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DEGEMED News 51 April 2015

DEGEMED News 51 April

1 Nr. 51 April 2015 news Lasst uns reden! Wie ernst ist es uns mit der Partnerschaft in der Rehabilitation? Reha-Träger und Reha-Einrichtungen sind aufeinander angewiesen. Die Träger müssen ihr Leistungsversprechen gegenüber den Versicherten einlösen, wenn es darauf ankommt, müssen sie schnellstmöglich hochwertige medizinische Reha- Leistungen bereitstellen. Das gilt für Renten-, Kranken- und Unfallversicherung gleichermaßen. Die Betreiber brauchen auf der anderen Seite stabile Rahmenbedingungen, um die notwendigen Leistungen in ihren Einrichtungen zu organisieren. Hier sind alle gleich betroffen, unabhängig davon, ob sie in öffentlicher, frei-gemeinnütziger oder privater Trägerschaft stehen. Augenhöhe notwendig Die gegenseitige Abhängigkeit erfordert ein sachliches und konstruktives Miteinander und einen fairen und transparenten Umgang. Offenheit und Dialogbereitschaft müssen die Gesprächskultur prägen. Diktate und einseitige Vorgaben sind kontraproduktiv. Sie führen nur Konfrontationen herbei, die kein Außenstehender versteht und von denen niemand profitiert. Doch nicht überall ist die Bereitschaft zu partnerschaftlichem Miteinander und Gesprächen auf Augenhöhe vorhanden. Landesarbeitsgemeinschaft NRW In Nordrhein-Westfalen haben bereits im vergangenen Jahr zahlreiche Einrichtungen eine Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) gegründet. Sie machen damit von einem Instrument Gebrauch, das ihnen der Gesetzgeber schon 2001 ausdrücklich gegeben hat. Sie sprechen nun mit den Reha-Trägern über Rahmenbedingungen der Zusammenarbeit. Im Mittelpunkt steht das Thema Fahrtkosten. Die LAG will eine Änderung der aktuellen Praxis, nach der die Einrichtungen den überwiegenden Teil der anfallenden Kosten ohne Kompensation tragen. Hier werden die Beteiligten nur miteinander Lösungen finden können. Einstieg der DAK in Selektivverträge? Einen ganz anderen Weg geht die Deutsche Angestelltenkrankenkasse (DAK). Sie listet stillschweigend Reha-Einrichtungen aus, wenn sie ihr zu teuer sind und schneidet sie dadurch von der Belegung ab. Zwar können Versorgungsverträge nur „einheitlich und gemeinsam“ abgeschlossen (§ 111 SGB V) und beendet werden. Dennoch bleibt die DAK bei ihrer Vertragspolitik. Sie steigt damit faktisch in ein Selektivvertragssystem ein. Mit den grundlegenden Bestimmungen des Leistungserbringerrechts in SGB V und SGB IX ist das kaum in Einklang zu bringen. Denn eigentlich ist für das Vertragsmanagement der vdek mit seinen Landesvertretungen zuständig. Die weitere Entwicklung ist offen.