MEDIEN BULLETIN 2/2015 (Vorschau)
TV-Experiment Newtopia bei Sat.1... Second Screen Quizduell-Neustart... Auslandssender Deutsche Welle baut aus... NAB 2015 Markt für digitale Medien... Produkt-Highlights... E-Commerce doppioTV... TV-Dienstleister Studio Hamburg... VFX-Produktion Fish Blowing Bubbles... Spobis TV-Sportmarkt im Wandel... Prolight + Sound Erweitertes Angebot... Near-Live-Postpro die paten... Neuaufstellung Wige Media... TV Komm. Bewegtbild... MIPDOC Rechte Dschungel...
TV-Experiment Newtopia bei Sat.1... Second Screen Quizduell-Neustart... Auslandssender Deutsche Welle baut aus... NAB 2015 Markt für digitale Medien... Produkt-Highlights... E-Commerce doppioTV... TV-Dienstleister Studio Hamburg... VFX-Produktion Fish Blowing Bubbles... Spobis TV-Sportmarkt im Wandel... Prolight + Sound Erweitertes Angebot... Near-Live-Postpro die paten... Neuaufstellung Wige Media... TV Komm. Bewegtbild... MIPDOC Rechte Dschungel...
Verwandeln Sie Ihre PDFs in ePaper und steigern Sie Ihre Umsätze!
Nutzen Sie SEO-optimierte ePaper, starke Backlinks und multimediale Inhalte, um Ihre Produkte professionell zu präsentieren und Ihre Reichweite signifikant zu maximieren.
.de<br />
2.<strong>2015</strong> l Jahrgang 34 l 4263 l D12 Euro<br />
EU UMSTRITTENE<br />
Urheberrechtsreform<br />
PLÄNE FÜR DIGITALEN BINNENMARKT<br />
TV-Experiment Newtopia bei Sat.1... Second Screen Quizduell-Neustart... Auslandssender Deutsche Welle baut aus...<br />
NAB <strong>2015</strong> Markt für digitale Medien... Produkt-Highlights... E-Commerce doppioTV... TV-Dienstleister Studio Hamburg...<br />
VFX-Produktion Fish Blowing Bubbles... Spobis TV-Sportmarkt im Wandel... Prolight + Sound Erweitertes Angebot...<br />
Near-Live-Postpro die paten... Neuaufstellung Wige Media... TV Komm. Bewegtbild... MIPDOC Rechte-Dschungel...
Delivering the Moment<br />
Imagine where you<br />
could take your<br />
business...<br />
if technology didn’t<br />
stand in your way.<br />
An all-new blueprint for managing, moving and<br />
monetizing video content is here.<br />
The trusted leader in broadcast is bridging the<br />
baseband world to IP and the cloud — offering media<br />
companies an evolutionary path that aligns current<br />
investments with the network of the future.<br />
Visit Imagine Communications at<br />
NAB <strong>2015</strong> Booth N2702.<br />
Find out more.<br />
imaginecommunications.com<br />
© <strong>2015</strong> Imagine Communications
EDITORIAL z<br />
GLOBALER WETTBEWERB...<br />
...dominiert das Geschäft im digitalen Zeitalter. Märkte orientieren sich weniger an<br />
Staatsgrenzen als an Zielgruppen. Amazon, Apple, Google und Microsoft machen<br />
vor, wie man die erfolgreich bedient – auch mit Medieninhalten aller Art. Das führt<br />
zu Protesten derer, die ihre nationalen oder regionalen Pfründe bedroht sehen,<br />
zumal die global agierenden Medienplayer oft nicht den gleichen strengen Regeln<br />
unterliegen wie sie selbst. Um die Macht der Internetgiganten zu beschneiden,<br />
fordern Medienmanager und -politiker einen europäischen Regulierungsrahmen.<br />
Dabei hat die Europäische Union das Thema schon länger im Blick. Der neue Digital-Kommissar Günther Oettinger<br />
präsentierte auf der diesjährigen Berlinale seine Pläne zur Harmonisierung des digitalen Binnenmarktes. Zur besseren<br />
Positionierung Europas im globalen Wettbewerb sollen dabei Beschränkungen durch nationale Regeln, zum Beispiel<br />
bei der Telekommunikation, beim Datenschutz oder beim Urheberrecht, aufgehoben werden. Die Reaktion darauf war<br />
nicht überall von Begeisterung getragen. Gerade beim Urheberrecht möchten viele lieber die Ländergrenzen behalten.<br />
Sie sehen durch die EU-Binnenmarktpolitik bewährte Lizenzstrategien und Finanzierungsmodelle bei Film und TV,<br />
insbesondere auch mit Blick auf Koproduktionen und Fördergelder, in Gefahr. Neben Umsatz- und Arbeitsplatzverlust<br />
befürchtet man vor allem aber auch Nachteile für die kulturelle Vielfalt in Europa. Kein Zweifel, die muss unbedingt<br />
erhalten bleiben. Aber wie so oft, wenn Wirtschafts- und Kultur-Interessen aufeinander prallen, entsteht eine schwierige<br />
Gemengelage. Und die mit der digitalen Revolution einhergehenden technischen Veränderungen machen die Sache<br />
nicht leichter. Sie eröffnen nun einmal zahlreiche neue Business-Optionen. Ein neuer Ordnungsrahmen ist da längst<br />
überfällig. Um dessen Ausgestaltung ringen derzeit alle Akteure der medialen Wertschöpfungskette in Europa.<br />
Noch in diesem Jahr will die EU-Kommission Gesetzesvorschläge machen. Die Diskussion darüber bleibt spannend.<br />
Eine interessante Lektüre wünscht Eckhard Eckstein, Chefredakteur<br />
mebucom<br />
präsentiert<br />
- Jobs<br />
- News<br />
- Videos<br />
- und mehr<br />
www.mebucom.de<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
3
z INHALT<br />
48<br />
22<br />
44<br />
PRODUKTION<br />
BUSINESS<br />
22 N E W T O P I A<br />
Das große TV-Experiment<br />
Sat.1 hat Ende Februar gemeinsam mit John de Mol und<br />
Talpa eine neue Reality-Show gestartet. Der produktionstechnische<br />
Aufwand dabei ist sehr hoch. Ein Blick hinter<br />
die Kulissen von „Newtopia“.<br />
26 Q U I Z D U E L L<br />
Second Screen spielt mit<br />
Beim Neustart der interaktiven Rateshow „Quizduell“ hat<br />
die ARD die komplexe Technik besser im Griff. Neu dabei<br />
ist die Kölner Produktionsfirma ITV Studios Germany.<br />
29 VFX<br />
Nahtlose Integration<br />
Fish Blowing Bubbles aus München hat für den Film<br />
„Gespensterjäger“ imposante VFX-Elemente realisiert.<br />
Eingesetzt wurde dabei Maya von Autodesk.<br />
32 P A B L O R I O<br />
System ohne Limits<br />
Die Berliner Film- und Postproduktionsfirma die paten<br />
setzt seit Anfang 2014 bei Imagefilmen und Near-Live-<br />
Events auf einen Workflow mit Pablo Rio von Quantel.<br />
34 A U S L A N D S S E N D E R<br />
Deutsche Absenderkennung ist gefragt<br />
Die Deutsche Welle baut ihr internationales Engagement<br />
aus und erhält eine Etat-Aufstockung.<br />
37 D O P P I OTV<br />
Verknüpfung von Inhalten und E-Commerce<br />
doppioTV steht für ein neues TV-Konzept. Geschäftsführer<br />
Olaf Zachert erklärt Strategie und Planung.<br />
40 U R H E B E R R E C H T<br />
Das Territorialprinzip muss bleiben<br />
Die EU-Reformpläne zum Urheberrecht sind bei Berlinale<br />
und Deutscher Content Allianz heftig kritisiert worden.<br />
44 S T U D I O H A M B U R G<br />
Optimistisch für die Zukunft<br />
Der neue Studio Hamburg-Chef Johannes Züll sieht die<br />
strukturellen Probleme des Unternehmens überwunden.<br />
46 W I G E M E D I A<br />
Auf dem Gas bleiben<br />
Wige Media hat sich neu aufgestellt. <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong><br />
sprach darüber mit Geschäftsführer Peter Lauterbach.<br />
4<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
INHALT z<br />
26<br />
46<br />
37 34<br />
40<br />
EVENT<br />
48 NAB <strong>2015</strong><br />
Marktplatz für digitale Medien<br />
Die anhaltende Transformation der Broadcast-Branche<br />
steht im Fokus des Kongressprogramms der NAB <strong>2015</strong>.<br />
51 Produkt-Highlights zur NAB <strong>2015</strong><br />
Im Messebereich der NAB Show sind wieder zahlreiche<br />
Produktinnovationen zu erwarten. Eine kleine Auswahl.<br />
54 TV K O M M.<br />
Angst vor Google & Co<br />
US-Internetgiganten entziehen sich nationaler Kontrolle.<br />
Medien-Manager fordern europaweite Regulierung.<br />
56 S P O B I S<br />
Ohne Bewegtbild geht es nicht<br />
Die Digitalisierung verändert die Rahmenbedingungen<br />
im Markt für Sportrechte, -produktion und -distribution.<br />
58 P R O L I G H T & S O U N D<br />
Das Ende der Post-Produktion<br />
Mit erweitertem Themen- und Branchenspektrum will die<br />
Prolight & Sound das Messe- und Kongressangebot für<br />
neues Publikum attraktiver machen.<br />
60 MIP D O C<br />
Rechte-Dschungel<br />
ZDF Enterprises unterstützt erstmals den Co-Production<br />
Pitch der MIP Doc <strong>2015</strong>. Ralf Rückauer von ZDFE.Factual<br />
erklärt die Hintergründe.<br />
RUBRIKEN<br />
3 Editorial<br />
6 Magazin/Business<br />
10 Produktion<br />
12 Technik<br />
14 Distribution<br />
16 Event<br />
18 Update<br />
20 Personalien<br />
61 Branchenspiegel<br />
68 Kommentar: Ros Atkins<br />
69 Impressum<br />
70 Termine<br />
.de<br />
<strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong> IM INTERNET<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
5
z MAGAZIN / BUSINESS<br />
PROSIEBENSAT.1 PRODUKTION WÄHLT NEVIONS FLASHLINK<br />
ProSiebenSat.1 Produktion, Tochtergesellschaft<br />
SiebenSat.1 Produktion über ein Glasfa-<br />
der ProSiebenSat.1 Group, hat sernetzwerk umfassende Konnektivität<br />
sich für die Flashlink-Transporttechnologie zwischen drei zentralen Geräteräumen<br />
entschieden. Sie vernetzt damit den<br />
sicher. Die Projektüberwachung lag in den<br />
Händen des Nevion-Partners Logic Media<br />
Solutions, der auch Nevions Kundendienstzentrum<br />
in Deutschland betreibt.<br />
Die hoch skalierbare, flexible und bedienungsfreundliche<br />
Lösung versetzt ProSiebenSat.1<br />
Produktion in die Lage, in Echtzeit<br />
hochwertiges Video zuverlässig, mit<br />
niedriger Latenz und in hoher Dichte zwischen<br />
drei miteinander vernetzten, zentralen<br />
Anlagenräumen zu transportieren.<br />
„Flashlink hat bei diesem Projekt das Rennen<br />
gemacht, weil diese Lösung kosteneffizient<br />
ist, mit hoher Dichte arbeitet und<br />
Standort in Unterföhring bei München.<br />
Durch den Einsatz von Nevions Flashlink,<br />
einer Lösung für optischen Transport, Signalverarbeitung<br />
und Verteilung, stellt Pronur<br />
wenig Platz beansprucht“, erklärt Thomas<br />
Grünwald, Solution Architect, Playout<br />
Systems bei ProSiebenSat.1 Produktion.<br />
Der geringe Platzbedarf der Flashlink<br />
Compact-Glasfaserschnittstellen sei wegen<br />
des begrenzten Rack-Raums an einem<br />
der Standorte von besonderer Bedeutung<br />
gewesen. „In Zusammenarbeit mit unserem<br />
Partner Logic Media Solutions konnten<br />
wir eine Flashlink-Lösung liefern, die<br />
den Anforderungen von ProSieben-Sat.1<br />
Produktion hinsichtlich hoher Kapazitätsauslastung<br />
der Glasfaserverbindungen,<br />
effizientem Transport und Skalierbarkeit<br />
absolut gerecht wird”, betont Thomas<br />
Heinzer, strategischer Projektleiter von<br />
Nevion.<br />
Nevion wurde kürzlich der Emmy Award<br />
für Technik und Ingenieurwesen für seine<br />
Rolle in der Standardisierung und Verbesserung<br />
von JPEG 2000 (J2K) Interoperabilität<br />
verliehen. Die Firma wird seine neuesten<br />
Netzwerk- und Broadcast-Infrastruktur<br />
Lösungen am Stand SU2615 auf der NAB<br />
<strong>2015</strong> in Las Vegas präsentieren.<br />
VITEC GROUP ÜBERNIMMT PARALINX<br />
Die Vitec Group hat die kalifornische Firma Paralinx, Anbieter von<br />
drahtloser Video-Übertragungstechnik, übernommen. Paralinx soll<br />
in die Videocom Division der Vitec Group integriert werden und<br />
deren dort vorhandene Marken und Produkte ergänzen. Im<br />
Geschäftsbereich Creative Solutions von Vitec Videocom sind<br />
bereits die Unternehmen Teradek und Small HD angesiedelt.<br />
Paralinx wurde von Dan Kanes und Greg Smokler, zwei Mitglieder<br />
der International Cinematographers Guild (ICG), mit dem Ziel<br />
gegründet, kostengünstige High Definition-Drahtlossysteme für<br />
Profis zu entwickeln. „Wie Teradek und Small HD so ist auch Paralinx<br />
ein Beispiel für den Pioniergeist, der nötig ist, um die professionelle<br />
Video-Industrie mit bahnbrechenden<br />
Produkten und erstklassigem Kunden-<br />
Support aufzurütteln“, erklärte Vitec<br />
Videocom CEO Matt Danilowicz. „Durch<br />
die Kombination des ausgeprägten Marktverständnisses<br />
von Paralinx mit Teradeks<br />
Ingenieurkunst wird es möglich sein,<br />
genau auf Kundenwünsche hin abgestimmte<br />
Spitzentechnik zu entwickeln.“<br />
Um die wachsende Nachfrage nach<br />
drahtlosen Videogeräten adäquat zu<br />
erfüllen, werde sich Paralinx weiterhin auf<br />
den Markt für UAV (unbemannte Luftfahrzeuge)<br />
und unabhängige Content-Entwickler<br />
konzentrieren und Teradek auf<br />
Matt Danilowicz<br />
Kino- und TV-Applikationen.<br />
NEUE DIGITALE GESCHÄFTSMODELLE<br />
Adobe und Arvato Systems veranstalten am 14. April<br />
(9.30 bis 12.30 Uhr) im Münchner Hotel „Vier Jahreszeiten<br />
Kempinski“ das Digital Media Breakfast. Diskutiert werden<br />
die Fragen: Wie können Publisher, Verlage oder Medienhäuser<br />
die digitale Transformation erfolgreich gestalten<br />
und in Zukunft noch Geld verdienen? Wie können sie ihr<br />
Kerngeschäft in die digitale Welt überführen und neue<br />
Geschäftsfelder aufbauen? Vorgestellt werden schlanke<br />
Redaktionsprozesse, die eine Auslieferung von digitalem<br />
Content über alle Kanäle hinweg ermöglichen, Apps und<br />
Software-Lösungen zur Monetarisierung von Inhalten,<br />
Self-Service-Angebote für Nutzer und Abonnenten mit<br />
einfachen Bestellprozessen sowie Datenbank übergreifender<br />
Einsatz von Nutzer-Profilen zur zielgenauen redaktionellen<br />
und werblichen Kunden-Ansprache.<br />
In seiner Keynote „Circle of Success – digitale Disruption<br />
als Chance“ wird Christoph Baumeister, Management<br />
Consultant & Head of Digital Media Team @ Cassini Consulting<br />
Nord GmbH, digitale Erlösmodelle vorstellen und<br />
Maßnahmen präsentieren, wie die Transformation erfolgreich<br />
gestaltet werden kann. In einer Live-Demo zeigen<br />
Dirk Brinkmann von arvato und Günter Kraemer von Adobe,<br />
wie Medienunternehmen Inhalte aller Art entlang digitaler<br />
Kanäle wirksamer erstellen und ausspielen können,<br />
mit flexiblen, schnellen Redaktions- und Publikationsprozessen<br />
sowie der Einbindung von Leser-Feedback. Weitere<br />
Infos unter www.adobe.com/de/event/digitalbreakfast<br />
6 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
MAGAZIN / BUSINESS z<br />
SKY MISST NUTZUNG AUF ALLEN PLATTFORMEN<br />
Sky präsentiert mit Sky360 ein eigenes Modell zur plattformübergreifenden<br />
Reichweitenmessung. Das modulare Messsystem<br />
berücksichtigt die Mediennutzung der linearen und<br />
non-linearen Multiscreen-Angebote Sky Go, Sky Anytime und<br />
Sky Online sowie die Nutzung der Live-Sportübertragungen in<br />
öffentlichen Räumen (Out-of-Home). Die non-lineare Nutzung<br />
von Sky-Programmen habe binnen eines Jahres um 70 Prozent<br />
zugelegt, erklärt Martin Michel, Geschäftsführer Sky<br />
Media Network. „Mit der plattformübergreifenden Reichweitenmessung<br />
bilden wir das tatsächliche TV-Nutzungsverhalten<br />
der Sky Seher ab und bieten unseren Werbekunden damit<br />
eine deutlich bessere Entscheidungsgrundlage als zuvor.“<br />
Die Relevanz von Sky360 wird unter anderem bei „Game of<br />
Thrones“ deutlich. Von Juni bis August 2014 verfolgten 1,38<br />
Millionen Zuschauer ab drei Jahren linear alle Folgen der<br />
Serie. Zusätzlich sahen über Sky Go 1,61 Millionen und über<br />
Sky Anytime 700.000 Fans die Folgen. Insgesamt schauten<br />
somit 3,7 Millionen zu. Das non-lineare Angebot verzeichnet<br />
dabei eine um knapp 70 Prozent höhere Zuschauerzahl als<br />
die durch die lineare Nutzung ermittelten Werte. Auch die<br />
Zuschauer in Sportsbars mit einer Sky-Lizenz werden in der<br />
linearen Zuschauermessung nicht abgebildet. Dabei verfolgten<br />
in der Hinrunde der Fußball-Bundesliga 2014/15 durchschnittlich<br />
730.000 Fans (18 bis 69 Jahre) die Begegnungen<br />
in Sky Sportsbars. Über Sky Go sahen weitere 530.000 Fans<br />
zu. An den TV-Geräten zu Hause nutzten im Schnitt 3,47 Millionen<br />
Fans das Live-Sport-Angebot. Insgesamt verfolgten<br />
somit im Schnitt knapp fünf Millionen die ersten 17 Spieltage<br />
der Saison. Bei der Handball-WM in Katar erreichte die<br />
Begegnung Deutschland – Russland knapp 310.000 Zuschauer<br />
vor den TV-Geräten zu Hause. 42.000 Abrufe wurden über<br />
Sky Go verzeichnet. Weitere 200.000 Fans verfolgten die<br />
Begegnung in einer Sky Sportsbar. So kam eine Gesamtreichweite<br />
von knapp 552.000 Zuschauern zustande.<br />
Drei plattformspezifische Panels bilden die Grundlage der<br />
Messung. Die Nutzung von Sky Go und Sky Online wird über<br />
ein Trackingtool von Adobe gemessen. Durch die Implementierung<br />
dieses Tools für die iOS Devices und den Webplayer<br />
werden aggregierte Nutzungsdaten an Sky übermittelt.<br />
Die lineare Sky Nutzung sowie die Nutzung des Push- und<br />
Pull-Video-on-Demand-Services Sky Anytime wird durch ein<br />
weiteres Panel abgebildet. Die Sky Out-of-Home Messung<br />
ermittelt die Reichweiten der Sky Sportprogramme in unterschiedlichen<br />
öffentlichen Räumen wie Bars, Kneipen, Fitnessstudios<br />
oder Hotels. Die von Ipsos durchgeführte Messung<br />
besteht aus dem zweistufigen Verfahren einer jährlich durchgeführten<br />
Strukturerhebung und wöchentlich durchgeführten<br />
Onlinebefragungen. Aus der Gesamtstichprobe von 4.000<br />
Online-Teilnehmern, die repräsentativ für Sky Out-of-Home-<br />
Nutzer stehen, werden Teilstichproben von circa 1.000 Teilnehmern<br />
wöchentlich befragt. Zusatzbefragungen gehen auf<br />
die besondere Rezeptionssituation im öffentlichen Raum ein.<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
4K-LIZENZ UND UPGRADES FÜR SONY-CAMCORDER<br />
Sony bietet für die zwei Camcorder PXW-X200 (ab April) und<br />
PXW-X70 (ab Juni) neben kostenpflichtigen 4k-Lizenzen auch<br />
kostenfreie Upgrades für effizientere Workflows an. Das 4k-<br />
Upgrade (CBKZ-X70FX) ermöglicht QFHD-Aufnahmen in 30p,<br />
25p oder 24p. Das HD-Firmware-Upgrade auf Version 2.0 für<br />
die PXW-X70 bietet Proxy- und Simultanaufnahme sowie FTP-<br />
Transfer und Streaming. Die Proxy-Aufnahme macht Schnitt-<br />
Workflows effizienter und vereinfacht die Übertragung von<br />
Inhalten an entfernte Standorte. Durch den FTP-Transfer können<br />
Proxy-Aufnahmen – ebenso wie Aufzeichnungen im XAVCund<br />
AVCHD-Format – über eine Internetverbindung an einen<br />
FTP-Server gesendet werden, der als Remote-Speicher dient.<br />
Die integrierte WLAN- oder kabelgebundene LAN-Verbindung<br />
über ein USB-Kabel und einen Netzwerkadapter (optional)<br />
macht diese Funktion möglich. Live-Streaming direkt von der<br />
PXW-X70 aus zu entfernten Orten ist nun ebenfalls möglich.<br />
Das Firmware-Upgrade v1.2 für den PXW-X200 ermöglicht<br />
Streaming über kabelgebundenes (optional) und drahtloses<br />
LAN sowie über 3G oder 4G. Durch die Simultanaufnahme<br />
kann der Camcorder zeitgleich auf zwei verschiedenen Medien<br />
aufnehmen. Außerdem unterstützt der Multi Interface Shoe nun<br />
auch das Sony-Funkmikrofonsystem UWP-D und die LED-<br />
Videoleuchte HVL-LBPC.<br />
Celebrity Event<br />
Sp<br />
orts Event<br />
Wireless HD video solutions:<br />
Fascinated by<br />
high-precision<br />
2-/4-/6-way diversity Receive-Site<br />
Wireless High Speed<br />
Data Transmission<br />
(Data/ Video /Audio)<br />
IP Connectivity<br />
Up to 10W COFDM Transmission<br />
Movie<br />
News<br />
BMS at NAB:<br />
C10721<br />
30 Years Y<br />
Experience in in Wir Wir eless Video rans T smission<br />
Phone: +49 6128 408 7 20 | sales@bms-inc.com w.bms-inc.com | www
z MAGAZIN / BUSINESS<br />
RTL STARTET CLIPFISH SMART-TV CHANNEL<br />
Clipfish, die Videoplattform von RTL Deutschland, startet mit Clipfish Filme<br />
ab sofort einen werbefinanzierten Smart-TV-Channel für Spielfilme. Das<br />
Portfolio von Clipfish Filme reicht mit 800 Titeln zum Start von aktuellen<br />
Spielfilmen über bekannte Klassiker bis hin zu genrespezifischen Movies.<br />
Das Angebot wird sukzessive um weitere Spielfilme ausgebaut. Neben den<br />
Video-on-Demand-Angeboten der NOW-Familie, dem interaktiven Musikfernsehen<br />
dooloop.tv, dem „Fitness & Yoga“-Channel und den bisherigen<br />
vier Clipfish-Channels (Music, Comedy, Anime, Serien,) ist Clipfish Filme<br />
bereits das elfte Bewegtbild-Angebot der Mediengruppe RTL Deutschland<br />
auf Basis des Standards HbbTV<br />
(Hybrid broadcast broadband TV).<br />
„Mit dem neuen Smart-TV-Channel<br />
Clipfish Filme bauen wir die non-linearen<br />
Bewegtbildinhalte der Mediengruppe<br />
RTL Deutschland auch für den großen<br />
Bildschirm weiter aus“, erklärt<br />
Marc Schröder, Mitglied der Geschäftsleitung<br />
der Mediengruppe RTL Deutschland<br />
und Geschäftsführer RTL interactive:<br />
„Schon jetzt können mehr als<br />
sieben Millionen Smart-TV-Geräte, die<br />
an das Internet angeschlossen sind,<br />
auf HbbTV-Dienste zugreifen. Dies ist<br />
die perfekte Plattform, um auch unsere<br />
senderunabhängigen, werbefinanzierten<br />
Bewegtbildinhalte zum zeitversetzten<br />
Abruf anzubieten."<br />
Bereits seit zwei Jahren bietet Clipfish<br />
Spielfilme zum kostenlosen Abruf an. Seit Start des Angebotes sind diese<br />
auch über die kostenlosen Clipfish Apps (für iPhone, iPad, Android-<br />
Smartphones und Tablets sowie Windows Phone und Windows 8.1 Tablets)<br />
nutzbar. Vermarktet wird das Angebot von IP Deutschland und bietet<br />
Werbekunden die Möglichkeit, Fourscreen-Kampagnen über alle Plattformen<br />
und alle Endgeräte hinweg zu platzieren.<br />
KURZ GEMELDET<br />
Guntermann & Drunck, deutscher KVM-Anbieter, will<br />
seine Präsenz auf dem nord- und südamerikanischen<br />
Markt verstärken. Dazu wurde kürzlich eine Niederlassung<br />
in Miami, Florida, gegründet.<br />
satis&fy vermietet mit der SK-UHD4000 von Hitachi<br />
nun auch kompakte Broadcast-4k Kameras.<br />
ioGates, dänischer Anbieter einer Cloud basierenden<br />
Video-Sharing-Plattform, hat Norwegens öffentlichrechtlichen<br />
Sender NRK als Kunden gewinnen können.<br />
Der nutzt die Plattform nun zum Austausch von<br />
audiovisuellem Content zwischen den Abteilungen<br />
und mit Partnerunternehmen. ioGates Cloud basierende<br />
Services zum Speichern, Teilen, Konvertieren und<br />
Verteilen von Video-Files werden unter anderem auch<br />
von Danish Radio (DR), TV Denmark, TV3 Sport und<br />
SBS Discovery eingesetzt. In Deutschland, Österreich<br />
und der Schweiz erfolgt der Vertrieb der ioGates-<br />
Lösungen exklusiv über Aktiv Consulting.<br />
Korean Broadcasting System (KBS) hat seinen<br />
neuen Hauptschaltraum mit Lawo-Equipment ausgestattet.<br />
Mit der neuen, server-basierten Infrastruktur<br />
ersetzt KBS seine über zehn Jahre alte Technologie.<br />
Insgesamt kommen 14 Nova17 MkII Router in<br />
Kombination mit VisTool Arbeitsplätzen für<br />
Visualisierung und Steuerung zum Einsatz.<br />
ANTENNE BAYERN kooperiert exklusiv mit smartclip<br />
in der Bewegtbildvermarktung. Mit der Partnerschaft<br />
werden die Webradio-Angebote von ANTENNE BAY-<br />
ERN und ROCK ANTENNE und so knapp 30 Prozent<br />
SHOTOVER MIT ERFOLGREICHEM EUROPA-GESCHÄFT<br />
SHOTOVER, Hersteller von Stabilisierungsplattformen für Film- und TV-<br />
Aufnahmen, meldet neue Verkäufe seines SHOTOVER F1 Aerial Kamera-<br />
Systems in Europa. Über den Vertriebspartner Hildemann + Partners konnte<br />
das Sechs-Achsen-Gyro-Stabilisierungssystem an die Produktionsunternehmen<br />
MovieBird und Orange Aerial in Norwegen, Red Rental in Dänemark,<br />
ACS France in Frankreich und Heli-One in Ungarn verkauft werden.<br />
Alle fünf Unternehmen bieten Luftaufnahme-Dienstleistungen an. Das<br />
SHOTOVER F1-System ist für Red Epic- und Dragon-Kameras, für ARRI<br />
ALEXA M, Phantom Flex4K, Canon C500 und Sony F55 geeignet ebenso<br />
wie für eine Vielzahl aktueller Objektive wie zum Beispiel das neue Angenieux<br />
25-250 und das Fujinon 42x9.7. Der neue Kunde Red Rental nutzt<br />
das F1-System zum Beispiel mit einer Red Dragon und Arri Fujinon Alura<br />
18-80mm Optik bei „Wallander“-Dreharbeiten. Vorteil des F1-Systems ist<br />
laut SHOTOVER sein modulares Design. Es erlaubt flexiblen Einsatz und<br />
Anpassung an neu auf den Markt kommende Profikameras und Objektive.<br />
des deutschen Online-Audio-Werbemarkts durch programmatische<br />
Video-Ansätze vermarktet. smartclip<br />
übernimmt für insgesamt 20 Streams und monatlich<br />
10,3 Millionen Sessions die Vermarktung.<br />
Calrec Audio hat seine digitale Audio-Konsole<br />
„Summa“ erstmals in Großbritannien verkauft. Sie<br />
wird in der Londoner Niederlassung von RT UK,<br />
einem zum Network des russischen News-Senders<br />
Russia Today gehörender Kanal, installiert.<br />
SES hat bei SpaceX SES-14 und SES-16/GovSat<br />
bestellt. Die beiden neuen Satelliten starten 2017 an<br />
Bord der Trägerrakete Falcon 9 ins All. Noch in diesem<br />
Jahr wird SES-9 auf 108,2 Grad Ost stationiert.<br />
Weitere Informationen zu diesen Themen www.mebucom.de<br />
8 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
Der Moment, in dem ein Zoom-Objektiv<br />
die Qualität einer Festbrennweite bietet.<br />
Für diesen Moment arbeiten wir.<br />
// MOVING IMAGINATION<br />
MADE BY ZEISS<br />
ZEISS Compact Zooms – ein Objektiv für alle Kameras<br />
Dank Vollformat-Abdeckung und Wechselmount können Sie die ZEISS Compact Zoom CZ.2<br />
mit nahezu allen Kameras kombinieren. Diese Features machen die CZ.2 zu einem treuen<br />
Partner am Set – jetzt und auch in Zukunft!<br />
www.zeiss.com/cine<br />
Besuchen Sie uns auf der NAB <strong>2015</strong>!<br />
13. – 16. April | Las Vegas | Stand C9543
z MAGAZIN / PRODUKTION<br />
RUSSLAND-GP-PREMIERE MIT RIEDEL UND WIGE<br />
Im Autodrome von Sotschi fand Mitte Generalunternehmen zeichnete Wige<br />
Oktober 2014 erstmals der Große Preis SOLUTIONS, ein Tochterunternehmen der<br />
von Russland statt. Als technisches Wige AG, verantwortlich. Die Infrastruktur<br />
für Kommunikation und Signalübertragung<br />
lieferte hier, wie auch bei<br />
den anderen Formel 1-Rennen der<br />
Saison, Riedel Communications.<br />
Beim Russland-GP betreute Riedel<br />
das „zentrale Nervensystem“ der<br />
Königsklasse des Motorsports mit<br />
seinen Kommunikations- und Signalübertragungslösungen<br />
– vom speziellen<br />
Headset über Funk- sowie<br />
Intercom-Systeme und Live Onboard-Video,<br />
bis hin zur IT-Infrastruktur,<br />
Kontrollzentrum im Sochi Autodrom<br />
Zugangskontrolle und Remote Production.<br />
Im Einsatz waren unter anderem<br />
Artist Mainframes (32, 64 und 128 Ports),<br />
über 500 Sprechstellen und mehr als<br />
1.500 TETRA Handfunkgeräte für FIA,<br />
FOA, FOM und die Rennställe. Über<br />
15.000 Meter Riedel Glasfaser-Kabel<br />
wurden verlegt. Riedel wurde in Sotschi<br />
bereits zur Entwurf- und Bauphase der<br />
Rennstrecke Wige SOLUTIONS eingebunden.<br />
Die dort eingesetzte Riedel-<br />
Technik ist somit Teil einer permanenten<br />
Installation. Wige SOLUTIONS war neben<br />
der technischen Konzeption unter anderem<br />
auch für die Rennstreckenüberwachung,<br />
Zeitnahme, RaceControl, Funk<br />
und Marshalling-System verantwortlich.<br />
HD-UMBAU BEI PHOENIX MIT IQ MODULAR<br />
Nachrichten- und Dokumentationskanal Phoenix stellt<br />
die Ausstrahlung seiner gesamten Programme auf HD<br />
um. Die Umrüstung, die im laufenden Sendebetrieb<br />
erfolgt, erfordert die Erneuerung der kompletten Signalverteil-<br />
und Wandlertechnik. Phoenix setzt dabei<br />
auf das IQ Modular Infrastruktursystem von Snell.<br />
Beim Bonner Sender wurden 125 modulare Einheiten<br />
in 16 Servergehäusen (3U) installiert, die analoge und<br />
digitale Bild- und Tonsignale (3G/HD) verarbeiten und<br />
synchronisieren können, die Tonsignale über Multiplexer<br />
und Demultiplexer steuern sowie die in 3G/HD<br />
synchronisierten Umschalter für die automatische<br />
Ausfallsicherung. Sämtliche IQ Modular-Einheiten im<br />
System lassen sich standardmäßig über das RollCall<br />
Kontroll-Panel von Snell kontrollieren und überwachen.<br />
Dank der SNMP-Erweiterung können auch die<br />
Kontroll- und Überwachungssysteme anderer Hersteller<br />
integriert werden. Die IQ Infrastruktur wird bei<br />
Phoenix in zwei Phasen installiert und in Betrieb<br />
genommen, damit der laufende Sendebetrieb nicht<br />
durch das Upgrade unterbrochen wird. Die erste Phase<br />
des HD-Upgrade, die das Produktionssystem<br />
betrifft, ist bereits abgeschlossen. Im Sommer sollen<br />
sämtliche Studios komplett auf HD umgerüstet sein.<br />
AVID EVERYWHERE BEI ITV STUDIOS NORDIC<br />
ITV Studios Nordic, eine der führenden skandinavischen Produktionsfirmen<br />
für Unterhaltungs-TV, setzt beim Tochterunternehmen<br />
ITV Studios Norway jetzt die MediaCentral-Plattform<br />
von Avid ein. Mit Hilfe der Avid Everywhere-Plattform will ITV<br />
Norway die Medienproduktion und das Management und<br />
gleichzeitig die dezentrale Zusammenarbeit in Norwegen,<br />
Schweden und Finnland optimieren. Die Plattform soll dem<br />
Unternehmen die schnellere Produktion ihrer quotenstarken<br />
Sendungen, bei gleichzeitiger Steigerung der betrieblichen Effizienz<br />
und Senkung der Kosten, ermöglichen. ITV Studios Nordic<br />
gehört zu ITV Studios UK, Großbritanniens größtem Mediaunternehmen<br />
im Bereich Werbung, und produziert oder<br />
koproduziert mehr als 40 führende internationale Fernsehprogramme<br />
für verschiedene Sender in Norwegen, Schweden,<br />
Dänemark und Finnland. Die dezentrale Zusammenarbeit über<br />
die Avid-Plattform ermöglicht jetzt, dass Produktions-, Redaktions-<br />
und Technikteams aus der gesamten Region in Echtzeit<br />
miteinander kommunizieren und Inhalte erstellen, managen und<br />
distribuieren können. Durch die Zentralisierung des Content-<br />
Management-Workflows kann das Unternehmen nach eigenen<br />
Angaben nun effizienter und kostengünstiger agieren und produzieren.<br />
Für die weitere Reduzierung der Betriebskosten sorgt<br />
die Automatisierung bestehender manueller Ingest- und Transcoding-Prozesse.<br />
Der Workflow, der vom Avid-Partner VideoUtstyr installiert wurde,<br />
umfasst dabei Lösungen aus der Media-, Artist- und Storage-Suite.<br />
Kernstück der Lösung ist das Interplay Production<br />
Facility Package. Dazu gehören sowohl Interplay Produktion für<br />
Asset-Management und dezentrale Workflows als auch Avid<br />
MediaCentral UX und Media Composer Cloud. Vor Ort wird mit<br />
Avid Media Composer geschnitten; unterstützt wird der Workflow<br />
durch Avid ISIS 5500 Shared Storage-Lösungen.<br />
10 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
MAGAZIN / PRODUKTION z<br />
Hilfreiches Tool<br />
DIE US-FIRMA IZOTOPE AUS CAMBRIDGE, MASSACHU-<br />
SETTS, BIETET MIT IHRER SOFTWARE RX LÖSUNGEN AN,<br />
UM FEHLERHAFTE TONAUFNAHMEN IN DER FILM- UND TV-<br />
POSTPRODUKTION ZU REPARIEREN ODER ZU OPTIMIEREN.<br />
AUCH BEI DEN GALAXY STUDIOS IM BELGISCHEN MOL<br />
VERTRAUT MAN DEN IZOTOPE-TOOLS. ÜBER DEREN<br />
EINSATZMÖGLICHKEITEN BERICHTEN DIE BEIDEN GALAXY-<br />
AUDIOEXPERTEN DAVE ASHTON UND GARETH LLEWELLYN.<br />
›<br />
1980 gründeten die beiden Brüder Wilfred und Guy van<br />
Baelen in Belgien die Galaxy Studios und gehören mit ihrem<br />
Postproduktions-Unternehmen mittlerweile zu den großen Playern<br />
in Europa.<br />
Die Firma bietet eine große Anzahl verschiedener Postproduktions-Workflows<br />
für die Musik- und Filmindustrie an wie Synchronisation,<br />
Audio-Mischung oder die Farbkorrektur bei Film.<br />
Um bei der Arbeit die besten Ergebnisse zu erzielen braucht es<br />
laut Wilfred van Baelen nicht nur ein sehr gutes Team, sondern<br />
auch solide Technik. Dazu gehören bei Galaxy neben Systemen<br />
wie ProTools von Avid, Sound Forge von Sony, Premiere von<br />
Adobe oder Rock Band 3 von Harmonix auch die Tools von iZotope.<br />
In der neuesten Version 4 der Audio-Reparatursoftware bietet<br />
iZotope mit RX und RX Advanced zwei Varianten an. Die Version<br />
Advanced bietet zusätzliche Features wie das Ambiance- oder<br />
das EQ-Match Modul. Vorgestellt wird die Software auf der NAB<br />
Show <strong>2015</strong>in Las Vegas am iZotope-Stand SL4330.<br />
Für Galaxys leitenden Dialog Editor Dave Ashton und für Recording<br />
Mixer Gareth Llewellyn gehört die RX-Software in ihrer<br />
neuesten Version 4 bereits fest zum Arbeitsalltag. „Sie ermöglicht<br />
uns beschädigte Audio-Files zu reparieren und wieder zu<br />
nutzbarem Material zu machen. Klassische Audio-Probleme wie<br />
Rauschen, Verzerrungen oder Hall lassen sich damit leicht<br />
beheben. Auch für viele meiner Aufgaben und Problemstellungen<br />
rund um die Synchronisation ist die RX4-Software unverzichtbar“,<br />
erklärt Llewellyn.<br />
Sein Kollege Ashton arbeitet bereits seit fünf Jahren mit iZotope<br />
RX und kennt alle Releases der Software. Für ihn ist es sehr<br />
wichtig, möglichst viele Tonaufnahmen aus einer originären Produktion<br />
zu verwenden und ADR (Automated Dialogue Replacement)<br />
nur in Ausnahmen zu nutzen. Mit RX könne er maximalen<br />
Nutzen aus dem Produktions-Sound ziehen. „Die Software ist<br />
einfach zu bedienen und macht es möglich, das meiste Produktionsmaterial<br />
zu verwenden. Früher musste der Sound viel häufiger<br />
neu aufgenommen werden“, erklärt er. „Das spart ordentlich<br />
Kosten.“ Vor allem im Standalone-Modus habe die Software<br />
Dave Ashton, Supervising Dialogue Editor von Galaxy<br />
bislang überzeugen können. „Die Möglichkeit, gleichzeitig verschiedene<br />
Module zu verwenden, um Knistern oder Rauschen<br />
zu entfernen und das Ergebnis anzuhören, bevor man die Änderungen<br />
bestätigt, ist enorm hilfreich“, sagt er.<br />
Ashton ist vor allem von der Möglichkeit angetan, nur einzelne<br />
Ausschnitte zur Audio-Bearbeitung fehlerhafter Files kopieren<br />
und dann in jeden Frequenz-Bereich wieder einzufügen zu können.<br />
„Es fühlt sich teilweise an wie ein Photoshop für die Audio-<br />
Bearbeitung. Fehlerhafte Files muss man mit RX4 Advanced<br />
nicht mehr aufwendig exportieren und dann wieder importieren“,<br />
berichtet er.<br />
„Ein altes Problem war es, den Output von iZotope ordentlich<br />
zu kontrollieren und mit unserem ProTools-Workflow in Einklang<br />
zu bringen“, meint Ashton und fügt an, dass es ihm mit RX Connect<br />
jetzt leichter gemacht würde. „Ich kann die Audio-Datei<br />
jetzt gut verarbeiten und dann überprüfen“, meint er. Auch für<br />
Llewellyn ist RX Connect ein Highlight der Version 4: „Files einfach<br />
zwischen ProTools und der eigenständigen RX Suite hin<br />
und her zu schicken ist vor allem unter hohem Zeitdruck enorm<br />
hilfreich“, betont er.<br />
Für Ashton ist ein „cleaner“ Hintergrund-Sound sehr wichtig,<br />
wenn es darum geht, damit glatte Übergänge herzustellen oder<br />
ADR in die Dialog-Spur einzufügen. Das Ambiance Match<br />
Modul in der RX 4 Advanced Version soll genau bei solchen Fällen<br />
Abhilfe schaffen und es möglich machen, längere, einheitliche<br />
Stücke von Hintergrund-Musik herzustellen.<br />
Während Ashton zuerst skeptisch war, Ambiance Match zu verwenden,<br />
ist er jetzt begeistert davon. „Die neu erstellten Füllstücke<br />
haben super gepasst und waren vor allem ohne Störsignal“,<br />
berichtet er.<br />
❮Niklas Eckstein<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
11
z MAGAZIN / TECHNIK<br />
HOCHAUFLÖSENDE LED-VIDEOWAND FÜR DEUTSCHE WELLE<br />
Im Berliner Studio 3 der Deutschen Welle<br />
wird unter der Leitung des Mainzer Systemintegrators<br />
BFE Studio und Medien<br />
Systeme GmbH eine gebogene Videowand<br />
aus 144 hochauflösenden LED-<br />
Modulen der Firma eyevis mit einem<br />
Pixelabstand von nur 2,0 mm installiert.<br />
lin soll Mitte Juni seiner Bestimmung<br />
übergeben werden – rechtzeitig vor dem<br />
Start des weltweit verfügbaren Informationskanals<br />
am 22. Juni <strong>2015</strong>. Die Premiere<br />
wird in einen feierlichen Rahmen eingebettet:<br />
vor über 2.000 Gästen, die sich<br />
beim Global Media Forum in Bonn treffen,<br />
dem internationalen Medienkongress<br />
der Deutschen Welle (22.-24. Juni<br />
<strong>2015</strong>). Die hochauflösenden LED-<br />
Module von eyevis bieten hohe Helligkeit<br />
und die leichte Anpassbarkeit<br />
an die Lichtbedingungen im Studio.<br />
Die LED-Module können dank der<br />
integrierten Bildverarbeitungselektronik<br />
per Mausklick an die im Studio<br />
benötigten 3.200 Kelvin Farbtemperatur<br />
angepasst werden. Um die<br />
Videowand in das innovative Studiodesign<br />
des Setdesigners Billion<br />
Points Film/TV und Event Ausstattungs<br />
GmbH zu integrieren, haben<br />
BFE und eyevis eine spezielle Unterkonstruktion<br />
Auf der über 24 Quadratmeter großen<br />
Videowand sollen nach der Fertigstellung<br />
über drei Full HD-Signale Bilder, Grafiken<br />
und Videos zur Unterstützung des neuen<br />
englischen TV-Programms der Deutschen<br />
Welle gezeigt werden. Das Studio in Ber-<br />
entwickelt, die den TV-<br />
Zuschauern den Eindruck vermittelt, die<br />
LED-Wand würde frei im Raum schweben.<br />
Im Rahmen des Projektes baut BFE<br />
das vorhandene TV-Studio 3 inklusive<br />
Regie um und ergänzt dieses. Der Auftrag<br />
umfasst, neben der LED Videowand<br />
der Firma eyevis, sechs Kameras des<br />
Typs GVG LDX inklusive neuer Filter, die<br />
speziell auf die gemeinsame Verwendung<br />
mit LED-Wänden abgeglichen sind. Zur<br />
Bespielung der LED-Wand kommt ein<br />
Live Grafiksystem der Firma Orad zum<br />
Einsatz. Mit Hilfe der Canvas-Technologie<br />
von Orad ist eine komplette randlose<br />
Bespielung der LED-Wand über drei HD-<br />
Felder möglich. Zur Steuerung der<br />
Grundfunktionen der LED-Wand wird eine<br />
Crestron Mediensteuerung inklusive<br />
Touchcontrol-Panels verwendet. Des<br />
Weiteren sind Render-Systeme zur Einbindung<br />
von Social-Media Elementen in<br />
den Livegrafiken von Vizrt im Einsatz.<br />
Diese dienen ebenfalls zur Erzeugung<br />
von Augmented Reality Grafiken im Studio<br />
3. In Verbindung mit der real im Studio<br />
stehenden LED-Wand können somit<br />
virtuelle Grafiken oder Live-Bilder zusätzlich<br />
frei im Raum platziert werden, ohne<br />
dass dafür entsprechende Bluescreen-<br />
Hintergründe notwendig werden. Bei der<br />
Generierung der virtuellen Bilder kommt<br />
das Kamera-Robotersystem CamBot von<br />
Ross Video zum Einsatz, das bei Studio<br />
Hamburg MCI geordert wurde.<br />
BR-HÖRFUNK-Ü-WAGEN MIT HYBRIDEM KONZEPT<br />
Das Nürnberger Studio Franken des Bayerischen Rundfunks<br />
(BR) hat kürzlich zwei ältere Hörfunk-Ü-Wagen (Ü1 und Ü4)<br />
durch neue Fahrzeuge ersetzen können. Bestellt wurden die 16<br />
Tonnen Ü-Wagen im Oktober 2013 bei sonoVTS als Generalunternehmen.<br />
Wie schon bei Ü2 und Ü3 kommt bei ihnen eine<br />
Kombination aus Produktions- und On Air-Produkten von Lawo<br />
zum Einsatz. Während Mischungen am mc²66-Pult erstellt werden,<br />
erfolgt die<br />
Generierung der<br />
zahlreichen bei<br />
Großveranstaltungen<br />
erforderlichen<br />
Mitschnitt-, Einspiel-<br />
und Kommandosignale<br />
über<br />
einen mit einer<br />
sapphire Masterkarte<br />
bestückten<br />
Audio-Regie im BR-Hörfunk-Ü-Wagen<br />
DALLIS-Träger.<br />
Dargestellt und bedient werden die unterschiedlichen Prozesse<br />
über eine grafische Benutzeroberfläche mit Touchscreen-Bedienung.<br />
Hier kommt die Software VisTool aus der Radio Tools<br />
Palette von Lawo zum Einsatz. Zur Sendeabwicklung, auch im<br />
Mehrkanalverfahren, kann jederzeit eine sapphire Konsole angedockt<br />
werden. Vorteil dieses Konzepts ist laut Lawo, dass alle<br />
Audio- und Steuersignale stets innerhalb eines geschlossenen<br />
Systems bearbeitet werden. Eine aufwändige, kostenintensive<br />
Anbindung externer Kommandoanlagen und Signaleinrichtungen<br />
entfällt. Audiosignale werden über MADI- oder RAVENNA-Verbindungen<br />
ausgetauscht, Steuersignale auf Protokollebene im<br />
Netzwerk. Die Signale einer Mehrkanalaufzeichnung können in<br />
Gruppen zu jeweils 64 Kanälen auf speziellen Metering-Seiten im<br />
VisTool dargestellt werden. Dabei werden ebenfalls auf Protokollebene<br />
die Labels der Quellen im mc²66 übergeben, was im<br />
Fehlerfall die Ermittlung der Störquelle entscheidend beschleunigt.<br />
Die Signalbearbeitung und Pegeldarstellung aller Kommando-<br />
und Einspielquellen – sowohl ankommend als auch abgehend<br />
– erfolgt ebenfalls im Verbund mc²66/sapphire/VisTool.<br />
12 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
Hier entstehen<br />
Ideen.<br />
Wir unterstützen Ihre Film- und Videoproduktion mit<br />
über 2 Millionen hochwertigen, lizenzfreien Videos<br />
inklusive HD- und 4K-Clips. Mit Shutterstock finden Sie<br />
die Videos, die Sie für Ihr Projekt benötigen.<br />
Und das zum fairen Preis.<br />
shutterstock.de<br />
Effiziente Suchfunktionen • Täglich neue Inhalte • Transparente Preise
z MAGAZIN / DISTRIBUTION<br />
Ben Scott<br />
›<br />
Dies ist umso frustrierender, als ein Breitbandanschluss eine<br />
infrastrukturelle Notwendigkeit für eine funktionierende wirtschaftliche,<br />
aber auch gesellschaftliche Entwicklung ist. Der<br />
Hauptredner der Konferenz Ben Scott, Programmdirektor für<br />
die Europäische Digitale Agenda bei der Stiftung Neue Verantwortung,<br />
verwies darauf, dass das Internet die drei Pfeiler des<br />
menschlichen Daseins in sich vereint: Handel, Massenmedien<br />
und die persönliche Kommunikation, für die vor dem Internet<br />
voneinander getrennte Transportwege notwendig waren. Scott<br />
wirft der Politik vor, zwar „viel zu reden, aber wenig zu handeln“,<br />
weshalb „Europa in Allem hinterher hinkt und die Regulierungen<br />
veraltet sind“. Den Grund sieht er darin, dass das Internet<br />
kein Thema ist, das die Wähler anspricht und daher keine<br />
Priorität besitzt. Auch würden sich viele Menschen zuwenig<br />
Gedanken über den Einflusss des Internets auf das tägliche<br />
Leben machen. Man wisse zwar wie die Zeitung in den Briefkasten,<br />
aber nicht wie die digitale Ausgabe aufs Tablet kommt.<br />
Es gibt also ein Wahrnehmungsproblem auf beiden Seiten für<br />
die Bedeutung einer landesweiten leistungsfähigen Breitbandinfrastruktur,<br />
die Dr. Andreas Nick, MdB und Mitglied im Ausschuss<br />
Digitale Agenda des Deutschen Bundestags, im Verlauf<br />
der Diskussion als „Teil der Daseinsvorsorge“ bezeichnete, die<br />
mittlerweile wichtiger sei als der Straßenbau und die über Wettbewerbsfragen<br />
genauso entscheidet, wie sie eine Chance für<br />
die Dezentralisierung sowie der Lebensfähigkeit der ländlichen<br />
Fläche sei. Da in den Städten ein gutes Breitbandnetz vorhanden<br />
ist, ist auch die Wirtschaft nur wenig interessiert, weil, so<br />
Scott, der Breitbandausbau ein langfristiges Projekt sei, das<br />
keine kurzfristigen Gewinne abwerfe. Brüssel hingegen, so<br />
Scott weiter, warte auf die Privatwirtschaft, anstatt tätig zu werden.<br />
Diese Politik gab es auch in den USA, wo auf dem Land<br />
nur Kupferkabel verlegt wurden, die nicht zukunftsfähig sind.<br />
Europa empfiehlt er, daraus zu lernen und „sich einen Plan zu<br />
machen, was man will und sich nicht damit abzufinden, was<br />
DIE TRANSFORMATIONSKONFERENZ DIGITALISIERUNG<br />
DER KONRAD-ADENAUER-STIFTUNG SUCHTE NACH DEN<br />
URSACHEN FÜR DEN LANGSAMEN BREITBANDAUSBAU IN<br />
DEUTSCHLAND. SCHLIESSLICH IST ES ERKLÄRTES ZIEL<br />
DER BUNDESREGIERUNG, DASS BIS 2018 JEDER, UND<br />
LEBT ER NOCH SO ABGELEGEN AUF DEM LANDE, ÜBER<br />
EINEN INTERNETZUGANG MIT MINDESTENS 50 MBIT<br />
GESCHWINDIGKEIT VERFÜGT. SELBST WENN DIE FRIST BIS<br />
ENDE 2018 AUSGEREIZT WIRD, SIEHT ES KAUM DANACH<br />
AUS, DASS DAS VERSPRECHEN EINGELÖST WIRD.<br />
Überall 50 Mbit Geschwindigkeit<br />
© Konrad-Adenauer-Stiftung/Liebers<br />
man bekommen kann“. Aus seiner Sicht ist es im Bereich Breitband<br />
wichtig Führungsstärke zu zeigen und Dinge nicht einfach<br />
auf sich zu kommen zu lassen.<br />
Doch wie dieses Netz bekommen? In der anschließenden Diskussion<br />
erklärte Dr. Kay Ruge, Beigeordneter des deutschen<br />
Landkreistages und Generalsekretär der deutschen Sektion des<br />
Rates der Gemeinden und Regionen Europas, unter Zustimmung<br />
der Runde, dass es ohne Fördergelder letztendlich nicht<br />
gehen wird. Jedoch müssten sie gering gehalten werden, um<br />
weder Innovationen noch Wettbewerb zu behindern. Er berichtete,<br />
dass in einem Durchschnittslandkreis, je nach topografischer<br />
Lage ein Investitionsvolumen von 50 bis 100 Millionen<br />
Euro eingesetzt werden müsste. Der TÜV Rheinland hat ein<br />
Gesamtvolumen für die Ausrüstung von 20 Milliarden Euro<br />
errechnet. Davon sind acht Milliarden für die schwer zugänglichen<br />
Gebiete, für die i.d.R. LTE eingesetzt wird, vorgesehen.<br />
Ein landesweiter, zukunftssicherer Breitbandausbau mit Glasfaser,<br />
im Sinne von Ben Scott, würde 80 Milliarden Euro kosten.<br />
Für Marcus Isermann, Leiter Politische Interessenvertretung<br />
Regulierung und Bundesländer der Deutschen Telekom, steht<br />
der grundsätzliche Ausbau mit 50 Mbit bis 2018 im Vordergrund.<br />
Dafür investiert die Telekom im Jahr vier Milliarden Euro.<br />
Erst ab da wird es zu einem nachhaltigen Ausbau kommen, zu<br />
dem auch Mobilfunk und Glasfaser gehören, aber nach wie vor<br />
Kupferkabel, die durch Vektoring und Super-Vektoring noch<br />
lange nicht veralten, so Isermann.<br />
Als Lösung des Problems auf dem Land wird von Dr. Andreas<br />
Nick die Gründung von Initiativen vor Ort vorgeschlagen. Diese<br />
können den Bedarf klar definieren und ein wirtschaftlich<br />
gesamtheitliches Konzept für die Gesamtregion erstellen. Damit<br />
kann ein Wettbewerbsverfahren in Gang gesetzt werden, das<br />
auch dazu führt, dass Zuschüsse auf ein Minimum begrenzt<br />
bleiben. „Der Wettbewerb ist wichtig, um einen Run auf Fördertöpfe<br />
zu verhindern“, betonte er.<br />
❮Thomas Steiger<br />
14 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
WOW!<br />
Did you see that?<br />
Deliver the action viewers want to see – again and again<br />
The LDX XtremeSpeed with K2 Dyno replay from Grass Valley, a Belden Brand,<br />
deliver up to 6X speed for immediate and spectacular replays.<br />
www.grassvalley.com/solutions/live-production<br />
Visit Grass Valley at NAB <strong>2015</strong><br />
Booth: SL206<br />
Copyright © <strong>2015</strong> Grass Valley USA, LLC. All rights reserved.<br />
Belden is a registered trademark of Belden Inc. or its affiliated companies in the United States and other jurisdictions.<br />
Grass Valley, LDX and Dyno are trademarks or registered trademarks of Grass Valley.
z MAGAZIN / EVENT<br />
Frank Beckmann (NDR) beim newTV-Kongress 2014<br />
NEWTV-KONGRESS DISKUTIERT NEUE WERBEMODELLE<br />
Beim 6. newTV-Kongress in der Hamburger<br />
Freien Akademie der Künste am 23. und große wie kleine Anbieter arbeiten an<br />
von linearem TV zu digitalen Angeboten<br />
April <strong>2015</strong> (ab 13 Uhr) diskutieren interna-<br />
innovativen Wegen, um mit ihren Inhalten<br />
zukünftig Geld zu verdienen. Beim newTV<br />
Kongress geht man deshalb den Fragen<br />
nach: Wie wird sich der Markt weiterentwickeln,<br />
wo werden zukünftig Marketingbudgets<br />
investiert und wie müssen Inhalte<br />
gestaltet werden, um sie erfolgreich zu<br />
vermarkten? Wie wirken sich dabei die<br />
neuen Möglichkeiten zur Performance-<br />
Messung von On-Demand- und Streaming-Angeboten<br />
auf die Werbe- und Abo-<br />
Erlöse von Sendern, Plattformen und Wer-<br />
tionale und nationale Vertreter der<br />
Bewegtbildbranche über neue Marketing-<br />
Modelle für Content-Anbieter. Hintergrund:<br />
Werbe- und Bezahlmodelle der<br />
Branche befinden sich im Wandel. Werbe-<br />
Spendings verschieben sich zunehmend<br />
beindustrie aus? Die Keynote zur Veranstaltung<br />
hält Andrew Ferrone, der die<br />
Leitung für Pay TV beim Streaming-Spezialisten<br />
Roku verantwortet. Mit mehr als<br />
zehn Millionen Nutzern und mehr als drei<br />
Milliarden gestreamten Stunden in 2014<br />
ist das amerikanische Unternehmen die<br />
führende Streaming-Plattform in den USA.<br />
Über eine Kooperation mit Sky betrat<br />
Roku zum Ende des letzten Jahres auch<br />
den deutschen Markt. Zusammen veröffentlichten<br />
sie die Sky Online TV Box. Als<br />
weitere Referenten bestätigt sind: Thomas<br />
de Buhr (Managing Director Twitter), Alice<br />
Mascia (VP Strategy Sky Deutschland)<br />
und Sven Weisbrich (CEO Universal<br />
McCann). In einem abschließenden Panel<br />
diskutieren Richard Gutjahr (Journalist<br />
und Blogger), Daniel Bröckerhoff (Journalist),<br />
Ralf Klassen (Online-Newsportal<br />
OneTV Mag) und Anja Rützel (Journalistin<br />
und Bloggerin, Wired) die Monetarisierungs-Strategien<br />
und -Entwicklungen im<br />
Bewegtbildmarkt vor dem Hintergrund der<br />
Ergebnisse des Kongresses. Organisiert<br />
wird der Kongress von der newTV Focus<br />
Group unter dem Dach von nextMedia.<br />
Hamburg, der Standortinitiative für die<br />
Medien- und Digitalwirtschaft. Weitere<br />
Infos unter: www.newtv-kongress.de<br />
DIE JUBILÄUMS-FMX THEMATISIERT VIRTUAL REALITY<br />
In der zweiten Maiwoche (5. – 10. Mai <strong>2015</strong>) schaut die Animationsbranche<br />
nach Stuttgart. Dort präsentieren die FMX,<br />
das Internationale Trickfilm-Festival Stuttgart (ITFS) und der<br />
Animation Production Day (APD) ein synergetisches Programm<br />
über den aktuellen Stand der Medienproduktion.<br />
Während das ITFS die interessantesten Animationsproduktionen<br />
des Jahres einem breiten Publikum vorstellt, liefert<br />
die FMX – Konferenz für Animation, Effekte, Spiele und<br />
Transmedia – dem Fachpublikum einen Blick hinter die<br />
Kulissen und die Möglichkeit, die Entscheidungsträger der<br />
Industrie zu treffen. Der Animation Production Day ist eine<br />
Business-Plattform, die es Geldgebern und Filmschaffenden<br />
ermöglichen soll, miteinander ins Gespräch zu kommen und<br />
Animationsprojekte zu initiieren. Die FMX feiert in diesem<br />
Jahr ihr 20. Jubiläum. Sie richtet sich an ein Fachpublikum<br />
aus Kunst, Technologie<br />
tationen zu VFX-Highlights wie dem diesjährigen Oscar-<br />
Gewinner „Interstellar“ oder dem Academy-Award-prämierten<br />
Animationsliebling „Baymax“ sowie dem „Little Nemo“-<br />
Sequel „Findet Dory“, Transmedia-Veranstaltungen wie das<br />
Virtual Humans Forum und immersive Spielformate. Abseits<br />
des Konferenzprogramms stellen Firmen auf dem Marketplace,<br />
der Fachmesse der FMX, ihre innovativen Produkte,<br />
Dienstleistungen und Forschungsergebnisse vor, Industriegrößen<br />
halten auf dem Recruiting Hub Ausschau nach aufstrebenden<br />
Talenten und auf dem School Campus bekommen<br />
Interessierte die Chance, internationale Medienhochschulen<br />
kennenzulernen.<br />
Der Animation Production Day, die Businessplattform für die<br />
internationale Animationsindustrie, findet am 7. und 8. Mai<br />
<strong>2015</strong> in der L-Bank und im Haus der Wirtschaft in Stuttgart<br />
statt. Der Koproduktions- und Kofinanzierungsmarkt für<br />
und Business. Animationsprojekte ist eine Gemeinschaftsveranstaltung<br />
Unter der Überschrift<br />
„Immersion & Virtuelle<br />
Realitäten – Die Zukunft<br />
der Content Produktion<br />
des Internationalen Trickfilm-Festival Stuttgart und die FMX.<br />
Der neue Programmpunkt „Producers Meet Producers“<br />
setzt den Fokus auf die Herstellerseite von Animationsprojekten.<br />
Hier können erstmals auch Dienstleister, die bereit<br />
und Rezeption“ sind, als Co-Financiers in Projekte einzusteigen, über<br />
erörtert die FMX <strong>2015</strong> Kooperationen verhandeln. Dank der Kooperation zwischen<br />
dabei den Einfluss dem APD und CARTOON – European Association of Animation<br />
von immersiven Technologien.<br />
Film können sich bis zu drei der hier vorgestellten deut-<br />
Das Programm<br />
schen Serienprojekte direkt für eine Teilnahme am Cartoon<br />
ITFS Preisträger des Vorjahres<br />
bietet Präsen-<br />
Forum<br />
qualifizieren.<br />
16 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
MAGAZIN / EVENT z<br />
EYES & EARS CONFERENCE<br />
Am 11. Mai <strong>2015</strong> findet die Eyes &<br />
Ears Conference in der Comedia<br />
in Köln statt. Auf der von Jochen<br />
Schropp moderierten Tagesveranstaltung<br />
des Branchenverbands<br />
Eyes & Ears of Europe werden<br />
aktuelle, wichtige Themen aus<br />
den Bereichen TV, Film, Internet,<br />
Mobile, Games, Events, Werbung,<br />
Kunst und Kultur diskutiert.<br />
„Die Medien verändern sich immer<br />
schneller. Deshalb müssen sich<br />
die Branchenakteure jeden Tag<br />
aufs Neue den Herausforderungen<br />
durch Digitalisierung, Konvergenz<br />
und Ringen um Zuschauer-Gunst<br />
stellen“, sagt Corinna Kamphausen,<br />
Geschäftsführendes Vorstandsmitglied<br />
von Eyes & Ears of<br />
Europe. Das Motto der Eyes &<br />
Ears Conference <strong>2015</strong> laute daher<br />
'Keep on Running'.<br />
„Mit der Eyes & Ears Conference<br />
bieten wir den Branchenakteuren<br />
die Möglichkeit, aktuelle Trends,<br />
Perspektiven und Chancen im<br />
Blick zu behalten. Nur so können<br />
sie sich in der heutigen konvergenten<br />
Medienwelt behaupten“,<br />
betont sie. Weitere Infos zur Eyes<br />
& Ears Conference <strong>2015</strong> unter:<br />
www.eeofe.org/de/kalender/conference/<strong>2015</strong><br />
STARTSCHUSS FÜR DIE 2. MEDIA CONVENTION BERLIN<br />
Am 5./6. Mai <strong>2015</strong> trifft sich die digitale<br />
Medienwirtschaft und kreative Medienszene<br />
wieder in der Hauptstadtregion. Zum<br />
der Mediengesellschaft. Executives diskutieren<br />
mit Netzaktivisten und Senderverantwortliche<br />
mit App-Entwicklern, offen, diskursiv<br />
zweiten Mal veranstaltet das Medienboard<br />
Berlin-Brandenburg in Kooperation mit der<br />
Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb)<br />
und der re:publica die Media Convention im<br />
Veranstaltungszentrum „STATION-Berlin".<br />
Auf drei Bühnen bietet die Media Convention<br />
Berlin vielfältige Themen zu Medienwirtschaft,<br />
Medienpolitik, Mediengesellschaft<br />
und Journalismus. Darüber hinaus macht<br />
sich die re:publica auf einer Vielzahl von<br />
Bühnen und mit einem bunten Programm<br />
auf die Suche nach Europa.<br />
Auf weiteren Media Convention-Flächen<br />
erhalten Medieninstitutionen und Unternehmen<br />
aus Berlin-Brandenburg Gelegenheit,<br />
Elmar Giglinger<br />
sich und ihre aktuellen Projekte zu präsentieren.<br />
Thematisch geht es in diesem Jahr<br />
vor allem um das Spannungsfeld zwischen<br />
kreativen und technologischen Prozessen:<br />
und über alle Medien und Plattfor-<br />
men hinweg. „Berlin ist der richtige Ort für<br />
einen vielfältigen und innovativen Medienkongress,<br />
um Algorithmen, Suchmaschinen und<br />
der den Wandel der Medienland-<br />
soziale Netzwerke, Videoplattformen, schaft reflektiert und verschiedene Medienwelten<br />
Bewegtbildstrategien und die Generation<br />
zusammenbringt“, erklärt der<br />
YouTube, um Video on Demand, Subscripted<br />
Video on Demand und um die Zukunft<br />
des Fernsehens. Entscheider und Experten<br />
aus Fernsehen, Hörfunk und Film, Forschung<br />
und Politik diskutieren mit Vertretern<br />
der digitalen Generation über aktuelle<br />
Themen der Medien- und Netzpolitik, über<br />
Trends im Medienmarkt und Entwicklungen<br />
Geschäftsführer des Medienboard Berlin<br />
Brandenburg, Elmar Giglinger. „Die noch<br />
engere Verzahnung von Media Convention<br />
Berlin und re:publica sowie die ausgebaute<br />
Partnerschaft mit der Medienanstalt Berlin-<br />
Brandenburg ist ein wichtiger, logischer<br />
Schritt und ein schönes Alleinstellungsmerkmal“,<br />
betont er.<br />
wir fördern film vertrieb<br />
drehbuch kurzfilm fernsehfilmdokumentation<br />
experimentalfilmverleih<br />
produktionkinofilmpro -<br />
jektentwicklung<br />
www.ffhsh.de
z MAGAZIN / <strong>MEDIEN</strong>MARKT<br />
Update Medienmarkt<br />
SMART-TV SETZT SICH DURCH<br />
Smart-TV wird in Deutschland immer populärer. Das zeigen<br />
aktuelle Marktdaten der GfK Retail & Technology<br />
GmbH. Rund 60 Prozent der im vergangenen Jahr verkauften<br />
TV-Geräte sind für den Smart-TV-Einsatz geeignet.<br />
Davon wiederum unterstützen 92 Prozent den interaktiven<br />
Fernseh-Standard HbbTV (Hybrid broadcast<br />
broadband TV). 4,2 Millionen HbbTV-fähige TV-Displays<br />
wurden 2014 verkauft. Rechnet man noch die HbbTV-fähigen<br />
Digitalreceiver, DVD- und Blu-Ray-Player hinzu,<br />
erhöht sich zu Ende 2014 die HbbTV-<br />
Gerätepopulation in Deutschland auf 14,7<br />
Millionen. Damit ist nun eine signifikante<br />
Größe erreicht, die den Senderaktivitäten<br />
im Bereich HbbTV Rechnung trägt,<br />
erklärt die Deutsche TV-Plattform. Mit den Mediatheken<br />
der Sender und anderen via Internet abrufbaren Zusatzservices<br />
wächst die Inhaltevielfalt jenseits des linearen<br />
Fernsehprogramms ständig.<br />
„HbbTV hat sich in Deutschland etabliert“, konstatiert<br />
Wolfgang Elsäßer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen<br />
TV-Plattform: „Für die Zuschauer bietet der interaktive<br />
Fernsehstandard eine ideale Ergänzung zum linearen TV.<br />
Zugleich eröffnen sich neue Chancen für innovative<br />
Bewegtbild-Formate und Verbreitungskonzepte für die<br />
Sender.“ Der Branchenverein informiert seit vielen Jahren<br />
über die Entwicklung des Smart-TV/HbbTV-Marktes.<br />
Sämtliche Publikationen zum Thema sind im Internetauftritt<br />
auf www.tv-plattform.de frei verfügbar.<br />
STARKE ARD-RADIOS<br />
In der Media Analyse (MA) Radio I <strong>2015</strong> schneiden ARD-<br />
Sender gut ab und liegen insgesamt an der Spitze. Auch<br />
Privatradios melden Erfolge. Im Süden haben die im Bayern<br />
Funkpaket zusammengeschlossenen bayerischen<br />
Lokalradios im Vergleich zur letzten Auswertung (MA<br />
Radio II 2014) 6.000 Hörer hinzu gewonnen und eine<br />
Tagesreichweite von 2,619 Mio. Hörern (Montag bis Freitag)<br />
erreicht. In der Hörerschaft pro Stunde liegen die<br />
bayerischen Lokalradios mit 893.000 Hörern vor Bayern 3<br />
auf einem guten dritten Platz hinter Antenne Bayern und<br />
Bayern 1. Erfolgreichster Radioanbieter im Südwesten ist<br />
nach den Erhebungen der Media Analyse der SWR. Die<br />
Radioprogramme des Südwestrundfunks (SWR) sind die<br />
meistgehörten in Baden-Württemberg und Rheinland-<br />
Pfalz. In beiden Bundesländern schalten von Montag bis<br />
Freitag täglich 6,54 Millionen Menschen ein SWR-Radioprogramm<br />
ein. Bundesweit hat der SWR 7,91 Millionen<br />
Hörer. Im benachbarten Bundesland Hessen bleibt der<br />
private Sender Hit Radio FFH mit 2,488 Millionen Hörern<br />
pro Tag und 477.000 pro Stunde Radio-Marktführer.<br />
Damit ist FFH auch im 25. Jahr in Folge das meistgehörte<br />
Radioprogramm im Bundesland und hat trotz leichter Verluste<br />
162.000 Hörer mehr als die Nr. 2 im Markt, hr3 (jetzt<br />
315.000). Besser als im Vorjahr hat auch der Sender planet<br />
radio („Entdecke neue Musik“) abgeschlossen, mit<br />
einem Anstieg um 15,8 Prozent auf nunmehr 117.000<br />
Hörer pro Stunde. Auch harmony.fm („Mehr 70er. Mehr<br />
80er. Hessens meiste Musik“) legt zu – auf 48.000 Hörer<br />
pro Stunde. Gemeinsam haben die drei FFH-Sender aktuell<br />
642.000 Hörer pro Stunde und 3,5 Mio. Hörer pro Tag.<br />
FFH-Geschäftsführer und Programmdirektor Hans-Dieter<br />
Hillmoth freut sich über die konstant gute Position des<br />
Unternehmens im hessischen Radiomarkt und prognostiziert<br />
eine weitere Steigerung.<br />
Auch in NRW freuen sich die NRW Lokalradios über konstante<br />
Reichweiten. Nach der aktuellen Media Analyse<br />
kommen radio NRW und die NRW-Lokalradios auf eine<br />
Tagesreichweite von 5,316 Mio. Hörern<br />
und eine Bruttoreichweite in der werberelevanten<br />
Durchschnittsstunde (6.00<br />
bis 18.00 Uhr, Montag – Freitag) von<br />
1,642 Mio. Hörern. „Zum 30. Mal in Folge<br />
Reichweitenergebnisse auf diesem<br />
hohen Niveau zu erzielen, ist eine starke<br />
und bemerkenswerte Leistung des gesamten NRW-Lokalfunks“,<br />
heißt es in einer Presseerklärung. Im Norden<br />
schaltet täglich mehr als die Hälfte der deutschsprachigen<br />
Bevölkerung ab zehn Jahren mindestens ein Radioprogramm<br />
des NDR ein (7,3 Mio. Menschen). Beim Marktanteil<br />
erreicht der NDR 51,6 Prozent. Der Abstand zu den 16<br />
privaten Radio-Anbietern im Norden wächst auf 13 Prozentpunkte<br />
– die kommerzielle Konkurrenz kommt der<br />
jüngsten Media-Analyse zufolge insgesamt auf einen<br />
Marktanteil von 38,6 Prozent. In drei von vier Bundesländern<br />
ist ein NDR Programm Marktführer.<br />
DISKUSSIONEN UM ARD/ZDF-MEHREINNAHMEN<br />
Die Rundfunkkommission der Länder konstatiert, dass<br />
ARD, ZDF und Deutschlandradio in der laufenden Gebührenperiode<br />
insgesamt Mehrerträge von 1,5 Milliarden Euro<br />
über dem festgestellten Bedarf verzeichnen. Privatfunk-<br />
Verbände fordern sogleich wieder den Werbeverzicht für<br />
öffentlich-rechtliche Sender. Felix Kovac, Vorsitzender der<br />
18 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
MAGAZIN / <strong>MEDIEN</strong>MARKT z<br />
Arbeitsgemeinschaft Privater Rundfunk ist der Meinung:<br />
„Die Mehrerträge eröffnen medienpolitischen Gestaltungsspielraum<br />
unter anderem für die Reduzierung der Werbung<br />
im öffentlich-rechtlichen Radio.“ Und wiederholt die<br />
Forderung, bundesweit das „NDR-Modell“ einzuführen,<br />
wonach eine Landesrundfunkanstalt 60 Minuten Werbung<br />
in einem Radioprogramm mit nationalen Spots verkaufen<br />
kann. Saisonale Ausgleichszeiträume sollen unzulässig<br />
sein. Bei der Aufgabenverteilung zwischen Werbetöchtern<br />
und Anstalten müsse für Transparenz gesorgt werden.<br />
„Angesichts des enormen finanziellen Spielraums kann die<br />
Medienpolitik diese für die finanzielle Basis des privaten<br />
Radios lebenswichtige Frage nicht weiter auf die lange<br />
Bank schieben“, so Kovac. Jedem Versuch, das „NDR-<br />
Modell“ zu verwässern, widerspricht<br />
Kovac: „Dann lieber gar keine Neuregelung<br />
als einen faulen Kompromiss.“<br />
Der APR-Vorsitzende verweist<br />
in diesem Zusammenhang auf das im Auftrag von ARD,<br />
ZDF und Deutschlandradio im April 2010 von Professor<br />
Paul Kirchhof erstellte Gutachten zur Umstellung der<br />
Rundfunkgebühr auf den Beitrag. Darin wird eine Überprüfung<br />
der Teilfinanzierung der Anstalten aus Werbung<br />
und Sponsoring gefordert: „Eine Finanzierung außerhalb<br />
des Abgabenrechts begründet die Gefahr, dass das<br />
Rundfunkprogramm zunehmend auf Massenattraktivität<br />
ausgerichtet wird und damit eine Erosion der Identifizierbarkeit<br />
öffentlich-rechtlicher Programme droht.“<br />
Und auch Tobias Schmidt, Vorstandsvorsitzender des<br />
VPRT zielt mit seiner Stellungnahme in die gleiche Richtung:<br />
„Selten hätte ein solch beeindruckender Rechenfehler<br />
einen so positiven Effekt: Die Länder können Beitragsstabilität<br />
bis 2020 garantieren und die zunehmende Kommerzialisierung<br />
von ARD und ZDF durch Werbung eindämmen<br />
– oder kurz gesagt: alle gegebenen Versprechen<br />
einlösen. Es wäre merkwürdig, wenn die Länder diese<br />
Chance zur Stabilisierung des dualen Mediensystems<br />
nicht nutzen würden.“<br />
Gegen Werbebeschränkungen spricht sich hingegen die<br />
Produzentenallianz aus. Deren Vorsitzender Alexander<br />
Thies möchte die Gebühren-Mehreinnahmen lieber in die<br />
Produktionsetats umgeleitet wissen. Schon heute seien<br />
die Produktionsbedingungen für Produzenten und Filmschaffende<br />
am Set ausgesprochen schwierig. „Vor diesem<br />
Hintergrund auch noch die Werbung bei ARD und ZDF<br />
weiter einzuschränken – und damit die Einnahmen von<br />
rund 500 Millionen Euro jährlich zu schmälern –, hieße,<br />
den fortgesetzten Druck auf die Programmbudgets weiter<br />
zu verschärfen“, erklärte er.<br />
Auch in der Werbebranche selbst spricht man sich mehrheitlich<br />
gegen eine Einschränkung der ARD/ZDF-Werbemöglichkeiten<br />
aus. Nach dem Willen der Politik sollen die<br />
Mehreinnahmen beim Rundfunkbeitrag indes nicht bei den<br />
Sendern verbleiben. Stattdessen ist eine Reduzierung des<br />
Beitrags geplant. Bereits ab April schrumpft er um 48<br />
Cent auf dann 17,50 Euro pro Monat und Haushalt. Weitere<br />
Beitragssenkungen sind laut Malu Dreyer, Vorsitzende<br />
der Länder-Rundfunkkommission möglich.<br />
DW-ETAT SOLL KRÄFTIG WACHSEN<br />
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Kulturstaatsministerin<br />
Monika Grütters haben sich auf eine<br />
nachhaltige und verlässliche Stärkung der Deutschen<br />
Welle verständigt. Dazu soll in den kommenden Jahren<br />
der Etat des deutschen Auslandssenders kräftig erhöht<br />
werden. Intendant Peter Limbourg spricht von einer „hervorragenden<br />
Nachricht für die DW“, „wenn das Bundeskabinett<br />
dies so beschließt. Diese Entscheidung beseitigt<br />
die langjährige strukturelle Unterfinanzierung des Senders.<br />
Damit wäre sichergestellt, dass die DW alle ihre 30<br />
Sprachangebote behalten und ihre vier linearen TV-Kanäle<br />
auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Arabisch weiter verbreiten<br />
kann. Wir können dann die strategische Neuausrichtung<br />
der DW vollständig umsetzen und so die mediale<br />
Präsenz Deutschlands in der Welt nachhaltig verbessern.“<br />
Vorgesehen ist, der DW von 2016 an jährlich zwölf Millionen<br />
Euro zusätzlich für in der Vergangenheit gestiegene<br />
Personalkosten zuzuweisen. Der Sender soll auch künftig<br />
einen Ausgleich für entstehende Tarifsteigerungen<br />
erhalten. Kulturstaatsministerin<br />
Grütters hatte für den bereits im letzten<br />
und in diesem Jahr deutlich erhöhten DW-<br />
Etat eine nochmalige Steigerung um zwei auf dann 274<br />
Millionen Euro eingeplant. Der Intendant zeigte sich<br />
erleichtert, dass die im Raum stehenden, nicht gewollten<br />
Abbauszenarien nicht realisiert werden müssten. „Ich danke<br />
allen politischen Entscheidungsträgern, insbesondere<br />
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble und Kulturstaatsministerin<br />
Monika Grütters, dass wir nun Planungssicherheit<br />
haben.<br />
Auch die fortlaufende Projektförderung der DW durch<br />
Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier und Entwicklungsminister<br />
Gerd Müller ist ein bedeutender Beitrag,<br />
dass wir unsere Aufgaben im Interesse Deutschlands<br />
wirkungsvoll erfüllen können. Die deutliche Mittelerhöhung<br />
verstehe ich auch als Wertschätzung für die hervorragende<br />
Arbeit, die Menschen aus 60 Nationen jeden Tag in der<br />
DW leisten.“<br />
Im Dezember hatte der Deutsche Bundestag in einer Entschließung<br />
die Bundesregierung aufgefordert, eine angemessene<br />
Finanzausstattung der Deutschen Welle sicherzustellen.<br />
Zuvor hatte das Parlament die Aufgabenplanung<br />
des Senders für die Jahre 2014 bis 2017 debattiert<br />
und dieser zugestimmt.<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
19
z MAGAZIN / LEUTE<br />
PERSONALIEN<br />
TIM THORSTEINSON hat die Geschäftsführung von Quantel und<br />
Snell übernommen. Er löst den bisherigen Vorstand und Firmenchef Ray<br />
Cross ab. Thorsteinson war zuvor unter anderem zweimal Grass Valley-<br />
Chef, Vorsitzender der Broadcast-Kommunikationsabteilung von Harris<br />
sowie der Vorsitzende und Generaldirektor von Enablence.<br />
MURIEL DE LATHOUWER ist neue Managing Director & CEO von<br />
EVS Broadcast Equipment. Nach dem Ausscheiden von Joop Janssen<br />
im Oktober 2014 hatte sie schon interimsweise die Führung der<br />
Geschäftsleitung inne. De Lathouwer ist seit November 2013 Mitglied<br />
im Firmenvorstand von EVS und Leiterin der Strategiegruppe des<br />
Unternehmens. Vor ihrem Einstieg bei EVS war sie unter anderem bei<br />
Accenture, McKinsey und BASE tätig.<br />
STEFAN GNANN wechselt aus der Geschäftsführung in den Beirat<br />
der sonoVTS GmbH. Mit der Übernahme der Anteile von Stefan Gnann<br />
halten die beiden geschäftsführenden Gesellschafter Stefan Krömer und<br />
Franz Olbert nun jeweils 50 Prozent der Unternehmensanteile.<br />
HELGE JÜRGENS, Geschäftsführer von ARRI Film & TV Services, hat<br />
das Unternehmen verlassen. Neben dem Geschäftsführer Josef<br />
Reidinger haben nun auch die beiden Vorstände der ARRI AG, Franz<br />
Kraus und Dr. Jörg Pohlman, die Geschäftsführungs-Position übernommen.<br />
Jürgens war im Oktober 2012 zu ARRI gewechselt, um gemeinsam<br />
mit Reidinger den Aufbau einer eigenen ARRI TV-Production-Unit zu realisieren.<br />
Davor war er bei Union-Film und Endemol Deutschland tätig.<br />
ANDREAS PATER ist als neuer Head of Rental Innovations bei<br />
Riedel Communications eingestiegen. In der neu geschaffenen Position<br />
verantwortet er das Produktmanagement in Riedels Rental-Abteilung.<br />
BERND BIELEFELD, Geschäftsführer der Bremedia Produktion<br />
GmbH, hat Ende März das Unternehmen verlassen. Er kam 1993 als<br />
Planungsingenieur zu Radio Bremen. 2008 übernahm er die Leitung<br />
des Bereichs Systemservice und 2010 die Bremedia-Geschäftsführung.<br />
MICHAEL HARRIT ist neuer Marketing-Chef AV & Media Solutions<br />
bei Sony Professional Europe. Er übernimmt die Position von Olivier<br />
Bovis, der künftig als Director of Sales für Sony Professional Europe<br />
tätig sein wird. Harrit war zuvor bei der Danish Broadcasting Corporation<br />
und bei Multi Media Consulting A/S tätig sowie als Acting Director of<br />
Technology beim Zentrum für neue Medien in Moskau engagiert.<br />
HENRIK RAVN übernimmt am 1. Mai <strong>2015</strong> die Position des Chief<br />
Operating Officers (COO) und Chief Commercial Officers (CCO) im<br />
Segment „Broadcasting German-speaking“ der ProSiebenSat.1<br />
Media AG. Er soll neben der Koordination von Entwicklungsthemen<br />
im Kerngeschäft Free-TV auch neue Pay- und Distributions-Initiativen<br />
vorantreiben. Ravn hat bereits von 2009 bis 2013 als CEO das<br />
Nordeuropa-Geschäft von ProSiebenSat.1 geleitet. Zuletzt war er<br />
President & Managing Director Nordic bei SBS Discovery Media.<br />
Ravn war zudem mehrere Jahre als CEO bei SBS TV Denmark tätig.<br />
JANE TURTON, seit September 2014 Interims-Geschäftsführerin der<br />
All3Media, fungiert nun als CEO. Sie ist seit 2008 bei All3 Media tätig.<br />
Die Gesellschafter der All3Media James Rosenstock (Discovery<br />
Communications) und Niall Curran, President von Liberty Global Content<br />
Investments hatten die Besetzung eines neuen CEOs weltweit ausgeschrieben<br />
und sich dann für Turton entschieden.<br />
KALLE FRIZ hat Anfang März als CEO die Geschäftsführung der<br />
deutschen Gesellschaft von Studiocanal Deutschland übernommen.<br />
Er war zuvor COO. Friz ist nun für alle Aktivitäten von Studiocanal in<br />
Deutschland, Österreich sowie der Schweiz verantwortlich und tritt die<br />
Nachfolge von Rodolphe Buet an, der nach drei Jahren als Studiocanal<br />
Deutschland CEO am 1. März in die Firmenzentrale zurückkehrt. In<br />
seiner neuen Rolle in Paris ist Buet zukünftig als President International<br />
Distribution and Marketing für alle Filme, den Katalog sowie die TV-<br />
Serien verantwortlich und übersieht darüber hinaus die Studiocanal-<br />
Territorien Deutschland, Australien/Neuseeland und China.<br />
KLAUS KASTAN (62) ist ab dem 1. Mai <strong>2015</strong> neuer Leiter des<br />
Programmbereichs Sport und Freizeit TV in der Informationsdirektion<br />
des Bayerischen Rundfunks (BR). Er folgt Werner Rabe nach, der den<br />
Bereich seit 1999 sowie die Sportredaktion Hörfunk seit 2004 leitete.<br />
Kastan ist seit dem 1. September 2012 Leiter der Redaktion Studios<br />
Ausland und Berlin und seit dem 1. Dezember 2014 zudem kommissarischer<br />
Leiter der Redaktion Politik und Hintergrund im Programmbereich<br />
B5 aktuell/Politik und Wirtschaft. Beim BR begann er im Jahr 1975 als<br />
freier Mitarbeiter, ab 1981 fest angestellt in der Abteilung Jugendfunk.<br />
Von 1989 bis 1995 war er Hörfunkkorrespondent im Studio London, im<br />
Anschluss übernahm er die Leitung der Abteilung Hörerforum und<br />
Medienkritik. Als Programmchef reformierte Kastan ab 2003 die<br />
Hörfunkwelle Bayern 2 und gab ihr einen neuen Charakter. Von 2006<br />
bis 2012 war er BR-Hörfunkkorrespondent im Studio Washington D.C.<br />
20 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
NETWORK. AUDIO. VIDEO.<br />
smart IP live production infrastructure.<br />
If it wasn’t an mc 2 console<br />
we would just have called it ...<br />
UNBELIEVABLE!<br />
mc 2 36: The new all-in-one console by Lawo!<br />
# unbelievable sound<br />
# unbelievable ease-of-use<br />
# unbelievable value for money<br />
### NAB, C2218 ### PL&S 8.0 – B50<br />
www.lawo.com
z PRODUKTION / NEWTOPIA<br />
›<br />
Das „Newtopia“-Konzept stammt vom<br />
TV-Macher John de Mol, der mit der<br />
täglichen TV-Show „Utopia“ in Holland<br />
einen Quotenhit gelandet hat. Seit einem<br />
Jahr verfolgen dort im Schnitt 700.000<br />
Zuschauer am Tag, wie eine Gruppe Menschen<br />
versucht, ein selbstbestimmtes<br />
Leben zu führen. 15 sogenannte Pioniere<br />
in „Newtopia“ stehen hierzulande vor der<br />
gleichen Herausforderung. In Deutschland<br />
fiel die Quote nach Anfangserfolgen<br />
mit 2,8 Millionen Zusehern auf unter zwei<br />
Millionen. Sat.1 ist damit zufrieden.<br />
Die Produktion von „Newtopia“ verantwortet<br />
John de Mols Firma Talpa, die sich<br />
unlängst mit 49,9 Prozent an Springers<br />
Schwartzkopff TV beteiligt hat und nun<br />
unter dem Namen Talpa Germany firmiert.<br />
Auch in Italien, Großbritannien und Skandinavien<br />
ist Talpa an 50/50-Joint Ventures<br />
beteiligt. John de Mol, der bereits länger<br />
nach einem Käufer für Talpa Media<br />
gesucht hat, konnte im März <strong>2015</strong> mit<br />
dem britischen Broadcast-Unternehmen<br />
ITV einen Deal über 500 Millionen Euro<br />
besiegeln. Für die 100-prozentige Übernahme<br />
von Talpa Media wollen die Briten<br />
bis zu 1,1 Mrd. Euro auf den Tisch legen.<br />
Die Höhe des endgültigen Verkaufpreises<br />
hängt davon ab, wie viel Profit Talpa in<br />
den nächsten acht Jahren erwirtschaftet.<br />
Die als „großes TV-Experiment“ apostrophierte Reality-Show<br />
„Newtopia“ kann nicht nur im TV (montags bis freitags auf<br />
SAT.1), sondern dank vier Live-Streams auch rund um die Uhr<br />
im Internet verfolgt werden. Dazu entwickelte der Video Service<br />
Provider Infostrada Creative Technology im Auftrag von Talpa,<br />
nach holländischem „Utopia“-Vorbild, auf dem ehemaligen Stasi-Gelände<br />
in Königs Wusterhausen bei Berlin eine aufwendige<br />
produktionstechnische Infrastruktur. Die „Newtopianern“ wohnen<br />
in einer unbeheizte Scheune mit Gas-, Wasser- und<br />
Stromanschlüssen. Die Ressourcen beschränken sich auf einen<br />
Stall mit zwei Kühen und einigen Hühnern, einem Stück Ackerboden<br />
sowie einen kleinen Teich. Auf dem gesamten Gelände<br />
gibt es fast keinen Winkel, der nicht von einer der 107 installierten<br />
HD-Kameras rund um die Uhr ins Visier genommen wird.<br />
Auf dem Gelände sind insgesamt 52 Sony BRC-Z330 Kameras<br />
im Einsatz, die mit ihren drei verschiedenen ND-Filtern gut<br />
gegen die Sonne geschützt sind. „Das war vom Preis-Leistungs-Verhältnis<br />
her die beste Wahl“, erklärt der R&D Manager<br />
Casper Choffat, der für Infostrada Creative Technology das<br />
gesamte technische Konzept dieses ambitionierten Großprojektes<br />
begleitet und zusammen mit dem R&D-Team entwickelt<br />
und umgesetzt hat. Einen Überblick über das ganze Gelände<br />
RoboEye-Kamera von Telemetrics<br />
Das große TV-<br />
MIT „NEWTOPIA“ HAT SAT.1 ENDE FEBRUAR EINE NEUE<br />
REALITY-TV-SHOW GESTARTET, DIE ALS DAS GRÖSSTE FERN-<br />
SEH-EXPERIMENT ALLER ZEITEN VERMARKTET WIRD. DAS<br />
HERZSTÜCK DIESER AUFWÄNDIGEN LIVE-PRODUKTION BILDET<br />
EIN MOBILES DATENCENTER, DAS VON DER INFOSTRADA-<br />
geben zwei RoboEye-Kameras von Telemetrics, die auf hohen<br />
Pfosten montiert sind. Mit ihrem 18-fachen Zoom können die<br />
ungeschützt einsetzbaren PTZ-Kameras Nahaufnahmen von<br />
Situationen auf dem Feld oder am Teich liefern, die dank ihrer<br />
schärferen Details über bessere Farben und Schwarzwerte verfügen.<br />
Im Außenbereich kommen vier Sony alpha 7S-Fotokameras<br />
hinzu, welche die gleiche Auflösung und Weitwinkel wie<br />
Videokameras besitzen, aber bei Dunkelheit bessere Bilder<br />
erzeugen. Diese statischen Kameras befinden sich im Wohnwa-<br />
22<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
PRODUKTION / NEWTOPIA z<br />
Experiment<br />
ZENTRALE IN HILVERSUM AUS RUND UM DIE UHR ÜBERWACHT<br />
UND GESTEUERT WIRD. ZUM UMFANGREICHEN PRODUKTIONS-<br />
EQUIPMENT GEHÖREN ZUDEM 107 FEST INSTALLIERTE HD-<br />
KAMERAS UND ZAHLREICHE MIKROFONE, DIE DAS GESCHEHEN<br />
IN DER „NEWTOPIA“-WELT PERMANENT AUFZEICHNEN.<br />
gen auf dem Feld sowie oben in der Scheune auf einem Vorsprung<br />
über der Terrasse. Im Innenbereich der Scheune sind 49<br />
Panasonic AW-HE60-Kameras installiert, die mit einem Infrarot-<br />
Filter ausgestattet sind und die „Newtopia“-Bewohner selbst<br />
bei Dunkelheit noch erkennbar filmen können.<br />
Auch das Sound-Konzept ist darauf ausgerichtet, möglichst<br />
jeden Ton in Umgebung aufzunehmen. 21 Sennheiser MKH-50,<br />
neun Sennheiser MKH-60- und drei Rode NT4 Stereomikrofone<br />
zeichnen die Atmo auf und halten fest, wenn eine Kuh muht<br />
© Newtopia<br />
oder ein Schwimmer im Wasser flüstert. Zwei<br />
dieser Mikros hängen in der Mitte der Scheune<br />
von einem Balken herunter. „Sie werden<br />
nicht als Stereomikros benutzt, sondern sind<br />
dort eingesetzt, um den Ton aus allen Richtungen<br />
aufzunehmen.“ Selbst im Stall ist ein<br />
Mikro zwischen den Kühen platziert. Darüber<br />
hinaus ist jeder „Newtopianer“ dazu verpflichtet,<br />
immer ein Funk-Mikro von Wisycom am<br />
Körper tragen, das nur beim Schwimmen<br />
abgenommen werden darf. Kommen Besucher<br />
nach „Newtopia“, um zum Beispiel ein<br />
Paket auszuliefern, wird ihnen ebenfalls ein<br />
Funkmikrofon angesteckt.<br />
Um die Kamera- und Tonsignale zu produzieren<br />
und übermitteln, mussten auf dem Gelände<br />
zunächst entsprechende Leitungen installiert<br />
werden. „Im September 2014 wurde mit<br />
den Grabungsarbeiten begonnen, um Stromleitungen<br />
verlegen zu können“, berichtet Martin<br />
Späth, der als Project Manager von Infostrada<br />
die technische Umsetzung dieses<br />
ambitionierten Projekts vor Ort koordiniert<br />
hat. Auf dem gesamten Gelände wurden<br />
wochenlang entsprechende Rohre und<br />
Kabelkanäle verlegt. Ab Ende Oktober konnte<br />
das Team damit beginnen, die ersten unterirdischen<br />
Kabel zu ziehen. Für jede Kamera<br />
mussten vier Kupferkabel für Video, Strom,<br />
Steuerung und Sync verlegt werden. Bei einigen<br />
Kameras kam außerdem ein Audio-Kabel<br />
für Mikrofone hinzu. „Die Kameras, die über 100 Meter entfernt<br />
sind, benötigen eine Glasfaserleitung, um das Videosignal<br />
übermitteln zu können, während sich Strom, Steuerung und<br />
Sync auch über weitere Entfernungen per Kupferkabel übertragen<br />
lassen“, erläutert Späth. Insgesamt sind rund 34 Km Kupferkabel<br />
und 15 Kilometer Glasfaserleitungen auf dem Gelände<br />
verlegt worden. Sämtliche Kamera- und Tonsignale, welche das<br />
Funksystem für die Ansteckmikrofone, die komplette Audio-<br />
Technik mit den 36 Ambiance- und Stereomikrofonen sowie die<br />
107 Kameras liefern, werden an zwei zentrale Geräteräume<br />
(ZGR) übermittelt, und von dort über 14 Glasfaser-Leitungen<br />
zum mobilen Datencenter geschickt. Es befindet sich in einem<br />
Großcontainer, der in Hilversum mit Technik ausgestattet wurde,<br />
und bildet mit seinen mit über 60 Servern das Herzstück<br />
des gesamten HD-Workflows. Alle Ton- und Kamerasignale,<br />
einschließlich der kompletten Postproduktion und Regiearbeit,<br />
wird auf den Servern dort gespeichert. Auf dem „Newtopia“-<br />
Gelände ist das Datencenter mitten in das Container-Dorf eingebettet.<br />
Die zentrale Überwachung der Technik erfolgt durch<br />
ein Team von Infostrada Creative Technology über das Service<br />
Desk in Hilversum, das rund um die Uhr noch weitere Datencenter<br />
von Infostrada überwacht. Dazu gehört die Fernsehstu-<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong> 23
z PRODUKTION / NEWTOPIA<br />
Regie von „Newtopia“<br />
Alle 107 Kamerasignale liegen in der Regie auf<br />
dio- und Postproduktions-Umgebung mit insgesamt 250 Editing<br />
Suiten in Hilversum und Amsterdam, die über das eigene<br />
Glasfasernetz von Infostrada Connect verkabelt sind. An das<br />
Netz angeschlossen ist auch holländische Show „Utopia“. Infostrada<br />
Creative Technology gehört zusammen mit Dutch View<br />
und Infostrada Connect der Holding Consolidated Media Industries<br />
(CMI) an.<br />
In Hilversum werden permanent auch grundlegende Parameter<br />
wie Feuchtigkeit, Temperatur und Stromspannung gemessen.<br />
Bei Entwicklung von Hitze, Feuer oder dem Eindringen von<br />
Wasser erscheint in Holland eine Meldung im System, so dass<br />
sofort die Feuerwehr vor Ort alarmiert werden kann. „Unsere IT<br />
erkennt Störungen schon, bevor sie zum Problem für die Produktion<br />
werden“, erläutert R&D Manager Casper Choffat, der<br />
für Infostrada Creative Technology das gesamte technische<br />
Konzept dieses ambitionierten Großprojektes begleitet und<br />
zusammen mit dem R&D-Team entwickelt und umgesetzt hat.<br />
MOBILES DATENCENTER<br />
Kühlung und Stromversorgung des mobilen Datencenter sind<br />
redundant ausgelegt. Jeder Server besitzt zwei Stromanschlüsse.<br />
Falls der lokal bezogene Strom in Brandenburg ausfällt,<br />
sind zwei USVs für die unterbrechungsfreie Stromversorgung in<br />
den Container eingebaut, die konstant aufgeladen werden und<br />
für 30 bis 40 Minuten den kompletten Betrieb aufrecht erhalten<br />
können. Bei einem Stromausfall wird die Leitung automatisch<br />
auf Notstrom umgeschaltet. „Binnen zehn Sekunden springt ein<br />
Generator an, der die Batterien mit Energie versorgt“, berichtet<br />
Choffat. Die Klimaanlage im mobilen Datencenter besteht aus<br />
vier Minkels-Kühlsystemen, die zwischen den fünfzehn 19 Zoll-<br />
Server-Racks eingebaut sind. Alle sind jeweils an eine eigene<br />
Klimaanlage angeschlossen. „Wenn eine dieser vier Klimaanlagen<br />
ausfällt, arbeiten alle anderen weiter.“ Da pro Stromleitung<br />
zwei Kühleinheiten zur Verfügung stehen, würde bei einem Ausfall<br />
der Stromleitung A ein Kühlaggregat der Stromleitung B die<br />
Kühlung für den anderen Bereich übernehmen. „Das mobile<br />
Datencenter kann mit zwei Kühleinheiten laufen“, sagt Choffat.<br />
Darüber hinaus verfüge der Container über eine komplette Gas-<br />
Feuerlöschanlage. Vom mobilen Datencenter werden die Audiound<br />
Video-Signale über Kreuzschienen zur Regie geleitet, wo<br />
dann die 107 verschiedenen Kamerabilder auf Multiview-Monitoren<br />
zu sehen sind. Damit die Regisseure die Kamerabilder<br />
leichter den verschiedenen Orten innen und außen zuordnen<br />
können, sind diese mit farbigen Balken markiert. „Die komplette<br />
Steuerung erfolgt über Netzwerk-Switches in der Regie“, erklärt<br />
Choffat. Im Audio-Bereich wird das Intercom-System von Riedel<br />
verwendet, das es ermöglicht, den O-Ton zu hören, der<br />
gemischt wird. Darüber hinaus können auf bestimmten Positionen<br />
in der Regie auch einzelne Mikrofone angewählt werden,<br />
um beispielsweise gezielt Stimmen und Geräusche auf dem<br />
Acker oder am See zu verfolgen. Der Sound wird bei „Newtopia“<br />
automatisch generiert. Zudem besteht die Möglichkeit, bei<br />
bestimmten Events gezielt bestimmte Kanäle anwählen. Das<br />
komplette Audio-System wird von dem Content Management<br />
System Centralparq gesteuert, das Infostrada Creative Technology<br />
entwickelt hat. Für die Reality-TV-Formate „Utopia“ und<br />
„Newtopia“ ist das Auto-Ingest-System von Centralparc, das<br />
die Metadaten des gespeicherten Bild- und Tonmaterials in<br />
einer Datenbank generiert, noch erweitert worden.<br />
VIER 24-STUNDEN-VIDEOSTREAMS<br />
Die Anforderung bei „Newtopia“ sieht vor, 24 Stunden täglich<br />
vier Streams zu produzieren, über welche die Zuschauer zwei<br />
verschiedene Storylines verfolgen können. Für jede Storyline<br />
gibt es einen Stream mit Nahaufnahmen sowie einen Stream<br />
mit Überblick-Shots. Die Auswahl der Bilder erfolgt durch die<br />
Regisseure, während die Kameraleute in der Regie damit<br />
beschäftigt sind, die ausgewählten Kameras per Fernsteuerung<br />
zu bedienen. Als Hauptregisseur fungiert in dieser Konstellation<br />
der Storyline-Producer, der die Regisseure instruiert, auf welche<br />
Personen sie sich in der Storyline konzentrieren sollen.<br />
Darüber hinaus sind die Regisseure und der Storyline Producer<br />
mit Touchscreens ausgestattet, über die sie die jeweiligen Kandidaten<br />
für die Storyline auswählen können, was wichtig für die<br />
Tonmischung ist. Unterstützt wird der Story-Editor von zwei<br />
Loggern, die links und rechts neben ihm sitzen und für die<br />
jeweilige Storyline Timecode-gebundene Beschreibungen zu<br />
den Bildern ins System eingeben. Dazu gehört die Benennung<br />
der Situation in der jeweiligen Einstellung, die Tages- oder<br />
Nachtzeit, der Ort, an dem sich eine Person gerade aufhält<br />
24 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
PRODUKTION / NEWTOPIA z<br />
Im Innenbereich der Scheune sind 49 Panasonic AW-HE60-Kameras installiert<br />
R&D Manager Casper Choffat am Datencenter<br />
sowie die Stimmung, in der sich diese befindet. „Diese Metadaten<br />
können später im Centralparq-System gesichtet werden“,<br />
unterstreicht der R&D-Manager.<br />
In dem Container-Dorf stehen ingesamt 15 Avid Media Composer-Schnittplätze<br />
zur Verfügung, an denen von Montag bis Freitag<br />
jeweils eine 45-minütige Fassung für die SAT.1-Ausstrahlung<br />
geschnitten wird. „Das erfolgt webbasiert im Centralparq-<br />
System.“ Die markierten Metadaten geben nicht nur Aufschluss<br />
darüber, welche Orte und Personen die Logger angewählt<br />
haben, sondern anhand der Standorte der Mikrofone und der<br />
Personen lassen sich auch die O-Töne zuordnen, die für den<br />
Schnitt benötigt werden. „Wir zeichnen zwar mit Pro Tools 11<br />
den Sound von allen 64 Audio-Kanälen auf, aber die Tonmischung<br />
wird automatisch vom Centralparq-System generiert,<br />
was sehr wichtig für die Live-Streams und die Rohschnitte ist“,<br />
betont der R&D-Manager. „Bei vier Live-Streams und 64 Ton-<br />
Kanälen, die täglich rund um die Uhr aufgenommen werden, ist<br />
der Einsatz eines Content-Management-System sehr wichtig,<br />
damit die Zuordnung des Materials überschaubar bleibt.“<br />
Zusätzlich zu den vier Live-Streams gibt es bei „Newtopia“ eine<br />
360 Grad-Kamera in der Scheune, die der Zuschauer über das<br />
Internet ansteuern kann. Der Nutzer kann gezielt den jeweiligen<br />
Winkel auswählen, den er sehen möchte. Zu diesem Zweck<br />
sind mehrere Kameras nebeneinander positioniert, deren komplette<br />
Bilder über das Netz verschickt werden. „Von diesen 100<br />
Prozent kann der Nutzer stets nur zehn Prozent sehen“, erläutert<br />
Choffat. Das Anfangsbild wird vorgegeben, wenn der<br />
Zuschauer sich über die App einloggt und den Blickwinkel auswählt,<br />
den er gerne betrachten möchte. Über die App haben<br />
die Zuschauer auch Zugriff auf die Live-Streams, die Tag und<br />
Nacht zu sehen sind. In der Nacht wird jedoch nur eine Storyline<br />
produziert. Bei „Newtopia“ wird rund um die Uhr in drei<br />
Schichten gearbeitet. Die Logger werden im Zwei-Stunden-Takt<br />
abgelöst. In der Anfangsphase sind pro Regisseur zwei Kameraleute<br />
im Einsatz, welche die Kameras von den Pulten in der<br />
Regie aus steuern. Da sämtliche Video-, Audio- und Metadaten<br />
in Centralparq geloggt und getaggt werden, können sämtliche<br />
Sequenzen über das Content-Management-System aufgerufen<br />
werden, um beim Schnitt das gewünschtes Material auf den<br />
Avid Media Composer zu laden, der auch per Glasfaser in die<br />
Infrastruktur eingebunden ist. Neben den 15 Avid Media Composer<br />
steht für das Grading und Finishing ein Baselight ONE-<br />
System zur Verfügung. In 13 der insgesamt 15 Schnitträume<br />
werden kurze Clips beziehungsweise Vorschnitte produziert.<br />
Der finale Schnitt des 45-minütigen SAT.1-Sendebeitrags sowie<br />
die anschließende Farbkorrektur und Tonmischung erfolgen in<br />
einer separaten Editing Suite. Bei der Endmischung sind die<br />
Tonkanäle, die in einer entsprechenden Szene benutzt worden<br />
sind, bereits automatisch eingeschaltet. Der Vorteil: Der Toningenieur<br />
weiß dadurch genau, welche Kanäle er ansteuern<br />
muss, wenn er beim Finetuning bestimmte O-Töne oder Geräusche<br />
nachjustieren will.<br />
An der Entwicklung von Centralparq waren bei Infostrada Creative<br />
Technology, so Choffat, 20 Software-Entwickler beteiligt.<br />
Der komplette Aufbau der Technik für „Newtopia“ erfolgte binnen<br />
eines Monats. Der Container mit dem mobilen Datencenter<br />
wurde per Lastwagen von Hilversum nach Berlin transportiert<br />
und vor Ort verkabelt. Die Hälfte der Kameras wurden Ende<br />
2014 innerhalb von 15 Tagen aufgebaut, im Januar folgte das<br />
restliche Equipment. Ende Januar war die gesamte Technik<br />
ausgeliefert, so dass die Testläufe beginnen konnten. „Nach der<br />
Generalprobe haben wir nur noch einige Mikrofone umpositioniert<br />
und Konfigurationen geändert, um den Workflow weiter zu<br />
optimieren“, erklärt Choffat.<br />
❮Birgit Heidsiek<br />
www.damar-hagen.de | T. +49 (0) 91 91 9 75 89-0<br />
DIE NEUE GENERATION<br />
BNCpro für 4K<br />
Made<br />
in<br />
Germany<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
25
z PRODUKTION / QUIZDUELL<br />
Das „Quizduell“-Studio-Design orientiert sich an der Form eines Handys<br />
Second Screen spielt mit<br />
MIT EINEM ERFOLGREICHEN RESTART HAT SICH DIE RATESHOW „QUIZDUELL“ IM ERSTEN AUF DEM BILDSCHIRM<br />
ZURÜCKGEMELDET. DIE ERSTE INTERAKTIVE RATESHOW IM FERNSEHEN, BEI DER DIE ZUSCHAUER ÜBER SECOND<br />
SCREEN MITSPIELEN UND AUCH GEWINNEN KÖNNEN, IST AUF EINEM SEHR GUTEN WEG, EINEN FESTEN PLATZ IM<br />
VORABENDPROGRAMM DER ARD EINZUNEHMEN. DIE PANNENSERIE AUS DER ERSTEN STAFFEL IM VERGANGENEN<br />
FRÜHJAHR IST ERFOLGREICH ÜBERWUNDEN, NACHDEM DIE ARD UND DER PRODUZENT, DIE KÖLNER ITV STUDIOS<br />
GERMANY GMBH, FÜR DIE APP UND DAS CLOUD BACKEND DAS SYSTEM GEWECHSELT HABEN.<br />
›<br />
Die Fusion aus IP-Technologie und filebasierter Broadcast-<br />
Technik läutet jetzt nicht gleich die Zeitenwende fürs Fernsehen<br />
ein, doch die von den Produktionsfirmen ITV Studios<br />
Germany und der Herr P. GmbH aus Hamburg für das Erste<br />
produzierte Liveshow, die im A1 Studio von Studio Hamburg<br />
entsteht, beweist auf eindrucksvolle Weise, dass auch ein<br />
öffentlich-rechtlicher Sender (federführender Sender ist der<br />
NDR) innovative Impulse zu setzen vermag, die das Fernsehen<br />
weiter entwickeln.<br />
Moderator Jörg Pilawa, der die Pannen der ersten Staffel im<br />
Frühjahr mit großer Schlagfertigkeit und Souveränität meisterte,<br />
gab sich zum Start am 2. Februar betont lässig und selbstbewusst.<br />
In einer letzten Testsendung, die als Livestream online<br />
gefahren wurde, trug er unterm Sakko ein Shirt mit dem Auf-<br />
26 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
PRODUKTION / QUIZDUELL z<br />
Jörg Pilawa (li.) mit Quizkandidaten im Studio<br />
druck „Wetten App“. Am Grundkonzept<br />
der Show wurde wenig verändert gegenüber<br />
der ersten Staffel vergangenes<br />
Frühjahr. Je zwei Studio Kandidaten (in<br />
der ersten Staffel waren es vier Kandidaten)<br />
treten pro Sendung gegen das<br />
Team Deutschland an, das sich aus den<br />
mitspielenden App-Nutzern und den<br />
Studiogästen zusammensetzt. In sechs<br />
Runden mit je drei Fragen müssen die<br />
Teams beweisen, wer das größere Wissen<br />
hat und Quizchampion des Tages<br />
wird.“ Gewinnen lohnt sich in jedem Fall,<br />
auch wenn beim Team Deutschland ein<br />
Zufallsgenerator zehn Mitspieler auswählt,<br />
unter denen sich die Preissumme aufteilt. Stärker noch<br />
sollen die Zuschauer beim Quizduell mit eingebunden sein, so<br />
kann Moderator Jörg Pilawa zu den ausgesuchten „Zuschauern<br />
des Tages“ schalten, die das Casting bei ITV Studios erfolgreich<br />
durchlaufen haben.<br />
MICROSOFT AZURE UND APPSFACTORY<br />
„Im Schnitt haben wir rund 150.000 Mitspieler beim „Quizduell“<br />
und gewinnen pro Sendung etwa 20.000 App-Registrierungen<br />
hinzu. Knapp zwei Wochen nach Sendestart hatten wir bereits<br />
die Marke von einer halben Million Zuschauern geknackt, die<br />
sich die App heruntergeladen und für das Spiel und die<br />
Gewinnausschüttung haben registrieren lassen“, erklärt Björn<br />
Hupatz, der für dieses Format verantwortliche Production Executive<br />
bei ITV Studios. Er verweist auch auf die starke Werbekampagne<br />
der ARD zum Sendestart, insbesondere auch über<br />
Internet- und Social-Media-Kampagnen. Dass die ARD nun<br />
dem Ansturm der vielen „Mitquizzer“ gewachsen ist, ohne dass<br />
das System sich verabschiedet, verdankt sie einem Wechsel<br />
der Technologie. „Bei der 1. Staffel haben wir über die Original-<br />
App gespielt, nun spielen wir über eine separate „Stand-Alone<br />
App“. Dafür haben ARD und die Produzenten den App-Partner<br />
wie auch das Cloud Backend gewechselt. Für die Entwicklung<br />
der Smartphone-App und der Backend-Applikation ist der<br />
Microsoft-Partner APPSfactory aus Leipzig verantwortlich. Die<br />
hochskalierbare Backend-Applikation der APPSfactory wird auf<br />
der Cloud Plattform Microsoft Azure gehostet und dient als<br />
Schnittstelle zwischen der Spieletechnik in Hamburg und den<br />
Hunderttausenden von Spielern. Die „Mitquizzer“ bekommen<br />
auf ihrer Second-Screen-App über das Backend die Fragen<br />
ausgespielt. Nach Beantwortung aggregiert und analysiert das<br />
System die Antworten und schickt die Gesamtauswertung in<br />
Sekundenschnelle zurück nach Hamburg, wo die ausgewerteten<br />
Daten im Control Center im Livestudio auflaufen. Neben<br />
dem Spielbetrieb über die App wird auch die Anmeldung und<br />
Registrierung der Spieler über das Backend abgewickelt. Die<br />
Liveschaltung zum Zuschauer des Tages erfolgt über Skype.<br />
Das System, das die Liveschaltung via Skype ermöglicht,<br />
stammt ebenfalls von Skype. Mit Skype TX sei zudem ein weiterentwickeltes<br />
System angekündigt, so Hupatz, das demnächst<br />
zum Einsatz kommen soll. Diese Skype-Verbindung<br />
funktioniere reibungslos. „Ansonsten haben wir als Backup<br />
noch eine leistungsfähige LTE-Verbindung zur Verfügung“.<br />
„Das System läuft bis dato sehr stabil und ist auf bis zu 1,6 Millionen<br />
Mitspieler ausgelegt“, so Hupatz, der für Donnerstag,<br />
den 9. April um 20:15 Uhr, eine Primetime-Sendung ankündigt:<br />
„Da werden wir sicher zwischen 500.000 und 800.000 Mitspieler<br />
erreichen“, rechnet er. Doch nur wenige Tage nach dem<br />
Gespräch mit Hupatz in der Sendung vom 19. Februar war es<br />
dann mal wieder so weit. Allerdings nur ein ganz kleiner Wackler.<br />
Erstmals lag die Zahl der Mitspieler bei 190 000. Es kam zu<br />
einer Verzögerung der Datenauswertung, so dass die Regie<br />
reagieren musste. Pilawa lief mit schelmischem Grinsen sofort<br />
zu großer Form auf. „Jetzt ist es wieder meine Sendung“,<br />
scherzte er über den klitzekleinen „App-Auswertungshänger“,<br />
und da standen die Daten auch schon wieder zur Verfügung.<br />
Für das Gelingen des 45minütigen Liveformats im Vorabend-<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
27
z PRODUKTION / QUIZDUELL<br />
Moderator Jörg Pilawa<br />
programm bedarf es eines reibungslosen Zusammenspiels aus<br />
klassischer Studiotechnik und der Auswertung der App-Daten<br />
von draußen. Für jede Frage hat das Team im Studio sowie das<br />
Team Deutschland maximal 15 Sekunden Zeit. „In der Regel ist<br />
es so, dass wir mit der ersten Frage im Studio erst anfangen,<br />
wenn zwei Fragen draußen schon gespielt sind“, erklärt Hupatz<br />
das Prinzip dieses Duells Studioteam gegen Team Deutschland.<br />
Schließlich dürften die mitspielenden Zuschauer nicht mitbekommen,<br />
wie das Studio Team tippt, bevor sie nicht selbst die<br />
Fragen beantwortet haben.<br />
SO NAH WAREN WIR DEM ZUSCHAUER NOCH NICHT<br />
Interaktive Ansätze von eingeladenen Studiogästen hat es in<br />
diversen Showformaten schon gegeben, weiß Hupatz: „Aber<br />
Quizduell ist die erste Livesendung, die den Second Screen<br />
und damit den Zuschauer live in die Sendung hereinholt“. Die<br />
klassische Studioregie für dieses Format erfolgt über eine<br />
mobile Flightcase-Einheit sowie über einen Ü-Wagen vor dem<br />
Studio A1. Alle Ton- und Bildsignale laufen zunächst im Ü-<br />
Wagen auf und werden dort gesteuert. Auch die EVS-Operatoren<br />
sitzen im Ü-Wagen. Regie und Redaktion befinden sich<br />
indes in Studionähe in einem eigenen Raum und nutzen dort<br />
eine mobile Regie-Einheit inklusive Bildmischer. Neben der<br />
zweigeteilten Live-Regie und der Spieletechnik ist für das<br />
„Quizduell“ noch eine eigene „App-Regie“ erforderlich. „Wir<br />
haben das so getauft, weil wir zwei zusätzliche Teamkräfte einsetzen,<br />
die während der Livesendung das Control Center<br />
bedienen. Sie verfolgen über zwei Laptops die Weboberfläche<br />
des Backend Systems und das komplette Spielegeschehen.“<br />
Parallel schauen auch noch zwei Redakteure der Sendung in<br />
der Regie auf das Spielegeschehen und die einlaufenden Daten<br />
und deren Auswertung. Sie suchen gezielt die aktuellen Trends,<br />
ob gerade die weiblichen oder männlichen „Mitquizzer“ mehr<br />
richtige Antworten abgeben, oder wie sich die Altersgruppen<br />
oder Bundesländer in diesem Ratespiel schlagen. „Das ist<br />
schon eine Menge, was wir über den mitspielenden Zuschauer<br />
erfahren. So nah waren wir dem Zuschauer draußen bisher<br />
noch nicht“, sagt Hupatz. Die Spieleauswertung der App-Mitspieler<br />
muss koordiniert werden. Dies geschieht durch die App-<br />
© ARD<br />
Produzent Björn Hupatz<br />
Regie am Control Center<br />
wie auch in automatisierter<br />
Form über Triggerfunktionen<br />
durch die<br />
Spieletechnik selbst. Die<br />
Spieletechnik sorgt für<br />
die Steuerung des Spieleverlaufs<br />
und ist für die<br />
Ausführung der Spielgrafiken<br />
und Animationen<br />
zuständig. „Hier greifen<br />
gewisse Automatismen,<br />
aber es bleibt noch einiges<br />
zu tun für die beiden<br />
Mitarbeiter am Control Center. Diese neuen Funktionen hat es<br />
so in der Produktion bisher noch nicht gegeben. Wenn die Kollegen<br />
sagen, dass die Daten nicht vorliegen, muss die Fernsehregie<br />
darauf reagieren und gegebenenfalls mit dem Moderator<br />
kommunizieren.“<br />
„Zum Sendekonzept gehört es auch, dass der interaktive Mitspieler<br />
zu Hause ein Gesicht in der Sendung erhält“, bekräftigt<br />
Hupatz. Dafür werden etwa die Fotos von Zuschauern aus dem<br />
Team Deutschland eingeblendet, die diese bei der Registrierung<br />
hochgeladen haben. Außerdem kann Moderator Pilawa<br />
über die Liveschaltungen die mitspielenden Zuschauer in die<br />
Sendung holen. „Es ist uns wichtig, dass die Zuschauer, die<br />
mitspielen, sich auch wiederfinden können.“<br />
Der Moderator bezieht auch die Studiogäste ins Spielgeschehen<br />
ein, die über ausgegebene iPods mitraten. Da der Sitzplan<br />
bekannt ist, kann die Regie genau herausfiltern, wenn auf der<br />
Gästetribüne jemand sitzt, der vielleicht an diesem Abend alle<br />
Fragen richtig beantwortet hat oder gerade in einer konkreten<br />
Frage der einzige ist, der richtig liegt, nachdem das Studio<br />
Team und auch die App-Mitspieler schon die falsche Antwort<br />
gegeben haben. Im Unterschied zu anderen Live-Rateshows<br />
muss für „Quizduell“ immer ein Zeitpuffer von fünf Sekunden<br />
eingebaut sein; den bedarf es, um die Daten auszuwerten und<br />
ins Studio einzuholen. Dadurch verlängert sich der Ablauf. Und<br />
natürlich gibt es diverse Havarieszenarien wie etwa eine<br />
schwankende Internetverbindung, die kleine Verzögerungen<br />
hervorrufen können. Die Kommunikationswege müssen schnell<br />
und reibungslos abgestimmt sein. Im Unterschied zu den großen<br />
Liveshow-Abenden, die ihre Sendezeit mühelos überziehen,<br />
muss „Quizduell“ mit der 45 Minuten Sendezeit auskommen.<br />
„Wenn wir mit der Sendezeit zu lang sind, werden wir einfach<br />
gekappt. Das ist uns gleich in der ersten Sendung passiert.“<br />
Auch am 19. Februar hatten die Kandidaten länger<br />
gespielt als geplant. Die beiden Rate-Kandidaten Anette Folten<br />
(sie gilt als beste deutsche Quizzerin der Quizduell-App) und<br />
einem Zahnarzt an ihrer Seite, der sich immerhin mit seiner App<br />
bis auf Platz 32 im Deutschland-Ranking hoch gespielt hat,<br />
müssen in der folgenden Woche am Montagabend noch mal in<br />
die Sendung kommen,<br />
© ITV Studios / Amanda Berens<br />
❮Bernd Jetschin<br />
28 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
PRODUKTION / VFX z<br />
Virtuelle Eislandschaft von FFB<br />
Nahtlose Integration<br />
DIE MÜNCHENER VISUAL EFFECTS-SCHMIEDE FISH<br />
BLOWING BUBBLES (FFB) HAT FÜR DIE KINDERBUCH-<br />
VERFILMUNG „GESPENSTERJÄGER“ VON CORNELIA FUNKE UNTER ANDEREM EINE IMPOSANTE EISLANDSCHAFT UND EIN<br />
EISGESPENST GESCHAFFEN. DER FILM VON TOBI BAUMANN KOMMT AM 2. APRIL <strong>2015</strong> IN DIE DEUTSCHEN KINOS.<br />
›<br />
Neben den eindrucksvollen VFX-Elementen sorgte FBB bei erstellt, die Formensprache weiter verfeinert und die nötigen<br />
„Gespensterjäger“ auch für Set Extensions, Greenscreen Größenverhältnisse und Maßstäbe realisiert. „Das hatte den<br />
Keys und Wire Removals. Aufgabe war, eine nahtlose Integration<br />
der realen Schauspieler in virtuell ergänzte Hintergründe zu<br />
erreichen. „Die großen Herausforderungen im VFX-Bereich liegen<br />
in den Shots, denen man nicht ansieht, dass sie Effekte<br />
enthalten“, erklärt VFX-Supervisor Curtis Edwards, der auch<br />
schon „Avatar“, „Tron“ und „Die Tribute von Panem“ als VFX-<br />
Supervisor betreut hat und erst kürzlich als Partner bei FBB<br />
eingestiegen ist.<br />
Teil des Workflows war das Tracking, damit Vordergrund- und<br />
Hintergrundbild genau übereinander passen. „Es ist wichtig bei<br />
der Arbeit eine gute Anleitung zu haben, damit sich die VFX-<br />
Artists um ihre Arbeit kümmern können, anstatt darauf, wie<br />
man Probleme in der Postproduktion löst. Nur so wird eine<br />
hohe Qualität erreicht“, so Edwards. Eine entscheidende Rolle<br />
der FFB-Arbeit habe das Compositing gespielt, bei dem<br />
Greenscreen-Keys einen großen Anteil ausgemacht hätten.<br />
Hierbei werden die Schauspieler in den virtueller Hintergrund<br />
eingefügt. „Solche Shots können teilweise sehr komplex und<br />
schwierig sein. Sie erfordern deshalb eine hohe Handwerkskunst<br />
und Know-how, besonders wenn Haare, Motion Blur oder<br />
Elemente mit Tiefenschärfe involviert sind“, sagt Edwards. „Wir<br />
hatten hier volle Freiheiten vom Konzept bis zur finalen Umsetzung<br />
und sind den Produzenten von Lucky Bird Pictures, insbesondere<br />
Matthias Krause und auch Supervisor Urs Franzen, für<br />
dieses Vertrauen sehr dankbar“, betont Artur Kubiczek, Creative<br />
Director und CEO von FBB.<br />
Nach einer ersten Research Phase von verschiedenen Eisformen<br />
und Landschaften für die Eislandschaft, hatte FBB die virtuelle<br />
Eislandschaft mit Tonmasse frei modelliert. Danach wurde<br />
Vorteil, dass so schneller verschiedene Entwürfe gemacht und<br />
freier kreative Entscheidungen getroffen werden konnten“, sagt<br />
Edwards. Am Ende entstand die Eislandschaft in Polygone im<br />
3D-Animations- und Compositingtool Maya von Autodesk. „Das<br />
Auseinanderbrechen der Eislandschaft wurde mit komplexen<br />
Effekt-Ebenen realisiert, einschließlich dynamischen Simulationen,<br />
Partikeleffekte und Flüssigkeitssimulationen. Es ist ein<br />
wichtiger Moment in der Geschichte, in dem Dramatik und<br />
Spannung transportiert werden“, erklärt FFBs VFX-Supervisor.<br />
FFB gilt als sogenanntes Boutique-Studio für Visual Effects für<br />
Kino-, Fernseh- und Werbe-Produktionen. Das Unternehmen<br />
begleitet Projekte und Regisseure von der frühen Entstehungsphase<br />
eines Stoffs, berät und sucht gemeinsam mit den Kunden<br />
nach effizienten Lösungen. Mit ihrem Angebot setzt FBB<br />
nach eigenen Angaben auf eine eng ineinandergreifende<br />
Mischung aus Technik, kreativem Know-how und Storytelling.<br />
Um diesen Austausch so ideal wie möglich zu gestalten, wird<br />
ein großer Wert auf schnelle Technik gelegt. „Mit Hilfe unserer<br />
Inhouse entwickelten Technologien können wir schnell Konzepte<br />
visualisieren und testen“, erklärt Caro Giessler, Producer und<br />
Partner bei FBB. „Das ist vor allem auch für die Regie interessant,<br />
um schnell etwas sehen und beurteilen zu können.“ Aktuell<br />
fokussiert sich das Unternehmen auf schnelle Beleuchtungssysteme<br />
im virtuellen Raum, sowie auf Datenkomprimierung im<br />
3D-Raum, um die Echtzeitdarstellung weiter zu beschleunigen.<br />
Spezialität von FBB bei der Erschaffung virtueller Welten ist ferner<br />
der 3D-Städtebau.<br />
Auf der NAB Show <strong>2015</strong> wird die dabei eingesetzte 3D-Animations-Software<br />
Maya und die neue Variante Maya LT auf dem<br />
die Topologie der Landschaft in einem 3D-Skulptur Programm Autodesk-Stand (SL3317) präsentiert.<br />
❮Thomas Steiger<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
29
z PRODUKTION / PABLO RIO<br />
System ohne Limits<br />
Pablo Rio Suite<br />
OB DAIMLER DIE WELTPREMIERE VOM VITO<br />
PRÄSENTIERT, EINSPIELFILME FÜR DIE NEW FACES<br />
AWARDS PRODUZIERT ODER SPONSORENARTIKEL FÜR<br />
DEN TRIBUTE TO BAMBI VORGESTELLT WERDEN – DIE<br />
BERLINER FILM & POSTPRODUKTIONSFIRMA DIE PATEN<br />
CREATIVE MOVIES GMBH SETZT BEI IHREN NEAR-<br />
LIVE-EVENTS AUF EINEN REIN QUANTEL-BASIERTEN<br />
WORKFLOW. MIT DEM PABLO RIO 2K KANN SOGAR<br />
4K-MATERIAL IN ECHTZEIT BEARBEITET WERDEN.<br />
›„Wir benutzen Pablo Rio nicht nur zum Finishing und zum<br />
Herausgeben von Beiträgen, sondern als All-in-a-Box-<br />
Lösung“, berichtet Kay Lottermoser, Chef des Berliner Produktionshauses<br />
die paten creative movies GmbH, das seit rund 15<br />
Jahren Imagefilme und Werbespots produziert, aber auch das<br />
gesamte On Air-Design für TV-Live-Shows wie „Bambi hilft Kindern“<br />
von Burda vornimmt. „Ich habe bisher kein besseres Tool<br />
in der Hand gehabt, das so komfortabel und schnell wie die<br />
Quantel-Maschine ist.“ Seitdem die Berliner Kreativschmiede<br />
sich Anfang 2014 einen Pablo Rio zugelegt hat, sind daran<br />
diverse Produktionen wie Imagefilme, aber auch Beiträge für<br />
Live-Events produziert worden. Dazu gehört die Weltpremiere<br />
von Daimlers Vito, für die binnen zwei Tagen neun Präsentationsfilme<br />
gedreht und bearbeitet werden mussten, die auf einer<br />
gigantischen Leinwand mit 22 Metern Breite vorgeführt wurden.<br />
Da die Fahrzeuge vor der Weltpremiere nicht öffentlich gezeigt<br />
werden durften, erfolgten die Filmaufnahmen während des Aufbaus<br />
in der Halle im Kraftwerk Berlin. Für jedes Fahrzeug, das<br />
in verschiedenen Ausführungen vorgestellt wurde, musste<br />
jeweils ein Einspielfilm erstellt werden. Dem Regisseur Christoph<br />
Gampl, der minutiös das von der Eventagentur entwickelte<br />
Drehbuch abarbeitete, standen drei Stunden Drehzeit pro Fahrzeug<br />
zur Verfügung. Das Material wurde mit der Sony F5 in dem<br />
Codec HDCAM SR gedreht und per Softmount sofort zur Bearbeitung<br />
im Pablo Rio bereit gestellt.<br />
Sobald ein Fahrzeug wie beispielsweise der Vitu Mixtu in einer<br />
bestimmten Konfiguration gedreht worden war, kamen die Rohdaten<br />
in den Schnitt, für den der Pablo Rio vor Ort aufgebaut<br />
war. Während die Kollegen schon das nächste Fahrzeug filmten,<br />
erfolgten Schnitt, Farbkorrektur und Textanimation. Pro<br />
Fahrzeug wurden drei rund 40-sekündige Filme hergestellt, die<br />
auf der Leinwand als ein Präsentationsfilm vorgeführt wurden.<br />
Die Dreiteilung erfolgte aus konzeptionellen Gründen. „Wir<br />
haben ein Sonderformat angelegt und die Bilder so positioniert,<br />
damit wir immer alle drei Screens parallel zusammen sehen<br />
konnten. „Mit Pablo Rio ist das möglich“, erläutert der paten-<br />
Chef. Die Videospur 1 wurde als linkes Bildfenster, die Videospur<br />
2 als mittleres und die Videospur 3 als rechtes Bildfenster<br />
eingesetzt. In der Timeline wurden alle drei zusammengelegt,<br />
um zu prüfen, dass sich die Schnitte an der richtigen Stelle<br />
30 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
PRODUKTION / PABLO RIO z<br />
befinden. Da sich beim Quantel-System die Timeline in der<br />
gewünschten Auflösung einstellen lässt, konnten die drei Bilder<br />
nebeneinander positioniert und in der maximalen Größe auf<br />
dem Arbeitsmonitor dargestellt werden.<br />
NEAR-LIVE BEI MERCEDES-BENZ VITO WELTPREMIERE<br />
„Alle Filme mussten genau gleichlang sein, auf die Musik getimed<br />
und Timecode-gesteuert im Watch Out abgefahren werden.“<br />
Die fertigen Filme wurden in ProRes für das Watch-out-<br />
System herausgegeben, welches die Beamer und die gesamte<br />
Video-Choreographie steuert, die auf der Leinwand stattfindet.<br />
„Die Bilder kommen nicht alle synchron auf der Leinwand, sondern<br />
in zeitlich versetzter Folge. Es muss alles zeitlich genau<br />
getimed sein. Deshalb haben wir immer ein Demo vorbereitet,<br />
wie es aussehen soll, damit verglichen werden kann, ob die Filme<br />
richtig anliegen.“ Die einzelnen Screens wurden als ProRes<br />
herausgegeben während das Check File, in dem sich alle drei<br />
Filme nebeneinander befinden, in QuickTime H264 ausgespielt<br />
wurde. Das Material für die Fernsehverwertung wurde hingegen<br />
in XD HDCAM SR gewandelt. „Wir mussten dafür sorgen, dass<br />
die Kollegen im Ü-Wagen nativ mit dem Material arbeiten konnten,<br />
ohne es umcodieren zu müssen.“ Das Output-Menü ist so<br />
eingerichtet worden, dass alle Clips in der jeweiligen Konfiguration<br />
vorlagen, wie sie herausgegeben werden sollten. „Ich muss<br />
nur auf den Export-Button drücken und kann sofort wieder in<br />
die Edit-Line zurückkehren, um weiter zu schneiden. Der große<br />
Vorteil von Pablo Rio ist, dass wir im Hintergrund entscheiden<br />
können, in welcher Form wir das Material ausspielen möchten,<br />
ohne darauf warten zu müssen, dass die Renderarbeiten abgeschlossen<br />
sind“, berichtet Lottermoser. Ihm stand bei dieser<br />
Near-Live-Produktion für Schnitt, Farbkorrektur und Textanimation<br />
aller drei Filme maximal ein Zeitfenster von vier Stunden zur<br />
Verfügung. „Früher wären für derartige Produktionen zwei<br />
Maschinen erforderlich gewesen“, erklärt er.<br />
Zudem mussten Statements mit den Management-Vertretern<br />
von Daimler geschnitten und zeitnah für die Journalisten zur<br />
Benutzung auf den Presseserver gestellt werden. „Wir haben<br />
die Statements in Deutsch und Englisch so geschnitten, dass<br />
die O-Töne gleich zu verwenden waren und eine Farbkorrektur<br />
vorgenommen. Die Entscheider waren vor Ort und kamen zur<br />
Abnahme in den Schnitt.“ Die Statements standen schon eine<br />
Stunde nach den Aufnahmen online.<br />
„Eine Firma wie Daimler hat einen sehr hohen Qualitätsanspruch“,<br />
betont der paten-Chef. Dem Produkt darf niemals<br />
anzusehen sein, dass unter sehr großem Zeitdruck gearbeitet<br />
worden ist. „Trotz der knappen Zeit hatten wir die Möglichkeit,<br />
mit den zur Verfügung stehenden Mitteln das Optimale herauszuholen.“<br />
In die Fahrzeugfilme wurden neben Grafiken und Textanimationen<br />
auch kleine Effekte eingefügt. So wurde beispielsweise ein<br />
Taxameter in einen Vito eingebaut, der als Taxi eingesetzt wurde.<br />
Da das Fahrzeug in der Halle nicht viel bewegt werden<br />
konnte, das Taxameter aber groß im Bild erschien, tauschten<br />
Kay Lottermoser<br />
die paten bei der Nachbearbeitung die Zahlen vom Taxameter<br />
aus. „Wir haben auch in einer sehr dunklen Umgebung Design-<br />
Aufnahmen vorgenommen. Um die Design-Linien vom Fahrzeug<br />
hervorzuheben, wurden mit dem Nova Plug-in schöne Lichteffekte<br />
generiert.“ Auch mit Lens Flair wurde gearbeitet, um ein<br />
Gegenlicht in der Optik zu simulieren.<br />
NEW FACES AWARD<br />
Für den New Faces Award 2014, der am Vorabend des Deutschen<br />
Filmpreises Nachwuchsregisseuren und -Schauspielern<br />
des deutschen Kinos verliehen wurde, waren die paten gefordert,<br />
im Vorfeld Material wie Einspieler, Jingles, IDs und Sponsoren-Loops<br />
zu produzieren. Die Filmausschnitte wurden in den<br />
unterschiedlichsten Codecs geliefert“, berichtet Lottermoser.<br />
„Häufig bekamen wir von den Filmverleihern 7/20er-Versionen,<br />
also kleines HD, oder als HD H264 1080. Mitunter wurde sogar<br />
der komplette Kinofilm geschickt. Für den einminütigen Einspielfilm,<br />
der für jeden der drei Nominierten geschnitten wurde,<br />
gab es mitunter bis zu viereinhalb Stunden Rohmaterial, das<br />
gesichtet werden musste. „Es wäre ein zu hoher Zeitaufwand<br />
pro Beitrag gewesen, wenn wir das gesamte Material hätten<br />
einspielen müssen“, erläutert Lottermoser. Mit dem Pablo Rio<br />
ließen sich zum Glück aber fast alle Materialien softmounten.<br />
„Sollte dies nicht der Fall sein, weil es sich um ein spezielles<br />
MPEG-Format handelt, können die anderen Bilder bereits<br />
gesichtet werden, während es eingeladen wird, so dass wir keine<br />
Zeit verlieren“, sagt er.<br />
Bei der Erstellung der Beiträge arbeiten die paten mit allen<br />
Tools, die das Quantel-System bietet, um Grafiken, Schriften<br />
und Bauchbinden zu erstellen. „Auch die Keys, die wir dazu<br />
gebaut haben und Teile des Design-Pakets kommen aus der<br />
Maschine.“ Das 3D-Design wird von einer Firma angeliefert, die<br />
für das Gesamtdesign verantwortlich zeichnet. „Wir brechen<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
31
z PRODUKTION / PABLO RIO<br />
Kay Lottermoser bei der Nachbearbeitung eines Daimler-Imagefilms<br />
möglichst hochwertige<br />
Bilder von den<br />
Produkten der Sponsoren<br />
zu produzieren,<br />
zu denen Firmen<br />
wie Lufthansa, Mercedes<br />
Benz, Chopard<br />
oder Tom Taylor<br />
gehören. Zu den Produkten,<br />
die für den<br />
„Tribute to Bambi“<br />
kreiert werden, zählen<br />
sehr unterschiedliche<br />
Artikel, die von<br />
einer sehr hochwertigen<br />
mit Diamanten<br />
besetzte Kette oder<br />
einem besonderen<br />
Parfüm, über einen<br />
bestimmten Koffer<br />
dieses 3D-Design so herunter, dass im Beitrag Opener, Trenner, bis hin zur Jeans oder Schlafmaske reichen. „Die Schwierigkeit<br />
eine Bauchbinde, Hintergründe und Loops enthalten sind. Alles besteht darin, alle Sponsoren auf das gleiche Level zu heben“,<br />
wird im Pablo Rio produziert. Es ist nicht nötig, dafür auf eine unterstreicht Lottermoser. „Wir möchten das Bildmaterial, das<br />
andere Software zurückzugreifen.“<br />
wird generieren, nicht nur gut aussehen lassen, sondern sie<br />
Dabei achten die paten darauf, dass die Einspielfilme trotz des sollen sich freuen, ihre Produkte auf der Leinwand zu sehen,<br />
unterschiedlichen Ausgangsmaterials stets eine gleich bleibende<br />
Qualität aufweisen. „Wir drehen heute schon einiges in 4k Da die Produkte erst kurz vor der Veranstaltung auf den Markt<br />
damit sie auch im nächsten Jahr für Kinderprojekte spenden.“<br />
und bearbeiten es, aber die Master werden meistens in HD ausgespielt.“<br />
Beim New Faces Award wurde ein Broadcast-fähiges erstellt werden. „Für die Postproduktion stehen uns kaum mehr<br />
kommen, müssen die Präsentationsfilme entsprechend zeitnah<br />
Produkt produziert, das bei diesem Live-Event parallel auch für als zwei Tage zur Verfügung“, sagt der paten-Chef. „Es muss<br />
die Presse abrufbar war. „Die Fernsehstationen und Online- trotzdem hochwertig aussehen.“<br />
Sender konnten sich die Einspieler abgreifen. Es wurden verschiedene<br />
Codierungen angeboten wie H264 für Online und Fischer-Dolly, einem Hydraulik-gesteuerten Dolly, abgefahren.<br />
Beim Dreh im Studio werden sämtliche Produkte mit einem<br />
MFX HDCAM für das Fernsehen. Für die Veranstaltung, die aus „Wir arbeiten mit Makro-Optiken, wenn wir die Uhren oder eine<br />
einem Apple-Server gefahren wurde, haben wir ProRes herausgegeben.“<br />
Beim New Faces Award befand sich eine eigene erzielen.“ Zum Einsatz kommen dabei Zeiss Prime-Linsen sowie<br />
Kette aufnehmen, um einen möglichst hochwertigen Look zu<br />
Live-Regie vor Ort, der die paten genau zulieferten, was sie eine digitale Vollformat-Kamera, um einen Filmlook und eine<br />
benötigen. „Es gab Vorgaben bezüglich des Looks“, erläutert gute Tiefenschärfe zu erhalten. „Wenn wir außerdem in guten<br />
der Postproduktions-Experte. „Das Schöne ist, dass wir innerhalb<br />
dieser Vorgaben am Pablo Rio Versionen erstellen können, unterstützt werden wie die S-Lock 2- und S-Lock 3-Kurven bei<br />
Gamma-Kurven mit Sony aufzeichnen, die nativ von Quantel<br />
mit denen alle sehr zufrieden sind. Wir haben die Möglichkeit, Sony, haben wir es in der Farbkorrektur sehr viel einfacher,<br />
relativ schnell im Designpaket darauf zu reagieren.“ Insgesamt schnell einen guten Look erzeugen zu können. Damit ist insgesamt<br />
schon ein relativ ausgewogenes Bild aufgezeichnet wor-<br />
wurden für den New Faces Award etwa 15 Einspielfilme in einer<br />
Woche produziert. „Wir müssen wesentlich schneller als früher den, das mit dem klassischen One Light aus dem 35mm-Analogfilm<br />
vergleichbar ist“. Bei dieser Ein-Layer-Farbkorrektur ist<br />
agieren, denn die Kunden möchten das Produkt schnell<br />
haben.“ Vor 15 Jahren habe die Postproduktion eines 30- der Look ohne Masken bestimmt worden.<br />
sekündigen Werbespot noch drei Wochen in Anspruch genommen.<br />
Diese Zeiten seien vorbei.<br />
PABLO RIO 2K KANN 4K IN ECHTZEIT BEARBEITEN<br />
Die optimale Umsetzung von Drehformaten und die Vielfalt der<br />
TRIBUTE TO BAMBI<br />
Materialanlieferung sind Punkte, die sich bei den paten durch<br />
Ein weiteres Event das zur Auftragspalette der Berliner Postproduktionsfirma<br />
zählt, ist die TV-Live-Show „Bambi hilft Kin-<br />
bestätigt Lottermoser. „Für größere Formate wird der datenre-<br />
sämtliche Projekte ziehen. „Wir drehen immer in HDCAM SR“,<br />
dern“ von Burda. Dabei besteht die Aufgabe der paten darin, duzierte Sony-Codec XAVC gewählt, der ein ziemlich gutes Bild<br />
32 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
PRODUKTION / PABLO RIO z<br />
liefert. Mit XAVC können wir in den 2k oder den 4k-<br />
Bereich gehen.“ In Quantels Pablo Rio 2k können die<br />
paten sogar 4k-Material einladen und in Echtzeit<br />
bearbeiten. „Wir können das Material zwar nicht in<br />
4k anschauen, da der Pablo Rio nur mit einer 2k-<br />
Videokarte ausgestattet ist, aber das Material wird<br />
ruckelfrei abgespielt, was ein sehr großer Vorteil ist.<br />
„Durch das kleine System sind wir nicht limitiert,<br />
denn Pablo Rio 2k heißt nicht, dass ich kein 4k-<br />
Material bearbeiten kann.“ Der Pablo Rio 2k beinhaltet<br />
nur keine 4k-Ausgabemaschine, die das Material<br />
in 4k auf dem Monitor darstellt. „Das brauchen wir<br />
auch nicht für unsere Arbeit, da wir meistens nur<br />
Material in HD herausgeben“, unterstreicht Lottermoser.<br />
„Wir profitieren aber von den Vorteilen, die 4k<br />
bietet, denn wir können die Bilder anders stabilisieren<br />
und im Framing noch etwas nacharbeiten. Gerade<br />
wenn ich in 4k gedreht habe und als HD-Master<br />
ausgebe, gibt es immer noch deutlich bessere<br />
Schärfen, mit denen ich im Bild arbeiten kann.“ Insofern<br />
sei der Einsatz von 4k beim Dreh sinnvoll, selbst wenn<br />
nicht in 4k gesendet wird. „Wir haben für ein neueres Projekt<br />
eine Blackmagic 4k Production-Kamera erworben, die sich in<br />
Autos einbauen lässt, weil sie sehr klein und kurz ist. Die<br />
Ergebnisse lassen sich hervorragend mit unserem Quantel-System<br />
bearbeiten.“<br />
WELTWEIT ERSTER 8K 60P-WORKFLOW MIT PABLO RIO<br />
Inzwischen ist es möglich, mit Quantels Pablo Rio sogar 8k<br />
60p-Material in Echtzeit zu bearbeiten. Auf der NAB <strong>2015</strong> wird<br />
das am gemeinsamen Quantel/Snell-Stand vorgestellt. Entwickelt<br />
wurde der auf Hochleistungs-Rechnern einsetzbare Pablo<br />
Rio 8k nach den Anforderung des öffentlich-rechtlichen japanischen<br />
Fernsehsenders NHK. Der Ein- und Ausgang des 8k<br />
60p-Materials in Echtzeit erfolgt über 16 3G SDI-Schnittstellen,<br />
welche mit den neuen Multi-Stream- und Multiformat-PCIe-E/A-<br />
Karten Corvid 88 von AJA arbeiten, um die erforderliche Anzahl<br />
von Kanälen bewältigen zu können.<br />
Für die Rechenbeschleunigung ist der Pablo Rio mit der Grafikprozessorkarte<br />
Tesla K80 GPU von NVIDIA ausgestattet. Die<br />
derzeit weltweit schnellste Grafikkarte wird bisher vor allem für<br />
Datenanalysen und wissenschaftliches Computing eingesetzt.<br />
Die optimierte Software unterstützt den Datendurchsatz von<br />
fünf GB/s, der erforderlich ist, um 8k 60p-Material in Echtzeit<br />
aufzunehmen, zu verarbeiten und abzuspielen.<br />
Derweil sind die paten in Berlin mit der Pablo Rio 2k-Lösung<br />
immer noch voll zufrieden. Ein Jahr nach der Installierung des<br />
Pablo Rio fällt die Bilanz sehr positiv aus. Allerdings wünscht<br />
man sich noch viel mehr Audio-Tools zur Bearbeitung.<br />
Als großer Vorteil wird genannt, dass sich mit Quantels All-in-a-<br />
Box-Lösung neben Schnitt und Finishing auch Bauchbinden<br />
und Grafiken leicht erstellen lassen. „Da im Grunde die alte<br />
Paint Box in das System integriert ist, lassen sich solche Arbei-<br />
Christoph Gampl, Koordinator des Imagefilms für Daimler<br />
ten schnell umsetzen“, sagt Lottermoser. Auch die Render-Prozesse<br />
würden reibungslos laufen.<br />
Am besten gefällt den paten die Flexibilität, die Quantel seinen<br />
Kunden beim Ausbau der Systeme lässt. Für den ein Jahr alten<br />
Pablo Rio ist nun eine neue, viel leistungsstärkere Grafikkarte<br />
von NVIDIA erhältlich. „Wir haben die Freiheit, selbst zu entscheiden,<br />
ob wir diese Grafikkarte kaufen möchten. Wir sind<br />
nicht darauf angewiesen, dass Quantel eine neue Hardware<br />
baut, sondern wir können selbst entscheiden ob wir eine Cuda-<br />
K-6000 in unser System einbauen, um unsere Render-<br />
Geschwindigkeit noch weiter zu erhöhen.“ Das gleiche Prinzip<br />
gilt auch für den Festplattenspeicher, denn der eingebaute 16<br />
Stunden HD-Speicher ist ebenfalls bei Bedarf erweiterbar. „Wir<br />
haben ein drittes RAID in den Pablo Rio eingebaut, so dass wir<br />
16 Stunden internen Speicher besitzen sowie weitere acht<br />
Terabyte, um Material, das wir softmounten, direkt in der<br />
Maschine abzulegen“, resümiert Lottermoser. “Damit sind wir<br />
jetzt in der Lage, 60 oder 70 Stunden Rohmaterial am Stück zu<br />
bearbeiten.“<br />
Generell geht nach seinen Angaben der Trend in der Postproduktion<br />
dahin, dass Kunden eine schnellere Erledigung ihrer<br />
Aufträge erwarten, gleichzeitig aber auch hochwertigere Produkte,<br />
die mit der heutigen Technik realisierbar sind. „Die Zeiten,<br />
in denen zunächst das Material gesichtet, eine Shot-Liste<br />
erstellt, das Material geschnitten, Grafiken, Textanimation und<br />
3D-Animationen produziert wurden, bevor die Farbkorrektur,<br />
das Finishing und Mastering erfolgten, sind vorbei.“<br />
Inzwischen würden die Wege so abgekürzt, dass nur unbedingt<br />
nötige zusätzliche Leistungen wie 3D-Animationen mit externen<br />
Systemen erledigt würden. „Der Workflow in der Postproduktion<br />
wird heute ganz klar von All-in-one-Box-Lösungen wie Pablo<br />
Rio dominiert – ob uns das passt oder nicht", betont Lottermoser.<br />
❮Birgit Heidsiek<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
33
z BUSINESS / AUSLANDSSENDER<br />
Deutsche Absenderkennung ist gefragt<br />
WARUM UND MIT WELCHEN ZIELEN UND MASSNAHMEN<br />
SICH DIE DEUTSCHE WELLE IM GLOBALEN WETTBEWERB<br />
DER REGIERUNGSSENDER NEU POSITIONIEREN WILL,<br />
ERLÄUTERTE DW-CHEF PETER LIMBOURG AUF EINLADUNG<br />
DER KONRAD-ADENAUER-STIFTUNG AM 3. FEBRUAR IN<br />
BERLIN. DASS LIMBOURG SEINE PLÄNE UMSETZEN<br />
KANN, DAFÜR SOLL AB 2016 EINE DW-ETAT-AUFSTOCKUNG<br />
VON AKTUELL JÄHRLICH 274 MILLIONEN EURO AUF 286<br />
MILLIONEN EURO SORGEN, WIE JETZT BEKANNT WURDE.<br />
BEREITS FÜR 2014 UND <strong>2015</strong> WAR DER DW-ETAT UM<br />
JEWEILS ZEHN MILLIONEN EURO ERHÖHT WORDEN.<br />
›<br />
Peter Limbourg ist seit dem 1. Oktober 2013 in Nachfolge<br />
von Erik Bettermann als Chef der Deutschen Welle im Amt.<br />
Limbourg, der als allseits anerkannter Politik-Journalist angetreten<br />
war, hat sich ehrgeizige Ziele gesetzt und in den letzten<br />
Monaten deutlich gemacht, dass er auch viel Elan und Mut<br />
besitzt, um sie umsetzen zu können. Als Diplomatensohn weiß<br />
der langjährige Chefredakteur des deutschen Nachrichtensender<br />
N24 aber auch, dass es manchmal sinnvoll ist, wenn man<br />
zwar mit zwei großen Schritten nach vorne prescht, dann aber<br />
Peter Limbourg<br />
wieder einen Schritt zurückrudert, um das eigentliche Ziel dennoch<br />
zu erreichen. So ließ Limbourg zum Entsetzen der Bundesregierung,<br />
die DW aus dem<br />
Steuersäckle finanziert, verkünden,<br />
dass die Deutsche Welle<br />
zugunsten der „Lingua franca“,<br />
nämlich Englisch als Brückensprache,<br />
auf deutschsprachige<br />
TV-Programme verzichten könne,<br />
zumal die global agierende DW-<br />
Multimediaplattform seit 1998<br />
chronisch unterfinanziert ist, und<br />
deshalb eine Fokussierung der<br />
Aufgabenstellung erforderlich sei.<br />
Ebenso müsse hinterfragt werden,<br />
ob sich die Deutsche Welle<br />
rund 30 verschiedene Sprachen<br />
via Radio, TV und Online leisten<br />
könne. Einen Standpunkt, den<br />
Limbourg in der Berliner Akademie<br />
der Konrad-Adenauer-Stiftung<br />
erläuterte.<br />
Vorweg: Dass die Bundesregierung<br />
die Deutsche Welle in vergangenen<br />
Jahren finanziell nur am Hungertuch leben ließ, hing<br />
schlicht damit zusammen, dass ihre Existenzberechtigung<br />
bezweifelt wurde. Wozu ein von der Regierung finanzierter<br />
deutscher Auslandssender? Sind ARD/ZDF nicht stark genug<br />
und auch noch im Internet präsent? Reicht es nicht aus, wenn<br />
BBC und andere lang etablierte Sender westliche Demokratiewerte<br />
in die weite Welt tragen? Seitdem aber Sender wie Al<br />
Jazeera, Russia Today (RT) und China Central Television (CCTV)<br />
mit viel finanzieller Power und teils unverhohlenem Propagandainteresse<br />
auf der Weltbühne aktiv geworden sind, hat sich<br />
die Situation geändert.<br />
Hatte Bettermann noch die eher lau an PR orientierte DW-Parole<br />
ausgegeben, man müsse sich dem „Kampf um die Weltöffentlichkeit“<br />
stellen, sieht Limbourg nun kämpferisch die pragmatische<br />
Notwendigkeit, dass Deutschland den globalen<br />
„Wettbewerb um Werte“ nicht „unbeteiligt von der Couch aus<br />
verfolgen“ dürfe, sondern seine „Stimme erheben“ müsse. Die<br />
Marktlücke für die Deutsche Welle ergebe sich dadurch, dass<br />
es derzeit nur zwei Sichtweisen im globalen Wettbewerb um<br />
Werte gebe: Die eine sei staatlich gelenkt, wie etwa von Russia<br />
TV – insbesondere im Ukraine-Konflikt – der man Paroli geben<br />
müsse. Die andere stamme aus dem angloamerikanischen<br />
Raum. Man könne die Interpretation der deutschen Politik und<br />
ihrer Inhalte aber „nicht den Briten oder anderen“ überlassen,<br />
betont Limbourg. Zumal Deutschland eine „Orientierungsmacht“<br />
sei, lobt er die hiesige Regierung. Und die Welt wolle<br />
wissen, welche Positionen deutsche Politiker zu den vielen Problemen<br />
wie etwa Krieg und Frieden, Euro oder Griechenland<br />
34 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
BUSINESS / AUSLANDSSENDER z<br />
einnehmen würden. „Deutsche Absenderkennung ist stark<br />
nachgefragt“, betont Limbourg. Den Wettbewerb um Werte<br />
könne man aber nur mit einem englischsprachigen Angebot<br />
aufnehmen. Deshalb wird die Deutsche Welle am 22. Juni das<br />
neue DWnews-Angebot über Satellit starten, ein Programm<br />
rund um die Uhr mit Reportagen, Magazinen und Nachrichten.<br />
Verbunden damit ist eine Erweiterung der Nachrichtenflächen<br />
mit Informationen aus Politik, Kultur und Soziales. Es werde<br />
„unterschiedliche Nachrichtenflächen in Asien und Afrika“<br />
geben, die „gezielt auf Interessen und Sehgewohnheiten der<br />
Menschen in unterschiedlichen Regionen“ eingehen sollen. Weil<br />
DW mit dem englischsprachigen News-Programm wieder auf<br />
Astra aufsatteln werde, wird es in ganz Europa und auch in<br />
Deutschland „sichtbar und wahrnehmbar“, freut sich Limbourg:<br />
Das findet er gut: „Der deutsche Steuerzahler soll sehen können,<br />
was wir da tun“.<br />
Und was ist mit dem deutschsprachigen Angebot? Es habe nie<br />
zur Debatte gestanden, so Limbourg, dass DW im Internet weiterhin<br />
ein deutschsprachiges Programm anbieten werde.<br />
Obwohl, so fügt er hinzu, das deutsche Programm durch andere<br />
„mobile Heimatangebote“ an Wichtigkeit verloren habe.<br />
Nachdem die Bundestagsdebatte deutlich gemacht habe, dass<br />
bei Politikern der „starke Wille“ bestehe, weiter auch in deutscher<br />
Sprache zu senden, „nehmen wir das zur Kenntnis und<br />
setzen es um“, betonte Limbourg. Allerdings müsse vorab<br />
darüber diskutiert werden, wen man denn als Zielgruppe im<br />
Ausland mit deutschem TV-Programm versorgen wolle oder<br />
könne. Limbourg weiß: Die Zahl derjenigen, die außerhalb<br />
Europas deutsch sprechen, ist mit ungefähr fünf Millionen Menschen<br />
sehr gering, zumal von denen nur ein Bruchteil Interesse<br />
am spezifischen DW-Programm haben, das sie ohnehin im<br />
Internet auffinden könnten. Und es wäre wohl, so kann man<br />
ergänzen, ein sehr kostspieliges, jenseits des DW-Auftrags liegendes<br />
Vergnügen, würde man primär deutsche Urlauber im<br />
Ausland avisieren, die via Smartphone oder Tablet und Wifi<br />
ohnehin jederzeit einen Zugriff auf deutsche Medien haben.<br />
Die Deutsche Welle ist bekanntlich nicht nur Fernsehen, sondern<br />
trimedial aufgestellt. Dazu analysiert Limbourg: „Fernsehen<br />
ist immer noch weltweit das meistgenutzte Medium – die<br />
Nutzungsdauer bleibt relativ konstant“. Das Internet sei wichtig,<br />
vor allem auch als Wachstumsmarkt. Allerdings könne es nicht<br />
überall in der Qualität genutzt werden, wie es beispielsweise in<br />
Berlin-Mitte möglich sei. Radio, so Limbourg, sei noch sehr<br />
stark im südlichen Afrika vertreten, wo die Deutsche Welle ihr<br />
www.asperasoft.com<br />
moving the world’s data at maximum speed
z BUSINESS / AUSLANDSSENDER<br />
Programm auch in Sprachen wie Kisuaheli verbreite. Aus der<br />
Situationsanalyse hat Limbourg die Folgerung gezogen, dass<br />
sich die Deutsche Welle darauf konzentrieren müsse, in der<br />
mobilen Nutzung des Internets mithalten zu können. Um das<br />
umsetzen zu können hat DW eine runderneuerte App entwickelt,<br />
„die in 30 Sprachen für Mobilgeräte auf unterschiedlichen<br />
Geräten einsetzbar ist“. Die App habe viele Features, erklärt<br />
Limbourg, die „auf unterschiedliche Bandbreiten in den einzelnen<br />
Ländern eingehen kann“. Weil es nicht in allen Regionen<br />
der Welt möglich ist, sich jedwede Videos runter zu laden, sei<br />
die App so konzipiert, dass sie sich automatisch auf die jeweiligen<br />
Verhältnisse einstellen kann.<br />
Mit allen ihren Angeboten erreicht die Deutsche Welle derzeit<br />
knapp über 100 Millionen Nutzer wöchentlich. „Tendenz steigend“,<br />
behauptet Limbourg. Die Entscheidung für das englischsprachige<br />
Fernsehprogramm ist offensichtlich auch davon<br />
abgeleitet worden, dass DW bereits bisher mit 30 Millionen TV-<br />
Sehern die meisten Kontakte mittels der englischen Sprache<br />
finden konnte. Hauptzielregionen der Deutschen Welle sind<br />
Afrika, Asien, die Länder der östlichen Partnerschaften und<br />
auch der südamerikanische Raum, erklärt Limbourg.<br />
Und wo steht die Deutsche Welle im Ranking unter den 26 global<br />
aktiven Regierungs-Sendern heute? Noch befinde man sich<br />
unter den Top 5, wozu BBC Worldwide, France 24, Russia<br />
Today (RT) und China Central Television (CCTV) gehören, antwortet<br />
Limbourg: „Wir wollen aber unter die Top 3 aufsteigen“.<br />
Und welchen Werten fühlt sich DW im Wettbewerb mit den<br />
Konkurrenten verpflichtet? Natürlich: „Demokratie, Rechtstaatlichkeit,<br />
Toleranz, sozialen Ausgleich, den Werten unserer Verfassung“,<br />
weiß Limbourg wie aus der Pistole geschossen und<br />
erläutert dazu, was es journalistisch bedeutet. Man strebe an,<br />
verschiedene Meinungen zu einem Thema zu transportieren –<br />
und nicht nur die Meinung der Regierung, wie es andere Regierungssender<br />
machten. „Wir haben einen pluralistischen Ansatz.<br />
Barthel Schölgens, Peter Limbourg, Dr. Susanne Spahn (v.l.n.r.)<br />
Wir werden vom Staat<br />
finanziert, sind aber unabhängig<br />
und haben einen<br />
Rundfunkrat“, beteuert er.<br />
Deshalb könne die Deutsche<br />
Welle in ihren Zielgebieten<br />
auch die dortigen<br />
Oppositionellen zu Wort<br />
kommen lassen.<br />
So selbstbewusst Limbourg<br />
seine Ziele benennt<br />
und begründet, so wenig<br />
begeistert waren viele seiner<br />
Mitarbeiter von seinen<br />
Umstrukturierungsplänen,<br />
gegen die auch der Deutsche<br />
Journalistenverband<br />
stark protestierte, weil es<br />
wieder einmal auch um die<br />
Rationalisierung von journalistischen Arbeitsplätzen und Kürzung<br />
von Honoraren geht. Doch am 22. Februar, einen Tag<br />
bevor rund 150 der knapp 3.000 festen und freien DW-Mitarbeiter<br />
in Bonn gegen die Pläne protestierten, gab DW selber<br />
überraschend eine Meldung heraus, wonach die Bunderegierung<br />
– vorausgesetzt, es wird vom Bundesparlament bewilligt –<br />
ab 2016 jährlich zwölf Millionen Euro zusätzlich für in der Vergangenheit<br />
gestiegene Personalkosten zuweisen will. Offensichtlich<br />
hat sich Limbourg auch dafür eingesetzt. So wie Limbourg<br />
auch flink bereits am 25. Januar dieses Jahres in Kiew<br />
ein Korrespondentenbüro für die Deutsche Welle eröffnet hat,<br />
um über die kriegerischen Auseinandersetzungen in der Region<br />
möglichst objektiv berichten zu können. Gleichzeitig wird dort<br />
die DW Akademie aktiv, um die Transformation des ukrainischen<br />
Staatssenders NTKU in eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt<br />
zu begleiten.<br />
Derweil hat die freie Journalistin und Osteuropaexpertin Dr.<br />
Susanne Spahn im Rahmen der Veranstaltung der Konrad-<br />
Adenauer-Stiftung referiert, wie stark die russische Regierung<br />
etwa Russia Today, Sputnic International oder das St. Petersburger<br />
Institut zur Analyse des Internets einsetzt, um die westliche<br />
Pressefreiheit als Lügengebäude zu diskreditieren, was<br />
auch mit inszeniertem Shit Storm via Social Media in deutschen<br />
Diskussionsforen geschieht. Dass sich die im Ausland tätigen<br />
russischen Medien als Propaganda-Waffe für das Verteidigungsministerium<br />
des Kremels verstehen, werde dabei gar<br />
nicht einmal verheimlicht. Und im Moment, so Spahn, sei die<br />
inländische russische Propaganda darauf ausgerichtet, so auf<br />
die russische Bevölkerung einzuwirken, dass sie „den Konsum<br />
von Ausland-Sendern schon als Vaterlandsverrat sehen“. Der<br />
privatwirtschaftlich finanzierte US-Nachrichtensender CNN hat<br />
bereits Ende letzten Jahres die Ausstrahlung seiner Kabelprogramme<br />
in Russland eingestellt.<br />
© KAS/Juliane Liebers<br />
❮Erika Butzek<br />
36 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
BUSINESS / DOPPIOTV z<br />
Verknüpfung von Inhalten und E-Commerce<br />
DOPPIOTV IST EIN NEUES KONZEPT VON FERNSEHEN.<br />
DER VERBREITUNGSWEG DES ONLINE-TV-CHANNELS<br />
IST NONLINEAR UND MULTIPLATTFORM, DIE<br />
QUALITÄT DER INHALTE RICHTET SICH NACH DEN<br />
STANDARDS GROSSER SENDER. THEMEN SIND DIE<br />
GROSSEN UND KLEINEN ALLTAGSFLUCHTEN, DAS<br />
SCHÖNE UND DER INDIVIDUELLE LUXUS. DER SENDER<br />
GING IM JANUAR 2014 AN DEN START UND HAT<br />
SEINEN SITZ IM STUDIO BERLIN IN BERLIN-<br />
ADLERSHOF AUF 280 QM, WO ER SUKZESSIVE<br />
WACHSEN WILL. EIN GESPRÄCH MIT DOPPIOTV-<br />
GESCHÄFTSFÜHRER OLAF ZACHERT.<br />
›<br />
doppio war einst eine monothematische Zeitschrift,<br />
die großen, deutschen Qualitäts-Zeitungen beilag.<br />
Was ist daraus geworden?<br />
In der Tat, doppio erschien als Beileger mit einer Auflage<br />
von knapp 2,5 Millionen Exemplaren in 28 deutschen<br />
Tageszeitungen. Die Printbranche ist jedoch starken<br />
Veränderungen unterworfen. Für uns bedeutete dies, in<br />
kürzeren Abständen zu erscheinen als alle zwei Monate,<br />
um für Anzeigenkunden attraktiver zu werden oder<br />
sich neu auszurichten. 2014 haben wir uns für letzteres<br />
entschieden: doppio wurde in ein e-paper umgewandelt,<br />
das wir im Januar zudem einem Relaunch unterzogen<br />
haben, indem wir es visuell mit doppioTV verknüpft<br />
haben, um die Artikel dadurch zu ergänzen.<br />
Gleichzeitig haben wir eine enge Themenabsprache<br />
beider Redaktionen eingeführt.<br />
Olaf Zachert<br />
Warum haben Sie mit doppioTV einen Sender gegründet,<br />
was steckt dahinter?<br />
Fernsehen wird es in seiner heutigen, linearen Art in fünf<br />
bis zehn Jahren aus meiner Sicht nicht mehr geben.<br />
Daher haben wir doppioTV gleich so aufgestellt, dass es<br />
über die Multithek des terrestrischen Fernsehens, die<br />
Webseite und über eine eigene App als Video on Demand<br />
abrufbar ist. Ab Frühjahr <strong>2015</strong> wird doppioTV auch über<br />
Astra verbreitet und wir streben neue Verbreitungswege<br />
wie Apple TV oder Amazon Fire TV an. Wir widmen uns<br />
bei doppioTV wie im Heft den Themen Luxus, Reise,<br />
Genuss. Nur können wir das emotionaler machen, da die<br />
Bilder und ihre Inszenierungen ein ganz anderes, intensiveres<br />
Gefühl vermitteln. Das macht es auch für Werbekunden<br />
interessanter. Es wird perspektivisch so sein,<br />
dass die gezeigten Gegenstände im Hintergrund weiter<br />
verknüpft werden, so dass man per Mausklick oder antippen<br />
zu weiteren Informationen gelangt. Das haben nicht<br />
wir, sondern der Markt erfunden. Wir fangen nur sehr früh<br />
an dies umzusetzen, weil wir glauben, dass diese Art der<br />
Verknüpfung von Inhalten und E-Commerce in drei bis fünf<br />
Jahren Standard sein wird.<br />
Warum kein klassisches Fernsehen?<br />
Seit etwa fünf Jahren ist der Fernsehmarkt durch das<br />
schnelle Internet und die multimedialen Inhalte, die darüber<br />
transportiert werden, einem enormen Druck ausgesetzt.<br />
In diesen fünf Jahren haben sich die Zahlen für<br />
webbasierte Bewegtbildinhalte mehr als verdoppelt.<br />
Wir bieten einige Beiträge bereits außer in Deutsch auch<br />
in Englisch und Russisch an, denn die schönen Dinge im<br />
Leben interessieren ja nicht nur uns Deutsche, sondern<br />
auch die Menschen in anderen Ländern.<br />
Wir verschmelzen online, Print und Bewegtbild und<br />
ermöglichen es dem Nutzer, die Inhalte auch offline zu<br />
sehen, weil er sie sich herunterladen kann. Unser Angebot<br />
ist ausdrücklich nicht statisch, nicht linear. Ich glaube,<br />
dass der Markt das gerne annimmt, weil diese Art von<br />
Angebot einerseits neu ist und wir andererseits keine<br />
Zweit- oder Drittverwertungen anbieten, sondern gut<br />
gemachte Erstausstrahlungen – ein für Werbekunden<br />
hochattraktives Umfeld.<br />
Was produzieren Sie selber und was kaufen Sie an?<br />
Wir produzieren ausschließlich selbst und kaufen keine<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
37
z BUSINESS / DOPPIOTV<br />
doppioTV beim St.Moritz-Dreh<br />
„Zwei Tage in Stockholm“ mit Moderatorin Verena Wriedt<br />
Beiträge an. Wir haben eine klare Trennung zwischen<br />
redaktionellem und Werbeteil, was auch heißt, dass wir<br />
keine Schleichwerbung machen. Dadurch sind wir attraktiver<br />
und können eine hochwertigere Zielgruppe binden.<br />
Wir haben erfahrene Fernsehleute, weil wir eine hohe<br />
Qualität unserer Beiträge wollen, die man auch aus dem<br />
Fernsehen gewohnt ist – in diesem Sinne machen wir<br />
Fernsehen. Nur der Verbreitungsweg ist ein anderer.<br />
Wir haben den redaktionellen Anspruch eines Senders,<br />
bieten hochqualitative Themen, die entsprechend<br />
produziert werden.<br />
Wie sieht die Programmauswahl aus?<br />
Wir drehen im Wochenrhythmus. Im Angebot sind aktuelle<br />
Themen, für die wir vor Ort sind. Um auch von Events live<br />
berichten zu können, haben wir bei der Landesmedienanstalt<br />
Berlin-Brandenburg eine Volllizenz als Fernsehsender<br />
beantragt und sind auch über Astra zu sehen. Wir bieten<br />
eine bunte Mischung aus tagesaktuellen, wöchentlichen<br />
und Live-Berichten an. Hinzu kommen lange Formate wie<br />
„Klausmann und Henn“, die im Monatsrhythmus entstehen.<br />
Die zeitlosen Beiträge sind länger im Angebot, die<br />
tages- und wochenaktuellen tauschen wir entsprechend<br />
rasch aus.<br />
Wie viele neue Beiträge gibt es pro Woche?<br />
Wir haben 30 Leute. Mit ihnen können wir ein bis zwei<br />
Beiträge zwischen zweieinhalb und fünf Minuten produzieren.<br />
Bei Reportagen schaffen wir drei bis vier 30-minütige<br />
Formate pro Monat. Das sind Sonderformate wie „Klausmann<br />
und Henn“ sowie ein Wochenthema. Damit kommen<br />
wir pro Monat auf etwa 25 bis 30 Beiträge. Das ist alles<br />
selbst produziert und für den Anfang keine schlechte<br />
Leistung. Normalerweise lizenziert man Inhalte, was die<br />
Weitervermarktung beschränkt. Wir können das, weil wir<br />
ja alle Rechte halten.<br />
Wer ist die Zielgruppe – nur Menschen mit Geld?<br />
Das kommt darauf an, wie man Luxus für sich definiert.<br />
Für die einen ist es Monza und Ferrari, für andere<br />
aber – um das Beispiel unseres Starkochs Jörg Klausmann<br />
zu nehmen – ist es der Genuss beim Essen, den<br />
man sich mit eigenen Kräutern aus dem Garten, dem<br />
Käse von einem Hof aus der Gegend und einem schönen<br />
Glas Wein bei sich zu Hause schafft. Luxus muss nicht<br />
immer teuer sein. Was wir wollen, ist ein Gegengewicht<br />
schaffen zum täglichen Journalismus – der über die weniger<br />
schönen Dinge auf der Welt informiert – und uns den<br />
schönen Dingen, den Alltagsfluchten widmen. Als<br />
Zuschauer wollen wir eine klar identifizierbare Zielgruppe<br />
mit geringen Streuverlusten, die zu den Produkten passt,<br />
die bei uns beworben werden sollen.<br />
Ihr Claim lautet „Das Lebensgefühl einer Zeit“. Was steht<br />
dahinter?<br />
Es gibt in der Welt so viele Katastrophen… Ich glaube,<br />
dass die Menschen Lust darauf haben, sich schöne<br />
Sachen anzusehen. Und wenn wir ein Weingut auf<br />
Sardinien vorstellen, auf dem man sich per Klick Wein für<br />
zehn Euro die Flasche bestellen kann, dann ist das ein<br />
erschwinglicher Luxus für normale Menschen, denn diesen<br />
Wein gibt es nur dort. Luxus ist auch, an andere<br />
Sachen heran zu kommen als an die, die in den Supermärkten<br />
im Regal stehen. Wir fokussieren uns auf<br />
Geschichten, die neu sind, die man so noch nicht gesehen<br />
hat. Das ist eine große, tägliche Herausforderung. Wir<br />
38 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
BUSINESS / DOPPIOTV z<br />
Mallorca Spezial bei doppioTV<br />
Reisethema „Klausmann und Henn unterwegs im Piemont"<br />
finden und kreieren neue Themen und versuchen damit,<br />
unsere Zuschauer zu begeistern. Das ist aus meiner Sicht<br />
neu, schön und begeisterungsfähig.<br />
Welche Formen von Werbung, die über klassische Spots<br />
hinausgehen, wären möglich?<br />
Da bieten die Social-Media-Kanäle und die Rückkanäle<br />
der Verbreitungsarten Chancen. Wir haben im vergangenen<br />
Jahr mit einer großen renommierten Hotelkette eine<br />
gemeinsame Produktion gemacht, die wiederum auf deren<br />
Kanälen verwendet wird, was für einen Werbekunden auch<br />
messbar ist. Die Kette weiß, wer den Spot gesehen hat,<br />
wer auf die Webseite zugreift.<br />
Planen Sie eine Marketingkampagne für doppioTV, um<br />
den Sender bekannt zu machen?<br />
Seit Mitte Februar wird doppioTV von Publicitas vermarktet,<br />
ab September exklusiv. Publicitas ist ein sehr erfahrener<br />
Vermarktungspartner – da wird sich eine Menge tun.<br />
Wie ist der Stand der Dinge?<br />
Die Zugriffzahlen von doppioTV beliefen sich im ersten<br />
Monat dieses Jahres auf über 700.000 und konnten damit<br />
im Vergleich zum Vormonat mehr als verfünffacht werden.<br />
Das ist für uns natürlich ein klares Zeichen für das richtige<br />
Angebot und die spannende Programmauswahl des<br />
Senders. Wir sind jetzt auf dem TV-Gerät über den<br />
Satelliten Astra und via DVB-T über eine App in der Multithek<br />
sowie über die Website www.doppio-tv.de erreichbar.<br />
Und, wie bereits erwähnt, sind wir dabei, unser multilinguales<br />
Angebot weiter auszubauen.<br />
Würden Sie Ihre Inhalte auch an andere Sender lizenzieren?<br />
Das ist eine grundlegende Überlegung, denn wir sind ja<br />
ein kleiner Spartensender. Die logische Konsequenz ist es<br />
daher, tatsächlich eine Kooperation mit einem Sender<br />
einzugehen, der zu uns passt. Für den würden wir dann im<br />
Auftrag Formate erstellen. Da führen wir auch schon<br />
Gespräche. Allerdings müssen wir vorsichtig sein, weil wir<br />
uns nicht unseren Content zerschießen dürfen. Mit Jörg<br />
Klausmann haben wir ein besonderes Format, das Reise<br />
und Essen verbindet. Er lebt dieses Format, so wie alle<br />
unsere Mitarbeiter unsere Form von Fernsehen leben.<br />
Das ist was Besonderes, das wir ausbauen wollen.<br />
Mit welchem Dienstleister arbeiten Sie bei der technischen<br />
Verbreitung zusammen?<br />
Das macht Media Broadcast für uns, an die wir die komplette<br />
Technik outgesourced haben. Wir sind sehr zufrieden.<br />
Wir finanzieren Sie sich?<br />
Wir sind Eigenkapital finanziert und mussten mit doppioTV<br />
keine Hauruck-Aktion im Markt durchführen, um in ein<br />
paar Monaten profitabel zu sein. Das wäre natürlich sehr<br />
schön, aber wir stehen nicht unter dem Druck, es sein zu<br />
müssen. Durch den Gesellschafter sind wir finanziell entsprechend<br />
ausgestattet, so dass wir einen langen Atem<br />
haben. In diesem Jahr investieren die Gesellschafter zwei<br />
Millionen Euro alleine in das Programm.<br />
Wer sind die Gesellschafter?<br />
Es ist eine luxemburgische Private-Equity-Gesellschaft –<br />
der Verlag Publishers Partners – die von mehreren Investoren<br />
getragen wird und sowohl das doppio Magazin als<br />
auch doppioTV finanzieren.<br />
❮Thomas Steiger<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
39
z BUSINESS / URHEBERRECHT<br />
Das Territorialitätsprinzip muss bleiben<br />
›<br />
Ohne das Territorialitätsprinzip hätte kaum einer der Berlinale-Wettbewerbsfilme<br />
entstehen können. Fast alle Bären-<br />
Anwärter wurden als europäische Koproduktionen realisiert. Zu<br />
ihnen gehört beispielsweise der iranische Film „Taxi“ von Jafar<br />
Panahi, den der Filmemacher heimlich mit einer kleinen Kamera<br />
gedreht hat. Der iranische Regisseur, dem in seiner Heimat<br />
Berufsverbot erteilt worden ist, konnte seinen neuen Film aus<br />
dem Land schmuggeln. Bei der Berlinale wurde dieses Roadmovie,<br />
in dem er mit dem Taxi durch Teheran fährt, mit dem<br />
Goldenen Bären ausgezeichnet. „Ich werde Jafar Panahi solange<br />
einladen, bis er nach Berlin kommen darf“, erklärte der Festival-Direktor<br />
Dieter Kosslick, der den iranischen Regisseur<br />
bereits 2011 in die Wettbewerbsjury berufen hatte, um dessen<br />
Freiheitskampf zu unterstützen. Sein Stuhl blieb zwar leer, doch<br />
es wurde weltweit über diesen Fall berichtet. Die Freiheit der<br />
Kunst war auch das Thema in der Eröffnungsrede, von der<br />
Staatsministerin für Kultur und Medien (BKM), Monika Grütters,<br />
die betonte, dass „Taxi” ein passender Film zum Auftakt des<br />
offiziellen Programms sei. „Die Anschläge von Paris erinnern<br />
© Berlinale Andreas Teich / Shamrock / Norbert Kersten<br />
BEI DEN 65. INTERNATIONALEN<br />
FILMFESTSPIELEN IN BERLIN WURDE<br />
WIEDER DIE KULTURELLE VIELFALT<br />
IN EUROPA DEUTLICH. DOCH GENAU<br />
DIE IST IN GEFAHR, WENN ES DER<br />
EU-KOMMISSION GELINGT, DAS<br />
BESTEHENDE URHEBERRECHT AUF-<br />
ZUWEICHEN UND DIE TERRITORIA-<br />
LEN GRENZEN ZUGUNSTEN DES<br />
DIGITALEN BINNENMARKTES AUFZU-<br />
HEBEN. DAS WAR AUCH THEMA DER<br />
DEUTSCHEN CONTENT ALLIANZ<br />
BEIM DIALOG „KREATIVITÄT UND<br />
URHEBERRECHT IN DER DIGITALEN<br />
WELT“ ENDE FEBRUAR IN BERLIN.<br />
uns daran, dass die Freiheit auch dort<br />
leidenschaftliche Verteidiger braucht,<br />
wo wir uns ihrer sicher glaubten“, unterstrich<br />
sie.<br />
Leidenschaftliche Verteidiger braucht<br />
ebenfalls die europäische Filmbranche,<br />
deren Zukunft massiv durch die Pläne<br />
der EU-Kommission gefährdet ist, im<br />
Zuge der anvisierten Urheberrechtsreform die territorialen<br />
Grenzen aufzuheben. Der EU-Kommissionspräsident Jean-<br />
Claude Juncker hat bei seinem Amtsantritt im Herbst 2014<br />
explizit in einem Schreiben an den neuen Digital-Kommissar<br />
Günther Oettinger formuliert, dass die nationalen Begrenzungen<br />
bei den Telekommunikationsregelungen, dem Urheberrecht<br />
und Datenschutz zugunsten des digitalen Binnenmarktes aufgehoben<br />
werden sollen. Während der Berlinale hat sich Oettinger<br />
zum ersten Mal mit Vertretern der europäischen Filmwirtschaft<br />
getroffen, die einen Großteil ihrer Gewinne durch segmentierte<br />
Märkte generiert. Wenn im Zuge der EU-Binnenmarktpolitik<br />
die Ländergrenzen fallen, können nur noch große<br />
Unternehmen überleben, was jedoch im Widerspruch zu den<br />
EU-Grundsätzen steht vor, allem die kleineren und mittleren<br />
Unternehmen (KMUs) zu unterstützen.<br />
„Ausgangspunkt ist nicht die Politik, sondern eine digitale<br />
Revolution“, betonte Oettinger im Interview mit <strong>MEDIEN</strong> BUL-<br />
LETIN. „Es gibt nicht mehr den deutschen Markt, den französischen<br />
Markt und den polnischen Markt; es gibt einen globalen<br />
Kulturstaatsministerin Monika Grütters<br />
40 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
BUSINESS / URHEBERRECHT z<br />
Markt.“ Die junge Generation schaue sich die Tagesschau nicht<br />
mehr um 20 Uhr an, sondern stelle sich ihr eigenes Menü<br />
zusammen, um sich zu informieren oder beziehen über Netflix<br />
ganz andere Inhalte. „Wir müssen auf die digitale Revolution,<br />
die den Nutzer und Marktteilnehmer von heute und morgen<br />
betrifft, reagieren. Es geht uns darum, die Wertschöpfung in<br />
Europa zu erhalten. Dazu gehören auch die KMUs. Wir werden<br />
den Binnenmarkt nicht mit der Brechstange einführen. Deshalb<br />
sind wir im Gespräch mit den Verbänden der Filmwirtschaft, um<br />
wirklich die Wertschöpfung Europas hochzuhalten“, erklärte er.<br />
„Entscheidend ist, dass nicht die Politik Veränderungen<br />
anstrebt, sondern dass wir aufgrund der technischen Veränderungen<br />
Handlungsbedarf sehen. Wir sollten die technische Entwicklung<br />
akzeptieren, die kommen wird.“ Derzeit gibt es zum<br />
beschäftigen ebenfalls die Vertreter aus Hollywood. „In der<br />
europäischen Kreativbranche arbeiten derzeit sieben Millionen<br />
Menschen, die jedes Jahr 509 Milliarden Euro des Bruttoinlandproduktes<br />
generieren“, rechnete Stan McCoy vor, der als Vorsitzender<br />
der Motion Picture Association (MPA) für Europa, den<br />
Nahen Osten und Afrika in Brüssel die Interessen der großen<br />
Hollywoodstudios vertritt. „Wir halten es für ein sehr großes<br />
Risiko, ein System zu destabilisieren, von dem diese Menschen<br />
abhängig sind. Es gibt keinerlei konkrete Belege dafür, dass<br />
durch die geplante Urheberrechtsreform die Anzahl der Arbeitsplätze<br />
oder das wirtschaftliche Wachstum gesteigert werden<br />
kann.“ Die EU-Kommission hat sich zum Ziel gesetzt, die Flexibilität<br />
der Urheber einzuschränken, die bisher Lizenzen für einzelne<br />
Territorien und nicht nur für den großen pan-europäischen<br />
Urheberrechtsgesetz Round Tables mit<br />
verschiedenen Akteuren der gesamten<br />
Wertschöpfungskette, die vom Urheber<br />
über den Verleger, die Provider und die<br />
Verwertungsgesellschaften bis hin zum<br />
Nutzer reichen. „Wir werden im Sommer<br />
oder Herbst einen Gesetzgebungsvorschlag<br />
vorlegen“, erläuterte Oettinger<br />
den Zeitplan, „den wir nochmals zur<br />
Diskussion in die Öffentlichkeit geben,<br />
um danach in Rat und Parlament über<br />
eine förmliche Gesetzgebung zu debattieren.“<br />
Zu den zentralen Forderungen der Filmwirtschaft<br />
gehört es auch, die großen<br />
Telekommunikationsunternehmen zu<br />
Abgaben heranzuziehen, da sie mit den<br />
Produkten der Kreativwirtschaft im<br />
Internet Gewinne generieren. Nach Aussage<br />
des EU-Digitalkommissars ist<br />
Kulturstaatsministerin Monika Grütters mit Festival-Direktor Dieter Kosslick<br />
jedoch nicht zu erwarten, das die EU Anstrengungen unternimmt,<br />
die Telekommunikationsunternehmen für entsprechende<br />
Abgaben an Filmförderungen heranzuziehen. „Die verdienen<br />
doch auch nichts. Die Telekom-Aktie dümpelt vor sich hin.<br />
Insofern gibt es keinen, der sich dumm und dämlich verdient“,<br />
meinte Oettinger. „Wir müssen eine faire Balance finden und<br />
erreichen, dass jeder in der Wertschöpfungskette bestehen<br />
kann. Wir brauchen die Telekoms. Sie sind reguliert, denn die<br />
Preise werden durch die Bundesnetzagentur festgelegt, die<br />
darauf achtet, dass es Gewinne, aber nicht zu große Gewinne<br />
gibt. Wir erwarten von ihnen aus diesen Gewinnen Investments<br />
in die Netzinfrastruktur. Ich glaube, dass die Balance bisher<br />
gewahrt war. Sie muss jetzt aber neu aufgebaut werden, weil<br />
die digitale Technologie völlig neue Beziehungen zwischen Nutzer<br />
und Urheber schafft.“<br />
Markt vergeben können. „Wir sind davon überzeugt, dass Vertragsfreiheit<br />
die beste Lösung ist” unterstrich McCoy. „Sowohl<br />
jedes große amerikanische Studio als auch jeder kleine unabhängige<br />
Produzent sollte die Freiheit haben, sich zu entscheiden,<br />
wie er am besten den Markt bedienen kann, um der Nachfrage<br />
zu begegnen.” Als Argument führt die EU-Kommission an,<br />
im Zuge der Harmonisierung des digitalen Binnenmarktes für<br />
Portabilität zu sorgen. „Es ist bereits möglich, einen VoD-Service<br />
in einem anderen europäischen Land zu nutzen“, versicherte<br />
McCoy. „Es gibt eine zunehmende Beweglichkeit auf<br />
dem Markt.”<br />
Als besonders bedenklich bewertet der MPA-Vertreter die Pläne<br />
der EU-Kommission, die Lizenzierung für einzelne Territorien<br />
aufzuheben. „Das hat eine ganze Reihe negativer Konsequenzen,<br />
weil sich dadurch für viele europäische Produzenten das<br />
gesamte Finanzierungsmodell radikal verändert. Das betrifft<br />
WARNUNGEN DER MOTION PICTURE ASSOCIATION<br />
Die EU-weite Reform des Urheberrechtsgesetzes und die damit<br />
auch die bestehenden Strukturen für Koproduktionen, an<br />
denen unsere Mitglieder beteiligt sind.“ Auch das Geschäft mit<br />
verbundenen Folgen für die europäische Filmwirtschaft den Film-Online-Handel wird dadurch unberechenbar. Wenn die<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
41
z BUSINESS / URHEBERRECHT<br />
Der europäische MPA-Vorsitzende Stan McCoy und Jens-Uwe Hinder von Morrison & Foerster (v.l.)<br />
len Welt im Umbruch befinde. „Wir stehen<br />
vor dem Problem, dass wir bei neuen<br />
Sachverhalten von der technischen<br />
Revolution überholt werden.“ Und Wolfram<br />
Winter, Executive Vice President<br />
beim deutschen Pay-TV-Sender Sky,<br />
zeigte sich an gleicher Stelle nach der<br />
Lektüre des Juncker-Briefes an Oettinger<br />
fassungslos: „So viel Realitätsfremde<br />
ist selten – und das von einem<br />
Luxemburger“, sagte er. Der Bezahlsender<br />
Sky, der auf fünf Märkten operiert,<br />
könne schon heute europäische Rechte<br />
akquirieren. „Es gibt keine Mauer in<br />
Europa, die den Austausch von Filmen<br />
verhindert.“ Es ist möglich, Filme über<br />
alle Grenzen hinweg zollfrei ohne größere<br />
Handelsschranken zu verkaufen,<br />
bestätigte Constantin Film Vorstandsvorsitzender<br />
Martin Moszkowicz. Die<br />
Analyse der EU-Kommission hält er für<br />
falsch, da es für bestimmte Produkte,<br />
zum Beispiel für Filme aus Estland, kei-<br />
Lizenzierung eines Films in einem bestimmten Land beinhaltet,<br />
dass alle Konsumenten aus den anderen europäischen Ländern<br />
darauf Zugriff erhalten, lässt sich nicht mehr einschätzen, wie<br />
groß der Markt ist und wie sich dieser mit anderen Märkten<br />
überschneidet. „Das wird ein großes Problem für dieses<br />
Geschäftsfeld“, konstatierte McCoy. „Wir würden es maßgeblich<br />
vorziehen, dass sämtliche Urheber die Freiheit besitzen, die<br />
Lizenzen auf die Bedürfnisse der Konsumenten in ihrem eigenen<br />
Markt zuzuschneiden.“<br />
Die EU-Kommission hält ihre Urheberrechts-Reformpläne für<br />
eine zukunftsweisende Strategie, welche für die audiovisuelle<br />
Branche allerdings zum Albtraum werden könnte. „Es werden<br />
sieben Millionen Arbeitsplätze und 509 Millionen Euro Umsatz<br />
zugunsten eines neuen Modells aufs Spiel gesetzt, das wir<br />
noch gar nicht kennen“, resümierte der MPA-Vertreter. „Wenn<br />
die territorialen Presales abgeschafft werden, über die ein großer<br />
Teil der Filme in Europa finanziert wird, führt das zu einer<br />
großen Unsicherheit auf diesem starken Markt. Ich würde bei<br />
der EU-Kommission darauf drängen, konkrete Beweise vorzulegen,<br />
ne große Nachfrage gebe. Die Kommission gehe indes davon<br />
aus, dass es möglich sein muss, VoD-Angebote aus einem<br />
Land auch in allen anderen Ländern konsumieren zu können.<br />
Die Initiative der Europäischen Kommission trage deutlich die<br />
Züge von Konzern-Lobbyisten in Brüssel. „Die Frage für uns als<br />
Europäer ist, ob nicht die Diversität erhaltenswert ist, die wir<br />
durch verschiedene Territorien haben“, gab der Constantin-Vorstand<br />
zu Bedenken. „Die Einzigen, die etwas von der Abschaffung<br />
der Territorialität hätten, sind Konzerne wie Google, Amazon<br />
oder Netflix, die schon jetzt im überterritorialen Geschäft<br />
tätig sind.“ Die Filme, die bei der Berlinale im Wettbewerb liefen,<br />
seien mit Geldsummen aus verschiedenen Territorien hergestellt<br />
worden. „Bei Wegfall der Territorialität würde es diese<br />
Filme nicht mehr geben. Es ärgert mich, wenn ich mir eine Rede<br />
von Kommissar Oettinger anhören muss, die komplett an der<br />
Realität vorbeigeht“, wetterte Moszkowicz.<br />
Auch der deutsche Drehbuchautor, Produzent und Rechtsanwalt<br />
Fred Breinersdorfer, der auf der Berlinale mit „Elser“ im<br />
Wettbewerb vertreten war, plädierte strikt für die Beibehaltung<br />
wie sich durch diese Urheberrechtsreform mehr Arbeits-<br />
des Territorialitätsprinzips. „Mit einem Package-Deal für<br />
plätze und Wachstum schaffen lassen.“<br />
Gesamt-Europa hätten wir nie die gleichen Einnahmen erzielt<br />
wie durch die einzelnen Lizenzverkäufe.“ In Ländern wie Frankreich<br />
CSU-FILMGESPRÄCH<br />
Beim CSU-Filmgespräch, das im Rahmen der Berlinale stattfand,<br />
meinte Günter Winands, Ministerialdirektor im BKM: „Die<br />
künstlerische Leistung und Arbeit aller an einem Filmprojekt<br />
Beteiligten verdient nicht nur in der analogen, sondern auch in<br />
der digitalen Welt eine Wertschätzung. Mit dieser Grundaussage<br />
müssen wir in alle neuen Beratungen hineingehen.“ Das<br />
Urheberrecht sei ein Rechtsgebiet, das sich im Zuge der digitaboten,<br />
und Österreich hätten sich die Verleiher gegenseitig über-<br />
um die Auswertungsrechte für „Elser“ zu erhalten. Die<br />
Abschaffung der territorialen Lizenzvergabe in der EU würde<br />
seiner Einschätzung nach zu einem „kulturellen Desaster für<br />
ganz Europa“ führen. Laut Rechtsanwalt Prof. Johannes Kreile<br />
hält die Urheberrechtsreform noch weitere Fallstricke bereit.<br />
Geändert werden soll auch das Vertragsrecht. So ist eine<br />
Schutzdauerverkürzung von 90 beziehungsweise 70 auf 50<br />
42 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
BUSINESS / URHEBERRECHT z<br />
Jahre vorgesehen sowie das Zitatrecht<br />
auf fünf Minuten auszuweiten. „YouTube<br />
lässt grüßen“, kommentierte Kreile.<br />
DEUTSCH-FRANZÖSISCHER<br />
KULTURRAT<br />
Die europäische Urheberrechts-Reform<br />
war auch in der französischen Botschaft<br />
ein Thema. Bei der Verleihung<br />
der Orden Chevalier und Commandeur<br />
des Arts et des Lettres an die SPIO-<br />
Präsidentin und Produzentin Manuela<br />
Stehr, die Schauspielerin Nina Hoss und<br />
Thomas Ostermeier plädierte der Präsident<br />
des Deutsch-Französischen Kulturrates<br />
dafür, die europäischen Errungenschaften<br />
zu verteidigen. „Das Urheberrecht<br />
darf nicht durch die neuen<br />
Möglichkeiten des Netzes abgeschafft<br />
werden“, betonte Ostermeier, der die<br />
französische Kulturministerin Fleur Pellerin<br />
aufforderte, sich für den Schutz<br />
des Urheberrechtes im Netz einzuset-<br />
Botschafter Philippe Etienne, Manuela Stehr, Nina Hoss, Thomas Ostermeier, Ministerin Fleur Pellerin (v.l.)<br />
zen. Sofern das geistige Eigentum nicht geschützt werde, käme<br />
dies einem Bananen-Diebstahl im Supermarkt gleich.<br />
In der European Film Agency Directors Association (EFAD), in<br />
welcher der FFA-Vorstand Peter Dinges den Vorsitz übernommen<br />
hat, ist eine neue Arbeitsgruppe zum Thema Urheberrecht<br />
gebildet worden. Weitere Themen, für die eine Arbeitsgruppe<br />
eingerichtet worden ist, sind Digitalisierung und Medienfortbildung.<br />
Die Positionen der EFAD werden von der Generalsekretärin<br />
Iveta Dimova vertreten, die seit diesem Jahr mit einem Büro<br />
in Brüssel vertreten ist. Insgesamt verfügt die EFAD über 50<br />
Mitglieder aus 31 Ländern. „Dank dieser neuen Struktur können<br />
die EU-Institutionen jetzt mit einer klaren Stimme von uns rechnen,<br />
wenn es um audiovisuelle und filmbezogene Politik und<br />
Initiativen geht“, unterstrich Dinges, der auf der Berlinale ein<br />
erstes Gespräch mit EU-Digitalkommissar Oettinger führte.<br />
und Urheberrecht in der digitalen Welt“ am 24. Februar in Berlin.<br />
„Es muss auch künftig – etwa im Filmbereich – der Erwerb<br />
beziehungsweise Verkauf von Lizenzen nur für einzelne Mitgliedstaaten<br />
möglich bleiben. Wer eine Verpflichtung zu europaweiten<br />
Lizenzen einführen will, missachtet die ökonomischen<br />
Realitäten und baut zudem unnötig Hürden für kleinere national<br />
oder regional auftretende Anbieter auf.“ Sie unterstrich in ihrer<br />
Keynote eine der zentralen Forderungen der Deutschen Content<br />
Allianz indem sie betonte: „Es brauche „Regeln, die den<br />
Schöpfern geistiger Leistungen, den Künstlern und Kreativen,<br />
Freiraum gewähren, und die den Anbietern dieser Leistungen,<br />
insbesondere den Medienunternehmen, faire Wettbewerbschancen<br />
im World Wide Web garantieren.“ In diesen Regeln<br />
sieht sie die kultur- und medienpolitische Gestaltungsaufgabe<br />
auch im Rahmen der Digitalen Agenda der Bundesregierung.<br />
„In diesem Sinne setze ich mich für eine kultur- und medienpolitische<br />
DEUTSCHE CONTENT ALLIANZ<br />
Nachdem auf der Berlinale heftig über die<br />
Pläne der EU-Kommission diskutiert worden<br />
ist, die im Zuge der Realisierung des<br />
digitalen Binnenmarktes einen grenzüberschreitenden<br />
Zugriff auf digitale Inhalte<br />
vorschreiben will, hat auch die Kulturstaatsministerin<br />
Handschrift der im Koalitionsvertrag vorgesehenen<br />
Anpassung des Urheberrechts an das digitale<br />
Zeitalter ein. Dabei müssen wir auch<br />
die europäische Ebene im Auge behalten.<br />
Ich lehne vor allem Überlegungen zur Aufhebung<br />
territorialer Beschränkungen ab.<br />
Es müssen auch künftig – etwa im Filmbe-<br />
Monika Grütters dazu<br />
reich – der Erwerb beziehungsweise Ver-<br />
Stellung genommen. „Ich sage hier ganz<br />
deutlich, dass ich vor allem Überlegungen<br />
kauf von Lizenzen nur für einzelne Mitgliedstaaten<br />
möglich bleiben. Wir brauchen<br />
zur Aufhebung territorialer Beschränkungen<br />
auch weiterhin differenzierte<br />
ablehne“, erklärte die Staatsministerin<br />
bei einer Veranstaltung der Deutschen<br />
Geschäftsmodelle.“ Ihr Haus erstelle derzeit<br />
ein Positionspapier mit Leitplanken für<br />
Content Allianz zum Thema „Kreativität<br />
Digital-Kommissar Günther Oettinger<br />
die zukünftige Diskussion. ❮Birgit Heidsiek<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
43
z BUSINESS / STUDIO HAMBURG<br />
© NDR Thorsten Jander<br />
Aus der dritten Staffel des "Tatortreinigers" mit Bjarne Mädel als "Schotty"<br />
Optimistisch für die Zukunft<br />
ALS JOHANNES ZÜLL ZUM 1. JULI 2014 ALS VORSITZENDER DER GESCHÄFTS-<br />
FÜHRUNG VON STUDIO HAMBURG ANTRAT, HATTE DAS UNTERNEHMEN MIT<br />
STRUKTURELLEN PROBLEMEN ZU KÄMPFEN. HEUTE SEHEN DIE GESCHÄFTSZAHLEN<br />
WIEDER BESSER AUS, BERICHTET ZÜLL IM GESPRÄCH MIT <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong>.<br />
Gewerke anbieten.“<br />
Im Vergleich der beiden Produktionsstandorte<br />
steht Berlin mit dem Vorteil des Hauptstadt-<br />
›<br />
Der Studio Hamburg-Chef, zuvor bei RTL Televizija in Kroatien,<br />
war nicht als Abwickler an die Elbe gekommen. Die bonus besser da; die Produktionswirtschaft, Kreative, Produzenten<br />
und Sender wollen nach Berlin. „Wir haben in Berlin grö-<br />
Verkäufe ganzer Geschäftsbereiche, wie sie vor einem Jahr<br />
noch angedacht und im Gespräch waren, sind offenbar vom ßere Studioflächen zur Verfügung für die großen Primetime-<br />
Tisch. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats, wird der Systemdienstleister<br />
MCI Studio Hamburg weiter betrieben, die Situati-<br />
investiert als in Hamburg. Alle Studios in Berlin können zentral<br />
Shows. Und haben dort noch mehr in die neueste Technologie<br />
on des Unternehmenszweig hat sich deutlich verbessert. „Wir von zwei HD-Regien bespielt werden. Das wird vom Markt sehr<br />
stehen heute bei einem wesentlich höheren Auftragseingang, stark nachgefragt“, berichtet Züll. In Hamburg hat dagegen der<br />
als das noch vor einem Jahr der Fall war. Das macht uns optimistisch<br />
für die Zukunft“, sagt Züll, der zudem bekräftigt, keine versucht, das durch vermehrte Akquisition von Werbeproduk-<br />
Weggang einiger Kunden Spuren hinterlassen. Studio Hamburg<br />
größeren Geschäftsfelder abgeben zu wollen: „Wir haben unsere<br />
Hausaufgaben gemacht unter der besonderen Berücksichti-<br />
zu kompensieren. Züll: „Aber wir müssen uns sicher dieser Enttionen<br />
sowie Aufträgen aus dem Event-Veranstaltungsbereich<br />
gung, dass der Markt für Studioproduktionen generell sehr wicklung kostenmäßig und ressourcenmäßig anpassen und uns<br />
schwierig ist. Wir haben uns von dem einen oder anderen in den Atelierflächen stärker auf unsere Kernstudios konzentrieren<br />
und nicht jedes Atelier mit dem gleichen Investmentlevel<br />
Bereich getrennt, wie dem Rentalservice Filmtechnik Ende<br />
2013, und wir haben noch stärker auf unsere Kosten geschaut. weiter entwickeln.“ Hamburg als Medienstandort besitze das<br />
Gleichzeitig konnten wir erfolgreich am Markt agieren und sind Potenzial, wieder eine umgekehrte Entwicklung zu forcieren.<br />
dadurch zu einer besseren Kapazitätsauslastung gelangt.“ Vor Eine konzertierte Aktion aus Politik und Branche solle für den<br />
allem die Sparte Außenübertragung von Studio Berlin hat von Standort werben, damit sich wieder mehr Kunden und auch<br />
dem Sport-Eventjahr 2014 mit der Fußball-WM profitiert: „Die Sender in Hamburg ansiedeln würden, fordert Züll.<br />
geraden Jahre sind auf jeden Fall die besseren Jahre für die In Berlin dagegen hat die Gruppe gerade angekündigt, auch<br />
Außenübertragung“, meint Züll. Restrukturiert wurde der das operative Geschäft der Park Studios zu übernehmen, die<br />
Bereich Postproduktion. „Da mussten wir Stammpersonal sich auf dem Gelände des Studio Babelsberg befinden. Dabei<br />
abbauen und uns auf unser Kerngeschäft fokussieren. Außerdem<br />
haben wir ein neues Management eingesetzt. Diese Maß-<br />
des operativen Geschäfts „Wir denken, dass zusammen-<br />
geht es nicht um die Atelierflächen, sondern um die Übernahme<br />
nahmen tragen nun Früchte“, betont er. Der Studiomarkt bleibe wächst, was zusammen gehört“, erklärt Züll die Akquisition, die<br />
ein schwieriges Geschäft, weiß er, und verweist auf die Überka-<br />
in erster Linie aus einer langen und vertrauten Zusammenarbeit<br />
pazitäten und eine große<br />
Nachfragermacht. „Das schlägt<br />
auf die Preise durch“. Studio<br />
Hamburg versucht an beiden<br />
Standorten in Berlin Adlershof<br />
und auch in Hamburg<br />
Tonndorf von der reinen Vermietung<br />
von Studioflächen<br />
weg zu kommen und als<br />
Generalunternehmer ein ganzheitliches<br />
Dienstleistungsspektrum<br />
anzubieten. „Diese Strategie,<br />
ein komplettes Dienstleistungsportfolio<br />
aus einer<br />
Hand zu offerieren, kommt<br />
den Sendern und Produktionsfirmen<br />
entgegen, die<br />
dadurch ihre Kosten besser<br />
planen können. Und uns<br />
erleichtert es, die Kapazitäten<br />
besser auszulasten. Wir<br />
wollen in der Veredelungsleistung<br />
noch weiter nach<br />
oben und nicht nur einzelne<br />
44 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
BUSINESS / STUDIO HAMBURG z<br />
mit den Park Studios resultiert. Da sich der Besitzer Jörg Weiland<br />
aus Altersgründen zurückziehen will, war die Gelegenheit<br />
da. „Wir versprechen uns viel davon, nicht zuletzt weil wir uns<br />
auch neue Kunden erschließen. Zudem holen wir uns mit dem<br />
Personal auch neues Know-how ins Haus. Die Park Studios fragen<br />
darüber hinaus in der Technik und an Außenübertragung<br />
Leistungen nach, die wir gut abdecken können.“ Kinoproduktionen<br />
werde Studio Hamburg nicht offensiv akquirieren. Züll:<br />
„Prinzipiell interessiert uns auch Film und Kino. Nur die Vorläufe<br />
in der Planung und die Länge der Studiobelegung machen es<br />
manchmal schwierig, Film und TV miteinander zu verbinden.<br />
Wir machen das gerne, wenn wir freie Kapazitäten anbieten<br />
können.“<br />
MULTIMARKENSTRATEGIE IN DER PRODUKTION<br />
Dass Studio Hamburg <strong>2015</strong> wieder schwarze Zahlen schreiben<br />
will, lässt sich nicht nur auf die strukturelle Verbesserung des<br />
Dienstleistungsportfolios zurückführen, sondern liegt an den<br />
Erfolgen der Produktionsfirmen, die auch 2014 wieder ein gutes<br />
Jahr zu verzeichnen hatten. „Die Auftragslage für <strong>2015</strong> sieht<br />
unvermindert gut aus“, betätigt Züll. An der Multi-Markenstrategie<br />
als Ergebnis einer Gruppe von Tochterfirmen und Beteiligungen<br />
werde die Gruppe festhalten, da sie sich bewährt habe.<br />
„Der Erfolg 2014 und die Auftragslage <strong>2015</strong> bestärken uns<br />
darin, dass wir nicht falsch mit dieser Multimarkenstrategie liegen,<br />
um einen Markt mit vielfältiger Nachfragestruktur gut<br />
bedienen zu können“, bekräftigt der Studio Hamburg-Chef und<br />
fügt hinzu: „Der Wettbewerb der kreativen Köpfe ist sehr produktiv<br />
und hat sich bewährt.“ Mit dem Produktionsportfolio seiner<br />
Firmen und Beteiligungen deckt die Gruppe die komplette<br />
Bandbreite aller gängigen TV-Formate ab und produziert für alle<br />
Sender. Während die öffentlich-rechtlichen Sender nach wie vor<br />
sehr erfolgreich agieren mit ihren informellen wie auch fiktionalen<br />
Formaten aus Reihen, Serien und TV-Filmen, haben sich die<br />
privaten Sender stärker auf den non-fiktionalen Unterhaltungsbereich<br />
fokussiert. „Derzeit ist das Fiktionale bei den Privaten<br />
völlig unterrepräsentiert“, beurteilt Züll diese Entwicklung eher<br />
kritisch. „Ich würde mir wünschen, dass die privaten Sender<br />
sich stärker wieder fiktionalen Programmen zuwenden und bin<br />
überzeugt, dass dies auch eintritt. Von einer solchen Entwicklung<br />
wird Studio Hamburg sicher profitieren, weil wir kreative<br />
Köpfe haben, gute Ideen und gute Stoffe.“<br />
Die von den Privaten favorisierten Scripted<br />
Reality-Formate funktionierten längst nicht<br />
mehr so am Tag und am Vorabend wie zu<br />
Beginn, begründet Züll seine Erwartung. Das<br />
gelte auch für die eingekauften US-Serien der<br />
Primetime-Programme, die längst nicht an die<br />
Erfolge früherer Jahre anknüpfen können. Für<br />
Züll ist daher klar, dass die Programmverantwortlichen<br />
nach Alternativen suchen werden.<br />
„Bei allem Lob für US-Serien wie „Breaking<br />
Bad“ und „House of Cards“ darf man nicht<br />
vergessen, dass es Nischenprogramme sind, die auf keinem<br />
großen deutschen Sender breiten Erfolg hatten.“<br />
KEINE TRENDWENDE FÜR LINEARE TV-NUTZUNG<br />
Dass neue SVoD-Anbieter wie Netflix oder Amazon den linearen<br />
TV-Programmen das Wasser abgraben und den Medienmarkt<br />
völlig umkrempeln könnten, daran glaubt Züll zum jetzigen Zeitpunkt<br />
nicht. Den neuen SVoD-Markt sehe er eher im Wettbewerb<br />
zum klassischen DVD-Markt und den Online-Videotheken<br />
der Kabelnetz- und IPTV-Anbieter , den er teilweise substituiert.<br />
Für eine massive Trendwende sei es noch zu früh. „Auf absehbare<br />
Zeit funktioniert die lineare Fernsehnutzung gut und bleibt<br />
auch für Studio Hamburg das interessanteste Geschäftsmodell.<br />
Dennoch, wir sind mit allen Marktteilnehmern im Gespräch. Wir<br />
verfolgen genau, inwieweit Online-Plattformen Gatekeeper-<br />
Funktionen übernehmen und darüber dort auch ‚quasi’-lineare<br />
Strukturen entstehen.“<br />
Das Engagement von Wettbewerbern im Bereich Multi Channel<br />
Netzwerke auf YouTube, werbefinanzierte Inhalte einer neuen<br />
Nutzung zuzuführen, verfolgt Züll mit großem Interesse. „So<br />
weit ich höre und lese, funktioniert dieser Geschäftszweig recht<br />
gut. Aber natürlich bleibt auch für unsere Mitbewerber das<br />
Kerngeschäft die TV-Produktion für die linear operierenden<br />
Fernsehsender.“ Züll beobachtet eine blühende und bunte<br />
Videolandschaft im Netz, die als Produktionsmarkt allerdings<br />
eher noch als Rand- oder Nischengeschäft zu bewerten sei.<br />
Natürlich werde hier nach neuen Talenten und Formaten<br />
gesucht und sicher sei das Netz auch eine Absprungrampe für<br />
die eine oder andere YouTube-Karriere mit einträglichem<br />
Geschäft. Doch zeichne sich noch längst nicht ab, ob diese<br />
neue Produktionslandschaft im Web das Geschäftsmodell von<br />
morgen darstellt.<br />
INKUBATOR FÜR JUNGE FIRMEN<br />
Auf dem Feld der digitalen Produktion und neuen Formate sind<br />
in der Gruppe auch die neu gegründeten Firmen unterwegs, die<br />
sich im „Haus der jungen Produzenten“ in der ehemaligen Trebitsch<br />
Villa auf dem Studio Hamburg-Gelände angesiedelt<br />
haben. Züll: „Mit dieser Nachwuchs-Initiative bieten wir jungen<br />
Produzenten ein Starthilfe-Programm, ihre Firmen und<br />
Geschäftsideen umzusetzen und zu etablieren. Hier hat sich ein<br />
interessantes und vor allem sehr innovationsgetriebenes<br />
Firmenspektrum angesiedelt,<br />
angefangen von der klassischen Film,- TV,-<br />
und Werbeproduktion bis hin zu Gaming- und<br />
Interaktionsformaten oder Virtual Reality, die<br />
eine neue Welt von simulierten Erlebnissen<br />
eröffnen. Wir profitieren von diesen jungen Firmen<br />
und ihren Projekten als großes Produktionshaus,<br />
weil wir verfolgen und unterstützen<br />
können, wie dort interessante Ideen entstehen,<br />
für die sich neue Märkte oder Teilmärkte<br />
eröffnen.“<br />
❮Bernd Jetschin<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
Johannes Züll<br />
45
z BUSINESS / WIGE MEDIA<br />
DIE WIGE MEDIA AG WAR AUF DER SPOBIS <strong>2015</strong><br />
„PRESENTING PARTNER“. DAS UNTERNEHMEN MIT DEN<br />
DREI GESCHÄFTSBEREICHEN „VISION“, „CREATION“<br />
UND „LIVE“, DIE SICH AUF DIE BEREICHE BERATUNG,<br />
TV-PRODUKTION UND <strong>MEDIEN</strong>DISTRIBUTION<br />
KONZENTRIEREN, GILT ALS WICHTIGER DIENST-<br />
LEISTER, WENN ES UM DIE PRODUKTION VON BEWEGT-<br />
BILD GEHT. 270 MITARBEITER ARBEITEN IN KÖLN,<br />
MÜNCHEN, NÜRBURGRING UND STUTTGART IN SIEBEN<br />
GMBHS. WIE ANDERE FIRMEN IN DIESEM BEREICH<br />
AUCH, HAT DIE WIGE MEDIA AG EINE WECHSELVOLLE<br />
GESCHICHTE HINTER SICH. EIN GESPRÄCH MIT<br />
GESCHÄFTSFÜHRER PETER LAUTERBACH ÜBER DIE<br />
Peter Lauterbach<br />
ZUKUNFT DES UNTERNEHMENS UND DER BRANCHE.<br />
Auf dem Gas bleiben<br />
›<br />
Der SpoBiS zeigt, dass sich Geschäftsmodelle rasant<br />
verändern. Welche wichtigen Eindrücke haben Sie auf<br />
der Veranstaltung gewonnen?<br />
Alle, die mit Content zu tun haben, müssen sich damit beschäftigen,<br />
dass Inhalte ganz andere Wege nehmen als in der Vergangenheit.<br />
Wir sind es gewohnt, mit Fernsehsendern über<br />
Rechte zu verhandeln, aber wir sind es noch nicht gewohnt,<br />
auch und parallel über Multi Channel Netzwerke nachzudenken.<br />
Und wir sind es auch noch nicht gewohnt, dass internationale<br />
Bewegtbild-Reichweiten gemessen werden – mit Werbeerlösen,<br />
die dagegenstehen.<br />
Die USA sind in dieser Hinsicht viel weiter als wir in Europa. Es<br />
ist wichtig, dass wir einen Weg finden, um die Rechte- und<br />
Contentlandschaft neu zu sortieren.<br />
ihren Ansprüchen an die Dienstleister verändern,<br />
weil schlicht und ergreifend Marktanteile<br />
verloren gehen. 30 Prozent des Marktes, der<br />
vorher noch bei den großen Sendern war, verteilt<br />
sich jetzt auf unzählige andere Angebote.<br />
Was bedeutet das für die Branche?<br />
Die Mediaagenturen geben ihr Geld nur einmal aus. Dienstleister<br />
müssen kreativ sein und den Sendern proaktiv neue Wege<br />
aufzeigen, zum Beispiel mit Branded Entertainment und Strategien,<br />
die Social Media-Kanäle mit einbinden. Die digitale Entwicklung<br />
ist aus meiner Sicht ein Segen, weil nur technologische<br />
Innovation die Welt verändert: Hätte Steve Jobs nicht den<br />
iPod auf den Markt gebracht, hätten Download- und Streamingportale<br />
womöglich bis heute nicht so eine hohe Relevanz<br />
erzielt. Die Bewegung auf dem Digitalmarkt ist für uns hochinteressant<br />
und wird die Branche in den nächsten fünf Jahren entscheidend<br />
verändern.<br />
Es ist noch gar nicht so lange her, da hatte die gesamte<br />
Produktionsdienstleisterbranche drastische Einbrüche zu<br />
verzeichnen. Viele haben geklagt…<br />
Mir ist grundsätzlich jedes Gejammer fremd. Und andere für<br />
die eigene wirtschaftliche Schieflage verantwortlich zu machen,<br />
halte ich für grundsätzlich falsch. Die Sender müssen sich in<br />
Sie selbst sehen _wige als einzigartiges Unternehmen in der<br />
Branche. Warum?<br />
Kein Unternehmen ist so aufgestellt wie wir: _wige ist das einzige<br />
Haus in Europa, das eine eigene 30-köpfige Bewegtbild-<br />
Redaktion außerhalb eines Senders beschäftigt. Wir haben<br />
einen ganz starken Vermarktungsarm, der eine Content<br />
46 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
BUSINESS / WIGE MEDIA z<br />
Maschine betreibt. Und das in Verbindung mit den notwendigen<br />
technologischen Voraussetzungen, um diese Inhalte zu produzieren<br />
und zu verbreiten. Wir sind die einzigen in Europa, die<br />
Technik und Inhalte unter einem Dach vereinen. Das macht uns<br />
für viele Veranstalter und Marken attraktiv, weil es Schnittstellen<br />
vermeidet und dadurch auch Missverständnisse.<br />
_wige war ja seit seiner Gründung 1979 eher im Technikbereich<br />
verortet. Hat sich das nun gewandelt?<br />
Nein, vielmehr haben wir das Portfolio erweitert. Grundsätzlich<br />
kommen wir aus der Technologie: Wir haben beispielsweise die<br />
Zeitmessung im Motorsport beeinflusst, wir haben die grafische<br />
Darstellung von Sport in den Medien überhaupt verändert. Etwa<br />
mit der virtuellen Linie beim Schwimmen oder mit dem farbigen<br />
Feld, in dem die Skispringer landen, was virtuell aber nur im<br />
Fernsehen dargestellt wird.<br />
Dazu kommt große technologische Kompetenz in der Kameraentwicklung<br />
und -anwendung. Wir entwickeln ständig neue<br />
Technologien und produzieren damit für Marken und Veranstalter<br />
hochwertigen Content. Inhalt folgt Technik.<br />
„Sport scheint einer Ihrer wichtigen Schwerpunkte zu sein.<br />
Welche Auftraggeber sind in diesem Segment für Sie wichtig?<br />
Sicherlich ist die Rennserie DTM einer unserer wichtigsten Partner.<br />
Ubiquitär bieten wir hier sämtliche technischen und redaktionellen<br />
Leistungen. Die entsprechenden Inhalte werden den<br />
Sendern zur Verfügung gestellt. Wir produzieren das World<br />
Feed.<br />
Aber auch sonst sind wir bei der DTM sehr aktiv, beispielsweise<br />
mit der Einrichtung der Blackboxen in den Rennfahrzeugen, die<br />
die GPS-Daten übertragen. Auch mit dem ADAC verbindet uns<br />
eine langjährige Partnerschaft, genauso wie mit RTL für die<br />
Übertragung der Formel 1. Motorsport ist eine unserer Domänen,<br />
allerdings produzieren wir für die Fußball Bundesliga ebenso<br />
wie für die Handball Champions League. Und viele der im<br />
Sport-Sponsoring tätigen Marken beauftragen uns mit der Aktivierung<br />
ihrer Engagements im Bewegtbild.<br />
Sie bezeichnen sich als Marktführer im Bereich Branded<br />
Content…<br />
Ja, hier sind wir sicherlich Marktführer und dürfen die größten<br />
und bekanntesten Marken unsere Kunden nennen: zum Beispiel<br />
Volkswagen, Red Bull oder Deutsche Post DHL. Sie und andere<br />
erhalten von uns eine Fullservice-Betreuung, wenn es um die<br />
Markendarstellung und Distribution im Bewegtbildbereich geht.<br />
Zusätzlich werden wir in Joint Ventures im digitalen Umfeld<br />
investieren, die auf Sport konzentriert sind. Der größte Teil<br />
unseres Umsatzes kommt aber aus der Technologiesparte. Die<br />
Formel-1-Strecke in Russland etwa ist komplett von _wige ausgestattet.<br />
Klassische TV-Inhalte scheinen bei Ihnen mittlerweile eine untergeordnete<br />
Rolle zu spielen…<br />
Ganz und gar nicht. Für das ZDF haben wir zum Beispiel während<br />
der Fußballweltmeisterschaft in Brasilien „Servus Brazzo“,<br />
einen Prominenten-Talk parallel zum Turnier, produziert. Und<br />
mit der Akquise von SOUTH&BROWSE im letzten Jahr bauten<br />
wir den Bereich TV-Formate sogar gezielt aus.<br />
Fernsehen bleibt für uns wichtig, ist aber eben nicht allein<br />
entscheidend. Unseren im vergangenen Jahr signifikant und<br />
nachhaltig gestiegenen Jahresumsatz erwirtschaften wir als<br />
technischer Dienstleister für Sender, als Partner für Veranstalter<br />
sowie als Generalunternehmer für den infrastrukturellen Ausbau<br />
von Sportstätten und Corporate TV-Netzwerken.<br />
Bei diesem Portfolio müssen Sie wahrscheinlich ständige<br />
Erweiterungen Ihrer eigenen technischen Ausstattung<br />
vornehmen…<br />
Richtig. Wir investieren permanent. Zum Beispiel in neue Technologien,<br />
die preiswerte Liveübertragungen möglich machen.<br />
Wir arbeiten an Streaming-Plattformen, wir bauen einen neuen<br />
Champion in der Distribution. In den letzten drei Jahren haben<br />
wir schon mehrfach siebenstellig in Technologie investiert, und<br />
werden es auch weiterhin tun. Das strategische Ziel dabei:<br />
Präsenz in den digitalen Medien und effiziente Produktionsplattformen.<br />
Wie wollen Sie zukünftig erfolgreich sein?<br />
Grundsätzlich möchten wir uns von den Wettbewerbern weiter<br />
klar über unique Produkte und Leistungen differenzieren. Wir<br />
haben in den vergangenen Jahren schon wirkliche Innovationen<br />
und kreative Ansätze entwickelt – und so konnten wir bei technischen<br />
Lösungen und auch Dienstleistungen teilweise einen<br />
zeitlichen Vorsprung von mehreren Jahren gegenüber den<br />
Kollegen, die uns in Pitches begegnet sind, erzielen.<br />
Und es gibt niemanden, der Marken im Bewegtbildbereich mit<br />
solch einem journalistischen Know-how betreuen kann wie wir.<br />
Welche Herausforderungen sehen für Ihr Unternehmen in<br />
nächster Zeit?<br />
Wir müssen auf dem Gas bleiben. Wer jetzt bei Innovationen<br />
und notwendigen Investitionen nachlässt, wird das Nachsehen<br />
haben. Dazu gehört auch, Mitarbeiter zu zufriedenen<br />
Mitarbeitern zu machen, um sie auf einen erfolgreichen Weg<br />
mitzunehmen.<br />
Und was planen Sie mit Blick auf die internationalen Märkte?<br />
Die Internationalisierung wird für _wige in Zukunft eine wichtige<br />
Rolle spielen. Wir sind zwar durch unsere deutschen Auftraggeber<br />
schon oft im Ausland aktiv und auch in Russland haben<br />
wir vor der politischen Krise viel bewegt, aber es muss noch<br />
mehr werden.<br />
Vor anderthalb Jahren haben wir damit begonnen. Ein<br />
besonders großes Potential sehen wir in den Golfstaaten,<br />
Asien und den USA.<br />
❮Wilfried Urbe<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
47
z EVENT / NAB <strong>2015</strong><br />
Convention Center in Las Vegas<br />
Marktplatz für digitale Medien<br />
DIE DIESJÄHRIGE NAB SHOW (11. – 16. APRIL <strong>2015</strong>) IN LAS<br />
VEGAS PRÄSENTIERT SICH WIEDER ALS ULTIMATIVER MARKT-<br />
PLATZ FÜR DIGITALE <strong>MEDIEN</strong> UND ENTERTAINMENT. DIE WELT-<br />
WEIT GRÖSSTE KONGRESSMESSE FÜR ELEKTRONISCHE<br />
<strong>MEDIEN</strong> BEDIENT DABEI ALLE THEMEN VON DER KREATION ÜBER<br />
DAS MANAGEMENT BIS HIN ZUR DISTRIBUTION VON INHALTEN<br />
ÜBER ALLE PLATTFORMEN HINWEG. EINEN BESONDEREN FOKUS<br />
WIRD SIE ERNEUT AUF DIE TOP-THEMEN ZUR ANHALTENDEN<br />
TRANSFORMATION IN DER BROADCAST-BRANCHE LEGEN.<br />
›<br />
Die von der National Association of Broadcasters<br />
(NAB) veranstaltete NAB Show gilt als weltweit größter<br />
und wichtigster Marktplatz für digitale Medien. Im<br />
vergangenen Jahr verzeichnete die Profi-Kongressmesse<br />
über 98.000 Besucher, darunter knapp 26.000 internationale<br />
Gäste aus 150 Ländern sowie über 1.600 Aussteller.<br />
Inhaltlich bedient die NAB Show ein breites<br />
Spektrum von der Inhalte-Entwicklung über die -Bearbeitung,<br />
-Verwaltung bis hin zur -Verbreitung. Neben<br />
dem klassischen Rundfunk spielen heute dabei verstärkt<br />
auch die neuen Verbreitungswege und Plattformen eine<br />
wichtige Rolle. Kein Wunder, dass in jedem Jahr aufs<br />
Neue das Themenspektrum erweitert wird, um auch den<br />
48<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
EVENT / NAB <strong>2015</strong> z<br />
neuen Playern auf dem Markt eine geeignete Plattform zu bieten<br />
und den Besuchern innovative, neue Lösungen und Ideen<br />
zu präsentieren. Die diesjährige NAB Show kann wieder mit<br />
zahlreichen Innovationen aufwarten. Erstmals wird zur NAB<br />
<strong>2015</strong> beim „Technology Luncheon“ am 15. April der NAB Digital<br />
Leadership Award vergeben. Preisträger können einzelne<br />
Medien-Profis sein oder auch Rundfunksender und Networks,<br />
die eine besondere Rolle bei der Umwandlung des traditionellen<br />
Broadcast-Geschäfts in Richtung digitale Medienplattform eine<br />
wichtige Rolle spielen. Beachtung finden dabei unter anderem<br />
technologische Entwicklungen, mobile Applikationen, Social-<br />
Media-Anwendungen oder webbasiertes Informationsmanagement<br />
und -marketing.<br />
Zum „Technology Luncheon“ konnte von den NAB-Veranstaltern<br />
John McAfee, Gründer der weltgrößten Sicherheitstechnik-<br />
Firma McAfee Inc., als Keynote-Redner gewonnen werden.<br />
McAfee wird auch am Expertenpanel „Protecting our Assets:<br />
Cybersecurity and the Media,“ der NAB Show Super Session<br />
am 15. April (2.30 bis 3.30 Uhr, Raum S222) teilnehmen.<br />
Ein erweitertes Kongressprogramm mit zusätzlichen Workshops<br />
bietet die NAB <strong>2015</strong> bei der Broadcast Management<br />
Konferenz und der Broadcast Engineering Konferenz. Die<br />
Broadcast Management Konferenz richtet sich an das Top-<br />
Management von Rundfunksendern, das für Inhaltentwicklung<br />
und/oder die Generierung von Einnahmen in digitalen Aktivitäten<br />
verantwortlich zeichnen.<br />
Der neue Workshop „Digital Exchange Strategies for Television“<br />
findet am 14./15.April statt und fokussiert die Problemstellungen<br />
mit denen Rundfunkmanager beim Umstieg in die digitale<br />
Welt konfrontiert sind. Inhaltlich geht es unter anderem um den<br />
Wert digitaler Partnerschaften, Social Media Strategien und um<br />
die Monetarisierung von Multiplattform- und TV Everywhere-<br />
Strategien. Auch der Einsatz von Video-Drohen in der TV-Produktion,<br />
Cybersecurity und neue Programm-Ideen werden in<br />
dem Workshop diskutiert.<br />
Darüber hinaus werden am 15. April in dem von NAB Labs veranstalteten<br />
Workshop „Digital Strategies Exchange for Radio“<br />
(DSX4r) neue Technologien vorgestellt, die für Radiomacher<br />
relevant sind. Dazu gehören zum Beispiel Tools zur besseren<br />
Verwertung von digitalen Assets. Vorgestellt werden dazu interessante<br />
„Best Practices“ sowie Neuigkeiten zu den Themen<br />
Connected Car Technologie, Hybrid Radio, Branding, Social<br />
Media und Messbarkeit der digitalen Hörerschaft.<br />
Spannend wird sicherlich auch der von Internet Broadcasting<br />
gesponserte Kongressteil „Digital Strategies Exchange for Television“<br />
(DSX4t). Hierbei geht es um das Zusammentreffen von<br />
Fernsehen und digitalen Medien. Vorgestellt werden Cross-<br />
Plattform-Initiativen und digitale Service-Strategien.<br />
Im Kongress- und Ausstellungsbereich der NAB Show <strong>2015</strong><br />
gehört das Thema Over-the-top (OTT) Video-Verbreitung zu den<br />
Highlight-Themen. Am Montag, 13. April, findet von 10.30 bis<br />
12.00 Uhr die Super Session „Constant Cravings – Using OTT<br />
to Win the Next Generation of Viewers“ statt. Präsentiert wird<br />
Broadcast Management Conference zur NAB Show<br />
hier die OTT-Evolution in <strong>2015</strong> insbesondere mit Blick auf den<br />
dadurch in den USA bewirkten Rückgang der Pay-TV-Abonnenten<br />
und auf die neuen durch Time- und Place-Shifting entstehenden<br />
Geschäftsmöglichkeiten.<br />
Im Ausstellungsbereich werden die Top-Player im OTT-Business<br />
ihre Lösungen vorstellen. Dazu gehören unter anderem Akamai,<br />
Audible Magic, bitmovin, Brightcove, Civolution, Envivo,<br />
Ericsson, Erstream, SmartOTT, LEIGHTRONIX, Mediapro, RR<br />
Media, Screen Systems, Syncbak, Telarity und VITEC.<br />
ONLINE VIDEO CONFERENCE<br />
Die NAB-Show-Organisatoren kündigten zur NAB <strong>2015</strong> zudem<br />
die erste Online Video Conference (OVC) an. Sie findet am 13.<br />
und 14. April statt und präsentiert Panels mit Kernthemen für<br />
Online-Video-Anbieter und für Medienunternehmen, die die<br />
Spezialausstellung für Video-Drohnen und Luftaufnahme-Technik<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
49
z EVENT / NAB <strong>2015</strong><br />
Monetarisierung ihrer Inhalte mit Multiplattform-Strategien<br />
anstreben. Will Richmond, Redakteur und Herausgeber von<br />
VideoNuze wird dabei als Host fungieren. Als eine von sieben<br />
NAB-Konferenz-Schienen wird die Online-Video-Konferenz<br />
unter anderem Themen wie virtuelle MVPDs, die Migration zu<br />
OTT, Online Inhalte, Gaming und Sport, User Generated Content,<br />
Cross Screen Targeting, Online Advertising-Messbarkeit<br />
und neue Online-Video-Plattformen besprechen. Die Konferenz<br />
wendet sich laut NAB an das Management von digitalen<br />
Medienunternehmen, von Video-on-Demand-, OTT-, Kabel-,<br />
Breitband- und Internet-Firmen.<br />
„Online Video ist eine treibende Kraft im künftigen Inhalte-<br />
Geschäft, die viele Chancen und Herausforderungen mit sich<br />
bringt um Mediennutzer über alle Plattformen hinweg zu erreichen,”<br />
erklärte Chris Brown, Executive Vice President, Conventions<br />
and Business Operations der NAB-Organisation. “Die<br />
NAB ist froh, diese neue Konferenz starten zu können, die tief<br />
in die Vielfalt Online-Video-Problemstellungen eintauchen wird.“<br />
Unter anderem werden im Rahmen der OVC folgende Panels<br />
veranstaltet: „Now Playing: How Sports and Gaming Are Driving<br />
Live-Streaming”, „Pay TV 2.0 – Adapting to Viewers’ New<br />
Expectations“, „The Evolution of OTT's Hybrid Monetization<br />
Models“ und „Cracking the Mobile Video Equation in the Era of<br />
Pocket-Sized TV“.<br />
NEUE AUSSTELLUNGSSCHWERPUNKTE<br />
Auch im Messebereich gibt es einige Neuerungen. So wird erstmals<br />
eine eigene Ausstellung für „Aerial Robotics und Video-<br />
Drohnen“ präsentiert. Der entsprechende Pavilion wird von der<br />
Drone Media Group in Partnerschaft mit der NAB Show in der<br />
South Upper Hall des Las Vegas Convention Centers organisiert.<br />
Hier sind Dutzende Firmen mit ferngesteuerten Fluggeräten<br />
anzutreffen, die täglich Produkt-Präsentationen mit Flugdemos<br />
anbieten. Dazu kommen Vorträge zur rechtlichen Regulierung<br />
des Drohnen-Einsatzes, zum Drohnen-Einsatz bei der<br />
Präsentation am NAB-Messestand von Adobe<br />
News-Produktion oder zum Thema Video-Luftaufnahmen und<br />
Reichweiten-Extender. Zu den Ausstellern des neuen Pavilions<br />
zählen unter anderem DJI, Canon, Amimon, DSLR Pros, XFly<br />
Systems, TeraLogics, Go Professional Cases, ArrowData, Sky<br />
High Media, ZM Interactive und Unmanned Vehicle University.<br />
„Unbemannte Flugsysteme werden zunehmend bei der Produktion<br />
von Live-Events und Nachrichten eingesetzt, ebenso wie in<br />
der Industrie, im Immobilen-, Überwachungs-, Such- und Rettungs-Bereich“,<br />
sagt Mannie Frances von der Drone Media<br />
Group. „Drohnen gehörten bereits auf der NAB 2014 zu den<br />
dort vorgestellten interessantesten Technologien. Wir sind deshalb<br />
begeistert, mit dem ‚Aerial Robotics und Drohnen Pavilion’<br />
einen eigenen Ausstellungsbereich auf der diesjährigen NAB<br />
Show eröffnen zu können.“<br />
Auch weitere Spezial-Ausstellungen werden zur NAB Show<br />
<strong>2015</strong> wieder angeboten. Dazu gehören der „ATSC Technology<br />
Pavilion“ in der Nord-Halle mit Technologien zu neu entstehende<br />
ATSC-Standards einschließlich Audio Loudness, Non-Real<br />
Time, ATSC 2.0 und ATSC 3.0, Mobile DTV, Broadcast 3DTV<br />
und weiteren interessanten Themen.<br />
Der „Connected media|IP Pavilion“ präsentiert Lösungen rund<br />
um das Multiscreen-Seherlebnis und IP-basierte Technologien<br />
einschließlich IPTV, OTT, Mobile, Social Media und Cloud.<br />
Im „Futures Park“ in der Nord-Halle werden von NAB Labs<br />
Showcases zu zukunftsweisenden High-tec-Entwicklungen vorgestellt<br />
sowie Protoypen und noch nicht auf dem Markt verfügbare<br />
Produkte und Lösungen aus Forschung und Entwicklung.<br />
Neu ist in der Nord-Halle die NMX-New Media Lounge für Blogger,<br />
Podcaster, Web TV-Inhalte-Entwickler und Social Media<br />
Visionäre. Hier sollen über 100 Ausbildungsveranstaltungen,<br />
eine New Media Ausstellung und Speed Networking Sessions<br />
angeboten werden. Ebenfalls in der Nord-Halle zu finden sind<br />
der StartUp Loft, wo sich neu gegründete Firmen der Branche<br />
präsentieren, und die SPROCKIT-Initiative. Letztere präsentiert<br />
vielversprechende Startups, die bei der digitalen Transformation<br />
der Medien- und Entertainment-Industrie mit neuen Ideen<br />
eine Rolle spielen wollen und auf der Suche nach Partnern<br />
dafür sind. Erstmals veranstaltet wird in der South Upper Hall<br />
zudem der „Post Production Campus“. Versprochen werden<br />
hier die neuesten Tipps und Tricks für Inhalte-Entwickler von<br />
der Aufnahme bis zur Postproduktion. Betreut wird das Ausbildungs-<br />
und Networking-Event von Future Media Concepts.<br />
Geboten werden jeweils 30-minütige Vorträge zertifizierter Lehrer,<br />
kreative Sessions mit bekannten Editoren, „Frag den<br />
Expert“-Stationen, tägliche Verlosungen, Treffen mit Gleichgesinnten<br />
und Filmbesprechungen.<br />
Einblicke in die neuesten Technologien für Live-Broadcast-Studios<br />
bietet der von Intel, HP, NewTek und Scale Logic gesponserter<br />
Event-Bereich „StudioXperience“ in der South Upper Hall<br />
mit insgesamt über 50 Demonstrationen. Vorgestellt werden<br />
hier innovative Server, Mischer, die Thunderbolt-Technologie,<br />
Workstations, Entwickler-Tools, Kommunikations- und Speicher-Infrastruktur-Lösungen<br />
et cetera.<br />
❮Eckhard Eckstein<br />
50 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
EVENT / NAB <strong>2015</strong> z<br />
Produkt-Highlights zur NAB <strong>2015</strong><br />
Blackmagic Design-Stand bei der NAB Show<br />
IM AUSSTELLUNGSBEREICH DER NAB SHOW <strong>2015</strong> SIND WIEDER ZAHLREICHE INNOVATIONEN ZU ERWARTEN.<br />
<strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong> HAT EIN PAAR HIGHLIGHTS AUSGEWÄHLT, DIE EINEN STAND-BESUCH LOHNEN. IN DER PRE-<br />
NAB-GERÜCHTEKÜCHE WIRD ZUDEM VIEL ÜBER NEUE 4K-KAMERAMODELLE SPEKULIERT – UNTER ANDEREM<br />
MIT BLICK AUF PANASONIC, SONY, CANON, JVC, BLACKMAGIC, HITACHI UND GRASS VALLEY.<br />
›<br />
Apantac (Stand N6006), Hersteller von Multiviewern, Broadcast Pix (Stand SL5625) will den mobilen Produktionsmischer<br />
Rodie vorstellen. Er verfügt über integrierte<br />
Video Walls, Extendern und Geräten zur Signalverarbeitung,<br />
stellt den neuen T# Multiviewer mit modularer HD-Streaming und Recording-Optionen sowie über das<br />
Architektur vor. Er ist in drei Größen (1, 2 oder 4 HE) und patentierte Fluent Control Toolset. Roadie erlaubt die einfache<br />
Realisierung eines kompletten Produktionswork-<br />
16 vorkonfigurierten Modellen erhältlich. Die Modelle sind<br />
durch weitere Ein- und Ausgangsmodule erweiterbar. flows bei Live-Produktionen mit nur einem Operator.<br />
ARRI (Stand C4337) hat für Mai <strong>2015</strong> den Marktstart der<br />
neuen ALEXA Mini angekündigt. Die kompakte, leichte,<br />
4k-fähige Kamera wurde entwickelt, um ALEXA-Bildqualität<br />
auch im Bereich von Spezialaufnahmen realisieren<br />
zu können. Sie lässt sich gut in tragbare<br />
Rigs oder Gimbals integrieren. Die<br />
ALEXA Mini kann auch mit B4 Videound<br />
EF Mount Foto-Objektiven genutzt<br />
werden. Ausgestattet ist die ALEXA Mini<br />
mit einem 4:3-Sensor und automatischem<br />
De-Squeeze- Modus für anamorphische Produktionen<br />
und Bildraten von 0.75 bis 200 fps. Die ALEXA Mini<br />
zeichnet in ProRes-Format auf oder unkomprimiert in<br />
ARRIRAW – entweder auf integrierte CFast 2.0 Karten<br />
oder auf einen speziell von Codex entwickelten externen<br />
Recorder.<br />
Camera Corps (Stand C6025) bringt zur NAB das Q3<br />
MiniZoom mit Infrarot- und Genlock-Funktion auf den<br />
Markt. Das Q3 verfügt über eine integrierte 20x Zoom-<br />
Optik und On-screen-Display. Die Firma will auch das<br />
neue Q3 Mini Tracking System vorstellen, das für den Einsatz<br />
mit dem Q3 Mini Robotic System entwickelt wurde.<br />
Chrosziel (Stand C6037) hat mit der MB 565 CINE.1 eine<br />
neue MatteBox auf den Markt gebracht. Sie wurde für die<br />
Bedürfnisse moderner Filmproduktionen entwickelt und<br />
bietet vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.<br />
Die MB 565 CINE.1 ist robust, leicht, mit<br />
einer Vielzahl sinnvoller Eigenschaften ausgestattet<br />
und selbst für lichtstarke Objektive<br />
mit kurzer Brennweite und Außendurchmesser<br />
bis 150 mm geeignet.<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
51
z EVENT / NAB <strong>2015</strong><br />
Cinegy (Stand SL11117), Entwickler von Softwarelösungen<br />
für digitales Video Processing, Asset Management,<br />
Video Kompression, Automation und Playout, wird auf der<br />
NAB <strong>2015</strong> die neue Version 10 seines Produktportfolios<br />
vorstellen. Zu den neuen Features der Version 10 gehören<br />
unter anderem 4k IP-basierte Broadcast-Lösungen, Cinegy<br />
Multiviewer und Cinegy Route. Dazu gibt es Neuerungen<br />
für die Bereiche Automation, Playout und CG Solutions<br />
bei Cinegy Air PRO und Cinegy Type sowie in den<br />
Bereichen Media Asset Management, Archivierung und<br />
Aufnahme Lösungen bei Cinegy Archive, Cinegy Desktop,<br />
Cinegy Workspace und Cinegy Capture.<br />
Codex (Stand C18917), Anbieter von digitalen Recordern<br />
und Workflow Equipment für die Film- und TV-Produktion,<br />
arbeitet erneut mit ARRI zur Bereitstellung von Recordern<br />
für die neue ALEXA Mini zusammen. Der neueste<br />
Recorder von Codex bietet acht Kanäle<br />
für HD-SDI-Input plus Metadaten und<br />
Embedded Audio. Damit ist die parallele<br />
ARRIRAW-Aufzeichnung von vier<br />
ALEXA Mini-Kameras möglich – eine<br />
gute Option für Multi-Kamera-Setups, zum Beispiel<br />
bei 360°-Aufnahmen.<br />
Cube-Tec (Stand N9629) aus Bremen ist im NAB Labs<br />
Future Park vertreten. Gezeigt werden hier neue MXF<br />
Legalizer Features. Das MXF Analyse- und Reparatur-Tool<br />
bietet nun erweiterte Reparatur-Möglichkeiten bei MPEG-<br />
Bitstream-Defekten, unterstützt den offenen FIMS-<br />
Schnittstellen-Standard sowie zusätzliche 50 und 60 Hz<br />
Videosignal-Standards. Cube-Tec wird ferner Ergebnisse<br />
von Entwicklungen innerhalb des europäischen Forschungsprojekts<br />
DAVID vorstellen.<br />
EVS (Stand SL3817) verspricht zur NAB die Vorstellung<br />
neuer Software für seine XT3-Server für mehr Flexibilität<br />
beim Einsatz. Verbessert werden zum Beispiel Konfigurationsmöglichkeiten<br />
für Super-Slomotion-Kameras. Zwei<br />
zusätzlich verfügbare Playout- und Recording-Kanäle<br />
erlauben die Signal-Aufzeichnung von zwei 6x-Super-Slomotion-Kameras.<br />
Neue Ingest- und Playout-Optionen<br />
werden für den Studio-Einsatz des XS-Servers angekündigt<br />
sowie optimierter Audio-Kanal/MADI-Support. Neuigkeiten<br />
sind ferner beim „LSM Cockpit“ für Live-Produktionen<br />
zu erwarten.<br />
deutlich verbesserter Performance vor. Die neuen TerraBlock-Versionen<br />
sind unter anderem für größere Arbeitsgruppen<br />
hoch skalierbar, bieten Asset Tracking und verbesserte<br />
Interoperabilität mit Dritthersteller-Applikationen.<br />
FOR-A (Stand C5117) präsentiert zur NAB Show <strong>2015</strong> die<br />
neueste Version seiner 4k High-Speed-Kamera, Multiviewing-<br />
und Signalverarbeitungs-Technologie sowie diverse<br />
Video-Mischer einschließlich dem neuen<br />
HVS-2000 für SD, HD,<br />
3G und 4k-Video. Er<br />
bietet bis zu 48<br />
Inputs/18 Outputs oder<br />
40 Inputs/22 Outputs.<br />
Eingeführt wird bei<br />
den FOR-A-Mischern MELite. Damit ist es möglich, einen<br />
traditionelle AUX Bus in eine funktionierende M/E mit Cut-,<br />
Mix-, Wipe- und Key-Kontrolle zu verwandeln. Kameraseitig<br />
präsentiert FOR-A die neueste Version seiner 4k-Super<br />
Slowmotions-Kamera FT-ONE-S. Die Kamera erlaubt die<br />
Aufnahme von 360 Bildern pro Sekunde. Weiteres Highlight<br />
am FOR-A-Stand ist der FA-505 Frame-Synchronizer.<br />
Er erlaubt mit seinen fünf Video-Inputs und fünf Video-<br />
Outputs problemloses Multi-Channel-Routing und unterstützt<br />
3G-SDI und HD/SD-SDI Input/Output, bietet ein<br />
Farbkorrektursystem und erlaubt Up-, Down- und Cross-<br />
Conversion diverser Videosignale. Gezeigt werden von<br />
FOR-A einige 4k kompatible Multiviewer.<br />
Grass Valley (Stand SL 206) wird auf der NAB <strong>2015</strong> das<br />
Thema Qualitäts- und Effizienzsteigerung bei Rundfunkproduktionen<br />
in den Vordergrund stellen. Dabei soll<br />
besonderer Augenmerk auf IP- und 4k/UHD-Lösungen<br />
gelegt werden. Highlights sind das „Glass-to-Glass“-IP-<br />
Workflow-System der zu Belden gehörenden Firma, das<br />
LDX 4k-Kamerasystem, das Karrera K-Frame S-series<br />
Video Production Center für mittelgroße Anwendungsbereiche,<br />
das K2 Dyno Replay System mit DynoZoom sowie<br />
das SDN (Software Defined Network) Pegasus für den<br />
Umstieg von SDI-auf IP-Routing.<br />
Harmonic (Stand SU 1210) zeigt in Las Vegas mit Electra<br />
X die neueste Version seiner Electra-Produktreihe. Dabei<br />
handelt es sich um modernste Media-Prozessoren für<br />
Facilis Technology (Stand SL8811),<br />
Anbieter von leistungsstarken<br />
Speichersystemen für den Film-,<br />
Broadcast- und AV-Markt, stellt<br />
das Shared Storage-System TerraBlock<br />
mit neuen Features und<br />
Rundfunk- und Multiscreen-Inhalte-Distribution. Als weltweit<br />
erste Encoder-Lösung unterstützt Electra X laut Harmonic<br />
Grafik, Branding, Playout-Funktionalitäten und Full-<br />
Frame-UHD Live-Encoding.<br />
52 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
EVENT / NAB <strong>2015</strong> z<br />
Imagine Communications (Stand N2702) hat gemeinsam<br />
mit Microsoft einen Azure Media Services Premium Encoder<br />
entwickelt. Die neue Cloud basierte Lösung für On-<br />
Demand-Workflows bietet hohe Flexibilität und Skalierbarkeit<br />
bei der Entwicklung globaler Multiscreen-Angebote.<br />
Medien-Häuser können damit Inhalte in Broadcast-Qualität<br />
weltweit auf nahezu jedes Endgerät streamen. Der<br />
Azure Media Services Premium Encoder wird erstmals auf<br />
der NAB Show <strong>2015</strong> vorgestellt.<br />
I-MOVIX (Stand C8525) stellt<br />
erstmals sein X10 UHD RF<br />
Ultra Motion System vor. Die<br />
drahtlose Übertragung erweitert<br />
den Einsatzbereich der<br />
X10-Ultra-Slowmotion-Kameras<br />
insbesondere bei HD-<br />
Sportübertragungen. Die X10<br />
UHD kann nun mit verschiedenen<br />
Funk-Systemen kombiniert<br />
werden, einschließlich<br />
Vislinks Clip-On 4 oder L1700.<br />
Quantel und Snell (Stand SL 2009) werden zur NAB <strong>2015</strong><br />
erstmal an einem gemeinsamen neuen Messestand vertreten<br />
sein. Ein zentrales Thema wird dabei die Umstellung<br />
von der SDI-Infrastruktur auf den IP-basierten Workflow<br />
sein, für den Quantel und Snell modulare System-Komponenten<br />
wie den Sirius 800 Router, Kahuna Bildmischer<br />
und ein hybrides SDI/IP Kontrollsystem<br />
anbieten, die es ermöglichen,<br />
bestehende Produkte in beiden Produktionsumgebungen<br />
einzusetzen.<br />
Außerdem stellen Quantel und Snell<br />
auf der NAB optimierte Versionen<br />
des Playout-Automations-Systems<br />
Morpheus sowie die Channel-in-a-<br />
Box-Lösung ICE vor. Die smarte<br />
Snell Media Biometric-Technologie<br />
ermöglicht beim Playout eine praktikable Kontrolle aller<br />
Ausspielungen. Quantel stellt zudem die Bearbeitung von<br />
8k 60p-Material am Pablo Rio vor und mit LiveTouch ein<br />
neues Studio Highlight-Systemen mit integriertem Schnittprogramm<br />
für die aktuelle Sportberichterstattung.<br />
Riedel Communications (Stand C4937) präsentiert auf der<br />
NAB Show unter anderem die neueste Version des Echtzeit-Netzwerk-Systems<br />
MediorNet sowie die drei erstmals<br />
auf der IBC 2014 gezeigten Highlights: das multifunktionale<br />
User-Interface RSP-2318 Smartpanel, die netzwerkbasierte<br />
Interkom-Plattform auf Basis der Kommunikationsstandards<br />
AES67 und AVB, Tango TNG-200 und das<br />
Skype-Broadcast-Interface-System STX-200.<br />
Ross Video (Stand N3906) stellt unter anderem ein komplettes<br />
virtuelles und Augmented Reality basiertes Produktionsstudio<br />
vor. Das Unternehmen will damit zeigen<br />
wie VS/AR eingesetzt werden kann, um Produktionen<br />
wertiger zu machen und gleichzeitig dabei Kosten zu sparen.<br />
Zentrale Elemente der Lösung sind Ross Robotics,<br />
XPression Graphics und Ross Virtual Solutions. Präsentiert<br />
wird ferner eine automatisierte Nachrichtenproduktion<br />
auf Basis des OverDrive-Kontrollsystems, die Einsatzmöglichkeiten<br />
des Ross Newsroom Computer-Systems<br />
Inception News sowie der Acuity Series Produktionsmischer<br />
und das XPression Motion Grafiksystem in der<br />
Live-Sportproduktion.<br />
RTW (Booth C2134) präsentiert auf der NAB das ultrakompakte<br />
Loudness- und Pegelmessgerät TM3-Primus.<br />
Neben einem Betrieb als Tischgerät mit direkt am Gerät<br />
verbauten analogen, digitalen und USB-Audio-Schnittstellen<br />
wird TM3-Primus zukünftig auch über einen neuartigen<br />
USB-Hybrid-Modus verfügen, mit dem ohne zusätzliche<br />
Verkabelung und aufwendigem Signal-Routing direkt<br />
innerhalb einer Digital Audio Workstation (DAW) via RTW<br />
PlugIn Messungen vorgenommen und auf dem Primus<br />
dargestellt werden können.<br />
Sennheiser (Stand C2055) verspricht<br />
zur NAB einige Neuigkeiten. Gezeigt<br />
wird unter anderem die Dante-Karte<br />
(EM 9046 DAN) für den EM 9046<br />
Receiver, um das digitale Drahtlos-<br />
Mikrofonsystem Digital 9000 in<br />
Dantes Audio-over-IP-Netzwerk integrieren<br />
zu können. Zu Digital 9000 gibt es die<br />
neue Firmware-Version 3.0.3 mit interessanten neuen<br />
Features.<br />
Sonnet Technologies (Stand SL10824) stellt zwei neue<br />
Thunderbolt-Adapter für USB 3.0 vor. Neben dem<br />
Anschluss für USB 3.0-Geräte verfügen sie jeweils über<br />
einen weiteren Port. So bietet ein Modell die Anbindung<br />
an eSATA-Speicher, die zweite Variante hat einen Gigabit<br />
Ethernet-Anschluss. Die Adapter können an Macs und<br />
PCs genutzt werden.<br />
Zeiss (Stand C9543) bringt zur NAB die neue Zeiss Servo<br />
Unit mit. Sie lässt sich mit drei High-End-Cine-Objektiven<br />
ZEISS Compact Zoom CZ.2 (15-30/T2.9, 28-80/T2.9<br />
und 70-200/T2.9) einsetzen. Eine Schnappvorrichtung<br />
erlaubt das schnelle und einfache Anbringen<br />
der Servo Unit an die Objektive. Ein<br />
Prototyp wurde bereits auf der IBC<br />
2014 vorgestellt, der offizielle Marktstart<br />
soll nun zur NAB erfolgen. ❮Eckhard Eckstein<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
53
z EVENT / TV KOMM<br />
Angst vor Google & Co<br />
Gipfeltalk bei der TV Komm. <strong>2015</strong><br />
›<br />
Bereits zum achten Mal wurde die TV Komm. von der Karlsruher<br />
Messe und Kongress GmbH (KMK) mit hochkarätigen<br />
Referenten und Workshops zum Thema Bewegtbild und Kommunikation<br />
veranstaltet – diesmal unter dem Motto „Media<br />
Mobilisation“.<br />
Axel Meiling, Principal und Head of Competence Center Digital<br />
Media bei Mücke Sturm Company, wies in seiner Keynote<br />
darauf hin, dass allein in Deutschland digitale Inhalte über verschiedene<br />
Plattformen auf rund 140 Millionen festen und mobilen<br />
Endgeräten gesehen werden können. Dabei würden die<br />
Internetgiganten Amazon, Apple, Google und Microsoft vom<br />
PC/Laptop und Smartphones/Tablets aus ihre Ökosysteme mit<br />
eigenen Technologien und Medienangeboten sowie durch<br />
gezielte Übernahmen konsequent auf alle weiteren Devices und<br />
Plattformen ausbauen. „Bei Google sind wir alle das Produkt<br />
und werden an die Werbewirtschaft verkauft“, erklärte Meiling.<br />
Für den TV-Werbemarkt durch Android for TV und durch verbesserte<br />
Einschaltquoten- und performance-basierte Werbeerfolgsmessung<br />
erwartet er nachhaltig gewaltige Veränderungen<br />
und Auswirkungen auf die nationalen Player.<br />
Wie sich diese Marktmacht besser kontrollieren lässt, war eine<br />
der wichtigen Fragen des traditionellen Gipfeltalks unter der<br />
Leitung von Axel Dürr von Nexus Communication. Einig waren<br />
sich dabei alle Teilnehmer, dass nationale medienrechtliche<br />
Regelungen nicht zielführend seien. LFK-Präsident Thomas<br />
Langheinrich plädierte dafür, einige alte Zöpfe der Regulierung<br />
wie Werbezeitenbeschränkungen abzuschneiden. Zugleich<br />
sieht er einen Bedarf für neue Regeln, etwa um gleichberechtigten<br />
Zugang zu Medienangeboten sicherzustellen: „Wir benötigen<br />
eine europäische Regulierung mit Mindestanforderungen<br />
DIE VIER INTERNETGIGANTEN AMAZON, APPLE,<br />
GOOGLE UND MICROSOFT SPIELEN MIT DER<br />
<strong>MEDIEN</strong>INDUSTRIE UND POLITIK HASE UND IGEL.<br />
DURCH IHRE OMNIPRÄSENZ AUF ALLEN INHALTE-<br />
VERBREITUNGSPLATTFORMEN STELLEN SIE<br />
GRENZÜBERSCHREITEND DIE REGELN AUF UND<br />
ENTZIEHEN SICH JEDER NATIONALEN KONTROLLE.<br />
UM DEM ZU BEGEGNEN, IST EINE GEMEINSAME<br />
EUROPÄISCHE REGULIERUNG MEHR DENN JE<br />
NÖTIG. ZU DEM ERGEBNIS KAMEN FÜHRENDE<br />
<strong>MEDIEN</strong>MANAGER AUF DEM BEWEGTBILD-<br />
KONGRESS TV KOMM. <strong>2015</strong> IN KARLSRUHE.<br />
und den Schulterschluss aller Akteure vom Inhalteanbieter über<br />
die Technik bis hin zur Regulierung, um den Internetgiganten<br />
eine starke Position gegenüberzustellen.“ Auch Unitymedia-<br />
CEO Lutz Schüler und VPRT-Geschäftsführer Claus Grewenig<br />
treten für gemeinsames europäisches Handeln ein, zum Beispiel<br />
beim Datenschutz und der Auffindbarkeit von Inhalten.<br />
Für Aufmerksamkeit sorgten auch Rechtefragen und das Thema<br />
Verschlüsselung bei der Verbreitung exklusiver Inhalte über<br />
nationale Grenzen hinweg, wie bei der Handball-WM in Katar<br />
vor einigen Wochen. SWR-Intendant Peter Boudgoust verwies<br />
darauf, dass sich ARD und ZDF die Rechte für die meisten<br />
wichtigen internationalen Sportereignisse im frei empfangbaren<br />
Fernsehen in der Regel lange im Voraus sichern und Handball<br />
nur ein Sonderfall durch die Rechteagentur gewesen sei. Er<br />
betonte, dass die ARD so lange wie möglich am „free flow of<br />
information“-Grundsatz festhalte. Zudem sei durchaus denkbar,<br />
die derzeitige europaweite Verbreitung via Satellit durch kleinere<br />
technische Ausleuchtzonen auf Deutschland und Randregionen<br />
zu begrenzen. Das würde dann aber auch bedeuten, dass<br />
in Zukunft etwa auf Mallorca keine ARD mehr zu empfangen<br />
sei. Sollte allerdings in Zukunft eine Verschlüsselung durch die<br />
Inhaber von Sportrechten zwingend notwendig sein, dann müssen<br />
sich auch die Öffentlich-Rechtlichen auch noch einmal mit<br />
dem Thema beschäftigen, so Boudgoust.<br />
BEST PRACTICE WORKSHOPS<br />
Smartphones, Tablets, internetfähige Fernseher und vernetzte<br />
Geräte sind gegenwärtig der stärkste Treiber in einem TV-<br />
Markt, der sich im massiven Umbruch befindet. Dies zeigten<br />
die Diskussionen und Best Practice Workshops während der<br />
54 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
EVENT / TV KOMM z<br />
TV Komm. <strong>2015</strong>. Gleich in ihrer Begrüßung verdeutlichte Britta<br />
Wirtz, Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress-<br />
GmbH, dass bereits 40 Millionen Bundesbürger täglich Streamingdienste<br />
nutzen und sich der TV-Konsum immer mehr individualisiere.<br />
Sie sieht dabei die große Herausforderung für alle<br />
Player darin, die Potentiale aus dem sich immer mehr zersplitternden<br />
Markt zu erkennen und gezielt für sich zu nutzen. Die<br />
wirtschaftliche Bedeutung mobiler Dienste stützen jüngste BIT-<br />
KOM-Zahlen. Danach wird das mobile Internet bei den Umsätzen<br />
Handy-Telefonate in diesem Jahr erstmals überholen und<br />
voraussichtlich auf 10,3 Milliarden Euro ansteigen. Für Anbieter<br />
sei es angesichts der mobilen Mediennutzung immer wichtiger,<br />
mit ihren Angeboten auf möglichst allen Verbreitungsplattformen<br />
präsent zu sein und sich ständig weiterzuentwickeln,<br />
meinte sie. Beispielhaft für diesen Trend ist die Multimedia-Box<br />
Horizon von Kabelnetzbetreiber Unitymedia KabelBW. Sie soll<br />
bald ein deutlich größeres TV- und Abrufangebot mit über 90<br />
TV-Sendern über 3G-Mobilfunknetze auf Tablets und<br />
Smartphones ermöglichen, kündigte Daniel Hesselbarth, Leiter<br />
des Bereichs Product Innovations, auf der TV Komm. an.<br />
Zudem will das Unternehmen beim Internet schneller werden.<br />
Bis Ende <strong>2015</strong> seien 400 Mbit/s vorgesehen.<br />
Einen ersten Blick auf die Zukunft des Antennenfernsehens<br />
DVB-T2 warf Stefan Schinzel, Leiter Produktmanagement,<br />
Media Broadcast. Die zur Verfügung stehenden Frequenzen<br />
werden jeweils zur Hälfte für öffentlich-rechtliche Sender und<br />
private Sendergruppen bereitstehen. Angedacht ist ein Mix aus<br />
SD- und HD-Programmen. Bei den Endgeräten wird es keine<br />
eigene Media Broadcast Lösung geben, sondern setzt das<br />
Unternehmen auf Partnerschaften mit den gängigen Herstellern<br />
von Boxen und TV-Geräten. Simin Lange, Senior Vice President<br />
Commercial Distribution von Sky, präsentierte die drei Säulen-<br />
Strategie des Konzerns: Exklusiver Content, technische Innovationen<br />
und Kundenservice. Das heißt, Content zu jeder Zeit und<br />
an jedem Ort auf genau dem Device genießen können, auf dem<br />
der Nutzer es wünscht.<br />
Spannende Einblicke in die Social Media Strategie erfolgreicher<br />
TV-Events gaben Matthias Mehner, ProSiebenSat.1 und Christian<br />
Jasper, sixx. Beide sehen in der Nutzung von Social Media<br />
eine große Macht und eine Verlagerung der Kommunikation ins<br />
Web. Dabei seien die emotionale Ansprache und zeitliche<br />
Aktualität sehr wichtig. Humor, Haltung und Selbstbewusstsein<br />
sind in dieser Kommunikation absolut unerlässlich. „Es geht<br />
nicht mehr darum, dass die Menschen am nächsten Tag über<br />
das TV-Event von gestern reden, sondern während des Events<br />
und am nächsten Tag bereits über die Fortsetzung sprechen“,<br />
betonte Jasper. Marion Dilg, Projektleiterin Crossmedia des<br />
SWR, stellte am Beispiel des aktuellen Lena Odenthal-Tatorts<br />
„Blackout“ das crossmediale Konzept des Senders vor. Mit<br />
einem extra programmierten Tatort Game wurde eine Brücke zu<br />
einem internetaffinen Publikum geschlagen. Dann wurden die<br />
Social Media Kanäle angekoppelt. Ihr Fazit lautete: „Das Community-Erlebnis<br />
spielt auch beim Tatort eine wachsende Rolle."<br />
Wie sich die Relevanz für Mobile Video Advertising erhöhen<br />
lässt, präsentierte Mark Stohlmann, Senior Marketing Manager<br />
von Telefónica. So sei es gelungen mit dem Dienst O2 more<br />
local innerhalb von knapp zwei Jahren von Null auf zwei Millionen<br />
Nutzer zu kommen. Telefónica setzt auf Video-Advertising<br />
mit Hilfe von local based Messaging. Das Erfolgsrezept: lokale<br />
Zielgruppenansprache mit exaktem Nutzerprofil in Kombination<br />
mit zielgruppen-definierten Werbebotschaften. „Wir nutzen hier<br />
gezielt die SMS und auch die MMS. Denn auch wenn die Nutzung<br />
in Deutschland sehr zurück gegangen ist, wird so gut wie<br />
jede eingehende SMS auch gelesen", erläuterte Stohlmann.<br />
Was Radio von Spotify lernen kann, zeigte Kristian Kropp,<br />
Geschäftsführer BigFM und RPR1. Für ihn ist DAB+ der wichtigste<br />
Ansatz für das Radio der Zukunft. Dabei ergänzen sich<br />
DAB+-Verbreitung und Webangebote. Für ihn sind Local Touch<br />
Points entscheidend für die Vermarktung. „Mobile Audioinhalte<br />
werden in der Zukunft mindestens die Nr. 2, wenn nicht das<br />
wichtigste Angebot auf mobilen Endgeräten sein“, stellte er<br />
abschließend fest.<br />
Mit neuen Formen des Inboard-Entertainments auf der Straße<br />
befasste sich Frank Strässle, Geschäftsführer, Bayerische<br />
Medientechnik BMT. Da Smartphones nur noch zu 20 Prozent<br />
fürs Telefonieren genutzt werden, steigt die Bedeutung leistungsfähiger<br />
Netze. LTE kann für Strässle Broadcast-Techniken<br />
wie DAB+ nicht ersetzen. Würde man etwa versuchen, die<br />
mobile Radionutzung in Bayern über das Internet statt über<br />
UKW/DAB+ abzuwickeln, wäre dafür ein Volumen in der Höhe<br />
etwa des gesamten deutschen Datentraffics im mobilen Internet<br />
nötig. Dafür sind die Netze nicht ausgelegt und es entstünden<br />
sehr hohe Netzkosten für Radioveranstalter und Hörer. Im<br />
Auto sei es daher wichtig, dass Webanbindung und Broadcasttechnik<br />
für den Hörer bedienungsfreundlich und kosteneffizient<br />
zusammengeführt werden. Eine zentrale Frage für ihn ist, wie<br />
die Bedienoberflächen gestaltet sein werden: „Wer bestimmt<br />
künftig die Nutzerführung – Google, Apple oder der Autohersteller?“<br />
Thema der TV Komm. war aber auch, wie regionale Medienhäuser<br />
ihre Nischen finden und neue Angebote über alle Kanäle<br />
verbreiten können. So zeigte Christopher Wertz, Verkaufsleiter<br />
digitale Medien der Pforzheimer Zeitung, wie ein regionaler Zeitungsverlag<br />
den Weg hin zu einem crossmedialen Medienhaus<br />
geht, das alle digitalen Verbreitungskanäle konsequent nutzt.<br />
Von den reinen Apps bis zur augmented reality. Die Geschäftsführerin<br />
des Radiosenders die neue welle, Andrea-Alexa Kuszák,<br />
präsentierte das Portal Regio-News. In Kooperation mit<br />
weiteren lokalen Sendern und Zeitungsverlagen ist eine crossund<br />
multimediale Newsplattform entstanden, die über 14 Landkreise<br />
abdeckt. Die Nutzer können über eine Smartphone-App<br />
Nachrichten aus ihren Landkreisen auswählen. Felix Neubüser,<br />
Geschäftsleiter des online-Portals ka-news verdeutlichte, wie<br />
man als regionales Portal mit journalistischem Anspruch, mobiler<br />
Ausrichtung und mit Hilfe innovativer Werbemöglichkeiten<br />
sich erfolgreich am Markt positionieren kann.<br />
❮ Eckhard Eckstein<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
55
z EVENT / SPOBIS<br />
SPORT UND <strong>MEDIEN</strong> GEHEN IM ZEITALTER DER<br />
MASSENKOMMUNIKATION FAST SCHON EINE<br />
SYMBIOTISCHE VERBINDUNG EIN. NUR GROSSE EREIG-<br />
NISSE IN DIESEM SEGMENT SCHAFFEN ES NOCH, IN<br />
EINEM FRAGMENTIERTEN MARKT MIT MITTLERWEILE<br />
UNZÄHLIGEN ANGEBOTEN DIE AUFMERKSAMKEIT DER<br />
MASSEN VOR DEM BILDSCHIRM ZU BINDEN. DAS<br />
BEDEUTET FÜR DIE BETEILIGTEN NACH WIE VOR EIN<br />
MILLIARDENGESCHÄFT. ABER AUCH HIER VERÄNDERT<br />
DIE DIGITALISIERUNG DIE RAHMENBEDINGUNGEN. DAS<br />
HAT AUCH EUROPAS GRÖSSTER SPORT BUSINESS–<br />
Networking bei der SpoBis<br />
KONGRESS, DIE SPOBIS <strong>2015</strong>, IN DÜSSELDORF GEZEIGT.<br />
Ohne Bewegtbild geht es nicht<br />
›„Wir haben neue Konkurrenz erhalten“, betonte der<br />
Geschäftsführer der wige Media AG Peter Lauterbach direkt<br />
zu Anfang seines Vortrags auf der SpoBIS, „Jeder ist heute in<br />
der Lage Bewegtbild zu produzieren.“ Der Schwede Felix Kjellberg,<br />
alias „PewDiePie“, der einen YouTube-Kanal mit Schwerpunkt<br />
Gaming betreibt, verdient pro Jahr bereits mehrere Millionen<br />
Euro. Und die Video Gaming-Website Twitch wurde letztes<br />
Jahr von Amazon für eine Milliarde Dollar gekauft. „Marken werden<br />
durch Reichweite kapitalisiert“, ist sich Lauterbach sicher,<br />
„so will die Bundesliga die Milliardengrenze über die neuen digitalen<br />
Plattformen reißen, nicht nur über klassisches TV.“ Er<br />
prognostizierte, dass auch randsportarten reüssieren werden:<br />
„Hier braucht man gute Player und gleichzeitig müssen die Produktionskosten<br />
gesenkt werden, um schnell und flexibel zu reagieren.“<br />
Als Beispiel dafür verwies er auf Osteuropa, wo die<br />
Produktion einer kompletten Eishockeyliga für nur sechs Millionen<br />
Euro im Jahr realisiert werden könnte.<br />
Die Deutsche Telekom jedenfalls hat sich letzten Herbst die<br />
Übertragungsrechte der Beko Basketball Bundesliga (BBL)<br />
gesichert. „Das ist eine große Chance für unsere Sportart“,<br />
freute sich BBL-Chef Jan Pommer in Düsseldorf. Die Free TV<br />
Rechte wiederum vergab die Telekom an Sport1.<br />
Für Telekom-Kunden mit Laufzeitvertrag und einer Internet-Flatrate<br />
ist das Basketball-Paket kostenlos. Rund 45.000 Buchungen<br />
für die Basketball-Übertragungen seien bis Ende des Jahres<br />
getätigt worden. Bei rund 16 Millionen Basketball-Fans in<br />
Deutschland, von denen die Hälfte täglich das Internet nutzt, so<br />
Pommer, sei das Angebot aber noch ausbaufähig. Schon bisher<br />
ist es gelungen, die Attraktivität der BBL „deutlich“ zu erhöhen:<br />
„Innerhalb von vier Jahren sind die Zuschauerzahlen in<br />
den Hallen um 20 Prozent gewachsen, der Umsatz der Liga um<br />
20 Prozent und die TV-Einschaltquoten bei Sport1 um 57 Prozent.“<br />
Der Geschäftsführer von Sport1, Olaf Schröder, wies<br />
allerdings darauf hin, dass Sportarten live im frei empfangbaren<br />
Fernsehen gezeigt werden müssen: „Damit sie im relevanten<br />
Set erhalten bleiben.“ Widerspruch gab es erwartungsgemäß<br />
von Vermarkterseite aus, in diesem Fall vom Geschäftsführer<br />
von Athletia Sports Lukas Klumpe: „Live-Fernsehen im Free-TV<br />
werde an Bedeutung verlieren.“ Überhaupt würden sich TV und<br />
Online immer mehr annähern: „YouTube-Kanäle sind ja bereits<br />
wie Fernsehsender.“ Differenzierter beurteilte Thorsten Blodow<br />
von Wige die Situation. Er gab zu Bedenken, dass selbst große<br />
Zugriffszahlen auf YouTube noch nicht monetarisiert werden<br />
können: „Aber man darf diese Kanäle nicht vernachlässigen,<br />
weil hier die junge Zielgruppe erreicht wird.“<br />
Eine gezieltere Ansprache für diese Zielgruppe wünschte sich<br />
auch Tobias Holtkamp. Der Ex-Motorsportexperte bei Bild und<br />
bild.de und heutiger Chefredakteur des Fußball-Portals transfermarkt.de<br />
kritisierte mit Blick auf die DTM: „Im Zeitalter von<br />
YouTube hat sich vieles verändert. Die Rennen sollten auch<br />
über Plattformen wie What’s App, Instagram oder Twitter in<br />
angemessener Form, etwa mit kurzen Videoclips, begleitet werden.“<br />
Wie stark der Sport bereits durch die Digitalisierung<br />
geprägt wird, das machte Klemens Skibicki, Professor und Mitbegründer<br />
des Deutschen Instituts für Kommunikation und<br />
Recht im Internet deutlich. Sein Fazit: Schon heute hat sich das<br />
56 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
EVENT / SPOBIS z<br />
Nutzerverhalten von Konsumenten und Fans gewandelt. Früher<br />
erreichten Fußballvereine ihre Fans über Zeitungen, über<br />
Newsletter per Post, über das Stadionmagazin. Heute reicht ein<br />
Post bei Facebook, um Tausende Fans über Spielertransfers<br />
oder Vereinsaktivitäten zu informieren. Dasselbe gilt auch für<br />
die Unternehmen – und sie können den Sport als Vehikel dafür<br />
nutzen. Ernüchternd waren die Erkenntnisse Skibickis, die<br />
nahelegen, dass Werbung in sozialen Netzwerken kaum eine<br />
Wirkung entfaltet: Die meisten, rund 90 Prozent, vertrauen auf<br />
Empfehlungen ihrer Freunde. Dennoch würden Unternehmen in<br />
sozialen Netzwerken wahrgenommen: Mit Sportinhalten als<br />
Vehikel gelingt es Konzernen, ihre Zielgruppe direkt zu erreichen,<br />
etwa mit Stars aus diesem Bereich. Skibicki: „Das Thema<br />
Sport ist sensationell, um sich zu positionieren.“<br />
Dass die Fans über die sozialen Medien wesentlich näher am<br />
Thema dran seien, das bestätigte auch der Geschäftsführer des<br />
Sportrechtevermarkters Sportfive Philipp Hasenbein: „Wir müssen<br />
verstärkt Zukunftsthemen wie Native Advertising, Smart<br />
Data und Internet Of Things berücksichtigen. Es gibt keine einfachere<br />
Form mit seinen Fans zu kommunizieren als über einen<br />
digitalen Kanal.“ Die Vermarkter und Sponsoren müssten die<br />
Nutzung und Integration von Daten optimieren, um die digitale<br />
Kommunikation mit den Fans zu optimieren: „Im Hinblick auf<br />
das Sammeln von Daten macht unsere Branche noch viel zu<br />
wenig.“ Eine genaue Hinterfragung des Sportnutzungsverhalten<br />
verlangte auch Jens Thiemer, Vice President Marketing Communications<br />
bei Mercedes-Benz Cars: „Neben dem herkömmlichen<br />
Fernsehen sind auch Apps oder Dienste wie Twitter in dieser<br />
Hinsicht relevant. Sport und Lifestyle gehören zusammen.<br />
Es ist wichtig, die entsprechenden Entertainment-Plattformen<br />
zu vermarkten.“ Das konnte Henning Stiegenroth, Leiter Sportmarketing<br />
bei der Deutschen Telekom nur bestätigen: „Man<br />
muss den Fans auf jeden Fall besonderen Content bieten.“<br />
Dafür muss man allerdings nicht zwangsläufig teure Live-Rechte<br />
erwerben.“ Wichtig sei eine enge Zusammenarbeit mit den<br />
Vereinen, die sich allerdings den Herausforderungen der<br />
Zukunft stellen müssten. „Wenn ich an Themen wie CRM oder<br />
Connected Stadium denke“, so Stiegenroth, „sind auch Investitionen<br />
erforderlich.“<br />
Ein Paradebeispiel wie ein Verein Social Media nutzt, gab in<br />
Düsseldorf Stefan Mennerich, Direktor Neue Medien, Medienrechte<br />
und IT beim FC Bayern. Aktuell nutzt der Bundesligaverein<br />
die sozialen Netzwerke, um mit Fans rund um den Globus<br />
verbunden zu sein und interessante, exklusive Inhalte zu bieten.<br />
„Damit wollen wir neue Fans für den Club gewinnen, binden<br />
und sie auf unsere anderen Kanäle – etwa Online-Shop oder<br />
Website – weiterleiten.“ So werden auf dem Facebook-Auftritt<br />
der Bayern vor allem Trainingsbilder, Spielerinterviews und ähnliche<br />
Inhalte veröffentlicht, die Spieler und Verein dem User<br />
näher bringen und so die emotionale Bindung verstärken sollen.<br />
Der Facebook-Account zählt mittlerweile 11,5 Millionen<br />
Likes während die Twitter Accounts rund 850.000 Follower aus<br />
Deutschland verzeichnen. 40.000 Follower sind es auf dem<br />
Kai Diekmann<br />
englischen Account, 25.000 Follower auf dem spanischen. Für<br />
die digitalen Bilder, Aufnahmen und Interviews sind täglich zwei<br />
Kamera-Teams auf dem Trainingsgelände unterwegs.<br />
SPORT BLEIBT TREIBER IN DEN <strong>MEDIEN</strong><br />
Aufschlussreich waren auch die Ankündigungen des ProSiebenSat.1-Geschäftsführers<br />
Zeljko Karajicas über den anstehenden<br />
Boxkampf zwischen Arthur Abraham und Felix Sturm.<br />
In Kooperation mit dem Sauerland Boxstall hatten die Münchener<br />
die Rechte für den unter Fans mit Spannung erwarteten<br />
Fight erworben. Ob in diesem oder im nächsten Jahr, ist noch<br />
nicht klar. „Ich bin zuversichtlich, dass wir spätestens in den<br />
nächsten zwölf bis 16 Monaten so weit sind“, kündigte Karajica<br />
an. Bei der Sendergruppe wird aber noch überlegt, ob das<br />
Sportereignis tatsächlich live im frei empfangbaren Fernsehen<br />
ausgestrahlt werden soll. „Wir haben die Rechte nicht nur<br />
erworben, um die Kämpfe im Free-TV zu zeigen, sondern auch,<br />
um unser eigenes Pay-per-View-Angebot auf ‚maxdome‘ zu<br />
stärken.“ Wenn sich in den USA, in Großbritannien oder sogar<br />
in Dänemark das Pay-per-View beim Boxen durchgesetzt habe,<br />
warum dann nicht auch in Deutschland?, fragte er.<br />
Wie wichtig letztlich König Fußball im gesamten Vermarktungsmix<br />
bleibt, machte dann schließlich noch einmal Bild – Chefredakteur<br />
Kai Diekmann klar: „Als Treiber für das digitale Abo-<br />
Modell von Bild hat Bundesliga-Fußball eine Riesenbedeutung.<br />
Wir haben rund 250.000 vollzahlende Digital-Abonnenten, zwei<br />
Drittel davon nutzen das Bundesliga-Paket.“ „Bild“ sei ohne<br />
Bundesliga nicht denkbar – „eher schafft McDonald's den Big<br />
Mac ab“, verkündete Diekmann auf der SpoBIS, um sofort<br />
darauf auf eine Notwendigkeit hinzuweisen, die auch die Produzenten<br />
und Dienstleister hoffen lässt: „Und ohne Bewegtbild<br />
kommen wir im Digitalen schlicht nicht aus.“<br />
❮Werner Urbe<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
57
z EVENT / PROLIGHT + SOUND<br />
Erweitertes Angebotsspektrum<br />
DIE PROLIGHT + SOUND IN FRANKFURT ERWEITERT FÜR<br />
DIE KOMMENDE VERANSTALTUNG VOM 15. BIS 18. APRIL<br />
<strong>2015</strong> IHR THEMEN- UND BRANCHENSPEKTRUM. MIT DEM<br />
NEUEN THEMENSCHWERPUNKT STAGERY WERDEN VER-<br />
STÄRKT FACHBESUCHER AUS DEN BEREICHEN THEATER<br />
UND THEATERTECHNIK ADRESSIERT, UNTER ANDEREM<br />
MIT EINEM SPEZIELLEN SEMINAR- UND VIP-PROGRAMM.<br />
Broadcast, Production und Recording in den Hallen 8, 9, und 11<br />
›<br />
Die Prolight + Sound gilt als größte internationale Messe<br />
von Technologien und Services für Veranstaltungen, Installation<br />
und Produktion weltweit. Sie bietet damit einen umfassenden<br />
Überblick über alle Produkte und Dienstleistungen der<br />
Veranstaltungstechnik und Systemintegration. Der Veranstalter<br />
will nun sein Angebotsspektrum neu justieren und die Bereiche<br />
Theater und Theatertechnik stärker adressieren. Zahlreiche<br />
Hersteller und Dienstleister rund um Bühnenlicht, Traversen,<br />
Rigging, Hebetechnik bis hin zu Vorhangsystemen, Showtextilien<br />
und Bestuhlung haben ihre Teilnahme an der Prolight +<br />
Sound frühzeitig bekannt gegeben – darunter Alfa System sas,<br />
American Dancewear, Bühnenbau Schnakenberg, Bütec,<br />
ChainMaster Bühnentechnik, Chemtrol División Teatro, Enforcer<br />
Pülz, ETC, Gerriets, Jelmez-art, Maquinas Iberica, Quinette<br />
Gallay und viele weitere. „Den Wunsch, sich am gleichen Ort<br />
wie die übrigen Teilsegmente der Veranstaltungsindustrie zu<br />
präsentieren und zu treffen, haben wir bereits in der Vergangenheit<br />
in der Theaterbranche wahrgenommen“, sagt Michael<br />
Biwer, Leiter der Prolight + Sound. „Diesem Umstand möchten<br />
wir mit der Etablierung des Themenschwerpunkts Stagery<br />
Rechnung tragen, der Unternehmen, Händlern und professionellen<br />
Anwendern gute Gründe bietet, bei der Veranstaltung<br />
dabei zu sein.“<br />
Im Rahmen von Stagery bietet die Prolight + Sound mit dem<br />
Theater- und Film-Kolloquium am 16. und 17. April ein spezielles<br />
Vortragsprogramm für die Zielgruppe. Referenten aus der<br />
Praxis vermitteln hier wertvolles Fachwissen rund um Theatertechnik,<br />
Bühnenbild, Kostümgestaltung sowie rechtliche Rahmenbedingungen<br />
und Sicherheitsaspekte. Das Theater- und<br />
Film-Kolloquium bildet einen der Hauptstränge der Prolight +<br />
Sound Conference und wird von Organisationen aus der Branche<br />
unterstützt, darunter die Gesellschaft der Theater-Kostümschaffenden<br />
e. V. (GTKos) sowie die Bundesvereinigung der<br />
Filmschaffenden Verbände e. V.<br />
Robert Wilson, international einer der aktivsten und einflussreichsten<br />
Theater- und Opern-Regisseure, hält am Donnerstag,<br />
den 16. April, in der Galleria.1 auf dem Frankfurter Messegelände<br />
die Keynote Speech zum Theater- und Film Kolloquium.<br />
„Mit Robert Wilson konnten wir eine der herausragenden Persönlichkeiten<br />
der Branche als Redner auf dem Theater- und<br />
Film-Kolloquium gewinnen. Durch Vorträge prominenter Branchenexperten<br />
unterstreicht das Programm den hohen Stellenwert,<br />
den der Theaterbereich auf der Prolight + Sound <strong>2015</strong><br />
einnimmt“, erklärte Michael Biwer. „Unser besonderer Dank gilt<br />
Florian von Hofen, CTO der Rogue AVE, der den Kontakt zu<br />
Robert Wilson aufgebaut und sich mit großem Einsatz um die<br />
Realisierung dieses besonderen Highlights verdient gemacht<br />
hat.“<br />
Neben Robert Wilson wird auch der renommierte Theater-<br />
Experte Andy Hayles eine Keynote-Rede halten. Hayles ist<br />
Geschäftsführer von Charcoalbue (London/New York), einem<br />
international erfolgreichen Beratungsunternehmen für Theatertechnik,<br />
zu dessen namhaften Auftraggebern unter anderem<br />
die Royal Shakespeare Company zählt. Weitere Referenten sind<br />
unter anderem: Jonas Schira von der Gerriets GmbH, Kostümbildnerin<br />
Riccarda Merten-Eichler, Lichtdesigner Herbert<br />
Cybulska sowie Axel Dietrich Berger, Spezialist für Arbeitsschutz<br />
bei Filmproduktionen.<br />
Nach Angaben der Veranstalter verfolgt die Prolight + Sound<br />
das Ziel, Unternehmen der Branche mit Fachhändlern und professionellen<br />
Anwendern zusammenzuführen. Damit Besucher<br />
aus dem Theaterbereich die für sie relevanten Austeller schnell<br />
und komfortabel auffinden können, gibt es erstmals einen eigenen<br />
Stagery Quickfinder. Die Broschüre listet die für diese Zielgruppe<br />
besonders wichtigen Präsentationsstände in den fünf<br />
58 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
EVENT / PROLIGHT + SOUND z<br />
Hallenebenen auf. Zudem sind<br />
alle Aussteller aus dem Theater-Bereich<br />
in der Online-<br />
Suche speziell gekennzeichnet.<br />
Ein weiterer Bestandteil des<br />
neuen Themenschwerpunkts<br />
ist ein VIP-Programm für<br />
Theaterplaner, das am Messe-<br />
Donnerstag, den 16. April<br />
<strong>2015</strong>, stattfindet. Neben dem<br />
breiten Produktsortiment und<br />
dem vielfältigen Weiterbildungsangebot<br />
erhalten sie<br />
freien Eintritt sowie ein exklu-<br />
moving.picture.pavilion in Halle 9<br />
sives Welcome Package inklusive Einladung zum Abendprogramm,<br />
in dessen Rahmen auch der renommierte Branchenaward<br />
„Opus – Deutscher Bühnenpreis“ verliehen wird. Interessierte<br />
Theaterplaner können sich per E-Mail über stagery@messefrankfurt.com<br />
für das Stagery VIP-Programm anmelden.<br />
In der Erweiterung der Zielgruppe um den Theaterbereich spiegelt<br />
sich laut Michael Biwer die Messe-Allianz mit der Showtech<br />
wider, die <strong>2015</strong> in der Prolight + Sound aufgeht. Zu den Verbänden,<br />
die die Prolight + Sound unterstützen, gehören neben<br />
den bereits erwähnten auch die Deutsche Theatertechnische<br />
Gesellschaft e.V. (DTHG), der Europäische Verband der Veranstaltungs-Centren<br />
e.V. (EVVC) sowie der Verband für Medienund<br />
Veranstaltungstechnik e.V. (VPLT).<br />
UMFANGREICHES KONGRESSPROGRAMM<br />
Traditionell bietet die Prolight + Sound auch in anderen Themenbereichen<br />
ein interessantes Kongress-Programm an, das<br />
mit der Eintrittskarte zur Messe kostenlos besucht werden<br />
kann. Hier geht es unter anderem um professionelle Audiotechnik,<br />
Eventmanagement, Sicherheit auf Veranstaltungen, den<br />
Bereichen Integration multimedialer Netzwerke, rechtlichen Fragen<br />
zu Installationen und deren Betrieb sowie um Innovationen<br />
und deren Anwendungsbereiche.<br />
Der Verband Deutscher Tonmeister (VDT) präsentiert in der VDT<br />
Academy zum Beispiel am Freitag den 17. April sieben Panels<br />
zur Audioproduktion. Unter anderem sprechen hier Prof. Michael<br />
Schubert, Leiter Erich-Thienhaus-Institut der HfM Detmold<br />
über moderne Score-Produktionen am Beispiel eines aktuellen<br />
Deutschen Kinofilms“ und Dipl. Tonmeister Gabriel Grote, bg<br />
audiodesign, Berlin über „Audiodesign für Unternehmen“.<br />
Auf dem Media Systems Kongress vom 15. bis 17. April geht es<br />
unter anderem um 3D Sound Design, 4k-Projektion, Frequenzmanagement<br />
für Funkmikrofone (Wolfgang Bilz, Shure Europe),<br />
die Zukunft des Live-Sounds (John Meyer, Meyer Sound Lab),<br />
Digitale Dividende 2 und die Auswirkungen auf die Spektrumsnutzer<br />
(Dipl.-Ing. Norbert Hilbich , Sennheiser Elektronik) und<br />
Funkmikros auf der Bühne (Michael Altenmark, Beyerdynamic).<br />
Zum mittlerweile dritten Mal richtet in Halle 9 (Stand B14) auf<br />
der Prolight + Sound der Systemlieferant Teltec, gemeinsam mit<br />
dem Veranstalter der Messe, den moving.picture.pavilion aus.<br />
„Als führendes Handelshaus rund um das bewegte Bild präsentieren<br />
wir herstellerübergreifende Lösungen zur Thematik der<br />
Live-Video-Produktion. Angefangen von verschiedenen Kamera-Setups<br />
und deren Zubehör – Grip, Licht, Optik, et cetera –,<br />
über weiterführende Lösungen innerhalb der Produktionskette<br />
mit Mischern, Grafiksystemen, Zuspielern und Steuer-Elementen,<br />
bis hin zu verschiedenen Distributionslösungen für zum<br />
Beispiel Live-Streaming. Somit finden sich auf einem einzigen<br />
Stand praxisrelevante und vor allem funktionale End-to-End-<br />
Lösungen für verschiedenste Anforderungen“, erklärte Teltec-<br />
COO Steffen Schenk.<br />
Auf dem moving.picture.pavilion sind in diesem Jahr unter<br />
anderem die Lösungen der Hersteller ARRI, Atomos, Blackmagic<br />
Design, Broadcast Solution (Slomo.tv), Canon, Fieldcast,<br />
HaiVision, Lectrosonics, Litepanels, livestream.com, NewTek,<br />
Panasonic, Sachtler, SlideKamera, Sony und SoundDevice vertreten.<br />
Vor Ort kann sich der Besucher auf kompaktem Raum<br />
einen umfassenden Überblick zu einer Vielzahl an möglichen<br />
Produktionslösungen verschaffen, diese testen und sich dabei<br />
herstellerunabhängig und individuell beraten lassen.<br />
Die Prolight + Sound läuft in diesem Jahr wieder parallel zur<br />
NAB in Las Vegas, der weltgrößten Kongressmesse für digitale<br />
Medien und Entertainment. Viele Hersteller, die traditionell auf<br />
beiden Messen vertreten sind, müssen deshalb ihre Aussteller-<br />
Kapazitäten splitten, was auf wenig Begeisterung stößt. Die<br />
Aussteller der Bereiche Broadcast, Production und Recording<br />
finden sich in den Hallen 8.0, 9.0, 9.1 und 11.0. Vertreten sind<br />
hier unter anderem ARRI, Avid, Blackmagic Design, BroaMan,<br />
Broadcast Solutions, Canon, delec, eyevis, Genelec, HD wireless,<br />
Klotz, Lawo, MBF Filmtechnik, Meyer Sound, Neutrik,<br />
Optocore, Panasonic, Riedel, Sachtler, SSL, Sommer Cable,<br />
Sony, Vitec und Yamaha. Auch die Aussteller in den Produktgruppen<br />
Broadcast, Production und Recording sind zur Prolight<br />
+ Sound ebenso wie zur parallel laufenden Musikmesse auf<br />
dem Frankfurter Messegelände über einen eigenen Quickfinder<br />
einfach zu finden.<br />
❮Eckhard Eckstein<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
59
z EVENT / MIPDOC<br />
Rechte-Dschungel<br />
DER MIPDOC CO-PRODUCTION PITCH, DER AM 11. APRIL IM<br />
VORFELD ZUR MIPTV IN CANNES STATTFINDET, WIRD ZUM<br />
ERSTEN MAL VON ZDF ENTERPRISES ALS „GLOBAL<br />
PARTNER“ UNTERSTÜTZT. DIE ZDF-TOCHTER, DIE WELTWEIT<br />
DIE PROGRAMME DES MUTTERSENDERS, ABER AUCH<br />
ANDERER ANBIETER VERTREIBT, HÄLT DORT NACH PASSEN-<br />
DEN PROJEKTEN AUSSCHAU. <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong> SPRACH<br />
DARÜBER MIT RALF RÜCKAUER VON ZDFE.FACTUAL.<br />
Ralf Rückauer<br />
›<br />
Für den Doku-Pitch-Wettbewerb auf der MIPDoc können<br />
sich Filmemacher und Autoren aus der ganzen Welt bewerben.<br />
Aus den eingereichten Projekten werden fünf Finalisten<br />
ausgewählt, die von ZDF Enterprises zur Live-Präsentation<br />
Ihres Projektes vor einer hochkarätigen Jury von internationalen<br />
Doku-Experten in Cannes eingeladen werden. Zur Jury gehören<br />
Peter Arens, Leiter der ZDF-Hauptredaktion Kultur und Wissenschaft<br />
, Chris Hoelzl, VP Program Development bei Smithsonian<br />
Networks, Carlyn Staudt, SVP Global Programming & Acquisitions<br />
bei National Geographic Channels International sowie<br />
Coraline Roch, die bei France Télévisions den Bereich Acquisitions<br />
and International Coproductions veranwortet.<br />
„Es interessiert uns, wie die Jury-Mitglieder die Projekte beurteilen.<br />
Das bedeutet aber nicht unbedingt, dass wir selbst uns<br />
daran beteiligen“, sagt Ralf Rückauer, der als Bereichsleiter von<br />
ZDFE.factual gezielt Stoffe für die Kategorien Geschichte, Natur<br />
und Tierfilm sowie Wissenschaft akquiriert.<br />
„Unser Ziel ist immer, möglichst weltweit viele Rechte zu akquirieren.<br />
Wir können gut einschätzen, wie sich ein Programm verkauft.“<br />
Bei einer Natur-Doku hänge das Potential vom Thema<br />
und der Machart ab. „Wir brauchen ein Gespür dafür, was<br />
unsere Kunden in Zukunft gerne haben möchten.“ In der Regel<br />
zahlt ZDF Enterprises den Produzenten eine Mindestgarantie<br />
sowie eine Beteiligung nach Recoupment, Buyouts sind die<br />
Ausnahme.<br />
„Beim Rechteerwerb sind wir immer bemüht, zukünftige Technologien<br />
abzudecken, weil viele Kunden umfangreiche Programmpakete<br />
nachfragen.“ Bei den europäischen Free-TV-Sendern<br />
ist es inzwischen die Regel, dass 7-Days-Catch-up-Rechte<br />
erworben werden, um die jeweiligen Mediatheken zu befüllen.<br />
„Der Markt ist recht überschaubar. Da wir auch für<br />
ZDF-Redaktionen einkaufen, haben wir schon mit fast allen<br />
Partnern zusammengearbeitet und auch mit anderen Firmen<br />
Vertriebskooperationen über Rechtepakete abgeschlossen.“<br />
Während die Marktteilnehmer sich kennen, wird die Rechteverwertung<br />
aufgrund neuer Auswertungsplattformen und -kanäle<br />
immer komplizierter, was ein entsprechendes Vertragswerk<br />
bedingt. „Aufgrund dieses Rechte-Dschungels können sich<br />
Konflikte ergeben, weil die Sorge besteht, ein Auswertungsfenster<br />
zu verlieren“, weiß Rückauer. „Die Produzenten möchten<br />
immer gerne alle Rechte behalten, während die Kunden<br />
immer sämtliche Lizenzen erwerben möchten.“<br />
Zur zweitägigen MIPDoc werden rund 500 Firmen, 700 Teilnehmer<br />
und 400 Einkäufer aus 50 Ländern erwartet, die dort Dokumentationen<br />
sichten, Networking-Events und Konferenzen<br />
besuchen sowie Einzelmeetings abhalten.<br />
„Es gibt eine immer größere Masse an Programmen im Markt,<br />
aber auch immer mehr Kunden“, konstatiert Rückauer. Allein in<br />
Deutschland haben sich zahlreiche neue Sender wie RTL<br />
NITRO, ZDFneo und ProSieben Maxx firmiert. Im Doku-Bereich<br />
führt diese Entwicklung dazu, dass es immer mehr Pakete gibt.<br />
Statt nach einem herausragenden Einzelstück zu suchen, werden<br />
50 bis 100 oder sogar 200 Programmstunden eingekauft.<br />
Es gibt aber auch den Trend zur großen Dokumentation, die<br />
international mit hohem Budget koproduziert wird. „Ich habe<br />
die Hoffnung, dass sich in den nächsten Jahren innerhalb der<br />
europäischen Sendeanstalten mehr Allianzen ergeben und wir<br />
innereuropäisch mehr koproduzieren.“<br />
Als weitere Tendenz beobachtet er, dass große US-Sender<br />
weniger Scripted Reality und serielle Soap-ähnliche Formate<br />
produzieren. „Es wird eine kleine Renaissance der klassischen<br />
Formate geben“, versichert Rückauer, der davon überzeugt ist,<br />
dass sich schon in wenigen Jahren die gesamten Vertriebsstrukturen<br />
grundlegend ändern. „Ich glaube, wir werden keine<br />
Rechte mehr in einzelne Länder verkaufen, sondern nur noch in<br />
Kategorien wie Erstausstrahlung, Exklusivität für das zweite<br />
Fenster sowie die Nicht-Exklusivität, die mit den verschiedenen<br />
Plattformen geteilt wird. Die Lizenzwelt wird auf den Kopf<br />
gestellt.“<br />
❮Birgit Heidsiek<br />
60 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
BRANCHENSPIEGEL<br />
Im Branchenspiegel von <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong> können Sie Ihr Unternehmen mit<br />
Kontaktdaten, Dienstleistungen, Produkten und Referenzen präsentieren.<br />
Dazu mailen Sie uns bitte Firmen-Logo 300dpi und<br />
Texte max. 400 Zeichen an: anzeigen@medienbulletin.de<br />
Der Eintrag kostet 150 Euro netto im Monat.<br />
Buchungen unter Tel.: O8131-354761<br />
Einträge und Korrekturen für <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong>, Ausgabe 3.<strong>2015</strong><br />
bitte bis zum 01.04.<strong>2015</strong> angeben.<br />
Folgende Rubriken stehen Ihnen hier zur Verfügung:<br />
HERSTELLUNG › VERTRIEB › INTEGRATION: Hard- und Software-<br />
Hersteller- und Entwickler, Vertriebsunternehmen, Consulting-, Planungsund<br />
Ingenieurbüros, Systemhäuser, Integrations- und Installationsbetriebe,<br />
Leasing-Firmen, etc.<br />
PRODUKTION: Produktions- und Postproduktionsdienstleister, Studiound<br />
Außenproduktions-Betriebe, ENG-, SNG- und Ü-Wagen-Dienstleister,<br />
Verleiher, etc.<br />
DISTRIBUTION: Distributionsdienstleister, Kabel- und Satelliten-Provider,<br />
Telekom-Unternehmen, Playout-Center, Plattformbetreiber<br />
(Radio, TV, IPTV, Web-TV, Mobile-TV, Business-TV, Digital Cinema, Digital<br />
Signage, etc.), Serviceanbieter für Streaming, digitale Archive,<br />
Contentmanagement etc.<br />
INHALTEANBIETER: Radio-, TV- und Web-TV/IPTV-Sender,<br />
Rechteinhaber und -händler, etc<br />
AUSBILDUNG › EVENTS: Aus- und Fortbildungsinstitute, Veranstalter<br />
von Seminaren, Messen, Kongressen und anderen Medien-Events,<br />
Branchenorganisationen, Verbände etc.<br />
HERSTELLUNG › VERTRIEB › INTEGRATION<br />
UNTERNEHMEN ANSCHRIFT LEISTUNGEN INFORMATIONEN<br />
AF Marcotec GmbH<br />
Wiesenstraße 8<br />
D-64347 Griesheim<br />
Tel.: 06155/88 777 66<br />
Fax: 06155/88 777 55<br />
Email: shop@marcotec-shop.de<br />
Internet: www.marcotec-shop.de<br />
Öffnungszeiten:<br />
Mo. bis Fr. 09:00 Uhr bis 18:00 Uhr<br />
Workshops und Schulungen: nach Absprache<br />
• AF Marcotec Vertrieb: professionelles Audio-,<br />
Video- und Filmequipment für TV Produktionen und<br />
Broadcast sowie Glidecam Schwebesysteme.<br />
• AF Marcotec Planung: Individuell wie Ihre Produktion,<br />
planen wir mit Ihnen gemeinsam ihre Ausstattung vom<br />
kleinsten Rig, zum größten Schnittplatz, einem<br />
kompletten Studio oder Ihrer Eventhalle.<br />
• AF Marcotec Service & Showroom: Beratung,<br />
Service und großer Showroom – mitten in Deutschland<br />
bei Frankfurt am Main. Am Autobahnkreuz der A5 und<br />
A67 in Darmstadt.<br />
• AF Marcotec Vertrauensgarantie: Herstellerunabhängig<br />
seit 1984. Produkte oder Preise nicht<br />
gefunden? Wir freuen uns auf Ihren Anruf.<br />
BFE Studio und Medien Systeme GmbH<br />
An der Fahrt 1<br />
D-55124 Mainz<br />
www.bfe.tv<br />
Mainz<br />
Tel:. +49 6131/946-0<br />
E-Mail: info@bfe.tv<br />
Wien<br />
Tel: +43 1 60828-0<br />
E-Mail: bfe.wien@bfe.at<br />
Dubai<br />
Tel: +971 504 437 677<br />
E-Mail: info@bfe.tv<br />
Kompetenzen:<br />
• Projektmanagment<br />
• Broadcast-IT<br />
• Entwicklung<br />
• Fertigung<br />
• Service & Training<br />
BFE, ein Unternehmen mit mehr als 40 Jahren Erfahrung in<br />
der Planung und Realisierung komplexer Projekte.<br />
Unsere Kernkompetenzen liegen in der Projektierung und<br />
Realisierung von Studiosystemen, Übertragungswagen sowie<br />
Systemen der Medientechnik.<br />
Die Fachbereiche gliedern sich in Fernsehen-, Hörfunk-,<br />
Broadcast IT und Medientechnik.<br />
Von der Entwicklung und Planung über hausinterne<br />
Fertigungsabteilungen liefern wir kundenspezifische<br />
Lösungen.<br />
Darüber hinaus wird die gesamte KSC Produktlinie<br />
für den Broadcast Bereich im eigenen<br />
Hause entwickelt und produziert.<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
61
HERSTELLUNG › VERTRIEB › INTEGRATION<br />
UNTERNEHMEN ANSCHRIFT LEISTUNGEN INFORMATIONEN<br />
Black Box Deutschland GmbH<br />
Ludwigstr. 45B<br />
85399 Hallbergmoos<br />
Tel.: 0811/5541-110<br />
Fax: 0811/5541-499<br />
E-Mail: techsupp@black-box.de<br />
Internet: www.black-box.de<br />
Entwicklung, Produktion und Vertrieb von mehr als 10.000<br />
Produktlösungen zur Datenkommunikation:<br />
• KVM Switchen<br />
• KVM Extendern (VGA, DVI) über Kupfer bzw. LWL<br />
• Medien- und Schnittstellenkonverter<br />
• 10/100/1000 Mbps Netzwerk Technologie<br />
• Multimedia und Video<br />
Kostenloser qualifizierter Tech Support am Telefon.<br />
Black Box Network Services ist weltweit eines der grössten<br />
technischen Serviceunternehmen mit Schwerpunkt Design,<br />
Installation und Wartung von Netzwerk Infrastruktur<br />
Systemen. In den Bereichen Datenkommunikation, Netzwerkinstallation<br />
vor Ort und Telefonie unterstützen wir mehr als<br />
175.000 Kunden in 141 Ländern mit 181 Niederlassungen<br />
auf der ganzen Welt.<br />
Mit State-of-the-Art Produktsolutionen für den AV-Bereich<br />
und dem kostenlosen Tech Support am Telefon erarbeiten<br />
wir professionelle Lösungen für das tägliche<br />
Business unserer Kunden.<br />
BMS Europe GmbH<br />
Georg-Ohm-Str. 2<br />
D-65232 Taunusstein<br />
Tel.: +49 6128 7408 200<br />
Fax: +49 6128 7408 229<br />
E-Mail: saleseurope@bms-inc.com<br />
Internet: www.bms-inc.com<br />
BMS Europe GmbH unterstützt Sie in folgenden Bereichen:<br />
• HD/SD Funkstrecken<br />
• Drahtlose Komplettlösungen<br />
• Projektmanagement<br />
• Frequenzmanagement<br />
BMS (Broadcast Microwave Services) bietet Systeme und<br />
Lösungen zur professionellen drahtlosen Videoübertragung -<br />
von ultrakompakten, mobilen Funk-Verbindungen über Aerial<br />
Down-Links bis hin zu komplexen Anlagen zur stadtweiten<br />
Flächenversorgung. Unsere Kunden aus den Bereichen<br />
Broadcast- und Videoindustrie sind große Fernsehanstalten,<br />
Produktionshäuser, deren Dienstleister wie auch Kamera<br />
OEM-Kunden.<br />
BMS gehört zu den führenden Herstellern für COFDM<br />
Übertragungstechnologie, mit eigener Entwicklung und<br />
Fertigung in Deutschland sowie einem weltweiten Serviceund<br />
Vertriebsnetz.<br />
Mit einem umfangreichen Portfolio auf Basis von HF-<br />
Kommunikationssystemen, speziell entwickelt für aktuelle<br />
Berichterstattung, Nachrichtenübertragung, Unterhaltungsindustrie<br />
und Live-Events, liefern wir Videostrecken, Telemetry-<br />
Links, Antennen und Diversity-Technologien, die bereits weltweit<br />
erfolgreich im Einsatz sind. Die HD/SD-Systemlösungen<br />
reichen von 0,4 - 15 GHz, basieren auf dem DVB-T Standard<br />
und entsprechen internationalen Richtlinien und Normen für<br />
Übertragungstechnik.<br />
BMS Europe GmbH, die europäische Niederlassung der BMS<br />
INC. (USA), betreut Kunden und Partner in den EU-Ländern<br />
sowie in Osteuropa, im Mittleren Osten und in Asien.<br />
BMS beschäftigt ca. 30 Mitarbeiter in den Abteilungen<br />
Entwicklung, Fertigung, Vertrieb/Marketing sowie<br />
Administration und Logistik<br />
BPM<br />
Broadcast & Professional Media GmbH<br />
Am Borsigturm 58<br />
D-13507 Berlin<br />
Tel.: 030/91 68 49-10<br />
Fax: 030/91 68 49-25<br />
Obenhauptstraße 15<br />
D-22335 Hamburg<br />
Tel.: 040/557 624-0<br />
Fax: 040/557 624-25<br />
E-Mail: info@bpm-media.de<br />
Internet: www.bpm-media.de<br />
BPM-Vertrieb – erfahrene Vertriebsspezia listen beraten<br />
Sie herstellerunabhängig in allen Fragen zu Broadcast-Videound<br />
Audio-Equipment<br />
BPM-Service – erfahrene Techniker warten und reparieren<br />
Ihr komplettes Broadcast-Video und Audio-Equipment<br />
BPM-Planung – erfahrene Systemspezia listen planen und<br />
realisieren herstellerunabhängig Ihre Visionen<br />
Sony<br />
Panasonic<br />
JVC<br />
Sennheiser<br />
Fujinon<br />
Canon<br />
Thomson<br />
Focus<br />
Sachtler<br />
u.v.m.<br />
Broadcast Solutions GmbH<br />
Alfred-Nobel-Str. 5<br />
D-55411 Bingen<br />
Tel.: +49 6721 4008-0<br />
Fax: +49 6721 4008-27<br />
E-Mail: info@broadcast-solutions.de<br />
Internet: www.broadcast-solutions.de<br />
Mobile Produktionsmittel: Planung und Fertigung von<br />
Übertragungswagen, DSNG Fahrzeugen, Sonderfahrzeuge<br />
Studio Systeme: Planung und Fertigung von Hörfunk und<br />
Fernsehstudios, Regien, Kontroll-und Bearbeitungsräumen<br />
Produkt Vertrieb: Vertrieb von Produkten aus dem<br />
Bereich Audio, Video, Steuerung, IT, SatCom<br />
Rental: Vermietung von Produkten und Systemen aus dem<br />
Bereich SatCom: Encoder, Modulator, IRD, HPA, FlyAway<br />
Antennen, Zubehör, etc.<br />
Service: kompletter Service für Ü-Wagen und DSNG<br />
Fahrzeuge, kompletter Service für SatCom Systeme<br />
Systemintegration and more… langjährige Erfahrung<br />
hohes Qualitätsniveau, Fertigung im eigenen Haus,<br />
kurze Lieferzeiten, 24 / 7 Service und Support<br />
Vetriebs- und Servicepartner von:<br />
62 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
HERSTELLUNG › VERTRIEB › INTEGRATION<br />
UNTERNEHMEN ANSCHRIFT LEISTUNGEN INFORMATIONEN<br />
<br />
Cineflex<br />
+ Drones6k<br />
aerials worldwide<br />
call us 24/7: +49 (0) 4122 / 927 57 75<br />
www.cineflight.tv / film@cineflight.tv<br />
Cineflight GmbH<br />
Bültenkoppel 19<br />
D-25492 Heist<br />
Tel.: +49 4122/927 57 75<br />
E-Mail: film@cineflight.de<br />
Internet: www.cineflight.de<br />
• Helicopter: Eurocopter AS 355 twin für Tiefst-, Nachtund<br />
Seeflug, 2x Bell 206 JetRanger, alle Kameras + Relais<br />
• Equipment: Cineflex V14, Cineflex Elite, HD Broadcast,<br />
Super-G2 / Stab-C, LiveU, Tyler-Mounts, Unimount<br />
• Drohnen: light bis heavy-lift, alle Kameratypen,<br />
In- und Ausland.<br />
Referenzen:<br />
• NDR • RBB • action concept<br />
• ARD • WDR • Airbus<br />
• ZDF • Vattenfall • Volvo<br />
• RTL • Lufthansa • BvB<br />
• arte • Siemens • uvm<br />
Chrosziel GmbH<br />
Klausnerring 6<br />
D-85551 Heimstetten<br />
Tel.: 089/9 01 09 10<br />
Fax: 089/4 47 08 61<br />
E-Mail: info@chrosziel.de<br />
Internet: www.chrosziel.de<br />
Herstellung, Vertrieb und Service:<br />
CHROSZIEL Produkte: Kamerazubehör wie Mattebox,<br />
Leichtstützen, Kameraplatten, manuelle Schärfen- und<br />
Zoom antriebe sowie Funkfernbedienungen DIGI FOX und<br />
ALADIN für Schärfe, Blende u. Zoom. (Die DigFOX<br />
Funkschärfe steuert auch eine Vielzahl von internen Motoren<br />
der Panasonic Kameras) Optische Prüfgeräte wie Kollimator<br />
und Projektor für Kameras und Objektive.<br />
Außerdem kostenlose Prüfung und Service für Canon- und<br />
Fujinon Objektive. Vertrieb von Tiffen Filtern,<br />
Easyrig Körperstativen, Heden Motore und exklusiv für<br />
Europa Abel-IB/E Null Optik und Target Produkte für die<br />
Einstellung des Auflagemaßes der Red One Kamera.<br />
COMO Computer & Motion GmbH<br />
A VITEC COMPANY<br />
Lise-Meitner-Str.15<br />
24223 Schwentinental / Germany<br />
Tel.: +49-(0)4307-8358-0<br />
Fax: +49-(0)4307-8358-99<br />
E-Mail: info@como.com<br />
Internet: www.como.com<br />
Entwicklung, Produktion und Vertrieb<br />
von AUDIO/VIDEO-Lösungen<br />
• Streaming & Delivery<br />
z.B. EZ TV IPTV System<br />
• Management & Archive<br />
z.B. ProxSys PX - Media Server<br />
• Acquisition & Recording<br />
z.B FS-T1001 SxS Recorder<br />
• Conversion, Encoding & Decoding<br />
z.B. Extensor HD Scaler<br />
Grass Valley Germany<br />
Zweigniederlassung der Belden<br />
Electronics GmbH<br />
Brunnenweg 9<br />
D-64331 Weiterstadt<br />
Tel. 06150-104-782<br />
Internet: www.grassvalley.com<br />
Produkt Vertrieb für:<br />
• Kameras<br />
• Kreuzschienen und Modular-Produkte<br />
Multiviewer<br />
• News Produktionssysteme<br />
• Produktionsmischer<br />
• Server und SAN Lösungen<br />
• Slow-Motion Controller<br />
Dienstleistungen & Systemlösungen:<br />
• Media Workflow Application Framework<br />
• News/Sport Production<br />
• Integrated Playout<br />
• Beratung, Schulung und Service<br />
HD-Skycam GmbH<br />
Spiesheimer Weg 28-30<br />
D-55286 Wörrstadt<br />
Tel.: +49 6732 94798-10<br />
Fax: +49 6732 94798-20<br />
E-Mail: info@hd-skycam.tv<br />
Internet: www.hd-skycam.tv<br />
• Aerial Filming, weltweit<br />
• Kreiselstabilisierte Kamerasysteme für Hubschrauber,<br />
Auto, Boot, Schiene und Seil<br />
• Shotover-Service-Partner für Europa<br />
4 x Cineflex, V 14 HD, 5-Achsen Kreiselstabilisiert<br />
• Fujinon Objektive: HA 4,5 – 59 mm;<br />
HA 7,8 – 172 mm; HA 9,7 – 410 mm<br />
• 1x Shotover K1, 2D und 3 D, 6-Achsen kreiselstabilisiert<br />
• Shotover F1, 6-Achsen kreiselstabilisiert<br />
• Red Epic X Camera<br />
• Arri/Fujinon Alura Zoom 18 – 80 und 45 – 250 mm<br />
MAHLZEIT! GmbH<br />
Großes Moor 14b<br />
D-21382 Brietlingen<br />
Tel.: 04133/224769<br />
Fax: 04133/224768<br />
E-Mail: info@mahl.tv<br />
Internet: www.mahl.tv<br />
• Beratung, Planung, Durchführung & Wartung<br />
von temporären und permanenten<br />
Medien-Kabelinstallationen, weltweit<br />
• Systemintegration, weltweit<br />
• Glasfaser- und Kupfer-Kabelkonfektionierung<br />
• 10 x Fujikura 70S Spleißgeräte<br />
• 10 x EXFO FTB-1 OTDR<br />
• 15 x LEMO SMPTE Tester<br />
• 1 x Schleuniger CoaxStrip 5500<br />
• 20 x komplette Rigging-Sets (jeweils 3 Flightcases)<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
63
HERSTELLUNG › VERTRIEB › INTEGRATION<br />
UNTERNEHMEN ANSCHRIFT LEISTUNGEN INFORMATIONEN<br />
Quantel GmbH<br />
Mottmannstr. 4A,<br />
D-53842 Troisdorf<br />
Tel.: 49/2241/498-0<br />
Fax: 49/2241/498-160<br />
Ansprechpartner: Thomas Birner<br />
Director of Sales, Central Europe, Middle East<br />
E-Mail: Thomas.Birner@quantel.com<br />
Internet: http://germany.quantel.co.uk<br />
www.quantel.com<br />
Geschäftsführer: Ian Cooper, Martin Mulligan<br />
eQ: Online-Finishing-System für komplette Endbearbeitung,<br />
SD- u. HD-Formaten in Post- u. TV Produktionen.<br />
iQ: Das Digital Intermediate-System iQ deckt<br />
das gesamte DI-Spektrum ab.<br />
Pablo 3D: Ein non-lineares Farbkorrektur-,<br />
Finishing-System.<br />
Pablo PA: PC Software Tool ermöglicht es,<br />
neben dem Conforming und den vorbereitenden<br />
Arbeiten den kompletten Workflow zu bedienen, auch für<br />
nicht Quantel System-Kunden.<br />
Genetic Engineering: Quantels vernetzte<br />
Infrastrukturlösung!<br />
Enterprise sQ: Quantels serverbasiertes Produktionssystem<br />
ermöglicht Ingest, Editing und Playout sämtlicher Formate<br />
vom User Generated Content bis hin zu HD in dem<br />
gewünschten Format. Die neue Betriebssoftware V 5 unterstützt<br />
auch den kompletten Stereo3D Workflow.<br />
QTube: QTube ermöglicht den direkten Zugriff auf jeden sQ<br />
Server über das weltweite Internet. Die Inhalte können zu<br />
jeder Zeit online bearbeitet werden an allen Orten der Welt,<br />
parallel an verschiedenen Sendebeiträgen.<br />
Riedel Communications GmbH & Co. KG<br />
Uellendahler Straße 353<br />
• D-42109 Wuppertal<br />
Tel.:+ 49 (0) 202 292 - 90<br />
rental-germany@riedel.net<br />
sales-germany@riedel.net<br />
Vermiet- und Vertriebsstandorte:<br />
• Riedel Communications GmbH & Co. KG<br />
Niederlassung Berlin<br />
Ernst-Augustin-Straße 12 • D-12489 Berlin<br />
Tel.:+49 (0) 30 678 261-0<br />
rental-berlin@riedel.net<br />
• Riedel Communications Austria GmbH<br />
Tel.:+43 1 5 23 66 85-0<br />
rental-austria@riedel.net<br />
sales-austria @riedel.net<br />
• Riedel Communications Switzerland AG<br />
Käshaldenstrasse 40<br />
• 8052 Zürich Schweiz<br />
Tel.: +41 (0) 44 307 10 30<br />
switzerland@riedel.net<br />
Vermietung & Vertrieb professioneller<br />
Kommunikationstechnik<br />
• Dry-Hire & Systemverleih<br />
• Digital Matrix Intercom<br />
• Digital Partyline Intercom<br />
• Digital Wireless Intercom<br />
• Professionelle Funktechnik<br />
Vermietung von Wireless Video Systemen<br />
• Drahtlos-Kameratechnik<br />
• Drahtlos-Signalverteilung<br />
Vermietung von LWL/Glasfaser-Systemen<br />
• MediorNet Fiber Optic Network<br />
• MediorNet Compact<br />
• RiLink Global Fiber Network<br />
Riedel-Technik trägt weltweit zum Gelingen internationaler<br />
Top-Events wie etwa der Formel 1 oder den Olympischen<br />
Sommer- und Winterspielen bei. Führende Rundfunkanstalten<br />
und namhafte Theater setzen genauso auf Riedel Technologie<br />
wie zahlreiche kleinere Veranstaltungen.<br />
Die Riedel Communications GmbH & Co. KG entwickelt, fertigt<br />
und vertreibt zukunftsorientierte Echtzeitnetzwerke für Video,<br />
Audio und Kommunikation in Rundfunk-, Event-, Theaterund<br />
Industrie-Anwendungen. Das 1987 gegründete Unternehmen<br />
ge- hört zu den Entwicklungspionieren digitaler Audiomatrix-Systeme<br />
und ist weltweit Technologieführer in der<br />
Systemvernetzung mittels Lichtwellenleiter.<br />
Die Riedel-Gruppe hat ihren Hauptsitz in Wuppertal und<br />
beschäftigt an zehn Standorten in Europa, Australien, Asien<br />
und den USA über 280 Mitarbeiter.<br />
Aktuelle Informationen unter www.riedel.net<br />
SCISYS Deutschland GmbH<br />
Borgmannstraße 2<br />
D-44894 Bochum<br />
Tel.: 02 34/92 58-0<br />
Fax: 02 34/92 58-190<br />
E-Mail: info@scisys.de<br />
Internet: www.scisys.de<br />
IT-Systemlösungen für Radio, TV und New Media zur<br />
Integration, Vernetzung und Automation aller Prozesse und<br />
Arbeitsabläufe der Rundfunkproduktion bei professionellen<br />
Rund funkbetreibern. Die Systeme basieren auf den<br />
Produktfami lien dira! ® (Hörfunkautomation),<br />
MediaFabric (wellen- und medienübergreifende Lösungen).<br />
Exakte Umsetzung kundenspezifischer Anforde rungen<br />
durch Customizing. Beratung, Planung, Systemintegration,<br />
Schulung und Wartung.<br />
Hörfunkautomation dira! ® als Standardsystem, individuelle<br />
Systemlösung oder modulare Software sowie Integration<br />
angrenzender Systeme.<br />
Beispiele für MediaFabric-Lösungen sind digitale<br />
Langzeitarchive, Newsroomintegration oder Planung<br />
und Programm-Management.<br />
sonoVTS GmbH<br />
Kapellenstr. 11<br />
D-85622 Feldkirchen bei München<br />
Tel.: 089/41 96 71-0<br />
Fax: 089/419671-999<br />
E-Mail: contact@sonovts.de<br />
Internet: www.sonovts.de<br />
sono Systembau<br />
Consulting, Planung, Installation und Maintenance<br />
von Broadcast Systemen<br />
sono Rental<br />
Full-Service für TV-Produktionstechnik und Event-Technik<br />
sowie Dry-Hire<br />
sono Vertrieb<br />
Professionelle Broadcast Produkte im Bereich Audio, Video,<br />
Intercom und Broadcast-IT<br />
sono Rental<br />
Axon, AVT, Dolby, Glensound, Harris, Lawo, Lexicon,<br />
Linear Acoustic, Lynx, Mayah, Neumann, Riedel, Schoeps,<br />
Sony, Snell, tc electronic, Tektronix, Wisycom, Yamaha,<br />
Zähl Elektronik-Tontechnik<br />
sono Vertrieb<br />
Linear Acoustic, Wisycom, Yamaha,<br />
Zähl Elektronik-Tontechnik<br />
64 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
HERSTELLUNG › VERTRIEB › INTEGRATION<br />
UNTERNEHMEN ANSCHRIFT LEISTUNGEN INFORMATIONEN<br />
Studio Hamburg Media Consult<br />
International (MCI) GmbH<br />
Jenfelder Allee 80<br />
22039 Hamburg<br />
Telefon: +49 40 6688-3384<br />
Fax: +49 40 6688-3636<br />
Am Studio 20<br />
12489 Berlin<br />
E-Mail: info@mci.de<br />
Internet: www.mci.de<br />
Webshop: www.mci-shop.de<br />
Systems<br />
• Weltweit tätiger Generalunternehmer für Broadcast/IT,<br />
Audio-, Video- und Medientechnik Projekte.<br />
• Planung, Integration, Montage, Inbetriebnahme,<br />
Schulung & After-Sales-Service<br />
Consulting<br />
• Ausschreibungserstellung & Projektüberwachung nach HOAI<br />
• Workflow Optimierung & Personalverleih<br />
Products<br />
• Spezialisten für Broadcast/IT - und Kommunikationstechnik<br />
• Sonderlösungen, Beratung, Finanzierung & Vermietung<br />
STRYME GmbH<br />
Dovskygasse 5/2<br />
1130 Vienna Austria<br />
Tel.: +43 1 968 11 62-00<br />
Fax: +43 1 968 11 62-99<br />
E-Mail: office@stryme.com<br />
Internet: www.stryme.com<br />
GENESIX VideoServer<br />
Bis zu 8 Kanäle 4 IN/4 OUT<br />
Advanced Media Asset Management<br />
XDCAM HD, P2, Pro Res, DNxHD Support<br />
2 D & 3 D Echtzeitgrafik<br />
News Editor<br />
ABRoll – Multichannel Playlist<br />
Stryme liefert seit 10 Jahren Lösungen für die Broadcast<br />
Industrie. Wir bieten sowohl Out of the Box VideoServer<br />
für Ingest und Playout also auch individuelle Software<br />
nach kundenspezifischen Anforderungen.<br />
Zu unseren Kunden zählen ORF, WDR, SKY, SBS,<br />
Sony DADC, ORS oder Telecom Italia.<br />
Videocation GmbH<br />
Münchner Straße 110<br />
D-85774 Unterföhring<br />
Tel.: 089/9 58 23-214<br />
Fax: 089/9 58 23-299<br />
Mobil: 01 51/12 55 66 38<br />
E-Mail: info@videocation.com<br />
Internet: www.videocation.com<br />
Videocation ist Handelshaus und Full-Service-Dienstleister<br />
für Broadcastequipment, professionelle Videotechnik,<br />
klassische und IT-basierte Broadcastsysteme und<br />
Medien technik.<br />
Als Dienstleistungen werden Beratung, Planung, Installation,<br />
Service, Support und Schulungen angeboten.<br />
• Avid<br />
• JVC<br />
• Panasonic<br />
• Sennheiser<br />
• Sony<br />
• Tektronix<br />
Wellen+Nöthen GmbH<br />
Mathias-Brüggen-Str. 65a<br />
D-50829 Köln<br />
Tel.: 02 21/91 56-0<br />
Fax: 02 21/91 56-200<br />
Wellen+Nöthen Niederlassung Berlin<br />
Neue Mälzerei<br />
Friedenstraße 91a<br />
D-10249 Berlin<br />
Tel.: 030/2 88 89-0<br />
Fax: 030/2 88 89-200<br />
E-Mail-Zentral: info@wellen-noethen.de<br />
Internet: www.wellen-noethen.de<br />
• W+N Vertrieb von analoger und digitaler<br />
Medientechnologie für TV-Produktionen, Broadcast,<br />
Eventgestaltung und audiovisuelle Kommunikation<br />
• W+N Systembau – Konzeption herstellerübergreifender<br />
Lösungen, Planung, Installation und Systemintegration<br />
von Produktions- und Eventtechnik. SNG- und<br />
Ü-Wagenherstellung<br />
• W+N Service von Audio- Video- und<br />
Computerhardware, Telefonhotline, Ersatzgeräte-Service<br />
• W+N Rental – Vermietung von TV-Produktions- und<br />
Eventtechnik – Camcorder und VTR s aller<br />
Formate, Kamera regien, Schnittplätze, DVD-Authoring,<br />
High Definition etc..<br />
• W+N Finanzen – Leasingvermittlung, Langzeitmiete<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
65
PRODUKTION<br />
UNTERNEHMEN ANSCHRIFT LEISTUNGEN INFORMATIONEN<br />
CBC Cologne Broadcasting Center GmbH<br />
Picassoplatz 1, D-50679 Köln<br />
Tel.: 0221/456-40<br />
Lil-Dagover-Ring 2,<br />
D-82031 München/Grünwald<br />
Tel.: 089/6 41 85-51 80<br />
Schiffbauerdamm 22, D-10117 Berlin<br />
Tel.: 030/24 755-720<br />
Internet: www.cbc.de<br />
• Planung und Realisierung von<br />
TV-Produktions- und Broadcast-Lösungen<br />
• Studioproduktion (Köln und Berlin)<br />
• Postproduktion (über 75 Edit-Suiten)<br />
• Sendeabwicklungen<br />
• SNG (in Köln, München und Berlin)<br />
• Programmverbreitung<br />
• Teleport<br />
• Filebasierte Archivlösungen<br />
• IT-Lösungen<br />
• Media Services<br />
“CBC avancierte seit Gründung 1994 zu einem der führenden<br />
TV-Produktions- und Broadcast-Unternehmen Deutschlands.<br />
An den Standorten Köln, München und Berlin betreut CBC<br />
u. a. die Sender RTL, VOX, Super RTL, RTL II, RTL NITRO, n-tv,<br />
RTL Crime, RTL Living, Passion sowie diverse TV-Produktionsunternehmen.<br />
Darüber hinaus zeichnet CBC für Produktion<br />
und Broadcast der internationalen Fußball-Bundesliga-<br />
Live-Berichterstattung im Auftrag der DFL verantwortlich.<br />
<br />
Cineflex<br />
+ Drones6k<br />
aerials worldwide<br />
call us 24/7: +49 (0) 4122 / 927 57 75<br />
www.cineflight.tv / film@cineflight.tv<br />
Cineflight GmbH<br />
Bültenkoppel 19<br />
D-25492 Heist<br />
Tel.: +49 4122/927 57 75<br />
E-Mail: film@cineflight.de<br />
Internet: www.cineflight.de<br />
• Helicopter: Eurocopter AS 355 twin für Tiefst-, Nachtund<br />
Seeflug, 2x Bell 206 JetRanger, alle Kameras + Relais<br />
• Equipment: Cineflex V14, Cineflex Elite, HD Broadcast,<br />
Super-G2 / Stab-C, LiveU, Tyler-Mounts, Unimount<br />
• Drohnen: light bis heavy-lift, alle Kameratypen,<br />
In- und Ausland.<br />
Referenzen:<br />
• NDR • RBB • action concept<br />
• ARD • WDR • Airbus<br />
• ZDF • Vattenfall • Volvo<br />
• RTL • Lufthansa • BvB<br />
• arte • Siemens • uvm<br />
Mediatec Switzerland AG<br />
Lindenstrasse 2-4<br />
CH-8604 Volketswil ZH<br />
Tel.: +41 71 388 00 55<br />
Fax: +41 71 388 00 56<br />
info@mediatecgroup.ch<br />
www.mediatecgroup.ch<br />
Broadcast, Display, Event, Installation, Media<br />
• TV- & Video-Produktionen<br />
• Mobile Up-Links (SNG)<br />
• Eventtechnik<br />
• Mobile LED Screen Trucks<br />
• Modulare LED Screens<br />
• Mietservice / Dry and Hire<br />
Mediatec ist einer der größten technischen Dienstleister<br />
Europas in den Bereichen TV-Produktion, mobile & modulare<br />
LED Bildschirme und Eventtechnik.<br />
Von Großbildübertragungen bei Festivals und Kongressen<br />
bis zum „Public Viewing“, von Werbespots bis zu Live-TV-<br />
Produktionen: Mediatec ist der Profi, wenn es darum geht,<br />
digitale Emotionen zu schaffen.<br />
PLAZAMEDIA GmbH<br />
TV & Film Produktion<br />
Münchener Straße 101<br />
D-85737 Ismaning<br />
Tel.: +49 (0)89 99 633- 0<br />
Fax: +49 (0)89 99 633 6990<br />
E-Mail: info@plazamedia.de<br />
Internet: www.plazamedia.de<br />
• Innenproduktion: Broadcast Operations,<br />
(Hauptschaltraum, SAW, Studioproduktion,<br />
Zentrale Grafik) Media Production<br />
(Content Management, Neue Medien, Postproduktion)<br />
• Außenproduktion:TV- und Filmproduktion,<br />
Übertragungstechnik, Spezial-Kamera-Systeme,<br />
Sportstättenberatung<br />
• Technologie: Engineering und Support<br />
Etablierter Full-Service-Dienstleister für TV und Neue Medien<br />
und einer der führenden Sport-TV-Produzenten im deutschsprachigen<br />
Raum. Das Unternehmen produziert im Auftrag von<br />
TV-Sendern sowie Rechteinhabern unter anderem nationalen<br />
und internationalen Fußball, Basketball, Boxen, Formel 1<br />
sowie Europa- und Weltmeisterschaften diverser Sportarten.<br />
Kunden: Sky, Constantin Sport Medien/LIGA total!,<br />
SPORT1 u.v.m.<br />
WestCom Media Group<br />
Westfalendamm 87<br />
D-44141 Dortmund<br />
Tel.: 02 31/94 37-100<br />
Fax: 02 31/94 37-130<br />
E-Mail: geschaeftsleitung@westcom.de<br />
Internet: www.westcom.de<br />
• Informations- und Unterhaltungsformate<br />
als Komplett sendungen<br />
• Magazinbeiträge, Dokumentationen und Reportagen<br />
• Neuentwicklung und Realisierung von TV-Konzepten<br />
• Staffelproduktionen, Live-Sendungen,<br />
• Werbespots • Imagefilme<br />
• Multimedialösungen • Studioschaltgespräche<br />
FullService Mediendienstleister mit einem der modernsten<br />
TV-Studios Deutschlands. Referenzen:<br />
• Sat.1 • RTL<br />
• N24 • ProSieben<br />
• ARD • ZDF<br />
• WDR • MDR<br />
• DSF • DW<br />
66 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
DISTRIBUTION<br />
UNTERNEHMEN ANSCHRIFT LEISTUNGEN INFORMATIONEN<br />
MEDIA BROADCAST GmbH<br />
Joseph-Schumpeter-Allee 17<br />
53227 Bonn<br />
Tel.: 0228 5505 5013<br />
E-Mail: info@media-broadcast.com<br />
www.media-broadcast.com<br />
Occasional Broadcast Services<br />
Tel.: 01803 32 42 00 (kostenfrei)<br />
booking@media-broadcast.com<br />
Zuverlässige Dienstleistungen für die<br />
Broadcast-und Medienbranche<br />
• Event-Broadcasting: SD/HD-Produktion<br />
und Übertragung via SNG, Glasfaser,<br />
Richtfunk und Internet; TK-Services<br />
• Satellite Services: DVB-S-Plattformen,<br />
Up/Downlink, Teleport, Raumsegment<br />
• Terrestrische Netze: DVB-T, DAB+, LMK<br />
• BROADCAST NGN: IP-basiertes Glasfasernetz<br />
mit internationalen Gateways<br />
Media Services: Europaweites CDN,<br />
Play-out, Streaming Services, IPTV<br />
Mehr als 750 Kunden (öffentl.-rechtl. und priv. Rundfunk,<br />
Produktionsfirmen, Eventveranstalter u.v.a.)<br />
vertrauen auf die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit<br />
von MEDIA BROADCAST.<br />
900 Mitarbeiter in ganz Deutschland garantieren<br />
Kundennähe und erstklassigen Service.<br />
SES Platform Services GmbH<br />
Postfach 11 27<br />
85765 Unterföhring<br />
Telefon: 089 1896 3644<br />
Fax: 089 1896 3639<br />
E-Mail: info@ses-ps.com<br />
Internet: www.ses-ps.com<br />
• Content Management: Ingest, Transcoding,<br />
Digitale Archivierung, Media Asset Management<br />
• Playout: Compact, Basic/Pro, Remote<br />
• Encryption: Conditional Access, Simulcrypt, DRM<br />
• Broadcast: Digital Uplink TV, Radio, Daten,<br />
Satellitenkapazität<br />
• Internet: IEncoding, Streaming, Content Delivery<br />
Network, HbbTV Application Development<br />
SES Platform Services ist ein Unternehmen des Satellitenbetreibers<br />
SES und betreibt in Unterföhring bei München eines<br />
der modernsten Sendezentren Europas. SES Platform Services<br />
versteht sich als technischer Dienstleister für Broadcaster und<br />
Produktionshäuser und bietet ein umfassendes Spektrum an<br />
Dienstleistungen rund um die Aufbereitung und Übertragung<br />
von Inhalten für Fernseh- und Radiokanäle an. Dazu gehören<br />
neben der digitalen Archivierung die Sendeabwicklung sowie<br />
die Aufbereitung und Übertragung der Inhalte über Satellit,<br />
Internet und auf mobile Endgeräte.<br />
SES Platform Services verbreitet heute rund 300 digitale TVund<br />
Radioprogramme, interaktive Dienste sowie Datendienste.<br />
Zu den Kunden gehören namhafte Broadcaster aus dem<br />
öffentlich-rechtlichen und privaten Bereich, Pay-TV-Anbieter,<br />
Rechteinhaber, Kabelnetzbetreiber sowie Großunternehmen.<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
67
ROS ATKINS<br />
DIE ZUKUNFT DER NACHRICHTEN<br />
›<br />
Die BBC hat einen Bericht veröffentlicht – „Die Zukunft der Nachrichten“. Verfasst von einigen der talentiertesten<br />
Kollegen, ist er umfassend, durchdacht, und vermittelt eine unverblümte Einschätzung dessen,<br />
inwieweit und wie schnell sich unsere Branche verändern muss. Ein Aspekt jedoch fehlt: Was genau<br />
birgt die Zukunft der Nachrichten? Uns ist klar, dass die größten Veränderungen auf Technologie und Internet<br />
zurückgehen, doch was die Zukunft bringt, wissen wir nicht.<br />
Jahrelang waren Fernsehnachrichten die meist genutzte Form von Journalismus. 76 Millionen Menschen<br />
sehen Woche für Woche BBC World News. Doch wir wissen, dass sich die Erwartungen an TV-Nachrichten<br />
verändert haben. Während viele Zuschauer weiterhin traditionelle Nachrichtensendungen wertschätzen,<br />
möchte eine immer größere Gruppe bei der Darbietung von Nachrichten mitbestimmen können und selbst<br />
beitragen, mit diskutieren und Geschichten teilen; alles Relevante über eine<br />
Geschichte erfahren; besser erklärende Grafiken und Daten präsentiert bekommen;<br />
weniger Vorlesungscharakter und mehr Gespräch. Die Entwicklung von Nachrichten<br />
soll wie in den sozialen Medien in Echtzeit erfolgen. Und wir müssen uns mit anderen<br />
vernetzen, denn Nachrichten bestehen längst nicht mehr nur aus den Informationen,<br />
die für eine Organisation verfügbar sind.<br />
Diese Erwartungshaltung wird vielen bekannt vorkommen. Unsere Bedürfnisse haben<br />
sich aufgrund der rasanten Entwicklung der digitalen Welt verändert.<br />
Bei so einer Auflistung wäre es doch einfach zu sagen, ‘wenn Online-Nachrichten<br />
diese Erwartungen wirklich verstärken und diesen auch gerecht werden, warum soll<br />
man nicht in diese Richtung weitergehen und alles andere zurückfahren?’<br />
Die Antwort ist einfach: Milliarden von Menschen beziehen Nachrichten weiterhin<br />
über das Fernsehen. Sie wollen, dass ihr bevorzugter Sender den Großteil der wichtigen<br />
Informationen für sie auswählt. Was sich verändert hat, sind die Informationen,<br />
die wir für sie aussuchen sollen. Mehr noch, sie wollen beim Aussuchen dabei sein.<br />
Die Herausforderung besteht darin, dies auf funktionale und ansprechende Weise zu<br />
tun. Neulich bekam ich eine Nachricht von einer Zuschauerin aus Südafrika. Die<br />
Anrede lautete „Hi big screen news guy“. Ihre Beschreibung trifft zu.<br />
In meinem BBC-World-News-Format nutze ich ein überdimensionales Tablet, über das ich auf sämtliche<br />
Video- und Audiofeeds zugreifen kann, die den BBC-Newsroom erreichen, sowie auf alle Berichte, geordnet<br />
nach den jeweiligen Korrespondenten aus dem riesigen BBC-Netzwerk, auf soziale Medien, Briefing-Vermerke,<br />
Nachrichtenagenturen, interaktive Karten, Satellitenbilder, Fotos von Agenturen und Einzelpersonen<br />
und Live-Berichterstattungen.<br />
Das Internet ist, simpel gesprochen, ein Netzwerk aus Menschen und Daten. Netzwerke verlaufen naturgemäß<br />
niemals von A nach B nach C. Sie sind nicht linear, genauso wenig wie wir alle Internet-Nachrichten<br />
konsumieren. Fernsehnachrichten waren bisher aber immer genau das: linear. Bei The Outside Source kann<br />
ich anhand des Bildschirms zeigen, wie sich Geschichten entwickeln. Ich kann gegebenenfalls von A nach C<br />
und wieder zurück zu B springen. Es ist flüssig, spontan und von einem traditionellen Ablauf weit entfernt.<br />
Besonders deutlich wird der Vorteil des Tools bei Eil- und Sondermeldungen. Während der Angriffe auf das<br />
kanadische Parlament und das Café in Sydney mischten wir Tweets von Augenzeugen mit Karten, Satellitenbildern,<br />
aktuellen O-Tönen von Polizisten und Politikern, Agenturmeldungen und Live-Schalten auf eine<br />
Art und Weise, wie es in einem gewöhnlichen Fernsehstudio nicht möglich wäre.<br />
Es wird sich erst zeigen, ob in Outside Source die Zukunft der Fernsehnachrichten liegt.<br />
Das Fernsehen wird nie den grenzenlosen Charakter des Internets haben. Diese Grenzenlosigkeit will ich<br />
aber gar nicht, wenn es um Nachrichten geht. Ich will aktuelle Geschichten, in welcher Form auch immer,<br />
mit verständlichen Erklärungen, warum diese Geschichte gerade wichtig ist, und eine Meinung dazu.<br />
❮Ros Atkins<br />
Ros Atkins ist Moderator des News-Formats “Outside Source” auf BBC World News<br />
68 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
Inserentenverzeichnis<br />
Aspera . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .35<br />
BMS . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .7<br />
Damar & Hagen . . . . . . . . . . . . . .25<br />
Filmförderung Hamburg . . . . . . .17<br />
Grass Valley . . . . . . . . . . . . . . . . .15<br />
Imagine Communications . . . . . .U2<br />
Lawo . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .21<br />
mebucom . . . . . . . . . . . . . . . . . . .U3<br />
Riedel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .U4<br />
Shutterstock . . . . . . . . . . . . . . . . .13<br />
Zeiss . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .9<br />
Die nächste Ausgabe MB 3 erscheint am 04.05.<strong>2015</strong><br />
mebucom.de: Vernetzen und informieren!<br />
mebucom.de ist die Internet-Plattform von <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong>.<br />
mebucom steht für Media Business Community.<br />
Der Name ist Programm.<br />
Die im Firmenbereich von mebucom.de eingetragenen Unternehmen<br />
werden mit allen für sie relevanten Artikeln verlinkt.<br />
Alle Beiträge werden von der Redaktion intensiv getaggt.<br />
Die Plattform will Professionals, Experten und Unternehmen<br />
aus der Welt der digitalen Medien miteinander vernetzen und ihnen<br />
schnellen Zugriff auf für sie relevante Informationen bieten.<br />
Angesprochen werden hier nicht nur Akteure aus dem<br />
klassischen Rundfunk- und Film-Sektor, sondern alle, die digitale<br />
Inhalte produzieren, bearbeiten, verwalten, verwerten und verbreiten.<br />
mebucom.de bietet Unternehmen umfangreiche Möglichkeiten,<br />
sich kostenlos zu präsentieren.<br />
Eingetragen werden können hier unter anderem: Anschrift,<br />
Kontaktdaten, Ansprechpartner, Produkt- und Serviceangebote.<br />
Zudem ist das Upload von Logos und Fotos möglich.<br />
Über die mebucom.de-News oder das mebucom.de-Archiv<br />
findet man so mit wenigen Klicks direkt zu ihrem Unternehmen.<br />
Das Angebot ist Google optimiert, so dass Unternehmen, Personen<br />
oder Produkte auch im world wide web über mebucom.de noch<br />
besser zu finden sind.<br />
mebucom.de wird sukzessive weiter ausgebaut und mit<br />
vielen weiteren interessanten Applikationen versehen.<br />
Das Print-Online-Team von <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong> und<br />
mebucom.de präsentiert die Top-Themen der Branche schneller,<br />
flexibler und zielgenauer.<br />
MeBu Verlag Eckhard Eckstein<br />
Am Kurfürstenweg 2A , D-85232 Eschenried/München<br />
USt-IdNr. DE152949652<br />
ISSN 0941-9071<br />
Redaktion<br />
Am Kurfürstenweg 2A , D-85232 Eschenried/München<br />
Tel.: 08131/354759 / Fax: 08131/354760<br />
e-mail: redaktion@medienbulletin.de<br />
Chefredakteur<br />
Eckhard Eckstein<br />
Ständige redaktionelle Mitarbeiter<br />
Dieter Brockmeyer, Erika Butzek, Niklas Eckstein,<br />
Jan Fleischmann, Axel Kersten, Birgit Heidsiek, Bernd Jetschin,<br />
Wolfgang Scheidt, Michael Stadik, Thomas Steiger,<br />
Anzeigenverkauf<br />
Tel.: 08131/354761 / Fax: 08131/354760<br />
e-mail: anzeigen@medienbulletin.de<br />
Grafische Gestaltung<br />
Christl Kaiser<br />
Druck<br />
F+W Mediencenter<br />
Holzhauser Feld 2, D-83361 Kienberg<br />
<strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong> Leserservice<br />
e-mail: abo@medienbulletin.de<br />
Internet<br />
www.medienbulletin.de<br />
www.mebucom.de<br />
<strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong> erscheint 8× jährlich und kostet im Abonnement Euro 91,50 (Inland)<br />
inkl. Zustellgebühren und Euro 119,10 (Ausland) inkl. Zustellgebühren.<br />
Abonennten im EU-Ausland ohne Ust.-ID-Nr. zzgl. 7% MwSt = Euro 127,44.<br />
Die Kündigungsfrist beträgt drei Monate zum Bezugsjahresende.<br />
Das Abonnement für Schüler, Studenten, Auszubildende (jeweils gegen Nachweis) kostet<br />
Euro 55,– (Inland), Euro 71,– (Ausland/EU); ohne Ust.-/D-Nr. zzgl. 7% Mwst.<br />
Das <strong>MEDIEN</strong> BUlLLETIN Einzelheft kostet Euro 12,–<br />
Die Sondereditionen zum Thema „Live-Produktion“ kosten Euro 14,–<br />
Anzeigenpreisliste gültig ab 01.01.<strong>2015</strong>.<br />
Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen.<br />
Nachdruck auch auszugsweise nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.<br />
Eine Haftung für die Richtigkeit der Veröffentlichungen kann trotz sorgfältiger Prüfung<br />
durch die Redaktion nicht übernommen werden.<br />
<strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong><br />
69
z TERMINE<br />
TERMINE APRIL – MAI <strong>2015</strong><br />
NAB <strong>2015</strong><br />
Termin: 11. – 16. April <strong>2015</strong><br />
Ort: Las Vegas, USA<br />
Veranstalter: National Association of Broadcasters<br />
Thema: Rundfunk-Kongressmesse<br />
Weitere Infos: www.nabshow.com<br />
AUDIOVISUAL MEDIA DAYS (AMD15)<br />
Termin: 22. April <strong>2015</strong><br />
Ort: München, HVB Forum<br />
Veranstalter: Medientage München GmbH<br />
Thema: Bewegtbild-Kongress<br />
Weitere Infos: www.audiovisual-media-days.com<br />
MIPTV <strong>2015</strong><br />
Termin: 13. – 16. April <strong>2015</strong><br />
Ort: Cannes<br />
Veranstalter: Reed Exhibitions<br />
Thema: Entertainment Content Markt<br />
Weitere Infos: www.mipworld.com/en/miptv<br />
ADOBE SUMMIT <strong>2015</strong><br />
Termin: 29./30. April <strong>2015</strong><br />
Ort: ExCel, London<br />
Veranstalter: Adobe Systems<br />
Thema: Digital Marketing<br />
Weitere Infos: summit.adobe.com/emea<br />
PROLIGHT & SOUND <strong>2015</strong><br />
Termin: 15. – 19. April <strong>2015</strong><br />
Ort: Frankfurt<br />
Veranstalter: Messe Frankfurt<br />
Thema: Veranstaltungstechnik<br />
Weitere Infos: pls.messefrankfurt.com<br />
<strong>MEDIEN</strong>TREFFPUNKT MITTELDEUTSCHLAND <strong>2015</strong><br />
Termin: 4. – 6. Mai <strong>2015</strong><br />
Ort: Leipzig<br />
Veranstalter: Arbeitsgemeinschaft mtm e.V.<br />
Thema: Medienkongress<br />
Weitere Infos: www.medientreffpunkt-mitteldeutschland.de<br />
TV-WIRKUNGSTAG <strong>2015</strong><br />
Termin: 16. April <strong>2015</strong><br />
Ort: Düsseldorf<br />
Veranstalter: Wirkstoff TV<br />
Thema: TV-Vermarktung<br />
Weitere Infos: wirkstoff.tv/events<br />
MEDIA CONVENTION BERLIN <strong>2015</strong><br />
Termin: 5./6. Mai <strong>2015</strong><br />
Ort: Berlin<br />
Veranstalter: Medienboard Berlin-Brandenburg<br />
Thema: Medienkongress<br />
Weitere Infos: mediaconventionberlin.com<br />
TV CONNECT <strong>2015</strong><br />
Termin: 28. – 30. April <strong>2015</strong><br />
Ort: London, ExCel<br />
Veranstalter: Informa Telecoms & Media<br />
Thema: IPTV und WebTV<br />
Weitere Infos: www.tvconnectevent.com<br />
FMX15<br />
Termin: 5. – 8. Mai <strong>2015</strong><br />
Ort: Stuttgart<br />
Veranstalter: Filmakademie Baden-Wuerttemberg/APD<br />
Thema: Konferenz für Animation, Effects, Games<br />
Weitere Infos: www.fmx.de<br />
DIGITAL MEDIA EUROPE (DME) <strong>2015</strong><br />
Termin: 21./22. April <strong>2015</strong><br />
Ort: London<br />
Veranstalter: WAN-IFRA<br />
Thema: Digital Media Konferenz<br />
Weitere Infos: dme.wan-ifra.org<br />
138. AES CONVENTION<br />
Termin: 5. – 10. Mai <strong>2015</strong><br />
Ort: Warschau, Sofitel Victoria Hotel<br />
Veranstalter: Audio Engineering Society<br />
Thema: Audio-Kongress<br />
Weitere Infos: www.aes.org/events/138<br />
70 <strong>MEDIEN</strong><strong>BULLETIN</strong> 2.<strong>2015</strong>
www.mebucom.de – Besuchen Sie die Medien Business Community von <strong>MEDIEN</strong> <strong>BULLETIN</strong>
OpenS new perspeCtives<br />
More info? NAB stand C4937<br />
www.riedel.net