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David Teil 1 - Einleitung Grundsatzpredigt - FEG Visp

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"Bezwinge Deine Riesen" 1<br />

<strong>Teil</strong> 1 - Einführung<br />

Gliederung<br />

I. Jede kennt "Goliaths" in seinem Leben<br />

II. Die Frage ist nicht, ob Du die Riesen siehst, sondern ob die Riesen<br />

alles sind, was Du siehst<br />

III. Stell Dich Deinen Riesen<br />

<strong>Einleitung</strong><br />

Ich begrüsse Euch alle ganz herzlich zu unserer neuen Gottesdienstserie –<br />

einer Serie über den wahrscheinlich wichtigsten und berühmtesten König aus<br />

der Bibel: König <strong>David</strong>. Mit ihm werden wir uns in den nächsten Wochen und<br />

Monaten auseinandersetzen. Und ich hoffe, dass Euch seine Geschichte<br />

genau so anspricht und herausfordert, wie ich das in der Vorbereitung zu<br />

dieser Gottesdienst-Serie erlebt habe.<br />

Schon, als ich noch ein kleiner Junge war, hat mich die Geschichte von<br />

<strong>David</strong> begeistert. Vielleicht, weil ich selber wie <strong>David</strong> der Jüngste in meiner<br />

Familie bin. Vielleicht, weil <strong>David</strong>'s Geschichte eine klassische "Underdog-<br />

Geschichte" ist. Ganz sicher aber fasziniert mich die Geschichte von <strong>David</strong>,<br />

weil ich in seinen Siegen und in seinem Versagen immer wieder mich selber<br />

entdecke, und weil sein Kampf gegen die "Riesen" mir Mut macht, die Riesen<br />

in meinem eigenen Leben anzugehen. Und über einige dieser Riesen, mit<br />

denen <strong>David</strong> in seinem Leben konfrontiert war, wollen wir uns in dieser<br />

Gottesdienstserie auseinandersetzen.<br />

Und wir steigen ein mit der Geschichte aus <strong>David</strong>s Leben, die jedes Herz<br />

höher schlagen lässt: Der Geschichte von <strong>David</strong> und Goliath. Denn jeder liebt<br />

die Geschichte von <strong>David</strong> und Goliath. Während <strong>David</strong>, ein junger Mann,<br />

kaum erwachsen, an einem Bach kniet und 5 flache Steine sucht, schaut<br />

Goliath, ein Riese von einem Mann, von oben vom Berg her zu. Nur purer<br />

Unglaube hält ihn davon ab, laut herauszulachen. Er und seine Philister<br />

haben mit ihrem Heer ihre Hälfte des Tales in einen wahren Wald von<br />

Speeren verwandelt. Eine blutrünstige, rohe Bande von gewissenlosen<br />

Mördern mit Stacheldraht-Tatoos über dem Bizeps. Und Goliath überragt sie<br />

allesamt: 2m90 gross, mit einer Rüstung, die für sich alleine schon fast<br />

60kg wiegt und einem Speer, dessen Spitze fast 7kg schwer ist.<br />

1<br />

Auch diese Gottesdienstserie ist (wie schon die "Psalm 23-" und die "Angst-Serie") inspiriert von Max<br />

Lucado. Sein Buch "Facing your Giants" war in der Vorbereitung eine enorme Hilfe. Grosse <strong>Teil</strong>e der<br />

Predigtserie sind angelehnt an dieses Buch, das ich sehr empfehle!<br />

© Diese Predigt ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung ausserhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist<br />

ohne Zustimmung des Copyright-Inhabers unzulässig. Das gilt insbesondere für Vervielfältigung und die Einspeicherung und<br />

Verarbeitung in elektronischen Systemen. © Copyright 2010 by Daniel Rohner, <strong>FEG</strong> <strong>Visp</strong><br />

-1-


Er sieht furchteinflössender aus als jeder amerikanische Wrestler. Sein<br />

Bizeps scheint fast zu platzen, sein Bauch ist eine einzige Wand aus<br />

Muskeln, und sein Mund geifert, während er durch das Tal schreit (1Sam<br />

17.10): "Ich verhöhne heute die Schlachtreihen Israels! Gebt mir einen<br />

Mann, daß wir miteinander kämpfen!" – "Wer wird gegen mich kämpfen,<br />

Mann gegen Mann? Los Leute: Holt Euren besten Mann. Ich nehm's mit<br />

jedem von Euch Israeliten-Köbis auf!" – Kein Hebräer hat sich bisher freiwillig<br />

gemeldet. Bis heute. Als <strong>David</strong> aufgetaucht ist.<br />

<strong>David</strong> ist gerade an diesem Morgen in's Feldlager der Israelis gekommen.<br />

Frisch vom Schafe-Hüten, um seinen Brüder etwas Käse und Brot an's<br />

Schlachtfeld zu bringen. Das ist der Moment, in dem <strong>David</strong> hört, wie Goliath<br />

Gott verspottet, und das ist auch der Moment, in dem <strong>David</strong> seine<br />

Entscheidung fällt. Er packt seine Sachen zusammen und sucht 5 glatte<br />

Steine, legt sie in seine Hirtentasche und nimmt seine Schleuder zur Hand.<br />

Und dann geht er auf den Philister zu (1Sam 17.40).<br />

Als Goliath ihn aus den Reihen Israels heraustreten sieht, hat er nur Spott<br />

und Hohn für <strong>David</strong> übrig. (1Sam 17.43): "Bin ich denn ein Hund, daß du<br />

mit Stöcken zu mir kommst?" – Auf der einen Seite also der dürre,<br />

schlanke <strong>David</strong>. Auf der anderen ein riesiger, furchteinflössender Goliath. Ein<br />

Knirps auf einem Bobbycar gegen Michael Schuhmacher im Ferrari. Ein<br />

Welpe gegen einen ausgewachsenen Rottweiler. Welche Chancen würdet Ihr<br />

<strong>David</strong> gegen diesen Riesen geben?<br />

- Nun vielleicht bessere Chancen, als wir uns selber geben, wenn es um<br />

unsere Riesen geht. Denn jeder von uns kennt Situationen, in denen uns<br />

"unsere Goliaths" begegnet…<br />

I. Jede kennt "Goliaths" in seinem Leben<br />

Dein Goliath trägt wahrscheinlich kein richtiges Schwert und keinen richtigen<br />

Schild. Stattdessen schwingt er das Schwert der Arbeitslosigkeit. Oder das<br />

Schwert des Alleingelassen-Seins. Das Schwert der Ausgrenzung oder der<br />

Depression. Dein Goliath kommt in der Gestalt Deines Teenagers daher, der<br />

Dir Mühe macht. Oder Deines Ehepartners, der Dich verlässt. Oder in Gestalt<br />

all der Absagen, die Du auf Deine Stellenbewerbungen hin bekommen hast.<br />

Dein Goliath läuft nicht in den Hügeln von Elah vor Philisterreihen auf und ab.<br />

Stattdessen stolziert er in Deinem Büro herum, Deinem Wohnzimmer oder in<br />

Deiner Schule. Er bringt Rechnungen, die Du nicht bezahlen kannst. Noten,<br />

die Du nicht erreichst. Menschen, denen Du nicht genügst. Alkohol oder<br />

Pornographie, denen Du nicht widerstehen kannst. Eine Karriere, der Du<br />

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nicht entkommst. Eine Vergangenheit, die Du nicht loswerden oder eine<br />

Zukunft, der Du nicht begegnen kannst. Jeder von uns kennt solche Goliaths.<br />

Und wir wissen, wie unser Goliath sich anhört.<br />

<strong>David</strong>'s Goliath hat seinen Hohn jeden Morgen und jede Nacht in die Menge<br />

geschrien (1Sam 17.16): " 16 Und während 40 Tagen, zweimal täglich,<br />

morgens und abends, trat der Riese der Philister vor die Schlachtreihen<br />

Israels". Und Dein Goliath tut genau das gleiche. Er ist Dein erster Gedanke<br />

am Morgen und Dein letzter am Abend – Dein Goliath bestimmt Deine Tage<br />

und verschlingt Deine Freude.<br />

Und unter Umständen tut er das schon lange Zeit. Wie damals bei den<br />

Israeliten. Denn Goliaths Familie war für die Israeliten ein langjähriger Feind.<br />

Josua hatte 300 Jahre vorher die Philister aus dem verheissenen Land<br />

vertrieben. Alle, bis auf die Bewohner von 3 Städten: Gaza, Gath und<br />

Aschdod (Jos 11.22). Aus Gath kamen die Enakiter, wahre Riesen von<br />

Männern. Und nun ratet mal, woher Goliath kam? Aus Gath. Seine Vorfahren<br />

waren für die Israeliten, was die Habsburger für uns Schweizer waren.<br />

Ich kann mir vorstellen, wie Sauls Soldaten Goliath angestarrt und gemurmelt<br />

haben: "Nicht schon wieder. Mein Vater hat seinen Vater bekämpft. Mein<br />

Grossvater seinen Grossvater! Hört denn das nie auf…!?" – Und vielleicht<br />

hast Du im Blick auf Deinen Goliath schon ähnlich gedacht. "Schon mein<br />

Vater war ein Workaholic – und ich bin auf dem besten Weg dazu, auch einer<br />

zu werden!" / "Meine Ehe scheitert – genau wie die Ehe meiner Eltern!" /<br />

"Schon meine Mutter hat es in der Schule auf keinen grünen Zweig gebracht<br />

– wann hört das jemals auf!?"<br />

Goliath – der Riese, der Dir vom Berg herunter seine Verachtung<br />

entgegenschmettert, Dich entmutigt und Dir die Lebensenergie raubt. Er<br />

knurrt Dich an wie ein bösartiger Hund und hält Dich gefangen. Er wartet auf<br />

Dich am Morgen und plagt Dich in der Nacht. Hat schon Deine Vorfahren<br />

bedrängt, und jetzt wartet er auf Dich. Er verdunkelt die Sonne und lässt Dich<br />

im Schatten des Zweifels zurück. Wie die Israeliten. (1Sam 17.11): 11 Und<br />

als Saul und ganz Israel diese Worte des Philisters hörten, waren sie<br />

niedergeschlagen und fürchteten sich sehr. Sie verloren alle ihre<br />

Hoffnung" 2<br />

2 Nach der Bibelübersetzung "The Message"<br />

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Wenn Ihr Euren Goliath kennt, dann wisst Ihr, was diese Sätze bedeuten.<br />

Dann könnt Ihr nachvollziehen, wie Israel sich gefühlt hat damals, als sie<br />

ihrem Goliath gesehen, so wie Du Deinen Goliath siehst.<br />

Die Frage ist nur: Ist Dein Goliath alles, was Du siehst. Du hörst seine<br />

Stimme, aber ist es alles, was Du hörst? Denn <strong>David</strong> zumindest sah und<br />

hörte mehr…<br />

II. Die Frage ist nicht, ob Du die Riesen siehst, sondern ob die Riesen<br />

alles sind, was Du siehst<br />

Achtet mal auf die ersten Worte, die <strong>David</strong> spricht – nicht nur auf dem<br />

Schlachtfeld, sondern überhaupt in der Bibel (1Sam 17.26): " 26 Als <strong>David</strong><br />

den Spott Goliaths hörte, sagte er zu den Männern, die bei ihm standen:<br />

Was soll mit dem Mann geschehen, der diesen Philister da erschlägt<br />

und die Schande von Israel abwendet? Wer ist denn dieser<br />

unbeschnittene Philister da, der die Schlachtreihen des lebendigen<br />

Gottes verhöhnt?"<br />

<strong>David</strong> erscheint und fängt an, über Gott zu sprechen. Die Soldaten haben<br />

bisher noch kein Wort über Gott geredet. Die Brüder <strong>David</strong>s ebenfalls nicht.<br />

Aber <strong>David</strong> erscheint auf dem Schlachtfeld, und das erste, was er tut, ist,<br />

dass er den "lebendigen Gott" zur Sprache bringt. Und als er wenig später<br />

vor Saul steht, macht er genau das gleiche nochmal. Da gibt es keine<br />

Diskussionen über die Schlacht oder Fragen rund um die ganze Situation.<br />

Stattdessen bringt <strong>David</strong> nur sein festes Vertrauen in Gott zum Ausdruck:<br />

(1Sam 17.37): " 37 Und <strong>David</strong> fuhr fort: Der HERR, der mich aus den<br />

Klauen des Löwen und aus den Klauen des Bären errettet hat, der wird<br />

mich auch aus der Hand dieses Philisters erretten."<br />

Dieses Thema zieht sich durch die Geschichte durch. Als <strong>David</strong> vor Goliath<br />

steht und der Riese ihn auslacht und verhöhnt, gibt <strong>David</strong> zur Antwort (1Sam<br />

17.45-47): " 45 Und <strong>David</strong> antwortete dem Philister: Du kommst zu mir mit<br />

Schwert, Lanze und Krummschwert. Ich aber komme zu dir mit dem<br />

Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen<br />

Israels, den du verhöhnt hast.<br />

46 Heute wird der HERR dich in meine<br />

Hand ausliefern, und ich werde dich erschlagen und dir den Kopf<br />

abhauen. Und die Leichen des Heeres der Philister werde ich heute<br />

noch den Vögeln des Himmels und den wilden Tieren der Erde geben.<br />

Und die ganze Erde soll erkennen, daß Israel einen Gott hat.<br />

47 Und<br />

diese ganze Versammlung soll erkennen, daß der HERR nicht durch<br />

Schwert oder Speer errettet. Denn des HERRN ist der Kampf, und er<br />

wird euch in unsere Hand geben!"<br />

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Währenddem niemand sonst in der Geschichte über Gott spricht, spricht<br />

<strong>David</strong> über nichts anderes als über Gott. Und man gewinnt den Eindruck,<br />

dass es gar nicht so sehr um die Frage geht, ob ein kleiner Junge einen<br />

Riesen bezwingen kann oder nicht. Sondern ob wir, wenn wir vor Riesen<br />

stehen, die Riesen vor Augen oder Gott!<br />

Denn <strong>David</strong> sieht, was andere nicht sehen, und er weigert sich, auf das zu<br />

schauen, was die anderen im Focus haben. Die Augen aller – ausser von<br />

<strong>David</strong> – sind auf den brutalen, hasserfüllten Goliath gerichtet. Alle - ausser<br />

<strong>David</strong> – haben ihren inneren Kompass auf Goliath ausgerichtet. Die<br />

Tagebücher der Soldaten sind voller Beschreibungen von Goliath, dem<br />

Riesen / Goliath, dem Neandertaler / Goliath, dem Schrecken der Israeliten.<br />

Sie wissen alles über Goliath, weil sie sich auf ihn konzentriert haben. <strong>David</strong><br />

hingegen hat sich auf Gott konzentriert.<br />

Natürlich sieht <strong>David</strong> den Riesen auch – das ist klar. Aber er sieht Gott viel<br />

mehr. Achtet mal genau auf den Schlachtruf <strong>David</strong>s: "Du kommst zu mir mit<br />

Schwert, Lanze und Krummschwert. Ich aber komme zu dir mit dem<br />

Namen des HERRN der Heerscharen, des Gottes der Schlachtreihen<br />

Israels.". Nun: Wenn man die Israeliten anschaut, wie sie zittern und sich<br />

ängstlich einer hinter dem anderen verstecken, fragt man sich, wie man<br />

angesichts dieses armseligen Haufens von "Schlachtreihen" sprechen kann.<br />

Aber <strong>David</strong> sieht mehr. Er sieht den Himmel mit all seiner Kraft, der hinter<br />

Israel steht. <strong>David</strong> sieht die Schlachtreihen Gottes, des "Herrn der<br />

Heerscharen". Und weil er das tut, deshalb rennt er los – direkt auf Goliath<br />

zu. Und stellt sich dem Riesen!<br />

III. Stell Dich Deinen Riesen<br />

In V48 heisst es: " 48 Und es geschah, als der Philister sich aufmachte<br />

und näher an <strong>David</strong> herankam, da lief <strong>David</strong> eilends von der<br />

Schlachtreihe aus dem Philister entgegen." Könnt Ihr Euch das<br />

vorstellen? – <strong>David</strong>s Brüder reiben sich erstaunt die Augen. Saul stöhnt, als<br />

er den jungen Mann in seinen sicheren Tod rennen sieht. Goliath wirft seinen<br />

Kopf zurück und hält sich den Bauch vor Lachen – gerade weit genug, dass<br />

sein Helm die Stirn freigibt. <strong>David</strong> sieht das Ziel und nutzt den Moment. Man<br />

hört den Klang der Schleuder – und der Stein dringt dem Riesen wie ein<br />

Torpedo zwischen den Augen in die Stirn. Goliath verdreht die Augen, fällt<br />

wie ein Baum zu Boden und bleibt tot liegen. Und <strong>David</strong> rennt hinüber, zieht<br />

Goliaths Schwert und schlägt dem Riesen damit den Kopf ab 3 .<br />

3 Man könnte sagen: Was als guter Tag für Goliaths begann, endete ziemlich kopflos.<br />

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Darf ich Dich fragen: Wann hast Du zum letzten Mal das Gleiche gemacht?<br />

Wie lange ist es her, seit Du zum letzten Mal die Herausforderungen<br />

angegangen bist, mit denen Du Dich konfrontiert siehst? – Wir tendieren ja in<br />

der Regel dazu, dass wir uns viel eher zurückziehen und davonlaufen, nicht<br />

wahr? Die einen verstecken sich hinter einem Bürotisch voller Arbeit. Andere<br />

hinter unzähligen Freizeitveranstaltungen. Wieder andere flüchten in den<br />

Alkohol oder verstricken sich in immer neue Beziehungen. Und für einen<br />

Moment, für einen Tag oder ein Jahr, fühlen wir uns sicher. Aber dann geht<br />

die Arbeit aus, die Flasche ist leer, die Geliebte verlässt einem, und wir hören<br />

Goliath wieder.<br />

Versuch es anders. Statt Dich vor Deinen Riesen zu verstecken oder Dich<br />

wie Israel von ihnen in die Ecke drängen zu lassen, solltest Du sie angehen,<br />

wie <strong>David</strong> es getan hat. Stell Dich den Dingen, die Dich bedrängen. Geh sie<br />

an, statt sie zu verdrängen oder Dich vor ihnen zu verstecken. Vielleicht<br />

sagst Du: "Ich kann nicht – meine Riesen sind mir einfach zu gross!" Dann ist<br />

<strong>David</strong> genau Dein Mann.<br />

Gott nennt ihn "Einen Mann nach meinem Herzen" (Apg 13.22). Niemand<br />

sonst in der Bibel wird von Gott so bezeichnet. Weder Abraham, noch Mose,<br />

noch Joseph. Paulus wird "Apostel" bezeichnet, Johannes als "geliebter<br />

Jünger", aber keiner von ihnen wird als "Mann nach Gottes Herzen"<br />

bezeichnet.<br />

Man liest <strong>David</strong>s Geschichte und fragt sich, was Gott in ihm gesehen hat.<br />

Denn <strong>David</strong> fiel so oft, wie er stand, er stolperte so oft, wie er siegreich war.<br />

Er besiegte Goliath, aber er scheiterte an Bathseba. Er bekämpfte<br />

diejenigen, die Gott verhöhnten, und schloss sich in anderen Zeiten ihnen an.<br />

An einem Tag ein Held, am anderen ein Landesverräter. Er konnte Armeen<br />

leiten, aber er versagte in seiner eigenen Familie. Wenn Ihr in die Bibel<br />

hineinschaut, dann findet Ihr den sanftmütigen <strong>David</strong> genauso wie den<br />

wütenden. Den versöhnlichen genauso wie den blutrünstigen. Ihr findet den<br />

fehlerhaften <strong>David</strong> genauso wie den <strong>David</strong>, der nach Gott hungerte. Ein<br />

Mann mit 8 Frauen. Und einem Gott!<br />

Dass soll ein "Mann nach dem Herzen Gottes" sein? – Nun: Dass Gott ihn<br />

dennoch so bezeichnet, ist für die meisten von uns tröstlich. <strong>David</strong>s Leben<br />

hat dem Christen, der vermeintlich "heilig" und "fehlerlos" lebt, wenig zu<br />

bieten. "Klasse-1-Christen" finden <strong>David</strong>s Geschichte und damit auch diese<br />

Gottesdienst-Serie wahrscheinlich eher enttäuschend. Für uns anderen<br />

hingegen hoffe ich, dass sie ermutigend ist.<br />

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Denn wir befinden uns oftmals auf der gleichen Achterbahn wie <strong>David</strong>. In<br />

guten Momenten war niemand besser als <strong>David</strong>. Aber auch seine schlechten<br />

Momenten kann man kaum übertreffen. Das Herz, das Gott liebte, war nicht<br />

blütenweiss – es war eher schwarz-weiss kariert.<br />

Wir brauchen <strong>David</strong>s Geschichte deshalb, weil in unserem Leben Goliaths<br />

lauern. Zurückweisung. Versagen. Reue. Rache. Und wir müssen uns<br />

unseren Riesen stellen. Aber: Wir müssen uns ihnen nicht allein stellen.<br />

Konzentriere Dich zuerst und vor allem anderen auf Gott. Die Zeiten, in<br />

denen <strong>David</strong> das tat, fielen die Riesen. Die Zeiten, in denen <strong>David</strong> das nicht<br />

tat, fiel er.<br />

Testet diese Theorie, wenn Ihr <strong>David</strong>s Geschichte lest. Lest 1Sam 17 und<br />

macht eine Liste über alle Erwähnungen <strong>David</strong>s von Goliath. Ich finde nur<br />

zwei: Einmal, als <strong>David</strong> fragt, wer dieser (Zitat) "unbeschnittene Philister" sei,<br />

der Israel verhöhnt (V26), und das zweite Mal vor Saul, als <strong>David</strong> sagt: " 34<br />

Wenn ich die Schafe für meinen Vater weidete, und wenn dann ein Löwe<br />

oder ein Bär kam und ein Schaf von der Herde wegtrug, 35 so lief ich<br />

ihm nach und schlug auf ihn ein und entriß es seinem Rachen. Erhob er<br />

sich gegen mich, so ergriff ich ihn bei seinem Bart, schlug ihn und<br />

tötete ihn. 36 So hat dein Knecht den Löwen und den Bären erschlagen.<br />

Und diesem unbeschnittenen Philister soll es genauso ergehen wie<br />

einem von ihnen, weil er die Schlachtreihen des lebendigen Gottes<br />

verhöhnt hat!<br />

Damit hat's sich's. Nur gerade 2x erwähnt <strong>David</strong> Goliath. Keine Fragen.<br />

Keine Erwähnungen von Goliaths Stärke, seines Alters, seines sozialen<br />

Status', seines IQ's. <strong>David</strong> fragt nicht nach dem Gewicht seines Speeres, der<br />

Grösse seines Schildes oder der Bedeutung des Totenkopfs-Tatoo auf<br />

seinem Bizeps. <strong>David</strong> verschwendet keinen Gedanken über den Koloss, der<br />

auf dem Hügel steht.<br />

Aber er denkt viel über Gott nach. Im Text erwähnt er nicht weniger als 9x<br />

Gott. "Die Schlachtreihen des lebendigen Gottes" (V26). / Die<br />

Schlachtreihen des lebendigen Gottes" (V36) / "Der Herr der<br />

Heerscharen, der Gott der Schlachtreihen Israels" (V45) / "Der Herr wird<br />

Dich in meine Hand ausliefern, damit alle Welt wisse, dass es einen Gott<br />

in Israel gibt" (V46) / "Der Herr rettet nicht durch Schwert oder Speer.<br />

Denn der Kampf ist des HERRN, und ER wird Euch in unseren Hand<br />

geben!" (V47)<br />

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9 Erwähnungen Gottes gegen 2 Erwähnungen Goliaths. <strong>David</strong> schenkte Gott<br />

4x mehr Beachtung als Goliath. Wie sieht Deine Sorgen-Statistik aus?<br />

Wiegst Du Gottes Gnade auch 4x mehr als Deine Schuld und Dein<br />

Versagen? Ist die Liste Deiner Segnungen 4x so lang wie die Liste deiner<br />

Beschwerden? Hast Du 4x so viel Hoffnung, wie Mutlosigkeit auf Dich<br />

zukommt? Bist Du in der Lage, die Grösse und Stärke Gottes 4x so gut zu<br />

beschreiben wie die Herausforderungen, mit denen Du Dich tagtäglich<br />

konfrontiert siehst?<br />

Wenn nein – dann ist <strong>David</strong> Dein Mann.<br />

Einige sagen: "In der Geschichte von <strong>David</strong> und Goliath kommt gar kein<br />

Wunder vor!" Keine <strong>Teil</strong>ung des roten Meeres. Keine flammenden Wagen.<br />

Keine Lazarus-Auferweckungen etc. Aber wisst Ihr: Es gibt ein Wunder in der<br />

Geschichte. <strong>David</strong> ist das Wunder. Ein wandelndes Wunder auf 2 Beinen,<br />

das diese Wahrheit verkündigt:<br />

Konzentriere Dich auf die Reisen – und Du fällst.<br />

Konzentriere Dich auf Gott – und Deine Riesen werden fallen.<br />

Deshalb mache ich Euch Mut: Der Gott, der <strong>David</strong> in seinem Kampf zur Seite<br />

stand, steht Dir zur Seite in Deinem Kampf. Konzentriere Dich auf ihn. Richte<br />

Dich auf IHN aus. Und dann geh Deine Riesen mutig an. Einige dieser<br />

Riesen werden wir anschauen in dieser Gottesdienstserie. Und ich hoffe,<br />

dass Du Mut bekommst und wieder neu glauben kannst, dass der Gott, der<br />

aus <strong>David</strong> ein Wunder machen konnte, auch aus Dir ein Wunder machen<br />

kann!<br />

-Amen-<br />

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