Was bin ich wert und was unterschreibe ich?

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Was bin ich wert und was unterschreibe ich?

Was bin ich wert und was

unterschreibe ich?

Rechte und Pflichten im Job

Nora Leser, IG Metall Stuttgart

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Gliederung

Bewerbungsgespräch und Arbeitsvertrag

• Der Arbeitsvertrag

• Befristete Arbeitsverhältnisse

• Entgelt

• Kündigung

Einstiegsentgelte

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Aktuelle Trends im Recruiting

Suche nach Typen, Authentizität

Persönlichkeiten gesucht

Ecken und Kanten

Es gibt keinen Makel im CV

Internationalität ist Standard

Mind. eine Fremdsprachen

Profilierungen herausarbeiten

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Zwei Seiten des Bewerbungsgesprächs

Ziele des Unternehmens

• Feststellung der Persönlichkeit

• Überprüfung der Daten des Bewerbers und fehlender Angaben

• Beurteilung der Kenntnisse und Fähigkeiten

• Ermittlung der Vorstellungen und Erwartungen des Bewerbers

Ihre Ziele

• Informationen

• zur Stelle

• zum Unternehmen

• zu handelnden Personen

• zu Rahmenbedingungen

• …

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Vorbereitung des Bewerbungsgesprächs

Bereiten Sie Antworten vor zu

• erklärungsbedürftigen Phasen im Lebenslauf

• ihren Anforderungen an die Stelle

• Small Talk (z.B. Anreise, Wetter, …)

Äußeres Erscheinungsbild

Non-verbale Kommunikation

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Unzulässige Fragen im Bewerbungsgespräch

Schwangerschaft

Familienplanung

Sexuelle Orientierung

Krankheiten/ Behinderungen*

Parteizugehörigkeit**

Religionszugehörigkeit**

Gewerkschaftszugehörigkeit**

Vermögenverhältnisse/Schulden*

Vorstrafen*

* Zulässig, wenn relevant für Stelle

** Zulässig bei Bewerbung bei einer Partei, Gewerkschaft oder Religionsgemeinschaft

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Rechtsfolgen bei Falschbeantwortung zulässiger Fragen: u.U.

Anfechtung des Vertrags wg. arglistiger Täuschung (§ 123

BGB), ansonsten folgenlos!

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Der Arbeitsvertrag - Form

Grundsätzlich sind schriftliche und mündliche Arbeitsverträge

möglich.

• Spätestens einen Monat nach Beginn des Vertragsverhältnisses

muss das Unternehmen dem/der Beschäftigten die

Vertragsbedingungen schriftlich übergeben (§2 NachwG =

Nachweisgesetz).

Bei Auslandseinsätzen von mehr als einem Monat sollte

schriftlich vereinbart werden:

• Dauer des Auslandseinsatzes

• Zusätzliches Arbeitsentgelt (in welcher Währung?)

• Sachleistungen

• Rückkehrbedingungen

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Der Arbeitsvertrag - Inhalt

Mindestens müssen enthalten sein (§2 NachwG):

1. der Name und die Anschrift der Vertragsparteien

2. der Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses

3. bei befristeten Arbeitsverhältnissen: die vorhersehbare Dauer des

Arbeitsverhältnisses

4. der Arbeitsort oder – falls die Arbeitnehmerin oder der

Arbeitnehmer nicht nur an einem bestimmten Arbeitsort tätig sein

soll – ein Hinweis darauf, dass er/sie an verschiedenen Orten

beschäftigt werden kann

5. eine kurze Charakterisierung oder Beschreibung der vom

Arbeitnehmer bzw. von der Arbeitnehmerin zu leistenden Tätigkeit

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Der Arbeitsvertrag - Inhalt

Mindestens müssen enthalten sein (§2 NachwG):

6. die Zusammensetzung und die Höhe des Arbeitsentgelts

einschließlich der Zuschläge, der Zulagen, Prämien und

Sonderzahlungen sowie anderer Bestandteile des Arbeitsentgelts

sowie dessen Fälligkeit

7. die vereinbarte Arbeitszeit

8. die Dauer des jährlichen Erholungsurlaubs

9. die Fristen für die Kündigung des Arbeitsverhältnisses

10.ein in allgemeiner Form gehaltener Hinweis auf die Tarifverträge,

Betriebs- oder Dienstvereinbarungen, die auf das

Arbeitsverhältnis anzuwenden sind

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Der Arbeitsvertrag - Zusammenfassung

Angaben im Arbeitsvertrag

die genaue Bezeichnung des Arbeitgebers mit Adresse

die genaue Angabe des Arbeitsorts

die präzise Beschreibung der Tätigkeit

die genaue Zusammensetzung des Einkommens

eine kurze Kündigungsfrist (für Arbeitnehmer) ist besser

die Urlaubsdauer

30 Arbeitstage nicht selbstverständlich (gesetzlich nur

24 Werktage = 20 Arbeitstage!)

die Arbeitszeit

Arbeitstage Montag bis Freitag und 35 bis 38 Wochenstunden festschreiben

lassen (bei mehr Stunden Zuschlag verlangen).

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Kündigung

Form

Gründe

Wettbewerbsverbot

Zeugnis

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Kündigung - Form

Eine Kündigung muss grundsätzlich schriftlich erfolgen.

Kündigungsschutzgesetz:

• Voraussetzung:

• Der/Die Arbeitnehmende ist länger als sechs Monate im Unternehmen

beschäftigt.

• Das Unternehmen muss mehr als zehn Vollzeitarbeitnehmer/innen

beschäftigen.

• Der/Die Arbeitgeber/in muss berechtigte Gründe anführen.

• Arbeitnehmer/innen haben die Möglichkeit, die Rechtmäßigkeit der

Kündigung beim Arbeitsgericht prüfen zu lassen.

Kündigungsfrist:

• Nach §622 BGB liegt die Kündigungsfrist zwischen vier Wochen

und sieben Monaten.

• In der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist in der Regel zwei

Wochen.

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Kündigung - Gründe

Verhaltensbedingte Kündigung:

• bei Fehlverhalten oder Verstoß gegen Arbeitspflichten

• i. d. R. vorherige Abmahnung notwendig

Krankheitsbedingte Kündigung:

• wegen ständig wiederkehrender oder sehr lange andauernder

Krankheit

• In den drei Jahren vor der Kündigung müssen die Fehlzeiten

deutlich über sechs Wochen betragen haben.

Betriebsbedingte Kündigung:

• bei Umsatzrückgang, Rationalisierung oder Auslagerung von

Arbeitsplätzen

• Sozialauswahl nach Dauer des Arbeitsverhältnisses, Alter,

Unterhaltspflichten und

• Schwerbehinderung

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Kündigung - Wettbewerbsverbot

Hierbei handelt es sich um eine Vereinbarung zwischen

Arbeitgeber/in und Arbeitnehmer/in, die besagt, dass der/die

Arbeitnehmer/in nach dem Ausscheiden aus dem

Arbeitsverhältnis nicht als Konkurrent/in innerhalb der gleichen

Branche auftritt. Grundlage: §74 ff. HGB

Wichtig:

• Handle eine möglichst hohe Entschädigung und eine möglichst

kurze Frist aus!

• Lass dich vom Betriebsrat und/oder der betreffenden

Mitgliedsgewerkschaft informieren, bevor du eine

Wettbewerbsklausel unterschreibst!

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Kündigung - Zeugnis

Nach Beendigung eines Arbeitsverhältnisses haben alle

Arbeitnehmer/innen Anspruch auf ein schriftliches Zeugnis

über Art und Dauer der Beschäftigung.

Auf Verlangen des Arbeitnehmers / der Arbeitnehmerin ist ein

wohlwollendes qualifiziertes Zeugnis mit Angaben über

Führung und Leistung auszustellen.

Eine rechtzeitige Ausstellung zur Folge-Bewerbung muss

geboten sein.

Ein Zwischenzeugnis muss ausgestellt werden, wenn der

Arbeitnehmer / die Arbeitnehmerin dies aus triftigem Grund

einfordert, z. B. beim Wechsel des/der Vorgesetzten oder zur

Bewerbung auf eine andere Stelle.

Lass das Zeugnis durch einen Experten oder eine Expertin

deiner Gewerkschaft prüfen.

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Was gilt für mich noch?

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Gliederung

Bewerbungsgespräch und Arbeitsvertrag

• Der Arbeitsvertrag

• Befristete Arbeitsverhältnisse

• Entgelt

• Kündigung

Einstiegsentgelte

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Auf das Jahresentgelt kommt es an!

Zusammensetzung:

Jahresentgelt:

12 Monatsentgelte

13 Monatsentgelte

Tarifentgelt IG Metall

Baden-Württemberg:

12 Monatsentgelte

+ Leistungszulage

+ Urlaubsgeld

+ Sonderzahlung

= 12 x Monatsentgelt

= 13 x Monatsentgelt

= 13,24 x Monatsentgelt

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Beispiel Eingruppierung

„Elektronikentwickler/-in“

Bewertungsmerkmale

Wissen & Können

Erfahrung

Denken

Handlungsspielraum

Kommunikation

MA-Führung

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Eingruppierung von

Hochschulabsolventen/-innen

Einstiegsentgelt nach Entgelt-Rahmentarifvertrag der baden-württembergischen

Metallindustrie ab 1. Mai 2012, Basis: 35 Std./Woche

Entgeltgruppe 12 Entgeltgruppe 13

Monatsgrundentgelt 3.756,00 € 4.000,00 €

+ durchschnittliche tarifliche

Leistungszulage 5 %

187,70 € 200,00 €

Zwischensumme 3.943,80 € 4.200,00 €

Einkommen für 12 Monate 47.325,60 € 50.400,00 €

+ Urlaubsvergütung

(50 % für 30 Tage)

+ Sonderzahlung

(25 % von Zwischensumme)

1.971,90 € 2.100,00 €

985,95 € 1050,00 €

= Jahreseinkommen 50.283,47 € 53.550,00 €

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Einstiegsgehälter für Absolventen 2012

Technische Bereiche Uni, FH, Duales Studium

Ingenieurwissenschaften

Mathematik, Physik, Chemie Unteres Dezil Median Oberes Dezil

Diplom 40.222 € 50.000 53.930

Universität

Bachelor 40.014 43.711 46.000

Master 42.009 46.832 54.489

Diplom 38.015 49.211 51.954

Fachhochschule

Bachelor 41.150 44.200 49.741

Master 42.646 46.663 49.857

Diplom 46.285 48.013 49.741

Duales Studium

Bachelor 39.800 44.200 50.211

Master 42.646 48.201 49.785

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Beispiel I: Brutto und Netto

50.283,47 Euro Jahresentgelt brutto (Entgeltgruppe 12)

Ledig, ohne Kinder Steuerklasse 1

Kirchensteuerpflichtig

Brutto 50.283,47€

Solidaritätszuschlag 448,68 €

Kirchensteuer 652,71 €

Lohnsteuer 8.158,92 €

Rentenversicherung 4.259,30 €

Arbeitslosenversicherung 676,08 €

Krankenversicherung 3.695,90 €

Pflegeversicherung 574,67 €

Netto 26.605,73 €

Ohne Gewähr

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Beispiel II: Brutto und Netto

54.645,46 Euro Jahresentgelt brutto (Entgeltentgelt EG 13)

Ledig, ohne Kinder Steuerklasse 1

Kirchensteuerpflichtig

Brutto 54.645,46 €

Solidaritätszuschlag 608,08 €

Kirchensteuer 884,48 €

Lohnsteuer 11.056,00 €

Rentenversicherung 5.060,48 €

Arbeitslosenversicherung 803,25 €

Krankenversicherung 3.874,50 €

Pflegeversicherung 602,44 €

Netto 30.660,78 €

Ohne Gewähr

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Wert von Dienstwagen und anderen

Leistungen

Leistungen:

Altersvorsorgewirksame

Leistungen (AVWL)

mit Tarifvertrag

meist EUR 160.- pro Jahr

EUR 319.- pro Jahr

Dienstwagen

zwischen 250 und 750 € pro

Monat, Achtung: geldwerter

Vorteil bei Privatnutzung

Betriebliche Altersversorgung gut, wenn man sie hat

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Das Zielentgelt

Gelegentlich werden schon

Absolventen Zielentgelte

angeboten.

Vorsicht beim Vergleich mit

Fixgehältern!

Bewertung hängt stark von

den Details ab.

Im Zweifelsfall bei

Vergleichen nur Garantie-

Einkommen zu Grunde legen

Beispiel (€/Jahr)

Ziel übertroffen

160% 80.000,-

Ziel erreicht

100% 50.000,-

Garantie-Einkommen

70% 35.000,-

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Jährliche Entgeltüberprüfung

„Zum 1.1. eines Jahres findet eine Überprüfung des Entgelts

statt.“

• Das bedeutet keinen Anspruch auf eine Erhöhung sondern

lediglich eine Überprüfung.

• Ergebnis kann eine 0%ige „Erhöhung“ sein.

Die Tarife der IG Metall beinhalten eine starke Entgeltdynamik

• In den ersten Jahren bis zu 10 % p.a.

• Tariferhöhung (z.B. 4,3 % zum 1.5.2012) und

• Höherstufung und

• erhöhte Sonderzahlung.

Zusätzliche individuelle Erhöhungen und Bonuszahlungen sind

immer möglich.

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Was noch eine Rolle spielt…

Das Jahresentgelt allein, sagt noch wenig über die Qualität der

Arbeit aus.

Berücksichtigen Sie folgende Aspekte:

• Welche Entwicklungsmöglichkeiten bestehen im Unternehmen?

• Kann ich Themen ganzheitlich bearbeiten?

• Bin ich im Team tätig oder als Einzelkämpfer?

• Habe ich die Möglichkeit ins Ausland zu gehen?

• Bietet das Unternehmen ein Qualifizierungs-

Entwicklungsprogramm?

• Wie reden Beschäftigte über ihren Arbeitgeber?

• Wie verhält er sich in Konfliktsituationen?

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Gliederung

Bewerbungsgespräch und Arbeitsvertrag

• Der Arbeitsvertrag

• Befristete Arbeitsverhältnisse

• Entgelt

• Kündigung

Einstiegsentgelte

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und jetzt noch Zeit für Fragen…

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Wo gibt es wertvolle Infos?

Beim Betriebsrat – der kennt das Unternehmen am besten

IG Metall Stuttgart

Nora Leser

Nora.Leser@igmetall.de

Bei der IG Metall – für Mitglieder vielfältige Informationen und

Netzwerke für Exkursionen, Praktika, gute Kontakte in die

Unternehmen

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IG Metall für Studierende und Absolventen/-innen

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Einstiegsgehälter in der Metall- und Elektroindustrie


Angenehmen Heimweg

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