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SEITEN

116 EXTRA

DIE SCHÖNSTEN TOUREN DEUTSCHLANDS

SPEZIAL 2015 • DEUTSCHLAND EURO 4,90

MEHR WISSEN • MEHR WANDERN • MEHR SPASS

Deutschland

Deine schönsten Wege

MIT

10

TOP

45

TRAUM-

ROUTEN

vor der Haustür

10 STADT-

TOUREN

inkl. Karten

zum Nachwandern

ehrlich • unabhängig • authentischWir sind

vor Ort

wanderlust


IDENTITY – LEDER MIT

HERKUNFTSNACHWEIS

Meindl hat schon einige Innovationen

im Schuhbereich auf den Weg gebracht –

eine davon ist Meindl Identity ®

Bei den Modellen dieser Serie gibt das Unternehmen einen

detaillierten Herkunftsnachweis auf das verwendete Oberleder.

Damit schafft Meindl mit den Schuhen aus der Meindl

Identity ® -Serie eine lückenlose Transparenz – angefangen

auf der Almwiese, auf der die Rinder weiden und leben,

über die Gerberei, die das Leder in Deutschland nachweislich

umweltschonend gerbt, bis hin zur Produktion

der Schuhe. Schon beim Gerben wird das Leder mit einer

Identifikationsnummer versehen. Jede Lederhaut wird dabei

gesondert von Hand geprägt. Diese Identifikationsnummer,

auch Identity-Nummer genannt, ist später auch im Schuh

verewigt und zwar im Innenteil der Manschette. Damit können

die Kunden die Vita ihres Schuhoberleders auf der Seite

www.identity-leder.de nachverfolgen.

ORIGINAL

Tessin (Lady) Identity

Ascona (Lady) Identity

www.identity-leder.de


Traumrouten 2015 | Editorial

Wandern ist

Lust

Glauben Sie nicht? Versuchen Sie es doch einfach

mal! Denn erstens hat wandern heute kaum noch

etwas mit dem zum tun, über das wir als Kind, Jugendlicher

oder eingefleischter Städter vielleicht mal geschimpft

haben. Heutzutage können wir unser Tempo selbst bestimmen,

ebenso die Route natürlich und: die Anzahl der Pausen!

Begleitende Trends sind Freundschaften pflegen, Zeit mit

der Familie genießen sowie bei vielen auch jüngeren Menschen

eine wiedergewonnene Heimatverbundenheit. Man ist

stolz auf seine Stadt, seine Region, und zelebriert sie nicht

nur durch das Tragen entsprechender T-Shirts oder Taschen,

sondern auch durch Entdeckertouren vor der Haustür.

Hinzu kommt ein (undogmatisches) Interesse an Naturund

Umweltschutz – allein schon der Kinder wegen.

© -VICTOR- /istockphoto.com – Titel: stockone / fotolia.com

Vorbei sind die Zeiten, in denen wir im Sonntagsanzug oder

im besten Kleid dazu gezwungen wurden nach dem Mittagessen.

Und dabei auch noch still sein mussten, während die

Erwachsenen stundenlang nur über Erwachsenenthemen geredet

haben. Wo die Natur nur Nebensache war und wir uns bloß

nicht schmutzig machen durften. Stattdessen immer

schön lächeln und brav sein – was sollen denn

sonst die Tanten und Onkel denken?

Wenn‘s schmutzig wird, gibt‘s heutzutage

Funktionsbekleidung. Dazu

jede Menge spannendes Equipment, mit

der jede Wanderung zusätzliche Reize

erhält. Vorbei sind aber auch die Zeiten,

in denen um jeden Preis der Gipfel erreicht

werden muss. Heutzutage ist der Weg

das Ziel mit all seinen kleinen und

großen Wundern am Wegesrand. Bei

denen man ruhig mal inne halten kann – ohne von der Vorhut

der Herde mit vorwurfsvollen Blicken bestraft zu werden.

Zweitens gilt es heutzutage als schick, am Wochenende

Ballast abzuwerfen und in der Natur nach Balance zu suchen.

Denn aktive Erholung und Naturgenuss sind Teil eines gesellschaftlichen

Mega-Trends, wie er Marktforschern zufolge

höchstens alle 30 Jahre einmal vorkommt. Dafür haben sie

beinahe epochalen Charakter und verändern dabei nicht nur

einzelne Segmente oder Bereiche des Lebens, sondern formen

ganze Gesellschaften um, so Wissenschaftler wie beispielsweise

der berühmte Zukunftsforscher Matthias Horx.

Und drittens wissen wir – und stehen auch dazu –, dass zu

jeder guten Wanderung auch ein kulinarischer Leckerbissen gehört,

auf den wir uns entweder zwischendurch oder am Ende einer

Tour freuen können. Ein leckeres Bier, einen gepflegten Wein,

die berühmte Brotzeit oder andere regionale Spezialitäten

zu denen wir einkehren können mit unserer Familie

oder unseren Freunden. Bei denen wir es uns einfach

nur gut gehen lassen und das Leben genießen.

Denn: Wir haben uns das verdient!

All diese Aspekte bietet wandern

heutzutage – zumindest dann, wenn

Sie den Traumtouren von wanderlust

folgen. Pünktlich zum fünften Geburtstag

haben wir noch einmal alle Highlights der

bisher erschienenen Ausgaben

durchforstet, unsere 45 Favoriten

herausgesucht, sämtliche

Adressen überprüft und aktualisiert, neu gegliedert und jetzt

zusammengefasst zu diesem Sonderheft, das Sie sich getrost

einfach so ins Regal oder auf den Wohnzimmertisch legen können.

Probieren sie uns aus. Probieren Sie mal, demnächst

einen Tag in der Natur zu verbringen. Lassen Sie sich inspirieren,

versorgen Sie sich mit Wissen und freuen Sie

sich auf auf Ihre ganz persönliche Wander-Lust!

Ihr,

Andreas Mayer

Chefredakteur

Spezial | 2015

3


Inhalt

Geltinger Birk

Husum

Nordsee

Hamburg

Altes Land

Lübeck

Uckermark

Worpswede

Berlin

Zwillbrocker Venn

Münsterland

Harz

Reinhardswald

Aachen

Düsseldorf

Sauerland

Bergisches Land

Köln

Westerwald

Nationalpark Hainich

Point Alpha/Thüringen

Sächsische Schweiz

Dresden

Ahrtal

Vulkaneifel

Moseltal

Rheingoldbogen

Hunsrück

Baybachklamm

Frankenwald

Nahetal

Fränkisches Weinland

Saarland

Vorderpfalz

Dahner Felsenland

Heidelberg

Nürnberg

Nürnberger Land

Fränkisches Seenland

Erding

München

Südschwarzwald

Feldbergsteig

Starnberger See

Tegernsee-Region

Kreuth/Wildbad Kreuth

4

Spezial | 2015


Der Norden

IMPRESSUM

MEHR WISSEN.

MEHR WANDERN.

MEHR SPASS.

© AVTG, ArtHDesign, justhavealook, ra-photos, shironosov/istockphoto.com

6 Intro

9 Nordsee

11 Husum

20 Intro

23 Ahrtal

25 Rheingoldbogen

27 Vorderpfalz

29 Saarland

31 Vulkaneifel

33 Westerwald

35 Moseltal

Der Westen

Der Osten

54 Intro

57 Thüringen

59 Sächsische Schweiz

Der Süden

68 Intro

71 Frankenwald

73 Fränk. Seenland

75 Erding

77 Nürnberger Land

13 Worpswede

15 Geltinger Birk

17 Altes Land

37 Dahner Felsenland

39 Nahetal

41 Münsterland

43 Reinhardswald

45 Bergisches Land

47 Hunsrück

49 Sauerland

51 Zwillbrocker Venn

61 Harz

63 Hainich Nationalpark

65 Uckermark

79 Tegernsee-Region

81 Wildbad Kreuth

83 Starnberger See

85 Feldbergsteig

87 Südschwarzwald

Stadtwandern

92 Intro

95 Berlin

97 Köln

99 Hamburg

101 München

103 Aachen

105 Dresden

107 Nürnberg

109 Düsseldorf

111 Lübeck

113 Heidelberg

ehrlich • unabhängig • authentischWir sind

vor Ort

wanderlust

Alle hier vorgestellten Touren

wurden von uns selbst vor Ort

recherchiert, nachgewandert

und sorgfältig protokolliert. Wir

unterwerfen uns hier einem

Ehrenkodex, der uns wichtig

ist. Bei keiner unserer großen

Wanderreportagen finden Sie

versteckte Promotions, Kooperationen

oder als Redaktion

getarnte PR. Denn was gibt

es Schlimmeres, als in freier

Natur falsch informiert und

von Prospektmaterial in die

Irre geführt worden zu sein!?

Unseren gesamten Ehrenkodex

können Sie im Internet unter

www.wanderlust-magazin.

de/ehrenkodex nachlesen.

SPEZIAL 2015

VERLAG & ANZEIGENVERWALTUNG

Brinkmann Henrich Medien GmbH

Heerstraße 5 • D-58540 Meinerzhagen

Telefon 02354 / 7799-0

Fax 02354 / 7799-77

E-Mail info@sportcombi.de

Internet www.sportcombi.de

GESCHÄFTSFÜHRUNG

Thomas Brinkmann, Peter Henrich

VERLAGSLEITUNG

Thomas Brinkmann

LESERSERVICE

Fragen, Anregungen und Kritik bitte an:

leserservice@wanderlust-magazin.de oder an:

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Leserservice ,

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REDAKTIONSANSCHRIFT

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Fax 0221 / 9608-550

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Internet www.wanderlust-magazin.de

CHEFREDAKTEUR

Andreas Mayer

STELLV. CHEFREDAKTEURIN

Carolin Katharina Müller

TEXT & GRAFIK

Redaktion wanderlust Ausgaben 2009 – 2014

KARTOGRAFIE

Jochen Fischer

DRUCK

Dierichs Druck+Media GmbH & Co. KG,

D-34121 Kassel

SPEZIAL erscheint unregelmäßig als

Supplement in der wanderlust.

Zurzeit ist der Anzeigentarif Nr. 46

vom 1. Juni 2014 gültig.

VERTRIEB EINZELHANDEL

IPS Pressevertrieb GmbH

Carl-Zeiss-Straße 5 • D-53340 Meckenheim

Telefon 02225 / 8801-0

EINZELHEFT 4,90 €

BESTELLUNG VON EINZELHEFTEN

nur gegen V-Scheck (Preis = Anzahl Hefte x

4,90 Euro + einmalig 2,50 Euro für Versand u.

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Schweiz, Benelux, Italien 5,00 Euro, übriges Ausland

6,30 Euro) bei: Brinkmann Henrich Medien GmbH,

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Ansprechpartner:

Erik Hornung (Ltg.) (DW -13)

Ulrich Onnasch (Sport) (DW -10)

Astrid Eisenblätter (DW -14)

Bei Nichtbelieferung ohne Verschulden des Verlages

oder infolge von Störungen des Arbeitsfriedens

bestehen keine Ansprüche gegen den Verlag.

Copyright für alle Beiträge: Brinkmann Henrich

Medien. Alle Verlags- und Nutzungsrechte liegen beim

Verlag. Vervielfältigung, Speicherung und Nachdruck

redaktioneller Beiträge und Nutzung der Daten in

elektronischen Medien nur mit schriftlicher Genehmigung

der Brinkmann Henrich Medien GmbH.

Gerichtsstand: Meinerzhagen

Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Bilder

wird nicht gehaftet. Anspruch auf Ausfallhonorar,

Archivgebühren und dgl. besteht nicht. Namentlich gekennzeichnete

Beiträge müssen nicht die Meinung der

Redaktion wiedergeben. Änderungen und Kürzungen

der Manuskripte behält sich die Redaktion vor.

Alle in

veröffentlichten Touren und Daten,

wie Öffnungszeiten, Telefonnummern usw., sind nach

bestem Wissen aktuell recherchiert. Wir können

jedoch leider keine Haftung für die Richtigkeit der

Angaben übernehmen. Die Redaktion bittet um Verständnis,

wenn angekündigte Themen aus aktuellem

Anlass verschoben werden.

Gedruckt auf umweltschonendem, 100 % chlorfrei

gebleichtem Papier.

ist ein Titel der BHM-Gruppe.

Spezial | 2015

5

FACHHANDEL


Der Norden

© ra-photos/istockphoto.com

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Spezial | 2015


Geltinger Birk

Husum

Nordsee

Worpswede

Altes Land

Der Norden

Spezial | 2015

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Der Norden

Von wegen,

nur flach!

Was haben Wandertouren aus Norddeutschland in einem Wandermagazin zu suchen? Keine

Berge, keine Täler … ist das nicht alles fürchterlich langweilig? So kann nur jemand denken,

der sich noch nie von der unglaublichen Kraft des Meeres mit seinen kleinen und großen Naturwundern,

dem Wind und der beeindruckenden Weite hat fesseln lassen. Und der wohl auch

noch nie ein wirklich frisches Fischbrötchen gegessen hat …

Schon nach wenigen Minuten hier oben im Wind und Wetter

des Nordens kann man die Menschen verstehen, die hier,

und nur hier, glücklich sind: Die leicht salzige Meerluft, die

Kenner vermeintlich schon kurz hinter Bremen riechen, die unglaubliche

Weite, die nur eine Natur ohne (störende) Hügel bieten

kann, der Wind, die „Brise“, die steif, aber stets erfrischend weht,

und natürlich das Meer …

Dass die Norddeutschen an sich ebenfalls als etwas steif gelten,

mag unmittelbar damit zusammenhängen. Wer will schon reden,

wenn er gerade auf‘s Wasser schaut, das so beruhigend,

faszinierend, so „ohne Worte“ sein kann?

Wer jetzt aber glaubt, Norddeutschland ließe

sich nur per Kutter oder beim Angeln erforschen,

der irrt gewaltig: Allen voran

sind hier tatsächliche Wanderungen

durch das legendäre Watt – seit

2009 auch Weltkurlturerbe –, die

einzigartige Einblicke in das Leben

zwischen Ebbe und Flut, mit dem

Watt und in ihm bieten – nämlich

auf das, was unten zwischen Schlick

und Sand lebt und sich nur zu Fuß und

mit hochgekrempelten Hosen entdecken

lässt.

Wie auf unserer Wattwanderung von Cuxhaven

nach Neuwerk, die vorbei am Friedhof der Namenlosen

bis hin zu Hamburgs einziger Fußwaschanlage führt und nicht

nur auf dem Nordseeboden erfolgt, sondern auch noch für jeden

Ornithologen ein Abenteuer ist. Und auch sonst haben wir uns

bemüht, ihnen den Norden mit einzigartigen Touren schmackhaft

zu machen, die so in keinem Reiseführer stehen.

So unser Wandertipp für Husum: Zwischen Schafen, weiten Nordseeblicken

und dem allgegenwärtigen Gepuste des Winds „klettern“

wir nahezu unmerklich vom Husumer Marschland auf den Schobüller

Geestrücken. Das Besondere daran: Wir befinden uns am einzigen

Küstenabschnitt des nordfriesischen Festlands, wo Land und

Meer ohne Deich aneinandergeraten dürfen.

Wanderer in Worpswede können sich rund

um das Teufelsmoor austoben und dabei jede

Menge über die Trockenlegung und Renaturisierung

dieser einzigartigen Naturlandschaften erfahren.

Das Naturschutzgebiet Geltinger Birk trennt

Flensburger Förde und Ostsee. Bei einer Wanderung

auf der Landzunge lassen wir uns von einer Möwe

den Weg zeigen …

Und natürlich kein Besuch im Norden

ohne das Alte Land mit seinen charakteristischen

und einzigartigen Bauernhöfen.

Neben einer schönen Wanderung

haben wir deswegen auch gleich ein

paar Adressen für Sie, wo Sie Obst selber

pflücken und frischen Fisch bekommen können.

Und apropos frischen Fisch: Wer einmal ein wirklich frisches

Fischbrötchen – zum Beispiel direkt auf einem Kutter am Hafen –

genießen konnte, hat auch den wahren Grund entdeckt, warum der

Norddeutsche an sich so ungern seiner Scholle den Rücken kehrt.

Von wegen das Meer oder die Weite – Liebe geht doch bekanntlich

durch den Magen, oder?

© GildedCage/istockphoto.com

8

Spezial | 2015


Nordsee

Wunderwelt Watt

Im Sommer 2009 erhob die

UNESCO das Wattenmeer vor der

deutschen und niederländischen

Nordseeküste zum Weltnaturerbe.

Beim Wattwandern spürt jeder die

weltweit einzigartige Küstenlandschaft

hautnah: schrille Rufe der

Austernfischer, Schlick zwischen

den Zehen, Salz auf den Lippen

und eine tropfende Nase vom Jod

in der Luft.




























Typ: Streckenwanderung

Länge: gut 10 Kilometer (von

Duhnen aus mehr)

Dauer: drei Stunden

Steigung/Gefälle: eben

Schwierigkeitsgrad: einfach

Markierung: Prickenweg

Beste Wanderzeit: April–Oktober

Start: Wattwagenauffahrt in der

Hans-Claußen-Straße, Cuxhaven-

Sahlenburg.

Ziel: Leuchtturm Neuwerk

Wegequalität: nass, glitschig



















Zu Fuß nach Hamburg-Mitte

Wettlauf mit dem Wasser

Meistens streben Wanderungen irgendwelchen Höhen entgegen.

Diese bleibt auf dem Boden. Über den Meeresgrund der Nordsee

führt sie von Cuxhaven nach Neuwerk, Hamburgs Vorposten an

der Elbmündung. Trödeln ist nicht – sonst kommt die Flut!

Wandertechnisch ist dies wahrscheinlich

eine der einfachsten

Wanderungen. Vom Start an der

Wattwagenauffahrt in Cuxhaven-

Sahlenburg dem Prickenweg (1)

folgen. Einige Priele (2) kreuzen

und drei Rettungsbaken (3)

passieren. Auf der Insel nach

links gehen. Hinter einer sachten

Rechtskurve liegt rechts der

Friedhof der Namenlosen (4), kurz

darauf kommt die Fußwaschanlage

(5) am Nationalpark-Haus.

Zum Leuchtturm (6) ist es von hier

nur noch ein Katzensprung.

Doch Vorsicht: Sandbänke und

Priele werden von der See ständig

verlagert. Zur Kennzeichnung

des Wattweges nach Neuwerk ist

dieser mit Buschpricken markiert.

Neulinge sollten sich daher einer

vom Wattführer geleiteten Tour

anschließen. Dort erfahren die

Teilnehmer von den Tücken der

Nordsee. Wer unerfahren drauflosstiefelt,

handelt grob fahrlässig

und begibt sich in Lebensgefahr!

Für jeden gilt: Niemals allein ins

Watt und immer bei jemandem

an- und abmelden. Im Rhythmus

der Gezeiten, gut alle sechs

Stunden, wechseln Ebbe und Flut.

Niedrigwasser bezeichnet den

tiefsten Wasserstand der Ebbe,

die Phase ablaufenden Wassers.

Danach kehrt die Strömung sich

um, die Flut kommt, das Wasser

strömt mit etwa fünf Kilometern

pro Stunde hinein. Nach diesem

Naturphänomen muss sich jede

Wattwanderung richten: Zweieinhalb

Stunden vor Niedrigwasser

ist der späteste Zeitpunkt, um

loszulaufen. Unterwegs muss

man die Zeit im Blick behalten.

Zum tiefsten Wasserstand

sollte wieder fester Land boden

unter den Füßen sein. Auch wenn

dann alles noch ganz harmlos

aussieht: Priele laufen zuerst

voll und schneiden mit starker

Strömung schnell den Rückweg

ab. Zuverlässiger Sonnenschutz ist

wichtig: Das Salzwasser auf dem

Watt reflektiert und verstärkt die

Einstrahlung erheblich. Seenebel

kann minutenschnell aufziehen

und die Orientierung ohne Kompass

oder GPS-Gerät unmöglich

machen. Drohen Gewitter, ist es

zu gefährlich, sich auf den Weg zu

machen. Der Wind weht im Watt

heftiger als an der Küste, und es

herrscht erhöhte Blitzschlaggefahr.

Alte Schuhe sind „Barfüßen“

vorzuziehen. Beim Einsinken in

den Schlick schneiden scharfe

Muschelkanten rasch kleine

Wunden in die nackten Fußsohlen.

Im Nationalpark:

Natur hat Vorrang

Der Nationalpark ist in zwei

Schutzzonen unterteilt. Zone 1

bildet den Kernbereich, in dem

Menschen außen vor bleiben sollen.

Ausnahmen bilden direkt an

die Küste grenzende Wattgebiete,

Wattwanderwege und Fischerei.

Zone II puffert die Ruhezonen

der Natur ab: Baden, Segeln und

traditionelle Krabbenfischerei

sind erlaubt, weniger nachhaltige

Nutzungen sollen verhindert werden.

Der Prickenweg durchläuft

Zone I, darf daher nicht verlassen

werden. Freies Wattwandern ist

in Zone II und auf dem Kleinen

Vogelsand in Zone I nordöstlich

von Neuwerk erlaubt.

Spezial | 2015

9


Der Norden

Nordsee

© istockphoto.com/dirk70

Ein Leben zwischen Ebbe und Flut:

Am Wattenmeer der Nordsee.

Anreisen und zurückkommen

Anreisen: Mit der Bahn über Bremen mit Elbe-Weser- und Nordseebahn,

über Hamburg mit dem Metronom nach Cuxhaven, www.evb-service.de

Mit dem Bus vom Bahnhof Cuxhaven bedienen die Linien 1002 und 1006

Sahlenburg, 1007 und 1001 Duhnen, www.nimmbus.de

Mit dem Pkw von der A 1 an der AS 53 Bremer Kreuz auf die A 27

Richtung Bremerhaven fahren, bei der AS 2 Altenwalde über die B 73

weiter Richtung Cuxhaven, am Ende links und sofort Erste rechts in den

Altenwalder Heideweg. Nach knapp fünf Kilometern links in die Nordheimstraße,

bis sie zur Hans-Claußen-Straße wird. An deren Ende beginnt

die Wattwanderung, zum Parken vorher links in die Hans-Retzlaff-Straße

biegen (Parkautomat: 3 Euro pro Tag).

Fähre::Reederei Cassen Eils („MS Flipper“), Bei der Alten Liebe 12,

27472 Cuxhaven, Tel.: 04721/32211, www.helgolandreisen.de

Tourenhöhepunkte

Von Cuxhaven nach Neuwerk

Prickenweg: Bündel aus

1

Birkenreisig markieren

die Strecke von Sahlenburg und

Duhnen quer durchs Watt nach

Neuwerk. Die Pricken werden jedes

Jahr neu in etwa 50 Zentimeter

tief gebohrte Löcher gesteckt. Der

Weg macht einige Schlenker, um

tiefe Priele zu umgehen.

Priel: Hier heißt es, Hosen

2

hochkrempeln! Einige der gut

knietiefen Wasserläufe sind auf

dem Weg zur Insel zu durchqueren.

In diesen Rinnen fließt das Wasser

zuerst zurück ins Watt. Die flachen

Gräben verwandeln sich schnell in

reißende Flüsse – und können so

zur tödlichen Falle werden.

Rettungsbake: Der Knast

3

für Bummler. Auf einem

Alu-Mast mit Leiter sitzt ein Faradaykäfig.

Der Gitterkorb schützt

vor Flut und Blitzschlag. Decken

und Signalgeräte befinden sich

auf der Plattform. Missbrauch als

Aussichtsposten ist strafbar. Drei

stehen am Weg zwischen Cuxhaven

und Neuwerk.

Friedhof der Namenlosen:

4

Romantisch unter ein paar

Bäumen liegen hier die namenlosen

Seefahrer begraben, die die

Flut früher ans Neuwerker Land

spülte. Heute werden angetriebene

Leichen auf das Festland

überführt und dort beigesetzt.

Hamburgs einzige Fußwaschanlage:

Meist das erste

5

Ziel der Wattwanderer. Endlich

Schlick und Sand zwischen den

Zehen ausspülen. Welch Wohltat

bei kühlen Temperaturen, wieder

trockene und saubere Schuhe

an den Füßen zu haben. Gleich

daneben sind Toiletten und das

Nationalpark-Haus.

Leuchtturm: Das Wahrzeichen

von Neuwerk ist wort-

6

wörtlich eine Wucht. Der einstige

Wehrturm gegen Piraten gilt als

ältestes Gebäude der Hansestadt

Hamburg. Der Aufstieg lohnt sich:

Blicke über die ganze Insel und das

Wattenmeer bis nach Cuxhaven.

Vogelschutzgebiete

der Schwesterinseln

Auf Scharhörn wohnt ein Vogelwärter.

Wer zur Insel wattwandern

möchte, muss sich vorher beim

dortigen Vogelwart telefonisch anmelden

(Tel.: 04721/28584 oder am

Infozentrum auf Neuwerk), er empfängt

jeden Besucher. Gäste dürfen

nicht während einer Flut auf der

Insel verweilen und nur bis zum

Vogelwärterhaus laufen. Geführte

Wanderungen von Neuwerk nach

Scharhörn finden im Sommer etwa

alle 14 Tage statt. Nigehörn darf

gar nicht betreten werden.

Etappenprofil 1

2 3 4 5 6









Nordseeromantik

und Küsten-Küche

Schlemmen und schlummern:

Hotel Nige Hus & Restaurant Zum

Anker, das Tüdelüt und die Watt-

Oase, Büffet auf dem Meeresgrund,

Lüder u. Christian Griebel GbR, Haus

Nr. 21, 27499 Insel Neuwerk, Tel.:

04721/29561, www.inselneuwerk.de

Hus achtern Diek, Familienpension

Griebel, Reiterhof, Strohlager und Bar

Wolkenlos, 27499 Insel Neuwerk, Tel.:

04721/29076, www.husachterndiek.de

Haus Seeblick, Zimmer, Appartements,

Strohlager, Restaurant und

Cafégarten, 27499 Insel Neuwerk,

Tel.: 04721/20360, www.seeblickinsel-neuwerk.de

Das alte

Fischerhaus, Hotel-Pension & Heuhotel,

Insel Neuwerk 4, 27499 Insel Neuwerk,

Tel.: 04721/2902900443 Antjes

Leuchtturm, Leuchtturm 1, 27499

Insel Neuwerk, Tel.: 04721/29078,

www.leuchtturmneuwerk.de (keine

Kartenzahlung möglich)

Achtung: Auf der gesamten Insel

Neuwerk gibt es keinen einzigen Geldautomaten!

Also zumindest das Geld

für einen Kaffee in bar mitbringen!

Zelten: Freizeitcamp Neuwerk

(Anfang April bis Ende September

außer Pfingsten und Sommerferien

Niedersachsen), Angelika & Jörg,

Tel.: 04721/29567, 0160/99747135,

www.neuwerkfreizeitcamp.de

Planen: H & K Wattführungen,

Ralf Hofmann-Kramer, Tel.:

0172/9196564, Fax: 03212/4443330,

www.cuxwatt.de Ute Albrecht-Rose

& Team, Tel.: 0173/7341519,

www.wattwandernneuwerk.de

Faul sein: Wattwagenbetriebe

Thomas Fischer, Tel.: 04721/28770,

www.wattfahrten.de. Werner Fock,

Tel.: 04721/29043, Volker Griebel,

Tel.: 04721/29076, www.

wattwagenfahrten.de

Informieren: Nationalpark-

Verwaltung Hamburgisches

Wattenmeer, Nationalpark-Station,

Turmwurt, 27499 Insel Neuwerk,

Tel.: 04721/69271, www.wattenmeernationalpark.de

Verein Jordsand

zum Schutz der Seevögel und

der Natur e. V., Nationalpark-Haus

Neuwerk, 27499 Insel Neuwerk, Tel.:

04721/395349, www.jordsand.de

Nationalparkzentrum und Stadt

Cuxhaven, Rathausplatz 1, 27472

Cuxhaven, Tel.: 04721/700-0, www.

cuxhaven.de Gemeinsames Wattenmeersekretariat,

Virchowstraße 1,

26382 Wilhelmshaven, Tel.: 04421/

91080, www.worldheritage-waddensea.

org Für Ornithologen: die Vogelwelt

auf Neuwerk: www.birdinggermany.de/

neuwerk.htm Gezeitentabelle:

abrufbar beim Bundesamt für

Seeschifffahrt und Hydrographie,

www.bsh.de (Tabelle befindet sich

unter der Rubrik Meeresdaten).

10

Spezial | 2015


Husum

Husumer Bucht

An der nordfriesischen Nordseeküste,

etwa auf halber Strecke

zwischen Elbmündung und Sylt,

liegt nördlich der Halbinsel Eiderstedt

das Städtchen Husum. Am

Hafen zeigt sich die „graue Stadt

am Meer“ äußerst bunt und quirlig.

Wer möchte, kann hier direkt

loswandern, um mit Schwung den

Schobüller Berg zu „bezwingen“.

Typ: Rundwanderung

Länge: ca. 11,5 bzw. 16,5 Kilometer

Dauer: 3 bzw. 4 Stunden

Schwierigkeitsgrad: einfach

Höchster Punkt: 31 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start: Parkplatz Dockkoog (P1)

bzw. Parkplatz Porrenkoog/Dockkoogstraße

(P2), 25813 Husum

Wegequalität: gut zu begehende,

zum Teil befestigte Wege, am

Deich „Tretminen“ aus Schafsdung!

Vom Dockkoog zum Schobüller Berg

Schafe, Deich, Marsch und Meer

Zwischen Schafen, mit weiten Nordseeblicken und dem

allgegenwärtigen Gepuste des Winds „klettert“ unser Wanderweg

nahezu unmerklich vom Husumer Marschland auf den

Schobüller Geestrücken. Das Besondere daran: Wir befinden

uns am einzigen Küstenabschnitt des nordfriesischen Festlands,

wo Land und Meer ohne Deich aneinandergeraten dürfen.

Für diese Wanderung gibt es zwei

Varianten. Die kürzere startet und

endet am Parkplatz Dockkoog (P1)

neben dem Nordseehotel. Bei der

längeren ist – leider unvermeidbar

– etwa ein Kilometer auf Hinund

Rückweg weniger attraktiv:

An den riesigen Getreidesilos des

Außenhafens vorbei zieht es sich

etwas, bis der Weg wieder direkt

am Deich in Wassernähe der

Husumer Au verläuft. Dafür bietet

sich der Parkplatz Porrenkoog/

Dockkoogstraße (P2) an, um nach

der Wanderung noch durch den

Fußgängertunnel in den Binnenhafen,

zum Nationalparkhaus 7

(ca. 5 Minuten zu Fuß) und hinter

dem alten Hafenspeicher in Haus

Nr. 17 links zum Theodor-Storm-

Zentrum 8 zu gelangen (insgesamt

16,5 km mit Hin- und Rückweg).

Beim Parkplatz Dockkoog erklimmen

Treppenstufen die Deichkrone,

die rechts zur Landzunge

mit dem Husumer Badestrand

1 überleitet. Der befestigte Weg

schlägt einen Bogen, führt an der

Installation Windhosen 2 vorüber,

passiert vor dem Deich links

ein Schafgitter und läuft an der

Außenseite des Graswalls entlang,

bis dieser endet. Dann steigt die

Route ganz sachte zur Geest von

Schobüll an. Noch bevor die Alte

Dorfstraße bei einem Wegweiser

rechts abzweigt, biegt hinter

der Reithalle links ein Sandweg

Richtung Meer, der unten nach

rechts knickt und am Schilfgürtel

entlang den Schobüller Badesteg

3 erreicht, auf dem ein Abstecher

trockenen Fußes ins Watt möglich

ist. Ein Fußweg leitet zur Nordseestraße

hinauf, wo etwas links das

schmucke Kirchlein am Meer 4

liegt. Daneben steigt der Kirchensteig

leicht an, hält sich an zwei

Gabelungen rechts, passiert den

Minigolfplatz, läuft am Wegekreuz

dahinter geradeaus weiter und

trifft auf den Waldweg. Dort setzt

sich diese Route auf dem linken

der beiden gegenüberliegenden

Fuß-/Radwege im Schobüller

Wald fort (mit der Radsperre).

An der nächsten Waldwegekreuzung

schlängelt sich ein Pfad

weiter geradeaus, bis er auf einen

breiteren Weg trifft. Dieser führt

nach links an ein paar Häusern im

Wald vorüber und zum Behncke-

Gedenkstein 5 . Ab hier geht es

Rundgang: Husumer

Kulturpfad

Am Marktplatz, vor der Husumer

Tourist-Information im Rathaus

von 1601, beginnt ein Rundgang, der

32 Sehenswürdigkeiten „der grauen

Stadt am Meer“ miteinander verbindet.

Tafeln vor dem Schloss, den Museen,

dem Husumer Wahrzeichen

Tine-Brunnen mit der Bronzestatue

einer jungen Halligfriesin, vor der

klassizistischen Marienkirche und

den Wohnhäusern Storms wie auch

anderer berühmter Stadtsöhne weisen

auf die Orte hin. In der Tourist-

Information gibt es ein Faltblatt mit

Ortsplan, das ausführlich über alle

Stätten informiert.

www.husum-tourismus.de

Spezial | 2015

11


Der Norden

Husum

Hafenidylle: Die Husumer Au bringt

Nordseewasser bis in die Stadt.

Anreisen und orientieren

© istockphoto.com/purple_queue

Anreisen mit dem Pkw: Über A 23, am Ende B 5 bis Husum/ Rödemis, L 273

2,7 km folgen und nach Gleisunterquerung links ab (Gaswerkstraße).

Hinter Waagebalkenbrücke links in die Dockkoogstraße. Der Parkplatz für

die längere Variante (P2 in der Karte) liegt hinter den Gleisen rechts, der

Parkplatz Dockkoog (P1) nach gut 2 km beim Nordseehotel.

Mit Bus und Bahn: Am Husumer Bahnhof halten der IC nach Sylt und

die Nordostseebahn (www.bahn.de). Vom Bahnhof bis zum Tourstart am

Binnenhafen sind es etwa zehn Minuten zu Fuß.

Vom ZOB Husum verkehren Linienbusse über Schobüll nach Nordstrand

(Linie 1047) und nach Friedrichstadt (Linie 1066): www.rohde-bus.de

Orientieren: Husum – Heide, Wander- und Freizeitkarte Nr. 2, Maßstab

1:50.000, Landesvermessungsamt Schleswig-Holstein, 2010,

ISBN 978-3-89130-282-8, Preis: 5,90 Euro.

Kirchlein am Meer: Der Geestrücken

reicht in Schobüll

4

bis an die Nordsee. Aufgrund der

erhöhten Lage benötigt der Husumer

Ortsteil keinen Deich, und

die „ecclesiola sub mare“ dient

mit ihrem Turm Seefahrern als

Orientierungspunkt. Drei fromme

Jungfrauen sollen das schmucke

Gotteshaus 1240 gestiftet haben:

www.kirchlein-am-meer.de

Behncke-Gedenkstein: Der

5

Ehrenstein für den einstigen

Vorsitzenden des Heidekulturvereins

markiert den höchsten Punkt

des Schobüller Bergs (31 Meter).

Zum Krug: Speisen wie

6

im Wohnzimmer: In dem

liebevoll restaurierten, reetgeleicht

bergab, an der nächsten

Möglichkeit rechts, beim Querweg

geradeaus auf dem breiteren Weg

weiter links am Waldrand, an der

nächsten Waldkreuzung wieder

geradeaus, an der asphaltierten

Straße Tykisberg kurz links und

sofort rechts auf einem schmalen,

sandigen Schotterweg hinunter

nach Hockensbüll. Am Ende

des Grünen Wegs bringt uns

der Schobüller Weg links zum

historischen Gasthaus Zum Krug

6 . Vor dem Gourmet-Restaurant

gabelt er nach rechts und mündet

in die Straße Lund. Auf dieser

geht es rechts zur Nordseestraße,

die überquert werden muss. Auf

der anderen Seite steuert der Norderwungweg

geradewegs auf den

Deich am Porrenkoog zu, der uns

links zurück zum Ausgangspunkt

am Nordseehotel begleitet.

Tourenhöhepunkte Husumer Küste

Buten, up’n un achtern Diek

Husumer Badestrand: Vor

1

dem Dockkoog baden die

Husumer am tideabhängigen Grünstrand,

der Strandkörbe, Beachvolleyballfeld,

Spielgeräte, Sandkiste

und Strandcafé zu bieten hat.

Windhosen: Julia Bornefeld

aus Kiel konfrontiert

2

Einheimische und Urlaubsgäste

auf künstlerische Weise mit dem

alltäglichen Phänomen Wind. Wie

Fähnchen drehen sich die „kleinen

Wirbelstürme“ nach dem Wind, ein

Werk des Wind-Kunst-Symposiums

„Husum Wind Art“.

Schobüller Badesteg: Am

3

Ende des langen Holzstegs

führen Treppen Badende bei Hochwasser

ins Meer.

deckten Friesenhäuschen kehrte

schon Theodor Storm auf seinen

Wanderungen durch die Heide

nach Hattstedt ein. Seit 1707 darf

die Krügerei ausschenken.

Im Stadtzentrum von Husum:

Nationalparkhaus: Ausstellung

über die Vögel im

7

Nationalpark mit Blicken in deren

arktische Brut- und afrikanische

Überwinterungsgebiete, zwei

Aquarien und ein Weltladen mit

fair gehandelten Waren.

Theodor-Storm-Zentrum:

8

Zwischen Originalmobiliar

des Dichters wird in Wohnräumen

und „Poetenstübchen“ sein Leben

und Werk dokumentiert.

Etappenprofil

1 2 3 4 5 6

Tipps, Adressen

und Wissenswertes

Schlemmen und schlummern:

Am Wegesrand: Nordseehotel***,

Dockkoogstr. 26, 25813 Husum,

Tel.: 04841/5021, www.nordseehotelhusum.de

Café Restaurant Zur Seebrücke,

Nordseestr. 35, 25813 Schobüll,

Tel.: 04841/663570

Restaurant Zum Krug, historisches

Gasthaus seit 1707, Alte Landstraße

2a, 25875 Schobüll-Hockensbüll,

Tel.: 04841/61580, www.zum-krug.de,

ab 18 Uhr auf Tischreservierung

In der Umgebung: Best Western

Theodor Storm Hotel****, Neustadt

60–68, 25813 Husum, Tel.: 04841/

8983660, www. theodor-storm- hotel.de

Hotel am Schlosspark***, Hinter

der Neustadt, 74–86, 25813 Husum,

Tel.: 04841/66110, www.hotel-amschlosspark-husum.de

Hotel Aarlauschleuse***, direkt

am Deich, Hattstedtermarsch 43,

25856 Hattstedtermarsch, Tel.:

04846/69900, www.aarlau-schleuse.de

Der Schimmelreiterkrug, Getränke

und Brotgerichte, Hattstedtermarsch

68, 25856 Hattstedtermarsch, Tel.:

04846/821

Natur erkunden:

Natur- und Landschaftsführerinnen

Schleswig-Holstein e.V. für die Husumer

Bucht: Tel.: 04841/65614

Lesen:

Theodor Storm: Der

Schimmelreiter, Husum Verlag,

ISBN 978-3-89876-144-4, 9,95 Euro.

Weihnachtsgeschichten, Husum Verlag,

ISBN 978-3-89876-168-0, 7,95 Euro.

Der kleine Häwelmann, Lappan Verlag,

ISBN 978-3-83031-087-7, 9,95 Euro.

Anschauen:

Theodor-Storm-Zentrum, Wasserreihe

31–35, 25813 Husum, Tel.:

04841/8038630, www.storm-gesellschaft.de

Nationalparkhaus Husum,

Hafenstr. 3, 25813 Husum, Tel.:

04841/668530, www.nationalparkhaus-husum.de

Nordsee Museum

Husum Nissenhaus: alles über

Sturmfluten, Deichbau, Landgewinnung,

Leben auf den Halligen, Kunst

und Kulturgeschichte der Region.

Herzog-Adolf-Straße 25, 25813 Husum,

Tel.: 04841/2545, www.museumsverbund-nordfriesland.de

Informieren:

Tourismus und Stadtmarketing

Husum, Großstraße 27, 25813 Husum,

Tel.: 04841/89870, www.husumtourismus.de

12

Spezial | 2015


Worpswede

Teufelsmoor bei

Worpswede

Etwa 30 Kilometer nördlich der

Hansestadt Bremen zieht die Landschaft

schon seit über hundert

Jahren Maler, Schriftsteller und

Idealisten in ihren Bann. Aus dem

wasserreichen Land erhebt sich

der Weyerberg (54,4 Meter) mit

der Künstlerkolonie Worpswede

wie eine Insel – eine perfekte

Naturkomposition für eine faszinierende

Wanderung

Typ: Rundwanderung

Länge: ca. 18 Kilometer

Dauer: ca. 4,5 Stunden

Schwierigkeitsgrad: einfach

Steigung/Gefälle: ca. 40 Meter

Höchster Punkt: 27 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start/Ziel: Bahnhof Worpswede,

27726 Worpswede

Wegequalität: gut zu begehende,

meist breite, geschotterte oder

befestigte Wege

Altenbrück


Oldenburg

7

Melchers Hütte

Hamme

T

Große

Kunstschau

Käseglocke

9

Weyerberg

54 m

Barkenhoff

Bremerhaven

Osnabrück

Bremen

Weser

Hannover

e u f

6

Braunschweig

Göttingen

5

8

Beek

Breites Wasser

4

Waakhausen

Waakhauser Str.

3

Hamme

H a m m e w i e s e n

e l

Neu Helgoland

s m

Worpsweder

Mühle

Weyermoor

Wörpedahl

2

Osterholzer Str.

o

m o

Nordwede

o

S / Z

1

r

Alte

Molkerei

WORPSWEDE

Wandern in Worpswede

Hammewiesen im Teufelsmoor

Nordöstlich von Bremen spannt sich über Teufelsmoor und Hammewiesen ein weiter Himmel mit unzähligen Schäfchenwolken.

Meist begleitet Wasser den Weg: Gräben und Kanäle durchziehen das flache Land. Später, am Hang des Weyerbergs, knirscht

sogar Sand unter den Wanderschuhen.

Vom Worpsweder Bahnhof 1

geht es – wahlweise über den

Schotterweg Vor den Pferdeweiden

oder über den schmaleren Weg

links der Gleise – zur Worpsweder

Mühle 2 , die an der Kreuzung

mit dem asphaltierten Hammeweg

liegt. Nach rechts zeigt der

Wegweiser 1,4 Kilometer bis Neu

Helgoland 3 an. Dort leitet eine

Brücke über die Hamme in die offene,

weite Landschaft der Hammeniederung.

Nach ca. 1,2 Kilometern

geradeaus auf dem Schotterweg

eröffnet sich von einer Brücke der

Blick über das Breite Wasser 4 .

Etwa 700 Meter weiter führt an

einer Gabelung der Pfad links zur

Brücke über das Flüsschen Beek

5 . Dahinter knickt der Weg nach

links, überquert den Speckgraben

und biegt links auf den Sand-/

Schotterweg, der mit Blick auf

den Worpsweder Weyerberg dem

Verlauf der Beek folgt. Nach gut

2,5 Kilometern kurvt der Weg vor

den Bahngleisen nach rechts, verläuft

hinter einer Brücke direkt am

Kirchdammgraben 6 , biegt hinter

einer weiteren Brücke über den

Graben Neuer Fangstaken nach

links, unterquert die Schienen und

knickt gleich darauf wieder links

Richtung Melchers Hütte 7 .

Kurz davor zweigt ein Kiesweg

links ab, der über die Hamme

führt, sich anschließend durch die

Wiesen des Waakhauser Polders 8

schlängelt und hinter einem Campingplatz

die Waakhauser Straße

(K11) erreicht. Gegenüber verläuft

die Strecke für einen Kilometer geradeaus

an der kaum befahrenen

Worpheimer Straße entlang, dann

links über die hellen Pflastersteine

der Allee Nordweder Straße, die

von der nächsten Kreuzung an

(nach etwa 1,2 Kilometern) Am

Hasenmoor heißt. An der Gabelung

nach etwa 500 Metern geht es

rechts (ein Hinweisschild zur

Jugendherberge weist dort nach

links). 300 Meter weiter biegt

der sandige Fritz-Mackensen-Weg

nach links, läuft am unteren Hang

Wege ins Moor

des Weyerbergs 9 entlang und

gelangt mit einem Rechtsschwenk

zur Findorffstraße. Ein Stückchen

weiter rechts beim Worpsweder

Landhaus knickt der Weg Straßentor

links ab hinunter bis zur

Bauernreihe. Nach links schlägt er

einen langgezogenen Rechtsbogen,

wird dahinter zur Bahnhofstraße

und fährt geradeaus zurück zum

Worpsweder Bahnhof 1 .

„Echtes“ Moor ist selten geworden. Das einstige Teufelsmoor ist an den

meisten Stellen trockengelegt. Am Breiten Wasser bietet sich ein guter

Einblick ins Niedermoor. Am NSG Moor bei Niedersandhausen und am

NSG Torfkanal bei der Ortschaft Teufelsmoor führen Rundwege an renaturierten

Hochmoorflächen und drei Moorseen (ehemalige Torfhäfen) vorbei.

Die Biologische Station Osterholz organisiert unter dem Titel „Wege

ins Moor“ Vorträge, Exkursionen und Torfkahnausflüge ins Teufelsmoor

(www.biologische-station-osterholz.de)

Spezial | 2015

13


Der Norden

Worpswede

Anreisen und orientieren

Anreisen: Mit Bus und Bahn: Am Worpsweder Bahnhof hält der „Moorexpress“,

der von Mai bis Oktober an Wochenenden und Feiertagen fünf

Mal täglich zwischen Stade und Bremen verkehrt (www.moorexpress.net,

www.bahn.de). Vom Bremer Hauptbahnhof fährt Buslinie 670 des VBN

(Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen) nach Worpswede, vom Regionalbahnhof

Osterholz/Scharmbeck Linie 640 (www.vbn.de, www.bahn.de).

Mit dem Pkw: Vom Bremer Kreuz über die A 27 bis AS 17 Bremen-Industriehäfen,

dort Richtung Osterholz-Scharmbeck/Worpswede, 8 Kilometer

geradeaus bzw. rechts halten, bei An der Hamme links abbiegen. Nach 1,1

Kilometern rechts (Viehlander Str.), nach 6,9 Kilometern links (Hammeweg),

sofort rechts (Walter-Bertelsmann-Weg) und am Ende links zum Bahnhof.

Orientieren: Wege ins Moor, Wanderkarte und Radwege Worpswede/

Teufels moor, 1:25.000.

Tourhöhepunkte im Teufelsmoor

Wasser, Wiesen und Weite

Worpsweder Bahnhof: Heinrich

Vogeler entwarf den

1

1910 eingeweihten Bahnhof des

„Moorexpress“. Zum 100. Geburtstag

wurde das denkmalgeschützte

Gebäude frisch saniert.

Worpsweder Mühle: Das

2

Wahrzeichen der Künstlerkolonie.

Seit der Restaurierung

drehen sich die Flügel des 1838

erbauten „Erdholländers“ bei

günstigem Wind wieder.

Neu Helgoland: Eine der

3

traditionellen Hammehütten,

die Anfang des 19. Jahrhunderts

an den Warte- und Umschlagplätzen

entlang des Flusses zwischen

Worpswede und Osterholz entstan-

den. Auch heute wird an dem

Ausgangspunkt für Torfkahnfahrten

noch ausgeschenkt.

Breites Wasser: Das Breite

4

Wasser ist ein Altwasser,

das nach Regulierung der Hamme

erhalten blieb. Das gleichnamige

Naturschutzgebiet geht über den

verlandenden See hinaus und

erhält die für Brut- und Rastvögel

wichtige Niedermoorlandschaft

zwischen den Ortschaften Worpswede

und Teufelsmoor.

Beek: Im letzten naturnahen

5

Flusslauf der Hammeniederung

strömt das Wasser auf

den restlichen zwei Kilometern

der unbegradigten Beek durch

breite Ausbuchtungen der Hamme

ent gegen. Im Winter häufig überflutet,

sind die angrenzenden

Wiesen ein beliebter Winterrastplatz

für Zugvögel.

Kirchdammgraben: Heute

6

ein mit Seerosen bewachsener

Seitenarm der Hamme am

Bahndamm des Moorexpress.

Früher, bis zur Einweihung der

Bahnlinie 1910, der wichtigste Verkehrsweg

zwischen Worpswede

und Osterholz-Scharmbeck. Auch

für den Kirchgang, da Worpswede

erst 1759 ein eigenes Gotteshaus

bekam.

Melchers Hütte: Die auch als

7

Neu-Kamerun oder Buschkaroff-Hütte

bekannte Hammehütte

bei der Holtstelle, dem früheren

Hauptumschlagsplatz für Torf, ist

ein beliebtes Ausflugsziel.

Waakhauser Polder: Früher

8

war das „schwimmende Land

von Waakhausen“ überregional

bekannt: Bei Frühjahrsüberschwemmungen

hoben sich die

Moorflächen durch ihren Luft- und

Eisgehalt, gerieten ins Schwimmen

und konnten vertreiben.

Weyerberg: Der 54,4 Meter

9

hohe Sandberg ragt wie eine

Insel aus dem nassen Flachland.

Weite Ausblicke ins Teufelsmoor

zogen – damals wie heute – nicht

nur Künstler an.

Etappenprofil

1

2 3 4 5 6 7 8

9

Moordorf und

Künstlerkolonie

Schlemmen und schlummern:

Am Wegesrand: Worpsweder Bahnhof,

Bahnhofstr. 17, 27726 Worpswede,

Tel.: 04792/1284 www.restaurantworpsweder-bahnhof.de

Hammehütte

Neu Helgoland, Hammeweg 19,

27726 Worpswede, Tel.: 04792/7606,

www.hammehuette.de Melchers

Hütte, An der Hamme 3, 27711 Osterholz-Scharmbeck,

Tel.: 04791/2513, Mo

Ruhetag. Worpsweder Landhaus,

Findorffstr. 2, 27726 Worpswede, Tel.:

04792/1239. Hotel Worpsweder Tor,

Findorffstr. 3, 27726 Worpswede, Tel.:

04792/98930, www.worpswedertor.de

Torfkahn fahren: Auf den ältesten

Wegen durchs Teufelsmoor: Statt

Torf befördern die Kähne heute Ausflugsgäste.

Die Skipper erzählen vom

Leben der Moorbauern, Geschichten

aus alter Zeit und Naturkundliches.

Adolphsdorfer Torfschiffer e.V.,

Adolphsdorfer Straße 2, 28879

Grasberg, Tel.: 04792/951200, www.

torfschiffe.de (Mai bis Oktober, Di, Do,

Sa, So ab Neu Helgoland)

Anschauen: Bis 1954 verließen mehr

als 600 Torfschiffe die Schlußdorfer

Werft. Das Museum dokumentiert

die Lebensweise der Moorbauern,

zeigt Arbeitsgeräte für Bootsbau und

Torfstich. Torfschiffswerft-Museum

Schlußdorf, Schlußdorfer Str. 22,

27726 Worpswede, Tel.: 04792/2750,

www.torfschiffswerft-museum.de,

März bis Oktober, Mi 12-15 Uhr, Fr

bis So 15–18 Uhr, So auch 10–12 Uhr.

Zuhören: Die Gästeinformation bietet

ganzjährig Orts- und Kunstführungen,

Moorwanderungen und thematische

Rundgänge zu Persönlichkeiten aus

dem Worpsweder Künstlerkosmos wie

Heinrich Vogeler, Paula Modersohn-

Becker oder Rainer Maria Rilke an:

www.worpswede.de/fuehrungen

Moorteufeltorte: Mit Rum vollgesogene

Rosinen zwischen Biskuitboden

und Schlagsahne. Bekannt für

die höchsten Torten im Teufelsmoor

ist Brinkhof, Café im Bauernhof,

Teufels moor, 27711 Osterholz-Scharmbeck,

Tel.: 04796/951095. Moor

erleben: Der Tarmstedter Moorpfad

bringt Wollgras, Moor-Birkenwald,

Torfstich und Moor kultivierung

nahe. Führungen nach Anmeldung,

Tel.: 04283/89319. Informieren: Gästeinformation

für Worpswede und

das Teufelsmoor, Bergstr. 13, 27726

Worpswede, Tel.: 04792/935820,

www.worpswede.de

14

Spezial | 2015


Geltinger Birk

Hoch im Norden

Typ: Rundwanderung

Länge: 13,3 Kilometer

Dauer: ca. 3,5 Stunden

Markierung:

Möwe auf blauem Grund

Schwierigkeitsgrad: leicht

Steigung/Gefälle: nahezu keine

Anstiege; höchster Punkt ca.

8 Meter, niedrigster -2 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start/Ziel: Parkplatz „Mühle

Charlotte“, Goldhöftberg,

24395 Nieby

Wegequalität: gut begehbare

Schotterwege und Trampelpfade

Flensburger Förde trifft Ostsee

Um die Birk

Eine Möwe weist den Weg um die Geltinger Birk. Vor der

Landzunge am Ausgang der Flensburger Förde schaukeln

Segelboote vor blauem Himmel, und ein knallrot-weißgeringelter

Leuchtturm zieht die Blicke auf sich.

Den Parkplatz links vom Birk-

Kiosk 1 verlassen und rechts

auf den Asphaltweg Richtung

Mühle biegen. Hinter einer

Schranke beginnt das Naturschutzgebiet

Geltinger Birk. Der

jetzt geschotterte Weg passiert

die Mühle Charlotte 2 und läuft

an der geschützten Einbuchtung

Geltinger Noor 3 entlang. Nach

ein paar Bäumen kurvt er am

Ende des Noors leicht rechts zur

Geltinger Bucht. Beim Abzweig

Beveroe setzt sich der Weg

geradeaus als schmaler Pfad

zwischen Schilf und durch den

formenreichen Gespensterwald

bis zur NABU-Infohütte 4

fort, die hinter dem nächsten

Abzweig links liegt. Erst als

schmaler Pfad über den Deich,

dann als breiterer Schotterweg

für Radler und Fußgänger führt

der Weg zum Birk-Nack 5 , der

Spitze der Landzunge. Dort dreht

er nach Südosten und gibt zur

Linken den Blick auf die offene

Ostsee frei, zur Rechten auf das

Sumpfgebiet namens „Kuhlenkoppel“

und das Wäldchen

„Alte Plantage“. Kurz vor einem

Eichenkratt ermöglicht eine

recht neue Aussichtsplattform

6 die erhöhte Perspektive auf

Meer und Hinterland. Hinter

dem Wäldchen steuert der Weg

binnendeichs auf den rot-weißgeringelten

Leuchtturm Falshöft

7 zu. Kurz vorher knickt

der Möwenweg rechts ab zur

Integrierten Station Geltinger

Birk 8 . Weiter geradeaus geht

es durch Falshöft, vorüber

am traumhaften Garten des

Im Zeichen der Eule: Auf der

Landzunge Geltinger Birk im

äußersten Nordosten Schleswig-

Holsteins liegt das gleichnamige

Naturschutzgebiet.

Café Lichthof 9 , hinter einer

Linkskurve am Ortsende scharf

rechts und hinter dem Gebüsch

sofort links auf einen Grasweg.

Zwischen Feldern auf und ab,

beim nächsten Asphaltweg links,

einer Rechtskurve folgen, in

der nächsten Linkskurve den

schmalen Weg rechts zwischen

dem Gebüsch hinunter nehmen, en,

unten vor einer Weide nach

links biegen, rechts um die Weide

kurven, zwei Linksknicken

nachgehen und bei der nächsten

Möglichkeit scharf rechts abbienegen.

Zwischen hohen Hecken

zum Teil wie durch einen Tunnel

bis zur nächsten Wegkreuzung g

laufen. Dort zeigt die Möwe nach

links. Am Ende nach rechts auf

den Asphaltweg und hinter der

Rechtskurve beim zweiten großen

Gehöft links auf den Schotter-terweg

biegen, der einen großen

Linksbogen schlägt und dann

leicht nach rechts knickt. Noch

vor der nächsten Linkskurve

zeigt ein versteckter Wegweiser er

nach rechts. Der Grasweg führt

auf ein paar Bäume zu, wo links

eine schöne Holzbrücke über

einen Graben hilft. Dahinter

führt der Weg rechts zurück auf

den Parkplatz.

Spezial | 2015

15


Der Norden

Geltinger Birk

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: Mit der Bahn bis Süderbrarup, weiter vom ZOB mit Bus

1624 nach Kappeln, von dort Bus 1608 bis Goldhöft/Gelting (nur noch 600

Meter bis zum Parkplatz) oder Schnellbus 1605 nach Gelting und weiter mit

dem Taxi. www.bahn.de, DB Regio Nord und Autokraft Flensburg,

Tel. 0461/903390; Taxi Döhrwaldt in Gelting: Tel. 04643/309)

Mit dem Pkw: A 7 Hamburg-Flensburg bis AS 8 Rendsburg/Büdelsdorf, auf

die B 203 Richtung Eckernföde/Damp bis Kappeln, dann B 199 bis Gelting. In

Gelting an der ersten Ampelkreuzung rechts auf die K 58 (Norderholm) biegen,

hinter der Rechtskurve links abbiegen auf Goldhöft (Richtung Nieby), nach 1,6

Kilometern links auf Goldhöftberg Richtung Mühle und Birk biegen. Etwa 600

Meter weiter liegt der Parkplatz auf der rechten Seite.

Orientieren: Wanderwege Geltinger Birk, Faltblatt mit dem Ausschnitt Geltinger

Birk aus der amtlichen topographischenKarte und den Wanderwegen auf der

Birk, M 1:25.000, gegen 1 Euro erhältlich in den örtlichen Touristinformationen,

in der Integrierten Station und auf: www.gelting.de/geltinger-birk/wanderungen

Tourenhöhepunkte

Bei Wellenschlag und Möwenschrei

1

Birk-Kiosk: Kiosk ist eine

Untertreibung! Neben der

einladenden Hütte aus Backstein

und Holz stehen Gartenstühle

und -tische auf dem Rasen – eher

ein SB-Outdoor-Café. Hausgemachtes

wie Kuchen, Kartoffelsalat

und Suppen (Möhre-Orange-

Ingwer) gehören ebenso zum

Angebot wie regionale Spezialitäten

vom Angler Sattelschwein

oder Ziegen-Frischkäse.

2

Mühle Charlotte:

Das Bauwerk von 1824 ist

eine von ehemals drei Schöpfmühlen,

die den Wasserstand

der Geltinger Birk absenkten.

Bis heute liegt der Wasserstand

bei 3,20 Meter unter dem Meeresspiegel.

Ab Herbst 2013 soll

der Bereich des trockengelegten

Beveroer Noors kontrolliert

wiedervernässt werden.

3

Geltinger Noor: Im

Dänischen bedeutet „Nor“

Haff oder Bucht. So bezeichnet

das Wort Noor im Norden

Schleswig-Holsteins meist ein

deutlich vom größeren Gewässer

abgetrenntes, geschütztes,

manchmal sogar seeartiges

Becken. Gänse und Enten

gründeln gern in dem seichten

Wasser des Geltinger Noors.

4

NABU-Infohütte: Der

Außenposten des Naturschutzbunds

Deutschland

(NABU) informiert mitten im

Naturschutzgebiet Geltinger

Birk. Beim Naturschutzwart

gibt es auch ein Fernrohr zur

Vogel beobachtung.

5

Birk-Nack: Wie ein Nacken

ragt die äußerste Spitze

der Landzunge Geltinger Birk ins

Wasser und trennt die Flensburger

Förde von der offenen Ostsee.

6

Aussichtsplattform: Zum

Schutz der seltenen Vögel

darf man den Strand im Naturschutz

gebiet nicht betreten.

Darum bietet die Aussichtsplatt-

Etappenprofil

1

form einen Überblick von oben.

Außerhalb der Brutzeit ist dort

auch ein kleines Stück Strand

geöffnet.

Leuchtturm Falshöft:

7 In dem 28 Meter hohen,

rot-weiß-geringelten, denkmalgeschützten

Turm befindet

sich ein Trauzimmer des Amts

Geltinger Bucht.

Integrierte Station Geltinger

Birk: Im Lotsenhaus

8

Falshöft pocht das Herz dieses

und sechs weiterer Naturschutzgebiete:

In der Landeseinrichtung

planen hauptamtlich und

ehrenamtlich Tätige gemeinsam

Naturschutzmaßnahmen, beantworten

Fragen der Besucher

und bieten Führungen an:

www.geltinger-birk.de

2 3 4 5 6 7 8 9

9

Café Lichthof: Dieses

„Refugium der inneren

Ruhe erwuchs aus der Idee,

seinen Gästen einen Ort

des Wohlbefindens und der

Freude, aber auch der schöpferischen

Kraft anzubieten“:

www.lichthof-angeln.de

Im Café Lichthof lässt sich die

Natur noch einmal genießen.

Tipps für die

Geltinger Birk

Schlemmen und Schlummern:

Birk-Kiosk, am Parkplatz „Mühle

Charlotte“, Beveroe 1a (Goldhöftberg),

24395 Nieby, Tel.: 0151/53733662,

Mo. geschl. Café Lichthof, Falshöft 29,

24395 Nieby, Tel.: 04643/185892,

Mo. geschl., www.lichthof-angeln.de

In der Umgebung: Pension Am

Leuchtturm, Sibbeskjär 10, 24395

Pommerby/ Falshöft, Tel.: 04643/2617,

www. pensionamleuchtturm.de

Dat Strandhuus, Strandweg 1,

24395 Gelting/Wackerballig, Tel.:

04643/ 690, www.datstrandhuus.de

Gasthof Gelting, Norderholm 28,

24395 Gelting, Tel.: 04643/2203,

www.gasthof-gelting.de

Landkrog Gelting Süderholm 16,

243965 Gelting, Tel.: 04643/2218,

www.landkrog-gelting.de

Gasthuus Spieskamer, 24376

Hasselberg, Tel.: 04642/6683,

www.spieskamer.de

Kutschieren: Volker Lippert

kutschiert bis zu 18 Personen für

2,5 Stunden über die Geltinger Birk.

Termine nach Absprache unter:

Tel.: 04643/186570

Leuchtturm besichtigen: Siegfried

Issel bietet – vorwiegend nachmittags

– Führungen auf den Leuchtturm

Falshöft an. Tel.: 04643/186990

Barfuß laufen: Wer nicht nur am

Strand barfuß laufen mag, der kann

im Barfuß-Park Schwackendorf kurz

vor Gelting verschiedene Untergründe

erplatschen, ertapsen und erstampfen:

Barfußpark Schwackendorf,

Schwackendorf 37, 24376

Hasselberg, Tel.: 04642/965178,

www.barfusspark-schwackendorf.de

Informieren: Touristikverein Ferienland

Ostsee Geltinger Bucht e. V.,

Nordstraße 1a, 24395 Gelting, Tel.:

04643/777, www.ferienlandostsee.de,

www.gelting.de/geltinger-birk

Integrierte Station Geltinger Birk,

Falshöft 11, 24395 Nieby, Tel.: 04643/

1860911, www.geltinger-birk.de

16

Spezial | 2015


Altes Land

Immer auf dem

Deich entlang!

Typ: Rundwanderung

Länge: 7,5 Kilometer

Dauer: ca. 2 Stunden

Markierung: keine

Schwierigkeitsgrad: leicht

Steigung/Gefälle: je ca. 10 Meter

Höchster Punkt: ca. 3 Meter (unsere

Autorin musste ordentlich keuchen!)

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start/Ziel: Lühe-Anleger, Fährstraße,

21720 Grünendeich

Wegequalität: gut begehbare Wege,

Gras und Pflaster, insgesamt sehr

gute Beschilderung

Ohne Mühe entlang der Lühe

Zwischen Blüte,

Beeten und Booten

Auf der einen Seite dümpeln Boote an den Anlegern, auf der anderen räkeln sich liebevoll gepflegte

Beete. Wer über die grüne Deichkrone entlang der Lühe schreitet, dem liegt die obstbäuerliche

Beschaulichkeit des Alten Lands zu Füßen. Zur Blütezeit ein ganz besonderes Erlebnis!

Vom Lühe-Anleger 1 kommend

geradeaus durch das Tor im Elbdeich

laufen, die gleich namige

Straße überqueren und auf der

linken Seite der einmündenden

Fährstraße weitergehen, bis

hinter den Gebäuden und

Parkplätzen links der Weg zum

Lühedeich abzweigt (Wegweiser

Café Gosch). Auf der Krone

des Lühedeichs geht es am

außendeichs gelegenen Natur-

Biergarten des Café Gosch 2

und an der Pension Hessbögel

vorüber. Der Deichweg kreuzt

eine kleine Straße und setzt sich

gegenüber mal vor, mal hinter

den Häusern entlang der Lühe

fort. Kurz hinter dem spitzen

Linksbogen der Lühe (aus der

Wanderrichtung betrachtet)

weist ein Schild auf das nahegelegene

Café Fernsicht hin. Etwas

weiter flussaufwärts bietet sich

mit der Hogendiekbrücke 3

die nächste Möglichkeit, die

Lühe zu überqueren. Auf der

gleichen Flussseite erreicht der

Weg den Hafen von Steinkirchen,

wo am Ende Treppen vom

Deich hinabführen und eine

Rampe wieder hinaufführt.

Ein kurzes Stück weiter lohnt

ein Abstecher nach rechts zur

Kirche St. Martini et Nicolai 4

sowie dem Restaurant und Café

Windmüller. Wenig später trifft

der Deichweg auf den Alten

Marktplatz mit dem gemütlichen

Café Adelheid. Dahinter links

überquert eine Brücke die Lühe.

Auf der anderen Seite erklimmt

sofort wieder ein gepflasterter

Weg die Deichkrone. Nach

etwa 200 Metern liegt rechts

der kleine Obsthof mit dem

empfehlenswerten Hofcafé

Ottilie 5 . An einer Prunkpforte

6 vorüber führt der

Weg wieder zur Hogendiekbrücke,

wo der Untergrund auf Gras

wechselt. Hinter dem Rechtsknick

der Lühe beginnt der

schönste Abschnitt mit knorrigen

Kirschbäumen. Nach Überqueren

der nächsten Straße umläuft

der Deich den Hessbögel 7 .

Ab den nächsten Häusern ist der

Weg wieder gepflastert. Kurz hinter

Stubbe’s Gasthaus trifft der

Weg auf die Mündung der Lühe

mit dem Lühesperrwerk 8 .

Nach links über die Zugbrücke

und dahinter rechts auf den

großen Elbdeich geht es zurück

zum Lüheanleger.

Blüte im Blick

Das richtige Timing ist wichtig!

Denn die volle Blüte der unzähligen

Apfel- und Kirschbäume ist

ein kurzes Spektakel, das Schauer

und Sturm auch schon mal über

Nacht abrupt beenden können. Das

Blütenbarometer des Tourismusverbands

Altes Land hilft daher bei

der Touren- und Reiseplanung: Eine

Tachonadel zeigt für Kirsche und

Apfel das aktuelle Stadium an – vom

Aufbruch über Mausohr und Mittelblüte

bis zur Vollblüte, darauf folgt

das Abblühen. Die Kirsche blüht

in der Regel etwas früher als der

Apfel. Je nach Wetterverlauf stehen

die Bäume Ende April bis Anfang

Mai in voller Pracht. Nach dem

hartnäckigen Winter 2013 hüllten

sich die Obstbäume allerdings erst

um den 10. Mai in ihre volle Pracht.

www.bluetenbarometer.de

Lühe durch Kirschen-Guckloch

Spezial | 2015

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Der Norden

Altes Land

Anreisen und orientieren

Anreisen: mit Bus und Bahn: Der Elbe-Radwanderbus verkehrt am Wochenende zwischen

dem Bahnhof Stade und der Fähre in Grünendeich: www.elbe-radwanderbus.de.

Die Lühe-Schulau-Fähre legt in Wedel am Ponton Willkomm Höft ab und erreicht nach

25 Minuten Grünendeich am Südufer der Elbe: www.luehe-schulau-faehre.de. Wedel

(S1) sowie Stade (S3, Bus 2357, Metronom) sind mit Bus und Bahn des Hamburger

Verkehrsverbundes HVV erreichbar: www.hvv.de.

Mit dem Pkw: über die A 1 (aus Richtung Bremen) bis AS Sittensen, von dort Richtung

Horneburg und weiter nach Mittelnkirchen/Steinkirchen/Grünendeich; über die A 7 bis

AS Waltershof (über Finkenwerder geradeaus bis Grünendeich) oder Heimfeld, Richtung

Stade, Höhe Horneburg rechts Richtung Mittelnkirchen/Steinkirchen/Grünendeich. Für

Autofahrer bietet sich auch Steinkirchen als Ausgangspunkt an.

Orientieren: Freizeitkarte Altes Land am Elbstrom, M 1:34.000, IGS-Arbeitsgemeinschaft

Kulturlandschaft Altes Land, ISBN 9783932115493, bei den Tourist-Infos Altes Land gibt

es den für die Wanderung wichtigen Auszug aus der großen Karte kostenlos.

Tourenhöhepunkte

Entlang der Lühe

1

Lühe-Anleger: Die Lühe-

Schulau-Fähre verkehrt

zwischen Wedel-Schulau am

Nordufer der Elbe und Grünendeich

an der Lühemündung

am südlichen Elbrand. Die

tidebeeinflusste Lühe grenzt

auf ihren knapp 13 Kilometern

von Horneburg bis zur Elbe die

Erste und die Zweite Meile des

Alten Landes voneinander ab.

2

Café Gosch: Auf dem

Gras am Deichfuß sitzen

und gucken, wer auf der Lühe

vorbeischippert. Dazu auch

noch ein Stück Altländer Apfel-

Butterkuchen oder Erdbeer-

Mascarpone-Torte vor sich auf

dem Tisch und ein Meer aus

Kirschblüten um sich herum.

Der Naturcafégarten des Café

Etappenprofil

1

Gosch macht’s möglich!

Hogendiekbrücke: Die

3

1975 errichtete Klapp-

Fußgängerbrücke nach holländischem

Vorbild setzt dem

Einfluss der Holländer auf die

Besiedlung des Alten Lands ein

Denkmal.

Kirche St. Martini et Nicolai:

Arp Schnitger, der

4

berühmteste Orgelbauer Norddeutschlands,

vollendete 1687

nach zwei Jahren die Orgel

der Steinkirchener Kirche St.

Martini et Nicolai, einer von

zehn Kirchen im alten Land.

Das Instrument zählt zu seinen

besterhaltenen Orgeln. Veranstaltungen

finden Interessierte

in kompakter Übersicht unter:

www.kirche-altes-land.de

2 3 4 5 6 7 8

Altländer Tipps für

Obstliebhaber

Schlemmen und schlummern:

Café Gosch, Lühedeich 14, 21720

Grünendeich, Tel. 04142/812761,

www.cafe-gosch.de Pension

Hessbögel, Lühedeich 1, 21720

Grünendeich, Tel. 04142/898845,

www.pension-hessboegel.de

Restaurant Café Zur schönen Fernsicht,

Obstmarschenweg 4, 21720

Grünendeich, Tel. 04142/8894755,

Di. geschl., www.schoene-fernsicht.de

Restaurant Café Hotel Windmüller,

Kirchweg 3, 21720 Steinkirchen, Tel.

04142/81980, Mi. geschl., www.hotelwindmueller.de

Der kleine Obsthof

mit dem Hofcafé Ottilie, Ort 19, 21720

Mittelnkirchen, Tel. 04142/812634,

www.der-kleine-obsthof.de

In der Umgebung: Café PuurtenQuast,

Nincoper Straße 45, 21129 Hamburg-

Neuenfelde, Tel. 040/317938-51,

Mo.–Do. geschl., www.puurtenquast.de

Hofcafé Lore Feindt, Westerjork 57,

21635 Jork, Tel. 04162/7549,

5

Hofcafé Ottilie: Der kleine

Obsthof ist mehr als

nur ein Bioland-Obstbaubetrieb:

Außerschulischer Lernort,

Konzertgarten, Bouleplatz,

Imkerei. Vor allem das Hofcafé

Ottilie versüßt den Besuchern

das Leben mit hausgebackenen

Kuchen- und Tortenkreationen,

Bioland-Eis und feinem Kaffeeund

Teesortiment.

6

Prunkpforte: Erfolgreiche

Obstbauern zeigten gern

ihren Wohlstand: Wie hier

rechts prangen an einigen

Hofzufahrten im Alten Land

riesige, meist weiße Portale

aus Holz, überdeckt von einem

Ziegel- oder Reetdach. Neben

dem großen Bogen für die

Wagendurchfahrt lässt ein

kleinerer die Fußgänger ein.

Buntes Schnitzwerk schmückt

die Altländer „Grot Dor“, und

Symbole wie die Traube im

www.hofladen-lore-feindt.de,

Hotel Altes Land, Schützenhofstr. 16,

21635 Jork, Tel. 04162/91460,

www.hotel-altes-land.de

Wie das Alte Land erwuchs: Fotos und

kurze Texte veranschaulichen, wie das

Alte Land besiedelt und urbar gemacht

wurde: Museum Altes Land, Westerjork

49, 21635 Jork, www.jork.de

(Kulturlandschaft/Museen)

Frischen Fisch …

… fängt Fischer Buckow und verkauft

ihn unter www.elbfischer-buckow.de

Scheitel sollen den Bewohnern

Fruchtbarkeit schenken.

7

Hessbögel: Das von einer

großen Schleife der Lühe

umgebene Land heißt „Hessbögel“.

Er leitet sich aus dem

Altdeutschen ab: Hesse bedeutet

Knie und Bögel Bugbeuge.

Die Lühe macht also noch eine

ausladende Kniebeuge, bevor

sie sich in die Elbe ergießt.

8

Lühesperrwerk: Durch

eine zehn Meter breite

Öffnung fließt das Wasser der

Lühe in die Elbe hinter dem

großen Hauptdeich – oder

umgekehrt, je nach Tide.

Bedrohen Sturmfluten die

Ortschaften hinter dem Deich,

verschließt ein zweiflügliges

Stemmtor seit 1968 die Mündung.

Das geschieht ab einem

Wasserstand von 2,20 Meter

über NN, also etwa 80 bis 130

Mal pro Jahr.

Äpfel selber pflücken

Einige der Obsthöfe bieten Obst zum

Selbstpflücken nur zu bestimmten

Zeiten an, daher lieber vorher anrufen

und ggf. anmelden: Im Apfelgarten,

Familie Meyer, Neuenfelder Fährdeich

18, 21129 Cranz, Tel. 0176/51006010,

www.apfelgarten-altesland.de

Herzapfelhof Lühs, Osterjork 102,

21635 Jork, Tel. 04162/2548200,

www.herzapfelhof.de Obsthof Axel

Schuback, Hinterdeich 172, 21635

Jork, Tel. 04162/911105, www.

apfelpatenhof.de Obsthof Bey,

Groß Hove 136, 21635 Jork Tel.

04162/6445, www.blütenknirps.de

Obstparadies Schuback, Westerjork

81, 21635 Jork, Tel. 04162-370,

www.obstparadies-jork.de

Informieren: Tourist-Info Altes Land,

Osterjork 10, 21635 Jork, Tel. 04162/

914755 Tourist-Info Altes Land

Maritime Landschaft Unterelbe,

Kirchen stieg 30, 21720 Grünendeich, Tel.

04142/812076, www.mein-altesland.de,

www.urlaubsregion-altesland.de

18

Spezial | 2015


WIE

INDIVIDUELLE

PASSFORM

HANWAG Tatra [GTX ® ]

Dieser besonders komfortable

Trekking-Stiefel mit leichtem,

stabilem Aufbau wird von

uns in drei verschiedenen

Passformvarianten gefertigt:

Wide: der Schuh bietet

im Vorfuß- und Ballenbereich

mehr Platz.

Narrow: der Schuh

ist im Vorfuß- und

Ballenbereich enger

geschnitten.

Hallux Valgus: der Schuh

bietet bei Schiefstand der

Großzehe viel Platz für

das Großzehengelenk.

Alle Modelle sind wahlweise mit

Leder- oder GORE-TEX ® Futter

erhältlich.

WWW.HANWAG.DE


Der Westen

Zwillbrocker Venn

Münsterland

Reinhardswald

Sauerland

Bergisches Land

Westerwald

Point Alpha/Thüringen

Ahrtal

Vulkaneifel

Moseltal

Rheingoldbogen

Hunsrück

Baybachklamm

Nahetal

Saarland

Vorderpfalz

Dahner

Felsenland

© justhavealook/istockphoto.com

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Spezial | 2015


Der Westen

Spezial | 2015

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Der Westen

Weder grau

noch eins

Der Westen Deutschlands ist der wahrscheinlich heterogenste Teil Deutschlands. Während es im

Norden noch flach ist, erheben sich im Osten die Berge auf bis zu 800 Metern. Im Süden gräbt

sich der Rhein durch Schiefergebirge bis hin zum Wein, während in der Mitte das Bier regiert.

Ruhrgebiet, Rheinland, Sauerland und Bergisches Land sind ebenso einzigartige Wandergebiete

wie Hunsrück, Westerwald, Pfalz und Saarland!

Um gleich mal mit den gängigsten Vorurteilen, die Nicht-

Einheimische dem Westen gegenüber hegen, aufzuräumen:

Nordrhein-Westfalen besteht nicht nur aus dem

Ruhrgebiet. Nordrhein-Westfalen wurde nach dem Krieg aus drei

verschiedenen Ländern zusammengesetzt (Westfalen, Nordrhein,

Lippe) und vereint auch heute noch zumindest zwei völlig unterschiedliche

Bevölkerungsgruppen: Rheinländer und Westfalen.

Damit ist im Übrigen auch schnell erklärt, warum

nur die Rheinländer und kein Westfale zu Karneval

eine Pappnase tragen, der Westfale dafür

lieber Schützenfeste feiert oder warum man

in Köln, Düsseldorf oder Bonn ein Bier

schnell zapft (und trinkt), während es in

Westfalen sieben Minuten braucht, um

serviert zu werden. Wer als Auswärtiger

nach Nordrhein-Westfalen kommt, sollte

sich also unbedingt vorher überlegen, ob

er sich in Westfalen fröhlich plaudernd

zu anderen an den Tisch setzt oder im

Rheinland gleich die Freundschaft für‘s

Leben finden will, weil er von einem

Einheimischen angesprochen wurde.

Aber zurück zum Ruhrgebiet: Es

beginnt erst nördlich von Düsseldorf

beziehungsweise westlich des Sauerlands, im Norden folgt noch

das Münsterland, im Westen die niederrheinische Tiefebene, im

Süden das Rheinland, das bis hinunter nach Bonn und Rheinland-

Pfalz reicht. Wer also glaubt, die Natur in Nordrhein-Westfalen

in einen Topf werfen zu können, weiß genau so wenig, wovon er

redet, wie wahrscheinlich über die braulichen Unterschiede zwischen

Kölsch, Alt und Pils. Darüber hinaus: Im Ruhrgebiet regiert

schon lange nicht mehr Kohle und Stahl, Industrie und Beton –

auf renaturierten Halden und entlang der idyllischen Ruhr lässt

es sich hervorragend wandern und die Natur genießen.

Im Sauerland, mit seinen vielen Waldgebieten und Stauseen

gibt es neben Rothaarsteig & Co. auch noch die überaus sehendswerte

wahrscheinlich längste Galerie der Welt: Zehn Mal moderne

Freiluft-Kunst in Wald und Wildniss, perfekt für

eine erstklassige Wanderung mit Esprit.

Im Bergischen Land warten neben typisch

Bergischen Geschichten, der Begischen Kaffeetafel

auch noch typisch Bergische Aussichten

auf Sie. Am Niederrhein kann

man Flamingos beobachten, im Münsterland

Marmor suchen und am Mittelrhein

– zum Beispiel am Rheingoldbogen entlang

der als Weltkulturerbe geführten Rheinschleife

– da geht‘s zum Wein …

Der Nationalpark Eifel liegt ebenfalls

zum Teil noch in Nordrhein-Westfalen

und ist von Köln aus in einer guten

Stunde zu erreichen. Ein Tanz auf den

dortigen Vulkanen, oder besser: eine

Wanderung rund um die Maare, ist und bleibt ein Muss für jeden

Naturliebhaber.

Westerwald, Hunsrück, Pfalz und das Saarland gehören zwar

nicht mehr zu Nordrhein-Westfalen, komplettieren aus redaktionellen

Gründen hier aber trotzdem unser Tourenangebot durch

den „Wilden“ Westen der Republik.

© ayax/istockphoto.com

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Spezial | 2015


Ahrtal

Steile Berge

entlang der Ahr

Typ: Streckenwanderung

Länge: 11,6 Kilometer

Dauer: ca. 3,5 Stunden

Markierung: nicht durchgehend

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

bis anspruchsvoll

Steigung/Gefälle: gut 400 Meter

rauf/ca. 450 Meter runter

Höchster Punkt: ca. 427 Meter

Beste Wanderzeit: März bis November

(schnee- und eisfrei!)

Start/Ziel: Bahnhof 53505 Altenahr/

Bahnhof 53506 Rech

Wegequalität: alpine Pfade, Kiesweg,

zum Schluss breiter Waldweg

Von Altenahr nach Rech

Wild und sanft

Die heimliche Königsetappe entlang der Ahr verbindet

alpine Steige, spektakuläre Aussichten und Abenteuerliches

wie das Teufelsloch mit verträumter Fluss- Romantik

an der naturbelassenen Ahrschleife bei Altenahr.

Auf das Bahnhofsgebäude schauend

dem schmalen Weg zwischen

Ahr und den Gleisen nach links

folgen. Eine Unterführung unterquert

die Bahntrasse. Dahinter

schlängelt sich der Pfad in Kehren

hinauf bis zu einem Querweg, dem

Eifelvereinsweg Nr. 7. Nach rechts

erklimmt dieser die Aussichtspunkte

Schwarzes Kreuz 1 und

Teufelsloch 2 . Hinter dem zweiminütigen

Links-Abstecher zum

Teufelsloch setzt sich der Weg

zwischen Fels und über Steintreppen

an Hang und Grat entlang

fort. Einige Zeit, nachdem er auf

die andere Hangseite gewechselt

hat, trifft er auf einen Abzweig, an

dem der Ahr-Venn-Weg des Eifelvereins

(Markierung: liegendes V)

links im Zickzack zur Ahr abfällt.

Etwas flussaufwärts liegt die

Naturschutz-Jugendherberge

Altenahr 3 . Auf der entgegengesetzten

Seite des Bolzplatzes

leitet ein Wiesenweg zur Brücke

über die Ahr. Am anderen Ufer

folgt der Ahrtalweg (schwarzes

A) nach rechts der Flussschleife

durch das Naturschutzgebiet im

Langfigtal 4 . Über eine Brücke

wechselt er ans andere Ufer,

passiert aufgelassene Weingärten,

einige Brücken und ein Viadukt

unterhalb der Ruine Burg Are.

Gegenüber eines steilen Weinhangs

steigen Eifelvereinsweg 6

und AV1 rechts in Kehren zum

Krähhardt-Plateau 5 auf. Oben

streift der Weg durch Wiesen mit

Einzelbäumen. Ein Stein am Boden

markiert den Rechtsabzweig

zum Schrock. An den weiteren

Abzweigen und Gabelungen

unterhalb der Teufelsley 6

immer rechts halten, bis der Weg

auf einen breiteren Fahrweg trifft.

Ein kurzes links Stück hinauf,

zweigt links ein Weg im spitzen

Winkel ab und steigt weiter an.

Zur Schutzhütte am Schrock 7

führt ein kurzer Abstecher nach

links. Ein kleines Stückchen

höher, dann gabelt sich der

Weg, und links geht es nun über

breitere Forstwege auf AV1 und

Eifelvereinsweg 2 leicht bergab

durch den Wald Richtung Rech.

Der Weg trifft auf einen von

unten kommenden Weg, läuft mit

diesem ein kurzes Stück bergan,

biegt dann rechts hinauf, passiert

den Bildstock „Flucht nach Ägypten“,

knickt links bergab, folgt

dem Hangverlauf in eine Talspitze,

wo ein Querweg nach links auf

Rech zuläuft. An zwei Gabelungen

bleibt unser Weg links, schwenkt

auf die andere Talseite, passiert

ein steinernes Kreuz und erreicht

den Ortsrand von Rech 8 . Die

Bärenbachstraße wird später

zur Brückenstraße. Sie fällt an

Weingütern, Straußwirtschaften

und der Kirche St. Lucia vorbei

zur St.-Nepomuk-Brücke hinab.

Auf der anderen Seite der B 267

bringt uns das Sträßchen Am

Herrenberg zu den Stufen, die vor

dem gleichnamigen Biergarten

zu den Gleisen der Bahnstation

hinunterführen.

Verborgen im Ahrtal

Das geheimste Bauwerk in der

Geschichte der Bundesrepublik

Deutschland öffnet seine Tore –

atombombensichere Tore! In zwei

Eisenbahntunneln einer unvollendeten

Bahn durch das Ahrgebirge

steckte der ehemalige Regierungsbunker.

Der 17,3 km lange „Ausweichsitz

der Verfassungsorgane der

BRD in Krise und Krieg“ sollte den

Staatsoberhäuptern im Ernstfall des

Kalten Krieges die Haut retten. Eine

Dokumentation und viele Originalgegenstände

wie die Kommandozentrale

und das Bett des Bundespräsidenten

beleben die auf 203

Meter zurückgebaute Bunkeranlage.

www.dokumentationsstaetteregierungsbunker.eu

Spezial | 2015

23


Der Westen

Ahrtal

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: Mit Direktverbindung aus Bonn oder vom Bahnhof Remagen

fährt die Ahrtalbahn RB 30 stündlich nach Altenahr, www.bahn.de, www.vrs.info,

www.vrminfo.de. Zwischen Ahrweiler und Ahrbrück hält der Zug an den Bahnhöfen

Walporzheim, Dernau, Rech, Mayschoss, Altenahr und Kreuzberg. Are-Taxi,

Tel:. 02641/2333, Taxi Seul Altenahr, Tel.: 02643/6666

Mit dem Pkw: A 61 Koblenz-Bergheim; aus Norden bis AK Meckenheim, B 257

Richtung Altenahr, dann B 267 bis Altenahr; aus Süden bis AS 31 Dreieck Sinzig,

A 571/B 266/B 267 über Bad Neuenahr-Ahrweiler nach Altenahr

Orientieren: Wanderkarte des Eifelvereins Nr. 9: Das Ahrtal, 1:25.000, Ausgabe

2013, ISBN 3-921805-87-9, 9 Euro, www.eifelverein.de, Wanderparadies Ahrsteig,

Set aus Wanderführer und Wanderkarte, 1:25.000, ISBN 978-3-934342-64-4,

18,95 Euro, www.ideemediashop.de

Tourenhöhepunkte

Weinberge hoch über Dernau

1

Schwarzes Kreuz: Als

Unglückskreuz 1865

errichtet, bildet das „Schwarze

Kreuz“ einen Gegenpol zum

„Weißen Kreuz“ gegenüber, auf

der anderen Seite des Ahrtals.

Der Felssporn schwebt über

Altenahr und setzt die Ruine

Burg Are mit dem anschließenden

Felsriegel Engelsley

gekonnt in Szene.

2

Teufelsloch: Viele Legenden

kursieren über diesen

gut mannshohen Durchbruch

Luzifers im harten Fels der

Ahreifel. Er bietet doppelseitige

Ausblick: Im Nordosten streckt

sich das Langfigtal unterhalb

von Burg Are und Engelsley vor

den Augen aus. Dreht man sich

um, rücken im Südwesten die

Häuser Altenburgs hinter der

Felshöhle ins Sichtfeld.

3

Naturschutz-Jugendherberge

Altenahr: Traumhaft

bettet die Herberge ihre

Gäste ins abgelegene Langfigtal.

Tagsüber waten sie durch die

seichte Ahr, baden und picknicken

am Idyll eines Flusses,

der wie vor Jahrhunderten noch

kurven darf.

4

Langfigtal: Seit 1983 bewahrt

das Naturschutzgebiet

„Ahrschleife bei Altenahr“

das schöne Landschaftsbild im

Langfigtal. Die Ahr beugt sich

stärkerer Naturgewalt: Für

den harten Brocken Engelsley

muss sie etwa drei Kilometer

Umweg fließen. Dafür darf sie

frei schwingen – ganz ohne

Uferkorsett. Fast senkrechte

Felswände schirmen die

weitläufigen Wiesenauen so gut

ab, dass der Mensch hier nur

maßvoll gewirtschaftet hat.

5

Krähhardt-Plateau:

Malerisch schlängelt

sich der Weg auf der Hochebene

Krähhardt durch magere

Wiesen mit Einzelbäumen – ein

sehr seltenes Bild heutzutage.

Im Frühjahr knüpft die große

Sternmiere weiße Teppiche auf

der Hochfläche.

6

Teufelsley: Wo der Umlaufberg

wieder ans Ahrgebirge

„andockt“, ragt der Felssporn

Teufelsley auf, gekrönt

von einem aus zwei Baumstämmen

grob gezimmerten

Gipfelkreuz. Eine Kraxelei nur

für absolut Schwindelfreie!

7

Schrock: Genialer Blick

aus 405 Metern Höhe

über den Rand der Ahrtal-

Kerbe hinaus zu den Kuppen

des Sieben gebirges am Rhein,

südlich von Bonn. Beim

richtigen Sonnenstand leuchtet

der Petersberg hell auf!

8

Rech: Am Fuße des

Steinerbergs trifft die

Wanderung im 550-Seelen-

Winzer örtchen Rech den

Ahrwein! Etwa zwanzig

Weinbaubetriebe bewirtschaften

dort noch rund 35 Hektar mit

überwiegend roten Rebsorten.

Etappenprofil

1

2 3 4 5 6 7 8

Tipps für das Ahrtal

Am Wegesrand:

Hotel Restaurant Café Lang,

Altenburger Str. 1, 53505 Altenahr,

Tel.: 02643/93730, www.hotellang.de

Landgut-Hotel zur Post,

Brückenstr. 2, 53505 Altenahr, Tel.:

02643/9310, www.hotelzur-post.de

Hotel Zum Schwarzen Kreuz,

Brückenstr. 5–7, 53505 Altenahr,

Tel.: 02643/1534,

www.zumschwarzenkreuz.de

Naturschutz-Jugendherberge

Altenahr, Langfigtal 8, 53505

Altenahr, Tel.: 02643/1880,

www.jugendherberge.de

Jeden Tag was anderes:

Von März bis Oktober findet an

jedem Wochentag mindestens ein

geführtes Programm statt: Rotweinwanderung,

Stadtrundgang,

Dokumentationsstätte Regierungsbunker,

Weinprobe. Teilnahme ohne

Voranmeldung, 5 bis 10 Euro/

Person, www.ahrtal.de (Tagestipps).

Wein probieren:

Nach Orten sortierte Listen mit allen

Weinfesten, Winzern, Genossenschaften

und Straußwirtschaften

im Ahrtal stehen auf www.ahrtal.de

unter „Ahrwein“ bereit. Noch mehr

Infos über die Weinorte, Weinlagen,

Rebsorten und Weinevents auf

www.ahrwein.de

Ausgegraben:

Die Römervilla am Silberberg in

Altenahr war das große Herrenhaus

eines antiken Gutshofs. Bei Straßen-

arbeiten entdeckte man 1980 das im

5. Jh. n. Chr. bei einem Hangrutsch

verschüttete Gebäude: Museum

Römervilla, Am Silberberg 1,

53474 Bad Neuenahr-Ahrweiler,

www.museum-roemervilla.de

Informieren:

Tourist-Information Altenahr,

Altenburger Str. 1a, 53505 Altenahr,

Tel.: 02643/8448 Ahrtal-Tourismus,

Hauptstr. 80, 53474 Bad Neuenahr-

Ahrweiler, Tel.: 02641/91710,

www.ahrsteig.de

24

Spezial | 2015


Rheingoldbogen

Steckbrief

Rheingoldbogen










Von Bingen bis Koblenz

durchfließt der Rhein das

UNESCO-Weltkulturerbe Oberes

Mittelrheintal. Etwa 20 Kilometer

südlich der Moselmündung

schlägt er bei Boppard kunstvoll

seinen größten Bogen. Oberhalb

dieses Muster-Mäanders führt der

Rheingold bogen durch Wald und

Wein, verbindet Steilhänge und

Hochplateau.

Typ: Rundwanderung

Länge: 12,6 Kilometer

Dauer: 4 Stunden

Steigung/Gefälle: je 292 Meter

Schwierigkeitsgrad: leicht

Höchster Punkt: etwa 260 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start und Ziel: Friedhof in

56321 Brey (Ackerweg)

Wegequalität: Premiumweg Extratour

Rheingoldbogen, zertifiziert

vom Deutschen Wanderinstitut

(53 Punkte)























































Traumpfad durchs Weltkulturerbe

Am Rhein zum Wein

Farbe ist wichtig

Der Rheingoldbogen überzeugt mit grandiosen Blicken auf die

Bopparder Rheinschleife und zur Marksburg. Es geht durch

lichten Eichenmischwald, zwischen den Reben am Bopparder

Hamm entlang und über das Hochplateau mit Kirschbäumen.

Am Parkplatz des Friedhofs

in Brey (S/Z) ist der offizielle

Startpunkt des Rundwanderwegs.

Entgegen dem Uhrzeigersinn

geht es zunächst auf der Straße

Ackerweg zurück durch Brey,

vorbei an der Kirche und dahinter

links die schmale Straße steil

bergauf. Wo das Sträßchen oben

nach links wegknickt, taucht der

Rheingoldbogen halbrechts in den

Wald ein. Rechts befindet sich

eine überdachte Wanderhütte mit

freigeschnittener Aussicht. Nach

gut einem Kilometer erreicht der

Weg die Schächte einer römischen

Wasserleitung (1). Dort knickt der

Reingoldbogen scharf rechts den

Hang hinunter und quert vor dem

Sportplatz das Breyertal. Hinter

den Anlagen geht es kurz nach

rechts, dann links einen schmalen

Pfad den Hang steil hinauf. Ab

dem Abzweig eines Hohlwegs

verläuft der Rheingoldbogen parallel

zum Rhein-Burgen-Weg (von

der römischen Wasserleitung bis

hierher verlief ein Abstecher des

Rhein-Burgen-Wegs auf gleicher

Route). Am Königsberg (2) stehen

eine Wanderliege und eine Schutzhütte.

Kurz darauf knickt der

Rheingoldbogen nach links auf

einen befestigten Weg. Zur Linken

liegt das Breyer Hämmchen (3).

Am nächsten Abzweig nimmt der

Traumpfad die Variante nach

rechts über einen parallel verlaufenden

Waldweg. Zurück auf dem

Schotterweg geht es rechts weiter.

An der großen Gabelung im Wald

führt der schmalere linke Weg

zu einem kleinen Gedenkkreuz

(4), später erläutern Tafeln des

Kulturwegs die Grabhügel im

Breyer Wald (5). An der T-Kreuzung

mit einem breiten Forstweg

verlässt der Rheingoldbogen den

Rhein-Burgen-Weg nach links (Der

Rhein-Burgen-Weg erreicht nach

gut drei Kilometern den Abzweig

zum Mittelrhein-Klettersteig Boppard

an der Engelseiche). Hinter

dem Parkplatz des ehemaligen

Klosterguts zweigt er rechts ab

und führt direkt auf den Hof des

Klosters Jakobsberg (6). Auf dem

rechten Asphaltweg, der leicht

bergab zwischen Parkhaus und

gelbem Haus verläuft, setzt sich

die Route fort. Sie taucht erneut

in den Wald, kurvt abwärts

vorbei an imposanten Schiefer-

Aufschlüssen zu einer Aussicht

mit Bank, wo es scharf links

weiter hinuntergeht. Imposante

Blicke eröffnen sich vom steilen

Bopparder Hamm (7). Am Weinbergsweg

geht es nach links. Wie

auf einem Balkon wandert man

– begleitet vom Dauer panorama

– etwa auf gleicher Höhe an der

Steillage entlang und an einem

Picknickplatz (8) vorbei. Nach

einem kurzen Anstieg zweigt kurz

hinter einer zweiten Wanderliege

Zwei Zubringerwege führen von

Ober- und Niederspay auf den

Rheingoldbogen. Wer mit der Bahn

anreist oder in Spay nächtigt, muss

also nicht erst mit dem Bus nach

Brey fahren und zum Friedhof

hinauflaufen. Diese Wege sind mit

dem gleichen Symbol markiert,

nur in umgekehrter Farbgebung,

wie ein Negativ. Am Hauptweg

liegt das weiße Traumpfad-Symbol

auf einem orangefarbenen Spiegel,

die Zuwege sind durch ein orangefarbenes

Symbol vor weißem

Hintergrund gekennzeichnet. Dies

sollte man unterwegs wissen,

um nicht ungewollt mit einem

Zubringer den Weg zu verlassen

und Höhe zu verlieren.

Spezial | 2015

25


Der Westen

Rheingoldbogen







































Anreisen und orientieren

Anreisen: Mit der Bahn bis Bahnhof Koblenz, Rhens, Spay oder Boppard.

Die Buslinie 650 verkehrt zwischen den Städten, am Wochenende im

Stundentakt, in der Woche häufiger. Brey liegt zwischen Rhens und Spay.

Von Spay führen zwei Zubringerwege auf den Rheingoldbogen. Auskünfte

zu Fahrplänen: Info-Hotline 01805/986986, www.vrminfo.de.

Mit dem Pkw über die B 9 durch das Rheintal bis Brey. In der Ortsmitte

der Rheingoldstraße hinauf folgen, am Ackerweg links abbiegen und bis

zum Parkplatz beim Friedhof am Ortsrand fahren.

Orientieren: U. Poller, W. Todt: Traumpfade. Die 19 besten Rund-Wanderwege

an Rhein, Mosel und in der Eifel, mit GPS-Daten; 2009, ISBN 978-3-

934342-56-9, 10,95 Euro, 16,95 Euro mit Karte, www.ideemediashop.de.

Die 19 Traumpfade, Broschüre des Projektbüros Traumpfade von der

Rhein-Mosel-Eifel-Touristik (REMET), 2009, 3,50 Euro.

Interaktiver Routenplaner: www.outdooractive.com/live/

Alpregio- Tourenplaner/Traumpfade-Rhein-Mosel-Eifel-Land

ein Rheingoldbogen-Zubringerweg

rechts hinunter ab. Hier geht es

geradeaus zum Rheinplateau,

dort links abbiegen und der

Rechtskurve durch die freie

Feldlandschaft folgen. An der

nächsten Einmündung verläuft

die Route nach rechts, folgt einem

Bogen – die Marksburg scheint

zum Greifen nah – und knickt

an der nächsten Kreuzung nach

links. Kurz vor Siebenborn biegt

der Weg rechts ab, hält sich an

der nächsten Gabel links, passiert

an der Hangkante eine weitere

Wanderhütte im Wald und führt

hinunter zur Muttergotteskapelle

(9). Etwas unterhalb zweigt mit

dem Kreuzweg der zweite Zubringer

nach Spay ab. Der Traumpfad

führt geradeaus hangparallel leicht

abwärts, kreuzt eine Straße und

folgt einem Wiesenpfad durch das

Tillbachtal. Hinter einer Rechtskurve

trifft er auf den Weg, der links

zurück zum Friedhof (S/Z) leitet.

Tourhöhepunkte am Rheingoldbogen

Kulturgut und Jausenplätze

1

Römische Wasserleitung:

Der Qanat nach persischem

System wurde in 4,50 Metern Tiefe

durch Schieferstein gebrochen

und führt heute noch Wasser. Am

Tag des offenen Denkmals Anfang

Oktober werden die Schächte und

Stollen für Besucher geöffnet.

2

Wanderliege am Königsberg:

Das erste Picknick schmeckt

am besten auf der bequemen

Liegebank bei traumhafter

Aussicht auf die Marksburg.

3

Breyer Hämmchen: Um die

Kulturlandschaft zu erhalten,

baut die Breyer Weinbruderschaft

hier seit 2006 wieder Riesling an.

4

Pilger-Gedenkkreuz:

Erinnerung an einen Pilger

aus Koblenz, der auf seinem Gang

zum Kloster Bornhofen durch den

Breyer Wald abkürzte und

dort verstarb.

5

Grabhügelgruppe: Im Breyer

Wald verteilen sich mehrere

Dutzend Hügelgräber der Hunsrück-Eifel-Kultur

aus der älteren

Eisenzeit. Zwischen 2.300 und

2.600 Jahre alt schätzen Archäologen

die bis 2,50 Meter hohen

Grabstätten von etwa 20 Metern

Durchmesser.

6

Kloster Jakobsberg: Das

ehemalige Klostergut ist Teil

des UNESCO-Welterbes. Heute gehört

das Gelände Dr. Hans Riegel,

frohen Kindern und ebensolchen

Erwachsenen als Gummibärchenproduzent

bekannt. Er

baute die Klosterruinen zum Hotel

um und betreibt einen Golfplatz

auf dem Hochplateau.

7

Bopparder Hamm: „Hamus“

ist lateinisch und bedeutet

Haken, und den schlägt der Rhein

hier: An seinem fast vollständig

gezogenen Kreisbogen beschert er

der größten zusammenhängenden

Rebfläche des Weinbaugebiets

Mittelrhein eine steile und fruchtbare

Südlage!

8

Picknickplatz: Die vier Bänke

um den großen Holztisch

sind absichtlich höher konstruiert:

Beine baumeln lassen tut gut

nach acht Kilometern.

9

Muttergotteskapelle: Ein

Kreuzweg führt hinauf zu

der Natursteinkapelle, die von

den Spayern liebevoll gepflegt

wird. Das schattige Plätzchen lädt

besonders an heißen Tagen zum

Verweilen ein.

Etappenprofil 1 2 3 4 5 6 7 8 9








Einkehren und

Wein probieren

Schlemmen und schlummern:

Jakobsberger Hof, 56154 Boppard,

Tel.: 06742/8080, Hotel****Superior

mit integrierter Golfanlage, www.

jakobsberg1.de. Flair Hotel Alter

Posthof, Mainzer Str. 47, 56322 Spay,

Tel.: 02628/8708, www.alterposthof.de,

wandererfreundliche Gastgeber mit

regionaler und saisonaler Küche,

Wein vom Bopparder Hamm, Wild

aus eigenem Revier, Biergarten.

Rheinhotel zum Anker, Rheinufer

25, Tel.: 02628/8725, www.hotelzum-anker.de,

gutbürgerliche Küche.

Ferienwohnungen Weingart,

Rheinufer 23/24, 56322 Spay, Tel.:

02628/988610, www.weingart-ferien.

de, 3 Ferienwohnungen in einem

liebevoll restaurierten Fachwerkhaus.

Ferienwohnung Jedersberger,

Mainzer Str. 71a, 56322 Spay,

Tel.: 02628/3133,, 3 Zimmer mit

Küche und Bad im Erdgeschoss eines

Fachwerkhauses. Hotel Restaurant

Roter Ochse, Hochstraße 27,

56321 Rhens, Tel.: 02628/2221,

www.roter-ochse.net, Wild aus

Rhenser Wäldern. Restaurant Zum

Schiffchen, Am Rhein 4,

56321 Rhens, Tel.: 02628/2216,

www.zum-schiffchen.de

Ausgezeichneten Wein probieren:

Weingut Weingart (vier Trauben

Gault Millau): Mainzer Str. 32,

56322 Spay, Tel.: 02628/8735, www.

weingut-weingart.de, Weinprobe und

Verkauf: Mo–Sa 9 bis 19 Uhr, So 14 bis

19 Uhr. Weingut Matthias Müller

(vier Trauben Gault Millau):

Mainzer Str. 45, 56322 Spay, Tel.:

02628/8741, www.weingut-matthiasmueller.de.

Verkauf: Mo–Sa 8 bis 20

Uhr, So 10 bis 20 Uhr, zur Weinprobe

am besten anmelden. Weingut Volk:

Koblenzer Str. 6, 56322 Spay, Tel.:

02628/8290, www.weingutvolk.de

Nicht verpassen: 25. April 2010:

Beim Weinfrühling schenken die

Winzer direkt im Wingert aus.

14. August 2010: Bengalische

Feuer und acht Feuerwerke tauchen

den nächtlichen Himmel zwischen

Koblenz und Spay in ein Lichtermeer

beim berühmten „Rhein in Flammen“.

Informieren: Projektbüro

Traumpfade, Rhein-Mosel-Eifel -

Touristik (REMET), Bahnhofstr. 9,

56068 Koblenz, Tel.: 0261/108419,

www.traumpfade.de Verkehrsamt

Rhens, Am Viehtor 2, 56321 Rhens,

Tel. 02628/960556, www.rhens.de

Tourist Information Boppard,

Marktplatz (Altes Rathaus), Tel.

06742/3888, tourist@boppard.de,

www.boppard.de

26

Spezial | 2015


Vorderpfalz

Steckbrief

Rehbachaue:


Das Landschaftsschutzgebiet Rehbachaue

liegt in der Region Oberrheingraben

in der Vorder pfalz in

Rheinland-Pfalz. Das Gebiet gehört

zu Neuhofen (Rhein-Pfalz-Kreis).

Die Landschaft ist von typischen

Auenwäldern geprägt, die bezeichnend

für Regionen mit Altrheinarmen

sind. In Auen wäldern findet

man meist eine ganz besondere

Artenzusammensetzung. Diese

Vielfalt in der Rehbachaue war

vor einigen Jahren noch hart

umkämpft, da eine geplante

Bundesstraße, die Mannheim und

Speyer direkt verbinden sollte, das

Gebiet zu zerschneiden drohte.

Typ: Kräuterwanderung

Dauer: etwa zwei Stunden

Steigung/Gefälle: eben

Start: Parkplatz Gasthaus

„Waldmühle“, Neuhofen

Beste Wanderzeit: April bis Oktober

Kräuterwanderung

Unterwegs im Märchenwald

Auf der Kräutertour bewegten wir uns auf extensiv genutzten Feuchtwiesen und in einem Auenwald,

der durch seine geschützte Schönheit und Artenvielfalt zur Erholung einlädt.

Wir starten am Gasthof „Waldmühle“

bei Neuhofen, wo eine

große Wegekarte gute Übersicht

über das Landschaftsschutzgebiet

Rehbachaue bietet. Auf breiten,

gut befestigten Wegen überqueren

wir den Rehbach und gehen

Handgemachtes Verwöhnprogramm

zunächst links ein Stück den Fluss

entlang. Rechts liegen Feuchtwiesen,

dahinter sieht man die

Skyline von Ludwigshafen. Über

eine Brücke biegen wir links ab,

überqueren erneut den Rehbach

und tauchen in den Auenwald ein.

Die saisonalen Angebote des Lindner

Hotel & Spa Binshof bei Speyer

greifen regionale Köstlichkeiten

für alle Sinne auf. Im Frühjahr

verlocken z. B. die „Pfälzer Frühlingsblüten“

Körper und Gaumen

zu höchsten Genüssen. Die

Kosmetika werden dabei vor Ort

aus regionalen Blüten von Hand

hergestellt. Im Sommer sind Früchte

wie z. B. Feigen das Hauptthema

in Wellness und Küche. Aktuelle

Angebote unter www.lindner.de

Auf schmalen Pfaden genießen

wir den Wald, um dann erneut

links abzubiegen. Durch den lichten

Wald, vorbei an einer großen,

umgestürzten Pappel, kommen

wir zurück zum Ausgangspunkt.

Achtung: Bei einer Wanderung im

Landschaftsschutzgebiet muss dessen

Bedeutung für den Erhalt der

Vielfalt und der Eigenart beachtet

werden! Im Klartext heißt das,

dass hier alle Handlungen verboten

sind, die den Charakter der

Landschaft verändern. Die Regelungen

sind weniger streng als z. B.

im Naturschutzgebiet. Pflanzen

(natürlich nicht die geschützten),

Beeren und Pilze dürfen gepflückt

werden, jedoch der Natur zuliebe

in Maßen. In Deutschland gibt es

etwa 7.229 Landschaftsschutzgebiete

mit einer Gesamtfläche von

10,8 Millionen Hektar.

Die Rheinfähre

Altrip

Ein paar Kilometer von der

Wanderstrecke entfernt bietet

der Rhein ein ganz besonderes

Erlebnis. Dort, wo der Rhein die

Grenze zu Baden-Württemberg bildet,

sieht man auf einer Fahrt mit

der Rheinfähre von Altrip nach

Mannheim auf der einen Seite

die Skyline riesiger Kraftwerke,

während die andere Rheinseite

mit einem Naturschutzgebiet besonders

naturbelassene Anblicke

bietet – ein reizvoller Kontrast.

Infos bei der Rheinfähre Altrip

GmbH, Tel.: 06236/39990,

www.rheinfaehre-altrip.com

Spezial | 2015

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Der Westen

Vorderpfalz

© istockphoto.com/fotoVoyager

Immer wieder schön:

Gänseblümchen am Wegesrand

Anreisen

Anreisen:

Von Neustadt kommend zunächst der A 65 in Richtung Ludwigshafen Süd bis

zum Rheingönheimer Kreuz folgen, ab hier die B 9 Richtung Speyer.

Aus Richtung Frankenthal der B 9 in Richtung Ludwigshafen Süd bis zum

Rheingönheimer Kreuz folgen, dann B 9 Richtung Speyer.

Von Speyer kommend die B 9 in Richtung Ludwigshafen nehmen.

Für alle Richtungen: Die B 9 über Ausfahrt Neuhofen verlassen, nach

etwa 1,5 Kilometern biegt die Hauptstraße nach rechts ab (beim Geschäft

Elektro Oberst). Hier fährt man geradeaus und nimmt den ersten Abzweig

links in die Schafsgasse, dann dem Hinweisschild „Waldmühle“ folgen.

Aus Richtung Mannheim /Ludwigshafen über die B 44 zunächst in Richtung

Speyer, ab dem Ortsteil Mundenheim dann in Richtung Altrip (Deponie). Auf

der Straße K 7 nach Altrip erscheint nach einer Linkskurve das „Münchner

Häusel“. Ab hier dem Hinweisschild „Waldmühle“ folgen.

Vielfalt in der Vorderpfalz

Von Schlehe, Baldrian und Vogelmiere

Gänseblümchen (Bellis perennis)

zeigen ihre Blüten durchgängig

von März bis November.

Scharbockskraut (Ranunculus

ficaria) sieht man von März bis

Mai. Danach zieht sich die Pflanze

komplett in den Boden zurück

(Frühjahrsgeophyt).

Taubnessel (Lamium) kommt

bei uns in verschiedenen Größen

und Farben vor.

Löwenzahn (Taraxacum sect.

Ruderalia) ist bis Mai zu sehen,

vereinzelt bis in den Herbst.

Wiesenkerbel (Anthriscus sylvestris)

blüht von April bis Juli.

Brennnesseln (Urtica) sind anspruchslos

und kommen nahezu

weltweit vor. Bei uns sind vier

verschiedene Arten vertreten.

Schlüsselblumen (Primula veris)

sieht man in Deutschland von

April bis Juni, in Österreich und

der Schweiz von Februar bis Mai.

Veilchen (Viola) sind eine Gattung

mit etwa 500 Arten.

Schlehdorn (Prunus spinosa)

blüht von März bis April lange

vor dem Blattaustrieb.

Knoblauchrauke (Alliaria

petiolata) wird von April bis Juni

wärend der Blüte als Gewürzpflanze

genutzt.

Mädesüß (Filipendula) blüht

von Juni bis August weiß bis rosa.

Wilder Schnittlauch (Allium

schoenoprasum) entwickelt Mai

bis August seine kugeligen Blüten.

Beinwell (Symphytum) zeigt

von Mai bis September unermüdlich

violette Blüten.

Baldrian (Valeriana) blüht

zwischen Juni und August.

Wiesenschaumkraut (Cardamine

pratensis) bedeckt von April

bis Mai häufig ganze Wiesen.

Vogelmiere (Stellaria media)

erhält ihre Blühfähigkeit (winzige

weiße Blüten) bei mildem Wetter

oft das ganze Jahr über.

Buschwindröschen (Anemone

nemorosa) entwickelt zwischen

März und April eine Blüte pro

Pflanze (Frühjahrsgeophyt, giftig).

Immergrün (Vinca) blüht von

März bis Mai, manchmal auch

noch einmal im Herbst (giftig).

Butterblume (Scharfer Hahnenfuß,

Ranunculus acris) blüht von

Mai bis Oktober. Vorsicht, giftig!

Giersch (Aegopodium podagraria)

zeigt die weißen Blütendolden

von Juni bis Juli.

Schöllkraut (Chelidonium

majus) blüht von Mai bis Oktober

gelb, ist jedoch hochgiftig!

Löwenzahn

© istockphoto.com/tr3gi

Etappenprofil

Hungrig, müde,

aufgedreht?

Schlafen: Lindner Hotel & Spa

Binshof, Binshof 1, 67346 Speyer,

Tel.: 06232/6470, www.lindner.de

Hotel Salischer Hof, Burgstraße

12–14, 67105 Schifferstadt, Tel.:

06235/9310, www.salischer-hof.de

Zelten: Campingplatz Strandbad

Mannheim, Strandbadweg 1, 68199

Mannheim, Tel.: 0176-55422268,

www.campingplatz-mannheim.de

Erholungsanlage St. Leoner See,

Sankt Leoner See 1, 68789

St. Leon-Rot, Tel.: 06227/59009,

www.leoner-see.de Essen: Gasthaus

Waldmühle, der angeblich schönste

Biergarten im Kreis Ludwigshafen,

Öffnungszeiten: Mo. u. Di. Ruhetag,

Mi.–Sa. ab 17.00 Uhr, So. ab 12.00

Uhr, Waldmühle 1, 67141 Neuhofen,

Tel.: 06236/1808. Restaurant

Salierhof, Binshof 1, 67347 Speyer,

Tel.: 06232/647622 (nationale und internationale

Küche, mit Terrasse und

Wintergarten). Webers Restaurant

Jägerheim, Di.–Fr. u. So. 11.30–14.00

Uhr und ab 18.00 Uhr, Sa. ab 18.00

Uhr, Mo. Ruhetag, Ludwigshafener

Str. 100, 67141 Neuhofen, Tel.:

06236/500915,

www.webers-restaurant.de

Gaststätte Waldpark, Waldpark 1,

67141 Neuhofen, Tel.: 06236/563888

(mit Terrasse und Kinderspielplatz).

Unternehmen: Kletterwald

Speyer, Erster Richtweg 5, 67346

Speyer, Tel.: 0176/61011199 oder

06235/929046, www.kletterwald.de,

ab zehn Personen Voranmeldung

nötig. Kletterzentrum Ludwigshafen

(Indoor), Saarburger Str. 25,

67071 Ludwigshafen, Tel.: 0621/

511287, www.kletterzentrum.de

Badesee Schlicht, 67141 Neuhofen,

Abzweig zum Parkplatz von der Landstraße

zwischen Neuhofen und Waldsee.

Informationen: Tourist-Information

Speyer, Maximilianstraße 13,

67346 Speyer, Tel.: 06232/142392,

touristinformation@stadt-speyer.de

Tourist-Information Ludwigshafen,

Berliner Platz 1, 67059

Ludwigshafen, Tel.: 0621/512035,

www.lukom.com

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Spezial | 2015


Saarland

Klaus Steins

Tiefenbach-Pfad

Klaus Stein kennt jeden Winkel

seiner Heimatstadt Sankt Wendel.

Er hat den Tiefenbach-Pfad

„komponiert“. Vom Wendelinushof

führt er Wanderer rund um den

Bosenberg in schattige Kerbtälchen,

durch einen ehemaligen

Steinbruch, ins Naturschutzgebiet

„Leitersweiler Buchen“, zum Bergmannsbrunnen

im Tiefenbachtal

und auf den Fledermauskopf.


Typ: Rundwanderung

Länge: 15,5 Kilometer

Dauer: 5 Stunden

Steigung/Gefälle: jew. 460 Meter

Schwierigkeitsgrad: mittel bis

anspruchsvoll

Höchster Punkt: 461 Meter

Markierung: Tiefenbach-Pfad

Wanderzeit: ganzjährig

Start und Ziel: Parkplatz Bosenberg

am Wendelinushof

Wegequalität: Premiumweg (74 P.)

Rund um den Bosenberg

Premiumweg & Panoramablicke

Ein Weg der Wechsel: schwungvolle Pfade und dann wieder ein Stückchen auf breitem Weg

zum Verschnaufen und Plaudern. Auf weite Blicke folgen tief eingeschnittene Kerbtälchen. Am

Waldrand lassen „Fenster“ zwischendurch den Augen freien Lauf. Dazu beeindrucken Felswände

in einem alten Steinbruch und 400-jährige Baumriesen bei den „Leitersweiler Buchen“.

Vom Innenhof des Wendelinushofs

(1) geht es links durch die

Stallungen zur Straße, gegenüber

am Parkplatz entlang zum Startportal

des Tiefenbach-Pfads, dort

links über Schotter am Waldrand

leicht bergan, im Wald an der ersten

Gabel links, dann links ab auf

einen Pfad und an der nächsten

Gabel wieder links zur Aussicht

auf das Missionshaus (2). Bei den

Bänken nimmt der Tiefenbach-

Pfad rechts die Stufen, an der Gabel

den linken Zweig, kreuzt einen

Waldweg, läuft an der Kurklinik

entlang und biegt am Ende links

auf einen breiteren Weg ab. Leicht

abwärts führt er aus dem Wald

heraus, eröffnet weite Blicke auf

Sankt Wendel (3) und darüber hinaus.

Ab der Einmündung steigt der

Weg rechts steil an, wendet sich

bei der Bank nach links, fällt nach

einem Linksknick im Wald wieder

ab, passiert eine Radsperre, läuft

oberhalb eines tief eingeschnittenen

Bachbetts entlang, kurvt

vor dem Waldrand nach rechts,

kreuzt bei einem Wegweiser einen

Waldweg, schwenkt hinter einem

Stück parallel zum Waldrand nach

rechts zum Rumbachtal (4) und

quert oberhalb einer steilen Treppe

eine Lichtung. Am Ende biegt

er rechts ab und knickt hinter

einer langgezogenen Rechtskurve

links ab auf den Pfad durch den

ehemaligen Steinbruch (5). Wieder

ganz oben angekommen, folgt der

Offizierspfad Imsbach

in Tholey-Theley

Napoleon belohnte Louis Lapointe für seine

militärischen Erfolge mit dem Hofgut Imsbach.

Im Englischen Garten nutzt das strahlend

weiße Herrenhaus den Weiher als Naturspiegel.

Der Offizierspfad, ebenfalls ein zertifizierter

Qualitätsweg, führt auf 11,5 Kilometern um die

heute als Hotel und Restaurant genutzte Anlage.

Ausblicke ins Schaumberger Land und bis zur

Freisener Höhe bereichern den Weg.

Tiefenbach-Pfad einem Waldweg

nach links, biegt am Waldrand

wieder links und knickt bei einem

Grenzstein (6) links ab bis zu einer

Aussicht mit Picknickplatz, wo

er rechts den vorigen Weg quert

und durch den Heckentunnel

zu den Leitersweiler Buchen (7)

lenkt. Dort biegt er rechts auf den

balkonartigen Panoramaweg ab,

knickt beim Wegweiser hinter

dem Picknickplatz rechts in den

Wald ab, noch mal rechts auf

einen Pfad durch Naturtunnel und

am Ende rechts auf einen Feldweg.

Hinter einer Rechtskurve in den

Wald hinein geht es steil hinunter

ins Tiefenbachtal, beim Bergmannsbrunnen

(8) Stufen hinauf,

oben links, auf dem nächsten Pfad

links wieder steil zum Tiefenbach

hinunter, am Ende kurz rechts

auf einen Waldweg, dann links,

zurück auf dem Waldweg noch vor

der Straße rechts hinauf bis zur

Straße, dort kurz links und schräg

gegenüber weiter hinauf zum

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Der Westen

Saarland

© istockphoto.com/Meinzahn

Auf dem Tiefenbach-Pfad

geht es auch schon mal

wild zu.

Anreisen und orientieren

Anreisen: Mit dem Pkw: Anreise über die A1, bis zur Abfahrt 138 (Nonnweiler-Primstal)

links in Richtung Theley, im Ort an der Einmündung

rechts Richtung Tholey, in Tholey links über Alsweiler und Winterbach

nach Sankt Wendel, der Beschilderung Missionshaus folgen, am Missionshaus

noch einen Kilometer weiterfahren zum Wendelinushof.

Mit Bus und Bahn: vom Bahnhof Sankt Wendel mit der CityMobil-Linie

621 zum Wendelinushof, Fahrpläne und weitere Infos unter

www.saarfahrplan.de

Orientieren: Wanderkarte „Sankt Wendeler Land Nord und Süd (Premium-,

Pilger-, Themenwege, überregionale Wanderwege)“, 1:25.000, Landesamt

für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen, einzeln 3,50 Euro, im Set

7 Euro, Verkaufsstellen: Tourist-Information Sankt Wendeler Land (s. u.),

Buchhandlungen St. Wendel, Servicebüro im Landratsamt in St. Wendel.

Fledermauskopf. An der Mündung

wendet sich der Tiefenbach Pfad

nach rechts, trifft auf den Wendelinuspilgerweg

(von hier zum

Wendelinushof ca. 300 m), läuft

mit diesem links bis zum Wendelinusstein,

biegt dort links, nach

einer Linkskurve rechts ab, wendet

sich oberhalb der Brücke nach

links, biegt auf den ersten Pfad

links ab und quert zwei Mal den

Lautenbach, setzt sich am Ende

links auf dem Waldweg fort und

wendet sich an der Einmündung

nach rechts. Im Wald knickt ein

Pfad nach rechts ab, oben links auf

den breiten Weg, dann rechts und

beim Waldrand rechts bergauf,

oben vom Schotterweg nach links,

zum Picknickplatz mit Missionshausblick,

bei der Kreuzung mit

Wegweiser schräg links auf den

Pfad, links den Asphaltweg kreuzen

und zwischen den Feldern

zurück zum Wendelinushof (1).

Etappenprofil

Tourenhöhepunkte

Die schönsten Naturfleckchen von Sankt Wendel

Wendelinushof: Die Steyler

1

Missionare brachten den

etwas verfallenen Wirtschaftshof

mit gut 300 Hektar Wald, Ackerund

Grünland ab 1898 wieder

auf Vordermann. Heute arbeiten

etwa 100 Leute in Landwirtschaft,

Gärtnerei, Hofladen, Hofküche

und Schlachthof des Werkstattzentrums

für behinderte Menschen.

Blick zum Missionshaus:

2

Nach dem Kauf des Wendelinushofs

erbauten die Ordensbrüder

das etwas tiefer gelegene

Missionshaus samt Kirche und

Internat. Heute besuchen 800

Schüler das Arnold-Jansen-Gymnasium,

65 Patres genießen im

Seniorenheim ihren Ruhestand

und noch etwa 40 Ordensmitglieder

leben im Missionshaus.

1 2 3 4 5 6 7 8

Rundblick über Sankt

3

Wendel: Der Turm der

spätgotischen Wendelinusbasilika

ist von oben schwer zu erkennen,

unten dominiert die Kirche das

mittelalterliche Altstadtbild. Im

Hintergrund erhebt sich mit dem

569 Meter hohen Schaumberg der

markanteste Buckel des Saarlands.

Rumbachtal: Ein typisches

4

Kerbtälchen, von denen

viele die Hänge des Bosenbergs

durchfurchen.

Steinbruch Bosenberg

5

Urweiler: Nach Aufgabe

des Steinbruchs wurde er Mitte

der 1980er Jahre verfüllt. Vorher

schlugen sogenannte Steinschläger

das magmatische Gestein zu

Pflastersteinen, über die man

sogar in Paris flanierte.

Grenzsteine: Seit 1845

6

markieren die Hoheitssteine

eine Grenze: Zuerst zwischen K. B.

– Königreich Bayern – und K. P. –

Königreich Preußen, mit der

Saargebietsabtretung durch den

Versailler Vertrag ab 1919 die

vom S – Saarland – nach D –

Deutschland. Heute trennen sie

die Gemarkungen Urweiler und

Leitersweiler.

NSG Leiterweiler Buchen:

7

Bis zu 400 Jahre alte, verwachsene

Buchen bieten Spechten,

Hohltauben, Sperbern und Habichten

wertvolle Brutplätze.

Bergmannsbrunnen im

8

Tiefenbachtal: Der Brunnen

ist der letzte Zeuge des einstigen

Steinkohle abbaus, der von diesem

Kerb tälchen weiter nach Süden zog.

Saarland

entdecken

Schlemmen und schlummern:

Am Wegesrand: Wendelinushof,

Hofküche, Hofladen und Biergarten,

Werkstattzentrum für behinderte

Menschen der Lebenshilfe, 66606 St.

Wendel, Tel.: 06851/93987-0, www.

wendelinushof.de. In der Umgebung:

Café le Journal, Schlossstr. 16, 66606

St. Wendel, Tel.: 06851/2578, www.

cafe-le-journal.de Domhotel/Restaurant

Dionysos, Carl-Cetto-Str. 4–6,

66606 St. Wendel, Tel.: 06851/2737,

www.domhotel-st-wendel.de

Restaurant Luise im Angel’s - das

Hotel am Fruchtmarkt, Am Fruchtmarkt

5–9, 66606 St. Wendel, Tel.:

06851/999000, www.angels-dashotel.

de. Für Gourmets: Restaurant Kunz,

Kirchstraße 22, 66606 St. Wendel-Bliesen,

Tel.: 06854/8145, www.restaurantkunz.de

Hotel Hofgut Imsbach,

Hofgut Imsbach 1, 66636 Theley, Tel.:

06853/5014-0, www.hofgut-imsbach.de

FontanaVita, Marienstr. 17, 66636

Tholey-Theley, Tel.: 06853/502130,

www.fontanavita.net Landgasthof

Paulus, Prälat-Faber-Straße 2–4,

66620 Nonnweiler-Sitzerath, Tel.:

06873/91011, Mo + Di geschlossen,

www.landgasthof-paulus.de

Wanderungen planen: Premiumwege

und mehr: www.tourismus.saarland.

de, www.wanderbares-saarland.de.

Günter Schmitt: Der Saar-Hunsrück-

Steig, ISBN 978-3-937811-06-2, 9,95

Euro. Weitere Premiumwege im

Sankt Wendeler Land: 5-Weiher-

Tour in Winterbach und Bliesen,

Weiselberg-Gipfeltour in Oberkirchen,

Schaumberg-Tafeltour in Tholey,

Offizierspfad Imsbach in Theley, Hochwälder

Tafeltour Wadrilltal/Sitzerath,

Schmuggler-Pfad in Hofeld, Biberpfad

in Berschweiler, Rötelsteinpfad in

Güdesweiler, Bärenpfad in Nohfelden.

Informieren: Tourist-Information

Sankt Wendeler Land, Am Seehafen,

66625 Nohfelden-Bosen, Tel.:

06852/9011-0, www.sankt-wendelerland.de.

Tourist-Info Stadt Sankt

Wendel im TUI ReiseCenter,

Bahnhofstr. 15, 66606 St. Wendel, Tel.:

06851/7788, www.sankt-wendel.de

30

Spezial | 2015


Vulkaneifel


Auf heißen Spuren

in der Vulkaneifel

Die typischen Vulkane, Krater

und Eifelmaare machen das

Landschaftsbild der Westeifel aus.

Heute zeigt sich die vulkanische

Aktivität noch in Gasaustritten

und Kaltwassergeysiren. Die Region

ist geschützt unter dem Namen

Natur- und Geopark Vulkaneifel.

In den verlandeten Maaren finden

sich Spuren von 11.000 Jahre alten

Pflanzen – aus einer Zeit, als die

Eifel noch eine Tundra war.

Typ: Streckenwanderung

Länge: 3,3 Kilometer

Dauer: 2,5 Stunden

Steigung/Gefälle: 130 m/170 m

Höchster Punkt: 560 Meter

Schwierigkeitsgrad: einfach

Beste Wanderzeit: ganzjährig,

je nach Witterung

Start: Schalkenmehrener Maar

Ziel: Gemündener Maar

Wegequalität: gut

Entlang der Dauner Maare

Vulkanseen: Die Augen der Eifel

Ein paar leichte Steigungen und durchgehend gute Wege ohne

Asphalt führen rund um die Vulkanseen und machen den

Weg zu einem Genuss ohne große Herausforderungen.

Das Schalkenmehrener Maar (1)

ist der Startpunkt der Wanderung.

Von der Maarstraße geht es nach

rechts in den Pitt-Kreuzberg-Weg.

Hier finden sich die ersten Informationstafeln

und Markierungen

des Eifelsteigs, der nun in Richtung

Weinfelder Maar/ Gemünd

führt. Es geht stetig bergan, das

Maar zur Rechten. Oben auf dem

Maarrücken verlassen wir den

Karl-Carstens-Weg und kreuzen

„Brotbaum“ Fichte

die L 64 nach links mit Blick auf

das Weinfelder Maar (2). Dabei

geben die Markierungen des Eifelsteigs

in Richtung Mäuseberg und

Dronketurm Orientierung. Von

der linken Seite des Maares aus

bietet sich nun ein traumhafter

Blick auf die Weinfelder Kapelle,

die auf dem gegenüberliegenden

Ufer weiß leuchtet. Wer sie näher

betrachten möchte, macht einen

etwa zwanzigminütigen Umweg

Die in der Eifel zuhauf anzutreffenden Fichten waren schon zu Zeiten der

Preußen ein beliebtes und preiswertes Bauholz, weil sie bereits nach 80

Jahren hiebreif sind. Die verhängnisvolle Monokultur hatte zur Folge, dass

die Region in Armut stürzte. Heute setzt man auf die Douglas-Fichte aus

Oregon. Sie ist unempfindlicher und zehn bis 15 Jahre früher hiebreif. Außerdem

ist bei der Holzverarbeitung weniger Pflanzenschutzmittel notwendig,

weil das Holz wegen des hohen Harzanteils resistenter gegen Holzwürmer ist.

an der Kapelle vorbei und folgt

dabei den Schildern rechts um

das Maar herum. Für alle anderen

führt ein schmaler Pfad weiter

über Wiesen, durch niedriges

Gebüsch und Ginsterbüsche,

allmählich ansteigend zum

Plateau des Mäusebergs. Hier

oben beeindruckt die herrliche

Aussicht vom Dronketurm (3).

Auf der anderen Seite des Turms

eröffnet sich nun in der Tiefe

der Blick auf das dritte Maar der

Wanderung in Gemünden. Tische,

Bänke und eine große Hollywoodschaukel

laden hier oben zum

Verweilen und Genießen ein.

Abwärts geht es dann durch

Buchenwälder, das Maar zur

rechten Seite. Immer noch folgen

wir den Schildern des Eifelsteigs.

Unten am Gemündener Maar

(4), dem Endpunkt der Wanderung,

finden sich ein Café und

das Freibad. Außerdem besteht

die Möglichkeit, Autos auf dem

Wanderparkplatz abzustellen.

Für den Rückweg gibt es verschiedene

Möglichkeiten. Müde Füße

nehmen den Bus „Regioradler“

500 an der Haltestelle „Getränke

Schreiner“ (etwa 700 Meter vom

Wanderparkplatz). Der Bus fährt

im Zwei-Stunden-Takt.

Hungrige wandern drei Kilometer

weiter durch den Kurpark mit

Kneipptretbecken bis in die

Innenstadt von Daun. Nach einem

kleinen Imbiss und einem Stadtbummel

fährt von dort ebenfalls

der Bus „Regioradler“ 500.

Wer den Rundwanderweg gehen

möchte, wählt am Gemündener

Maar den Rückweg über die

ausgeschilderten Wanderwege

Nummer 4 und 5. Diese führen

über die Skipiste am Mäuseberg

zurück auf die andere Seite des

Gemündener Maares, vorbei

an der Weinfelder Kapelle. Am

Schalkenmehrener Maar geht es

dann links um den See bis zur

Maarstraße in Schalkenmehren,

unserem Ausgangspunkt.

Spezial | 2015

31


Der Westen

Vulkaneifel

© istockphoto.com/AlbyDeTweede

Die Vulkaneifel erstreckt

sich vom Rhein bis zur

Wittlicher Senke. Der

Rhein bildet im Norden

die Grenze, da die vulkanische

Aktivität diesen

nicht überschreitet.

Anreisen und orientieren

Anreise mit dem Pkw: Von Norden (Ruhrgebiet/Rheinland): der A1 von

Köln in Richtung Trier bis Autobahnende folgen, dann Richtung Hillesheim/Gerolstein/Daun.

In Daun Richtung Dauner Maare/Brockscheid,

dann links nach Schalkenmehren. Von Osten/Südosten: A 3 Frankfurt

nach Köln bis zum Dernbacher Dreieck oder auf der A 61 von Ludwigshafen

nach Köln bis zum Koblenzer Kreuz. Von dort über die Eifelautobahn

A 48/1 Koblenz nach Trier bis zur Abfahrt Mehren, dann links in

Richtung Schalkenmehren. Von Süden: auf der A 1 von Saarbrücken nach

Trier, von Trier dann der A48/1 bis zur Abfahrt Mehren folgen. Dann links

in Richtung Schalkenmehren.

Mit der Bahn: Bis Gerolstein oder Wittlich Hbf. Öffentlicher Nahverkehr

der Region Trier: www.vrt-info.de. Zusätzlich Mai bis Oktober: Eifelquerbahn

von Gerolstein bis Kaisersesch, www.eifelquerbahn.de

Tourenhöhepunkte Vulkaneifel

Meere, Märchen und Mäuseberg

Schalkenmehrener Maar:

1

Es ist, wie die anderen

Maare auch, etwa 25.000 bis

30.000 Jahre „jung“ und liegt etwa

3 Kilometer südöstlich von Daun.

Bei einer Tiefe von 21 Metern

und einem Durchmesser von 575

Metern ist Angeln, Schwimmen,

Bootfahren und Surfen dort

erlaubt. Badesaison im Naturfreibad

ist von Mai bis September. Die

Wassertemperatur beträgt etwa 17

Grad, denn Maare sind tief, und

es findet kaum ein Austausch zur

Erwärmung statt. Erwachsene zahlen

drei Euro Eintritt, Kinder bis

16 Jahre 1,50 Euro. Der Rundweg

um das Maar (ca. 3 Kilometer) ist

für Kinderwagen und Rollstuhl

geeignet. Am Endpunkt befindet

sich eine Gaststätte.

Weinfelder Maar: Mit 51

2

Metern ist das Weinfelder

Maar der tiefste der drei Dauner

Seen (525 Meter breit). Der Sage

nach war hier einmal ein Berg, bekrönt

von einem Schloss. Weil die

Schlossherrin einen Bettler kaltherzig

abwies, versank das Schloss

samt Edelfrau in einem See. Dem

Schlossherrn blieb nur der Sohn,

der einsam in seiner Wiege auf

dem See schwamm. Auch deshalb

wird dieser herrliche See Totenmaar

genannt. Schwimmen ist

nicht erlaubt – wer weiß …

Dronketurm: Dieser Turm

3

wurde 1902 auf dem 560 Me-

ter hohen Mäuseberg zu Ehren von

Dr. Adolf Dronke erbaut. Dronke

war der Gründer des Eifelvereins.

Die Region war damals wegen der

rückständigen Landwirtschaft,

Abwanderung und Niedergang der

ansässigen Eisenindustrie verarmt.

Daher wurde sie auch spöttisch

Preußisch Sibirien genannt.

Dronke, ein Lehrer aus Trier,

wollte die Not der Einheimischen

mittels Eigeninitiative lindern,

indem er die Menschen einband

und Ideen zur Wieder belebung der

Region mit Ihnen umsetzte. Netze

von Wanderwegen mit entsprechender

Infrastruktur, Herbergen

und Gastronomie wurden

eingerichtet. Später engagierten

sich die Eifeler zunehmend auch

in grenzübergreifenden Projekten

und im Naturschutz. Von seiner elf

Meter hohen Plattform bietet der

Dronketurm einen tollen Rundumblick

über die Vulkaneifel – bei

gutem Wetter bis zur Mosel.

Gemündener Maar: Auch hier

4

ist Schwimmen erlaubt, von

Mai bis September hat ein Freibad

mit Liegewiese und Bootsverleih

geöffnet. Mit 325 Metern Durchmesser

ist das Gemündener Maar kleiner

als das Schalkenmehrener, aber

immerhin 38 Meter tief. Der Eintritt

beträgt 3 Euro, für Kinder 1,50 Euro.

Im Sommer finden hier klassische

Open-Air-Konzerte statt:

www.klassikaufdemvulkan.de

Etappenprofil 1

2 3 4

Die Eifel erwandern

und erfahren:

Schlemmen und rasten:

Waldcafé am Gemündener Maar,

Jan.–Okt. tägl. ab 10 Uhr, Sa./So. ab 11

Uhr, Maarstr. 7, 54550 Daun-Gemünden,

Tel.: 06592/1400, Nov/Dez geschl.

Café Sherlock, für Eifel-Krimi-Fans,

10–18 Uhr, So./Feiertag 12–18 Uhr,

Augustinerstr. 4, 54576 Hillesheim,

Tel.: 06593/809435 Hotel Schneider,

Maarstr. 22, 54552 Schalkenmehren,

Tel.: 06592/95510, www. hotelschneider.

de Landhaus Müllenborn, Hotel &

Restaurant, marktfrische Landhausküche,

Auf dem Sand 45, 54568

Gerolstein, Tel.: 06591/95880, www.

landhaus-muellenborn.de Üdersdorfer

Mühle, Gaststätte und Hofladen 10,

tägl. ab 12 Uhr, Tel.: 06596/217, 54552

Üdersdorf, www.eifelurlaub-online.de

Eifelmaar-Jugendherberge Daun,

Maria-Hilf-Straße 21, 54550 Daun,

Tel.: 06592/2884, www.

diejugendherbergen.de

Wandern ohne Gepäck:

Wikinger Reisen, organisierte

Wandertouren in der Gruppe mit

Gepäcktransfer, Kölner Str. 20, 58135

Hagen, Tel.: 02331/904742,

www.wikinger.de

Staunen und Besichtigen: Eifel-

Vulkanmuseum Daun, 1.3.–15.11.

Di.–Fr. 13–16.30 Uhr, Sa., So. u.

Feiertag 11–16.30 Uhr, Leopoldstr.

9, 54550 Daun, Tel.: 06592/985353

www.eifel-vulkanmuseum.de

Maar-Museum Manderscheid, Mo.

geschl., Di.–Sa. 10–12 und 14–17 Uhr,

So./Feiertag 13–17 Uhr, Führungen

u. Halbtagsex kursionen (80–155

Euro), Wittlicher Str. 11, 54531

Man der scheid, Tel.: 6572/920310,

www.maarmuseum.de Deutsches

Vulkanmuseum Lava-Dome,

interaktiv, Di.–So. & Feiertag 10–17

Uhr. In den Ferien RLP+NRW &

feiertags auch Mo., Brauerstraße 1,

56743 Mendig, Tel.: 02652/9399222,

www.lava-dome.de Kriminalhaus,

alles rund um Eifel-Krimis, Mo.–Sa.

9–18 Uhr, So./Feiertag 12–18 Uhr,

Am Markt 5-7, 54576 Hillesheim, Tel.:

06593/809433, www.kriminalhaus.de

Unterwegs: Bus „Regioradler“ 500,

www.vrt-info.de/fahrplanseite.php

Nachfragen und Informieren:

Rheinland-Pfalz Tourismus,

Löhrstr. 103-105, 56068 Koblenz,

Tel.: 0261/91520-0, www.rlp-info.de

32

Spezial | 2015


Westerwald


Westerwald

Der Westerwald ist ein Mittelgebirge

in Deutschland zwischen

den Großstädten Frankfurt am

Main und Köln. Unsere Tour führt

durch den Hohen Westerwald, das

Landschaftsbild wird dominiert

von extensiv genutzten Weideflächen

mit großen Basaltblöcken

und niedrigen Bäumen und

Büschen. Das Klima ist feuchtkühl

und windreich. Charakteristisch

sind Buchenwälder.

Typ: Rundweg

Länge: 19,4 km

Dauer: 5,5 Stunden

Markierung: Westerwald-Steig (bis

Hergenroth), dann Zuweg zum Start

Schwierigkeitsgrad: mittel

Steigung/Gefälle: 372 m

Höchster Punkt: ca. 450 m

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start/Ziel: Parkplatz Wiesensee

Wegequalität: Premiumweg

Vom Wiesensee zur Holzbachschlucht und zurück

Der Kraft des Wassers auf der Spur

Der Wiesensee, der Große und der Secker Weiher sowie der Katzenfelsen sind ohne Frage

schön – aber am stärksten beeindruckt die Holzbachschlucht. Erstaunlich, dass das Wasser sich

hier seinen Weg gebahnt und den Basalt nach eigener Kraft geformt hat!

Start des Rundgangs ist am

Parkplatz Wiesensee 1 vor der

Touristeninformation. Von dort

aus führt der Weg am Wiesensee

entlang zum Lindner-Hotel und

vorbei am Golfplatz. Diesem Weg

immer geradeaus folgen, und

bevor er nach links abknickt,

rechts abbiegen. An der dritten

Straße geht es dann nach links

zum Großen Weiher 2 . Am Ende

des Weges wiederum rechts zum

Secker Weiher 2 abbiegen und

an der darauffolgenden Kreuzung

geradeaus halten. Die nächste

Gabelung nach rechts nehmen

und schließlich dem Linksknick

folgen. Die Hauptstraße geradeaus

überqueren, dann am Ende des

Weges rechts. Weiter führt die

Runde noch einmal rechts entlang

und wieder links. Am Ende

des Weges geht es links weiter,

dann rechts. Dem Weg durch

die Holzbachschlucht 3 folgen.

Hinter dem Parkplatz rechts, dem

Verlauf bis zum Ende folgen, dann

links und gleich wieder rechts.

Die Hauptstraße überqueren, der

Straße nach links folgen, dann

wieder rechts. Hinter der Straße

links, an der Rasthütte rechts weiter.

Geradeaus, auf dem Weg nach

links bleiben, über die Kirchstraße.

Dann links, wieder links und

nochmals links halten. Rechts

geht der Weg weiter, dann wieder

rechts und am Waldrand links

entlang. Einfach dem Verlauf

zwischen Wiese und Wald folgen.

Dann führt der Knick nach rechts,

geradeaus, am Restaurant Katzenstein

vorbei, dann links und

wieder links, am Katzenfelsen 4

vorbei. Am Ende des Weges rechts

halten, dann links und sofort

wieder rechts. Nach einer Weile

links Richtung Schullandheim,

die nächste Abzweigung rechts.

Der Weg gibt immer wieder den

Blick auf Schloss Westerburg 5

frei. Anschließend wieder links

und hinter der Bank rechts. Es

geht geradeaus, dann links in

Richtung Hergenrath. Links weiter

auf die Stahlhofener Straße,

dann rechts auf die Hohenstraße.

Dieser bis zum Ende folgen. Dann

links halten, geradeaus über die

Parkstraße. Dahinter rechts, links

in die Bergstraße, dann weiter

links bis zur Hauptstraße gehen.

Dann links und gleich rechts

weiter auf der Seestraße. Dieser

dann bis zum Ausgangspunkt am

Wiesensee folgen.

Westerwälder

Dippekuchen

Was Sie brauchen:

3 kg Kartoffeln, 0,5–0,75 l Milch,

2 Brötchen vom Vortag, 2 Eier,

Salz, 4 EL Öl, 125 g durchwachsener

Speck, 1 dicke Zwiebel

Kartoffeln schälen, reiben, die

Brühe ablaufen lassen. Erhitzen,

Restflüssigkeit verdampfen lassen.

In eine Schüssel füllen, erhitzte

Milch und gewürfelte Brötchen

hinzufügen, aufkochen, unter die

Kartoffeln heben. Eier dazu,

abschmecken. Gewürfelten Speck

mit Öl in einen Topf geben,

Zwiebelringe darüberlegen und mit

Kartoffeln bedecken. Im Ofen bei

200–220˚ ca. 1,5 Std. backen.

Spezial | 2015

33


Der Westen

Westerwald

Anreisen und orientieren

Der Westerwald hat eine gute Autobahnanbindung (A 3, A 45 und A 61).

Die einzelnen Etappen des Westerwaldsteigs sind gut mit öffentlichen

Verkehrsmitteln zu erreichen. Informationen für die Verkehrsanbindung

erhalten Sie vor Ort, unter 0180/5000128 (0,12 Euro/Minute aus dem

deutschen Festnetz, Mobilfunkpreis anbieterabhängig) oder auf

www.westerwald-oepnv.de. Zum Wiesensee bringt Sie die Buslinie 116.

Viele Gastgeber am Westerwald-Steig bieten darüber hinaus oft einen

Bring- und Holservice für ihre wandernden Gäste an – fragen Sie nach.

36 Filialen der Touristinformationen finden Sie im gesamten Westerwald-

Gebiet. Alle Adressen und Kontakte unter www.westerwald.info

Geführte Touren mit Willi Kachler bietet Ihnen Hotel und Sporting Club

Lindner, Wiesensee, Am Wiesensee, 56457 Westerburg, Tel.: 02663/991-00,

www.lindner.de

Orientierungslos

An den Basaltblöcken des Ketzersteins

in der Nähe von Liebenscheid-

Weißenberg im Westerwald

verliert jeder die Orientierung.

Hier zeigt der Wanderkompass

nämlich immer Norden – egal,

aus welcher Richtung man gerade

kommt. Des Rätsels Lösung: Die

Felsblöcke haben einen hohen

Gehalt an magnetischem Eisen-

Titan-Erz, so dass die Kompassnadel

abgelenkt wird.

Die Tourhöhepunkte

Wald, Wasser und Basalt

1

Wiesensee: Naturschutzgebiet.

1971 wurde der

80 Hektar große See künstlich

angelegt. Er grenzt an die Orte

Stahlhofen, Pottum und Winnen.

Großer Weiher und Secker

2

Weiher: 1672 legte Fürst

Moritz von Nassau-Hadamar bei

Seck im Westerwald zwei künstliche

Fischteiche an. Der Große

Weiher ist zehn Hektar groß,

der Secker Weiher umfasst vier.

Beliebt als Naherholungsgebiet

und bei Anglern. Gastkarten sind

beim Sportfischerverein Seck erhältlich.

Am Großen Weiher Vier-

Sterne-Campingplatz. Hier findet

das jährliche Weiherfest statt.

Holzbachschlucht: Zwischen

3

den Orten Seck und Gemün-

den gelegen; Millimeter für Millimeter

hat sich das Wasser durch

den harten Basalt gebohrt.

Katzenfelsen: Der zwölf

4

Meter hohe Basaltfelsen

ist ein beliebter Kletterfelsen.

Typisch für Basalt ist die säulenartige

Felsstruktur, die am Katzenstein

sehr schön ausgeprägt ist.

Schloss Westerburg und

5

Schlosskirche: Wahrzeichen

der Stadt Westerburg. 1192 erste

urkundliche Erwähnung des

Schlosses, Nordost-Ecke und

Nordfront sind die ältesten Teile

der Anlage. Beherbergt heute ein

Restaurant und eine Zahnarztpraxis.

Die evangelische Kirche

wurde nach 1540 fertiggestellt

und eingeweiht.

Westerwald-Steig

Länge: 235 km (von Bad Hönningen

am Rhein bis nach Herborn

bei Gießen

tiefster Punkt: 83 m, Rheinbrohl

höchster Punkt: 657 m, Fuchskaute

Etappen: 16

kürzeste Etappe: 7. Etappe: Nistertal

bis Bad Marienburg, 6 km

längste Etappe: 5. Etappe: Westerburg

bis Freilingen, 10. Etappe:

Limbach bis Marienthal, je 20 km

Etappenprofil

1 2 3 4 5

Westerwald – Tipps

und Adressen

Übernachten: Hotel und Sporting

Club Lindner am Wiesensee hat

das „Prädikat Qualitätsgastgeber

Wanderbares Deutschland“, da es

Wanderern besondere Serviceleistungen

bietet: Schuhputz-Service, Routenvorschläge,

Lunchpaket-Service,

Bring- und Holservice zu den Wanderstart-

und Endpunkten, geführte

Touren, Ausrüstungs-Tipps usw.

Linder, Am Wiesensee, Westerburg,

Tel.: 02663/99100, www.lindner.de

Weitere Unterkünfte erfragen Sie

über die Touristinformationen,

www.westerwald.info

Cafés und Restaurants auf der

Strecke: Hof-Café Dapprich, deftige

Brotzeit und selbst gebackener

Kuchen mit frischem Kaffee, Seck,

Tel.: 02663/918720, geöffnet: 1. Mai

bis 31. Okt. Mi–So, 1. Nov. bis 30.

April Mi, Do, Sa, So, 14–18 Uhr, www.

hofgut-dapprich.de Wirtshaus zum

Katzenstein, Zum Katzenstein 3,

Westerburg, Tel.: 02663/3598 Elsa’s

Café, Bio-Vollwert-Café, Westerburg-

Hergenroth, Tel.: 02663/912560

Täglich geöffnet von 14–22 Uhr,

Sa ab 12, So ab 9 Uhr, Di Ruhetag.

Angucken, besichtigen und interessante

Neuigkeiten erfahren:

Landschaftsmuseum Westerwald

(Kulturgeschichte), Leipziger

Str. 1, 57627 Hachenburg, www.

landschaftsmuseum-ww.de, Di–So

10–17 Uhr, Eintritt 4 Euro. Deutsche

Sammlung für Historische und

Zeitgenössische Keramik, (Keramikmuseum)

Lindenstr. 13, 56203

Höhr-Grenzhausen, Tel.: 02624/

946010, www.keramikmuseum.de,

Di–So 10–17 Uhr, Eintritt 7 Euro.

Tertiär- und Industrie-Erlebnispark

Stöffel, Stöffelstr., 57647

Enspel, Tel.: 02661/9809800,

www.stoeffelpark.de, Nov.–Feb. Di–So

10–17 Uhr, März–Okt. 10–18 Uhr

Aktiv sein: Klettersteig am

Hölderstein, Grenzbachtal, von dem

Wanderparkplatz (an der K 127)

nähe Breitscheid über den gelb markierten

Zuweg des Westerwaldsteiges,

Nutzung des Klettersteiges auf

eigene Gefahr. Kletterausrüstungen

für fortgeschrittene Kletterer können

beim Hotel „Zum Wiedbachtal“,

Wiedstraße 14, 56305 Döttesfeld,

Tel.: 02685/1060 und nach Voranmeldung

bei der Verbandsgemeinde

Puderbach, Tel.: 02684/858160,

aus geliehen werden.

34

Spezial | 2015


Moseltal

Die sonnige

Terrassenmosel

Der Bleidenberg liegt oberhalb

der Ortschaft Oberfell, auf dem

rechten Moselufer, etwa 20 Kilometer

von Koblenz entfernt. Die

Region gehört klimatisch zu den

wärmsten Deutschlands. Neben

den terrassenförmig angelegten

Hängen der Mosel und herrlichen

Mischwäldern gibt es viel Historisches

zu entdecken.


Typ: Rundwanderung

Länge: 12,5 Kilometer

Dauer: ca. 4 Stunden

Steigung/Gefälle: 537 Meter

Markierung: weißer Fluss auf

orangefarbenem Grund

Schwierigkeitsgrad: mittel, festes

Schuhwerk notwendig

Beste Wanderzeit: April bis

Oktober, Mittagshitze im

Sommer besser meiden

Start/Ziel: 56332 Oberfell,

Im Kirchenstück

Bleidenberger Ausblicke

Moselweg mit Panoramablick

Für seine anstrengenden Teilstücke entschädigt der Traumpfad Bleidenberger Ausblicke mit traumhaften Fernsichten über das

Moseltal. Historische Entdeckungen am Wegesrand machen das Wandervergnügen perfekt.

Direkt oberhalb der Oberfeller

Kirche beginnt der Traumpfad an

der Straße Im Kirchenstück, nicht

zu verfehlen wegen der orangeweißen

Markierung. Hier gibt es

auch kostenlose Parkplätze. Über

eine Treppe zwischen zwei Häusern

geht es ab in den Wingert.

Zwischen Schiefermauern führt

der Weg über das erste Plateau

mit Bank und Fahne hinaus, dann

links auf den nur noch leicht

ansteigenden Schotterweg durch

einen Eichenwald. Oben auf dem

Schildberg im großen Rechtsschwenk

dem Weg durch Wiesen,

Felder und Fichtenwälder folgen.

Von hier rechter Hand Blick auf

die Dreifaltigkeits-Kirche in der

Ferne. Lichtung mit Schutzhütte

und Traumliege unterhalb

des Dickenbergs 1 : herrlicher

Blick über Hunsrück und Eifel.

Weiter geht es um den Dickenberg

herum. Der Aufstieg lohnt

nicht, es fehlt die Aussicht. Den

Schildern folgend am Waldrand

entlang, rechts Wiese. An dem

Modellflugplatz mit Windsack

auf der rechten Seite vorbei. Hier

ist der Traumpfad auch gleichzeitig

Jakobsweg, erkennbar an

der gelben Muschel auf blauem

Grund. Straße K 71 von Pfaffenheck

nach Oberfell queren. Ein

kurzes Stück asphaltierter Weg,

links Wiese, rechts Wald. Im Wald

dann nach rechts bergab halten,

parallel zu einer kleinen Schlucht.

Die geht in das Alkener Bachbett

über. Das Bächlein befindet sich

mal auf der rechten Seite, mal auf

der linken. Die Helmutseiche 2 mit

Bank lädt zum Innehalten ein. Es

geht gemächlich bergab bis zu einer

Weggabelung. Geradeaus mündet

der Weg direkt im Ort Alken (nach

ca. 1 km). Links hoch führt der Pfad

über einen Wasserdruckbehälter

hinweg zur Burg Thurant 3 .

Imposante Steinbrüche kommen ins

Blickfeld. Direkt unterhalb der Burg

liegt das Moseltal mit den Orten

Löf und Alken. Umleitung links an

der Burg vorbei über Felsvorsprünge

und schmale Pfade oberhalb

der Mosel hinunter nach Alken

direkt auf den Friedhof der St.

Michaelskirche mit Gebeinhaus 4 .

Abstecher an die Moselpromenade

5 von Alken möglich. Von der Bachstraße

aus hinter dem mittelalterlichen

Stadttor links Treppe in den

Weinberg zu den Sieben Fußfällen

6 . Sieben kleine weiße Kapellen

stehen für den Kreuzweg Jesu. Der

Weg führt in Serpentinen durch

Reben und an Mauern entlang auf

etwa 235 Höhenmeter. An der

Wallfahrtskapelle Dreifaltigkeit

auf dem Bleidenberg 7 links

vorbei zur neuen Schutzhütte

mit Moselblick. Am Moselhang

entlang, langsam absteigend,

Richtung Oberfell. Hier kreuzt der

Zeitreise-Weg mit Keltenmauer

und -lager 8 den Traumpfad. An

der Weggabelung links abwärts

durch den Wald bis nach Oberfell.

Spezial | 2015

35


Der Westen

Moseltal

Anreisen und orientieren

Mit Bahn und Bus: Per Bahn bis zum Hauptbahnhof Koblenz (Infos auf

www.bahn.de), dann weiter mit dem Bus der KVG Linie 301 bis nach

Oberfell (Infos auf www.vrminfo.de).

Mit dem Pkw: Über die A 61, beim Koblenzer Autobahnkreuz Ausfahrt

Koblenz/Dieblich, dann weiter auf der B 411 durch Dieblich, schließlich

auf der B 49 bis nach Oberfell.

Orientieren und informieren: Informationen sowie kostenlose Übersichtskarte

mit kurzer Beschreibung aller Traumpfade und Traumpfade-Gastgeber über

Rhein-Mosel-Touristik, Bahnhofstraße 9, 56068 Koblenz, Tel.: 0261/108419,

www.remet.de. (Hier erhält man auch Infos zu Radfahren, Skaten, Schifffahrt,

Klettergärten und Trendsportarten in der Region um Mayen-Koblenz.)

Freizeitkarte Rheinland-Pfalz, „Traumpfade im Rhein-Mosel-Eifel-Land“,

Maßstab 1:50.000, Landesvermessungsamt Rheinland Pfalz, 5,90 Euro.

Tourenhöhepunkte

Vom Dickenberg bis zur historischen Keltenmauer

Schutzhütte Dickenberg:

1

Eine von vielen Schutzhütten

mit Bänken und Tischen. Die

extrabreite Traumliege bietet

einen schönen Ausblick auf das

Moseltal. Der Dickenberg mit 400

Metern Höhe bietet keine Fernsicht,

weil er überwuchert ist.

Helmutseiche: Am Bett des

2

lauschigen Alkener Baches.

Der Ursprung des Namens ist ungewiss.

Sicher ist nicht der gewichtige

Altkanzler Kohl Namenspate. Eher

ein Waldarbeiter, der diesen Platz

zum Verweilen schön fand.

Burg Thurant: Funde

3

lassen auf eine römische

Wach station schließen. Die Burg,

um 1200 erbaut von Pfalzgraf

Heinrich, wurde zum Zankapfel

zwischen ihm und den konkurrierenden

Erzbistümern Köln

und Trier. Jahrzehntelange Belagerungen

folgten. 1248 teilten die

Bischöfe Thurant in zwei Hälften.

1960 erfolgte die letzte Restaurierung,

die die im Zweiten Weltkrieg

erlittenen Schäden beseitigte.

Der größte Teil ist zu besichtigen.

Einfache Gastronomie.

www.thurant.de

St. Michaelskirche mit

4

Gebeinhaus: Erstmals 1015

erwähnt , somit eine der ältesten

Kirchen im Moseltal. Erzengel

Michael zu Ehren, dem Schutzpatron

von Alken. Prächtig der

barocke Michaels-Altar. Das

Gebeinhaus zeigt Schädel aus

dem 14. bis 16. Jahrhundert. Von

Alken aus schöner Aufgang mit

14 Kreuzwegstationen.

Moselpromenade in Alken:

5

Geschickt angelegt, viele

Restaurants und Cafés, die zum

Verweilen mit Blick auf die Mosel

einladen.

„Sieben Fußfälle“-Weg:

6

Steiler Weinbergspfad

hinauf zur Dreifaltigkeitskapelle

auf dem Bleidenberg, ein Teil des

Jakobsweges. Die sieben Stationen

wurden im 17. Jahrhundert

errichtet. Die Gläubigen fielen

hier zum Gebet auf die Knie. Das

obere Ende ist als Klettersteig

deklariert, entpuppt sich aber

einfach als steiler Pfad, für den

festes Schuhwerk ausreicht.

Wallfahrtskapelle Dreifaltigkeit

auf dem Bleidenberg:

7

Gotische Basilika aus Bruchstein

und Tuff, im Inneren eher romanisch.

Seit 1250 ist sie Ziel von

Dreifaltigkeitsprozessionen.

Keltenmauer und Lagerstätte:

8

Historische Funde lassen

auf eine Siedlung (Oppidum) der

Kelten auf dem Bleidenberg im

2. und 1. Jahrhundert vor Christi

schließen. Die Rekonstruktion

einer Befestigungsmauer und eine

Lagerungsstätte sind zu besichtigen.

Grabungsfunde im Museum

„Altes Pfarrhaus“ in Oberfell.

www.themenweg-zeitreise.de

Etappenprofil

1

2 3 4 5 6 7 8

Rund um den

Bleidenberg

Schlummern und schlemmen:

Weingut und Winzerschänke

Schweisthal, Übernachtung im

Doppelzimmer mit Frühstück ab 50

Euro, Montag Ruhetag, Moselstraße

22, 56332 Oberfell, Tel.: 02605/3371,

www.weingut-schweisthal.de

Moselgasthaus „Zur Krone“,

mit Übernachtungsmöglichkeit,

Moselstraße 11, 56332 Oberfell, Tel.:

02605/665, www.krone-oberfell.de

Mosel-Gasthaus Schweisthal,

Moselstraße 21, 56332 Oberfell, Tel.:

02605/604, www.moselgasthaus.de

Ferien- und Clubhotel Lellmann,

3-Sterne-Superior-Hotel mit Hallenbad

und Fitness, Alte Moselstr. 36,

56332 Löf, Tel.: 02605/98070,

www.hotel-lellmann.de

Ansehen und besichtigen:

Themenweg „Zeitreise“, zeigt über

800.000 Jahre Menschheitsgeschichte

zwischen Oberfell und Alken,

www.themenweg-zeitreise.de

Christiane Horbert, Weinerlebnisbegleiterin

(IHK-zertifiziert), Weinerlebniswanderungen

mit Verkostung

ab 8 Personen, 10 bis 15 Euro pro Kopf.

Hauptstraße 99 b, 56332 Oberfell, Tel.:

02605/847930, www.weinwanderndurch-die-zeit.de

Burg Thurant, Besichtigung, Gastronomie

und Ferienwohnung,

www.thurant.de Ehrenburg, erstmals

1161 erwähnt, besonders schön im

„ Ehrenburger Sommer“ mit mittelalterlichem

Treiben, A 61, Abfahrt Boppard.

Ehrenburg, 56332 Brodenbach, Tel.:

02605/3077, www.ehrenburg.de

Burg Eltz, Führungen durch Burg

und Schatzkammer, Gräflich Eltz’sche

Kastellanei, Burg Eltz, 56294

Münstermaifeld, Tel.: 02672/950500,

www.burg-eltz.de Köln-Düsseldorfer-

Schifffahrtsgesellschaft, Landschaft

und Burgen im Vorbeiziehen,

fährt auch zur BUGA in Koblenz, KD-

Verkaufsservice, Tel.: 0221/2088318,

www.k-d.de Bundesgartenschau,

dieses Jahr in Koblenz, www.

buga2011.de. Anreise zur BUGA über

www.der-takt.de

Informieren:

Touristinfo Sonnige Untermosel,

Bahnhofstr. 44, 56330 Kobern-

Gondorf, Tel.: 02607/4927,

www.sonnige-untermosel.de

Rhein-Mosel-Eifel-Touristik, Infos

zu Traumpfaden, Bahnhofstraße 9,

56068 Koblenz, Tel.: 0261/108 419,

www.traumpfade.info

36

Spezial | 2015


Dahner Felsenland

Dahn in der

Südwestpfalz

Auf einer Achse südlich von

Kaiserslautern und westlich

von Karlsruhe bettet sich der

Luftkurort Dahn zwischen die

bewaldeten Hügel des Naturparks

Pfälzerwald-Nordvogesen. Überall

ragen kunstvoll geformte Türme

aus rotem Wasgauer Buntsandstein

zwischen den Bäumen empor.


Typ: Rundwanderung

Länge: ca. 12 Kilometer

Dauer: ca. 4 Stunden

Markierung: Schwarze Balken auf

gelbem Hintergrund

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Steigung/Gefälle: ca. 400 Meter

Höchster Punkt: 330 Meter

Beste Wanderzeit: Apr. bis Okt.

Start/Ziel: Wanderparkplatz

Eybergstraße, 66994 Dahn

Wegequalität: Zertifizierter

Premiumweg (68 Pkte), Pfade und

Waldwege, Vorsicht bei Nässe/Eis!

Durch die Dahner Felsenwelt

Zu den roten Riesen

Der Dahner Felsenpfad verbindet auf zum Teil neu gegrabenen, schmalen Wegen über 15 eindrucksvolle Felsgebilde. Bei manchen

führen Stufen hinauf, bei anderen müssen Wanderer sich hindurchzwängen – und dem Büttelfels steigen sie mitten ins Herz.

Vom Parkplatz führt der Dahner Felsenpfad

auf der Eybergstraße nach links, knickt links

Richtung Campingplatz ab, schwenkt hinter dem

Hotel Felsenland rechts über die Wiese zu einem

Schotterweg. Diesem folgt er nach links, biegt

vor dem Campingplatz rechts auf den Sandweg

(nicht scharf rechts), zweigt auf der ersten Kuppe

rechts auf den Pfad zum Pfaffenfels 1 hinauf, fällt

dann mit Blicken auf Dahn steil ab und verläuft

rechts auf der Straße am Sportplatz entlang. Am

Ende geht es rechts auf einem Pfad am Waldrand

oberhalb von Dahn entlang, an einem Kneipptretbecken

vorbei und vor dem Schillerfelsen 2

links hoch zum Felsbogen, dahinter noch höher

und durch eine Felsenge des Schillerfelsens, dann

hangparallel zum Schwalbenfelsen 3 . Dahinter

rechts macht der Pfad einen Schlenker durch die

Felsenarena 4 , schlägt einen weiten Rechtsbogen

und steigt am Ende des Gebildes rechts an zu

einem Plateau mit Picknickplatz, wo er sich links

auf einem breiteren, leicht abfallenden Waldweg

fortsetzt. Am nächsten Abzweig scharf rechts, an

der großen Gabelung links und beim nächsten

größeren Abzweig wieder links, schlängelt sich

der Pfad geradeaus auf den Elwetritschefels 5 .

Kurz vorher knickt der Felsenpfad rechts

hinunter, biegt unten links, an der Schotterstraße

rechts, am Ende links, sofort rechts auf den

Waldweg, links über den Parkplatz, am Ende

rechts und an den Infotafeln zum Naturschutzgebiet

Moosbachtal entlang zur Dahner Hütte 6 . Es

geht geradeaus weiter, hinter einer Linkskurve

an einer Waldwegekreuzung links abwärts, am

Ende links auf den Schotterweg, in einem Linksbogen

an den Wiesen des Moosbachtals entlang,

rechts auf einem Pfad aufwärts zu Hirschfels,

Schusterbänkel, Schlangenfelsen, Mooskopf

und Roßkegelfels 7 , wieder abwärts und unten

links auf den Waldweg. Nach einer Kehre an der

Waldkreuzung rechts (Abkürzung geradeaus: ca.

1,5 km zum Startpunkt), an einer Gabelung links,

durch Buchenwald, am Rothsteigbrunnen 8

links und sofort rechts auf dem schräg nach oben

verlaufenden Waldweg am Ungeheuerfelsen 9

vorbei. Unten am Schotterweg rechts, rechts auf

einen Pfad, am Ende links, an den Häusern von

Büttelwoog vorbei, dahinter rechts ab, Linkskurve,

die Eybergstraße queren und zum Büttelfels

10 hinauf. Weiter an der Felswand bis zu einem

Durchlass, dahinter rechts, an einer Kreuzung

geradeaus und über eine Felsrippe zum Lämmerfelsen

11 . Vor dem Wegweiser windet sich der

Pfad links hinunter, in der nächsten Kehre lohnt

der Abstecher zu einem weiteren Aussichtspunkt,

am Ende des Zickzacks rechts abwärts, vor dem

Fels links, unten rechts auf den breiten Waldweg

(geradeaus Abkürzung zum Parkplatz), am Ende

links auf den Wirtschaftsweg im Wieslautertal,

hinter der Rechtskurve links über die Wiese

hinauf am Hotel vorbei, im Wald erst rechts, dann

links im Zickzack über die Kuppe zum Wachtfels

12. Der Felsenpfad kurvt zu einem Parkplatz

hinunter, am anderen Ende biegt er nach links,

läuft an Braut und Bräutigam 13 vorbei und führt

dahinter links über die Straße zum Wanderparkplatz

zurück.

Spezial | 2015

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Der Westen

Dahner Felsenland

Anreisen und orientieren

Anreisen: Mit Bus und Bahn: Mit dem Zug Karlsruhe–Saarbrücken bis Bhf.

Hinterweidenthal, weiter mit den Bus-Linien 251 oder 548 (www.vrn.de).

Zusätzlich verkehren Ruftaxis. Fahrten müssen eine Stunde vor Abfahrt angemeldet

werden (Tel. 06391/1824). Von Mai bis 3. Oktober halten die direkten

Ausflugszüge „Bundenthaler“ (So u. Feiertage) aus Mannheim und „Felsenland-Express“

(Sa, So, Feiertage) aus Karlsruhe in Dahn-Süd (www.der-takt.de).

Mit dem Pkw: Anreise A65 bis Landau oder A62 bis Pirmasens. Dann B10

bis Hinterweidenthal, dort auf die B427 nach Dahn abbiegen. Im Zentrum

rechts, am Bahnhof Dahn-Süd vorbei bis zum Wanderparkplatz.

Orientieren: Wandern u. Radfahren im Dahner Felsenland, 1:25.000, Pietruska-

Verlag, ISBN 978-3-934895-60-7, 6,90 Euro. Poller & Todt: Wanderparadies

Südwestpfalz, ISBN 978-3-934342-59-0, www.ideemediashop.de, 11,95 Euro.

Tourhöhepunkte am Dahner Felsenpfad

Im Reich der Elwetritsche

Pfaffenfels: Der Aussichtspunkt

gibt den Blick auf

1

die sanften Kuppen des Dahner

Felsenlands frei. Rechts liegen die

Lämmerfelsen, etwas davor der

Büttelfels, links der Wachtfels und

links dahinter ein Felsriff mit den

Burgen Altdahn, Grafendahn und

Tanstein.

Schillerfelsen: Beim Freischneiden

entdeckte man

2

am Sockel eine Gedenktafel des

Verschönerungsvereins Dahn an

den 100. Todestag des Dichters

1905. Von oben fällt der Blick auf

den gegenüberliegenden Aussichtsfelsen

Jungfernsprung.

Schwalbenfelsen: Über eine

3

Natursteintreppe steigt man

dem Felsen auf den Kopf, schaut

auf Dahn und ganz rechts zum

Wachtfels.

Felsenarena: In dem langgestreckten,

wie eine Arena

4

geschwungenen Felsband gibt es

viele Formen zu entdecken!

Elwetritschefels: Zu Füßen

5

des Felsens zieht das Naturschutzgebiet

Moosbachtal eine

wunderschöne Talwiesenschneise

in den Wald.

Dahner Hütte: Die große

6

Hütte des Pfälzerwald-Vereins

ist ein beliebtes Ausflugsziel

mit Berghüttencharakter. Dort

gibt es einfache Gerichte, Kaffee

und Kuchen, Kinderspielplatz und

einige Schlafplätze.

Hirschfelsen, Schusterbänkel,

Schlangenfelsen,

7

Mooskopf und Roßkegelfels: fünf

Felsen Schlag auf Schlag. Wer

entdeckt die Schlange am Schlangenfelsen?

Rothsteigbrunnen: Hier

8

erfrischen sich Wanderer

und Radler gern!

Ungeheuerfelsen: An den

9

beiden Felsenfenstern am

Ende des Massivs kann man schön

picknicken.

Büttelfels: Über eine Leiter

10

können Wanderer dem Felsen

„in sein Herz steigen“ und zu

den Lämmerfelsen schauen. Von

der anderen Wandseite erklimmen

Kletterer den Büttelfels.

Lämmerfelsen: Mit 329

11

Metern bietet der höchste

Aussichtspunkt auf dem Felsenpfad

spektakuläre Blicke.

Wachtfels: Eine Metalltreppe

12

mit 66 Stufen führt auf das

Plateau dieses Felsens.

Braut und Bräutigam: Nur

13

ein schmaler Spalt trennt die

beiden schlanken, hoch aufragenden

Türme voneinander.

Etappenprofil

1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

Tipps fürs Dahner

Felsenland

Schlemmen und schlummern:

Am Wegesrand: Gaststätte am

Campingplatz Büttelwoog, Im

Büttelwoog 3, 66994 Dahn, Tel.

06391/5277 Waldgasthaus des

Pfälzerwald-Vereins Dahner Hütte

(16 Betten), Im Schneiderfeld, 66994

Dahn, Tel. 06391/1793, Mo+Di geschl.

Restaurant Pizzeria Sportpark

Dahn, Eybergstr. 4, 66994 Dahn, Tel.

06391/2131 Hotel Felsenland****S,

Im Büttelwoog 2, 66994 Dahn, Tel.

06391/92370, www.hotel-felsenland.de

Hotel Pfalzblick****, Goethestr. 1,

66994 Dahn, Tel. 06391/4040,

www.pfalzblick.de Felsenland-Jugendherberge

Dahn, Am Wachtfelsen 1,

66994 Dahn, Tel. 06391/1769,

www.diejugendherbergen.de

Dahner Felsenland schmecken:

Die Dahner Felsenland-Wirte verwöhnen

ihre Gäste mit südwestpfälzischen

Spezialitäten wie Bachforelle, Saumagen

und Weidelamm (www.dahner-felsenland-wirte.de).

In Dahn gibt es zwei:

Restaurant Wasgauperle, Goethestr.

14, 66994 Dahn, Tel. 06391/1340,

www.wasgauperle.de Restaurant

Haus des Gastes, Weißenburger Straße

17d, 66994 Dahn, Tel. 06391/3414,

www.dahn-haus-des-gastes.de

Noch mehr Premiumwandern:

Das Deutsche Wandersiegel des

Deutschen Wanderinstituts bürgt auf

drei weiteren Wegen im Dahner Felsenland

für Qualität und Abwechslung:

Die Wasgau SeenTour verbindet

Ludwigswinkel und Fischbach auf

einem 21,5 km langen Rundkurs, der

Busenberger Holzschuhpfad führt

auf 24 Kilometern aussichtsreich um

den Nachbarort von Dahn, und der

90 km lange Felsenland-Sagenweg

steckt voller geheimnisvoller Geschichten

(www.dahner-felsenland.net). Auch

der 142 km lange, zertifizierte Pfälzer

Waldpfad durchläuft das Felsenland

(www.pfaelzer-wanderwege.de).

Entspannen: Direkt am Start/Ziel

laden acht Becken mit Wasser-Attraktionen,

ein finnisches Saunadorf und

Dampfbäder sowie der großzügige Garten

zum Après-Wandern ein: Felsland

Badeparadies & Saunawelt, Eybergstr.

1, 66994 Dahn, Tel. 06391/2179,

www.felsland-badeparadies.de

Informieren: Tourist-Information

Dahner Felsenland, Schulstr. 29,

66994 Dahn, Tel. 06391/9196222,

www.dahner-felsenland.net und

www.wanderportal-pfalz.de

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Spezial | 2015


Nahetal

Bad Kreuznach

an der Nahe

Südwestlich von Mainz schneidet

sich die Nahe zwischen den beiden

Heilbädern Bad Kreuznach und

Bad Münster am Stein-Ebernburg

zwischen die Felsen aus rötlichem

Quarzporphyr. Unten im Salinental

zerrieselt in den Gradierwerken

Sole zu gesunder Luft. Mit viel

Übersicht steigt die „TourNatur“

zu den steilen Hängen auf.

Typ: Rundwanderung

Länge: 16 km (ohne Fähre: + 1,5 km)

Dauer: 5–6 Stunden

Markierung: Felsenahornblatt

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Steigung/Gefälle: ca. 570 Meter

Höchster Punkt: 327 Meter

Beste Wanderzeit: Apr. bis Okt.

Start/Ziel: Parkplatz Karlshalle,

Nahebrücke an der B 48,

55543 Bad Kreuznach

Wegequalität: zertifizierter

Premium weg (64 Punkte)

Zur höchsten Steilwand nördlich der Alpen

Vielseitig: Die TourNaturSalinental

Von mediterraner Vegetation bewachsene Steilhänge wechseln mit schattigen Abschnitten unter

Buchen, Eichen und Kastanien und bieten tiefe Einblicke ins Nahetal mit dem Rotenfels.

Vom Parkplatz an der Salinenbücke

zeigt der rote Pfeil auf dem Markierungsschild

mit dem dreilappigen

Blatt des Felsenahorns die Richtung

der Salinentour zwischen Bad

Kreuznach und Bad Münster am

Stein-Ebernburg an. Hinter einem

Spielplatz, noch vor der Brücke,

führt die Tour links auf einem Asphaltweg

aufwärts und folgt nach

Überquerung der Bahn dem Schot-

Senkrecht über der Nahe:

Weg-Rückblick von der Bastei.

terweg nach rechts, der später als

Pfad mit Blicken ins Salinental 1

weiter ansteigt. Oben bei einer

Bank knickt die „TourNatur“ nach

rechts, taucht in den Wald und

schlängelt sich etwa auf gleicher

Höhe an der Hangkante des felsigen

Bergrückens Gans 2 entlang, deren

Gipfel ein Sendeturm markiert. Hinter

ein paar Wochenendhäuschen

biegt der Weg bei der Ruine von

Schloss Rheingrafenstein 3 rechts

auf „An der Sternwarte“, läuft an

selbiger vorbei und abwärts zur

Burgruine Rheingrafenstein 4 .

Dahinter fällt die „TourNatur“ über

Treppen und Serpentinen durch

das Huttental steil ab zur Nahe, wo

eine handbetriebene Fähre 5

die Wanderer am Zugseil ans

andere Ufer befördert (Mitte Nov.

bis Ende Febr. ist die Fähre außer

Betrieb, dann verlängert sich die

Wanderung um 1,5 Kilometer, die

ausgeschilderte Alternative zweigt

etwas oberhalb links ab). Drüben

folgt der Weg dem Ufer nach links

durch den Kurpark, überquert hinter

dem alternativen Einstiegsparkplatz

auf der dritten Brücke erneut

den Fluss, schwenkt am Ende der

Friedensbrücke rechts zu den

Tennisplätzen hinunter und führt

auf dem Schotterweg unterhalb

eines ehemaligen Eisenbahndamms

gegenüber des Rotenfelsmassivs 6

durch die Nahe aue bis zur nächsten

Fußgängerbrücke. Am anderen

Ende beginnt auf der Straßenseite

gegenüber ein ansteigender Asphaltweg.

Auf dem ersten Grasweg geht

es rechts zwischen Wiesen, später

zwischen Weinbergen hindurch,

oben bei einer Bank rechts, nächste

links und hinter einem Weinstock

rechts die Stufen hinauf. An der

Hangkante klettert der Pfad mit

weiten Blicken hinauf zum Roten-

Leichtere Varianten:

durch das Tal

Um die landschaftlichen Besonderheiten

entlang des schmalen

Nahetals zwischen den Kurorten

Bad Kreuznach und Bad Münster

am Stein-Ebernburg zu erkunden,

lässt sich die „TourNatur“

Salinental auch in zwei kürzere,

leichtere Rundwanderungen

von 9 und 8 Kilometer aufteilen.

Beide Alternativen nutzen das

Salinental, während die gesamte

Rundwanderung überwiegend auf

den Höhenwegen verläuft. An der

Nahe-Fähre treffen alle Varianten

zusammen. Die Naturschutzgebiete

an der „TourNatur“, Gans

und Rheingrafenstein, Rotenfels

und Kurpark Bad Kreuznach,

bewahren den Lebensraum von

Raritäten, wie es Würfelnatter,

Wanderfalke, Schwarzkehlchen,

Rotflügelige Ödlandschrecke,

Felsenbirne und Felsenahorn

hierzulande sind (Faltblatt über

Tourist-Info Bad Kreuznach).

Spezial | 2015

39


Der Westen

Nahetal

Anreisen und orientieren

Anreisen: Mit Bus und Bahn: Vom Bahnhof Bad Kreuznach oder Bad Münster

am Stein fährt die Stadtbuslinie 201 im Halbstundentakt zur Haltestelle Karlshalle

am Startpunkt (www.rnn.info).

Mit dem Pkw: Anreise über die A 61 bis Ausfahrt Bad Kreuznach, weiter

über die B 41 Richtung Idar-Oberstein bis Bad Kreuznach, dort auf der B 48

(ab Zentrum „Salinenstraße“) Richtung Bad Münster am Stein-Ebernburg.

Vor der Salinentalbrücke links liegt der Parkplatz Karlshalle.

Nahefähre: Mi./Do. 14–18 Uhr, Fr.–So. 9–18 Uhr, Tel.: 0160/3572212, www.badmuenster-am-stein.de/stadt-region/sehenswertes/faehre-zum-huttental.html

Orientieren: Wanderführer mit Karte: TourNatur Natur(schutz) verbindet –

Bad Kreuznach + Bad Münster am Stein-Ebernburg. Ein kleiner Wanderführer

durch drei Naturschutzgebiete, 2 Euro, erhältlich bei den Tourist-Infos Bad

Kreuznach und Bad Münster am Stein-Ebernburg (siehe unten).

felsplateau, bis er in einen Weg

mündet, der rechts zum Aussichtspunkt

Bastei 7 lenkt. Nach dem

Abstecher setzt sich die „TourNatur“

rechts an der Hangkante fort, biegt

am 2. Abzweig links über die Wiese,

läuft am Waldrand entlang, hält sich

am Abzweig zur Gartenwirtschaft

Bastei sowie später bei der asphaltierten

Rechtskurve geradeaus,

kurvt kurz dahinter nach rechts,

nimmt an Gabelung und Einmündung

die rechte Variante, passiert

eine Schutzhütte mit Ausblick auf

Bad Kreuznach und windet sich

kurz darauf mit Spitzkehren bei

Örtels und Johannas Hütte rechts

den Hang hinunter bis zum Nachtigallenweg

an der Nahe. Dort geht es

rechts weiter, und kurz darauf kehrt

die Tour über die Salinenbrücke

zum Parkplatz zurück.

Tourhöhepunkte

Beiderseits der Nahe

Salinental: Seit den 1730er

1

Jahren versprühen die

Gradierwerke gesunde Luft im

Salinental. Wie wohltuend, nach

der Wanderung die salzhaltige

Luft tief einzuatmen! Bis 1999

dienten die 20 Solequellen noch

der Salzproduktion.

Gans: Zwei Aussichtspunkte

2

liegen an dem 321 Meter

hohen, felsigen Bergrücken nah

beieinander. Seit 1966 stehen

Gans und Rheingrafenstein unter

Naturschutz.

Schloss Rheingrafenstein:

3

Nach Zerstörung der gleichnamigen

Burg wurde das Schloss

1689 auf einem Gutshof errichtet.

Ca. 500 Meter links liegt der Gastronomiebetrieb

Hofgut Rheingrafenstein

(nur Sonn- und Feiertage

schon ab 11 Uhr geöffnet).

Burgruine Rheingrafenstein:

4 Hoch über der Nahe verteilen

sich die Reste einer Ritterburg

über mehrere Etagen am Felsen.

Mauern schützen vor Wind, eine

überdachte Zisterne vor Regen

und verschiedene Aussichtsplateaus

bieten tolle Blicke.

Fähre: Seit 1721 befördert

5

die einzige Personenfähre

auf der Nahe Passagiere unterhalb

des Rheingrafensteins zwischen

den Ufern hin und her. Dazu zieht

der Fährmann das Boot mit seinen

Händen an einem Zugseil übers

Wasser (siehe Anreisen).

Rotenfelsmassiv: Der Blick

6

aus der Naheaue hinüber

zum Rotenfels zeugt von der

gestalterischen Kraft, mit der

sich der Fluss im Laufe einer

Million Jahre ca. 120 Meter tief ins

Gestein fraß.

Bastei: Bei klarem Wetter

7

sieht man vom Aussichtspunkt

auf dem Rotenfels bis zum

Donnersbergmassiv (rechts vom

Rheingrafenstein), mit 687 Metern

die höchste Erhebung der Pfalz.

Etappenprofil

1 2 3 4 5 6 7

Die Vielfalt des

Nahetals erforschen

Schlemmen und schlummern:

Am Wegesrand: Brauwerk, Saline

Karlshalle 11 (Salinental), 55543 Bad

Kreuznach, Tel.: 0671/29843330, www.

brauwerk.info Hofgut Rheingrafenstein,

Rheingrafenstein 910, 55543 Bad

Kreuznach, Tel.: 0671/7948589, Mo.

geschl. (Sep. bis Ende Mai: Fr.+Sa. ab 17

Uhr, So. + Feiertage ab 11 Uhr.

www.hofgut-rheingrafenstein.de Café

in der Brunnen halle, Kurhaus Bad

Münster am Stein, Kurpark, 55583

Bad Münster am Stein-Ebernburg,

Tel.: 06708/616248, 0160/96726685,

Di. geschl. Gasthaus Zur Bastei, Auf

dem Rotenfels 4, 55595 Traisen, Tel.:

0671/31701, Do. geschl., je 2 einfache,

günstige EZ/DZ

In der Umgebung: Hotel Engel im

Salinental***, Heinrich-Held-Str. 10,

55543 Bad Kreuznach, Tel.: 0671/3810,

www.badkreuznach-hotelengel.de Hotel

Victoria, Kaiser-Wilhelm-Straße 16,

55543 Bad Kreuznach, Tel.: 0671/84450,

www.hotel-victoria-bad-kreuznach.de

Hotel im Park***, Weinkauffstraße 1,

55543 Bad Kreuznach, Tel.: 0671/3740,

caravelle-kreuznach.de Gasthaus im

Oranienpark, Oranienstraße 2, 55543

Bad Kreuznach, Tel.: 0671/28336, Mo.

geschl., www.im-oranienpark.de

Würfelnattern entdecken: Naturkundliche

Wanderungen mit einer

zertifizierten Natur- und Landschaftsführerin

des Naturparks Soonwald-

Nahe bietet die Bad Kreuznacher

Touristinfo an, z. B. eine Würfelnattertour

(www.bad-kreuznach-tourist.de).

Wohlfühlen: Am Kurpark von

Bad Kreuznach sorgen neben zwei

Gradierwerken und einer Wassertretanlage

die Crucenia Thermen (www.

crucenia-thermen.de), das Crucenia-

Gesundheitszentrum mit medizinischen

Anwendungen und Radonstollen

(www.crucenia.de) sowie das

Bäderhaus mit Saunen, orientalischen

Entspannungsbädern und römischer

Badekultur (www.baederhaus-sauna.de)

für Entspannung und Prävention.

Informieren: Tourist-Information

Bad Kreuznach, Kurhausstraße

22–24, 55543 Bad Kreuznach, Tel.:

0671/836000, www.bad-kreuznachtourist.de

Verkehrsverein Rheingrafenstein,

Berliner Str. 60, 55583

Bad Münster am Stein-Ebernburg, Tel.:

06708/641780, www.bad-muenster-amstein.de,

www.salinental.eu Naheland-

Touristik, Bahnhofstr. 37, 55606 Kirn,

Tel.: 06752/137610, www.naheland.net

40

Spezial | 2015


Münsterland

Naturschutzgebiet

Baumberge

Gut 20 Kilometer westlich von

Münster ragen die Baumberge

zwischen Havixbeck, Nottuln

und Billerbeck aus der für die

Westfälische Bucht typischen

Münsterländer Parklandschaft.

Richtige Berge gibt es eigentlich

gar nicht im Münsterland. Doch

wenn drumherum alles platt ist,

kann man von einem bis zu 187

Meter aufbuckelnden Höhenzug

schon ganz schön weit gucken.

Typ: Rundwanderung

Länge: ca. 11,3 Kilometer

Dauer: ca. 3 Stunden

Schwierigkeitsgrad: leicht

Steigung/Gefälle: je ca. 180 Meter

Höchster Punkt: 187 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start/Ziel: Bahnhof in 48329

Havixbeck

Wegequalität: gut begehbare,

teilweise asphaltierte Waldwege

Havixbecker Ründchen

Über den Baumberg

Zu beiden Seiten des bewaldeten Baumberge-Buckels bieten

sich weite Aussichten über das platte Münsterland. Höchster

Punkt ist die Plattform des Longinusturms.

Vom Havixbecker Bahnhof aus

folgt man dem Weg entlang der

Gleise nach links (betrachtet mit

den Schienen im Rücken) bis

zur L 874 (Freiherr-von-Twickel-

Straße). Auf der Straße dann

links die Bahnlinie überqueren

und sofort wieder links auf den

Asphaltweg (Lasbeck 21, 20) mit

der Markierung X 13 abbiegen. In

einer Rechtskurve geht es über

die Lasbecker Aa, hinter einer

Scheune und vor einem Gehöft

rechts und an einem Sandstein-

Bildstock vorüber. Zwischen

Feldern steigt der Weg nun

gemächlich bis zur Bruder-Klaus-

Kapelle 1 an. Geradeaus setzt

sich der mit X gekennzeichnete

Weg bis zur Wegekreuzung Vaders

Platz hinter der Gelsenwasser-

Anlage fort. Links führen X 13

und X 21 teilweise über einen

schmalen Sandpfad neben einem

Reitweg durch den Wald bis zur

Gaststätte Leopoldshöhe hinter

einem Feld auf der rechten Seite.

Dahinter zweigt diese Wandertour

rechts ab und hinter der Rechtskurve

am Ende des Felds auf den

zweiten Waldpfad nach links. Der

Waldpfad führt durch den Wald

den Hang schräg hinunter, bis er

am Waldrand auf einen Asphaltweg

trifft. Rechts steht ein Stück

weiter eine Bank der Baumberger

Wanderfreunde 2 . Mit Ausblick

auf das Stevertal zur Linken

verläuft das Pättken dann am

Waldsaum entlang und an einer

weiteren aussichtsreichen Bank

beim Heinrich-Hachmann-Gedenkstein

vorüber. Am ersten Abzweig

geht es links hinunter (Markierung

A2, 3, 5 und X). Der Schotter weg

wird nun zum Pfad und mündet

in einen Asphaltweg, der rechts

zum Hotel Steverburg führt. Kurz

dahinter überquert der Weg die

L 874 und steigt wieder leicht an.

Bevor er unter Bäume eintaucht,

bietet sich noch ein weiter Blick

ins Münsterland zu dieser Seite

des Baumberge-Buckels. Im Waldstückchen

verläuft halblinks ein

mit X 4 markierter schmalerer

Erdweg parallel zum Asphaltpättken

durch den Wald. Am Ende

sind es nur wenige Meter nach

rechts bis zum Longinusturm

auf dem Westerberg 3 . Auf dem

Asphaltweg geht es dann weiter

geradeaus bis zum Stoppschild an

der Straße, auf deren gegenüberliegender

Seite rechts ein Kotten

liegt. Noch davor zweigt ein Pfad

nach links, läuft zwischen Acker

und Wallhecke in den Wald hinein

und trifft bei ein paar Häusern auf

einen Querweg, der nach rechts

an den Domkuhlen 4 vorbeiführt.

Beim Asphaltweg an den nächsten

Häusern (Sophienburg) links halten

und beim zweiten Haus den

halblinken, durch den Wald leicht

abwärts führenden Schotterweg

bis zu Haus Waldfrieden auf der

anderen Seite der L 874 nehmen.

Geradeaus weiter beginnt dann

der Kreuzweg entlang des Weges

am Waldrand. Der erste Abzweig

nach links führt mit der Markierung

X 4 zur Quelle der Lasbecker

Aa hinunter, macht gegen Ende

einen Linksknick und mündet auf

die L 874 (Freiherr-von-Twickel-

Straße), die rechts zurück zum

Bahnübergang leitet.

Spezial | 2015

41


Der Westen

Münsterland

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: Die Baumberge-Bahn RB 63 verkehrt stündlich vom Hauptbahnhof

Münster nach Havixbeck, Billerbeck und Coesfeld.

Die Busse R64 und 564 der Verkehrsgemeinschaft Münsterland fahren von

Münster nach Havixbeck, Tel.: 01803/504030 (9 Cent/Min. aus dem Festnetz,

Mobilfunk max. 42 Cent/Min.), www.bus-und-bahn-im- muensterland.de. Linie B32

des Bürgerbus Nottuln e. V. verbindet Nottuln und Havixbeck, www.buergerbusbaumberge.de.

Mit dem Pkw: A 1 Dortmund-Bremen bis AS 77 Kreuz Münster Nord, auf

B 54 Richtung Steinfurt, 1. Ausfahrt nehmen und rechts auf L 529, am Ende rechts

auf L 581 nach Havixbeck, hinter scharfer Rechtskurve liegt der Parkplatz am

Bahnhof auf der linken Seite. A 43 Recklinghausen-Münster bis AS 3 Senden, auf

L 550 Richtung Bösensell, am Ende links auf L 843 und 1. Rechts auf L 550 nach

Havixbeck.

Orientieren: Naturschutzgebiet Baumberge, M 1:7.500, Naturförderstation im Kreis

Coesfeld, www.naturfoerderstation, zu beziehen über Baumberge Touristik, Tel.

02541/939-1009, www.baumberge.com und im Café Longinus, Tel. 02502/7911,

www.longinusturm.de

Havixbecker

Sandsteinweg

Der Spaziergang durch Havixbeck,

dem „Tor zu den Baumbergen“,

macht Lust auf den „Marmor des

Münsterlandes“. Er startet am

Baumberger Sandstein-Museum, das

von der Arbeit in den Stein brüchen,

über das Leben der Steinmetze bis

hin zu fertigen Skulpturen alles

rund um den Baumberger Kalksandstein

dokumentiert. Die Route führt

an verschiedenen Wohnhäusern aus

Sandstein vorüber zur Herz-Jesu-

Kapelle und dem Marienstift Droste

zu Hülshoff, zur Alten Mädchenschule

und über den Friedhof zum

Kirchplatz. Downloadbar unter

www.havixbeck.de.

Tourhöhepunkte Baumberge

Aussichten, Wald und Sandstein

Bruder-Klaus-Kapelle:

1

Die Kapelle ist das Ziel

eines Kreuzwegs, der nahe

der Landwehr vom Restaurant

„Zum Waldfrieden“ entlang des

Waldrands hierher führt. Der

Ausblick reicht bei guter Sicht bis

zum Teutoburger Wald und zu den

Bettentürmen des Universitätsklinikums

Münster.

Bank Baumberger Wanderfreunde:

Ein balkonartiger

2

Blick fällt hangabwärts über

das Stevertal hinweg bis zum

Etappenprofil

1

Kirchturm von Nottuln. Links

schlängelt sich – wie eine riesige

Raupe – eine der für das Bild der

Baumberge so typischen Alleen

vom Waldrand hinunter.

Longinusturm auf dem

3

Westerberg: Auf der mit 187

Metern höchsten Erhebung der

Baumberge steht der 32 Meter

hohe und über 100 Jahre alte

Longinusturm. Der Turm aus

Baumberger Kalksandstein ist

nach „Doktor Longinus“ benannt.

So lautete der Spitzname von Fritz

2 3 4

Westhoff, einem Naturforscher

der Baumberge und Begründer

des Baumberge-Vereins.

Domkuhlen: Vom Weg aus ist

4

nicht so viel davon zu sehen,

doch rechts im Wald liegen die

Domkuhlen, große Vertiefungen,

in denen vermutlich Sandstein

für den Dom zu Münster gehauen

wurde. An den Familientagen

am Longinusturm (11./12. August

2012, www.baumberge.net) finden

hier auch Führungen zu den

Domkuhlen statt.

Unterwegs in den

Baumbergen

Westfälisch einkehren: Am

Wegesrand: Gaststätte Leopoldshöhe,

Leopoldshöhe 7, 48301 Nottuln,

Tel.: 02502/9011073, Mo. geschlossen,

www.leopoldshoehe-nottuln.npage.de

Hotel Haus Steverburg, Baumberg 6,

48301 Nottuln, Tel.: 02502/943-0, Mo.

geschlossen, www.hotel-steverburg.de

Café Longinus, Baumberg 45,

48301 Nottuln, Tel.: 02502/7911,

Di. Ruhetag, www.longinusturm.de

Hotel Restaurant Zum Waldfrieden,

Lasbeck 43, 48329 Havixbeck,

Tel.: 02507/1270, Do. geschlossen,

www.hotel-zum-waldfrieden.de

In der Umgebung: Café Haus Klute/

Klute’s Historisches Brauhaus,

Poppenbeck 28, 48329 Havixbeck,

Tel.: 02507/98390, Mo. geschlossen,

www.klutes.de Restaurant Café

Burg Hülshoff, Schonebeck 6, 48329

Havixbeck, Tel.: 02534/1052, Mo.

geschlossen, www.burg-huelshoff.de

Café im Sandsteinmuseum,

Gennerich 9, 48329 Havixbeck, Tel.:

02507/4740, Mo. geschlossen, www.

sandsteinmuseum.de Restaurant

Haus Füsting, Masbeck 39, 48329

Havixbeck, Tel.: 02507/1300, Mi.

geschlossen, www.haus-fuesting.de

Sandstein entdecken:

Baumberger Sandstein-Museum,

eine Ausstellung rund um den Stein

aus den Baumbergen, aus dem nicht

nur Kirchen und Kotten, sondern

auch Skulpturen und Steinmetzarbeiten

gefertigt sind: Gennerich 9,

48329 Havixbeck, Tel.: 02507/1596,

www.sandsteinmuseum.de

Bildhauer werden:

Bildhauer-Schnupperkurse als Tages-,

2- und 5-Tages-, Wochenend- oder

Familienkurse am Sandsteinmuseum

und am Longinusturm: Artelier

für Bildhauerei, Liane Heuer

und Wilfried Pinsdorf, Poppenbeck

16a, 48329 Havixbeck, Tel.:

0151/58165826, www.artelier.de

Geführte Wanderungen:

Tages- und Mehrtagesexkursionen

durch die Baumberge zu verschiedenen

Themen bietet Diplom-

Geograph Josef Räkers an,

Tel.: 02543/930831

Diplom- Heilpädagogin Christiane

Hoth führt ein Mal im Monat

auf zweistündigen meditativen

Wanderungen in Stille durch die

Baumberge. Verschiedene meditative

Übungen begleiten den Gang mit

abschließendem Austausch im Café.

Anmeldung: Christiane Hoth, Tel.:

02505/937497, Email: christiane.

hoth@web.de

Informieren: Tourist-Information

Havixbeck, Willi-Richter-Platz 1,

48329 Havixbeck, Tel.: 02507/7510,

www.havixbeck.de Touristische

Arbeitsgemeinschaft Baumberge,

Markt 8, 48653 Coesfeld, Tel.: 02541/

939-1009, www.baumberge.com

Weitere Wanderwegbeschreibungen

auf www.baumberge-verein.de

42

Spezial | 2015


Reinhardswald

Urwald Sababurg

im Reinhardswald

Der Reinhardswald ist ein waldreiches

Mittelgebirge nördlich

von Kassel. Er ist das größte zusammenhängende

Waldgebiet in

Hessen und sehr dünn besiedelt.

Mittendrin liegt der spektakuläre

Höhepunkt des Waldes: das Naturschutzgebiet

Urwald Sababurg

mit seinen jahrhundertealten

Eichen und Buchen, das man

auf verschiedenen Rundwegen

erkunden kann.

Typ: Rundwanderung

Länge: 2,5 km

Dauer: 40 Minuten

Markierung: 1

Schwierigkeitsgrad: leicht

Steigung/Gefälle: 20 Meter

Höchster Punkt: 336 Meter

Beste Wanderzeit: April bis

Oktober

Start/Ziel: Parkplatz Urwald, an

der K 55, 34359 Reinhardshagen

Baumriesen und Adlerfarn

Märchenhaft: Durch den Urwald Sababurg

Knorrige uralte Eichen und leuchtend grüner Adlerfarn bilden im Urwald Sababurg einen reizvollen

Kontrast. Auf dieser Tour durch das Naturschutzgebiet stellen sich die drei berühmtesten

Baumriesen des Reinhardswaldes vor – aber auch sonst gibt es viel zu entdecken.

Mächtige Buchen bilden die

Eingangshalle zum Urwald. Eine

Info-Tafel am Parkplatz zeigt die

verschiedenen Rundwege, die

durch den Urwald führen. Die

meisten Höhepunkte liegen am

Weg mit der Nummer 1 – also

folgen wir dem Weg, der mit einer

gelben Eins markiert ist. Nach

nur wenigen Schritten beginnt

schon das Stegsystem, das im

Jahr 2010/11 angelegt worden

ist, übrigens von Menschen mit

Behinderung. So gelangt man trotz

Pfützen und Matsch trockenen

Fußes durch den Urwald. Die ersten

dicken Eichen folgen schon nach

wenigen Metern auf der rechten

Seite. An hellgrünem Adlerfarn

und rot leuchtenden Vogelbeeren

vorbei führt der Weg tiefer in den

Urwald hinein. Immer wieder

trifft man unterwegs auf die charakteristische

Paarung von Erle

und Apfelbaum. Nach etwa der

Hälfte der Strecke folgt der erste

Höhepunkt der Wanderung: die

Kamineiche 1 , ein sechshundert

Jahre alter Baum mit 7,10 Meter

Umfang und charakteristischer

Öffnung. Nur wenige Schritte

weiter wartet schon die nächste

Attraktion: eine Eiche mit Namen

„Margarete“ 2 , die so geheimnisvoll

ist, dass sogar schon ein ganzer

Film über sie gedreht worden

ist – angeblich handelt es sich um

ein von seinem Vater in eine Eiche

verwandeltes Mädchen. Der Baum

ist innen morsch und hohl. Weiter

geht es auf dem Rundweg, vorbei

an toten Bäumen, die sich zu

beachtlichen Bergen auftürmen,

sogenannten Totholzgebirgen.

Schließlich folgt zur Rechten der

letzte Höhepunkt auf dem Weg,

die Wappeneiche 3 . Trotz ihrer

600 Jahre lebt der Baum noch immer.

Mit 7,50 Metern Umfang zählt

sie zu den dicksten Bäumen hier

im Urwald. Nach wenigen Metern

kehrt die Tour zum Eingangsportal

mit den mächtigen Eichen zurück.

Obwohl der Rundweg nur 2,5

Kilometer lang ist, kann man für

die Tour gut und gerne mehrere

Stunden einrechnen, so viele

bestaunenswerte Bäume gibt es

auf dem Weg. Das gilt umso mehr,

wenn man mit einer Kamera

unterwegs ist. Naturfotografen

verbringen schon mal ganze Tage

im Urwald Sababurg.

Märchensammler

Die Hanauer Brüder Jacob und

Wilhelm Grimm gehören zu den

Gründungsvätern der Germanistik.

Als Sprachwissenschaftler

untersuchten sie die Entwicklung

deutscher Literatur und sammelten

seit 1806 Märchen und Sagen.

Jacob Grimm veröffentlichte mit

seinem Werk „Deutsche Grammatik“

die Grundlage für die moderne

Etymologie, die Forschung zur

Entstehung von Wörtern. Nachdem

sie lange in Kassel gelebt hatten,

verbrachten sie ihren letzten

Lebensabschnitt in Berlin, wo

der preußische König Friedrich

Wilhelm IV sie beschäftigte.

Spezial | 2015

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Der Westen

Reinhardswald

Anreisen und orientieren

Anreisen mit dem Auto:

Der Urwald Sababurg liegt an der Kreisstraße 55, die von Hofgeismar

nach Gottsbüren führt. Der gleichnamige Parkplatz und Startpunkt für

die Rundwanderwege liegt etwas versteckt hinter einer Kurve etwa zwei

Kilometer von der Sababurg entfernt.

Anreisen mit Bus und Bahn:

Zwei Buslinien des Nordhessischen Verkehrsverbunds (NVV) fahren den

Urwald an, am Wochenende mit Fahrradanhänger: K 181 von Hofgeismar

nach Gieselwerder und K 190 von Hofgeismar über Reinhardshagen nach

Hann. Münden.

Orientieren: Die Tourist-Info „Märchenland Reinhardswald“ verschickt auf

Anfrage Informationen per E-Mail. Vor Ort findet man sie am Markt 5 in

34369 Hofgeismar, Tel.: 05671/5070400.

Ein Wald aus Tücke

Über die Entstehung des Reinhardswaldes

gibt es mehrere

Sagen. In einer der bekanntesten

spielte Graf Reinhard mit dem

Bischof von Paderborn und verlor

sein gesamtes Geld. Dann setzte

er seine Besitztümer auf ein Spiel

und verlor erneut. Der Bischof

gewährte ihm als Gnade eine

weitere Ernte. Der listige Graf säte

Eicheln, die erst weit nach seinem

Tod reiften. In einer anderen

Version der Sage beherrschte der

Graf das mit Dörfern dicht besetzte

Waldgebiet durch Erpressungen

und Räubereien. Schließlich wurde

er zum Tod verurteilt. Auf sein

Flehen wurde ihm gestattet, noch

einmal vor seinem Tod die Huten

zu bestellen und abzuernten. Er

zerstörte die Dörfer und bestreute

die Äcker der Bauern mit Eicheln.

Tourhöhepunkte

Verwunschene Riesen und

Kaminschlote aus Baumgestalten

Kamineiche: Wie alt die

1

Eiche genau ist, vermag niemand

zu sagen. Geschätzt wird sie

auf sechshundert Jahre, vielleicht

sogar siebenhundert. Warum der

Baum auf den Namen Kamineiche

getauft wurde, ist jedoch

sofort ersichtlich: Auf Kopfhöhe

weist er eine Öffnung auf wie ein

Ofenloch. Abertausende Besucher

haben hier schon mal den Kopf

reingesteckt oder versucht, den

Baum von 7,10 Meter Umfang zu

mehreren Personen zu umfassen.

Die Kamineiche zählt vermutlich

zu den meistfotografierten Bäumen

in Deutschland.

Margarete: Ausladend

2

ist ihre Krone, weitverzweigt

ihre Wurzeln, knorrig die

Rinde. Fragt man den Altförster

Hermann-Josef Rapp nach seinem

Lieblingsbaum im Urwald, so wird

er diese 550 Jahre alte Eiche nennen,

die aufgrund einer Sage unter

dem Namen Margarete bekannt

ist. Der Urwald ist bekanntlich

ein großer Geschichtenerzähler.

Margarete war die Tochter eines

Riesen, die, so heißt es, vom Vater

verflucht worden sei, weil sie

sich verbotenerweise mit ihrem

Liebhaber Kuno treffen wollte.

Zur Strafe wurde sie in einen

Baum verwandelt und streckt

heute noch ihrem Liebhaber die

hölzernen Arme entgegen. Innen

morsch und hohl, hat sie einen

Umfang von 6,40 Meter.

Wappeneiche: Wie dieser

3

Baum seinen Namen erhielt,

ist nicht mehr genau zu ermitteln.

Das Wappenmotiv des ehemaligen

Landkreises ist er jedenfalls nicht

gewesen – das war nämlich die

„Kalendereiche“, die dem großen

Brand 1933 zum Opfer gefallen ist.

Die Wappeneiche ist zwischen 600

und 800 Jahre alt und hat einen

Umfang von 7,50 Meter.

Etappenprofil 1 2 3

Rund um den

Reinhardswald

Schlemmen und schlummern:

In der Umgebung: Hotel Dornröschenschloss

Sababurg, Im

Reinhardswald, 34369 Hofgeismar,

Tel.: 05671/8080, www.sababurg.de

Burghotel Trendelburg, Steinweg 1,

34388 Trendelburg, Tel.: 05675/9090,

www.burg-hotel-trendelburg.com

Hotel „Zum alten Brauhaus“, Marktstraße

12, 34369 Hofgeismar, Tel.:

05671/3081, www.zumaltenbrauhaus.de

Gasthaus „Zum Reinhardswald“,

Dorfstraße 20, 34399 Oberweser-

Gewissenruh, Tel.: 05572/7272,

www.gasthaus-reinhardswald.com

Hotel und Restaurant „Deutsche

Eiche Grebenstein“, Untere Schnurstraße

3, 34393 Grebenstein, Tel.:

05674/923377, www.deutsche-eichegrebenstein.com

Pension Dörbaum,

Sababurger Mühle 3, 34369 Hofgeismar-Sababurg,

Tel.: 05671/40061

Papiermühle, Ferienhof mit Kinderspielplatz,

Grillhütte, Bauernhof,

34369 Hofgeismar, Tel.: 05671/2757,

www.ferienhof-papiermuehle.de

Ferienwohnung Haus Bersiel, Am

Hang 39, 34369 Hofgeismar, Tel.:

05671/4209, www.ferienwohnung.

bersiel.website.ms Campingplatz

Hofgeismar, Schöneberger Str. 16,

34369 Hofgeismar, Tel.: 05671/1215,

www.camping-am-bad-hofgesimar.de

Informieren: Touristen-Information

„Märchenland Reinhardswald“,

Markt 5, 34369 Hofgeismar, Tel.:

05671/5070400, Fax: 05671/500839,

info@reinhardswald.de

Führungen: Rundgang durch

die Altstadt Hofgeismar mit

historischer Figur des Hauptmanns

aus dem 17. Jahrhundert. Durch den

Urwald Sababurg mit historischen

Figuren. Führung mit Busbegleitung

durch Urwald, Sababurg

und Trendelburg. Alle buchbar

über Tourist-Info „Märchenland

Reinhardswald“, Markt 5, 34369

Hofgeismar, Tel.: 05671/5070400,

Reinhardswaldinfo@gmx.de

Lesen: Hermann-Josef Rapp und

Marcus Schmidt: Baumriesen und

Adlerfarn. Der Urwald Sababurg im

Reinhardswald, Euregioverlag, 19,90

Euro. Hermann-Josef Rapp: Der

Reinhardswald – Eine Kulturgeschichte.

Euregioverlag, 20 Euro.

44

Spezial | 2015


Bergisches Land

Der Bergische

Panoramasteig

Gesamtlänge: 244 Kilometer

Ausgewählte Etappen: Ründeroth –

Lindlar (ca. 18 km), Radevormwald

– Wipperfürth (ca. 23 km)

Markierung: Die Strecke ist durchgehend

ausgeschildert. Die Schilder

zeigen einen schwarzen Kringel auf

gelbem Grund, beschriftet mit: „Das

Bergische Wanderland, Bergischer

Panoramasteig“. Wegweiser stehen

vor allem an Kreuzungen und kniffligen

Wegführungen. Gelbe Spitzen

markieren den Hauptweg, blaue die

Zubringer.

Schwierigkeitsgrad: leicht

Idylle zwischen den Ballungszentren

Von Ründeroth bis Wipperfürth

„Eingepfercht“ zwischen den Ballungsräumen Köln/Bonn, der nordrhein-westfälischen

Landeshauptstadt Düsseldorf sowie dem riesigen Ruhrgebiet liegt das Bergische Land –

und versprüht auf seinen ausgedehnten Routen einen ganz eigenen Reiz.

Vom Bahnhof Ründeroth, gut

ausgeschildert, nach links zur

Agger (es empfiehlt sich zuvor ein

kurzer Abstecher nach rechts in

den kleinen historischen Ortskern

Ründeroths), dann dem Fluss folgend

die B 55 überqueren, immer

den Wegweisern nach, die nach

rechts abzweigende Straße Richtung

Aggertalhöhle 1 überqueren,

geradeaus der Bundesstraße

noch kurz folgen, dann rechts

immer ansteigend in und durch

den Wald. Am Wegweiser kurz

vor Neuenhaus besteht die Möglichkeit,

nach rechts auf einem

Waldweg zur Aggertal höhle

abzusteigen. Der Panoramasteig

führt weiter über Neuenhaus und

Feckelsberg, nun bergab, nach

Blumenau. Jetzt steil bergauf nach

Rommersberg. Hier großartige

Panoramablicke in die Täler von

Agger und Leppe. Absteigen ins

Tals des Horpebachs, herrlich

durch lichten Wald an einer kleinen

Kapelle vorbei. Hier ist nach

links der Zubringerweg Richtung

Engelskirchen ausgeschildert,

mit Bahnhof (Toureinstieg oder

-abbruch möglich, RB 25) und LVR

Museum 2 in der alten, sehenswerten

Textilfabrik von Engels &

Ermen. Der Panoramasteig wendet

sich am Abzweig aber nach

rechts Richtung Lindlar und führt

parallel zur Autostraße zunächst

auf einem breiten Forstweg mäßig

bergauf und geht später in einen

schmaleren Wandersteig über.

Bevor in Höhe von Eichholz die

Straße überquert wird, ist ein

lohnender Abstecher nach rechts

zum Erlebniszentrum „:metabolon“

(ausgeschildert) möglich, das vor

allem mit Kindern interessant

ist. Der Hauptweg führt in einem

großen südlichen Bogen um

Lindlar herum mit prächtigen

Aussichten auf den Ort und in die

umliegenden Berge und Täler. Die

Tour endet entweder im Ortskern

von Lindlar 3 (dann dem Zubringerweg

nach rechts folgen) oder

am Bergischen Freilichtmuseum

4 (Busverbindung nach Bensberg

und nach Köln). Start unserer

zweiten Etappe ist der Busbahnhof

von Radevormwald. Dem gut

sichtbaren Zubringerwegweiser

folgen, die B 229 überqueren und

die Stadt nach Süden verlassen.

Bald trifft die Route auf den

Panoramasteig und schwenkt

nach Osten, leicht bergab und

bergauf durch Wald und Wiesen,

bis wenig später auch die B 483

überquert wird. Nun geht es

bald wieder aufwärts, südlich an

Erlenbach und nördlich an Berge

vorbei, etwas Zickzack in der

Linienführung, bis am alten Bahndamm

der Panoramasteig steil

bergab nach Süden abknickt und

sich länger durch das weitläufige

Talsperren im

Bergischen Land

Wer im Bergischen Land wandert,

kommt fast unweigerlich an

eine Talsperre. Zwölf sind es

insgesamt, die ältesten weit über

100 Jahre alt. Sie dienen der

Wasserversorgung, wie die Große

Dhünntalsperre, die erst in den

1980er Jahren gebaut wurde. Sie

ist die zweitgrößte dieser Art in

Deutschland und wird – wie auch

andere – besonders geschützt. Anders

die Talsperren, die vor allem

dazu dienen, Flüsse zu regulieren:

Hier ist alles erlaubt, wie etwa an

der bekannten Agger-Talsperre

bei Gummersbach oder der Bever

bei Hückeswagen. Es darf gezeltet,

geschwommen und Boot gefahren

werden. Eine Urlaubs- und

Erholungslandschaft wie aus dem

Bilderbuch!

Spezial | 2015

45


Der Westen

Bergisches Land

Anreisen und orientieren

Bus und Bahn: Der Bahnhof Ründeroth ist erreichbar mit der RB 25 Köln–Marienheide,

stündlich ab Köln Hbf (immer 24 Minuten nach der vollen Stunde, Gleis 10). Auch die

Städte Wipperfürth und Radevormwald sind mit Bussen des öffentlichen Nahverkehrs

erreichbar. Fahrpläne und Informationen: www.vrsinfo.de

Mit dem Pkw: Die Autobahnen 1, 3, 4, 40, 45, 59 und 61 führen Sie unmittelbar ins

Bergische Wanderland bzw. direkt daran vorbei.

Orientieren: Wanderkarte Bergischer Panoramasteig, Maßstab 1:30.000, wetterfest, 6,95

Euro (im Buchhandel). Weitere Infos unter www.publicpress.de

Der Bergische Panoramasteig: „In 18 Tagesetappen durch das Bergische Land“

von Guido Wagner, J.P. Bachem Verlag Köln (erscheint im März 2014). Weitere Infos unter

www.bachem.de

Weitere Informationen: www.bergisches-wanderland.de, wo GPX-Dateien sowie

Informationen zu sämtlichen „Streifzügen“ erhältlich sind.

Typisch für das Bergisch Land:

Fachwerk, hier in Rommersberg.

Bevertal zieht. Der Weg steigt

wieder an und erreicht schließlich

Egen 5 , dessen markanter

Kirchturm schon vom gegenüberliegenden

Höhenzug lange

vorher ausgemacht wurde. Nun

weiter nach Süden durch herrlichen

Wald, bis schließlich die

idyllisch in die Hügel eingebettete

Neyetalsperre 6 erreicht wird.

Der Weg folgt eine Weile dem

Ufer, dreht dann nördlich in den

Wald und stößt weiter oben auf

die Rottenscheider Höhe. Nicht

mal einen Kilometer entfernt liegt

westlich die wassersportgeeignete

Bevertalsperre. Der Panoramasteig

wendet sich aber wieder

bergab nach Süden und erreicht

durch schattigen Wald den beeindruckenden

Staudamm der Neye.

Abwechslungsreich geht der Weg

anschließend zwischen Wiesen

und Felder hindurch und erreicht

schließlich bei Voßkuhle den

Stadtrand von Wipperfürth 7 .

Hier nach rechts dem Zubringer

in die Stadt folgen, ein wenig an

der Wupper entlang und dann

nur noch wenige Meter bis zum

Busbahnhof.

Tourenhöhepunkte

Bergische Geschichten mit Ausblick

1

Aggertalhöhle: Die längste

Höhle des Rheinlandes

zeigt die vergangene Welt der

Korallenriffe. Es sah im Bergischen

Land einmal so aus wie

in der Südsee.

2

LVR Museum: Die alte

Baumwollspinnerei Ermen

und Engels steht unter Denkmalschutz

und beherbergt heute ein

Industriemuseum, in dem das

„Wasser als treibende Kraft“ im

Mittelpunkt steht.

3

Lindlar: 900 Jahre alte

Stadt mit hübschem Kern,

viele Fachwerk- und Bruchsteinhäuser.

Lohnend eine Führung

Etappenprofile

1

durch die großen Steinbrüche.

Der Freizeitpark hinter Schloss

Heiligenhoven bietet Minigolf

und Hallenbad.

Bergisches Freilichtmuseum:

Ein Freilichtmuseum,

4

in dem gezeigt und erlebt wird,

wie vor hundert Jahren bäuerliche

Landwirtschaft betrieben

wurde. Ganzjährig geöffnet,

montags geschlossen.

Egen: Der Zwiebelturm

5

der katholischen Dorfkirche

ist sehr markant und von

weitem gut auszumachen. Egen

liegt auf der höchsten Erhebung

weit und breit.

2 3 4

5 6 7

Bergisch essen, erfrischen & günstig schlafen zwischen

Ründeroth und Lindlar sowie Radevormwald und Wipperfürth

Ausgewählte Jugendherbergen :

Radevormwald (die zweitälteste

Jugendherberge Deutschlands) und

Lindlar, 02195/6888-11

www.jugendherberge.de

Weitere Unterkünfte:

Malteser Kommende (Engelskirchen),

untergebracht in Schloss Ehreshoven,

25 EZ (66 €), 9 DZ (93 €),

02263/8000

www.malteser-kommende.de

Wigger (Wipperfürth-Egen), wunderbarer

Pausenort der 5. Etappe mit

gutem Essen und Trinken auf

der großzügigen Terrasse,

EZ ab 50 €, 02267/4830

www.gasthaus-wigger.de

Landgasthof „Alter Rommersberg“,

mitten im urigen Ortskern des kleinen

Dorfes gelegen. Bei

6

Neyetalsperre: Die Neye

ist eine der insgesamt

sechs Trinkwassertalsperren

im Bergischen Land, gebaut

Anfang des vorigen Jahrhunderts.

Der Panoramaweg ist

so angelegt, dass er bis unter

die eindrucksvolle Bruchstein-

Staumauer führt.

7

Wipperfürth: Die älteste

Stadt des Bergischen Landes

darf seit einem Jahr auch

den Titel „Hansestadt“ führen.

Ein sowohl historisch interessantes,

aber auch lebendiges

Zentrum mit vielen Geschäften

und Einkehrmöglichkeiten.

schönem Wetter auch mit Biergarten.

Dienstag ist Ruhetag.

Tel.: 02263/9027212

www.landgasthof-rommersberg.de

Viele weitere Einkehrmöglichkeiten

unter www.bergisches-wanderland.de,

oder einfach in die entsprechenden

Wanderkarten blicken!

46

Spezial | 2015


Hunsrück

Hunsrücker Schiefer

Typ: Rundwanderung

Länge: 11,5 Kilometer

Dauer: ca. 4 Stunden

Markierung: weißes SH für

Traumschleifen Saar-Hunsrück

auf violettem Spiegel, Untertitel

Baybachklamm

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

bis schwierig

Steigung/Gefälle: je ca. 400 Meter

Höchster Punkt: ca. 360 Meter

Beste Wanderzeit: April bis

November (Klamm bei Eis und

Schnee nicht begehbar!)

Start/Ziel: Wanderparkplatz,

56290 Beltheim-Heyweiler

Wegequalität: felsige Passagen mit

Seil in der Klamm (84 Erlebnispunkte

Deutsches Wanderinstitut)

Enge und Weite

Durch die Baybachklamm

Dieser Weg folgt der perfekten Wander-Dramaturgie: von der Höhe kurz in die Tiefe,

wieder auf die Höhe, erneutes Abtauchen in die Tiefe und wieder Auftauchen, Aufatmen

und zum krönenden Abschluss noch mal der Blick von der Höhe zurück in die Tiefe.

Am Wanderparkplatz Heyweiler

entlässt das Startportal die

Wanderer der Traumschleife

Baybachklamm in dichten

Wald. Vorbei an einer Wanderliege

führt der Weg auf eine

Felsnase zu, schwenkt nach

links und senkt sich mit zwei

langen Schlägen ins Tal des

Buchbachs, einem Zufluss des

Baybachs. Nach Querung von

Flüsschen und Fahrweg zur

Schmausemühle erklimmt der

Weg in einigen mit Geländern

kenntlich gemachten Zickzacks

durch frischen Buchenwald die

Hochfläche der kleinen Siedlung

Steffenshof 1 . Oben läuft

der Weg am Waldrand entlang,

biegt vor der Siedlung links auf

den Schotterweg, beim Geländer

sofort wieder rechts auf den

Grasweg am Waldrand entlang,

quert die Zufahrtsstraße zum

Örtchen Steffenshof (K 32),

passiert eine hübsch dekorierte

Picknickhütte, kreuzt den

Asphaltweg nach Dorweiler und

taucht wieder in den Wald ein.

Im Wald fällt die Traumschleife

weiter ab. Ein kleiner Steg führt

über einen Wasserlauf. In einer

Rechtskurve halblinks über

die Brücke und auf dem neu

angelegten Pfad hinauf zum

Rastplatz „Klöckners Kaul“ 2 ,

dahinter wieder runter und

nach dem nächsten Steg wieder

auf dem vorigen Waldweg

abwärts zur tiefsten Stelle der

Traumschleife am Baybach 3 .

Nach rechts (nicht über die

Brücke!) folgt die Traumschleife

bachaufwärts für knappe vier

Kilometer seinem Lauf. Es geht

leicht auf und ab, über felsige

Partien helfen Seile hinweg.

Hinter zwei riesigen Höhlen

im Schiefer quert der Weg auf

der vom Buchbachtal kommenden

Fahrstraße den Baybach

und erreicht kurz darauf die

Schmausemühle 4 . Noch vor

den Gebäuden führt rechts eine

Brücke zurück ans andere Ufer.

Auf dem zweiten Pfad links geht

es weiter am Baybach entlang,

an einem Abzweig mit Abkürzungsmöglichkeit

zum Heyweiler

Parkplatz vorbei, an der

privaten Heyweiler Bauernmühle

vorüber und über eine steile

Felsentreppe. Dahinter, an der

Stelle mit den drei Brücken, verlässt

die Traumschleife den Baybachweg

und steigt durch eine

Schieferenge am Frank weiler

Bach entlang Richtung Barreterlei

auf. Oben am Waldrand

vor dem Feld rechts abbiegen,

mit ungewohnt weiten Blicken

zwischen Getreidefeldern auf

Waldeck-Woodstock

Einen Kilometer von der Stelle

entfernt, wo die Traumschleife

Baybachtal auf den Baybach trifft,

thront Burg Waldeck auf einem

Bergsporn über dem Fluss. Auf dem

Gelände des „deutschen Woodstock“

fanden von 1964 bis 1969

Festivals statt. In Liedern, Kabarett

und Diskussionen kündigte sich die

68er-Bewegung an. Künstler wie

Franz Josef Degenhardt, Reinhard

Mey, Hannes Wader und Hanns-

Dieter Hüsch entsandten von hier

geistig-kulturelle Anstöße in die

gesamte Republik. Heute residiert

der Nerother Wandervogel in seinen

Neubauten auf der Oberburg, es gibt

eine Jugendbildungsstätte, auf dem

Freigelände befindet sich eine Freilichtbühne.

www.burg-waldeck.de

eine Bank zulaufen, davor nach

rechts abzweigen, am Ende links

und in den Wald hinein, wo ein

Stichweg zur Barreterlei 5

führt. Durch Wald, am Waldrand,

über Gras an einer Wiese

entlang und am Aussichtspavillon

Waldeckblick 6 vorüber

führt die Traumschleife Baybachklamm

kurzweilig zurück

zum Wanderparkplatz.

Spezial | 2015

47


Der Westen

Hunsrück

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: Emmelshausen und Kastellaun sind mit ÖPNV erreichbar. Von

Boppard am Rhein fährt die Hunsrückbahn, von Oberwesel der Freizeitbus Mittelrhein,

von Treis-Karden der Freizeitbus Untermosel. Infos und Anmeldung: Tourist-

Info Emmelshausen, Tel.: 06747/9322-0, www.rhein-mosel-dreieck.de. Regiolinie

620 verbindet Emmelshausen mit Kastellaun, www.der-takt.de. Taxi Emmelshausen:

Tel.: 06747/597059, Kastellaun: 06762/9624996, www.taxi-huet.de

Mit Pkw: A 61 Koblenz-Speyer bis Emmelshausen, vor Emmelshausen auf die

B 327 Richtung Kastellaun, rechts auf L 215 Richtung Beltheim, rechts auf K 34 nach

56290 Beltheim-Heyweiler, von der Hauptstraße Wegweiser zum Wanderparkplatz.

Orientieren: „Wanderwege und Radrouten Hunsrück Region Kastellaun und

Emmels hausen“, 1:25.000, Pietruska-Verlag, ISBN 3-934895-13-1, 7,50 Euro.

„Traumschleifen Saar-Hunsrück, Band 2 Ost“ mit 24 Traumschleifen, Karten

1:25.000, Wegbeschreibungen und Infos, ISBN 978-3-934342-67-5, 3,50 Euro.

Im Land des

Schinderhannes

Parallel zum Baybachtal ziehen

sich vier weitere Flusstäler vom

Hunsrück zur Mosel hinunter.

Allesamt begleitet von Wanderwegen,

die sich auf engen Pfaden

an klammartigen Felspartien

vorüberwinden. Östlich des

Baybachtals (23 km, 6 h) liegt die

Ehrbachklamm (16 km, 4–5 h) mit

der Ehrenburg von 1120 (www.

ehrenburg.de), westlich davon

das stille Lützbachtal (12 km,

3–4 h), das kurvige Deimerbach-/

Dünnbachtal (25 km, 5–6 h) und

das burg(ruin)enreiche Balduinstal

(23 km, 5–6 h). Infos:

www.kastellaun.de

www.rhein-mosel-dreieck.de

Tourhöhepunkte Traumschleife Baybachklamm

Auf der Höhe und in der Klamm

1

Steffenshof: Das Dutzend

Häuser der Siedlung Steffenshof

auf einer Hochfläche im

nördlichen Hunsrück gehört zum

etwa 1,5 Kilometer westlich gelegenen

Ort Dorweiler. Außer an

Montagen lädt Theas Kneipe zur

Einkehr ein. Steffenshof eignet

sich ebenfalls als Einstieg in die

Traumschleife Baybachklamm.

2

Klöckners Kaul: Neben

einer vergitterten Höhle

bietet sich ein schöner Picknickplatz

mit Schiefertisch für eine

Rast an. Jahrzehntelang schlug

man hier zuvor Dachschiefer

aus dem Berginneren.

Etappenprofil

1

3

Baybach: 30 Kilometer legt

der Baybach vom Hunsrück

bis zur Mosel bei Burgen

zurück. Im Mittellauf nahe der

Burg Waldeck verengt sich sein

Tal zur Klamm. Der Wanderweg

an seinem Ufer verläuft dort

teilweise über Felsen. Handseile

helfen den Wanderern über

knifflige Passagen hinweg.

4

Schmausemühle: Dort, wo

sich die Klamm ein wenig

weitet, liegt mit der Gaststätte

Schmausemühle ein beliebtes

Ausflugsziel im Baybachtal. Sie

befindet sich etwa in der Mitte

der Traumschleife.

Barreterlei: Von diesem

spektakulären Felsvorsprung

hoch über der Baybachklamm

blickt man weit über

die dichten grünen Kronen der

„kraxelnden“ Bäume an den

Hängen der Schlucht.

Waldeckblick: Am Aussichtspavillon

schauen die

Wanderer der Traumschleife

Baybachklamm auf das zuvor

durchwanderte Baybachtal

zurück. Der genaue Verlauf lässt

sich von oben nur noch erahnen:

Ein dichter Waldpelz und die

steilen Hänge schirmen den

Blick in das enge Tal ab.

2 3 4 5 6

5

6

Tipps für die

Baybachklamm

Schlemmen und schlummern:

Pies Pension, 56288 Steffenshof,

Tel.: 06762/1725, Mo. geschl.

Restaurant Hotel Schmausemühle,

auf halber Wegstrecke, 56283 Gondershausen,

Tel.: 06745/270, www.

schmausemuehle.de Ferienwohnung

Kirchblick, Petra und Armin Michel,

Am Haue 8, 56290 Heyweiler, Tel.:

06762/2372, armin.michel@web.

de Ferienwohnungen Steffenshof,

Maria Mies, 56288 Steffenshof, Tel.:

06762/7342, www.steffenshof.de

Im Umland: Hunsrücker Hexenhaus,

St.-Martin-Str. 7, 56290 Mannebach,

Tel.: 06762/7510, Mo. geschl.,

www.hunsruecker-hexenhaus.de

FUNtasie, Freizeitheim, Jugendherberge,

Selbstversorgerhaus,

Südstr. 26, 56288 Kastellaun, Tel.:

06762/40880, www.domoskop.de

Flair-Hotel Zum Rehberg, Mühlenweg

1, 56288 Kastellaun, Tel.

06762/40830, www.hotel-rehberg.

de Hotel-Landgasthof Altes

Stadttor, Marktstr. 4a, 56288 Kastellaun,

Tel.: 06762/93130, www.

altesstadttor.de

Hunsrück schmecken: „Gutes von

Nahe und Hunsrück“ verspricht die

Regionalmarke SooNahe. Lebensmitteleinzelhandel,

Bäckereien und

Metzgereien, Wochenmärkte der

Region und Hofläden verkaufen

gentechnikfreie, vor Ort erzeugte

Produkte. www.soonahe.de

Erlebnishunger stillen: Wer auf den

Kletterpassagen auf den Geschmack

gekommen ist: Bei Kastellaun lauert

noch mehr Abenteuer. Das Waldabenteuer

vereint Abenteuer park,

Hochseilgarten, Barfußpfad und einen

Sturmwurf-Erlebnispfad. Domoskop

GmbH & Co. KG, Südstr. 26, 56288

Kastellaun, Tel.: 06762/4088-10,

www.waldabenteuer.de

Woodstock-Flair schnuppern: Auch

heute klingen noch Töne über das

Gelände der Burg Waldeck: Pfingsten

findet das Internationale Liederfest

statt, Anfang September der

Peter-Rohland-Singewettstreit und

Waldeck-Freakquenz 2013. Burg

Waldeck, Waldecker Weg, 56290

Dorweiler, www.burg-waldeck.de

Informieren: Tourist-Info Region

Kastellaun, Marktstr. 16, 56288

Kastellaun, Tel.: 06762/401698,

www.stadt-kastellaun.de, www.

kastellaun.com Hunsrück-Touristik

GmbH, Gebäude 663, 55483 Hahn-

Flughafen, Tel.: 06543/507700,

www.hunsruecktouristik.de

48

Spezial | 2015


Sauerland

WaldSkulpturen-

Weg

Typ: Streckenwanderung

Länge: 23,4 Kilometer

Dauer: ca. 7 Stunden

Markierung: blaues Tor auf weißem

Grund

Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll

Steigung/Gefälle: ca. 630/670 m

Höchster Punkt: 738 Meter

Beste Wanderzeit: April–Oktober

Start: Tourist-Info/Rathaus,

Poststr. 44, 57319 Bad Berleburg

Ziel: Stadtverwaltung, Unterm

Werth 1, 573892 Schmallenberg

Wegequalität: gut begehbare Wege

Von Bad Berleburg nach Schmallenberg

Moderne Kunst in freier Natur

Die Überquerung des Rothaarkamms von Bad Berleburg nach Schmallenberg führt durch einen entlegenen Wald. Unterwegs

beeindrucken Skulpturen und Installationen, mit denen international bekannte Künstler den „WaldSkulpturenWeg“ schufen.

Am Startpunkt vor dem Bad Berleburger

Rathaus informiert eine Tafel

über das Kunstwerk „Der Wettbewerb“

von Jochen Gerz 1 . Von dort

die Poststraße Richtung Innenstadt

nach Süden wandern, auf der ersten

Straße (Graf-Casimir-Straße) rechts

abbiegen (links liegt der Bahnhof),

am Ende den Pfad parallel zur Straße

bergauf, oben an der Hochstraße

rechts, sofort links auf der Fürst-

Richard-Straße und am Ende links

auf einer Rosskastanien-Allee mit

Blick auf das Schloss in den Wald

hinein laufen. Beim Pfosten mit

Markierungszeichen scharf rechts

abbiegen, am Wegweiser Burgfeldhaus

links den Pfad hinauf. Er wird

zum Waldweg und stößt auf einen

Schotterweg. Dort rechts leicht

abwärts ein paar Kurven folgen, am

Forsthaus Trufterhain vorbei, über

offene Wiesen, eine Asphaltstraße

kreuzen und geradewegs auf das

goldene Ei von Magdalena Jetelová 2

oben am Waldrand zusteuern. Der

Schotterweg durch den Wald steigt

weiter an, an der Gabelung Windbrachekopf

links Richtung Kühhude,

durch das linke Tor (bitte wieder

schließen) und über den Lauberg

weiter zur „Grünstation“ von Gloria

Friedmann 3 . Geradeaus mündet

der Weg in einen Asphaltweg,

links und nächste rechts. In einer

sachten Linkskurve nicht geradeaus

zum Tor, sondern links halten und

den Falken von Alan Sonfist 4

erreichen. An der Mündung in den

Schotterweg links abbiegen. Bei

„Stein–Zeit–Mensch“ von Nils-Udo 5

links, am Parkplatz Kühhude vorbei,

die Wiese umkurven und links dem

Weg hinauf folgen bis zu Ansgar

Nierhoffs „Kein leichtes Spiel“ 6 .

Kurz vor der Installation zweigt

nach links ein schöner Pfad durch

die Naturwaldzelle „Schiefe Wand“

ab und kürzt ein wenig ab. Am Ende

links, am Krummstab von Heinrich

Brummack 7 vorüberlaufen und

in Schanze über den Parkplatz der

Gaststätte Bräutigam-Hanses rechts

ab Richtung Schmallenberg. Am

Ende links auf einen Schotterweg,

die nächste Kreuzung rechts und

dem Weg eine Weile folgen, bis an

einem Abzweig ein Abstecher von

200 Metern rechts zum von Lili

Fischer gestalteten Hexenplatz 8

hinunterführt. Wieder zurück, dem

später asphaltierten Weg mit einer

scharfen Rechtskurve hinunter zum

Wanderparkplatz Almert an der K

17 folgen, die Straße queren, weiter

geradeaus und den ersten Weg nach

links den Hügel hinauf nehmen

zu Timm Ulrichs Lichtspieltheater

„Blinker II“ 9 . Weiter geradeaus,

später nach links eine Kuhweide

umkurven und in Grafschaft auf

der Hauptstraße (K 17) nach rechts

laufen. Hinter dem Klostergelände

links in die Annostraße, kurz

hinter einem rechts abzweigenden

Weg rechts auf einem Pfad in das

Seitental oberhalb der Fischteiche

wandern, durch das die Klänge

von Andreas Oldörps „Über den

Teichen“ 10 schweben. In der

Talspitze erreicht der Pfad einen

Schotterweg, der rechts aus dem

Tal hinausführt. Hinter einem vereinzelten

Haus links abbiegen, der

Rechtskurve folgen, erneut die K 17

queren (etwas links versetzt geht

es weiter), nach links auf Schmallenberg

zugehen, am Ende über die

Holzbrücke in den Kurpark hinein.

Hinter dem goldenen Hasen geht es

links den Pfad hinauf und nach links

über die Straße Auf der Mauer (später

Zehnthofweg) zur Rückseite des

Rathauses, wo der WaldSkulpturen-

Weg an der Infotafel über Jochen

Gerz’ „Der Wettbewerb“ endet.

Spezial | 2015

49


Der Westen

Sauerland

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: Der Bahnhof Bad Berleburg ist Endhaltestelle, Schmallenberg

ist nur mit dem Bus erreichbar (www.bahn.de). Die Verbindung zwischen

Bad Berleburg und Schmallenberg führt über Winterberg-Altastenberg. Fahrtzeit

ca. 1:20 h, werktags im Zweistundentakt, am Wochenende nachmittags.

Benutzung mit Sauerland-Gästekarte gratis (www.vrr.de).

Samstags fährt Peters Taxi Service, Tel.: 02755/767, ein Shuttledienst vom

Rathaus Bad Berleburg nach Kühhude (9.40/16.40 Uhr ab Rathaus,

ca. 17 Uhr ab Kühhude, übrige Woche auf Bestellung). Für die Strecke

Schanze– Schmallenberg: Taxi Spieler, Tel.: 02972/921092.

Mit dem Auto: A 45 Hagen-Wetzlar bis AS 21 Siegen, B 62 über Erndtebrück

und Leimstruth, B 480 nach Bad Berleburg. A 44 Dortmund-Kassel bis

AS 61 Kreuz Wünnenberg, B 480 über Winterberg nach Bad Berleburg.

Tourhöhepunkte

Zehn Mal Kunst in Wald und Wildnis

Jochen Gerz – Der Wettbewerb:

Der Künstler lud die

1

Bewohner von Schmallenberg und

Bad Berleburg ein, Briefe mit Assoziationen

zum Begriff Heimat an

die jeweils andere Stadt zu senden.

Dort sind die Schriftstücke voller

Gefühle, Erlebnisse und Erinnerungen

auf Schildern nachzulesen.

Magdalena Jetelová – Was

2

war zuerst? 6,5 Meter hoch

und etwa 4 Meter dick, blinkt

das mit Blattgold überzogene

riesige Ei den Wanderern vom

Waldrand entgegen.

Gloria Friedmann – Die

3

Grünstation: Grün leuchtet

das einfache Haus unter den

dunklen Fichten hervor, mit deren

Stämmen es verwachsen ist.

Alan Sonfist – The Monument

4

of the Lost Falcon: Die von

einem Erdwall umgrenzte Pflanzfläche

erzeugt den Schattenriss

eines riesigen Falken auf dem

Waldboden. Er ist jedoch nur aus

der Vogelperspektive zu erkennen.

Nils-Udo – Stein–Zeit–Mensch:

5

Wie ein archaischer Tempel

umrahmen mächtige Baumstämme

einen Quarzit- Brocken von nahezu

150 Tonnen.

Ansgar Nierhoff – Kein

6

leichtes Spiel: Vier Meter

hoch und knapp 64 Tonnen schwer

ruht die Stahlskulptur eines der

bedeutendsten Stahlbildhauer

frostsicher auf dem Boden des

Rothaarkamms. Stilisiert weist sie

als Markierungszeichen den Weg.

Etappenprofil

1

Heinrich Brummack – Der

7

Krummstab: Von Weitem

sichtbar, scheint die überdimensionale

bischöfliche Insignie der

römisch-katholischen Kirche auf

den Weg zu stürzen.

Lili Fischer – Hexenplatz:

8 Dem seit jeher als „Hexenplatz“

bezeichneten Ort haucht die

Künstlerin mit Schornsteinen, die

aus dem Waldboden ragen, einem

von aufgeklappten Zauberbüchern

umstellten Hexenkessel und Toren

aus großen Ofengabeln magischmärchenhafte

Atmosphäre ein.

2 3 4 5 6 7 8 9 10

Timm Ulrichs – Blinker II.

9

Ein Lichtspieltheater:

Die Natur führt Regie, wenn die

196 beweglich in ein Stahlgerüst

eingehängten Edelstahlspiegel aus

Wolken, Sonne und Erde unendlich

vielfältige Aufführungen aus Licht

inszenieren.

Andreas Oldörp – Über den

10 Teichen: Aus dieser Klangskulptur

dringen mystische Töne,

die sich mit den Geräuschen der

Natur über dem langgestreckten

Tal zu einem rätselhaften Klangteppich

verweben.

Tipps für den

WaldSkulpturenWeg

Einkehren und Übernachten am

Wegesrand: Hotel Alte Schule,

Goetheplatz 1, 57319 Bad Berleburg,

Tel.: 02751/9204780, www.hotelalteschule.de

Gaststätte Tonkrug,

Hochstr. 15, 57319 Bad Berleburg,

Tel.: 02751/6289, www.tonkrug.com

Kühhude-Café und Restaurant,

Kühhude 4, 57319 Bad Berleburg,

Tel.: 02751/444913, www.kuehhude.de

Schanzer LandschaftsGasthaus

Bräutigam-Hanses, Schanze 1, 57392

Schmallenberg, Tel.: 02975/454, www.

braeutigam-hanses.de Landhaus

Zum Rothaarkamm, Schanze 2,

57292 Schmallenberg, Tel.: 02975/473,

www.landhaus-zum-rothaarkamm.de

Pension Schütte, An der Almert 10,

Grafschaft, 57392 Schmallenberg, Tel.:

02972/97370, www.pension-schuette.de

Weitwandern auf dem Rothaarsteig:

Auf 154 Kilometern verläuft der

Rothaarsteig von Brilon im Sauerland

nach Dillenburg am Fuße des Westerwalds.

Vor über zehn Jahren wurde der

Höhenwanderweg eröffnet und setzte

als zertifizierter Weg neue Maßstäbe

für Wanderqualität in Deutschland:

abwechslungsreiche Wegeführung,

zuverlässige Markierung, einladende

Wanderliegen und Vesperinseln,

wanderfreundliche Infrastruktur, z. B.

Wandergasthöfe. www.rothaarsteig.de,

www.wandergasthoefe.de

5-Gänge-Menü am Rothaarsteig:

Genießen und die Kalorien gleich

wieder wegwandern auf geführten

Feinschmecker-Touren rund um

Schmallenberg. Zwischen den

einzelnen Gängen in den Restaurants

verwöhnen kulinarische Scouts die

Teilnehmer unterwegs an der „RucksackBar“.

www.schmallenberg.info/

deutsch/freizeit-sport/wandern/

schlemmerwandern

Nachlesen: WaldSkulpturenWeg

Wittgenstein–Sauerland, hrsg. von

Uwe Rüth und der Wittgensteiner

Akademie, Wienand Verlag, ISBN 978-3-

86832-002-2, 2011, 29,80 Euro.

Informieren: Bad Berleburg Markt

und Tourismus e. V., Poststr. 44,

57319 Bad Berleburg, Tel.: 02751/93633,

www.touristik-bad-berleburg.de

Kur und Freizeit GmbH Schmallenberger

Sauerland, Poststr. 7, 57392

Schmallenberg, Tel.: 02972/97400,

www.schmallenberger-sauerland.de

Wittgensteiner Akademie, Poststr.

51a, 57319 Bad Berleburg, Tel.: 02751/

2886, www.waldskulpturenweg.de

50

Spezial | 2015


Zwillbrocker Venn

Durchs Revier

der Flamingos

Typ: Rundwanderung

Länge: 11,6 Kilometer

Dauer: ca. 3,5 Stunden

Markierung: nicht durchgehend

Schwierigkeitsgrad: leicht

Steigung/Gefälle: je ca. 40 Meter

Höchster Punkt: ca. 40 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start/Ziel: Parkplatz an der Kirche,

Zwillbrock 9 (L 608), 48691 Vreden

Wegequalität: überwiegend Sand-,

Erd- und Schotterwege

Vom Zwillbrocker Venn in den niederländischen Natuurpark De Leemputten

Über die Grenze

Flamingos in Deutschland? Aber ja! Nicht nur im Zoo – im

Westmünsterland stolzieren die rosafarbenen Grazien in

freier Wildbahn durchs flache Wasser.

Vom Parkplatz führt der Fuß-/

Radweg gegenüber der Barockkirche

St. Franziskus 1 zur

Biologischen Station Zwillbrock

2 . Kurz hinter dem Linksabzweig

zur Station biegt er rechts auf

den Prozessionsweg ein. Beim

großen Holzkreuz rechts, dann

an der nächsten Wegmündung

links gehen. Der Weg stößt auf

die Zwillbrocker Vennroute.

Hinter einem Links-Schwenk zur

Möwenkanzel 3 zweigt vom

Hauptweg ein wunderschöner

Sandpfad rechts durch den Wald

zum niederländischen Natuurpark

De Leemputten 4 ab. Über

die grüne Grenze erreicht er die

Niederlande. Nach Kreuzen der

Straße Holterhoekseweg geht es

auf dem sandigen Tichelovenweg

am Parkplatz der Gaststätte Haak

en Hoek vorbei, nach etwa 200

Metern rechts durch ein Holzgatter

auf die Leemputtenroute,

zwischen zwei Gewässern entlang

und am Ende hinauf auf den

breiten Zvolse Veenweg. Etwa 70

Meter weiter links weist ein Pfeil

an einem Pflock rechts auf einen

Bohlenweg, der in den breiten

Professor-Casimir-Weg mündet.

250 Meter weiter links zweigt die

Leemputtenroute – wieder durch

einen Pflock gekennzeichnet –

links ab, läuft erst über einen

Damm durch einen Birkenbruch,

dann über eine Feuchtwiese

zurück zum Zvolse Veenweg, wo

sie sich rechts fortsetzt. Bei einer

Infotafel mit Wegweiser beginnt

links ein Pfad, der bis zum Tichelovenweg

um das Gewässer läuft.

Kurz nach links wandern, bis

hinter dem Feld wieder ein Pfeil

am Pflock nach links zeigt. Beim

Zvolse Veenweg geht es nach 100

Metern am Ende des Gewässers

rechts wieder auf den Tichelovenweg

zu, an einer Schutzhütte

vorbei und nach links wieder zur

Gaststätte Haak en Hoek, von dort

wie auf dem Hinweg zurück zur

Zwillbrocker Vennroute. Nach

400 Metern knickt sie leicht nach

links und führt etwa 1,4 Kilometer

ziemlich gerade entlang der

deutsch-niederländischen Grenze.

An der Schutzhütte weist ein

Wegweiser zur Biologischen Station

nach links. An der nächsten

Gabelung setzt sich die Vennroute

rechts fort, doch lohnt zuvor der

70-Meter-Abstecher nach links

zum Aussichtsturm 5 . Beim

nächsten Wegekreuz biegt die

Vennroute links zu einer weiteren

Aussichtskanzel 6 in einem

Rechtsknick. Bei der nächsten

Wegmündung rechts abbiegen,

einen Asphaltweg queren, beim

Kreuz am Prozessionsweg links

laufen und diesmal am Ende

rechts gehen. Vor dem Kapellchen

gegenüber dem Friedhof links

den Kloppendiek 7 nehmen, am

Ende rechts an der L608 (Zwillbrock)

entlang und an der alten

Zollstation 8 vorbei zurück zum

Parkplatz gehen.

Entlang der

Flamingoroute

Auf 450 Kilometern verbindet die

grenzübergreifende Flamingoroute

29 Schutzgebiete zwischen Borken

(D) und Enschede (NL) miteinander.

Den Besonderheiten der Natur

entlang des Themenradwegs widmet

sich der zweisprachige Rad- und

Wanderführer „Flamingoroute“ mit

Karte (ISBN 978-3-926211-21-7,

9,80 Euro) auf 144 Seiten. Ein

eigenes Kapitel stellt meist sechs bis

zehn Kilometer lange Rundwanderungen

vor, die auf Moorerlebnispfaden

und Bohlenwegen durch die

empfindlichen Moore und Heiden

der Schutzgebiete Hündfelder Moor

& Amtsvenn, Witte Veen, Haaksbergerveen,

Buurserzand, Zwillbrocker

Venn, Korenburgerveen sowie Burlo-

Vardinholter Venn führen.

www.flamingoroute.com

Spezial | 2015

51


Der Westen

Zwillbrocker Venn

Anreisen und orientieren

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Haltestelle Vreden-Zwillbrock v. d. Berg,

Westfalen. Bus 873 (B3) fährt nur Mo–Fr vormittags vom Busbahnhof Vreden.

Anbindung über Bus S70 zum Bahnhof Ahaus www.bahn.de. Taxiunternehmen

Vreden: Flach, Tel.: 02564/968968; Kemper, Tel.: 02564/4333; Kuhlmann,

Tel.: 02564/6214

Mit dem PKW: A 31 Bottrop-Emden bis AS Gescher/Coesfeld, B525/L608 Richtung

Gescher, beim Kreisel hinter Gescher erste Ausfahrt (L608), über Stadtlohn

und Vreden nach Zwillbrock zum Parkplatz an der Kirche. Von Norden bei AS

Heek auf B 70 und über Ahaus und Vreden nach Zwillbrock.

Orientieren: TOP-Karte 08 Vreden-Zwillbrock, erhältlich über

www.shop-das-andere-holland.de und in der Biologischen Station Zwillbrock

(s. u.), 1,90 Euro. Faltblatt der Biologischen Station Zwillbrock: Das Zwillbrocker

Venn mit Kartenausschnitt M 1:20.000, Download unter www.bszwillbrock.de

(Veröffentlichungen im Menüpunkt Biologische Station)

Tourenhöhepunkte

Durch die Naturschutzgebiete

1

Barockkirche St. Franziskus:

Mitten auf dem

Acker, direkt an der niederländischen

Grenze, überrascht dieser

barocke Kirchenbau. Erst

recht seine prunkvolle Ausstattung

im Inneren. Nach dem

Dreißigjährigen Krieg durften

die Niederländer nicht mehr

katholisch beten. Also pilgerten

die Gläubigen in Scharen zu

St. Franziskus in Zwillbrock.

www.barockkirche.de

Biologische Station

2 Zwillbrock: In der ehemaligen

Dorfschule informiert

eine Ausstellung über Tiere

und Pflanzen der typischen

Lebensräume im Westmünsterland.

Exkursionen, Nachtwanderungen

und Praxistipps wie

Obstbaumschnitt runden das

Programm für Besucher ab.

www.bszwillbrock.de

Möwenkanzel: Die Besucherkanzel

eröffnet den

3

Blick auf den Flachwassersee

des Zwillbrocker Venns. Das

50 bis 70 Zentimeter tiefe Wasser

beherbergt mit gut 5.000

Tieren die größte binnenländische

Lachmöwenkolonie

Mitteleuropas.

Natuurpark De Leemputten

(NL): Die vielen

4

Wasserflächen im Natuurpark

De Leemputten füllen Gruben,

aus denen die Ziegelbrennerei

in Groenlo bis 1975 ihren

Lehm für Dachziegel und

Backsteine holte.

5

Aussichtsturm: Vom

Turm blickt man über

Heide und Moor, aber auch

über das „Lachmöwensee“ genannte

Gewässer zur Flamingo-

Insel. Von Frühjahr bis Sommer

brüten die rosa Vögel dort und

ziehen – im Gekreische der

Lachmöwen – ihre Jungen auf.

6

Aussichtskanzel: Noch

ein Blickpunkt zum See.

Daneben verkauft eine Bude

an den Wochenenden zwischen

Osterferien und Ende Oktober

Kaffee, Eis und Getränke.

7

Kloppendiek: Ein Kulturdenkmal.

Über den Pfad

unter bizarr geformten, hohlen

Kopfeichen, strömten die

niederländischen Katholiken

früher vermutlich zum Portal

der Zwillbrocker Barockkirche.

8

Zollstation: Das verwaiste

ehemalige

Zollhaus erinnert noch an die

Zeiten vor dem Schengener

Abkommen. Jetzt gelangt

man, auch ohne den Ausweis

zu zücken, zum Restaurant

Grenszicht, das jenseits der

Grenze in Sichtweite liegt.

Etappenprofil

1

2 3 4 5 6 7 8

Tipps für das Grenzland

bei Vreden

Am Wegesrand:

Hotel Restaurant Kloppendiek,

Zwillbrock 8, 48691 Vreden, Tel.:

02564/9120, www.kloppendiek.

de Gasthof Reirink, Zwillbrock 7,

48691 Vreden, Tel.: 02564/2038

Café Restaurant Haak en Hoek,

Holtershoekseweg 6, NL 7142 HZ

Groenlo, Tel.: 0031/(0)544/461434,

www.haakenhoek.nl Café Restaurant

Grenszicht, Vredenseweg 2,

NL 7152 CW Holterhoek/Eibergen,

Tel.: 0031/(0)544/4615833,

www.grenszichteibergen.nl

In der Umgebung:

Hotel Zum Möwenparadies,

Zwillbrock 39, 48691 Vreden, Tel.:

02564/2509, www.moewenparadies.de

Angelparadies Zwillbrock,

Übernachten auf Hausbooten,

Zwillbrock 40a, 48691 Vreden,

Tel.: 02564/950102,

www.angelparadies-zwillbrock.de

Flamingo-Frühling

Am 27. April begrüßt die Biologische

Station Zwillbrock von 11 bis 17 Uhr

den Frühling mit einem Naturerlebnistag

für die ganze Familie: Eine

Kutschfahrt zu den Flamingos ins

Venn, Mitmachaktionen für große

und kleine Naturforscher und eine

Gartenbörse erwarten die Besucher

auf dem Gelände der Station schräg

gegenüber der Barockkirche.

Venn-Geheimnisse lüften

Venn-Experten führen die Teilnehmer

der geführten Wanderung zu

einer geheimen Aussichtskanzel, um

Vögel zu beobachten: Sonntage im

Mai und Juni, 12 Uhr, Treffpunkt:

Biologische Station Zwillbrock, Dauer

ca. 1,5 Std., 10 Euro inkl. Erfrischung.

Bitte Ferngläser mitbringen!

Lämmer zählen

Alle zwei Jahre öffnet die Schäferei

Moorhof in Ahaus-Graes am Rande

des Schutzgebietes Amtsvenn/Hündfelder

Moor an einem Aprilsonntag

ihren Schafstall. Zur Lammzeit stehen

die Moorschnucken, die als Landschaftspfleger

für die Biologische

Station im Einsatz sind, im Stall. Interessierte

Gruppen können jederzeit

Führungen mit dem Schäfer vereinbaren,

um die neugeborenen Lämmer

zu bestaunen: Schäfermeister Patrik

Schudnagis, Tel.: 02565/5860

Lauschen

Konzerttermine in der Barockkirche

finden sich auf www.barockkirche.

de/termine.htm

52

Spezial | 2015


Schritt für Schritt

genießen…

Wandern

im

Teutoburger

Wald

Auf einer Strecke von

226 km wechseln

sich naturbelassene

Landschaften mit kulturhistorisch

spannenden

Orten ab. Unbestrittene

Highlights sind neben den

Dörenther Klippen, dem

romantischen Silberbachtal

und den Zwillingsgipfeln

„Velmerstot“ das imposante

Hermannsdenkmal und die

inspirierenden Externsteine.

Aktiv urlauben und dabei

aktiv entspannen, das geht

in der Urlaubsregion Teutoburger

Wald. Wandern auf

den Hermannshöhen, einem

der „Top Trails of Germany“,

mit vom Deutschen

Wanderverband belegter

Qualität.

Entspannen in urigen

Wäldern, an romantischen

Bachläufen, an artenreichen

Wiesen und bei überraschenden

Weitsichten, das

macht den besonderen Reiz

der Hermannshöhen aus.

Fordern Sie gleich unser

kostenloses Infomaterial

an oder nutzen Sie

unseren interaktiven

Tourenplaner unter www.

hermannshoehen.de!

Teutoburger Wald Tourismus/OWL GmbH

Projektbüro der Hermannshöhen

Tel. 0521-967 33 25

info@teutoburgerwald.de

www.hermannshoehen.de


Der Osten

© ArtHDesign/istockphoto.com

54

Spezial | 2015


Uckermark

Harz

Nationalpark Hainich

Sächsische Schweiz

Point Alpha/Thüringen

Der Osten

Spezial | 2015

55


Der Osten

Wiesen, Wälder &

die Wurst

Kein Export aus dem Osten Deutschlands gelangte zu so großem Weltruhm wie die Thüringer

Bratwurst. Und das bis heute! Doch warum eigentlich ist sie so lecker? Ist es das Rezept oder die

Art und Weise, wie sie gegrillt oder gebraten wird? Wanderer wissen, warum: Es ist die einzigartige

Natur zwischen Thüringer Wald, Harz und Hainich, aber auch zwischen Brandenburg und

der Sächsischen Schweiz, die so Appetit macht, das nur sie hilft … die Wurst!

Zwischen Eisenach und Bad Langensalza liegt mit dem Hainich

eines der ältesten Buchenwald gebiete Deutschlands – darum

zählt der Nationalpark zum Unesco-Weltnaturerbe „Alte Buchenwälder

Deutschlands“. Der Thüringer Wald ist eines der bekannteste

Urlaubsgebiete Deutschlands: Naturliebhaber zieht es auf die

unzähligen Wanderwege, allen voran auf den Rennsteig. Der Harz

wurde bis ins Mittelalter hinein Hart (‚Bergwald‘) genannt,

ist ebenfalls geprägt von ausgedehnten Wäldern, tief eingeschnittenen

Tälern mit wilden Flussläufen

und Wasserfällen sowie Stauteichen

und Stauseen. Dazu thront im

artenreichen Mittelgebirge der Brocken,

mit 1.142 Metern der höchste

Berg Norddeutschlands.

Kein Wunder also, dass sich hier zwischen

Magdeburg, Erfurt, Suhl und Leipzig

so etwas wie das El Dorado für deutsche Wanderer

befindet – alles, aber auch wirklich alles, was zum Naturgenuss

auf zwei Beinen dazugehört, wird hier geboten.

25 Jahre nach dem Mauerfall steht im Wanderjahr 2015

natürlich auch wieder das „Grüne Band“ – der ehemalige Todesstreifen

entlang der deutsch-deutschen Grenze – im Mittelpunkt.

Wanderlust hat sich für Sie rund um den legendären

„Point Alpha“ umgesehen, dem US-amerikanischen Beobachtungsposten

im Zentrum der „Fulda Gap“ (Fuldaer Lücke), in der die NATO

im Ernstfall die Invasion der Truppen des Warschauer Pakts erwartete.

Im Reich von Hexen und Teufeln geht es insbesondere zur

Walpurgisnacht den Harzer Hexenstieg entlang. Sagenhafte Blicke

von Hexentanzplatz und Prinzensicht bieten Orientierung, bevor

die Tour bei Trese burg abtaucht, um dem tief eingeschnittenen Bodetal

auf den Grund zu gehen.

Im Nationalpark Hainich begeben wir uns auf den Saugrabenweg.

Steppenartig offen liegt plötzlich die ehemalige Schießbahn

aus Militärzeiten da und bietet weite Blicke ins Thüringer

Becken. Nach all dem Wald zuvor, ganz schön hell hier!

Aber natürlich besteht der Osten

Deutschlands nicht nur aus Wäldern:

Wasser zum Beispiel prägt die

sanft hügelige Eis zeitlandschaft im

Nordosten Brandenburgs. Etwa 50

bis 100 Kilometer nördlich von Berlin

schützt der Naturpark Ucker märkische Seen

die Heimat des Fischadlers. Zwischen Prenzlau und

Templin taucht der Rundweg „Kleiner Boitzenburger“

in die wundervoll verträumte Welt aus Wasser und

Wald ein.

Und unvergessliche, grandiose Einblicke in die Formenvielfalt

des Landschaftsgestalters Natur sorgen

auf einer Wanderung durch das Elbsandsteingebirge der

Sächsischen Schweiz in jedem Moment für Spannung. Zum großen

Finale zwängt sich die „Himmelsleiter“ zwischen die Felswände

des Neuen Wildensteins und führt abenteuerlich nach oben.

Thüringer Bratwurst gibt es mittlerweile überall – frisch, abgepackt

oder auch tiefgefroren. Die dazugehörige Natur lässt sich

aber bis heute nicht exportieren. Und das ist auch gut so …

© Dutchicon/istockphoto.com

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Spezial | 2015


Thüringen

HESSEN

Im Herzen

Deutschlands

In der Mitte des wiedervereinten

Deutschlands liegt das Mittelgebirge

die Rhön. Geisa liegt im

Ulstertal in Thüringen an der Grenze

zu Hessen, 30 Kilometer von der

Barockstadt Fulda entfernt.

Merkmal der Region ist der

Rockenstuhl, ein knapp 530 Meter

hoher Berg, fünf Kilometer südlich

von Geisa. Zwischen Geisa und

dem Rockenstuhl ersteckt sich ein

historischer Wanderlehrpfad.

Typ: Rundwanderweg

Länge: ca. 14,5 Kilometer

Dauer: ca. 5 Stunden

Markierung: rotes P auf Weiß

Schwierigkeitsgrad: mittelschwer

Steigung/Gefälle: ca. 453 Meter

Höchster Punkt: ca. 425 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig, Tag

der Deutschen Einheit (3. Oktober)

Start/Ziel: Marktplatz Geisa

Wegequalität: hoher Pfadanteil

Der Point-Alpha-Weg

Wandern im Sperrgebiet

Über den deutsch-deutschen Grenzverlauf ist inzwischen viel Gras gewachsen. Gedenkstätten

wie in Geisa erinnern an die Zeit des Kalten Kriegs. Heute führt ein Wanderweg durch die

ehemalige Sperrzone der DDR. Einen Besuch in der Gedenkstätte sollte jeder einplanen.

Der Weg führt vom Marktplatz

in Geisa rechts am Heimatmuseum

vorbei. Hinter dem

Friedhof links abbiegen und den

bergabführenden Pfad an der

ehemaligen Stadtmauer entlang

in Richtung Schleid. Hinter der

Schleider Straße an der Mauer des

jüdischen Friedhofs 1 von Geisa

entlang. Der Feldweg stößt auf

einen Schotter weg, links weiter.

Dann am überdachten Rastplatz

nach links auf den Schlangenpfad.

Dieser führt durch den Wald zu

einem weiteren überdachten

Rastplatz. Links Richtung Schleid

weiter. An einer Wegkreuzung

führt der Weg rechts weiter nach

Wiesenfeld und Ulsterblick (nicht

dem Weg nach Schleid folgen!).

Nach einem Aufstieg durch den

Wald kommt ein Plateau. Links

steht das Kreuz der Geiserämter 2 .

Weiter in Richtung Ulsterblick

und Wiesenfeld durch den Wald.

Den Bach überqueren und weiter

durch das Bachtal nach rechts.

Links in Richtung Wiesenfeld 3 .

Im Dorf gibt es schöne Fachwerkhäuser.

Die Hauptstraße entlang,

bis die Vorfahrt nach links

abknickt, dann der Beschilderung

in Richtung Point Alpha folgen.

An der Kreuzung am Ortsende

geradeaus. In der Nähe des Hutzelfeuerplatzes

nach rechts. Über die

Wiese rechts weiter. Am Waldrand

weiter, bis der Weg in den Wald

führt. Rechts auf dem „Grünen

Band“, dem Verlauf der ehemaligen

innerdeutschen Grenze,

weiter. Der „Weg der Hoffnung“ 4

führt hinter der Landstraße zum

„Haus auf der Grenze“ 5 . Weiter

entlang des Grünen Bandes an der

„Muster grenze“ entlang. Der Weg

führt zum ehemaligen US-Beobachtungsstützpunkt

Point Alpha 6 ,

dem Namensgeber unseres Weges.

An dem Denkmal für die Opfer

der deutschen Teilung links

vorbei auf den Wald zu. Der Weg

führt am Waldrand entlang, kurz

hinter einem Rastplatz mit herrlichem

Blick ins Tal nach rechts.

Weiter nach Geisa und zum Startpunkt

zurück. Dabei führt der

Weg am Marktbrunnen und dem

historischen Rathaus vorbei.

Besucher der Gedenkstätte sollten

mindestens eine Stunde für den

Durchgang einplanen. Absolut

empfehlenswert!

Backhausverein

Im Dezember 2004 gründete sich

in Wiesenfeld, einem Stadtteil

von Geisa, ein Backhausverein.

Von den 154 Einwohnern (Stand:

Oktober 2010) sind 33 von ihnen

Mitglied im Verein. Das Backhaus

wird ein Mal im Monat mit Buchenholz

befeuert. Jeder, der will,

kann Brote, Stollen oder Kuchen

backen. Die Restwärme wird zum

Trocknen von Dörrobst genutzt.

Drei Mal im Jahr laden die Wiesenfelder

zu Kaffee und Kuchen ein.

Zwei Termine davon sind fest:

Himmelfahrt und der Tag der

Deutschen Einheit am 3. Oktober.

Die duftenden 40 Riesenbleche

Kuchen bereiten 16 Frauen zu

Hause vor: angefangen vom Apfelkuchen

über Pizza und Streuselkuchen

bis zum Zwiebelplatz.

Spezial | 2015

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Der Osten

Thüringen

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: Bahnhöfe Eisenach und Fulda mit ICE-Anschluss,

Bahnhof Hünfeld, Bahnhof Bad Salzungen oder Bahnhof Gerstungen mit

Regionalverkehr, Anschlussmöglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln,

nähere Informationen unter www.bahn.de, www.rmv.de und unter

www.kvg-eisenach.de.

Mit dem Pkw: Von der A 7 die Ausfahrt Hünfeld/Schlitz nehmen, zur B 84

Richtung Eisenach/Rasdorf bis nach Geisa zum Schlossplatz. Von der A4

die Ausfahrt Friedewald Richtung Bad Salzungen/Philippstal auf die B 84

Richtung Geisa zum Schlossplatz.

Orientieren: Premiumweg „Der Hochrhöner“, Maßstab: 1:30 000, ADAC

Verlag GmbH, ISBN: 3-8264-1875-1, 6,95 Euro. „50 ausgewählte Wanderungen

und Spaziergänge rund um Fulda, Hünfeld, Bad Salzungen, Meiningen, Bad

Brückenau“, Bergverlag Rother, ISBN 376334182X, 12,90 Euro.

Tourenhöhepunkte

Skulpturen und Gedenkstätten

Jüdischer Friedhof: Der

1

Friedhof wurde im 18.

Jahrhundert errichtet und kann

besichtigt werden.

Geiserämter: Dieser Punkt

2

bietet einen herrlichen

Ausblick und drei Holzbänke zum

Verschnaufen. In der Nähe des

Kreuzes steht eine Infotafel zum

Point-Alpha-Weg.

Wiesenfeld: Der Ort zählt zu

3

den ältesten in der Region

(erste urkundliche Erwähnung

1560). Aus dem Jahr 1703 stammt

der barocke Hochaltar.

„Weg der Hoffnung“:

Insgesamt reihen sich 14

4 5

monumentale Skulpturengruppen

auf dem ehemaligen Todesstreifen

aneinander. Die Serie ist angelehnt

an den biblischen Kreuzweg

und symbolisiert die lange und

leidvolle Geschichte bis zum

gewaltlosen Umbruch und der

Deutschen Einheit. Die Skulpturen

stammen von dem Künstler

Dr. Ulrich Barnickel, Jahrgang

1955, aufgewachsen in Weimar,

Studium der Bildhauerei auf Burg

Giebichenstein in Halle an der

Saale und Ausbürgerung in die

BRD 1985 nach Ausreiseanträgen.

„Haus auf der Grenze“: In

und um diese Gedenk- und

Begegnungsstätte herum finden Sie

zahlreiche interessante Informationen,

die die Geschichte der

deutsch-deutschen Grenze und

der Wiedervereinigung thematisieren.

Im Haus befindet sich eine

Ausstellung zur Auswirkung des

Grenzregimes auf Mensch und

Natur. Im Dachgeschoss gibt es

interessante Informationen zum

Biosphärenreservat Rhön.

Point Alpha: Hier waren die

6

Amerikaner stationiert. Der

Turm kann besichtigt werden. In

den Räumlichkeiten werden der Alltag

der Amerikaner, die Ausrüstung

und die Uniformen dokumentiert.

Etappenprofil

1

2 3 4 5 6

Geisa, Stadt in der

alten Sperrzone

Ruhige Nächte: Unterkünfte (Hotel

bis Ferienwohnung) in Geisa und den

umliegenden Ortschaften finden Sie

über die Stadtverwaltung Geisa.

Lecker und deftig essen: Geisschänke,

Gaststätte im Landhausstil,

Besonderheit: Spanferkel vom

Holzfeuergrill, An der Geis 27, Tel.:

036967/70651, www.geisschaenke.de

Schlossresidenz Geisa, Restaurant

mit fürstlichem Ambiente,

Schlossplatz 4, Tel.: 036967/593550,

www.schlossgeisa.de Zur Linde,

gutbürgerliche Küche, Bahnhofstr.

6, Tel.: 036967/75206,

www.zur-linde-geisa.de

Stadtführung im historischen

Gewand: Zu einem Stadtspaziergang

der besonderen Art lädt das

Tourismusbüro der Stadt Geisa ein.

Beliebt sind die Besichtigung des

„Alten Apothekenmuseums“ und das

lebende Wappentier „Die Geis“ als

Fotomotiv. In historischen Gewändern

erzählen die Stadtführer Wissenswertes

über das Leben der vergangenen

Jahrhunderte. Ebenso gefragt sind

die Bespielung des Glockenspiels und

Beiträge zur Karnevalsgeschichte.

Infos und Anmeldung: www.geisa.de

Angucken: Das Schloss entstand

unter Fürstabt Adalbert von

Schleifras (1700–1714) nach Plänen

des Baumeisters Johann Dientzenhofer.

Es diente als Jagdschloss und

Sommerresidenz der fuldischen

Fürstäbte und Fürstbischöfe. Das

Rathaus wurde nach dem ersten

Stadtbrand im Jahre 1858 bis 1861

auf dem Platz des alten Rathauses

vom Weimarer Oberbaudirektor

Streichhan erbaut. Der Rockenstuhl

ist das Wahrzeichen des Geisaer

Landes. Der 529 Meter hohe Berg

liegt etwa 5 Kilometer südlich von

Geisa zwi schen Ulster- und Geisatal.

Das Geisaer Waldhäuschen im

Geisaer Stadtwald war 50 Jahre lang

ein beliebtes Ausflugsziel und Aufenthaltsort

für Wanderer, bis es in den

70er Jahren dem Grenzsicherungswahn

zum Opfer fiel und abgerissen

wurde. Nach der Wende wurde es auf

Initiative der Interessengemeinschaft

„Geisaer Wald“ wieder aufgebaut und

1998 feierlich eingeweiht.

Informieren: Das Tourismusbüro

der Stadt Geisa erreichen Sie unter

dieser Adresse: Stadtverwaltung

Geisa, Marktplatz 27, 36419 Geisa,

Tel.: 036967/69-0, www.geisa.de

58

Spezial | 2015


Sächsische Schweiz


Schaurig-schön:

Sächsische Schweiz

Das Elbsandsteingebirge, die

zwischen Erzgebirge und Sudeten

gelegene Sächsisch-Böhmische

Schweiz, ist unter den Landschaften

Mitteleuropas eine der

eindrücklichsten. Wind, Wasser

und Eis hobelten aus dem einstigen

Meeresboden bizarre Nadeln,

mächtige Riffe und sonderliche

Figuren aus Fels.

Typ: Streckenwanderung

Länge: ca. 13 Kilometer

Dauer: ca. 4,5 Stunden

Steigung/Gefälle: jeweils ca. 400 m

Schwierigkeitsgrad: anspruchsvoll

Beste Wanderzeit: April bis Okt.

Start: Parkplatz Nasser Grund

Ziel: Lichtenhainer Wasserfall

Wegequalität: Treppen und

Leitern erschließen senkrechte

Partien, Trittsicherheit und

Schwindelfreiheit erforderlich,

Vorsicht bei Nässe!

Vom Nassen Grund zum Wasserfall

Elbsandsteingebirge pur

Senkrecht und

waagerecht

Grandiose Einblicke in die Formenvielfalt des Landschaftsgestalters Natur sorgen auf dieser

Wanderung in jedem Moment für Spannung. Zum großen Finale zwängt sich die „Himmelsleiter“

zwischen die Felswände des Neuen Wildensteins und führt abenteuerlich nach oben.

Vom Wanderparkplatz Nasser

Grund (1) steigt ein breiter Schotterweg

kontinuierlich Richtung

Schrammsteinaussicht an. Er

kreuzt zu Beginn den Flößersteig,

läuft bei den Abzweigen Eulentilke

und Jordanweg geradeaus, bis

vor einer deutlichen Rechtskurve

links ein kleiner Pfad Richtung

Schrammsteinaussicht beginnt.

An der nächsten Gabelung (kein

Wegweiser) geht es rechts, dann

geradeaus über eine Wegkreuzung

und hinter der Rechtskurve

links auf den Mittelwinkel, der

sich über Treppen und Leitern

hinaufschraubt. Oben knickt ein

zehnminütiger Abstecher rechts

zur Schrammsteinaussicht (2)

ab. Wieder zurück, setzt sich die

Route von hier nach links auf dem

Gratweg fort (E3, blauer Balken),

der bis oberhalb des rechts abzweigenden

Jägersteigs (Malerweg stößt

hinzu) noch abenteuerlich über Leitern

und Stufen auf- und abtänzelt,

dann aber recht eben als Sandweg

unter Kiefern und Birken an der

Breite-Klamm-Aussicht vorbei bis

zu einer Gabelung leitet, die links

zum Zurückesteig weist (E3). An

der nächsten Einmündung biegt

die Route rechts ab, steigt leicht an,

zwängt sich zwischen Felswänden

hindurch, lässt in einer Linkskurve

einen Weg rechts abzweigen und

erklimmt dann rechts die Stufen

des Zurückesteigs, bis am Ende der

Malerweg diese Route nach links

verlässt. Der E3 läuft geradeaus

weiter. An der nächsten Einmündung

lohnt ein zehnminütiger

Abstecher links zum Carolafelsen

(3). Nach rechts ist zehn Minuten

später die Wenzelwandaussicht (4)

erreicht. Dahinter verlässt diese

Wanderstrecke den E3 und steigt

links Richtung Frienstein in einen

Felsenkessel hinunter. Der rechte

Zweig der nächsten Gabelung

erreicht kurz darauf Frienstein

und Idagrotte (5). Auf etwa 2/3

Wandhöhe hangelt sich die Obere

Affensteinpromenade (grüner

Balken) über Wurzeln und Felsen

mit schönen Aussichten auf und

ab Richtung Kleiner Winterberg.

Am Fuße des Kleinen Winterbergs

erreicht man mit einem dreiminütigen

Abstecher geradeaus den

grandiosen Blick in den Kleinen

Zschand (6). Zurück am Abzweig,

fällt der Weg über etliche Holzstufen

Die Sächsische Schweiz zählt zu

den ältesten Wander- und Kletterregionen.

Daher ist das schwierige

Gelände mit vielen Wegen, Stiegen

und Steigen bestens erschlossen.

Für jeden Schwierigkeitsgrad

gibt es genügend Möglichkeiten.

Eine der schönsten Touren – von

Hinterhermsdorf über die Obere

Schleuse zu Hermannseck und

Königsplatz – wird z. B. als leicht

eingestuft. Farbige Wegemarken

(Balken, Punkte) kennzeichnen

Wanderwege, grüner Pfeil auf

grauem Rechteck markiert einen

schwierigeren Bergpfad, der Trittsicherheit

erfordert. Schwarze Pfeile

in weißem Kreis zeigen Zustiege

für Kletterer an. Im Fels gelten die

Sächsischen Kletterregeln, die z. B.

den Gebrauch von Klemmkeilen

und Magnesia verbieten.

Spezial | 2015

59


Der Osten

Sächsische Schweiz

© istockphoto.com/delectus

Stilecht anreisen:

zum Beispiel mit der

Kirnitzschtalbahn.

Anreisen und orientieren

Anreisen: Mit dem Pkw: Anreise über A17, AS 6 „Pirna“, auf der B 172 nach

Bad Schandau, im Ort hinter dem Marktplatz links Richtung Hinterhermsdorf.

Nach gut 6 km liegt der Parkplatz Nasser Grund auf der rechten Seite.

Mit Bus und Bahn: Über Dresden zum Bhf. Bad Schandau, zwischen

Bad Schandau und Lichtenhainer Wasserfall verkehren die historische

Kirnitzschtalbahn und Buslinie 241 der Oberelbischen Verkehrsgesellschaft

Pirna-Selbitz mbH (www.ovps.de). Auf www.nationalpark- saechsischeschweiz.de,

Infomaterial-Download (rechte Spalte), bündelt der Flyer

„Wanderfahrpläne Sächsisch-Böhmische Schweiz“ wichtige Fahrpläne.

Orientieren: Nationalpark Sächsisch-Böhmische Schweiz, Topographische

Karte mit Wanderwegen + Begleitheft, 1:25.000, 2009, ISBN 978-2-89679-

361-4, 9,60 Euro; Kartographischer Verlag Rolf Böhm: Exakte Detailkarten

1:10.000 (2,80–4,80 Euro), www.boehmwanderkarten.de

(Vorsicht bei Nässe!) ab Richtung

Kuhstall (roter Punkt). Unten

am Querweg geht es links leicht

bergab auf dem Fremdenweg über

die Zeughausstraße (Schutzhütte),

an der nächsten Gabelung links

und geradeaus über die Kreuzung,

um zwischen engen Felsklüften

zum Kuhstall (7) emporzusteigen.

Bei dem riesigen Felsentor

lohnt ein Abstecher über die 94

Eisenstufen der Himmelsleiter

(ebenfalls 7) auf den Neuen

Wildenstein. Vor der Gaststätte

folgt die Route dem Schotterweg,

knickt links hinunter Richtung

Lichtenhainer Wasserfall, folgt

an einer Kreuzung den Treppen

links weiter abwärts, überquert

einen Bach und erreicht hinter

der alten Steinbrücke die Endstation

der Kirnitzschtalbahn beim

Lichtenhainer Wasserfall (8).

Tourhöhepunkte Sächsische Schweiz

Schrammsteingrat und Affensteinpromenade

Parkplatz Nasser Grund: 3

1

Euro Gebühr pro Tag. Bus

und Kirnitzschtalbahn halten 200

Meter hinter dem Parkplatz.

Schrammsteinaussicht:

2

Von dem 419 Meter hohen

Panoramafelsen bietet sich ein

gigantischer Blick auf die zerklüfteten

Felsentürme der Schrammsteinkette,

dem Herzstück der

Sächsischen Schweiz.

Carolafelsen: Aussicht in den

3

Kessel des Großen Doms, zu

Schrammsteinen, Hohem Torstein

und Falkenstein, ganz hinten der

Tafelberg Lilienstein.

Wenzelwandaussicht:

4

Hinter der langgestreckten

Wenzelwand fällt der Blick in

den Schmilkaer Kessel und auf

den buchenbestandenen Buckel

des Großen Winterbergs, mit

556 Metern höchster Punkt im

Nationalpark.

Frienstein und Idagrotte: Ein

5

ausgesetztes Felsband führt

Schwindelfreie um die hohen

Wände des Frienstein-Massivs –

auch „Vorderes Raubschloss“ genannt

– zur geräumigen Idagrotte.

Aussicht in den Kleinen

6

Zschand: Zwei, fünf und

acht Minuten vom Abzweig zum

Kuhstall entfernt, führt der

Obere Fremdenweg unterhalb

des Kleinen Winterbergs zu den

schönsten Blicken über den Talkessel

Kleiner Zschand.

Kuhstall und Himmelsleiter:

7

In dem riesigen Felsentor am

Neuen Wildenstein brachten die

einst hier hausenden Raubritter

erbeutetes Vieh unter. Im Dreißigjährigen

Krieg flüchteten die

Lichtenhainer Bauern samt Getier

in die Kuhstallhöhle. Durch einen

engen Spalt zwischen den Felsen

führen die Stufen der sogenannten

Himmelsleiter auf den Gipfel.

Lichtenhainer Wasserfall:

8

Neben dem Gasthaus im

Schweizerstil befinden sich der

Wasserfall und eine historische

Tafel mit Preisen für Sesselträger,

die früher Schweizreisende auf

Kuhstall, Großen Winterberg und

zum Prebischtor in Böhmen trugen.

Etappenprofil

1

2 3 4 5 6 7 8

Elbsandsteingebirge

erleben

Schlemmen und schlummern:

Am Wegesrand: Bergasthof Kuhstall,

Tel.: 035971/52044, April–Okt.

10 bis 18 Uhr Gasthof Lichtenhainer

Wasserfall, Kirnitzschtalstraße 11,

01855 Kirnitzschtal-Lichtenhain, Tel.:

035971/53733, www.lichtenhainerwasserfall.de

In der Umgebung:

Hotel Helvetia ****, Bio- und

Nationalparkhotel, Schmilka 11,

01814 Bad Schandau-Schmilka, Tel.:

035022/92230, www.hotelhelvetia.de

Großer Winterberg, Berghotel &

Restaurant mit Bioküche, Auf dem

Winterberg 1, 01814 Bad Schandau-

Schmilka, Tel.: 035022/40050,

www.grosserwinterberg.de

Wandern mit Führer: Mo–Sa

(Mai–Okt.) Turnuswanderungen

mit zertifizierten Nationalparkführern

(ohne Anmeldung, 6 Euro, Info-Tel.:

035022/50240) und thematische

Wanderungen (Anmeldung erforderlich),

Programm: www.nationalparksaechsische-schweiz.de

Wandern ohne Gepäck: Sächsische

Schweiz Tours, Schandauer

Str. 50a, 01855 Hinterhermsdorf, Tel.:

035974/50550, www.sax-ch-tours.de

Ausprobieren: Testcenter für

Wanderausrüstung – Wanderschuhe,

Rucksäcke, Kindertragen und

Wanderstöcke können kostenfrei in

der Natur erprobt werden: Haus des

Gastes, Am Markt 12, 01814 Bad

Schandau, Tel.: 035022/90030,

www.bad-schandau.de

Lesen: Hans Christian Andersen:

Reise nach Dresden und in die Sächsische

Schweiz, Husum Verlag, ISBN

978-3-89876-236-6, 7,95 Euro

Malen: Malkurse am Malerweg in

Aquarell und Öl: Kathrin Protze, Am

Anger 4, 01855 Lichtenhain, Tel.:

036971/54578

Anschauen: Galerie am Malerweg

Schweizerhaus (am Berghotel auf

der Bastei), 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei

Informieren: Tourismusverband

Sächsische Schweiz e. V.,

Bahnhofstr. 21, 01796 Pirna, Tel.:

03501/470147, www.saechsischeschweiz.de,

www.malerweg.de Haus

des Gastes, Markt 12, 01814 Bad

Schandau, Tel. 035022/90030, www.

bad-schandau.de Nationalpark

Sächsische Schweiz, Nationalparkamt

Sächsische Schweiz, An der

Elbe 4, 01814 Bad Schandau, Tel.:

035022/900600, www.nationalparksaechsische-schweiz.de

60

Spezial | 2015


Harz

SACHSEN-

ANHALT

Am Harzrand:

das Bodetal

Thale ist ein idealer Ausgangspunkt

für Wanderungen ins Bodetal – oft

als „Grand Canyon Deutschlands“

bezeichnet. Die Hexenhochburg

schmiegt sich neun Kilometer südöstlich

der UNESCO-Weltkulturerbestadt

Quedlinburg an die Ostflanken des

Harzes – im Regenschatten! Wabert

über dem Brocken und im übrigen

Harz eine Hexenküche, kann in Thale

durchaus die Sonne scheinen.

Typ: Rundwanderung

Länge: ca. 20 Kilometer

Dauer: ca. 6 Stunden

Schwierigkeitsgrad: mittel bis

anspruchsvoll

Steigung/Gefälle: ca. 470 Meter

Höchster Punkt: ca. 490 Meter

Beste Wanderzeit: Apr. bis Okt.

Start/Ziel: Bahnhof in 06502 Thale

Wegequalität: Forstwege und Steigabschnitte,

Vorsicht bei Nässe! und

Sturm!

Zum Hexentanzplatz und durchs wilde Bodetal

Harzer Grand Canyon

Sagenhafte Blicke von Hexentanzplatz und Prinzensicht bieten Orientierung, bevor die Tour bei

Trese burg abtaucht, um dem tief eingeschnittenen Bodetal auf den Grund zu gehen. Die Felswände

rücken immer dichter zusammen, bis sie sich an der Teufelsbrücke zur Klamm verengen.

Vom Hauptbahnhof Thale geht

es zum zentralen Wandertreff

gegenüber der Touristinfo, dann

auf dem Harzer Hexenstieg

durch den Friedenspark über

die Hubertusinsel zur Talstation

der Kabinenseilbahn 1 . Wem

die Etappe zum Hexentanzplatz

zu steil ist, schwebt einfach

hexengleich in wenigen Minuten

aufwärts. Wer lieber hochwandert,

hält sich noch vor der

Hubertusbrücke weiter auf der

Hubertusstraße. Links zweigt ein

Wanderweg hangaufwärts ab. An

der Gabelung bieten sich zwei

Möglichkeiten: Die linke Variante

steigt im weiten Bogen über den

Brunhildenstieg etwas gemächlicher,

dafür länger bergan; die

rechte schraubt sich unterhalb

der Kabinenbahn im Zickzack steil

den Berg hinauf zur Walpurgishalle

und dem Bergtheater 2 . Auf dem

Felsplateau verläuft der Weg recht

eben zum Hexentanzplatz 3 . Vom

Hexenring mit den Skulpturen

(beim großen Parkplatz) führt ein

Wanderweg mit rotem Punkt am

Tierpark entlang zum Abzweig

La Viereshöhe 4 . Geradeaus

Richtung Treseburg erreicht der

Weg bald eine Waldwegekreuzung

mit Picknickplatz und einer Schutzhütte

in Form eines Kohlen meilers.

Dort rechts und hinter einer Kurve

noch mal rechts bringt uns ein Abstecher

von einem guten Kilometer

zur Prinzensicht 5 . Zurück am

Picknickplatz, geht es rechts über

den breiten Waldweg leicht auf

und ab bis zur Straße, dort rechts

auf der Forststraße am Pfeildenkmal

6 vorüber, abwärts am Picknickplatz

vorbei, auf dem breiten

Hauptweg nun steiler bergab und

hinter einem Rechtsabzweig wieder

bergan bis zur Schutzhütte an der

Hagedornstraße. Der Wegweiser

Treseburg zeigt nach rechts, bei der

nächsten Wegekreuzung wieder

rechts und beim nächsten linkszweigenden

Forstweg halblinks auf

dem mit einem roten und einem

gelben Punkt markierten Pfad an

der Aussicht Weißer Hirsch 7

vorüber steil hinunter in den Ort.

Unten vor dem Häuschen geht es

rechts über die Brücke auf die Ortsstraße

an einigen Gastronomiebetrieben

vorbei und vor der Brücke

rechts auf dem Harzer Hexenstieg

ins Naturschutzgebiet Bodetal 8 .

Am Flussufer läuft der Weg an der

Sonnenklippe vorbei, windet sich

mal tief, mal hoch über dem Wasser

um Felsnasen herum, passiert die

Dambachtal-Schutzhütte, turnt über

heidebewachsene Schieferhalden

Mythen und

Götterkult

Im Sagenpavillon auf der Rosstrappe

erfahren die Besucher

alles über den sagenumwobenen

Hufabdruck in dem Felsmassiv

(www.seilbahnen-thale.de). Dem

Hexentanzplatz gegenüber zeigt

die Walpurgishalle im altgermanischen

Stil fünf Großgemälde

Hermann Hendrichs mit Walpurgisnacht-Szenen

aus Goethes

Faust (www.nibelungen-hort.de).

Hufeisen im Pflaster weisen den

Mythenweg von der Bode in den

Ortskern von Thale. Er präsentiert

kunstvolle Figuren aus der

germanischen Mythologie

(www.mythenweg-thale.de).

zu einer grandiosen Aussicht hoch

über dem Bodekessel 9 . Mit Stufen

klettert der Weg in Serpentinen

hinab zur Teufelsbrücke, quert

die wirbelnde Bode und führt als

Steig im Fels am Abzweig „Schurre“

vorbei zur Gaststätte Königs ruh bei

der Jungfern brücke. Von hier führt

beiderseits der Bode ein promenadenartiger

Weg am Goethefelsen 10

und am Katersteg vorbei zur

Hubertusbrücke.

Spezial | 2015

61


Der Osten

Harz

Anreisen und orientieren

Anreisen: Mit Bus und Bahn: Am Hauptbahnhof Thale halten der Harz–Elbeund

der Harz–Berlin-Express regelmäßig (Tel.: 03941/678333 (kostenlos), www.

hex-online.de, www.harz-berlin-express.de). Fahrplanauskünfte regionaler

Buslinien: www.insa.de. Zum Hexentanzplatz fahren eine Kabinen-Seilbahn

(www.seilbahnen-thale.de) und die Buslinie 907 „Der Bodetaler“ (Q-Bus 18,

www.qbus-ballenstedt.de). Linie 263 fährt über die Rosstrappe nach Treseburg

(www.hvb-harz.de), aktuelle Auskünfte: Tel.: 03947/2597.

Mit dem Pkw: Anreise über die B6 (verbindet die A395 aus Braunschweig mit

der A14 Halle–Magdeburg). Von der Ausfahrt Thale/Friedrichsbrunn/Westerhausen

den Schildern nach Thale zum großen Parkplatz am Bodeufer folgen

(3,50 Euro/Tag). Für Seilbahnbenutzer ist der P. am anderen Ufer kostenfrei.

Orientieren: Harzer Hexenstieg, Wander- und Freizeitkarte, 1:30.000, ISBN

978-3-936185-32-4, 5,50 Euro.

Tourhöhepunkte

Im Reich von Hexen und Teufel

Kabinenbahn: Knapp zehn

1

Minuten benötigt die Gondel

für die 720 Meter, in denen sie

an schroffen Felswänden die 244

Höhenmeter zum Hexentanzplatz

überwindet (eine Einzelfahrt

kostet 3 Euro).

Walpurgishalle und Bergtheater:

Der Opferstein in

2

der Walpurgishalle zeugt von den

Riten, mit denen unsere germanischen

Vorfahren auf dem Hexentanzplatz

ihren Göttern huldigten.

Auf der Naturbühne des Freilichttheaters

frönen die Germanen

von heute dem Schauspielkult

(www.harzer-bergtheater.de).

Hexentanzplatz: Auf dem

3

Plateau eines fast senkrecht

aus dem Bodetal emporsteigenden

Felsens befindet sich der Ort,

an dem sich die Hexen der Sage

nach in der Walpurgisnacht zum

Hexensabbat trafen. Bronzene

Skulpturen von Teufel, Fabelwesen

und einer Hexe erinnern im

Hexenring aus Findlingen daran.

La Viereshöhe: Ein Abstecher

von 200 Metern führt

4

zum Aussichtsfelsen, von dem

der Blick aus dem Bodetal hinaus

über die Dächer Thales ins Harzvorland

reicht. Der weitere Weg

führt in steilen Kehren durch den

Hirschgrund hinab zur Jungfernbrücke

am Gasthaus Königsruhe.

Prinzensicht: Das perfekte

5

Picknickplätzchen! Von tief

unten dringt Rauschen aus dem

unsichtbaren Bodekessel zwischen

den Baumkronen.

Pfeil-Denkmal: Der wuchtige

6

Gedenkstein erinnert an den

Forstwissenschaftler Friedrich

Wilhelm Leopold Pfeil, der die

Gegend mochte und oft aufsuchte.

Es ist auch Schauplatz in Fontanes

Roman „Cécile“.

Weißer Hirsch: Schöner

7

Ausblick auf Treseburg

und die Bode.

Naturschutzgebiet Bodetal:

8

Das Felsental gilt als das

tiefste nördlich der Alpen. Langsam

verengt es sich zum Canyon.

Die Nummern auf den ovalen

Holzmarken weisen auf geologische,

botanische und historische

Zusammenhänge hin. Sie sind

im Begleitheft zur Wanderkarte

Harzer Hexenstieg erläutert.

Bodekessel: Strudeltopf der

9

Bode an der Teufelsbrücke.

Goethe-Felsen: Zu Ehren

10

des Geheimrats wurde

der mehrzackige Siebenbrüderfelsen

an seinem 200. Geburtstag

umbenannt.

Etappenprofil

1

2 3 4 5 6 7 8 9 10

Tipps für Thale und

das Bodetal

Einkehren am Wegerand: Gasthaus

und Café Villa Hubertus,

Hubertusstr. 9–11, 06502 Thale, Tel.:

03947/77660, www.ferienpark-bodetal.

de Imbiss Bistro Hexenkessel,

Goetheweg 1 (Talstation Kabinenbahn),

06502 Thale, Tel.: 03947/2500,

www.seilbahnen-thale.de Restaurant

Café Berghotel Hexentanzplatz,

Hexentanzplatz 1, 06502 Thale, Tel.:

03947/4730, www.berghotelhexentanzplatz.de

Hotel zur

Luppbode, Ortsstr. 26, 06502 Thale-

Treseburg, Tel.: 039456/56751, www.

luppbode.eu Bergcafé Mendorf,

Ortsstr. 27, 06502 Thale-Treseburg,

Tel.: 039456/ 275, Mo. geschlossen

Restaurant Fischerstube im Hotel

Forelle****, Ortsstr. 28, 06502

Thale-Treseburg, Tel.: 039456/5640,

www.hotel-forelle.de Zur Jägerstube

Wanderers Rast, Ortsstr. 25b, 06502

Thale-Treseburg, Tel.: 039456/370

Gasthaus Königsruhe, Hirschgrund

1, 06502 Thale, Tel.: 03947/2726,

www.koenigsruhe.de Gaststätte

& Pension Kleiner Waldkater,

Kleiner Waldkater 1, 06502 Thale, Tel.:

03947/2826, www.kleiner-waldkater.de

Im Teufelstempo: Mit 40 Sachen

rast der Harzbob vom Hexentanzplatz

über 1.000 Meter hinab ins

Steinbachtal. Rodelbahn Harzbob

Hexentanzplatz, Hexentanzplatz,

06502 Thale, Tel.: 03947/2500,

www.seilbahnen-thale.de

Tiere beobachten: Greifvögel,

Eulen und die „Big Five des Harzes“:

Auerhahn, Luchs, Rothirsch, Waschbär

und Wildkatze. Tierpark Hexentanzplatz

Thale, Hexentanzplatz 4,

06502 Thale, Tel.: 03947/2880,

www.tierpark-thale.de

Hexen treffen: Mit Abraxa,

Watelinde und Griseldis ein wenig

an der Hexenküche schnuppern und

Kultstätten im Bodetal entdecken:

Von Mai bis Oktober finden samstags

um 11 Uhr öffentliche Hexenführungen

statt, ab zwölf Personen sind

Gruppenführungen buchbar, Infos:

Bodetal-Information Thale (s. u.).

Walpurgis feiern: In vielen

Harzorten geht es am 30. April ab

18 Uhr teuflisch zu: Hexenumzüge,

Livemusik, Theateraufführungen und

Feuerwerk, www.walpurgis.de

Informieren:

Bodetal-Information Thale,

Bahnhofstr. 1, 06502 Thale, Tel.:

03947/7768000, www.bodetal.de

62

Spezial | 2015


Nationalpark Hainich

Nationalpark

Hainich

Zwischen Eisenach und Bad

Langensalza liegt mit dem Hainich

eines der ältesten Buchenwaldgebiete

Deutschlands – darum zählt

der Nationalpark zum hierzulande

jüngsten Unesco-Weltnaturerbe

„Alte Buchenwälder Deutschlands“.

Im Mai überziehen weiße Blütenteppiche

von appetitlich duftendem

Bärlauch den Waldboden.

Typ: Rundwanderung

Länge: ca. 10 Kilometer

Dauer: ca. 3 Stunden

Markierung: Wildsau

Schwierigkeitsgrad: leicht

Steigung/Gefälle: je ca. 180 Meter

Höchster Punkt: 428 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start/Ziel: Parkplatz Fuchsfarm,

2 km südwestlich von

99947 Mülverstedt

Wegequalität: gut begehbare

Pfade und Wege

Nationalpark und Weltnaturerbe in Thüringen

Auf dem Saugrabenweg

Der ursprüngliche, artenreiche Buchenwald mit seinen riesigen Bäumen und Teppichen aus

Frühblühern bildet einen Gegenpol zu den weiten Blicken ins steppenartige Thüringer Becken.

Am Ende des Parkplatzes Fuchsfarm

beginnt vor der Brücke links ein

Pfad, der sich durch allmählich zuwuchernde

Streuobstwiesen schlängelt,

bis er auf den asphaltierten

alten Handelsweg Mülverstedter

Chaussee stößt. Dort geht es links,

vorbei an der Fuchsfarm 1 sowie

den Stationen „Wildkatzenhöhle“

und „Baumwurzel“ des barrierefreien

Erlebnispfades Brunstal. An der

Gabelung mit Toilettenhäuschen

zweigt der Saugrabenweg auf den

linken Ast ab, an der nächsten

Gabelung mit überdachtem Picknickplatz

folgt er geradeaus dem

rechten. Er passiert „Urwaldpuzzle“

und „Fühlstämme“, knickt bei der

Station „Kräfte messen“ links über

die Brücke ab und dahinter rechts

auf einen Pfad Richtung Brunstal 2

(hier verlässt der Saugrabenweg den

seitlich mit Holzplanken begrenzten

Erlebnispfad). Nach einer Brücke

stößt der Pfad auf einen Querweg,

an dem der Saugrabenweg links

weiterführt (rechts versperrt ein

Baum den zuwachsenden alten

Forstweg). Auf ein Stück steil bergab

folgt ein Jungwuchs-Korridor, dann

ein Bereich mit uralten, massigen

Buchen. Stufen leiten durch einen

frischen Erlengrund. Über ein

paar Treppen den Hang hinunter,

unten rechts und wieder rechts

erreicht der Saugrabenweg erneut

die Mülverstädter Chaussee, kreuzt

diese und setzt sich auf dem Pfad

durch Pionierwald fort. Am Ende

stößt er auf breiten Schotterweg, der

nach rechts, mit weiten Blicken ins

Thüringer Becken, am Saugraben 3

entlang verläuft. Vorbei an einem

Aussichtsturm geht es angenehm

bergab und beim Wegweiser am

überdachten Picknickplatz links

auf einen Graspfad. Der Weg macht

einen Schlenker durch urigen

Gebüschwald, führt dann wieder

am Waldrand entlang hinunter bis

zu einer Toilette mit Herzchen und

dem ein Stück nach rechts liegenden

Parkplatz Am Zollgarten 4 .

Vom anderen Ende des Parkplatzes

links bringt ein Pfad die Besucher

zum Spielplatz Wildkatzenkinderwald

5 und zur Umweltbildungsstation.

Dort weist nach Überqueren

des breiten Weges die Wildsau auf

den schmalen Weg. Am nächsten

Abzweig biegt der Saugrabenweg

nach links (Wegweiser Hünenteich)

und läuft über Bohlen in den schattigen

Wald an einigen Stationen des

Germanischen Kultpfads 6 vorüber

bis zum Hünenteich 7 . Vor der Holzbrücke

rechts führt der Weg zurück

zur Mülverstedter Chaussee, wo

es entweder links oder geradeaus,

durch die ehemaligen Streuobstwiesen,

zurück zum Parkplatz

Fuchsfarm geht.

Erlebnispfad

Brunstal

Holzplanken am Boden säumen zu

beiden Seiten den Weg. Sie helfen

sehbehinderten und blinden Menschen,

sich auf dem 3,5 Kilometer

langen Rundweg zu orientieren.

Auch Rollstuhlfahrer können auf

dem barrierefreien Erlebnispfad mit

neun Stationen die Natur genießen.

Ob an der Wildkatzenhöhle, den

Fühlstämmen, beim Kräftemessen

oder dem Urwaldpuzzle – an den

Erlebnispunkten, die auch in

Brailleschrift informieren, sind unterschiedliche

Sinne gefordert. Der

Pfad startet ebenfalls am Parkplatz

Fuchsfarm und führt ins Brunstal

hinein, wo im Frühjahr Märzenbecher

und Bärlauchduft betören.

Spezial | 2015

63


Der Osten

Nationalpark Hainich

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: Vom Bahnhof Bad Langensalza Bus 733 nach Mülverstedt

(www.bahn.de, www.hainichland.de). Der Hainich-Express steuert an Wochenenden,

an Feiertagen und nach Vereinbarung Wanderziele wie den Wanderparkplatz

Fuchsfarm an, Infos: Tel.: 036022/96231.

Mit dem Pkw: Aus Westen: die A 4 Bad Hersfeld–Erfurt bis AS 40a Eisenach-Ost,

auf B 84 Richtung Bad Langensalza, in Reichenbach bei abknickender Vorfahrt

geradeaus auf K 515 und am Baumkronenpfad vorbei, am Ende links auf

L 1042 durch Weberstedt nach Mülverstedt, dort im Zentrum links zum

Parkplatz Fuchsfarm. Aus Osten: A 4 Bad Hersfeld–Erfurt bis Kreuz Erfurt, A 71

Richtung Sömmerda bis AS 10 Erfurt-Gispersleben, Richtung Bad Langensalza,

B 247 Richtung Mühlhausen, ab Schönstedt über L 2103 nach Mülverstedt.

Orientieren: Freizeit in Thüringen Nr. 2: Nationalpark Hainich plus Baumkronenpfad,

1:30.000, Artifex Kartenverlag, ISBN 978-3-932071-05-8, 3,95 Euro.

Tourhöhepunkte Saugrabenweg

Vom Wald aufs freie Feld

Fuchsfarm: 1964 kam mit dem

1

militärischen Sperrbezirk das

Ende der einstigen Fuchsfarm. Jetzt

nutzen die Nationalpark-Ranger das

Gebäude, um für die Wegepflege

Material vorzubereiten.

Brunstal: Besonders schöne

2

und alte Bäume stehen an

den Hängen des Brunstals, das zu

den Flächen des Weltnaturerbes

zählt. Im Frühjahr beeindrucken

am Waldboden Blütenteppiche aus

Etappenprofil

1

Märzenbecher, auf die Buschwindröschen

und Leberblümchen folgen,

bis im Mai der Bärlauch kommt.

Saugraben: Steppenartig offen

3

liegt die ehemalige Schießbahn

aus Militärzeiten da und

bietet weite Blicke ins Thüringer

Becken. Ganz schön hell nach dem

ganzen Wald!

Am Zollgarten: „Fernrohre“

4

aus fantasievoll angemalten

Holzskulpturen mit Guckloch bie-

2 3 4 5 6 7

ten schon einen Vorgeschmack auf

den nur wenige Minuten entfernten

Abenteuerspielplatz „Wildkatzenkinderwald“.

Alternative Einstiegsmöglichkeit

für den Saugrabenweg.

Wildkatzenkinderwald: Neun

5

kunstvolle Spielunikate wie

Kletterlabyrinth, Vogelnestschaukel

und Kriechtunnelsystem verbinden

Kunst mit Natur und Mensch. Die

Großen entspannen auf Sitzgruppen,

während die Kleinen toben.

Germanischer Kultpfad: Acht

6

Kulteinrichtungen aus der

germanischen Lebenswelt gibt es

auf diesem 2,5 Kilometer langen

Pfad zu entdecken. Also nicht

erschrecken, wenn Gottheiten in

Keulen- und Schwertform, Tierschädel

oder Kultstangen plötzlich

im Wald auftauchen. Diese sind

Nachbildungen der Funde im

„Opfermoor Oberdorla“, einer

bedeutenden Fundstätte, die in der

Nähe liegt.

Hünenteich: An der romantischen

Waldlichtung hört

7

man Frösche quaken und sieht

Libellen übers Wasser schwirren.

Von Mai bis Juni zieren gelbe

Schwertlilien den Teich, der in

einem ehemaligen Erdfall künstlich

angestaut wurde.

Adressen rund um

den Hainich

Einkehren: Am Saugrabenweg:

Brotzeit Fuchsfarm (nur Mi-So),

Triftchaussee, 99947 Mülverstedt,

Tel.: 0163/8456480, www.fuchsfarmbrotzeit.de,

Nov.-Ostern geschlossen.

In der Nähe: Schill’s Schenke,

Schenkengasse 1, 99947 Weberstedt,

Tel.: 036022/96838, www.schillsschenke.de,

Mo + Di geschlossen.

Am Baumkronenpfad: Forsthaus

Thiemsburg, Gastronomie und

Herberge, 99947 Schönstedt-

Alterstedt, Tel.: 03603/89569-0,

www.forsthaus-thiemsburg.de

Rangertipp: Landhotel und Gasthaus

Zum Braunen Hirsch, Straße

der Einheit 12, 99986 Kammerforst,

Tel.: 036028/30114, www.hainich-hotel.de

Übernachten: Hotel & Restaurant

Zum Herrenhaus, Schlossstr. 10,

99820 Hörselberg-Hainich OT

Hütscheroda, Tel.: 036254/7200,

www.hotel-zumherrenhaus.de

Rennstieg-Hotel Rettelbusch und

Waldgasthof Hainich Haus, Eichsfelder

Str. 6, 99986 Kammerforst, Tel.:

036028/30101, www.hotel-rettelbusch.de

Hotel & Gaststätte Ammerscher

Bahnhof, Ammerstr. 83–85, 99974

Mühlhausen, Tel.: 03601/873132,

www.ammerscherbahnhof.de

Landferienhaus Pension Erika,

Im Flarchen 81, 99974 Mühlhausen-

Görmar, Tel.: 03601/441974, www.

pension-erika-muehlhausen.de

Komfortferienwohnungen

Residenz am Kurpark, Grabenweg 5,

99947 Bad Langensalza,

Tel.: 03603/810051,

www.residenz-am-kurpark.de

Nationalpark-Infozentren:

Nationalparkzentrum Thiemsburg

und Baumkronenpfad, Tel.:

03603/892464, 99947 Schönstedt-

Alterstedt (fürs Navi: zwischen den

Orten Craula und Zimmern), www.

nationalpark-hainich.de Kammerforst

– im Obergut, Straße der Einheit,

99986 Kammerforst, Tel.: 03602/

836893, Im Schlosshotel Behringen,

Hauptstr. 97, 99947 Behringen, Lauter

bach – in der Jugendherberge

Harsberg, Tel.: 0369/24475375

Wildkatzen auf der Spur: Seit April

2011 hat das Wildkatzendorf Hütscheroda

seine Pforten geöffnet. Eine Ausstellung

rund um das Nationalpark-Wappentier,

Schaugehege und Wanderweg mit

Aussichtsturm: Wildtierland Hainich

GmbH, Schlosstr. 4, 99820 Hörselberg-

Hainich, OT Hütscheroda, Tel.:

036254/865180, www.wildkatzendorf.de

Geführte Wanderungen: Fach- und

Erlebnisführungen, Exkursionen und

Vorträge: NaturKommunikation,

Claudia Wilhelm, Steingraben 5,

99830 Falken, Tel.: 036923/80969,

0171/3320746, www.naturkom.de

Informieren: Hainichland,

Tourismusverband der Thüringer

Nationalparkregion e. V., Am

Schloss 2, 99947 Weberstedt, Tel.:

036022/980836, www.hainichland.de

Tourist Information Thüringen,

Postfach 900407, 99107 Erfurt,

Tel.: 0361/37420, www.thueringentourismus.de

64

Spezial | 2015


Uckermark

Naturpark Uckermärkische

Seen

Wasser prägt die sanft hügelige

Eiszeitlandschaft im Nordosten

Brandenburgs. Etwa 50 bis 100

Kilometer nördlich von Berlin schützt

der Naturpark Ucker märkische Seen

die Heimat des Fischadlers. Zwischen

Prenzlau und Templin taucht der

Rundweg „Kleiner Boitzenburger“

in die wundervoll verträumte Welt

aus Wasser und Wald ein.

Typ: Rundwanderung

Länge: ca. 11 Kilometer

Dauer: ca. 3 Stunden

Markierung: grüner Diagonalbalken

und gelber Punkt

Schwierigkeitsgrad: leicht

Steigung/Gefälle: je ca. 110 Meter

Höchster Punkt: 95 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start/Ziel: Parkplatz Klostermühle,

Mühlenweg, 17268 Boitzenburg

Wegequalität: gut begehbare

Waldwege

Vom Tiergarten zum Schumellensee

Kleiner Boitzenburger

Auf dem Rundkurs „Kleiner Boitzenburger“ nehmen im Naturschutzgebiet Tiergarten mächtige

Hudeeichen mit ausladenden Ästen den Blick gefangen. Durch den Carolinenhain geht es zum

Schumellensee, der zu einem erfrischenden Bad in freier Natur einlädt.

Der Kleine Boitzenburger verlässt

den Weg vom Parkplatz Richtung

Klostermühle 1 am Wegweiser

„Tiergarten“ sofort nach links und

folgt dem grünen Schrägbalken

des Großen Rundwegs Tiergarten

2 . Immer geradeaus passiert

er den Rodelhang Weinberg zur

Linken, die Hexenkiefer und die

Raststelle Jägerplatz. Ein Stück

weiter geradeaus führt ein kurzer

Abstecher nach links zum Verlobungsstein

3 . Entlang des Hangs,

der bis 30 Meter zum Nordufer

des aufgestauten Rinnsals Strom

abfällt, setzt sich der Weg fort. An

einer Wegmündung biegt der Tiergartenrundweg

nach ganz rechts,

quert über Hirschbrücke 4 und

einen baumgesäumten Damm das

Stromtal mit den Stauseen. Dann

führt er am Rastplatz Karpfenteich,

mehreren Abzweigen und wunderschönen

Eichen vorbei, bevor er

an einem Picknickplatz mit Blick

aufs offene Feld den Tiergarten

verlässt. Die Lindenallee leitet zur

L 24/Wichmannsdorfer Straße. Auf

der anderen Seite setzt sich der

Kleine Boitzenburger rechts neben

der Produktionsstätte des Boitzenburger

Früchtezaubers fort zur L

217/Herzfelder Str. und folgt dem

Pfad etwas links versetzt gegenüber

hinauf zum Löwentempel 5 , wo

er auf den mit einem gelben Punkt

markierten Rundweg Schumellensee

trifft. Nach links überschatten

stattliche Kastanien und Buchen

den Weg zum Apollotempel mit

herrschaftlichem Blick auf das

Boitzenburger Schloss 6 . Der gelbe

Punkt leitet nach links weiter

durch den Carolinenhain, schwenkt

hinter der Dachsgraben-Brücke

rechts und erreicht an einigen

Abzweigen vorbei „Dietlofs Lust“

oberhalb des Krienkowsees 7 .

Von hier sind es nur wenige

Meter bergab zur Badestelle am

Schumellensee 8 . Der Weg setzt

sich zunächst am Ufer fort, steigt

an, schlägt einen Rechtsbogen und

folgt am nächsten Wegweiser dem

Unterwegs auf dem

„großen Bruder“

Der „große Bruder“ des Kleinen

Boitzenburgers ist die mit einem

gelben Kreuz markierte Rundtour

„Großer Boitzenburger“. Sie führt

vom Naturschutzgebiet Tiergarten

durch die hügelige Moränenlandschaft

der Zerweliner Heide nach

Naugarten und über Berkholz

zurück und misst knapp 20 Kilometer.

Auf einer alten Lindenallee

geht es nach Zerwelin und vom

Ufer des Naugartener Sees führt

der Wanderweg durch den Garten

des Landgasthofs Kokurin (www.

hof-kokurin.de) – ein herrliches

Fleckchen zum Übernachten

in uckermärkischer Abgeschiedenheit.

Weitere Infos: www.

tourismus-uckermark.de/boitzenburger.html

Spezial | 2015

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Der Osten

Uckermark

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: RegionalBahn RB12 stündlich vom U-Bhf. Berlin-Lichtenberg

nach Templin. Vom Berliner Hauptbahnhof mit RE/IC/S-Bahn-

Verbindungen Richtung Stralsund nach Prenzlau (RB 22), VBB-InfoCenter

Tel.: 030/25414141, www.vbbonline.de, www.bahn.de.

Bus 503 Templin-Prenzlau über Boitzenburg, Mo–Fr 7–18 Uhr, Sa/So zusätzlich

Anrufsammeltaxi, Tel.: 03987/700752, www.uvg-online.com

Mit dem Pkw: A 11 Berlin–Stettin bis AS 8/Pfingstberg, weiter auf der L 24

über Gerswalde und Haßleben nach Boitzenburg, kurz vor dem Ortsausgang

rechts auf die Mühlenstraße bis zum Parkplatz.

Orientieren: Rad-, Wander- und Freizeitkarte Uckermark, 1:75.000, Top-

Stern Karte, Pietruska Verlag & Geo-Datenbanken GmbH, ISBN 978-3-

934895-67-6, 4,90 Euro. Naturpark Uckermärkische Seen Ost, 1:50.000,

Landesvermessung Brandenburg, ISBN 978-3-7490-4161-9, 5 Euro.

Hinweis Fasanengarten nach links.

Hinter der Fasanenbrücke 9 knickt

er nach rechts, eröffnet dann nach

links weite Blicke auf die Feldmark

und hält sich an der Gabelung mit

einem Asphaltweg rechts. Dann

läuft er am Küchenteich vorbei

und mündet bei einem Parkplatz

auf Am Schmiedeberg. Dort

rechts, sofort wieder rechts auf

die Templiner Straße, an Marstall

und Schloss vorbei geht es durch

die Linkskurve, ein wenig bergauf,

dann bei der Alten Gärtnerei

links ab und am Ende rechts bis

zum Wassersteig. Unmittelbar vor

der etwas weiter links liegenden

Brücke lenkt der Poetensteig rechts

zurück zum Mühlenteich bei der

Klostermühle 1 .

Tourhöhepunkte

Kloster, Schloss und Tempel

Klostermühle und Ruine: Die

1

roten Backsteinmauern des

1269 erbauten Zisterzienserinnen-

Klosters dienen im Sommer dem

„Theater zur Klosterruine Boitzenburg“

als Kulisse.

NSG Tiergarten: Jahrhundertelang

weideten Bauern ihr

2

Vieh in dem Hutewald. Ohne Unterholz

konnten einzelne Bäume

ihre Kronen gewaltig entfalten.

Verlobungsstein: Den 50-Tonnen-Findling

ließen die von

3

Arnims zu einer Verlobung freilegen.

Viele folgten dem Beispiel,

gaben sich hier ihr Versprechen.

Hirschbrücke: Ein Staudamm

4

überquert den „Strom“. Die

eiszeitliche Schmelzwasserrinne

entwässert im Naturschutzgebiet

zur Ostsee und westlich des

Schumellensees in die Nordsee.

Löwentempel: So nennt der

5

Volksmund die Erbbegräbnisstätte

der Familie von Arnim.

Sandsteinlöwen wachen vor der

halbrunden Anlage.

Apollotempel und Boitzenburger

Schloss: Von der säu-

6

lengetragenen Rotunde fällt der

Blick hinunter auf das strahlend

weiße Märchenschloss.

Krienkowsee: Der überdachte

Rastplatz mit Namen

7

„Dietlofs Lust“ lädt mit einem

herrlichen Blick auf den tief

unten gelegenen Krienkowsee zu

Pause und Picknick ein.

Schumellensee: Ein Naturbadeplatz

lockt mit Stegen

8

und Sprungbrett ins klare Wasser

des Schumellensees – wenigstens

für ein Fußbad!

Baumhochzeit an der Fasanenbrücke:

Ein ungleiches

9

Paar findet sich hinter der Fasanenbrücke

links: Buche und Eiche

umarmen sich innig.

Etappenprofil

1

2 3 4 5 6 7 8

9

Lohnenswertes

am Wegesrand

Schlemmen und schlummern:

Am Wegesrand: Wirtshaus Zur

Klostermühle, Mühlenweg 5, 17268

Boitzenburger Land, Mo Ruhetag, Tel.:

039889/86960, www.zurklostermuehle.de

Restaurant & Hotel

Schloss Boitzenburg, Templiner

Straße 13, 17268 Boitzenburger Land,

Tel.: 039889/50930, www.schlossboitzenburg.de

Marstall Boitzenburg:

Kaffeerösterei, Schokoladenmanufaktur,

Templiner Straße

5, 17268 Boitzenburger Land, Tel.:

039889/509094, www.marstallboitzenburg.de

In der Umgebung: Hof Kokurin:

Restaurant, Zimmer, Badestrand,

Bootssteg und Grillplatz, Mo.

Ruhetag, Dorfstraße 32, Naugarten;

17291 Nordwestuckermark, Tel.:

039852/47630, www.hof-kokurin.de

Café Eigen-Art: FeWos, Café und

Patchwork, Dorfstr. 10, 17268 Boitzenburger

Land OT Wichmannsdorf, Tel.:

039889/307, www.cafe-eigenart.de,

nur Fr, Sa, So und feiertags oder

nach Absprache. Haus Lichtenhain:

FeWos und Apfeldelikatessen von

Daisy Gräfin von Arnim, Lichtenhain

25, 17268 Boitzenburger Land, OT

Lichtenhain, Tel.: 039889/8250, www.

haus-lichtenhain.de, www.schlafenwie-die-grafen.de,

Jan/Feb/März sowie

So geschlossen.

Natur entdecken: Thomas

Volpers, Rund UM Natur – Natur-

Expeditionen in der Uckermark,

Tel.: 03985/3287, 0162/1772386,

www.um-natur.de

Geführt wandern: Natur- und

Kulturerlebnistouren rund um

Boitzenburg und in der Uckermark,

Arno Schimmelpfennig, Tel.:

0176/20697908, 039889/704001

www.uckermarksafari.de

Unterwegs in der Uckermark:

Uckermarkshuttle: an Wochenenden

und feiertags Rundkurs über Templin,

Prenzlau, Schwedt und Angermünde,

mit anknüpfenden Wanderungen.

Wochenendkarte 18,90 Euro,

www.vbb-online.de

Informieren: tmu Tourismus

Marketing Uckermark GmbH,

Stettiner Str. 19. 6, 17291 Prenzlau,

Tel.: 03984/835883, www.tourismusuckermark.de

Besucherzentrum

Naturpark Uckermärkische Seen,

Zehdenicker Straße 1, 17279 Lychen,

Tel.: 039888/64530, www.

tourismus-uckermark.de

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Spezial | 2015


SICHERHEIT, DIE PASST

SERIE E OnTop

ABS ® LAWINENAIRBAG SYSTEM

DEUTER ALPINE BACK SYSTEM

Andreas Dick

www.deuter.com

Offizieller Ausrüster des Verbands der Deutschen Berg- und Skiführer


Der Süden

Frankenwald

Fränkisches Weinland

Nürnberger Land

Fränkisches Seenland

Erding

Feldbergsteig

Südschwarzwald

Kreuth/Wildbad Kreuth

Starnberger See

Tegernsee-Region

© AVTG/istockphoto.com

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Spezial | 2015


Der Süden

Spezial | 2015

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Der Süden

Zwischen Genuss

und Gipfeln

Wer hoch hinaus will, den zieht‘s in den Süden. Klar, denn nur hier gibt es die Gipfel und die

Aussichten, die es bis auf die Postkarten schaffen. Dazu saftige Almen und Wiesen, die klare

Luft, saubere Seen, Bäche und Brotzeit! Doch auch der Schwarzwald und Franken haben einiges

zu bieten für Wanderer, und das sowohl hinsichtlich Natur- als auch kulinarischem Genuss!

Und vom Feldberg aus ist – bei gutem Wetter – sogar der Alpenblick inklusive …

Zugegeben: Für viele ist und bleibt der Gipfel das Non-plus-

Ultra einer Wanderung. Und davon hat der Süden einige zu

bieten. Doch vielleicht muss es nicht gleich die Zugspitze

– mit 2.962 Metern über Normalhöhennull der höchste Berggipfel

Deutschlands – sein?

Der Feldbergsteig im Schwarzwald zum Beispiel führt über

und um Deutschlands höchsten Mittelgebirgsgipfel und bietet Abwechslung

vom ersten bis zum letzten Schritt: Aussichten bis in

die Alpen, Weidfelder, Blaubeeren, wilde Steilstücke,

der verträumte Feldsee und: Auerhühner! Wer findet

Anton Auerhahn? Etwa 2.400 Kinderschritte

lang führt der Wichtelpfad durch den Auerhahnwald.

Entlang der 1,8 Kilometer hilft Velt, der

Feldberg-Wichtel, dem Postboten Ferdinand,

Anton Auerhahn zu finden. An zwölf

Stationen mit Wichtelhäusern,

Kletterbäumen, Riesenhörrohr,

Hochsitz und Fuchsbau suchen sie,

bis sie ihn im Wichteldorf finden.

Vor allem Kinder zwischen fünf und

zehn Jahren können ihnen dabei helfen

und herausfinden, was in dem Brief für

Anton geschrieben steht.

Zwischen Starnberger See und Edersee finden Sie dann

aber echtes Alpenflair. Wo die junge Sisi einst ausritt und sich

später mit dem bayerischen Märchenkönig Ludwig II. traf – der

Starnberger See ist reich an Geschichte. Hier heißt es wandern,

baden, Boot fahren – und Blicke bis zu den Alpen genießen.

Knorrige Eichen-Buchenwälder krallen sich an die Hänge des

Hagensteins, der „Loreley des Edertals“. Die Altbuchenbestände,

naturnahen Blockwälder und Bachschluchten auf dem Weg zum

Ringelsberg zählen zum Tafelsilber des zum Welterbe gekürten

Nationalparks Kellersee.

Tegernsee, Schliersee, Spitzingsee – wahre Naturschönheiten

bestaunt man in der Alpenregion Tegernsee Schliersee vornehmlich

aus der Vogelperspektive. Die gute Nachricht für alle Städter:

Schon 600 Höhenmeter reichen zum 360-Grad-Panoramablick

aus. Und ist das Dörfchen Kreuth schon ein Urlaubsidyll, dann

übertrifft das Kreuther Wildbad

diese Erwartungen noch um

einiges. Durch winterlichen

Nadelwald und an klaren

Bergflüssen vorbei folgt der

Weg herrschaftlichen Spuren.

Steter Begleiter im Süden

Deutschlands: Eine deftige

Brotzeit und natürlich ein kühles

Bier. Kaum jemand versteht

es so gut, Natur- mit kulinarischem

Genuss zu verbinden wie die Bayern.

Oder doch? Schauen Sie mal nach Franken!

Wer noch nicht im Fränkischen Weinland unterwegs war, weiß

nicht, wie gut es die Franken haben, die zwar politisch zu Bayern

gehören, aber eben einfach keine sind! Und auch hier hat es die

Natur in sich: Steige und Pfade alpinen Charakters balancieren

zum Beispiel an den Felshängen des Höllentals entlang. Die

Schlucht soll sich aufgetan haben, als der Teufel wütend mit seinem

Pferdefuß aufstampfte. Wenn das nicht mal Inspiration liefert

für einen Kurztripp ins Frankenland!

© Natbasil/istockphoto.com

70

Spezial | 2015


Frankenwald

Abenteuer

Höllental

Der Vorhof zur Hölle befindet

sich in der Grenzregion zwischen

Bayern und Thüringen und

erfrischt mit angenehmer Kühle

an den Ufern der Selbitz.


Typ: Rundwanderung

Länge: 13 Kilometer

Dauer: 4 Stunden

Steigung/Gefälle: jeweils ca. 350 m

Schwierigkeitsgrad: mittel bis

anspruchsvoll

Höchster Punkt: 623 m

Markierung: Frankenweg (4,5 km),

US 11 (3,5 km), Frankenweg

(1 km), US 14 (2,5 km), US 34

(1 km), Rennsteig (0,5 km)

Beste Wanderzeit:

April bis Ende Oktober

Start und Ziel: Wanderparkplatz

Selbitzbrücke Untereichenstein

(bei Blankenstein)

Wegequalität: abwechslungsreich,

viele Pfade, teilweise alpin

Auf Mephistos Spuren

Durch Himmel & Hölle

Steige und Pfade alpinen Charakters balancieren an den Felshängen des Höllentals entlang.

Die Schlucht soll sich aufgetan haben, als der Teufel wütend mit seinem Pferdefuß aufstampfte.

Tafeln am Felsenpfad erklären, wie eine unterirdische Gewalt das Gestein Diabas formte.

Vom Parkplatz an der Selbitzbrücke

in Untereichenstein (1)

führt der Frankenweg auf einem

Asphaltweg aufwärts. Vor dem

gelben Haus knickt er links

auf einen Graspfad, steigt am

Waldrand empor und mündet in

einen Forstweg. Nach rechts kurvt

er zum Abzweig beim Wiedeturm

(2), wo er der rechten Gabel folgt.

Links öffnet sich ein weiter Blick,

und hinter ein paar Häusern biegt

der Frankenweg rechts auf einen

Schotterweg Richtung König

David. An der nächsten Kreuzung

geht es vor der Schutzhütte rechts

am Gasthaus Hirschsprung vorüber,

vor dem Wanderparkplatz

am Haselhügel links auf den Waldweg,

der auf den Kanzelweg trifft.

Der Frankenweg wendet sich nach

rechts, steigt auf dem nächsten

links abzweigenden Pfad an, fällt

wieder etwas ab und erreicht die

Aussichtsplattform König David

(3). Am anderen Ende verläuft

der Pfad weiter abwärts bis zu

einer Hangkante mit Bank und

Aussicht, wo links ein Abstecher

steil hinunter zum Hirschsprung

(4) führt (ca. 400 Meter, Trittsicherheit

erforderlich!). Der rechte

Pfad schlängelt sich zum Uferweg

an der Selbitz hinunter. Nach

links leitet der Röhrensteig (US 11)

Richtung Hölle. Beim Jungfernsteg

gesellt sich das Tropfensymbol

vom Wassererlebnispfad hinzu

und weist an der nächsten Gabelung

halblinks nach oben, wo

sich der Weg über die Röhren der

Wasserleitung (5) recht eben auf

halber Höhe am felsigen Hang entlangschlängelt.

Am Ende geht es

auf dem Pfad links der Schotterzufahrt

zu einem Parkplatz und bis

zur Humboldtstraße in Hölle (6),

die rechts die Selbitz überquert.

Hinter der Brücke führt der erste

Rechtsabzweig mit dem Frankenweg

– diesmal in umgekehrter

Richtung – auf Schotter zurück

ins Höllental. Hinter dem Abzweig

nach Bad Steben und kurz vor

einem Picknickplatz mit Schutzhütte

am Selbitzufer steigt links

der Felsenpfad US 14 auf, windet

sich mit dem geologischen Erlebnispfad

über Leitertreppen an den

Varietäten des Vulkangesteins (7)

vorbei, kreuzt einen Grasweg (Erlebnispfad

knickt links ab), nimmt

noch ein paar Stufen, mündet in

einen breiteren Grasweg und folgt

diesem nach rechts. Bei einem

Wegweiser verlässt der Felsenpfad

Himmlische Wohltat

Wer sich mit müden Wanderfüßen

dahinschleppt, fühlt sich nach

einem Besuch in der Therme

Bad Steben wie neugeboren und

schwebt förmlich nach Hause. Bei

der einzigartigen Quellenkombination

wirken Radon, Kohlensäure

und Naturmoor als natürliche

Heilkräfte: entzündungshemmend,

gefäßerweiternd, durchblutungsfördernd

und schmerzstillend.

Ein Außenströmungskanal mit

Duftgrotte verbindet Klangduschen

und Resonanzturm im

Pavillon des Hörens mit Schiefer-

Dampfgrotte und Wasserfall-

Duschen im Pavillon des Fühlens.

Gipfel der Entspannung ist der

Wellness-Dome: Maulaffenbecken,

Sand-Loggia und Sole-Lagune entspannen

nicht nur die Muskeln,

sie lindern auch Hautreizungen

und befreien die Atemwege.

www.therme-bad-steben.de

Spezial | 2015

71


Der Süden

Frankenwald

Das Wahr zeichen

über dem Höllental

erinnert an den

mutigen Hirsch, der

sich angeblich bei

einer Jagd durch

einen Sprung in die

Tiefe rettete.

Anreisen und orientieren

Anreisen mit dem Pkw: über A9, bei Abfahrt 31 (Berg/Bad Steben) links

auf die St 2692, in Berg rechts in die Inastraße, zweite Straße rechts auf

die St 2198 (Hirschberger Str.), nach 1,7 km bei HO8 (Von-Schönfeld-Straße)

links halten. Nach ca. 7,2 Kilometern liegt auf der linken Seite der Wanderparkplatz

Unter eichenstein.

Mit Bus und Bahn: aus Richtung Bayern auf der Strecke Hof–Bad Steben

bis zum Bahnhof Höllenthal (ca. 400 Meter bis zum Weg); aus Richtung

Thüringen kommend von Saalfeld bis zum Bahnhof Blankenstein; vom

1. Mai bis 3. Oktober samstags und sonntags RBO Tälerlinie, Radlerbus

oder Regionalbus 6349 Höllentallinie. Fahrpläne und weitere Infos unter

www.frankenwaldmobil.de

Orientieren: Bad Steben, Wanderkarte 1:35.000, Fritsch-Landkartenverlag,

ISBN 9783861161035, 2010, 4,85 Euro.

US 14 den Weg schräg nach rechts

hinunter zu einem hangparallelen

Weg, der beim Abzweig zum

Besucherbergwerk (150 Meter)

Friedrich-Wilhem-Stollen (8) die

Straße erreicht. Der US 34 führt

zum Naturpark-Infozentrum im

ehemaligen Bahnhof Lichtenberg,

am Gasthof Blechschmidtenhammer

vorbei, auf dem Fußweg über

die Muschwitz und via Kolonnenweg

bis zur Straße, wo er links

über die Bayerische Straße zum

Rennsteig in Blankenstein gelangt.

Dieser lässt das Denkmal „Der steinerne

Rennsteig wanderer“ hinter

sich, quert bei den Schranken

die Gleise, läuft am Terrassencafé

Wanderstützpunkt vorbei

hinunter zur Selbitz und nach

rechts zurück zur Brücke beim

Parkplatz (1).

Tourenhöhepunkte

Vom König David hinunter zur Selbitz

Drehkreuz des Wanderns:

1

In Untereichenstein und

Blankenstein treffen an der Selbitz

mit Rennsteig, Frankenweg,

Fränkischem Gebirgsweg und

Blauem Kammweg renommierte

Fernwanderwege aus verschiedenen

europäischen Mittelgebirgen

zusammen.

Wiedeturm: „Zur Bewunderung

der Werksanlagen und

2

des Umlandes“ ließ Anton Wiede

1903 zum 20. Geburtstag seiner

Papierfabrik Rosenthal auf dem

Wolfstein einen Turm errichten.

Wer die 75 Stufen erklimmt,

schaut über Höllen-, Muschwitzund

Saaletal sowie zur Burgruine

Lichtenberg.

König David: An einem

3

Steilhang 170 Meter über der

Talsohle gibt der Aussichtspunkt

den Blick über das Höllental bis

zum höchsten Frankenwälder,

dem Döbraberg (794 Meter), frei.

Hirschsprung: Unterhalb

4

des König David setzt das

holzgeschnitzte Wahrzeichen des

Höllentals auf einem Diabas-

Felsturm zum Sprung an.

Röhrensteig: Am Ausgleichsbehälter

des Kraftwerks

5

endet die unterhalb des Röhrensteigs

verlegte, knapp zwei Kilometer

lange Rohrleitung. Seit über

100 Jahren schlängelt sie sich am

steilen, felsigen Höllentalhang

entlang.

Hölle: Ein Abstecher nach

6

links erfrischt höllisch: Auf

Knopfdruck pumpt ein Brunnen

kohlensäurehaltiges Mineralwasser

aus einer Heilquelle nach oben.

Felsenpfad: Betonähnlich,

7

kissenförmig, säulenartig –

so formenreich kommt der Diabas-

Fels im Höllental daher. Tafeln am

geologischen Erlebnispfad erklären,

wie die Varietäten aus Lava

und Magma entstanden sind.

Friedrich-Wilhelm-Stollen:

8

Ab 1793 ließ der Naturforscher

Alexander von Humboldt

den 975 Meter langen Entwässerungsstollen

zum Erzbergbau

vorantreiben. Heute ist er für

Besucher zugänglich.

Etappenprofil

1

2 3 4 5 6 7 8

Frankenwald

erleben

Schlemmen und schlummern:

Am Wegesrand: Gasthaus Hirschsprung,

Eichenstein 18, 95118 Issigau,

Tel.: 09288/1732. Friedrich-Wilhelm-

Stollen, Gasthaus & Pension, Friedr.-

Wilh.-Stollen 1, 95192 Lichtenberg, Tel.:

09288/216, 0170/6450481, Mi. ab 14

Uhr + Do. geschlossen, www.friedrichwilhelm-stollen.de

Gasthof Pension

Blechschmidtenhammer, 95192

Lichtenberg, Tel.: 09288/487, Mo. geschlossen,

Terrassencafé Wanderstützpunkt

am Selbitzplatz, Schulstraße,

07366 Blankenstein, Tel.: 0151/11661248

(Bildergalerie/Dokumentation des Mauerfalls,

Infomaterial und thüringische

Rostbratwürste). In der Umgebung:

Relaxa Hotel Bad Steben****,

Badstraße 26–28, 95138 Bad Steben,

Tel.: 09288/720, www.relexa- hotels.

de Villa Siegfried***, Hotel garni,

Hemplastraße 7, 95138 Bad Steben,

Tel.: 09288/1607, www.villa- siegfried.

de. Schloss Issigau, Altes Schloss 3,

95188 Issigau, Tel.: 09293/7173, www.

schloss-issigau.de Gasthaus Rennsteig,

Lobensteiner Straße 3, 07366 Blankenstein,

Tel.: 036642/22230, www.

gasthaus-rennsteig.de

Frankenwald-Küche: Bürgerstuben,

Badstraße 24, 95138 Bad Steben,

Tel.: 09288/1666, www.gasthausbuergerstuben.de

Restaurant

Harmonie, Schloßberg 2, 95192

Lichtenberg, Tel.: 09288/246, www.

harmonie-lichtenberg.com

Wanderungen planen: Frankenwaldverein

e. V., Karlsgasse 7, 95119

Naila, Tel.: 09282/3646, www.frankenwaldverein.de

mit Online-Tourensuche

und Wegbeschreibungen.

Entspannen: Bayerisches Staatsbad

Bad Steben, Badstr. 31, 95138

Bad Steben, Tel.: 09288/960-0, www.

bad-steben.de

Anschauen: Besucherbergwerk

Friedrich-Wilhelm-Stollen (s. o.)

Deutsch-Deutsches Museum,

Mödlareuth 13, 95183 Töpen, Tel.:

09295/1334, www.moedlareuth.de

Burg Lauenstein, Burgstr. 3, 96337

Ludwigsstadt, Tel.: 09263/400, www.

schloesser.bayern.de Flößermuseum,

Kirchplatz 3, 96364 Marktrodach-

Unterrodach, Tel.: 09261/60310,

www.floessermuseum.de

Informieren: Frankenwald Tourismus,

Adolf-Kolping-Straße 1, 96317

Kronach, Tel.: 09261/6015-17,

www.frankenwald-tourismus.de,

www.wandern-im-frankenwald.de

72

Spezial | 2015


Fränkisches Seenland

Wiesen, Auen und

die sieben Seen

Das Fränkische Seenland südlich

von Nürnberg umfasst sieben künstlich

angelegte Seen. Einer davon, der

Altmühlsee, verbindet Tourismus

und Naturschutz: Die eine Hälfte

– das rund 200 Hektar große Naturschutzgebiet

Vogelinsel – gehört den

Tieren und Pflanzen, die andere den

Menschen. Neben den artenreichen

Feuchtwiesen und idyllischen

Dörfern gibt es auch sonst vieles zu

entdecken.


Typ: Rundwanderung

Länge: 1,6 Kilometer

Dauer: ca. 30 Minuten

Schwierigkeitsgrad: einfach

Steigung/Gefälle: weniger als 10 Meter

Höchster Punkt: 416 Meter

Beste Wanderzeit: April bis Mai

Start/Ziel: LBV-Infohaus in

91735 Muhr am See

Wegequalität: feste Kieswege

Ein Rundgang über die Vogelinsel

Mosaik der bunten Biotope

Obwohl man von „der“

Vogelinsel spricht, ist dieses

Naturparadies in Wirklichkeit

ein Sammelsurium

von Lebensräumen, die nur

zum Teil begehbar sind. Der

Lehrpfad durch das Naturschutzgebiet

bietet jedoch

ungestörte Einblicke und

weitreichende Ausblicke.

Los geht es am Fichtenweg im

Örtchen Muhr am See. Das

Infohaus des Landesbundes für

Vogelschutz in Bayern (LBV) bietet

erste Informationen über den See

und seine Bewohner. Von dort

verläuft der Weg geradeaus über

die Altmühl auf den See zu. Kurz

danach führt ein Wiesenpfad nach

rechts, parallel zum Seeufer. Über

diesen gelangt man direkt zur

langen Holzbrücke, die – entlang

mehrerer Schautafeln zur Entstehung

des Sees – direkt auf die

Vogelinsel führt. Vorsicht, ab hier

befindet man sich im eigentlichen

Naturschutzgebiet. Auf der

Zugangsbrücke 1 hat man bereits

erste Ausblicke auf die Insel,

rechts auch auf den Biberbau, und

natürlich bietet sich hier schon

die erste Möglichkeit, anfliegende

Vögel zu beobachten. Nach der

Brücke geht es links auf den Rundpfad,

an der nächsten Gabelung

hält man sich wieder links. Eine

Holzbrücke führt über zahlreiche

Tümpel und Schilfbestände. Die

nächste Gabelung links führt dann

zum hölzernen Aussichtsturm 2 ,

der einen schönen Überblick über

das Naturschutzgebiet ermöglicht.

Danach geht es links weiter bis zur

übernächsten Brücke, auf deren

linker Seite man nun Ausblick

auf eine Sukzessionslandschaft 3

hat, in der neues Land entsteht.

Die nächste Abzweigung führt

uns links schließlich zur letzten

Brücke. Kurz davor kann man

links am Seeufer den Biberbau

4 aus der Nähe betrachten – den

Weg aber bitte nicht verlassen.

Nach der Brücke verlässt man die

Vogelinsel wieder links über die

große Brücke aufs „Festland“. Dort

hält man sich rechts, an der nächsten

Gabelung geht es dann nach

links zurück zum Ausgangspunkt,

dem LBV-Infohaus.

Vogelfreundlich

reisen und genießen

Der Reiseanbieter „birdingtours“

hat sich auf ornithologische

Reisen spezialisiert. Die erfahrenen

und ortskundigen Reiseleiter

nehmen dabei höchste Rücksicht

auf Schutzgebiete und unterstützen

Vogelschutzprojekte. Um die

Erkundungen umwelt- und sozialverträglich

zu gestalten, konzentriert

sich der Reiseanbieter zudem

auf örtliche, familiengeführte

Betriebe und wird vom Naturschutzbund

(NABU) unterstützt.

www.birdingtours.de

Spezial | 2015

73


Der Süden

Fränkisches Seenland

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: Muhr am See hat einen eigenen Bahnhof und liegt an der

Bahnlinie Treuchtlingen-Würzburg. Genaue Infos unter www.bahn.de

Mit dem Pkw: Von Hamburg aus über die A 7 Richtung München/Würzburg. Von

Köln über die A 3 Richtung Frankfurt/Main, dann Richtung Nürnberg. Bei Kreuz

Feuchtwangen auf die A 6 Richtung München/Nürnberg wechseln. Von Osten auf

der A 9 Richtung München, dann der E 45 folgen und auf die A 6 Richtung Heilbronn

wechseln. Bei Ausfahrt Ansbach über die B 13 Richtung Gunzenhausen,

dann Beschilderung Muhr am See folgen. Von Süden auf die A 9 Richtung Nürnberg,

dann auf der E 45 bis Ausfahrt Greding. Hier zunächst der Beschilderung

Richtung Thalmässing, später Richtung Gunzenhausen bis Muhr am See folgen.

Orientieren: Wanderkarte „Fränkisches Seenland“, 1:35.000, Fritsch Landkarten-

Verlag, ISBN 3861161753, 6,10 Euro. Rad- und Wanderkarte „Altmühlsee -Brombachsee“,

1:50.000, Publicpress, ISBN 3899203569, 4,95 Euro.

Weitere Vogelparadiese in Mittelfranken

Das Wiesmet: Das riesige Feuchtwiesengebiet nordwestlich des Altmühlsees

lockt Vogelliebhaber mit zahlreichen Wiesenbrüter-Arten wie Großer Brachvogel,

Bekassine, Kiebitz, Uferschnepfe, Wiesenpieper, Schafstelze, Braunkehlchen

und Grauammer. Viele durchziehende Vogelarten wie Kampfläufer und

Goldregenpfeifer nutzen es als Zwischenstation.

Der Naturpark Frankenhöhe: Wunderschöne, lichte Laubwälder und das

größte Streuobstwiesengebiet der Welt rund um Burgbernheim bieten tolle

Möglichkeiten für ornithologische Entdeckungen. Der große Artenreichtum

beinhaltet neben fast allen Spechtarten auch Waldlaubsänger, Pirol und

Heckenbraunelle sowie Trauer- und Halsbandschnäpper.

Das Mohrhof-Weihergebiet: Zahlreiche mit Wegen verbundene Karpfenteiche

bei Erlangen sind ein idealer Lebensraum für Schwarzhalstaucher, Silberreiher,

verschiedene Watvögel, Rohr- und Feldschwirl, Teich- und Schilfsänger,

aber auch für Zwergdommel, Trauerseeschwalbe, Ortolan und Seidenreiher.

Tourhöhepunkte

Biberbau und Brachvogelschau

Zugangsbrücke: Von hier aus

1

sind am Ufer und im Anflug

bereits erste Vögel wie Haubentaucher,

Kanadagänse, Blesshühner

und Lachenten zu beobachten.

Zudem bietet sie einen schönen

Blick auf die Vogelinsel.

Aussichtsturm: Weite Teile

2

der Insel sind von hier aus

einsehbar: In Baumgruppen brüten

Kormorane, auf abgestorbenen

Bäumen lassen sich manchmal

sogar Fischadler nieder. Das

niedrige Buschwerk beherbergt

Graureiher, die Schlickflächen

verschiedene Watvögel wie Uferschnepfen

oder Brachvögel. Auch

Graugänse sind hier im Mai mit

ihren Jungen zu finden.

Sukzessionslandschaft: Aus

3

Ablagerungen von Erde und

Pflanzenresten entsteht hier neues

Land. Links sieht man dieses

Phänomen deutlich an den vielen

kleinen Inselchen, auf denen sich

langsam immer mehr Pflanzen

ansiedeln.

Biberbau: Eine von drei

4

Biberfamilien, die am

Altmühlsee leben, zeigt sich mit

etwas Glück in der Abenddämmerung

an ihrem Damm. Tagsüber

wird der Biber gern mit der ähnlich

aussehenden, aber kleineren

Bisamratte verwechselt. Der Bauplatz

am Altmühlsee ist ideal: Bei

so geringer Strömung müssen die

Biber keinen Staudamm bauen.

Etappenprofil

1

2 3 4

Kaffee und Kultur

rund um den See

Schlemmen und schlummern:

Gasthaus „Zum Hirschen“,

fränkische Spezialitäten, Biergarten,

Ansbacher Straße 4, 91735 Muhr

am See, Tel.: 09831/3940,

www.zumhirschen-muhr.de

Pension „Goldener Adler“, Biergarten,

große Auswahl fränkischer Weine,

Kirchenstraße 21, 91735 Muhr am See,

Tel.: 09831/3169,

Eiscafé „La Dolce Vita“, Kirchenstr.

10, 91735 Muhr am See, 24 italienische

Eissorten, Tel.: 0178/3561876

Café Zäh-Kiefer, durchgehend warme

internationale Küche, Öffnungszeiten:

Montag-Sonntag von 10:00 bis 24:00

Uhr, Rosenau 8, 91735 Muhr am See,

Tel.: 09831/613111

Café Herzog, Café mit Terrasse, Frühstück,

Snacks, Coffee-to-go, Stadelner

Str. 11, 91735 Muhr am See, Tel.:

09831/8830770, www.cafe-herzog.com

Seegaststätte Schlungenhof, mit

Sonnenterrasse, geöffnet Mitte März

bis Oktober, Seestraße 19, 91710

Gunzenhausen/Schlungenhof,

Tel.: 09831/80505, www.seegasthofaltmuehlsee.de

Campingplatz „Fischer Michl“,

Seezentrum Wald, Nr. 4, 91710 Gunzenhausen,

Tel.: 09831/2784 www.

campingplatz-fischer-michl.de

Campingplatz am Seezentrum

Muhr am See mit Bootsverleih,

Badestrand und Fahrrad verleih,

Tel. 09831/508191,

www.altmuehlsee.de

Informieren: Touristbüro Muhr

am See, Schlossstr. 4, 91735 Muhr

am See, Tel.: 09831/890370, geöffnet

April bis Oktober von 9:30 bis 12:30

Uhr, www.muhr-am-see.de

Erleben: Ausstellung „Lebensraum

Altmühlsee – Faszination

Vogelzug“ und Umweltbibliothek im

LBV-Informationszentrum, Schlossstr.

2, 91735 Muhr am See, Tel.:

09831/4820, geöffnet 15.3. bis 30.4.

täglich 10:00 bis 17:00 Uhr, 1.5. bis

31.10. Do., So. und feiertags 13:00 bis

15:30 Uhr, www.lbv.de/Altmuehlsee

Museum für Ur- und Umwelt Muhr

am See, geöffnet 1.7. bis 31.8. Mi., Do.

und Fr. von 9:00 bis 12:00 und 14:00

bis 17:00 Uhr, Bahnhofstr. 4, 91735

Muhr am See, Tel.: 09831/7938

Inspirieren und buchen: birdingtours,

Spezialist für ornithologische

Reisen, Franz-Hess-Str. 4, 79282

Ballrechten, Tel.: 07634/5049845, Fax:

07634/5049849, www.birdingtours.de

74

Spezial | 2015


Erding

3

Siglfing

Gewerbegebiet

Erding-Nordwest

ST. PAUL

Erding erkunden

Typ: Rundweg

Länge: 11,4 Kilometer

Dauer: ca. 2 Stunden (mit Führung

ca. 6 Stunden)

Schwierigkeit: leicht

Steigung/Gefälle: höchster Punkt

492 Meter, niedrigster 458 Meter

Beste Zeit: ganzjährig

Start: Therme Erding

Ziel: Marktplatz Erding

Wegequalität: gut begehbare

Feldwege oder Asphalt

Basispyramide

Wasserkraftwerk

NOTZING

Kempfing

Eching

2

Mittlere Isar Kanal

AUFKIRCHEN

Stammham

Werndlfing

Ziegelstatt

Itzling

Gewerbegebiet

Erding-West

KLETTHAM

Hl. Blut

S

1

Therme Erding

Gewerbegebiet rḏing

e

Erding-Südwest

4

St. Johann

Z

Hl. Geist K.

ERDING

Sempt

Schöner

Turm

Museum

ALTENERDING

Quer durchs Erdinger Land

Im Namen der Beschaulichkeit

Wandern durch flaches Land und unter grenzenlosem Himmel: Aus Erding und seinem

Umland spricht nicht mehr und nicht weniger als die Liebe zur Beschaulichkeit. Im

traditionsreichen Weißbiergenuss findet sie ihren Höhepunkt.

Die Tour lässt sich hervorragend

mit einem entspannenden Saunagang

in der Therme Erding 1 ,

unserem Startpunkt, verknüpfen.

Von dort aus geht es quer über

den angeschlossenen großen

Parkplatz linker Hand am hinteren

Teil des Gebäudes vorbei

und sofort auf einen zunächst

asphaltierten Feldweg. Nun

folgt eine abwechslungsreiche

Erdinger Bräu

Eine Brauereiführung ist immer

eine gute Idee. Neben Firmen können

auch Privatpersonen auf der

unterhaltsamen und informativen

Reise durch die Welt von „Erdinger

Weißbier“ den Werdegang vom

Rohstoff bis zum fertigen Produkt

kennenlernen. Direkt im Anschluss

Wegführung durch Feld und

Wiesen, wobei es an Beschilderungen

mangelt. Da man jedoch

kilometerweit sehen kann, fällt

die Orientierung nicht schwer.

Im Zweifel führt einen der unübersehbare

Mittlere-Isar-Kanal,

der mit sieben Wasserkraftwerken,

darunter das Kraftwerk

Aufkirchen 2 , eine Kraftwerkstreppe

bildet, um das Gefälle

an die Führung werden bei einer

Brotzeit die verschiedenen Sorten

„Erdinger Weißbier“ probiert. Die

Teilnahme kostet 12,00 Euro/

Person, Sonn- und Feiertagsführungen

15,00 Euro/Person.

Weitere Informationen unter:

www.erdinger.de

von insgesamt 109 Metern

zur rein ökologischen Stromerzeugung

zu nutzen. Ab dem

Kraftwerk führt der Weg durch

schmale Feldwege an zwei großen

Industrie- und Gewerbegebieten

vorbei, die die Aussicht

leicht einschränken. Auf halbem

Weg zwischen Kraftwerk

und Erdinger Weißbräu 3 geht

es leicht bergab. Das riesige

Brauereigelände kann man

kaum übersehen, der Eingang

für Besucher (dort beginnt auch

die Führung) befindet sich im

Südwesten. Anschließend geht

es in die Altstadt von

Erding 4 . In der „Langen

Zeile“ finden sich neben der

Brauereigaststätte Erdinger

Weißbräu viele weitere urtümliche

Gaststätten. Nach einer

gemütlichen Einkehr in eines

der Lokale bietet sich in Erding

eine Erkundung der unzähligen

Gässchen und Sträßchen

an. Besonders sehenswert

ist dabei das fast 200 Jahre

alte Stadtmuseum, eines der

ältesten Bayerns.

Das Erdinger Land zeichnet

sich auch durch viele kleine

Gewässer aus. Bei dem Gebiet

um Erding handelt es sich um

ein einziges – mehr oder minder

trockengelegtes – Moor (das

„Erdinger Moos“), die vielen

Wasserläufe zollen diesem

Umstand Tribut. Diese spielen

in der vorliegenden Rundwanderung

jedoch keine Rolle. Es

kann sich deshalb lohnen, mehrere

Wanderrouten der Region

auszuprobieren und zu schauen,

welche Tour den persönlichen

Geschmack am besten trifft.

Spezial | 2015

75


Der Süden

Erding

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: Die S-Bahn vom Hauptbahnhof München Richtung Erding

(Ausstieg Altenerding) verkehrt während der Hauptverkehrszeiten im

30-Minuten-Takt (Fahrzeit 45 Minuten).

Mit dem Auto: Die Therme Erding liegt im Süden von Erding, westlich des Stadtteils

Altenerding, direkt an der B 388. Die Therme eignet sich gut als Ausgangspunkt,

da das Gelände ausreichend Parkmöglichkeiten bietet. Von der A 9 kommend

über den Mittleren Ring oder die A 99 über das AB-Kreuz München Nord

auf die A 9 Richtung Nürnberg, diese gleich wieder über die Abfahrt Garching

Süd verlassen. Der Ausschilderung Richtung Erding folgen. Vor Erding an den

braunen Hinweisschildern orientieren und links in die Thermenallee abbiegen.

Orientieren: Manfred Kittel: „Erlebniswandern im Landkreis Erding“, 168 Seiten,

Paperback, ISBN-10: 3-89251-362-7, 8,60 Euro.

Therme Erding

Ein Hotel, ein Wellenbad und Palmen

vom anderen Ende der Welt:

Die Therme Erding rühmt sich zu

Recht als das größte Thermalbad

Europas. Täglich schwimmen und

saunieren hier im Durchschnitt

4.000 Personen, 20 Rutschen auf

insgesamt 1.700 Rutschenmetern

in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden

sorgen für den

nötigen Spaßfaktor. Den Anfang

machte 1983 ein „Mini-Thermalbad“,

nachdem bei Bohrungen in

2.350 Metern Tiefe im Februar

1983 statt Öl schwefelhaltiges

Wasser gefunden wurde. Die

endgültige Grundsteinlegung

der Therme erfolgte schließlich

am 10. November 1998, die

Eröffnung am 3. Oktober 1999.

Im August dieses Jahres hat der

15-millionste Gast die Therme

Erding betreten, der für sich und

seine Familie für die nächsten

15 Jahre freien Eintritt genießt.

www.therme-erding.de

Tourenhöhepunkte

Flair und Tradition

1

Therme Erding: Alleine das

Saunaparadies ist so groß,

dass Besucher der Therme Erding

mehrere Tage bräuchten, um alles

zu sehen. Darüber hinaus enthält

die Therme die Themenbereiche

„Vital-Oase“, „Thermenparadies“

sowie den Rutschenbereich

„Galaxy“. Bis 2014 ist ein Hotel im

Bau, das dem Schiff MS Victory

nachempfunden ist.

Kraftwerk Aufkirchen: Das

2

Wasserkraftwerk erzeugt

Strom aus erneuerbarer Energie.

Besichtigungen des ans Kraftwerk

angeschlossenen Infozentrums

sind nach telefonischer Terminvereinbarung

möglich. Auf dem

betriebsinternen Parkplatz stehen

ein großes altes Wasserrad einer

Erdinger Mühle sowie ein Laufrad

Etappenprofil

1

einer kleineren Kaplan-Turbine.

Südlich vom Kraftwerk steht die

3,5 Meter hohe Basispyramide

der Basislinie Unterföhring-Aufkirchen

für die erste Landesvermessung

Bayerns von 1801.

3

Erdinger Weißbräu:

1886 erstmals urkundlich

erwähnt, steht die Brauerei heute

weltweit für bayerische Brautradition.

Der nationale wie internationale

Weißbier-Marktführer bietet

auch Führungen an (siehe Kasten).

4

Stadt Erding: Neben der

historischen Innenstadt mit

der Stadtpfarrkirche St. Johann,

der Stadtmauer, dem Schrannenplatz

und dem Frauenkircherl gibt

besonders das Museum Erding ein

lebhaftes Zeugnis von der turbulenten

Geschichte der Herzogstadt.

2 3 4

Eintauchen in

Erding

Besichtigen und erleben: Privatbrauerei

Erdinger Weißbräu,

Werner Brombach GmbH, Franz-

Brombach-Str. 1–20, 85435 Erding,

Tel.: 08122/409-0, www.erdinger.de

Museum Erding, Prielmayerstraße

1, 85435 Erding, Tel.: 08122/408-

150, www.museum-erding.de,

täglich von 13 bis 17 Uhr geöffnet,

Eintrittspreis 3,00 Euro (Kinder

frei) Therme Erding, Thermenallee

1, 85435 Erding, Tel.: 08122/550-

1000, www.therme-erding.de,

Montag bis Freitag von 10–23 Uhr,

Samstag 09–24 Uhr, Sonn- und

Feiertage 09–23 Uhr geöffnet,

Eintrittspreis ab 16,00 Euro/Person

(2 Stunden)

Lecker essen: Hotel und Gaststätte

zum Erdinger Weißbräu

(mit angeschlossenem Fanshop),

Lange Zeile 1–3, 85435 Erding,

Tel.: 08122/4090, www.erdinger.de

Wirtshaus Kreuzeder, Münchener

Str. 56, 85435 Erding, Tel.: 08122/

5377, www.wirtshaus-kreuzeder.

de Brasserie und Restaurant

Dostojewskij, Lange Zeile 27,

85435 Erding, Tel.: 08122/559940,

www.brasserie-dostojewskij.de

Gasthof Zur Post, Friedrich-Fischer-

Str. 6, 85435 Erding, Tel.: 08122/

9998010, www.gasthof-zur-posterding.de

Café Ochs, Lange Zeile 7,

im Gewandhaus Gruber, 85435

Erding, Tel.: 08122/5580587

76

Spezial | 2015


Nürnberger Land

Auf Wallensteins

Spuren

Typ: Rundwanderung

Länge: 8,2 km

Dauer: 2,5 Stunden

Markierung: Wallenstein Rundweg,

schwarzes Konterfei auf gelbem

Untergrund

Schwierigkeit: einfach

Steigung/Gefälle: von 371 bis 460 m

Höhendifferenz: 89 m, je 109 m rauf

und runter

Beste Wanderzeit: Frühjahr bis

Herbst

Start/Ziel: Marktplatz in Altdorf, 5

Min. fußläufig vom S-Bahnhof

Wegzehrung mitnehmen:

Auf dem Rundweg direkt keine

Einkehrmöglichkeit.

Geschichtsträchtig und unberührte Natur

Wallenstein, Löwen und der Teufel

Der Rundweg ist nur in einer Richtung ausgeschildert: erst das Studentenleben in der Stadt, dann hinaus in die schöne

Natur. Verlaufen unmöglich, steile Anstiege bleiben einem erspart und entspanntes Wandern ist angesagt.

Start am 1 Historischen Rathaus

direkt am Marktplatz,

wo sich auf der gegenüberliegenden

Seite direkt auch

2 Wallensteins Studentenquartier

befindet. Das Rathaus

links liegen lassen und

auf dem Markt ein paar Schritte

Richtung Unterer Markt

gehen. Rechts in die Collegiengasse

einbiegen und ihr

bis zur nächsten T-Kreuzung

folgen. Hier steht man der

3 Ehemaligen Universität

Altdorf, auch Wichernhaus genannt,

gegenüber. Nach rechts

wenden und der Neubaugasse

bis zum 4 Pflegamtsschloss

und Wallensteinbrunnen

folgen. An dem Schloss mit

der Polizeidienststelle links

vorbei gehen durch den

dahinterliegenden Rentamtsgarten.

Auf dem Parkplatz

des Internats Wichernhaus

rechts halten, bis man auf

den Mühlenweg stößt. Diesem

nach links Richtung Stadtrand

folgen. Unter der Autobahn

hindurch Richtung Prethalmühle.

Nach fünf Minuten die

kleine Straße verlassen und

links den Schildern folgen.

Der Wallenstein-Weg verläuft

hier ein Stück auf dem Altdorfer

Rundweg Prackenfels –

Löwen grube, mit einer grünen

3 markiert. Über Wiesen

und an Obstbaum-Hutanger

vorbei geht es in den Wald zur

5 Löwengrube. Durch die

Galerie die Schlucht abwärts

ins Schwarzachtal, rechts

halten Richtung Teufelshöhle

und auf der kleinen Straße

zur 6 Prethalmühle. Wenige

Minuten weiter parallel zur

Schwarzach laufen. An der

kleinen Brücke rechts halten

und den gelben Wallenstein-

Markierungen Richtung Burgthann

und Grünsberg folgen.

Hier verläuft übrigens auch

der Fränkische Dünenweg

und der gute alte Jakobsweg.

Weiter geht es durch das

breite Schwarzachtal, vorbei

an einem kleinen Ruheplatz

und einem Denkmal für einen

jungen gefallenen Soldaten.

Zehn Minuten später kann

man sich zwischen der

bequemen Variante und dem

kurzen, aber steilen Anstieg

des Wallenstein-Weges entscheiden.

Letzteres erspart

ein Stück Straße, ist aber nach

Regen wegen Rutschgefahr

nicht empfehlenswert. Beide

enden oben an der 7 Burg

Grünsberg. Hier besteht im

ehemaligen Gasthaus Postmeister

die Gelegenheit, Getränke

aus einem Automaten

zu ziehen und im Biergarten

eine Pause zu machen. Die

Burg rechts liegen lassen und

der Straße leicht ansteigend

folgen. Nach zehn Minuten

in Grünsberg auf Höhe der

Bushaltestelle rechts in ein

Neubaugebiet abbiegen, den

Wallenstein-Schildern und der

grünen Rundweg-Markierung

Nr. 4 folgen. Weiter am Waldrand

entlang bis zum Einstieg

an den Rand der 8 Teufelsschlucht

und der am Ende der

Klamm liegenden Teufelskirche.

Von hier aus über einen

Bach weiter dem Weg durch

den Wald folgen, dann über

Wiesen und an Feldern vorbei

Richtung Altdorf. Dafür erneut

die Autobahn unterqueren,

durch ein Gewerbegebiet über

die Prackenfelser Straße, den

Feuerweg und den Mühlweg

Richtung Zentrum. Vorbei am

Rossweiher zurück zum Markt,

den wir durch das Nürnberger

oder 9 Obere Stadttor, vorbei

an der 10 St. Laurentius Kirche

linker Hand erreichen.

Spezial | 2015

77


Der Süden

Nürnberger Land

Anreisen und orientieren

Mit der Bahn: S-Bahn-Anschluss Linie S 2 von Nürnberg Hbf eine halbe Stunde.

Fünf Minuten fußläufig vom Ortskern Altdorf entfernt.

Mit dem Auto: Autobahn A 3 Würzburg, Regensburg, Passau Abfahrt Altdorf/

Burgthann und A 6 Stuttgart, Heilbronn Abfahrt Altdorf/Leinburg.

Wanderwege um Altdorf: www.altdorf.de

Orientieren: Eine Karte vom DAV (Deutscher Alpenverein Sektion Altdorf) zu

den rund 100 Kilometer umfassenden Rundwegen „Wanderwege um Altdorf“

mit Hinweisen für Rollstuhlfahrer, Einkehrmöglichkeiten und vielen Informationen

zur Tour erhältlich im Altdorfer Kultur-Rathaus am Markt für 3,50 Euro.

Nürnberger Land Tourismus, Waldluststr. 1, 91207 Lauf a. d. Pegnitz, Tel.: 09123

9506062, www.urlaub.nuernberger-land.de

Tourenhöhepunkte

Wo der große Wallenstein waltete

1

Historisches Rathaus:

heute ein Renaissancebau

aus Sandstein. Noch im Mittelalter

im Erdgeschoss Arkaden,

in denen Geschäfte ihre Waren

anboten. Nach etlichen schweren

Bränden in Altdorf ist es heute

ein Kultur- und Informationszentrum.

Die Gauben und

Türmchen wurden erst im 18.

Jahrhundert errichtet.

Wallensteins Studentenquartier:

direkt am Markt-

2

platz, wo er auch den wegen

Randale und Gewalttätigkeiten

verhängten Stubenarrest absitzen

musste.

Ehemalige Universität:

3

schöner Renaissancebau

aus Sandstein, 1575 als Hochschule

gegründet; 1578 Akademie

und 1622 bis 1809 Universität.

Sehr angesehen für Jurisprudenz,

Theologie, Medizin, Mathematik

und die Künste. Wallenstein war

nur wenige Monate von 1599 bis

1600 immatrikuliert.

Pflegamtsschloss und Wallensteinbrunnen:

Sitz des

4

Nürnberger Pflegers in Altdorf als

Verwalter der Freien Reichsstadt.

Erbaut 1523 und 1558 nach

Zerstörung Neuaufbau. Davor

Brunnen mit Wallenstein, wie er

sich in den Augen der Altdorfer

Bürgerschaft präsentierte.

5

6

Löwengrube: im 16.

Jahrhundert Steinbruch

für Altdorf, 1686 von Baron

Löwenstein als Festplatz für

Studenten konzipiert. In der noch

heute begehbaren Galerie gab es

eine Kegelbahn. Im Felsenkeller

des Auer- oder Hexenhäusel lag

einstmals ein großer Bierkeller,

heute zeitweise für Kunstkurse

und Ausstellungen genutzt.

Prethalmühle: Prachtvolles

Gebäudeensemble aus dem

13. Jahrhundert, 1635 im Dreißigjährigen

Krieg zerstört, 1643

wieder aufgebaut. Für Altdorf als

Getreidemühle und später als Säge-

Etappenprofil

1

2 3

4 5

werk wichtig, weil die Schwarzach

das einzige größere fließende

Gewässer in der Nähe ist.

Burg Grünsberg: Mittelalterliche

Versteckburg

7

mit wechselhafter Geschichte

oberhalb der Schwarzach. Innen

kleines Schloss im Regence-Stil,

ein Mix aus Barock und Rokoko

mit Schlosskapelle. Besichtigung

nach Anmeldung.

Teufelsschlucht und Teufelskirche:

Naturgeschützte

8

Rhätsandstein-Schlucht (200 Millionen

Jahre alte Gesteinsschicht

aus dem Trias) mit eigenem

Mikroklima für besondere Farne,

Moose und Orchideen. Auch

Eisvogel und Feuersalamander

sind heimisch. Absturzgefahr

am Rand, Wege nicht verlassen.

Schlucht mündet in Teufelskirche,

romantischer Platz mit kleinen

Wasserläufen.

Oberes Stadttor: Nordwestlicher

Teil der Befestigungsanlagen,

erbaut um 1600 mit

Zugbrücke über den Wassergraben,

der die Stadt schützte.

Vom ehemaligen Vorwerk als

Befestigung sind noch Ross- und

Waschweiher geblieben.

St. Laurentius Kirche:

Ursprünglich gotische

Kirche zur Ehren des Märtyrers

Laurentius. Im Zuge der Reformation

1527 als evangelische

Stadtkirche im barocken Stil

umgebaut. Barocker Hochaltar,

Chorgestühl für die Professoren

im Renaissance-Stil. Taufstein aus

„Altdorfer Marmor“: Schwarzer

Jura mit Fossileinschlüssen

geschliffen und poliert.

6 7 8 9 10 11

9

10

Landen im

Nürnberger Land!

Schlemmen und genießen:

Gasthaus Rotes Ross, Oberer

Markt 5, 90518 Altdorf, Tel.:

09187 5272, www.rotes-rossaltdorf.de,

Mo. Ruhetag, Außen

zur Zeit Bauarbeiten, schöner

Innenhof.

Traditionell fränkische Küche:

Alle Gasthäuser, die an „Heimat

auf’m Teller“ teilnehmen, mit je

nach Angebot 4–5 wechselnden

typischen Gerichten aus regionalen

Produkten. www.heimat-aufmteller.de/gastronomie.html

Anschauen und erleben:

Die nächsten Wallenstein-Festspiele

finden vom 27. Juni bis 26.

Juli 2015 statt, www.wallensteinfestspiele.de

Burg Grünsberg – Anmeldung zu

Führungen, Emil-von-Stromer-

Platz, 90518 Altdorf/Grünsberg,

Tel. 09131 6302676,

www.stromerstiftung.de

Universitätsmuseum Altdorf,

Neubaugasse 5, 90518 Altdorf, Tel:

09187 954540, Sa u. So. 14–17

Uhr und nach Vereinbarung,

www.universitaetssammlungen.de

Tropfsteinhöhlen: Die Frankenalb

bietet viele dieser unterirdischen

Schatzkammern. Die Maximiliansgrotte

mit dem größten Tropfstein

der Welt: Grottenhof, 91284 Neuhaus/Krottensee,

Tel. 09156 434,

www.maximiliansgrotte.de

Qualitätsrundwanderwege im

Nürnberger Land:

Fränkischer Dünenweg, 90 Kilometer

Rundweg,

www.fraenkischer-duenenweg.de

Frankenalb Panoramaweg, 60

Kilometer (Lasso-)Rundweg,

www.frankenalb-panoramaweg.de

Paul-Pfinzing-Weg, 95 Kilometer,

www.wandern.nuernberger-land.de

Kanu, Paddeln und Stand-up-

Paddling auf der Pegnitz,

www.frankenalb.de

78

Spezial | 2015


Tegernsee-Region

Wanderbar und

wundervoll

Typ: Hin- und Rückwanderung

Länge: 11 km

Dauer: ca. 4 Stunden

Schwierigkeitsgrad: mittel

Steigung/Gefälle: 584 m

Höchster Punkt: 1.668 m

Niedrigster Punkt: 1.084 m

Beste Wanderzeit: März bis August

Start/Ziel: Jugendferienhaus

Spitzinghaus, Spitzingsee

Wegequalität: Steige, Wurzelwege,

teils holperig und matschig

Bayerns schönstes Trio

Genuss mit Aussicht

Tegernsee, Schliersee, Spitzingsee – wahre Naturschönheiten bestaunt man in der Alpenregion

Tegernsee Schliersee vornehmlich aus der Vogelperspektive. Die gute Nachricht für alle Städter:

Schon 600 Höhenmeter reichen zum 360-Grad-Panoramablick aus!

Beim Jugendferienhaus Spitzinghaus

geht es los, vorbei an der Rotwand

und am Ufer des Spitzingsees

1 entlang zum Wanderparkplatz.

Nach wenigen Minuten kommt

man dann am Bergheim der Isar-

Amper-Werke (heute e.on) vorbei.

Auf dem gering ansteigenden Kratzerweg

geht es durch den Wald

weiter hinauf, auf freie Wiesenhänge

und schließlich zur Berggaststätte

Untere Firstalm. Von

hier aus sich links haltend, steigt

man auf breiter, lehmiger Wegspur

neben der Skipiste in den Sattel

am Suttenstein 2 hinauf. Dort

scharf nach rechts schwenken, um

am Waldrücken nach Nordwesten

anzusteigen. Der felsige Weg

schwingt sich ziemlich steil auf,

bevor er über einen bewaldeten,

schwach ausgeprägten Gratmugel

hinüberführt, um anschließend

am etwas flacheren Waldweg

anzusteigen. Der Wald lichtet sich

nun, und es wird am lehmigen

und rutschigen Wurzelweg wieder

etwas steiler. Achtung, bei Nässe

muss man hier besonders vorsichtig

gehen. Nachdem schließlich

der Wald zu Ende ist, zweigt nach

rechts ein markierter Felssteig ab,

der zu Beginn mit einem Drahtseil

gesichert ist. Dahinter, auf einem

grasbewachsenen Plateau, steht

ein kleines Gedenkkreuz 3 , das an

verunglückte Bergsteiger erinnern

soll. Von dort aus steigt man zügig

auf und nähert sich dann im Zickzack

dem Gipfelaufbau der Bodenschneid.

Auf der linken Seite der

Gratschneide (kurz vor dem Sattel

gilt es noch eine kleine Felsstufe

zu meistern) leicht ansteigend zum

neuen, riesengroßen Gipfelkreuz

auf der 1.668 Meter hohen Bodenschneid

4 hinüber. Dann erfolgt

der Abstieg auf gleicher Route, mit

einem Abstecher zur Berggaststätte

Obere Firstalm 5 , 500 Meter

hinter der kleineren Unteren

Firstalm gelegen. Sie ist über eine

schmale Steintreppe, die über einen

steil ansteigenden Wiesenhang

führt, zu erreichen. Alternativ: Die

Bodenscheid wird in der gleichen

Richtung, also gegen Nordwesten,

überschritten, um anfangs dem

felsigen Gratverlauf zu folgen.

Bei der Wegabzweigung den Grat

August Macke

am Tegernsee

August Macke, einer der bekanntesten

deutschen Maler aus der Zeit des

Expressionismus, nutzte die kräftigen

Naturfarben der Region rund um den

Tegernsee für seine Arbeiten. Er ließ

sich nach seiner Heirat mit Elisabeth

Gerhardt 1911 am Tegernsee in einem

Reihenhaus in der Bornheimer Straße

88 (heute Hausnummer 96) nieder.

Dort erlebte er bis zu seinem frühen Tod

nur drei Jahre später die produktivsten

Jahre seines Lebens. Es entstanden

über 400 Arbeiten. Aus den Fenstern

seines Ateliers beobachtete, zeichnete

und malte Macke seinen blumenreichen

Garten, das Leben der umliegenden

Straßen und die weiten Landschaften in

der Alpenregion.

Spezial | 2015

79


Der Süden

Tegernsee-Region

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: Von München fahren stündlich Züge der Bayerischen

Oberlandbahn (BOB), Fahrzeit ca. eine Stunde, www.bayerischeoberlandbahn.de.

Vom Bahnhof Schliersee und von Bahnhof Fischhausen/Neuhaus Anschluss

mit den Bussen der RVO zum Spitzingsee, www.rvo-bus.de.

Mit dem Flugzeug: Vom Flughafen München mit der S1 oder S8 zum Hauptbahnhof

München und weiter mit der BOB nach Schliersee. Abholung durch

Schlierseer Taxi-Unternehmen, z. B. Taxi Huber, Tel.: 08026/4607.

Mit dem Pkw: Über die Autobahn München–Salzburg bis Ausfahrt Weyarn,

dann über Miesbach (B 307), Hausham nach Schliersee (von München 56 km).

Orientieren: „Outdoorkarte 04. Tegernsee – Schliersee: Spitzingsee – Bayrischzell“,

1:35.000, Verlag Hallwag Kümmerly + Frey, ISBN-10: 3259009523, 8,90 Euro.

„Rother Wanderführer Tegernseer und Schlierseer Berge“, Heinrich Bauregger,

Bergverlag Rother, ISBN-10: 3763342583, 12,90 Euro.

nach rechts verlassen und dem mit

roten Punkten markierten Steig in

vielen Kehren steil hinab folgen.

Anschließend quert die Route sehr

steil abbrechende Hänge, führt

über einen schwach ausgeprägten

Waldrücken und gleich dahinter

auf einem Brettersteg über eine

nasse Wiese. Dann geht es im

Wesentlichen abwärts weiter und

westlich des Freudenreichsattels

zur Bergwirtschaft Obere Firstalm.

Von der Oberen zur Unteren

Firstalm folgt man einem breiten,

aber steinigen und lehmigen Weg

hinunter, bis sich der Kreis wieder

schließt. Auf dem Kratzerweg geht

es dann entlang der Aufstiegsroute

zum Ausgangspunkt beim

Kurvenlift zurück.

Tourhöhepunkte

Blick hinter die Geranien

Spitzingsee: In einer eindrucksvollen

Kulisse direkt

1

vor der Rotwand gelegen, umschließen

dunkle Bergwälder den

wildromantischen Spitzingsee fünf

Kilometer südlich des Schliersees.

Mit einer Fläche von 28 Hektar ist

er Bayerns größter Hochgebirgssee.

Im Sommer ist der Spitzingsee

Ausgangspunkt zahlreicher Wanderungen

und Bergtouren jeden

Schwierigkeitsgrades.

Suttenstein (1.398 Meter):

2

Der erste Aussichtspunkt der

klassischen Tour zum Bodenschneidgipfel

mit Blick auf das

Zillertal, Karwendel und Hohe

Tauern.

Gedenkkreuz: Das reich

3

verzierte, schmiedeeiserne

Gedenkkreuz kurz vor dem Bodenschneidgipfel

bleibt von vielen Wanderern

unbeachtet. Der Ausblick

ist der gleiche wie vom 100 Meter

entfernten Gipfelkreuz.

Bodenschneid (1.668 Meter):

4

Der Name „Boden“ bedeutet

meist ein flaches oder wenig

geneigtes Stück an einem Berghang

oder auch im Tal, während es sich

bei einer „Schneid“ meist um einen

scharfen Rücken handelt, der nach

zwei Seiten steil abfällt. So lässt sich

der Name des Berges „Bodenschneid“

erklären: Den Boden gibt es unterhalb

des Gipfels in Form einer ebenen

Alm fläche, während sich vom Gipfel

nach Südosten hin ein mehrere

Hundert Meter langer Grat hinzieht,

der nach beiden Seiten steil abfällt.

Auf die Bodenschneid führen mehrere

Wege unterschiedlicher Dauer:

Zugang von Neuhaus etwa 2 Stunden,

vom Spitzing sattel über die Obere

Firstalm 1,5 Stunden; zur Bodenschneid

nochmals gut eine Stunde.

Für die gesamte Tour mit Abstieg via

Suttenstein und Untere Firstalm ab

Spitzingsattel ca. 4,25 Stunden.

Obere Firstalm: Einer der

5 bekanntesten Berggasthöfe in

den bayrischen Alpen und ein Muss

vor oder nach einem Aufstieg zur

Bodenschneid!

Etappenprofil

1 2 3 4 5

Vielfalt, die entdeckt

werden will

Schlemmen und schlummern:

Romantik Hotel Relais-Chalet

Wilhelmy, Freihausstraße 15,

83707 Bad Wiessee am Tegernsee,

Tel.: 08022/9868-0, Fax: 08022/

9868-233, info@romantik-hotel.de,

www.romantik-hotel.de Berggasthof

Albert-Link-Hütte, Uwe Gruber,

Hotel und Restaurant, Wildkräuterführungen,

Valepper Straße 8, 83727

Schliersee-Spitzingsee, Tel.: 08026/

71264, www.albert-link-huette.de

Hennererhof, Johann und

Angelika Prem, Bauernhofcafé mit

Wildkräutergarten und Ferienhof,

Hennererstr. 36, 83727 Schliersee,

Tel.: 08026/9229964, www.hennerer.de

Café Winklstüberl, Thekla Mairhofer,

Leitzachtalstr. 68, 83730 Fischbachau,

Tel.: 08028/742, info@winklstueberl.de,

www. winklstueberl.de Alte

Wurzhütte, Margot Niedermüller,

bayerische Küche, Roßkopfweg 1,

83727 Schliersee-Spitzingsee, Tel.:

08026/60680, Fax: 08026 6068100

Lecker einkaufen: Dinzler

Kaffeerösterei, Wendling 15, 83737

Irschenberg, Tel.: 08025/992250, Fax:

08025/99225110, www.dinzler.de

Destillerie Lantenhammer, Josef-Lantenhammer-Platz

1, 83734 Hausham/

Schliersee, Tel.: 08026/92480, www.

lantenhammer.de Bio-Hofkäserei

Obermooser, Familie Grund bacher,

mit Hofladen, geöffnet Freitag

9–18 Uhr und nach Verein barung,

Obermoos 1, 83737 Irschenberg, Tel.:

08025/7962,

www.obermooser-biokaese.de

Entdecken: Markus Wasmeier Freilichtmuseum

Schliersee, Brunnbichl

5, 83727 Schliersee/Neuhaus, Tel.:

08026/92922-0, Fax: 08026/92922-29,

geöffnet 1. April bis 4. November 2012,

Mo. Ruhetag (außer an Feiertagen),

office@wasmeier.de, www.wasmeier.de

Bootsverleih Simon, Kiosk St. Bernhard,

Spitzingsee, Tel.: 08026/975913

Familie Hirtreiter Kutschfahrten

und Reiten, Schießstättstraße 7,

83727 Schliersee, Tel.: 08026/20011,

Fax: 08026/94568, info@gaestehaussonnenstatter.de,

www.kutsch-undwanderfahrten.de

Informieren: Gäste-Information

Schliersee, Perfallstr. 4, 83727

Schliersee, Tel.: 08026/6065-0, Fax:

08026/6065-20, geöffnet Mo. bis Fr.

8.30–18.00 Uhr, Sa. und So. 10.00–

15.00 Uhr, tourismus@schliersee.de,

www.schliersee.de

80

Spezial | 2015


Kreuth/Wildbad Kreuth

Einmal Wildbad

und zurück

Typ: Rundwanderung

Länge: ca. 6,4 Kilometer

Dauer: ca 2 Stunden

Schwierigkeitsgrad: leicht

Steigung/Gefälle: 48 Meter

Höchster Punkt: ca. 830 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig,

besonders schön aber im Winter

Start/Ziel: Raineralmweg 8,

83708 Kreuth

Wegequalität: gut begehbar, im

Winter gewalzt oder geräumt

Von Kreuth aus auf den Berg

Des Herzogs liebstes Plätzchen

Ist das Dörfchen Kreuth schon ein Urlaubsidyll, dann übertrifft das Kreuther Wildbad diese Erwartungen noch um einiges.

Durch winterlichen Nadelwald und an klaren Bergflüssen vorbei folgt der Weg herrschaftlichen Spuren.

Vom Raineralmweg in Kreuth

aus geht es nach links in den

Wald hinein und über eine

Teerstraße, dann über einen

kurzen Waldweg in Richtung

Weißach. Am Fluss geht es links

herum parallel zum Fluss eine

lange Zeit geradeaus. Nach ein

paar hundert Metern sieht man

über den Fluss hinweg schön

den Gipfel des Leonhardsteins

1 . Sobald am Raineralmweg

eine Abzweigung nach rechts

auftaucht, folgt der Weg dieser

über eine Brücke mit kleinem

Holzhäuschen am Wegesrand.

Über eine Teerstraße, die an

einem herzoglichen Wohnhaus

auf der linken Seite vorbeiführt,

geht es geradeaus weiter, bis

es links den Berg durch den

Nadelwald hinauf zum Kreuther

Wildbad geht. Auf dem freiliegenden

Plateau angekommen,

sieht man die Gebäude des

Bades 2 im Panorama. Der Weg

geht nach rechts ab und führt

an der Gebäudefront entlang

bis zur nächsten Kreuzung, an

der die Kapelle „Zum Heiligen

Kreuz“ 3 liegt. Hier geht es

zunächst rechts herum zur

warmen Heilquelle 4 , dann

weiter bergab zur Herzoglichen

Fischzucht 5 , wo eine bewirtete

Hütte zur Pause einlädt.

Weiter führt der Weg in einer

engen Kurve um die Fischzucht

herum bis zu einer Brücke,

die über einen Nebenarm der

Weißach führt. Wir überqueren

diesen jedoch nicht, sondern

biegen kurz vorher nach rechts

ab und gehen zunächst parallel

zum Fluss. Der Weg schwenkt

nach rechts und führt nun weiter

parallel zur Weißach, bis er

wieder auf die Teerstraße stößt.

An der Kreuzung geht es weiter

geradeaus, ab hier gehen wir

denselben Weg wieder zurück

nach Kreuth. An der nächsten

T-Kreuzung folgt der Weg wieder

parallel dem Lauf der Weißach,

bis man am Startpunkt in

Kreuth ankommt.

Wussten Sie

schon …

.. . dass Bayern bis ins Jahr

1825 mit „i“, also „Baiern“

geschrieben wurde? König

Ludwig I. ersetzte das „i“ durch

ein Ypsilon, um seine Verehrung

für die griechische Kultur

auszudrücken.

.. . dass der Name Wittelsbach

wahrscheinlich vom althochdeutschen

Wort „witu“ für Wald

abgeleitet ist?

.. . dass die Mariensäule in

München von Kurfürsten

Maximilian von Wittelsbach

gestiftet wurde? Damit wollte

er sich dafür bedanken, dass

München und Landshut von

schwedischen Truppen verschont

blieben.

.. . dass die Badenburg im

Schloss park von Nymphenburg

erstes „Hallenbad“ Europas war?

.. . dass es im Jahre 1844 zur

sogenannten Bierrevolution

kam, als König Ludwig I. die

Bierpreise erhöhte? Das Volk

war empört und zwang ihn

letztendloch zur Rücknahme

der Preiserhöhung.

.. . dass die Biskuitböden der

weltberühmten Prinzregententorte

die damaligen sieben

Kreise des Königreichs Bayern

symbolisieren sollten? Und war

gehört dazwischen? Schokobuttercreme

und obendrauf

Marmelade.

Spezial | 2015

81


Der Süden

Kreuth/Wildbad Kreuth

Anreisen und orientieren

Mit dem Flugzeug: Vom Münchner Flughafen sind es etwa 90 km zum Tegernsee,

zunächst mit den S-Bahn-Linien S1, S8 oder mit dem Flughafenbus der

RVO (Ausgang Arnulfstraße) zum Münchner Hauptbahnhof.

Mit der Bahn: Für Besucher aus dem Ausland ist München Hauptbahnhof das

erste Anlaufziel (www.bahn.de), von dort mit der Bayerischen Oberlandbahn

(www.bayerischeoberlandbahn.de) stündlich nach Gmund oder Tegernsee,

dann per Bus 9556 oder Taxi weiter nach Kreuth.

Mit dem Auto: Tegernsee liegt an der A 8 München–Salzburg, von Norden

Ausfahrt Holzkirchen/Tegernsee über B 318/B 307 ca. 25 km bis Gmund, dann

über Bad Wiessee nach Kreuth. Von Süden Ausfahrt Irschenberg über B472/

B307 bis Tegernsee, dann über Rottach-Egern und Oberhof nach Kreuth.

Orientieren: Karte „Tegernsee, Schliersee, Wendelstein“, Maßstab 1:50.000,

Kompass-Verlag, ISBN-13: 978-3854910107, 7,95 Euro. Wanderkarte „Tegernsee

und Umgebung: Mit Ausflugszielen, Einkehr- & Freizeittipps“, Maßstab

1:25.000, Publicpress, ISBN-13: 978-3899202243, 4,95 Euro.

Tourenhöhepunkte

Ein Plateau voller Geschichte

1

Der Leonhardstein,

den man hier hinter

der Weißach aufragen sieht,

ist 1.449 Meter hoch und mit

seiner schrägen Felsenspitze ein

markanter Landschaftspunkt.

Er bietet sich hervorragend

für eine 3 bis 4 Stunden lange

Aufstiegswanderung an, die eine

tolle Aussicht garantiert.

Wildbad Kreuth liegt

2

auf einem Plateau in 850

Metern Höhe an einem Hang

des Hohlensteins. Im Jahr 1490

wurde das Bad zum ersten

Mal urkundlich erwähnt, das

Badehaus entstand 1511 unter

Abt Heinrich V. von Tegernsee.

Etappenprofil

1

Der erhabene Saalbau und die

Wandelhalle liegen am Ende

einer parkähnlichen Freifläche.

Die Kapelle „Zum

3

Heiligen Kreuz“ wurde

1706 erbaut und ein Jahr später

geweiht. Das barocke Gebäude

liegt zwischen Altem Badhaus

und Schusterhäusl und wird

von einem klassizistischen

Brunnen geziert. Der Bischof

von Freising hatte für den Bau

einen Holzsplitter vom Kreuz

Christi gestiftet.

Die Heilquelle „Bad zum

4

Heiligen Kreuz“ führt 13

Grad Celsius warmes Wasser an

die Oberfläche, das mit Schwefel

2 3 4 5

und anderen Stoffen angereichert

ist. 1736 wurde sie zum

ersten Mal erwähnt, aber da das

Badehaus bereits 1511 erbaut

wurde, liegt die Vermutung

nahe, dass die Quelle bereits im

15. Jahrhundert bekannt war.

Die Herzogliche Fischzucht

versorgte früher

5

die herrschaftlichen Gäste. Das

Wasser bleibt stets konstante 7

Grad Celsius warm, daher muss

die Fischzucht auch im Winter

keine Schwierigkeiten fürchten.

Hier gibt es täglich frische und geräucherte

Forellen und Saiblinge

in der kleinen, gemütlichen Hütte

neben den Becken.

Gesundheits-

Wandern

Die Bayerischen Alpen bieten

ein Hochgebirgsklima, stabile

Wetterlage, viele Sonnenstunden

und saubere Luft. Im Heilklimapark

Tegernseer Tal wurden daher

über 300 Kilometer ausgewiesene

Strecken speziell nach

klimatischen Bedingungen wie

Luftqualität, Sonneneinstrahlung,

Pollenflug, Wärmebelastung,

Kälte reize bis hin zu Puls- und

Kalorienwerten ausgearbeitet.

Darunter befinden sich 27

Heilklimawanderstrecken und

16 Nordic-Walking-Routen. Sie

sollen das Herz-Kreislauf-System

sowie die Vitalfunktionen anregen,

den Körper belastbarer machen

und das Immunsystem stärken.

www.tegernsee.com

Tegernsee erleben

und genießen

Schlemmen und schlummern:

Gasthaus Altes Bad, von Brotzeit bis

Gourmetmenü, geöffnet 11.30–23

Uhr, Biergarten bei schönem Wetter

ab 10.30 Uhr, Mo. und Di. Ruhetag, an

Feiertagen geöffnet, Wildbad Kreuth

2, 83708 Kreuth, Tel.: 08029/304,

www.altesbad.de Herzogliche Forellenzucht

Wildbad Kreuth, geöffnet

Mo. bis Sa. 10–17 Uhr, bei schönem

Wetter auch So., Wildbad Kreuth,

83708 Kreuth, Tel.: 08029/997460

oder 0171/4660708. Herzogliches

Braustüberl Tegernsee, prämierte

Spezialitäten und Tegernseer Biersorten

in klösterlicher Atmosphäre,

Schlossplatz 1, 83684 Tegernsee,

www.braustuberl.de Hotel Moarhof,

Wohnungen und Gästezimmer

in familiärer Atmosphäre, Dorfplatz

3, 83707 Bad Wiessee, Tel.:

08022/82619, www.moarhof- badwiessee.de

Das Tegernsee Hotel

& Spa, Neureuthstraße 23, 83684

Tegernsee, Tel.: 08022/1820,

www.dastegernsee.de

Erleben und entdecken: Wanderungen

mit der echten Insiderin

Elisabeth Liedschreiber, Tel.:

0179/4532583, www.litschisbergwelt.de

Naturkäserei Tegernseerland,

Reißenbichlweg 1, 83708

Kreuth, www.naturkaeserei.de Jodschwefelbad,

Badezeiten Mo., Mi. und

Fr. 8–13 Uhr, Di. und Do. 16–19 Uhr,

Adrian-Stoop-Straße 37-47, 83707

Bad Wiessee, Tel.: 08022/86080,

www.jodschwefelbad.de Margret

Fromm/Sportwelt Kreuth, Verleih

von Langlaufausrüstung und Schneeschuhen,

geöffnet Mo. bis Sa., 9 bis

18 Uhr, in der Wintersaison auch So.

9–16 Uhr, Nördliche Hauptstr. 4,

83708 Kreuth, Tel.: 08029/402,

www.sportwelt.kreuth.de Rainer

Bierschneider Pferdeschlittenfahrten,

Am Kirchberg 10, 83708 Kreuth, Tel.:

08029/232 Museum Tegernseer Tal,

geöffnet vom 26. Mai bis 7. Oktober,

Di. bis So. 14-17 Uhr, Mi. 11–17

Uhr, Mo. Ruhetag, Seestr. 17, 83684

Tegernsee, Tel.: 08022/4978, www.

museumtegernseertal.de Aquadome,

begehbares XXL- Aquarium, freier

Eintritt, geöffnet täglich von 10–19

Uhr, Bad Wiessee Überfahrtweg 13,

Tel.: 08022/857495. Edelbrand

Destillerie Liedschreiber, Schafstatt

1, 83703 Gmund am Tegernsee, Tel.:

08022/75412, www.liedschreiber.com

Lesen und informieren: Infos und

Buchung Tegernseer Tal Tourismus

GmbH, Hauptstr. 2, 83684 Tegernsee,

Tel.: 08022/927380, info@tegernsee.

com, www.tegernsee.com Tourist-

Information Kreuth, Nördl. Hauptstr.

3, 83708 Kreuth, Tel.: 08029/1819,

www.kreuth.de. Geschichte der

Wittelsbacher zum Weiterlesen in

„Die Wittelsbacher: Könige und

Kaiser aus Bayern“ von Andreas

Brunner, ISBN-13: 978-369640167,

Parthas Verlag, 12,90 Euro.

82

Spezial | 2015


Starnberger See

Um die Roseninsel

Typ: Rundwanderung

Länge: 11,5 Kilometer (mit S-Bahn-

Rückfahrt Possenhofen-Feldafing

7,8 km)

Dauer: ca. 3,5-4 Stunden (mit

S-Bahn-Rückfahrt 2,5-3 Std.)

Schwierigkeitsgrad: leicht

Steigung/Gefälle: ca. 200 Meter

Höchster Punkt: 690 Meter

Beste Wanderzeit:

Blütezeit Juni-August

Start/Ziel: S-Bahn-Haltestelle in

82340 Feldafing, Traubinger Str. 1

Wegequalität: Straßen, Forstwege

und Fußwege, streckenweise steiler

und mit Stufen.

Wandern am Starnberger See

Auf Sisis und Ludwigs Spuren

Wo die junge Sisi einst ausritt und sich später mit dem bayerischen Märchenkönig Ludwig II. traf – der Starnberger See

ist reich an Geschichte. Hier heißt es wandern, baden, Boot fahren – und Blicke bis zu den Alpen genießen.

Von der S-Bahn-Haltestelle

Feldafing kommend, unterqueren

wir die Bahnlinie, gehen

hinüber zum Bahnhofsgebäude

und links in die Bahnhofstraße.

Hinter dem Maibaum biegen wir

rechts in die Parkstraße. Links

geht es auf der Neindorffstraße

zum Bernheimer-Platz 1 . Wir

folgen rechts dem Kiesweg über

den Platz, gehen dann rechts auf

der Höhenbergstraße weiter. Vor

Haus Nr. 19 steigen wir links die

„Himmelsleiter“ mit Stufen zur

Thurn-und-Taxis-Straße hinab.

Ihr folgen wir rechts hinab und

passieren rechter Hand die Villa

Waldberta 2 . Wir gehen weiter

abwärts, bis zur Staatsstraße,

überqueren diese und folgen

dem Weg, an der Schranke

vorbei, in den Wald. Bei einer

Übersichtstafel lenkt uns die

Beschilderung „Roseninsel“ nach

rechts, nach einer Brücke wieder

links. Der Weg führt nun am

Seeufer zum Lenné-Denkmal 3

. Bald erreichen wir den Glockensteg.

Mit der Holzfähre fahren

wir zur Insel hinüber. Dort folgen

wir dem Weg rechts in Ufernähe.

Wir passieren das Südufer

mit Pavillon und Alpenblick,

wandern dann zum Nordostufer,

wo eine Tafel die uralten

Reste von Pfahlbauten unter

Wasser erklärt. Wir erreichen

das Zentrum der Roseninsel 4

mit Rosengarten, Museum und

Casino. Mit der Fähre fahren wir

anschließend zurück und folgen

dem Seeuferweg rechts. Wir bleiben

am Ufer und passieren bald

das Strandbad. Am Parkplatz

folgen wir kurz der Teerstraße,

danach leiten uns rechts Schilder

Richtung „Pöcking, Possenhofen“

auf den Uferweg. Links liegt das

Forsthaus am See 5 . Wir bleiben

am Seeufer und erreichen

den Ortsrand von Possenhofen.

Vorbei am Restaurant Schiffsglocke

erreichen wir den Dampfersteg,

wo rechts der Maler Sepp

Wagner mit seinem kleinen

Atelier residiert. Gleich danach

gehen wir rechts durch den Torbogen

und auf den Weg Richtung

See. Vom Weg an der Hecke

blicken wir links auf Schloss

Possenhofen 6 . Wir halten uns

links, gehen auf einem Pfad über

eine Liegewiese und folgen dem

nächsten Kiesweg links. Wir

halten uns am Teersträßchen

links und erreichen, vorbei

an einer Schranke, die Straße

mit Parkplätzen. Wir gehen die

Straße hinauf zur Fischmeisterkapelle

7 . Wir spazieren rechts

am Gasthof vorbei und gehen

danach rechts auf einen Weg zur

Jugendherberge (den folgenden

Wegabschnitt über den Kalvarienberg

kann man auslassen,

indem man auf der Straße bleibt,

an der Durchgangsstraße rechts

geht, dann links zum S-Bahnhof).

Der Weg zum Kalvarienberg

führt durch Wald und bald

links auf einer Brücke über den

Bach. Jenseits geht es auf Stufen

hinauf zur Durchgangsstraße.

Ihr gegenüber folgen wir dem

Kiesweg bergauf. Bei Kalvarienbergtafel

I zweigen wir links

über Stufen ab und steigen auf

den Kalvarienberg Possenhofen

8 . Wir steigen auf der anderen

Seite des Hügels ab und wählen

den linken der Wege, der über

Stufen direkt abwärts führt. Unten

gehen wir links und auf dem

anschließenden Forstweg rechts.

Der Beschilderung „S“ folgend

erreichen wir den S-Bahnhof

Spezial | 2015

83


Der Süden

Starnberger See

Anreisen und orientieren

Mit der Bahn: Der S-Bahnhof Feldafing liegt an der S-Bahnlinie S6 München-Tutzing

mit Anschluss an die Innenstadt und Garmisch-Partenkirchen, www.bahn.de.

Mit dem Auto: Anreise über die A95 München – Garmisch-Partenkirchen und die A952

nach Starnberg. Von dort auf der B2 Richtung Weilheim nach Feldafing.

Orientieren: Christian Rauch, „Fünfseenland“, Kulturwanderungen

am Starnberger See und in der Nähe, Bergverlag

Rother, 2013, 16,90 Euro. „UK 50-41 Ammersee, Starnberger

See“, Karte der Bayerischen Landesvermessung, Maßstab

1:50.000, ISBN-10: 3860384368, 8,90 Euro. „Rad- und

Wanderkarte Starnberger Fünf-Seen-Land“, mit Ausflugszielen,

Einkehr- & Freizeittipps, wetterfest, Maßstab 1:50.000, Publicpress,

ISBN-10: 3899203410, 4,95 Euro.

Possenhofen mit dem Kaiserin-

Elisabeth-Museum 9 . Von hier

ist eine Rückfahrt zur Haltestelle

Feldafing möglich. Für den

Rückweg per Pedes nehmen wir

links vor dem Museumsgebäude

einen geteerten Fußweg. Den

stangenförmigen Wegweisern

zur Wolfsschlucht folgend, gehen

wir bald links eine Straße hinab,

dann rechts an einem Haus vorbei

in die Schlucht. Am Ende der

Schlucht gehen wir rechts hinauf

zu den Gleisen, links und bald

rechts durch eine Unterführung

(Schild Kalvarienberg). Jenseits

geht es links am Gleis entlang,

dann rechts zu einer Straße.

Kurz rechts haltend erreichen

wir einen geteerten Fußweg, der

links steil hinaufführt. Rechts

vom Friedhof erreichen wir

über Stufen die Panoramahöhe

und gehen links. Neben einer

ockerfarbenen und roten Villa

folgen wir steilen Stufen links

hinab. Nach den Stufen geht es

weiter abwärts. Bevor die Straße

sich stark nach links wendet,

führt uns ein schmaler Fußweg

(neben einem Halteverbotsschild)

zur Wielinger Straße. Dort gehen

wir rechts und bleiben auf einem

Fußweg, immer am Gleis entlang.

Zuletzt erreichen wir rechts der

Straße wieder den Parkplatz der

S-Bahn-Haltestelle Feldafing.

Tourenhöhepunkte

Geschichte(n) am Starnberger See

1

Bernheimer-Platz: Den

heutigen Park, bis 1926 ein

Schuttplatz, stifteten die Villenbesitzer

Otto Bernheimer und Paul

von Neindorff. Der Brunnen trägt

eine Nachbildung des „Genietto“

im Palazzo Vecchio in Florenz.

2

Villa Waldberta: Sie

wurde 1902 für den Bankier

Bernhard Schuler erbaut. Heute

ist die Villa ein internationales

Künstlerhaus der Stadt München

für Stipendiaten.

3

Lenné-Denkmal: Die

Büste zeigt Peter Joseph

Lenné, einst Generaldirektor der

Königlich Preußischen Hofgärten

und Erbauer von über 300 Gärten

und Parks. Für König Maximilian

II. von Bayern schuf er in den

1850er Jahren den Park.

4

Roseninsel: Vor Jahrhunderten

waren hier Fischer

Etappenprofil

1

zu Hause. König Maximilian II.

und Ludwig II. errichteten den

Rosengarten, das kleine Landhaus

im „pompejanischen Stil“ („Casino“,

gegen Gebühr zu besichtigen).

Die Glassäule war 1854 Geschenk

des preußischen Königs Friedrich

Wilhelm IV. Im Gartenhäuschen

ein kostenloses Museum mit

Tafeln über die Inselgeschichte.

5

Forsthaus am See: Schöne

Einkehr mit Restaurantterrasse.

Der Fischer Kugelmüller

hatte es errichtet, nachdem er die

Roseninsel an den König verkauft

hatte. (Dem Schriftsteller Ödön

von Horváth diente es als Vorlage

für das „Seerestaurant“ im Roman

„Der ewige Spießer“.)

6

Schloss Possenhofen

wurde 1536 erbaut. 1834

kaufte es Herzog Max Joseph in

Bayern. Seine Tochter Elisabeth,

2 3 4 5 6 7 8 9

genannt Sisi, später Kaiserin von

Österreich, wuchs hier glücklich

auf (leider keine Besichtigung).

Fischmeisterkapelle:

7 Die kleine Kapelle (Mitte

19. Jh.) und der ehemalige Gasthof

Schauer bilden ein dörfliches

Ensemble, das einst an der

Zufahrt zum Schloss lag.

Kalvarienberg Possenhofen:

Sisi besuchte den Berg,

8

der damals weniger zugewachsen

war, häufig. Oben steht eine

Kreuzigungsgruppe aus dem 17.

Jahrhundert und eine Kapelle.

Kaiserin-Elisabeth-

9

Museum: Im Prunkwartesalon

des königlichen Bahnhofs

Possenhofen 1998 eingerichtet. Es

zeigt Erinnerungsstücke der

Kaiserin, Bilder und Plastiken

sowie Exponate zu König Ludwig

II. und dem Starnberger See.

Genuss und mehr

am Seeufer

Schlemmen und schlummern:

Strandbad Feldafing, Königinstraße

4, 82340 Feldafing, Tel.:

08157/8200. www.strandbadfeldafing.de.

Forsthaus am See,

Seestraße 1, 82343 Pöcking, Tel.:

08157/93010. www.forsthaus-amsee.de.

Schiffsglocke, Seeweg 4,

82343 Pöcking, Tel.: 08157/997247.

Golfhotel Kaiserin Elisabeth,

Tutzinger Str. 2, 82340 Feldafing,

Tel.: 08157/93090, www.kaiserinelisabeth.de.

Hotel Garni Kefer, Hindenburgstraße

12, 82343 Pöcking,

Tel.: 08157/93170, www.hotelkefer.de.

Zur Post, Hauptstraße 19,

82343 Pöcking, Tel.: 08157/1398,

www.posthotel-poecking.de

Entdecken und besichtigen:

Buchheim Museum der Phantasie

(9 km von Feldafing), weltberühmte

Sammlung des Künstlers und Autors

von „Das Boot“, Am Hirschgarten 1,

82347 Bernried, Tel.: 08158/99700,

www.buchheimmuseum.de. Museum

Starnberger See (6 km von Feld a-

fing), Modelle einstiger königlicher

Prunkschiffe, Possenhofener

Strasse 5, 82319 Starnberg, Tel.:

08151/4477570, www.museumstarnberger-see.de

Informieren: Roseninsel Öffnungszeiten

und Überfahrten bei

Bayer. Schlösserverwaltung, Tel.:

08151/6975, www.schloesser.

bayern.de. Fähre zur Roseninsel:

Mai bis Mitte Oktober, 11–18 Uhr,

Juni-Mitte September 10–18 Uhr,

wenn Hochzeiten stattfinden erst

ab 12 Uhr! Tel.: 0171/7222266,

www.faehre-roseninsel.de.

Tourist-Information Starnberger

Fünf-Seen-Land: Wittelsbacherstraße

2c, 82319 Starnberg, Tel.:

08151/90600, www.sta5.de.

84

Spezial | 2015


Feldbergsteig

Feldbergsteig/

Hochschwarzwald

Im sonnenverwöhnten

Südwesten Deutschlands liegt der

Schwarzwald. Etwa 40 Kilometer

südöstlich von Freiburg erhebt

sich mit dem Feldberg der

höchste Gipfel aus dem größten

deutschen Mittelgebirge. Mit

dem Feldbergsteig macht eine

abwechslungsreiche Rundwanderroute

die Kulturlandschaft

um den Gipfel erlebbar.

Typ: Rundwanderung

Länge: 12 Kilometer

Dauer: 4,5 Stunden

Steigung/Gefälle: je 496 Meter

Schwierigkeitsgrad: mittel

Höchster Punkt: 1.493 Meter

Beste Wanderzeit: Ende Mai bis

Ende Oktober

Start und Ziel: Haus der Natur

beim Feldberger Hof,

79686 Feldberg

Wegequalität: Premiumweg

Extratour Feldbergsteig,

zertifiziert vom Deutschen

Wanderinstitut (7 Punkte)





























































Premiumwandern im Hochschwarzwald

Aussichten und Auerhühner

Der Feldbergsteig führt über und um Deutschlands höchsten

Mittelgebirgsgipfel. Abwechslung vom ersten bis zum letzten

Schritt: Aussichten bis in die Alpen, Weidfelder, Blaubeeren,

wilde Steilstücke, Auerhühner und der verträumte Feldsee.

Links am Haus der Natur (1) vorbei

streift der Feldberg-Steig den

Feldberggarten (2) und steigt an.

Hinter einer Linkskurve zweigt er

nach rechts vom Hauptweg ab, unterquert

die Seilbahn und verläuft

dann parallel zu ihr hinauf zum

Bismarck-Denkmal (3) auf dem

Seebuck (4). Ein Abstecher von

200 Metern in südwestliche Richtung

führt zum Feldbergturm mit

Aussichtsplattform. Der Aufstieg

ist nicht unbedingt erforderlich,

denn im weiteren Verlauf begleitet

ein herrliches Alpenpanorama

den über den Grüblesattel sanft

zum Feldberggipfel (5) ansteigenden

Weg. Rechts am Fernsehturm

vorbei und an der Gabelung

dahinter links abbiegen. Der

Feldbergsteig fällt nun ab bis zur

St. Wilhelmer Hütte. Dort geht es

hangparallel nach rechts Richtung

Norden weiter, bis der Steig an

der nächsten Gabelung als Pfad

vom breiteren Weg nach rechts

abzweigt. Er durchquert den blaubeerreichen

„Osterrain“ am Nordosthang

des Feldbergs, wo sich

Schluchtweiden in den Lawinenbahnen

mit Fichten auf den Rippen

dazwischen abwechseln. Kurz

hinter einer kleinen Holzbrücke

trifft der Weg auf den Hauptweg

zur Zastler Hütte. Davor knickt

der Weg Richtung Baldenweger

Hütte nach rechts ab und steigt

wieder an. Vorbei am Naturfreundehaus

und bis zur Baldenweger

Hütte mit weitläufiger Aussicht.

Von der Hütte geht es noch kurz

weiter auf dem Fahrweg Richtung

Rinken. In der ersten Linkskehre

zweigt der Feldbergsteig nach

rechts ab und taucht auf dem neu

angelegten Sägebach-Pfad in den

Zur nächsten Einkehr ist es

am Feldbergsteig nicht weit.

Wald ein. Der Abstieg über Stege

und kleine Hängebrücken entlang

des Bachs mit kleinen Wasserfällen

ist der abenteuerlichste Teil des

Feldbergsteigs. Unten an der

Forststraße führt der Weg rechts

Richtung Feldsee weiter. Dann den

zweiten Rechtsabzweig nehmen

und über eine Lichtung mit dem

Raimartihof bis zum Feldsee (6)

laufen. Dort kann man sich entweder

für eine Seeumrundung durch

das Feldseemoor entscheiden oder

sich sofort nach links wenden, um

auf dem Karl-Egon-Weg in mehreren

Kehren durch den Bannwald

aufwärts zum Ausgangspunkt

zurückzuwandern.

Naturschutz mit

Messer und Gabel

Das Dreiländereck Deutschland,

Frankreich, Schweiz ist berühmt

für seine gute Küche. Dort wird

Wert auf hochwertige Zutaten

und sorgsame Verarbeitung

gelegt. 32 engagierte und kreative

Gastro nomen haben sich zu den

Naturparkwirten zusammengeschlossen.

Sie verfeinern

heimische Lebensmittel nach

traditionellen Rezepten, um

den Geschmack des Naturparks

Südschwarzwald auf die Zunge

zu bringen. Eine wertvolle Unter -

stützung für die Schwarzwaldbauern,

die mit ihrer mühevollen

Arbeit das typische Landschaftsbild

bewahren. Mehr Infos unter

www.naturparkwirte.de

Spezial | 2015

85


Der Süden

Feldbergsteig

© AndreasWeber/istockphoto.com

Der Feldberg ist mit 1.493 m der

höchste Berg des Schwarzwalds.

Anreisen und orientieren

Anreisen: Mit der Bahn vom ICE-Bahnhof Freiburg bis Bahnhof Bärental

(stündlich, Fahrzeit etwa 50 Minuten), dann weiter mit der Buslinie 7300

Titisee – Schopfheim bis HS „Feldberger Hof“. Infos zu Fahrplänen:

Tel.: 01803/19449, www.rvf.de, www.bahn.de

Mit dem Pkw via A 5 bis Ausfahrt Freiburg Mitte oder via A 81 bis Ausfahrt

Geisingen, weiter auf der B 31 bis Seehöfe, dann B 317 bis Feldbergpass,

kostenpflichtige Parkmöglichkeiten.

Orientieren: Auf Schusters Rappen rund um den Feldberg: Wanderkarte

1:25.000; Hrsg. Tourist-Information Feldberg, 2006, 4 Euro.

Hochschwarzwald/Feldberg-Schluchsee: Wanderkarte 1:35.000, offizielle

Wanderkarte des Schwarzwald-Vereins; LVA Baden-Württemberg, 2009,

5,20 Euro.

Bernhard Pollmann: Schwarzwald Süd, Die schönsten Wanderungen

zwischen Freiburg und Basel; Rother Wanderführer, 2009, 12,90 Euro.

Ralph-Raymond Braun: Südschwarzwald mit Freiburg, Basel, Markgräflerland;

Michael Müller Verlag, 2008, 15,90 Euro.

Tourhöhepunkte

Von Gärten, Gipfeln und Gletschern

1

Haus der Natur: Interaktive,

multimediale Ausstellung

mit 3D-Schau zum Naturschutzgebiet

Feldberg, geführte Wanderungen

und Themenexkursionen,

Kinderprogramm, Verleih von

Rückentragen für den Wichtelpfad

und von Hosentaschen-Rangern.

2

Feldberggarten mit rollstuhltauglichem

Holzsteg:

Informationstafeln an vielen

naturnahen Freiflächen, ansehnlichen

Schaubeeten und einem

kleinen Wäldchen erklären die

Lebensräume der am Feldberg

lebenden Pflanzen und Tiere.

3

Bismarck-Denkmal: Aus

Bruchsteinen errichtet,

erhebt sich der beliebte Picknickplatz

im Gipfelbereich des

berühmten Seebuck am Rande des

Feldseekessels.

4

Seebuck: Mit 1.448 Metern

zählt der Seebuck neben

dem Baldenweger Buck (1.462 m)

und dem Feldberggipfel (1.493 m)

zu den höchsten Kuppen des

Feldbergmassivs.

5

Feldberggipfel: Der Name

stammt vom mittelhochdeutschen

„Velt“, was so viel wie

„größere unbewaldete Fläche“

bedeutet. Die Spitze scheint also

schon länger waldfrei zu sein. Der

plötzliche Übergang zu hochwüchsigem

Wald lässt allerdings schließen,

dass es sich nicht um eine

natürliche Waldgrenze handelt.

6

Feldsee: Der Feldberggletscher

hinterließ diesen

verträumten, fast kreisrunden

Karsee in der von ihm ausgehobelten

Mulde. Steile, bewaldete

Hänge umschließen das glitzernde

Wasser von drei Seiten. Ein

Uferweg umrundet das nährstoffarme

Gewässer unterhalb des

Seebuckgipfels.

Wer findet Anton

Auerhahn?

Etwa 2.400 Kinderschritte lang

führt der Wichtelpfad durch den

Auerhahnwald. Er startet am Café

Waldvogel, zwei Gehminuten vom

Haus der Natur entfernt. Entlang

der 1,8 Kilometer hilft Velt, der

Feldberg-Wichtel, dem Postboten

Ferdinand, Anton Auerhahn zu

finden. An zwölf Stationen mit

Wichtelhäusern, Kletterbäumen,

Riesenhörrohr, Hochsitz und

Fuchsbau suchen sie, bis sie ihn

im Wichteldorf finden. Vor allem

Kinder zwischen fünf und zehn

Jahren können ihnen dabei helfen

und herausfinden, was in dem

Brief für Anton geschrieben steht.

www.wichtelpfad.info

Etappenprofil

3 4 5 6

1 2









Einkehren und

faul sein

Einkehren: Feldberger Hof,

Tel.: 07676/180, H****, Familotel,

www.feldberger-hof.de Café

Waldvogel, Tel.: 07676/480,

Ferienwohnung, Donnerstag

Ruhetag, www.cafe- waldvogel.de

St. Wilhelmer Hütte, Tel.: 07676/342,

Mittwoch Ruhetag, www.sanktwilhelmerhuette.de

Zastler Hütte,

Tel.: 07676/244, Donnerstag Ruhetag,

www.zastler-huette.de

Naturfreundehaus Feldberg,

Tel.: 07676/336, Ansprechpartner

Frau Kober, Tel.: 0721/405096,

45 Betten in Einzel-, Doppel- und

Mehr bettzimmern, Selbstversorgung

ist möglich, www.naturfreundehausfeldberg.de

Baldenweger Hütte,

Tel.: 07676/353, geniale Aussicht,

28 Betten in Mehrbettzimmern,

baldenwegerhuette1321m@hotmail.com

Gasthaus Raimartihof, Tel.:

07676/226, einer der ältesten Höfe

des Hochschwarzwalds, behutsam

modernisierte Stube mit Kachelofen,

Wildgerichte aus eigener Jagd.

Achtung: Dienstag ist Ruhetag!

www.raimartihof.de Seebuck

Hütte, Tel.: 07676/258, www.freiburgschwarzwald.de/

huetten.htm

Schlafen: Ein Klick auf Unterkünfte

öffnet auf dieser Seite eine sehr übersichtliche

Auflistung der Feldberger

Übernachtungsbetriebe mit Bild,

Kategorie und Preisangabe: www.

schwarzwald-tourismus.info/orte_

regionen/orte_ staedte/feldberg

Faul sein: Mit der Feldbergbahn

175 Höhenmeter bis zum Bismarck-

Denkmal überwinden: Juli bis

September 9 bis 17 Uhr, übriges Jahr

9 bis 16.30 Uhr, Berg- und Talfahrt

inklusive Turm und kostenfreies

Parken: 8,60 Euro, Kinder 6,30 Euro,

weitere Kombi angebote mit dem

Haus der Natur, www.feldbergbahn.de

Sparen: Die KONUS-Gästekarte

(Kurkarte) ermöglicht freie Fahrt mit

Bus und Bahn in der Ferienregion

Schwarzwald zwischen Rhein und

Neckar, Pforzheim und Waldshut.

Über 6.000 Gastgeber händigen den

Freifahrtsschein bei der Anmeldung

ihren Gästen aus, www.konusschwarzwald.de

Surfen: www.naturparksu

edschwarzwald.de,

www.schwarzwald-tourismus. info/

reisethemen/wandern,

www. feldberg-steig.de

Informieren: Naturschutzzentrum

Südschwarzwald, Haus

der Natur, Dr.-Pilet-Spur 4, 79868

Feldberg, Tel.: 07676/9336-30, Fax:

-33, Ausstellung und 3D-Schau, 10

bis 17 Uhr (Winterhalbjahr: Montag

Ruhetag), Ausstellung 2,50 Euro,

ermäßigt 1,50 Euro,

Naturschutzzentrum@naz-feldberg.de,

www.naturschutzzentren-bw.de

Feldberg Touristik, Kirchgasse 1,

79868 Feldberg, Tel.: 07655/8019,

tourist-info@feldberg-schwarzwald.de,

www.feldberg-schwarzwald.de

86

Spezial | 2015


Südschwarzwald

Zwischen Feldberg

und Belchen

Typ: Streckenwanderung

Länge: 13,1 Kilometer

Dauer: 4 Stunden

Markierung: blau-rotes Logo

Wasserfallsteig

Schwierigkeit: mittelschwer

Steigung/Gefälle: ca. 500 Meter

rauf/720 Meter runter

Höchster Punkt: ca. 1.231 Meter

Beste Wanderzeit: Mitte April/Mai

bis Oktober (je nach Schneelage)

Wegequalität: überwiegend Pfade

und Waldwege, Schotter

Start/Ziel: Wanderparkplatz August-

Euler-Platz, Passhöhe B 317, 79868

Hebelhof-Feldberg / Parkplatz

Kurhausstraße, 79674 Todtnauberg

Vom Feldbergpass nach Todtnauberg

Auf Spritztour

Es rauscht! Im Hochsommer erfrischt diese spritzige Tour zu den ungezähmten Wassern des Hochschwarzwalds.

Erst tobt die wilde Wiese, dann beeindruckt der Fahler Wasserfall, und mit dem Todtnauer Wasserfall donnert

Deutschlands höchstes Naturspektakel dieser Art ein würdiges Finale.

Von der Bushaltestelle Hebelhof

am Gasthof Feldbergpass

vorbei ein kurzes Stück entlang

der Straße zurückgehen zum

Parkplatz P4. Bei der Wasserfallsteig-Info-Tafel

fällt ein Pfad

zur Wiesenquelle 1 ab. Ein

etwas breiterer Weg strebt

links in den Wald hinein. Wenig

später zweigt ein Pfad rechts ab,

schlängelt sich – begleitet von

Versen des Dichters Hebel 2 –

durch Fichtenwald hinunter,

tritt aus dem Wald, läuft als

gemähter Streifen unterhalb der

alten Skisprungschanze Fahler

Loch über eine Wiese, schwenkt

noch vor der Mittelstation rechts

und tritt in frischen Buchenwald

ein. Über mehrere Brücken

wechselt der Wasserfallsteig die

Uferseite der bereits mächtig

angeschwollen Wiese 3 . Wenn

das Gefälle abflacht, verbreitert

sich das Tal, und der Weg kreuzt

bei einem Picknickplatz die

B 317. Zwischen dem Parkplatz

der Schwarzwald-Kaserne

und der nach oben laufenden

Straße setzt sich der Weg als

Pfad fort und eröffnet einen

weiten Blick über das Wiesental.

Hinter einem Viehgatter zweigt

ein Pfad rechts hinauf bis zur

Bushaltestelle Todtnauer Hütte.

Beim Parkplatz Rothenbacher

Rank biegt der Wasserfallsteig

links ab, gleich hinter der

Brücke geht’s wieder links,

um auf dem Rundweg Fahler

Wasserfall 4 den Kaskaden

von oben nach unten zu folgen.

Nach dem Wasserfall setzt sich

der Weg am Hang entlang mit

Blick auf die Straße in einigem

Abstand zur Wiese und den

Häusern von Fahl fort, lässt

nach langer Zeit das Gedröhne

des Wassers hinter sich, passiert

eine Zufahrt zur Straße, wird zu

einem zweispurigen Fahrweg,

durchläuft ein kurzes Waldstück

und nähert sich Brandenberg.

Der Pfad mündet in einen breiteren

Weg. Wenig später verlässt

er ihn links abwärts. Bei den

Häusern kreuzt der Wasserfallsteig

einen Asphaltweg. Ein

Stück nach links setzt er sich

oberhalb einer Kneipp-Anlage

fort und läuft an Tennisplätzen,

Freibad und oberhalb der Gartenwirtschaft

Waldeck vorbei in

die Wolfsschlucht 5 . Dahinter

rechts, dann zweigt der Weg sofort

wieder rechts ab und kurvt

den Hang zum Kriegerdenkmal

6 hinauf. Der breite Hochweg

Richtung Todtnau und Sonnhalde

verläuft bis zum Bauwagen eines

Waldkindergartens recht eben.

Kurz vorher führt ein Schotterweg

rechts hinauf, verjüngt sich

zu einem Pfad unter Buchenwald

und bringt uns nach etwa zwei Kilometern

gemächlichen Anstiegs

zum Todtnauer Wasserfall 7 .

Über Treppenstufen und einige

Brücken erreicht der Wasserfallsteig

oberhalb des Naturschauspiels

den Schwimmbadweg,

knickt vor dem Berger Bad links

ab und endet an der Bushaltestelle

„Sternen“ in der Kurhausstraße

Todtnauberg 8 .

Imposante Strudel prägen den Steig.

Spezial | 2015

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Der Süden

Südschwarzwald

Anreisen und orientieren

Mit Bus & Bahn: Aus Freiburg: Bahn 727/728 nach Titisee, Südbadenbus 7300

von Titisee Richtung Todtnau/Zell im Wiesental, HS Hebelhof am Feldbergpass;

Bahn 727 bis Neustadt (Schwarzw), Südbadenbus 7300 weiter s.o. www.bahn.de,

www.bergwelt-suedschwarzwald.de (Busfahrpläne unter Anreise & Mobilität im

Menü Orte & Region). Inhaber der KONUS Gästekarte nutzen Busse und Bahnen im

Schwarzwald kostenlos. Taxi Maier, 79674 Todtnau: Tel. 07671/1438

Mit dem Auto: Aus Freiburg: B 31 Richtung Hinterzarten/Titisee-Neustadt, Abfahrt

auf B 317/B500 Richtung Basel/Feldberg/Schluchsee/Lenzkirch/Waldshut bis Feldbergpass;

aus Donaueschingen: B31 Richtung Titisee-Neustadt, weiter s.o.

Orientieren: Wanderkarte mit Wanderführer Todtnauer Ferienland, M 1:30.000,

Digitale Kartographie Frank Ruppenthal, 6,90 Euro.

Tourenhöhepunkte

Zwischen Feldberg und Todtnauberg

1

Wiesenquelle: An dieser

gefassten Quelle auf 1.200

Metern entspringt nicht nur die

Wiese, sondern beginnt auch der

Wasserfallsteig. „Des Feldbergs

liebligi Tochter“, wie Heimatdichter

Hebel sie charakterisiert. Seine

Ode an den Fluss steht auf einer

Tafel neben der Quelle.

Hebel: Das erste Stück des

2

Wasserfallsteigs ist auch

als Hebelweg bekannt. Tafeln

mit Versen des alemannischen

Mundartdichters Johann Peter

Hebel begleiten die stürzenden

Wasser am Wanderweg. Auch

Goethe und Tolstoi bewunderten

die Werke des Wiesentälers.

3

Wiese: Schon so wenige

Meter nach ihrer Quelle

kommt das Wiese-Wasser so

richtig in Fahrt: Quirlig rauscht

es über unzählige kleine

Wasserfälle, Steintreppen und

Gumpen durch das schluchtartige

Tal. Welch ein Auftakt!

Fahler Wasserfall: Vom

4

Stübenwasen, einem

Nachbarn des Feldbergs,

stammt das Wasser des

Rotenbachs. Auf Höhe des

Parkplatzes stürzt er über

mehrere Stufen 50 Meter in die

Tiefe. Von Wanderwegen und

Brücken kann man ihm dabei

zuschauen.

5

Wolfsschlucht: Bevor

sich Wasserfallsteigpfad

und Wiese endgültig trennen,

„küssen“ sie sich noch einmal:

Auf ein paar hundert Metern

verengt sich der Flusslauf

zur Wolfsschlucht, die Wiese

rauscht zum Abschied, dann

wendet sich der Wasserfallsteig

allmählich dem Stübenbach zu.

6

Kriegerdenkmal: Ein

überdimensionales

Schwert ragt an der Gedenkstätte

Kriegsgefallener gen

Himmel. Dort stehen Pausenbänke

mit Ausblick auf Todtnau

und seinen 1.065 Meter hohen

Hausberg Hasenhorn.

7

Todtnauer Wasserfall:

Insgesamt stürzt sich das

Wasser des Stübenbachs 97

Meter in die Tiefe. Die höchste

der vier Stufen ist mit 60

Metern die höchste Einzelstufe

deutscher Mittelgebirge. Seit

1987 steht der weitgehend

naturbelassene Wasserfall

zwischen Todtnauberg und

Aftersteg als Naturdenkmal

unter Schutz.

Todtnauberg: Südwestlich

vom Feldberg bettet

8

sich der Höhenluftkurort in

ein Hochtal auf rund 1.000

Metern. Bei guter Sicht rücken

sogar die Alpen ins Blickfeld.

Etappenprofil

1

2 3 4 5 6 7 8

Bestens gerüstet

Schlemmen und schlummern:

Jugendherberge Hebelhof

Feldberg, Passhöhe 14, 79868

Feldberg, Tel.: 07676/221,

www.jugendherberge-feldberg.de

Gasthof Feldbergpass, Passhöhe

17, 79868 Feldberg, Tel.:

07676/9333855, www.feldbergpass.de

Gasthof Wasmer, An

der Wiesenquelle 1, 79868

Feldberg, Tel.: 07676/230,

www.gasthof-wasmer.de

Hotel Restaurant Lawine,

Fahl 7, 79674 Todtnau-Fahl, Tel.:

07676/93330, www.lawine.de

In der Umgebung:

Hotel Engel, Kurhausstr. 3, 79674

Todtnauberg, Tel.: 07671/91190 39,

www.engel-todtnauberg.de

Landhotel & Chalets Herrihof,

Kurhausstr. 21, 79674 Todtnauberg,

Tel.: 07671/9997322,

www.herrihof.de Café Restaurant

Waldblick, Schwimmbadweg 23,

79764 Todtnauberg,

Tel.: 07671/2229977,

www.waldblick-todtnauberg.de

Günstiger urlauben:

Die Gastgeber an 141 Ferienorten

im Schwarzwald drücken den bei

ihnen übernachtenden Urlaubern

die KONUS Gästekarte in die Hand.

Inhaber fahren in der gesamten

Ferienregion Schwarzwald kostenlos

mit Bus und Bahn. Die Bergwelt

Card der Bergwelt Südschwarzwald

vergünstigt zusätzlich viele

Attraktionen bei gezahlter Kurtaxe:

www.konus-schwarzwald.info,

www.bergwelt-suedschwarzwald.de

(Service, Bergwelt Card)

Informieren:

Tourismus GmbH zwischen

Feldberg und Belchen, Meinrad-

Thoma-Str. 21, 79674 Todtnau,

Tel.: 07671/96969-5, www.

bergwelt-suedschwarzwald.de

Tourist-Information Todtnauberg,

Kurhausstr. 18, 79674 Todtnauberg,

Tel.: 07671/96969-0

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Spezial | 2015


Fränkisches Weinland

Im Steigerwald

Typ: Streckenwanderung

Länge: ca. 12,4 Kilometer

Dauer: ca. 3,5 Stunden

Markierung: nicht einheitlich

Schwierigkeitsgrad: mittel

Steigung/Gefälle: ca. 340/380 Meter

Höchster Punkt: 474 Meter

Beste Wanderzeit: ganzjährig

Start: Barockschloss, 97355 Castell

Ziel: Marktplatz, 97346 Iphofen

Wegequalität: gut begehbare Wege

Von Castell nach Iphofen

Über den Schwanberg

Vom Residenzörtchen Castell geht es durch die Lagen Schlossberg, Reitsteig und Kugelspiel

den bewaldeten Schwanberg mit Schloss und Schlosspark hinauf. Hinab führt der Weg an den

Rebstöcken des berühmten Julius-Echter-Bergs vorbei in die Weinstadt Iphofen.

Langstrecke Steigerwald-Panorama

Vom Casteller Schloss 1 über die

Breite Straße zum Rathausplatz

gehen, dort links und am Weinbau-

Museum 2 vorüber die Gasse zur

Kirche hinauf. Links auf den Kirchplatz

und vor dem Johannesbrunnen

rechts dem Schlossbergweg

hinauf bis zum Querweg folgen. Dort

rechts. Oben bei der Gerichtslinde

trifft der Weg auf den Steigerwald-

Panoramaweg. Es lohnt ein Abstecher

hinauf auf den Kastanienhügel 3 .

Nach rechts umkreist der Weg den

Kastanienhügel, läuft an einem

Picknickplatz vorüber und führt in

einer großen Kurve zwischen den

Rebenreihen hinunter. Unten geht

es aus dem Weinberg heraus und

auf dem rechten Weg zur B 286.

Gegenüber hinter der Treppe durch

den Graben links und geradeaus

über zunächst asphaltierten, dann

grasbewachsenen Weg hinauf

zum Waldrand. Im Wald dem Pfad

rechts am Södelbrunnen vorbei

steil hinauf folgen. Oben rechts bis

zum Kugelspielplatz 4 . Unten links

zwischen Waldrand und Weinbergen

hindurch, wieder in den Wald

und den Wegweisern Schwanberg/

Iphofen zum Hauptweg folgen. Dort

rechts, am großen Wegedreieck wieder

rechts (Wegweiser Schwanberg)

und auf gleicher Höhe auf dem

Hauptweg bleiben, bis er in einen

anderen Weg mündet. Nach rechts

laufen, durch ein Portal den Friedwald

5 betreten, beim Wegweiser

„Castell 7 km/Iphofen 4,5 km“

rechts ab, an der Gabelung links

halten und bis zum Schlosspark

mit dem Mausoleum der Grafen zu

Castell wandern. Dahinter rechts

bis zum Neptun brunnen gehen,

rechts zur Mauer, die Treppe hinunter,

bis zur Hangkante und links

abwärts unterhalb des Schlosses

her. Dann den Links- Abzweig zur

Aussicht 6 nehmen, den Pfad links

weiter aufwärts, neben dem Schloss

die Treppen hoch, links direkt auf

die Michaelskirche 7 zu und rechts

die Straße entlang. Am Buswendehammer

hinter dem Parkplatz läuft

ein Pfad links parallel zur Straße

bis zur Aussicht auf Iphofen. Über

den Pfad davor links steil hinunterwandern

(Wegweiser „Iphofen 2,7

km“), beim Höttehött 8 scharf rechts

einbiegen und den ersten Asphaltweg

links durch die Weinberge

hinunter nach Iphofen nehmen. Auf

dem Schwanbergweg bis zur Rödelseer

Straße, dort links und durch

das Rödelseer Tor 9 in die Altstadt

zum Marktplatz laufen.

In zehn Etappen lassen sich die

160 Kilometer des Steigerwald-

Panoramawegs bequem erwandern.

Er schlängelt sich am Westrand

des Waldgebirges zwischen Aisch

und Main entlang. Wie der Name

verspricht, liegen auf der Route

zwischen Bamberg und Bad

Windsheim neben Schwanberg und

Casteller Schlossberg viele weitere

Aussichtspunkte: Schloss Frankenberg,

Vogelsangberg, Friedrichsberg,

Hörnle, Stollberg und Zabelberg.

Um die Fernblicke zu genießen, sind

insgesamt rund 3.650 Höhenmeter

auf dem als „Qualitätsweg Wanderbares

Deutschland“ zertifizierten

Weg zu erklimmen.

www.steigerwald-panoramaweg.de

Spezial | 2015

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Der Süden

Fränkisches Weinland

Anreisen und orientieren

Mit Bus und Bahn: Der Bahnhof Iphofen liegt auf der Strecke Würzburg–

Nürnberg (www.bahn.de, www.vvm-info.de). Am besten vom Ruf-Taxi

Kasprowski, Mittelgasse 4, 97346 Iphofen, Tel.: 09323/1649 zum Startpunkt

in Castell fahren lassen (Kosten etwa 16 Euro).

Mit dem PKW: Aus Norden/Süden: Auf der A 7 Kassel–Ulm bis zur AS 103/

Kitzingen, auf der B 8 bis Kitzingen und auf Umgehungsstraße/Nordtangente

nach Großlangheim fahren, weiter über Wiesenbronn nach Castell. Aus

Westen/Osten: A 3 Frankfurt–Nürnberg bis AS 75 Wiesentheid, auf der

B 286 über Rüdenhausen nach Castell.

Orientieren: Wanderkarte Iphofen, M 1:35.000, Publicpress, ISBN 978-3-

89920-585-5, 2,95 Euro, www.iphofen.de, www.publicpress.de

Tourhöhepunkte

Durch Wald und Wingert bis nach Iphofen

Schloss: Die Grafen und

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späteren Fürsten zu Castell-

Castell residieren seit Jahrhunderten

in diesem Barockschloss.

Sie prägen das schmucke Örtchen,

bauen Wein an und betreiben mit

der Fürstlich Castell’schen Bank

sogar ein eigenes Geldinstitut.

Weinbau-Museum: Tenne,

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Heuboden und Stall einer

alten Scheune beherbergen eine

Ausstellung über die Casteller

Weinbaugeschichte.

Kastanienhügel: Etwas unterhalb

des Treppenturms auf

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dem steilen Schlossberg – Überrest

Etappenprofil

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des einstigen Stammsitzes der

Grafen von Castell – offenbart der

mit Kastanien bepflanzte Hügel

eine wunderschöne Aussicht aufs

Steigerwald-Vorland.

Kugelspielplatz: Angeblich

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fing sich das Echo des

Büchsenknalls in den Hängen des

Weinbergs – es klang wie ein Spiel

mit Kugeln. Der lustige Name dieser

flachen Lage ohne Temperaturextreme

stammt aus Zeiten, als man

noch mit Flintenkugeln jagte.

Friedwald: Immer mehr

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Menschen entscheiden

sich für eine letzte Ruhestätte in

freier Natur. In einer biologisch

abbaubaren Urne wird die Asche

der Verstorbenen an den Wurzeln

eines Baums beigesetzt.

www.friedwald.de

Aussicht: Von der Westseite

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des Schwanbergs bietet sich

etwa 200 Meter über Rödelsee eine

fantastische Fernsicht. Auf dem

Boden ist der Grundriss der spätmittelalterlichen

Wallfahrtskirche

St. Walburgis nachgezeichnet.

Michaelskirche: Die

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Schwestern der Communität

Casteller Ring nutzen das Schloss

und die meisten Gebäude. Ihre

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Weitsicht: Der Blick vom Kastanienhügel

aufs weite Land.

Ordenskirche St. Michael wurde

1986 geweiht. Sie gilt als Juwel des

Münchener Architekten Alexander

Freiherr von Bartels.

Höttehött: Bei der Skulptur

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des verwunschenen Geistes

sind einige Legenden nachzulesen,

die sich um den kopflosen Reiter

mit dem Ruf „Höttehött!“ ranken.

Rödelseer Tor: Das älteste der

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drei noch erhaltenen Stadttore

ist das Wahrzeichen Iphofens.

Tipps für Castell

und Iphofen

Einkehren: Weinstall, Schlossplatz

3, 97355 Castell, Tel.: 09325/9089949,

www.weinstall-castell.de, Mo. geschl.

Gasthof zur Krone, Im Oberdorf 2,

97355 Castell, Tel.: 09325/485

Gasthaus Grüner Baum, Kirchplatz

4, 97355 Castell, Tel.: 09325/461,

Schwanberg-Café, Schwanberg 3,

97348 Rödelsee, Tel.: 09323/32130,

www.cafe-schwanberg.de, Mo. geschl.

Gasthof Deutscher Hof, Ludwigstr.

10, 97346 Iphofen, Tel.: 09323/3348,

www.deutscher-hof-iphofen.de,

Mi. + Do. geschl. Winzerkeller –

Wein bistro Iphofen, Pfarrgasse 24,

97346 Iphofen, Tel.: 09323/875227,

www.winzerkeller-iphofen.de

Übernachten: Gasthof Deutscher

Hof, Ludwigstr. 10, 97346 Iphofen,

Tel.: 09323/3348,

www.deutscher-hof-iphofen.de

Hotel-Weingut, Gasthof Goldene

Krone, Marktplatz 2,

97346 Iphofen, Tel.: 09323/87240,

www.gasthof-krone-iphofen.de

Bio-Weingut, Weinstube & Altstadthotel

Bausewein, Breite Gasse 1,

97346 Iphofen, Tel.: 09323/876670,

www.altstadthotel-bausewein.de

Romantik-Hotel und Weingut

Zehntkeller, Bahnhofstr. 12, 97346

Iphofen, Tel.: 09323/844-0,

www.zehntkeller.de

Gasthof Goldener Stern, Maxstr.

22, 97346 Iphofen, Tel.: 09323/3315,

www.beim-hollaender.de

Terroir kosten: Im Weinkommunikationszentrum

von Iphofen stehen

Weine und Sekt von 21 Winzern

zur Verkostung bereit. Weinshop

und Bauernladen bieten zudem

geschmackvolle Souvenirs.

Vinothek Iphofen, Kirchplatz 7,

97346 Iphofen, Tel.: 09323/870317,

www.vinothekiphofen.de

Kunst betrachten: Nachbildungen

von berühmten Reliefs epochaler

Kulturen aus aller Welt zeigt das

Knauf-Museum, Am Marktplatz,

97343 Iphofen, Tel.: 09323/31528,

www.knauf-museum.de

Weinfranken erleben: Erlebnisführungen

zu Weinorten, -gütern und

-bergen sowie Weinseminare unter

www.gaestefuehrer-weinerlebnis.de

Informieren: Tourist-Information

Iphofen, Kirchplatz 7, 97346 Iphofen,

Tel.: 09323/87030-6, www.iphofen.de

Fürstlich Castell’sches Domänenamt,

Schlossplatz 5, 97355 Castell,

Tel.: 09325/60160, www.castell.de

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Spezial | 2015


Spüre die Freiheit,

scheint alles grenzenlos.

Die Adlerbühne am Ahorn – die höchste Greifvogelstation Europas auf über 2.000 m.

www.mayrhofner-bergbahnen.com

Ahorn. Der Genießerberg der

So müssen Berge sein.


Stadtwanderungen

Stadtwandern

Lübeck

Hamburg

Berlin

Aachen

Düsseldorf

Köln

Dresden

Heidelberg

Nürnberg

© shironosov/istockphoto.com

München

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Spezial | 2015


Spezial | 2015

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Stadtwanderungen

Urbane Schätze

entdecken

Auch unsere urbanen Schätze in Deutschland wie Berlin, Hamburg, München oder Köln genießt

man am Besten wandernd. Denn nur zu Fuß entdeckt man die kleinen Sehenswürdigkeiten, die

eine urbane Entdeckungstour oft ausmachen. Nur zu Fuß wandert man abseits der

ausgetretenen Pfaden, die so auch in keinem Reisenführer stehen – dafür aber die großen

Highlights sind in den exklusiven Stadtwanderungen von wanderlust.

Kennen Sie eigentlich die wahre Berliner Mauer? Nein,

nicht den antifaschistischen Schutzwall der Jahre 1962

bis 1989, sondern die über 800 Jahre alte Stadtmauer?

Oder die Stolpersteine, die in vielen Straßen Kölns in den Bürgersteig

eingelassen sind, um an verschleppte Juden zu erinnern?

Wie wär‘s mit einer Stadtwanderung durch Aachen „immer an

der Printe entlang“ oder einer gemütlichen Biergartentour

von Weißbier zu Weißbier durch die

bayerische Landeshauptstadt München?

Besonderheiten entdecken und regionale

Spezialitäten genießen gehört bei

Städtetouren stets zusammen. Kein

Wunder, schließlich kommen auch

bei Stadtwanderungen schnell mal

zehn Kilometer oder mehr zusammen,

so dass auch die Pausen zwischendurch

mehr als gerechtfertigt sind …

In Köln ist es dabei wichtig, die kölsche

Speisekarte lesen zu können.

In Düsseldorf dagegen sollten

Sie sich hüten, ein Kölsch zu bestellen.

Dafür bietet die Hauptstadt

Nordrhein-Westfalens und Geburtsstadt

Heinrich Heines Kunst, Literatur – und Altbier!

In Hamburg haben wir für Sie eine Route ausgearbeitet, die über

21 Brücken führt! Insgesamt gibt es in der Hansestadt sage und

schreibe 147 Brücken (Hafen- und Ponton-Brücken nicht mit eingerechnet).

Eine perfekte Tour also, um den besonderen Flair der

Metropole am Wasser zu verinnerlichen. Und manchmal läuft

man dabei über eine Brücke, ohne es überhaupt zu merken …

Eine Stadttour durch Dresden beinhaltet natürlich das Blaue

Wunder, bevor es mit der Standseilbahn ins Villenviertel Weißer

Hirsch, durch die Dresdner Heide zu den drei Elbschlössern und

an der Elbe entlang zum Kunsthof geht. Unter anderem lernen wir

dabei auch etwas über die Autoren Uwe Tellkamp und natürlich

über den berühmtesten Sohn der Stadt, Erich Kästner, kennen.

Nürnberg entdecken wir auf einer Route vom

Justizpalast auf der einen bis zur Zeppelintribüne

am Reichsparteitagsgelände auf der anderen Stadtseite.

Mittendrin: historische Abstecher

zur mittelalter lichen Rechtsprechung.

Alle Jahre wieder strömen zur Adventszeit

allerlei Düfte von zig Weihnachtsmärkten

durch die Hansestadt Lübeck.

Gassen, Gänge und Höfe zwischen den

ehrwürdigen Kaufmannshäusern, Backsteingotik,

das Holstentor und die sieben

Türme prägen die zum Weltkulturerbe

ernannte Altstadtinsel zwischen den

Flüssen Trave und Wakenitz. Auf dem

Rundgang durch das mittelalterliche

Lübeck begegnet man vielen Schauplätzen

aus dem n