Dorferneuerung in Michelstadt-Rehbach 2001-2010

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Dorferneuerung in Michelstadt-Rehbach 2001-2010

Dorferneuerung in Michelstadt-Rehbach 2001-2010

architekturbüro

dörte petersson


Impressum

Herausgeber:

Magistrat der Stadt Michelstadt

Frankfurter Str.3

64720 Michelstadt

Layout:

Obla Design, Angela Schmidt

Am Steinbruch 4

64732 Bad König

Redaktion und Gestaltung:

Dr. Bernhard Frassine, Heidi Hofmann

Landrat des Odenwaldkreises

Ländlicher Raum, Veterinärwesen

und Verbraucherschutz

Scheffelstr.11

64385 Reichelsheim

Arbeitskreis Dorferneuerung

Architekturbüro Dörte Petersson

Erbacher Str.32

64720 Michelstadt

Fotos:

Dörte Petersson

Günther Lewold

Landratsamt Odenwaldkreis

Druck:

Rodensteiner Druck Studio

Siedlerweg 16

64407 Fränkisch-Crumbach

Namentlich gekennzeichnete Artikel spiegeln nicht immer

die unmittelbare Meinung der Redaktion wider. Für namentlich

gekennzeichnete Artikel ist der Autor selbst verantwortlich.

Die Gestaltung und Drucklegung dieser Dokumentation

wurde im Rahmen der Dorferneuerung Michelstadt-Rehbach

durch das Land Hessen gefördert.

Arbeitskreis Dorferneuerung:

Sprecher: Uwe Gertig

Stadt Michelstadt vertreten durch

Stadtbaumeister Gerd Beller


Liebe Bürgerinnen und Bürger von Rehbach,

Unsere Dörfer im Odenwald

weisen in ihrer

Struktur und in ihren Lebensformen

eine große

Vielfalt auf. Das hessische

Dorferneuerungsprogramm

bietet den

Kommunen die Möglichkeit

sich auf dieser Grundlage weiter zu entwickeln

und eine hohe Lebensqualität zu sichern.

Rehbach hat mit der Dorferneuerung in der Zeit

von 2001 bis 2009 diese Chance genutzt.

Die Sanierung der aus dem hohen Mittelalter

stammenden und denkmalgeschützten Friedhofskapelle

sowie der Alten Schule und die

Umgestaltung einer Fachwerkscheune in ein

modernes, funktionales und fein gegliedertes

Dorfgemeinschaftshaus in Kombination mit

dem neuen Feuerwehrstützpunkt haben einen

herausgehobenen Dorfmittelpunkt geschaffen.

Rehbach ist es gelungen mit diesem Ensemble

in Verbindung mit den beiden großen Hofstellen

sich neben der bekannten Kernstadt,

Michelstadt, als Dorf mit eigenständigem Charakter

zu positionieren.

Um dieses Ergebnis zu erreichen, mussten sicherlich

viele Fragen geklärt und Festlegungen

getroffen werden. Diesen ganzen Prozess hat

ihr Arbeitskreis Dorferneuerung mit dem Sprecher

und langjährigem Ortsvorsteher, Herrn

Uwe Gertig, begleitet. Die Abstimmung mit

den Vereinen, insbesondere auch mit der örtlichen

Freiwilligen Feuerwehr, wurde herbeigeführt.

Bei den Umgestaltungsarbeiten haben

für viele Stunden eifrige Rehbacher Helfer

Hand angelegt. Für dieses ehrenamtliche Engagement

danke ich allen aktiven Bürgerinnen

und Bürgern. Denn eine funktionale und ansprechende

bauliche Infrastruktur kann das soziale

Miteinander im Dorf zwar fördern, es aber

nicht ersetzen.

Ebenso danke ich allen Bürgerinnen und Bürgern,

die durch Investitionen an ihrem privaten

Anwesen Rehbach verschönert haben.

Nachdem auch die letzten bis 2009 bewilligten

Maßnahmen nunmehr umgesetzt sind, wird in

der vorliegenden Broschüre die geleistete Arbeit

ausführlich präsentiert. Ich gratuliere den

Rehbachern zu den dort dargestellten Ergebnissen

und wünsche allen Bürgerinnen und Bürgern

viele anregende und fröhliche Erlebnisse

in den neuen Anlagen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr

Dietrich Kübler

Landrat


Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wie kein anderer Michelstädter

Stadtteil hat

Rehbach in den letzten

Jahren einen spürbaren

strukturellen Wandel

erfahren. Während viele

Dörfer im Odenwald

unter Schrumpfungsprozessen

leiden, verzeichnet Rehbach seit Jahren

ein stetiges Wachstum und der Anteil von

Kindern und jungen Familien ist hoch.

Diese Entwicklung und alte gewachsene Wünsche

der Rehbacher Bevölkerung waren die

Grundlage für das Dorferneuerungsprogramm,

das mit der Vorlage dieser Dokumentation

nach nunmehr 10 Jahren seinen Abschluss

findet. Aufgenommen in das Dorferneuerungsprogramm

wurde Rehbach im Jahr 2001, die

ersten Konzepte wurden 2003 erarbeitet, die

konkrete Planung im Jahr 2006 abgeschlossen.

Auch wenn der Erfolg der durchgeführten Maßnahmen

sich erst in den nächsten Jahren

zeigen wird – die jetzt erreichte Wohnqualität

Rehbachs und die neue Identifikation der

Rehbacher mit ihrer Ortsmitte geben Anlass

zur Vorfreude auf die kommenden Jahre.

Kernprojekt der Dorferneuerung ist sicherlich

der Bau des Dorfgemeinschaftshauses, das verbunden

mit dem Feuerwehrgerätehaus schon

nach wenigen Wochen seine Funktion als neuer

Dorfmittelpunkt prächtig erfüllt. Die Sanierung

der denkmalgeschützten Alten Schule und der

Erhalt der ortsprägenden Johanniterkappelle

runden die Arbeiten im Ortskern Rehbachs ab.

Die Ursprungsidee eines Dorfgemeinschaftshauses

reicht in Rehbach bis in die Zeit der

Gebietsreform zurück, als von den Rehbacher

Vereinen der Bau einer eigenen Sporthalle

angeregt wurde. Diese Idee wurde zu einem

Konzept für ein kombiniertes Feuerwehr- und

Dorfgemeinschaftshaus weiterentwickelt und

im Rahmen der Dorferneuerung in einzigartiger

Weise umgesetzt.

Über den kostenintensiven Umbau eines vorhandenen

landwirtschaftlichen Gebäudes

wurde viel diskutiert. Heute sehen wir ein saniertes

Gebäude mit neuen Funktionen, das im

besten Sinne den Prinzipien einer nachhaltigen

Entwicklung Rehbachs Rechnung trägt. Mit

dem ortsprägenden Hohenloher Hof, der Alten

Schule und der Johanniterkapelle geht das

neue Areal eine räumliche Verbindung ein und

etabliert einen neuen Ortskern. Beeindruckend

ist dabei die architektonische Umsetzung des

Konzepts und die Ästhetik des Baus und wir

können ohne Übertreibung festhalten, dass das

Rehbacher Dorfgemeinschaftshaus zu den

schönsten des Odenwaldes zählt.

Zu diesem Gesamteindruck trägt auch die Gestaltung

der Freifläche um das Gebäude bei, die

einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung

des neuen Dorfmittelpunktes leistet. Gerade in

diesem Bereich zeigt sich, wie viel Rehbacher

Herzblut in Form von Eigenleistungen in das

Projekt Dorfgemeinschaftshaus geflossen ist.

Ohne die über 4.000 Arbeitsstunden der

Rehbacher Dorfgemeinschaft, ohne die 2.000

Arbeitsstunden der Rehbacher Feuerwehrkameraden

und ohne den Eigenanteil der Rehbacher

Vereine an der Inneneinrichtung wäre das

Dorfgemeinschaftshaus Rehbach in dieser

Form nicht möglich gewesen. Allen Helfern und

Unterstützern gilt hierfür unser besonderer

Dank.

Der Dank gilt natürlich auch dem Land Hessen

für die erhebliche finanzielle Unterstützung.

Sämtliche Baumaßnahmen wurden mit Landeszuwendungen

aus der Dorferneuerung in

Höhe von 568.000 Euro unterstützt. Der größte

Teil dieser Mittel wurde für das Dorfgemeinschaftshaus

verwendet, dessen Baukosten zusammen

mit dem Feuerwehrhaus bei 1,24 Mio.

Euro liegen. In geringem aber spürbarem

Umfang konnten Rehbacher Bürger bei privaten

Investitionen mit Mitteln aus der Dorferneuerung

unterstütz werden. Hierfür wurden

35.000 Euro bereitgestellt.


Es hat sich gelohnt!

Den Rehbacher Bürgerinnen und Bürgern, den

Mitgliedern des Ortsbeirates und des Arbeitskreises

Dorferneuerung sowie parteiübergreifend

den Mitgliedern der städtischen Gremien

danke ich sehr herzlich für die Unterstützung

dieses für Rehbach einzigartigen Projektes.

Unser Dank gilt den Mitarbeitern der Abteilung

Dorf- und Regionalentwicklung beim Landrat

des Odenwaldkreises, allen voran Marie-Luise

Brandau, Heidi Hofmann und Dr. Bernhard Frassine,

ohne deren fachlich fundierte, aber auch

leidenschaftliche Unterstützung das Ortsbild

Rehbachs nicht diesen Charakter bekommen

hätte.

Und wir danken herzlich der Architektin Dörte

Petersson, die mit ihrem technischen und

künstlerischen Verständnis bei der Gestaltung

des Dorfgemeinschaftshauses dem Stadtteil

Rehbach ein neues und schönes Gesicht gegeben

hat.

Ihnen allen spreche ich im Namen der Stadt

Michelstadt meinen herzlichen Dank aus.

Möge der neue Ortsmittelpunkt die Rehbacher

immer wieder glücklich zusammenführen. Der

Grundstein für eine nachhaltige Entwicklung

Rehbachs ist gelegt.

Nach Jahren des Träumens,

Diskutierens,

Überlegens und Planens

sind die Bauarbeiten im

Rahmen der Dorferneuerung

nun soweit abgeschlossen:

Rehbach hat

ein saniertes Schulhaus,

eine renovierte Friedhofskapelle und, vor allen

Dingen, Rehbach hat sein neues Dorfgemeinschafts-

und Feuerwehrgerätehaus.

In seiner Form- und Platzgestaltung ist es ein

modernes und funktionales Gebäude mit ausreichend

Freifläche, um fast allen Anforderung

des Ortes gerecht zu werden. Das Gebäude bietet

Raum für Feierlichkeiten, Zusammenkünfte,

Festveranstaltungen, sportliche Betätigung

oder auch die Pflichtaufgaben der Feuerwehr.

An dieser Stelle möchte ich mich im Namen des

Ortsbeirats Rehbach bei allen Gremien der

Stadt Michelstadt, dem städtischen Bauamt,

der Planerin, der Sachbearbeiterin der Abteilung

Dorf- und Regionalentwicklung und natürlich

bei allen Helferinnen und Helfern für das

Geleistete bedanken und dem Haus für die Zukunft

alles Gute wünschen.

Günter Lewold

Ortsvorsteher Rehbach

Stephan Kelbert

Bürgermeister


Grußwort Dorferneuerungsbeirat

Im Jahre 1999 wurde

in Rehbach ein lang

er sehn ter Wunsch der

Bürger und Vereine konkret,

die Infrastruktur

des Ortes sollte weiter -

entwickelt werden. In

einer Ortsbeiratsitzung

am 11.04.2000 und einer Bürgerversammlung

am 07.06.2000 wurden der Ortsbeirat sowie

die Rehbacher Bürgerschaft über Verfahrensablauf

und Fördermöglichkeiten der Dorferneuerung

informiert. Die Einwohner Rehbachs

zeigten großes Interesse am Dorferneuerungsprogramm

und der Magistrat der Stadt Michelstadt

beantragte die Aufnahme Rehbachs ins

Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen.

Am 16. März 2001 war es soweit, Rehbach

wurde von Staatsekretär Hirschler der Anerkennungsbescheid

für das Dorferneuerungsprogramm

überbracht. In einer halbjährigen

Moderationsphase, unter Leitung von Herrn Dr.

Gerlach, erarbeiteten Rehbacher Bürgerinnen

und Bürger ein Konzept für die Dorferneuerung.

Bei einem Koordinierungstermin wurde

das Konzept mit der Investitionsbank Hessen

(heute Wirtschafts- und Infrastrukturbank) abgestimmt

und der zuschussfähige Gesamtinvestitionsrahmen

festgelegt. Gleichzeitig

bildete sich der Dorferneu erungsbeirat und das

Architekturbüro Petersson wurde mit der

städtebaulichen Beratung beauftragt.

In Zusammenarbeit mit Stadtbaumeister Gerd

Beller, den Frauen Marie-Luise Brandau und

Heidi Hofmann vom Amt für den ländlichen

Raum in Reichelsheim, der Architektin Dörte

Petersson, dem Dorferneuerungsbeirat sowie

den Bürgermeistern Reinhold Ruhr und

Stephan Kelbert und dem Magistrat der Stadt

Michelstadt wurde das Handlungskonzept

für Rehbach im

Detail geplant und bis 2010 umgesetzt.

In dieser Zeit wurden die Rehbacher

Kapelle und das alte Schulhaus

saniert. Aus einer alten

Scheune entstanden ein neues Dorfgemeinschaftshaus

und Feuerwehrgerätehaus, bei

dem die Dorfgemeinschaft viel Eigenleistung

erbracht hat. Rehbach ist nun für die Zukunft

gewappnet. Wir, der Dorferneuerungsbeirat

Rehbach, bedanken uns bei allen Beteiligten für

die gute Zusammenarbeit und wir hoffen, dass

die Vereine und Bürger Rehbachs das neue

Dorfgemeinschaftshaus mit Leben und Freude

erfüllen werden.

Uwe Gertig

Vorsitzender des

Dorferneuerungsbeirates Rehbach


Dorferneuerung in Rehbach – Ziele und Maßnahmen für eine nachhaltige Entwicklung

2001 wurde Rehbach als Förderschwerpunkt

der Dorferneuerung anerkannt.

Den ersten Schritt im Verfahren bildete die

sogenannte Klärungsphase. In diesem Verfahrensschritt

haben die Bürgerinnen und Bürger

unter Anleitung von Herrn Dr.-Ing. Peter Gerlach,

Ober-Ramstadt, Ziele und Wünsche formuliert,

Projekte benannt, ihr Zukunftsbild von

Rehbach „gezeichnet“.

Den Abschluss bildete ein Dorfentwicklungskonzept

mit konkreten Maßnahmen in verschiedenen

Handlungsfeldern als Fahrplan für

das weitere Verfahren in Rehbach.

1. Dorf und Gemeinschaft

- Umnutzung und Erweiterung der ortsbildprägenden

Scheune zu einem multifunktionalen

Dorfgemeinschaftshaus

- Umnutzung der Alten Schule (nach

Fertigstellung des Dorfgemeinschaftshauses)

- Aufwertung des Freizeitgeländes

(Bolzplatz, Volleyballfeld, etc.)

- Schaffung eines Grillplatzes mit Schutzhütte

- Durchführung einer jährlichen Stadtverordnetenversammlung

in Rehbach

2. Dorf und Verkehr

- Verkehrsberuhigender Umbau der

Ortseinfahrten B 47

- Schrittweise Erprobung von verkehrsberuhigenden

Maßnahmen in der Ortsdurchfahrt

- Verkehrsberuhigender Umbau der Ortseinfahrt

im Zuge der Langenbrombacher Strasse

- Bau eines überdachten Unterstandes an der

Schulbushaltestelle

- Ausbau der Fuß- und Radwegverbindungen

nach Steinbach und Michelstadt

3. Dorf und Lebensumfeld

- Errichtung eines Dorfladens

- Belebung des Tourismus

- Ökologische Einzelmaßnahmen (Russeneiche,

Stabilisierung der Insel, Pflanzung Allee)

- Schaffung von Arbeitsplätzen durch

Umnutzung der ESA-Grundstation

Nach Abschluss der Klärungsphase wurde ich

als städtebauliche Planerin mit der weiteren

Betreuung des Dorferneuerungsverfahrens

beauftragt.

In zahlreichen Arbeitskreissitzungen haben wir

die Diskussionen weiter vertieft und Projekte

konkretisiert. Viele der angestrebten Maßnahmen

konnten umgesetzt werden, manche

scheiterten an gesetzlichen Hürden und Bestimmungen

oder wurden fallen gelassen.

Die Renovierung der Johanniterkapelle wurde

als neue Maßnahme in den Katalog aufgenommen.

Manche der formulierten Ziele lassen sich

naturgemäß nicht ohne weiteres realisieren,

benötigen mehr Zeit, privates Engagement

oder vor allem andere Finanzierungsmöglichkeiten.

Dennoch ist Rehbach – auch und besonders

durch die Beharrlichkeit und das Engagement

seiner Bürgerinnen und Bürger – den gesteckten

Zielen ein großes Stück näher gekommen.

Und diese Fähigkeiten werden Rehbach sicherlich

auch noch weiterhin voran bringen.

Dörte Petersson


Zeitplan Dorferneuerung Rehbach

2001

• Anerkennung als Förderschwerpunkt

• Klärungsphase / Erarbeiten des Handlungskonzeptes

• Festlegung des förderfähigen Gesamt-

Altes Schulhaus

investitionsrahmens durch die Investitionsbank

Hessen als Abschluss der Klärungsphase

am 23.11.2001

2002

2003

• Einrichtung des Arbeitskreises Dorferneuerung

• Bestandsaufnahme der Scheune am

Schanzenweg

• Klärung der Wünsche und Bedürfnisse zum

Dorfgemeinschaftshaus

• Erarbeiten von Entwurfskonzepten

2004

• Planung zur Sanierung

der Johanniterkapelle

2005

• Ausführung der

Sanierungsarbeiten an

der Johanniterkapelle


Johanniterkapelle

Freiflächen

Dorfgemeinschaftshaus

2006

• Fertigstellung der Sanierungsarbeiten an der

Kapelle und Einweihung

• Planung zur Sanierung des Alten Schulhauses

• Ausführungsbeginn der Sanierungsarbeiten

am Alten Schulhaus

• Entwurfsplanung und Bauantrag zum

Dorfgemeinschaftshaus

2008

• Ausschreibungen

• Baubeginn „Sanierung und Umbau der

Scheune zum Dorfgemeinschaftshaus mit

Feuerwehrgerätehaus“

2010

• Fertigstellung der Umbau- und

Sanierungsarbeiten

• Planung der Freiflächen zum Dorfgemeinschaftshaus

und Feuerwehrgerätehaus

• Ausführung der Freiflächenneugestaltung

• Einweihung am 19.11.2010

2007

• Abschluss der Sanierungsarbeiten

am Alten Schulhaus

• Ausführungsplanung

Dorfgemeinschaftshaus

2009

• Ausführung der Arbeiten zu „Sanierung und

• Umbau der Scheune zum Dorfgemeinschaftshaus

mit Feuerwehrgerätehaus“


Johanniterkapelle

Im ursprünglichen Maßnahmenkatalog waren

keine Arbeiten an der Johanniterkapelle vorgesehen.

Dennoch kristallisierte sich ein Renovierungsund

bei genauerem Hinsehen ein Sanierungsbedarf

an diesem Gebäude heraus.

Die Johanniterkapelle wurde 1113 erstmals urkundlich

erwähnt. Auch wenn heute nur noch

der Chorturm des ursprünglichen Kirchengebäudes

erhalten ist, ist es doch eines der ältesten

noch bestehenden Gebäude des

Odenwaldkreises und ein baugeschicht liches

Kleinod.

In den 1970-er Jahren wurde durch die Kirchengemeinde

ein schlichtes Langhaus angebaut –

überwiegend in Eigenleistung.

und daraus folgend zwei neue Fenster eingebaut.

Im Langhaus wurde das Dach repariert und gedämmt.

Das alte, undicht und unansehlich gewordene

Glaselement aus Stahl wurde

ausgebaut und durch ein Glaselement aus Eichenholz

ersetzt.

Die Buntglasscheiben an der Westfassade wurden

in neue Isolierglasfenster gesetzt und der

ganze Innenraum neu und freundlicher gestaltet.

Ausführungszeitraum: 2005 / 2006

Kosten: rund € 70.000,00

Nach den Ergebnissen einer restauratorischen

Befunduntersuchung vor Beginn der Baumaßnahme

wurde der Chorraum entsprechend den

historischen Farbbefunden neu gestrichen. In

der Sakristei wurde das fehlende Mittelgewände

des gotischen Doppelfensters ergänzt


Johanniterkapelle


Altes Schulhaus

Das Alte Schulhaus wurde 1883 errichtet und

steht unter Denkmalschutz.

Das ortsbildprägende und für viele Reh -

bacherinnen und Rehbacher sicherlich auch

kindheitsprägende Gebäude in der Ortsmitte

diente bis zur Fertigstellung des Dorfgemeinschaftshauses

als Gemeinschaftseinrichtung

für die zahlreichen Vereine.

In Abstimmung mit der Denkmalpflege wurde

das Dach gedämmt und mit Biberschwanz -

ziegeln neu eingedeckt. Neue zweiflügelige

Holzfenster mit Oberlicht wurden eingebaut,

das Sandsteinmauerwerk gereinigt und neu

verfugt und die Schindeln an der Gaube wurden

gestrichen.

Erforderlich war auch die Sanierung der Sandsteinstützmauer

zur Strasse hin, die durch die

Wurzeln eines Nadelbaumes stark beschädigt

und in ihrer Standfestigkeit beeinträchtigt war.

Der vorhandene Holzlattenzaun wurde überarbeitet

und neu gestrichen und das Einfahrtstor

erneuert.

Ausführungszeitraum: 2006 / 2007

Kosten: rund € 155.000,00


Altes Schulhaus


Dorfgemeinschaftshaus mit Feuerwehrgerätehaus

Das Dorfgemeinschaftshaus (DGH) war ein

lange gehegter Wunsch der Dorfgemeinschaft.

Das alte Schulhaus bot nicht ausreichend Platz

für die vielfältigen Aktivitäten der Dorfgemeinschaft.

Und das an das Schulhaus angebaute Feuerwehrgerätehaus

genügte nicht mehr den gesetzlichen

Vorgaben.

Aus diesem Grund hatte die Stadt Michelstadt

schon vor Beginn des Dorferneuerungsverfahrens

ein Gelände in der Ortsmitte mit einem

Scheunengebäude erworben.

Im Zuge der zunächst erfolgten Bestandsaufnahme

des Scheunengebäudes stellten wir fest,

dass die Bausubstanz einen teilweisen Erhalt

rechtfertigt. Verschiedene Konzepte wurden

entwickelt, diskutiert, verändert – bis schließlich

2006 der Bauantrag eingereicht wurde.

Die Planung sah nunmehr ein Dorfgemeinschaftshaus

mit Saal, Jugendraum, Vereinsraum,

Küche und Nebenräumen vor. Das

Feuerwehrgerätehaus konnte entsprechend

den gesetzlichen Anforderungen in das Gebäude

integriert werden.

Dabei wurde auf den weitmöglichen Erhalt des

Scheunencharakters – schlichter, lang gezogener

Baukörper mit großem Satteldach – Wert

gelegt, sowie die vorwiegende Verwendung

von orts- und regionaltypischen Materialien.

Darüber hinaus sollte ein besonderes Augenmerk

auf die energetische Bilanz des Gebäudes

gelegt werden, auch um künftige Unterhaltungskosten

gering zu halten.

Das Gebäude ist mit einer sehr guten Wärmedämmung

und einer Pelletheizung ausgestattet.

Auf der nach Süden ausgerichteten Dachfläche

wurde eine Photovoltaikanlage installiert.

Nach sorgfältiger Planung und Ausschreibung

wurde im Herbst 2008 mit der Baumaßnahme

begonnen.

Als Abschluss der etwa 2-jährigen Bauzeit mit

viel Engagement von allen Beteiligten und sehr

viel Eigenleistung der Rehbacher Bürgerinnen

und Bürger konnte im November 2010 das

Dorfgemeinschaftshaus feierlich eingeweiht

werden.

Ausführungszeitraum: 2008 bis 2010

Gesamtkosten: rund € 1.200.000,00

Anteil DGH: rund € 660.000,00


Dorfgemeinschaftshaus

& Feuerwehrgerätehaus


Dorfgemeinschaftshaus

Bauphase

& Feuerwehrgerätehaus


Freiflächen

im Bereich Dorfgemeinschaftshaus

und Feuerwehrgerätehaus

Die große Freifläche vor dem Dorfgemein -

schaftshaus sollte im Anschluss an die Hochbaumaßnahme

ebenfalls adäquat gestaltet

werden.

Erforderlich war einerseits die Schaffung ausreichender

Parkmöglichkeiten vor dem Dorfgemeinschaftshaus,

andererseits die Gestaltung

einer Platzfläche, die Feste im Freien ermöglicht.

So entstand eine multifunktionale gepflasterte

Fläche, mit Bäumen und Grün eingefasst, die

vielfältig genutzt werden kann.

Auch hier waren Eigenleistungen erforderlich,

die die Rehbacher sehr engagiert und erfolgreich

erbracht haben.

Ausführungszeitraum: 2010

Gesamtkosten: rund € 115.000,00

Anteil DGH: rund € 85.000,00

Freiflächen


Private Maßnahmen

Neben den kommunalen Einrichtungen sind es

ganz wesentlich auch die privaten Gebäude, die

die Gestalt eines Dorfes bestimmen.

Aus diesem Grund werden aus Mitteln der

Dorferneuerung nicht nur öffentliche Maßnahmen

gefördert, sondern auch private bauliche

Veränderungen. Dabei liegt das Augenmerk

gemäß den Inhalten des Förderprogrammes im

Wesentlichen auf Erhaltung und Sanierung älterer

und historischer Bausubstanz.

Diese Gebäude liegen naturgemäß in erster

Linie in den Ortskernen, sodass mit der Förderung

der privaten Investitionen die Ortskerne

gestärkt und lebendig erhalten werden.

Nicht mehr passende Grundrisszuschnitte oder

Hausgrößen können mit beratender und finanzieller

Unterstützung den modernen Wohnbedürfnissen

angepasst werden. Erforderliche

Sanierungs- oder Unterhaltungsmaßnahmen

werden ebenso gefördert.

Die Gestaltung in ortstypischer Bauweise mit

regionaltypischen Materialien und eine harmonische

Farbgebung bilden dabei die Voraussetzungen

für eine finanzielle Förderung.


Private Maßnahmen

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