeiten.“<br />

Generell geht nach seinen Angaben der Trend in der Postproduktion<br />

dahin, dass Kunden eine schnellere Erledigung ihrer<br />

Aufträge erwarten, gleichzeitig aber auch hochwertigere Produkte,<br />

die mit der heutigen Technik realisierbar sind. „Die Zeiten,<br />

in denen zunächst das Material gesichtet, eine Shot-Liste<br />

erstellt, das Material geschnitten, Grafiken, Textanimation und<br />

3D-Animationen produziert wurden, bevor die Farbkorrektur,<br />

das Finishing und Mastering erfolgten, sind vorbei.“<br />

Inzwischen würden die Wege so abgekürzt, dass nur unbedingt<br />

nötige zusätzliche Leistungen wie 3D-Animationen mit externen<br />

Systemen erledigt würden. „Der Workflow in der Postproduktion<br />

wird heute ganz klar von All-in-one-Box-Lösungen wie Pablo<br />

Rio dominiert – ob uns das passt oder nicht", betont Lottermoser.<br />

❮Birgit Heidsiek<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

33


z BUSINESS / AUSLANDSSENDER<br />

Deutsche Absenderkennung ist gefragt<br />

WARUM UND MIT WELCHEN ZIELEN UND MASSNAHMEN<br />

SICH DIE DEUTSCHE WELLE IM GLOBALEN WETTBEWERB<br />

DER REGIERUNGSSENDER NEU POSITIONIEREN WILL,<br />

ERLÄUTERTE DW-CHEF PETER LIMBOURG AUF EINLADUNG<br />

DER KONRAD-ADENAUER-STIFTUNG AM 3. FEBRUAR IN<br />

BERLIN. DASS LIMBOURG SEINE PLÄNE UMSETZEN<br />

KANN, DAFÜR SOLL AB 2016 EINE DW-ETAT-AUFSTOCKUNG<br />

VON AKTUELL JÄHRLICH 274 MILLIONEN EURO AUF 286<br />

MILLIONEN EURO SORGEN, WIE JETZT BEKANNT WURDE.<br />

BEREITS FÜR 2014 UND <strong>2015</strong> WAR DER DW-ETAT UM<br />

JEWEILS ZEHN MILLIONEN EURO ERHÖHT WORDEN.<br />

›<br />

Peter Limbourg ist seit dem 1. Oktober 2013 in Nachfolge<br />

von Erik Bettermann als Chef der Deutschen Welle im Amt.<br />

Limbourg, der als allseits anerkannter Politik-Journalist angetreten<br />

war, hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt und in den letzten<br />

Monaten deutlich gemacht, dass er auch viel Elan und Mut<br />

besitzt, um sie umsetzen zu können. Als Diplomatensohn weiß<br />

der langjährige Chefredakteur des deutschen Nachrichtensender<br />

N24 aber auch, dass es manchmal sinnvoll ist, wenn man<br />

zwar mit zwei großen Schritten nach vorne prescht, dann aber<br />

Peter Limbourg<br />

wieder einen Schritt zurückrudert, um das eigentliche Ziel dennoch<br />

zu erreichen. So ließ Limbourg zum Entsetzen der Bundesregierung,<br />

die DW aus dem<br />

Steuersäckle finanziert, verkünden,<br />

dass die Deutsche Welle<br />

zugunsten der „Lingua franca“,<br />

nämlich Englisch als Brückensprache,<br />

auf deutschsprachige<br />

TV-Programme verzichten könne,<br />

zumal die global agierende DW-<br />

Multimediaplattform seit 1998<br />

chronisch unterfinanziert ist, und<br />

deshalb eine Fokussierung der<br />

Aufgabenstellung erforderlich sei.<br />

Ebenso müsse hinterfragt werden,<br />

ob sich die Deutsche Welle<br />

rund 30 verschiedene Sprachen<br />

via Radio, TV und Online leisten<br />

könne. Einen Standpunkt, den<br />

Limbourg in der Berliner Akademie<br />

der Konrad-Adenauer-Stiftung<br />

erläuterte.<br />

Vorweg: Dass die Bundesregierung<br />

die Deutsche Welle in vergangenen<br />

Jahren finanziell nur am Hungertuch leben ließ, hing<br />

schlicht damit zusammen, dass ihre Existenzberechtigung<br />

bezweifelt wurde. Wozu ein von der Regierung finanzierter<br />

deutscher Auslandssender? Sind ARD/ZDF nicht stark genug<br />

und auch noch im Internet präsent? Reicht es nicht aus, wenn<br />

BBC und andere lang etablierte Sender westliche Demokratiewerte<br />

in die weite Welt tragen? Seitdem aber Sender wie Al<br />

Jazeera, Russia Today (RT) und China Central Television (CCTV)<br />

mit viel finanzieller Power und teils unverhohlenem Propagandainteresse<br />

auf der Weltbühne aktiv geworden sind, hat sich<br />

die Situation geändert.<br />

Hatte Bettermann noch die eher lau an PR orientierte DW-Parole<br />

ausgegeben, man müsse sich dem „Kampf um die Weltöffentlichkeit“<br />

stellen, sieht Limbourg nun kämpferisch die pragmatische<br />

Notwendigkeit, dass Deutschland den globalen<br />

„Wettbewerb um Werte“ nicht „unbeteiligt von der Couch aus<br />

verfolgen“ dürfe, sondern seine „Stimme erheben“ müsse. Die<br />

Marktlücke für die Deutsche Welle ergebe sich dadurch, dass<br />

es derzeit nur zwei Sichtweisen im globalen Wettbewerb um<br />

Werte gebe: Die eine sei staatlich gelenkt, wie etwa von Russia<br />

TV – insbesondere im Ukraine-Konflikt – der man Paroli geben<br />

müsse. Die andere stamme aus dem angloamerikanischen<br />

Raum. Man könne die Interpretation der deutschen Politik und<br />

ihrer Inhalte aber „nicht den Briten oder anderen“ überlassen,<br />

betont Limbourg. Zumal Deutschland eine „Orientierungsmacht“<br />

sei, lobt er die hiesige Regierung. Und die Welt wolle<br />

wissen, welche Positionen deutsche Politiker zu den vielen Problemen<br />

wie etwa Krieg und Frieden, Euro oder Griechenland<br />

34 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


BUSINESS / AUSLANDSSENDER z<br />

einnehmen würden. „Deutsche Absenderkennung ist stark<br />

nachgefragt“, betont Limbourg. Den Wettbewerb um Werte<br />

könne man aber nur mit einem englischsprachigen Angebot<br />

aufnehmen. Deshalb wird die Deutsche Welle am 22. Juni das<br />

neue DWnews-Angebot über Satellit starten, ein Programm<br />

rund um die Uhr mit Reportagen, Magazinen und Nachrichten.<br />

Verbunden damit ist eine Erweiterung der Nachrichtenflächen<br />

mit Informationen aus Politik, Kultur und Soziales. Es werde<br />

„unterschiedliche Nachrichtenflächen in Asien und Afrika“<br />

geben, die „gezielt auf Interessen und Sehgewohnheiten der<br />

Menschen in unterschiedlichen Regionen“ eingehen sollen. Weil<br />

DW mit dem englischsprachigen News-Programm wieder auf<br />

Astra aufsatteln werde, wird es in ganz Europa und auch in<br />

Deutschland „sichtbar und wahrnehmbar“, freut sich Limbourg:<br />

Das findet er gut: „Der deutsche Steuerzahler soll sehen können,<br />

was wir da tun“.<br />

Und was ist mit dem deutschsprachigen Angebot? Es habe nie<br />

zur Debatte gestanden, so Limbourg, dass DW im Internet weiterhin<br />

ein deutschsprachiges Programm anbieten werde.<br />

Obwohl, so fügt er hinzu, das deutsche Programm durch andere<br />

„mobile Heimatangebote“ an Wichtigkeit verloren habe.<br />

Nachdem die Bundestagsdebatte deutlich gemacht habe, dass<br />

bei Politikern der „starke Wille“ bestehe, weiter auch in deutscher<br />

Sprache zu senden, „nehmen wir das zur Kenntnis und<br />

setzen es um“, betonte Limbourg. Allerdings müsse vorab<br />

darüber diskutiert werden, wen man denn als Zielgruppe im<br />

Ausland mit deutschem TV-Programm versorgen wolle oder<br />

könne. Limbourg weiß: Die Zahl derjenigen, die außerhalb<br />

Europas deutsch sprechen, ist mit ungefähr fünf Millionen Menschen<br />

sehr gering, zumal von denen nur ein Bruchteil Interesse<br />

am spezifischen DW-Programm haben, das sie ohnehin im<br />

Internet auffinden könnten. Und es wäre wohl, so kann man<br />

ergänzen, ein sehr kostspieliges, jenseits des DW-Auftrags liegendes<br />

Vergnügen, würde man primär deutsche Urlauber im<br />

Ausland avisieren, die via Smartphone oder Tablet und Wifi<br />

ohnehin jederzeit einen Zugriff auf deutsche Medien haben.<br />

Die Deutsche Welle ist bekanntlich nicht nur Fernsehen, sondern<br />

trimedial aufgestellt. Dazu analysiert Limbourg: „Fernsehen<br />

ist immer noch weltweit das meistgenutzte Medium – die<br />

Nutzungsdauer bleibt relativ konstant“. Das Internet sei wichtig,<br />

vor allem auch als Wachstumsmarkt. Allerdings könne es nicht<br />

überall in der Qualität genutzt werden, wie es beispielsweise in<br />

Berlin-Mitte möglich sei. Radio, so Limbourg, sei noch sehr<br />

stark im südlichen Afrika vertreten, wo die Deutsche Welle ihr<br />

www.asperasoft.com<br />

moving the world’s data at maximum speed


z BUSINESS / AUSLANDSSENDER<br />

Programm auch in Sprachen wie Kisuaheli verbreite. Aus der<br />

Situationsanalyse hat Limbourg die Folgerung gezogen, dass<br />

sich die Deutsche Welle darauf konzentrieren müsse, in der<br />

mobilen Nutzung des Internets mithalten zu können. Um das<br />

umsetzen zu können hat DW eine runderneuerte App entwickelt,<br />

„die in 30 Sprachen für Mobilgeräte auf unterschiedlichen<br />

Geräten einsetzbar ist“. Die App habe viele Features, erklärt<br />

Limbourg, die „auf unterschiedliche Bandbreiten in den einzelnen<br />

Ländern eingehen kann“. Weil es nicht in allen Regionen<br />

der Welt möglich ist, sich jedwede Videos runter zu laden, sei<br />

die App so konzipiert, dass sie sich automatisch auf die jeweiligen<br />

Verhältnisse einstellen kann.<br />

Mit allen ihren Angeboten erreicht die Deutsche Welle derzeit<br />

knapp über 100 Millionen Nutzer wöchentlich. „Tendenz steigend“,<br />

behauptet Limbourg. Die Entscheidung für das englischsprachige<br />

Fernsehprogramm ist offensichtlich auch davon<br />

abgeleitet worden, dass DW bereits bisher mit 30 Millionen TV-<br />

Sehern die meisten Kontakte mittels der englischen Sprache<br />

finden konnte. Hauptzielregionen der Deutschen Welle sind<br />

Afrika, Asien, die Länder der östlichen Partnerschaften und<br />

auch der südamerikanische Raum, erklärt Limbourg.<br />

Und wo steht die Deutsche Welle im Ranking unter den 26 global<br />

aktiven Regierungs-Sendern heute? Noch befinde man sich<br />

unter den Top 5, wozu BBC Worldwide, France 24, Russia<br />

Today (RT) und China Central Television (CCTV) gehören, antwortet<br />

Limbourg: „Wir wollen aber unter die Top 3 aufsteigen“.<br />

Und welchen Werten fühlt sich DW im Wettbewerb mit den<br />

Konkurrenten verpflichtet? Natürlich: „Demokratie, Rechtstaatlichkeit,<br />

Toleranz, sozialen Ausgleich, den Werten unserer Verfassung“,<br />

weiß Limbourg wie aus der Pistole geschossen und<br />

erläutert dazu, was es journalistisch bedeutet. Man strebe an,<br />

verschiedene Meinungen zu einem Thema zu transportieren –<br />

und nicht nur die Meinung der Regierung, wie es andere Regierungssender<br />

machten. „Wir haben einen pluralistischen Ansatz.<br />

Barthel Schölgens, Peter Limbourg, Dr. Susanne Spahn (v.l.n.r.)<br />

Wir werden vom Staat<br />

finanziert, sind aber unabhängig<br />

und haben einen<br />

Rundfunkrat“, beteuert er.<br />

Deshalb könne die Deutsche<br />

Welle in ihren Zielgebieten<br />

auch die dortigen<br />

Oppositionellen zu Wort<br />

kommen lassen.<br />

So selbstbewusst Limbourg<br />

seine Ziele benennt<br />

und begründet, so wenig<br />

begeistert waren viele seiner<br />

Mitarbeiter von seinen<br />

Umstrukturierungsplänen,<br />

gegen die auch der Deutsche<br />

Journalistenverband<br />

stark protestierte, weil es<br />

wieder einmal auch um die<br />

Rationalisierung von journalistischen Arbeitsplätzen und Kürzung<br />

von Honoraren geht. Doch am 22. Februar, einen Tag<br />

bevor rund 150 der knapp 3.000 festen und freien DW-Mitarbeiter<br />

in Bonn gegen die Pläne protestierten, gab DW selber<br />

überraschend eine Meldung heraus, wonach die Bunderegierung<br />

– vorausgesetzt, es wird vom Bundesparlament bewilligt –<br />

ab 2016 jährlich zwölf Millionen Euro zusätzlich für in der Vergangenheit<br />

gestiegene Personalkosten zuweisen will. Offensichtlich<br />

hat sich Limbourg auch dafür eingesetzt. So wie Limbourg<br />

auch flink bereits am 25. Januar dieses Jahres in Kiew<br />

ein Korrespondentenbüro für die Deutsche Welle eröffnet hat,<br />

um über die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Region<br />

möglichst objektiv berichten zu können. Gleichzeitig wird dort<br />

die DW Akademie aktiv, um die Transformation des ukrainischen<br />

Staatssenders NTKU in eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt<br />

zu begleiten.<br />

Derweil hat die freie Journalistin und Osteuropaexpertin Dr.<br />

Susanne Spahn im Rahmen der Veranstaltung der Konrad-<br />

Adenauer-Stiftung referiert, wie stark die russische Regierung<br />

etwa Russia Today, Sputnic International oder das St. Petersburger<br />

Institut zur Analyse des Internets einsetzt, um die westliche<br />

Pressefreiheit als Lügengebäude zu diskreditieren, was<br />

auch mit inszeniertem Shit Storm via Social Media in deutschen<br />

Diskussionsforen geschieht. Dass sich die im Ausland tätigen<br />

russischen Medien als Propaganda-Waffe für das Verteidigungsministerium<br />

des Kremels verstehen, werde dabei gar<br />

nicht einmal verheimlicht. Und im Moment, so Spahn, sei die<br />

inländische russische Propaganda darauf ausgerichtet, so auf<br />

die russische Bevölkerung einzuwirken, dass sie „den Konsum<br />

von Ausland-Sendern schon als Vaterlandsverrat sehen“. Der<br />

privatwirtschaftlich finanzierte US-Nachrichtensender CNN hat<br />

bereits Ende letzten Jahres die Ausstrahlung seiner Kabelprogramme<br />

in Russland eingestellt.<br />

© KAS/Juliane Liebers<br />

❮Erika Butzek<br />

36 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


BUSINESS / DOPPIOTV z<br />

Verknüpfung von Inhalten und E-Commerce<br />

DOPPIOTV IST EIN NEUES KONZEPT VON FERNSEHEN.<br />

DER VERBREITUNGSWEG DES ONLINE-TV-CHANNELS<br />

IST NONLINEAR UND MULTIPLATTFORM, DIE<br />

QUALITÄT DER INHALTE RICHTET SICH NACH DEN<br />

STANDARDS GROSSER SENDER. THEMEN SIND DIE<br />

GROSSEN UND KLEINEN ALLTAGSFLUCHTEN, DAS<br />

SCHÖNE UND DER INDIVIDUELLE LUXUS. DER SENDER<br />

GING IM JANUAR 2014 AN DEN START UND HAT<br />

SEINEN SITZ IM STUDIO BERLIN IN BERLIN-<br />

ADLERSHOF AUF 280 QM, WO ER SUKZESSIVE<br />

WACHSEN WILL. EIN GESPRÄCH MIT DOPPIOTV-<br />

GESCHÄFTSFÜHRER OLAF ZACHERT.<br />

›<br />

doppio war einst eine monothematische Zeitschrift,<br />

die großen, deutschen Qualitäts-Zeitungen beilag.<br />

Was ist daraus geworden?<br />

In der Tat, doppio erschien als Beileger mit einer Auflage<br />

von knapp 2,5 Millionen Exemplaren in 28 deutschen<br />

Tageszeitungen. Die Printbranche ist jedoch starken<br />

Veränderungen unterworfen. Für uns bedeutete dies, in<br />

kürzeren Abständen zu erscheinen als alle zwei Monate,<br />

um für Anzeigenkunden attraktiver zu werden oder<br />

sich neu auszurichten. 2014 haben wir uns für letzteres<br />

entschieden: doppio wurde in ein e-paper umgewandelt,<br />

das wir im Januar zudem einem Relaunch unterzogen<br />

haben, indem wir es visuell mit doppioTV verknüpft<br />

haben, um die Artikel dadurch zu ergänzen.<br />

Gleichzeitig haben wir eine enge Themenabsprache<br />

beider Redaktionen eingeführt.<br />

Olaf Zachert<br />

Warum haben Sie mit doppioTV einen Sender gegründet,<br />

was steckt dahinter?<br />

Fernsehen wird es in seiner heutigen, linearen Art in fünf<br />

bis zehn Jahren aus meiner Sicht nicht mehr geben.<br />

Daher haben wir doppioTV gleich so aufgestellt, dass es<br />

über die Multithek des terrestrischen Fernsehens, die<br />

Webseite und über eine eigene App als Video on Demand<br />

abrufbar ist. Ab Frühjahr <strong>2015</strong> wird doppioTV auch über<br />

Astra verbreitet und wir streben neue Verbreitungswege<br />

wie Apple TV oder Amazon Fire TV an. Wir widmen uns<br />

bei doppioTV wie im Heft den Themen Luxus, Reise,<br />

Genuss. Nur können wir das emotionaler machen, da die<br />

Bilder und ihre Inszenierungen ein ganz anderes, intensiveres<br />

Gefühl vermitteln. Das macht es auch für Werbekunden<br />

interessanter. Es wird perspektivisch so sein,<br />

dass die gezeigten Gegenstände im Hintergrund weiter<br />

verknüpft werden, so dass man per Mausklick oder antippen<br />

zu weiteren Informationen gelangt. Das haben nicht<br />

wir, sondern der Markt erfunden. Wir fangen nur sehr früh<br />

an dies umzusetzen, weil wir glauben, dass diese Art der<br />

Verknüpfung von Inhalten und E-Commerce in drei bis fünf<br />

Jahren Standard sein wird.<br />

Warum kein klassisches Fernsehen?<br />

Seit etwa fünf Jahren ist der Fernsehmarkt durch das<br />

schnelle Internet und die multimedialen Inhalte, die darüber<br />

transportiert werden, einem enormen Druck ausgesetzt.<br />

In diesen fünf Jahren haben sich die Zahlen für<br />

webbasierte Bewegtbildinhalte mehr als verdoppelt.<br />

Wir bieten einige Beiträge bereits außer in Deutsch auch<br />

in Englisch und Russisch an, denn die schönen Dinge im<br />

Leben interessieren ja nicht nur uns Deutsche, sondern<br />

auch die Menschen in anderen Ländern.<br />

Wir verschmelzen online, Print und Bewegtbild und<br />

ermöglichen es dem Nutzer, die Inhalte auch offline zu<br />

sehen, weil er sie sich herunterladen kann. Unser Angebot<br />

ist ausdrücklich nicht statisch, nicht linear. Ich glaube,<br />

dass der Markt das gerne annimmt, weil diese Art von<br />

Angebot einerseits neu ist und wir andererseits keine<br />

Zweit- oder Drittverwertungen anbieten, sondern gut<br />

gemachte Erstausstrahlungen – ein für Werbekunden<br />

hochattraktives Umfeld.<br />

Was produzieren Sie selber und was kaufen Sie an?<br />

Wir produzieren ausschließlich selbst und kaufen keine<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

37


z BUSINESS / DOPPIOTV<br />

doppioTV beim St.Moritz-Dreh<br />

„Zwei Tage in Stockholm“ mit Moderatorin Verena Wriedt<br />

Beiträge an. Wir haben eine klare Trennung zwischen<br />

redaktionellem und Werbeteil, was auch heißt, dass wir<br />

keine Schleichwerbung machen. Dadurch sind wir attraktiver<br />

und können eine hochwertigere Zielgruppe binden.<br />

Wir haben erfahrene Fernsehleute, weil wir eine hohe<br />

Qualität unserer Beiträge wollen, die man auch aus dem<br />

Fernsehen gewohnt ist – in diesem Sinne machen wir<br />

Fernsehen. Nur der Verbreitungsweg ist ein anderer.<br />

Wir haben den redaktionellen Anspruch eines Senders,<br />

bieten hochqualitative Themen, die entsprechend<br />

produziert werden.<br />

Wie sieht die Programmauswahl aus?<br />

Wir drehen im Wochenrhythmus. Im Angebot sind aktuelle<br />

Themen, für die wir vor Ort sind. Um auch von Events live<br />

berichten zu können, haben wir bei der Landesmedienanstalt<br />

Berlin-Brandenburg eine Volllizenz als Fernsehsender<br />

beantragt und sind auch über Astra zu sehen. Wir bieten<br />

eine bunte Mischung aus tagesaktuellen, wöchentlichen<br />

und Live-Berichten an. Hinzu kommen lange Formate wie<br />

„Klausmann und Henn“, die im Monatsrhythmus entstehen.<br />

Die zeitlosen Beiträge sind länger im Angebot, die<br />

tages- und wochenaktuellen tauschen wir entsprechend<br />

rasch aus.<br />

Wie viele neue Beiträge gibt es pro Woche?<br />

Wir haben 30 Leute. Mit ihnen können wir ein bis zwei<br />

Beiträge zwischen zweieinhalb und fünf Minuten produzieren.<br />

Bei Reportagen schaffen wir drei bis vier 30-minütige<br />

Formate pro Monat. Das sind Sonderformate wie „Klausmann<br />

und Henn“ sowie ein Wochenthema. Damit kommen<br />

wir pro Monat auf etwa 25 bis 30 Beiträge. Das ist alles<br />

selbst produziert und für den Anfang keine schlechte<br />

Leistung. Normalerweise lizenziert man Inhalte, was die<br />

Weitervermarktung beschränkt. Wir können das, weil wir<br />

ja alle Rechte halten.<br />

Wer ist die Zielgruppe – nur Menschen mit Geld?<br />

Das kommt darauf an, wie man Luxus für sich definiert.<br />

Für die einen ist es Monza und Ferrari, für andere<br />

aber – um das Beispiel unseres Starkochs Jörg Klausmann<br />

zu nehmen – ist es der Genuss beim Essen, den<br />

man sich mit eigenen Kräutern aus dem Garten, dem<br />

Käse von einem Hof aus der Gegend und einem schönen<br />

Glas Wein bei sich zu Hause schafft. Luxus muss nicht<br />

immer teuer sein. Was wir wollen, ist ein Gegengewicht<br />

schaffen zum täglichen Journalismus – der über die weniger<br />

schönen Dinge auf der Welt informiert – und uns den<br />

schönen Dingen, den Alltagsfluchten widmen. Als<br />

Zuschauer wollen wir eine klar identifizierbare Zielgruppe<br />

mit geringen Streuverlusten, die zu den Produkten passt,<br />

die bei uns beworben werden sollen.<br />

Ihr Claim lautet „Das Lebensgefühl einer Zeit“. Was steht<br />

dahinter?<br />

Es gibt in der Welt so viele Katastrophen… Ich glaube,<br />

dass die Menschen Lust darauf haben, sich schöne<br />

Sachen anzusehen. Und wenn wir ein Weingut auf<br />

Sardinien vorstellen, auf dem man sich per Klick Wein für<br />

zehn Euro die Flasche bestellen kann, dann ist das ein<br />

erschwinglicher Luxus für normale Menschen, denn diesen<br />

Wein gibt es nur dort. Luxus ist auch, an andere<br />

Sachen heran zu kommen als an die, die in den Supermärkten<br />

im Regal stehen. Wir fokussieren uns auf<br />

Geschichten, die neu sind, die man so noch nicht gesehen<br />

hat. Das ist eine große, tägliche Herausforderung. Wir<br />

38 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


BUSINESS / DOPPIOTV z<br />

Mallorca Spezial bei doppioTV<br />

Reisethema „Klausmann und Henn unterwegs im Piemont"<br />

finden und kreieren neue Themen und versuchen damit,<br />

unsere Zuschauer zu begeistern. Das ist aus meiner Sicht<br />

neu, schön und begeisterungsfähig.<br />

Welche Formen von Werbung, die über klassische Spots<br />

hinausgehen, wären möglich?<br />

Da bieten die Social-Media-Kanäle und die Rückkanäle<br />

der Verbreitungsarten Chancen. Wir haben im vergangenen<br />

Jahr mit einer großen renommierten Hotelkette eine<br />

gemeinsame Produktion gemacht, die wiederum auf deren<br />

Kanälen verwendet wird, was für einen Werbekunden auch<br />

messbar ist. Die Kette weiß, wer den Spot gesehen hat,<br />

wer auf die Webseite zugreift.<br />

Planen Sie eine Marketingkampagne für doppioTV, um<br />

den Sender bekannt zu machen?<br />

Seit Mitte Februar wird doppioTV von Publicitas vermarktet,<br />

ab September exklusiv. Publicitas ist ein sehr erfahrener<br />

Vermarktungspartner – da wird sich eine Menge tun.<br />

Wie ist der Stand der Dinge?<br />

Die Zugriffzahlen von doppioTV beliefen sich im ersten<br />

Monat dieses Jahres auf über 700.000 und konnten damit<br />

im Vergleich zum Vormonat mehr als verfünffacht werden.<br />

Das ist für uns natürlich ein klares Zeichen für das richtige<br />

Angebot und die spannende Programmauswahl des<br />

Senders. Wir sind jetzt auf dem TV-Gerät über den<br />

Satelliten Astra und via DVB-T über eine App in der Multithek<br />

sowie über die Website www.doppio-tv.de erreichbar.<br />

Und, wie bereits erwähnt, sind wir dabei, unser multilinguales<br />

Angebot weiter auszubauen.<br />

Würden Sie Ihre Inhalte auch an andere Sender lizenzieren?<br />

Das ist eine grundlegende Überlegung, denn wir sind ja<br />

ein kleiner Spartensender. Die logische Konsequenz ist es<br />

daher, tatsächlich eine Kooperation mit einem Sender<br />

einzugehen, der zu uns passt. Für den würden wir dann im<br />

Auftrag Formate erstellen. Da führen wir auch schon<br />

Gespräche. Allerdings müssen wir vorsichtig sein, weil wir<br />

uns nicht unseren Content zerschießen dürfen. Mit Jörg<br />

Klausmann haben wir ein besonderes Format, das Reise<br />

und Essen verbindet. Er lebt dieses Format, so wie alle<br />

unsere Mitarbeiter unsere Form von Fernsehen leben.<br />

Das ist was Besonderes, das wir ausbauen wollen.<br />

Mit welchem Dienstleister arbeiten Sie bei der technischen<br />

Verbreitung zusammen?<br />

Das macht Media Broadcast für uns, an die wir die komplette<br />

Technik outgesourced haben. Wir sind sehr zufrieden.<br />

Wir finanzieren Sie sich?<br />

Wir sind Eigenkapital finanziert und mussten mit doppioTV<br />

keine Hauruck-Aktion im Markt durchführen, um in ein<br />

paar Monaten profitabel zu sein. Das wäre natürlich sehr<br />

schön, aber wir stehen nicht unter dem Druck, es sein zu<br />

müssen. Durch den Gesellschafter sind wir finanziell entsprechend<br />

ausgestattet, so dass wir einen langen Atem<br />

haben. In diesem Jahr investieren die Gesellschafter zwei<br />

Millionen Euro alleine in das Programm.<br />

Wer sind die Gesellschafter?<br />

Es ist eine luxemburgische Private-Equity-Gesellschaft –<br />

der Verlag Publishers Partners – die von mehreren Investoren<br />

getragen wird und sowohl das doppio Magazin als<br />

auch doppioTV finanzieren.<br />

❮Thomas Steiger<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

39


z BUSINESS / URHEBERRECHT<br />

Das Territorialitätsprinzip muss bleiben<br />

›<br />

Ohne das Territorialitätsprinzip hätte kaum einer der Berlinale-Wettbewerbsfilme<br />

entstehen können. Fast alle Bären-<br />

Anwärter wurden als europäische Koproduktionen realisiert. Zu<br />

ihnen gehört beispielsweise der iranische Film „Taxi“ von Jafar<br />

Panahi, den der Filmemacher heimlich mit einer kleinen Kamera<br />

gedreht hat. Der iranische Regisseur, dem in seiner Heimat<br />

Berufsverbot erteilt worden ist, konnte seinen neuen Film aus<br />

dem Land schmuggeln. Bei der Berlinale wurde dieses Roadmovie,<br />

in dem er mit dem Taxi durch Teheran fährt, mit dem<br />

Goldenen Bären ausgezeichnet. „Ich werde Jafar Panahi solange<br />

einladen, bis er nach Berlin kommen darf“, erklärte der Festival-Direktor<br />

Dieter Kosslick, der den iranischen Regisseur<br />

bereits 2011 in die Wettbewerbsjury berufen hatte, um dessen<br />

Freiheitskampf zu unterstützen. Sein Stuhl blieb zwar leer, doch<br />

es wurde weltweit über diesen Fall berichtet. Die Freiheit der<br />

Kunst war auch das Thema in der Eröffnungsrede, von der<br />

Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM), Monika Grütters,<br />

die betonte, dass „Taxi” ein passender Film zum Auftakt des<br />

offiziellen Programms sei. „Die Anschläge von Paris erinnern<br />

© Berlinale Andreas Teich / Shamrock / Norbert Kersten<br />

BEI DEN 65. INTERNATIONALEN<br />

FILMFESTSPIELEN IN BERLIN WURDE<br />

WIEDER DIE KULTURELLE VIELFALT<br />

IN EUROPA DEUTLICH. DOCH GENAU<br />

DIE IST IN GEFAHR, WENN ES DER<br />

EU-KOMMISSION GELINGT, DAS<br />

BESTEHENDE URHEBERRECHT AUF-<br />

ZUWEICHEN UND DIE TERRITORIA-<br />

LEN GRENZEN ZUGUNSTEN DES<br />

DIGITALEN BINNENMARKTES AUFZU-<br />

HEBEN. DAS WAR AUCH THEMA DER<br />

DEUTSCHEN CONTENT ALLIANZ<br />

BEIM DIALOG „KREATIVITÄT UND<br />

URHEBERRECHT IN DER DIGITALEN<br />

WELT“ ENDE FEBRUAR IN BERLIN.<br />

uns daran, dass die Freiheit auch dort<br />

leidenschaftliche Verteidiger braucht,<br />

wo wir uns ihrer sicher glaubten“, unterstrich<br />

sie.<br />

Leidenschaftliche Verteidiger braucht<br />

ebenfalls die europäische Filmbranche,<br />

deren Zukunft massiv durch die Pläne<br />

der EU-Kommission gefährdet ist, im<br />

Zuge der anvisierten Urheberrechtsreform die territorialen<br />

Grenzen aufzuheben. Der EU-Kommissionspräsident Jean-<br />

Claude Juncker hat bei seinem Amtsantritt im Herbst 2014<br />

explizit in einem Schreiben an den neuen Digital-Kommissar<br />

Günther Oettinger formuliert, dass die nationalen Begrenzungen<br />

bei den Telekommunikationsregelungen, dem Urheberrecht<br />

und Datenschutz zugunsten des digitalen Binnenmarktes aufgehoben<br />

werden sollen. Während der Berlinale hat sich Oettinger<br />

zum ersten Mal mit Vertretern der europäischen Filmwirtschaft<br />

getroffen, die einen Großteil ihrer Gewinne durch segmentierte<br />

Märkte generiert. Wenn im Zuge der EU-Binnenmarktpolitik<br />

die Ländergrenzen fallen, können nur noch große<br />

Unternehmen überleben, was jedoch im Widerspruch zu den<br />

EU-Grundsätzen steht vor, allem die kleineren und mittleren<br />

Unternehmen (KMUs) zu unterstützen.<br />

„Ausgangspunkt ist nicht die Politik, sondern eine digitale<br />

Revolution“, betonte Oettinger im Interview mit <strong>MEDIEN</strong> BUL-<br />

LETIN. „Es gibt nicht mehr den deutschen Markt, den französischen<br />

Markt und den polnischen Markt; es gibt einen globalen<br />

Kulturstaatsministerin Monika Grütters<br />

40 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


BUSINESS / URHEBERRECHT z<br />

Markt.“ Die junge Generation schaue sich die Tagesschau nicht<br />

mehr um 20 Uhr an, sondern stelle sich ihr eigenes Menü<br />

zusammen, um sich zu informieren oder beziehen über Netflix<br />

ganz andere Inhalte. „Wir müssen auf die digitale Revolution,<br />

die den Nutzer und Marktteilnehmer von heute und morgen<br />

betrifft, reagieren. Es geht uns darum, die Wertschöpfung in<br />

Europa zu erhalten. Dazu gehören auch die KMUs. Wir werden<br />

den Binnenmarkt nicht mit der Brechstange einführen. Deshalb<br />

sind wir im Gespräch mit den Verbänden der Filmwirtschaft, um<br />

wirklich die Wertschöpfung Europas hochzuhalten“, erklärte er.<br />

„Entscheidend ist, dass nicht die Politik Veränderungen<br />

anstrebt, sondern dass wir aufgrund der technischen Veränderungen<br />

Handlungsbedarf sehen. Wir sollten die technische Entwicklung<br />

akzeptieren, die kommen wird.“ Derzeit gibt es zum<br />

beschäftigen ebenfalls die Vertreter aus Hollywood. „In der<br />

europäischen Kreativbranche arbeiten derzeit sieben Millionen<br />

Menschen, die jedes Jahr 509 Milliarden Euro des Bruttoinlandproduktes<br />

generieren“, rechnete Stan McCoy vor, der als Vorsitzender<br />

der Motion Picture Association (MPA) für Europa, den<br />

Nahen Osten und Afrika in Brüssel die Interessen der großen<br />

Hollywoodstudios vertritt. „Wir halten es für ein sehr großes<br />

Risiko, ein System zu destabilisieren, von dem diese Menschen<br />

abhängig sind. Es gibt keinerlei konkrete Belege dafür, dass<br />

durch die geplante Urheberrechtsreform die Anzahl der Arbeitsplätze<br />

oder das wirtschaftliche Wachstum gesteigert werden<br />

kann.“ Die EU-Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, die Flexibilität<br />

der Urheber einzuschränken, die bisher Lizenzen für einzelne<br />

Territorien und nicht nur für den großen pan-europäischen<br />

Urheberrechtsgesetz Round Tables mit<br />

verschiedenen Akteuren der gesamten<br />

Wertschöpfungskette, die vom Urheber<br />

über den Verleger, die Provider und die<br />

Verwertungsgesellschaften bis hin zum<br />

Nutzer reichen. „Wir werden im Sommer<br />

oder Herbst einen Gesetzgebungsvorschlag<br />

vorlegen“, erläuterte Oettinger<br />

den Zeitplan, „den wir nochmals zur<br />

Diskussion in die Öffentlichkeit geben,<br />

um danach in Rat und Parlament über<br />

eine förmliche Gesetzgebung zu debattieren.“<br />

Zu den zentralen Forderungen der Filmwirtschaft<br />

gehört es auch, die großen<br />

Telekommunikationsunternehmen zu<br />

Abgaben heranzuziehen, da sie mit den<br />

Produkten der Kreativwirtschaft im<br />

Internet Gewinne generieren. Nach Aussage<br />

des EU-Digitalkommissars ist<br />

Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit Festival-Direktor Dieter Kosslick<br />

jedoch nicht zu erwarten, das die EU Anstrengungen unternimmt,<br />

die Telekommunikationsunternehmen für entsprechende<br />

Abgaben an Filmförderungen heranzuziehen. „Die verdienen<br />

doch auch nichts. Die Telekom-Aktie dümpelt vor sich hin.<br />

Insofern gibt es keinen, der sich dumm und dämlich verdient“,<br />

meinte Oettinger. „Wir müssen eine faire Balance finden und<br />

erreichen, dass jeder in der Wertschöpfungskette bestehen<br />

kann. Wir brauchen die Telekoms. Sie sind reguliert, denn die<br />

Preise werden durch die Bundesnetzagentur festgelegt, die<br />

darauf achtet, dass es Gewinne, aber nicht zu große Gewinne<br />

gibt. Wir erwarten von ihnen aus diesen Gewinnen Investments<br />

in die Netzinfrastruktur. Ich glaube, dass die Balance bisher<br />

gewahrt war. Sie muss jetzt aber neu aufgebaut werden, weil<br />

die digitale Technologie völlig neue Beziehungen zwischen Nutzer<br />

und Urheber schafft.“<br />

Markt vergeben können. „Wir sind davon überzeugt, dass Vertragsfreiheit<br />

die beste Lösung ist” unterstrich McCoy. „Sowohl<br />

jedes große amerikanische Studio als auch jeder kleine unabhängige<br />

Produzent sollte die Freiheit haben, sich zu entscheiden,<br />

wie er am besten den Markt bedienen kann, um der Nachfrage<br />

zu begegnen.” Als Argument führt die EU-Kommission an,<br />

im Zuge der Harmonisierung des digitalen Binnenmarktes für<br />

Portabilität zu sorgen. „Es ist bereits möglich, einen VoD-Service<br />

in einem anderen europäischen Land zu nutzen“, versicherte<br />

McCoy. „Es gibt eine zunehmende Beweglichkeit auf<br />

dem Markt.”<br />

Als besonders bedenklich bewertet der MPA-Vertreter die Pläne<br />

der EU-Kommission, die Lizenzierung für einzelne Territorien<br />

aufzuheben. „Das hat eine ganze Reihe negativer Konsequenzen,<br />

weil sich dadurch für viele europäische Produzenten das<br />

gesamte Finanzierungsmodell radikal verändert. Das betrifft<br />

WARNUNGEN DER MOTION PICTURE ASSOCIATION<br />

Die EU-weite Reform des Urheberrechtsgesetzes und die damit<br />

auch die bestehenden Strukturen für Koproduktionen, an<br />

denen unsere Mitglieder beteiligt sind.“ Auch das Geschäft mit<br />

verbundenen Folgen für die europäische Filmwirtschaft den Film-Online-Handel wird dadurch unberechenbar. Wenn die<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

41


z BUSINESS / URHEBERRECHT<br />

Der europäische MPA-Vorsitzende Stan McCoy und Jens-Uwe Hinder von Morrison & Foerster (v.l.)<br />

len Welt im Umbruch befinde. „Wir stehen<br />

vor dem Problem, dass wir bei neuen<br />

Sachverhalten von der technischen<br />

Revolution überholt werden.“ Und Wolfram<br />

Winter, Executive Vice President<br />

beim deutschen Pay-TV-Sender Sky,<br />

zeigte sich an gleicher Stelle nach der<br />

Lektüre des Juncker-Briefes an Oettinger<br />

fassungslos: „So viel Realitätsfremde<br />

ist selten – und das von einem<br />

Luxemburger“, sagte er. Der Bezahlsender<br />

Sky, der auf fünf Märkten operiert,<br />

könne schon heute europäische Rechte<br />

akquirieren. „Es gibt keine Mauer in<br />

Europa, die den Austausch von Filmen<br />

verhindert.“ Es ist möglich, Filme über<br />

alle Grenzen hinweg zollfrei ohne größere<br />

Handelsschranken zu verkaufen,<br />

bestätigte Constantin Film Vorstandsvorsitzender<br />

Martin Moszkowicz. Die<br />

Analyse der EU-Kommission hält er für<br />

falsch, da es für bestimmte Produkte,<br />

zum Beispiel für Filme aus Estland, kei-<br />

Lizenzierung eines Films in einem bestimmten Land beinhaltet,<br />

dass alle Konsumenten aus den anderen europäischen Ländern<br />

darauf Zugriff erhalten, lässt sich nicht mehr einschätzen, wie<br />

groß der Markt ist und wie sich dieser mit anderen Märkten<br />

überschneidet. „Das wird ein großes Problem für dieses<br />

Geschäftsfeld“, konstatierte McCoy. „Wir würden es maßgeblich<br />

vorziehen, dass sämtliche Urheber die Freiheit besitzen, die<br />

Lizenzen auf die Bedürfnisse der Konsumenten in ihrem eigenen<br />

Markt zuzuschneiden.“<br />

Die EU-Kommission hält ihre Urheberrechts-Reformpläne für<br />

eine zukunftsweisende Strategie, welche für die audiovisuelle<br />

Branche allerdings zum Albtraum werden könnte. „Es werden<br />

sieben Millionen Arbeitsplätze und 509 Millionen Euro Umsatz<br />

zugunsten eines neuen Modells aufs Spiel gesetzt, das wir<br />

noch gar nicht kennen“, resümierte der MPA-Vertreter. „Wenn<br />

die territorialen Presales abgeschafft werden, über die ein großer<br />

Teil der Filme in Europa finanziert wird, führt das zu einer<br />

großen Unsicherheit auf diesem starken Markt. Ich würde bei<br />

der EU-Kommission darauf drängen, konkrete Beweise vorzulegen,<br />

ne große Nachfrage gebe. Die Kommission gehe indes davon<br />

aus, dass es möglich sein muss, VoD-Angebote aus einem<br />

Land auch in allen anderen Ländern konsumieren zu können.<br />

Die Initiative der Europäischen Kommission trage deutlich die<br />

Züge von Konzern-Lobbyisten in Brüssel. „Die Frage für uns als<br />

Europäer ist, ob nicht die Diversität erhaltenswert ist, die wir<br />

durch verschiedene Territorien haben“, gab der Constantin-Vorstand<br />

zu Bedenken. „Die Einzigen, die etwas von der Abschaffung<br />

der Territorialität hätten, sind Konzerne wie Google, Amazon<br />

oder Netflix, die schon jetzt im überterritorialen Geschäft<br />

tätig sind.“ Die Filme, die bei der Berlinale im Wettbewerb liefen,<br />

seien mit Geldsummen aus verschiedenen Territorien hergestellt<br />

worden. „Bei Wegfall der Territorialität würde es diese<br />

Filme nicht mehr geben. Es ärgert mich, wenn ich mir eine Rede<br />

von Kommissar Oettinger anhören muss, die komplett an der<br />

Realität vorbeigeht“, wetterte Moszkowicz.<br />

Auch der deutsche Drehbuchautor, Produzent und Rechtsanwalt<br />

Fred Breinersdorfer, der auf der Berlinale mit „Elser“ im<br />

Wettbewerb vertreten war, plädierte strikt für die Beibehaltung<br />

wie sich durch diese Urheberrechtsreform mehr Arbeits-<br />

des Territorialitätsprinzips. „Mit einem Package-Deal für<br />

plätze und Wachstum schaffen lassen.“<br />

Gesamt-Europa hätten wir nie die gleichen Einnahmen erzielt<br />

wie durch die einzelnen Lizenzverkäufe.“ In Ländern wie Frankreich<br />

CSU-FILMGESPRÄCH<br />

Beim CSU-Filmgespräch, das im Rahmen der Berlinale stattfand,<br />

meinte Günter Winands, Ministerialdirektor im BKM: „Die<br />

künstlerische Leistung und Arbeit aller an einem Filmprojekt<br />

Beteiligten verdient nicht nur in der analogen, sondern auch in<br />

der digitalen Welt eine Wertschätzung. Mit dieser Grundaussage<br />

müssen wir in alle neuen Beratungen hineingehen.“ Das<br />

Urheberrecht sei ein Rechtsgebiet, das sich im Zuge der digitaboten,<br />

und Österreich hätten sich die Verleiher gegenseitig über-<br />

um die Auswertungsrechte für „Elser“ zu erhalten. Die<br />

Abschaffung der territorialen Lizenzvergabe in der EU würde<br />

seiner Einschätzung nach zu einem „kulturellen Desaster für<br />

ganz Europa“ führen. Laut Rechtsanwalt Prof. Johannes Kreile<br />

hält die Urheberrechtsreform noch weitere Fallstricke bereit.<br />

Geändert werden soll auch das Vertragsrecht. So ist eine<br />

Schutzdauerverkürzung von 90 beziehungsweise 70 auf 50<br />

42 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


BUSINESS / URHEBERRECHT z<br />

Jahre vorgesehen sowie das Zitatrecht<br />

auf fünf Minuten auszuweiten. „YouTube<br />

lässt grüßen“, kommentierte Kreile.<br />

DEUTSCH-FRANZÖSISCHER<br />

KULTURRAT<br />

Die europäische Urheberrechts-Reform<br />

war auch in der französischen Botschaft<br />

ein Thema. Bei der Verleihung<br />

der Orden Chevalier und Commandeur<br />

des Arts et des Lettres an die SPIO-<br />

Präsidentin und Produzentin Manuela<br />

Stehr, die Schauspielerin Nina Hoss und<br />

Thomas Ostermeier plädierte der Präsident<br />

des Deutsch-Französischen Kulturrates<br />

dafür, die europäischen Errungenschaften<br />

zu verteidigen. „Das Urheberrecht<br />

darf nicht durch die neuen<br />

Möglichkeiten des Netzes abgeschafft<br />

werden“, betonte Ostermeier, der die<br />

französische Kulturministerin Fleur Pellerin<br />

aufforderte, sich für den Schutz<br />

des Urheberrechtes im Netz einzuset-<br />

Botschafter Philippe Etienne, Manuela Stehr, Nina Hoss, Thomas Ostermeier, Ministerin Fleur Pellerin (v.l.)<br />

zen. Sofern das geistige Eigentum nicht geschützt werde, käme<br />

dies einem Bananen-Diebstahl im Supermarkt gleich.<br />

In der European Film Agency Directors Association (EFAD), in<br />

welcher der FFA-Vorstand Peter Dinges den Vorsitz übernommen<br />

hat, ist eine neue Arbeitsgruppe zum Thema Urheberrecht<br />

gebildet worden. Weitere Themen, für die eine Arbeitsgruppe<br />

eingerichtet worden ist, sind Digitalisierung und Medienfortbildung.<br />

Die Positionen der EFAD werden von der Generalsekretärin<br />

Iveta Dimova vertreten, die seit diesem Jahr mit einem Büro<br />

in Brüssel vertreten ist. Insgesamt verfügt die EFAD über 50<br />

Mitglieder aus 31 Ländern. „Dank dieser neuen Struktur können<br />

die EU-Institutionen jetzt mit einer klaren Stimme von uns rechnen,<br />

wenn es um audiovisuelle und filmbezogene Politik und<br />

Initiativen geht“, unterstrich Dinges, der auf der Berlinale ein<br />

erstes Gespräch mit EU-Digitalkommissar Oettinger führte.<br />

und Urheberrecht in der digitalen Welt“ am 24. Februar in Berlin.<br />

„Es muss auch künftig – etwa im Filmbereich – der Erwerb<br />

beziehungsweise Verkauf von Lizenzen nur für einzelne Mitgliedstaaten<br />

möglich bleiben. Wer eine Verpflichtung zu europaweiten<br />

Lizenzen einführen will, missachtet die ökonomischen<br />

Realitäten und baut zudem unnötig Hürden für kleinere national<br />

oder regional auftretende Anbieter auf.“ Sie unterstrich in ihrer<br />

Keynote eine der zentralen Forderungen der Deutschen Content<br />

Allianz indem sie betonte: „Es brauche „Regeln, die den<br />

Schöpfern geistiger Leistungen, den Künstlern und Kreativen,<br />

Freiraum gewähren, und die den Anbietern dieser Leistungen,<br />

insbesondere den Medienunternehmen, faire Wettbewerbschancen<br />

im World Wide Web garantieren.“ In diesen Regeln<br />

sieht sie die kultur- und medienpolitische Gestaltungsaufgabe<br />

auch im Rahmen der Digitalen Agenda der Bundesregierung.<br />

„In diesem Sinne setze ich mich für eine kultur- und medienpolitische<br />

DEUTSCHE CONTENT ALLIANZ<br />

Nachdem auf der Berlinale heftig über die<br />

Pläne der EU-Kommission diskutiert worden<br />

ist, die im Zuge der Realisierung des<br />

digitalen Binnenmarktes einen grenzüberschreitenden<br />

Zugriff auf digitale Inhalte<br />

vorschreiben will, hat auch die Kulturstaatsministerin<br />

Handschrift der im Koalitionsvertrag vorgesehenen<br />

Anpassung des Urheberrechts an das digitale<br />

Zeitalter ein. Dabei müssen wir auch<br />

die europäische Ebene im Auge behalten.<br />

Ich lehne vor allem Überlegungen zur Aufhebung<br />

territorialer Beschränkungen ab.<br />

Es müssen auch künftig – etwa im Filmbe-<br />

Monika Grütters dazu<br />

reich – der Erwerb beziehungsweise Ver-<br />

Stellung genommen. „Ich sage hier ganz<br />

deutlich, dass ich vor allem Überlegungen<br />

kauf von Lizenzen nur für einzelne Mitgliedstaaten<br />

möglich bleiben. Wir brauchen<br />

zur Aufhebung territorialer Beschränkungen<br />

auch weiterhin differenzierte<br />

ablehne“, erklärte die Staatsministerin<br />

bei einer Veranstaltung der Deutschen<br />

Geschäftsmodelle.“ Ihr Haus erstelle derzeit<br />

ein Positionspapier mit Leitplanken für<br />

Content Allianz zum Thema „Kreativität<br />

Digital-Kommissar Günther Oettinger<br />

die zukünftige Diskussion. ❮Birgit Heidsiek<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

43


z BUSINESS / STUDIO HAMBURG<br />

© NDR Thorsten Jander<br />

Aus der dritten Staffel des "Tatortreinigers" mit Bjarne Mädel als "Schotty"<br />

Optimistisch für die Zukunft<br />

ALS JOHANNES ZÜLL ZUM 1. JULI 2014 ALS VORSITZENDER DER GESCHÄFTS-<br />

FÜHRUNG VON STUDIO HAMBURG ANTRAT, HATTE DAS UNTERNEHMEN MIT<br />

STRUKTURELLEN PROBLEMEN ZU KÄMPFEN. HEUTE SEHEN DIE GESCHÄFTSZAHLEN<br />

WIEDER BESSER AUS, BERICHTET ZÜLL IM GESPRÄCH MIT <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong>.<br />

Gewerke anbieten.“<br />

Im Vergleich der beiden Produktionsstandorte<br />

steht Berlin mit dem Vorteil des Hauptstadt-<br />

›<br />

Der Studio Hamburg-Chef, zuvor bei RTL Televizija in Kroatien,<br />

war nicht als Abwickler an die Elbe gekommen. Die bonus besser da; die Produktionswirtschaft, Kreative, Produzenten<br />

und Sender wollen nach Berlin. „Wir haben in Berlin grö-<br />

Verkäufe ganzer Geschäftsbereiche, wie sie vor einem Jahr<br />

noch angedacht und im Gespräch waren, sind offenbar vom ßere Studioflächen zur Verfügung für die großen Primetime-<br />

Tisch. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats, wird der Systemdienstleister<br />

MCI Studio Hamburg weiter betrieben, die Situati-<br />

investiert als in Hamburg. Alle Studios in Berlin können zentral<br />

Shows. Und haben dort noch mehr in die neueste Technologie<br />

on des Unternehmenszweig hat sich deutlich verbessert. „Wir von zwei HD-Regien bespielt werden. Das wird vom Markt sehr<br />

stehen heute bei einem wesentlich höheren Auftragseingang, stark nachgefragt“, berichtet Züll. In Hamburg hat dagegen der<br />

als das noch vor einem Jahr der Fall war. Das macht uns optimistisch<br />

für die Zukunft“, sagt Züll, der zudem bekräftigt, keine versucht, das durch vermehrte Akquisition von Werbeproduk-<br />

Weggang einiger Kunden Spuren hinterlassen. Studio Hamburg<br />

größeren Geschäftsfelder abgeben zu wollen: „Wir haben unsere<br />

Hausaufgaben gemacht unter der besonderen Berücksichti-<br />

zu kompensieren. Züll: „Aber wir müssen uns sicher dieser Enttionen<br />

sowie Aufträgen aus dem Event-Veranstaltungsbereich<br />

gung, dass der Markt für Studioproduktionen generell sehr wicklung kostenmäßig und ressourcenmäßig anpassen und uns<br />

schwierig ist. Wir haben uns von dem einen oder anderen in den Atelierflächen stärker auf unsere Kernstudios konzentrieren<br />

und nicht jedes Atelier mit dem gleichen Investmentlevel<br />

Bereich getrennt, wie dem Rentalservice Filmtechnik Ende<br />

2013, und wir haben noch stärker auf unsere Kosten geschaut. weiter entwickeln.“ Hamburg als Medienstandort besitze das<br />

Gleichzeitig konnten wir erfolgreich am Markt agieren und sind Potenzial, wieder eine umgekehrte Entwicklung zu forcieren.<br />

dadurch zu einer besseren Kapazitätsauslastung gelangt.“ Vor Eine konzertierte Aktion aus Politik und Branche solle für den<br />

allem die Sparte Außenübertragung von Studio Berlin hat von Standort werben, damit sich wieder mehr Kunden und auch<br />

dem Sport-Eventjahr 2014 mit der Fußball-WM profitiert: „Die Sender in Hamburg ansiedeln würden, fordert Züll.<br />

geraden Jahre sind auf jeden Fall die besseren Jahre für die In Berlin dagegen hat die Gruppe gerade angekündigt, auch<br />

Außenübertragung“, meint Züll. Restrukturiert wurde der das operative Geschäft der Park Studios zu übernehmen, die<br />

Bereich Postproduktion. „Da mussten wir Stammpersonal sich auf dem Gelände des Studio Babelsberg befinden. Dabei<br />

abbauen und uns auf unser Kerngeschäft fokussieren. Außerdem<br />

haben wir ein neues Management eingesetzt. Diese Maß-<br />

des operativen Geschäfts „Wir denken, dass zusammen-<br />

geht es nicht um die Atelierflächen, sondern um die Übernahme<br />

nahmen tragen nun Früchte“, betont er. Der Studiomarkt bleibe wächst, was zusammen gehört“, erklärt Züll die Akquisition, die<br />

ein schwieriges Geschäft, weiß er, und verweist auf die Überka-<br />

in erster Linie aus einer langen und vertrauten Zusammenarbeit<br />

pazitäten und eine große<br />

Nachfragermacht. „Das schlägt<br />

auf die Preise durch“. Studio<br />

Hamburg versucht an beiden<br />

Standorten in Berlin Adlershof<br />

und auch in Hamburg<br />

Tonndorf von der reinen Vermietung<br />

von Studioflächen<br />

weg zu kommen und als<br />

Generalunternehmer ein ganzheitliches<br />

Dienstleistungsspektrum<br />

anzubieten. „Diese Strategie,<br />

ein komplettes Dienstleistungsportfolio<br />

aus einer<br />

Hand zu offerieren, kommt<br />

den Sendern und Produktionsfirmen<br />

entgegen, die<br />

dadurch ihre Kosten besser<br />

planen können. Und uns<br />

erleichtert es, die Kapazitäten<br />

besser auszulasten. Wir<br />

wollen in der Veredelungsleistung<br />

noch weiter nach<br />

oben und nicht nur einzelne<br />

44 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


BUSINESS / STUDIO HAMBURG z<br />

mit den Park Studios resultiert. Da sich der Besitzer Jörg Weiland<br />

aus Altersgründen zurückziehen will, war die Gelegenheit<br />

da. „Wir versprechen uns viel davon, nicht zuletzt weil wir uns<br />

auch neue Kunden erschließen. Zudem holen wir uns mit dem<br />

Personal auch neues Know-how ins Haus. Die Park Studios fragen<br />

darüber hinaus in der Technik und an Außenübertragung<br />

Leistungen nach, die wir gut abdecken können.“ Kinoproduktionen<br />

werde Studio Hamburg nicht offensiv akquirieren. Züll:<br />

„Prinzipiell interessiert uns auch Film und Kino. Nur die Vorläufe<br />

in der Planung und die Länge der Studiobelegung machen es<br />

manchmal schwierig, Film und TV miteinander zu verbinden.<br />

Wir machen das gerne, wenn wir freie Kapazitäten anbieten<br />

können.“<br />

MULTIMARKENSTRATEGIE IN DER PRODUKTION<br />

Dass Studio Hamburg <strong>2015</strong> wieder schwarze Zahlen schreiben<br />

will, lässt sich nicht nur auf die strukturelle Verbesserung des<br />

Dienstleistungsportfolios zurückführen, sondern liegt an den<br />

Erfolgen der Produktionsfirmen, die auch 2014 wieder ein gutes<br />

Jahr zu verzeichnen hatten. „Die Auftragslage für <strong>2015</strong> sieht<br />

unvermindert gut aus“, betätigt Züll. An der Multi-Markenstrategie<br />

als Ergebnis einer Gruppe von Tochterfirmen und Beteiligungen<br />

werde die Gruppe festhalten, da sie sich bewährt habe.<br />

„Der Erfolg 2014 und die Auftragslage <strong>2015</strong> bestärken uns<br />

darin, dass wir nicht falsch mit dieser Multimarkenstrategie liegen,<br />

um einen Markt mit vielfältiger Nachfragestruktur gut<br />

bedienen zu können“, bekräftigt der Studio Hamburg-Chef und<br />

fügt hinzu: „Der Wettbewerb der kreativen Köpfe ist sehr produktiv<br />

und hat sich bewährt.“ Mit dem Produktionsportfolio seiner<br />

Firmen und Beteiligungen deckt die Gruppe die komplette<br />

Bandbreite aller gängigen TV-Formate ab und produziert für alle<br />

Sender. Während die öffentlich-rechtlichen Sender nach wie vor<br />

sehr erfolgreich agieren mit ihren informellen wie auch fiktionalen<br />

Formaten aus Reihen, Serien und TV-Filmen, haben sich die<br />

privaten Sender stärker auf den non-fiktionalen Unterhaltungsbereich<br />

fokussiert. „Derzeit ist das Fiktionale bei den Privaten<br />

völlig unterrepräsentiert“, beurteilt Züll diese Entwicklung eher<br />

kritisch. „Ich würde mir wünschen, dass die privaten Sender<br />

sich stärker wieder fiktionalen Programmen zuwenden und bin<br />

überzeugt, dass dies auch eintritt. Von einer solchen Entwicklung<br />

wird Studio Hamburg sicher profitieren, weil wir kreative<br />

Köpfe haben, gute Ideen und gute Stoffe.“<br />

Die von den Privaten favorisierten Scripted<br />

Reality-Formate funktionierten längst nicht<br />

mehr so am Tag und am Vorabend wie zu<br />

Beginn, begründet Züll seine Erwartung. Das<br />

gelte auch für die eingekauften US-Serien der<br />

Primetime-Programme, die längst nicht an die<br />

Erfolge früherer Jahre anknüpfen können. Für<br />

Züll ist daher klar, dass die Programmverantwortlichen<br />

nach Alternativen suchen werden.<br />

„Bei allem Lob für US-Serien wie „Breaking<br />

Bad“ und „House of Cards“ darf man nicht<br />

vergessen, dass es Nischenprogramme sind, die auf keinem<br />

großen deutschen Sender breiten Erfolg hatten.“<br />

KEINE TRENDWENDE FÜR LINEARE TV-NUTZUNG<br />

Dass neue SVoD-Anbieter wie Netflix oder Amazon den linearen<br />

TV-Programmen das Wasser abgraben und den Medienmarkt<br />

völlig umkrempeln könnten, daran glaubt Züll zum jetzigen Zeitpunkt<br />

nicht. Den neuen SVoD-Markt sehe er eher im Wettbewerb<br />

zum klassischen DVD-Markt und den Online-Videotheken<br />

der Kabelnetz- und IPTV-Anbieter , den er teilweise substituiert.<br />

Für eine massive Trendwende sei es noch zu früh. „Auf absehbare<br />

Zeit funktioniert die lineare Fernsehnutzung gut und bleibt<br />

auch für Studio Hamburg das interessanteste Geschäftsmodell.<br />

Dennoch, wir sind mit allen Marktteilnehmern im Gespräch. Wir<br />

verfolgen genau, inwieweit Online-Plattformen Gatekeeper-<br />

Funktionen übernehmen und darüber dort auch ‚quasi’-lineare<br />

Strukturen entstehen.“<br />

Das Engagement von Wettbewerbern im Bereich Multi Channel<br />

Netzwerke auf YouTube, werbefinanzierte Inhalte einer neuen<br />

Nutzung zuzuführen, verfolgt Züll mit großem Interesse. „So<br />

weit ich höre und lese, funktioniert dieser Geschäftszweig recht<br />

gut. Aber natürlich bleibt auch für unsere Mitbewerber das<br />

Kerngeschäft die TV-Produktion für die linear operierenden<br />

Fernsehsender.“ Züll beobachtet eine blühende und bunte<br />

Videolandschaft im Netz, die als Produktionsmarkt allerdings<br />

eher noch als Rand- oder Nischengeschäft zu bewerten sei.<br />

Natürlich werde hier nach neuen Talenten und Formaten<br />

gesucht und sicher sei das Netz auch eine Absprungrampe für<br />

die eine oder andere YouTube-Karriere mit einträglichem<br />

Geschäft. Doch zeichne sich noch längst nicht ab, ob diese<br />

neue Produktionslandschaft im Web das Geschäftsmodell von<br />

morgen darstellt.<br />

INKUBATOR FÜR JUNGE FIRMEN<br />

Auf dem Feld der digitalen Produktion und neuen Formate sind<br />

in der Gruppe auch die neu gegründeten Firmen unterwegs, die<br />

sich im „Haus der jungen Produzenten“ in der ehemaligen Trebitsch<br />

Villa auf dem Studio Hamburg-Gelände angesiedelt<br />

haben. Züll: „Mit dieser Nachwuchs-Initiative bieten wir jungen<br />

Produzenten ein Starthilfe-Programm, ihre Firmen und<br />

Geschäftsideen umzusetzen und zu etablieren. Hier hat sich ein<br />

interessantes und vor allem sehr innovationsgetriebenes<br />

Firmenspektrum angesiedelt,<br />

angefangen von der klassischen Film,- TV,-<br />

und Werbeproduktion bis hin zu Gaming- und<br />

Interaktionsformaten oder Virtual Reality, die<br />

eine neue Welt von simulierten Erlebnissen<br />

eröffnen. Wir profitieren von diesen jungen Firmen<br />

und ihren Projekten als großes Produktionshaus,<br />

weil wir verfolgen und unterstützen<br />

können, wie dort interessante Ideen entstehen,<br />

für die sich neue Märkte oder Teilmärkte<br />

eröffnen.“<br />

❮Bernd Jetschin<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

Johannes Züll<br />

45


z BUSINESS / WIGE MEDIA<br />

DIE WIGE MEDIA AG WAR AUF DER SPOBIS <strong>2015</strong><br />

„PRESENTING PARTNER“. DAS UNTERNEHMEN MIT DEN<br />

DREI GESCHÄFTSBEREICHEN „VISION“, „CREATION“<br />

UND „LIVE“, DIE SICH AUF DIE BEREICHE BERATUNG,<br />

TV-PRODUKTION UND <strong>MEDIEN</strong>DISTRIBUTION<br />

KONZENTRIEREN, GILT ALS WICHTIGER DIENST-<br />

LEISTER, WENN ES UM DIE PRODUKTION VON BEWEGT-<br />

BILD GEHT. 270 MITARBEITER ARBEITEN IN KÖLN,<br />

MÜNCHEN, NÜRBURGRING UND STUTTGART IN SIEBEN<br />

GMBHS. WIE ANDERE FIRMEN IN DIESEM BEREICH<br />

AUCH, HAT DIE WIGE MEDIA AG EINE WECHSELVOLLE<br />

GESCHICHTE HINTER SICH. EIN GESPRÄCH MIT<br />

GESCHÄFTSFÜHRER PETER LAUTERBACH ÜBER DIE<br />

Peter Lauterbach<br />

ZUKUNFT DES UNTERNEHMENS UND DER BRANCHE.<br />

Auf dem Gas bleiben<br />

›<br />

Der SpoBiS zeigt, dass sich Geschäftsmodelle rasant<br />

verändern. Welche wichtigen Eindrücke haben Sie auf<br />

der Veranstaltung gewonnen?<br />

Alle, die mit Content zu tun haben, müssen sich damit beschäftigen,<br />

dass Inhalte ganz andere Wege nehmen als in der Vergangenheit.<br />

Wir sind es gewohnt, mit Fernsehsendern über<br />

Rechte zu verhandeln, aber wir sind es noch nicht gewohnt,<br />

auch und parallel über Multi Channel Netzwerke nachzudenken.<br />

Und wir sind es auch noch nicht gewohnt, dass internationale<br />

Bewegtbild-Reichweiten gemessen werden – mit Werbeerlösen,<br />

die dagegenstehen.<br />

Die USA sind in dieser Hinsicht viel weiter als wir in Europa. Es<br />

ist wichtig, dass wir einen Weg finden, um die Rechte- und<br />

Contentlandschaft neu zu sortieren.<br />

ihren Ansprüchen an die Dienstleister verändern,<br />

weil schlicht und ergreifend Marktanteile<br />

verloren gehen. 30 Prozent des Marktes, der<br />

vorher noch bei den großen Sendern war, verteilt<br />

sich jetzt auf unzählige andere Angebote.<br />

Was bedeutet das für die Branche?<br />

Die Mediaagenturen geben ihr Geld nur einmal aus. Dienstleister<br />

müssen kreativ sein und den Sendern proaktiv neue Wege<br />

aufzeigen, zum Beispiel mit Branded Entertainment und Strategien,<br />

die Social Media-Kanäle mit einbinden. Die digitale Entwicklung<br />

ist aus meiner Sicht ein Segen, weil nur technologische<br />

Innovation die Welt verändert: Hätte Steve Jobs nicht den<br />

iPod auf den Markt gebracht, hätten Download- und Streamingportale<br />

womöglich bis heute nicht so eine hohe Relevanz<br />

erzielt. Die Bewegung auf dem Digitalmarkt ist für uns hochinteressant<br />

und wird die Branche in den nächsten fünf Jahren entscheidend<br />

verändern.<br />

Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte die gesamte<br />

Produktionsdienstleisterbranche drastische Einbrüche zu<br />

verzeichnen. Viele haben geklagt…<br />

Mir ist grundsätzlich jedes Gejammer fremd. Und andere für<br />

die eigene wirtschaftliche Schieflage verantwortlich zu machen,<br />

halte ich für grundsätzlich falsch. Die Sender müssen sich in<br />

Sie selbst sehen _wige als einzigartiges Unternehmen in der<br />

Branche. Warum?<br />

Kein Unternehmen ist so aufgestellt wie wir: _wige ist das einzige<br />

Haus in Europa, das eine eigene 30-köpfige Bewegtbild-<br />

Redaktion außerhalb eines Senders beschäftigt. Wir haben<br />

einen ganz starken Vermarktungsarm, der eine Content<br />

46 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


BUSINESS / WIGE MEDIA z<br />

Maschine betreibt. Und das in Verbindung mit den notwendigen<br />

technologischen Voraussetzungen, um diese Inhalte zu produzieren<br />

und zu verbreiten. Wir sind die einzigen in Europa, die<br />

Technik und Inhalte unter einem Dach vereinen. Das macht uns<br />

für viele Veranstalter und Marken attraktiv, weil es Schnittstellen<br />

vermeidet und dadurch auch Missverständnisse.<br />

_wige war ja seit seiner Gründung 1979 eher im Technikbereich<br />

verortet. Hat sich das nun gewandelt?<br />

Nein, vielmehr haben wir das Portfolio erweitert. Grundsätzlich<br />

kommen wir aus der Technologie: Wir haben beispielsweise die<br />

Zeitmessung im Motorsport beeinflusst, wir haben die grafische<br />

Darstellung von Sport in den Medien überhaupt verändert. Etwa<br />

mit der virtuellen Linie beim Schwimmen oder mit dem farbigen<br />

Feld, in dem die Skispringer landen, was virtuell aber nur im<br />

Fernsehen dargestellt wird.<br />

Dazu kommt große technologische Kompetenz in der Kameraentwicklung<br />

und -anwendung. Wir entwickeln ständig neue<br />

Technologien und produzieren damit für Marken und Veranstalter<br />

hochwertigen Content. Inhalt folgt Technik.<br />

„Sport scheint einer Ihrer wichtigen Schwerpunkte zu sein.<br />

Welche Auftraggeber sind in diesem Segment für Sie wichtig?<br />

Sicherlich ist die Rennserie DTM einer unserer wichtigsten Partner.<br />

Ubiquitär bieten wir hier sämtliche technischen und redaktionellen<br />

Leistungen. Die entsprechenden Inhalte werden den<br />

Sendern zur Verfügung gestellt. Wir produzieren das World<br />

Feed.<br />

Aber auch sonst sind wir bei der DTM sehr aktiv, beispielsweise<br />

mit der Einrichtung der Blackboxen in den Rennfahrzeugen, die<br />

die GPS-Daten übertragen. Auch mit dem ADAC verbindet uns<br />

eine langjährige Partnerschaft, genauso wie mit RTL für die<br />

Übertragung der Formel 1. Motorsport ist eine unserer Domänen,<br />

allerdings produzieren wir für die Fußball Bundesliga ebenso<br />

wie für die Handball Champions League. Und viele der im<br />

Sport-Sponsoring tätigen Marken beauftragen uns mit der Aktivierung<br />

ihrer Engagements im Bewegtbild.<br />

Sie bezeichnen sich als Marktführer im Bereich Branded<br />

Content…<br />

Ja, hier sind wir sicherlich Marktführer und dürfen die größten<br />

und bekanntesten Marken unsere Kunden nennen: zum Beispiel<br />

Volkswagen, Red Bull oder Deutsche Post DHL. Sie und andere<br />

erhalten von uns eine Fullservice-Betreuung, wenn es um die<br />

Markendarstellung und Distribution im Bewegtbildbereich geht.<br />

Zusätzlich werden wir in Joint Ventures im digitalen Umfeld<br />

investieren, die auf Sport konzentriert sind. Der größte Teil<br />

unseres Umsatzes kommt aber aus der Technologiesparte. Die<br />

Formel-1-Strecke in Russland etwa ist komplett von _wige ausgestattet.<br />

Klassische TV-Inhalte scheinen bei Ihnen mittlerweile eine untergeordnete<br />

Rolle zu spielen…<br />

Ganz und gar nicht. Für das ZDF haben wir zum Beispiel während<br />

der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien „Servus Brazzo“,<br />

einen Prominenten-Talk parallel zum Turnier, produziert. Und<br />

mit der Akquise von SOUTH&BROWSE im letzten Jahr bauten<br />

wir den Bereich TV-Formate sogar gezielt aus.<br />

Fernsehen bleibt für uns wichtig, ist aber eben nicht allein<br />

entscheidend. Unseren im vergangenen Jahr signifikant und<br />

nachhaltig gestiegenen Jahresumsatz erwirtschaften wir als<br />

technischer Dienstleister für Sender, als Partner für Veranstalter<br />

sowie als Generalunternehmer für den infrastrukturellen Ausbau<br />

von Sportstätten und Corporate TV-Netzwerken.<br />

Bei diesem Portfolio müssen Sie wahrscheinlich ständige<br />

Erweiterungen Ihrer eigenen technischen Ausstattung<br />

vornehmen…<br />

Richtig. Wir investieren permanent. Zum Beispiel in neue Technologien,<br />

die preiswerte Liveübertragungen möglich machen.<br />

Wir arbeiten an Streaming-Plattformen, wir bauen einen neuen<br />

Champion in der Distribution. In den letzten drei Jahren haben<br />

wir schon mehrfach siebenstellig in Technologie investiert, und<br />

werden es auch weiterhin tun. Das strategische Ziel dabei:<br />

Präsenz in den digitalen Medien und effiziente Produktionsplattformen.<br />

Wie wollen Sie zukünftig erfolgreich sein?<br />

Grundsätzlich möchten wir uns von den Wettbewerbern weiter<br />

klar über unique Produkte und Leistungen differenzieren. Wir<br />

haben in den vergangenen Jahren schon wirkliche Innovationen<br />

und kreative Ansätze entwickelt – und so konnten wir bei technischen<br />

Lösungen und auch Dienstleistungen teilweise einen<br />

zeitlichen Vorsprung von mehreren Jahren gegenüber den<br />

Kollegen, die uns in Pitches begegnet sind, erzielen.<br />

Und es gibt niemanden, der Marken im Bewegtbildbereich mit<br />

solch einem journalistischen Know-how betreuen kann wie wir.<br />

Welche Herausforderungen sehen für Ihr Unternehmen in<br />

nächster Zeit?<br />

Wir müssen auf dem Gas bleiben. Wer jetzt bei Innovationen<br />

und notwendigen Investitionen nachlässt, wird das Nachsehen<br />

haben. Dazu gehört auch, Mitarbeiter zu zufriedenen<br />

Mitarbeitern zu machen, um sie auf einen erfolgreichen Weg<br />

mitzunehmen.<br />

Und was planen Sie mit Blick auf die internationalen Märkte?<br />

Die Internationalisierung wird für _wige in Zukunft eine wichtige<br />

Rolle spielen. Wir sind zwar durch unsere deutschen Auftraggeber<br />

schon oft im Ausland aktiv und auch in Russland haben<br />

wir vor der politischen Krise viel bewegt, aber es muss noch<br />

mehr werden.<br />

Vor anderthalb Jahren haben wir damit begonnen. Ein<br />

besonders großes Potential sehen wir in den Golfstaaten,<br />

Asien und den USA.<br />

❮Wilfried Urbe<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

47


z EVENT / NAB <strong>2015</strong><br />

Convention Center in Las Vegas<br />

Marktplatz für digitale Medien<br />

DIE DIESJÄHRIGE NAB SHOW (11. – 16. APRIL <strong>2015</strong>) IN LAS<br />

VEGAS PRÄSENTIERT SICH WIEDER ALS ULTIMATIVER MARKT-<br />

PLATZ FÜR DIGITALE <strong>MEDIEN</strong> UND ENTERTAINMENT. DIE WELT-<br />

WEIT GRÖSSTE KONGRESSMESSE FÜR ELEKTRONISCHE<br />

<strong>MEDIEN</strong> BEDIENT DABEI ALLE THEMEN VON DER KREATION ÜBER<br />

DAS MANAGEMENT BIS HIN ZUR DISTRIBUTION VON INHALTEN<br />

ÜBER ALLE PLATTFORMEN HINWEG. EINEN BESONDEREN FOKUS<br />

WIRD SIE ERNEUT AUF DIE TOP-THEMEN ZUR ANHALTENDEN<br />

TRANSFORMATION IN DER BROADCAST-BRANCHE LEGEN.<br />

›<br />

Die von der National Association of Broadcasters<br />

(NAB) veranstaltete NAB Show gilt als weltweit größter<br />

und wichtigster Marktplatz für digitale Medien. Im<br />

vergangenen Jahr verzeichnete die Profi-Kongressmesse<br />

über 98.000 Besucher, darunter knapp 26.000 internationale<br />

Gäste aus 150 Ländern sowie über 1.600 Aussteller.<br />

Inhaltlich bedient die NAB Show ein breites<br />

Spektrum von der Inhalte-Entwicklung über die -Bearbeitung,<br />

-Verwaltung bis hin zur -Verbreitung. Neben<br />

dem klassischen Rundfunk spielen heute dabei verstärkt<br />

auch die neuen Verbreitungswege und Plattformen eine<br />

wichtige Rolle. Kein Wunder, dass in jedem Jahr aufs<br />

Neue das Themenspektrum erweitert wird, um auch den<br />

48<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


EVENT / NAB <strong>2015</strong> z<br />

neuen Playern auf dem Markt eine geeignete Plattform zu bieten<br />

und den Besuchern innovative, neue Lösungen und Ideen<br />

zu präsentieren. Die diesjährige NAB Show kann wieder mit<br />

zahlreichen Innovationen aufwarten. Erstmals wird zur NAB<br />

<strong>2015</strong> beim „Technology Luncheon“ am 15. April der NAB Digital<br />

Leadership Award vergeben. Preisträger können einzelne<br />

Medien-Profis sein oder auch Rundfunksender und Networks,<br />

die eine besondere Rolle bei der Umwandlung des traditionellen<br />

Broadcast-Geschäfts in Richtung digitale Medienplattform eine<br />

wichtige Rolle spielen. Beachtung finden dabei unter anderem<br />

technologische Entwicklungen, mobile Applikationen, Social-<br />

Media-Anwendungen oder webbasiertes Informationsmanagement<br />

und -marketing.<br />

Zum „Technology Luncheon“ konnte von den NAB-Veranstaltern<br />

John McAfee, Gründer der weltgrößten Sicherheitstechnik-<br />

Firma McAfee Inc., als Keynote-Redner gewonnen werden.<br />

McAfee wird auch am Expertenpanel „Protecting our Assets:<br />

Cybersecurity and the Media,“ der NAB Show Super Session<br />

am 15. April (2.30 bis 3.30 Uhr, Raum S222) teilnehmen.<br />

Ein erweitertes Kongressprogramm mit zusätzlichen Workshops<br />

bietet die NAB <strong>2015</strong> bei der Broadcast Management<br />

Konferenz und der Broadcast Engineering Konferenz. Die<br />

Broadcast Management Konferenz richtet sich an das Top-<br />

Management von Rundfunksendern, das für Inhaltentwicklung<br />

und/oder die Generierung von Einnahmen in digitalen Aktivitäten<br />

verantwortlich zeichnen.<br />

Der neue Workshop „Digital Exchange Strategies for Television“<br />

findet am 14./15.April statt und fokussiert die Problemstellungen<br />

mit denen Rundfunkmanager beim Umstieg in die digitale<br />

Welt konfrontiert sind. Inhaltlich geht es unter anderem um den<br />

Wert digitaler Partnerschaften, Social Media Strategien und um<br />

die Monetarisierung von Multiplattform- und TV Everywhere-<br />

Strategien. Auch der Einsatz von Video-Drohen in der TV-Produktion,<br />

Cybersecurity und neue Programm-Ideen werden in<br />

dem Workshop diskutiert.<br />

Darüber hinaus werden am 15. April in dem von NAB Labs veranstalteten<br />

Workshop „Digital Strategies Exchange for Radio“<br />

(DSX4r) neue Technologien vorgestellt, die für Radiomacher<br />

relevant sind. Dazu gehören zum Beispiel Tools zur besseren<br />

Verwertung von digitalen Assets. Vorgestellt werden dazu interessante<br />

„Best Practices“ sowie Neuigkeiten zu den Themen<br />

Connected Car Technologie, Hybrid Radio, Branding, Social<br />

Media und Messbarkeit der digitalen Hörerschaft.<br />

Spannend wird sicherlich auch der von Internet Broadcasting<br />

gesponserte Kongressteil „Digital Strategies Exchange for Television“<br />

(DSX4t). Hierbei geht es um das Zusammentreffen von<br />

Fernsehen und digitalen Medien. Vorgestellt werden Cross-<br />

Plattform-Initiativen und digitale Service-Strategien.<br />

Im Kongress- und Ausstellungsbereich der NAB Show <strong>2015</strong><br />

gehört das Thema Over-the-top (OTT) Video-Verbreitung zu den<br />

Highlight-Themen. Am Montag, 13. April, findet von 10.30 bis<br />

12.00 Uhr die Super Session „Constant Cravings – Using OTT<br />

to Win the Next Generation of Viewers“ statt. Präsentiert wird<br />

Broadcast Management Conference zur NAB Show<br />

hier die OTT-Evolution in <strong>2015</strong> insbesondere mit Blick auf den<br />

dadurch in den USA bewirkten Rückgang der Pay-TV-Abonnenten<br />

und auf die neuen durch Time- und Place-Shifting entstehenden<br />

Geschäftsmöglichkeiten.<br />

Im Ausstellungsbereich werden die Top-Player im OTT-Business<br />

ihre Lösungen vorstellen. Dazu gehören unter anderem Akamai,<br />

Audible Magic, bitmovin, Brightcove, Civolution, Envivo,<br />

Ericsson, Erstream, SmartOTT, LEIGHTRONIX, Mediapro, RR<br />

Media, Screen Systems, Syncbak, Telarity und VITEC.<br />

ONLINE VIDEO CONFERENCE<br />

Die NAB-Show-Organisatoren kündigten zur NAB <strong>2015</strong> zudem<br />

die erste Online Video Conference (OVC) an. Sie findet am 13.<br />

und 14. April statt und präsentiert Panels mit Kernthemen für<br />

Online-Video-Anbieter und für Medienunternehmen, die die<br />

Spezialausstellung für Video-Drohnen und Luftaufnahme-Technik<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

49


z EVENT / NAB <strong>2015</strong><br />

Monetarisierung ihrer Inhalte mit Multiplattform-Strategien<br />

anstreben. Will Richmond, Redakteur und Herausgeber von<br />

VideoNuze wird dabei als Host fungieren. Als eine von sieben<br />

NAB-Konferenz-Schienen wird die Online-Video-Konferenz<br />

unter anderem Themen wie virtuelle MVPDs, die Migration zu<br />

OTT, Online Inhalte, Gaming und Sport, User Generated Content,<br />

Cross Screen Targeting, Online Advertising-Messbarkeit<br />

und neue Online-Video-Plattformen besprechen. Die Konferenz<br />

wendet sich laut NAB an das Management von digitalen<br />

Medienunternehmen, von Video-on-Demand-, OTT-, Kabel-,<br />

Breitband- und Internet-Firmen.<br />

„Online Video ist eine treibende Kraft im künftigen Inhalte-<br />

Geschäft, die viele Chancen und Herausforderungen mit sich<br />

bringt um Mediennutzer über alle Plattformen hinweg zu erreichen,”<br />

erklärte Chris Brown, Executive Vice President, Conventions<br />

and Business Operations der NAB-Organisation. “Die<br />

NAB ist froh, diese neue Konferenz starten zu können, die tief<br />

in die Vielfalt Online-Video-Problemstellungen eintauchen wird.“<br />

Unter anderem werden im Rahmen der OVC folgende Panels<br />

veranstaltet: „Now Playing: How Sports and Gaming Are Driving<br />

Live-Streaming”, „Pay TV 2.0 – Adapting to Viewers’ New<br />

Expectations“, „The Evolution of OTT's Hybrid Monetization<br />

Models“ und „Cracking the Mobile Video Equation in the Era of<br />

Pocket-Sized TV“.<br />

NEUE AUSSTELLUNGSSCHWERPUNKTE<br />

Auch im Messebereich gibt es einige Neuerungen. So wird erstmals<br />

eine eigene Ausstellung für „Aerial Robotics und Video-<br />

Drohnen“ präsentiert. Der entsprechende Pavilion wird von der<br />

Drone Media Group in Partnerschaft mit der NAB Show in der<br />

South Upper Hall des Las Vegas Convention Centers organisiert.<br />

Hier sind Dutzende Firmen mit ferngesteuerten Fluggeräten<br />

anzutreffen, die täglich Produkt-Präsentationen mit Flugdemos<br />

anbieten. Dazu kommen Vorträge zur rechtlichen Regulierung<br />

des Drohnen-Einsatzes, zum Drohnen-Einsatz bei der<br />

Präsentation am NAB-Messestand von Adobe<br />

News-Produktion oder zum Thema Video-Luftaufnahmen und<br />

Reichweiten-Extender. Zu den Ausstellern des neuen Pavilions<br />

zählen unter anderem DJI, Canon, Amimon, DSLR Pros, XFly<br />

Systems, TeraLogics, Go Professional Cases, ArrowData, Sky<br />

High Media, ZM Interactive und Unmanned Vehicle University.<br />

„Unbemannte Flugsysteme werden zunehmend bei der Produktion<br />

von Live-Events und Nachrichten eingesetzt, ebenso wie in<br />

der Industrie, im Immobilen-, Überwachungs-, Such- und Rettungs-Bereich“,<br />

sagt Mannie Frances von der Drone Media<br />

Group. „Drohnen gehörten bereits auf der NAB 2014 zu den<br />

dort vorgestellten interessantesten Technologien. Wir sind deshalb<br />

begeistert, mit dem ‚Aerial Robotics und Drohnen Pavilion’<br />

einen eigenen Ausstellungsbereich auf der diesjährigen NAB<br />

Show eröffnen zu können.“<br />

Auch weitere Spezial-Ausstellungen werden zur NAB Show<br />

<strong>2015</strong> wieder angeboten. Dazu gehören der „ATSC Technology<br />

Pavilion“ in der Nord-Halle mit Technologien zu neu entstehende<br />

ATSC-Standards einschließlich Audio Loudness, Non-Real<br />

Time, ATSC 2.0 und ATSC 3.0, Mobile DTV, Broadcast 3DTV<br />

und weiteren interessanten Themen.<br />

Der „Connected media|IP Pavilion“ präsentiert Lösungen rund<br />

um das Multiscreen-Seherlebnis und IP-basierte Technologien<br />

einschließlich IPTV, OTT, Mobile, Social Media und Cloud.<br />

Im „Futures Park“ in der Nord-Halle werden von NAB Labs<br />

Showcases zu zukunftsweisenden High-tec-Entwicklungen vorgestellt<br />

sowie Protoypen und noch nicht auf dem Markt verfügbare<br />

Produkte und Lösungen aus Forschung und Entwicklung.<br />

Neu ist in der Nord-Halle die NMX-New Media Lounge für Blogger,<br />

Podcaster, Web TV-Inhalte-Entwickler und Social Media<br />

Visionäre. Hier sollen über 100 Ausbildungsveranstaltungen,<br />

eine New Media Ausstellung und Speed Networking Sessions<br />

angeboten werden. Ebenfalls in der Nord-Halle zu finden sind<br />

der StartUp Loft, wo sich neu gegründete Firmen der Branche<br />

präsentieren, und die SPROCKIT-Initiative. Letztere präsentiert<br />

vielversprechende Startups, die bei der digitalen Transformation<br />

der Medien- und Entertainment-Industrie mit neuen Ideen<br />

eine Rolle spielen wollen und auf der Suche nach Partnern<br />

dafür sind. Erstmals veranstaltet wird in der South Upper Hall<br />

zudem der „Post Production Campus“. Versprochen werden<br />

hier die neuesten Tipps und Tricks für Inhalte-Entwickler von<br />

der Aufnahme bis zur Postproduktion. Betreut wird das Ausbildungs-<br />

und Networking-Event von Future Media Concepts.<br />

Geboten werden jeweils 30-minütige Vorträge zertifizierter Lehrer,<br />

kreative Sessions mit bekannten Editoren, „Frag den<br />

Expert“-Stationen, tägliche Verlosungen, Treffen mit Gleichgesinnten<br />

und Filmbesprechungen.<br />

Einblicke in die neuesten Technologien für Live-Broadcast-Studios<br />

bietet der von Intel, HP, NewTek und Scale Logic gesponserter<br />

Event-Bereich „StudioXperience“ in der South Upper Hall<br />

mit insgesamt über 50 Demonstrationen. Vorgestellt werden<br />

hier innovative Server, Mischer, die Thunderbolt-Technologie,<br />

Workstations, Entwickler-Tools, Kommunikations- und Speicher-Infrastruktur-Lösungen<br />

et cetera.<br />

❮Eckhard Eckstein<br />

50 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


EVENT / NAB <strong>2015</strong> z<br />

Produkt-Highlights zur NAB <strong>2015</strong><br />

Blackmagic Design-Stand bei der NAB Show<br />

IM AUSSTELLUNGSBEREICH DER NAB SHOW <strong>2015</strong> SIND WIEDER ZAHLREICHE INNOVATIONEN ZU ERWARTEN.<br />

<strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong> HAT EIN PAAR HIGHLIGHTS AUSGEWÄHLT, DIE EINEN STAND-BESUCH LOHNEN. IN DER PRE-<br />

NAB-GERÜCHTEKÜCHE WIRD ZUDEM VIEL ÜBER NEUE 4K-KAMERAMODELLE SPEKULIERT – UNTER ANDEREM<br />

MIT BLICK AUF PANASONIC, SONY, CANON, JVC, BLACKMAGIC, HITACHI UND GRASS VALLEY.<br />

›<br />

Apantac (Stand N6006), Hersteller von Multiviewern, Broadcast Pix (Stand SL5625) will den mobilen Produktionsmischer<br />

Rodie vorstellen. Er verfügt über integrierte<br />

Video Walls, Extendern und Geräten zur Signalverarbeitung,<br />

stellt den neuen T# Multiviewer mit modularer HD-Streaming und Recording-Optionen sowie über das<br />

Architektur vor. Er ist in drei Größen (1, 2 oder 4 HE) und patentierte Fluent Control Toolset. Roadie erlaubt die einfache<br />

Realisierung eines kompletten Produktionswork-<br />

16 vorkonfigurierten Modellen erhältlich. Die Modelle sind<br />

durch weitere Ein- und Ausgangsmodule erweiterbar. flows bei Live-Produktionen mit nur einem Operator.<br />

ARRI (Stand C4337) hat für Mai <strong>2015</strong> den Marktstart der<br />

neuen ALEXA Mini angekündigt. Die kompakte, leichte,<br />

4k-fähige Kamera wurde entwickelt, um ALEXA-Bildqualität<br />

auch im Bereich von Spezialaufnahmen realisieren<br />

zu können. Sie lässt sich gut in tragbare<br />

Rigs oder Gimbals integrieren. Die<br />

ALEXA Mini kann auch mit B4 Videound<br />

EF Mount Foto-Objektiven genutzt<br />

werden. Ausgestattet ist die ALEXA Mini<br />

mit einem 4:3-Sensor und automatischem<br />

De-Squeeze- Modus für anamorphische Produktionen<br />

und Bildraten von 0.75 bis 200 fps. Die ALEXA Mini<br />

zeichnet in ProRes-Format auf oder unkomprimiert in<br />

ARRIRAW – entweder auf integrierte CFast 2.0 Karten<br />

oder auf einen speziell von Codex entwickelten externen<br />

Recorder.<br />

Camera Corps (Stand C6025) bringt zur NAB das Q3<br />

MiniZoom mit Infrarot- und Genlock-Funktion auf den<br />

Markt. Das Q3 verfügt über eine integrierte 20x Zoom-<br />

Optik und On-screen-Display. Die Firma will auch das<br />

neue Q3 Mini Tracking System vorstellen, das für den Einsatz<br />

mit dem Q3 Mini Robotic System entwickelt wurde.<br />

Chrosziel (Stand C6037) hat mit der MB 565 CINE.1 eine<br />

neue MatteBox auf den Markt gebracht. Sie wurde für die<br />

Bedürfnisse moderner Filmproduktionen entwickelt und<br />

bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.<br />

Die MB 565 CINE.1 ist robust, leicht, mit<br />

einer Vielzahl sinnvoller Eigenschaften ausgestattet<br />

und selbst für lichtstarke Objektive<br />

mit kurzer Brennweite und Außendurchmesser<br />

bis 150 mm geeignet.<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

51


z EVENT / NAB <strong>2015</strong><br />

Cinegy (Stand SL11117), Entwickler von Softwarelösungen<br />

für digitales Video Processing, Asset Management,<br />

Video Kompression, Automation und Playout, wird auf der<br />

NAB <strong>2015</strong> die neue Version 10 seines Produktportfolios<br />

vorstellen. Zu den neuen Features der Version 10 gehören<br />

unter anderem 4k IP-basierte Broadcast-Lösungen, Cinegy<br />

Multiviewer und Cinegy Route. Dazu gibt es Neuerungen<br />

für die Bereiche Automation, Playout und CG Solutions<br />

bei Cinegy Air PRO und Cinegy Type sowie in den<br />

Bereichen Media Asset Management, Archivierung und<br />

Aufnahme Lösungen bei Cinegy Archive, Cinegy Desktop,<br />

Cinegy Workspace und Cinegy Capture.<br />

Codex (Stand C18917), Anbieter von digitalen Recordern<br />

und Workflow Equipment für die Film- und TV-Produktion,<br />

arbeitet erneut mit ARRI zur Bereitstellung von Recordern<br />

für die neue ALEXA Mini zusammen. Der neueste<br />

Recorder von Codex bietet acht Kanäle<br />

für HD-SDI-Input plus Metadaten und<br />

Embedded Audio. Damit ist die parallele<br />

ARRIRAW-Aufzeichnung von vier<br />

ALEXA Mini-Kameras möglich – eine<br />

gute Option für Multi-Kamera-Setups, zum Beispiel<br />

bei 360°-Aufnahmen.<br />

Cube-Tec (Stand N9629) aus Bremen ist im NAB Labs<br />

Future Park vertreten. Gezeigt werden hier neue MXF<br />

Legalizer Features. Das MXF Analyse- und Reparatur-Tool<br />

bietet nun erweiterte Reparatur-Möglichkeiten bei MPEG-<br />

Bitstream-Defekten, unterstützt den offenen FIMS-<br />

Schnittstellen-Standard sowie zusätzliche 50 und 60 Hz<br />

Videosignal-Standards. Cube-Tec wird ferner Ergebnisse<br />

von Entwicklungen innerhalb des europäischen Forschungsprojekts<br />

DAVID vorstellen.<br />

EVS (Stand SL3817) verspricht zur NAB die Vorstellung<br />

neuer Software für seine XT3-Server für mehr Flexibilität<br />

beim Einsatz. Verbessert werden zum Beispiel Konfigurationsmöglichkeiten<br />

für Super-Slomotion-Kameras. Zwei<br />

zusätzlich verfügbare Playout- und Recording-Kanäle<br />

erlauben die Signal-Aufzeichnung von zwei 6x-Super-Slomotion-Kameras.<br />

Neue Ingest- und Playout-Optionen<br />

werden für den Studio-Einsatz des XS-Servers angekündigt<br />

sowie optimierter Audio-Kanal/MADI-Support. Neuigkeiten<br />

sind ferner beim „LSM Cockpit“ für Live-Produktionen<br />

zu erwarten.<br />

deutlich verbesserter Performance vor. Die neuen TerraBlock-Versionen<br />

sind unter anderem für größere Arbeitsgruppen<br />

hoch skalierbar, bieten Asset Tracking und verbesserte<br />

Interoperabilität mit Dritthersteller-Applikationen.<br />

FOR-A (Stand C5117) präsentiert zur NAB Show <strong>2015</strong> die<br />

neueste Version seiner 4k High-Speed-Kamera, Multiviewing-<br />

und Signalverarbeitungs-Technologie sowie diverse<br />

Video-Mischer einschließlich dem neuen<br />

HVS-2000 für SD, HD,<br />

3G und 4k-Video. Er<br />

bietet bis zu 48<br />

Inputs/18 Outputs oder<br />

40 Inputs/22 Outputs.<br />

Eingeführt wird bei<br />

den FOR-A-Mischern MELite. Damit ist es möglich, einen<br />

traditionelle AUX Bus in eine funktionierende M/E mit Cut-,<br />

Mix-, Wipe- und Key-Kontrolle zu verwandeln. Kameraseitig<br />

präsentiert FOR-A die neueste Version seiner 4k-Super<br />

Slowmotions-Kamera FT-ONE-S. Die Kamera erlaubt die<br />

Aufnahme von 360 Bildern pro Sekunde. Weiteres Highlight<br />

am FOR-A-Stand ist der FA-505 Frame-Synchronizer.<br />

Er erlaubt mit seinen fünf Video-Inputs und fünf Video-<br />

Outputs problemloses Multi-Channel-Routing und unterstützt<br />

3G-SDI und HD/SD-SDI Input/Output, bietet ein<br />

Farbkorrektursystem und erlaubt Up-, Down- und Cross-<br />

Conversion diverser Videosignale. Gezeigt werden von<br />

FOR-A einige 4k kompatible Multiviewer.<br />

Grass Valley (Stand SL 206) wird auf der NAB <strong>2015</strong> das<br />

Thema Qualitäts- und Effizienzsteigerung bei Rundfunkproduktionen<br />

in den Vordergrund stellen. Dabei soll<br />

besonderer Augenmerk auf IP- und 4k/UHD-Lösungen<br />

gelegt werden. Highlights sind das „Glass-to-Glass“-IP-<br />

Workflow-System der zu Belden gehörenden Firma, das<br />

LDX 4k-Kamerasystem, das Karrera K-Frame S-series<br />

Video Production Center für mittelgroße Anwendungsbereiche,<br />

das K2 Dyno Replay System mit DynoZoom sowie<br />

das SDN (Software Defined Network) Pegasus für den<br />

Umstieg von SDI-auf IP-Routing.<br />

Harmonic (Stand SU 1210) zeigt in Las Vegas mit Electra<br />

X die neueste Version seiner Electra-Produktreihe. Dabei<br />

handelt es sich um modernste Media-Prozessoren für<br />

Facilis Technology (Stand SL8811),<br />

Anbieter von leistungsstarken<br />

Speichersystemen für den Film-,<br />

Broadcast- und AV-Markt, stellt<br />

das Shared Storage-System TerraBlock<br />

mit neuen Features und<br />

Rundfunk- und Multiscreen-Inhalte-Distribution. Als weltweit<br />

erste Encoder-Lösung unterstützt Electra X laut Harmonic<br />

Grafik, Branding, Playout-Funktionalitäten und Full-<br />

Frame-UHD Live-Encoding.<br />

52 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


EVENT / NAB <strong>2015</strong> z<br />

Imagine Communications (Stand N2702) hat gemeinsam<br />

mit Microsoft einen Azure Media Services Premium Encoder<br />

entwickelt. Die neue Cloud basierte Lösung für On-<br />

Demand-Workflows bietet hohe Flexibilität und Skalierbarkeit<br />

bei der Entwicklung globaler Multiscreen-Angebote.<br />

Medien-Häuser können damit Inhalte in Broadcast-Qualität<br />

weltweit auf nahezu jedes Endgerät streamen. Der<br />

Azure Media Services Premium Encoder wird erstmals auf<br />

der NAB Show <strong>2015</strong> vorgestellt.<br />

I-MOVIX (Stand C8525) stellt<br />

erstmals sein X10 UHD RF<br />

Ultra Motion System vor. Die<br />

drahtlose Übertragung erweitert<br />

den Einsatzbereich der<br />

X10-Ultra-Slowmotion-Kameras<br />

insbesondere bei HD-<br />

Sportübertragungen. Die X10<br />

UHD kann nun mit verschiedenen<br />

Funk-Systemen kombiniert<br />

werden, einschließlich<br />

Vislinks Clip-On 4 oder L1700.<br />

Quantel und Snell (Stand SL 2009) werden zur NAB <strong>2015</strong><br />

erstmal an einem gemeinsamen neuen Messestand vertreten<br />

sein. Ein zentrales Thema wird dabei die Umstellung<br />

von der SDI-Infrastruktur auf den IP-basierten Workflow<br />

sein, für den Quantel und Snell modulare System-Komponenten<br />

wie den Sirius 800 Router, Kahuna Bildmischer<br />

und ein hybrides SDI/IP Kontrollsystem<br />

anbieten, die es ermöglichen,<br />

bestehende Produkte in beiden Produktionsumgebungen<br />

einzusetzen.<br />

Außerdem stellen Quantel und Snell<br />

auf der NAB optimierte Versionen<br />

des Playout-Automations-Systems<br />

Morpheus sowie die Channel-in-a-<br />

Box-Lösung ICE vor. Die smarte<br />

Snell Media Biometric-Technologie<br />

ermöglicht beim Playout eine praktikable Kontrolle aller<br />

Ausspielungen. Quantel stellt zudem die Bearbeitung von<br />

8k 60p-Material am Pablo Rio vor und mit LiveTouch ein<br />

neues Studio Highlight-Systemen mit integriertem Schnittprogramm<br />

für die aktuelle Sportberichterstattung.<br />

Riedel Communications (Stand C4937) präsentiert auf der<br />

NAB Show unter anderem die neueste Version des Echtzeit-Netzwerk-Systems<br />

MediorNet sowie die drei erstmals<br />

auf der IBC 2014 gezeigten Highlights: das multifunktionale<br />

User-Interface RSP-2318 Smartpanel, die netzwerkbasierte<br />

Interkom-Plattform auf Basis der Kommunikationsstandards<br />

AES67 und AVB, Tango TNG-200 und das<br />

Skype-Broadcast-Interface-System STX-200.<br />

Ross Video (Stand N3906) stellt unter anderem ein komplettes<br />

virtuelles und Augmented Reality basiertes Produktionsstudio<br />

vor. Das Unternehmen will damit zeigen<br />

wie VS/AR eingesetzt werden kann, um Produktionen<br />

wertiger zu machen und gleichzeitig dabei Kosten zu sparen.<br />

Zentrale Elemente der Lösung sind Ross Robotics,<br />

XPression Graphics und Ross Virtual Solutions. Präsentiert<br />

wird ferner eine automatisierte Nachrichtenproduktion<br />

auf Basis des OverDrive-Kontrollsystems, die Einsatzmöglichkeiten<br />

des Ross Newsroom Computer-Systems<br />

Inception News sowie der Acuity Series Produktionsmischer<br />

und das XPression Motion Grafiksystem in der<br />

Live-Sportproduktion.<br />

RTW (Booth C2134) präsentiert auf der NAB das ultrakompakte<br />

Loudness- und Pegelmessgerät TM3-Primus.<br />

Neben einem Betrieb als Tischgerät mit direkt am Gerät<br />

verbauten analogen, digitalen und USB-Audio-Schnittstellen<br />

wird TM3-Primus zukünftig auch über einen neuartigen<br />

USB-Hybrid-Modus verfügen, mit dem ohne zusätzliche<br />

Verkabelung und aufwendigem Signal-Routing direkt<br />

innerhalb einer Digital Audio Workstation (DAW) via RTW<br />

PlugIn Messungen vorgenommen und auf dem Primus<br />

dargestellt werden können.<br />

Sennheiser (Stand C2055) verspricht<br />

zur NAB einige Neuigkeiten. Gezeigt<br />

wird unter anderem die Dante-Karte<br />

(EM 9046 DAN) für den EM 9046<br />

Receiver, um das digitale Drahtlos-<br />

Mikrofonsystem Digital 9000 in<br />

Dantes Audio-over-IP-Netzwerk integrieren<br />

zu können. Zu Digital 9000 gibt es die<br />

neue Firmware-Version 3.0.3 mit interessanten neuen<br />

Features.<br />

Sonnet Technologies (Stand SL10824) stellt zwei neue<br />

Thunderbolt-Adapter für USB 3.0 vor. Neben dem<br />

Anschluss für USB 3.0-Geräte verfügen sie jeweils über<br />

einen weiteren Port. So bietet ein Modell die Anbindung<br />

an eSATA-Speicher, die zweite Variante hat einen Gigabit<br />

Ethernet-Anschluss. Die Adapter können an Macs und<br />

PCs genutzt werden.<br />

Zeiss (Stand C9543) bringt zur NAB die neue Zeiss Servo<br />

Unit mit. Sie lässt sich mit drei High-End-Cine-Objektiven<br />

ZEISS Compact Zoom CZ.2 (15-30/T2.9, 28-80/T2.9<br />

und 70-200/T2.9) einsetzen. Eine Schnappvorrichtung<br />

erlaubt das schnelle und einfache Anbringen<br />

der Servo Unit an die Objektive. Ein<br />

Prototyp wurde bereits auf der IBC<br />

2014 vorgestellt, der offizielle Marktstart<br />

soll nun zur NAB erfolgen. ❮Eckhard Eckstein<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

53


z EVENT / TV KOMM<br />

Angst vor Google & Co<br />

Gipfeltalk bei der TV Komm. <strong>2015</strong><br />

›<br />

Bereits zum achten Mal wurde die TV Komm. von der Karlsruher<br />

Messe und Kongress GmbH (KMK) mit hochkarätigen<br />

Referenten und Workshops zum Thema Bewegtbild und Kommunikation<br />

veranstaltet – diesmal unter dem Motto „Media<br />

Mobilisation“.<br />

Axel Meiling, Principal und Head of Competence Center Digital<br />

Media bei Mücke Sturm Company, wies in seiner Keynote<br />

darauf hin, dass allein in Deutschland digitale Inhalte über verschiedene<br />

Plattformen auf rund 140 Millionen festen und mobilen<br />

Endgeräten gesehen werden können. Dabei würden die<br />

Internetgiganten Amazon, Apple, Google und Microsoft vom<br />

PC/Laptop und Smartphones/Tablets aus ihre Ökosysteme mit<br />

eigenen Technologien und Medienangeboten sowie durch<br />

gezielte Übernahmen konsequent auf alle weiteren Devices und<br />

Plattformen ausbauen. „Bei Google sind wir alle das Produkt<br />

und werden an die Werbewirtschaft verkauft“, erklärte Meiling.<br />

Für den TV-Werbemarkt durch Android for TV und durch verbesserte<br />

Einschaltquoten- und performance-basierte Werbeerfolgsmessung<br />

erwartet er nachhaltig gewaltige Veränderungen<br />

und Auswirkungen auf die nationalen Player.<br />

Wie sich diese Marktmacht besser kontrollieren lässt, war eine<br />

der wichtigen Fragen des traditionellen Gipfeltalks unter der<br />

Leitung von Axel Dürr von Nexus Communication. Einig waren<br />

sich dabei alle Teilnehmer, dass nationale medienrechtliche<br />

Regelungen nicht zielführend seien. LFK-Präsident Thomas<br />

Langheinrich plädierte dafür, einige alte Zöpfe der Regulierung<br />

wie Werbezeitenbeschränkungen abzuschneiden. Zugleich<br />

sieht er einen Bedarf für neue Regeln, etwa um gleichberechtigten<br />

Zugang zu Medienangeboten sicherzustellen: „Wir benötigen<br />

eine europäische Regulierung mit Mindestanforderungen<br />

DIE VIER INTERNETGIGANTEN AMAZON, APPLE,<br />

GOOGLE UND MICROSOFT SPIELEN MIT DER<br />

<strong>MEDIEN</strong>INDUSTRIE UND POLITIK HASE UND IGEL.<br />

DURCH IHRE OMNIPRÄSENZ AUF ALLEN INHALTE-<br />

VERBREITUNGSPLATTFORMEN STELLEN SIE<br />

GRENZÜBERSCHREITEND DIE REGELN AUF UND<br />

ENTZIEHEN SICH JEDER NATIONALEN KONTROLLE.<br />

UM DEM ZU BEGEGNEN, IST EINE GEMEINSAME<br />

EUROPÄISCHE REGULIERUNG MEHR DENN JE<br />

NÖTIG. ZU DEM ERGEBNIS KAMEN FÜHRENDE<br />

<strong>MEDIEN</strong>MANAGER AUF DEM BEWEGTBILD-<br />

KONGRESS TV KOMM. <strong>2015</strong> IN KARLSRUHE.<br />

und den Schulterschluss aller Akteure vom Inhalteanbieter über<br />

die Technik bis hin zur Regulierung, um den Internetgiganten<br />

eine starke Position gegenüberzustellen.“ Auch Unitymedia-<br />

CEO Lutz Schüler und VPRT-Geschäftsführer Claus Grewenig<br />

treten für gemeinsames europäisches Handeln ein, zum Beispiel<br />

beim Datenschutz und der Auffindbarkeit von Inhalten.<br />

Für Aufmerksamkeit sorgten auch Rechtefragen und das Thema<br />

Verschlüsselung bei der Verbreitung exklusiver Inhalte über<br />

nationale Grenzen hinweg, wie bei der Handball-WM in Katar<br />

vor einigen Wochen. SWR-Intendant Peter Boudgoust verwies<br />

darauf, dass sich ARD und ZDF die Rechte für die meisten<br />

wichtigen internationalen Sportereignisse im frei empfangbaren<br />

Fernsehen in der Regel lange im Voraus sichern und Handball<br />

nur ein Sonderfall durch die Rechteagentur gewesen sei. Er<br />

betonte, dass die ARD so lange wie möglich am „free flow of<br />

information“-Grundsatz festhalte. Zudem sei durchaus denkbar,<br />

die derzeitige europaweite Verbreitung via Satellit durch kleinere<br />

technische Ausleuchtzonen auf Deutschland und Randregionen<br />

zu begrenzen. Das würde dann aber auch bedeuten, dass<br />

in Zukunft etwa auf Mallorca keine ARD mehr zu empfangen<br />

sei. Sollte allerdings in Zukunft eine Verschlüsselung durch die<br />

Inhaber von Sportrechten zwingend notwendig sein, dann müssen<br />

sich auch die Öffentlich-Rechtlichen auch noch einmal mit<br />

dem Thema beschäftigen, so Boudgoust.<br />

BEST PRACTICE WORKSHOPS<br />

Smartphones, Tablets, internetfähige Fernseher und vernetzte<br />

Geräte sind gegenwärtig der stärkste Treiber in einem TV-<br />

Markt, der sich im massiven Umbruch befindet. Dies zeigten<br />

die Diskussionen und Best Practice Workshops während der<br />

54 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


EVENT / TV KOMM z<br />

TV Komm. <strong>2015</strong>. Gleich in ihrer Begrüßung verdeutlichte Britta<br />

Wirtz, Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress-<br />

GmbH, dass bereits 40 Millionen Bundesbürger täglich Streamingdienste<br />

nutzen und sich der TV-Konsum immer mehr individualisiere.<br />

Sie sieht dabei die große Herausforderung für alle<br />

Player darin, die Potentiale aus dem sich immer mehr zersplitternden<br />

Markt zu erkennen und gezielt für sich zu nutzen. Die<br />

wirtschaftliche Bedeutung mobiler Dienste stützen jüngste BIT-<br />

KOM-Zahlen. Danach wird das mobile Internet bei den Umsätzen<br />

Handy-Telefonate in diesem Jahr erstmals überholen und<br />

voraussichtlich auf 10,3 Milliarden Euro ansteigen. Für Anbieter<br />

sei es angesichts der mobilen Mediennutzung immer wichtiger,<br />

mit ihren Angeboten auf möglichst allen Verbreitungsplattformen<br />

präsent zu sein und sich ständig weiterzuentwickeln,<br />

meinte sie. Beispielhaft für diesen Trend ist die Multimedia-Box<br />

Horizon von Kabelnetzbetreiber Unitymedia KabelBW. Sie soll<br />

bald ein deutlich größeres TV- und Abrufangebot mit über 90<br />

TV-Sendern über 3G-Mobilfunknetze auf Tablets und<br />

Smartphones ermöglichen, kündigte Daniel Hesselbarth, Leiter<br />

des Bereichs Product Innovations, auf der TV Komm. an.<br />

Zudem will das Unternehmen beim Internet schneller werden.<br />

Bis Ende <strong>2015</strong> seien 400 Mbit/s vorgesehen.<br />

Einen ersten Blick auf die Zukunft des Antennenfernsehens<br />

DVB-T2 warf Stefan Schinzel, Leiter Produktmanagement,<br />

Media Broadcast. Die zur Verfügung stehenden Frequenzen<br />

werden jeweils zur Hälfte für öffentlich-rechtliche Sender und<br />

private Sendergruppen bereitstehen. Angedacht ist ein Mix aus<br />

SD- und HD-Programmen. Bei den Endgeräten wird es keine<br />

eigene Media Broadcast Lösung geben, sondern setzt das<br />

Unternehmen auf Partnerschaften mit den gängigen Herstellern<br />

von Boxen und TV-Geräten. Simin Lange, Senior Vice President<br />

Commercial Distribution von Sky, präsentierte die drei Säulen-<br />

Strategie des Konzerns: Exklusiver Content, technische Innovationen<br />

und Kundenservice. Das heißt, Content zu jeder Zeit und<br />

an jedem Ort auf genau dem Device genießen können, auf dem<br />

der Nutzer es wünscht.<br />

Spannende Einblicke in die Social Media Strategie erfolgreicher<br />

TV-Events gaben Matthias Mehner, ProSiebenSat.1 und Christian<br />

Jasper, sixx. Beide sehen in der Nutzung von Social Media<br />

eine große Macht und eine Verlagerung der Kommunikation ins<br />

Web. Dabei seien die emotionale Ansprache und zeitliche<br />

Aktualität sehr wichtig. Humor, Haltung und Selbstbewusstsein<br />

sind in dieser Kommunikation absolut unerlässlich. „Es geht<br />

nicht mehr darum, dass die Menschen am nächsten Tag über<br />

das TV-Event von gestern reden, sondern während des Events<br />

und am nächsten Tag bereits über die Fortsetzung sprechen“,<br />

betonte Jasper. Marion Dilg, Projektleiterin Crossmedia des<br />

SWR, stellte am Beispiel des aktuellen Lena Odenthal-Tatorts<br />

„Blackout“ das crossmediale Konzept des Senders vor. Mit<br />

einem extra programmierten Tatort Game wurde eine Brücke zu<br />

einem internetaffinen Publikum geschlagen. Dann wurden die<br />

Social Media Kanäle angekoppelt. Ihr Fazit lautete: „Das Community-Erlebnis<br />

spielt auch beim Tatort eine wachsende Rolle."<br />

Wie sich die Relevanz für Mobile Video Advertising erhöhen<br />

lässt, präsentierte Mark Stohlmann, Senior Marketing Manager<br />

von Telefónica. So sei es gelungen mit dem Dienst O2 more<br />

local innerhalb von knapp zwei Jahren von Null auf zwei Millionen<br />

Nutzer zu kommen. Telefónica setzt auf Video-Advertising<br />

mit Hilfe von local based Messaging. Das Erfolgsrezept: lokale<br />

Zielgruppenansprache mit exaktem Nutzerprofil in Kombination<br />

mit zielgruppen-definierten Werbebotschaften. „Wir nutzen hier<br />

gezielt die SMS und auch die MMS. Denn auch wenn die Nutzung<br />

in Deutschland sehr zurück gegangen ist, wird so gut wie<br />

jede eingehende SMS auch gelesen", erläuterte Stohlmann.<br />

Was Radio von Spotify lernen kann, zeigte Kristian Kropp,<br />

Geschäftsführer BigFM und RPR1. Für ihn ist DAB+ der wichtigste<br />

Ansatz für das Radio der Zukunft. Dabei ergänzen sich<br />

DAB+-Verbreitung und Webangebote. Für ihn sind Local Touch<br />

Points entscheidend für die Vermarktung. „Mobile Audioinhalte<br />

werden in der Zukunft mindestens die Nr. 2, wenn nicht das<br />

wichtigste Angebot auf mobilen Endgeräten sein“, stellte er<br />

abschließend fest.<br />

Mit neuen Formen des Inboard-Entertainments auf der Straße<br />

befasste sich Frank Strässle, Geschäftsführer, Bayerische<br />

Medientechnik BMT. Da Smartphones nur noch zu 20 Prozent<br />

fürs Telefonieren genutzt werden, steigt die Bedeutung leistungsfähiger<br />

Netze. LTE kann für Strässle Broadcast-Techniken<br />

wie DAB+ nicht ersetzen. Würde man etwa versuchen, die<br />

mobile Radionutzung in Bayern über das Internet statt über<br />

UKW/DAB+ abzuwickeln, wäre dafür ein Volumen in der Höhe<br />

etwa des gesamten deutschen Datentraffics im mobilen Internet<br />

nötig. Dafür sind die Netze nicht ausgelegt und es entstünden<br />

sehr hohe Netzkosten für Radioveranstalter und Hörer. Im<br />

Auto sei es daher wichtig, dass Webanbindung und Broadcasttechnik<br />

für den Hörer bedienungsfreundlich und kosteneffizient<br />

zusammengeführt werden. Eine zentrale Frage für ihn ist, wie<br />

die Bedienoberflächen gestaltet sein werden: „Wer bestimmt<br />

künftig die Nutzerführung – Google, Apple oder der Autohersteller?“<br />

Thema der TV Komm. war aber auch, wie regionale Medienhäuser<br />

ihre Nischen finden und neue Angebote über alle Kanäle<br />

verbreiten können. So zeigte Christopher Wertz, Verkaufsleiter<br />

digitale Medien der Pforzheimer Zeitung, wie ein regionaler Zeitungsverlag<br />

den Weg hin zu einem crossmedialen Medienhaus<br />

geht, das alle digitalen Verbreitungskanäle konsequent nutzt.<br />

Von den reinen Apps bis zur augmented reality. Die Geschäftsführerin<br />

des Radiosenders die neue welle, Andrea-Alexa Kuszák,<br />

präsentierte das Portal Regio-News. In Kooperation mit<br />

weiteren lokalen Sendern und Zeitungsverlagen ist eine crossund<br />

multimediale Newsplattform entstanden, die über 14 Landkreise<br />

abdeckt. Die Nutzer können über eine Smartphone-App<br />

Nachrichten aus ihren Landkreisen auswählen. Felix Neubüser,<br />

Geschäftsleiter des online-Portals ka-news verdeutlichte, wie<br />

man als regionales Portal mit journalistischem Anspruch, mobiler<br />

Ausrichtung und mit Hilfe innovativer Werbemöglichkeiten<br />

sich erfolgreich am Markt positionieren kann.<br />

❮ Eckhard Eckstein<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

55


z EVENT / SPOBIS<br />

SPORT UND <strong>MEDIEN</strong> GEHEN IM ZEITALTER DER<br />

MASSENKOMMUNIKATION FAST SCHON EINE<br />

SYMBIOTISCHE VERBINDUNG EIN. NUR GROSSE EREIG-<br />

NISSE IN DIESEM SEGMENT SCHAFFEN ES NOCH, IN<br />

EINEM FRAGMENTIERTEN MARKT MIT MITTLERWEILE<br />

UNZÄHLIGEN ANGEBOTEN DIE AUFMERKSAMKEIT DER<br />

MASSEN VOR DEM BILDSCHIRM ZU BINDEN. DAS<br />

BEDEUTET FÜR DIE BETEILIGTEN NACH WIE VOR EIN<br />

MILLIARDENGESCHÄFT. ABER AUCH HIER VERÄNDERT<br />

DIE DIGITALISIERUNG DIE RAHMENBEDINGUNGEN. DAS<br />

HAT AUCH EUROPAS GRÖSSTER SPORT BUSINESS–<br />

Networking bei der SpoBis<br />

KONGRESS, DIE SPOBIS <strong>2015</strong>, IN DÜSSELDORF GEZEIGT.<br />

Ohne Bewegtbild geht es nicht<br />

›„Wir haben neue Konkurrenz erhalten“, betonte der<br />

Geschäftsführer der wige Media AG Peter Lauterbach direkt<br />

zu Anfang seines Vortrags auf der SpoBIS, „Jeder ist heute in<br />

der Lage Bewegtbild zu produzieren.“ Der Schwede Felix Kjellberg,<br />

alias „PewDiePie“, der einen YouTube-Kanal mit Schwerpunkt<br />

Gaming betreibt, verdient pro Jahr bereits mehrere Millionen<br />

Euro. Und die Video Gaming-Website Twitch wurde letztes<br />

Jahr von Amazon für eine Milliarde Dollar gekauft. „Marken werden<br />

durch Reichweite kapitalisiert“, ist sich Lauterbach sicher,<br />

„so will die Bundesliga die Milliardengrenze über die neuen digitalen<br />

Plattformen reißen, nicht nur über klassisches TV.“ Er<br />

prognostizierte, dass auch randsportarten reüssieren werden:<br />

„Hier braucht man gute Player und gleichzeitig müssen die Produktionskosten<br />

gesenkt werden, um schnell und flexibel zu reagieren.“<br />

Als Beispiel dafür verwies er auf Osteuropa, wo die<br />

Produktion einer kompletten Eishockeyliga für nur sechs Millionen<br />

Euro im Jahr realisiert werden könnte.<br />

Die Deutsche Telekom jedenfalls hat sich letzten Herbst die<br />

Übertragungsrechte der Beko Basketball Bundesliga (BBL)<br />

gesichert. „Das ist eine große Chance für unsere Sportart“,<br />

freute sich BBL-Chef Jan Pommer in Düsseldorf. Die Free TV<br />

Rechte wiederum vergab die Telekom an Sport1.<br />

Für Telekom-Kunden mit Laufzeitvertrag und einer Internet-Flatrate<br />

ist das Basketball-Paket kostenlos. Rund 45.000 Buchungen<br />

für die Basketball-Übertragungen seien bis Ende des Jahres<br />

getätigt worden. Bei rund 16 Millionen Basketball-Fans in<br />

Deutschland, von denen die Hälfte täglich das Internet nutzt, so<br />

Pommer, sei das Angebot aber noch ausbaufähig. Schon bisher<br />

ist es gelungen, die Attraktivität der BBL „deutlich“ zu erhöhen:<br />

„Innerhalb von vier Jahren sind die Zuschauerzahlen in<br />

den Hallen um 20 Prozent gewachsen, der Umsatz der Liga um<br />

20 Prozent und die TV-Einschaltquoten bei Sport1 um 57 Prozent.“<br />

Der Geschäftsführer von Sport1, Olaf Schröder, wies<br />

allerdings darauf hin, dass Sportarten live im frei empfangbaren<br />

Fernsehen gezeigt werden müssen: „Damit sie im relevanten<br />

Set erhalten bleiben.“ Widerspruch gab es erwartungsgemäß<br />

von Vermarkterseite aus, in diesem Fall vom Geschäftsführer<br />

von Athletia Sports Lukas Klumpe: „Live-Fernsehen im Free-TV<br />

werde an Bedeutung verlieren.“ Überhaupt würden sich TV und<br />

Online immer mehr annähern: „YouTube-Kanäle sind ja bereits<br />

wie Fernsehsender.“ Differenzierter beurteilte Thorsten Blodow<br />

von Wige die Situation. Er gab zu Bedenken, dass selbst große<br />

Zugriffszahlen auf YouTube noch nicht monetarisiert werden<br />

können: „Aber man darf diese Kanäle nicht vernachlässigen,<br />

weil hier die junge Zielgruppe erreicht wird.“<br />

Eine gezieltere Ansprache für diese Zielgruppe wünschte sich<br />

auch Tobias Holtkamp. Der Ex-Motorsportexperte bei Bild und<br />

bild.de und heutiger Chefredakteur des Fußball-Portals transfermarkt.de<br />

kritisierte mit Blick auf die DTM: „Im Zeitalter von<br />

YouTube hat sich vieles verändert. Die Rennen sollten auch<br />

über Plattformen wie What’s App, Instagram oder Twitter in<br />

angemessener Form, etwa mit kurzen Videoclips, begleitet werden.“<br />

Wie stark der Sport bereits durch die Digitalisierung<br />

geprägt wird, das machte Klemens Skibicki, Professor und Mitbegründer<br />

des Deutschen Instituts für Kommunikation und<br />

Recht im Internet deutlich. Sein Fazit: Schon heute hat sich das<br />

56 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


EVENT / SPOBIS z<br />

Nutzerverhalten von Konsumenten und Fans gewandelt. Früher<br />

erreichten Fußballvereine ihre Fans über Zeitungen, über<br />

Newsletter per Post, über das Stadionmagazin. Heute reicht ein<br />

Post bei Facebook, um Tausende Fans über Spielertransfers<br />

oder Vereinsaktivitäten zu informieren. Dasselbe gilt auch für<br />

die Unternehmen – und sie können den Sport als Vehikel dafür<br />

nutzen. Ernüchternd waren die Erkenntnisse Skibickis, die<br />

nahelegen, dass Werbung in sozialen Netzwerken kaum eine<br />

Wirkung entfaltet: Die meisten, rund 90 Prozent, vertrauen auf<br />

Empfehlungen ihrer Freunde. Dennoch würden Unternehmen in<br />

sozialen Netzwerken wahrgenommen: Mit Sportinhalten als<br />

Vehikel gelingt es Konzernen, ihre Zielgruppe direkt zu erreichen,<br />

etwa mit Stars aus diesem Bereich. Skibicki: „Das Thema<br />

Sport ist sensationell, um sich zu positionieren.“<br />

Dass die Fans über die sozialen Medien wesentlich näher am<br />

Thema dran seien, das bestätigte auch der Geschäftsführer des<br />

Sportrechtevermarkters Sportfive Philipp Hasenbein: „Wir müssen<br />

verstärkt Zukunftsthemen wie Native Advertising, Smart<br />

Data und Internet Of Things berücksichtigen. Es gibt keine einfachere<br />

Form mit seinen Fans zu kommunizieren als über einen<br />

digitalen Kanal.“ Die Vermarkter und Sponsoren müssten die<br />

Nutzung und Integration von Daten optimieren, um die digitale<br />

Kommunikation mit den Fans zu optimieren: „Im Hinblick auf<br />

das Sammeln von Daten macht unsere Branche noch viel zu<br />

wenig.“ Eine genaue Hinterfragung des Sportnutzungsverhalten<br />

verlangte auch Jens Thiemer, Vice President Marketing Communications<br />

bei Mercedes-Benz Cars: „Neben dem herkömmlichen<br />

Fernsehen sind auch Apps oder Dienste wie Twitter in dieser<br />

Hinsicht relevant. Sport und Lifestyle gehören zusammen.<br />

Es ist wichtig, die entsprechenden Entertainment-Plattformen<br />

zu vermarkten.“ Das konnte Henning Stiegenroth, Leiter Sportmarketing<br />

bei der Deutschen Telekom nur bestätigen: „Man<br />

muss den Fans auf jeden Fall besonderen Content bieten.“<br />

Dafür muss man allerdings nicht zwangsläufig teure Live-Rechte<br />

erwerben.“ Wichtig sei eine enge Zusammenarbeit mit den<br />

Vereinen, die sich allerdings den Herausforderungen der<br />

Zukunft stellen müssten. „Wenn ich an Themen wie CRM oder<br />

Connected Stadium denke“, so Stiegenroth, „sind auch Investitionen<br />

erforderlich.“<br />

Ein Paradebeispiel wie ein Verein Social Media nutzt, gab in<br />

Düsseldorf Stefan Mennerich, Direktor Neue Medien, Medienrechte<br />

und IT beim FC Bayern. Aktuell nutzt der Bundesligaverein<br />

die sozialen Netzwerke, um mit Fans rund um den Globus<br />

verbunden zu sein und interessante, exklusive Inhalte zu bieten.<br />

„Damit wollen wir neue Fans für den Club gewinnen, binden<br />

und sie auf unsere anderen Kanäle – etwa Online-Shop oder<br />

Website – weiterleiten.“ So werden auf dem Facebook-Auftritt<br />

der Bayern vor allem Trainingsbilder, Spielerinterviews und ähnliche<br />

Inhalte veröffentlicht, die Spieler und Verein dem User<br />

näher bringen und so die emotionale Bindung verstärken sollen.<br />

Der Facebook-Account zählt mittlerweile 11,5 Millionen<br />

Likes während die Twitter Accounts rund 850.000 Follower aus<br />

Deutschland verzeichnen. 40.000 Follower sind es auf dem<br />

Kai Diekmann<br />

englischen Account, 25.000 Follower auf dem spanischen. Für<br />

die digitalen Bilder, Aufnahmen und Interviews sind täglich zwei<br />

Kamera-Teams auf dem Trainingsgelände unterwegs.<br />

SPORT BLEIBT TREIBER IN DEN <strong>MEDIEN</strong><br />

Aufschlussreich waren auch die Ankündigungen des ProSiebenSat.1-Geschäftsführers<br />

Zeljko Karajicas über den anstehenden<br />

Boxkampf zwischen Arthur Abraham und Felix Sturm.<br />

In Kooperation mit dem Sauerland Boxstall hatten die Münchener<br />

die Rechte für den unter Fans mit Spannung erwarteten<br />

Fight erworben. Ob in diesem oder im nächsten Jahr, ist noch<br />

nicht klar. „Ich bin zuversichtlich, dass wir spätestens in den<br />

nächsten zwölf bis 16 Monaten so weit sind“, kündigte Karajica<br />

an. Bei der Sendergruppe wird aber noch überlegt, ob das<br />

Sportereignis tatsächlich live im frei empfangbaren Fernsehen<br />

ausgestrahlt werden soll. „Wir haben die Rechte nicht nur<br />

erworben, um die Kämpfe im Free-TV zu zeigen, sondern auch,<br />

um unser eigenes Pay-per-View-Angebot auf ‚maxdome‘ zu<br />

stärken.“ Wenn sich in den USA, in Großbritannien oder sogar<br />

in Dänemark das Pay-per-View beim Boxen durchgesetzt habe,<br />

warum dann nicht auch in Deutschland?, fragte er.<br />

Wie wichtig letztlich König Fußball im gesamten Vermarktungsmix<br />

bleibt, machte dann schließlich noch einmal Bild – Chefredakteur<br />

Kai Diekmann klar: „Als Treiber für das digitale Abo-<br />

Modell von Bild hat Bundesliga-Fußball eine Riesenbedeutung.<br />

Wir haben rund 250.000 vollzahlende Digital-Abonnenten, zwei<br />

Drittel davon nutzen das Bundesliga-Paket.“ „Bild“ sei ohne<br />

Bundesliga nicht denkbar – „eher schafft McDonald's den Big<br />

Mac ab“, verkündete Diekmann auf der SpoBIS, um sofort<br />

darauf auf eine Notwendigkeit hinzuweisen, die auch die Produzenten<br />

und Dienstleister hoffen lässt: „Und ohne Bewegtbild<br />

kommen wir im Digitalen schlicht nicht aus.“<br />

❮Werner Urbe<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

57


z EVENT / PROLIGHT + SOUND<br />

Erweitertes Angebotsspektrum<br />

DIE PROLIGHT + SOUND IN FRANKFURT ERWEITERT FÜR<br />

DIE KOMMENDE VERANSTALTUNG VOM 15. BIS 18. APRIL<br />

<strong>2015</strong> IHR THEMEN- UND BRANCHENSPEKTRUM. MIT DEM<br />

NEUEN THEMENSCHWERPUNKT STAGERY WERDEN VER-<br />

STÄRKT FACHBESUCHER AUS DEN BEREICHEN THEATER<br />

UND THEATERTECHNIK ADRESSIERT, UNTER ANDEREM<br />

MIT EINEM SPEZIELLEN SEMINAR- UND VIP-PROGRAMM.<br />

Broadcast, Production und Recording in den Hallen 8, 9, und 11<br />

›<br />

Die Prolight + Sound gilt als größte internationale Messe<br />

von Technologien und Services für Veranstaltungen, Installation<br />

und Produktion weltweit. Sie bietet damit einen umfassenden<br />

Überblick über alle Produkte und Dienstleistungen der<br />

Veranstaltungstechnik und Systemintegration. Der Veranstalter<br />

will nun sein Angebotsspektrum neu justieren und die Bereiche<br />

Theater und Theatertechnik stärker adressieren. Zahlreiche<br />

Hersteller und Dienstleister rund um Bühnenlicht, Traversen,<br />

Rigging, Hebetechnik bis hin zu Vorhangsystemen, Showtextilien<br />

und Bestuhlung haben ihre Teilnahme an der Prolight +<br />

Sound frühzeitig bekannt gegeben – darunter Alfa System sas,<br />

American Dancewear, Bühnenbau Schnakenberg, Bütec,<br />

ChainMaster Bühnentechnik, Chemtrol División Teatro, Enforcer<br />

Pülz, ETC, Gerriets, Jelmez-art, Maquinas Iberica, Quinette<br />

Gallay und viele weitere. „Den Wunsch, sich am gleichen Ort<br />

wie die übrigen Teilsegmente der Veranstaltungsindustrie zu<br />

präsentieren und zu treffen, haben wir bereits in der Vergangenheit<br />

in der Theaterbranche wahrgenommen“, sagt Michael<br />

Biwer, Leiter der Prolight + Sound. „Diesem Umstand möchten<br />

wir mit der Etablierung des Themenschwerpunkts Stagery<br />

Rechnung tragen, der Unternehmen, Händlern und professionellen<br />

Anwendern gute Gründe bietet, bei der Veranstaltung<br />

dabei zu sein.“<br />

Im Rahmen von Stagery bietet die Prolight + Sound mit dem<br />

Theater- und Film-Kolloquium am 16. und 17. April ein spezielles<br />

Vortragsprogramm für die Zielgruppe. Referenten aus der<br />

Praxis vermitteln hier wertvolles Fachwissen rund um Theatertechnik,<br />

Bühnenbild, Kostümgestaltung sowie rechtliche Rahmenbedingungen<br />

und Sicherheitsaspekte. Das Theater- und<br />

Film-Kolloquium bildet einen der Hauptstränge der Prolight +<br />

Sound Conference und wird von Organisationen aus der Branche<br />

unterstützt, darunter die Gesellschaft der Theater-Kostümschaffenden<br />

e. V. (GTKos) sowie die Bundesvereinigung der<br />

Filmschaffenden Verbände e. V.<br />

Robert Wilson, international einer der aktivsten und einflussreichsten<br />

Theater- und Opern-Regisseure, hält am Donnerstag,<br />

den 16. April, in der Galleria.1 auf dem Frankfurter Messegelände<br />

die Keynote Speech zum Theater- und Film Kolloquium.<br />

„Mit Robert Wilson konnten wir eine der herausragenden Persönlichkeiten<br />

der Branche als Redner auf dem Theater- und<br />

Film-Kolloquium gewinnen. Durch Vorträge prominenter Branchenexperten<br />

unterstreicht das Programm den hohen Stellenwert,<br />

den der Theaterbereich auf der Prolight + Sound <strong>2015</strong><br />

einnimmt“, erklärte Michael Biwer. „Unser besonderer Dank gilt<br />

Florian von Hofen, CTO der Rogue AVE, der den Kontakt zu<br />

Robert Wilson aufgebaut und sich mit großem Einsatz um die<br />

Realisierung dieses besonderen Highlights verdient gemacht<br />

hat.“<br />

Neben Robert Wilson wird auch der renommierte Theater-<br />

Experte Andy Hayles eine Keynote-Rede halten. Hayles ist<br />

Geschäftsführer von Charcoalbue (London/New York), einem<br />

international erfolgreichen Beratungsunternehmen für Theatertechnik,<br />

zu dessen namhaften Auftraggebern unter anderem<br />

die Royal Shakespeare Company zählt. Weitere Referenten sind<br />

unter anderem: Jonas Schira von der Gerriets GmbH, Kostümbildnerin<br />

Riccarda Merten-Eichler, Lichtdesigner Herbert<br />

Cybulska sowie Axel Dietrich Berger, Spezialist für Arbeitsschutz<br />

bei Filmproduktionen.<br />

Nach Angaben der Veranstalter verfolgt die Prolight + Sound<br />

das Ziel, Unternehmen der Branche mit Fachhändlern und professionellen<br />

Anwendern zusammenzuführen. Damit Besucher<br />

aus dem Theaterbereich die für sie relevanten Austeller schnell<br />

und komfortabel auffinden können, gibt es erstmals einen eigenen<br />

Stagery Quickfinder. Die Broschüre listet die für diese Zielgruppe<br />

besonders wichtigen Präsentationsstände in den fünf<br />

58 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


EVENT / PROLIGHT + SOUND z<br />

Hallenebenen auf. Zudem sind<br />

alle Aussteller aus dem Theater-Bereich<br />

in der Online-<br />

Suche speziell gekennzeichnet.<br />

Ein weiterer Bestandteil des<br />

neuen Themenschwerpunkts<br />

ist ein VIP-Programm für<br />

Theaterplaner, das am Messe-<br />

Donnerstag, den 16. April<br />

<strong>2015</strong>, stattfindet. Neben dem<br />

breiten Produktsortiment und<br />

dem vielfältigen Weiterbildungsangebot<br />

erhalten sie<br />

freien Eintritt sowie ein exklu-<br />

moving.picture.pavilion in Halle 9<br />

sives Welcome Package inklusive Einladung zum Abendprogramm,<br />

in dessen Rahmen auch der renommierte Branchenaward<br />

„Opus – Deutscher Bühnenpreis“ verliehen wird. Interessierte<br />

Theaterplaner können sich per E-Mail über stagery@messefrankfurt.com<br />

für das Stagery VIP-Programm anmelden.<br />

In der Erweiterung der Zielgruppe um den Theaterbereich spiegelt<br />

sich laut Michael Biwer die Messe-Allianz mit der Showtech<br />

wider, die <strong>2015</strong> in der Prolight + Sound aufgeht. Zu den Verbänden,<br />

die die Prolight + Sound unterstützen, gehören neben<br />

den bereits erwähnten auch die Deutsche Theatertechnische<br />

Gesellschaft e.V. (DTHG), der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren<br />

e.V. (EVVC) sowie der Verband für Medienund<br />

Veranstaltungstechnik e.V. (VPLT).<br />

UMFANGREICHES KONGRESSPROGRAMM<br />

Traditionell bietet die Prolight + Sound auch in anderen Themenbereichen<br />

ein interessantes Kongress-Programm an, das<br />

mit der Eintrittskarte zur Messe kostenlos besucht werden<br />

kann. Hier geht es unter anderem um professionelle Audiotechnik,<br />

Eventmanagement, Sicherheit auf Veranstaltungen, den<br />

Bereichen Integration multimedialer Netzwerke, rechtlichen Fragen<br />

zu Installationen und deren Betrieb sowie um Innovationen<br />

und deren Anwendungsbereiche.<br />

Der Verband Deutscher Tonmeister (VDT) präsentiert in der VDT<br />

Academy zum Beispiel am Freitag den 17. April sieben Panels<br />

zur Audioproduktion. Unter anderem sprechen hier Prof. Michael<br />

Schubert, Leiter Erich-Thienhaus-Institut der HfM Detmold<br />

über moderne Score-Produktionen am Beispiel eines aktuellen<br />

Deutschen Kinofilms“ und Dipl. Tonmeister Gabriel Grote, bg<br />

audiodesign, Berlin über „Audiodesign für Unternehmen“.<br />

Auf dem Media Systems Kongress vom 15. bis 17. April geht es<br />

unter anderem um 3D Sound Design, 4k-Projektion, Frequenzmanagement<br />

für Funkmikrofone (Wolfgang Bilz, Shure Europe),<br />

die Zukunft des Live-Sounds (John Meyer, Meyer Sound Lab),<br />

Digitale Dividende 2 und die Auswirkungen auf die Spektrumsnutzer<br />

(Dipl.-Ing. Norbert Hilbich , Sennheiser Elektronik) und<br />

Funkmikros auf der Bühne (Michael Altenmark, Beyerdynamic).<br />

Zum mittlerweile dritten Mal richtet in Halle 9 (Stand B14) auf<br />

der Prolight + Sound der Systemlieferant Teltec, gemeinsam mit<br />

dem Veranstalter der Messe, den moving.picture.pavilion aus.<br />

„Als führendes Handelshaus rund um das bewegte Bild präsentieren<br />

wir herstellerübergreifende Lösungen zur Thematik der<br />

Live-Video-Produktion. Angefangen von verschiedenen Kamera-Setups<br />

und deren Zubehör – Grip, Licht, Optik, et cetera –,<br />

über weiterführende Lösungen innerhalb der Produktionskette<br />

mit Mischern, Grafiksystemen, Zuspielern und Steuer-Elementen,<br />

bis hin zu verschiedenen Distributionslösungen für zum<br />

Beispiel Live-Streaming. Somit finden sich auf einem einzigen<br />

Stand praxisrelevante und vor allem funktionale End-to-End-<br />

Lösungen für verschiedenste Anforderungen“, erklärte Teltec-<br />

COO Steffen Schenk.<br />

Auf dem moving.picture.pavilion sind in diesem Jahr unter<br />

anderem die Lösungen der Hersteller ARRI, Atomos, Blackmagic<br />

Design, Broadcast Solution (Slomo.tv), Canon, Fieldcast,<br />

HaiVision, Lectrosonics, Litepanels, livestream.com, NewTek,<br />

Panasonic, Sachtler, SlideKamera, Sony und SoundDevice vertreten.<br />

Vor Ort kann sich der Besucher auf kompaktem Raum<br />

einen umfassenden Überblick zu einer Vielzahl an möglichen<br />

Produktionslösungen verschaffen, diese testen und sich dabei<br />

herstellerunabhängig und individuell beraten lassen.<br />

Die Prolight + Sound läuft in diesem Jahr wieder parallel zur<br />

NAB in Las Vegas, der weltgrößten Kongressmesse für digitale<br />

Medien und Entertainment. Viele Hersteller, die traditionell auf<br />

beiden Messen vertreten sind, müssen deshalb ihre Aussteller-<br />

Kapazitäten splitten, was auf wenig Begeisterung stößt. Die<br />

Aussteller der Bereiche Broadcast, Production und Recording<br />

finden sich in den Hallen 8.0, 9.0, 9.1 und 11.0. Vertreten sind<br />

hier unter anderem ARRI, Avid, Blackmagic Design, BroaMan,<br />

Broadcast Solutions, Canon, delec, eyevis, Genelec, HD wireless,<br />

Klotz, Lawo, MBF Filmtechnik, Meyer Sound, Neutrik,<br />

Optocore, Panasonic, Riedel, Sachtler, SSL, Sommer Cable,<br />

Sony, Vitec und Yamaha. Auch die Aussteller in den Produktgruppen<br />

Broadcast, Production und Recording sind zur Prolight<br />

+ Sound ebenso wie zur parallel laufenden Musikmesse auf<br />

dem Frankfurter Messegelände über einen eigenen Quickfinder<br />

einfach zu finden.<br />

❮Eckhard Eckstein<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

59


z EVENT / MIPDOC<br />

Rechte-Dschungel<br />

DER MIPDOC CO-PRODUCTION PITCH, DER AM 11. APRIL IM<br />

VORFELD ZUR MIPTV IN CANNES STATTFINDET, WIRD ZUM<br />

ERSTEN MAL VON ZDF ENTERPRISES ALS „GLOBAL<br />

PARTNER“ UNTERSTÜTZT. DIE ZDF-TOCHTER, DIE WELTWEIT<br />

DIE PROGRAMME DES MUTTERSENDERS, ABER AUCH<br />

ANDERER ANBIETER VERTREIBT, HÄLT DORT NACH PASSEN-<br />

DEN PROJEKTEN AUSSCHAU. <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong> SPRACH<br />

DARÜBER MIT RALF RÜCKAUER VON ZDFE.FACTUAL.<br />

Ralf Rückauer<br />

›<br />

Für den Doku-Pitch-Wettbewerb auf der MIPDoc können<br />

sich Filmemacher und Autoren aus der ganzen Welt bewerben.<br />

Aus den eingereichten Projekten werden fünf Finalisten<br />

ausgewählt, die von ZDF Enterprises zur Live-Präsentation<br />

Ihres Projektes vor einer hochkarätigen Jury von internationalen<br />

Doku-Experten in Cannes eingeladen werden. Zur Jury gehören<br />

Peter Arens, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Kultur und Wissenschaft<br />

, Chris Hoelzl, VP Program Development bei Smithsonian<br />

Networks, Carlyn Staudt, SVP Global Programming & Acquisitions<br />

bei National Geographic Channels International sowie<br />

Coraline Roch, die bei France Télévisions den Bereich Acquisitions<br />

and International Coproductions veranwortet.<br />

„Es interessiert uns, wie die Jury-Mitglieder die Projekte beurteilen.<br />

Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass wir selbst uns<br />

daran beteiligen“, sagt Ralf Rückauer, der als Bereichsleiter von<br />

ZDFE.factual gezielt Stoffe für die Kategorien Geschichte, Natur<br />

und Tierfilm sowie Wissenschaft akquiriert.<br />

„Unser Ziel ist immer, möglichst weltweit viele Rechte zu akquirieren.<br />

Wir können gut einschätzen, wie sich ein Programm verkauft.“<br />

Bei einer Natur-Doku hänge das Potential vom Thema<br />

und der Machart ab. „Wir brauchen ein Gespür dafür, was<br />

unsere Kunden in Zukunft gerne haben möchten.“ In der Regel<br />

zahlt ZDF Enterprises den Produzenten eine Mindestgarantie<br />

sowie eine Beteiligung nach Recoupment, Buyouts sind die<br />

Ausnahme.<br />

„Beim Rechteerwerb sind wir immer bemüht, zukünftige Technologien<br />

abzudecken, weil viele Kunden umfangreiche Programmpakete<br />

nachfragen.“ Bei den europäischen Free-TV-Sendern<br />

ist es inzwischen die Regel, dass 7-Days-Catch-up-Rechte<br />

erworben werden, um die jeweiligen Mediatheken zu befüllen.<br />

„Der Markt ist recht überschaubar. Da wir auch für<br />

ZDF-Redaktionen einkaufen, haben wir schon mit fast allen<br />

Partnern zusammengearbeitet und auch mit anderen Firmen<br />

Vertriebskooperationen über Rechtepakete abgeschlossen.“<br />

Während die Marktteilnehmer sich kennen, wird die Rechteverwertung<br />

aufgrund neuer Auswertungsplattformen und -kanäle<br />

immer komplizierter, was ein entsprechendes Vertragswerk<br />

bedingt. „Aufgrund dieses Rechte-Dschungels können sich<br />

Konflikte ergeben, weil die Sorge besteht, ein Auswertungsfenster<br />

zu verlieren“, weiß Rückauer. „Die Produzenten möchten<br />

immer gerne alle Rechte behalten, während die Kunden<br />

immer sämtliche Lizenzen erwerben möchten.“<br />

Zur zweitägigen MIPDoc werden rund 500 Firmen, 700 Teilnehmer<br />

und 400 Einkäufer aus 50 Ländern erwartet, die dort Dokumentationen<br />

sichten, Networking-Events und Konferenzen<br />

besuchen sowie Einzelmeetings abhalten.<br />

„Es gibt eine immer größere Masse an Programmen im Markt,<br />

aber auch immer mehr Kunden“, konstatiert Rückauer. Allein in<br />

Deutschland haben sich zahlreiche neue Sender wie RTL<br />

NITRO, ZDFneo und ProSieben Maxx firmiert. Im Doku-Bereich<br />

führt diese Entwicklung dazu, dass es immer mehr Pakete gibt.<br />

Statt nach einem herausragenden Einzelstück zu suchen, werden<br />

50 bis 100 oder sogar 200 Programmstunden eingekauft.<br />

Es gibt aber auch den Trend zur großen Dokumentation, die<br />

international mit hohem Budget koproduziert wird. „Ich habe<br />

die Hoffnung, dass sich in den nächsten Jahren innerhalb der<br />

europäischen Sendeanstalten mehr Allianzen ergeben und wir<br />

innereuropäisch mehr koproduzieren.“<br />

Als weitere Tendenz beobachtet er, dass große US-Sender<br />

weniger Scripted Reality und serielle Soap-ähnliche Formate<br />

produzieren. „Es wird eine kleine Renaissance der klassischen<br />

Formate geben“, versichert Rückauer, der davon überzeugt ist,<br />

dass sich schon in wenigen Jahren die gesamten Vertriebsstrukturen<br />

grundlegend ändern. „Ich glaube, wir werden keine<br />

Rechte mehr in einzelne Länder verkaufen, sondern nur noch in<br />

Kategorien wie Erstausstrahlung, Exklusivität für das zweite<br />

Fenster sowie die Nicht-Exklusivität, die mit den verschiedenen<br />

Plattformen geteilt wird. Die Lizenzwelt wird auf den Kopf<br />

gestellt.“<br />

❮Birgit Heidsiek<br />

60 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


BRANCHENSPIEGEL<br />

Im Branchenspiegel von <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong> können Sie Ihr Unternehmen mit<br />

Kontaktdaten, Dienstleistungen, Produkten und Referenzen präsentieren.<br />

Dazu mailen Sie uns bitte Firmen-Logo 300dpi und<br />

Texte max. 400 Zeichen an: anzeigen@medienbulletin.de<br />

Der Eintrag kostet 150 Euro netto im Monat.<br />

Buchungen unter Tel.: O8131-354761<br />

Einträge und Korrekturen für <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong>, Ausgabe 3.<strong>2015</strong><br />

bitte bis zum 01.04.<strong>2015</strong> angeben.<br />

Folgende Rubriken stehen Ihnen hier zur Verfügung:<br />

HERSTELLUNG › VERTRIEB › INTEGRATION: Hard- und Software-<br />

Hersteller- und Entwickler, Vertriebsunternehmen, Consulting-, Planungsund<br />

Ingenieurbüros, Systemhäuser, Integrations- und Installationsbetriebe,<br />

Leasing-Firmen, etc.<br />

PRODUKTION: Produktions- und Postproduktionsdienstleister, Studiound<br />

Außenproduktions-Betriebe, ENG-, SNG- und Ü-Wagen-Dienstleister,<br />

Verleiher, etc.<br />

DISTRIBUTION: Distributionsdienstleister, Kabel- und Satelliten-Provider,<br />

Telekom-Unternehmen, Playout-Center, Plattformbetreiber<br />

(Radio, TV, IPTV, Web-TV, Mobile-TV, Business-TV, Digital Cinema, Digital<br />

Signage, etc.), Serviceanbieter für Streaming, digitale Archive,<br />

Contentmanagement etc.<br />

INHALTEANBIETER: Radio-, TV- und Web-TV/IPTV-Sender,<br />

Rechteinhaber und -händler, etc<br />

AUSBILDUNG › EVENTS: Aus- und Fortbildungsinstitute, Veranstalter<br />

von Seminaren, Messen, Kongressen und anderen Medien-Events,<br />

Branchenorganisationen, Verbände etc.<br />

HERSTELLUNG › VERTRIEB › INTEGRATION<br />

UNTERNEHMEN ANSCHRIFT LEISTUNGEN INFORMATIONEN<br />

AF Marcotec GmbH<br />

Wiesenstraße 8<br />

D-64347 Griesheim<br />

Tel.: 06155/88 777 66<br />

Fax: 06155/88 777 55<br />

Email: shop@marcotec-shop.de<br />

Internet: www.marcotec-shop.de<br />

Öffnungszeiten:<br />

Mo. bis Fr. 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr<br />

Workshops und Schulungen: nach Absprache<br />

• AF Marcotec Vertrieb: professionelles Audio-,<br />

Video- und Filmequipment für TV Produktionen und<br />

Broadcast sowie Glidecam Schwebesysteme.<br />

• AF Marcotec Planung: Individuell wie Ihre Produktion,<br />

planen wir mit Ihnen gemeinsam ihre Ausstattung vom<br />

kleinsten Rig, zum größten Schnittplatz, einem<br />

kompletten Studio oder Ihrer Eventhalle.<br />

• AF Marcotec Service & Showroom: Beratung,<br />

Service und großer Showroom – mitten in Deutschland<br />

bei Frankfurt am Main. Am Autobahnkreuz der A5 und<br />

A67 in Darmstadt.<br />

• AF Marcotec Vertrauensgarantie: Herstellerunabhängig<br />

seit 1984. Produkte oder Preise nicht<br />

gefunden? Wir freuen uns auf Ihren Anruf.<br />

BFE Studio und Medien Systeme GmbH<br />

An der Fahrt 1<br />

D-55124 Mainz<br />

www.bfe.tv<br />

Mainz<br />

Tel:. +49 6131/946-0<br />

E-Mail: info@bfe.tv<br />

Wien<br />

Tel: +43 1 60828-0<br />

E-Mail: bfe.wien@bfe.at<br />

Dubai<br />

Tel: +971 504 437 677<br />

E-Mail: info@bfe.tv<br />

Kompetenzen:<br />

• Projektmanagment<br />

• Broadcast-IT<br />

• Entwicklung<br />

• Fertigung<br />

• Service & Training<br />

BFE, ein Unternehmen mit mehr als 40 Jahren Erfahrung in<br />

der Planung und Realisierung komplexer Projekte.<br />

Unsere Kernkompetenzen liegen in der Projektierung und<br />

Realisierung von Studiosystemen, Übertragungswagen sowie<br />

Systemen der Medientechnik.<br />

Die Fachbereiche gliedern sich in Fernsehen-, Hörfunk-,<br />

Broadcast IT und Medientechnik.<br />

Von der Entwicklung und Planung über hausinterne<br />

Fertigungsabteilungen liefern wir kundenspezifische<br />

Lösungen.<br />

Darüber hinaus wird die gesamte KSC Produktlinie<br />

für den Broadcast Bereich im eigenen<br />

Hause entwickelt und produziert.<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

61


HERSTELLUNG › VERTRIEB › INTEGRATION<br />

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85399 Hallbergmoos<br />

Tel.: 0811/5541-110<br />

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Black Box Network Services ist weltweit eines der grössten<br />

technischen Serviceunternehmen mit Schwerpunkt Design,<br />

Installation und Wartung von Netzwerk Infrastruktur<br />

Systemen. In den Bereichen Datenkommunikation, Netzwerkinstallation<br />

vor Ort und Telefonie unterstützen wir mehr als<br />

175.000 Kunden in 141 Ländern mit 181 Niederlassungen<br />

auf der ganzen Welt.<br />

Mit State-of-the-Art Produktsolutionen für den AV-Bereich<br />

und dem kostenlosen Tech Support am Telefon erarbeiten<br />

wir professionelle Lösungen für das tägliche<br />

Business unserer Kunden.<br />

BMS Europe GmbH<br />

Georg-Ohm-Str. 2<br />

D-65232 Taunusstein<br />

Tel.: +49 6128 7408 200<br />

Fax: +49 6128 7408 229<br />

E-Mail: saleseurope@bms-inc.com<br />

Internet: www.bms-inc.com<br />

BMS Europe GmbH unterstützt Sie in folgenden Bereichen:<br />

• HD/SD Funkstrecken<br />

• Drahtlose Komplettlösungen<br />

• Projektmanagement<br />

• Frequenzmanagement<br />

BMS (Broadcast Microwave Services) bietet Systeme und<br />

Lösungen zur professionellen drahtlosen Videoübertragung -<br />

von ultrakompakten, mobilen Funk-Verbindungen über Aerial<br />

Down-Links bis hin zu komplexen Anlagen zur stadtweiten<br />

Flächenversorgung. Unsere Kunden aus den Bereichen<br />

Broadcast- und Videoindustrie sind große Fernsehanstalten,<br />

Produktionshäuser, deren Dienstleister wie auch Kamera<br />

OEM-Kunden.<br />

BMS gehört zu den führenden Herstellern für COFDM<br />

Übertragungstechnologie, mit eigener Entwicklung und<br />

Fertigung in Deutschland sowie einem weltweiten Serviceund<br />

Vertriebsnetz.<br />

Mit einem umfangreichen Portfolio auf Basis von HF-<br />

Kommunikationssystemen, speziell entwickelt für aktuelle<br />

Berichterstattung, Nachrichtenübertragung, Unterhaltungsindustrie<br />

und Live-Events, liefern wir Videostrecken, Telemetry-<br />

Links, Antennen und Diversity-Technologien, die bereits weltweit<br />

erfolgreich im Einsatz sind. Die HD/SD-Systemlösungen<br />

reichen von 0,4 - 15 GHz, basieren auf dem DVB-T Standard<br />

und entsprechen internationalen Richtlinien und Normen für<br />

Übertragungstechnik.<br />

BMS Europe GmbH, die europäische Niederlassung der BMS<br />

INC. (USA), betreut Kunden und Partner in den EU-Ländern<br />

sowie in Osteuropa, im Mittleren Osten und in Asien.<br />

BMS beschäftigt ca. 30 Mitarbeiter in den Abteilungen<br />

Entwicklung, Fertigung, Vertrieb/Marketing sowie<br />

Administration und Logistik<br />

BPM<br />

Broadcast & Professional Media GmbH<br />

Am Borsigturm 58<br />

D-13507 Berlin<br />

Tel.: 030/91 68 49-10<br />

Fax: 030/91 68 49-25<br />

Obenhauptstraße 15<br />

D-22335 Hamburg<br />

Tel.: 040/557 624-0<br />

Fax: 040/557 624-25<br />

E-Mail: info@bpm-media.de<br />

Internet: www.bpm-media.de<br />

BPM-Vertrieb – erfahrene Vertriebsspezia listen beraten<br />

Sie herstellerunabhängig in allen Fragen zu Broadcast-Videound<br />

Audio-Equipment<br />

BPM-Service – erfahrene Techniker warten und reparieren<br />

Ihr komplettes Broadcast-Video und Audio-Equipment<br />

BPM-Planung – erfahrene Systemspezia listen planen und<br />

realisieren herstellerunabhängig Ihre Visionen<br />

Sony<br />

Panasonic<br />

JVC<br />

Sennheiser<br />

Fujinon<br />

Canon<br />

Thomson<br />

Focus<br />

Sachtler<br />

u.v.m.<br />

Broadcast Solutions GmbH<br />

Alfred-Nobel-Str. 5<br />

D-55411 Bingen<br />

Tel.: +49 6721 4008-0<br />

Fax: +49 6721 4008-27<br />

E-Mail: info@broadcast-solutions.de<br />

Internet: www.broadcast-solutions.de<br />

Mobile Produktionsmittel: Planung und Fertigung von<br />

Übertragungswagen, DSNG Fahrzeugen, Sonderfahrzeuge<br />

Studio Systeme: Planung und Fertigung von Hörfunk und<br />

Fernsehstudios, Regien, Kontroll-und Bearbeitungsräumen<br />

Produkt Vertrieb: Vertrieb von Produkten aus dem<br />

Bereich Audio, Video, Steuerung, IT, SatCom<br />

Rental: Vermietung von Produkten und Systemen aus dem<br />

Bereich SatCom: Encoder, Modulator, IRD, HPA, FlyAway<br />

Antennen, Zubehör, etc.<br />

Service: kompletter Service für Ü-Wagen und DSNG<br />

Fahrzeuge, kompletter Service für SatCom Systeme<br />

Systemintegration and more… langjährige Erfahrung<br />

hohes Qualitätsniveau, Fertigung im eigenen Haus,<br />

kurze Lieferzeiten, 24 / 7 Service und Support<br />

Vetriebs- und Servicepartner von:<br />

62 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


HERSTELLUNG › VERTRIEB › INTEGRATION<br />

UNTERNEHMEN ANSCHRIFT LEISTUNGEN INFORMATIONEN<br />

<br />

Cineflex<br />

+ Drones6k<br />

aerials worldwide<br />

call us 24/7: +49 (0) 4122 / 927 57 75<br />

www.cineflight.tv / film@cineflight.tv<br />

Cineflight GmbH<br />

Bültenkoppel 19<br />

D-25492 Heist<br />

Tel.: +49 4122/927 57 75<br />

E-Mail: film@cineflight.de<br />

Internet: www.cineflight.de<br />

• Helicopter: Eurocopter AS 355 twin für Tiefst-, Nachtund<br />

Seeflug, 2x Bell 206 JetRanger, alle Kameras + Relais<br />

• Equipment: Cineflex V14, Cineflex Elite, HD Broadcast,<br />

Super-G2 / Stab-C, LiveU, Tyler-Mounts, Unimount<br />

• Drohnen: light bis heavy-lift, alle Kameratypen,<br />

In- und Ausland.<br />

Referenzen:<br />

• NDR • RBB • action concept<br />

• ARD • WDR • Airbus<br />

• ZDF • Vattenfall • Volvo<br />

• RTL • Lufthansa • BvB<br />

• arte • Siemens • uvm<br />

Chrosziel GmbH<br />

Klausnerring 6<br />

D-85551 Heimstetten<br />

Tel.: 089/9 01 09 10<br />

Fax: 089/4 47 08 61<br />

E-Mail: info@chrosziel.de<br />

Internet: www.chrosziel.de<br />

Herstellung, Vertrieb und Service:<br />

CHROSZIEL Produkte: Kamerazubehör wie Mattebox,<br />

Leichtstützen, Kameraplatten, manuelle Schärfen- und<br />

Zoom antriebe sowie Funkfernbedienungen DIGI FOX und<br />

ALADIN für Schärfe, Blende u. Zoom. (Die DigFOX<br />

Funkschärfe steuert auch eine Vielzahl von internen Motoren<br />

der Panasonic Kameras) Optische Prüfgeräte wie Kollimator<br />

und Projektor für Kameras und Objektive.<br />

Außerdem kostenlose Prüfung und Service für Canon- und<br />

Fujinon Objektive. Vertrieb von Tiffen Filtern,<br />

Easyrig Körperstativen, Heden Motore und exklusiv für<br />

Europa Abel-IB/E Null Optik und Target Produkte für die<br />

Einstellung des Auflagemaßes der Red One Kamera.<br />

COMO Computer & Motion GmbH<br />

A VITEC COMPANY<br />

Lise-Meitner-Str.15<br />

24223 Schwentinental / Germany<br />

Tel.: +49-(0)4307-8358-0<br />

Fax: +49-(0)4307-8358-99<br />

E-Mail: info@como.com<br />

Internet: www.como.com<br />

Entwicklung, Produktion und Vertrieb<br />

von AUDIO/VIDEO-Lösungen<br />

• Streaming & Delivery<br />

z.B. EZ TV IPTV System<br />

• Management & Archive<br />

z.B. ProxSys PX - Media Server<br />

• Acquisition & Recording<br />

z.B FS-T1001 SxS Recorder<br />

• Conversion, Encoding & Decoding<br />

z.B. Extensor HD Scaler<br />

Grass Valley Germany<br />

Zweigniederlassung der Belden<br />

Electronics GmbH<br />

Brunnenweg 9<br />

D-64331 Weiterstadt<br />

Tel. 06150-104-782<br />

Internet: www.grassvalley.com<br />

Produkt Vertrieb für:<br />

• Kameras<br />

• Kreuzschienen und Modular-Produkte<br />

Multiviewer<br />

• News Produktionssysteme<br />

• Produktionsmischer<br />

• Server und SAN Lösungen<br />

• Slow-Motion Controller<br />

Dienstleistungen & Systemlösungen:<br />

• Media Workflow Application Framework<br />

• News/Sport Production<br />

• Integrated Playout<br />

• Beratung, Schulung und Service<br />

HD-Skycam GmbH<br />

Spiesheimer Weg 28-30<br />

D-55286 Wörrstadt<br />

Tel.: +49 6732 94798-10<br />

Fax: +49 6732 94798-20<br />

E-Mail: info@hd-skycam.tv<br />

Internet: www.hd-skycam.tv<br />

• Aerial Filming, weltweit<br />

• Kreiselstabilisierte Kamerasysteme für Hubschrauber,<br />

Auto, Boot, Schiene und Seil<br />

• Shotover-Service-Partner für Europa<br />

4 x Cineflex, V 14 HD, 5-Achsen Kreiselstabilisiert<br />

• Fujinon Objektive: HA 4,5 – 59 mm;<br />

HA 7,8 – 172 mm; HA 9,7 – 410 mm<br />

• 1x Shotover K1, 2D und 3 D, 6-Achsen kreiselstabilisiert<br />

• Shotover F1, 6-Achsen kreiselstabilisiert<br />

• Red Epic X Camera<br />

• Arri/Fujinon Alura Zoom 18 – 80 und 45 – 250 mm<br />

MAHLZEIT! GmbH<br />

Großes Moor 14b<br />

D-21382 Brietlingen<br />

Tel.: 04133/224769<br />

Fax: 04133/224768<br />

E-Mail: info@mahl.tv<br />

Internet: www.mahl.tv<br />

• Beratung, Planung, Durchführung & Wartung<br />

von temporären und permanenten<br />

Medien-Kabelinstallationen, weltweit<br />

• Systemintegration, weltweit<br />

• Glasfaser- und Kupfer-Kabelkonfektionierung<br />

• 10 x Fujikura 70S Spleißgeräte<br />

• 10 x EXFO FTB-1 OTDR<br />

• 15 x LEMO SMPTE Tester<br />

• 1 x Schleuniger CoaxStrip 5500<br />

• 20 x komplette Rigging-Sets (jeweils 3 Flightcases)<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

63


HERSTELLUNG › VERTRIEB › INTEGRATION<br />

UNTERNEHMEN ANSCHRIFT LEISTUNGEN INFORMATIONEN<br />

Quantel GmbH<br />

Mottmannstr. 4A,<br />

D-53842 Troisdorf<br />

Tel.: 49/2241/498-0<br />

Fax: 49/2241/498-160<br />

Ansprechpartner: Thomas Birner<br />

Director of Sales, Central Europe, Middle East<br />

E-Mail: Thomas.Birner@quantel.com<br />

Internet: http://germany.quantel.co.uk<br />

www.quantel.com<br />

Geschäftsführer: Ian Cooper, Martin Mulligan<br />

eQ: Online-Finishing-System für komplette Endbearbeitung,<br />

SD- u. HD-Formaten in Post- u. TV Produktionen.<br />

iQ: Das Digital Intermediate-System iQ deckt<br />

das gesamte DI-Spektrum ab.<br />

Pablo 3D: Ein non-lineares Farbkorrektur-,<br />

Finishing-System.<br />

Pablo PA: PC Software Tool ermöglicht es,<br />

neben dem Conforming und den vorbereitenden<br />

Arbeiten den kompletten Workflow zu bedienen, auch für<br />

nicht Quantel System-Kunden.<br />

Genetic Engineering: Quantels vernetzte<br />

Infrastrukturlösung!<br />

Enterprise sQ: Quantels serverbasiertes Produktionssystem<br />

ermöglicht Ingest, Editing und Playout sämtlicher Formate<br />

vom User Generated Content bis hin zu HD in dem<br />

gewünschten Format. Die neue Betriebssoftware V 5 unterstützt<br />

auch den kompletten Stereo3D Workflow.<br />

QTube: QTube ermöglicht den direkten Zugriff auf jeden sQ<br />

Server über das weltweite Internet. Die Inhalte können zu<br />

jeder Zeit online bearbeitet werden an allen Orten der Welt,<br />

parallel an verschiedenen Sendebeiträgen.<br />

Riedel Communications GmbH & Co. KG<br />

Uellendahler Straße 353<br />

• D-42109 Wuppertal<br />

Tel.:+ 49 (0) 202 292 - 90<br />

rental-germany@riedel.net<br />

sales-germany@riedel.net<br />

Vermiet- und Vertriebsstandorte:<br />

• Riedel Communications GmbH & Co. KG<br />

Niederlassung Berlin<br />

Ernst-Augustin-Straße 12 • D-12489 Berlin<br />

Tel.:+49 (0) 30 678 261-0<br />

rental-berlin@riedel.net<br />

• Riedel Communications Austria GmbH<br />

Tel.:+43 1 5 23 66 85-0<br />

rental-austria@riedel.net<br />

sales-austria @riedel.net<br />

• Riedel Communications Switzerland AG<br />

Käshaldenstrasse 40<br />

• 8052 Zürich Schweiz<br />

Tel.: +41 (0) 44 307 10 30<br />

switzerland@riedel.net<br />

Vermietung & Vertrieb professioneller<br />

Kommunikationstechnik<br />

• Dry-Hire & Systemverleih<br />

• Digital Matrix Intercom<br />

• Digital Partyline Intercom<br />

• Digital Wireless Intercom<br />

• Professionelle Funktechnik<br />

Vermietung von Wireless Video Systemen<br />

• Drahtlos-Kameratechnik<br />

• Drahtlos-Signalverteilung<br />

Vermietung von LWL/Glasfaser-Systemen<br />

• MediorNet Fiber Optic Network<br />

• MediorNet Compact<br />

• RiLink Global Fiber Network<br />

Riedel-Technik trägt weltweit zum Gelingen internationaler<br />

Top-Events wie etwa der Formel 1 oder den Olympischen<br />

Sommer- und Winterspielen bei. Führende Rundfunkanstalten<br />

und namhafte Theater setzen genauso auf Riedel Technologie<br />

wie zahlreiche kleinere Veranstaltungen.<br />

Die Riedel Communications GmbH & Co. KG entwickelt, fertigt<br />

und vertreibt zukunftsorientierte Echtzeitnetzwerke für Video,<br />

Audio und Kommunikation in Rundfunk-, Event-, Theaterund<br />

Industrie-Anwendungen. Das 1987 gegründete Unternehmen<br />

ge- hört zu den Entwicklungspionieren digitaler Audiomatrix-Systeme<br />

und ist weltweit Technologieführer in der<br />

Systemvernetzung mittels Lichtwellenleiter.<br />

Die Riedel-Gruppe hat ihren Hauptsitz in Wuppertal und<br />

beschäftigt an zehn Standorten in Europa, Australien, Asien<br />

und den USA über 280 Mitarbeiter.<br />

Aktuelle Informationen unter www.riedel.net<br />

SCISYS Deutschland GmbH<br />

Borgmannstraße 2<br />

D-44894 Bochum<br />

Tel.: 02 34/92 58-0<br />

Fax: 02 34/92 58-190<br />

E-Mail: info@scisys.de<br />

Internet: www.scisys.de<br />

IT-Systemlösungen für Radio, TV und New Media zur<br />

Integration, Vernetzung und Automation aller Prozesse und<br />

Arbeitsabläufe der Rundfunkproduktion bei professionellen<br />

Rund funkbetreibern. Die Systeme basieren auf den<br />

Produktfami lien dira! ® (Hörfunkautomation),<br />

MediaFabric (wellen- und medienübergreifende Lösungen).<br />

Exakte Umsetzung kundenspezifischer Anforde rungen<br />

durch Customizing. Beratung, Planung, Systemintegration,<br />

Schulung und Wartung.<br />

Hörfunkautomation dira! ® als Standardsystem, individuelle<br />

Systemlösung oder modulare Software sowie Integration<br />

angrenzender Systeme.<br />

Beispiele für MediaFabric-Lösungen sind digitale<br />

Langzeitarchive, Newsroomintegration oder Planung<br />

und Programm-Management.<br />

sonoVTS GmbH<br />

Kapellenstr. 11<br />

D-85622 Feldkirchen bei München<br />

Tel.: 089/41 96 71-0<br />

Fax: 089/419671-999<br />

E-Mail: contact@sonovts.de<br />

Internet: www.sonovts.de<br />

sono Systembau<br />

Consulting, Planung, Installation und Maintenance<br />

von Broadcast Systemen<br />

sono Rental<br />

Full-Service für TV-Produktionstechnik und Event-Technik<br />

sowie Dry-Hire<br />

sono Vertrieb<br />

Professionelle Broadcast Produkte im Bereich Audio, Video,<br />

Intercom und Broadcast-IT<br />

sono Rental<br />

Axon, AVT, Dolby, Glensound, Harris, Lawo, Lexicon,<br />

Linear Acoustic, Lynx, Mayah, Neumann, Riedel, Schoeps,<br />

Sony, Snell, tc electronic, Tektronix, Wisycom, Yamaha,<br />

Zähl Elektronik-Tontechnik<br />

sono Vertrieb<br />

Linear Acoustic, Wisycom, Yamaha,<br />

Zähl Elektronik-Tontechnik<br />

64 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


HERSTELLUNG › VERTRIEB › INTEGRATION<br />

UNTERNEHMEN ANSCHRIFT LEISTUNGEN INFORMATIONEN<br />

Studio Hamburg Media Consult<br />

International (MCI) GmbH<br />

Jenfelder Allee 80<br />

22039 Hamburg<br />

Telefon: +49 40 6688-3384<br />

Fax: +49 40 6688-3636<br />

Am Studio 20<br />

12489 Berlin<br />

E-Mail: info@mci.de<br />

Internet: www.mci.de<br />

Webshop: www.mci-shop.de<br />

Systems<br />

• Weltweit tätiger Generalunternehmer für Broadcast/IT,<br />

Audio-, Video- und Medientechnik Projekte.<br />

• Planung, Integration, Montage, Inbetriebnahme,<br />

Schulung & After-Sales-Service<br />

Consulting<br />

• Ausschreibungserstellung & Projektüberwachung nach HOAI<br />

• Workflow Optimierung & Personalverleih<br />

Products<br />

• Spezialisten für Broadcast/IT - und Kommunikationstechnik<br />

• Sonderlösungen, Beratung, Finanzierung & Vermietung<br />

STRYME GmbH<br />

Dovskygasse 5/2<br />

1130 Vienna Austria<br />

Tel.: +43 1 968 11 62-00<br />

Fax: +43 1 968 11 62-99<br />

E-Mail: office@stryme.com<br />

Internet: www.stryme.com<br />

GENESIX VideoServer<br />

Bis zu 8 Kanäle 4 IN/4 OUT<br />

Advanced Media Asset Management<br />

XDCAM HD, P2, Pro Res, DNxHD Support<br />

2 D & 3 D Echtzeitgrafik<br />

News Editor<br />

ABRoll – Multichannel Playlist<br />

Stryme liefert seit 10 Jahren Lösungen für die Broadcast<br />

Industrie. Wir bieten sowohl Out of the Box VideoServer<br />

für Ingest und Playout also auch individuelle Software<br />

nach kundenspezifischen Anforderungen.<br />

Zu unseren Kunden zählen ORF, WDR, SKY, SBS,<br />

Sony DADC, ORS oder Telecom Italia.<br />

Videocation GmbH<br />

Münchner Straße 110<br />

D-85774 Unterföhring<br />

Tel.: 089/9 58 23-214<br />

Fax: 089/9 58 23-299<br />

Mobil: 01 51/12 55 66 38<br />

E-Mail: info@videocation.com<br />

Internet: www.videocation.com<br />

Videocation ist Handelshaus und Full-Service-Dienstleister<br />

für Broadcastequipment, professionelle Videotechnik,<br />

klassische und IT-basierte Broadcastsysteme und<br />

Medien technik.<br />

Als Dienstleistungen werden Beratung, Planung, Installation,<br />

Service, Support und Schulungen angeboten.<br />

• Avid<br />

• JVC<br />

• Panasonic<br />

• Sennheiser<br />

• Sony<br />

• Tektronix<br />

Wellen+Nöthen GmbH<br />

Mathias-Brüggen-Str. 65a<br />

D-50829 Köln<br />

Tel.: 02 21/91 56-0<br />

Fax: 02 21/91 56-200<br />

Wellen+Nöthen Niederlassung Berlin<br />

Neue Mälzerei<br />

Friedenstraße 91a<br />

D-10249 Berlin<br />

Tel.: 030/2 88 89-0<br />

Fax: 030/2 88 89-200<br />

E-Mail-Zentral: info@wellen-noethen.de<br />

Internet: www.wellen-noethen.de<br />

• W+N Vertrieb von analoger und digitaler<br />

Medientechnologie für TV-Produktionen, Broadcast,<br />

Eventgestaltung und audiovisuelle Kommunikation<br />

• W+N Systembau – Konzeption herstellerübergreifender<br />

Lösungen, Planung, Installation und Systemintegration<br />

von Produktions- und Eventtechnik. SNG- und<br />

Ü-Wagenherstellung<br />

• W+N Service von Audio- Video- und<br />

Computerhardware, Telefonhotline, Ersatzgeräte-Service<br />

• W+N Rental – Vermietung von TV-Produktions- und<br />

Eventtechnik – Camcorder und VTR s aller<br />

Formate, Kamera regien, Schnittplätze, DVD-Authoring,<br />

High Definition etc..<br />

• W+N Finanzen – Leasingvermittlung, Langzeitmiete<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

65


PRODUKTION<br />

UNTERNEHMEN ANSCHRIFT LEISTUNGEN INFORMATIONEN<br />

CBC Cologne Broadcasting Center GmbH<br />

Picassoplatz 1, D-50679 Köln<br />

Tel.: 0221/456-40<br />

Lil-Dagover-Ring 2,<br />

D-82031 München/Grünwald<br />

Tel.: 089/6 41 85-51 80<br />

Schiffbauerdamm 22, D-10117 Berlin<br />

Tel.: 030/24 755-720<br />

Internet: www.cbc.de<br />

• Planung und Realisierung von<br />

TV-Produktions- und Broadcast-Lösungen<br />

• Studioproduktion (Köln und Berlin)<br />

• Postproduktion (über 75 Edit-Suiten)<br />

• Sendeabwicklungen<br />

• SNG (in Köln, München und Berlin)<br />

• Programmverbreitung<br />

• Teleport<br />

• Filebasierte Archivlösungen<br />

• IT-Lösungen<br />

• Media Services<br />

“CBC avancierte seit Gründung 1994 zu einem der führenden<br />

TV-Produktions- und Broadcast-Unternehmen Deutschlands.<br />

An den Standorten Köln, München und Berlin betreut CBC<br />

u. a. die Sender RTL, VOX, Super RTL, RTL II, RTL NITRO, n-tv,<br />

RTL Crime, RTL Living, Passion sowie diverse TV-Produktionsunternehmen.<br />

Darüber hinaus zeichnet CBC für Produktion<br />

und Broadcast der internationalen Fußball-Bundesliga-<br />

Live-Berichterstattung im Auftrag der DFL verantwortlich.<br />

<br />

Cineflex<br />

+ Drones6k<br />

aerials worldwide<br />

call us 24/7: +49 (0) 4122 / 927 57 75<br />

www.cineflight.tv / film@cineflight.tv<br />

Cineflight GmbH<br />

Bültenkoppel 19<br />

D-25492 Heist<br />

Tel.: +49 4122/927 57 75<br />

E-Mail: film@cineflight.de<br />

Internet: www.cineflight.de<br />

• Helicopter: Eurocopter AS 355 twin für Tiefst-, Nachtund<br />

Seeflug, 2x Bell 206 JetRanger, alle Kameras + Relais<br />

• Equipment: Cineflex V14, Cineflex Elite, HD Broadcast,<br />

Super-G2 / Stab-C, LiveU, Tyler-Mounts, Unimount<br />

• Drohnen: light bis heavy-lift, alle Kameratypen,<br />

In- und Ausland.<br />

Referenzen:<br />

• NDR • RBB • action concept<br />

• ARD • WDR • Airbus<br />

• ZDF • Vattenfall • Volvo<br />

• RTL • Lufthansa • BvB<br />

• arte • Siemens • uvm<br />

Mediatec Switzerland AG<br />

Lindenstrasse 2-4<br />

CH-8604 Volketswil ZH<br />

Tel.: +41 71 388 00 55<br />

Fax: +41 71 388 00 56<br />

info@mediatecgroup.ch<br />

www.mediatecgroup.ch<br />

Broadcast, Display, Event, Installation, Media<br />

• TV- & Video-Produktionen<br />

• Mobile Up-Links (SNG)<br />

• Eventtechnik<br />

• Mobile LED Screen Trucks<br />

• Modulare LED Screens<br />

• Mietservice / Dry and Hire<br />

Mediatec ist einer der größten technischen Dienstleister<br />

Europas in den Bereichen TV-Produktion, mobile & modulare<br />

LED Bildschirme und Eventtechnik.<br />

Von Großbildübertragungen bei Festivals und Kongressen<br />

bis zum „Public Viewing“, von Werbespots bis zu Live-TV-<br />

Produktionen: Mediatec ist der Profi, wenn es darum geht,<br />

digitale Emotionen zu schaffen.<br />

PLAZAMEDIA GmbH<br />

TV & Film Produktion<br />

Münchener Straße 101<br />

D-85737 Ismaning<br />

Tel.: +49 (0)89 99 633- 0<br />

Fax: +49 (0)89 99 633 6990<br />

E-Mail: info@plazamedia.de<br />

Internet: www.plazamedia.de<br />

• Innenproduktion: Broadcast Operations,<br />

(Hauptschaltraum, SAW, Studioproduktion,<br />

Zentrale Grafik) Media Production<br />

(Content Management, Neue Medien, Postproduktion)<br />

• Außenproduktion:TV- und Filmproduktion,<br />

Übertragungstechnik, Spezial-Kamera-Systeme,<br />

Sportstättenberatung<br />

• Technologie: Engineering und Support<br />

Etablierter Full-Service-Dienstleister für TV und Neue Medien<br />

und einer der führenden Sport-TV-Produzenten im deutschsprachigen<br />

Raum. Das Unternehmen produziert im Auftrag von<br />

TV-Sendern sowie Rechteinhabern unter anderem nationalen<br />

und internationalen Fußball, Basketball, Boxen, Formel 1<br />

sowie Europa- und Weltmeisterschaften diverser Sportarten.<br />

Kunden: Sky, Constantin Sport Medien/LIGA total!,<br />

SPORT1 u.v.m.<br />

WestCom Media Group<br />

Westfalendamm 87<br />

D-44141 Dortmund<br />

Tel.: 02 31/94 37-100<br />

Fax: 02 31/94 37-130<br />

E-Mail: geschaeftsleitung@westcom.de<br />

Internet: www.westcom.de<br />

• Informations- und Unterhaltungsformate<br />

als Komplett sendungen<br />

• Magazinbeiträge, Dokumentationen und Reportagen<br />

• Neuentwicklung und Realisierung von TV-Konzepten<br />

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66 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


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Joseph-Schumpeter-Allee 17<br />

53227 Bonn<br />

Tel.: 0228 5505 5013<br />

E-Mail: info@media-broadcast.com<br />

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Tel.: 01803 32 42 00 (kostenfrei)<br />

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• Event-Broadcasting: SD/HD-Produktion<br />

und Übertragung via SNG, Glasfaser,<br />

Richtfunk und Internet; TK-Services<br />

• Satellite Services: DVB-S-Plattformen,<br />

Up/Downlink, Teleport, Raumsegment<br />

• Terrestrische Netze: DVB-T, DAB+, LMK<br />

• BROADCAST NGN: IP-basiertes Glasfasernetz<br />

mit internationalen Gateways<br />

Media Services: Europaweites CDN,<br />

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Mehr als 750 Kunden (öffentl.-rechtl. und priv. Rundfunk,<br />

Produktionsfirmen, Eventveranstalter u.v.a.)<br />

vertrauen auf die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit<br />

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900 Mitarbeiter in ganz Deutschland garantieren<br />

Kundennähe und erstklassigen Service.<br />

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85765 Unterföhring<br />

Telefon: 089 1896 3644<br />

Fax: 089 1896 3639<br />

E-Mail: info@ses-ps.com<br />

Internet: www.ses-ps.com<br />

• Content Management: Ingest, Transcoding,<br />

Digitale Archivierung, Media Asset Management<br />

• Playout: Compact, Basic/Pro, Remote<br />

• Encryption: Conditional Access, Simulcrypt, DRM<br />

• Broadcast: Digital Uplink TV, Radio, Daten,<br />

Satellitenkapazität<br />

• Internet: IEncoding, Streaming, Content Delivery<br />

Network, HbbTV Application Development<br />

SES Platform Services ist ein Unternehmen des Satellitenbetreibers<br />

SES und betreibt in Unterföhring bei München eines<br />

der modernsten Sendezentren Europas. SES Platform Services<br />

versteht sich als technischer Dienstleister für Broadcaster und<br />

Produktionshäuser und bietet ein umfassendes Spektrum an<br />

Dienstleistungen rund um die Aufbereitung und Übertragung<br />

von Inhalten für Fernseh- und Radiokanäle an. Dazu gehören<br />

neben der digitalen Archivierung die Sendeabwicklung sowie<br />

die Aufbereitung und Übertragung der Inhalte über Satellit,<br />

Internet und auf mobile Endgeräte.<br />

SES Platform Services verbreitet heute rund 300 digitale TVund<br />

Radioprogramme, interaktive Dienste sowie Datendienste.<br />

Zu den Kunden gehören namhafte Broadcaster aus dem<br />

öffentlich-rechtlichen und privaten Bereich, Pay-TV-Anbieter,<br />

Rechteinhaber, Kabelnetzbetreiber sowie Großunternehmen.<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

67


ROS ATKINS<br />

DIE ZUKUNFT DER NACHRICHTEN<br />

›<br />

Die BBC hat einen Bericht veröffentlicht – „Die Zukunft der Nachrichten“. Verfasst von einigen der talentiertesten<br />

Kollegen, ist er umfassend, durchdacht, und vermittelt eine unverblümte Einschätzung dessen,<br />

inwieweit und wie schnell sich unsere Branche verändern muss. Ein Aspekt jedoch fehlt: Was genau<br />

birgt die Zukunft der Nachrichten? Uns ist klar, dass die größten Veränderungen auf Technologie und Internet<br />

zurückgehen, doch was die Zukunft bringt, wissen wir nicht.<br />

Jahrelang waren Fernsehnachrichten die meist genutzte Form von Journalismus. 76 Millionen Menschen<br />

sehen Woche für Woche BBC World News. Doch wir wissen, dass sich die Erwartungen an TV-Nachrichten<br />

verändert haben. Während viele Zuschauer weiterhin traditionelle Nachrichtensendungen wertschätzen,<br />

möchte eine immer größere Gruppe bei der Darbietung von Nachrichten mitbestimmen können und selbst<br />

beitragen, mit diskutieren und Geschichten teilen; alles Relevante über eine<br />

Geschichte erfahren; besser erklärende Grafiken und Daten präsentiert bekommen;<br />

weniger Vorlesungscharakter und mehr Gespräch. Die Entwicklung von Nachrichten<br />

soll wie in den sozialen Medien in Echtzeit erfolgen. Und wir müssen uns mit anderen<br />

vernetzen, denn Nachrichten bestehen längst nicht mehr nur aus den Informationen,<br />

die für eine Organisation verfügbar sind.<br />

Diese Erwartungshaltung wird vielen bekannt vorkommen. Unsere Bedürfnisse haben<br />

sich aufgrund der rasanten Entwicklung der digitalen Welt verändert.<br />

Bei so einer Auflistung wäre es doch einfach zu sagen, ‘wenn Online-Nachrichten<br />

diese Erwartungen wirklich verstärken und diesen auch gerecht werden, warum soll<br />

man nicht in diese Richtung weitergehen und alles andere zurückfahren?’<br />

Die Antwort ist einfach: Milliarden von Menschen beziehen Nachrichten weiterhin<br />

über das Fernsehen. Sie wollen, dass ihr bevorzugter Sender den Großteil der wichtigen<br />

Informationen für sie auswählt. Was sich verändert hat, sind die Informationen,<br />

die wir für sie aussuchen sollen. Mehr noch, sie wollen beim Aussuchen dabei sein.<br />

Die Herausforderung besteht darin, dies auf funktionale und ansprechende Weise zu<br />

tun. Neulich bekam ich eine Nachricht von einer Zuschauerin aus Südafrika. Die<br />

Anrede lautete „Hi big screen news guy“. Ihre Beschreibung trifft zu.<br />

In meinem BBC-World-News-Format nutze ich ein überdimensionales Tablet, über das ich auf sämtliche<br />

Video- und Audiofeeds zugreifen kann, die den BBC-Newsroom erreichen, sowie auf alle Berichte, geordnet<br />

nach den jeweiligen Korrespondenten aus dem riesigen BBC-Netzwerk, auf soziale Medien, Briefing-Vermerke,<br />

Nachrichtenagenturen, interaktive Karten, Satellitenbilder, Fotos von Agenturen und Einzelpersonen<br />

und Live-Berichterstattungen.<br />

Das Internet ist, simpel gesprochen, ein Netzwerk aus Menschen und Daten. Netzwerke verlaufen naturgemäß<br />

niemals von A nach B nach C. Sie sind nicht linear, genauso wenig wie wir alle Internet-Nachrichten<br />

konsumieren. Fernsehnachrichten waren bisher aber immer genau das: linear. Bei The Outside Source kann<br />

ich anhand des Bildschirms zeigen, wie sich Geschichten entwickeln. Ich kann gegebenenfalls von A nach C<br />

und wieder zurück zu B springen. Es ist flüssig, spontan und von einem traditionellen Ablauf weit entfernt.<br />

Besonders deutlich wird der Vorteil des Tools bei Eil- und Sondermeldungen. Während der Angriffe auf das<br />

kanadische Parlament und das Café in Sydney mischten wir Tweets von Augenzeugen mit Karten, Satellitenbildern,<br />

aktuellen O-Tönen von Polizisten und Politikern, Agenturmeldungen und Live-Schalten auf eine<br />

Art und Weise, wie es in einem gewöhnlichen Fernsehstudio nicht möglich wäre.<br />

Es wird sich erst zeigen, ob in Outside Source die Zukunft der Fernsehnachrichten liegt.<br />

Das Fernsehen wird nie den grenzenlosen Charakter des Internets haben. Diese Grenzenlosigkeit will ich<br />

aber gar nicht, wenn es um Nachrichten geht. Ich will aktuelle Geschichten, in welcher Form auch immer,<br />

mit verständlichen Erklärungen, warum diese Geschichte gerade wichtig ist, und eine Meinung dazu.<br />

❮Ros Atkins<br />

Ros Atkins ist Moderator des News-Formats “Outside Source” auf BBC World News<br />

68 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


Inserentenverzeichnis<br />

Aspera . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .35<br />

BMS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7<br />

Damar & Hagen . . . . . . . . . . . . . .25<br />

Filmförderung Hamburg . . . . . . .17<br />

Grass Valley . . . . . . . . . . . . . . . . .15<br />

Imagine Communications . . . . . .U2<br />

Lawo . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .21<br />

mebucom . . . . . . . . . . . . . . . . . . .U3<br />

Riedel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .U4<br />

Shutterstock . . . . . . . . . . . . . . . . .13<br />

Zeiss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .9<br />

Die nächste Ausgabe MB 3 erscheint am 04.05.<strong>2015</strong><br />

mebucom.de: Vernetzen und informieren!<br />

mebucom.de ist die Internet-Plattform von <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong>.<br />

mebucom steht für Media Business Community.<br />

Der Name ist Programm.<br />

Die im Firmenbereich von mebucom.de eingetragenen Unternehmen<br />

werden mit allen für sie relevanten Artikeln verlinkt.<br />

Alle Beiträge werden von der Redaktion intensiv getaggt.<br />

Die Plattform will Professionals, Experten und Unternehmen<br />

aus der Welt der digitalen Medien miteinander vernetzen und ihnen<br />

schnellen Zugriff auf für sie relevante Informationen bieten.<br />

Angesprochen werden hier nicht nur Akteure aus dem<br />

klassischen Rundfunk- und Film-Sektor, sondern alle, die digitale<br />

Inhalte produzieren, bearbeiten, verwalten, verwerten und verbreiten.<br />

mebucom.de bietet Unternehmen umfangreiche Möglichkeiten,<br />

sich kostenlos zu präsentieren.<br />

Eingetragen werden können hier unter anderem: Anschrift,<br />

Kontaktdaten, Ansprechpartner, Produkt- und Serviceangebote.<br />

Zudem ist das Upload von Logos und Fotos möglich.<br />

Über die mebucom.de-News oder das mebucom.de-Archiv<br />

findet man so mit wenigen Klicks direkt zu ihrem Unternehmen.<br />

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mebucom.de wird sukzessive weiter ausgebaut und mit<br />

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MeBu Verlag Eckhard Eckstein<br />

Am Kurfürstenweg 2A , D-85232 Eschenried/München<br />

USt-IdNr. DE152949652<br />

ISSN 0941-9071<br />

Redaktion<br />

Am Kurfürstenweg 2A , D-85232 Eschenried/München<br />

Tel.: 08131/354759 / Fax: 08131/354760<br />

e-mail: redaktion@medienbulletin.de<br />

Chefredakteur<br />

Eckhard Eckstein<br />

Ständige redaktionelle Mitarbeiter<br />

Dieter Brockmeyer, Erika Butzek, Niklas Eckstein,<br />

Jan Fleischmann, Axel Kersten, Birgit Heidsiek, Bernd Jetschin,<br />

Wolfgang Scheidt, Michael Stadik, Thomas Steiger,<br />

Anzeigenverkauf<br />

Tel.: 08131/354761 / Fax: 08131/354760<br />

e-mail: anzeigen@medienbulletin.de<br />

Grafische Gestaltung<br />

Christl Kaiser<br />

Druck<br />

F+W Mediencenter<br />

Holzhauser Feld 2, D-83361 Kienberg<br />

<strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong> Leserservice<br />

e-mail: abo@medienbulletin.de<br />

Internet<br />

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<strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong> erscheint 8× jährlich und kostet im Abonnement Euro 91,50 (Inland)<br />

inkl. Zustellgebühren und Euro 119,10 (Ausland) inkl. Zustellgebühren.<br />

Abonennten im EU-Ausland ohne Ust.-ID-Nr. zzgl. 7% MwSt = Euro 127,44.<br />

Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Bezugsjahresende.<br />

Das Abonnement für Schüler, Studenten, Auszubildende (jeweils gegen Nachweis) kostet<br />

Euro 55,– (Inland), Euro 71,– (Ausland/EU); ohne Ust.-/D-Nr. zzgl. 7% Mwst.<br />

Das <strong>MEDIEN</strong> BUlLLETIN Einzelheft kostet Euro 12,–<br />

Die Sondereditionen zum Thema „Live-Produktion“ kosten Euro 14,–<br />

Anzeigenpreisliste gültig ab 01.01.<strong>2015</strong>.<br />

Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen.<br />

Nachdruck auch auszugsweise nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.<br />

Eine Haftung für die Richtigkeit der Veröffentlichungen kann trotz sorgfältiger Prüfung<br />

durch die Redaktion nicht übernommen werden.<br />

<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />

69


z TERMINE<br />

TERMINE APRIL – MAI <strong>2015</strong><br />

NAB <strong>2015</strong><br />

Termin: 11. – 16. April <strong>2015</strong><br />

Ort: Las Vegas, USA<br />

Veranstalter: National Association of Broadcasters<br />

Thema: Rundfunk-Kongressmesse<br />

Weitere Infos: www.nabshow.com<br />

AUDIOVISUAL MEDIA DAYS (AMD15)<br />

Termin: 22. April <strong>2015</strong><br />

Ort: München, HVB Forum<br />

Veranstalter: Medientage München GmbH<br />

Thema: Bewegtbild-Kongress<br />

Weitere Infos: www.audiovisual-media-days.com<br />

MIPTV <strong>2015</strong><br />

Termin: 13. – 16. April <strong>2015</strong><br />

Ort: Cannes<br />

Veranstalter: Reed Exhibitions<br />

Thema: Entertainment Content Markt<br />

Weitere Infos: www.mipworld.com/en/miptv<br />

ADOBE SUMMIT <strong>2015</strong><br />

Termin: 29./30. April <strong>2015</strong><br />

Ort: ExCel, London<br />

Veranstalter: Adobe Systems<br />

Thema: Digital Marketing<br />

Weitere Infos: summit.adobe.com/emea<br />

PROLIGHT & SOUND <strong>2015</strong><br />

Termin: 15. – 19. April <strong>2015</strong><br />

Ort: Frankfurt<br />

Veranstalter: Messe Frankfurt<br />

Thema: Veranstaltungstechnik<br />

Weitere Infos: pls.messefrankfurt.com<br />

<strong>MEDIEN</strong>TREFFPUNKT MITTELDEUTSCHLAND <strong>2015</strong><br />

Termin: 4. – 6. Mai <strong>2015</strong><br />

Ort: Leipzig<br />

Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft mtm e.V.<br />

Thema: Medienkongress<br />

Weitere Infos: www.medientreffpunkt-mitteldeutschland.de<br />

TV-WIRKUNGSTAG <strong>2015</strong><br />

Termin: 16. April <strong>2015</strong><br />

Ort: Düsseldorf<br />

Veranstalter: Wirkstoff TV<br />

Thema: TV-Vermarktung<br />

Weitere Infos: wirkstoff.tv/events<br />

MEDIA CONVENTION BERLIN <strong>2015</strong><br />

Termin: 5./6. Mai <strong>2015</strong><br />

Ort: Berlin<br />

Veranstalter: Medienboard Berlin-Brandenburg<br />

Thema: Medienkongress<br />

Weitere Infos: mediaconventionberlin.com<br />

TV CONNECT <strong>2015</strong><br />

Termin: 28. – 30. April <strong>2015</strong><br />

Ort: London, ExCel<br />

Veranstalter: Informa Telecoms & Media<br />

Thema: IPTV und WebTV<br />

Weitere Infos: www.tvconnectevent.com<br />

FMX15<br />

Termin: 5. – 8. Mai <strong>2015</strong><br />

Ort: Stuttgart<br />

Veranstalter: Filmakademie Baden-Wuerttemberg/APD<br />

Thema: Konferenz für Animation, Effects, Games<br />

Weitere Infos: www.fmx.de<br />

DIGITAL MEDIA EUROPE (DME) <strong>2015</strong><br />

Termin: 21./22. April <strong>2015</strong><br />

Ort: London<br />

Veranstalter: WAN-IFRA<br />

Thema: Digital Media Konferenz<br />

Weitere Infos: dme.wan-ifra.org<br />

138. AES CONVENTION<br />

Termin: 5. – 10. Mai <strong>2015</strong><br />

Ort: Warschau, Sofitel Victoria Hotel<br />

Veranstalter: Audio Engineering Society<br />

Thema: Audio-Kongress<br />

Weitere Infos: www.aes.org/events/138<br />

70 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>


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