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Paritätischer

Niedersachsen

Verwaltungsstelle Zivildienst

Zeißstr. 60

30519 Hannover

Tel.: 0511 /987 83 - 10

Fax: 0511 / 987 83 – 25

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Einführungslehrgang und Einweisungsdienst

Warum, weshalb und wert tut eigentlich was

Eine Information für Teilnehmer an

fachlichen Einführungslehrgängen

der Paritätischen Sozialdienste

gGmbH

von

Heino Wolf

Leiter der Verwaltungsstelle für den Zivildienst des

Paritätischen Niedersachsen

Stand Dezember 2004


Einführungslehrgang und Einweisungsdienst

Eine Information für ZDL auf Fachlehrgängen der Paritätischen Sozialdienste

Vorwort

Als Teilnehmer auf einem Fachlehrgang des Paritätischen haben oder werden Sie noch in

den nächsten Tagen mitbekommen, worum es bei den Fachlehrgängen für Zivis inhaltlich

geht. Es dürfte daher nicht erforderlich sein, auf die Inhalte des Fachlehrganges an dieser

Stelle näher einzugehen.

Die Themen, die im Rahmen von Einführungslehrgängen stattfinden sollen, sind

grundsätzlich von unserem Auftraggeber, dem Bundesamt für den Zivildienst vorgegeben.

Wie die einzelnen Themen inhaltlich ausgestaltet werden und welche

jeweiligen Themen in den einzelnen Lehrgängen angeboten werden, entscheidet

jedoch der Lehrgangsveranstalter.

Lernen soll Spaß machen. Soweit dies möglich ist jedenfalls. Und das nicht jedes

Thema für jeden ZDL gleich interessant ist, davon kann man ebenfalls ausgehen.

Dennoch, oder gerade deshalb, sollen Sie mit in die Pflicht genommen werden.

Wir setzen auf Ihr Engagement und Ihre Verantwortung auch gegenüber sich

selbst. Und wenn Ihnen das nicht so wichtig sein sollte, dann denken Sie an die

Menschen, die Sie im Rahmen Ihres Zivildienstes in welcher Art und Weise auch

immer betreuen werden. Das heißt, methodisch setzen wir auf Mitwirkung und Eigenverantwortung.

Kein stupider „Frontalunterricht“, wie Sie ihn vielleicht, hoffentlich

jedoch nicht, aus Ihrer Schulzeit kennen. Sie haben die Chance, etwas zu lernen.

Für sich selbst, für Ihre Zeit als ZDL, aber auch darüber hinaus.

Nehmen Sie unsere Lehrgangsmitarbeiter in Anspruch! Sagen Sie, welche Themen

für Sie wichtig sind. Fragen Sie, wenn Sie etwas nicht verstehen. Bringen Sie

sich ein als Mensch mit Ihren Stärken und Schwächen. Ich bin mir sicher, dass

unter dieser Voraussetzung der Einführungslehrgang auch für Sie ein positives

Erlebnis und kurz- und/oder längerfristig ein echter Erfolg werden kann.

Übrigens, die meisten von Ihnen haben oder werden noch eine weitere Abordnung

zu einem einwöchigen Einführungslehrgang des Bundesamts für den Zivildienst

erhalten. Dieser hat mit den Fachlehrgängen inhaltlich rein gar nichts zu

tun. Dort werden Sie im Regelfall 3 ½ Tage staatspolitischen Unterricht und 1 ½

Tage Rechte und Pflichten Unterweisung erhalten.

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Zeißstr. 60, 30519 Hannover, Stand Dezember 2004

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Einführungslehrgang und Einweisungsdienst

Eine Information für ZDL auf Fachlehrgängen der Paritätischen Sozialdienste

Einführungslehrgang und Einweisungsdienst –

wo ist der Unterschied?

Zunächst die Gemeinsamkeit. Beides ist im Zivildienstgesetz (ZDG) in § 25

verankert. § 25 a, Einführungsdienst, lautet in Auszügen wie folgt:

„Die Dienstleistenden werden zu Beginn ihres Dienstes in Lehrgängen [Einführungslehrgang,

ELG] in die Tätigkeit, für die sie vorgesehen sind, eingeführt,

soweit dies erforderlich ist (Einführungsdienst.)“.

Leider nimmt Vater Staat diese gesetzliche Verpflichtung aus Kostengründen

nicht so ernst, wie wir es gerne hätten. Nur rund ein Drittel aller ZDL erhalten

die Möglichkeit, an einem Fachlehrgang teilzunehmen. Aber, es gibt

ja noch den Einweisungsdienst gemäß § 25 b ZDG. Dieser lautet in Auszügen

folgendermaßen:

„Die Dienstleistenden werden zu Beginn ihres Dienstes außerdem in ihrer

Beschäftigungsstelle in die Tätigkeit, für die sie vorgesehen sind, eingewiesen

(Einweisungsdienst.) Im Einweisungsdienst (EwD) sind den Dienstleistenden

die Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln, die sie für die vorgesehene

Tätigkeit benötigten.“

Konkret bedeutet das, dass für die Einarbeitung am Arbeitsplatz in Ihrer

Dienststelle die Zivildienststelle selbst verantwortlich ist. Alle Kenntnisse

und Fertigkeiten, die Sie benötigen, um Ihren Job als ZDL machen zu können,

und über die Sie noch nicht verfügen, muss Ihnen die Dienststelle

vermitteln. Die gelegentliche Aussage von Dienststellen, „das zeigen sie dir

dann auf dem Einführungslehrgang“ greift nicht bei all den Dingen, die Sie

für Ihren täglichen Job als Zivi benötigen. Hier ist die Zivildienststelle in der

Pflicht! Später mehr dazu.

Der Einführungslehrgang dagegen vermittelt Ihnen zusätzliche, übergreifende

Kenntnisse, die nicht unmittelbar für die Tätigkeit vor Ort benötigt

werden. Dies kann z. B. sein die Auseinandersetzung mit verschiedenen

Behinderungsformen, Rollstuhl- oder Blindenexperiment, aber auch Beziehungsfragen

(Mitarbeiter – ZDL – Betreuter) sowie Kommunikation, Abgrenzung

Selbstverständnis und Kompetenzen, um nur einiges zu nennen.

Ich hoffe, der Unterschied ist für Sie deutlich geworden. Was Sie von Ihrer

Zivildienststelle erwarten und falls erforderlich einfordern können, erfahren

Sie im nächsten Abschnitt

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Einführungslehrgang und Einweisungsdienst

Eine Information für ZDL auf Fachlehrgängen der Paritätischen Sozialdienste

Der Einweisungsdienst- Was die Zivildienststelle

auf jeden Fall tun muss

Zu der gesetzlichen Vorgabe des § 25 b ZDG sind Ausführungsbestimmungen

und Richtlinien erlassen worden, die für die Zivildienststellen bindend

sind. Zum nachlesen finden Sie diese übrigens im Leitfaden Zivildienst A 3.

Natürlich muss sich die Dienststelle erst einmal darüber im Klaren sein,

welche Aufgabe/n Ihnen überhaupt übertragen werden sollen. Das ist in der

Regel auch kein Problem. Und sie muss in Erfahrung bringen, über welche

Vorkenntnisse, die für Ihre Tätigkeit von Bedeutung sein könnten, Sie eventuell

bereits verfügen. Man muss also mit Ihnen darüber reden!

Nachdem dies alles passiert ist, sinnvoller Weise in den ersten Tagen des

Zivildienstes, kann und muss es dann Stück für Stück weitergehen. Folgende

Punkte muss Ihre Zivildienststelle, in welcher Art und Weise auch immer,

mit Ihnen abhandeln:

Bekannt machen mit allen Vorgesetzten, Mitarbeiter/innen, zu pflegenden

/ betreuenden Personen, dem Ansprechpartner für den ZDL

und falls vorhanden Vertrauensmann

Erläuterung der Struktur, Organisation und Örtlichkeiten der Dienststelle,

ggf. Dienstunterkunft

Einweisung in die Aufgaben der konkreten Tätigkeit

Information über Bundesamt für den Zivildienst, Verwaltungsstelle Zivildienst,

Regionalbetreuer/in, , Rüstzeiten und Werkwochen, Leitfaden

Zivildienst

Hinweise zu Rechte und Pflichten des Dienstleistenden, u. a. zum öffentlich-rechtlichen

Dienstverhältnis, Weisungsbefugnis, Schweigepflicht,

Dienstunterricht, Schadenshaftung.

Erläuterung der Handhabung der Geräte und/oder ggf. Fahreinweisung

für Dienstfahrzeuge

Hinweise zur Arbeitssicherheit, zum Brandschutz und Gesundheitsschutz

(U.a. Impfungen, AIDS-Information, Hygienevorschriften und –

maßnahmen.)

Informationen über Dienstplan, Arbeitszeiten, Pausen, Urlaub, Sonderurlaub.

Informationen über das Verhalten bei Krankheit und Unfall, Dienstbrille

Hinweise zur Fahrt- und ggf. Reisekostenerstattung bei Dienstreisen

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Einführungslehrgang und Einweisungsdienst

Eine Information für ZDL auf Fachlehrgängen der Paritätischen Sozialdienste

Möglichkeit des Besuchs eines Erste-Hilfe-Kurses, Verhalten bei Notfallsituationen

und nicht zu vergessen, ein

umfassendes Abschlussgespräch zur Prüfung, ob alle vermittelten

Kenntnisse und Fertigkeiten für die vorgesehene Tätigkeiten genügen.

Aber das ist noch nicht alles gewesen. Da Sie sich auf einem Fachlehrgang

befinden, sind Sie im sogenannten „unmittelbaren Dienst am Menschen“ tätig.

Neben den vorstehenden eher grundsätzlichen Dingen, muss natürlich

auch und insbesondere eine Einarbeitung in die konkrete Tätigkeit erfolgen.

Je nach Art des Einsatzes kann dies z. B. sein,

Umgang mit Hilfsmitteln (Rollstuhl, Lifter etc.)

Rechtliche Grundlagen (Was darf ich, was darf ich nicht.)

Hebe-, Trage- und Lagerungstechniken

Informationen zu Krankheitsbildern und zum Umgang mit

Betroffenen

Zielsetzung der Pflege und/oder Betreuung

um nur einige Punkte zu benennen. Welche Kenntnisse und Fertigkeiten im

Einzelfall benötigt werden, muss natürlich vor Ort individuell festgestellt und

entschieden werden.

Kommt Ihnen das alles bekannt vor? Wenn nicht sollten Sie Ihre Dienststelle

nach dem Lehrgang darauf ansprechen. Denn wie Sie noch erfahren

werden, sind Sie bei der Einarbeitung selbstverständlich nachweislich zu informieren

und zu beteiligen.

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Einführungslehrgang und Einweisungsdienst

Eine Information für ZDL auf Fachlehrgängen der Paritätischen Sozialdienste

Der Einweisungsdienstnachweis

Ihre persönliche Einarbeitung soll innerhalb der ersten vier Wochen Ihrer

Dienstzeit stattzufinden. Natürlich wird es in der Praxis immer wieder so

sein, dass nicht alles in den ersten Wochen stattfinden kann. Auch danach

wird es immer wieder etwas Neues für Sie geben. Dennoch, die grundsätzliche

Einarbeitung hat in den ersten Wochen zu erfolgen. Und sie ist zu dokumentieren!

Das Bundesamt für den Zivildienst schreibt vor, dass ein sogenannter

„Einweisungsdienst-Nachweis“ auszufüllen ist. Hierfür gibt es einen

inhaltlichen vorgeschriebenen Vordruck, den die Zivildienststelle auszufüllen

hat. Dieser Vordruck ist Ihnen von der Dienststelle zu Bestätigung der

dort gemachten Angaben vorzulegen. Auch ist ebenfalls vorgesehen, dass

Sie eine Kopie/Mehrfertigung davon erhalten.

Spätestens sechs Wochen nach Beginn des Zivildienstes sollten Sie den

EwD-Nachweis erhalten haben. Ist dies bei Ihnen nicht der Fall, erinnern

Sie freundlich aber bestimmt Ihre Dienststelle an diese Pflicht. Aus rechtlichen

Gründen, z. B. wenn Sie in Ihrem Zivi-Job mit einem Rollstuhl völlig

falsch umgehen und die behinderte Personen dadurch zu Schaden kommt,

ist dies auch für Sie durchaus von Bedeutung. Leider höre ich dieses Argument

immer wieder. Aber bitte haben Sie sich keine Sorgen, dass Sie sich

bei Ihrer Dienststelle unbeliebt machen, nur weil Sie hier auf die Einhaltung

Ihrer Rechte bestehen. Seien Sie freundlich, aber bestimmt. Und bei Problemen

und/oder bei Fragen, die Ihnen Ihre Dienststelle nicht beantworten

kann, können Sie jederzeit mit der für Ihr Bundesland zuständigen Verwaltungsstelle

Zivildienst Kontakt aufnehmen. Übringens, den Einweisungsdienst-Nachweis

sollten Sie auch nur dann unterschreiben, wenn das, was

dort aufgeführt ist, auch tatsächlich stattgefunden hat!

Ich hoffe, Ihnen mit meinen vorstehenden Ausführungen einerseits die Unterschiede

zwischen fachlicher Einführung und Einweisung und andererseits

die inhaltlichen Anforderungen an die Einweisung durch die Dienststelle

deutlich gemacht zu haben. Detaillierte Informationen hierzu finden Sie

wie bereits erwähnt auch im Leitfaden Zivildienst A 3, den Sie in der Dienststelle

einsehen können. Und während des Fachlehrganges können Sie natürlich

auch unsere Lehrgangsmitarbeiter hierzu befragen.

H. Wolf

Heino Wolf

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