Konzept der reformierten Kirchgemeinde Pfäffikon für Freiwillige

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Konzept der reformierten Kirchgemeinde Pfäffikon für Freiwillige

Freiwilligenkonzept

Konzept der reformierten Kirchgemeinde Pfäffikon

für Freiwillige

1. Einführung / Einleitung

1.1. Begründung

Der reformierten Kirche Pfäffikon sind Freiwillige sehr wichtig. Die Vielfalt der kirchlichen

Arbeit und der Schritt weg von der „One man show“ lässt den Bedarf an Freiwilligen (und den

Koordinationsaufwand) steigen. Freiwillige sind heutzutage schwerer zu gewinnen, da häufig

die berufliche Belastung gross und die Freizeit bereits verplant ist. Der schnelle Wandel in

Gesellschaft und Arbeitswelt beeinflusst auch die Freiwilligenarbeit.

Bereits Ende der Amtsdauer 1998 – 2002 wurde von der damaligen Spurgruppe (Mitglieder

des Mitarbeiterkonventes und der Kirchenpflege) festgestellt, dass ein Freiwilligenkonzept

nötig ist. Die neue Behörde (ab 2002) entschied sich, vorerst ein Leitbild für die

Kirchgemeinde zu entwickeln, welches am 18.04.2005 von der Kirchenpflege genehmigt

wurde, um anschliessend ein auf diesem Leitbild basierendes Freiwilligenkonzept zu

erarbeiten.

1.2.Umfang

Beim vorliegenden Konzept geht es um eine Analyse und ein praxisorientiertes Konzept mit

entsprechenden Massnahmen für die Freiwilligenarbeit in der ref. Kirchgemeinde Pfäffikon.

2. Grundsätzliches zur Freiwilligenarbeit

Mit der Erwähnung in der Kirchenordnung wird sowohl die Wertschätzung gegenüber den

Freiwilligen zum Ausdruck gebracht als auch die grosse Bedeutung, die ihr Engagement für

die Landeskirche hat.

2.1. Definition und Verankerung der Freiwilligenarbeit

Was ist Freiwilligenarbeit in der evangelisch reformierten Landeskirche?

Freiwillige schenken der Kirche Zeit, Erfahrung, Wissen und ihren Einsatz. Sie engagieren

sich in der Regel auf begrenzte Zeit. Sie helfen zum Beispiel mit

in Vorbereitungsgruppen für verschiedene Gottesdienste

bei Bildungsanlässen

in Besuchsgruppen

in der Jugendarbeit, etc.

Sie stellen den grössten Teil der kirchlichen Mitarbeitenden. Behördenmitglieder und

Teilzeitangestellte (z.B. Katechetinnen) gelten nicht als „Freiwillige“ im engeren Sinn.

Verankerung der Freiwilligenarbeit in der Zürcher Kirchenordnung

Neu in der revidierten Kirchenordnung

Art. 149 a

Die Freiwilligen beteiligen sich an der Gestaltung des Gemeindelebens.

Die Kirchgemeinden schaffen für die Freiwilligen ein von Wertschätzung,

Vertrauen und gegenseitiger Achtung geprägtes Umfeld. Sie sorgen für gute

Rahmenbedingungen. Sie berücksichtigen die besonderen Fähigkeiten der

Freiwilligen und fördern diese im Hinblick auf ihren Einsatz.

Der Kirchenrat erlässt Richtlinien über die Freiwilligenarbeit.

Art. 189

Die Landeskirche unterstützt die Weiterbildung der Freiwilligen.

In der bisherigen Kirchenordnung beziehen sich auf die Freiwilligenarbeit die Art. 25 zur

Mitwirkung, Art. 96 zum allgemeinen Priestertum, Art. 97 zur Bildung von Gemeindegruppen

sowie Art.109 zur Verantwortung für die "gemeindefördernde Zusammenarbeit".

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Freiwilligenkonzept

2.2. Die neuen Freiwilligen – eine Neudefinition der Freiwilligenarbeit

Eine ausführlichere Beleuchtung des Themas Freiwilligenarbeit befindet sich im Anhang E.

Vor dem Hintergrund neuer Lebensentwürfe zeichnet sich auch im Bereich der

Freiwilligenarbeit ein Wertewandel ab. Freiwillige Leistungen werden aus einem christlichen

Anliegen heraus erbracht. Heute versteht sich Freiwilligenarbeit vermehrt auch als Tausch.

Die Bereitschaft zu diakonischem Wirken ist nicht an materielle Forderungen geknüpft; die

erbrachte Leistung soll vielmehr interessante Erfahrungen in einem befriedigenden Umfeld

ermöglichen. Gefragt sind Mitwirkung und Mitgestaltung. Bei den heutigen Freiwilligen gibt

es einen Mix unterschiedlicher Motivationen und Wertvorstellungen. Es gilt, möglichst allen

gerecht zu werden.

Junge Erwachsene verkörpern aufgrund ihrer Sozialisation stärker die „neuen“ Freiwilligen.

Für die Zusammenarbeit mit Freiwilligen ist es wichtig, die veränderten Motive zu

berücksichtigen.

Freiwillige wollen immer noch Sinnvolles tun, dies aber vermehrt nicht nur

als selbstlose Pflichterfüllung.

Freiwillige suchen Aufgaben, die Kompetenzgewinn, Selbstentfaltung und

-verwirklichung ermöglichen.

Es besteht ein starkes Bedürfnis nach Mitgestaltungs- und Einflussmöglichkeiten.

Soziales gewinnt an Bedeutung. Freiwillige wollen neue Leute kennen lernen,

gemeinsame Interessen teilen und soziale Interaktion erleben.

Freiwillige wollen Freude haben an ihrer Tätigkeit.

2.3. Unsere Grundsätze in der Freiwilligenarbeit

Anerkennung der Freiwilligenarbeit

Freiwillige haben Anrecht auf persönliche und öffentliche Anerkennung ihrer Leistung. Nebst

bezeugter Wertschätzung sind als geeignete Formen der Anerkennung speziell zu

erwähnen: der Sozialzeit-Ausweis, eine faire Spesenregelung und die Übernahme von

Weiterbildungskosten.

Begleitung der Freiwilligen

Den Freiwilligen soll die Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch in Gruppen geboten werden.

Die Suche, Begleitung und Förderung von Freiwilligen liegt in erster Linie bei den leitenden

Freiwilligen. Diese unterstützen wir in ihrer Funktion mit Unterlagen, Schulung und einer

Ansprechperson aus der Behörde bzw. Mitarbeiterteam.

Wir benennen eine ressortverantwortliche Person für organisatorische Belange der

Freiwilligenarbeit. Deren Aufgabe ist es, die Freiwilligenarbeit zu koordinieren, zu begleiten

und zu unterstützen, sowie deren Interessen innerhalb der Kirchgemeinde zu vertreten.

Wir bieten auch eine geistliche Begleitung für unsere Freiwilligen an.

Arbeitsbedingungen

Freiwillige Arbeit ist zeitlich begrenzt. Dabei kann es sich um einmalige, sporadische,

projektbezogene oder regelmässige Einsätze handeln. Letztere sollten 4-6 Stunden pro

Woche nicht übersteigen. Freiwillige haben eine Mitsprachemöglichkeit bei der

Ausgestaltung ihrer Aufgabe. Der Zugang zur Infrastruktur (Räume, Fotokopierer etc.) ist

gewährleistet.

Vereinbarungen mit leitenden Freiwilligen

Bei besonderen Aufgaben empfiehlt es sich, gegenseitige Erwartungen und Vereinbarungen

festzuhalten und diese in regelmässigen Gesprächen zu überprüfen.

Vor einem ersten Einsatz wird ein Gespräch geführt, bei dem es darum geht, die Motivation

und Erwartungen der Freiwilligen kennen zu lernen, und deren soziale Kompetenzen zu

erkunden.

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Freiwilligenkonzept

Auswertung der freiwilligen Arbeit

Freiwilligenarbeit soll ausgewertet werden. Das regelmässige Gespräch – mit Einzelnen oder

in Gruppen - dient dem Erfahrungsaustausch, der gegenseitigen Unterstützung und der

Auswertung der geleisteten Arbeit.

Spesenregelung und Versicherung

Freiwilligenarbeit ist nach schweizerischem Standard unbezahlte Arbeit. Ihre Anerkennung

geschieht nicht durch Geld, sondern durch andere Formen der Wertschätzung.

Spesen werden entschädigt. Details sind im Merkblatt Anhang A geregelt.

Die Kirchgemeinde verfügt über eine Haftpflichtversicherung, welche bei Schadenfällen im

Zusammenhang mit einem Einsatz von Freiwilligen beansprucht werden kann. Krankheit und

Unfall müssen über die privaten Versicherungen der Freiwilligen gedeckt sein.

Weiterbildung

Die Kirchgemeinde unterstützt einsatzbezogene Fortbildungen finanziell.

Ausweisen der geleisteten Arbeit

Als Kirchgemeinde, die mit Freiwilligen arbeitet, weisen wir die freiwillig geleisteten Stunden

aus, informieren über den Inhalt (z.B. im Jahresbericht) und fördern so deren öffentliche

Anerkennung.

Die Formulierung dieser Grundsätze erfolgte in Anlehnung an die Richtlinien von Benevol

Schweiz.

3. Freiwilligenarbeit in der ref. Kirche Pfäffikon

3.1. Bestandesaufnahme

In der Kirchgemeinde Pfäffikon arbeiten rund 235 Freiwillige in allen Bereichen mit. Manche

engagieren sich kurz und spontan, andere intensiv für Projekte und wiederum andere

regelmässig über eine lange Zeit.

Es engagieren sich: 152 in der Kinder- und Jugendarbeit und Familienarbeit

94 in der Gottesdienstmitgestaltung

59 in der Erwachsenenarbeit/ Erwachsenenbildung

33 in der Konzert- und Musikarbeit

30 in der Seniorenarbeit

5 in der Öffentlichkeitsarbeit

Rund 100 Personen arbeiten in mehreren Gruppen mit, die übrigen jeweils in einer Funktion.

Bei uns engagieren sich 75 Prozent Frauen und 25 Prozent Männer in der Freiwilligenarbeit.

(Stand Dez. 2005)

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Freiwilligenkonzept

3.2. Strategien und Massnahmen

Strategie A:

Freiwilligenarbeit besser vernetzen/ Ansprechperson bestimmen

Massnahmen:

Das Ressort Diakonie wird ausgebaut: Bisher verstand man unter Diakonie die

Hilfe der Kirche nach aussen und den Besuchsdienst. Neu dazu kommt nun auch

die Diakonie nach innen, der Dienst an der Gemeinde. Es sind dies Chinderhüeti,

Fahrdienste zu Gottesdiensten, Apéro- und Chilekafi-Vorbereitung, Team für

Bühnen- und andere Einrichtungsarbeiten etc.

Als Verbindungsperson koordiniert der/die Ressortverantwortliche Diakonie die

Freiwilligenarbeit der gesamten Kirchgemeinde und ist in Kontakt mit allen

weiteren Ressortverantwortlichen bezüglich Honorierung und Weiterbildung der

Freiwilligen. Details sind unter Anhang C zu finden.

Jeder Gruppe von Freiwilligen wird eine Ansprechperson zugeteilt. Diese ist

Mitglied des Mitarbeiterteams oder der Kirchenpflege. Die aktuelle Liste ist unter

Anhang D zu finden.

Strategie B:

Freiwilligenarbeit bewusst honorieren

Massnahmen:

Die Honorierung der Freiwilligenarbeit kann durch verschiedene Massnahmen geschehen

wie zum Beispiel: mit einem kleinen Geschenk, einem anerkennenden Dankesschreiben,

einem Karten- oder Blumengruss zum Geburtstag oder Jahreswechsel, einem speziellen

Apéro mit Geschenkübergabe, einem besonderen Gottesdienst für Freiwillige, einem

gemeinsamen Essen oder einem Ausflug zusammen mit anderen Freiwilligen.

Im Jahresbericht der Kirchenpflege wird die Arbeit der Freiwilligen verdankt.

Eine Richtlinie zur Honorierung befindet sich im Anhang C.

Strategie C:

Begleitung und Anerkennung der Freiwilligen verstärken

Massnahmen:

Je nach Bedürfnis wird auch eine geistliche Begleitung angeboten. Diese kann von

Person zu Person sehr unterschiedlich sein. Möglichkeiten sind: Gespräche,

spezielle Gottesdienste oder Segnungshandlungen; Singen, Gedichte oder

Geschichten in Veranstaltungen.

Der Schweizerische Sozialzeitausweis ist ein Dokument, in das Leistungen im

Bereich der Freiwilligenarbeit eingetragen werden. Die Handhabung des

Ausweises in unserer Kirchgemeinde findet sich im Anhang B.

Vorhandene Kompetenzen werden bei einer Mitarbeit berücksichtigt.

Erwähnung im Gottesdienst, in öffentlichen Anlässen, in den Medien

Begleitung, Unterstützung, Einbezug in Meinungsbildung und Entscheidungsprozesse

Austausch zwischen Mitgliedern verschiedener Gruppen

Anliegen von Freiwilligen werden in der Behörde aufgenommen

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Strategie D:

Weiterbildung der Freiwilligen fördern

Freiwilligenkonzept

Massnahmen:

Weiterbildungen im Zusammenhang mit der übertragenen Aufgabe der aktiven

Freiwilligen werden im Rahmen des Budgets finanziell unterstützt. Die

Ansprechperson macht auf geeignete Angebote aufmerksam. Das H50 in Zürich

bietet eine Vielfalt von Kursen an.

Die Ressortverantwortlichen aller Bereiche legen gemeinsam mit dem Ressort

Diakonie das Budget für Weiterbildung fest.

Strategie E:

Rekrutierung neuer Freiwilliger bewusst gestalten und

Öffentlichkeitsarbeit für Freiwilligenarbeit intensivieren

Massnahmen:

Ansprechen von Personen aus dem persönlichen Umfeld

Anreiz zur Mitarbeit in Kinderbetreuung oder Memory Club finden (auch für ältere

Personen)

Gezielt Männer für Freiwilligenarbeit gewinnen

Möglichkeit für unverbindliche Einblicke bieten

Offene Veranstaltungen, Feste, Aktionen, Ausflüge

Projekttage (Schule) spez. bei Jugendarbeit

Ausscheidende Freiwillige in einem Gottesdienst verdanken (evtl. mit Apéro) und

verabschieden. Dabei könnte man auch die neu Dazugekommenen feiern.

Bei den folgenden Massnahmen handelt es sich um weitere Möglichkeiten, die Strategie

umzusetzen.

Gestaltung eines Schaukastens, Darstellen der Kirchenaktivitäten

Werbung mit Stellwand in der Kirche oder im Kirchgemeindehaus

Im Internet auf der eigenen Homepage „Jobs für Freiwillige“ anbieten

4. Schlussfolgerung

Unsere Kirchgemeinde gewinnt durch die Freiwilligenarbeit an Farbe und Impulsen. Für die

Zusammenarbeit ist die Wertschätzung gegenüber den Freiwilligen und ihrer Arbeit das A

und O. Engagierte Menschen, die spüren, dass sie willkommen und geschätzt sind, arbeiten

motiviert und tragen ihre Freude auch nach aussen. Sie sind die beste Visitenkarte zur

Gewinnung neuer Freiwilliger.

Das Konzept inkl. alle Anhänge sind auf dem Internet unter www.refkirchepfaeffikon.ch in der

Rubrik „Informationen“ zu finden.

Es sind dies:

Freiwilligenkonzept

Anhang A Merkblatt für Freiwillige

Anhang B Sozialzeitausweis

Anhang C Reglement Honorierung und Weiterbildung

(noch in Bearbeitung)

Anhang D Übersicht Ansprechpersonen der Freiwilligen

Anhang E Grundsätzliches zur Freiwilligenarbeit mit

Quellenangaben und Literaturhinweisen

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Freiwilligenkonzept

Anhang A

Merkblatt für Freiwillige

Alle Menschen sind zur freiwilligen Mitarbeit willkommen, denn durch sie lebt eine

Kirchgemeinde.

Rechte

Ansprechperson

Die Kirchgemeinde legt Wert darauf, dass Freiwillige in ihrer Aufgabe begleitet werden.

Deshalb bestimmt sie für jede Gruppe eine Ansprechperson. Diese nimmt sich für Fragen,

Anregungen und Kritik Zeit.

Beendigung des Einsatzes

Am Ende eines Engagements haben Freiwillige Anrecht auf ein Abschlussgespräch und die

Bestätigung des geleisteten Einsatzes und der erworbenen Kompetenz mit dem

Sozialzeitausweis.

Sozialzeitausweis

Mit dem Schweizerischen Sozialzeit-Ausweis (SZA) anerkennt die Kirchgemeinde Pfäffikon

Freiwilligenarbeit und macht sie sichtbar. Freiwillige erhalten einen SZA für ihre persönliche

Zeitbuchhaltung, sowie Übersichtsblätter, um sich die Freiwilligeneinsätze und

Weiterbildungen bestätigen zu lassen. Auskünfte erteilt die Ansprechperson.

Spesen

Freiwilligenarbeit ist grundsätzlich unbezahlte Arbeit. Spesen werden entschädigt.

Budgetierte Material –, Porto-, Telefon- und Fahrspesen übernimmt die Kirchgemeinde.

Spesen werden mit Originalbelegen bei den Ansprechpersonen eingereicht.

Versicherung

Die Kirchgemeinde verfügt über eine Haftpflichtversicherung, welche bei Schadenfällen im

Zusammenhang mit einem Einsatz von Freiwilligen beansprucht werden kann. Krankheit und

Unfall müssen über die privaten Versicherungen der Freiwilligen gedeckt sein.

Weiterbildung

Weiterbildung ist eine Form der Anerkennung und ein Beitrag zur Qualitätsentwicklung. Sie

dient sowohl den Freiwilligen als auch der Kirchgemeinde und wird von dieser finanziell

unterstützt. Die Planung von Weiterbildungen erfolgt in Absprache mit der Ansprechperson.

Pflichten

Information

Freiwillige informieren sich über die Kirche und über ihren Einsatz. Sie benachrichtigen ihre

Ansprechperson bei Verhinderung oder Beendigung ihres Auftrages.

Schweigepflicht

Freiwillige unterstehen der Schweigepflicht wie die bezahlten Mitarbeitenden bezüglich aller

Informationen, die sie auf Grund ihrer Tätigkeit für die Kirchgemeinde erfahren haben. Die

Schweigepflicht bleibt auch nach Abschluss der Freiwilligenarbeit bestehen. Bei Konflikten

nehmen sie Kontakt mit der zuständigen Ansprechperson auf.

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Freiwilligenkonzept

Anhang B

Sozialzeitausweis

Grundsätzliche Bemerkungen

Ansprechpersonen geben den Sozialzeit-Ausweis (abgekürzt SZA) ab und füllen ihn für die

Freiwilligen aus. Ansprechpersonen sind Mitglieder des Mitarbeiterteams oder der

Kirchenpflege. Grundsätzlich ist es sinnvoll, den SZA allen Freiwilligen anzubieten.

Besonders wichtig ist es, Jugendliche und jüngere Frauen mit wenig Berufserfahrung für den

SZA zu motivieren. Denn sie sind besonders darauf angewiesen, die in der Freiwilligenarbeit

erworbenen Kompetenzen bei Bewerbungen im Erwerbsleben oder Ausbildungsbereich

nachweisen zu können.

Die Handhabung des Schweizerischen Sozialzeit-Ausweises in der Kirchgemeinde

Pfäffikon

Mit dem SZA anerkennt die Kirchgemeinde Pfäffikon Freiwilligenarbeit und macht sie

sichtbar. Alle Freiwilligen erhalten auf Wunsch einen SZA für ihre persönliche

Zeitbuchhaltung sowie um sich die Freiwilligeneinsätze und Weiterbildungen auf den

Übersichtsblättern bestätigen zu lassen. Frauen und Männer mit wenig Berufserfahrung

werden von den Verantwortlichen besonders motiviert, den SZA zu führen.

Wer für was verantwortlich ist:

Die Freiwilligen sind verantwortlich für:

die persönliche Zeitbuchhaltung

das Einholen der Bestätigungen auf Übersichtsblättern für freiwillige Einsätze und

Weiterbildungen

die Selbstbeurteilung im Auswertungsgespräch

das Einfordern von Nachweisen bei Bewerbungen

Die Ansprechpersonen für die Freiwilligen:

informieren „ihre“ Freiwilligen über den Sozialzeit-Ausweis und geben ihn ab

begleiten „ihre“ Freiwilligen während des Einsatzes mit Auswertungsgesprächen,

Erfahrungsaustausch und Weiterbildung

bestätigen die Kurzeinsätze und Weiterbildungen auf den Übersichtsblättern

stellen Bestätigungen auf den Nachweisblättern aus

erstellen qualifizierende Nachweise – nach einem Auswertungsgespräch

Wie Bestätigungen und qualifizierende Nachweise erstellt werden:

Bestätigungen auf den Übersichtsblättern: mit Stempel und Unterschrift sowie

einem persönlich ausgesprochenen Dank der Ansprechperson

Bestätigungen auf den Nachweisblättern beschreiben die Aufgabe, den

Zeitaufwand und enthalten einen Dank. Unterzeichnet sind sie von der

Ansprechperson und enthalten einen Stempel der Kirchgemeinde.

Qualifizierende Nachweise werden aufgrund eines Auswertungsgespräches

erstellt. Sie beschreiben die Aufgabe, den Zeitaufwand, bestätigen erworbene

Kompetenzen und gemachte Erfahrungen und enthalten einen Dank.

Unterzeichnet werden sie von der Ansprechperson. Sie sind mit einem Stempel

der Kirchgemeinde versehen. Die Unterschrift der zuständigen

Ressortverantwortlichen gibt dem Dokument ein stärkeres Gewicht.

Weitere Informationen und Arbeitsinstrumente zum Sozialzeit-Ausweis: unter

www.zh.ref.ch/freiwillig

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Freiwilligenkonzept

Anhang C

Reglement zur Honorierung und Weiterbildung

1. Reglement für Freiwillige

Vereinheitlichung der Honorierung (zu Strategie B)

Wir versuchen eine Vereinheitlichung der Honorierung bei den verschiedenen Freiwilligen

einzuführen.

1

‣ Jährlich stehen jeder Gruppe pro freiwillige Person zwischen CHF 20.- bis 30.- zur

Verfügung für einen Anlass oder ein Präsent. 1

‣ Die Ansprechpersonen/ Ressortverantwortlichen richten jährlich einen persönlichen

Dank an die Freiwilligen ihrer Gruppe aus.

‣ Mindestens einmal in einer Legislaturperiode findet ein Anlass mit allen freiwilligen

Mitarbeitenden der Kirchgemeinde und den Beauftragten statt. CHF 15.- pro

freiwillige Person wird für das Fest ins Budget (Ressort Diakonie) der

Kirchgemeinde aufgenommen.

Ausgenommen von dieser Regelung sind die Beauftragten im Rahmen des Religionspädagogischen

Gesamtkonzepts (z.B. Memory-Club-LeiterInnen; Hauptleitung DominoleiterInnen), die nach Empfehlungen des

Kirchenrates der Zürcher Landeskirche speziell entschädigt werden. Details siehe „Entschädigungsreglement rpg“

Lager und Wochenenden

Den Hauptverantwortlichen (LeiterInnen, Koch/Köchin) von Lagern, Seniorenferien oder

ähnlichen Veranstaltungen werden die Kosten für Kost und Logis erlassen.

Bei Einsätzen in pädagogischer und erwachsenenbildender Funktion an Wochenenden (wie

z.B. Glaubenskurse, Enneagramm) werden pro 10 Teilnehmende die Kost und Logis für

einen Hauptverantwortlichen erlassen.

Weiterbildung

Weiterbildungen im Zusammenhang mit der auszuführenden Aufgabe werden

finanziell unterstützt. Es sind dies:

Aufgaben mit Wissensvermittlung

Leitungsaufgaben

Fachliche Weiterentwicklung für die Aufgabe

Die Planung von Weiterbildungen erfolgt in Absprache mit der Ansprechperson. Pro

freiwillige Person wird pro Jahr maximal CHF 150.- an Weiterbildungskosten

ausbezahlt.

Für alle Bereiche mit Ausnahme der Jugendarbeit wird der Betrag im Ressort

Diakonie budgetiert. Als Richtwert sind pro freiwillige Person und Jahr CHF 30.-

vorzusehen.

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Freiwilligenkonzept

2. Entschädigungsreglement rpg

In den verschiedenen Bereichen des Religions pädagogischen Gesamtkonzeptes

(rpg), finden sich vielfältige Formen der Mitarbeit. Die Engagierten lassen sich drei

Kategorien zuordnen. Es handelt sich um

1. Freiwillige,

2. Beauftragte,

3. Angestellte

Entschädigungen und Weiterbildungen der im Rahmen des rpg tätigen Personen

werden wie folgt ausbezahlt:

Kategorie

1

Freiwillige

2

Beauftragte 1

3

Angestellte

Aufgabe/

Bemerkungen

begleiten

Programme, klar

eingegrenzte

Verantwortung auf

einzelne Elemente

übernehmen

selbstständige

Leitungsaufgaben

und Verantwortung

Leiten meistens

verbindliche

Angebote

Anstellungsvertrag

mit der

Kirchgemeinde

Entschädigung

Honorierung nach

Reglement im

Freiwilligenkonzept

(Anhang C 1.Teil)

Personen von

Gruppen /

Veranstaltungen

Chinderfiir;

Chindersingen,

Familien-Treff,

Dominoangebote/

HilfsleiterInnen;

Leiterschulung

PACE; Route 66;

je CHF 20.- pro Anlass Freiwillige mit

sicherungsbeiträge 2

und pro gemeinsamer „Dauerauftrag“

Vorbereitungssitzung z.B. Hauptleitung

die persönliche

Vorbereitung ist in

diesem Betrag

enthalten

Domino;

Memory-

ClubleiterInnen;

abzüglich Sozialver-

Die Einstufung erfolgt je

nach katechetischer

Ausbildung:

Lohnklasse 13:

Ohne abgeschlossene

Ausbildung

Lohnklasse 14:

Mit Abschluss Unter –

oder Mittelstufe

Lohnklasse 15:

Mit Abschluss für Unterund

Mittelstufe

Katechetinnen

Unterrichtende in

der 2. – 4. Klasse

1 Beauftrage leisten auch „Freiwilligenarbeit“. Sie erhalten keinen Lohn sondern eine symbolische Entschädigung,

weil ihre Aufgabe an einen Lehrplan (Verpflichtung) geknüpft ist.

2 Spezieller Hinweis zu Versicherungsfragen bei Beauftragten im Rahmen des rpg:

Beauftragte, die nicht als Selbständigerwerbende anerkannt sind, unterstehen der

Sozialversicherungspflicht (AHV/IV/ALV/EO): Ausnahme: Es liegt ein Haupterwerb vor und die Summe

der Entschädigungen übersteigt nicht CHF 2000.- pro Jahr. Es muss eine Bestätigung, dass selber

abgerechnet wird vorgelegt werden.

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Freiwilligenkonzept





Sind Beauftragte von der AHV-Ausgleichskasse als Selbständigerwerbende anerkannt, so ist die

Sozialversicherung Sache der Beauftragten. Dies ist im Auftrag schriftlich festzuhalten und

gegenzuzeichnen.

Bei Krankheit und Unfall besteht kein Anspruch auf Auszahlung der Entschädigung. Eine

Unfallversicherung ist Sache der Beauftragten.

Die berufliche Vorsorge ist Sache der Beauftragten

Die Kirchgemeinde verfügt über eine Haftpflichtversicherung, welche bei Schadenfällen im

Zusammenhang mit einem Einsatz von Beauftragten beansprucht werden kann.

Weiterbildung

Die Planung von Weiterbildungen in der Kategorie 1 bis 3 erfolgt in Absprache mit

der Ansprechperson Jugendarbeit. Pro Person wird im Jahr maximal CHF 150.- an

Weiterbildungskosten ausbezahlt.

Der Betrag wird im Ressort Jugendarbeit budgetiert.

Ausbildungskosten

Bei der katechetischen Berufsausbildung (Kategorie 3) übernimmt die Kirchgemeinde

50% der Ausbildungskosten, wenn sich die Person für 2 Jahre Unterrichtserteilung

verpflichtet.

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Freiwilligenkonzept

Anhang D

Übersicht Ansprechpersonen der Freiwilligen

Gruppe Ansprechperson zuständiges Ressort

Altersbildung Peter Schulthess Alter, Diakonie & Freiwilligenarbeit

Besuchsdienstgruppen (b&b, Nzz, Jubilare) Ruedi Schellenberg Alter, Diakonie & Freiwilligenarbeit

Cevi vakant Kind, Jugend & Familie

Chilekafi/ Aprés-Chile Ruedi Schellenberg Alter, Diakonie & Freiwilligenarbeit

Chiletaxi Ruedi Schellenberg Alter, Diakonie & Freiwilligenarbeit

Chinderfiir Thomas Strehler/ Andrea Schmid Kind, Jugend & Familie

Chindersingen Nicolas Plain Kind, Jugend & Familie

Domino (Burschen, Mädchen, 6. Klass-Treff) David Löw Kind, Jugend & Familie

Domino – Sing Nicolas Plain Kind, Jugend & Familie

Religions-Unterricht Jean-Claude Richardet Bildung (rpg & Erwachsene)

e-motion mit e-motion-Chor Ursula Haldimann Gottesdienst & Musik

Erzählcafé Ruedi Schellenberg Alter, Diakonie & Freiwilligenarbeit

Frauentreff mit Chinderhüeti Jean-Claude Richardet Bildung (rpg& Erwachsene)

Glaubenskurse Alphalive inkl. Team;

Glauben 12

Peter Schulthess, Thomas

Strehler

Bildung (rpg & Erwachsene)

Gospelchor Ursula Haldimann Gottesdienst & Musik

Gemeindeferienwoche Thomas Strehler Kind, Jugend & Familie

Hauskreise/ Gebetsgruppen Peter Schulthess Bildung (rpg & Erwachsene)

Internet Margrit Hugentobler Öffentlichkeitsarbeit

Jugendcafé David Löw Kind, Jugend & Familie

Karmeditationen Pfarrteam Gottesdienst & Musik

Kinderhüeti während Gottesdiensten Ruedi Schellenberg Alter, Diakonie & Freiwilligenarbeit

Kinderlager David Löw Kind, Jugend & Familie

Konf-Lager Thomas Strehler Bildung (rpg & Erwachsene)

Konfirmandenunterricht Thomas Strehler Bildung (rpg & Erwachsene)

Lektoren, Lektorinnen Ruedi Schellenberg Alter, Diakonie & Freiwilligenarbeit

Mannezmorge Jean-Claude Richardet Bildung (rpg & Erwachsene)

Meditation Katharina Wirth Gottesdienst & Musik

Memory-Club/ Spaghetti -Memory vakant Kind, Jugend & Familie

Musical Nicolas Plain Gottesdienst & Musik

ökumenisches Abendgebet Jürgen Naumann Ökumene, Mission & Entwicklungshilfe

Ostermarsch Jürgen Naumann Ökumene, Mission & Entwicklungshilfe

Quartiergottesdienste Ursula Haldimann Gottesdienst & Musik

Religions pädagogisches Gesamtkonzept (rpg) Edith Dietschi Bildung (rpg & Erwachsene)

Schulungsleiterteam/PACE-Kurse David Löw Kind, Jugend & Familie

Seniorenferien/ Erlebniswoche Peter Schulthess Alter, Diakonie & Freiwilligenarbeit

Sonntagstreff Peter Schulthess Alter, Diakonie & Freiwilligenarbeit

Suppenzmittag / Brot für alle Jürgen Naumann Ökumene, Mission & Entwicklungshilfe

Taufkerzen Ruedi Schellenberg Alter, Diakonie & Freiwilligenarbeit

Ten Sing Nicolas Plain Kind, Jugend & Familie

Verein Singgemeinde Uschi Keel Gottesdienst & Musik

Vitality - Segungsgottesdienst Peter Schulthess Gottesdienst & Musik

wanted David Löw Kind, Jugend & Familie

Weihnachtspäckliaktion Jürgen Naumann Ökumene, Mission & Entwicklungshilfe

Weihnachten gemeinsam Werner Appenzeller Alter, Diakonie & Freiwilligenarbeit

Weltgebetstag Jürgen Naumann Ökumene, Mission & Entwicklungshilfe

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Freiwilligenkonzept

Anhang E:

Grundsätzliches zur Freiwilligenarbeit

Die neuen Freiwilligen – eine Neudefinition der Freiwilligenarbeit

„Die neuen Freiwilligen 1 sind neugierig, selbstbewusst, interessiert an einer anspruchsvollen,

attraktiven, zeitlich begrenzten Tätigkeit, die einen persönlichen Nutzen verspricht“, so

beschrieb man vor fünf Jahren an der Diakoniekonferenz in Bern die künftigen Freiwilligen.

Wer es mit einem selbstbewussten Gegenüber zu tun hat, ist herausgefordert. Die Kirchen

und ihre Kader müssen umdenken. Denn vor dem Hintergrund neuer Lebensentwürfe

zeichnet sich auch im Bereich der Freiwilligenarbeit ein Wertewandel ab. Freiwillige

Leistungen wurden bisher aus einem christlichen Anliegen heraus erbracht. Heute versteht

sich Freiwilligenarbeit mehr und mehr als Tausch. Die Bereitschaft zu diakonischem Wirken

ist zwar nicht an materielle Forderungen geknüpft, die erbrachte Leitung soll aber im

Gegenzug interessante Erfahrungen ermöglichen. Gefragt sind Mitwirkung und Mitgestaltung

– sind diese im kirchlichen Rahmen nicht möglich, suchen sich Freiwillige ein

befriedigenderes Umfeld.

1

Der Begriff der neuen Freiwilligen ist den Bürgerbewegungen Deutschlands der früheren neunziger Jahre

entstanden und beginnt sich auch in der Schweiz zu etablieren.

Auf Grund dieser Trends definiert Benevol Schweiz, der Zusammenschluss der Fach- und

Koordinationsstellen der Freiwilligenarbeit in der Deutschschweiz, Freiwilligenarbeit mit

folgenden Eigenschaften:

aus freiem Willen

zeitlich begrenzt

ausserhalb der Kernfamilie

regelmässig oder sporadisch

zum eigenen Nutzen und zum Nutzen anderer

unentgeltlich, aber gegen Spesenentschädigung

Die Werte einer Gesellschaft sind einem ständigen Wandel unterworfen. Jede neue

Generation wird geprägt von den Werten der Elterngeneration und reagiert auf diese durch

Betonung neuer Werte. Gemäss Trendforscher Matthias Horx sind in den letzten sechzig

Jahren drei unterschiedliche Wertegenerationen erkennbar.

Die Werte-Phasen der Wohlstandsgesellschaft nach Matthias Horx

Phase 1

Booster’s

1925 - 1944

Wirtschaftswunderphase

Überflussgesellschaft

Phase 2

Baby-Boomer

1945 - 1964

Ego-Ära

Überdrussgesellschaft

Phase 3

Generation X

1965 - 1983

Soft-Individualismus

Weiche Werte

50er und 60er Jahre 70er und 80er Jahre 90er Jahre

Leistung

Fleiss

Ordnung

Vernunft

Pflicht

Normalität

Gehorsam

Autorität

Lust

Genuss

Erfahrung

Erlebnis

Abenteuer

Leidenschaft

Intensität

Veränderung beobachtbar

Grafik1: Zusammenfassung nach Horx, (1998, S. 33-43)

Freundschaft

Vertrauen

Treue

Verantwortung

Bindung

Ehrlichkeit

Balance

Wirklichkeit

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Freiwilligenkonzept

Wenn wir als Kirche den gesellschaftlichen Wertewandel in unserer Organisationsstruktur

berücksichtigen und integrieren, werden wir im aktuellen und zukünftigen Kampf um

Freiwillige zu den Gewinnern gehören. Wir können den gesellschaftlichen Wertewandel nicht

aufhalten. Aber wir können die damit verbundenen Chancen ergreifen und die Gefahren

abschwächen.

Unsere Kirche hat Stärken, die für interessierte Freiwillige durchaus eine Rolle spielen:

gewachsene Strukturen, Bekanntheit im Dorf, Räumlichkeiten und eine finanzielle

Grundlage. Viele Mitmenschen haben unsere Kirche in irgendeiner Form positiv erlebt.

Schwächen, deren wir uns bewusst sein sollten, sind z. B: recht komplizierte Abläufe,

untransparente Hierarchien, Image als in Traditionen verhaftet.

Strukturwandel in der Freiwilligenarbeit

Entsprechend der sich verändernden Werte in der Gesellschaft lässt sich auch ein

Strukturwandel in der Freiwilligenarbeit erkennen. Fischer et al. („o.J.“ S. 15-16) formulieren

folgende Veränderungen (in stark gekürzter Form):

Die Bereitschaft zum Engagement beruht nicht mehr allein auf Sozialisation oder

Milieu begründeten Normen, sondern basiert auf dem Prinzip der biografischen

Passung. „Erst wenn in einer spezifischen Lebensphase Motiv, Anlass und

Gelegenheit biografisch zusammenpassen, wird eine latente Bereitschaft zum

Engagement tatsächlich manifest“ (Beher, 1998 Zit. nach Fischer et al. „o. J.“ S.15).

Die dauerhafte Mitgliedschaft mit verpflichtenden Elementen entwickelt sich hin zu

einer zeitlich befristeten Tätigkeit mit höheren Ansprüchen an Flexibilität und

Freiräumen.

Das Engagement entwickelt sich weg von „fremdbestimmten“ Grossverbänden hin zu

überschaubaren Projekten auf lokaler und regionaler Ebene, welche grössere

Gestaltungsfreiräume ermöglichen.

Es findet eine weitgehende Ausdifferenzierung des Freiwilligenamtes in vielfältige

Formen statt. Gleichzeitig haben sich die Qualifikationsansprüche an die freiwillige

Tätigkeit erhöht und weisen eine Tendenz zu latenter Fachlichkeit bzw. Semi-

Professionalität auf.

Grundsätzlich lässt sich ein Trend zum persönlichen Nutzen beobachten. Verschiedene

Autoren unterscheiden zwischen „alten“ und „neuen“ Freiwilligen. Die folgende Tabelle nach

Fischer zeigt die Unterschiede zwischen der „alten“ und „neuen“ Freiwilligenarbeit:

Kennzeichen „alte“ Freiwilligentätigkeit „neue“ Freiwilligentätigkeit

Integration in traditionelle

soziale Settings

stark

gering

Motive

Traditionelle Pflicht- und

Akzeptanzwerte, selbstloses

Engagement für andere

Wechselseitiges Geben und

Nehmen, Selbstverwirklichung,

Persönlichkeitsentwicklung,

Partizipation, Bürgerbeteiligung

Organisatorischer Rahmen

Vorgegebene Organisationsstrukturen

und Rahmenbedingungen,

formalisierte

Regeln, hierarchisches

Verhältnis zwischen Freiwilligen

und Professionellen

Weitgehend selbst

bestimmende, flexible und wenig

formalisierte

Organisationsstrukturen,

Freiwillige und Professionelle als

gleichwertige Partner

Grafik2: Fischer et al. „o.J.“ S.72

Geänderte Ausgabe Jan.2013 Seite 13 von 14


Freiwilligenkonzept

Junge Erwachsene verkörpern aufgrund ihrer Sozialisation stärker die „neuen“ Freiwilligen.

Für die Zusammenarbeit mit Freiwilligen ist es wichtig, die veränderten Motive auch zu

berücksichtigen.

Freiwillige wollen immer noch Sinnvolles tun, dies jedoch nicht nur als selbstlose

Pflichterfüllung.

Freiwillige suchen Aufgaben, die Kompetenzgewinn, Selbstentfaltung und

-verwirklichung ermöglichen.

Es besteht ein starkes Bedürfnis nach Mitgestaltungs- und Einflussmöglichkeiten.

Soziales gewinnt an Bedeutung. Freiwillige wollen neue Leute kennen lernen,

gemeinsame Interessen teilen und soziale Interaktion erleben.

Freiwillige wollen Freude haben an ihrer Tätigkeit.

Freiwillige steigen primär in die Mitarbeit ein, wenn sie das Gefühl haben, einen sinnvollen

Beitrag für die Gesellschaft leisten zu können. Damit sie ihre Tätigkeit aufrechterhalten,

wollen viele Freiwillige sowohl einen sinnvollen Einsatz leisten, als auch Freude,

Freundschaft und konkrete Ergebnisse erleben.

Quellenangaben und Literaturhinweise

Abbildungsverzeichnis

Grafik 1

Grafik 2

Horx, M. (1998). Trendbüro 2. Megatrend für die späten neuziger Jahre

(3. Aufl.). Düsseldorf: Econ S.33-43

Fischer, U.; Jung,C., Bergo,C., Godart, A., Michaelis,T., Nägele, D.,

Passa, A., Ries,J., Ruud, L., Salovaara, A.&Werding, R.“o.J.“

MoQuaVo. Motivation and Qualifikation of Volunteers in Drug Addiction

Prevention. Landau: Empirische Pädagogik. S.72

Benevol. Schweiz, 2004, Standards der Freiwilligenarbeit, Online Available:

http://www.benevol.ch/standarts.html

Blaser Reto, Diplomarbeit zum Thema: Junge Menschen als Freiwillige gewinnen und

motivieren (2005) als Download unter www.neueck.ch.

Evangelisch reformierte Landeskirche Zürich. (1994) Wegleitung Freiwillige in der Kirche

„Selbstverlag“

Evangelisch reformierte Landeskirche Zürich, Kirchenrat, Kirchenpraxis, Handbuch für

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Hanhart, D. Staehelin, L., Rüegg, S., Hitz, B., Schneider, R.&Schwarzmann, U. (2001).

Beobachter-Ratgeber Freiwilligenarbeit, Zürich: Beobachter.

Freiwilligenarbeit in Reformierten Kirchgemeinden, Leitfaden und Arbeitsinstrumente,

2006 erscheint im Juni 2006, Herausgeber Fachstellen der Reformierten Landeskirche

Aarau, Reformierte Kirchen Bern-Jura Solothurn, Evangelisch-reformierte Kirche des

Kantons St. Gallen, Evangelisch-reformierte Landeskirche des Kanton Zürich

Geänderte Ausgabe Jan.2013 Seite 14 von 14

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