Handwerkerverein Bezau - Bezauer Wirtschaftsschulen

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Handwerkerverein Bezau - Bezauer Wirtschaftsschulen

Pädagogischer Tag

Am Mittwoch den 15. April 2009 war der Hamburger

Erziehungswissenschaftler Prof. Peter Struck

zu Gast in den Bezauer Wirtschaftsschulen. Mit

Hilfe einer faszinierenden und mitreißenden Rhetorik

begeisterte er Lehrer und Lehrerinnen, wie

spannend Lehren und Lernen mit Erkenntnissen

der modernen Hirnforschung stattfinden können.

Uns allen klingen noch seine Worte im Ohr nach:

Prof. Peter Struck

„Kinder lernen am besten durch Reden, Handeln

und zu zweit. Da in Lernpartnerschaften und -

gruppen oft schwache, durchschnittliche und

gute Schüler zusammenarbeiten, lernen sie viel

durch Reden und Fragen, durch Um- und Irrwege

sowie durch Handeln und gegenseitiges Helfen.

Erklärt ein Schüler etwas dem anderen, kommt es

zu so genannten „mitreißenden Effekten“ - und

zwar auf beiden Seiten: Der gute Schüler erreicht

durch das Erklären einen besseren Abstraktions-

und Vertiefungsgrad und erwirbt soziale Kompetenzen,

während der schwächere Schüler es

toll findet, dass sich ein Gleichaltriger um ihn

bemüht und ihm etwas beibringt. Allgemein gilt,

dass Kinder von Gleichaltrigen mehr und besser

lernen als von noch so klugen und pädagogisch

versierten Erwachsenen.“ (zit. nach: Interview mit

www.familie.de)

Lehrerkollegium der Bezauer Wirtschaftsschulen

Umgesetzt wird dieses Prinzip in unserer Schule

nicht nur in Gruppenarbeiten, sondern auch

durch die Nachhilfebörse, von der nicht nur

Nachhilfenehmer, sondern insbesondere Nachhilfegeber

profitieren.

Besonders effektiv ist laut Prof. Struck das Lernen

durch Präsentieren. Hierbei können Jugendliche

neun Mal so gut lernen wie durch Zuhören.

Prof. Struck macht sich in seinem Referat im Speziellen

für die Burschen stark, die seiner Meinung

nach im Moment im Schulsystem nicht genügend

gefördert werden. Gerade Burschen seien

selten imstande, auditiv zu lernen, sie brauchen

Handlung und Sprechen noch stärker als die

Mädchen. Dies könnte mit ein Grund dafür sein,

warum Mädchen in den letzten Jahren häufiger

zu Matura und akademischem Abschluss gelangen

als ihre gleichaltrigen männlichen Kollegen.

Der Vortrag war lebendig gestaltet, auf vielen

Praxisbeispielen aufgebaut und beschäftigt

durch Prof. Strucks Persönlichkeit und Überzeugungskraft

in diversen Gesprächen bis heute das

Kollegium.

Individualisierung

Im Rahmen des Qualitätsmanagements wurde

für das vergangene und kommende Schuljahr die

Individualisierung als Qualitätsziel festgelegt.

Ein wichtiges Thema in der Individualisierung ist

die SchülerInnen durch eine möglichst breite Methodenvielfalt

zu erreichen bzw. anzusprechen.

Um Impulse in diese Richtung zu geben hat unser

Herr Direktor zwei hochkarätige Fachmänner

eingeladen, die unsere pädagogischen Tage im

vergangenen Schuljahr geprägt haben.

Dr. Josef Aff, Leiter des Institutes Wirtschaftspädagogik

an der Wirtschaftsuniversität Wien,

hielt am 27. März 2009 einen Vortrag zum Thema

„Didaktik im (Kaufmännischen) Unterricht“. Er

gab uns einen Einblick in sein großes Sammelsurium

an Beispielen, wie man SchülerInnen die

abstrakte Welt der Wirtschaft verständlich nahebringen

kann.

Besonders beeindruckt haben uns Affs Metaphern.

Natürlich hat uns Prof. Aff im Rahmen

seines Vortrages auch viele interessante Informationen

und Erkenntnisse aus seiner Forschungstätigkeit

präsentiert.

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