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GKW12 - Wie kann ich andere für Jesus gewinnen Teil 2 ... - FEG Visp

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Gottesdienst-Serie "Geistl<strong>ich</strong> konstant wachsen" <strong>Teil</strong> 12<br />

Thema: "<strong>Wie</strong> <strong>kann</strong> <strong>ich</strong> <strong>andere</strong> für <strong>Jesus</strong> <strong>gewinnen</strong>? – Part 2."<br />

I. Mein Gegenüber verstehen<br />

II. Das Evangelium "r<strong>ich</strong>tig" kommunizieren<br />

III. Sei mit <strong>Jesus</strong> unterwegs – natürl<strong>ich</strong> und unverkrampft<br />

IV. Begleite Deinen Freund über die Ziellinie<br />

Einleitung<br />

Ich begrüsse Euch ganz herzl<strong>ich</strong> zum heutigen Gottesdienst, dem zweiten<br />

Gottesdienst zum Thema "<strong>Wie</strong> <strong>kann</strong> <strong>ich</strong> <strong>andere</strong> Menschen für <strong>Jesus</strong><br />

<strong>gewinnen</strong>?" Und <strong>ich</strong> möchte Euch zuerst einfach ganz fest danke sagen für<br />

die Feedbacks auf die Predigt am letzten Sonntag. Gle<strong>ich</strong> mehrere sind auf<br />

m<strong>ich</strong> zugekommen und haben s<strong>ich</strong> bei mir bedankt für die Predigt und mir<br />

erzählt, wie sehr sie die Predigt angesprochen hat.<br />

Noch viel mehr als das Feedback zur Predigt hat m<strong>ich</strong> aber gefreut, dass<br />

einzelne von Euch wirkl<strong>ich</strong> wieder ganz neu Mut gefasst haben, den Auftrag,<br />

Eure Freunde für <strong>Jesus</strong> zu <strong>gewinnen</strong>, in Angriff zu nehmen. Dass Ihr Euch<br />

zutraut, dass <strong>Jesus</strong> Euch, gerade D<strong>ich</strong>, dazu gebrauchen möchte. Und wir<br />

haben ja in der Predigt am letzten Sonntag gesehen, dass der Auftrag, mit<br />

<strong>andere</strong>n ÜBER den Glauben zu sprechen, letztl<strong>ich</strong> Glauben erfordert.<br />

Glauben, dass unsere Freunde <strong>Jesus</strong> wirkl<strong>ich</strong> brauchen. Glauben, dass<br />

<strong>Jesus</strong> unsere Freunde wirkl<strong>ich</strong> liebt – und zwar schon sehr lange und sehr<br />

viel mehr, als wir das tun. Glauben, dass das Evangelium eine Kraft ist. Und<br />

Glauben, dass ER m<strong>ich</strong> dazu brauchen möchte, dass mein Freund <strong>Jesus</strong><br />

kennenlernen <strong>kann</strong>.<br />

Heute möchte mit Euch über die "praktische Seite" sprechen. Was heisst<br />

das, "Meine Freunde für <strong>Jesus</strong> <strong>gewinnen</strong>"? <strong>Wie</strong> <strong>kann</strong> <strong>ich</strong> das ganz praktisch<br />

tun? Was ist dazu notwendig? <strong>Wie</strong> <strong>kann</strong> <strong>ich</strong> das Evangelium kommunizieren,<br />

dass meine Freunde es verstehen und für s<strong>ich</strong> in Anspruch nehmen können?<br />

(Titelfolie)<br />

Wir haben zwar über diese Fragen schon in der Gottesdienst-Serie "Ihr aber<br />

seid ein Brief Christ" nachgedacht. Und <strong>ich</strong> möchte auch n<strong>ich</strong>t alles, worüber<br />

wir in dieser Gottesdienst-Serie bereits gesprochen haben (Respekt /<br />

Zuhören / Beziehung suchen etc.), heute Morgen wiederholen. Aber etwas<br />

vom W<strong>ich</strong>tigsten, wenn wir unsere Freunde für <strong>Jesus</strong> <strong>gewinnen</strong> wollen,<br />

scheint mir zu sein, dass wir lernen, unsere Freunde zu verstehen.<br />

© Diese Predigt ist urheberrechtl<strong>ich</strong> geschützt. Jede Verwertung ausserhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist<br />

ohne Zustimmung des Copyright-Inhabers unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung und die Einspe<strong>ich</strong>erung und<br />

Verarbeitung in elektronischen Systemen. © Copyright 2011 by Daniel Rohner, <strong>FEG</strong> <strong>Visp</strong><br />

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I. Verstehe Dein Gegenüber<br />

Einer der grössten Fehler, der in der Evangelisation gemacht wird, ist, dass<br />

wir meinen, es gebe nur einen einzigen Weg zu <strong>Jesus</strong>. Nun: Es gibt nur<br />

einen einzigen Weg zurück zum Vater, sagt <strong>Jesus</strong> selber, und dieser Weg ist<br />

ER, aber es gibt viele unterschiedl<strong>ich</strong>e Wege, wie Menschen auf diesen Weg<br />

finden. Der Grund dafür ist, dass unsere Freunde n<strong>ich</strong>t alle am gle<strong>ich</strong>en Ort<br />

sind. Dass sie n<strong>ich</strong>t alle die gle<strong>ich</strong>e Ausgangslage haben. Und je nach dem,<br />

WO jemand steht, muss <strong>ich</strong> ihm den Weg zum Kreuz anders beschreiben.<br />

Seht Ihr: Wenn jemand nach <strong>Visp</strong> kommen möchte, um uns zu besuchen,<br />

dann frage <strong>ich</strong> m<strong>ich</strong> auch, von WO er anreisen möchte. Es ist ein<br />

Unterschied, ob er von Vevey her kommt, oder über den Lötschberg, oder<br />

über die Furka, oder über das Tessin. Und je nachdem, wo er zum Zeitpunkt<br />

wo er m<strong>ich</strong> um dem Weg fragt, steht, muss <strong>ich</strong> ihm den Weg anders<br />

beschreiben.<br />

Genau gle<strong>ich</strong> ist es mit dem Evangelium. Unsere Freunde stehen an ganz<br />

unterschiedl<strong>ich</strong>en Orten. Die Ausgangslage, in der sie s<strong>ich</strong> befinden, ist<br />

mitunter total unterschiedl<strong>ich</strong>. Und damit Du Deinen Freund mit <strong>Jesus</strong><br />

be<strong>kann</strong>t machen <strong>kann</strong>st, musst Du erstmal verstehen, WO Dein Freund<br />

steht.<br />

Wenn Ihr in die Evangelien hineinschaut und Euch die Frage stellt, wie <strong>Jesus</strong><br />

Menschen begegnet ist, dann werdet Ihr dort auch die unterschiedl<strong>ich</strong>sten<br />

Ansätze finden, die <strong>Jesus</strong> wählt. In Joh 3 im Gespräch mit Nikodemus, der<br />

ein theologischer Lehrer ist, ist es eine theologische Frage, die <strong>Jesus</strong> in den<br />

Raum stellt und als Anknüpfungspunkt für ein Gespräch nimmt. In Joh 4 in<br />

der Begegnung mit einer Frau, die offens<strong>ich</strong>tl<strong>ich</strong> ihre geistl<strong>ich</strong>e Sehnsucht<br />

dadurch zu stillen versucht, dass sie immer wieder in neue Beziehung mit<br />

Männern tappt, ist es diese Sehnsucht nach "lebendigem Wasser", nach<br />

"Nahrung für die Seele", die <strong>Jesus</strong> nimmt, um mit ihr zu sprechen. Als <strong>Jesus</strong><br />

in Lk 19 Zachäus, einem Zöllner begegnet, da stellt ER s<strong>ich</strong> öffentl<strong>ich</strong> zu ihm,<br />

indem ER vor allen Leute sagt: "Zachäus, <strong>ich</strong> muss heute bei Dir<br />

einkehren!" Für diesen Zöllner, der von allen Leuten mit Verachtung<br />

behandelt wurde, war das das Schlüsselerlebnis: "<strong>Jesus</strong> kennt m<strong>ich</strong>. Sieht<br />

m<strong>ich</strong>. Stellt s<strong>ich</strong> zu mir und will bei mir einkehren! Und er tut das öffentl<strong>ich</strong> –<br />

vor allen <strong>andere</strong>n!"<br />

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Unterschiedl<strong>ich</strong>e Menschen, die an unterschiedl<strong>ich</strong>en Orten stehen, was den<br />

Glauben oder die Beziehung zu <strong>Jesus</strong> anbelangt, brauchen unterschiedl<strong>ich</strong>e<br />

"Anfahrtswege" zum Kreuz. Und wenn Du Deine Freunde für <strong>Jesus</strong> <strong>gewinnen</strong><br />

möchtest, dann musst Du zuerst verstehen, wo sie innerl<strong>ich</strong> sind. Versuch,<br />

D<strong>ich</strong> innerl<strong>ich</strong> in sie hineinzuversetzen. Was denken sie? Wo stehen sie?<br />

Was beschäftigt sie?<br />

Was sind zB. die Fragen, die Deinen Freund beschäftigen? Sind es Fragen<br />

nach dem Sinn des Lebens? Oder sind es Fragen rund um Beziehung, Ehe<br />

und Freundschaft? Oder sind es persönl<strong>ich</strong>e Schwierigkeiten, die ihn<br />

beschäftigen? Existenzängste? Fragen rund um Selbstwert?<br />

Welche religiösen Erfahrungen haben Deine Freunde bisher in ihrem Leben<br />

gemacht? Die einen haben ganz positive Erlebnisse gemacht, sind vielle<strong>ich</strong>t<br />

in einer Kirche integriert, kennen n<strong>ich</strong>ts <strong>andere</strong>s, fühlen s<strong>ich</strong> dort auch<br />

einigermassen wohl und denken n<strong>ich</strong>t einmal im Traum daran, dass<br />

Religiosität und kirchl<strong>ich</strong>e Einbindung zwar gut sind, uns aber n<strong>ich</strong>t retten.<br />

<strong>Wie</strong>der <strong>andere</strong> haben Religion und Kirche gegenüber eine sehr ablehnende<br />

Haltung – zB., weil sie negative Erfahrungen gemacht haben mit der<br />

katholischen Kirche oder mit Christen aus einer Freikirche. Und wieder<br />

<strong>andere</strong>n wurde gesagt, dass die Bibel ein Buch voller Lügen und Märchen ist,<br />

dass die Evolutionstheorie längst bewiesen sei und dieses Buch deshalb<br />

unglaubwürdig und verlogen sei.<br />

So viele Menschen, wie es gibt, so viele unterschiedl<strong>ich</strong>e Wege gibt es, sie<br />

auf <strong>Jesus</strong> hinzuweisen. Weil jeder Mensch eine eigene Gesch<strong>ich</strong>te hat.<br />

Deshalb ist es w<strong>ich</strong>tig, die Gesch<strong>ich</strong>te Deines Freundes zu verstehen. Denn<br />

erst, wenn Du weisst, wo er s<strong>ich</strong> befindet, <strong>kann</strong>st Du ihm den Weg zum Ziel<br />

erklären.<br />

Damit zu einem zweiten: Wir müssen n<strong>ich</strong>t nur unsere Freunde verstehen,<br />

sondern wir müssen auch lernen, das Evangelium "r<strong>ich</strong>tig" zu<br />

kommunizieren.<br />

II. Das Evangelium "r<strong>ich</strong>tig" kommunizieren<br />

Und mit "r<strong>ich</strong>tig kommunizieren" meine <strong>ich</strong> mehrere Dinge. Einmal meine <strong>ich</strong><br />

damit, dass wir das Evangelium theologisch r<strong>ich</strong>tig kommunizieren. Seht Ihr:<br />

Viele Menschen verbinden mit "Glauben" automatisch auch die Zugehörigkeit<br />

zu einer bestimmten Kirche oder religiösen Organisation. Gerade für<br />

Menschen, die aus einem katholischen Kontext und aus einer katholischen<br />

Tradition kommen, sind Glaube und Kirche siamesische Zwillinge. Das eine<br />

ist für sie untrennbar mit dem <strong>andere</strong>n verbunden. Das hat s<strong>ich</strong> zwar in den<br />

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letzten Jahren gerade in der jüngeren Generation sehr stark aufgewe<strong>ich</strong>t,<br />

aber trotzdem ist das immer noch das, was viele Menschen prägt.<br />

Während wir deshalb über den Glauben an <strong>Jesus</strong> mit unseren Freunden<br />

sprechen wollen, hören viele von ihnen, dass wir über Kirchenzugehörigkeit<br />

sprechen wollen. Und das wirkt auf sie oftmals bedrohl<strong>ich</strong> und sektiererisch.<br />

Im Umgang mit meinen Freunden ist mir deshalb immer enorm w<strong>ich</strong>tig, dass<br />

<strong>ich</strong> von Anfang an klarmache, worum es geht: Es geht n<strong>ich</strong>t um eine<br />

bestimmte Kirche. Es geht n<strong>ich</strong>t um einen bestimmten Lebensstil. Es geht<br />

n<strong>ich</strong>t darum, für oder gegen eine bestimmte Art von Religiosität zu sein.<br />

Sondern es geht um eine Person: Um <strong>Jesus</strong> Christus, der von s<strong>ich</strong> selber<br />

gesagt hat: "Ich bin die Tür. Ich bin der Weg. Ich bin das Brot des<br />

Lebens. Ich bin die Wahrheit. Ich bin das Leben. Ich bin das L<strong>ich</strong>t der<br />

Welt. ICH!" Christsein ist eine Frage der Beziehung.<br />

Der zweite w<strong>ich</strong>tige Punkt ist, dass wir vermitteln, dass es beim Evangelium<br />

um Gnade geht. Um ein Geschenk. Etwas, das <strong>Jesus</strong> für uns erworben und<br />

wofür er bezahlt hat, damit wir es gratis, umsonst, kostenlos bekommen.<br />

Das, was <strong>Jesus</strong> uns erworben hat, könnten wir uns ohnehin auch gar n<strong>ich</strong>t<br />

"verdienen". Wir sind aus "Gnade errettet durch den Glauben", sagt Paulus in<br />

Eph 2. Der Himmel ist ein Geschenk. Und <strong>Jesus</strong> hat alles dafür gegeben,<br />

dass wir dieses Geschenk in Anspruch nehmen können – einfach so. Wir<br />

sind auch alle angewiesen auf dieses Geschenk: Ich, der <strong>ich</strong> gerade zu<br />

meinem Freund sprechen, zu aller erst. Seht Ihr: Diese Haltung signalisiert<br />

Demut. Sie signalisiert: "Ich bin n<strong>ich</strong>t besser als Du. Ich bin ein Beschenkter.<br />

Ein Gefundener. Und <strong>ich</strong> wünschte mir so sehr für D<strong>ich</strong>, dass Du die<br />

Erfahrung, die <strong>ich</strong> machen durfte mit diesem Geschenk, auch machen<br />

dürftest!"<br />

Das Evangelium "r<strong>ich</strong>tig" zu kommunizieren meint aber n<strong>ich</strong>t nur, dass wir es<br />

"theologisch" r<strong>ich</strong>tig kommunizieren. Sondern es bedeutet auch, die Art und<br />

Weise WIE <strong>ich</strong> es kommuniziere meinem Gegenüber anzupassen. Paulus<br />

schreibt in 1Kor 9.19, dass er den "Juden ein Jude geworden ist, damit<br />

<strong>ich</strong> Juden gewinne. Den Griechen ein Grieche, damit <strong>ich</strong> Griechen<br />

gewinne. Den Starken ein Starker, damit er Starke gewinnt. Den<br />

Schwachen ein Schwacher, damit er Schwache gewinnt!" etc. Paulus hat<br />

die Botschaft des Evangeliums n<strong>ich</strong>t verändern. Aber die Art und Weise, WIE<br />

er diese Botschaft verkündigt hat, die hat er immer wieder verändert und an<br />

die Menschen angepasst, die er erre<strong>ich</strong>en wollte.<br />

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Die Frage ist: "<strong>Wie</strong> ist mein Freund? <strong>Wie</strong> ist seine Persönl<strong>ich</strong>keit? Auf<br />

welcher Ebene 'tickt' er, sodass Gott zu ihm sprechen <strong>kann</strong>?" – Die einen<br />

Menschen brauchen ganz stark 'Facts', damit sie zum Glauben an <strong>Jesus</strong><br />

finden können. Sie wollen s<strong>ich</strong> mit archäologischen Hinweisen<br />

auseinandersetzen, die zeigen, dass die Bibel wahr ist. Sie wollen<br />

Fachbücher lesen über die Überlieferung der Bibel, wollen mathematische<br />

Wahrscheinl<strong>ich</strong>keitsrechnungen darüber anstellen, wie gross die<br />

Wahrscheinl<strong>ich</strong>keit ist, dass s<strong>ich</strong> die Prophezeiungen in der Bibel alle<br />

"zufällig" erfüllt haben etc. Wenn Dein Freund so jemand ist, dann versorg<br />

ihn mit Material. Gib ihm Stoff zu lesen. Bring ihn in Kontakt mit jemandem,<br />

der seine Fragen beantworten <strong>kann</strong>.<br />

<strong>Wie</strong>der <strong>andere</strong> funktionieren ganz anders – zB. auf der Gefühlsebene. Ihnen<br />

ist w<strong>ich</strong>tig, Gott zu spüren. IHN zu erleben und zu erfahren. So jemanden<br />

erre<strong>ich</strong>t man n<strong>ich</strong>t mit einem 500-seitigen Wälzer über Archäologie. So<br />

jemand braucht Erfahrungen. Einen Gottesdienst, in dem er in der<br />

Anbetungs- und Lobpreiszeit in der Musik plötzl<strong>ich</strong> völlig von Gottes Liebe<br />

überwältigt ist. Oder ein Erlebnis, wo Du selber davon erzählst, wie Du Gott<br />

spürst und erlebst in Deinem Alltag.<br />

<strong>Wie</strong>der <strong>andere</strong> sind von ihrer Persönl<strong>ich</strong>keit her sehr auf Beziehung<br />

angelegt. Was sie brauchen ist vor allen Dingen, dass sie spüren, dass sie<br />

geliebt und angenommen sind. Echte Freundschaft. Tiefe Verbundenheit.<br />

Jemand, der ihnen zuhört. Der für sie betet. Der s<strong>ich</strong> in sie investiert. Die<br />

brauchen n<strong>ich</strong>t einen theologischen Fachlehrer. Und auch kein frommes<br />

"Trudi Gerschter", das ihnen von grossen Erfahrungen mit Gott erzählt. Was<br />

sie brauchen, ist ein Freund. Ein echter Freund, der für sie da ist, auf den sie<br />

s<strong>ich</strong> verlassen können und der im entscheidenden Moment sagt: "Ich bete für<br />

D<strong>ich</strong>!"<br />

"Dem Juden ein Jude. Dem Griechen ein Grieche. Dem Starken ein<br />

Starker. Dem Schwachen ein Schwacher." Welche Art der Kommunikation<br />

braucht Dein Freund? <strong>Wie</strong> ist er innerl<strong>ich</strong>, von seiner Persönl<strong>ich</strong>keit her,<br />

"gewickelt"? <strong>Wie</strong> ist sein Herz, sodass Du auch zu seinem Herzen reden<br />

<strong>kann</strong>st? – Finde das heraus, und dann kommunizier das Evangelium so, wie<br />

Dein Freund es braucht.<br />

Damit zu einem Dritten Gedanken heute Morgen, der mir w<strong>ich</strong>tig ist: Sei<br />

mutig und vertrau darauf, dass Deine Freunde spüren und merken dass das,<br />

was Du sagst, aus Deiner Beziehung zu <strong>Jesus</strong> heraus kommt. Sei mit <strong>Jesus</strong><br />

unterwegs – unverkrampft und natürl<strong>ich</strong>.<br />

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III. Sei mit <strong>Jesus</strong> unterwegs – natürl<strong>ich</strong> und unverkrampft<br />

Vor vielen Jahren bin <strong>ich</strong> auf einen Text in der Apg gestossen, der m<strong>ich</strong><br />

immer wieder ermutigt, <strong>andere</strong>n von <strong>Jesus</strong> zu erzählen. Ihr alle kennt<br />

Momente, wo Ihr Euch so r<strong>ich</strong>tig "klein" fühlt anges<strong>ich</strong>ts dieses Auftrags. Das<br />

sind Situationen, wo man mit seinen Freunden zusammen ist und das Gefühl<br />

hat: "Also <strong>ich</strong> weiss n<strong>ich</strong>t, wer meine Freunde für <strong>Jesus</strong> <strong>gewinnen</strong> soll – aber<br />

ICH ganz bestimmt n<strong>ich</strong>t!" Mir zumindest geht es manchmal so. Ich fühle<br />

m<strong>ich</strong> unqualifiziert, überfordert und habe das Gefühl, nun wirkl<strong>ich</strong> die absolut<br />

total falsche Person dafür zu sein.<br />

Immer in solchen Momenten kommt mir dieser Text aus Apg 4.13 in den<br />

Sinn. Dort wird von Petrus und Johannes ber<strong>ich</strong>tet, die gerade einen Lahmen<br />

geheilt haben und von denen der hohe Rat der Juden nun Auskunft verlangt,<br />

WIE sie das getan haben. Und Petrus sagt ganz selbstverständl<strong>ich</strong>: "Leute,<br />

das haben wir im Namen von <strong>Jesus</strong> Christus getan. Das ist DER <strong>Jesus</strong>, den<br />

Ihr gekreuzigt habt. Das ist DER <strong>Jesus</strong>, der auferstanden ist. Das ist DER<br />

<strong>Jesus</strong>, der der Eckstein der Erlösung geworden ist und in dem allein wir<br />

Erlösung finden können!"<br />

Und dann schreibt Lukas folgendes: " 13 Als aber die Mitglieder des hohen<br />

Rates aber die Freimütigkeit des Petrus und Johannes sahen und<br />

bemerkten, daß es ungelehrte und ungebildete Leute seien,<br />

verwunderten sie s<strong>ich</strong>; und sie er<strong>kann</strong>ten sie als solche, die mit <strong>Jesus</strong><br />

waren."<br />

Seht Ihr, Leute: Petrus und Johannes waren ungebildete und ungelehrte<br />

Leute. Die hatten keine theologische Fachausbildung. Sie hatten n<strong>ich</strong>t 167<br />

geistl<strong>ich</strong>e Seminare besucht, und sie hatten mit S<strong>ich</strong>erheit n<strong>ich</strong>t alle<br />

Antworten auf alle Fragen. Genau wie wir auch n<strong>ich</strong>t. Aber sie hatten zwei<br />

Dinge, die ihre Evangelisation "wirkungsvoll" machte: Sie hatten<br />

Freimütigkeit, und man spürte ihnen ab, dass sie mit <strong>Jesus</strong> unterwegs waren.<br />

Und auf diese beiden Dinge kommt es vor allen Dingen an, wenn wir unsere<br />

Freunde für <strong>Jesus</strong> <strong>gewinnen</strong> wollen. Dass wir zum einen Freimütigkeit<br />

haben. Das Wort, das im Griech. dafür verwendet wird, ist das Wort<br />

"parrhsi,a<br />

1 ". Es bedeutet so viel wie "Offenheit" / "Mut" / "Natürl<strong>ich</strong>keit".<br />

Johannes und Petrus sprachen einfach und natürl<strong>ich</strong> vom Glauben. Es war<br />

ganz natürl<strong>ich</strong> für sie. Unser deutsches Wort "unverkrampft" drückt es<br />

vielle<strong>ich</strong>t am Besten aus. Unverkrampft und mutig sprachen sie über <strong>Jesus</strong>.<br />

1 Deutsch "parresia"<br />

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Das ist das erste, was es braucht. Ich denke, wir müssen wieder lernen,<br />

unser Christsein unverkrampft zu leben und auch darüber zu sprechen. "Hey<br />

– das Thema hatten wir gerade letzten Sonntag im Gottesdienst" / "Darüber<br />

habe <strong>ich</strong> erst kürzl<strong>ich</strong> in der Bibel 'was gelesen" / "Ich bin total froh, dass<br />

meine Frau und <strong>ich</strong> uns immer wieder vergeben und neu anfangen können"<br />

etc.<br />

Manchmal stellen uns unsere Freunde auch Fragen. Aber <strong>ich</strong> weiss n<strong>ich</strong>t, ob<br />

Ihr das schon gemerkt habt, sie stellen zwar Fragen, aber sie fragen dabei<br />

n<strong>ich</strong>t. Meine Freunde zumindest n<strong>ich</strong>t. Vielmehr "pieksen" sie m<strong>ich</strong>. Das<br />

kommt so als liebevolles "Zwicken" 'rüber, aber <strong>ich</strong> weiss: Eigentl<strong>ich</strong> wollen<br />

sie etwas fragen. Und dann gebe <strong>ich</strong> Antwort. Früher habe <strong>ich</strong> solche<br />

St<strong>ich</strong>eleien immer als Angriff empfunden und m<strong>ich</strong> natürl<strong>ich</strong> sofort verteidigt –<br />

da wurde dann gle<strong>ich</strong> schon mal vorsorgl<strong>ich</strong> die geistl<strong>ich</strong>e Pump-Action<br />

durchgeladen. Mittlerweile habe <strong>ich</strong> gemerkt, dass das in den meisten Fällen<br />

gar keine Angriffe sind, sondern versteckte Fragen. Und <strong>ich</strong> gebe Antwort –<br />

ganz natürl<strong>ich</strong>. Eben: Mit "Freimütigkeit" – wie Petrus und Johannes.<br />

Und: Ich bete darum, dass die Menschen an mir das sehen, was sie auch bei<br />

Petrus und Johannes gesehen haben: "Sie er<strong>kann</strong>ten sie aber als solche,<br />

die mit <strong>Jesus</strong> waren!" Wisst Ihr: Das wünsche <strong>ich</strong> mir für mein Leben. Dass<br />

<strong>andere</strong> an mir sehen, dass <strong>ich</strong> mit <strong>Jesus</strong> unterwegs bin. Dass sie mir<br />

abspüren, dass es etwas gibt in meinem Leben, was ihnen fehlt. Darauf<br />

vertraue <strong>ich</strong>. Und <strong>ich</strong> glaube, dass das ein besserer Ausweis für die<br />

Glaubwürdigkeit des Evangeliums ist als jede Gelehrsamkeit oder Rhetorik.<br />

Damit zum Vierten und Letzten: <strong>Wie</strong> <strong>kann</strong> <strong>ich</strong> meine Freunde für <strong>Jesus</strong><br />

<strong>gewinnen</strong>? – Erkläre ihnen das Evangelium und führ' sie über die Ziellinie.<br />

IV. Begleite Deinen Freund über die Ziellinie<br />

Beim Evangelium geht es letztl<strong>ich</strong> darum, dass es einen Gott gibt, der uns<br />

von ganzem Herzen liebt. Der uns geschaffen hat und uns durch und durch<br />

kennt. Einen Plan mit uns hat. Gott sehnt s<strong>ich</strong> danach, dass wir in Beziehung<br />

und Gemeinschaft mit IHM leben können. Und weil Gott weiss, dass wir von<br />

unserer Seite her n<strong>ich</strong>ts tun können, um uns aus eigener Kraft den Weg<br />

zurück in diese Gemeinschaft zu bahnen, kommt ER selber in der Gestalt<br />

seines Sohnes in diese Welt, wird Mensch, stirbt für uns am Kreuz und bietet<br />

uns durch den Glauben an IHN volle Vergebung und einen Neuanfang an.<br />

Wir brauchen Gott, weil ER unser Lebenselement ist.<br />

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DAS ist das Evangelium. Und <strong>ich</strong> mache Dir Mut, dieses Evangelium auch an<br />

Deine Freunde weiterzugeben. Nutze alle Mögl<strong>ich</strong>keiten, die Du dafür hast.<br />

Lade sie zu Veranstaltungen in der Gemeinde ein. Nimm sie mit an den Real-<br />

Life-Kurs. Wenn Du eine Predigt hörst, von der Du meinst, dass sie Deinen<br />

Freunden eine Hilfe sein könnte, dann nimm eine CD mit und verschenk sie.<br />

Versorg' ihn mit Büchern, die Antworten geben auf seine Fragen.<br />

Und irgendwann (wenn Eure Beziehung genug tief ist / wenn das Vertrauen<br />

dazu vorhanden ist / wenn der Moment "reif" ist), wo Du Deinen Freund<br />

fragen <strong>kann</strong>st: "Sag mal, hast Du eigentl<strong>ich</strong> schon mal ganz bewusst gebetet<br />

und <strong>Jesus</strong> angenommen?" – Und wenn Dein Freund sagt: "Nein, noch nie..,"<br />

dann <strong>kann</strong>st Du nachfragen: "Warum eigentl<strong>ich</strong> n<strong>ich</strong>t? Soll <strong>ich</strong> Dir dabei<br />

helfen?"<br />

Das ist der schwierigste Moment. Und die meisten evangelistischen<br />

Bemühungen stoppen genau hier – bevor man diese Frage stellt. Weil man<br />

Angst hat vor der Reaktion. Weil man Angst hat, den <strong>andere</strong>n zu verlieren,<br />

wenn er sagt: "Nein – das möchte <strong>ich</strong> n<strong>ich</strong>t!" – Aber wisst Ihr: Ein ehrl<strong>ich</strong>es<br />

"Nein" ist doch n<strong>ich</strong>ts Schlimmes. In einer Beziehung, in der man s<strong>ich</strong> beim<br />

<strong>andere</strong>n s<strong>ich</strong>er fühlt und akzeptiert weiss, darf man auch "nein" sagen. Und<br />

dann <strong>kann</strong>st Du antworten: "Das ist voll o.k. Wenn Du irgendwann einmal so<br />

weit bist, dann sag es mir – <strong>ich</strong> werde dann gerne mit Dir zusammen beten!"<br />

Aber da und dort wird vielle<strong>ich</strong>t auch jemand sagen: "Ich bin froh, dass Du<br />

m<strong>ich</strong> fragst. <strong>Wie</strong> <strong>kann</strong> <strong>ich</strong> das denn: '<strong>Jesus</strong> annehmen'?" – Dann erklär es<br />

ihm. Dass es darum geht, sein Herz zu öffnen und das Geschenk, das <strong>Jesus</strong><br />

uns erworben hat, im Glauben für s<strong>ich</strong> selber in Anspruch zu nehmen. Danke<br />

zu sagen dafür, dass ER für uns sein Leben gab und wir deshalb Vergebung<br />

haben dürfen!<br />

Ihr kennt das Lied von Baschi: "Chum bring en hei". Und seht Ihr, darum geht<br />

es. "Chum bring en hei zu mir!"<br />

Und letztl<strong>ich</strong> darfst Du das tun als einer, der selber "heimgefunden" hat. Der<br />

Freiheit in <strong>Jesus</strong> finden durfte. Freude. Orientierung und Hoffnung. Und <strong>ich</strong><br />

lade Euch ein, dass wir jetzt gemeinsam zum Schluss dieses Gottesdienstes<br />

ein neues Lied singen, das m<strong>ich</strong> in der vergangenen Woche unglaubl<strong>ich</strong><br />

angesprochen und motiviert hat. Gerade im Blick auf Evangelisation. Weil <strong>ich</strong><br />

in der Haltung, die in diesem Lied zum Ausdruck kommt, leben möchte und<br />

auch meinen Freunden begegnen will. Das Lied trägt den Titel "I am a friend<br />

of God" – Ich bin Gottes Freund".<br />

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