Was sind Tierversuche? - VCP Land Hamburg

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Was sind Tierversuche? - VCP Land Hamburg

elais

VCP Land Hamburg

Muss

Tier versuche in

deutschland

das sein?

A u s g a b e

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2

I n h a l t

seite 3 3

relaisvant

Jahresanfangsgottesdienst 4

Landesversammlung 6

schwerpunkt

Tierversuche 8

infohagel 18

selbermachen

Seife 20

Himbeereis 21

b-seite

Online-Kunst 22

3D-Kino 23

moppelfrosch 24

ende der durchsage 26

impressum 27

Hamburg wählt neue LaVos

Tiere quälen für Kosmetik?

Do-It-Yourself Himbeereis

relais

-

wir schalten schneller

Titelfoto: Tim Lloyd, Wikimedia Commons


Liebe Leserinnen und Leser,

der Frühling ist bereits angebrochen

und endlich ist das erste relais im Jahr

2010 da. Begann das Jahr noch ruhig

mit dem Jahresanfangsgottesdienst, so

war es im Februar mit der Ruhe auch

schon wieder vorbei. Eine turbulente

Landesversammlung sorgte für Aufregung,

aber auch für Schönes: Der VCP

Hamburg hat neue Landesvorsitzende.

Wir freuen uns darauf, mit zwei engagierten

jungen Menschen in die Zukunft

zu gehen und wünschen den beiden für

die kommenden zwei Jahre viel Glück,

Geschick und Erfolg.

Weniger freuen kann man sich über

das, was in den Laboren weltweit mit

Tieren geschieht. Allein in Deutschland

werden jährlich an über zwei Millionen

Wirbeltieren Versuche durchgeführt,

obwohl der Sinn vieler dieser Tests

immer häufiger in Frage gestellt wird.

Im schwerpunkt dieser Ausgabe widmen

wir uns daher dieser heiklen Thematik.

Natürlich gelingt es uns nicht,

dieses Thema auf zehn Seiten komplett

zu erfassen. Unser Ziel ist es auch

nicht, eine Pro- und Contraliste darzulegen,

mit deren Hilfe am Ende ein

Frederik Welk

jeder zu einem Dafür oder Dagegen

kommt. Unser Ziel ist es vielmehr, uns

als Pfadfinderinnen und Pfadfinder für

dieses Thema zu sensibilisieren. Wir

wollen Gedankenanstöße liefern. Vielleicht

möchte sich die ein oder andere

Sippe im Anschluss näher mit dem

Thema befassen. Schließlich müssen

wir uns als Pfadfinder wie als Menschen

fragen, wie wir mit Tieren als Teil der

Schöpfung umgehen wollen. Denn über

der Frage nach Sinn und Unsinn von

Tierversuchen steht immer die Frage

nach der moralischen Rechtfertigung

ebendieser.

Zu guter Letzt haben wir aber noch

eine erfreuliche Mitteilungen zu machen:

Durch Sarah Meister und Frederik

Welk konnten wir die Redaktion erneut

verstärken. Von beiden könnt ihr in dieser

Ausgabe bereits Artikel lesen. Nach

wie vor freuen wir uns stets über Zuwachs

in der Redaktion.

Wir wünschen allen einen schönen Frühling,

frohe Pfingstfahrten und nun ausnahmsweise

nicht nur Spaß beim Lesen!

die Redaktion

seite 3

Sarah Meister


elaisvant

Eine

Text: Jannik Fischer

Es gibt eine Tradition in Hamburg.

Am Anfang des Jahres

treffen sich alle Pfadfinderinnen

und Pfadfinder des VCP Hamburg,

um bei einem Stamm gemeinsam

mit einem Gottesdienst das

neue Jahr zu begrüßen.

Alle Pfadfinderinnen und Pfadfinder?

Nein, dieses Jahr leider nicht.

Gerade einmal ein paar Hände voll

finden sich bei Eis und Schnee in der

Auferstehungskirche beim neu ge-

Tradition

richtig schöne

Das VCP Hamburg-Jahr begann wie immer mit dem Jahresanfangsgottesdienst.

Am 10. Januar 2010 empfing der Stamm Astrid Lindgren das Land

in der Auferstehungskirche in Barmbek. Oder besser gesagt: einen Teil

des Landes.

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gründeten Stamm Astrid Lindgren

ein. Als ich so in die kleine Runde

blicke, überlege ich schon, ob ich

meinen so schönen Anfangssatz wohl

in die traurige Feststellung „Es gab

eine Tradition in Hamburg“ ändern

muss. Ich entscheide mich dagegen.

Eine so schöne Tradition, sich gleich

am Anfang des Jahres zu treffen, um

erst besinnlich zu werden und gemeinsam

einen Gottesdienst mit

Pfadfinderliedern und Gitarre zu fei-


Landeserwachsenenversammlung

Im Anschluss an den Jahresanfangsgottesdienst fand traditionell die Landesversammlung

der Erwachsenen (LEV) statt. Auf dieser wurden Marisa Braasch

und Christian Diaz-Alvayay als Beauftragte für die Erwachsenenstufe bestätigt.

Zudem wurde bekannt gegeben, dass im Sommer 2010 wieder ein Erwachsenenlager

und im Oktober wieder eine Erwachsenenparty stattfinden wird.

ern und sich danach bei etwas Kaffee

und Kuchen auszutauschen, sich zu

freuen, dass alle gut in das neue Jahr

gekommen sind – diese richtig schöne

Tradition werde ich nicht so einfach

aufgeben. Ich freue mich darüber, alle,

die gekommen sind, schon so früh im

neuen Jahr wieder zu sehen. Ich tausche

Neuigkeiten aus und genieße das

Zusammensein in der Wärme,

während es draußen wieder angefangen

hat zu schneien. Auch der Pastor

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relaisvant

lässt sich dieses Ereignis nicht nehmen

und feiert trotz der kleinen Anzahl an

Besuchern einen, wie er in seiner Predigt

betont, „richtig schönen Gottesdienst“.

Einen Gottesdienst mit der

Idee, nicht alles so hin zu nehmen wie

es ist, die Augen aufzumachen und die

Welt zu verbessern. Mit der Idee des

Pfadfinderseins, die Welt ein Stück besser

zu verlassen, als wir sie vorgefunden

haben. Eine Idee, mit der es sich

lohnt in das neue Jahr zu starten. �


elaisvant

Aus der Sicht

eines Goldfischs

Text: Jannik Fischer

Foto: Matthias Balzer / PIXELIO

Lange war eine Landesversammlung nicht so ereignisreich wie in diesem

Jahr. Doch nach vier Tagen LV stand fest: Es gibt neue Landesvorsitzende.

Die Welt muss aus einem Goldfischglas

betrachtet sehr merkwürdig

aussehen. Etwas verschwommen,

verzerrt und mit einer

ständigen Krümmung in der Linse. Selbst

der Himmel muss verschwommen aussehen,

wenn sich das Wasser über dem

Goldfisch bewegt. Den Blick nach oben

kann ich mir eigentlich am besten vorstellen,

wie den Blick im Schwimmbecken

nach oben, wenn man mit Taucherbrille

taucht.

Trotzdem wäre ein Goldfisch wohl derjenige

auf der Landesversammlung die-

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ses Jahr gewesen, der oft die klarste

Sicht auf die Dinge außerhalb seines Glases

gehabt hätte. Immerhin kann er

ständig in alle Richtungen blicken. Daher

würde ich auch gerne einem meiner Fische

den Stift in die Flosse drücken und

ihn etwas über die Landesversammlung

schreiben lassen. Nur leider zeigen sie

daran nicht so großes Interesse, wenn

ich ihnen den Stift ins Aquarium werfe

und mit der Tastatur wissen sie noch weniger

anzufangen. Also setze ich meine

Schwimmbrille, in die Wasser eingedrungen

ist und den Blick auch außerhalb des


Schwimmbeckens nicht besser werden

lässt, ab und versuche einen klaren Blick

zu bekommen.

Kaum eine Landesversammlung der

letzten Jahre hat für soviel Aufregung,

Enttäuschung, Freude und nicht zuletzt

Zeitaufwand und Konzentration gesorgt

wie diese. Nach nicht weniger als einem

extra langen Wochenende und einem Tag

Zusatztagung war es geschafft. Der

Haushalt für das kommende Jahr war beschlossen,

ein Fahrplan zur Einigung zwischen

dem Land Hamburg und dem

Stamm St. Andreas über die Schulungsarbeit

des Stammes erarbeitet, die Landesordnung

überarbeitet um eine bessere

Struktur für ehrenamtliche Arbeit zu

bieten und – wer hätte damit gerechnet -

sogar neue Landesvorsitzende gewählt.

Noch am Freitagabend nach der SSR

und der LV-for-beginners hieß es „Leinen

los!“ und die Teillagerleitung des Freihafens

erarbeitete mit vielen Mitarbeitern

Ideen für das Hamburger Teillager.

Während der gesamten LV begleitete uns

das Bundeslagerlied, bunte Zettel mit

Slogans aus dem Hafenviertel und überraschende

Hafenrundfahrten während

des Mittagessens.

Anders als geplant wurde der Samstag

von einer während des Haushalts auftretenden

Debatte über die Ausrichtung der

Herbstschulung beherrscht. Aus finanziellen

Unklarheiten bei der Abrechnung

der Schulung entwickelte sich eine Diskussion,

die so keiner vermutet hätte.

Nach dieser zum Teil heftigen Diskussion

und einer Flut an Anträgen zur Geschäftsordnung

wurde die Landesversammlung

für den Rest des Tages unterbrochen.

Nur kleine Gruppengespräche

fanden noch statt, die Klarheit und Ruhe

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relaisvant

in die erhitzte Diskussion bringen sollten.

Alle anderen entspannten sich beim netten

Bunten Abend mit Singen und Tschai.

Der Sonntag begann mit den Berichten

über die Gruppengespräche vom Vorabend.

Aus den Ergebnissen der Gruppengespräche,

den Wünschen des Stammes

St. Andreas und denen des VCP Land

Hamburg entwickelte die Landesversammlung

dann einen Fahrplan zur weiteren

Vorgehensweise um den Konflikt

mit externer Hilfe zu schlichten.

Da den Delegierten klar war, dass das

Wochenende nicht reichen würde, um die

restlichen Tagesordnungspunkte zu behandeln,

wurde beschlossen, am folgenden

Sonntag mit der Tagesordnung planmäßig

fortzufahren. Doch ein Highlight

sollte noch an diesem Wochenende stattfinden:

Uta Schröder (Stamm Graf Adolf

von Schauenburg) und Jost Lambrecht

(Stamm Martin-Luther-King) ließen sich

unter tosendem Applaus einstimmig als

neue Landesvorsitzende wählen. Mit diesem

Lichtblick für die nächsten Jahre der

Landesarbeit wurde die Landesversammlung

am Sonntag geschlossen.

Schon am nächsten Sonntag trafen sich

fast alle beim Stamm Hohenstaufen wieder,

um die restlichen Tagesordnungspunkte

zu beenden. Mit frischer Energie

überarbeitete die Landesversammlung

noch die Landesordnung, so dass ein zukunftsträchtige

Struktur für die nächsten

Jahre steht, die eine gute Basis für ehrenamtliche

Arbeit und einen Notfallplan

bei Vakanz des Landesvorsitzes bietet.

Ich wage nach dieser Landesversammlung

voller Veränderung einen klaren Blick,

ohne Taucherbrille, über den Rand unseres

Goldfischglases hinaus in die Zukunft. Eine

viel versprechende Zukunft. �


schwerpunkt: Tierversuche

Warum Tierversuche?

Text: dreipunkt

Viele Menschen machen sich im alltäglichen

Leben wenig Gedanken

über Tierversuche. Jeder weiß, dass

es sie gibt, aber selten werden sie

thematisiert. Deshalb wissen die

meisten auch nicht viel darüber.

Daher wollen wir zunächst einige

Einstiegsfragen klären.

Was sind Tierversuche? Tierversuche

im Sinne des deutschen

Tierschutzgesetzes

(TierSchG) sind Eingriffe oder Behandlungen

zu Versuchszwecken an Tieren,

wenn sie mit Schmerzen, Leiden oder

Schäden für diese Tiere verbunden sein

können. Auch Versuche am Erbgut von

Tieren gelten laut Gesetz als Tierversuche,

wenn sie mit Schmerzen, Leiden

oder Schäden für die erbgutveränderten

Tiere oder deren Trägertiere verbunden

sein können.

Wo wird getestet? Im Bereich

der Arzneimittelforschung

werden Tierversuche von vielen

Wissenschaftlern als unumgehbares

Mittel angesehen. Rund 20 Prozent der in

Deutschland durchgeführten Tierversuche

sollen der Erforschung und Entwicklung

von medizinischen Produkten und

Techniken dienen. Die meisten Tierversuche

(etwa 30 Prozent) werden jedoch

im Bereich der sogenannten Grundlagenforschung

durchgeführt. Diese beantwortet

keine konkreten Fragen der

Medizin, sondern soll im Grunde dem

8

R A T T E

Vermehren von medizinischem und naturwissenschaftlichem

Wissen dienen.

Des Weiteren spielen Tierversuche bei

der Testung von Chemikalien und Kosmetika

eine Rolle. Zwar sind Tierversuche

für Kosmetik in der Europäischen

Union inzwischen verboten (siehe: Seite

15). Auf der anderen Seite trat in der EU

erst im Juli 2007 die neue Chemikalien-

Verordnung in Kraft. Derzufolge müssen

bis zum Jahr 2018 Chemikalien, die vor

1981 auf den Markt gekommen sind (bei

den meisten Chemikalien ist das der

Fall), auf ihrer Giftigkeit für den Menschen

getestet werden. Dies wird wiederum

zu großen Teilen in Tierversuchen

passieren.

Wie viele Tiere sind betroffen?

Vermutlich werden

jedes Jahr weit über 100 Millionen

Wirbeltiere für Tierversuche verwendet.

Die genaue Zahl kennt nie-


mand, da es in vielen Ländern keine genaue

Statistik gibt. Wirbellose Tiere wie

Insekten, Spinnen und Skorpione tauchen

in solchen Statistiken erst gar

nicht auf. Laut Auskunft der Europäischen

Kommission wurden im Jahr 2005

in der Europäischen Union 12,1 Millionen

Wirbeltiere zu Versuchszwecken

verwendet.

In Deutschland legt das Bundesministerium

für Ernährung, Landwirtschaft

und Verbraucherschutz jedes Jahr eine

Statistik über die in Tierversuchen verwendeten

Wirbeltiere vor. Zwischen den

Jahren 1989 bis 1997 ging die

Zahl der verwendeten

Tiere

zunächst von

2,6 Millionen auf 1,5 Millionen

zurück. Seitdem steigen die

Zahlen jedoch wieder. Im Jahr 2008

wurden 2.692.890 Tiere (83.881 mehr

als 2007) in Versuchen verwendet. Am

häufigsten traf es dabei Mäuse

(1.765.416), Ratten (484.990), Vögel

(129.318), Fische (111.943) und Kaninchen

(98.607). Häufig werden auch

Meerschweinchen, Hamster und andere

Nagetiere sowie Amphibien, Schweine,

Rinder, Schafe und Hunde verwendet. In

der Regel sterben die Tiere bei den Versuchen

oder sie werden im Anschluss

getötet.

Warum wird an Tieren getestet?Tierversuchsbefürworter

führen zumeist die

Entdeckung des Insulins durch Versu-

9

schwerpunkt: Tierversuche

che an Hunden und Kaninchen als Argument

dafür an, dass Tierversuche für die

medizinische Forschung unumgänglich

seien. Insulin ist ein Hormon, das in der

Bauchspeicheldrüse von allen Tieren

(auch dem Menschen) gebildet wird.

Durch umfangreiche Tierversuche

konnte die Wirkung des Insulins und

Therapiemöglichkeiten bei Insulinmangel

ausgiebig erforscht werden, sodass

die Lebensbedingungen von Zuckerkranken

(„Diabetikern“) sich deutlich

gebessert haben. Allgemein sollen Tierversuche

garantieren, dass ein neues

Medikament die gewünschte Wirkung

beim Menschen erzielt und vor allem

auch, dass es keine gravierenden Ne-

I N S U L I N

benwirkungen gibt. Es gibt aber auch in

der Wissenschaft entschiedene Gegner

von Tierversuchen. Der Verein Ärzte

gegen Tierversuche e.V. zum Beispiel

setzt sich seit 1979 für eine tierversuchfreie

Forschung ein. Der Verein, der sich

aus Ärzten und Tierärzten zusammensetzt,

hält Tierversuche schon aus ethischen

Gründen für falsch. Zudem stellt

er auf wissenschaftlicher Ebene den

Sinn von Tierversuchen in Frage. �


schwerpunkt: Tierversuche

Der Mensch ist

keine Maus

Text: Frederik Welk

Fotos: Dr. Leonora Schwarz / PIXELIO; Singh Jaggi J, Henke E, Seshan

Versuche im Bereich der Arzneimittelforschung und der Grundlagenforschung

sind inzwischen auch unter Wissenschaftlern umstritten. Zu unsicher

sind viele Ergebnisse. Das hat manchmal verheerende Folgen.

Etwa die Hälfte aller Tierversuche

in Deutschland werden in der medizinischen

Forschung durchgeführt.

Dabei kann es darum gehen, Stoffe

die eine erwünschte Wirkung haben,

auf deren Verträglichkeit zu testen oder

es sollen neue Behandlungsmöglichkeiten

für Krankheiten gefunden werden.

Dafür werden die Versuchstiere mit den

jeweiligen Erregern infiziert, obwohl die

meisten Krankheiten bei den Tieren

natürlicherweise gar nicht vorkommen.

Neben diesen Experimenten mit direktem

Bezug zur Heilung, gibt es die

Grundlagenforschung, um die Zusammenhänge

im lebenden Organismus zu

verstehen.

Generell sollen durch die Untersuchungen

an den Tieren Rückschlüsse auf die

Verträglichkeit und die Wirkung von

Stoffen, wie Hormone oder Medikamente

im menschlichen Körper gezogen

werden können.

Ein Problem hierbei ist, dass die Ergebnisse

nicht grundsätzlich auf den Menschen

übertragbar sind, da der Körper

von Tieren andere Eigenschaften hat als

der des Menschen. So kommt es immer

wieder zu falschen Ergebnissen, teilwei-


Krebs auf Bestellung: Nacktmaus mit

implantiertem Prostatatumor (s. Kreis).

se mit verheerenden Folgen. Das Beruhigungsmittel

Contergan, welches zur

Einnahme während der Schwangerschaft

empfohlen wurde, jedoch schwere

Fehlbildung bei den Kindern hervorrief,

wurde in umfangreichen Tierversuchen

getestet. Diese hatten alle auf eine

gute Verträglichkeit des Mittels hingewiesen

und schließlich zur Zulassung

des Medikaments geführt.

Andersherum wurden immer wieder

neue medizinische Entwicklungen verzögert,

da die Wirksamkeit bei Versuchstieren

ausblieb. So wurde die

heute vielfach durchgeführte Bypass-

Operation bei Herzinfarkten erst Jahre

später eingeführt, weil sie an Hunden

stets misslang.

Inzwischen sprechen sich zahlreiche

Ärzte und Wissenschaftler gegen Tierversuche

in dem Bereich der medizinischen

Forschung aus. Sie gehen davon

aus, dass Versuchsreihen dieser Art zu

unspezifisch und daher nicht hilfreich

hinsichtlich des Endergebnisses sind.

Präzisere Alternativen seien zudem gegeben.

So ist es heutzutage möglich

Zellkulturen anzulegen, an denen Testreihen

durchgeführt werden können. So

oder so können sichere Ergebnisse

letztendlich nur mit menschlichen Probanden

gewonnen werden.

11

schwerpunkt: Tierversuche

Dr. Bross, einer der Leiter der größten

Krebsforschungsorganisationen,

die AMCI, erklärte dazu: „Vom wissenschaftlichen

Standpunkt aus gesehen

muss festgestellt werden, dass

das, was man das Tiermodellsystem

nennt, sich als totale Pleite herausgestellt

hat. (…) Es existiert kein Beweis,

dass der Gebrauch von Tieren

in der Krebsforschung zur Vorbeugung

oder Genesung auch nur eines

einzigen Menschen geführt hat.“.

Daneben steht die Argumentation

vieler Tierrechtler, man dürfe das

Wohl des Menschen nicht über das

der Tiere stellen. Tierversuche werden

durch die Annahme, Tiere seien

dem Menschen untergeordnet, legitimiert.

Der Mensch sieht sich oft als

Krone der Schöpfung. Fakt ist jedoch,

dass die Evolution nicht gradlinig verläuft

sondern in unterschiedliche

Richtungen. Alle Arten haben unterschiedliche

Fähigkeiten ausgebildet,

sodass sie in ihrer ökologischen Nische

am höchsten entwickelt sind. In

Konsequenz bedeutet dies, dass Tierversuche

genauso wie Versuche an

Menschen verboten werden müssten.

Letztendlich bleibt die Frage über

den Sinn und die moralischer Vertretbarkeit

von Tierversuchen in der medizinischen

Forschung. Es ist nicht

nachvollziehbar, wie sich die Forschung

ohne Tierversuche entwickelt

hätte, welche Errungenschaften wir

eingebüßt hätten und in welchen

Punkten wir Heute weiter wären. In

jeden Fall ist eine kritische Hinterfragung

auch bei diesem Themenbereich

von Nöten. �


schwerpunkt: Tierversuche

Ein Blick ins

Text: dreipunkt

Fotos: BUAV; Deutscher Tierschutzbund e.V.;

Wikimedia Commons

In Deutschland werden jährlich auch mehr

als 2.000 Affen für Tierversuche verwendet.

Bei keiner anderen Tierart sind Versuche in

der Öffentlichkeit so umstritten. Aktuell

sorgt der Streit um die Hirnforschung an der

Universität Bremen für Schlagzeilen.

In diesen Tagen wird das Bremer

Verwaltungsgericht den Fall Universität

Bremen gegen Freie Hansestadt

Bremen wieder aufnehmen. Bestandteil

des Rechtsstreits: 24 Rhesusaffen,

die zu Zwecken der Hirnforschung

an Laborstühlen fixiert werden

und die Elektroden ins Gehirn implantiert

bekommen.

Seit 1997 ist Andreas Kreiter Professor

am Institut für Hirnforschung der

Universität Bremen. Dort versucht er

herauszufinden, wie höhere geistige

Fähigkeiten wie Aufmerksamkeit funktionieren.

Seine Versuchsobjekte sind

dabei Rhesusaffen (eine Unterart der

Makaken). In einem jahrelangen Training

werden diese dazu konditioniert,

selbstständig in einem Laborstuhl Platz

zu nehmen. Das passiert durch ein Belohnungssystem:

Setzt der Affe sich in

den Stuhl, bekommt er einen Tropfen

Saft als Belohnung. Besonders gut

funktioniert diese Methode, da die Affen

12

ansonstenlediglich

am Wochenende

etwas zu

trinken bekommen. Bei

dem Laborstuhl handelt es sich

um einen Plexiglaskasten, bei dem nur

der Kopf des Affen oben herausguckt.

Die Affen tragen alle bereits einen implantierten

Metallbolzen im Schädel.

Über diesen werden Elektroden (Elektronenleiter

aus Metall) ins Gehirn geschoben.

Im Laborstuhl fixiert und mit

den Elektroden im Gehirn müssen die

Affen über mehrere Stunden auf einen

Bildschirm gucken und Aufgaben durch

Hebelbetätigung lösen. Für richtige

Antworten winkt auch hier wieder ein

Tropfen Saft. Versuche dieser Art sind

allein schon aufgrund der Durstqualen

heftigst umstritten. In München und in

Berlin wurden in den Jahren 2006 und

2007 ähnliche Versuche untersagt.

Auch in Bremen verweigerte die Zu-


schwerpunkt: Tierversuche

Makakenhirn

ständigeSenatorinIngeloreRosenkötter

(SPD) im Oktober

2008 – nach zahlreichen Protesten

der Bremer Bevölkerung – die Verlängerung

der Genehmigung für Kreiters

Versuche. Der in der Verfassung

verankerte Tierschutz sei höher zu bewerten,

als die erbrachten Erkenntnisse.

Dagegen klagte die Universität mit

Verweis auf die Forschungsfreiheit.

Laut Kreiter und der Universität Bremen

geht es bei den Versuchen nicht

um eine reine Grundlagenforschung,

sondern auch darum, Erkenntnisse für

die Alzheimer- und Epilepsietherapie zu

gewinnen. Dieses Argument zweifelt

die Organisation Ärzte gegen Tierversuche

an. In einer Stellungnahme heißt

es: „Eine mögliche Behandlung von

Alzheimer oder Epilepsie ist nur vorgeschoben.

Tatsächlich handelt es sich

13

Der Kopf dieses Makaken wird

durch eine Plastikhalterung

fixiert. Im nächsten Schritt

werden Elektroden durch das

festimplantierte Führungsrohr

in das Gehirn des Primaten geschoben

– er ist wach dabei.

um reine Grundlagenforschung

ohne praktischen

Bezug.“

Der Nutzen für

kranke Menschen

sei „gleich

null“.

Die Organisation

stützt sich dabei auf einen Forschungsbericht

der amerikanischen Neurologin

Aysha Akhtar. Demnach gibt es zwischen

Menschen- und Affenhirnen zum

Teil wesentliche Unterschiede. So dauert

die Hauptentwicklungsphase des Affenhirns

nicht so lang wie beim Menschen.

Dafür hat die menschliche

Hirnrinde eine zehnmal größere Oberfläche

als die des Affen. Ein menschliches

Neuron hat 7.000 bis 10.000

Synapsen (Verbindungen zu anderen

Neuronen), beim Rhesusaffen sind es

nur 2.000 bis 6.000. Zudem hat das

menschliche Gehirn Areale, die es beim

Affen gar nicht gibt. Schädigungen be


schwerpunkt: Tierversuche

stimmter Hirnareale haben laut Akhtar

bei Menschen und Affen unterschiedliche

Auswirkungen. Für Ärzte gegen

Tierversuche ist klar: Forschung an Affenhirnen

erlaubt Aussagen über die

Funktion des Affenhirns – mehr nicht.

Dennoch erlaubte das Bremer Verwaltungsgericht

im Oktober 2009 vorläufig

die Fortsetzung der Versuche. In

der Urteilsbegründung heißt es, die

Unterbrechung der Versuche führe zu

einem nicht hinnehmbaren, irreparablen

Schaden der Forschungsarbeiten

von Andreas Kreiter. Die grundrechtlich

verbürgte Wissenschafts- und Forschungsfreiheit

verleihe dem Anliegen

14

Kreiters besonderes Gewicht. Zur Zeit

darf Kreiter seine Versuche also weiter

durchführen, obwohl ihm eine behördliche

Genehmigung fehlt. Eine endgültige

Entscheidung soll in diesem Frühjahr

fallen. Sollte diese negativ für die

Universität ausfallen, droht ein jahrelanger

Rechtsstreit. Schließlich werden

die Versuche unter anderem durch Fördergelder

des Bundesministeriums für

Bildung und Forschung, der Deutschen

Forschungsgemeinschaft (DFG) sowie

der Europäischen Union finanziert. Mit

diesem Rückhalt scheint Kreiter gewillt,

bis vors Bundesverfassungsgericht

zu ziehen.

Versuche in einem deutschen Labor: Für Untersuchungen an einzelnen Nervenzellen

werden die wachen Affen in so genannten Primatenstühlen fixiert.

Anschließend werden durch ein Loch im Schädeldach Elektroden ins

Gehirn eingeführt. Dann müssen die Primaten Aufgaben erfüllen, die ihnen

vorher beigebracht wurden.


Tierversuche für Kosmetik sind seit dem

11. September 2004 in ganz Europa gesetzlich

verboten. Tierversuche für neue

kosmetische Inhaltsstoffe sind seit dem 11.

März 2009 in der EU verboten. Auch fertige

Kosmetika aus Drittländern, die in Tierversuchen

getestet wurden, dürfen ab diesem Zeitpunkt

nicht mehr in der EU vermarktet werden.

Doch Kosmetika, deren Inhaltsstoffe außerhalb

der EU in Tierversuchen getestet wurden, können

noch bis 2013 uneingeschränkt verkauft

werden. Außerdem darf jeder Inhaltsstoff, der

nicht nur ausschließlich für Kosmetikartikel genutzt

sondern auch für andere Produkte verwendet

wird uneingeschränkt mit Tierversuchen

geprüft werden. Da kaum ein Inhaltsstoff

ausschließlich für Kosmetika verwendet wird,

ist dies eine viel genutzte Grauzone. Wie kann

schwerpunkt: Tierversuche

Todschön

Tierversuche für Kosmetika

Text: Jannik Fischer

Tierversuche für Kosmetik und kosmetische Inhaltsstoffe sind inzwischen

in Europa verboten. Dennoch wurden heutige kosmetische Produkte

in der Regel an Tieren getestet. Zu erkennen, mit dem Kauf welcher

Produkte man Tierversuche direkt oder indirekt unterstützt, ist gar nicht

so einfach.

Das Logo des InternationalenHerstellerverbandes

gegen Tierversuche

in der Kosmetik

(IHTK)ist der

Hase mit der schützenden

Hand.

15

ich mir dann überhaupt sicher sein,

dass mein Kosmetikartikel zwischen

den Tausenden von Artikeln wirklich

Tierversuchsfrei ist?

Zunächst muss man sich bewusst

sein, dass jeder Inhaltsstoff von Kosmetika

irgendwann einmal an Tieren

getestet wurde, sogar Wasser. Möchte

man einen völlig tierversuchsfreien

Kosmetikartikel haben, so müsste

man ihn selbst aus frischem Obst oder

Gemüse herstellen, dieser wäre allerdings

nicht sehr lange haltbar.

Um trotzdem eine Ordnung in das

große Angebot von Artikeln zu bekommen,

gibt es den sogenannten

Humane Cosmetic Standard (HCS), er

ist die erste international anerkannte

Positivliste.

Ein Unternehmen, das laut HCS als

tierversuchsfrei anerkannt wird, darf

für keines seiner Kosmetikprodukte,

weder am Endprodukt noch an den

Inhaltsstoffen, Tierversuche durchführen

oder in Auftrag geben. Ein weiterer

wichtiger Punkt ist, dass ein


schwerpunkt: Tierversuche

Logo des Humane Cosmetics

Standard (HCS) ist der ver -

gnügt springende Hase.

Stichtag festgelegt werden muss, nach dem

kein Inhaltsstoff mehr im Tierversuch getestet

wurde, dieser Stichtag darf nicht mehr

verschoben werden. Das Unternehmen

muss ein

Kontrollsystem

16

über die Lieferkette einführen, was bedeutet,

dass ständig überprüft wird, dass es innerhalb

der Lieferkette zu keinem Tierversuch

für keinen einzigen Inhaltsstoff nach

dem festgelegten Stichtag mehr kommt.

Dieses Kontrollsystem muss in regelmäßigen

Abständen von einem unabhängigen

Kontrollinstitut überprüft werden. Unternehmen,

die als tierversuchsfrei anerkannt

werden, dürfen auch nicht Teil einer Firmengruppe

sein, dessen andere Unternehmen

Kosmetikprodukte herstellen, die nicht in

die Liste des HCS aufgenommen wurden.

Neben dem HCS gibt es noch viele weitere

Kosmetik-Tierschutz-Standards. Viele Kosmetik-Tierschutz-Standards

sind allerdings

mangelhaft oder unseriös, da durch den

Kauf Tierversuche indirekt mitfinanziert

werden


The Body Shop gehört seit

März 2006 zum L’Oréal-Konzern

und finanziert so Tierversuche

indirekt mit.

können. Oder es fehlt die Festlegung eines

Stichtages, nach dem kein Inhaltsstoff

mehr an Tieren getestet wurde. Dies ist

zum Beispiel der Fall bei dem weit verbreiteten

BDIH-Siegel – es ist mehr ein Biosiegel

als ein Tierschutzsiegel. Nur 60 Prozent

aller Produkte eines Unternehmens

müssen den Kriterien des

BDIH entsprechen, um als tierversuchsfrei

eingestuft zu werden.

Zwar tragen auch nur die

Produkte das Siegel, die den

Kriterien entsprechen, doch

trotzdem ist dies als problematisch

zu sehen, da hierbei

eine Mitfinanzierung stattfindet.

Ebenfalls eine Mitfinanzierung

von Tierversuchen findet

man zum Beispiel beim so oft als

tierversuchsfrei gerühmten Body Shop.

The Body Shop gehört nun schon seit März

2006 zum L’Oréal-Konzern, wodurch eine

ungewollte, indirekte Mitfinanzierung stattfindet.

Sicher kann man sich also nur sein,

dass für das gewählte Produkt mit dem Sie-

17

schwerpunkt: Tierversuche

gel keine Versuche an Tieren mit den Inhaltsstoffen

des Produktes durchgeführt

wurden. Dies gilt dann aber leider nicht für

die gesamte Lieferkette oder andere Produkte

des Unternehmens.

Als weitere seriöse Positivliste neben

denen des HCS, sind die Kriterien des Internationalen

Herstellerverbandes gegen

Tierversuche in der Kosmetik (IHTK) vom

Deutschen Tierschutzbund anerkannt. Sie

sind ähnlich streng und gut geprüft wie die

des HCS.

Im Laden erkennst du Artikel die den

Standards des HCS oder dem IHTK unterliegen

an den beiden Logos. Dem springenden

Hasen des HCS und dem Hasen mit

der schützenden Hand des IHTK. Außerdem

hast du gute Möglichkeiten unter

www.tierschutzbund.de und www.marktcheck.at

in Datenbanken und Positivlisten

zu schauen, welche Unternehmen die

Standards erfüllen.


Prüfzeichen des BDIH – des Bundesverbands

Deutscher Industrie- und

Handelsunternehmen für Arzneimittel,

Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel

und Körperpflegemittel

e.V. Er wurde 1951 gegründet.


Das Programm für den ÖKT steht

Das Programm für den 2. Ökumenischen Kirchentag in München steht. Insgesamt

werden in den Tagen vom 12. bis 16. Mai rund 3.000 Veranstaltungen stattfinden.

Das Programmheft kann als PDF von der ÖKT-Homepage (www.oekt.de/programm)

heruntergeladen werden.

Zudem gibt es auf der Jugend-Seite des ÖKT (www.oekt.de/jugend) Werbespots

und Jugendflyer.

Termine

23.-25.04. Technik-Wochenende

07.-09.05. Stufenwochenende

12.-16.05. 2. Ökumenischer Kirchentag

21.-24.05. Bezirkslager Harburg

18.-20.06. Bezirkslager Alstergau

25.-27.06. Afklabastern

Alle Termine auf www.vcp-hamburg.de.

Mein Name ist Scout – Zukunftsscout

Die BUNDjugend bietet jungen Menschen ab sofort eine neue Aktionswebsite

an. Unter www.zukunftsscouts.de finden Jugendliche zwischen 11 und 15 Jahren

Aktionsideen, die unter dem Motto „Entdecken, Motzen besser Machen“

zum aktiven Natur-, Umwelt- oder Klimaschutz anregen.

Per Mausklick gibt es zahlreiche, konkrete Vorschläge wie jeder im Alltag Energie

sparen, den eigenen Garten zur Lebensinsel umgestalten

oder auf der Toilette den Regenwald retten kann.

Kreative „Motztipps“ helfen dabei, Umweltthemen medienwirksam

in die Öffentlichkeit zu tragen und

„Best-Practice Projekte“ motivieren zum

Nachahmen. Gruppenleiter finden unter der

Rubrik „Betreuer Info“ hilfreiche Tipps und

Methoden zur Projektarbeit mit jungen

Menschen und erhalten die neuesten

Studien zum Umweltbewusstsein

von Jugendlichen in Deutschland.

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infohagel


selbermachen

eine Saubere

Geruch, Farbe und Form – das relais verrät dir, wie du

deine eigene Seife herstellen kannst.

Text: Sarah Meister

Seit einiger Zeit sind die einfachen Blockseifen

aus fast jedem Badezimmer verbannt

worden. Ersetzt wurden sie von

den viel attraktiveren Flüssigseifen und ihren

praktischen Spendern.

Es wird Zeit, die wohlbekannte Blockseife

wieder in die Bäder zurückzuholen. Damit die

Seifen nicht so langweilig daherkommen und

du dir langes Schnuppern bei Budni ersparen

kannst, machst du sie am besten selber.

Die Kernseife wird über einem tiefen Teller

mit der Reibe gehobelt oder mit einem Messer

zerkleinert. Wie groß deine Seife später sein

soll kannst du jetzt festlegen. Dann machst du

ausreichend Wasser im Kocher heiß. Wie viel

DU BRAUCHST

✘ weiße Kernseife ✘ Dufftöle

✘ Lebensmittelfarbe (Pulver oder flüssig)

✘ eine Reibe (bzw. ein einfaches Messer)

✘ eine Gabel ✘ einen tiefen Teller

Wasser ✘ Wasserkocher

✘ geduldige Finger

Sache

Wasser du genau brauchst, hängt von der

Menge deiner Seife ab. Das heiße Wasser wird

langsam über die Seife gegossen. Nun wird so

lange mit der Gabel gerührt, bis keine Klumpen

mehr vorhanden sind. Aber Achtung: Nimmst

du zu viel Wasser, kannst du die Seife nicht

mehr so gut formen und nimmst du zu wenig,

löst sie sich nicht genügend auf. Während des

Rührens kannst du die gewünschte Lebensmittelfarbe

und die Duftöle hinzugeben. Dabei

musst du es nicht bei einem Duft belassen –

Zimt und Orange ist zum Beispiel eine schöne

Kombination. Wenn die Seife eine gleichmäßige

Konsistenz, Farbe und Geruch angenommen

hat kannst du sie mit deinen Händen zu

einer gewünschten Form kneten. Das hört sich

leichter an als es ist. Aber mit ein wenig Übung

hast du den Dreh sicher schnell raus.

Achtung: Vor allem bei Duftölen und Lebensmittelfarbe

wird häufig nicht auf Tierversuche

verzichtet. Im Reformhaus oder im Bioladen

solltet ihr Produkte mit entsprechenden Siegeln

(siehe Seite 15) finden. n


selbermachen

himbeereiS☀

Sommer,

Sonne &

Text: Sarah Meister

Die Sonne lacht am Himmel, aber die nächste Eisdiele ist weit entfernt? –

Das relais zeigt dir, wie du Eis selber machen kannst.

Als erstes erhitzt du die Milch mit

dem Zucker in einem kleinen Topf

und lässt das Ganze kurz aufkochen.

Dann füllst du den Joghurt und die

Crème double in eine Schüssel und verrührst

beides gut. Crème double ist gewissermaßen

Doppelrahm-Sahne und leider

nicht in jedem Supermarkt erhältlich.

Sicherlich findest du jedoch einen guten

Ersatz, wie beispielsweise Konditorsahne.

Wenn das Milch-Zucker-Gemisch etwas

abgekühlt ist, rühre es ebenfalls unter

den Joghurt. Die Himbeeren solltest du

nun mit dem Pürierstab zu einem Mus

verarbeiten. Gefrorene Himbeeren sind

dabei kein Problem. Du solltest sie jedoch

rechtzeitig aus dem Eisfach holen, damit

sie antauen können.

DU BRAUCHST

240 Gramm Zucker

100 Milliliter Milch

250 Gramm Crème double (zirka 40% Fett)

einen Himbeer-Sahne-Joghurt (zirka 10% Fett)

500 Gramm Himbeeren

einen Pürierstab

Selbstverständlich kannst du auch anderes

Obst für dein Eis nehmen. Erdbeeren,

Heidelbeeren oder Kirschen eigenen sich

zum Beispiel auch sehr gut für dein Eis. Allerdings

solltest du nicht vergessen, die

Wahl deines Joghurts dann noch einmal zu

bedenken.

Rühre nun auch das Himbeermus unter

die Masse und füll das Ganze in die Form,

die dann in das Eisfach kommt. Jetzt heißt

es warten. Allerdings solltest du alle halbe

Stunde mal nach dem Eis sehen und es

umrühren. Dadurch bleibt es schön cremig.

Wie lange es dauert, bis dein Eis fertig

ist, hängt sehr davon ab, was für eine

Form deine Schüssel hat. Aber egal wie

lange es dauert – das Warten lohnt sich garantiert!

n


Zurück in die

3D-Zukunft

Text: django

Ein neues Kino-Zeitalter hat begonnen. Dabei ist die

Technik gar nicht so neu.

Avatar – dieser Film macht mich als

Regieanwärter in mehrfacher Hinsicht

neidisch: Erstens auf die Millionen,

die James Cameron dafür verblasen

durfte. Zweitens auf die Millionen, die der

Film wieder eingespielt hat. Und drittens auf

das Erscheinungsbild des Films, komponiert

aus einer guten Story, liebevoller technischer

Umsetzung und nicht zuletzt: 3D!

Dieses Jahr wird bei Kino, TV und Computer

ein neues Zeitalter eingeläutet, ähnlich

dem Quantensprung vom Stummzum

Tonfilm und vom schwarz/weiß- zum

Farbfilm. Die dem zu Grunde liegende

Technik ist dabei schon sehr alt: Die Szenen

werden mit zwei nebeneinander gelagerten

Kameras, die aus leicht unterschiedlichen

Blickwinkeln auf das gleiche

Motiv gerichtet sind, gefilmt. Das Ergebnis

wird anschließend mit einer speziellen

Technik verarbeitet, damit entsprechende

Brillen dafür sorgen, dass das Bild aus der

rechten Kamera nur vom rechten und das

Bild aus der linken Kamera nur vom linken

Auge wahrgenommen werden kann.

In den 50ern, als das viel billigere Fernsehen

dem Kino die Kundschaft abgrub,

hatte das 3D-Filmen schon einmal einen

Hype, war allerdings aufgrund der damaligen

Technik nur in schwarz/weiß möglich.

Das Farbfernsehen machte dem ein Ende.

Heute hat das Kino das Problem der Raubkopierer

und schon ist das 3D-Konzept

wieder da. Und vor allem ist die Technik zur

Herstellung und zum Konsum solcher

Filme nun bezahlbar. Und in diesem Sommer

kracht es: Freut euch auf Kinofilme,

Fernseher, Computermonitore und Spiele

in Hülle und Fülle! Zwar können 3D-Bilder

sogar auch auf alten Röhrenmonitoren

dargestellt werden, aber die neuen Geräte

werden spezialisierter sein. Sogar 3D-Kameras

wird es geben. Und uns Kreativen

geben sie ganz neue Möglichkeiten im erzählerischen

und gestalterischen Bereich.

Bald werden auch alte Filme in 3D neu raus

kommen. So baut George Lucas zur Zeit

alle sechs „Star Wars“-Filme auf 3D um.

Filme, die in 2D und in 3D erscheinen sollen,

werden übrigens in der Zweikamera-

Weise gedreht. Für die 2D-Version nimmt

man dann einfach eine der beiden Perspektiven.

2D macht auch deshalb noch

Sinn, weil viele Kinos noch nicht über die

entsprechendem Vorführmöglichkeiten

verfügen. Denn auch zum Abspielen

braucht man zwei Projektoren. Also: Einen

Toast auf die Technik und das überlistbare

Auge, auf dass wir irgendwann tierisch erschrecken,

weil uns der Weiße Hai von hinten

fressen will, um uns auf den neuen Film

aufmerksam zu machen. �

b-seite


Die drei Pfadis moppelfrosch


Die drei Pfadis moppelfrosch


Zurückbleiben bitte – oder: Warum

ich ein MacBook verdient habe

Ich führe ein turbulentes Leben. Jeder

Tag fühlt sich an wie Disko: Gefühlte

Massen von Menschen drängen sich

um mich. Die neueste R&B-Mucke schalt

aus Lautsprechern und neben mir sehe ich

junge Models, in der neuesten H&M-Kollektion.

Doch leider trügt wie zu oft der

Schein. Denn die Models gucken mich bloß

von der Wand aus finster an. Die Musik

schallt nicht aus riesigen Boxen, sondern

aus Handys oder diesen großen Kopfhörern,

die plötzlich wieder modern sein sollen.

Und die Massen von Menschen wollen

nicht Party machen, sondern bloß – genau

wie ich – einen möglichst annehmbaren

Platz abstauben. Kurzum: Ich fahre täglich

U-Bahn.

U-Bahn fahren ist ein bisschen wie im Internet

surfen – mal geht’s rasend schnell,

mal irre langsam und überall leuchtet Werbung

auf. Doch während die Werbung im

World Wide Web in der Regel bestens auf

mich abgestimmt ist, da ich inzwischen

genügend Datensätze von mir bei Facebook,

StudiVZ und mindestens drei Freemail-Anbietern

angelegt habe, scheint die

Werbung in den Zügen der Hamburger

Hochbahn AG auf niemanden so richtig abgestimmt

zu sein. Anstelle von Pokerräumen

und Internetwarenhäusern werben

hier private Hochschulen, die wissen, dass

sie ihr Geld nicht wert sind. Sonst würden

sie wohl kaum ihren künftigen Studenten

ein gratis MacBook versprechen. Oder Designschulen,

die offensichtlich dringend

Nachwuchs brauchen. Schließlich ist die

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Werbung so schlecht designt, dass man

sofort ein gratis MacBook als Entschädigung

für entstandene Augenschäden verlangen

möchte. Daneben gesellt sich noch

eine ganze Reihe an Stromanbietern,

Sprachschulen, Bestattungsunternehmen,

Fitnessangeboten und natürlich die

Hinweise darauf, dass Schwarzfahrer böse

sind und Betriebsräte gut und dass Rainbow

Tours einen für 99 Euro nach Lloret de

Mar fährt.

Dumm nur, dass die meisten Menschen

von diesen Hinweisen gar keine Notiz zu

nehmen scheinen. Viel lieber essen sie chinesisch

anmutende Nudeln aus Pappbechern

oder lesen Stephenie Meyer-Bücher.

Andere haben ihre Tageszeitung so über

ihrem ausgestreckten Knie ausgebreitet,

dass niemand mehr neben, vor oder diagonal

zu ihnen Platz nehmen kann. Versucht

man dies doch, erntet man verständnislose

bis vernichtende Blicke. Der

Großteil spielt jedoch am Handy, Smartphone

oder wie auch immer man diese

neuen Geräte heutzutage nennt und hört

entweder besagte R&B-Musik oder telefoniert

tatsächlich. Beides geschieht in der

Regel sehr laut, so dass ich zum einen

stets auf dem neuesten Stand bin, was

Musik von Timbaland, Beyoncé und Jay-Z

angeht. Zum anderen erfahre ich auch

immer wieder interessante Details über

das Wohlbefinden, die letzten Klausurergebnisse,

Reisepläne, Essenswünsche und

das Liebesleben meiner Mitmenschen.

Ab und zu steigen zwei lustige Musikan-


ten ein, die versuchen, ihre Stimme über

die von Timbaland und Co zu erheben. Ihr

„Let It Be” (im Übrigen offensichtlich das

einzige Lied, dass die beiden beherrschen)

klingt zwar ganz nett. Doch der

Text ist meist falsch und so richtig will das

5-Cent-Stück mein Portmonee nicht verlassen.

Den meisten der anderen Fahrgäste

geht es wohl ähnlich.

Was mir am U-Bahn fahren am besten

gefällt, ist das Fahrgastfernsehen: Eine

Topnews, eine Sportmeldung, zweimal

Neues aus der Welt der Promis, Veranstaltungshinweise

und falsche Wettervorhersagen.

Wer braucht da noch eine Tageszeitung?

Wenn ich wissen will, in welchem

I m p r e s s u m

Das r e l a i s ist eine Zeitschrift des VCP – Verband Christlicher

Pfadfinderinnen und Pfadfinder – Land Hamburg.

Herausgeber:

VCP Hamburg e.V.

Güntherstraße 34

22087 Hamburg

Redaktion im Auftrag der Landesleitung:

Christian Pohl (dreipunkt, Ltg.), Anne Overbeck (luna), Antonie Casper (filo), Axel

Kohfeldt (django), Frederik Welk, Jannik Fischer, Philip Schierning, Sarah Meister

Comic: Philip Schierning

Layout: Christopher Ost

Anzeigenleitung: Lars Hutschreuther

Druck:

Gemeindebriefdruckerei

Martin-Luther-Weg 1

29393 Groß Oesingen

Auflage: 500 Exemplare

Namentlich gekennzeichnete Beiträge entsprechen nicht unbedingt der Meinung der

Redaktion und der der Landesleitung.

Gefördert von der Freien und Hansestadt Hamburg, Behörde für Soziales, Familie,

Gesundheit und Verbraucherschutz.

Kontakt zur Redaktion:

Fon: 040 – 319 58 18

Fax: 040 – 319 69 32

r e l a i s @vcp-hamburg.de

www.vcp-hamburg.de

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Therapie-Stadium sich Sandra Bullocks

Noch-Mann befindet oder wann Marshall

und Alexander wieder in der Stadt sind

ich erfahre es zuerst in der U-Bahn.

Bald ist das turbulente Leben mit Models,

R&B-Musik und Fahrgastfernsehen aber

vorbei. Zumindest für ein paar Monate.

Schließlich steht der Sommer vor der Tür.

Und wenn es die Stadt endlich geschafft

hat, die größten Schlaglöcher in den

Straßen auszubessern, habe ich mir vorgenommen

aufs Fahrrad umzusteigen. Bis

zum nächsten Winter. Der wird dann wieder

wild.

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