Neue Stücke - Verlag für Kindertheater

kindertheater.de

Neue Stücke - Verlag für Kindertheater

40

Jahre

Verlag für Kindertheater

Theatertexte für junges Publikum

Theatertexte für junges Publikum

„It’s now or never!“

2012 // 2013


2

„It’s now or never!“

(Mein innerer Elvis, S. 13)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

noch einmal das Steuer herumzureißen, die Gunst eines Augenblicks

zu nutzen, um das Ganze zu wagen und auf Gedeih und Verderb ins

Ungewisse zu springen: Wie oft träumen wir von einer solchen „dramatischen

Situation“ (Musikschwein Baby Hübner, S. 39)! Vor allem

dann, wenn der Alltag besonders grau in grau ist („Betonherz“ S. 10,

wenn uns die Worte fehlen, während andere große Reden schwingen

(„Die große Wörterfabrik“, S. 11) oder wenn wir wieder mal kein

Superheld, sondern nur ein kleiner „Gummi-Tarzan“ (S. 9) sind. Wären

wir dann doch nur siebenmal so stark („Wanja“ S. 37) oder so verwegen

wie Jacob Reckless (S. 7), wir würden keine Sekunde zögern und –

Jetzt oder nie! - auf große Fahrt gehen („Für immer das Meer“, S. 13),

im Handstreich würden wir die großen Fehler des Universums berichtigen

(„Matti und Sami“, S. 12) oder den allerfiesesten Andi Kolumpeck

einfach wegbellen („Frerk, du Zwerg“, S. 8).

It’s now or never: Auftrumpfend behauptet das Subjekt sich im

entscheidenden Moment gegen seine eigene Endlichkeit, gegen die

unerbittlich verrinnende Zeit. Jetzt hält es die Zeit an, damit etwas

geschehe, was sonst nie mehr möglich wäre. Es verteidigt einen einzigen

Augenblick gegen den Takt der Uhren und Maschinen. Wie ‚im

Nu‘ möge uns eine solche Zeit zufallen, uns ganz und ungeschmälert

erfahrbar werden: Für diese Utopie einer erfüllten und erfühlten

Zeit steht alle gelingende Kunst ein. Jetzt oder nie!

Lassen Sie sich also Jetzt-Zeit – eine Spielzeit lang und darüber hinaus.

herzlich,

Juliane Lachenmayer

und der Verlag für Kindertheater

PS: Der Verlag für Kindertheater wird am 01.01.2013 übrigens

40 Jahre jung. Für die angemessene festliche Stimmung sorgt schon

mal unser Jubiläums-Logo.

ein Verzeichnis aller lieferbaren Stücke finden Sie auf www.kindertheater.de

von oben nach unten:

Paul Maar

cornelia Funke

erich Kästner

Michael ende

Kirsten Boie

Otfried Preußler

Sven Nordquist

christine Nöstlinger

Astrid Lindgren

ZeIcheNeRKLäRuNg

= Weihnachtsstück

= Auszeichnungen

D = Damen; H = Herren;

K = Kinder; Std. = Stunde;

Simdek = Simultandekoration;

Dek = Dekoration;

UA = Uraufführung;

DEA = Deutsche Erstaufführung

Neue Stücke

Stücke für kleine Kinder

Kinderstücke von A bis Z

Klassiker – neu erzählt

junges theater

Märchen

Aufführungsrechte & Impressum

Register

Besondere Empfehlung für große Spielgruppen:

WOLF DuRIAN: Kai in der Kiste

für die Bühne bearbeitet von Hildegard Plattner; 21-50 Rollen

möglich; ab 8 Jahren

Ein reicher Schokoladenfabrikant aus Amerika sucht einen Reklamekönig,

der seine neue Schokoladensorte bekannt machen

soll. Kai, Anführer einer Berliner Straßenbande, ist zur Stelle

und startet eine beispiellose Werbekampagne, von der bald die

ganze Stadt spricht.

MARK TWAIN: Die Abenteuer von

huckleberry Finn

Für die Bühne bearbeitet von Moritz Seibert und Timo

Rüggeberg; 23 Rollen; ab 12 Jahren

Die berühmte Abenteuerreise von Huck Finn und dem entflohenen

Sklaven Jim auf dem Mississippi in einer frischen Bühnenfassung,

die durch kluge Straffung, pralle Nebenrollen und

viel Situationskomik besticht.

eDITh SchReIBeR-WIcKe:

Als die Raben noch bunt waren

14-30 Rollen; für junge Akteure ab 5 Jahren

Früher einmal waren die Raben noch kunterbunt und auch ein

wenig eingebildet. Doch als die Frage aufkommt, welche Farbe

denn eigentlich die richtige für einen Raben sei, entbrennt ein

heftiger Streit unter ihnen.

Ein unkonventionelles Stück über Toleranz und das „Anderssein“.

Besonders als Einschulungsstück/für die Grundschule

geeignet.

mehr auf www.kindertheater.de

4

17

21

42

46

51

53

54

3


Neue Stücke neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ Neue Stücke

„Immer musst du

Vorbild sein und dir Sachen

abgewöhnen, die echt

bequem sind.“

MARTIN BALTScheIT:

Nur ein ei

1 D (auch Puppenspiel möglich) - 2 H; ab 8 Jahren;

UA: Junges Staatstheater Kassel, 17.03.2013

(Regie: Dieter Klinge)

Wildschwein und Fuchs sitzen am Fluss. Sie langweilen

sich, sie warten. Das Wildschwein wartet vermutlich aufs Essen.

Doch der Fuchs, der wartet auf die ganz große Liebe! Er wünscht sich

eine Fuchsfrau, eine Familie, ja!, er wünscht sich einen Sohn. Der wäre

sein Ein und Alles, sein Augapfel! Sein eigen Fleisch und Blut - müsste

er nicht unbedingt sein, denn just in diesem Augenblick finden Wildschwein

und Fuchs ein Körbchen, das auf dem Wasser treibt und darin

ein wunderschönes, perfektes, weißglänzendes Ei. Das ist ein Zeichen:

ein kleiner Moses für den Fuchs! Und schon betreibt der Fuchs ganz

eifrig Brutpflege, er hält das Ei warm und sicher und stellt sich vor, wie

schön das Leben sein wird, wenn nur endlich sein Sohn geschlüpft ist.

Das Wildschwein sieht die Sache etwas realistischer und malt dem Fuchs

in immer neuen skurrilen Szenen aus, was die Vaterschaft so alles mit

sich bringen kann. Die imaginierten Söhne entsprechen nun gar nicht

der romantischen Vorstellung des Fuchs, der schon drauf und dran ist,

die Lust an der Familiengründung zu verlieren. Dann aber geschieht das

Schreckliche: ein Eichelhäher zerstört das Ei, das schöne, das runde, das

verheißungsvolle Ei aus ... Schokolade. Ein Bluff! Der Fuchs wurde auf

hinterhältigste Weise getäuscht, die schöne Illusion zerbricht in lauter

süße Stücke – er ist am Boden zerstört. Das Wildschwein aber hat sich

schon aufgemacht, den Urheber des Betrugs zu suchen und am Ende

erleben die beiden Freunde gewiss die schönste Überraschung ihres Lebens.

Neues von

Wildschwein

und Fuchs

4

„Was bedeutet es, ein Kind zu erwarten; was geschieht, wenn ein Kind nicht

die väterlichen Erwartungen erfüllt – und was dürfen und können Kinder von

ihren Eltern erwarten? Fragen, die sich nicht nur Füchse und Wildschweine

stellen.“ (JUngES STAATSTHEATER KASSEl)

„Klar! Von alleine ist

natürlich keiner gekommen!“

MARTIN BALTScheIT:

es waren einmal zwei wirklich dumme

gänse in einem brennenden haus

Zur individuellen Dramatisierung; ab 4 Jahren; UA: Theater

zwischen den Dörfern, 12.05.2012 (Regie: Suse Wessel)

Anna und Emma sind zwei besonders dumme Gänse:

Erst setzen sie beim Spielgeleierbraten ihre eigene

Hütte in Brand und dann ist keiner gut genug, um sie

zu retten. Der Elefant sei zu tollpatschig, die Kuh zu langsam, der

Fuchs zu gefräßig, die Schlange zu hinterhältig – und so weiter. In

der Zwischenzeit breitet sich das Feuer in aller Ruhe aus, den Gänsen

wird schon recht heiß, aber noch immer haben sie keine Hilfe

Dummheit

schützt vor

Strafe nicht

gerufen. Schließlich fackelt die ganze Bude ab, gerade als alle Tiere

gekommen sind, um beim Löschen zu helfen – wirklich alle! Aber

das bekommen die dummen Gänse natürlich schon nicht mehr mit.

Eine zündende Fabel über Dummheit und Vorurteile.

Martin Baltscheit wurde 1965 in Düsseldorf geboren. er studierte Kommunikationsdesign

in essen. Von 1986-1992 war er Mitglied des theaters “Junges

ensemble Düsseldorf”. er zeichnete zunächst comics, danach widmete er

sich vor allem dem schreiben und illustrieren von Bilderbüchern. außerdem

entstanden zahlreiche hörspiele und trickfilme. 2010 erhielt er den Deutschen

Jugendtheaterpreis für sein stück „Die besseren Wälder“ und 2012 wurde er

mit „nur ein tag“/“Only a Day“ (Übersetzung: David henry Wilson) zum Festival

„new Visions/new Voices“ nach Washington eingeladen. sein Bilderbuch

„Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ (s. 20) erhielt 2011 den

Deutschen Jugendliteraturpreis.

Weitere Stücke von Martin Baltscheit auf S. 17, 20, 46

„Ich bin einer der

erfolgreichsten Jäger

des Unternehmens.“

Steuermann,

lass die

Wacht!

Lee BeAgLey uND ANNA SIegROT:

Nennt mich Pip

Inspiriert durch den Roman „Moby Dick“

von Herman Melville; 1 D - 2 H (Doppelbesetzungen);

ab 8 Jahren; UA: JUP – Junges Theater

im Pferdestall, Stadttheater Bremerhaven,

14.06.2012 (Regie: lee Beagley)

Kapitän Ahab jagte Moby Dick, den weißen Wal, mit solch inbrünstiger

Besessenheit, dass er längst nicht mehr wahrnahm, wer schließlich der

Gejagte geworden war. Alles opferte er seinem Ziel: sein Schiff, seine

Mannschaft, sich selbst. Er verlor jedes Maß, jedes Mitgefühl und er

kannte keine Gnade mehr. Seinen Schiffsjungen Pip, ein Kind, trieb er in

den Wahnsinn, ehe er schließlich im letzten großen Kampf sein ganzes

Schiff, die Pequod, mit in den Abgrund riss.

150 Jahre später trifft ein Geschäftsmann am Strand auf zwei unwirkliche

Gestalten: auf Min Jong und Crazy Jane, den Koch der Pequod und

seine Geliebte, die am Strand auf ihn gewartet hatte, Jahr um Jahr. Sie

erzählen ihm eine Geschichte über die Lust am Abenteuer, über Mut, Leidenschaft

und harte Männer. Der Geschäftsmann ist fasziniert, er willigt

ein, er heuert an: endlich, aufs Meer hinaus, den Wal jagen, das Glück

jagen! Doch schnell wird die Jagd zur Gier – nach Reichtum und Erfolg.

Und das Wasser ist rot vom Blut der Wale, vom Blut der Männer, die ihr

Leben gelassen haben, denn schmutzig ist das Geschäft der Ausbeutung

von Mensch und Natur. Crazy Jane und Min Jong spinnen den Mann

von heute ein in eine alte, gewaltige Geschichte, die heutiger nicht sein

könnte. Unter einem toll gewordenen Kapitän, in einer toll gewordenen

Welt scheint es beinahe, als wäre der kleine irre Pip der Einzige, der

verstanden hätte.

lee BeaGley wurde in london geboren. Von 1978 bis 2000 arbeitete er als

Künstlerischer leiter, autor und ab und zu als schauspieler für Kaboodle Productions.

Während dieser Zeit tourte er mit mehr als 50 Produktionen durch

europa, amerika, israel und Malaysia. Für das KJt in Dortmund war er als

Künstlerischer leiter für Pottfiction, ruhr 2010 tätig. lee Beagley arbeitet für

mehrere „educational - art Projekte“ die darauf zielen, ein neues Publikum für

ein theater außerhalb konventioneller theaterräume zu begeistern.

anna sieGrOt studierte theatre Design in london. Das studium umfasste

Bühnenbild, Kostümbild, Beleuchtungsdesign und Figurenbau. seit 1999

arbeitet sie als freischaffende ausstatterin an verschiedenen Bühnen des in-

und auslands. Zudem arbeitet anna siegrot als librettistin und autorin von

theaterstücken und ist an der theaterschule esMae, Porto tätig.

Weitere Stücke von Lee Beagley und Anna Siegrot S. 43

„Ich komm zu dir!“

KIRSTeN BOIe:

Nicht chicago. Nicht hier

Für die Bühne bearbeitet von Michael Müller;

2 D - 3 H; ab 11 Jahren; UA: Theater an der Parkaue, Berlin, 12.06.2012

(Regie: Kay Wuschek)

Als Karl neu in die Klasse kommt, ist Niklas zunächst fasziniert von

ihm. Denn Karl ist cool und lässig, er raucht schon und lässt die Klassenlehrerin

gekonnt auflaufen. Doch als Niklas dann gemeinsam mit Karl

an einem Unterrichtsprojekt arbeiten soll, ändert sich die Stimmung

schlagartig. Karl nimmt sich, was ihm nicht gehört, er lügt, betrügt und

bedroht Niklas immer offensiver. Karl schreckt weder vor psychischem

Terror noch vor körperlicher Gewalt zurück, seine Ausbrüche sind unvorhersehbar

und unmotiviert. Karl ist böse und zwar ohne jeden ersichtlichen

Grund.

Niklas versucht, sich seinen Eltern und seiner Lehrerin anzuvertrauen.

Doch die glauben ihm nicht: Die Geschichten vom ‚bösen‘ Karl klingen

zu unglaubwürdig für die Erwachsenen, die gewohnt sind, an Ursache

und Wirkung, Aktion und Reaktion zu glauben. Das Irrationale passt

nicht in ihren vermeintlich so rationalen Umgang mit der Welt. Man sei

doch hier nicht „in Chicago“, wo es die sprichwörtlichen bösen Buben

gäbe. Als die Eltern ihrem Sohn endlich glauben müssen, weil sie mit

eigenen Augen sehen, wozu Karl fähig ist, da hat Niklas schon den sicheren

Boden unter den Füßen verloren. Nein, er ist nicht in Chicago,

aber hier, in seiner bekannten und vertrauten Welt, ist er auch längst

nicht mehr.

Michael Müller hat dieses bekannte und viel gelesene Buch, das bereits

1999 veröffentlicht wurde, erstmals für die Bühne dramatisiert. Die Geschichte

hat seit ihrem Erscheinen nichts an Aktualität verloren, im Gegenteil:

Schikanen, Hänseleien und ‚Mobbing‘ an Schulen sind in den

letzten Jahren immer stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt

worden.

„Ist es Schwarz-Weiß-Malerei, einen Jungen zu zeigen, der nichts als grausame

Absichten hat? Mag sein, aber die Wirklichkeit spart bisweilen auch an Farbe.

Und genau darum geht es Boie: das Fatale des Appeasements zu zeigen,

das die Eltern und auch die lehrerin in totaler Verkennung der Verhältnisse

betreiben. (...) Manchmal aber gibt es gut und Böse, Opfer und Täter, und

nichts dazwischen.“ (PATRIcK WIlDERMAnn, DER TAgESSPIEgEl)

Kirsten BOie, Jahrgang 1950, ist promovierte literaturwissenschaftlerin und

arbeitete von 1978 – 1983 als lehrerin, bevor sie zu schreiben begann. 2007

wurde sie für ihr Gesamtwerk mit dem sonderpreis des Deutschen Jugend-

literaturpreises, 2008 mit dem Großen Preis der Deutschen akademie für

Kinder- und Jugendliteratur ausgezeichnet. ihre wunderbare Mittelalter-erzählung

vom kleinen „ritter trenk“ (s. 21) wurde unlängst als animationsfilm

umgesetzt (http://www.tivi.de/fernsehen/rittertrenk/start/index.html) und

läuft auch auf deutschsprachigen Bühnen sehr erfolgreich.

Michael MÜller (geboren 1959) studierte Kunst und Politik an der Universität

hildesheim und absolvierte anschließend den aufbaustudiengang theaterpädagogik

in remscheid. seit 1991 arbeitet Michael Müller am Deutschen

schauspielhaus in hamburg, ab 2000 als Dramaturg für „Junges theater“.

Mit der neugründung des Jungen schauspielhauses hamburg 2005 wurde er

Organisationsleiter dieser sparte. Michael Müller schreibt neben Bühnenbearbeitungen

auch eigene stücke, für die er bereits vielfach ausgezeichnet wurde,

so erhielt er unter anderem den Mühlheimer KinderstückePreis 2011.

Weitere Stücke von Kirsten Boie auf S. 21

Zwei wirklich dumme gänse:Theater zwischen den Dörfern © Andreas hartmann

5


6

Nicht chicago. Nicht hier: Theater an der Parkaue © christian Brachwitz (Seite 5 )

„Das ist alles gar nicht

passiert, oder...?“

MAx eIPP uND MARK MONheIM:

Alles Isy

Für die Bühne bearbeitet von Alice Quadflieg;

2 D - 3 H; ab 14 Jahren; frei zur UA

Es könnte ein perfekter Sommer sein für Jonas, Isy, Martin, Lenny und

Nora. Die Sonne scheint, die Stimmung ist gut. Lenny ist vielleicht etwas

schräg drauf, aber er bringt Stimmung in die Clique. Nora besorgt den

Stoff aus der Apotheke ihrer Eltern. Jonas flirtet mit Isy - und Isy ist einfach

sexy. Es könnte auch die perfekte Party sein in jenem Sommer: gute

Musik, enge Tänze. Doch dann nimmt Isy ein paar Pillen zu viel und

Lenny muss mal wieder beweisen, wie abgebrüht er ist. Er vergewaltigt

die ohnmächtige Isy und fordert Martin und Jonas auf, es ihm gleich zu

tun. Jonas, der eigentlich ein netter Kerl ist und Isy aufrichtig begehrt,

verpasst den entscheidenden Moment, um Nein zu sagen. Es ist nicht so,

dass er nicht wüsste, wie ihm geschieht – doch es gerät außer Kontrolle:

der Zugzwang, die Kumpels und Isy, die ihn kurz zuvor hat abblitzen lassen...

Das ist das Ende des perfekten Sommers. Die Jungs versuchen, ihre

Tat zu verschweigen und werden einander zu misstrauischen Feinden.

Nora hat die Tat beobachtet, aber nicht verhindert und setzt ihr Wissen

jetzt möglichst gewinnbringend ein. Und Isy? Sie erinnert sich nicht -

nicht ihr Kopf, jedoch ihr Körper.

Jonas muss mit seiner Schuld leben, auch wenn er als einziger am Ende

den Mut findet, Isy alles zu beichten. Es gibt in diesem Stück bewusst

keinen offiziellen Richter, doch es gibt mindestens zwei Gerichtete.

Max eiPP wurde 1955 geboren. er ist erfolgreicher schauspieler, regisseur und

schreibt Drehbücher und theaterstücke. Für das Drehbuch zum Fernsehfilm

„Wut“ erhielt er mehrere auszeichnungen und auch auf der Bühne läuft

das stück sehr erfolgreich. im Verlag für Kindertheater erscheint bereits sein

Monolog „huck Finn“, für den er mit dem 1. Platz des hamburger Kindertheaterpreis

ausgezeichnet wurde.

MarK MOnheiM wurde 1977 in Bonn geboren, er studierte regie an der

hochschule für Film und Medien in München. seine Kurzfilme werden bei

zahlreichen internationalen Festivals gezeigt und mit wurden bereits vielfach

ausgezeichnet.

Weiteres Stück von Max Eipp auf S. 43

„Wir kriegen dich,

so wie wir bisher alle anderen

gekriegt haben!“

cORNeLIA FuNKe: geisterritter

Für die Bühne bearbeitet von Beate Heine und christina Rast;

3 D - 4 H; ab 8 Jahren; UA: Thalia Theater Hamburg, 02.11.2012,

Regie: christina Rast; (erhältlich ab Dez. 2012)

Jon Whitcroft hat es schwer. Seine Mutter und ihr neuer

Freund („der Vollbart“) schicken ihn aufs Internat

Die Geister,

die ich rief...

nach Salisbury. Dort erwarten ihn natürlich strömender

Regen, dunkle Gemäuer, enge Flure, fremde

Gesichter und ein Zimmer, das er sich mit zwei

+++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ Neue Stücke

Mitschülern teilen muss. Jon ahnt nicht, dass dies bald seine geringsten

Sorgen sein werden. Denn nachts erscheinen plötzlich drei ausgesprochen

unfreundliche Geister unter dem Fenster seines Zimmers und starren

zu ihm herauf. Sie lassen keinen Zweifel daran, dass sie Jon nach

dem Leben trachten und sie machen Jagd auf ihn. Nur Jons Mitschülerin

Ella erkennt den Ernst der Lage und mit ihrer Hilfe beschwört Jon den

alten Ritter Longspee herauf, der ihm im Kampf gegen die blutrünstigen

Verfolger beistehen soll.

Im Verlauf seines größten Abenteuers lernt Jon, dass böse Geister auch

in uns selbst lauern können und dass wir sie nur im Vertrauen auf die

Hilfe unserer Freunde überwinden können - und manchmal findet man

dabei einen Freund, wo man ihn gar nicht erwartet hätte.

„neben dem Humor, einer sehr liebevollen Figurenzeichnung, der Schilderung

der Erwachsenenwelt aus der Sicht eines 11-jährigen sowie unheimlichen,

abenteuerlichen und blutigen Kämpfen mit geistern, wird ganz nebenbei die

geschichte einer Freundschaft, die loslösung vom Elternhaus, die erste große

liebe (...) und die Suche nach einem Platz in der Welt auf dem Sprung zum

Erwachsenwerden erzählt.“ (cHRISTInA RAST)

Beate heine wurde 1964 in hamburg geboren. sie war nach abschluss ihres

studiums der theaterwissenschaft, Germanistik, Philosophie und romanistik

zunächst als autorin und Journalistin in Berlin und Paris tätig. außerdem

arbeitete sie als Dramaturgin am théâtre de Bobigny und am théâtre de

l’Odéon in Paris. ab 1998 arbeitet sie als Dramaturgin an der Volksbühne in

Berlin. nach stationen am Bremer theater und am Maxim Gorki theater Berlin

holte thomas Ostermeier sie 2002 an die schaubühne am lehniner Platz.

2005 ging sie ans schauspiel hannover. seit der spielzeit 2009/2010 ist Beate

heine Geschäftsführende Dramaturgin am thalia theater in hamburg.

christina rast, geboren in luzern/schweiz, studierte Germanistik und

Filmwissenschaft an der Universität Zürich. 2003 war sie Mitbegründerin

und regisseurin der spielstätte »bunk r!« am schauspielhaus Zürich. seither

arbeitet sie als freie regisseurin an theatern im deutschsprachigen raum.

in Zusammenarbeit mit ihrer schwester, der Bühnen- und Kostümbildnerin

Franziska rast entstanden Uraufführungen, stückentwicklungen und Klassikerinszenierungen

u.a. am schauspielhaus Zürich, luzerner theater, theater

aachen, theater rampe stuttgart, schauspielhaus Graz und am Oldenburgischen

staatstheater.

„Manche Dinge werden

besser nie gefunden.“

Der Fluch

der guten

Tat

cORNeLIA FuNKe:

Reckless. Lebendige Schatten

Für die Bühne bearbeitet von Robert Koall;

1 D - 6 H; ab 12 Jahren; UA: Staatsschauspiel Dresden,

31.10.2012, Regie: Sandra Strunz; (erhältlich ab

Dez. 2012)

Die Rote Fee rächt sich grausam für die Hilfe, die sie Jacob

Reckless gewährt hat: Jacob konnte seinen Bruder retten, doch

nun muss er dafür mit dem eigenen Leben bezahlen. Und nicht einmal

ein Hexenkraut scheint gegen den Fluch der Fee gewachsen zu sein. Jacobs

letzte Chance ist jene sagenumwobene Armbrust, die Guismund,

dem Hexenschlächter, gehört hat und mit der er ganze Armeen durch einen

einzigen Pfeil niederstrecken konnte. Sie soll, so geht das Märchen,

auch das Leben schenken können, wenn der Pfeil aus Liebe abgeschossen

würde. Aber auch Nerron, der undurchsichtige Goyl, und der König

von Lothringen machen Jagd auf diese Wunderwaffe. Es beginnt

ein dramatischer Wettlauf gegen die Zeit, gegen die Lebenszeit.

cOrnelia FUnKe ist die international erfolgreichste und bekannteste

deutsche Kinderbuchautorin. heute lebt sie in los angeles, Kalifornien,

doch ihre Karriere als autorin und illustratorin begann in hamburg. nach

einer ausbildung zur Diplom-Pädagogin und einem anschließenden

Grafik-studium arbeitete sie als freischaffende Kinderbuchillustratorin.

Da ihr die Geschichten, die sie bebilderte, nicht immer gefielen, fing sie

selbst an zu schreiben. Zu ihren großen erfolgen zählen „Drachenreiter“,

„Die Wilden hühner“ und „herr der Diebe“, mit dem sich cornelia Funke

international durchsetzte. ihre „tintenwelt“-trilogie stand weltweit

auf den Bestsellerlisten. Über 50 Bücher hat cornelia Funke mittlerweile

geschrieben, die in mehr als 40 sprachen erschienen sind. Zahlreiche titel

wurden verfilmt, viele ihrer Werke für die Bühne bearbeitet.

rOBert KOall wurde 1972 in Köln geboren. er studierte an der Freien

Universität Berlin und arbeitete von 1995 bis 1998 als assistent von

christoph schlingensief. 1998 wechselte er in die Dramaturgie des

Deutschen schauspielhauses in hamburg. Von 2000 bis 2004 war er

Dramaturg am schauspielhaus Zürich bei christoph Marthaler und

anschließend am schauspiel hannover im team von Wilfried schulz,

wo er seit 2008 als chefdramaturg tätig war. Mit Wilfried schulz

ging er 2009 ans staatsschauspiel Dresden.

Den ersten Teil „Reckless. Steinernes Fleisch“ sowie weitere Stücke

von Cornelia Funke finden Sie auf S. 18, 23f.

neue Stücke für Jugendclubs:

MORITZ SeIBeRT uND TIMO RüggeBeRg:

Wenn ich du wäre

4 D - 6 H; ab 14 Jahren

Was das ‚virtual life‘ jungen Menschen heute suggeriert, dass

jeder sein dürfe, wer und was er wolle und wo er es wolle,

sieht in der Realität ganz anders aus. Das lernt Jan spätestens,

als er den illegalen Immigranten Jeremiah kennenlernt. Und

Jan trifft eine mutige Entscheidung.

PeR NILSSON: hej Revolution!

Übersetzt von christian Tietz; 18-30 Rollen;

ab 14 Jahren; frei zur UA

In geschickten Rückblenden und im Format einer Talkshow

erzählt dieses Stück von der Gratwanderung zwischen erstrebenswerter

Kritik- und Handlungsfähigkeit einerseits und

blindem Aktionismus andererseits. Ein Thema, das Jugendliche

zu allen Zeiten beschäftigt hat und immer aktuell ist. Ein

provokantes Jugendstück des schwedischen Erfolgsautors Per

Nilsson.

mehr auf www.kindertheater.de

7


Neue Stücke

8

„Lass krachen fetz weg leg los!“

FINN-OLe heINRIch: Frerk, du Zwerg

ab 6 Jahren; frei zur UA; (erhältlich ab Jan. 2013)

Obwohl Frerk tatsächlich nur der zweitkleinste in der

Klasse ist, wird er ausschließlich „Frerk, du Zwerg“ genannt.

Kompliziertere Reime würden dem fiesen Andi

Kolumpek eh nicht einfallen. Andi ist genau genommen

sogar zu dumm, um sich darüber zu freuen, wenn ihm

eine besondere Gemeinheit gelungen ist, zum Beispiel Frerks

Gesicht in den Sand zu drücken. Gut war diese Idee allerdings ohnehin

nicht, denn bei dieser Gelegenheit findet Frerk ein geheimnisvolles Ei

im Sand. Zwar wünscht er sich viel lieber einen riesigen, gefährlichen

Wolfshund, aber ein Ei ist schon mal ein Anfang, zumal eines, dem Fell

wächst (vielleicht doch ein Hund?) und aus dem seltsam verheißungsvolles

Geklingel und Geflüster kommt. Zu Frerks großer Überraschung

schlüpfen aus diesem Ei jedoch echte Zwerge, die sofort beginnen,

Frerks Leben in größtmögliche Unordnung zu bringen. Dabei haben sie

eine Menge zu tun, denn Frerk lebt mit einer sauberkeitsfanatischen

Mutter und einem sehr braven Vater zusammen. Die Zwerge nehmen

ihre Aufgabe so unernst, wie Zwerge es nur können: Sie zerstören

Frerks ordentlichen Haarschnitt, legen sein Zimmer in Schutt, lachen

und tanzen unmotiviert und wecken so in Frerk langsam die Lust, auch

mal anders zu sein, kein schüchterner Zwerg, sondern ein Junge mit

eigenen Ideen und dem Mut, den fiesen Andi Kolumpek einfach wegzubellen,

ganz wie ein echter, großer und sehr gefährlicher Wolfshund.

Zwergen-

aufstand

nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012

Finn-Ole heinrich wurde 1982 bei hamburg geboren. nach seinem abitur in

cuxhaven und dem Zivildienst in hamburg studierte er Bildende Kunst/Film

in hannover. 2005 erscheint sein erster erzählband im mairisch Verlag, 2007

folgt der viel beachtete Debütroman „räuberhände“ (Bühnenbearbeitung

von Michael Müller in chronos theatertexte). Finn-Ole heinrich erhielt bereits

zahlreiche stipendien und Preise, war stadtschreiber in erfurt und Otterndorf.

Zusammen mit spaceman spiff hat er das audiobook „Du drehst den Kopf, ich

dreh den Kopf“ veröffentlicht. seit 2009 lebt und arbeitet er als freier autor in

hamburg (und im Zug).

neue Bearbeitungen beliebter Vorlagen:

eRIch KäSTNeR:

Das fliegende Klassenzimmer

Erstmals für die Bühne bearbeitet von Franziska Steiof, S. 28

OTFRIeD PReuSSLeR:

Die Abenteuer des starken Wanja

Für die Bühne bearbeitet von Tristan Berger, S. 37

BARBARA ROBINSON:

hilfe, die herdmanns kommen

neu bearbeitet von David gieselmann, S. 38

ANDReAS STeINhöFeL:

es ist ein elch entsprungen

Für die Bühne bearbeitet von Felicitas loewe, S. 38

neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu

„Ohne Ordnung ist

hier Wildnis.“

JuLIuS JeNSeN: edels garten

2 D - 1 H (1 Musiker); ab 6 Jahren; UA: THEATERBOX/Wilhelmsburger

Wintermärchen, 17.12.2011 (Regie: Julius Jensen)

Hund Polly und der Findling Grummel bewachen Herrn Edels Garten.

Das tun sie jeden Tag, schon sehr lange und sie nehmen ihre Aufgabe

ausgesprochen ernst. Sie halten die Beete sauber, den Weg frei und achten

darauf, dass weder Krabbelkäfer noch Wildwuchs den Garten überrollen.

Alles hat seine Ordnung, Grummel sagt an und Polly schaut nach!

Eventuell ist dieses Leben auf Dauer ein klein wenig langweilig – wo

doch die Wildnis lockt, so knapp hinterm Zaun... Als die Wanderblume

Maja sich im Garten niederlässt, gerät alles aus den Fugen. Ihre unkonventionellen

Ansichten über das wilde Leben machen Polly neugierig

und Grummel verliert zunehmend an Stand.

Am Ende herrscht dennoch Wohlgefallen in Herrn Edels Garten, denn

jeder darf stehen und wachsen wo er mag – für heute. Und morgen

könnte alles schon wieder ganz anders sein, aber daran findet selbst

Grummel langsam Gefallen, solange er in der Sonne bleiben darf.

„Die geschichte von Polly, grummel und der Wanderblume“ ist eine poetische

geschichte über Freundschaft und die Welt, die sich dauernd wandelt.“

(AngElA DIETZ, THEATERMAgAZIn gODOT)

JUliUs Jensen, in hamburg geboren, studierte dort zunächst Philosophie,

Germanistik und Medienkultur, dann theaterregie. Während des studiums

war er regieassistent am Deutschen schauspielhaus mit dem schwerpunkt

Kinder- und Jugendtheater. seit 2005 ist er als freier regisseur und autor tätig

mit inszenierungen und Projekten (u.a. auf Kampnagel und am Deutschen

schauspielhaus). 2009 hob Julius Jensen in hamburg das „Wilhelmsburger

Wintermärchen“ aus der taufe, um im sogenannten ‚sozialen Brennpunkt‘

professionelles theater zeigen zu können, in dessen entstehungsprozess Kinder

der stadtteilschulen einbezogen werden. „edels Garten“ ist bereits das dritte

stück dieses erfolgreichen theaterprojektes und das erste, das Julius Jensen

auch selbst verfasst hat.

„Kein Pflaster

für Träume…“

Ärger im

Paradies

Tausche

Knickerbocker

gegen Jeans

eRIch KäSTNeR/VOLKeR LuDWIg:

Pünktchen trifft Anton

5 D - 6 H (Doppelbesetzung); ab 8 Jahren; mit Musik von Wolfgang

Böhmer; UA: gRIPS Theater Berlin, 26.11.2011 (Regie: Frank Panhans)

In Berlin geschehen erstaunliche Dinge: Ein reiches Mädchen bettelt am

Bahnhof Friedrichstraße – und ein armer Junge bringt einen Verbrecher

zu Fall. Volker Ludwigs Neufassung von Kästners Klassiker über eine

wunderbare Kinderfreundschaft spielt hier und heute, zwischen Wohlstandsverwahrlosung

und Armut, mitten unter uns...

1931 schrieb Erich Kästner mit »Pünktchen und Anton« während der

Weltwirtschaftskrise einen der ersten realistischen Großstadt-Romane

für Kinder. Zwei seelisch unbehauste Kinder stürzen sich – unbemerkt

von ihren ahnungslosen Eltern – kopfüber in die Abenteuer der großen

Stadt Berlin. In der Version von Volker Ludwig erscheint diese Geschichte

aktueller denn je. Es geht um die Frage der Gerechtigkeit aus der Sicht

von Kindern, in einer Welt, in der die Schere zwischen Arm und Reich

immer eklatanter auseinandergeht.

„’Pünktchen trifft Anton’ hat [Volker ludwig] seine Fassung genannt. Die geht

schön eigenwillig mit dem Original um, lässt aber zu jeder Sekunde das Kästnersche

Herz schlagen...“ (DER TAgESSPIEgEl, PATRIcK WIlDERMAnn, 27.11.2011)

erich Kästner, geboren 1899 in Dresden, war satirischer schriftsteller,

Dramatiker, Kabarettist, Feuilletonist und bedeutender Kinderbuchautor. 1928

erschien das erste der beiden Bücher, die ihn auf einen schlag weltberühmt

gemacht haben: der Gedichtband „herz auf taille“. ein Jahr später folgte das

Kinderbuch „emil und die Detektive“. Bis 1933 erschienen zahlreiche Bücher,

die seinen erfolg festigten. im nationalsozialismus wurden seine Bücher

verbrannt und erich Kästner erhielt Publikationsverbot. nach dem ende des

Krieges leitete Kästner das Feuilleton der „neuen Zeitung“ und gründete das

Kabarett „Die schaubude“. allmählich begann er wieder Bücher zu schreiben,

zunehmend für Kinder. Mehrere literarische auszeichnungen (u. a. Georg-

Büchner-Preis, 1957; hans-christian-andersen-Medaille, 1960) unterstreichen

seine literarische Bedeutung. am 29. Juli 1974 starb erich Kästner in München.

VOlKer lUDWiG wurde 1937 als eckart hachfeld geboren. er studierte Germanistik

und Kunstgeschichte in Berlin und München. seit 1962 arbeitet Volker

ludwig als Dramatiker, songtexter und autor für Kabarett und Fernsehen.

1965 gründete er das reichskabarett Berlin und 1966 das theater für Kinder

im reichskabarett, das seit 1972 GriPs theater heißt. Bis heute hat ludwig

als intendant des GriPs theaters über 30 stücke für Kinder, Jugendliche und

erwachsene geschrieben. seit 1979 ist er Pen Mitglied und erhielt diverse

auszeichnungen, u. a. den Deutschen Kulturpreis der stiftung Kulturförderung,

den Mühlheimer Dramatikerpreis, die carl-von-Ossietzky-Medaille, den

assiteJ international ehrenpräsidentenpreis sowie das Bundesverdienstkreuz.

„So ein großer

Junge wie du wird doch

wohl lernen können,

wie man sich von Ast zu Ast

male

model – role

model?

gummi T: vierhuff produktionen © Andreas hartmann

schwingt.“

OLe LuND KIRKegAARD: gummi-T.

Für die Bühne bearbeitet nach dem Kinderbuch

„gummi-Tarzan“ von gero Vierhuff; 4 H;

ab 6 Jahren; UA: vierhuff produktionen, Hamburg,

20.04.2012 (Regie: gero Vierhuff)

Wie sollte ein richtiger Junge sein? Groß und stark, mit vielen Muskeln,

großer Klappe und ohne Furcht? Ein richtiger Tarzan eben, der sich locker

von Ast zu Ast schwingen kann?

Doch so ist Ivan Olsen ganz und gar nicht. Ivan ist schmächtig und

schüchtern. Er will auch nicht auf Bäume klettern, wie sein Vater es von

einem ‚richtigen Sohn‘ erwarten würde. Er kann nicht gut lesen und

schon gar nicht weitspucken. Und so beginnt sein Tag meistens mit einer

peinlichen Portion Hosenwasser, das ihm die großen Jungs im Schulklo

verpassen. Doch eines Tages trifft Ivan eine richtige Hexe, die ihm

einen Wunsch erfüllt: Einen Tag lang soll Ivan alles können, was ihm

sonst nicht gelingt. Und diesen Tag genießt Ivan in vollen Zügen - er liest

vor der Klasse aus dem größten Buch der Welt, spuckt weiter als alle anderen,

gewinnt ein Fahrradrennen und schießt sogar das entscheidende

Tor bei einem wichtigen Fußballmatch. Vor allem kann er seinem Vater

mal so richtig zeigen, wie es ist, wenn man ständig zu etwas gezwungen

9


Neue Stücke neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ Neue Stücke

10

wird, vor dem man Angst hat. Doch als Ivan am nächsten Tag aufwacht,

ist leider alles wieder ganz genau wie vorher - und natürlich warten am

Schultor schon die großen Jungs auf ihn.

„Gummi-T.“ ist ein Stück über Rollenbilder, vor allem über ein Männlicheitsideal,

das für Jungs wie Ivan keinen Raum lässt. Es gibt kein

ungeschmälertes Happy-End für Ivan - weder haben die großen Jungs

etwas dazugelernt noch Ivans Vater, der ihm gleich ein neues Buch - „Die

Rückkehr von Tarzan“ - aufdrängt. Ivan selbst aber hat einen Tag lang

erlebt, wie es ist, alles zu können. Das wird er ebensowenig vergessen

wie das Hosenwasser – und so bleibt zu hoffen, dass Ivan seinen ganz

eigenen Weg finden kann, auch ohne Ideale und Idole. Denn keiner ist

doch wie der andere.

In Dänemark gilt das Kinderbuch „Gummi-Tarzan“ als moderner Klassiker

und wurde 1981 verfilmt.

Ole lUnD KirKeGaarD wurde 1940 im dänischen Århus geboren. er arbeitete

als lehrer und schrieb eine reihe von Kinderbüchern, die rasch sehr erfolgreich

wurden. sie sind so witzig wie klug und schildern die Welt am liebsten mit den

augen eines Kindes, das sich von großen Jungs und gemeinen erwachsenen

nicht unterkriegen lässt. Kirkegaard, der seine Bücher auch illustrierte, starb

1979. (Quelle: s. Fischer Verlag)

GerO VierhUFF, Jahrgang 1972, studierte angewandte Kulturwissenschaften

und ästhetische Praxis an der Universität hildesheim. er führt regie an

zahlreichen deutschen theatern (Deutsches theater Göttingen, staatstheater

Kassel u.a.). Daneben produziert und inszeniert er regelmäßig stücke für

erwachsene und junges Publikum in der freien theaterszene in niedersachsen

und hamburg, für die er zahlreiche Preise gewann. 2006 und 2007 war

er künstlerischer leiter beim Kaltstart theater-Festival im haus iii&70 in

hamburg.

„Betreten der

Grünfläche verboten.“

Mach dir

die Welt wie

sie dir

gefällt!

KAReN KöhLeR: Betonherz

1 D - 3 H; ab 10 Jahren; frei zur UA

Marthe, Zange und Bo wohnen auf dem ‚Affenfelsen‘, so

nennen sie abschätzig ihre Plattenbausiedlung aus grauem

Beton. Nichts los hier – und daran sei auch nichts zu ändern,

sagen sie. Denn alle Versuche, das Gelände wohnlicher zu

gestalten, endeten bislang doch nur in nächtlichem Vandalismus. Also

schlagen sie die Zeit tot, so gut es eben geht. Doch dann kommt eines

Tages Nikolai, der nach dem Tod seiner Eltern bei seiner Tante auf dem

‚Affenfelsen‘ leben muss. Nikolai ist anders, in einem fast blinden und

unbeirrbaren Optimismus will er aus jeder Situation etwas Gutes entstehen

lassen. Nikolai sieht unter dem Grau schon das Grün. Hartnäckig

und begeisterungsfähig überredet er die drei dazu, ein Sommerfest zu

veranstalten, mit Musik und Live-Darbietungen, mit Döner, Lampions

und allen Nachbarn. Während die Kinder eine Bühne zusammenschrauben,

Herzen in den Maschendrahtzaun schneiden und ihre Songs einüben,

scheint es für einen Moment, als könnten sie gemeinsam tatsächlich

über die Schwere und Enge der Siedlung hinauswachsen. Doch ein

Fausthieb beendet das Fest, noch ehe es richtig beginnen kann.

In klaren und behutsamen Dialogen erschafft Karen Köhler vielschichtige

Charaktere. Nicht nur die Vergangenheit und Gegenwart der Kinder

stellt sich auf der Bühne ein, sondern wir können uns auch ihre Zukunft

vorstellen. Wir erleben in diesem Stück, was aus ihnen werden

würde, wenn auf dem ‚Affenfelsen‘ auch weiterhin alles ‚beim Alten‘

bliebe. Spürbar wird aber auch, welche Möglichkeiten ihnen Nicolai -

der Andere, der Nicht-Identische - eröffnet: Wenn sie am Ende zu einer

Versöhnung fänden, dann könnten sie einander in diesem schwierigen

Leben Hilfe sein.

Karen Köhler, geb. 1974, studierte schauspiel an der hochschule für Musik

und theater Bern; es folgten Festengagements an verschiedenen theatern

im deutschsprachigen raum. seit 2008 ist sie wieder in ihrer heimatstadt

und arbeitet freiberuflich als schauspielerin und autorin. Karen Köhler schreibt

Dramen und Prosa und ist seit Juli 2010 Mitglied im Forum hamburger autoren.

Ein weiteres Stück von Karen Köhler auf S. 28

„Aber wie das fast immer

so ist, wenn man verliebt ist, gibt

es da ein kleines Problem.“

DANIeLA KuLOT:

ein kleines Krokodil mit ziemlich viel gefühl

Das kleine Krokodil und die große Liebe

Krokodil und giraffe – eine ganz normale Familie

Krokodil und giraffe – ein richtig echtes Liebespaar

Alle Bilderbücher zur individuellen Dramatisierung; ab 4 Jahren;

UA: Junges Theater Augsburg, 12.02.2012 (Regie: christina Bründler)

Das Krokodil ist bis über beide Ohren verliebt - das ist ja auch keine

große Kunst, denn die sitzen bei ihm ganz knapp hinter seinem sehr

kurzen Hals. Etwas anders sieht das aus bei Giraffe, der Dame seines

Herzens, die ihn - aufgrund der ganz anderen Perspektive - leider

ständig übersieht. Doch Krokodil gibt nicht auf und

mit erfinderischer Beharrlichkeit kommt er zum Ziel:

Bis über

beide Hälse

verliebt

Die unterschiedlichen Partner werden ein echtes Liebespaar.

Und daran ist überhaupt nichts seltsam, finden

sie - nur die Mitwelt reagiert seltsam ablehnend

auf sie, zum Beispiel im Kroko-Kino, wo Giraffe zu stören

scheint...

Eine Liebe über die Größengrenzen hinweg und eine liebevolle Erzählung

über Unterschiede, Gemeinsamkeiten und die Möglichkeit, beides

zu vereinen, ohne einander gleichmachen zu müssen.

Daniela KUlOt, 1966 im oberbayerischen schongau geboren, hat schon seit

frühester Kindheit auf allem gemalt und gezeichnet, was ihr in die Finger kam.

Die vielen Bilderbücher, die sie damals von ihrer tante e. bekam, weckten in ihr

den Wunsch: „Das will ich auch machen.“ an der Fh augsburg, wo sie später

Gestaltung studierte, hieß es: „Bilderbücher will hier jeder machen, vergiss

es!“ Jetzt lebt und arbeitet sie in augsburg, und macht Bilderbücher, die durch

ihren fröhlichen und eigenwilligen humor unverwechselbar sind.

NEW!

You will find a list of available international

rights on www.kindertheater/foreignrights.de

Wie viele

Wörter braucht

eine Liebes-

erklärung?

„Nochmal...“

AgNèS De LeSTRADe uND

VALeRIA DOcAMPO:

Die große Wörterfabrik

Zur individuellen Dramatisierung; ab 6 Jahren; UA: Theater

Fayoum in Kooperation mit dem FFT Düsseldorf und dem FITZ Stuttgart,

21.04.2012 (Regie: Oliver S. El-Fayoumy)

Im Land der großen Wörterfabrik werden die Wörter industriell gefertigt

und verlassen als teure Waren die Fabrikhallen. Und weil leider nicht alle

Menschen das nötige Geld haben, um sich wortreiche Sätze oder gar Geschichten

zu kaufen, wird in diesem Land überhaupt sehr wenig gesprochen.

Wer gar kein Geld hat, der durchsucht die Abfalleimer nach weggeworfenen

Wörtern. Aber natürlich findet sich dort nur Wertloses wie

„Hundekacka“ oder „Hasenpipi“. Auch im Schlussverkauf sieht es nicht

viel besser aus: Denn wann kann man schon „Bauchredner“ oder „Zierhasel“

gebrauchen? Manchmal fliegen ein paar Wörter durch die Luft und

die Kinder fangen sie mit Schmetterlingsnetzen. Auf diese Weise hat

Paul „Kirsche“, „Staub“ und „Stuhl“ gefangen. Drei Wörter, die er Marie

zum Geburtstag schenken will. Eigentlich würde er ihr gerne sagen, dass

er sie sehr lieb hat. Aber dafür hat er leider nicht genug im Sparschwein.

Dumm nur, dass auch Oskar in Marie verliebt ist! Oskars Papa hat nämlich

schrecklich viel Geld und daher kann Oskar Marie auch eine famose

Liebeserklärung mit mehreren ganzen Sätzen machen – die kostet ein

Vermögen! Das ist niederschmetternd. Doch Paul nimmt seinen ganzen

Mut zusammen und flüstert Marie seine drei kleinen Wörter zu. Marie

hat gar keine Wörter, aber sie gibt Paul einen sanften Kuss auf die Wange.

„Eine Geschichte, die vom Wert der Wörter erzählt.“ (DIE ZEIT) Die davon

erzählt, wie wir Sprache und Wörter gebrauchen, wie wir mit ihrer

Hilfe Sinn bilden im zwischenmenschlichen Dialog. Obgleich die Zeichen

an sich willkürlich sind, gewinnen sie Bedeutung, wenn wir sie redend

auf ein Gegenüber beziehen oder mit ihnen ein Gefühl verbinden.

Dann können wir sogar mit „Kirsche“, „Staub“ und „Stuhl“ den ganzen

Raum zwischen uns und einem geliebten Menschen füllen: „Wer liebt,

kann zaubern.“ (DIE ZEIT)

Wenn aGnès De lestraDe gerade nicht schreibt, liest, träumt oder eine tasse

tee trinkt, erfindet sie Gesellschaftsspiele und lieder, die sie gerne mit ihren

zwei Kindern ausprobiert. seit ihrem Debüt 2003 erschienen von agnès de

lestrade bereits über 20 Bücher in französischer sprache.

Die inspiration für ihre illustrationen findet Valeria DOcaMPO im alltag: der

Blick eines hundes, das rauschen des regens im herbst oder der Duft des Frühstücks.

Geboren wurde sie in Buenos aires, argentinien, wo sie auch ihr Diplom

in Grafikdesign und visueller Kommunikation machte. seit 2003 widmet sie

sich ganz der illustration für Kinderbücher, immer auf der suche nach neuen

grafischen techniken.

„Erst einmal werde ich mir eine

Knackwurst genehmigen…“

PAuL MAAR: Sams im glück

Für die Bühne bearbeitet von Rainer Bielfeldt (mit Songtexten!), nach

dem Drehbuch von Paul Maar und Ulrich limmer; 2 D - 4 H; ab 5 Jahren;

UA: Junges Theater Bonn, 27.10.2012 (Regie: lajos Wenzel)

Seit 10 Jahren lebt das Sams nun schon in der Familie Taschenbier, das

muss gefeiert werden! Und das Glück scheint perfekt, als Herr Taschenbier

auch noch verkünden kann, dass seine Regenschirm-Fabrikationsmaschine

endlich einwandfrei funktioniert und er seine Stelle in der

Firma Oberstein sofort kündigen wird. Doch das Kündigungsgespräch

läuft ein bisschen anders als geplant,

Herr Taschenbier ist ganz gegen seine sonstige Gewohnheit

irgendwie aufsässig und geradezu renitent. Nachts

bekommt er immer häufiger einen Heißhunger auf Knackwürstchen

und als er auch noch einen Bus kapert und mit 80 Sachen

durch die Stadt rast, da kann das Sams es nicht mehr länger leugnen:

Herr Taschenbier wird zum Sams! Das passiert leider immer, wenn ein

Sams länger als 10 Jahre bei einem Menschen lebt. Nur wenn das Sams

ins Samsland zurückkehren würde, dann könnte Herr Taschenbier wieder

er selbst werden. Als schließlich auch noch Frau Taschenbier von der

unheilvollen Verwandlung ergriffen wird, trifft das Sams eine schwere

Entscheidung.

rainer BielFelDt wurde 1964 in hamburg geboren und studierte dort an

der Musikhochschule. er arbeitete anschließend als musikalischer leiter an

verschiedenen theatern, stand aber schon damals gerne als solokünstler

und liedbegleiter auf der Bühne. 1991 hoben tim Fischer und er gemeinsam

den chanson-abend „Zarah ohne Kleid“ aus der taufe und traten lange

Jahre gemeinsam auf. er schrieb zahlreiche eigene Programme, produzierte

als solokünstler 4 cDs und komponierte u.a. für die Komische Oper Berlin

Bühnenmusiken. 1990 schrieb rainer Bielfeldt zusammen mit dem autor

Paul Maar seinen ersten Kindermusical-hit „eine Woche voller samstage“.

Viele erfolgreiche Musicals für Kinder folgten. rainer Bielfeldt unterrichtet

an der renommierten „hochschule für schauspielkunst ernst Busch“ in Berlin

liedinterpretation und ist Gastdozent bei der von edith Jeske gegründeten

und geleiteten „celler schule“.

PAuL MAAR uND

chRISTIAN SchIDLOWSKy:

ein Sams zuviel

2 D - 3 H; ab 6 Jahren; UA: Fränkisches Theater

doppelt

hält besser?

Schloß Maßbach in Kooperation mit dem

Stadttheater Fürth, 19.11.2011 (Regie: christian

Schidlowsky)

Durch einen ungenauen Wunsch von Herrn Taschenbier

taucht auf einmal ein zweites Sams auf! Es ist ganz

anders als das von Herrn Taschenbier – kein Wunder, denn es ist das

Sams von Frau Rotkohl und damit ihr genaues Gegenteil: Es ist überaus

liebenswürdig, kuschelt gerne und lispelt ein wenig. Und überdies ist es

auch noch Vegetarier und mag keine Würstchen! Alle finden es unglaublich

süß und niedlich und keiner interessiert sich mehr für das „erstgeborene“

Sams. Also beschließt Taschenbiers Sams, den Konkurrenten mit

allen Mitteln auszuschalten, denn hier ist eindeutig „ein Sams zuviel“!

christian schiDlOWsKy wurde 1965 in Dinslaken am niederrhein geboren.

Während seiner ausbildung zum schauspieler und sprecher studierte er in

erlangen theaterwissenschaft und Pädagogik. in nürnberg gründete er das

theater Pfütze und leitete es vierzehn Jahre lang als hausregisseur und -autor.

Dabei entstanden die ersten gemeinsamen stücke mit Paul Maar. seit anfang

2000 arbeitet christian schidlowsky freiberuflich als regisseur, autor und ausbilder.

in den letzten Jahren hatte er am Fränkischen theater schloss Maßbach

mit seinen Uraufführungen für Kinder großen erfolg (u.a. „sams in Gefahr“,

„Klaras engel“, „Peer und Gynt“).

Weitere Stücke und eine Biographie von Paul Maar ab S. 32

Das Sams

ist zurück:

Ein Glück!

11


Neue Stücke neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ Neue Stücke

12

„Was ich mal fragen

wollte: Wie viel spendet ihr

eigentlich jeden Monat für

Rettet die Tiere?“

SALAh NAOuRA: Matti und Sami und

die drei größten Fehler des universums

Zur individuellen Dramatisierung; ab 8 Jahren; UA: Junges Staatstheater

Karlsruhe 22.09.2012 (Regie: Ulrike Stöck)

Als die Zeitung am 1. April auf der ersten Seite groß ankündigt, dass der

Delphin ‚Swisher’ in den hiesigen Ententeich verbracht werden soll, beginnt

für Matti eine Kette von Ereignissen, denen er, obgleich

er sie durchaus mit zu verantworten hat, kaum noch Herr

werden kann. Dass nämlich die Zeitung so schamlos lügen

darf, dass mithin auch seine Eltern beileibe nicht

immer die Wahrheit sagen, das verwirrt den Jungen so

sehr, dass er sich gezwungen sieht, diese großen Fehler

des Universums selbst zu beheben. Während die kleinen

Lügen durch verhältnismäßig klein angelegte Gegenmaßnahmen

korrigiert werden können, wird es komplizierter, als sein Vater behauptet,

er hätte einen guten neuen Job bekommen und dazu noch ein

großes Haus am See. Und das nur, um vor Onkel Jussi anzugeben! Aber

Matti erzählt es gleich am nächsten Tag stolz in seiner ganzen Klasse herum.

Dass er dann nicht mehr genau weiß, wie er aus dieser Geschichte

unbeschadet wieder herauskommen kann, ist sehr gut nachvollziehbar.

Es ist also überhaupt nicht nur seine Schuld, dass er das Glücksspiellos

seiner Mutter fälschen muss um behaupten zu können, sie hätten ein

Traumhaus in Finnland – an einem See! – gewonnen. Er kann ja nicht

ahnen, dass seine Eltern sofort alle Zelte abbrechen, Job und Wohnung

kündigen und in den Flieger nach Finnland steigen. Irgendwann und

irgendwie hat er einfach den Zeitpunkt verpasst, die Wahrheit zu sagen.

Am Ende jedoch geschieht ein Wunder nach dem anderen und das Universum

ist mit einem Mal einfach vollkommen perfekt.

Lügen

haben lange

Beine und

enden in

Finnland

Aus der Jurybegründung für den lUcHS: „Das macht gute Komödienschreiber

aus: Sie erzählen eine ernste und manchmal traurige geschichte so, dass man

trotzdem lachen muss. (...) Dabei denkt sich (Salah naoura) nicht nur überraschende,

komische Situationen aus und schreibt witzige, pointierte Dialoge;

genauso wichtig ist, dass er wunderbar schrullige Figuren schafft.“

ausgezeichnet mit dem Peter härtling Preis der stadt Weinheim 2011

und dem lUchs Kinder- und Jugendbuchpreis 2011 und nominiert für

den Deutschen Jugendliteraturpreis 2012

salah naOUra, geboren 1964, studierte Deutsch und schwedisch in Berlin

und stockholm und arbeitete danach zunächst zwei Jahre als lektor in einem

Kinderbuchverlag. seit 1995 ist er freier Übersetzer und autor. er übersetzte

zahlreiche Kinder-, Jugend- und sachbücher und veröffentlichte eigene

Kinderromane, erstlesebücher, Gedichte und Geschichten für Kinder. Demnächst

erscheint im Verlag für Kindertheater auch eine Dramatisierung seiner

ungewöhnlichen Weihnachtsgeschichte „herr rot in not“.

NEW!

You will find a list of available international

rights on www.kindertheater/foreignrights.de

Wer A sagt,

muss nicht B

sagen

„Ich denk gar

nicht dran.“

ALIce QuADFLIeg: Aus der Reihe

3 Darsteller; ab 4 Jahren; frei zur UA

A, B und C sind sich einig: Zuerst wird gearbeitet, dann gegessen und anschließend

ein Mittagsschlaf gehalten. Das machen sie alle zusammen,

immer schon und daran soll sich auch nichts ändern. Denn solange sich

jeder an die Regeln hält, ist die Welt in Ordnung. Doch dann findet C

eine Mütze und will sie behalten. Das missfällt A und B sagt, wenn C

die Mütze bekommt, dann wolle er keinen Mittagsschlaf mehr halten

müssen und schon ist die schöne Eintracht dahin.

Dass man auch mal eigene Wünsche und Ansichten haben darf, das lernen

A, B und C in diesem Stück auf spielerische Weise. Sie erkennen,

dass man dadurch zu einem einzigartigen Individuum wird – und dass

man dann erst glücklich miteinander leben kann.

alice QUaDFlieG absolvierte 2004 das studium der schauspiel-Dramaturgie

an der ludwigs-Maximilian-Universität München / Bayerischen theaterakademie

august everding. Während des studiums arbeitete sie im prot, dem

theater des freien Künstlers alexeij sagerer. nach ihrem abschluss folgten

engagements an der landesbühne niedersachsen nord in Wilhelmshaven und

später am nationaltheater Mannheim. seit der spielzeit 2009/2010 ist alice

Quadflieg freiberuflich tätig und lebt in Berlin.

Ein

Unterschied

wie Tag und

Nacht?

„Ich glaube, Sie

werden den Tag

mögen.“

ALIce QuADFLIeg: guten Tag, liebe Nacht

1 D - 1 H; ab 3 Jahren; UA: Kresch Theater, Krefeld, 07.11.2011

(Regie: Anna Brass)

Herr Tag mag es gerne hell und licht, er mag den blauen Himmel und

die bunten Blumen. Er erkennt alle Vögel an ihrem Gesang und er denkt

sich gerne abenteuerliche Geschichten aus, in denen er ein Held wäre.

Nur vor einem fürchtet sich Herr Tag sehr: vor der Dunkelheit. Wenn

die Sonne versinkt, dann sind plötzlich so viele seltsame Schatten um

ihn herum, er stolpert über seine eigenen Füße und ihm ist ganz und gar

nicht mehr heldenhaft zumute. Doch heute hört er im Dunkeln plötzlich

eine freundliche Stimme – Frau Nacht singt ein Maienlied! Und sie

zeigt ihm, dass auch im Mondlicht die Welt schön aussehen kann, dass

selbst die dunkle Nacht glänzen kann und viele Geräusche kennt, vor denen

man sich nicht fürchten muss. Und dann hören Herr Tag und Frau

Nacht sogar die Nachtigall singen.

Eine phantasievolle und lautmalerische Reise durch Licht und Dunkelheit.

Weitere Stücke von Alice Quadflieg auf S. 6, 35, 39

Seemanns-

garn, ahoi!

„Reich mir für heute

die Hand und für

immer das Meer.“

chRISTIANe RIcheRS: Für immer das Meer

Mit Musik von Axel Pätz; 1 D - 1 H; ab 8 Jahren; UA: Theater am Strom,

Februar 2011 (Regie: Marcel Weinand)

Heinrich Boysen ist leidenschaftlich gerne zur See gefahren! Und nun,

da er alt und gebrechlich geworden ist, lebt er nur noch in seinen Erinnerungen

an die Schiffe, auf denen er fuhr, an die tosende See, an die Segel

im Wind und vor allem an seine Piratin, die er über Wogen und Wellen

hinweg geliebt hat. Mit ihr hat er sagenhafte Abenteuer bestanden,

hat er ein wildes, unstetes Leben geführt – so erzählt er. Und nur noch

einmal möchte er auf große Fahrt gehen, möchte sie suchen und wiederfinden,

seine Piratenbraut, die besser, schöner und gefährlicher war

als alle! Dafür soll ihm seine Pflegerin Margarethe den nötigen Proviant

besorgen, gleich säckeweise Rosinen und Mehl. Die abgeklärte Margarethe

weiß zunächst gar nicht wie ihr geschieht, als sie immer tiefer in

Heinrichs wildes Seemannsgarn eingesponnen wird. Doch langsam entdeckt

sie ganz neue Seiten an sich. Je länger sie Heinrich zuhört, umso

mehr findet sie plötzlich wieder Gefallen am Abenteuer des Lebens und

so setzt auch sie am Ende noch einmal die Segel.

Christiane Richers zeigt, dass junge und alte Menschen die gleichen

Träume haben und einander darin verstehen können. Egal wie alt wir

auch sind, wir können immer neu mit Zuversicht und Phantasie aufbrechen,

auch wenn wir nicht wissen, wohin der Wind uns treiben wird.

christiane richers, geboren in hamburg, arbeitete lange Jahre in den

Bereichen Dramaturgie, regie und theaterpädagogik an verschiedenen theatern.

seit 1989 inszeniert sie zahlreiche Kinder- und Jugendtheaterproduktionen,

die regelmäßig zu nationalen und internationalen Festivals eingeladen

werden. 1998 wird sie erste Vorsitzende des KitZsZ e.V., dem Zusammenschluss

der freien hamburger Kindertheater, im Jahr 2000 gründet sie das theater am

strom. ihre erste auftragsarbeit als theaterautorin erhält christiane richers

2007 durch das thalia theater, hamburg. als regisseurin und freie Produzentin

arbeitet und lebt sie derzeit in hamburg.

guten Tag, liebe Nacht: KReSchtheater Krefeld © Thomas Weinmann

Der vielfach preisgekrönte Kabarettist und chansonier axel PätZ ist stammgast

in den namhaften satiresendungen des Deutschen Fernsehens (satire Gipfel,

Mitternachtsspitzen, Ottis schlachthof). Daneben ist er seit vielen Jahren

mit der hamburger Kinder- und Jugendtheaterszene verbunden. Gemeinsam

mit christiane richers entstanden zahlreiche Produktionen, für die axel Pätz

Musik und lieder schrieb.

„It’s now or never!“

JANA ScheeReR: Mein innerer elvis

Für die Bühne bearbeitet von nicola Bongard; 3 D - 3 H;

ab 13 Jahren; UA: Junges Theater am Deutschen Theater

göttingen, 08.10.2011 (Regie: Joachim von Burchardt)

Antje Schröder ist 15 und hört am liebsten Elvis. Sie ist außerdem überzeugt

davon, dass Elvis noch lebt und ihr größter Wunsch wäre es, im

Urlaub nach Memphis zu fahren. Doch ihre Familie möchte lieber nach

Pittsburg, um dort Nelly abzuholen, die ehemalige Austauschschülerin,

mit der Antje in tiefer, gegenseitiger Abneigung verbunden ist. Nelly

nutzt die erstbeste Gelegenheit, um sich aus dem Staub zu machen und

während Familie Schröder sie noch hektisch sucht, fasst auch Antje einen

Entschluss: Sie wird beim Elvis-Contest am 16. August antreten! Sie

holt Nelly ein und gemeinsam schnorren sie sich tatsächlich durch bis

Graceland.

Bis hierhin wäre „Mein innerer Elvis“ ein humorvolles Roadmovie für

die Bühne mit skurrilen Figuren, einem imaginären Elvis und der Gelegenheit,

mal wieder die Hits des King zu hören. Doch die Reise der

beiden Mädchen ist auch ein Weg zur Selbstaufklärung. Antje sieht

sich plötzlich im Spiegel der Anderen und sieht ihrerseits mit neuem

Blick auf ihre Mitmenschen. Sie beginnt, sich mit Nelly zu vergleichen

und der Vergleich scheint nicht günstig auszufallen: sie findet sich zu

dick, zu unansehnlich, sie hat eigentlich keine Freunde und ihre Eltern

streiten sich ein bisschen zu häufig. Mit jeder Erkenntnis aber, mit jeder

Aufgabe, die sich den Mädchen auf ihrer Reise stellt und jeder neuen

Begegnung, lernt Antje zu unterscheiden, was ihr wichtig ist im Leben,

wie sie sein möchte und worauf sie gerne verzichten kann. Am Ende, in

Graceland, ist Antje auch bei sich angekommen: Elvis lebt! Antje auch!

„Und das alles mit einem so präzisen Maß aus Witz und Ernsthaftigkeit,

dass es nie zur einen oder anderen Seite kippt. Ein grandioses Stück!“

(göTTIngER TAgBlATT)

Jana scheerer, geboren 1978 in Bochum, lebt in Berlin. nach ihrem studium

der Germanistik, amerikanistik und Medienwissenschaft arbeitet sie jetzt

als akademische Mitarbeiterin am institut für Germanistik der Universität

Potsdam. sie war stipendiatin der autorenwerkstatt Prosa des literarischen

colloquiums Berlin und wurde 2004 für ihr erstes Buch „Mein Vater, sein

schwein und ich“ mit dem literaturpreis Prenzlauer Berg ausgezeichnet.

nicOla BOnGarD studierte Kulturpädagogik, Kulturwissenschaften und

ästhetische Praxis mit den schwerpunkten Film, literatur und Kunst in hildesheim.

nach verschiedenen anstellungen in der Kulturszene niedersachsens

und als Kulturrezensentin begann sie 1999 ihre selbständige künstlerische

arbeit als Dramaturgin, regisseurin, Bildende Künstlerin und autorin für

die theater- und Kunstgruppen cUltUra, r.a.M., theater M21, theater

»fensterzurstadt«, Kodak Moments, JUnGe aKteUre/Bremen, theater Matz

für Kinder und die mit Jan exner gegründete hörspiel-Gruppe »pepperworthproduktionen«.

seit 2008 ist sie Dramaturgin für das junge schauspiel am

Dt in Göttingen.

13


Neue Stücke neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ Neue Stücke

14

„Ich will überhaupt

kein Gitter! Weder aus Gold

noch aus sonst was!“

STeFAN SchROeDeR:

Vom König, der auszog

1 Schauspieler(in); ab 4 Jahren; frei zur UA

Der König lebt in einem großen, formidablen Königsschloss mit vielen

Zimmern, vielen Türmen, großen Fenstern, goldenen Türklinken. Er bekommt

jeden Tag sein Lieblingsessen und wird überhaupt von vorne

bis hinten verwöhnt. Es fehlt ihm an nichts. Doch eines Tages entdeckt

er, dass ein goldenes Schloss auch ein goldener Käfig sein kann und es

drängt ihn hinaus in die Welt. Schon bald stellt er allerdings fest, dass

seine wichtige Krone jenseits des goldenen Tors nichts mehr wert ist,

dass er sich plötzlich überhaupt nicht mehr auskennt und sich recht alleine

fühlt. Auf seinem langen und abenteuerlichen Weg trifft er Verführer

und Blender, aber auch Helfer. Er muss lernen selbst zu entscheiden,

welcher Stimme und welchem Weg er folgen will. Er macht Fehler und

muss Rückschläge in Kauf nehmen, aber manchmal ist auch ganz einfach

das Glück auf seiner Seite. Und der König findet einen Freund fürs

Leben - oder für einen Augenblick, der wie ein ganzes Leben scheinen

kann. Als er schließlich in sein Schloss zurückkehrt, ist er nicht nur älter

und klüger, sondern er ist bereit, die Krone an den nächsten jungen

König weiterzureichen.

Als Stellvertreter für das aufwachsende Kind, das es drängt, die Welt

jenseits seines Spielzimmers kennen zu lernen, durchlebt der König das

Abenteuer eines ganzen Lebens. Stefan Schroeder erzählt von dieser

Reise in wunderbar poetischen Worten, er findet starke assoziative

Bilder für die Unwägbarkeiten und Überraschungen

des Lebens. Nichts ist auf diesem Weg vorgezeichnet, das

„His Majesty,

the baby!“

Königskind und der Zuschauer stehen vor der gleichen

Aufgabe.

steFan schrOeDer, 1977 in hagen geboren, studierte theaterwissenschaft,

anglistik und Germanistik in Bochum. Während

des studiums war er an verschiedenen theatern der freien szene als autor,

regisseur und Darsteller aktiv. er führte regie am Wuppertaler Kinder- und

Jugendtheater und war von 2001 bis 2010 chefdramaturg am schauspiel Dortmund.

seit 2006 lehrt er zudem an der Fakultät für Kulturwissenschaften der

Universität Dortmund und widmet sich daneben nun ganz dem schreiben.

Weitere Stücke von Stefan Schroeder auf den Seiten 21, 32, 45, 51

„Zwei Hemden und

drei Paar Strümpfe. Den Rest

kaufen wir unterwegs.“

JuLeS VeRNe: In 80 Tagen um die Welt

Für die Bühne bearbeitet von Jürgen Popig; 1 D - 3 H;

ab 10 Jahren; UA: Theater Osnabrück, 20.11.2009

(Regie: Henrike Vahrmeyer)

Wir schreiben das Jahr 1873: Durch die letzte Schienenverlegung zwischen

Bombay und Kalkutta soll es der ,Times‘ zufolge nun theoretisch

möglich sein, in 80 Tagen um die Welt zu reisen. Der Pünktlichkeitsfana-

In 80 Tagen um die Welt: Theater Osnabrück © uwe Lewandowski

...im Sauseschritt

und

bring die

Liebe mit...

tiker Phileas Fogg macht die Probe aufs Exempel und

wettet mit seinen Freunden im Club, dass er in der Lage

sei, diesen Zeitplan auf die Minute genau einzuhalten.

Ohne weitere Umstände bricht er zusammen mit seinem

Diener Passpartout in Richtung Dover auf. Von dort aus reisen sie zu

Lande, zu Wasser und sogar auf einem Elefanten um die Welt. Fogg setzt

sein ganzes Vermögen ein und unter Aufbietung letzter Kräfte gewinnt

er am Ende den Wettlauf mit der Zeit - tatsächlich in letzter Minute.

Doch selbst der spröde Phileas Fogg hat noch viel mehr gewonnen auf

dieser Reise als Ruhm, Ehre und den Wetteinsatz von 20.000 Pfund. Er

hat in Passpartout einen aufrichtigen Freund und in der schönen Inderin

Aouda eine große Liebe gefunden. Den Beweis, wie klein die Welt

schon Ende des 19. Jahrhunderts geworden war, den hat er angetreten.

Doch seine Reise um die Welt zeigt uns auch, dass sie im Herzen und in

der Phantasie unendlich viel größer ist.

Eine temporeiche Bühnenfassung für ein kleines Ensemble!

JUles Verne wurde 1828 in nantes geboren. schon während seines Jurastudiums

in Paris bewegte er sich in literarischen Kreisen und schrieb für kleinere

Bühnen und Zeitschriften. Mit seinen naturwissenschaftlich und technisch fundierten

romanen schuf er einen ganz neuen typus der utopischen erzählung,

der ihm weltweiten ruhm einbrachte. Zu seinen bekanntesten Büchern zählen

„20.000 Meilen unter dem Meer“, „Die reise zum Mittelpunkt der erde“ und

„in 80 tagen um die Welt“.

Jules Verne starb 1905 erblindet und zurückgezogen in amiens.

JÜrGen POPiG wurde 1961 in esslingen am neckar geboren. er studierte literaturwissenschaft,

soziologie, Geschichte und theaterwissenschaft in stuttgart

und München. seit 1986 war er als Dramaturg an verschiedenen häusern

tätig, darunter lange Jahre am schauspiel des staatstheaters stuttgart. Von

2005 bis 2011 war er leitender schauspieldramaturg am theater Osnabrück.

Mit Beginn der spielzeit 2011/12 übernahm Jürgen Popig die Position des leitenden

schauspieldramaturgen am theater und Orchester heidelberg. neben

seiner dramaturgischen tätigkeit arbeitet Popig als autor und Übersetzer von

theaterstücken und ist Mitglied in zahlreichen internationalen Jurys.

„Das könnte Liebe sein.“

ReIhANeh yOuZBAShI DIZAJI:

Sex vor allem

2 D - 1 H; ab 13 Jahren; frei zur UA

Sana hat sturmfreie Bude und lädt Micha zu sich ein. Doch die beiden

fühlen sich nicht ganz behaglich in dieser Situation: Sie sind zu alt, um

nicht zu wissen, was ein Junge und ein Mädchen allein zu Hause tun

könnten (oder gar sollten?) und zu jung, um es wirklich tun zu können

und zu wollen. So albern sie herum, halb ernst, halb im Spaß, sie reizen

einander, sind verschämt und zu offensiv zugleich. Was sie beide aus

ihren Elternhäusern kennen, lässt sie nicht gerade große Hoffnungen in

das Gelingen wahrer Liebe setzen. Darin verstehen sie einander, genau

darin gründet sich aber auch ihre Unfähigkeit, dem anderen unbelastet

sagen zu können, was sie empfinden. Als ihr das Spiel schließlich zu

nahe geht, weiß Sana sich nicht mehr anders zu helfen, als sich in einer

Übersprungsreaktion einfach totzustellen. Micha hat einen Moment

lang wirklich Angst um sie und es ist das erste Mal, dass er ein Gefühl

nicht mehr in jugendlich abgeklärter Manier beherrschen kann. Das

stürzt ihn in eine Krise.

Aufklärung steht in diesem Stück also nicht für die mehr oder weniger

hilflosen Versuche der Eltern, ihren Kindern den Umgang mit Sex zu

erklären. Sondern für die Selbstaufklärung dieser beiden jungen Menschen,

die lernen, ihren Gefühlen zu trauen, sie auszusprechen, zu reflektieren

und sich selbst in Beziehung zu ihrem Gegenüber setzen zu

können. Sana und Micha gelingt es, am Ende aus dem Spiel Ernst werden

zu lassen, ohne das Spielerische darüber zu verlieren - „das könnte

Liebe sein“.

„Ich hoffe, ihr bleibt

alle weiterhin so

schön, wie ihr seid.“

ReIhANeh yOuZBAShI DIZAJI: Vier

3 D - 2 H (Doppelbesetzungen); ab 14 Jahren; frei zur UA

Der Postmoderne zufolge sollen wir unsere Identität(en) selbstbestimmt

bilden und behaupten können; natürlich nur, solange wir uns dabei

nicht zu weit vom gesellschaftlichen und medial vielfach vermittelten

Imperativ entfernen: Sei erfolgreich und beliebt und sei dabei einfach

‚ganz du selbst‘. Was aber, wenn man keine Freunde hat, man nicht ‚geliked’

ist? Was, wenn man nicht um jeden Preis schön und cool sein will

(oder kann)? Und wie weit würden wir gehen, um zum gewünschten

Ziel zu kommen?

Die vier Miniaturen – „Dschungelbus“, „Die Coolen“, „La-Bell-o“ und

„Enemybook“ – werfen kurze Schlaglichter auf die Frage, wie junge

Menschen den Spagat zwischen Realität und medialen Vorbildern zu

meistern versuchen. Die Autorin zeigt, wie Vermittlung und Verortung

gelingen können, aber auch, wie sie daran scheitern (müssen). Die einzelnen

Teile können für sich bestehen oder in Reihung miteinander verbunden

werden. Es ergeben sich zwar Verweise und Figurenkonstellationen,

aber bewusst keine fixen Identitäten der Figuren.

Das Stück ist auch geeignet für Aufführungen im Jungendclub und in

Theaterkursen.

reihaneh yOUZBashi DiZaJi wurde 1983 in täbriz im iran geboren. Mit acht

Jahren floh sie mit ihrer Familie nach Deutschland. nach ihrem schauspielstudium

lebt und arbeitet sie nun in Berlin. ihre erfahrungen am theater

beschränken sich jedoch nicht nur auf das schauspiel; auch die intensive,

pädagogische arbeit mit Jugendlichen prägte sie in den ersten Jahren in Berlin

stark. Durch die idee zum Dokumentarfilm „Mein Paradies“ angeregt, reiste

die autorin nach langer abwesenheit in den iran. Die reise wurde auch zum

auslöser ihres ersten theaterstückes „stuttgart.teheran“ (chronos theatertexte),

mit dem sie zum heidelberger stückemarkt 2012 eingeladen war. ihr

stück für Kinder „hasenland“ wird in der spielzeit 12/13 an der comedia Köln

uraufgeführt werden, für das theater Baden-Baden schreibt sie das auftragswerk

„Pepe will’s wissen“.

Weitere Stücke von Reihaneh Youzbashi Dizaji auf den Seite 41

und auf www.chronostheatertexte.de

15


Neue Stücke

16

neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu +++ neu

Autorinnen und Autoren der Neuerscheinungen:

Daniela Kulot

Per Nilsson

Jana Scheerer

Salah Naoura

Robert Koall

Alice Quadflieg

Karen Köhler

Reihaneh youzbashi Dizaji

Ole Lund Kirkegaard

Stefan Schroeder

Andreas Steinhöfel

Max eipp

Lee Beagley

Volker Ludwig

Timo Rüggeberg

Barbara Robinson

Anna Siegrot

Finn-Ole heinrich

Martin Baltscheit

Beate heine

Moritz Seibert

Jürgen Popig

Axel Pätz

christina Rast

christiane Richers

hildegard Plattner

Agnès de Lestrade

Julius Jensen

Rainer Bielfeldt

gero Vierhuff

Michael Müller

Wolf Durian

Valeria Docampo

Franziska Steiof

Fotos: Bettina Stoess, Dylan Thomas, gyldendal Bildarchiv, www.zitlaff.com, uwe Toelle, Sebastian hoppe, Francis Koenig, Malin Aghed, Joachim Boepple, Andrej von Sallwitz, Franziska Buddrus

MARLIeSe AROLD

hexe Winnie zaubert Weihnachten

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 4 Jahren; UA: Theater auf Tour, 2006

Es ist Weihnachtszeit! Alle Kinder freuen sich

natürlich sehr. Nur Hexe Winnie freut sich nicht,

denn Hexen feiern nur Halloween und Walpurgisnacht,

aber doch nicht Weihnachten! Aber

Winnie möchte auch Plätzchen, Kerzenlicht und

Weihnachtsbaum. Sie ergreift die Initiative!

LIeVe BAeTeN

Die neugierige kleine hexe

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 3 Jahren; UA: WODO Puppenspiel,

Mülheim a. d. Ruhr, 2002

Die liebenswürdige kleine Hexe hat immer

eine Menge zu tun, doch mit Geschick und

Witz meistert sie ihr Hexenleben ganz famos.

Ebenfalls erhältlich: Die kleine Hexe hat Geburtstag,

Die kleine Hexe geht auf Reisen; Die kleine

Hexe feiert Weihnachten

MARTIN BALTScheIT

Der Löwe, der nicht schreiben konnte

2 - 3 Darsteller (erweiterbar); ab 4 Jahren

Da liegt sie – und liest! Die liebreizende, bezaubernd

schöne Löwin, eine Augenweide, eine Zierde. Der

König des Dschungels ist hingerissen, doch sieht

er seine Liebeschancen sogleich schwinden. Denn

eine Löwin, die liest, ist eine Dame und erwartet

Die neugierige kleine hexe: Klex Theater Augsburg

sicherlich einen Mann von Welt, mit Niveau, der

wortgewandte Liebesbriefe schickt. Er aber, das

gibt er ungern zu, kann leider gar nicht schreiben.

Daher sucht er sich dringend Hilfe bei seinen Untertanen:

Der Affe, der Geier, ja sogar ein Mistkäfer

sollen für ihn – gezwungenermaßen – heiße

Liebesschwüre notieren. Aber sie schreiben alle

nicht das Richtige, nicht davon, was des Löwen

Herz erfüllt! Was für ein Glück, dass die Löwendame

nicht nur klug, sondern auch sehr verständnisvoll

ist.

Mit vielen Songtexten!

hANS De BeeR

Der kleine eisbär

Alle geschichten zur individuellen Dramatisierung;

ab 3 Jahren

Lars und seine Freunde erleben viele Abenteuer

in der weiten Welt. Aber am Nordpol gefällt es

Lars doch immer noch am besten.

ADeLheID DAhIMèNe

Sandmänner in Not

EinSchlafTheater; Kinderstück für fünf Sandmänner,

ein Fahrrad und zwei bis drei Rentiere;

ab 4 Jahren; Frei zur UA

Fünf Sandmänner aus allen Richtungen der Welt

treffen sich am Nordpol zum Großen Sandmanntreffen.

Sie alle haben ein Problem: Es ist immer

schwerer geworden, den Kindern guten Schlaf zu

bringen. Lärmende Großstädte, heiße Nächte, lee-

Stücke für kleine Kinder

„ Ich werde mal ein ernstes Wort mit dem Winter sprechen.“

(Der einzige Vogel, der die Kälte nicht fürchtet)

re Bäuche bringen die Sandmänner zum Verzweifeln.

Die Sandmänner haben schon alles ausprobiert,

sogar Kaugummi haben sie unter den Sand

gemischt! Eine Schande für ihre ganze Zunft! Allein

der Kiwisandmann scheint einen wirklich guten

Rat zu kennen – aber der lässt leider sehr auf

sich warten und die Sandmänner geraten immer

mehr in Verzweiflung.

ZORAN DRVeNKAR

Der einzige Vogel, der die Kälte

nicht fürchtet

Für die Bühne bearbeitet von Zoran Drvenkar

und Birte Werner; 3 H; ab 4 Jahren; UA: Junges

Theater am Theater Konstanz, 2008

Ricki hat es gründlich satt, einen Schneemann

nach dem anderen bauen zu müssen. Schon ein

ganzes Jahr lang herrscht eisiger Winter und Ricki

sehnt sich nach Wärme und Sonne. So macht

er sich auf den Weg zum kältesten Ort der Welt,

denn dort wohnt bekanntlich der Winter höchstpersönlich

und mit dem muss er ein ernstes Wort

reden. Im „Hotel Vier Jahreszeiten“ trifft er jedoch

nur auf einen sehr seltsamen Kauz, der sich als

„der einzige Vogel, der die Kälte nicht fürchtet“

vorstellt und der alles daransetzt, um Ricki vom

Herrn Winter fernzuhalten. Am Ende lernt der

Kauz jedoch, dass es nicht so schlimm ist, ein Pinguin

zu sein – und dass man auch im Frühling

noch der einzige Vogel sein kann, der die Kälte

nicht fürchtet.

MIchAeL eNDe

Der Teddy und die Tiere

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 3 Jahren; UA: Puppenbühne des Brandenburger

Theaters, 1997

Ein alter Teddybär sitzt von morgens bis abends

auf dem Sofa und starrt Löcher in die Luft. Das

Kind, dem er gehört, ist schon viel zu groß, um

noch mit ihm zu spielen. Als ihn eine Fliege eines

Tages fragt, wozu er denn da sei, weiß er keine

Antwort. Um es herauszufinden, macht er sich

schließlich auf die Reise.

Das kleine Lumpenkasperle

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 3 Jahren; UA: Puppenbühne des Brandenburger

Theaters, 1997

Das alte und zerrissene Lumpenkasperle wird

vom Büblein gegen eine neue, strahlende Puppe

eingetauscht. Doch Büblein merkt schon bald,

dass es kein guter Tausch war.

Norbert Nackendick

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 4 Jahren; UA: Rheinisches Marionettentheater,

Düsseldorf, 1982

Eine Geschichte über Eitelkeit und Mut: Das

tyrannische Nashorn Norbert Nackendick hat alle

Tiere aus der Steppe vertrieben – und muss nun

feststellen, wie einsam es plötzlich ist.

17


Stücke für kleine Kinder Stücke für kleine Kinder

Das Traumfresserchen

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 4 Jahren; UA: Theater Bremen, 1991

Im Schlummerland wird die Königstochter Schlafittchen

von bösen Träumen geplagt. Die besten

Ärzte und Professoren wissen keinen Rat, und so

macht sich der König schließlich selbst auf, um

ein Mittel gegen die bösen Träume seiner Tochter

zu finden. Als er schon fast aufgeben will, trifft

er das Traumfresserchen, das liebend gerne alle

bösen Träume auffrisst und nur die guten übrig

lässt.

Tranquilla Trampeltreu

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 3 Jahren; UA: Stadtmuseum München, 1981

Eine sehr langsame Schildkröte auf einer sehr

langen Reise.

cORNeLIA FuNKe

Das Piratenschwein

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 4 Jahren; UA: Theater Matz für Kinder, 2005

„Buntbarsch und Buckellachs!“ Der Dicke Sven

und sein Schiffsjunge Pit trauen ihren Augen

Die geschichte vom kleinen Onkel: Puppentheater Magdeburg

nicht, als ihnen eines Abends am Strand ein Fass

vor die Füße gespült wird und ihnen daraus das

kleine Schwein Jule freundlich entgegengrunzt.

Kein gewöhnliches Schwein allerdings, denn Jule

ist ein Piratenschwein und kann riesige Goldschätze

erschnüffeln! Das bleibt natürlich nicht

lange geheim. Und als Jule deshalb entführt wird,

müssen Pit und Sven sich mit einer Bande wilder

Piraten anlegen, um ihr Schwein zu befreien.

Prinzessin Isabella

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 4 Jahren; UA: WoDo Puppenspiel,

Mülheim a.d. Ruhr, 2003

Isabella findet nichts langweiliger als eine Krone

zu tragen und Prinzessin zu sein. Lieber füttert sie

Schweine und schält Zwiebeln. Darüber gerät ihr

Vater, der König, natürlich in Wut. Aber am Ende

finden beide einen guten Kompromiss.

Die glücksfee

Zur individuellen Dramatisierung; ab 5 Jahren

Lukas Besenbein hat ständig schlechte Laune.

Er schimpft und mäkelt und versteht überhaupt

nichts vom Glücklichsein. Da muss Glücksfee

Pistazia alle Register ziehen. Heimlich bestreut sie

den Miesepeter mit etwas Feenstaub und schon

beginnt für Lukas eine harte, aber sehr lehrreiche

Zeit. Das Glück ist nämlich manchmal näher als

man glaubt. Und außerdem ist es „dick und frech

und warm und weich und rot und blau und federleicht“.

Ganz bestimmt!

RuDyARD KIPLINg

Das elefantenkind

Übersetzt und für die Bühne bearbeitet

von Jana lissovskaia; 5 D oder H;

ab 3 Jahren; UA: frei

In fernen Zeiten, als Elefantenkinder noch keine

Rüssel, sondern nur kurze Knubbelnasen hatten,

gab es in Afrika ein Elefantenkind von unersättlicher

Neugier. Und weil es alles wissen wollte, sogar

was es beim Krokodil zum Mittagessen gibt,

landete es eines Tages an den Ufern des großen

Limpopos. Hier lauerte das Krokodil und biss ihm

fürchterlich in die Nase. Das Elefantenkind aber

zog und zog …

OLe KöNNecKe

Anton und die Mädchen

Zur individuellen Dramatisierung; ab 3 Jahren;

UA: Kirschkern & compes, 2007

„Anton ist toll.“ Anton hat einen Eimer, eine

Schaufel und ein riesengroßes Auto. Und er kann

eine Menge beeindruckender Kunststücke. „Aber

die Mädchen gucken nicht.“ Anton macht, was

Jungen eben machen, wenn ihr Selbstbewusstsein

erschüttert ist: Er baut etwas – und zwar das

größte Haus der Welt! Geht kaputt. Anton weint.

„Jetzt gucken die Mädchen.“

Antons ganzes Bemühen als Sportass und Draufgänger

endet auf der kleinen Sandkasteninsel der

Ruhe. Dort gibt es Kekse und niemand verlangt

von ihm, hoch zu springen und stark zu sein.

Doch gerade als es Anton richtig gut geht, bekommt

er ein unerwartetes und riesiges Problem.

ASTRID LINDgReN

Die Puppe Mirabell

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 3 Jahren; DEA: Klexs Theater Augsburg

Britta-Kajsas Eltern habe kein Geld, um ihr eine

Puppe zu kaufen. Da bekommt sie eines Tages ein

geheimnisvolles Samenkorn geschenkt, aus dem

die ungewöhnliche und wunderbar eigensinnige

Puppe Mirabell erwächst.

Tomte Tummetott und

Tomte und der Fuchs

Zur individuellen Dramatisierung; ab 3 Jahren

In den kalten Wintermonaten wacht der Wichtel

Tomte über die Tiere und Menschen auf seinem

Hof. Er erzählt ihnen leise vom Frühling, der bald

kommen wird.

Nils Karlsson Däumling

Zur individuellen Dramatisierung; ab 3 Jahren

Bertil langweilt sich schrecklich. Er muss alleine

zu Hause bleiben während seine Eltern arbeiten

gehen. Da steht plötzlich ein daumengroßer Kerl

und stellt sich vor: Nils Karlsson Däumling heiße

er, genannt Nisse, und er sei gerade im Kellergeschoss

in eine leerstehende Rattenwohnung eingezogen.

Bertil staunt nicht schlecht. Und noch

mehr muss er sich er wundern, als er „Killewips!“,

plötzlich ebenso klein ist wie Nisse. Für die beiden

neuen Freunde beginnt eine famose Zeit!

Pelle zieht aus

Zur individuellen Dramatisierung; ab 3 Jahren

Pelle hat ein für alle mal genug: So ungerechte

Eltern gibt es bestimmt kein zweites Mal mehr.

Da zieht er lieber aus. Dann werden Mama und

Papa weinen und ihn schrecklich vermissen! Ob

er gleich nach Afrika gehen soll? Aber dann kann

er nicht gut sehen, wie sehr er vermisst wird…

Aber nach Herzhausen im Garten zieht er auf jeden

Fall, das steht fest!

BARBRO LINDgReN-eNSKOg:

Die geschichte vom kleinen Onkel

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 4 Jahren

Es war einmal ein kleiner Onkel. Der war sehr einsam,

weil er kleiner und langsamer als die Anderen

war. Die anderen Onkel liefen an ihm vorbei

und die kläffenden Hunde bissen ihm in die Hacken.

Doch eines Tages beschloss der kleine Onkel,

einen Freund zu suchen, und hängte Suchanzeigen

an alle Bäume: „Kleiner Onkel sucht einen

Freund“. Und wartete. Und das Warten lohnte

sich, denn eines Tages wurde der kleine Onkel

von einer feuchten Hundeschnauze geweckt.

PAuL MAAR

Von Maus und Mond oder

Wer ist der grösste?

Ein Erzähltheaterstück für eine Schauspielerin;

ab 3 Jahren; UA: Schnawwl, Mannheim, 2005

Jonah und Enuki, zwei Inuit-Jungen, streiten sich,

wer der Größere sei. Großmutter Leah schlichtet

ihren Streit, indem sie den beiden die uralte

Geschichte vom eingebildeten Mond erzählt, der

auch behauptet hat, dass er der Größte sein könnte.

Danach finden es Jonah und Enuki zwar gar nicht

mehr so wichtig, wer der Größere sei – wer aber

ist denn wohl der Stärkere? Da muss Großmutter

Leah wohl noch eine zweite Geschichte erzählen:

Die vom König der Mäuse, der seine Tochter nur

dem Allerstärksten zur Frau geben will. Diese weise,

poetische Geschichte, von Paul Maar wunderbar

erzählt, lässt sich mit einfachsten Mitteln für die

kleinsten Zuschauer in Szene setzen.

Das kleine Känguru und der Angsthase

Für die Bühne bearbeitet von Wally Schmidt;

2 D oder 2 H; ab 3 Jahren; UA: Theater Salz

und Pfeffer, nürnberg, 2002

Das kleine Känguru auf einer großen Suche.

TILDe MIcheLS

es klopft bei Wanja in der Nacht

Zur individuellen Dramatisierung,

ab 3 Jahren

In einer kalten Winternacht bittet ein frierender

Hase um Zuflucht. Wenig später folgen ihm ein

Fuchs und dann noch ein Bär. Die Tiere versprechen

Wanja, untereinander Frieden zu halten.

Wanja denkt nach dem Aufwachen zuerst, er

habe das alles nur geträumt. Bis er die Spuren im

Schnee vor seiner Hütte sieht...

heDWIg MuNcK

Der kleine König

Alle geschichten zur individuellen

Dramatisierung; ab 3 Jahren

Das „Sandmännchen“ hat den liebenswürdigen

kleinen König bekannt gemacht. In vielen kleinen,

humorvollen und behutsam anarchischen

Geschichten erleben wir den kleinen König und

seine Freunde in allen Situationen des Lebens.

Der kleine König und das

Weihnachtsdrachenei

3 Rollen (auch mit 1-2 Puppenspieler/

innen möglich), ab 3 Jahren, frei zur UA

Der Adventskranz der kleinen Prinzessin brennt.

Das ist zur Weihnachtszeit eigentlich auch ganz

gut so. Doch der kleine König ist etwas übereifrig

und vermutet, dass ein feuerspeiender Drache seine

Pfoten mit im Spiel habe. Schon zieht er mit

seinen Freunden los, um das Königreich zu retten.

Diese gute Tat wird nebenbei übrigens dafür

sorgen, dass unter dem königlichen Weihnachtsbaum

jede Menge Geschenke liegen. Denn: Der

Weihnachtsmann sieht alles!

DANIeL NAPP

Dr. Brumm kommt in Fahrt

Für die Bühne bearbeitet von Thomas Klischke

und Sophie linnenbaum; 2 H; ab 4 Jahren,

UA: Theater Mundwerk, graz, 06.12.2012

Gerade als Dr.Brumm und sein Freund Pottwal

an einem schönen Frühlingsabend beim Anblick

des runden Mondes sanft eingeschlummert sind,

trifft Brumm der Schlag. Eine Amsel hat einen

19


Stücke für kleine Kinder

20

Stock auf Dr. Brumms Kopf fallen lassen. Es ist

die Geburtstagseinladung des Bibers, mit Schönschrift

in einen Stock genagt. Dr. Brumm ist

beigeistert, denn der Biber ist ein famoser Kerl.

Mit seiner gewohnt zuversichtlichen Tatkraft

schnappt Dr. Brumm Pottwal und läuft sofort los.

Doch Pottwal gibt zu bedenken, dass sie den Weg

zum Biber gar nicht genau kennen würden. Also

basteln sie einen Wegeplan. Außerdem bräuchten

sie noch Proviant. Also schmieren sie Brote.

Und wer weiß, wie das Wetter würde. Also packt

Dr. Brumm Regenjacken in seinen Rucksack und

Gummistiefel, Schwimmwesten, ein Moskitonetz,

einen Sonnenschirm und Schneeketten. Und

ohne ein Geschenk könnten sie unmöglich zum

Bibergeburtstag gehen! Doch als es – endlich! –

losgehen soll, stellen sie fest, dass Pottwal nicht

eingeladen ist …

chRISTINe NöSTLINgeR

Leon Pirat

Für die Bühne bearbeitet von Thomas gimbel;

6 D oder H; ab 3 Jahren; besonders geeignet für

Elterngruppen

Leons Papa ist Piratenkapitän. Zusammen mit

Petterson und Findus: Theater Jugend hamburg

dem Langen, dem Kurzen und dem Dicken besegelt

er die Weltmeere auf der Suche nach einem

versunkenen Schatz. Seit Leon einen Meter misst,

darf er mit in See stechen, das ist mit seiner Mama

so ausgemacht. Schließlich soll er auch mal Kapitän

werden, der Tradition wegen. Aber eigentlich

verbringt er seine Zeit am liebsten beim Dicken

in der Kombüse und hilft ihm beim Gemüse

schnippeln, denn sein heimlicher Traum ist es,

selbst einmal Koch zu werden. Aber weil das seinem

Papa das Herz brechen würde, trainiert Leon

fortan auf Kapitän. Er lernt, das Piratentuch zu

binden, mit dem Dolch zwischen den Zähnen auf

den Mast zu klettern und kräftig mit dem Säbel

zu fuchteln. Doch als der Dicke bei einem Sturm

über Bord geht, schnappt sich Leon kurzerhand

den Kochlöffel – und kann seinem Vater endlich

beweisen, was wirklich in ihm steckt!

Diese witz- und temporeiche Bühnenfassung

nach dem charmanten Bilderbuch von christine

nöstlinger kommt mit kleiner Requisite aus und

eignet sich besonders für (Eltern-) gruppen, die für

Kindergarten- und grundschulkinder spielen.

SVeN NORDQVIST

Alle geschichten um Pettersson und Findus:

eine geburtstagstorte für die Katze

ein Feuerwerk für den Fuchs

Pettersson zeltet

Findus und der hahn im Korb

Aufruhr im gemüsebeet

Armer Pettersson

Pettersson kriegt Weihnachtsbesuch

Wie Findus zu Pettersson kam

Zur individuellen Dramatisierung, ab 4 Jahren

Die Abenteuer von Pettersson und Findus

Für die Bühne bearbeitet von Tristan Berger

und Jürgen Flügge; 1 D - 3 H; ab 4 Jahren;

UA: Theater auf Tour, 2007

Erstmals sind in dieser Bühnenfassung fast alle

Geschichten um den aufgeweckten Kater und den

liebevollen Alten zusammengefasst: Der singende

Caruso beeindruckt Prillan und nervt Findus; Pettersson

hat auch mal schlechte Laune und mag

nicht angeln; alle gemeinsam verjagen sie schließlich

Mathilda, das Schwein, aus dem Fleischbällchenbeet

und bereiten dem Fuchsjäger Gustavsson

am Ende ein großes Feuerwerk! Findus ist

ebenso ein mutiger Tiger wie ein eigensinniges

Katzenkind. Er ist witzig und unglücklich, erfinderisch,

ein Draufgänger, manchmal ganz schön

gemein und im Grunde doch der liebste Kater der

Welt. Am Ende gilt auf Petterssons Hof ganz sicher:

„Alle für einen und niemals allein“!

Pettersson, Findus und der hahn

Für die Bühne bearbeitet von Regine

Oßwald; 3 D oder 3 H oder 1 D - 2 H - 1 Dek;

ab 4 Jahren; UA: Theater Pfütze,

nürnberg, 1999

Seit Caruso auf dem Hof Einzug gehalten hat, ist

bei Pettersson und Findus nichts mehr so wie früher:

Die Hühner haben nur noch Augen für den

Hahn. Findus versteht die Welt nicht mehr. Hat

er ihnen nicht immer so schön die Zeit vertrieben?

Wozu brauchen die dummen Hühner auf

einmal einen Hahn? Und dann erst die Kräherei.

Das geht das den ganzen Tag so. Findus schreitet

zur Gegenwehr.

Morgen, Findus, wird’s was geben

Für die Bühne bearbeitet von

Dagmar leding; 2 D - 3 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std.;

ab 4 Jahren; DEA: Mobiles Theater Frachtraum,

Ochsenfurt, 1999

Pettersson versucht verzweifelt, seinem Kater Findus

eine Weihnachtsmannerscheinung zu bauen.

Doch am Ende kommt alles ganz anders als geplant

– und selbst Pettersson kann es sich nicht erklären.

Die hutjagd

Zur individuellen Dramatisierung

Eines Morgens erwacht Großvater und stellt fest,

dass sein Hut, den er bisher nur zum Schlafen abgelegt

hat, verschwunden ist. Verärgert beginnt er

nach dem Hut zu suchen und trifft dabei merkwürdige

Leute, die ihm den Weg weisen. Den

Hut findet er dabei zwar nicht, dafür aber kleine

sonderbare Gegenstände, die ihn an einen Tag in

seiner Kindheit erinnern. Und diese Erinnerung

ist ihm schließlich wichtiger als alle alten Hüte

zusammen.

JeNS RASSMuS

Bauer enno und seine Kuh Afrika

Zur individuellen Dramatisierung; ab 4 Jahren;

UA: Tandera Theater, Hamburg, 2005

Bauer Enno hat einen kleinen Hof auf einem grünen

Hügel, ein paar Felder und eine Kuh mit Na-

men Afrika. Er ist gar nicht unglücklich, und Afrika

ist wirklich eine famose Kuh. Aber plötzlich

fängt Bauer Enno an, nachts von Schiffen zu träumen.

Erst von kleinen Spielzeugschiffen, dann

von Ausflugsbooten und schließlich von richtigen

Dampfern und großen Kähnen. Und jeden Morgen

stehen die Schiffe wirklich in seinem Schlafzimmer

und bald sogar schon auf Afrikas Weide.

Das beunruhigt den Bauern Enno und so sucht

er Hilfe in der Stadt. Aber als er im Krankenhaus

von einem riesigen Passagierschiff träumt, das

tatsächlich die Krankenhauswand durchbricht, da

ist es gut, dass Afrika mitgekommen ist und mit

ihm schnell in Sicherheit galoppiert. Ob der Bauer

Enno endlich herausfinden kann, was es mit den

Schiffsträumen auf sich hat? Und ob er mit Afrika

aufbricht in ein neues Leben? Und wohin wohl?

JuJJA uND TOMAS WIeSLANDeR

Mama Muh

Alle geschichten von Mama Muh sind

zur individuellen Dramatisierung verfügbar;

ab 3 Jahren

Es ist gar nicht so einfach, eine Kuh zu sein. Immer

nur Gras kauen und auf der Weide stehen.

Und niemand traut einem zu, dass man auch als

Kuh Höheres im Sinn haben kann… Mama Muh

aber hat die Nase voll vom Kauen. Sie will: schaukeln!

Schaukeln, dass ihr der Wind um die Ohren

pfeift. Und überhaupt: Wenn da nicht die blöden

Slalomstöcke im Weg gestanden hätten, dann

wäre auch das Schlittenfahren gut gegangen.

Selbst ein Baumhaus zu bauen, ist nur eine Sache

der Übung. Obwohl es nicht gerade leicht ist, den

Nagel immer auf den Kopf zu treffen, wenn man

den Hammer mit dem Schwanz halten muss.

Dass die Krähe aus dem Krähenwald dabei mal

wieder fast der Flügelschlag trifft, was macht das

schon!

JöRg WOLFRADT

Sei ein Frosch!

1 D – 1 H; ab 3 Jahren; frei zur UA

UA: Theater Rosenheim, 1984

Frido Maus wäre so gerne ein Frosch, schließlich

springen Frösche nicht nur über Pfützen, sondern

sogar übers Meer - glaubt er. Mona Frosch hingegen

wäre nur allzu gern eine Maus, schließlich kuscheln

Mäuse den ganzen Tag mit Katzen - glaubt

sie. Also versuchen die beiden nach Kräften, in

die Haut des jeweils anderen zu schlüpfen. Doch

als Mona ihren falschen Mäuseschwanz verliert,

fliegt der ganze Schwindel auf – ausgerechnet, als

der gefräßige Storch im Anflug ist. Wie gut, dass

Frido eine prima Mäuseidee hat, bei der Mona

plötzlich ungeahnte Kräfte entdecken kann. „Sei

ein Frosch!“ stellt die Frage, wer man ist und wie

man gerne wäre und vermittelt den kleinen Zuschauenden,

dass es schön sein kann, auch mal

über den eigenen Tellerrand hinauszuhüpfen.

MARLIeSe AROLD

gespensterpark

Für die Bühne bearbeitet von Anne nowak

und Marion Hohenfeld; 2 D - 7 H (Doppelbesetzungen

und Puppenspiel); ab 6 Jahren;

UA: Theater auf Tour, 2007

Sophie und Max müssen ihr Taschengeld aufbessern

und bewerben sich für einen Job als Hilfsgärtnern

in einem Schlosspark. Doch wie hätten

sie ahnen sollen, dass sie mitten in einem Gespensterpark

landen? In dem überdies der fiese

Jonathan von Fleuch ein Komplott gegen die Gespenster

plant. Gut, dass die beiden Kinder Hilfe

vom Flaschengeist Salabim und dem Huhu bekommen.

Doch eigentlich ist auf Salabim keinen

Verlass. Er hat in der Zauberschule nicht aufgepasst

und kann nicht mal einen Teppich fliegen

lassen. Und Huhu weint unablässig. Sophie und

Max müssen all ihren Mut und ihre Klugheit zusammennehmen,

um Jonathan das böse Handwerk

zu legen.

MARTIN BALTScheIT

Die geschichte vom Fuchs,

der den Verstand verlor

Zur individuellen Dramatisierung; ab 6 Jahren;

UA: Theater Mundwerk/Follow the Rabbit,

graz/Frankfurt, 15.04.2012

Der Fuchs ist – sozusagen – ein toller Hecht! Er

weiß viel, zum Beispiel wie man zarten Hasen

eine Grube gräbt, Hühnerbraten macht und vor

allem wie man den Hunden des Jägers entkommt.

Zu Recht sonnt er sich in seinem Wissen, seiner

Weltgewandtheit und gern erzählt er den jungen

Füchsen von seinen ruhmreichen Taten. Einem

Fuchs, der so viel weiß, kann nie etwas passieren.

Doch dann vergisst er das eine oder andere. Und

bald noch ein bisschen mehr. Eines Tages weiß

er plötzlich nicht mehr so genau, wer er ist und

noch weniger, was das für bellende ‚Dinger’ sind,

die da auf ihn zugerast kommen! Natürlich erntet

er dafür Hohn und Spott von den Hühnern. Aber

das macht nichts. Denn sein Leben ist eigentlich

ganz angenehm geworden, so ruhig und beschaulich.

Am liebsten unterhält er sich mit dem alten

Herrn, den er unten am Fluss im Wasser sieht.

Und nachts kümmern sich die jungen Füchse um

ihn, die wissen übrigens eine ganze Menge und

können ziemlich viel!

„Eine ebenso humorvolle wie tröstliche geschichte

über das Altern.“ (aus der Jurybegründung für die

SIlBERnE FEDER)

Silberne Feder

Deutscher Jugendliteraturpreis 2011

Nur ein Tag

2 H - 1 D - 1 Puppenspieler/in; ab 6 Jahren;

UA: Theater Marabu, Bonn, 2007

Was, wenn man nur einen einzigen Tag hätte ...

Als Wildschwein und Fuchs der Eintagsfliege

beim Schlüpfen zusehen, wissen sie schon, dass

es besser wäre, gleich abzuhauen. Was nämlich,

wenn die Fliege bezaubernd sein wird? Dann

wird man sich anfreunden und sich vielleicht sogar

verlieben und es bleibt doch nur ein einziger

Tag Zeit. Und wer sagt überhaupt der gerade Geschlüpften,

die sich für eine Maifliege hält, die

Wahrheit? Wildschwein und Fuchs stammeln

sich mühsam aus der Affäre, lügen zur Not: Der

Fuchs, – wie bedauernswert – würde den heutigen

Tag nicht überleben, deshalb sei man so traurig.

Die junge, hübsche Fliege ist ehrlich gerührt und

zögert nicht lange: Dann muss eben das ganze Leben

in diesen einen Tag hinein: ein ganzes langes

Leben inklusive dem großen Glück!

KIRSTeN BOIe

Der kleine Ritter Trenk

Für die Bühne bearbeitet von

Rainer Hertwig; 1 D - 5 H; ab 6 Jahren;

UA: Theater auf Tour, 2008

„Leibeigen geboren, leibeigen gestorben, leibeigen

ein Leben lang“ – ja, so hieß es damals als

es noch Ritter gab, die ihre eigenen Bauern besaßen.

Schrecklich ungerecht findet das Bauernjunge

Trenk, der mit seiner Familie unter dem

grausamen Wertolt dem Wüterich zu leiden hat.

Deshalb nimmt er eines Tages das Ferkelchen an

den Strick und beschließt, sein Glück in der Stadt

zu suchen. „Stadtluft macht frei“, hieß es damals

nämlich auch. Für den kleinen Trenk und das

kleine Schwein beginnt eine lange und gefährliche

Reise! Doch mit Mut, guten Freunden und

Kinderstücke von A bis Z

„ Eine Stunde, zehn Minuten

und zwanzig Sekunden.“ (Nur ein Tag)

Die geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor: Theater Mundwerk

ein paar Tricks wird Trenk schließlich sogar selbst

zum Ritter und zieht gegen einen echten Drachen

ins Feld. Am Ende der Geschichte stehen die weisen

Worte des Fürsten: „Leibeigen geboren, als

Ritter gestorben, tapfer ein Leben lang!“

Kerle mieten

Für die Bühne bearbeitet von Stefan

Schroeder; 5 D - 5 H (Doppelbesetzungen);

ab 12 Jahren; besonders geeignet

für Jugendclubs

Anne-Marie „mit dem vornehm verschluckten

e irgendwo“ ist in einer misslichen Lage. Zum

jährlichen Tennisclubfest hat sie zwar schon ein

neues Kleid, aber noch keinen Tanzpartner, der

sie begleitet. Das bringt Lulu und Lissa auf eine

geniale Idee. Sie gründen eine Kerle-Vermietungs-

Agentur! Leider verfügt die Agentur nur über

einen Kandidaten, Lissas angehimmelten Cousin

Eckbert. Der Idiot verliebt sich allerdings

schon beim ersten Auftrag ausgerechnet in seine

Klientin!

Prinzessin Rosenblüte oder

Die Prinzessin auf dem Fahrradständer

4 D - 2 H - 5 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 5 Jahren

Emma trifft vor dem Supermarkt eine echte Prinzessin.

Prinzessin Rosenblüte aus dem Reich der

Schwäne soll sich in der Welt ein bisschen umsehen.

Bevor sie wieder nach Hause zurück darf,

muss sie jedoch eine Prüfung bestehen. Aber

21


Kinderstücke von A bis Z Kinderstücke von A bis Z

22

welche? Flachs zu Gold spinnen? Einen Frosch

küssen? Was für ein Glück, dass Emma sich mit

Märchen so gut auskennt!

MARK cATLey

Dice

nach Motiven des Romans „The Dice Man“

von luke Rhinehart; aus dem Englischen von

Kattrin Stier; 2 D - 1 H; ab 12 Jahren; frei zur DEA

Luke Reinhardt, der Dice-Man weiß, wie man

mehr Spaß im Leben haben kann! Wie man frei

sein kann, zufrieden und immer in Bewegung!

Man überlege sich ganz einfach sechs Möglichkeiten

und überlasse dann dem Würfel die Wahl!

Klingt großartig und genial – nie mehr überlegen,

ob es die grünen oder die roten Schuhe sein sollen,

Sushi oder Pizza, das Meer oder die Berge...

Was aber, wenn der Würfel vorschreibt, den Chef

zu beschimpfen, die Geliebte zu verlassen, das

Sparbuch zu plündern und nach Lima auszuwandern

(obwohl man noch nicht einmal weiß, wo

das genau liegt)? Maggie und Graham nehmen

Dice-Living sehr ernst. Und sie versuchen, das Publikum

von der neuen Lehre zu überzeugen. Bis

Dot auftritt, die Tochter des Dice-Man. Sie erzählt

in Rückblenden, wie das Leben mit dem großen

Luke Reinhardt wirklich ausgesehen hat.

ZORAN DRVeNKAR

Paula und die Leichtigkeit des Seins

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 6 Jahren; UA: Theater Junge generation

Dresden, 2010

Als Paula sieben wurde, begann es. Sie wurde dick

und schwer und immer schwerer. Sogar im Wasser

geht Paula jetzt unter, trotz Schwimmring. Onkel

Hiram aus Australien nimmt sie trotzdem wie

immer auf den Arm und wirft sie in die Luft. Ist

doch ganz leicht, denkt Paula und: kommt nicht

mehr herunter. Sie fliegt und fliegt und ihr wird

endlich wieder freier ums Herz. Sie muss nicht

aufs Klo und nicht in die Schule. Tag für Tag lebt

sie mit den Wolken, liest Bücher und schläft in

den Baumkronen. Paula ist glücklich. Nur manchmal

fühlt sie sich ein wenig einsam. Aber dann

wird der Himmel über Paulas Zuhause plötzlich

ein „gesprenkeltes Sternendach voller Lärm“.

In federleichten Sätzen lässt Zoran Drvenkar einen

Traum Wirklichkeit werden. Ein Stück für all jene,

die physikalischen gesetzen schon immer gerne

den Rücken zeigen wollten.

MIchAeL eNDe

Die geschichte von der

Schüssel und vom Löffel

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 6 Jahren; UA: KlEXS Theater, 1999

Die böse Fee Serpentine Irrwisch ist darüber erbost,

dass sie weder zur Taufe von Prinzessin Praline

noch zu der von Prinz Saffian geladen wurde.

Mit ihren Taufgeschenken will sie sich rächen.

Lenchens geheimnis

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 5 Jahren; UA: landestheater

Würtemberg-Hohenzollern, 1998

Lenchen ist eigentlich ein ungemein liebenswürdiges

Kind – solange ihre Eltern das tun, was sie

von ihnen verlangt, aber das tun sie leider fast nie.

Deshalb soll die Fee Franziska Fragezeichen ihre

Eltern verzaubern. Dann kommt aber alles anders

als Lenchen es sich vorgestellt hat.

Momo

Für die Bühne bearbeitet von Vita Huber

4 D - 11 H - Kinder; 1 1 / 2 Std.; ab 8 Jahren;

UA: Städtische Bühnen Münster, 1981

Momo taucht eines Tages in den Ruinen eines

Amphitheaters auf. Sie besitzt nichts und hat

doch eine außergewöhnliche Gabe: Sie hat immer

Zeit und ist ihren Freunden eine wunderbare Zuhörerin.

Doch dann tauchen plötzlich die grauen

Herren auf und stehlen allen Menschen ihre Lebenszeit.

Zusammen mit Meister Hora und der

Schildkröte Kassiopeia versucht Momo, die Stundenblumen

der Menschen zu befreien.

Ophelias Schattentheater

Zur individuellen Dramatisierung

ab 8 Jahren; UA: Trias Theater Ruhr, 1997

Ophelia hat ihr ganzes Leben als Souffleuse in

einem kleinen Stadttheater gearbeitet. Sie kann

alle großen Theaterstücke auswendig. Als das

Theater geschlossen wird, bleibt sie einsam zurück.

In den verlassenen Räumen begegnet sie

dem ersten Schatten, der niemandem mehr gehört.

Auch er ist traurig und einsam. Und Ophelia

beginnt, die überzähligen Schatten bei sich aufzunehmen.

Sie lehrt sie alle großen Theaterstücke.

Und schließlich gründen sie zusammen „Ophelias

Schattentheater“.

Der satanarchäolügenialkohöllische

Wunschpunsch

Eine Zauberposse; 1 D - 5 H - 3 Dek -

1 1 / 2 Std.; ab 8 Jahren; UA: Deutsches

Schauspielhaus, Hamburg, 1990

Der böse Zauberer Beelzebub Irrwitzer und die

hinterhältige Hexe Tyrannia Vamperl haben ein

großes Problem: Das Jahresende naht und sie haben

ihr Soll an bösen Taten noch nicht vollbracht.

Das wird seiner Höllischen Exzellenz sicherlich

nicht gefallen! Ihre letzte Chance ist der satanarchäolügenialkohöllische

Wunschpunsch. Doch

Kater Maurizio und der Rabe Jakob Krakel verhindern

in letzter Minute, dass der Punsch aller

Pünsche die gewollte Wirkung erzielt.

Die unendliche geschichte

Zur individuellen Dramatisierung

ab 8 Jahren; UA: Vereinigte Städtische Bühnen

Krefeld, 1998

Bastian Balthasar Bux flieht vor seinen Klassenkameraden,

die ihn hänseln, in das Antiquariat des

Herrn Karl Konrad Koreander. Der seltsame Herr

Koreander liest ein noch seltsameres Buch: DIE

„Es kommt darauf an, was man in dieser Stunde erlebt ...“ (Momo)

UNENDLICHE GESCHICHTE. Bastian ist magisch

angezogen – er kann nicht anders, er muss das

Buch stehlen. Atemlos verkriecht er sich damit

auf dem Dachboden der Schule und beginnt zu lesen:

von dem grenzenlosen Reich Phantásien, das

vom Nichts bedroht wird, von der Kindlichen Kaiserin,

die todkrank ist, vom heldenhaften Atréju

und von Auryn, dem Symbol der Macht und der

Weisheit. „TU, WAS DU WILLST“ ist darauf geschrieben.

Und Bastian erzittert: Ist er etwa damit

gemeint? Ist er das Menschenkind, nach dem

Atréju sucht? Kann er Phantásien retten, indem

er der Kindlichen Kaiserin einen neuen Namen

gibt? Er, der ängstliche und blasse Bastian, soll ein

Held sein müssen?

KAReN-SuSAN FeSSeL

ein Stern namens Mama

Für die Bühne bearbeitet von Antje Siebers;

1 D; ab 10 Jahren; UA: Theater Dortmund, 2005

„Was macht Mama denn mit dem Krebs? Schläft

der mit ihr in einem Bett?“ fragt Luises kleiner

Bruder Ruben. Und die ältere Schwester versucht

zu erklären und zu beruhigen – versucht es für

sich selbst, für Ruben, für Mama. Luise versteht

vieles nicht, und manches versteht sie besser als

die Erwachsenen. Sie muss lernen, mit Wut und

Angst umzugehen, denn man kann traurig und

zornig zugleich sein. Und trotzdem kann sie mit

Mama am letzten Weihnachtsfest lachen und feiern.

Nach Mamas Tod nimmt Luise Ruben in den

Arm und flüstert in sein Ohr „Mama ist jetzt ein

Stern. Ein Stern namens Mama, kann doch sein,

oder?“

WIeLAND FReuND

Törtel aus dem Mcgrün

Für die Bühne bearbeitet von gerd Ritter; 1 D - 2 H;

ab 9 Jahren; UA: Junges Ensemble Stuttgart, 2011

Törtel ist in der ruhigen Haustierabteilung des

McGrün aufgewachsen. Und so fühlt er sich gar

nicht wohl, als er plötzlich buchstäblich in die

freie Wildbahn von Müggeldorf geworfen wird.

Zumal dort, am Rande der Großstadt, gerade der

schönste Kleinkrieg zwischen den Vorgartenbesitzern

und den Wildtieren ausbricht. Schuld daran

ist nicht zuletzt Grrmpf, der Wildschweineber,

der einfach zu gerne in den Mülltonnen und der

Blumenbeeterde wühlt. Als dann auch noch eine

Diebesbande ihr Unwesen in der Siedlung treibt,

wird die Lage brenzlig, denn die Wildtiere werden

von den Menschen zu Unrecht verdächtigt. Hermann

Lüttkewitz will sogleich eine Bürgerinitiative

gründen und rüstet in seinem Garten schon

mal mächtig auf. Natürlich hält Grrmpf spielend

dagegen: Ein gewaltiger Stellungskrieg beginnt.

Da hilft nur noch eine konzertierte Aktion, beschließt

die kluge Füchsin Wendy: Die Wildtiere

müssen sich mit den Haustieren verbünden und

die Diebe selbst stellen! Der langsame, kleine Törtel

weiß noch gar nicht recht, wie ihm geschieht,

da ist er schon mittendrin im Geschehen. In sei-

nen kleinen, bedächtigen Schritten kommt Törtel

dann aber nicht nur den Langfingern auf die Spur,

sondern kommt schließlich auch ganz in seinem

neuen Leben und seinem neuen Zuhause an.

„Der Autor, Kritiker und Journalist Wieland Freund

hat mit seinem Kinderbuch »Törtel, die Schildkröte

aus dem Mcgrün« eine unterhaltsame Tiergeschichte

geschrieben, die sich bei genauerem Hinschauen

als ausgesprochen vielschichtig erweist: Sie schärft

den Blick auf das leben von Wildtieren in unserer

Zivilisation, ist zugleich aber auch eine Parabel auf

eine bunte vielschichtige Stadtgesellschaft zwischen

Reichtum und Armut, erzählt von lebendigen

Subkulturen und wirft Fragen nach Heimat, Fremde

und der Suche nach dem geeigneten lebensraum

auf.“ (JUngES EnSEMBlE STUTTgART)

JOAchIM FRIeDRIch

4 1 /2 Freunde

Für die Bühne bearbeitet von

Marion Hohenfeld und Anne nowak

Kalle, Radieschen, Friedhelm und Steffi sind gute

Freunde und die optimistischen Gründer des

Detektivbüros „Kalle & Co.“. Mit dem „hal-ben“

Freund ist übrigens Friedhelms Hund Tausendschön

gemeint, ein ausnehmend hässlicher aber

liebenswerter Kerl, der die Kinder mitunter jedoch

in Schwierigkeiten bringt. Zum Beispiel,

wenn sie gerade eine Diebesserie im Kaufhaus

Hurtig aufklären müssen. Verkleidet als Tombolaengelchen

ermitteln die 4 Kinder mit allen kriminalistischen

Tricks, während Tausendschön leider

die Porzellanabteilung heimsucht.

Auch einen Diebstahl im Lehrerzimmer können

die Freunde souverän aufklären. Dabei lernen

sie eine Menge über Goldfische und finden sogar

einen neuen Hausmeister. Nur Friedhelm ist am

Ende gar nicht glücklich.

erhältlich sind die Stücke:

4 1 /2 Freunde und die

Weihnachtsmann-connection

1 D - 5 H; ab 6 Jahren;

UA: Theater auf Tour, 2009

4 1 /2 Freunde und die Fahndung

nach dem Schuldirektor

2 D - 6 H; ab 6 Jahren;

UA: Theater auf Tour, 2009

cORNeLIA FuNKe

Reckless. Steinernes Fleisch

Für die Bühne bearbeitet von Robert Koall;

5 D - 6H (und Statisten); ab 10 Jahren (und für

Jugendliche); UA: Staatsschauspiel Dresden,

2010

Jacob Reckless liebt die Welt hinter dem Spiegel,

in der die alten Märchen wild und unberechenbar

geworden sind. Doch als sein jüngerer Bruder

Will ihm eines Tages durch den Spiegel folgt,

wird die Geschichte plötzlich todernst: Will wird

im Kampf mit den steinernen Goyl verletzt und

nun wächst ihm eine Haut aus Stein, aus Jadestein.

Will wird zum sagenumwobenen Jadegoyl,

der jeden König, dem er dient, unbesiegbar

macht! Kami’en, der mächtige König der Goyl,

lässt im ganzen Land Jagd auf seinen kostbaren

Schatz machen. Jacob, Wills Freundin Clara und

ein Fuchsmädchen kämpfen verzweifelt um Wills

Leben. Doch ohne die Mächte der Feen wären sie

verloren. Wer sich aber mit einer Fee verbündet,

verspielt nicht selten das eigene Leben.

Der kleine Ritter Trenk:

Theater heidleberg, Schlossfestspiele

(Seite 21)


Tintenherz: Theater Waidspeicher © Lutz edelhoff

Tintenherz

Für die Bühne bearbeitet von Robert Koall

3 D - 7 H; ab 10 Jahren; UA: Schauspiel Hannover,

2004

In einer stürmischen Nacht taucht ein unheimlicher

Gast bei Meggie und ihrem Vater Mo auf:

Staubfinger. Er warnt Mo vor einem Mann namens

Capricorn. Am nächsten Morgen bricht Mo

mit Meggie überstürzt auf. Sie reisen zu ihrer Tante

Elinor. In ihrer kostbaren Bibliothek versteckt

Mo ein Buch, dem Capricorn nachjagt. Ein Buch,

aus dem er vor vielen Jahren zum letzten Mal

vorgelesen hat. Damals begann jenes unheimliche

und magische Abenteuer, in das Meggie nun

immer tiefer hineingezogen wird, als Capricorns

Männer nicht nur das Buch finden, sondern auch

Mo in ihre Gewalt bringen.

Wie es in der Tintenwelt weitergeht:

Tintenblut

Für die Bühne bearbeitet von Robert Koall;

3 D - 7 H (Doppelbesetzungen);

ab 10 Jahren; UA: Schauspiel Hannover, 2006

Tintentod

Für die Bühne bearbeitet von Robert Koall;

5 D - 7 H (Doppelbesetzungen); ab 12 Jahren;

UA: Schauspiel Hannover 2008

Die Wilden hühner geben Fuchsalarm

Für die Bühne bearbeitet von Rainer Hertwig;

9 D - 5 H (Doppelbesetzungen); ab 8 Jahren;

EA: Theater auf Tour, 2006

Sprotte und ihre Wilden Hühner retten Oma

Slättbergs Hühner vor dem sicheren Tod und

müssen dazu sogar gemeinsame Sache mit den

Jungs machen.

Die Wilden hühner und die Liebe

Für die Bühne bearbeitet von Rainer Hertwig;

7 D - 5 H (Doppelbesetzungen); ab 12 Jahren;

UA: Theater auf Tour, 2007

Die Wilden Hühner sind verliebt – glücklich und

unglücklich. Melanie trauert Willi nach und ist

unerträglich. Sprotte und Fred passen wirklich

gut zusammen. Trude schreibt Liebesbriefe auf

Englisch und Frieda wartet mal wieder auf Maik.

Niemand hat Zeit, auf Wilma zu achten. Und so

sind die Hühner sprachlos als sie von Wilmas

neuer Liebe erfahren: Leonie.

Als der Weihnachtsmann

vom himmel fiel

Für die Bühne bearbeitet von

Marion Hohenfeld und Anne nowak;

2 D - 7 H (Doppelbesetzungen); ab 6 Jahren;

UA: Kammerspiele Hamburg, 2009

Niklas Julebukk ist der letzte echte Weihnachtsmann.

Der fiese Wichteltod, Vorreiter eines Weihnachten

aus Plastikspielzeug und Verkaufszahlen,

hat all seine Kollegen bereits in Schokoladenmänner

verwandelt. Verzweifelt kämpft Julebukk gegen

Wichteltods gefährliche Nussknackerarmee.

Als er bei einem Gewitter mit seinem Wagen vom

Himmel fällt und zufällig im Nebelweg landet, bekommt

er dabei unverhofft die mutige Hilfe von

Ben und Charlotte.

Zottelkralle

Für die Bühne bearbeitet von gero Vierhuff;

2 D - 1 H; ab 5 Jahren; UA: junges schauspiel

am DT göttingen, 2008

Kalli wünscht sich sehnlich ein Monster. Einen

Hamster oder einen Hund, das hat ja jedes Kind.

Aber ein schneckenschaftes Monster, das wäre

was! Glücklicherweise beschließt zur gleichen Zeit

das Erdmonster Zottelkralle bei Kalli einzuziehen.

Die nacktschneckigen Menschen sind zwar etwas

seltsam, findet Zottelkralle – aber Kallis Mutter

spielt so wunderbar Klavier, da kann er einfach

nicht widerstehen… Kallis Mutter ist natürlich weniger

begeistert von haarigen Monster. Doch als

der sich ans Klavier setzt, schmilzt auch sie dahin.

Drachenreiter

Für die Bühne bearbeitet von

Moritz Seibert und Marco Dott; 5 D - 5 H

(Doppelbesetzungen) und 5 Puppen;

ab 8 Jahren; UA: Junges Theater Bonn, 2005

Ben, das Koboldmädchen Schwefelfell und der

Drache Lung müssen einen sicheren Platz für die

letzten Drachen der Welt finden. Eine lange Reise

führt sie zum „Saum des Himmels“.

Kleiner Werwolf

Für die Bühne bearbeitet von Erik

Schäffler und Uwe Schade; 1 D - 2 H;

ab 6 Jahren; UA: Kammerspiele Hamburg/

Theater Triebwerk, 2005

Motte ist ein ängstlicher, etwas kleiner Junge. Er

mag keine Horrorfilme, keine Hunde und er ist

auch überhaupt nicht cool. Bis ausgerechnet er

von einem Werwolf gebissen wird. Ehe er beim

nächsten Vollmond endgültig selbst zum Werwolf

würde, greift seine Freundin Lina energisch ein.

emma und der Blaue Dschinn

Für die Bühne bearbeitet von Markus Hörner;

2 D - 4 H - 4 Dek; ab 8 Jahren; UA: Theater zwischen

den Welten, Backnang, 2005

Eines Nachts finden Emma und ihr Hund Tristan

eine geheimnisvolle Flasche. Als Emma den

Korken zieht, erscheint der Blaue Dschinn! Doch

der Flaschengeist ist traurig, denn er kann keine

Wünsche mehr erfüllen: Seit der böse Gelbe

Dschinn ihm den Nasenring geklaut hätte. Emma

und Tristan zögern nicht lange. Sie reisen ins

Morgenland, um den Frevler zu finden!

herr der Diebe

Für die Bühne bearbeitet von Wolfgang Adenberg;

3 D - 6 H - 4 Dek; ab 8 Jahren; UA: Junges

Theater, Bonn, 2004

Scipio, der Herr der Diebe, ist der geheimnisvolle

Anführer einer Kinderbande in Venedig, die er

mit dem Verkauf der Beute aus seinen Raubzügen

über Wasser hält. Niemand kennt seinen richtigen

Namen. Doch jeder ahnt, dass etwas nicht

Kinderstücke von A bis Z

stimmt an Scipios Geschichten. Als die Kinder auf

ein magisches Karussel stoßen, glaubt Scipio dem

Ziel seiner Träume nahe zu sein.

Igraine Ohnefurcht

Für die Bühne bearbeitet von Anne Klinge

und Markus Hörner; 2 D - 4 H - 3 Kleindarsteller,

Simdek - 1 1 / 4 Std.; ab 7 Jahren; UA: chapeau

claque, Bamberg, 2000

Igraine lebt auf Burg Bibernell, zusammen mit

ihren Eltern, Sir Larmorak, der schönen Melisande

und ihrem Bruder Albert – allesamt Zauberer.

Nur Igraine träumt von etwas ganz anderem: Sie

will Ritterin werden! Natürlich nimmt keiner sie

ernst. Doch als sich Igraines Eltern beim Zaubern

versehentlich in Schweine verwandeln, liegt alle

Hoffnung auf der Ritterin Igraine Ohnefurcht!

Denn die Zeit drängt: Gilgalad der Gierige will

Bibernell und die Zauberbücher in seine Gewalt

bekommen!

Käpten Knitterbart und seine Bande

Für die Bühne bearbeitet von Stefan Dehler;

2 H; ab 5 Jahren; UA: stille hunde theaterproduktionen,

2009

Ein Piratenkapitän braucht ein langes Messer,

eine Pistole und eine sehr laute Stimme. Das sind

drei Dinge, mit denen man Leuten nämlich eine

Heidenangst einjagen kann. Und wenn Leute eine

Heidenangst haben, dann machen sie alles, was

ein Piratenkapitän will. Ach, ja, wenn er so richtig

furchterregend wirken will, sollte sich ein Piratenkapitän

einen Bart zulegen. Wenn der Bart nicht

schaurig schwarz ist, sollte er zumindest schaurig

rot sein. Am besten auch ekelhaft knitterig. So

wie beim Käpten Knitterbart. Der ist der gefürchtetste

Pirat der Weltmeere. Genauer gesagt: Das

war er mal. Jetzt ist er nicht mehr so gefürchtet.

Wie es dazu kam? Das ist eine lange Geschichte

– in der ausgerechnet ein kleines Mädchen dafür

sorgt, dass dem bösen Piraten der Bart vor Angst

mal so richtig schlottert.

Potilla und der Mützendieb

Für die Bühne bearbeitet von claudia

Engemann; 2 D - 5 H; ab 7 Jahren; UA: Theater

Oberhausen, 2004

Arthur und die kleine Feenkönigin Potilla müssen

einen gemeinen Mützendieb fangen. Denn ohne

ihre Feenmützen sind alle Feen verloren.

MAuRO guINDANI

Ab in die Wüste

Ein clownsstück; 2 D oder 2 H - 1 Dek,

1 1 / 2 Std.; ab 8 Jahren;

Zwei Figuren, ein Alter und ein Junger, sind mit

den Vorbereitungen einer Wüstenreise nach Afrika

beschäftigt. Dabei sind sowohl ihre Planungen

als auch ihre Vorstellungen derart absurd, dass

die Zuschauenden sofort ahnen, dass diese Reise

niemals angetreten wird. Der Alte ist völlig

in Anspruch genommen, sich „geistig“ auf die

Reise vorzubereiten, während er den Jungen he-

25


Kinderstücke von A bis Z Kinderstücke von A bis Z

26

efeu und die Dicke: mini art Bedburg © Bas Marien

rumscheucht, der die praktischen Arbeiten, das

Packen erledigen soll. Bei aller Dominanz des Älteren

wird doch das labile Gleichgewicht des Verhältnisses

der beiden zueinander deutlich. Jeder

braucht die Gesellschaft des anderen.

efeu und die Dicke

Ein clownsstück; 2 D oder 2 H - Simdek - 1

Pünktchen und Anton: Düsseldorfer Schauspielhaus © Sebastian hoppe

1 und sie ihn. Eigentlich hätten alle froh sein müsert länger als es Parzival erwartet hat. Sie führt ihn

sen, hier wohnen zu dürfen. Wenn da nicht der weit weg von sich selbst. Der Gral, so muss Parzival

Drache wäre: schreckliches Gebrüll, Krallen aus lernen, ist ein großer Gegner für einen Ritter. Man

purem Silber, Augen, die jeden sofort erblinden kann ihn nicht besiegen. Er lässt sich nur finden.

lassen; kurz ein ungeheuer gefährliches Scheusal.

Alle leben in ständiger Angst – nur die kleine

Nora nicht. Die wittert vielmehr ein Abenteuer! KATJA heNSeL

/ 4 Std.; Mit Geschick, Mut und der Fähigkeit genau hin- [önf] – Womit keine Zahl rechnet

ab 8 Jahren; UA: Schauspielhaus Bochum; zuschauen, lässt sie drei kampferprobte Drachen- 3 D - 3 H; ab 6 Jahren; frei zur UA

Junges Theater casa nova, 1992

töter hinter sich und repariert am Ende sogar die Wenn die Zahlen sich morgens auf den Weg zur

Die Clowns Edu und Habbe sind grundverschie- kaputte Feuerwehrsirene des Dorfes, in gewisser Arbeit in unsere Köpfe machen, dann bringen

den. Edu ist temperamentvoll und draufgänge- Weise jedenfalls. Auf sehr spielerische Weise und sie Ordnung in unser Leben. Wir setzen uns

risch, Habbe dagegen eher ängstlich und nach- mit charmanter Situationskomik führt Nora die zum Frühstück an einen Tisch mit vier Beinen,

denklich. Vergeblich versuchen die Freunde, Zuschauer und Zuschauerinnen durch dieses fast um acht beginnt die Schule, nachmittags wählen

sich gegenseitig ihre geheimen Wünsche und alltägliche Märchen.

wir die Telefonnummern der Freunde, im Super-

Gefühle verständlich zu machen. Erst mithilfe Ausgezeichnet mit dem 2. Platz des markt vergleichen wir die Preise und die freund-

des alten Mythos Orpheus und Eurydike, den sie Autorenwettbewerbs des Verbands liche Stimme am Bahnhof sagt uns, wann und wo

sich als „Efeu und die Dicke“ zueigen machen, Deutscher Freilichtbühnen

der Zug in die Ferien abfährt. Ohne Zahlen wäre

kommen sie einander näher. Da ist von Liebe

unsere Welt ein Chaos. Aber wie wäre es, wenn

und Sehnsucht die Rede, aber auch von Trauer,

Angst und Tod. Manchmal lachen sie einfach

nur zusammen.

hORST hAWeMANN

uND TheATeR PFüTZe

plötzlich eine Unbekannte in unser Leben träte?

Die Zahlen 0 bis 9 wohnen in schöner Eintracht in

ihrer Haus-WG. Sie haben ihre Eigenheiten, aber

Parzival – Ritter, Ritter, Ritter!

sie ergänzen einander gut. Zusammen schaffen

LeNA hAch

2-3 D und 3-4 H; ab 8 Jahren;

UA: Theater Pfütze, 2004

sie alles, wofür die Menschen sie brauchen. Sogar

riesige Millionenzahlen können sie spielend auf

Nora Drachenbezwingerin

Parzival möchte Ritter werden – Ritter, Ritter, Rit- die Reihe bringen. Aber eines Tages taucht önf

3 D - 6 H (erweiterbar durch kleine Rollen); ter! Er kann an nichts anderes mehr denken. Seine auf und behauptet, auch eine Zahl zu sein. Da-

ab 6 Jahren; UA: Freilichtbühne Korbach, 2012 Mutter muss ihn schweren Herzens ziehen lassen. mit hatten sie nicht gerechnet! Damit kann man

Eigentlich ist es ein ganz normales Dorf: Der Denn Parzival will kämpfen – und wie er kämpft! überhaupt nicht rechnen. Aber was, wenn doch?

Bürgermeister hält leidenschaftlich gerne Konfe- Endlich ist er ein wirklicher Ritter – hart und Was, wenn sich auch önf plötzlich morgens in die

renzen ab und spielt außerdem gerne Memory, siegreich, selbstgewiss und ohne Zögern. Leichter Köpfe der Menschen schleicht? Vielleicht ist sie

die Bäckerin macht die besten Zimthörnchen Hand verspricht er König Artus, für ihn auch noch dort genau die richtige Zahl für all das, was eine

und Nussecken, der Schmied liebt die Metzgerin den Heiligen Gral zu erobern. Doch diese Suche dau- gefühlte Anzahl hat, eben irgendwie önfig ist?

Die Zahlen geraten ganz aus dem Häuschen und

bekommen den schönsten Streit. Aber allmählich

beginnen sie, sich der Unbekannten zu öffnen, sie

sogar ins Herz zu schließen.

Katja Hensel portraitiert in ihrem Stück nicht

nur auf humorvolle Weise die Bedeutung, die den

Zahlen und Berechnungen in unserem modernen

Leben zukommt, sondern sie stellt ihren Figuren

die einfache Frage, womit sie im Leben zu rechnen

bereit wären. Gehen nicht vielleicht die Variationsmöglichkeiten,

die ein gemeinsames Leben

bietet, schlicht und ergreifend gegen unendlich?

[önf] – Womit keine Zahl rechnet ist im Rahmen

von „Nah dran! Neue Stücke für das Kindertheater“,

einem Kooperationsprojekt des Kinder- und

Jugendtheaterzentrums in der Bundesrepublik

Deutschland und des Deutschen Literaturfonds

e.V., mit Mitteln der Kulturstiftung des Bundes

gefördert worden.

Ausgezeichnet mit dem Publikumspreis

des heidelberger Stückemarktes 2012

KuRT heLD

Die rote Zora und ihre Bande

Für die Bühne bearbeitet von Henning Bock und

Jürgen Popig; 3 D - 7 H (Doppelbesetzungen);

ab 8 Jahren; UA: Staatstheater Stuttgart, 1997

Die rote Zora und ihre Bande

Für die Bühne bearbeitet von Thomas Birkmeir;

5 D - 19 H (Doppelbesetzungen); ab 8 Jahren;

EA: Theater der Jugend, 2003

Hoch über der kroatischen Küste in einer alten

Burg haust die rothaarige Zora mit ihren wilden

Jungs. Vergessen oder verlassen von ihren Eltern

haben die Kinder ihr Schicksal selbst in die Hand

genommen und sich zusammengeschlossen, um

stark zu sein. Sie ärgern die hochnäsigen Gymnasiasten

und spielen den gar nicht so anständigen

Bürgern von Senj so manchen Streich. Denn weil

die Gesellschaft keinen Platz für die rote Zora und

ihre Bande hat, beginnen sie die Gesetze eben dieser

Gesellschaft zu hinterfragen.

RAINeR heRTWIg

Der alte Prinz

1 H; ab 8 Jahren; frei zur UA

„Prinz ohne Ross, Prinz ohne Schloss – bist ohne

Knappe, dann halt die Klappe!“

Aber der, der auf den Namen Paul Prinz hört,

akzeptiert das nicht. Wenn seine Mutter in ihm

doch nur eines sieht: ihren Prinzen, dann muss

er es auch sein. Wer weiß schließlich, ob ein Wort

nicht doch die Sache selbst ins Leben rufen kann?

Und wer sagt, dass als Schloss nicht schon ein

Zirkuszelt genügen könnte, ein Friedhofsreich –

oder schließlich ein ganzer Theaterpalast? Als ein

Prinz-Dem-Namen-Nach sucht Paul sich sein eigenes

Prinzenreich. Er beginnt eine Wanderung von

Ort zu Ort und von Text zu Text. Und wer hätte

ahnen können, dass ausgerechnet die Rolle seines

Lebens am Ende höchst unbefriedigend ist?

Ein Paradesolo für einen älteren Schauspieler,

einen Poeten und Selbstdarsteller, eben einen

Prinzen des Theaters.

cAROLIN JeLDeN

Taubenpost und Silberschuh

Frei nach den Brüdern grimm; 3 D - 2 H;

ab 5 Jahren, frei zur UA

Polly Puttelpuck ist das ‚Mädchen für alles’ bei

den zwei grässlich eingebildeten Gräfinnen Mirabell

und Gieselinde. Doch Polly erträgt deren

Launen sehr souverän, denn sie hat ihre eigenen

Pläne: Sie züchtet heimlich Brieftauben, das liegt

bei den Puttelpucks seit Generationen in der Familie.

Polly hat vor, ihre Tauben schon bald in den

Dienst des königlichen Hofpostamtes zu stellen.

Doch leider muss man auf eine Audienz beim König

ein ganzes Jahr lang warten. Da nutzt Polly

kurzerhand die Gelegenheit, sich beim großen

Ball als Drachentänzerin zu verdingen. Natürlich

trifft sie dort auch den Prinzen und verliert auf

der Flucht ihren Schuh. Obwohl Mirabell und

Gieselinde nichts unversucht lassen, um Polly aus

dem Rennen um den Prinzen zu werfen, endet

das Märchen selbstverständlich glücklich. Aber

eine hauptberufliche Prinzessin wird Polly Puttelpuck

trotzdem niemals sein!

Carolin Jelden hat dem berühmten Stoff ein

neues, federleichtes und farbenfrohes Kleid geschneidert.

Polly ist einfallsreich, tatkräftig und

spontan. Und selbst der Prinz kann noch eine

Menge von ihr lernen!

Florino oder Das Schneeglöckchen,

das nicht blühen wollte

3 D - 2 H; ab 5 Jahren; UA: Theater

Baden-Baden, 2009

Florino Klinge-Ling ist ein Schneeglöckchen und

deshalb wird er von Mutter Erde auch jedes Jahr

als erster geweckt. Dabei würde er so gerne länger

schlafen! Dieses Jahr ist er so ärgerlich, dass

sein Lärm versehentlich Rosalie von Grazia-Duftonia

weckt, die schöne aber etwas eingebildete

Rose. Für sie klingt das geradezu paradiesisch:

Ganz alleine und als erste blühen zu dürfen, ohne

alle Konkurrenz! Sie tauscht mit Florino schnell

den Platz und: erfriert fast ganz im Schnee. Florino

versucht eilig, alles wieder in Ordnung zu

bringen – und macht natürlich alles immer

schlimmer. Schließlich verliert er auch noch seinen

Blütenhut! Gerade als er entdeckt, dass es

möglicherweise ganz nett wäre, ein Schneeglöckchen

zu sein – solange Karla Krokus neben ihm

blühen dürfte.

Lilly und die erbse

2 D - 3 H - 4 Dek; ab 5 Jahren;

UA: Staatstheater Meinigen, 2004

Die Königstochter Lilly hat ein Faible für das

Fechten. Trotz des Verbotes ihres Vaters macht

sie sich mit ihrem Kindermädchen Albertine auf

den Weg, um an Schwertkampf-Meisterschaften

teilzunehmen. Unterwegs werden die beiden im

Wald von Räubern überfallen und flüchten in

ein nahe gelegenes Schloss. Dort ist Prinz Lucas

gerade auf Prinzessinnen-Schau. Allerdings

gefällt ihm keine der Bewerberinnen. Dornröschen

gähnt ihm zu viel, und Aschenputtel verliert

ständig ihren Schuh. Eigentlich wünscht er

sich eine Prinzessin, mit der er auch mal über

das Schwertkämpfen reden kann. So eine wie

Lilly …

eRIch KäSTNeR

emil und die Detektive

Originaltheaterfassung; 4 D - 12 H - Kinder -

Simdek - 2 Std.; ab 6 Jahren; UA: Theater

am Schiffbauerdamm, Berlin, 1930

Zum ersten Mal darf Emil allein nach Berlin

fahren. Seine Großmutter und die Kusine Pony

Hütchen erwarten ihn am Bahnhof Friedrichstraße.

Doch Emil jagt bereits den Dieb, der ihm im

Zug sein ganzes Geld gestohlen hat. Zum Glück

bekommt Emil dabei bald Unterstützung von

Gustav mit der Hupe und seinen Jungs.

emil und die Detektive

Für die Bühne bearbeitet von götz loepelmann

und Robert Koall; 4 D - 6 H - Kinder - 4 Dek -

1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren; UA: Deutsches Schauspielhaus,

Hamburg, 1998

emil und die Detektive

Für die Bühne neu bearbeitet von

Kirstin Hess und Frank Panhans; mit

liedtexten von Franziska Steiof; 5 D - 5 H

(Doppel besetzungen); ca. 75 Minuten

Kirstin Hess und Frank Panhans haben eine Textfassung

erarbeitet, die ohne Pause gespielt werden

kann und die doch dem originalen Buchtext

voll und ganz gerecht wird. Sie bleiben Kästners

Stil dabei treu, fügen keine Modernisierungen

ein und geben den Figuren trotz der Kürze des

Textes viel individuellen Raum. Franziska Steiofs

originelle Liedtexte fügen sich in die rhythmische

Spielfassung glänzend ein und charakterisieren

die Figuren zusätzlich aufs Schönste.

emil und die drei Zwillinge

Für die Bühne bearbeitet von James Krüss

3 D - 10 H - 2 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren;

Doppelbesetzung möglich

Dies ist die zweite Geschichte von Emil und

den Detektiven. Emil und die Detektive sind begeistert:

Ihr erster „Fall“ wird verfilmt! Und dann

hat auch noch Emils Freund, der „Professor“, ein

Haus an der Ostsee geerbt und lädt Emil und die

Detektive, samt Emils Großmutter und Pony Hütchen

für die Sommerferien ein. Natürlich lassen

dort die Abenteuer nicht lange auf sich warten.

27


Kinderstücke von A bis Z Kinderstücke von A bis Z

28

Das doppelte Lottchen

Für die Bühne bearbeitet

von Henning Bock und Jürgen Popig;

8 D - 5H, (Doppelbes. möglich);

ab 6 Jahren; UA: Staatstheater Stuttgart, 2002

Im Ferienlager am Bühlsee stehen sich Luise

Palfy aus Wien und Lotte Körner aus München

fassungslos gegenüber: Sie gleichen sich wie ein

Ei dem anderen. Als Lotte und Luise hinter das

Geheimnis ihrer Ähnlichkeit kommen, fassen sie

einen Plan. Luise fährt als Lotte nach München

und Lotte als Luise nach Wien.

Das fliegende Klassenzimmer

Für die Bühne bearbeitet von Franziska

Steiof, 1 D - 8 H (oder 2 D - 7 H), ab 7 Jahren, frei

zur UA; auch für große Spielgruppen geeignet

Während im Internat die Proben für die weihnachtliche

Theateraufführung auf Hochtouren

laufen – man spielt „Das fliegende Klassenzimmer“,

verfasst von Johnny Trotz – haben die

Stadtschüler den Rudi Kreuzkamm mitsamt

der Diktathefte entführt. Das können Martin,

Matze, Sebastian, Uli und Johnny natürlich

nicht kampflos hinnehmen. Außerdem führt

ein gefährliches Experiment zu einem gebrochenen

Bein und ein Brief – vielleicht noch

schlimmer – zu einem gebrochenen Herzen.

In dieser klassischen Internatsgeschichte, die

Erich Kästner selbst für sein bestes Kinderbuch

hielt, wird deutlich, dass die Kindheit nicht nur

„aus prima Kuchenteig gebacken“ ist, sondern

dass auch Kinder schon sehr einsam sein können

und unsicher. Doch alles wird leichter, wenn man

gute Freunde hat.

Mit leiser Melancholie und warmem Humor erzählt

Kästner von den Abenteuern der Internatsjungen

und lässt uns ihre kleinen und großen

Sorgen verstehen.

FranZisKa steiOF ist seit 20 Jahren als selbständige

regisseurin und autorin an zahlreichen

deutschsprachigen theatern beschäftigt. Unter

anderem produzierte sie mit theater triebwerk

auf Kampnagel in hamburg und inszeniert

am staatstheater hannover, dem Düsseldorfer

schauspielhaus, dem theater der Jugend in Wien

und am Grips theater Berlin. sie inszenierte in der

saison 2010/11 die Uraufführung von „so lonely“

(Per nilsson) am Grips theater. Franziska steiof

schrieb darüber hinaus bereits auftragswerke für

das theater linz, das Düsseldorfer schauspielhaus

sowie das schauspielhaus Kiel.

Der 35. Mai oder Konrad reitet

in die Südsee

Für die Bühne bearbeitet von götz loepelmann

und Dagmar leding; notenmaterial erhältlich

(gEMA-pflichtig); 3 D - 8 H - 8 Dek - 2 Std.;

ab 6 Jahren; UA: Deutsches Schauspielhaus

Hamburg, 1988

Der 35. Mai ist ein Stück über die Kraft der Phantasie:

Alles ist möglich, wenn man sich die Frei-

heit nimmt, daran zu glauben. Konrad, sein Onkel

Ringelhut und das Pferd Negro Kaballo nehmen

sich diese Freiheit und erleben in kürzester Zeit

ganz erstaunliche Dinge auf ihrem Weg in die

Südsee. Das Schlaraffenland, die Burg der Vergangenheit,

die verkehrte Welt und Elektropolis sind

Stationen ihrer abenteuerlichen Reise.

Die Konferenz der Tiere

Zur individuellen Dramatisierung; ab 5 Jahren

Eines Abends beim Abendessen am Tschadsee

wird es den Tieren zu dumm. Alois, der Löwe,

Oskar, der Elefant und die Giraffe Leopold ärgern

sich über die Menschen! Konferenzen und

Kriege am laufenden Band. Und dabei denken diese

unbelehrbaren Kerle überhaupt nicht an ihre

Kinder! Die Tiere rufen ihre erste und letzte Konferenz

aus, auf der endlich der Frieden beschlossen

werden soll. Doch die Menschen können sehr

hartnäckig sein, müssen sie feststellen.

Auch als Musical für Schulen und Jugendorchester

erhältlich

Pünktchen und Anton

Für die Bühne bearbeitet von Franziska Steiof;

5 D - 5 H; ab 6 Jahren; UA: Düsseldorfer Schauspielhaus

2010

Auf der Weidendammer Brücke steht eines

Nachts eine arme blinde Frau mit einem kleinen

Mädchen, um Streichhölzer zu verkaufen. Ein

tapferer Junge ist schneller als alle Erwachsenen

und bringt einen Verbrecher zu Fall. Das Fräulein

Andacht und Robert der Teufel schmieden dunkle

Pläne. Die dicke Berta tanzt Tango und schwingt

Keulen. Herr und Frau Pogge sind Eltern, jedoch

leider nur im Nebenberuf.

Diese Fassung beinhaltet zahlreiche Songtexte, die

individuell vertont werden können. Die Originalmusik

von Thomas Zaufke kann jedoch auf Wunsch

ebenfalls angeboten werden.

Pünktchen und Anton

Originaltheaterfassung;

5 D - 7 H - 5 Dek - 2 Std.; ab 6 Jahren

und

Für die Bühne bearbeitet von Inken Böhack,

Dagmar leding und götz loepelmann;

5 D - 6 H - 6 Dek - 2 Std.; ab 6 Jahren

UA: Schauspielhaus, Hamburg, 1989

RuDyARD KIPLINg

Das Dschungelbuch

Für die Bühne bearbeitet von Utz Thorweihe;

2 D - 8 H - Simdek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren;

UA: Theater Die Kugel, Köln, 1988

Der Menschenjunge Mogli wird von Wölfen großgezogen.

Er gewinnt Freunde unter den Tieren

des Dschungels. Nur der Tiger Shir-Khan kämpft

und intrigiert weiter gegen ihn, doch mit Hilfe

seiner Freunde bleibt Mogli am Ende der Sieger.

KAReN KöhLeR

Ramayana. ein heldenversuch

5 Darsteller (nach Möglichkeit 1 D);

ab 10 Jahren; Badische landesbühne, 2012

Der Chor langweilt sich, er lungert herum, ziellos,

planlos. Es fehlt etwas im Leben - etwas Aufregendes!

Etwas... HELDENHAFTES! Wo aber soll

man noch einen Helden finden in einer Zeit, in

der scheinbar alle schon da waren? Der Chor

ist sich uneins - bis einer auf die rettende Idee

kommt: Einen Helden aus dem alten Indien, das

hatten sie schon lange nicht mehr. Von Rama,

dem Göttlichen, dem Mann von Sita, dem Sieger

über Ravana soll erzählt werden. Denn diese Geschichte

hat Kraft, birgt Sensationen! Also schlüpfen

sie in ihre Rollen, erzählen vom Wettkampf

um die Hand der schönen Sita, von Ravanas

Niederlage, seinem Zorn - und seiner Rache, dem

Raub der schönen Braut. Es sieht eine Weile gut

aus für Ravana. Bis Rama, der Unermüdliche, auf

seiner Suche nach Sita die Hilfe von Hanumans

Affenarmee bekommt. Die letzte Schlacht der

beiden Rivalen ist groß, lang, blutig; und mehr

und mehr verschwimmen dabei die Grenzen zwischen

Rolle und Darsteller. Denn das eben fordert

jeder echte Held von sich und den Getreuen: die

bedingungs- und rückhaltlose Hingabe an die Sache.

Alles für die Sache, die Ehre, das Ziel - das ist

ein Held! Dafür ist Rama bereit, seine Freunde zu

opfern und seine große Liebe zu verstoßen - ist

das noch ein Held? Der Antiheld hingegen denkt

nur an sich und nimmt sich, lustvoll, gierig, was

immer ihm gefällt, ohne jede Rücksicht auf andere,

ein echter Bösewicht! Sind aber nicht doch vielleicht

seine weichen Federbetten der Pritsche des

Kriegsherrn vorzuziehen? Am Ende des Spiels beschleicht

den Chor ein mulmiges Gefühl. Man hat

Mut und Risiko genossen und in großen Gefühlen

geschwelgt. Doch irgendwie war diese Heldensaga

nicht ganz einwandfrei. Ein Held soll strahlend

sein und gut, sein Gegner böse und eindimensional.

Doch Rama und Ravana lassen beide ebenso

zu wünschen übrig, wie sie unsere Wünsche erfüllen.

So gibt der Chor am Ende gerne zu, dass

Heldenmut zwar manchmal Not tut, dass aber in

der Zwischenzeit ein zivilisiertes Picknick in gemütlicher

Runde ganz angenehm sein kann.

JAMeS KRüSS

Timm Thaler oder Das verkaufte Lachen

Für die Bühnen bearbeitet von Dirk Fröse;

1 D - 6 H - Dek und Simdek - 1 1 / 2 Std.;

ab 8 Jahren; Hessisches Staatstheater

Wiesbaden, 2003

Mit dem Lachen verkauft man die innere Freiheit.

Das lernt Timm schnell, der leichtfertig mit

dem Baron Lefuet einen Vertrag geschlossen hat:

im Tausch gegen sein Lachen lässt ihn der teuflische

Baron jede Wette gewinnen. Bald schon

erkennt Timm, wie schlecht seine Wahl war. Nach

einem langen Weg helfen ihm endlich neu gewonnene

Freunde, zum letzten Mal um das Richtige

zu wetten.

„Das wäre ja gelacht, wenn das leben nicht schön wäre.“ (Das fliegende Klassenzimmer)

guuS KuIJeR

Wir alle für immer zusammen

Für die Bühne bearbeitet von

Philippe Besson und Andreas Steudtner;

nach der Übersetzung von Sylke Hachmeister;

2 D - 1 H; ab 8 Jahren; UA: Hans Otto

Theater Potsdam, 2006

Polleke erlebt eine Kindheit in der Gegenwart: Die

Erwachsenen suchen nach dem privaten Glück

und scheitern manchmal, die Kinder sind konfrontiert

mit ebenso vielen individuellen Möglichkeiten

wie Einschränkungen. Polleke sucht

ihren ganz eigenen Weg. Sie bleibt dabei immer

spontan und offenherzig.

Pünktchen und Anton: Stadttheater Bremen © heiko Sandelmann

Nominiert für den Deutschen Kindertheaterpreis

2008, eingeladen zur Augenblick Mal!

Das glück kommt wie ein Donnerschlag

Für die Bühne bearbeitet von christian

Schönfelder und christian Müller,

2 D – 1 H; ab 10 Jahren; UA: Junges Ensemble

Stuttgart, 2010

„Die Bearbeitung von christian Schönfelder und

christian Müller lässt bei aller Komik auch den

Raum für Probleme eines heranwachsenden Mädchens.

Es wechseln sich komische und ernsthafte

Momente wie im leben. Ein wichtiges Stück über

ein selbstbewusstes Mädchen, das die erwachende

Sexualität schon spürt, aber sie noch nicht ganz

wahrnehmen will.“ (MAnFRED JAHnKE)

Ich bin Polleke!

Für die Bühne bearbeitet von

Sabine Wöllgens nach der Übersetzung

ins Deutsche von Sylke Hachmeister;

2 D - 1 H; ab 10 Jahren; UA: Theater der

Figur nenzing, 2009

Es scheint ein trauriger Sommer zu werden. Pollekes

Freund Mimun verbringt die ganzen Ferien

in Marokko. Ihre Mutter streitet mal wieder

lautstark mit Walter, Pollekes neuem Stiefvater

und gleichzeitigem Klassenlehrer. Vor allem aber

vermisst Polleke ihren Großvater sehr. Opa ist vor

kurzem gestorben. Und weil Polleke keinen Glauben

hat, glaubt sie auch nicht an Wunder: dass

ihr Opa im Himmel wohnt zum Beispiel oder als

Kalb wiedergeboren wird. Aber wie soll sie dann

richtig trauern? Nur an die Liebe glaubt Polleke.

Und deshalb weiß sie plötzlich ganz genau, woraus

Wunder gemacht sind.

Morgens ist die Welt am schönsten

Für die Bühne bearbeitet von carolina

gleichauf, 2 D - 1 H (auch 3 D - 2 H möglich);

ab 8 Jahren, frei zur UA

Pollekes Vater Spiek klaut Geld aus der Kaffeedose

und muss erst nach Nepal reisen, um sein

eigenes Leben zu verstehen. Ihre Freundin Caro

flirtet mit Mimun und ihre Mutter weiß immer

noch nicht, ob sie Lehrer Walter heiraten soll.

Doch am schlimmsten ist es, dass Pollekes Opa

nicht mehr gesund wird. Pollekes Welt ist also

überhaupt nicht immer schön. Doch sie lässt sich

davon nicht beirren. Sie nimmt Anteil am Leben

ihrer Familie und ihrer Freunde, ohne sich dabei

selbst zu verlieren. Sie geht schöpferisch mit ihren

Sorgen und Wünschen um, sie lernt, zu unterscheiden,

was ihr wichtig ist. In phantasievollen

Bildern und Gedichten erzählt sie uns ohne verklärenden

Kitsch von einer Kindheit in der modernen

Welt.

carolina gleichauf montiert Szenen aus den

Bänden „Es gefällt mir auf der Welt“, „Das glück

kommt wie ein Donnerschlag“ und „Wunder kann

man nicht bestellen“ zu einem rhythmischen und

schnellen Stücktext.

ein himmlischer Platz

Für die Bühne bearbeitet von Michael Müller;

nach der Übersetzung von Sylke Hachmeister;

4 D - 4 H (Doppelbesetzungen möglich);

ab 8 Jahren; UA: landesbühne niedersachsen

nord, 2010

Florian ist zehn Jahre alt. Und er versteht sehr viel.

Zum Beispiel, dass man miteinander sprechen

kann, aber einander trotzdem nicht versteht. Und

dass es zu viel sein kann für einen zehnjährigen

Jungen, einen riesigen rosa Elefanten im Bauch

haben zu müssen, weil Katja gesagt hat, dass sie

ihn liebt. Und Florian versteht auch, warum der

Spatz Nico so gerne in seinen roten Haaren sitzt.

Aber eigentlich gehört Nico zu Frau Raaphorst. Frau

29


Kinderstücke von A bis Z Kinderstücke von A bis Z

30

Raaphorst sagt zum Schlüssel „Gabel“ und vergisst

auch sonst Einiges. Zusammen mit Katja beginnt

Florian, sich um die alte Oma zu kümmern.

Er versucht, das Vergessen zu verstehen. Und die

Liebe. Das ist so viel für einen kleinen Jungen, dass

er sich fast in seinem eigenen Leben verirrt.

Das Buch von allen Dingen

Für die Bühne bearbeitet von Thorsten Wilrodt;

nach der Übersetzung von Sylke Hachmeister;

5 D - 3 H; ab 10 Jahren; UA: Junges Schauspielhaus

Hamburg, 2009

Thomas erkennt Dinge, die andere nicht sehen.

Er sieht tropische Fische in den Grachten und wie

schön Elisa mit dem Bein aus Leder ist. Er kann

zu der Musik von Beethoven schweben, und er

fühlt die Magie von Frau Van Amersfoort, die ihren

Mann im Widerstand verloren hat. Thomas

sieht sogar den Herrn Jesus, der ihm anbietet,

ihn einfach nur Jesus zu nennen. Aber helfen

kann ihm Jesus anscheinend trotzdem nicht.

Wenn Thomas’ bigotter Vater zuschlägt, dann

schluchzen die Engel im Himmel und die ganze

Welt steht still vor Entsetzen. Doch Thomas hat

ein Ziel: Er will glücklich werden. Und deshalb

muss er sehr mutig sein. Er beginnt, dem Vater

alle Plagen Ägyptens zu bereiten – und plötzlich

bekommt er dabei Hilfe.

junge töne: „Das Buch von allen Dingen“ –

Musiktheater von clemens nachtmann nach

guus Kuijer, mit einem libretto von

Manfred Weiß. nähere Informationen finden

Sie im Programmteil „junge töne“ (und auf

www.kindertheater.de).

KAThRIN LeueNBeRgeR

SIByLLe heINIgeR

Kleiner Riese Stanislas

1 D (andere Besetzungen möglich); ab 6 Jahren,

UA: Figurentheater lupine, 2009

Als Stanislas auf die Welt kommt, ist er winzig

klein. So klein wie ein kleiner Finger. Doch Stanislas

isst und isst und deshalb wächst er ungeheuer

schnell. Bald überragt er seine Freunde, bald ist er

schon so groß wie ein Baum. Den anderen Kindern

ist er peinlich, sie wollen nicht mehr mit ihm

spielen. Stanislas wird einsam und sehr schüchtern.

Er geht gar nicht mehr aus dem Haus, sondern

pflegt lieber seinen Dachgarten. Dort trifft

er eines Tages auf Arthur, die Ameise, die nicht

mehr mit ihren Kollegen in der Kolonne gehen

will. Arthur geht lieber immer geradeaus, er will

nämlich einen Fluss für sein Papierschiff finden.

Arthur weiß, dass es für jeden auf der Welt einen

Platz geben kann. Und Stanislas ist von so

viel Wagemut sehr beeindruckt. Doch erst als die

singende Giraffe Agathe ihn überredet, mit ihr in

den Zirkus zu gehen, beginnt für Stanislas seine

eigene Reise. Er wird mutig genug, sich von

Umwegen nicht mehr beirren zu lassen, er überwindet

Höhen und Tiefen. Und schließlich findet

Stanislas den Ort, an dem er glücklich wird.

„Kleiner Riese Stanislas“ wurde zu den Mülheimer

Kinderstücken 2010 eingeladen: „leuenbergers

dramatische Erzählung ist berührend einfach und

liefert vielleicht nicht nur für Figurentheater

großartige Bilder. Auch Stanislas findet am Ende

seinen Platz. Und seine größe spielt dann keine

Rolle mehr.“ (nInA PETERS)

Nominiert für den Mülheimer

Kinderstücke-Preis 2010

ASTRID LINDgReN

Die Brüder Löwenherz

Für die (große) Bühne bearbeitet von

christian Schönfelder; 1 D - 6 H (Doppelbesetzungen);

ab 8 Jahren, frei zur UA

Um den todkranken Krümel zu trösten und ihm

die Angst zu nehmen, erzählt ihm sein Bruder

Jonathan Löwe von Nangijala, dem schönen

Kirschtal, in dem sie sich einst wieder sehen werden.

Doch dann geschieht das Schreckliche: Jonathan

kommt bei einem Unfall ums Leben, und

Krümel hat fortan keinen sehnlicheren Wunsch

mehr, als ihm nach Nagijala zu folgen. Dort ist

Krümel zum ersten Mal wirklich glücklich und

ausgelassen. Bis Jonathan ihm von der großen Gefahr

erzählt, die dem friedlichen Tal droht: Tengil

Die Brüder Löwenherz: Theater an der Parkaue © christian Brachwitz

und sein Ungeheuer Katla wollen die Menschen

des Kirschtals zu Sklaven machen. Die Brüder

schließen sich dem Widerstand an. Und Löwenherzen

schlagen nun in ihrer Brust. Sogar der

kleine Karl überwindet am Ende seine Angst und

steht dem geliebten Bruder bei.

Erzähltheaterfassung:

Die Brüder Löwenherz

für die Bühne bearbeitet von christian

Schönfelder und Klaus Hemmerle; 2 D - 3 H; ab

10 Jahren; UA: Junges Ensemble Stuttgart, 2007

Die Schauspieler erzählen gemeinsam aus der

Ich-Perspektive. Das Zusammenspiel verdoppelt

die spielerische Ebene bei Astrid Lindgren, ermöglicht

schnelle Rollen- und Szenenwechsel

und rasche Ein- und Ausstiege zwischen den

dialogischen und erzählten Passagen. Die ausgewählten

epischen Beschreibungen definieren

neue Handlungsorte und schaffen Raum für die

Phantasie der Zuschauenden.

Ronja Räubertochter

Für die Bühne bearbeitet von Barbara Hass; nach

der Übersetzung ins Deutsche von Anna-liese

Kornitzky; 3 D - 6 H - 2 Dek und Simdek - 1 1 / 2 Std.; ab

7 Jahren; UA: Theater für Kinder, Hamburg, 1987

„In der Konfrontation mit der Außenwelt erfahren

Ronja und Birk, dass sie aufeinander angewiesen

sind; sie erleben Abenteuer und bestehen gefahren,

die sie trotz manchen Streits immer weiter

zueinander führen. So verbindet sich in dieser

geschichte der glaube an die Weisheit und Allmacht

der natur mit dem Vertrauen in die Fähigkeit

des Menschen, Konflikte friedvoll lösen

zu können.“ (KInDlERS lITERATURlEXIKOn)

Im Land der Dämmerung

Zur individuellen Dramatisierung; ab 5 Jahren;

DEA: Staatstheater; Braunschweig, 2000

Der kleine Göran ist schon seit langem krank

und muss im Bett liegen. Doch nachts kommt

Herr Lilienstengel und nimmt ihn mit ins Land

der Dämmerung, wo er lauter wunderbare Dinge

erlebt: Er isst leckere Bonbons von Bäumen,

steuert eine Straßenbahn, feiert Feste und angelt

vor Herrn Lilienstengels Häuschen vom Bootssteg

aus Barsche. Im Land der Dämmerung spielt

es keine Rolle, dass Göran ein krankes Bein hat.

Mio, mein Mio

Deutsch von Anna-liese Kornitzky;

2 D - 4 H - 10 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren;

DEA: Theater für Kinder, Hamburg, 1979

Lange schon wird Prinz Mio im Land der Ferne

erwartet. Denn er ist der Einzige, der den schrecklichen

Ritter Kato besiegen kann. Aber er findet

dort auch endlich seinen Vater und einen wahren

Freund.

junge töne: „Mio, mein Mio“ – Kinderoper von

constantin Régamey nach Astrid lindgren, mit

einem libretto von gerda Bächli. nähere Informationen

finden Sie im Programmteil „junge

töne“ (und auf www.kindertheater.de).

Karlsson vom Dach

Stück in zwei Akten; Deutsch von

Senta Kapoun und Dagobert nerding;

5 D - 7 H - Simdek - 1 3 / 4 Std.; ab 5 Jahren

DEA: nationaltheater, Mannheim, 1971

Auf dem Dach eines ganz gewöhnlichen Hauses,

direkt neben dem Schornstein wohnt ein kleiner

selbstbewusster Herr in seinen besten Jahren:

Karlsson vom Dach. Das weiß nur keiner, außer

Lillebror natürlich, denn Karlsson kommt immer

zu ihm durch das offene Fenster geflogen.

Leider hat Karlsson ganz andere Ansichten von

Dampfmaschinen, Bonbons und Sauberkeit als

Lillebrors Eltern …

Michel in der Suppenschüssel

Deutsch von Anna-liese Kornitzky;

4 D - 5 H - 2 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 5 Jahren;

DEA: Theater für Kinder, Hamburg, 1985

Selbst wenn Michel nur sparsam sein möchte und

den letzten Rest Suppe aus der Terrine schleckt,

werden seine guten Absichten völlig verkannt. Und

auch die Magd Lina weiß seine Hilfe beim Zähneziehen

überhaupt nicht angemessen zu schätzen!

Winter in Lönneberga oder

Wie Michel eine heldentat vollbrachte

Für die Bühne bearbeitet von Tristan Berger;

4 D - 3 H (auch mit 6 Darstellern spielbar);

ab 5 Jahren; UA: Theater auf Tour, 2011

Am Sonntag, den 18. Dezember vollbrachte Michel

eine „Heldentat, dass ganz Lönneberga jubelte

und alle seine Streiche vergeben und vergessen

wurden“. Denn Michel hatte Alfred das Leben

gerettet! Ganz allein hat er mitten in der Nacht

sein Pferd Lukas angespannt und den kranken

Knecht durch einen eisigen Schneesturm nach

Mariannelund zum Doktor gebracht. Dagegen ist

es doch wirklich nur eine Kleinigkeit, dass er zuvor

seinen Vater mit einem Schneeball mundtot

gemacht und die alte Maduskan in einer Wolfsgrube

gefangen hatte. Denn eigentlich wollte Michel

sowieso immer nur das Richtige tun. Und

dabei darf man, bekanntlich, nicht „knausern“.

Deshalb küsst Michel die Pastorsfrau auch gleich

mehrfach und davon ist selbst sein Vater Anton

ausnahmsweise gerührt.

Pippi Langstrumpf

Deutsch von Silke von Hacht; 4 D - 6 H -

Kinder - 6 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 5 Jahren;

DEA: Theater für Kinder, Hamburg, 1968

Pippi Langstrumpf wohnt mit ihrem Pferd und

dem kleinen Affen Herrn Nilsson in der Villa

Kunterbunt und macht, was sie will. Sie ist das

stärkste Mädchen der Welt, wunderbar unerzogen

und lügt ganz außergewöhnlich gut. Pippi

triumphiert über Einbrecher, Lehrerinnen und

Polizisten und ist für Tommy und Annika eine

großartige Freundin.

Pippi auf den sieben Meeren

Für die Bühne bearbeitet von Stefan Schroeder;

2 D - 4 H; ab 5 Jahren; UA: Theater auf Tour 2011

Etwas Fürchterliches ist passiert: Heimtückische

Piraten haben Pippis Vater, den berühmten Kapitän

Langstrumpf, entführt! Zum Glück findet

Pippi seine Flaschenpost und sofort bricht sie

zusammen mit Tommy und Annika zu einer

Rettungsaktion auf. Mit Hilfe einer alten Wahrsagekugel,

eines abenteuerlichen Fluggeräts und

einer großen Menge Dynamits gelingt es den

drei Kindern tatsächlich, den Kapitän vor dem

sicheren Hungertod zu bewahren. Sogar den

Langstrumpf‘schen Schatz hätten sie fast noch

in Sicherheit bringen können, hätten nicht Blut-

Svente und Messer-Jocke zu einem besonders

fiesen Trick gegriffen. Weil die beiden aber weit

weniger helle als fies sind, hat Pippilotta Langstrumpf

wenig Mühe, sie zu einem recht unvorteilhaften

Tausch zu ‚überreden‘. Am Ende stechen

unsere Helden mit zwei schönen Schiffen

und dem Schatz in See, während Blut-Svente und

Messer-Jocke immerhin noch eine Axt und ein

Buch über den Floßbau in Händen halten.

Südsee-Abenteuer mit Pippi:

Pippi in Taka-Tuka-Land

Für die Bühne bearbeitet von Heidi Ernsti und

Ralph Reiniger; 5 D - 4 H - Stat. - 2 Dek - 1 1 / 2 Std.;

ab 5 Jahren

Pippi plündert den Weihnachtsbaum

Für die Bühne bearbeitet von

Tristan Berger; 3 D - 4 H; ab 5 Jahren;

UA: Theater auf Tour, 2006

Mittanzen sollen bei Pippis Weihnachtsfest nicht

nur die Weihnachtsbäume, sondern auch alle

Kinder der Stadt, sogar der einsame kleine Elof.

Nur Frau Finkvist bekommt nichts von der Torte,

weil sie eine gar zu dumme Person ist. Und dem

sehr feinen Herrn, der ganz unverschämt die Villa

Kunterbunt kaufen will, wird eine ordentliche

Lektion erteilt.

An Weihnachten kann Pippi neben ihrem anarchischen

Witz auch ihre gefühlvolle Sorge um

die Freundinnen und Freunde zeigen. Aber auch

auf gute alte Bekannte wie Donner-Karlsson und

Blom muss das Publikum in Tristan Bergers Bühnenbearbeitung

nicht verzichten – es muss nur

ein bisschen Phantasie mitbringen!

Meisterdetektiv Kalle Blomquist

Die spannende Kriminalgeschichte; für

die Bühne bearbeitet von Eberhard Möbius;

2 D - 6 H - 2 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren;

DEA: Theater für Kinder, Hamburg, 1974

Kalle Blomquist überführt mit gewohnt kriminalistischem

Gespür einen gesuchten Juwelendieb!

Rasmus, Pontus und

der Schwertschlucker

Deutsch von Senta Kapoun;

3 D - 7 H - 2 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren;

DEA: Theater der Jugend, Bonn, 1972

Weil seine Schwester Liebeskummer hat, beschließt

Rasmus, zusammen mit seinem Freund

Pontus nachts in die Villa des treulosen Lieb-

31


Kinderstücke von A bis Z Kinderstücke von A bis Z

32

habers einzusteigen und die Schwester zu rächen.

Alfredo, der tagsüber auf dem Jahrmarkt

Schwerter schluckt und des Nachts Tafelsilber

klaut, befindet sich in dieser Nacht mit seinem

Komplizen auf einem „Streifzug“ und steigt in

dieselbe Villa ein …

Rasmus und der Landstreicher

Deutsch von Senta Kapoun und Dagobert

nerding; 6 D - 6 H - Simdek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren;

DEA: Theater für Kinder Hamburg, 1972

Eigene Eltern zu haben, das ist der größte Wunsch

der Kinder aus dem Waisenhaus. Weil die Leute

immer nur Mädchen mit Locken wollen, macht

sich Rasmus selber auf die Suche nach Eltern.

Schon bald begegnet ihm Oskar, der Landstreicher.

Mit ihm geht er auf die Reise und findet das

Landstreicherleben herrlich, bis sie plötzlich in

eine schlimme Sache verwickelt werden!

BOy LORNSeN

Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt

Für die Bühne bearbeitet von Eberhard Möbius;

2 D - 5 H; ab 8 Jahren; UA: Theater für Kinder,

Hamburg

Wenn ein fähiger Roboter wie Robbi und ein

talentierter Erfinder wie Tobbi gemeinsam eine

Reise machen, um eine vertrackte Rätselaufgabe

zu lösen, wenn diese Reise auch noch in einem

selbstkonstruierten Fliewatüüt vor sich geht,

einem Allzweck-Hubschrauber, der auch zu Lande

und zu Wasser einsetzbar ist, dann passiert viel

Aufregendes.

Herzlichen

Glückwunsch

zum 75.

Geburtstag!

PAuL MAAR

Was gackert denn da?

gedichte, Reime und Rätsel von Paul Maar

für die Bühne bearbeitet von Manfred Jahnke;

5 D (auch als gemischtes Ensemble möglich);

ab 4 Jahren, UA: akademietheater Ulm, 2008

Fünf Spielerinnen zeigen einen Kindertag in

Reimen. Sie werden mit lustigen Gedichten geweckt

und schlafen mit einem Abendlied ein. Fast

das ganze Leben ist für Kinder noch ein Rätsel,

doch wenn es sich reimt, dann macht das Raten

großen Spaß.

„gewohntes erscheint ungewohnt und neu, das

Zauberhafte ganz normal, Worte vermählen sich

und gehen mitunter seltsame Verbindungen ein …“

(Bn – öSTERR. BIBlIOTHEKSWERK)

In einem tiefen, dunklen Wald

Ein Märchen in der Bearbeitung von

Paul Maar und Rainer lewandowski;

3 D - 4 H - Simdek; ab 7 Jahren; UA: E.T.A.

Hoffmann Theater, Bamberg, 2000

In einem tiefen, dunklen Wald

Für die Bühne bearbeitet von christopher

gottwald und Rainer Hertwig; 2 D - 2 H; ab 7

Jahren; EA: Theater Pfütze, nürnberg 2001

Weil ihr keiner der Bewerber, die um ihre Hand

anhielten, gefiel – sie war nämlich nicht nur ziemlich

schön, sondern auch ziemlich hochmütig –

kam Prinzessin Henriette-Rosalinde-Audora auf

die ungewöhnliche Idee, sich von einem Untier

entführen zu lassen. Dann würden wohl die mutigsten

Prinzen von weit her kommen, um sie zu

PAuL MAAR ist einer der beliebtesten und erfolgreichsten deutschen

Kinder- und Jugendbuchautoren. Er wurde am 13. Dezember

1937 in Schweinfurt geboren, studierte Malerei und Kunstgeschichte

und war einige Jahre als Lehrer und Kunsterzieher an einem

Gymnasium tätig, bevor er den Sprung wagte, sich als freier Autor

und Illustrator ganz auf seine künstlerische Arbeit zu konzentrieren.

Sein Werk wurde mit zahlreichen bedeutenden Auszeichnungen

gewürdigt, u.a. mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis und dem

Assitej-Preis. Für seine Verdienste um Kunst und Bildung wurde er

vom Bayerischen Staatsministerium geehrt.

AUS DER lAUDATIO ZUR VERlEIHUng DES ASSITEJ-PREISES 2007:

„Paul Maar gehört zu den meistgespielten Autoren des Kinder- und Jugendtheaters.

Mit seinem bis heute oft gespielten Stück „Kikerikiste“ von

1973 wirkte er stilbildend, indem er mit den Mitteln des Theaters eine Parabel

erzählt und den Spielcharakter hervorhebt. Während seine Kinderbücher

am Schreibtisch entstanden, ließ er sich im Kindertheater immer

wieder auf den Probenprozess als Inspiration ein. (...) Als einer der erfolgreichsten

Kinderbuchautoren hat er aber auch dafür gesorgt, dass das

Kinder- und Jugendtheater auch in der Kinder- und Jugendliteraturszene

zum diskutierten gegenstand wurde, etwa bei der Deutschen Akademie

für Kinder- und Jugendliteratur in Volkach. Obendrein ist er bisher der

einzige Autor, der die Autorenförderung des Kinder- und Jugendtheaters

mit dem Paul Maar-Stipendium auch finanziell maßgeblich unterstützt.

Vor diesem schon ein ganzes Künstlerleben andauernden Engagement

für das Kinder- und Jugendtheater verneigen wir uns.“

befreien, hofft sie. Doch das Untier – vermutlich

ein Vegetarier – ist nicht im Geringsten an der

Prinzessin interessiert, sondern nur an den Pralinen,

die sie bei sich hat. Und auch sonst läuft

nicht alles nach Plan …

Kikerikiste

3 H - 1 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 4 Jahren;

UA: Theater für Kinder, Hamburg, 1973

Die Clowns Kümmel und Bartholomäus betrachten

die Welt voller Staunen. Während die beiden

spielen und streiten, tritt der Musikmarschierer

auf. Er kommandiert sie herum und nutzt sie aus

– so lange, bis Kümmel und Bartholomäus erkennen:

Wenn sie zusammenhalten, kann der Musikmarschierer

ihnen nichts anhaben.

Lippels Traum

4 D - 5 H - 4 Dek und Simdek, 2 Std.;

ab 7 Jahren; UA: Theater Pfütze in Koproduktion

mit dem Stadttheater Fürth, 1995

Ist Lippels Traum aus dem Orient gar kein

Traum? Sind Asslam und Hamide aus der Wüste

nicht in Wirklichkeit die beiden neuen türkischen

Mitschüler? Aber bevor Lippel das herausfinden

kann, muss er noch eine sehr böse Tante überlisten,

damit Asslam und Hamide endlich zu ihrem

Vater, dem Sultan, zurückkehren können.

eine Woche voller Samstage

3 D - 5 H - 5 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren;

UA: Fränkisches Theater Schloss Maßbach,

Theater für Kinder, Hamburg, 1986

Eines Tages sucht sich das Sams den ängstlichen

und biederen Herrn Taschenbier als neuen Papa

aus. Und damit bleibt nichts mehr, wie es einmal

war. Dahin ist die Ruhe und Beschaulichkeit.

Aber ganz langsam wird Herr Taschenbier

immer fröhlicher, immer unangepasster, ja ganz

einfach immer „samsiger“!

Wie es mit dem Sams weitergeht:

Am Samstag kam das Sams zurück

3 D - 5 H - 5 Dek und Simdek - 1 1 / 2 Std.

ab 6 Jahren, UA: E.T.A. Hoffmann-Theater

Bamberg, 1992

Neue Punkte für das Sams

5 D - 3 H - 1 1 / 2 Std.; ab 5 Jahren; UA: E.T.A.

Hoffmann-Theater, Bamberg, 1993

ein Sams für Martin Taschenbier

Für die Bühne bearbeitet von Stefan Schroeder;

4 D - 5 H, Statisten; ab 6 Jahren; UA: frei

Sams in gefahr

Für die Bühne bearbeitet von christian

Schidlowsky und Paul Maar; 3 D - 4 H;

ab 6 Jahren; UA: Fränkisches Theater

Schloss Maßbach, 2004

Sams in gefahr

Für die Bühne bearbeitet von

Paul Maar und Markus Hörner;

3 D - 5 H - 5 Dek; ab 6 Jahren

Die Maschimaschine

2 D - 3 H - 1 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren;

UA: Badische landesbühne Bruchsal, 1978

Vier Akteure wissen nicht recht, wie es los gehen

soll, das Stück. Sie versuchen zu improvisieren.

Doch ihr Requisit, die Maschimaschine, ist leider

eine sehr echte und nicht ungefährliche Maschine.

Freunderfinder

Unter Mitarbeit von René geiger; 3 D - 2 H -

2 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 8 Jahren; UA: Württembergische

landesbühne, Esslingen, 1982

Manchmal, wenn man keine Freunde findet,

muss man sie eben erfinden. Eine behutsame Geschichte

über Einsamkeit und Freundschaft.

Mützenwexel

4 D - 2 H - 1 Dek - 1 1 / 2 Std.;

ab 8 Jahren; UA: Württembergische

landesbühne, Esslingen, 1981

„Meine grundidee war es, eine ganz normale Familie

darzustellen, Vater, Mutter und einige Kinder,

vielleicht noch eine Tante oder eine großmutter.

Dann kommt ein phantastisches Element hinzu: Jemand

klingelt und gibt eine Mütze ab. Die Familie

sagt: „Was sollen wir denn mit der Mütze?“ Einer

setzt sie zufällig auf, und in dem Moment, wo er die

Mütze aufhat, hat er die absolute Macht über die

Familie, und das Familienleben muss so laufen, wie

er das möchte.“ (PAUl MAAR)

Der Aufzug

3 D - 3 H - 1 Simdek - 1 1 / 2 Std.

ab 6 Jahren; UA: lTT, Tübingen, 1999

Ein sonderbarer Aufzug bringt Rosa auf eine verrückte

Reise durch die Stockwerke.

PAuL MAAR/KNISTeR

Das Spielhaus

Theaterstück für geistig behinderte Kinder

2 D oder 2 H - 1 Dek - 1 1 / 2 Std.

UA: Theater Oberhausen, 1981

Paul und Knister finden ein Bilderbuch mit der

Bauanleitung für ein Haus. Sie beginnen zu bauen

und verwechseln dabei lange und kurze Bretter,

dicke und dünne Bauteile, runde und eckige,

usw. Darüber streiten sie sich, geraten in Wut oder

freuen sich und lernen, dass am besten vorwärts

geht, wenn man sich kooperativ verhält.

NeLe uND PAuL MAAR

Papa wohnt jetzt in der heinrichstrasse

2 D - 1 H - Simdek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren;

UA: Theater Pfütze, nürnberg, 1992

„Am Anfang sitzt eine junge Frau auf der offenen

Bühne in einem Sofa und blättert in ihrem

Fa milienalbum. Sie zeigt den anderen die Bilder

und fängt an, aus ihrer Kindheit zu erzählen, als

sich ihre Eltern gestritten haben und sich scheiden

ließen. Während sie das erzählt, treten die Eltern

auf, erst schattenhaft, stumm links und rechts,

dann immer lebendiger.“ (PAUl MAAR)

PAuL MAAR / uLRIch LIMMeR

herr Bello und das blaue Wunder

2 D - 3 H; ab 6 Jahren; UA: Stadttheater Fürth,

Fränk. Theater Schloss Maßbach 2007

Eine knurrige alte Frau bringt eines Tages einen

geheimnisvollen blauen Saft in die Apotheke

von Max Sternheim und seinem Papa. Der Hund

Bello ist unvorsichtig genug, die ganze Flasche

auszuschlabbern – und verwandelt sich dadurch

blitzschnell in einen Menschen, genauer in den

etwas wunderlichen „Herrn Bello“. Dummerweise

ist Hund (und Herr) Bello in Frau Lichtblau verliebt,

die auch Maxens Papa sehr mag. Max mag sie

nicht, denn er will überhaupt keine neue Mama.

Und Frau Lichtblau schließlich mag vor allem Ehrlichkeit.

Aber wie soll man denn ehrlich erklären,

dass man einen Hundeherrn in der Familie hat?

Das Sams: Theater Bielefeld © Philipp Ottendörfer

PAuL MAAR

chRISTIAN SchIDLOWSKy

Peer & gynt

2 D - 3 H (Doppelbesetzungen); ab 6 Jahren;

UA: Fränk. Theater Schloss Maßbach und

Stadttheater Fürth 2009

Peer glaubt ganz fest daran, dass es Trolle gibt.

Seine Mutter Aase und Lehrer Grieg halten ihn

deshalb für einen unverbesserlichen Lügner.

Doch als Peer tatsächlich die Trollprinzessin Gynt

trifft, beginnt für ihn ein großes Abenteuer unter

der Erde, im Trollreich. Dass es bei den Trollen als

Frechheit gilt, sich zu bedanken und eine Ohrfeige

etwas sehr Gutes ist, sorgt zunächst für einige

Missverständnisse. Aber Peer und Gynt beweisen,

dass Liebe viel stärker ist als die vermeintlich unüberwindlichen

kulturellen Unterschiede. Sie zei-

33


Kinderstücke von A bis Z Kinderstücke von A bis Z

34

gen uns, dass wir das Fremde in uns und der Welt

nicht fürchten müssen, sondern dass es unser

Leben kreativ verändern kann. Wir müssen nur

beginnen, uns zu unterhalten – notfalls auch mit

Händen und Füßen.

„(…) Maar und Schidlowsky sprechen ein Thema an,

das in multikulturellen Klassen zum ganz normalen

Schulalltag gehört. Spielerisch (…) inszeniert, geht

es hier schnörkellos und temporeich um grenzen

und ihre Überwindung durch Toleranz und neugier.

Und es geht auch ein bisschen darum, sich von den

Eltern und ihren Konventionen und Vorstellungen

abzunabeln, um einen eigenen Weg zu suchen.“

(nürnberger nachrichten)

F.A.u.s.T. – Furiose Abenteuer

und sonderbare Träume

2 D - 3 H - 1 Simdek; ab 8 Jahren; UA: Theater

Pfütze im Stadttheater Fürth, 1999

Faust kommt vom lateinischen Wort ‚faustus‘ und

bedeutet ‚der Glückliche’. So erklärt es dem Bettelknaben

Johann Faust seine Großmutter, eine

weise Kräuterfrau. Aber Faust ist alles andere als

glücklich. Denn die Dorfkinder verspotten und

quälen ihn, und am Schlimmsten treibt es Rufus,

der arrogante Sohn des Stadtvogts. Er sorgt sogar

dafür, dass Fausts Großmutter als Hexe verbrannt

wird. Faust, der es auf seiner Suche nach dem

Glück mittlerweile zum Wunderdoktor gebracht

hat, sinnt auf Rache – und schließt einen gefährlichen

Pakt mit dem Teufel!

Rasantes mittelalterliches Spektakel mit Bänkelsang,

bei dem sich historische Fakten mit den Legenden

um den sagenumwobenen Dr. Faust zu

einem „furiosen Abenteuer“ vereinigen.

Klaras engel

2 D - 4 H (Doppelbesetzung)

ab 8 Jahren; UA: Koproduktion; Fränk. Theater

Schloss Maßbach/Stadttheater Fürth 2005

Ausgerechnet in Klaras Familie soll der Erzengelanwärter

Athanasius für ein glückliches Weihnachtsfest

sorgen! Eine fast unlösbare Aufgabe, denkt

man da an die Katastrophen der letzten Jahre …

Ein modernes Weihnachtsmärchen!

PAuL MAAR/SePP STRuBeL

Die Opodeldoks

Für die Bühne bearbeitet von Thomas Klischke

und Sophie linnenbaum; 2 D - 3 H- 1 St.; ab 6

Jahren; UA: Fränkisches Theater Schloss Maßbach,

2008; Auch in einer großen Fassung für

Freilicht- und Amateuraufführungen erhältlich

(19 D - 11 H - 7 stumme nebenrollen)

Der kleine Deldok wohnt mit seiner Deldokfamilie

und einigen Hennen im Tal des Graslandes.

Die Deldoks haben es eigentlich recht gemütlich.

Aber es ist doch etwas eng, findet Deldok, und

langweilig. Er würde so wahnsinnig gerne herausfinden,

was sich hinter den Bergen befindet.

„Gar nichts“, lautet die dogmatische Antwort der

ganzen Familie. Aber das überzeugt den Jungen

nicht lange. Und so plant er heimlich eine trickreiche

Flucht, begleitet nur von der heldenhaften

Henne Helene. Hinter den Bergen findet Deldok

lauter komische Dinger mit rundem Gras dran.

Und außerdem trifft er auch auf Mogla und ihre

Familie. Doch die sind gar nicht erfreut, ihn zu

sehen. Ob wohl die gefährlichen Hüpfkisten der

Grund für ihre Feindseligkeit sind? Und was hat

überhaupt ein silbernes Ei mit alledem zu tun?

Deldok muss eine ganze Menge Rätsel und Probleme

lösen – doch findet er dabei nicht nur einen

Hahn für Helene, sondern sogar einen verlorenen

Onkel.

Auf heitere Weise wird in diesem Stück Engstirnigkeit

durch Abenteuermut und eine große Lust

auf das ‚Andere’ überwunden. Am Ende sind alle

über die trennenden Berge und sogar ihren eigenen

Schatten gesprungen – und hatten eine Menge

Spaß dabei.

MARITgeN MATTeR

ein Schaf fürs Leben

Zur individuellen Dramatisierung;

Deutsch von Sylke Hachmeister; ab 6 Jahren;

UA: Faro Theater, Bad Waldsee, 2004

In einer kalten Winternacht stapft Wolf durch

den Schnee – er ist sehr, sehr hungrig. Da sieht er

einen Stall und darin: Schaf. Das schaut ihm doch

nach einem netten Restaurant aus! Doch Hund

und Esel könnten das Nachtmahl stören. Deshalb

lockt er Schaf weg vom Hof und überredet es zu

einer Schlittenfahrt nach „Erfahrungen“. Schaf ist

begeistert und sehr beeindruckt von Wolfs Weltgewandtheit

– und, zugegeben, auch von seinem

tollen Schlitten. Nach und nach kommt Wolf jedoch

der eigene Menü-Plan durcheinander. Es ist

ein ganz „famoses“ Schaf, das da mit ihm den Abhang

hinuntersaust, das muss er schon zugeben.

Schließlich geht er sogar auf Schafs Vorschlag

ein, sich im kalten See einen Fisch zu angeln –

gegen den Wolfshunger!

Ob Schaf in dieser Geschichte wirklich naiv ist?

Oder weiß es, dass Erfahrungen eben nur machen

kann, wer dafür auf eine große Fahrt geht? Und

wer bereit ist, auch ein Risiko einzugehen? Mit

der unerschütterlichen Freundlichkeit und einer

cleveren Erfindungsgabe nimmt es Wolf seine

scheußliche Macht. Dennoch endet die Geschichte

nicht in einer rührseligen Freundschaft von Feinden,

sondern – noch viel mehr als das: in gegenseitigem

Erkennen.

Das gleichnamige Buch erhielt 2004

den Deutschen Jugendliteraturpreis

STeFAN MeNSINg

Sprünge

1 H - 1 Dek; ab 8 Jahren; UA: landestheater

Schwaben, 2002

„Sprünge“ setzt sich mit der Situation eines Kindes

in einer von Erwachsenen geprägten Welt

auseinander. Ein Junge, eingesperrt in einen Abstellraum

und allein gelassen mit seiner Angst,

Wut und Hilflosigkeit, findet einen eigenen Ausweg

durch die Kraft seiner Fantasie. „Sprünge“ ist

ein konsequentes und mutiges Stück, das Kinder

ernst nimmt und viel Material für eine Auseinandersetzung

bietet.

Das ferne Land

1 D - 1 H - 2 Dek; ab 10 Jahren; UA: frei

Ein Stück über das Erwachen der Liebe, über die

Sehnsucht nach dem Unbekannten und der Überschreitung

der eigenen Grenzen.

Lise

Ein Theaterstück nach Motiven des

Märchens „Der Frieder und das Katerlieschen“

von den gebrüdern grimm; 2 D - 4 H;

ab 10 Jahren; UA: frei

Lise ist eine junge Frau, der es trotz redlicher Bemühungen

nicht gelingt, die einfachsten Dinge

richtig zu tun. Ihre Geschichte ist eine des verzweifelten

Scheiterns – aber schließlich auch eine,

in deren Verlauf sich Lise neu erschafft.

chRISTINe NöSTLINgeR

geschichten vom Franz oder

Wie der Franz die gabi liebt

Für die Bühne bearbeitet von Rainer Hertwig;

4 D - 5 H (Doppelbesetzungen); ab 6 Jahren;

UA: Theater auf Tour, 2006

Vom Franz kann man sehr viele kluge Dinge lernen.

Nicht nur wie man am besten ‚nicht-streitet‘,

sondern auch, wie man mutig sein kann, wie man

jemanden wirklich lieb haben kann oder wie man

das Piepsen besiegt. Am Ende weiß man ganz

sicher, dass es keinen Grund braucht, um eine

Freundin lieb zu haben – auch wenn der eigene

Papa das natürlich nicht versteht, weil die Freundin

Gabi dem Franz nämlich dreimal die Woche

Kummer macht.

Auch an Weihnachten hat es

der Franz nicht leicht:

Weihnachtsgeschichten vom Franz

Für die Bühne bearbeitet von Rainer

Hertwig; 3 D - 4 H; ab 6 Jahren; UA: Dschungel

Wien, 2010

Konrad oder Das Kind aus

der Konservenbüchse

2 D - 6 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 5 Jahren;

UA: Theater für Kinder, Hamburg, 1979

Die eigenwillige Berti Bartolotti bekommt irrtümlich

ein Paket zugestellt. In der Konservenbüchse

ist nicht Corned Beef, sondern: Konrad, das Musterkind!

Frau Bartolotti ist jedoch immer auf alles

gefasst und schließt den Jungen sofort ins Herz.

Damit Konrad nicht doch noch den rechtmäßigen

Bestellern übergeben wird, entwickelt sie einen ausgeklügelten

Plan, in dessen Verlauf Konrad „spinatwerfen“

und fluchen lernt!

SuSANN OPeL-göTZ

Ab heute sind wir cool

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 5 Jahren; frei zur UA

Leo und Mug beschließen, ab heute cool zu sein.

Nichts leichter als das: Sonnenbrille auf die Nase,

laute Musik, dass die Wände wackeln, Gruselfilme

anschauen (damit die Haare schön cool zu Berge

stehen) und auf jeden Fall sehr lange aufbleiben.

Coole Jungs halten sich außerdem Würgespinnen

oder Giftratten und dürfen sich auf gar keinen

Fall und niemals gut benehmen. Leo und Mug

sind im Handumdrehen wirklich irrsinnig cool

– aber so richtig glücklich sind sie dabei leider

nicht. Denn dummerweise mögen sie überhaupt

keine Spinnen und, ehrlich gesagt, würden sie lieber

Kinderfilme als Gruselschocker sehen. Das ist

doch total uncool, oder nicht?

Prinzessin Anna oder

Wie man einen helden findet

Zur individuellen Dramatisierung; ab 5 Jahren

Als der alte König in Rente geht, bekommt Prinzessin

Annabel von ihm das halbe Königreich.

Wieso nur das halbe?, fragt Annabel empört,

denn sie ist es gewöhnt, stets das Ganze vom

Besten, Größten und Schönsten zu bekommen!

Doch so und nicht anders wird es bestimmt: die

zweite Hälfte ist nämlich für den Helden gedacht,

der sie retten und heiraten wird. Doch Annabel

will keinen Helden! Nie und nimmer. Eventuell

ein ganz klein wenig … Aber es kommt überhaupt

keiner, nicht der kleinste Held. Weder Erbsenbrei

noch Zwerge oder Froschküsse zaubern ihn herbei.

Annabel fühlt sich selbst plötzlich ganz halbiert.

Da entdeckt sie den Puppenspieler Jakob

auf der Schlosswiese. Ob er vielleicht das Zeug zu

einem echten Helden hat?

junge töne: „Prinzessin Anna oder Wie man

einen Helden findet“ – Singspiel von Jakob Vinje

nach Susann Opel-götz, mit einem libretto

von Wolfgang Adenberg. nähere Informationen

finden Sie im Programmteil „junge töne“

(und auf www.kindertheater.de).

eLS PeLgROM

Die wundersame Reise der kleinen Sofie

Für die Bühne bearbeitet von Alice Quadflieg;

2 D - 5 H (Doppelbes.); ab 8 Jahren; frei zur UA

Sofie stellt viele ungewöhnliche Fragen, denn sie

möchte noch so viel vom Leben kennenlernen.

Stattdessen muss sie den ganzen Tag krank im

Bett liegen. Bis eines Nachts ihr Kater Terror in

Sofies Kinderzimmer ein Theaterstück aufführt;

es soll ein sehr langes Stück sein und es hat keinen

Titel. Aber Terror verspricht, dass alles darin vorkomme,

was das Leben zu bieten hat! Die Puppen

und Stofftiere im Publikum bekommen mächtig

Angst vor diesem Stück und keiner möchte mitspielen.

Bis auf Langer Lappen, Bär und – das

Mädchen Sofie! Und dann beginnt sich Terrors

Theater-Prospekt plötzlich zu drehen, schneller

und immer schneller, so schnell, dass Sofie den

ein Schaf fürs Leben: Theater Marabu © ursula Kaufmann

Sturm auf der Haut spürt und den peitschenden

Regen. Ihr Kinderzimmer ist mit einem Mal fern

und vergessen. Das Leben, lernt Sofie, hat wirklich

eine Menge zu bieten. Sie lernt den Hunger

kennen und den Überfluss, Recht und Unrecht,

die Selbstsucht und die Loyalität, das Schöne, das

Hässliche. Sofie rettet Bär vor dem Untergang

und Bär rettet Langer Lappen vor dem Galgen.

Aus der Waagschale des Lebens wünscht Sofie

sich für Langer Lappen eine warme Jacke und verliert

dafür ihre langen, schönen Haare. Eine Weile

lebt sie deshalb im Heim für misslungene Kinder,

wo es schön und heiter ist. Doch auch das endet.

Schließlich springt sie sogar aus einer Torte für

den König, der darüber leider fuchsteufelswild

wird. So flieht sie mit ihren Freunden auf ein

Schiff, das in einem großen, mächtigen Strudel

untergehen wird. Das Stück und das Leben, die

so viel zu bieten hatten, sind zu Ende. Und alle

trauern um Sofie. Doch zum Glück warten Terror,

Langer Lappen, Bär und die schöne Annabella am

nächsten Tag schon in einem flotten Auto – und

zusammen mit Sofie brausen sie davon.

uLRIch PeNQuITT

13 Minuten. hitlerattentäter

Johann georg elser

1 D - 2 H (auch 2 H möglich); ab 10 Jahren;

UA: Trias Theater Ruhr

„Bereits im Herbst 1938 entschließt sich der Schreiner

Johann georg Elser, die nationalsozialistische

Führung – Hitler, göring und goebbels – zu töten.

Er will so den drohenden Krieg verhindern. Elser

weiß, dass Hitler regelmäßig am 8. november zum

Jahrestag seines Putschversuches von 1923 im Münchener

Bürgerbräukeller spricht. Elser verschafft

sich Zugang zum Veranstaltungsort und stellt fest,

dass der Saal nicht bewacht ist. In wochenlanger

Arbeit präpariert er dort ein Jahr später eine

tragende Säule des Veranstaltungssaales für die

Aufnahme eines Sprengkörpers. Hitler verlässt am

8. november 1939 unerwartet nur wenige Minuten

vor der Explosion den Versammlungssaal und entkommt

so dem Anschlag.“ (www.georg-elser.de)

Johann Georg Elser ist heute weit weniger bekannt

als die Attentäter des 20. Juli. Denn Elser ist

ein unbequemer Attentäter. Er war der ‚einfache

Mann‘ aus dem Volk, ohne große Bildung, ohne

tiefe Einblicke in die Pläne der nationalsozialistischen

Führung. Doch er war sich bewusst, dass

diese Pläne unweigerlich zum Krieg führen werden.

Seine Tat widerlegt damit das gerne bemühte

‚Man habe doch von nichts wissen können‘. Ein

einfacher Kunstschreiner wusste genug, um mit

dem ganzen Mut eines zum besseren Leben entschlossenen

Individuums die logische und naheliegende

Konsequenz aus diesem Wissen zu

ziehen: dass er Hitler und seine Gewährsmänner

töten muss. Wäre das Attentat gelungen, hätte es

die Welt verändert. Johann Georg Elser wurde am

9. April 1945, wenige Wochen vor Kriegsende, im

Konzentrationslager Dachau ermordet.

junge töne: Zu diesem Stück wird ab 2013 eine

Komposition für Zither und Zuspielung von clemens

nachtmann erhältlich sein.

MIRJAM PReSSLeR

Malka Mai

Für die Bühne bearbeitet von Ulrike Hatzer und

Andreas Steudtner; 3 D in wechselnden Rollen;

ab 10 Jahren; UA: Junges Theater des Hans Otto

Theater Potsdam, 2008

In ihrer Bearbeitung des Romans für die Bühne

folgen Ulrike Hatzer und Andreas Steudtner der

eindeutigen Parteinahme Mirjam Presslers für die

Opfer der Shoah. Sie machen den Schock fühlbar,

den ein Kind durch den Zusammenbruch

der bekannten Welt und die unverständliche und

unvorstellbare Grausamkeit, die darauf folgte, erleiden

musste. Malka wird, weil sie ‚Jüdin’ ist, von

einem Menschen zu einem bloßen Ding degradiert

und als solches der Vernichtung preisgegeben.

Der unsentimentale, fast spröde Bühnentext

gibt keine Anweisungen zum richtigen Verstehen,

sondern ermöglicht es dem jungen Publikum

nachzuvollziehen, welche Bedeutung und Folge

die Aufkündigung des zivilisatorischen Grundsatzes

hat, dass wir alle gleiche Menschen sind.

Das individuelle Schicksal wird durch die präzise

und knappe Darstellung zum überindividuellen.

Im Sinne Claude Lanzmanns soll das Publikum

„nicht weinen“, auch nicht um das eine Kind, das

doch hätte verschont bleiben sollen, sondern es

soll zur Auseinandersetzung angeregt werden.

35


36

Räuber hotzenplotz: Theater St. gallen

OTFRIeD PReuSSLeR

wurde am 20. Oktober 1923 im nordböhmischen

Reichenbach geboren. Er zählt zu den

namhaftesten und erfolgreichsten Kinderbuch-

und Kindertheaterautoren in deutscher Sprache.

Mittlerweile verzeichnen die Werke von

Otfried Preußler eine weltweite Gesamtauflage

von 45 Millionen Exemplaren und seine Bücher

liegen in 55 Sprachen und über 340 fremdsprachigen

Ausgaben vor.

Prägend für sein literarischen Schaffen waren

stets auch die volkstümlichen Geschichtenerzähler,

allen voran seine Großmutter Dora, die

über einen unerschöpflichen Fundus verfügte.

„Das Geschichtenbuch meiner Großmutter, das

es in Wirklichkeit überhaupt nicht gegeben hat,

ist das wichtigste aller Bücher für mich, mit

denen ich je im Leben Bekanntschaft gemacht

habe.“ Aus der böhmischen Heimat schöpft

Otfried Preußler seine Erzählstoffe. Als kleiner

Junge ist er oft mit seinem Vater unterwegs,

der die Sagen des böhmischen Isergebirges

zusammenträgt. Mit ihm sitzt er abends beim

Schein der Petroleumlampe in den Stuben der

Leute, lauscht ihren Geschichten von Zauberern,

Raubschützen, Hexen, Wassermännern

und Gespenstern.

Otfried Preußler, der für sein literarisches Werk

mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden

ist, sagt von sich selber: „Ich schreibe mit

besonderer Vorliebe für Kinder, weil ich Kinder

gern habe. Und weil ich zu der Überzeugung

gekommen bin, dass Kinder das beste, klügste

und dankbarste Publikum sind, das ein Autor

sich wünschen kann.“

Anlässlich seines runden geburtstages wird vom

12.-16. Juni 2012 ein KInDER-KÜnSTE-FEST in

Stuttgart stattfinden. Unter dem Motto „Spielwiese

- Spielweise“ werden Ausschnitte aus seinem

reichen Werk gezeigt: in Theater und Film, als

Hörbuch, lesung und Buchkunst. Kinder sollen die

Möglichkeit bekommen, die verschiedenen Künste

kennenzulernen und miteinander zu vergleichen,

sie sind Zuschauer und können zugleich die unterschiedlichen

Kunstformen in zahlreichen Workshops

selbst ausprobieren. Das Festival schließt

mit der einmaligen Vergabe des Otfried-Preußler-

Kinderstückepreises (dotiert mit 10.000 Euro) und

einem Fachsymposium, auf dem in interdisziplinärer

Weise über unterschiedliche Erzählformen für

Kinder in der gegenwart diskutiert werden soll.

Die Partner des Festivals sowie Informationen

rund um die Veranstaltungen und den Stückepreis

finden Sie auf www.spielwiese-preussler.de.

Kinderstücke von A bis Z

Herzlichen

Glückwunsch

zum 90.

Geburtstag!

„ Mein Angebot als Geschichten-

erzähler sind Spielwiesen für die

Phantasie. Es gibt hinreichend

Schulen in Deutschland, an Spiel-

wiesen für Kinder kann es nie genug

geben. Erst recht nicht an Spiel-

wiesen für die Phantasie.“

Die Abenteuer des starken Wanja

Für die Bühne bearbeitet von Tristan

Berger; 6 Darsteller/innen (Mehrfachbesetzungen);

ab 8 Jahren; frei zur UA

Wanja ist ein leidenschaftlicher Tagträumer

und Faulpelz - sehr zum Leidwesen seiner Brüder

Sascha und Grischa. Als er eines Tages im

Wald liegt und müßig in den Himmel schaut,

kommt ein blinder Alter des Wegs und prophezeit

ihm, dass er einst Zar werden würde. Doch

dafür müsse er zuerst stark werden: sieben

Jahre dürfe er nichts anderes essen als sieben

Säcke Sonnenblumenkerne und dabei müsse

er schweigend auf dem Ofen liegen. Wanja

staunt nicht schlecht, doch er tut, wie ihm geheißen

- faulenzen kann er schließlich hervorragend.

Er schweigt als seine Tante Akulina

sich Sorgen macht, er schweigt auch über die

vielen Pöbeleien seiner Brüder, doch als sie ihn

schließlich mit Gewalt vom Ofen holen wollen,

da hebt Wanja das Dach der Hütte hoch: Er ist

nicht mehr länger der faule Wanja, jetzt ist er

der starke Wanja! So bricht er auf, um den Zarenthron

zu besteigen. Auf seinem Weg muss er

gegen den Och, die Baba Jaga und schließlich gegen

Foma Drachensohn kämpfen. Er bezwingt

sie nicht nur durch seine schiere Körperstärke,

sondern auch weil Wanja im Herzen stark geworden

ist. Er ist ein Zar wie er im Buch steht:

klug und mitfühlend, mit einem starken, großen

Herzen.

tristan BerGer (geb. 1959) war von 1993-

1997 intendant des theaters halle, danach

u.a. leitender Dramaturg der schlossFestspiele

ettlingen. als freiberuflicher autor, regisseur und

Dramaturg arbeitet tristan Berger für zahlreiche

theater, hörspielverlage und hochschulen. er

schreibt für theater der Zeit und war bereits in

zahlreichen Jurys tätig, zuletzt als Kurator der

augenblick Mal 2011.

37


Kinderstücke von A bis Z

38

OTFRIeD PReuSSLeR

Der Räuber hotzenplotz

Eine Kasperlgeschichte; 2 D - 5 H - 3 Dek -

1 1 / 2 Std.; ab 5 Jahren; UA: Theater für Kinder,

Hamburg, 1969

Der Räuber Hotzenplotz hat Großmutters Kaffeemühle

geraubt. Grund genug für Kasperl und

Seppel, dem Mann mit den sieben Messern das

Handwerk zu legen. Das ist jedoch gar nicht so

einfach: Denn sie laufen direkt in die Falle des

fiesen Räubers. Während Seppel beim Hotzenplotz

zur Strafe schuften muss, wird Kasperl gegen

einen Sack Schnupftabak an den Zauberer

Petrosilius Zwackelmann verkauft. Die Zukunft

der beiden sähe finster aus, wäre da nicht noch

eine geheimnisvolle Fee …

Wie es mit dem hotzenplotz weitergeht:

Neues vom Räuber hotzenplotz

noch eine Kasperlgeschichte;

2 D - 5 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std; ab 5 Jahren;

UA: Theater für Kinder, Hamburg, 1970

Neuer Titel!

Keine Angst vor hotzenplotz

(Früherer Titel „hotzenplotz 3“)

2 D - 5 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 5 Jahren;

UA: Theater für Kinder, Hamburg, 1973

Als musikalische gaunerjagd:

Der Räuber hotzenplotz

Eine musikalische ganuerjagd mit Musik

von Martin lingnau; libretto: Heiko Wolgemuth,

empfohlen ab 5 Jahren, UA: Schmidts

Tivoli, Hamburg, 2011; Besetzung: 3 D - 4 H;

Fee / großmutter / Unke : Sopran; Hotzenplotz

: tiefer Bariton; Kasper : Tenor; Seppl :

Tenor; Zwackelmann : Baritenor; Orchester:

Perc., git./Mand., Klav./Keyb., Kb.; Demo-cD

erhältlich

Die Musik von Martin Lingnau zeichnet sich auf

der einen Seite dadurch aus, dass sie ungemein

eingängig ist. Auf der anderen Seite machte

Lingnau Anleihen bei der Jahrmarktsmusik und

erreichte so eine optimale Verknüpfung mit

dem klassischen Kasperle-Theater. Die Lieder

sind für singende Schauspieler komponiert.

Die kleine hexe

3 D - 7 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std.;

ab 5 Jahren; UA: Südostbayerisches

Städtetheater, landshut, 1973

Die kleine Hexe hat es gründlich satt, dass die

großen Hexen sie nicht ernst nehmen. Wenn sie

beweisen kann, dass sie trotz ihrer Jugend – sie

erst 127 Jahre alt – eine gute Hexe ist, darf sie in

Zukunft am großen Hexentanz auf dem Blocksberg

teilnehmen. Aber was ist schon eine „gute

Hexe“? Die kleine Hexe und ihr Rabe Abraxas

haben da etwas ganz gründlich falsch verstanden,

finden die Oberhexen.

Das kleine gespenst

3 D - 7 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 5 Jahren;

UA: Theater Rosenheim, 1989

Das kleine Nachtgespenst auf Burg Eulenstein

möchte die Welt bei Tag erleben. Aber so ein Gespenst,

das plötzlich sichtbar wird, kann das Leben

einer Kleinstadt ganz schön durcheinander

bringen!

junge töne: „Das kleine gespenst“ – Musiktheater

von Walter Soyka nach Otfried Preußler, mit einem

libretto von Bernhard Studlar. nähere Informationen

finden Sie im Programmteil „junge töne“

(und auf www.kindertheater.de).

Der kleine Wassermann

Für die Bühne bearbeitet von

Wolfgang Adenberg; 3 D - 8 H - 3 Kinder,

(Doppelbesetzungen); ab 4 Jahren;

UA: E.T.A. Hoffmann Theater, Bamberg, 2003

Im Mühlenweiher wurde ein kleiner Wassermann

geboren! Schnell lernt der kleine ‚Nassforsch’,

dass im Weiher viele Abenteuer und manche

Gefahren auf ihn warten.

Die dumme Augustine

3 D - 3 H - 1 Dek - 1 1 / 4 Std.; ab 4 Jahren;

UA: Theater Rosenheim, 1984

Die dumme Augustine

neu bearbeitet als Theater mit Musik von

Stefan Schroeder (Text) und christoph Iacono

(Musik); 2 D - 3 H - 1 - 2 beliebig, (Zirkus-)Trp.,

Perc., Klav./Akk./Harmonium; ab 6 Jahren;

frei zur UA

Der dumme August ist ein Star in der Manege,

das Publikum liebt seine akrobatischen Späße.

Und auch zuhause ist sein Leben eine wahre Freude:

Die dumme Augustine hält den Zirkuswagen

schön sauber und die drei Kinder gedeihen prächtig.

Der dumme August könnte sich kein besseres

Leben vorstellen! Die dumme Augustine kann

das hingegen sehr wohl: Während August allabendlich

zur Arbeit geht, träumt sie davon, endlich

auch mal im Licht der Scheinwerfer stehen

zu dürfen. Als der dumme August schreckliche

Zahnschmerzen bekommt und seinen Auftritt

deshalb verpasst, springt die dumme Augustine

kurzentschlossen für ihn ein. Die Kinder drücken

fest die Daumen, der Direktor wird gar nicht erst

gefragt, schon dreht Augustine eine Runde nach

der anderen, zaubert, scherzt und bekommt tosenden

Applaus dafür.

Ein Stück über das, was wir aus unserem Leben

gerne machen würden - und darüber, wie wir

unsere Träume Wirklichkeit werden lassen können.

In kleinen Solopartien und Ensemblestücke

erzählen die Figuren von ihren Plänen, ihren Talenten.

Sie singen auch davon, dass es manchmal

schwer sein kann, im täglichen Leben das eigene

Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Die dumme

Augustine macht uns vor, wie es gelingen kann.

„Eine Zirkusmusik, die mit kleinen Motiven und

Phrasen jongliert und daraus einen tänzerischen

Spaß macht. nicht, um atemberaubende Akrobatik

vor-zuführen, sondern um lustig-elegant und mit

leichtigkeit in einer kleinen Ton-Manege herumzuwirbeln.

Dahinter steckt meist ein verschmitztes,

lachendes, manchmal aber auch ein trauriges, weinendes

Auge. Und natürlich ist alles hin und wieder

auch ein wenig tollpatschig oder schräg, eben ganz

so wie ein richtiger clown... (cHRISTOPH IAcOnO)

Ich bin Pumphutt

7 D - 11 H - 3 Stat. - 2 Dek - 1 1 / 2 Std.;

ab 8 Jahren; UA: Theater Rosenheim, 1996

Der geheimnisvolle Pumphutt zaubert für Gerechtigkeit

und so manch einer bekommt einen Denkzettel,

zum Beispiel die prahlerischen Offiziere

der kurfürstlichen Armee oder der sture Mauermüller

vom Kittlitzer.

hörbe mit dem großen hut

Für die Bühne bearbeitet von Tristan Berger;

14 Rollen (für Freilichtaufführungen);

ab 5 Jahren; UA: frei

Hörbe ist ein Hutzelmann. Und die Hutzelmänner

aus dem Siebengiebelwald haben ganz besondere

Hüte. Die bestehen aus neunundneunzig

seltsamen Zutaten, neun Mal muss die Sonne auf

sie scheinen und neunmal der Mond, neunmal

Regen und neunmal Schnee auf sie fallen. Einen

solchen Hut kann Hörbe im Notfall sogar als Boot

benutzen, weil er zum Beispiel gerade auf der

Flucht vor einer Schar Ameisen ist. Aber da erfasst

plötzlich die Flusströmung sein Hutboot und

treibt ihn geradewegs mitten hinein in die Worlitzer

Wälder! Ganz schrecklich, denn dort haust

bekanntlich der Plampatsch, der besonders gerne

Hutzelmänner frisst! Wer aber ist das seltsame

zottelige Wesen, das ihn ganz knapp vor dem sicheren

Ertrinken rettet? Ein Zwottel, ein Zottelschratz,

mit Zottelpelz und Zi-Za-Zottelschwanz?

Oder doch vielleicht der leibhaftige Plampatsch?

Der goldene Brunnen

4 D - 4 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std.;

ab 6 Jahren; UA: Südostbayerisches

Städtetheater, landshut, 1975

Der Brunnen des kleinen russischen Dorfes ist

versiegt. Um ihn zu heilen, muss jemand ausziehen

und Wasser vom Goldenen Brunnen holen.

Nur das Mädchen Maschenka ist beherzt genug,

um den Weg voller Gefahren auf sich zu nehmen.

Krabat

Für die Bühne bearbeitet von

nina Achminow; 3 D - 9 H - Simdek - 2 Std.;

ab 10 Jahren; UA: Prinzregententheater

München, 1994

Am Dreikönigstag folgt Krabat einem unheimlichen

Ruf: Er wird zur Mühle im Koselbruch bestellt.

Dort wird nicht nur Korn gemahlen, sondern

die schwarze Magie gelehrt. Krabat lernt schnell

die Faszination der Zauberkunst kennen. Aber

auch ihren Preis: In jeder Silvesternacht fordert

der Gevatter vom Mühlenmeister einen Gesellen

als Opfer. Als Krabat so seinen Freund Tonda verliert,

beschließt er, gegen den Meister zu kämpfen.

Mit der Hilfe der Kantorka, die ihn liebt, kann er

dessen Macht schließlich brechen und sich selbst

befreien.

Rübezahl und der Doctor Pampulus

oder Die Wunderbarliche Weiswurzel

Ein RiesengebirgsSpektakel;

2 D - 4 H - Simdek - 1 Std.; ab 8 Jahren;

UA: neue Werkbühne München, 2000

Der habgierige Doctor Pampulus verkauft den Leuten

auf dem Marktplatz falsche Wundermittel. Als

er mit seinem Gehilfen ins Gebirge zieht, um die

wunderbarliche Weiswurzel zu suchen, erscheint

ihm Rübezahl in der Gestalt eines Wurzelmannes

und warnt: Eine für jeden – und keine drüber. Natürlich

kümmert dies den Doctor wenig, er packt

sich den ganzen Rucksack voll, doch das lässt Rübezahl

nicht ungestraft zu.

ALIce QuADFLIeg

KeNNeTh gRAhAMe

Kröterich hält die Welt in Atem

nach Kenneth grahames‘ „Der Wind in

den Weiden“ in der Übersetzung ins Deutsche

von Harry Rowohlt; 4 H; ab 8 Jahren;

UA: nationaltheater Weimar, 2011

Der Kröterich von Krötinhall ist ein großsprecherischer

Kerl, eitel, eingebildet und chaotisch, waghalsig

und unbeirrbar. Kurz, er ist alles, was wir

uns, dank guter Erziehung und zivilisierter Sitten,

selbst verbieten müssen. Ratte, Maulwurf und

Dachs sind ihm trotzdem in aufrichtiger Freundschaft

verbunden, obwohl sie sich meistens über

ihr schweres Los beklagen. Doch ein solcher Kröterich

im Freundeskreis vertreibt eben auch die

eigene wohlanständige Langeweile und wirft ein

bisschen bunten Glanz auf die freundliche Mittelmäßigkeit.

So stehen ihm die Freunde geduldig bei

all seinen verrückten Abenteuern zur Seite, retten

ihn aus der Kerkerhaft und erobern schließlich sogar

Krötinhall für ihn zurück. Natürlich versuchen

sie bei alledem, den Kröterich von seiner Geltungssucht

zu kurieren und ihn – eben doch – zu zivilisieren.

Der Kröterich aber macht beharrlich seinem

Ruf alle Ehre und so endet das Stück notwendig im

schönsten Tumult.

BJARNe ReuTeR

hodder, der Nachtschwärmer

Für die Bühne bearbeitet von Rainer Hertwig;

nach der Übersetzung ins Deutsche von Peter

Urban-Halle; 3 D - 2 H (alternative Aufteilung

möglich); ab 7 Jahren; frei zur UA

„Du bist der Auserwählte. Du wirst die Welt erretten!“,

sagt die Fee, bevor sie mit einem leisen

„plopp“ verschwindet. Hodder ist sicher, dass sie

ihn verwechselt hat. Wie soll ausgerechnet er die

Welt erretten? Er, der allenfalls abgewählt wird,

wenn im Sportunterricht die Mannschaften zusammengestellt

werden! Ja, wenn vielleicht Asta

K. Andersen, die rote Lola und der Boxer Big Mac

Johnson mit auf die Expedition zur Rettung der

Welt kommen würden, dann könnte es klappen...

Und außerdem ist Hodder klug genug, bei der

winzigen Insel Guambilua anzufangen.

BARBARA ROBINSON

hilfe, die herdmanns kommen

Für die Bühne bearbeitet von David gieselmann;

4 D - 5 H; ab 8 Jahren; UA: Schauspiel

Hannover, 01.12.2012 (Regie: Hanna Müller)

Die Herdmann-Kinder gelten als die schlimmsten

Kinder aller Zeiten. Jeder erwartet eine

Katastrophe als es ihnen gelingt, sämtliche

Hauptrollen des weihnachtlichen Krippenspiels

zu besetzen. Es kommt aber ganz anders: Die

Kinder übertragen die Geschichte in ihre eigene

Realität – und eröffnen damit ein ganz neues

Verständnis der Weihnachtsbotschaft.

DaViD GieselMann, 1972 in Köln geboren, studierte

von 1994 bis 1998 szenisches schreiben an

der hochschule der Künste Berlin und inszenierte

zu der Zeit erste eigene stücke in der freien theaterszene

Berlins. 1999 war er zur „international residency

of Playwrights“ sowie zur „Week of new

German Playwrights“ am londoner royal court

theatre eingeladen. Dort wurde 2000 sein stück

„herr Kolpert“ uraufgeführt, das auf zahlreichen

deutschen und internationalen Bühnen nachgespielt

wurde. David Gieselmann lebt in hamburg.

hilfe, die herdmanns kommen

In der originalen Theaterfassung von Barbara

Robinson; Deutsch von nele und Paul Maar;

15 D - 12 H (kl. Besetz. mögl./für Amateure und

Schulen geeignet); ab 6 Jahren; DEA: Theater

für Kinder, Hamburg, 1989

SIMON uND DeSI Ruge

Katze mit hut

3 D - 6 H - 1 Dek und Simdek - 1 1 / 2 Std.

ab 5 Jahren; UA: Theater für Kinder,

Hamburg, 1990

Eine Katze mit Hut landet durch Zufall in Stackeln

an der Kruke. Sie findet ein schönes leer

stehendes Haus in der Backpflaumenallee, in der

der Brauereidirektor Maulwisch eine unglückliche

Kindheit verbracht hat. Die Katze verspricht

ihm, es von nun an glücklich zu wohnen – und

so nimmt sie nach und nach lauter heimatlose

Pensionsgäste bei sich auf: Marianne Dudel, das

Dudelhuhn, den bellenden Kapitän Knaak, ein

Musikschwein namens Baby Hübner, den seltenen

Zappergeck, ein sehr schwieriges Kind und

schließlich auch noch den Stolpervogel, die Gebrüder

Erbsenstein und ein schlafendes Lama. Bei

so vielen Schützlingen bleibt natürlich kein Geld

für die Miete. Doch selbst der Maulwisch lernt

schließlich, dass es Wichtigeres gibt im Leben.

Kinderstücke von A bis Z

NEW!

You will find a list of available international

rights on www.kindertheater/foreignrights.de

ANDReAS STeINhöFeL

Der mechanische Prinz

Als Spiel für Menschen und Puppen für

die Bühne bearbeitet von Sascha löschner;

3 D - 2 H und Puppenspiel; ab 10 Jahren;

UA: Sommertheater Detmold

Ein geheimnisvolles goldenes Ticket ermöglicht

es Max an magischen U-Bahn-Stationen auszusteigen,

die ihn nach Nimmerland bringen. Für

Max beginnt eine Reise in sein eigenes Ich. Und

diese Reise ist lebensgefährlich, denn hier erwartet

ihn der mechanische Prinz, der sein Herz als

Pfand verlangt. Zum Glück ist Jan an seiner Seite.

Aber da täuscht sich Max: Denn erst als er die

Wahrheit über seinen Freund herausfindet, kann

er sein Herz befreien.

Als reine Schauspielfassung:

Für die Bühne bearbeitet von Henning Bock

und Jürgen Popig; 2 D - 4 H; ab 10 Jahren,

frei zur UA

es ist ein elch entsprungen

Für die Bühne bearbeitet von

Felicitas loewe; 4 D - 3 H; ab 6 Jahren;

UA: Theater Junge generation Dresden,

2012 (Regie: Philippe Besson)

Wer glaubt schon an den Weihnachtsmann?

Der kleine Bertil jedenfalls nicht mehr. Leider!,

denn sonst könnte er sich von ihm wünschen,

dass seine Eltern nämlich nicht geschieden wären

und sein Papa an Weihnachten bei ihnen

sein könnte. Als mitten in die Weihnachtsvorbereitungen

aber ein Elch durchs Dach kracht

und berichtet, dass er für den „Chef“ auf Probefahrt

ist, schöpft Bertil neue Hoffnung! Bis auf

seine durchaus verbesserungswürdigen Tischmanieren

ist Mr. Moose ein so charmanter und

liebenswürdiger Gast, dass ihn die Familie am

liebsten behalten möchte. Doch eines Abends

steht ein ärgerlicher älterer Herr vor der Tür

und sucht seinen Angestellten. Fürs Erste lässt

er sich noch von Omas Kirschlikör ablenken,

aber dann muss Bertil schnell handeln!

Eine turbulent-komische Weihnachtsgeschichte

mit klingenden Glöckchen, Lametta und steinharten

Keksen.

Felicitas lOeWe wurde 1959 in Berlin geboren.

sie studierte theaterwissenschaften an der humboldt-Universität

Berlin und arbeitete ab 1985

als schauspieldramaturgin am theater stralsund,

der Berliner Volksbühne und am carrousel theater

an der Parkaue. Von 1999 bis 2008 war sie

chefdramaturgin am theater Junge Generation,

seit 2008 ist sie dort intendantin.

Auch in der Schauspielfassung

von Andreas Steinhöfel erhältlich:

3 D - 3 H - 3 Kinder; ab 6 Jahren;

UA: Stadttheater Würzburg, 1999


Kinderstücke von A bis Z

40

eVA MARIA STüTINg

Astronaut und grünes Männchen.

Ein All-Märchen; 1 D - 4 H sowie 2 D oder H;

ab 5 Jahren; frei zur UA

Der Sternenflottenkadett Kosmo würde gerne die

unendlichen Weiten des Alls erforschen – denn

er hofft so sehr, irgendwo auf das außerirdische

Wesen zu treffen, das ihn nachts immer im Schlaf

besucht. Sehr zum Spott seiner Mitkadetten übrigens.

Stattdessen aber soll er mal wieder mit der

betagten und langsamen Sternhüpfe Amalia die

Krater auf dem Mond einzäunen. Doch plötzlich

spielen alle Instrumente verrückt, Kosmo ist von

der Route abgekommen: ein Sterntor, ein Parallel-

Universium! Sein Endmodul verhakt sich an einer

unbekannten Materie. Aber er hat nicht viel

Zeit, zu staunen. Denn da steht vor ihm schon ein

sehr wütender und wehrhafter Biep, ein echter

Außerirdischer!

cowboys und Pferde

Eine Mild-West geschichte; 1 D -

2 H - 1 Simdek; ab 8 Jahren; UA: Bühnen

der landeshauptstadt Kiel, 2002

Das Pferd des Weißen Cowboys hat allerhand zu

tun, um den Schwarzen Cowboy davon abzuhalten,

sich mit seinem Weißen zu duellieren. Denn

der hat überhaupt kein Interesse an Duellen. Er

malt viel lieber Sonnenuntergänge! Und nimmt

überhaupt nicht wahr, was sein treues Pferd alles

für ihn tut. Was zuviel ist, ist zuviel! Das Pferd

macht sich aus dem Staub und der Schwarze Cowboy

will die Gunst der Stunde nutzen. Nur leider

ist er das Bösesein selbst schon ziemlich leid.

Drachen und Ritter

1 D - 2 H; ab 8 Jahren;

UA: Staatstheater Mainz, 2004

Der edle Ritter Kunibert ist ziemlich unedel hässlich.

Das wäre nicht so schlimm, doch hat er leider

auch noch nie einen Drachen getötet oder ein

Burgfräulein gerettet. Die Geduld des obersten

Ritterfürst ist nun zu Ende: Innerhalb von drei Tagen

muss der arme Kunibert einen Drachenkopf

und ein Burgfräulein liefern, sonst wird er zum

Tellerwäscher degradiert! Kunibert macht sich auf

zu seiner Mission und findet heraus, dass man

auch ohne Heldentaten ein echter Held sein kann.

Piratenmolly Ahoi!

Vom Mädchen, das auszog, Seemann

zu werden; 1 D - Simdek - 1 Std.; ab 6 Jahren;

UA: Volkstheater Rostock, 2002

„Träume sind dazu da, in Erfüllung zu gehen“,

meint Molly Kelly und beschließt, ihren Traum

wahr zu machen. Sie möchte Seemann werden.

Aber die Seefahrt ist ein hartes Geschäft – und

harte Geschäfte werden meist von harten Männern

erledigt. Doch Molly gelingt es als Schiffsjunge

Olly anzuheuern. Und mit List und Mut

wird sie schließlich sogar zur gefürchteten Piratenkapitänin!

LISA TeTZNeR

(10.11.1894 -

02.07.1963):

50 Todestag

Lisa Tetzner wurde 1894

in Zittau geboren. Gegen

den Willen ihres Vaters

belegte sie an der Schauspielschule

Max Reinhardt Kurse in Sprecherziehung

und Stimmbildung und inskribierte

an der Berliner Universität bei Emil Milan, der

dort Lektor für Vortragskunst war. Emil Milan

wurde zu ihrem Mentor und unterstützte auch

ihre Neigung zum Volksmärchen. Den entscheidenden

Anstoß für ihren weiteren Lebensweg

gab 1917/18 die Begegnung mit dem Verleger

Eugen Diederichs. Lisa Tetzner begann, als Märchenerzählerin

durch die Dörfer Mittel- und

Süddeutschlands (Thüringen, Schwaben und

das Rheinland) zu ziehen. Eugen Diederichs

brachte auch ihr erstes Buch „Vom Märchenerzählen

im Volk“ heraus.

1919 lernte Lisa Tetzner auf einer ihrer Wanderungen

in Thüringen den KPD-Politiker und Arbeiterschriftsteller

Kurt Kläber kennen. und heiratete

ihn 1924. Kurt Kläber schrieb später unter

dem Pseudonym Kurt Held unter anderem das

Kinderbuch „Die rote Zora und ihre Bande“

(s. S. 27). 1927 wurde Lisa Tetzner als Leiterin

der Kinderstunde an den Berliner Rundfunk berufen

und war ab 1932 auch für die Kinderprogramme

anderer Rundfunkstationen zuständig.

Daneben gab sie umfangreiche Märchensammlungen

heraus. Ab 1928 begann sie, eigene Kinderbücher

zu schreiben. 1933 emigrierte sie mit

ihrem Mann in die Schweiz. Tetzners Bücher

wurden in der Folge in Deutschland verboten.

Ab 1937 arbeitete sie als Dozentin für Sprecherziehung

am Kantonalen Lehrerseminar in Basel,

wo sie bis 1955 tätig war. In den 1950er Jahren

war Lisa Tetzner eine Förderin der phantastischen

Kinderliteratur (vor allem Astrid Lindgrens

„Pippi Langstrumpf“), die in Deutschland

eher zögernd angenommen wurde. 1957 übersetzte

sie C. S. Lewis’ erstes Narnia-Buch.

LISA TeTZNeR

Die Schwarzen Brüder

Zur individuellen Dramatisierung und in

einer Fassung für die Bühne Michael Miensopust

(frei zur UA); ab 8 Jahren

Giorgios Familie will zunächst nichts wissen

vom Angebot des Menschenhändlers. Doch dann

kommt ein harter Tessiner Winter und Giorgios

Mutter wird schwer krank. Die Familie hungert.

Und so wird Giorgio für nur zwanzig Franken an

einen Kaminfeger nach Mailand verkauft. Für

den Jungen beginnt eine elende Zeit. Die Hausherrin

duldet ihn kaum, prügelt viel und spart noch

mehr am Essen und tagsüber muss er die heißen,

engen Schlote der Mailänder Bürger fegen.

Schwarz wird er bald, wie die anderen Kaminfe-

gerjungen – und wie sie wird Giorgio ein Mitglied

des Bundes der Schwarzen Brüder. Durch die Hilfe

seiner Bundesbrüder gelingt Giorgio die Flucht

und er kann ein neues Leben beginnen.

Noch Mitte des 19. Jahrhunderts werden Tessiner

Jungen als Kaminfeger nach Mailand verkauft.

Nur wenige von ihnen überleben die harte, gefährliche

Arbeit und die brutale Behandlung durch ihre

Dienstherren.

Dass Giorgios Geschichte weit mehr ist als ein

historischer Skandal, belegen die offiziellen Angaben

der Kinderhilfsorganisationen: Über 150

Millionen Kinder arbeiten heute – viele von ihnen

unter ausbeuterischen Bedingungen in Minen, Fabriken,

auf Plantagen oder als Dienstmädchen.

MARIT TöRNQVIST

eine kleine Liebesgeschichte

Zur individuellen Dramatisierung;

ab 6 Jahren; UA: Melika Ramic 2010

Ein Mädchen, eine junge Frau sitzt auf einem

Pfahl am Meer. Sie sieht die Schiffe vorbeiziehen,

große und kleine, bunte und traurige. Sie lässt

Wind und Regen über sich hinwegziehen. Sie

träumt und hält Ausschau nach ihrem eigenen

Leben. Aber das Leben wird nicht angespült wie

Treibholz. Als all ihre Gedankengebäude einstürzen,

fasst sie endlich den Mut, aufzubrechen.

Eine poetische Geschichte, deren Bilder von großer

Theatralität sind.

eDWARD VAN De VeNDeL

Twice oder cooler als eis

Für die Bühne bearbeitet von carolina gleichauf;

3 D - 2 H; ab 10 Jahren; frei zur UA

Gus und Cal sind Zwillinge, Twins, sie sind

„Twice“ – und „cooler als Eis“. Genau wie ihre

Musik. Außer Musik machen die beiden auch

noch Frau Breedwisch das Leben schwer. Stimmt

schon, die Breedwisch ist wirklich ‚uncool‘. Und

ausgerechnet sie musste die Vertretung für ihren

wahnsinnig tollen Lehrer Monty übernehmen.

Aber Gus und Cal gehen in ihrem Protest gegen

sie trotzdem zu weit, weil sie gar nicht bemerkt

haben, wie groß ihr Einfluss in der Klasse ist und

welche Gruppendynamik sie auslösen können.

Als sie beginnen, den angerichteten Schaden wieder

gutzumachen, müssen sie sich deshalb zuerst

selbst in Frage stellen. Ehrlich gesagt spielt dabei

auch Levineke, die sehr interessante Tochter vom

Nachbarn Kars, eine gewisse Rolle. Schließlich

wachsen Gus und Cal über sich selbst hinaus. Dabei

kommt ihnen übrigens die Hydraulik zu Hilfe:

Etwas Kleines kann etwas sehr Großes hochheben!

Sogar die Breedwisch geht am Ende in die

Luft, dieses Mal aber ganz anders.

Was ich vergessen habe

Für die Bühne bearbeitet von Andreas Steudtner

nach der Übersetzung ins Deutsche von

Rolf Erdorf; 2 D - 2 H; ab 10 Jahren; UA: Staatstheater

Braunschweig 2010

Elmer Jonas de Jong ist elf Jahre alt und er wird oft

rot. Eigentlich fast immer. Es scheint in den Füßen

zu beginnen und dann läuft er langsam heiß

und strahlt in Stereo nach links und rechts. Soscha

sagt, das sei toll, weil er so ihre „rote Ampel“

sein könne. Soscha, die Neue, hat sich einfach so

neben Elmer gesetzt, weil er nett ist. Küssen wird

sie ihn erst, wenn er es will, sagt Soscha. Und Elmer

wird schon wieder rot. Soscha will eine Menge

wissen. Zum Beispiel, warum Elmer nicht von

seinem Opa Remmelt erzählen mag. Sein Opa,

der Zigarren rauchte und Seemanslieder sang

und Elmer auf den Knien reiten ließ! Wie kann es

denn sein, dass dieser Opa einfach alles vergessen

hat und niemanden mehr erkennt? Elmer ist hilflos

und traurig. Doch als er und Soscha auf Opas

alten Tonbändern eine Frauenstimme hören, die

für Remmelt“ ein französisches Gedicht spricht,

beginnen sie eine Suche nach verlorenen Erinnerungen.

Und Elmer findet einen Weg, die Vergangenheit

wieder lebendig werden zu lassen – so

lebendig wie seine eigene Gegenwart plötzlich ist.

Das gleichnamige Buch erhielt 2004 den

Deutschen Jugendliteraturpreis

ReIhANeh yOuZBAShI DIZAJI

hasenland

1 D - 1 H (Doppelbesetzung), Klassenzimmerstück

ab 7 Jahren, UA: comedia Köln, 16.02.2013

Sara trödelt nach der Schule. Sie hat keine Lust,

nach Hause zu gehen. Denn ihre Eltern sind entweder

weg, streiten sich oder essen scheußlich

gesunde Sachen aus dem Bioladen. Sara hasst die

braunen Bioladentüten und sie liebt Chips! Auch

Ayhan hat es nicht eilig, denn zuhause muss er

auf seine Geschwister aufpassen. Überhaupt ist

ihm seine Familie hauptsächlich peinlich, denn

die Frauen tragen ständig Kopftücher und sein

Vater kann kein Deutsch. Ayhan hasst es, deswegen

ständig aufzufallen. So nähern sich Sara

und Ayhan einander vorsichtig an, machen sich

ein Spiel aus dem, was sie lieben und was sie hassen.

In der kurzen Zeit zwischen Schulschluss und

Heimweg entdecken sie Ähnlichkeiten und Unterschiede.

Sie erfinden eine eigene Welt, in der sie

nicht mehr Junge und Mädchen, Deutsche und Türke

sind, sondern Hasenfreunde im Hasenland. Doch

dann ziehen Saras Eltern mal wieder um, wie immer,

wenn sie gerade Freunde gefunden hat. Und

Ayhan ist allein in Hasenland – bis Hamid kommt.

Während die knappen, schnellen Dialoge spontan

und kindlich wirken, sind sie äußerst kunstvoll

geformt und geführt. Sie sind prägnant und

lassen doch genügend Raum für Phantasie und

Spiel. Gerade dadurch eröffnet das Stück die

Möglichkeit, über ‚Integration’ und ‚Kultur’ jenseits

von deterministischen Bildern und Zuschreibungen

nachzudenken. Vor allem anderen sind

Piratenmolly Ahoi!: Landestheater Vorarlberg Bregenz © Stefan Ruhl

Sara, Hamid und Ayhan drei Kinder, die einander

wahrnehmen wollen, die im anderen nicht per se

nur das Eigene (oder dessen Negation) suchen,

sondern einfach einen Freund, mit dem sie in die

Zukunft schauen wollen.

41


Alice im Wunderland:Theater Lübeck © Thorsten Wulff

Lee BeAgLey/ANNA SIegROT

Robin hood – Die wahre geschichte.

gesponsert von dem Sheriff von nottingham;

3 D - 6 H; ab 8 Jahren; UA: Theater Dortmund

2009

Lange schon kämpft Robin Hood auf den Kreuzzügen

im Morgenland und der Sheriff herrscht inzwischen

unangefochten über Sherwood Forest.

Den Wald hat er abholzen lassen – zur besseren

Übersicht – und Robins Männer in seinen Dienst

genommen. Will Scarlet ist seines Zeichens opportunistischer

Hofschreiber und bereitet gerade

eine große Muscial-Show vor: „Robin Hood – Die

wahre Geschichte. Gesponsert von dem Sheriff

von Nottingham“. Da der Hauptsponsor verständlicherweise

in sehr günstigem Licht erscheinen

will, erfordert die Besetzung der Rollen viel Fingerspitzengefühl

– und mitunter ist Little Johns

Hilfe von Nöten, der zum Leiter des Sicherheitsdienstes

aufgestiegen ist. Little John allerdings

leidet sehr unter seiner neuen Tätigkeit, zu der

in der Hauptsache das Abschneiden von Ohren

gehört. Und während Bruder Tuck nur noch in einer

Weinkiste zuhause ist, verkommen die ruhmreichen

Taten der Merry Men mehr und mehr zu

blassen Legenden. Höchste Zeit also, dass Robin

endlich nach England zurückkehrt, begleitet von

seinem treuen Freund Ishmael! Doch Robin ist

mittlerweile nicht mehr der Jüngste und die alten

Kriegsverletzungen setzen ihm ordentlich zu.

Als Held taugt er einfach nicht mehr. Ein letztes

Gefecht noch führt er mit seinem Erzfeind und

dann könnte es am Ende heißen: „Der Held ist tot,

es lebe der Held!“. Denn Robins Bogen wird weitergetragen,

von der nächsten Generation. Und

die, so bleibt zu hoffen, wird ihren eigenen Weg

finden, das Leben glücklicher und besser werden

zu lassen.

Kinder des Odysseus

nach Homer; 4 D - 4 H; ab 9 Jahren;

UA: zwinger 3 Heidelberg, 2009

Wenn Homers Heldensaga heute erzählt werden

soll, dann muss der Text von der Moderne ausgehen,

um von der Gegenwart aus „Licht aufs Vergangene“

werfen zu können: „Ist Valérys These

wahr, das Beste im Neuen entspräche einem alten

Bedürfnis, so sind die authentischen Werke

Kritiken der vergangenen“ (Theodor W. Adorno).

Die Abenteuergeschichte von Odysseus erfüllt

viele der ,alten Bedürfnisse‘: Sie bietet eine große

Suche, eine Fahrt ins Ungewisse, Prüfungen,

Kämpfe, Verluste, Gräueltaten und die wahre

Liebe. Wenn diese Geschichte also heute aufgeführt

werden soll – und dazu vor einem jungen

Publikum –, dann muss es gelingen, den vorzivilisatorischen

Mythos ernst zu nehmen und ihn zugleich

aufzuklären. Indem Lee Beagley und Anna

Siegrot den Heldenvater aus der Sicht seines Kindes

– und aller Nachgeborenen – zeichnen, gelingt

dies exemplarisch:

„Kinder werden seit jeher mit den gleichen Fragen

konfrontiert, in deren Mittelpunkt das nachdenken

über Familie, Vorbilder, die eigene Identität steht.

Durch die Parallelhandlung mit Protagonisten

unserer Zeit, die in den alten Mythos hinein wirken,

werden diese Fragen für das junge Publikum neu

aufgeworfen. Und nicht zuletzt geht es um das

große Thema von Vergeltung und Rache. Was oder

wen braucht man, um den Kreislauf von „wie du

mir, so ich dir“ zu unterbrechen?“ (AlEXAnDRA

lUISE gEScH, DRAMATURgIn)

MAx eIPP/MARK TWAIN

huck Finn

nach Mark Twain; Monolog; ab 10 Jahren;

UA: Max Eipp 2007

Huck Finn lebt seit einiger Zeit bei der Witwe

Douglas, die versucht den Jungen zu ‚zivilisieren‘.

Aber leider stöbert sein Pap ihn dort auf und ist

mächtig scharf auf Finns Belohnung, weil der

doch mit Tom zusammen eine ganze Räuberbande

aufs Kreuz gelegt hatte. Bei Pap hat Huck

nichts mehr zu lachen. Der Alte ist ständig besoffen

und prügelt den Jungen grün und blau.

Als Huck es nicht mehr aushält, inszeniert er geschickt

seine eigene Ermordung und türmt. Auf

der Flucht trifft er Jim, den Sklaven der Witwe,

der vor einem Sklavenhändler davongelaufen

ist. Hucks Südstaatenbewusstsein gerät schwer

durcheinander, weil Jim eigentlich ein prima Kerl

ist. Auf dem Weg in die Freiheit, wächst zwischen

den beiden eine aufrichtige Freundschaft.

Ausgezeichnet mit dem 1. Platz des

hamburger Kindertheaterpreises 2009

KATJA heNSeL/LeWIS cARROLL

Alice

nach lewis carroll; 4 D; ab 8 Jahren;

UA: Kresch Theater, Krefeld, 2008

Alice folgt dem Pfotenbanduhr tragenden Kaninchen

in jenes seltsame und verkehrte Wunderland.

Dabei begegnet sie einer sprechenden

Wimper, einem verschrobenen Hutmacher, dem

Lächeln einer Katze. Sie alle leben in eigenartigen

und unvereinbaren Welten. Was Alice je über die

Welt gelernt hat, worauf sie sich bisher verlassen

konnte, zerfließt auf dieser Reise: Sprache wird

umgedeutet, Regeln gebrochen, Verhältnisse auf

den Kopf gestellt – Logik, Ordnung und Identität

lösen sich auf.

Die komische und widersinnige Fassung von Katja

Hensel richtet sich nicht nur an Kinder, sondern

lädt auch Erwachsene dazu ein, ihre allzu bekannte

Welt ins Wanken zu bringen.

So schrieb Lewis Carroll selbst: „Ich habe Grund

zu der Annahme, dass „Alice Abenteuer im Wunderland“

von einigen Hundert englischen Kindern

im Alter zwischen fünf und fünfzehn Jahren

gelesen worden ist; aber auch von Kindern

zwischen fünfzehn und fünfundzwanzig; auch

noch von Kindern zwischen fünfundzwanzig und

Klassiker – neu erzählt

fünfunddreißig; und sogar von Kindern – und solche

gibt´s! – bei denen weder schwindende Kraft

und Gesundheit, noch das Müde-Werden am

ernsthaften Unernst, am allzu prächtigen Glanz

und am hoffnungslosen Elend des Lebens die reine

Quelle der Freude austrocknen konnten, die in

allen kindlichen Herzen sprudelt.“

„Zu empfehlen für Theaterfreunde jeden Alters, die

garantiert keinen pädagogisch gereckten Zeigefinger

entdecken, die sich dafür aber köstlich auf

hohem niveau unterhalten lassen können.“

(HAnS DIETER PEScHKEn FÜR

DIE RHEInIScHE POST)

hANNeS hIRTh/MARK TWAIN

Tom Sawyer und huckleberry Finn

nach Mark Twain für die Bühne

bearbeitet von Hannes Hirth; 4 D - 6 H

(Doppel besetzungen); ab 6 Jahren;

UA: Kinderfestspiele giebelstadt, 2002

Tom Sawyer und Huckleberry Finn sind wahrlich

keine Musterknaben. Doch als sie ein schauerliches

Verbrechen beobachten, kämpfen sie mutig

für die Gerechtigkeit!

SeLMA LAgeRLöF

Nils holgersson

Für die Bühne bearbeitet von Jana lissovskaia

und carmen Walter; 4 D - 5 H - 1 Dek - 1 1 / 2 Std.;

ab 5 Jahren; UA: Breisacher Festspiele, 1998

Nils Holgersson ärgert gerne die Tiere auf dem

Hof seiner Eltern. Zur Strafe wird er von einem

Wichtel in einen Däumling verwandelt. Verzweifelt

reist der winzige Nils reist mit den Graugänsen

nach Lappland und lernt viel über Freundschaft

und Liebe.

JüRgeN NeFF/MIgueL De ceRVANTeS

Don Quijote aus der Mancha

nach Motiven von Miguel de cervantes; 1 D -

6 H - 5 Dekorationen; ab 8 Jahren; frei zur UA

Mit der Naivität seiner Phantasie verteidigt Don

Quijote das Recht, das Leben nicht nur nach den

Maximen der Logik, der Nützlichkeit und der

Tüchtigkeit führen zu müssen. Heute würde man

Don Quijote auffordern, doch endlich „realistisch

zu sein“ – und damit nichts anderes meinen, als

dass die Welt wie sie nun eben sei, akzeptiert werden

müsse.

In dieser originellen Bearbeitung des berühmten

Stoffes vermischt Jürgen Neff nicht nur die Wirklichkeit

mit der Fiktion, sondern es dürfen – wie

im Kinderspiel – beide Prinzipien als legitimer

Zugang zur Welt nebeneinander bestehen bleiben.

Die Kraft eines subjektiven Traumes vom

richtigen Leben können die Gegner, Zauberer und

Nachbarn weder dem Ritter noch dem Hirten

Quijote nehmen.

NEW!

You will find a list of available international

rights on www.kindertheater/foreignrights.de 43


Klassiker Kinder des Odysseus: zwinger3heidelberg für © Markus Kinder Kaesler (Seite 43)

Stücke Klassiker für kleine – neu erzählt Kinder

44

JüRgeN NOLA/WILLIAM ShAKeSPeARe

hamlets Rache

Ein Krimi für Kinder nach William

Shakespeare; 2 D - 8 H; ab 10 Jahren

Ein Mord, ein Mörder und ein junger Held, der den

Mord rächen soll und der plötzlich vor einer Welt

voller Korruption, Machtbesessenheit und Intrigen

steht – einer Welt, die aus den Fugen ist. Mit jedem

Schritt verstrickt auch Hamlet sich in neue

Untaten. Das Gefüge der Gesellschaft zerbricht und

der faule Staat stirbt mit seinem letzten Helden.

JüRgeN NOLA/FRIeDRIch SchILLeR

Rodrigos Tod

Ein Politkrimi nach Friedrich Schillers

Don carlos; 3 D - 8 H; ab 10 Jahren

Zynische Intrigen, heimliche Verschwörungen,

grausame Machtspiele, verbotene Liebe – in diesem

Umfeld steht die Freundschaft von zwei jungen

Männern, dem Thronfolger Don Karlos und

dem Marquis Rodrigo von Posa, die in einer fast

aussichtslosen Situation für eine bessere Welt

kämpfen wollen.

JüRgeN POPIg/LeWIS cARROLL

Alice im Wunderland

nach lewis carroll für die Bühne bearbeitet

von Jürgen Popig; 4 D - 8 H (Doppelbesetzungen

möglich); ab 10 Jahren; 1 1 / 2 Std.;

UA: Schauspiel Stuttgart, 2004

„Jürgen Popig hat aus der Erzählung von lewis

carroll eine Spielvorlage geschaffen, die sich nicht

damit begnügt, möglichst rasch jene tolldrastische

gesellschaft aus dem Inneren der Erde abzurufen,

wo das Unbewusste einmal seinen Sitz hatte. Er hat

sich vielmehr darum bemüht, soviel wie möglich

von den anarchischen Wort-Verbiegungen und der

Unsinnslust des Originals zu erhalten.“ (ESSlIngER

ZEITUng)

JüRgeN POPIg/cARLO cOLLODI

Pinocchio. ein Stück holz

nach carlo collodi; 2 D - 4 H; ab 6 Jahren;

UA: Theater Osnabrück, 2008

Jürgen Popig hat die klassische Geschichte bilderreich

und mit viel herzlichem Verständnis für die

kindliche Holzpuppe in Szene gesetzt.

„Einmal mehr kommt zum Ausdruck, was dieses

Stück auszeichnet: nämlich die Balance zu halten

zwischen Einfallsreichtum und Poesie – und die

Freude fürs Theaterspiel zu entfachen.“

(SyKER ZEITUng)

chRISTIAN SchIDLOWSKy

cARLO cOLLODI

Pinocchio

Ein poetisches Spektakel nach carlo collodi;

2 D - 3 H - Puppenspiel möglich; ab 8 Jahren;

frei zur UA

Kaum auf der Welt, ruft Pinocchio dem alten

Geppetto schon ein schnelles „Ciao“ zu: „Ich

muss doch spüren, was das Leben ist - / Und was

es heißt, lebendig jetzt zu sein.“ Auf seiner Reise

wird er natürlich von Katze Kala und Fritz dem

Fuchs hereingelegt. Seine Nase wächst bei jeder

neuen Lüge – und er lügt viel. Doch langsam,

durch alle vergeblichen Versuche und wilden

Abenteuer hindurch, findet Pinocchio heraus, was

die Liebe und das Leben bedeuten könnten – und

vor allem wer ihn liebt und wen er lieben will.

STeFAN SchROeDeR

Raue See und Roter Teufel

Die geschichte des Klaus Störtebeker;

1 D - 8 H; ab 12 Jahren

Bei einem Handgemenge unter betrunkenen

Seeleuten gelingt es dem 16-jährigen Jan zufällig,

dem damals noch ehrbaren Seemann Klaus

Störtebeker das Leben zu retten. Dieser gewährt

ihm daraufhin seinen sehnlichsten Wunsch: zur

See zu fahren. Jan heuert auf Störtebekers Schiff

an, nicht ahnend, dass in kurzer Zeit aus dem

ehrbaren Maat der berüchtigtste Seeräuber aller

Zeiten werden wird. Jan vollzieht diesen Wandel

mit, allerdings gerät er immer mehr in Gewissenskonflikte

und zusehends in gefährliche Auseinandersetzungen

mit Störtebeker.

STeFAN SchROeDeR

TheODOR FONTANe

effi Briest

2 D - 4 H; ab 14 Jahren; frei zur UA

Effi Briest ist 17, als die Heirat mit dem viel

älteren Baron von Instetten arrangiert wird. Sie

fühlt sich in ihrem neuen Zuhause und in ihrer

neuen Rolle nicht wohl, bräuchte Aufmerksamkeit

und Liebe. Doch Instetten behandelt sie

mehr wie ein Kind denn als seine gleichberechtigte

Frau, er will sie erkennbar ‚erziehen‘. Und

so stürzt sich Effi in die Arme des Majors und

Lebemannes Crampas. Als diese Affaire Jahre

später bekannt wird, tötet Instetten den Major

im Duell und verstößt seine Frau, weil es das

„Gesellschafts-Etwas“ so fordere. Auch ihre Eltern

brechen aus Sorge um gesellschaftliche Nachteile

den Kontakt zu ihr ab. Als sie Effi drei Jahre

später doch noch nach Hause holen, ist es bereits

zu spät.

Theodor Fontane zeigt schonungslos, wohin das

Ausagieren gesellschaftlicher Normen und Zwänge

führen kann. Ohne ausreichende Reflektion

und Rücksicht auf individuelle Beziehungen,

das Streben nach Glück und schließlich auf die

eigenen Bedürfnisse, fallen die Eltern Briest und

Instetten niemals aus ihren normierten (und damit

auch normativen) Rollen. Dass sie im Grunde

immer wissen, was sie tun, macht sie höchstens

noch zu tragischen Figuren, deren Bedauern

am Ende zwar aufrichtig, aber nichtssagend ist.

Auf der Folie des ausgehenden 19. Jahrhunderts

entwickelt sich eine zeitlose Geschichte um

den Widerstreit zwischen Gefühl und gesellschaftlichem

Zwang, an dem ein junger Mensch

zugrunde geht.

STeFAN SchROeDeR

e.T.A. hOFFMANN

Nussknacker und Mäusekönig

nach E.T.A. Hoffmann; 2 D - 3 H; ab 6 Jahren;

frei zur UA

Marie muss an Weihnachten krank das Bett hüten.

Sie kann ihren Eltern einfach nicht begreiflich

machen, dass wirklich eine böse Mäusearmee

nachts das Kinderzimmer in ein Schlachtfeld verwandelt

hat. Das war doch beileibe kein Fiebertraum!

Sondern der fiese Mäusekönig, der auf Maries

Nussknacker Theodor Jagd gemacht hat. Nur

der seltsame Herr Droßelmeier glaubt Marie und

erzählt ihr die Geschichte von der jungen Prinzessin

Pirlipat, die einst vom wütenden Mäusekönig

selbst in einen Nussknacker verwandelt worden

war. Nur wenn sie am Tag vor Weihnachten genau

um Mitternacht die geheimnisvolle Nuss Krakatuk

essen würde, wäre sie geheilt. Ein junger,

ehrbarer Mann müsse sie für sie knacken.

„Es gibt so viele leben, die keine sind“ (Effi Briest)

Der junge Mann, dem dies gelang, hieß … Theodor.

In der Bühnenbearbeitung von E.T.A. Hoffmanns

Märchenklassiker hält die Fantasie Einzug in Maries

Alltagswelt und verwebt zwei Geschichten zu

einem Abenteuer mit weihnachtlichem Ausgang.

STeFAN SchROeDeR

WILLIAM ShAKeSPeARe

ein Sommernachtstraum

Ein Märchenspiel nach William Shakespeare;

6 D - 6 H - 2 Dek; ab 10 Jahren; UA: Theater

Vogelweide, Wels, 2001

Mit viel Esprit und Situationskomik erzählt Stefan

Schroeder das berühmte Stück für Kinder

und Jugendliche neu.

STeFAN SchROeDeR

VIcTOR hugO

Quasimodo

Frei nach Victor Hugos „Der glöckner

von notre-Dame“; 3 D - 7 H; ab 12 Jahren,

frei zur UA

„So einer kann doch kein Mensch sein!“: Quasimodo,

der Hässliche, das Monster, der Bucklige,

Ausgeburt der Hölle, ein Freak. Seit 16 Jahren lebt

der so Genannte schon bei Frollo, dem Priester

von Notre-Dame. Stündlich läutet er dort die Glocken,

halb taub geworden von ihrem Dröhnen. Er

ist längst kein Kind mehr, und er vertraut Frollo

nicht mehr blind. Doch Quasimodo kennt nur

ihn, niemand sonst hat je mit ihm gesprochen,

niemand außer Frollo sah ihn je ohne Entsetzen

an. Bis er Esmeralda trifft, die schöne, tanzende

Esmeralda. Zum ersten Mal in seinem Leben versucht

Quasimodo einen Dialog, lernt er Gefühle

kennen und das Vertrauen in einen anderen Menschen.

Doch man schreibt das Jahr 1482 und für

eine Hexe und einen Hässlichen kann es in dieser

Zeit kein glückliches Ende geben. Denn beide

entsprechen nicht dem, was die Gesellschaft als

„Mensch“ definiert hat.

Der messende Blick von heute sieht gemeinhin

keine Hexen und Monster mehr. Doch ist damit

die Geschichte des unglücklichen Glöckners von

Notre-Dame längst nicht aus der ‚Mode’ gekommen.

An ihrem Beispiel kann die Selbstverständlichkeit

thematisiert werden, mit der wir Urteile

über Körper und Seelen fällen; nach Kriterien,

die uns ganz ‚natürlich’ erscheinen. Doch steckt

in jedem Bemessen und Beurteilen eines Menschen

bereits die Anmaßung, ihn beherrschen zu

können:

„Die jüdische Tradition vermittelt die Scheu, einen

Menschen mit dem Meterstab zu messen, weil man

die Toten messe – für den Sarg. Das ist es, woran die

Manipulatoren des Körpers ihre Freude haben. Sie

messen den anderen, ohne es zu wissen, mit dem

Blick des Sargmachers. Sie verraten sich, wenn sie

das Resultat aussprechen: sie nennen den Menschen

lang, kurz, fett und schwer.“ (T. W. ADORnO)

45


junges theater

46

junges

theater

im verlag für kindertheater

TAMARA BAch

Marsmädchen

Zur individuellen Dramatisierung und in einer

Bearbeitung für Jugendclub von Isabel Dorn;

5 D - 2 H; ab 12 Jahren; UA: junges schauspiel

am Deutschen Theater göttingen, 2009

Miriam ist einfach immer „mittendrin“. Sie ist

nicht sensationell schön und auch nicht hässlich,

in manchen Fächern gut, in anderen nicht, ein

bisschen beliebt, ein bisschen unbeliebt. Und sie

war immer schon da, in der Kleinstadt geboren

und aufgewachsen. Sie kennt das alles und langweilt

sich entsetzlich. Manchmal wäre sie gerne

vom Mars, manchmal fühlt sie sich als käme sie

vom Mars. Doch dann kommt Laura aus Köln an

die Schule, die lässige und selbstbewusste Laura.

Und Miriam kann es kaum glauben, dass Laura

sie mag: Laura und Miriam, Freundinnen! Die

Mädchen gehen tanzen, trinken zu viel Kaffee,

lachen und reden. Miriams Leben wird plötzlich

schön. So schön wie Laura. Ein Bauchgefühl, ein

Marsgefühl.

Das gleichnamige Buch wurde 2004

mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis

ausgezeichnet.

MARTIN BALTScheIT

Wachmann, pass auf!

1 D - 1 H; ab 14 Jahren; frei zur UA

Ein junger Mann baut gerne Sandschlösser am

Strand, nicht irgendwelche unbedeutenden Sandburgen,

sondern echte Architektur, Kunst! Und

er beobachtet dabei die Mädchen, die elegant auf

ihren Brettern über die Wellen reiten. Eine von

ihnen bittet ihn, kurz mal auf ihr Brett aufzupassen

– ein schönes Brett, teuer, retro, lackiert. Und

der junge Mann wacht, stundenlang, tagelang. Diese

Geschichte beginnt, sich zu verselbständigen.

Der junge Mann kommt so richtig in Fahrt, er

nimmt seine Aufgabe ernst, sehr ernst – er würde

das Brett sogar mit seinem Leben verteidigen.

Er zieht eine Grenze, baut eine Mauer und steht

stramm vor seinem Wachhaus, ein durch und

durch vorbildlicher Wachmann. Niemand darf

rein, niemand raus, so einfach ist das. Auch als

der Wachmann Besuch bekommt von einem alten

Mann, der ihn in immer neuen Rollenspielen

zu überreden versucht, das Tor zu öffnen, bleibt

er standhaft. Doch das allerletzte Spiel funktioniert,

der Wachmann lässt sich verführen und

schon überrollt die feindliche Armee das Land.

Danach ist eigentlich alles wie zuvor und beinahe

würde der treue Wachmann seinen Posten wieder

aufnehmen, denn wie schön ist es, wenn jemand

Wache hält, wie sicher und geborgen fühlen wir

uns dann.

Martin Baltscheit hat ein Stück über die inneren

und äußeren Grenzen geschrieben. Darüber, wie

schwer es sein kann, als junger Mensch aus dem

meist sicheren Gefüge der Kindheit herauszutreten.

Viel einfacher erscheint es uns manchmal,

einfach im Altbekannten zu verweilen und nie

über die Mauern zu klettern, die uns schützend

und eng umgeben – my home is my castle. In

assoziativen Spielen lässt der Autor seine Figur

wachsen. Der junge Mann darf sich ausprobieren,

aber er muss auch die Risiken durchleben, die wir

‚im Freien‘ manchmal eingehen. Am Ende wartet

ein sonniger Strand und das sanft rauschende

Meer auf den jungen Mann – was immer er damit

anfangen mag.

Neue heimat

1 D - 3 H; ab 14 Jahren; frei zur UA

Das Mädchen Jasmin, ihr Ex-Freund Bono, der

Türke Frank (amerikanisch ausgesprochen) und

ein alter Mann finden sich plötzlich in einer ungewöhnlichen

und recht unangenehmen Situation

wieder: Nach einem Diskobesuch fährt Frank

sie leider alle gegen den einzigen Baum zwischen

Bergheim und Dierdorf. In einem kargen Jenseits

warten sie nun auf das Jüngste Gericht, jeder auf

seine Weise. Sie versuchen einander in schnellen

und durchaus respektlosen Dialogen vom richtigen

Glauben zu überzeugen oder davon abzubringen.

Und sie sind zugleich noch ganz mit dem

vergangenen Leben beschäftigt, mit dem was sie

taten und gern getan hätten. Das große Strafgericht

entpuppt sich schließlich eher als Komödie,

doch Bestand hat hingegen der Glaube an die

Freundschaft. So gibt es für alle ein unerwartetes

Happy End.

Die besseren Wälder

2 D - 3 H; ab 14 Jahren; UA: gRIPS Theater 2012

Ferdinand ist ein Wolf, der bei den Schafen aufwächst.

Was ist er also? Ein Wolf im Schafspelz,

ein Schaf mit Wolfsfell? Er springt über Zäune,

das tun Schafe nicht. Es ist nicht richtig. Und das

war schon immer so. Er singt schöner als alle anderen

das „Schafe Maria“. So ist es richtig, das hat

Tradition! Wer also ist Ferdinand?

Als seine Freundin tot aufgefunden wird, gerät

er unter Verdacht. Ein Wolf ist und bleibt ein

Wolf. Das Töten liegt ihm im Blut, das weiß man

doch. Das war schon immer so. Ferdinand flieht.

Er flieht zu den Wölfen. Er will einer von ihnen

werden. Aber die klugen Wölfe wollen verdammt

gerne ‚Schafe‘ sein: warme Heizdecken, schicke

Kleider, Krankenversicherung … Dass ihr Leben

hart ist, machen sie zur Tugend, zur Tradition. So

ist es halt.

Eine Gans, die behauptet, ein Fuchs zu sein; und

ein Bär, der eine Biene ist: In der Selbstverständlichkeit,

mit der sie sind, wer sie sein wollen, bleiben

sie die wahrhaft Vernunftbegabten in Martin

Baltscheits Stück. Denn Vieles wird heute gerne

über die sogenannte „Natur“ gesagt, über das „So

bin ich halt“. Und zu selten wird gefragt: Warum

soll ich so sein? Und warum denn kann es keine

Welt ohne Zäune geben mit Heizdecken für alle:

‚Allen nach ihren Bedürfnissen, alle nach ihren

Fähigkeiten.‘

Deutscher Jugendtheaterpreis 2010

MeLVIN BuRgeSS

Doing it

Für die Bühne bearbeitet von

nicola Bongard nach der Übersetzung ins

Deutsche von Andreas Steinhöfel;

3 D - 3 H; ab 14 Jahren; UA: junges schauspiel

am Deutschen Theater göttingen, 2008

Ben und die Miss tun es heimlich (weil sie seine

Lehrerin ist). Jon findet Deborah eigentlich ganz

nett und auf jeden Fall wahnsinnig anziehend.

Aber: sie ist fett! (Ok, mindestens mollig.) Dino’s

got the look – er „ist es einfach“. Keiner ist so lässig

und sexy wie er. Doch Dino hat nur Augen für

Jackie. Jackie ist schön und klug – und lässt sich

zwar mit ihm ein, ihn aber nicht ran (weshalb

Dino es mit Zoe/Siobhan treibt).

Melvin Burgess erzählt von den sexuellen Fantasien

und Praktiken der Teenager in vollkommen

überdeterminierter Redseligkeit. Nicola Bongard

hat daraus einen schnellen Bühnentext entwickelt,

der dem obsessiven Treiben der Hauptfiguren

freien Lauf lässt: Sie sind ungestüm, (über)ängstlich

und auftrumpfend, schüchtern und albern

und meistens ganz schön ‚frauenverachtend’. Und

sie wirken dabei oft freiwillig und unfreiwillig

ausgesprochen komisch. Sympathie ist, schreibt

Ivan Nagel, „Liebe Gottes zu den Leidenden und

Liebe des Komikers zu seiner Bühnenfigur“. Und

Burgess liebt seine Figuren wahrhaftig. So sehr,

dass auch die Zuschauenden im Lauf des Stückes

immer mehr sehen, hören und spüren, dass Ben,

Jon, Dino, Jackie und Deb auf einer großen und

schönen Suche sind: nach ihrer Form von Liebe

und Körperlichkeit, Selbstachtung und Respekt.

chIMO

Sagt Lila (Lila dit ça)

Für die Bühne bearbeitet von

Thorsten Wilrodt; 3 H; ab 14 Jahren

UA: Kampnagel, Hamburg, 2002

Am Rand der Seite 7 stand im Manuskriptes dieses

Kultromans in Großbuchstaben: „Lila dit ça“. Und

genau davon handelt diese Geschichte: von Lilas

Sprechen und Lilas Sprache. In einer sorgfältig ge-

Die besseren Wälder: Staatstheater Braunschweig © Karl-Bernd Karwasz

planten Selbstinszenierung erzählt sich Lila jeden

Tag neu. Sie reproduziert die männlichen Vorurteile

der Gesellschaft, sie macht sich sprachlich

zum Objekt, zu dem sie im Pariser Vorortleben

ohnehin gemacht wird. Vielleicht versucht sich,

auf diese Weise die Brutalität ihrer Gegenüber zu

demonstrieren und zu dekonstruieren. Zugleich

aber hält Lila damit auch fest an der Möglichkeit

einer selbstbestimmten Lust, an dem Wunsch

nach Liebe – Liebe zu Chimo. Fast zwangsläufig

unterschätzt sie dabei die rohe und gewalttätige

Dynamik der (männlichen) Gesellschaft.

Thorsten Wilrodt lässt drei Männer die Geschichte

von Lila nacherzählen. Denn sie waren es, die

an Lila gescheitert sind. Es gelang ihnen nicht, in

Lila ein Individuum zu sehen, das auf der Suche

nach Selbstbestimmung und Liebe ist. Das aber

wäre ihre Chance zu einer Emanzipation gewesen.

Das Buch erschien in der Übersetzung von

Hinrich Schmidt-Henkel

„ 2000 lämmer beten

mit geschlossenen

Augen und wer singt

das ‚Schafe Maria‘?“

(Die besseren Wälder)

VALéRIe DAyRe

c’est la vie, Lili

Für die Bühne bearbeitet von nicola Bongard

nach der Übersetzung ins Deutsche von

Maja von Vogel ; 1 D - 2 H; ab 12 Jahren;

UA: junges schauspiel am Deutschen Theater

göttingen, 2010

Lili sagt, sie habe gleich gemerkt, dass etwas nicht

stimmte. Ihre Eltern schauten sich auf dem Autobahnrastplatz

die ganze Zeit so komisch an. Und

dann haben sie Lili dort einfach ausgesetzt – wie

einen Hund. Sind alleine weitergefahren, den drei

Wochen Urlaub im Süden entgegen.

Lili beginnt den Tagebuchbericht dieser Havarie

am Dienstag, den 31. Juli. Sie beschreibt, wie sie

sich auf dem Rastplatz einzurichten beginnt und

welche Geschichten sie erfindet, um unentdeckt

zu bleiben. Bis ihre Eltern am 24. August wiederkommen.

Doch hier endet die Geschichte nicht.

Denn im nächsten Moment liegt Lili am Strand,

im Urlaub mit ihren Eltern und schreibt Tagebuch.

Vermutlich.

Die Geschichte in der Geschichte in der Geschichte

ist ein bekanntes Stilmittel. Doch Valérie Dayre

wählt es mit gutem Grund: Denn durch das Spiel

mit den Erzählebenen und -perspektiven gelingt

ihr eine schmerzlich genaue Vollzugsgeschichte

der Pubertät. Die 12-jährige Lili lebt in einem

für sie präzedenzlosen Ausnahmezustand. Was

früher als gegeben gelten konnte, ist heute plötzlich

nicht mehr verlässlich, jede Aussage könnte

zugleich auch eine Lüge sein. Wer ist denn Lili

und wer sind die Menschen um sie herum, die,

eben noch vertraut, plötzlich fremd geworden

sind? Könnten sie im nächsten Moment einfach

verschwinden?

„Was, zu guter letzt, ist eigentlich das leben? Die

Autorin hat klug die klare Antwort darauf

verweigert und dem nachdenken darüber viel

Raum gelassen.“ (Deutschlandfunk)

Das Buch erscheint unter dem Titel „Lilis

Leben eben“ im carlsen Verlag und erhielt

den Deutschen Jugendliteraturpreis 2006

ZORAN DRVeNKAR

Die zweite chance

2 D - 2 H; ab 14 Jahren; UA: Hans Otto Theater

Potsdam, 2000

Tess und Martin wurden als Teenager von ihrem

Vater aus dem Haus geworfen. Tess, weil sie Frauen

liebt und Martin, weil er, der „Schwächling“, den

Ernst des Lebens kennen lernen solle. Nach dem

plötzlichen Tod des Vaters treffen beide zum ersten

Mal wieder im Elternhaus zusammen. Tess, voller

ungelöster Wut auf den Alten – und reichlich betrunken

– klaut nachts seine Leiche aus dem Bestattungsinstitut.

Sie „setzt“ ihn sich gegenüber an den

47


junges theater junges theater

48

Tisch und beginnt ein Gespräch über die Vergangenheit.

Eine alberne Kindergeschichte fällt ihr ein,

die der Vater oft erzählt hat: Über einen Zauberer,

der seinen toten Freund mit Hilfe einer Zauberlinse

wieder ins Leben holt. Tess probiert es. Es funktioniert.

Leider – denn der Alte ist wieder ganz

er selbst. Mit Tricks und Manipulationen versucht

er, seiner Familie eine zweite Chance abzuluchsen.

Wenn nur einer ihm die Stimme gäbe, dann

dürfte er ins Leben zurück. Im Verlauf der makabren

und sarkastischen Auseinandersetzung über

die Familiengeschichte, emanzipieren sich Tess

und Martin ein zweites Mal – das ist ihre Chance.

Traumpaar

Theaterstück in 8 Szenen; 4 D - 3 H - 1 Simdek -

1 1 / 2 Std.; ab 14 Jahren; UA: Theater an der

Parkaue, Berlin, 2006

Der 15-jährige Ricki wohnt mit der attraktiven

Cindy auf dem elterlichen Dachboden. Nur bei

ihr fühlt er sich geborgen. Sie wird ihn auch

nicht verlassen, wie seine Mutter, die die Familie

mit einem Scheidungskrieg überzogen hat, denn

seine „große Liebe“ ist eine Schaufensterpuppe.

Und obwohl Cindy die einzige zu sein scheint,

die weiß, was Liebe bedeutet, wird sich Ricki am

Schluss des Stückes der Realität stellen und Cindy

allein zurücklassen.

„Der Autor schafft hier absurde und zugleich

alltägliche Figuren, überraschend verstrickt in ein

komplexes gebilde von Verbindungen, Beziehungen

und Freundschaften. Die Themen der

Partnerwahl, der Bewältigung von gescheiterten

liebesbeziehungen und der neuorientierung

werden humorvoll und leicht erzählt, ohne dabei

bagatellisiert zu werden.“

(Aus der Begründung der Jury des Baden-Württembergischen

Jugendtheaterpreises 2004)

gewinner des Münchner Jugend-

Dramatikerpreises 2000 und gewinner

des 2. Platzes des Baden Württembergischen

Jugendtheaterpreises 2004

cengiz & Locke

6 D - 12 H; ab 14 Jahren; UA: gRIPS Theater,

Berlin, 2006; geeigneet für Jugendclub

Cengiz schießt aus dem Auto heraus. Wegen der

Yugos. Auf die Yugos. Mit denen seine Clique im

Bandenkrieg ist – das ist schon immer so gewesen.

Locke ist im Auto mit dabei, wie immer. Die

beiden sind unzertrennlich, auf ihre Weise jedenfalls.

Beide wollen auf dem Kiez ihr beschissenes

Zuhause vergessen. Und sie wollen cool sein, auf

jeden Fall und um jeden Preis. Aber die Schüsse

gingen zu weit. Die feindlichen Linien werden

unscharf. Wer hat schließlich Jasmin getötet, die

einzige Zeugin? Alle jagen Cengiz. Und Locke beweist

seine Freundschaft. Am Ende werden sich

die beiden entscheiden müssen, auf welcher Seite

sie stehen. Seite an Seite.

Die Inszenierung des Stücks von

Frank Panhans für das gRIPS Theater erhielt

den FAuST 2007 für die beste Regie im Kinder-

und Jugendtheater

Kopf oder Zahl: Slovenisches National Theater, Nova gorica

KATJA heNSeL

vampiru

2 D - 3 H; ab 14 Jahren;

UA: Kresch Theater; Krefeld, 2008

Mit leerem Tank stranden Fischkopf, Lope, Kiki

und Wolfram an einer verlassenen Grenzstation

am Rande Rumäniens. Mitten in der Nacht waren

sie aufgebrochen, um einen sagenhaften Onkel zu

suchen, der angeblich Koch im Schloss des Grafen

Dracula sei. Nun hängen sie in diesem Niemandslands

fest, keine Tankstelle weit und breit, nur ein

breiter Fluss, eine gottverlassene Landschaft und

einige seltsame Gestalten. In diesem Zwischenreich

kommt vieles zu Tage, Gefühle brechen auf

oder versiegen, nie Gesagtes wird ausgesprochen.

Die vier lieben einander und beleidigen sich, spielen

vampiru: ihre Rollen Kresch und Theater, reizen Krefeld sie aus, © eike sie bewegen Rolle sich

zwischen Vergangenheit und Zukunft, versuchen

Wege zu beschreiten zwischen ihren Wunschträumen

und der Realität ihres Lebens. An der

Grenze zum Erwachsenwerden wird ihnen diese

fremde Grenze zu einem sonderbaren Zuhause.

Kopf oder Zahl

2 H; ab 14 Jahren; UA: nationaltheater

nikosia, Zypern und Theater an der

Parkaue, Berlin, 2009; Auftragswerk des

Theater an der Parkaue in Kooperation

mit THOc/Staatstheater Zypern

Christopher war einige Wochen im Jugendarrest

– nicht an der Nordsee, wie er seiner neuen

Klasse weismachen will. Er hat einen Jungen

brutal zusammengeschlagen. Doch nun will er

es besser machen, besser werden. Er strengt sich

an und sagt sich von seinen ehemaligen Freunden

los. Das friedliche, vorurteils- und gewaltfreie

Miteinander der Kulturen wird sein neues Ideal.

Doch seine Vergangenheit bestimmt mehr und

mehr die Gegenwart. Die Angriffe seiner alten

Freunde und neuen Klassenkameraden versucht

Christopher zunächst zu ignorieren, er will stark

bleiben. Nicht so jedoch sein Alter Ego, der Andere.

Er provoziert, kommentiert, sabotiert – und

so liefern sich die beiden Teile einer Person einen

zähen, anstrengenden Kampf: Kopf oder Zahl, die

Zukunft steht in jedem Moment auf der Kippe.

Katja Hensel untersuchte in der Vorbereitung

ihres Stückes mit Schülern aus 7. bis 9. Klassen in

Berlin und in Nikosia auf Zypern die Perspektiven

von Jugendlichen auf Gewalt: Wie wird aus einer

abfälligen Bemerkung ein Schlag ins Gesicht und

aus diesem Schlag eine Prügelorgie? Wie sieht Gewalt

aus, wenn sie eskaliert? Wie wird sie eingeübt,

praktiziert, weitergegeben?

„Von Vorurteilen und dem inneren wie äußeren

Kampf, der durch Vorurteile entsteht – handelt also

dieses ebenso gut durchdachte wie anspruchsvolle

Stück. Und Autorin Katja Hensel ist nicht zimperlich.

Sie legt ihrem Protagonisten so einige Sprüche

in den Mund, die auf der Straße provozieren

können – und es im Theater auch tun. Da kriegt

jede Bevölkerungsgruppe ihr Fett weg – und an

solchen Stellen wird das Stück interaktiv, das junge

Publikum reagiert empört (…) Das Theater an der

Parkaue (…) will im positiven Sinne „aufregen“ und

ein Stück lebensrealität der Jugendlichen direkt auf

die Bühne holen, kein einfaches Unterfangen, aber

mit „Kopf oder Zahl“ gelingt das.“ (RBB InFO)

ANN JARAMILLO

La Línea

Für die Bühne bearbeitet von Isabel Osthues

und Matthias grön nach der Übersetzung

aus dem Amerikanischen von Anja Malich;

2 D - 3 H (Doppelbesetzungen); ab 12 Jahren;

UA: Junges Staatstheater Oldenburg, 2010

Miguel und Elena wollen über die Grenze, La Línea,

nach Nordamerika. Denn dort kann das Leben nur

besser sein als in San Cristobal, in dem niemand

mehr eine Zukunft hat. Aber das verheißungsvolle

Land ist gut bewacht. Miguel und Elena müssen

sich einem undurchsichtigen Schleuser anvertrauen.

Sie werden ausgeraubt und erpresst. Sie sind

dem Verdursten nahe und schon fast am Ende

ihrer Kräfte, als sie noch auf den fahrenden Mata

Gente, der auch Todeszug genannt wird, aufspringen

müssen. Festgeklammert auf dem Dach des

Zuges versuchen sie, es hinter die Linie zu schaffen.

Immer undeutlicher werden die äußeren und

inneren Grenzen, immer mehr werden Hoffnung,

Angst und Erschöpfung eins.

„la línea“ beschreibt sehr eindrücklich die gesellschaftliche,

strukturelle gewalt, der viele junge

Menschen in der gegenwart ausgesetzt sind. Die

fiktive geschichte von Elena und Miguel ereignet

sich real täglich an vielen grenzen der Welt.Veröffentlicht

im Spielplatz 24 (Verlag der Autoren)

WALTeR KOhL

Talfahrt

2 D - 1 H; ab 14 Jahren; UA: Theater der Figur,

nenzing, 2007

Ein Berghotel im Winter: Skiurlaubsparadies für

die einen, monotone Maloche für die anderen.

Im Aufenthaltsraum des Personals schlagen drei

Menschen die Zeit tot: Waltraud alias „Dubby

Dot“, Serviererin aus dem ehemaligen deutschen

Osten, die von einer eigenen Bar träumt; Klara, genannt

„Claire“, die Tochter aus reichem Haus, die

nur ein Praktikum machen will; und der schwarze

Tellerwäscher David, der aus Afrika geflohen ist.

Dubby liebt David. Die beiden haben sich für alle

Fälle den Schlüssel zur Seilbahn besorgt, sollten

sie es irgendwann nicht mehr aushalten auf dem

Berg. Die sorglose Claire weiß nichts von gescheiterten

Lebensplänen, sie will nur raus aus ihrem

Dorf. Sie trinkt und flirtet und verführt David, der

so gerne noch einmal an etwas glauben möchte,

und sei es nur daran, dass sie es ernst mit ihm

meint. Als Dubby Dot die beiden aus Eifersucht

provoziert, setzt sie eine Katastrophe in Gang.

Mit seiner charakteristischen kargen Präzision

portraitiert Walter Kohl eine Generation, der

scheinbar alle Möglichkeiten offen stehen. Wer

nur mobil und flexibel genug ist, der kann es

schaffen, das ist öffentlicher Konsens. Doch der

Tellerwäscher bleibt in diesem Stück nur Tellerwäscher.

Und allein.

Fuck off, Koff

3 D - 5 H; ab 12 Jahren; UA: frei

Franz Alfred Koff (genannt F.A. Koff, sprich Fuck

off) ist kurz davor, sein Abitur zu machen.

Allerdings ist er sich ziemlich sicher, dass er es

nicht schaffen wird. Warum auch?! Nach der Trennung

seiner Eltern ist ihm sowieso alles egal. Und

der neue Freund seiner Mutter ist schlicht unerträglich.

Als Franz nach einem heftigen Streit ausrastet

und das Auto seiner Mutter in Brand setzt,

gerät sein Leben aus den Fugen. Erschrocken über

sich selbst, zieht er sich von allen zurück. Als er

die Pistole seines Vaters findet, weiß Koff plötzlich,

wie er alle Probleme auf einen Schlag lösen

kann. Kann seine Freundin Ibbi ihn davon abhalten,

sich umzubringen?

ritzen

1 D - Simdek - 1 Std.; ab 14 Jahren;

UA: Theater greifswald, 2002

„Fritzi, 14 Jahre, sitzt vor einem Computer und

tauscht mit einem Chat-Partner pornographische

E-Mails aus. Wenn sie auf dessen Antwort wartet,

geht sie ein paar Schritte hinüber zu einer Web-

Kamera. Ganz nah tritt sie an das Objektiv heran,

setzt ein Messer an den Unterarm und – ritsch

– schneidet sich mit einem schnellen Schnitt die

Haut auf; die Kamera überträgt die Szene ins

Internet. Die Zuschauer halten den Atem an, sie

verfolgen die Szene live auf einer großen Bühnenleinwand.

„Noch nie jemand ritzen gesehen?“,

fragt Fritzi cool.“ (Die Zeit)

„geht am besten mit dem Stanley-Messer...

Bic-Rasierer ist das zweitbeste... Es tut nicht weh.

Spürst du nichts. Ein kleiner Ritsch, und rot bist

du. nein, stimmt nicht. Tut schon weh.

Soll ja wehtun. Weißt erst, dass es dich gibt, wenn

du spürst. Tut gut, wenn es wehtut…“.

Wanted: Lili

2 H; ab 10 Jahren, UA: frei

„Wanted: Lili“ steht auf den Zetteln, die der Sohn

im ganzen Ort an die Bäume pinnt. Und mit Lili

sucht er seine Erinnerung an die Zeit, in der die

Familie noch zusammen war. Er will wissen, warum

er verlassen worden ist, weshalb seine Eltern

über ihn entscheiden konnten. Mit verzweifelten

Provokationen versucht der Sohn, den Vater zum

Sprechen zu zwingen. Zu einem Eingeständnis,

mit dem das weitere Zusammenleben vielleicht

möglich sein würde. Der Junge ist traurig, desorientiert

und voller Aggression gegen sich und den

Vater. Aber er will seine Suche nicht aufgeben.

Wer Lili ist? Auf jeden Fall ist sie ein Teil von ihm.

JONA MANOW

Irgendein Spiel

3 D - 2 H; ab 14 Jahren; auch für Jugendclub

geeignet; frei zur UA

Klassenfahrt: ‚kein‘ Alkohol, dafür Gemeinschaftsspiele

… Franz, Ludwig, Antonia, Johanna

und Amadea sind irgendwie in eine Gruppe eingeteilt

worden, sind irgendwie auch befreundet.

Aber weder wissen sie genau, worin das Spiel

eigentlich besteht, noch – so zeigt es sich – kennen

sie einander gut genug. Auf dem imaginären

Spielbrett kommen sie einander näher, entfernen

sich, kreuzen, küssen und überwerfen sie

sich. Sie spielen ihre Rollen und mit ihren Motiven

– der Abgeklärte, der Einsame, die Hingebungsvolle,

die Nüchterne, die Unnahbare. Nach

und nach wird deutlich, dass man in der Liebe

alles zugleich sein darf, vielleicht sein muss.

Jona Manow lässt seine jugendlichen Figuren

offen und manchmal fast ungeschützt miteinander

sprechen. Es sind liebenswürdige junge

Menschen, die im Großen und Ganzen darauf

achten, freundlich miteinander umzugehen. Keine

‚Typen’ also, sondern junge Menschen, die

aufwachsen in einer Welt, in der scheinbar alles

möglich ist und jede Identität gewählt und verhandelt

werden kann. Damit aber ist das Spiel

noch lange nicht gewonnen, denn Selbstzweifel

und Maskerade sind die Kehrseiten dieses Gewinns.

Und die Liebe ist noch immer das Spiel,

in dem es nicht darum geht, die meisten Trümp-

fe auf der Hand zu haben, sondern darum, wie

wir einander die Hand reichen können: „Hold

my hand, Chuck“, sagte Lucy einst zu Charlie

Brown.

PeR NILSSON

So lonely

Für die Bühne bearbeitet von Michael Müller

nach der Übersetzung ins Deutsche von

Birgitta Kicherer; 1 D - 1 H (Doppelbesetzungen);

ab 14 Jahren; UA: gRIPS Theater, Berlin, 2011

Die erste Einstellung: Es ist Samstagabend; ein Junge

sitzt allein in einer Wohnung vor einer Reihe

von Gegenständen, neben ihm steht ein schweigendes

Telefon. So beginnt die Erzählung einer

Liebe, einer unglücklichen Liebe. Station für Station

lässt der Junge sie Revue passieren – als drehe

er tatsächlich einen Film. Jedes Ereignis wird in der

Kameraeinstellung schmerzhaft deutlich – all die

Andeutungen des Mädchens Ann-Katrin zum Beispiel,

die er so gerne überhören wollte. Ann-Katrin,

die er Herztrost nennt, seine erste Liebe! Mit der

er seine erste Nacht erlebt hat, der keine weiteren

folgen sollten, weil Ann-Katrin es eigentlich schon

von Anfang an gesagt hat. Der Junge zerstört nacheinander

alles, was ihn mit dem Mädchen verbindet,

alle. Am Ende der Reihe stehen die blauen

Tabletten, die er schlucken wird, damit sie sehen

soll, wie sehr er sie geliebt hat. Zoom: das Telefon

schweigt noch immer.

„So lonely“ ist das Drehbuch einer ersten großen

und jungen Liebe. Die beiden Hauptfiguren sind

überhaupt nicht cool oder abgeklärt, ebenso wenig

ist es ihre Sprache. Der Junge trägt sein Herz auf

der Zunge und in der offenen Hand zugleich. Er

zitiert nicht nur ohne Scheu seine eigenen Gedichte,

sondern verschweigt überhaupt keine

einzige der scheinbaren Peinlichkeiten, die uns

plötzlich unterlaufen, wenn wir ganz unerfahren

mitten in die großen Gefühle geraten. „So lonely“

ist also im besten Sinne ein ‚untypisches’ Jugendstück;

es handelt nicht von Gewalt oder misslingender

Ichwerdung. Es handelt von der Liebe

und der Suche nach des Herzens Trost.

„nicht nur die wundervoll-traurige liebesgeschichte

macht [diese geschichte] so lesenswert, sondern

auch ihre außergewöhnliche Darstellung: das

Abwechseln des gegenwärtigen geschehens mit

den Rückblicken, das filmische Erzählen, die vielen

Vorverweise, Verrätselungen und intertextuellen

Bezüge.“ (lESEBAR)

KeRSTIN PeRSKI

Red hot Blues

Aus dem Schwedischen von Dagmar Brunow;

1 D - 3 H; ab 14 Jahren; UA: Regionteatern

Blekinge Kronoberg, 2003; frei zur DEA

Fideli schließt einen Pakt mit dem Teufel: Er soll

sich für sie an den jungen Männern rächen, die sie

nach einer Party vergewaltigt haben. Dafür verspricht

sie ihm ihre Seele, die sie ohnehin nicht

mehr fühlt. Auch Adam gehörte zu den Gewalt-

49


junges theater Märchen

50

tätern. Er wollte sich damit vor seinen Freunden

beweisen. Aber nun hat er ein schlechtes Gewissen

und bleibt bei Fideli. Die beiden kommen ins

Gespräch. Und Fideli lernt ihre eigene Stärke kennen:

anders als Adam kann sie ihr Leben und das

Geschehene reflektieren. So kann sie sogar verzeihen

als sie beginnt, Adam zu verstehen. Robert

beobachtet die beiden die ganze Zeit über und

begleitet sie mit seiner melancholischen Musik.

Er ist ein begnadeter Musiker. Dafür hat der Teufel

gesorgt. Ohne Seele aber bleibt Robert einsam,

seine Musik ist den meisten Menschen lästig.

Robert weiß nun, dass Gutes und Böses nur aus

den Menschen selbst kommen darf, dass nur sie

allein für ihre Entscheidungen und Wege verantwortlich

sein sollen. Als Fideli beschließt, dem

Teufel die Stirn zu bieten, hilft ihr Robert. Denn

Fideli, zart und stark zugleich, kann ihr Leben alleine

tragen.

Meg ROSOFF

Just in case

Aus dem Englischen für die Bühne bearbeitet

von Stefan Schroeder; 2 D - 3 H; ab 14 Jahren;

UA: Junges Schauspiel am Deutschen Theater

göttingen, 2009

Was wäre, wenn wir nur einen Wimpernschlag

von der Katastrophe entfernt wären? Als David

Case seinen kleinen Bruder im letzten Augenblick

vor dem Sturz aus dem Fenster retten

kann, gerät sein Leben aus den Fugen. Das

Schicksal hat ein Auge auf ihn geworfen, das

spürt er genau. Wie aber kann man dem eigenen

Schicksal entkommen? David geht in Deckung:

er ändert seinen Namen in Justin - Justin

Case. Er trägt von nun an seltsame Klamotten,

die das noch seltsamere Mädchen Agnes für ihn

aussucht. Er erfindet sich einen Windhund, zur

Sicherheit. Und dann beginnt Justin zu laufen,

in der Hoffnung, schneller sein zu können als all

die tödlichen Gefahren, die auf ihn lauern. Wenn

aber, wie sein Freund Peter sagt, Wissenschaft oft

schon von einer falschen Grundannahme ausgeht,

dann könnte es gut sein, dass er dabei dem

Schicksal geradewegs in die Arme läuft. Und das

erwartet ihn ganz ruhig mit der größtmöglichen

Explosion.

„Mit schwarzem Humor, aber voller Wohlwollen

ihren Figuren gegenüber, erzählt Meg Rosoff vom

Drama des Erwachsenwerdens und der Suche nach

Identität. (...) Die Autorin verhält sich wie das

Schicksal: Sie ist unberechenbar, ruppig, manchmal

zynisch und manchmal zärtlich, sie opfert schon

mal einen Radfahrer oder lässt einen Modedesigner

über die Klinge springen. Und sie beherrscht

das Timing. Wenn sie das Schicksal sagen lässt:

„Jeder Komiker, Tennisspieler oder Koch kann es

bestätigen: Entscheidend ist immer der richtige

Zeitpunkt“, darf man ergänzen: Meg Rosoff weiß

das ebenso.“(Die Zeit)

Das Buch erscheint im carlsen Verlag unter

dem Titel „Was wäre wenn“ und hat den

Deutschen Jugendliteraturpreis 2008 erhalten.

eDMOND ROSTAND

cyrano

Für die Bühne bearbeitet von Hermann Book,

Rebecca Hohmann, Klaus Schumacher;

nach der Übersetzung von ludwig Fulda;

1 D - 3 H; ab 14 Jahren; UA: Moks am Bremer

Theater, 2002

„Ein Edelstein der Menschheit,

und ein echter! Gelehrter! Musiker!

Poet und Fechter! Doch sein Aussehen...“

Savinien Cyrano Herkules de Bergerac ist entstellt

durch eine große Nase, doch ist er wortgewandt

wie kein anderer. Christian hingegen ist schön

aber arm an Worten. Und beide lieben Roxane.

Roxane fühlt sich zu Christian hingezogen – doch

nur, wenn dessen Anmut sich auch in Poesie ausdrücken

kann. Cyrano glaubt, dass sie einen hässlichen

Mann wie ihn ohnehin nie lieben wird und

sorgt deshalb dafür, dass Roxane von Christian

nicht enttäuscht wird: Er schreibt die schönen

Liebesbriefe, die Christian nur noch überbringen

muss. Er souffliert sogar beim nächtlichen Stelldichein.

Um wenigstens einen kleinen Anteil am

Liebesglück zu haben... Doch auch der mächtige

Graf Guiche will Roxane und schickt die beiden

Liebhaber in den Krieg.

„(...) diese Inszenierung schafft spielend, wovon

Deutschlehrer kaum mehr zu träumen wagen: die

poetische Kunstsprache des Theaters ganz gegenwärtig

werden zu lassen.“ (DER TAgESSPIEgEl)

ThORSTeN WILRODT

chatters

3 D - 3 H; ab 14 Jahren; UA: junge akteure,

Bremen, 2006; für Jugendclub geeignet

In seinem „Haus“ ist Pete der Chef und er liebt

sich selbst dafür sehr. Anna ist ihm treu. Kerstin

wird zu oft ausgelacht und Sonnimann ist immer

lässig. Aber Olga, die Neue im Chat, begnügt sich

nicht mit Petes Regeln. Olga ‚geht fremd’: Nachts,

wenn das Netz schläft, chattet sie alleine mit BJ,

Bassmann Johann, in seinem „Haus“. BJs E-Bass

ist verstimmt, und Olga weiß genau, warum er

verzweifelt ist. Über die Drähte hinweg, durch

ihre Rechner, denen sie Namen geben, hindurch

kommen sie sich näher. Und Petes Einfluss auf

die „Chatter“ in seinem „Haus“ schwindet im selben

Maß. Denn für Olga und BJ wird die „reale“

Welt anziehend.

Petes Netzkommunikation ist knapp, cool und distanziert.

Spaß haben über die Tastatur ist seine

Devise, alle unter Kontrolle haben, für alles den

richtigen Code, die passende Abkürzung. Dennoch

ist „Chatters“ kein Stück über die „gute“

oder „schlechte“ Kommunikation, über die Frage,

was „authentisch“ ist und was nicht. Auch in Petes

Haus kann man miteinander lachen und Zärtlichkeiten

klingen hier so aufrichtig wie jenseits der

Datenströme. Die „Chatter“ zeigen schlicht eine

neue Form zu kommunizieren. Ohne Petes Absolutheitsanspruch

könnte sein „Haus“ ein kleines

Zuhause sein.

Olga und BJ aber wollen den Klang ihrer Stim-

men hören. Ob sie sich damit besser oder schlechter

verstehen, bleibt offen.

eLISABeTh ZöLLeR

BRIgITTe KOLLOch

Bis ans Limit

Für die Bühne bearbeitet von Rainer Hertwig;

1 H; ab 14 Jahren; UA: neue Bühne Senftenberg,

2011

Es fing an mit ein paar langweiligen Abenden:

Florian, allein zu Haus… Also erst mal ein, zwei

Biere oder Wodka mit Brause und rumhängen

mit den coolen Typen, die er neulich in der Bar

getroffen hat. Die Schule wird immer ätzender,

die Eltern werden immer fremder. Und Florian

ist immer noch alleine. Er kann sich nicht mehr

verständigen und wird folgerichtig auch nicht

mehr verstanden. Aber im Wein liegt Wahrheit,

sagt man ja. Also trinken. Und trinken, um das

Trinken zu vergessen, zu ertragen. Florian trinkt

bis ans Limit und darüber hinaus. Als er nicht nur

sein eigenes, sondern das Leben seiner großen

Liebe Hanna riskiert hat, zieht er die Konsequenz.

Die sorgfältig recherchierte, glaubwürdige Geschichte

eines ganz einfachen Abstiegs in die

Sucht wird auf zwei Zeitebenen erzählt. Florian

springt in der Erzählung zwischen den vergangenen

Ereignissen und dem Alltag in der

Entzugsklinik. Es ist hart, anstrengend und im

wahrsten Sinne ernüchternd, nicht mehr zur Flasche,

sondern wieder zu Worten zu greifen. Die

Sprache wirkt fragil und brüchig, so wie Florians

neue Identität. Die Rückfallquote bei Drogenabhängigkeit

beträgt 50%, sagt der Arzt. 50%ige

Chance, sagt Florian – gar nicht so schlecht.

KATJA KANDeL

Das kalte herz

nach dem Märchen von Wilhelm Hauff

1 D - 3 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren

UA: Theater im Zentrum, Stuttgart, 1999

INge LeuDeSDORFF

König Drosselbart

Märchen nach den Brüdern grimm

4 D - 10 H - 4 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 4 Jahren;

UA: Thalia-Theater, Hamburg

Rumpelstilzchen

Märchen nach den Brüdern grimm

3 D - 5 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 4 Jahren;

UA: Thalia-Theater, Hamburg

JAMeS KRüSS

Das hemd des glücklichen

1 D - 3 H - 2 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren

Der fette, faule König eines Märchenlandes ist

seit langem krank. Ein Wunderdoktor verrät ihm,

wie er gesund werden kann: Nur das Hemd eines

Glücklichen kann ihn heilen. Der König schickt seine

Diener aus, muss aber erfahren, dass es in seinem

Lande keine wirklich glücklichen Menschen

gibt. Also macht er sich selbst auf die Suche …

PAuL MAAR

Der König in der Kiste

3 D - 7 H - 2 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 5 Jahren;

UA: Theater für Kinder, Hamburg

In einem Königreich, irgendwo zwischen hohen

Bergen, leben die Königsbrüder Hyazinth und

Alabaster. Sie regieren ihr Land auf wunderbare

Weise: Die Steuern werden abgeschafft, die Soldaten

nachhause geschickt, die Freizeit wird genauso

ernst genommen wie die Arbeit und den

ganzen Tag wird gelacht und Musik gemacht.

Eigentlich müsste dieses Leben doch jedem gefallen!

Dennoch versucht der phantasie- und humorlose

Oberhofmeister den glücklichen Zuständen

ein Ende zu setzen.

Das Wasser des Lebens oder

Die geschichte von Nanna und elisabeth

2 D - 1 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 8 Jahren;

UA: Stadttheater Würzburg, 1986

Nanna und Elisabeth sind zwei Mädchen mit

unterschiedlichen Temperamenten. Die eine ist

behutsam und bedächtig, die andere heftig und

ungestüm. Auf diese beiden trifft nun ein Junge,

der beide Wesenszüge in sich trägt. Die drei ziehen

zusammen los, um das Wasser des Lebens zu

finden. Denn wer dieses Wasser trinkt, der wird

nicht älter.

Ein Stück über die Möglichkeiten, das Leben auf

viele verschiedene Weisen zu gestalten.

Der verborgene Schatz

Ein Märchen für 1 D - 2 H; ab 6 Jahren, frei

zur UA; auch in einer Fassung für Amatuere

erhältlich

Der kleine Muhar hat einen sehnlichen Wunsch:

Er möchte Jasmina heiraten, die schöne und stolze

Tochter des reichsten Kaufmanns. Doch Muhar

heißt nicht ohne Grund „der kleine Muhar“, er

ist nur ein kleiner Händler mit einem kleinen Geschäft.

Das einzige, was er Jasmina schenken kann,

ist sein schönes Flötenspiel. Doch Jasmina lacht

ihn nur aus. Verzweifelt macht sich der kleine

Muhar am nächsten Tag auf, um einen Schatz zu

suchen, der ihn endlich reich genug für die Hochzeit

machen soll.

Ein Märchen über die Suche nach dem Glück, das

nicht mit Gold und Silber aufzuwiegen ist.

PAuL MAAR/MAuRO guINDANI

Die Reise durch das Schweigen

3 D - 4 H - Simdek - 1 1 / 2 Std.; ab 8 Jahren;

UA: Württembergische landesbühne,

Esslingen, 1983

Die weiße Königin wird vor den Augen ihres

kleinen Sohnes von der bösen Fee in einen tiefen

Brunnen gezogen. Die Fee nimmt als Schwarze

Königin den Platz neben dem König ein und

raubt dem Prinzen die Sprache, damit er sie nicht

verrät: Er soll nie sprechen und keinen Namen

haben. An seinem vierzehnten Geburtstag macht

sich der Prinz auf die Suche nach seiner Stimme.

Es wird eine lange Reise voller Abenteuer.

geRT RIchTeR

Dornröschen

Märchen in 7 Bildern nach den Brüdern grimm;

4 D - 7 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 4 Jahren;

UA: Schleswig Holsteinisches landestheater,

Rendsburg, 1981

Der fliegende Teppich

Märchen in 6 Bildern nach den geschichten

aus 1001 nacht; 2 D - 5 H - 6 Dek - 2 Std.;

ab 6 Jahren

Der gestiefelte Kater

Märchen in 4 Bildern nach den Brüdern grimm;

3 D - 6 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren;

UA: Bühnen der landeshauptstadt Kiel

Das Märchen vom Kalif Storch

Märchen in 4 Bildern nach Wilhelm Hauff;

2 D - 3 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren;

UA: Stadttheater Hildesheim

„Bist Du denn auch wirklich satt?“ (Tischlein deck dich)

Der kleine Muck

Märchen in 5 Bildern nach Wilhelm Hauff;

2 D - 7 H - 4 Dek - 1 3 / 4 Std.; ab 5 Jahren;

UA: Stadttheater Hildesheim

Schneeweißchen und Rosenrot

Märchen in 4 Bildern nach den Brüdern grimm;

neufassung: 1981; 4 D - 5 H - 4 Dek - 1 1 / 2 Std.;

ab 5 Jahren

Das tapfere Schneiderlein

Märchen in 4 Bildern nach den Brüdern grimm;

2 D - 7 H - 3 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 4 Jahren;

UA: Stadttheater Hildesheim

Tischlein deck dich

Märchen in 3 Bildern nach den Brüdern grimm;

3 D - 4 H - 1 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 6 Jahren

STeFAN SchROeDeR

Aladin und die Wunderlampe

nach den geschichten aus 1001 nacht;

2 D - 6 H - 4 Dek - 1 1 / 2 Std.; ab 7 Jahren;

UA: Wuppertaler Kinder- und Jugendtheater, 1999

„Theaterzauber im besten Sinne.“

(WESTDEUTScHE ZEITUng)

Die Schöne und das Tier

frei nach Jeanne-Marie leprince de Beaumont;

Märchen; 4 D - 5 H - Simdek - 1 1 / 2 Std.;

ab 6 Jahren; UA: Wuppertaler Kinder-

und Jugendtheater, 1998

Diese neue Bearbeitung besticht besonders durch

ihre witzige, an die Commedia dell’ Arte angelehnte

temporeiche Rahmenhandlung.

TheATeR PFüTZe

Bremer Stadtmusik – live!

Valerie laubenheimer, christoph gottwald

und Ensemble Theater Pfütze nach den Brüdern

grimm; 2 D - 2 H; 4 Instrumente; ab 6 Jahren;

UA: Theater Pfütze 2007

Der Esel stinkt ein wenig. Der Hund hat eine Tasche

voller Mokkabomboms – oder etwa nicht?!

Die Katze spricht ein wenig holprig und sehr

laaa-angsam. Und Frau Hahn ist von Kopf bis

Fuß ganz Diva. Alle sind ihren Bauern und dem

sicheren Tod nur knapp entronnen und tun sich

nun zusammen. Zu einer wilden Combo mit

rhythmischer Begleitung (Hund), harmonischer

Begleitung (Katze), melodischer Begleitung (Frau

Hahn) und mit einem Instrument, das tropft

(Esel). Wenn nur der Hunger nicht so groß wäre!

So groß, dass sie sogar eine Räuberbande vom

gedeckten Tisch verjagen. Und sich wegen der

vermeintlichen Leckerei in Hunds Tasche ganz

ordentlich streiten. Am Ende aber gibt es endlich

„Tango, zwoa, drei!“.

51


Das Märchen vom Kalif Storch: Theater erfurt © Lutz edelhoff

es ist ein elch entsprungen: Theater Junge generation Dresden

Aufführungsrechte

Die Aufführungsrechte der in diesem

Katalog angezeigten Werke liegen beim

Verlag für Kindertheater

Weitendorf gmbh

Max-Brauer-Allee 34

D - 22765 hamburg

Tel.: 0049 (0)40/607 909-916

Fax: 0049 (0)40/607 909-616

e-Mail: kindertheater@vgo-kindertheater.de

www.kindertheater.de

www.schultheaterverlag.de

Bitte schicken Sie uns Ihre Textbuchbestellungen

per e-Mail oder per Fax.

Vielen Dank!

Im internen Bereich unserer Homepage

stehen die Texte zur Ansicht und zum

Ausdruck zur Verfügung.

Aufführungen eines Werkes sind nur nach

vorheriger Genehmigung gestattet.

Aufführungsrechte und Impressum

Aufführungsrechte und Impressum

Abbildungen

Die Rechte an den Fotos liegen bei den

Theatern, den Fotografinnen und Fotografen,

den Verlagen und den Autorinnen und Autoren.

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen,

die uns Bilder zur Verfügung gestellt haben!

Titelbild: „Mein innerer Elvis“ von Jana

Scheerer, Junges Schauspiel am DT Göttingen,

2011 © Isabel Winarsch

Vertretung für die Schweiz

Theaterverlag Marabu

Sempacherstrasse 12

CH - 8032 Zürich

Tel.: 00 41/44/382 24 27

Fax: 00 41/44/382 06 96

e-Mail: marabu-verlag@bluewin.ch

Impressum

geschäftsführerin:

Juliane Lachenmayer (-914), Julia Bielenberg,

j.lachenmayer@vgo-kindertheater.de

Lektorat und Schultheater:

Nina Grunwald (-944)

n.grunwald@vgo-kindertheater.de

Sekretariat:

Verena Dosch (-916)

v.dosch@vgo-kindertheater.de

Redaktion

Juliane Lachenmayer

grafisches Konzept & gestaltung

Ursula Peters, Hamburg

uschi.peters@upgraphics.de

NEW!

You will find a list of available

international rights on

www.kindertheater/foreignrights.de


54

Uraufführungen 2012

03.September 2012

Finn-Ole Heinrich: Frerk, du Zwerg –

mit Musik von Knut Jensen

Uraufführung der neuköllner Oper im Haus der Berliner Festspiele

(Regie: Roscha A. Saidow)

22.September 2012

Salah Naoura: Matti und Sami und die drei

größten Fehler des Universiums

Uraufführung am Jungen Staatstheater Karlsruhe

(Regie: Ulrike Stöck)

06.Oktober 2012

Guus Kuijer: Ein himmlischer Platz

österreichische Erstaufführung am Theater der Jugend, Wien

(Regie: Thomas Birkmeir)

26.Oktober 2012

Paul Maar: Sams im Glück

Uraufführung am Jungen Theater Bonn

(Bearbeitung: Rainer Bielfeldt, Regie: lajos Wenzel)

31.Oktober 2012

Cornelia Funke: Reckless. Lebendige Schatten

Uraufführung am Staatsschauspiel Dresden

(Bearbeitung: Robert Koall, Regie: Sandra Strunz)

02.November 2012

Cornelia Funke: Geisterritter

Uraufführung am Thalia Theater Hamburg

(Bearbeitung und Regie: christina Rast)

04.November 2012

Martin Baltscheit: Die Geschichte vom Löwen,

der nicht bis drei zählen konnte

Uraufführung am nationaltheater Weimar

(Regie: Stefan Behrendt)

01.Dezember 2012

Barbara Robinson: Hilfe, die Herdmanns kommen

Für die Bühne neu bearbeitet von David gieselmann

Uraufführung am Schauspiel Hannover (Regie: Hanna Müller)

06. Dezember 2012

Daniel Napp: Dr. Brumm kommt in Fahrt

Für die Bühne bearbeitet von Thomas Klischke

und Sophie linnenbaum

Uraufführung Theater Mundwerk, graz

16. Februar 2013

Reihaneh Youzbashi Dizaji: Hasenland

Uraufführung an der comedia Köln

(Regie: Manuel Moser)

17. März 2013

Martin Baltscheit: Nur ein Ei

Uraufführung am Jungen Staatstheater Kassel

(Regie: Dieter Klinge)

Arold, Marliese ................................................................................. 7, 21

Bach, Tamara .........................................................................................46

Baeten, Lieve .........................................................................................17

Baltscheit, Martin ..............................................................4, 17, 21, 46

Beagley, Lee ...................................................................................... 4, 43

Beer, Hans de .........................................................................................17

Boie, Kirsten ..................................................................................... 5, 21

Burgess, Melvin ....................................................................................46

carroll, Lewis ..................................................................................43, 44

catley, Mark ...........................................................................................22

cervantes de, Miguel .........................................................................43

chimo .......................................................................................................46

collodi, Carlo .........................................................................................44

Dahimène, Adelheid ...........................................................................17

Dayre, Valérie ........................................................................................47

Drvenkar, Zoran ...................................................................17, 22, 47f.

Docampo, Valeria .................................................................................11

Durian, Wolf ............................................................................................3

eipp, Max ............................................................................................ 6, 43

ende, Michael .............................................................................. 17f., 22

Fessel, Karen-Susan .............................................................................22

Freund, Wieland ...................................................................................22

Friedrich, Joachim ................................................................................23

Fontane, Theodor ................................................................................45

Funke, Cornelia ..............................................................6f., 18, 23f., 25

grahame, Kenneth ..............................................................................39

guindani, Mauro........................................................................ 25f., 51

hach, Lena ..............................................................................................26

hawemann, Horst ..............................................................................26

held, Kurt ................................................................................................27

hensel, Katja ...........................................................................26, 43, 48

heiniger, Sibylle ...................................................................................30

heinrich, Finn-Ole .................................................................................8

hertwig, Rainer....................................................................................27

hirth, Hannes ........................................................................................43

hoffmann, E.T.A. .................................................................................45

hugo, Victor ...........................................................................................45

Jaramillo, Ann .......................................................................................48

Jelden, Carolin .......................................................................................27

Jensen, Julius ...........................................................................................8

Kandel, Katja .........................................................................................51

Kästner, Erich .................................................................................8, 27f.

Kipling, Rudyard ...........................................................................18, 28

Kirkegaard, Ole Lund .................................................................... 9, 10

Knister .....................................................................................................33

Könnecke, Ole .......................................................................................19

Köhler, Karen ..................................................................................10, 28

Kohl, Walter............................................................................................49

Kolloch, Brigitte ....................................................................................50

Krüss, James ....................................................................................28, 51

Kuijer, Guus ......................................................................................... 29f.

Kulot, Daniela ........................................................................................10

Lagerlöf, Selma .....................................................................................43

Leuenberger, Kathrin .........................................................................30

Lestrade, Agnès de...............................................................................11

Leudesdorff, Inge ................................................................................51

Limmer, Ulrich ......................................................................................33

Lindgren, Astrid .........................................................................19, 30ff.

Lindgren-enskog, Barbro .................................................................19

Lornsen, Boy ..........................................................................................32

Ludwig, Volker ........................................................................................8

Maar, Paul ......................................................................11, 19, 32ff., 51

Maar, Nele ..............................................................................................33

Manow, Jona ..........................................................................................49

Matter, Maritgen ..................................................................................34

Mensing, Stefan ...................................................................................34

Michels, Tilde ........................................................................................19

Monheim, Mark .....................................................................................6

Munck, Hedwig ....................................................................................19

Napp, Daniel ..........................................................................................19

Naoura, Salah ........................................................................................12

Neff, Jürgen ............................................................................................43

Nilsson, Per ....................................................................................... 7, 49

Nöstlinger, Christine ...................................................................20, 34

Nola, Jürgen ...........................................................................................44

Nordqvist, Sven....................................................................................20

Opel-götz, Susann ..............................................................................35

Pelgrom, Els ...........................................................................................35

Penquitt, Ulrich....................................................................................35

Perski, Kerstin .......................................................................................49

Popig, Jürgen ..................................................................................14, 44

Pressler, Miriam ...................................................................................35

Preußler, Otfried .........................................................................8, 36ff.

Quadflieg, Alice ............................................................................12, 39

Rassmus, Jens ........................................................................................20

Reuter, Bjarne ........................................................................................39

Richers, Christiane ...............................................................................13

Richter, Gert ...........................................................................................51

Robinson, Barbara ...............................................................................39

Rosoff, Meg .............................................................................................50

Autorenregister

Rostand, Edmond ................................................................................50

Rüggeberg, Timo ...................................................................................7

Ruge, Simon und Desi ........................................................................39

Scheerer, Jana ........................................................................................13

Schidlowsky, Christian ......................................................11, 33f., 44

Schroeder, Stefan ..................................................... 14, 21, 32, 45, 51

Seibert, Moritz ........................................................................................7

Shakespeare, William ................................................................44, 45

Siegrot, Anna ................................................................................... 4, 43

Steinhöfel, Andreas ............................................................................39

Stüting, Eva Maria ..............................................................................40

Tetzner, Lisa ...........................................................................................40

Theater Pfütze ..............................................................................26, 51

Tornquist, Marit ...................................................................................40

Twain, Mark ...................................................................................... 3, 43

Vendel, Edward van de ................................................................... 40f.

Verne, Jules ............................................................................................14

Wieslander, Jujja und Tomas ...........................................................20

Wilrodt, Thorsten .................................................................................50

Wolfradt, Jörg .......................................................................................20

youzbashi Dizaji, Reihaneh ......................................................15, 41

Zöller, Elisabeth ....................................................................................50

Der Löwe, der nicht schreiben konnte: Landesbühne Niedersachsen Nord, Wilhelmshaven

55


Verlag für Kindertheater

Weitendorf GmbH

Max-Brauer-Allee 34

D-22765 Hamburg

Telefon: 0049 (0)40/607 909-916

Telefax: 0049 (0)40/607 909-616

E-Mail

kindertheater@vgo-kindertheater.de

Website

www.kindertheater.de

www.schultheaterverlag.de

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine