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einSteiger 2013

Regionaljournal einSteiger

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Magazin 2013

Hat das Apple-Museum

eine Chance?

Auf dem Holzweg

zum Erfolg: Der Scheinfelder

Holztag

Kreative Ruhe

statt Starrummel

Der Sänger Jan Kobow

auf Schloss Seehaus


Mate-Kultgetränk

und Hacker-Mekka

4

Es gibt viel zu entdecken. Steigen Sie ein!

2013

Der Steigerwälder

Das Stadtmuseum

Jakobsweg Schlüsselfeld wird 20 20

10

Zeitgemäße Architektur

in alten Orten

24

Ein Blick ins Paradies –

Bibelgarten 16

Killen McNeill –

ein Ire in Franken 30

A3

B8

B470

A73

DB

A7

A3

Ausgewählte

Veranstaltungen:

Seite 56

B470

R

B8

Die Ehe und ihr Grund –

34 mit Rad-Tourenvorschlag

46

Das Schäferhaus in

Sugenheim

38

Ein Pionier der

Nachhaltigkeit

50

15 Jahre LAG

Krautostheim – ein Ort

feiert seinen Namen

42

52

Badespaß im Südlichen

Steigerwald

Impressum

Herausgeber: LAG Südlicher Steigerwald e. V.

Hauptstraße 3 | 91443 Scheinfeld

Tel. 09162 / 923157 | lag-steigerwald@t-online.de

www.lag-steigerwald.de

3. Jahrg. 2013, 2011 entstanden als LEADER-Projekt

Autoren dieser Ausgabe:

Wilfried Auer, Karin Eigenthaler, Oliver Hug,

Judith Marschall, Stefanie Rauh, Claus Seifert

Fotos: Archiv LAG, sowie die bei den Abbildungen

genannten Fotografen

Fronttitel: Manuela Krämer

Rücktitel: Judith Marschall

Mitarbeit:

Andrea Gehles, Jutta Höfler, Petra Mytzka, Helmut

Uihlein, sowie die Bürgermeister der LAG-Gemeinden

Layout | Druckvorlagen: Oliver Hug, Scheinfeld

www.oh-werbung.de

Druck: Delp, Bad Windsheim, 25.000 Stück


Baudenbach

Burghaslach

Geiselwind

Langenfeld

Markt Bibart

Markt Nordheim

Markt Taschendorf

Münchsteinach

Oberscheinfeld

Scheinfeld

Schlüsselfeld

Sugenheim

EDITORIAL

Liebe Leserin, lieber Leser,

Zentral zwischen Nürnberg, Würzburg und

Bamberg gelegen, hat der vielerorts malerische

und kleinräumige Landstrich viel zu bieten:

Hier stoßen Ober-, Mittel- und Unterfranken

zusammen. Weinfranken trifft auf Bierfranken,

das Franken der Wälder und Berge begegnet

dem Franken der Flüsse und Talauen, barocke

fränkische Lebenslust vereint sich mit mit der

typischen fränkischen Innerlichkeit. Vielfalt

statt Einfalt, so könnte denn auch das Motto

dieser Region sein.

Zugleich stellen sich die Bewohner den

Herausforderungen der Gegenwart und der

Zukunft. Mit neuen Energiekonzepten, mit

unternehmerischem Einfallsreichtum und mit

sozialem und kulturellem Engagement.

Dies alles zusammen macht den Südlichen

Steigerwald attraktiv – als Urlaubsregion und

Lebensraum.

Die LAG Südlicher Steigerwald –

das sind zwölf Gemeinden im Schwarzenberger

Land und im Drei-Franken-Eck, die

sich zur „Lokalen AktionsGruppe“ zusammen

geschlossen haben, um ihre Region nachhaltig

weiterzuentwickeln und zu stärken. Seit 1997

werden entsprechende Projekte umgesetzt und

dafür vor allem Fördermittel des europäischen

LEADER-Programms genutzt.

im Vorwort dieser dritten Ausgabe unseres Regional-

Journals sei etwas Eigenlob erlaubt, obwohl das dem

fränkischen Charakter ja eher nicht entspricht.

Die Entscheidung der zwölf LAG-Gemeinden im

Südlichen Steigerwald, keinen herkömmlichen Imageprospekt

aufzulegen, sondern ein Magazin zu entwickeln,

um Besuchern wie Bewohnern unsere Region

unter verschiedensten Blickwinkeln näher zu bringen,

hat sich bewährt.

Die Reaktionen auf die beiden bisherigen Hefte sind

durchwegs positiv. Selbst Alteingesessene und Kenner

unseres Landstrichs konnten viel Neues entdecken und

vermeintlich Bekanntes mit neuen Augen sehen.

Der gesetzte Maßstab für das aktuelle Heft ist also

hoch. Die Herausgeber und Macher hoffen, dass sie ihm

gerecht werden konnten. Jakobsweg, Kult-Getränk,

Literaturpreisträger, Ausflüge mit dem Fahrrad und in

die Geschichte… das Spektrum ist wieder bunt wie das

Herbstlaub unserer Wälder. Ob die Mischung wirklich

stimmt, entscheiden letztlich Sie als Leser/in.

Aller guten Dinge sind zwar drei, doch nichts ist so

gut, dass man's beim vierten Male nicht noch besser

machen könnte. Haben Sie Kritik, Ideen, Themenvorschläge?

Wir freuen uns auf Ihre Anregungen!

Doch zunächst wünsche ich Ihnen gute Unterhaltung

mit dem dritten einSteiger!

Georg Zipfel,

Erster Vorsitzender

der LAG Südlicher Steigerwald

Auslage / Verteilung / zusätzliche und ältere Hefte:

Der einSteiger wird an alle Haushalte im Gebiet der

LAG verteilt und liegt an publikumsstarken Orten aus.

Wenn Sie an weiteren Exemplaren für Ihre Freunde,

Gäste, Kunden interessiert sind oder ältere Ausgaben

beziehen möchten, wenden Sie sich an die LAG.

Anzeigen:

Sie haben Gelegenheit, den

einSteiger als interessantes

Werbemedium zu nutzen.

Bitte wenden Sie sich an

die LAG.


Steigerwälder

Jakobsweg

Die Jakobsmuschel auf blauem

Grund markiert den Pilgerweg,

der im Steigerwald großteils

deckungsgleich mit dem Kunigundenweg

verläuft (rechtes

Schild)

Pilgern hat eine lange Tradition

und ist seit einigen Jahren wieder

en vogue. Der Bestseller „Ich bin

dann mal weg“ von Hape Kerkeling

zeigt nur die Spitze einer Bewegung,

deren Gründe vielschichtig

sind. Bruder Andreas, Leiter des

Bildungshauses Kloster Schwarzenberg

in Scheinfeld, der im In- und

Ausland Erfahrungen mit Jakobspilgern

hat, erläutert: „Es sind ganz

unterschiedliche Menschen, die sich

mit völlig unterschiedlichen Motiven

auf den Weg machen; manche

tatsächlich eher zufällig, manche

wegen der Geselligkeit, manche

auf der Suche nach einer höheren

Spiritualität.“

Durch das Gebiet der LAG Südlicher

Steigerwald laufen deckungsgleich

zwei Pilgerrouten, nämlich

der Steigerwälder Jakobsweg und

der Kunigundenweg. Der Weg der

heiligen Kunigunde (980 –1033)

verläuft von Aub nach Bamberg.

Kaiserin auf Schusters Rappen

Der Legende nach sei die Gemahlin

von Kaiser Heinrich II zur

Einweihung der von ihr gestifteten

Kunigundenkapelle in Bullenheim

(Ortsteil von Ippesheim) zu Fuß

von Bamberg gekommen. Seither

wachse ein Grasteppich auf diesem

Weg.

Wer gerne diesen Weg (Markierung:

blauer Dom) vom Gollachgau

bis zum Kaisergrab im Dom

zu Bamberg gehen möchte, der

bekommt unter www.wanderkompass.de

eine gute Beschreibung

der knapp 100 km langen Strecke.

Sehr zu empfehlen ist auch das

über 100seitige Heftchen „Der

Kunigundenweg“ von Lioba Ziegler-

Schneikart (Heinrichs-Verlag,

ISBN 978-3-89889-153-0, 2011),

zu beziehen zum Beispiel über die

Touristinfo Steigerwald

(Telefon 09612 / 12424).

Reichmannsdorf

Bamberg

Schlüsselfeld

Kirchrimbach

Burghaslach

Rosenbirkach

Einsiedelei

Schwarzenberg

Scheinfeld

Uffenheim

Iffigheimer Berg

Hohenlandsberg

Weigenheim

"König-Ludwig-Turm"

Markt Bibart

Vielfalt erwandern:

Jakobs

4


echts: Wanderschilder vor dem

Casteller Schloss in Burghaslach

großes Bild: Mauritiuskirche in

Kirchrimbach, die "Schiestl Kirche"

In diesem „einSteiger“ wollen

wir Ihnen nun den Steigerwälder

Jakobsweg vorstellen. Er durchzieht

unsere Region von Nordosten nach

Südwesten und ist quasi eine Abkürzung

des Hauptweges zwischen

Bamberg (über Nürnberg, Heilsbronn)

und Uffenheim. Die Schönheit

dieses Weges rührt daher, dass

er durch diverse Naturräume und

bedeutsame Kulturstätten unserer

Region führt.

Vom Nadel- zum Hutewald

Der Naturfreund wird schnell

die unterschiedlichen Wälder entdecken

und schätzen lernen, die

Nadelbäume auf den sandigen

Böden rund um Schlüsselfeld und

Burghaslach, dort aber auch schon

die Mischwälder mit einem hohen

Buchenanteil. Je weiter man

nach Süden kommt, desto häufiger

begegnet der Pilger Eichen, insbesondere

in den Hutewäldern um

Scheinfeld und Markt Bibart. Die

Viehbauern der Region schickten

früher Schafe, Ziegen, Rinder

und Schweine in den Wald – der

abgeweidete Waldboden gab Licht

für die Eichen, die dort prächtig

wachsen konnten und können

sowie wahre Blumenmeere (Leberblümchen,

Buschwindröschen,

Lerchensporn…) im Frühjahr. Am

Ende des Jakobswegs im Südlichen

Steigerwald liegen schließlich die

Weinhänge von Weigenheim.

Schlösser, Türme, Kirchen

Der Liebhaber historischer Bauten

wird sich auf diesem Weg an

den Schlössern von Reichmannsdorf,

Burghaslach und Schwarzenberg,

der Altstadt von Scheinfeld und

Schlüsselfeld, der Ruine Hohenlandsberg

und natürlich den vielen

Kirchen begeistern. Wer den Weg

gerne in kleinen Etappen gehen

möchte, hier unser Tipp, der im

Wesentlichen dem Vorschlag der

fränkischen Jakobusgesellschaft

(www.jakobus-gesellschaften.de)

entspricht.

Der Steigerwälder

weg

5


echts: Petra Huprich, stellvertretend

für die vielen ehrenamtlichen Mitarbeiter

der Dorflinde, wird als erste „EhrenWert“-

Preisträgerin ausgezeichnet

1.

Von Reichmannsdorf nach

Schlüsselfeld (ca. 11 km)

Offiziell beginnt der Steigerwälder

Jakobsweg an der Jakobskirche

in Bamberg. Er führt über Wildensorg,

Stegaurach, Grasmannsdorf,

Burgebrach, Dippach in Richtung

Reichmannsdorf. Reichmannsdorf

ist mit über 800 Einwohnern nach

der Kernstadt und Aschbach der

drittgrößte Ortsteil von Schlüsselfeld.

Sehenswert sind die katholische

Pfarrkirche St. Sebastian, die

nach der Zerstörung im Dreißigjährigen

Krieg 1664 erneuert und

1921 umgebaut wurde, sowie das

Schloss der Familie von Schrottenberg.

Johann Dientzenhofer erbaute

zwischen 1714 und 1719 ein Dreiflügelschloss

über einem künstlich

angelegten See. Das reich verzierte

Schloss wird noch heute in Teilen

von der Familie von Schrottenberg

bewohnt, ein anderer Teil gehört

zum Hotel Best Western. Direkt

angeschlossen ist hier ein 18-Loch-

Golfplatz.

Der Jakobsweg läuft auf der alten

Hochstraße oberhalb von Reichmannsdorf

vorbei – wer von Bamberg

kommt, für den lohnt ein Abstecher

in den Ort hinunter. Denn

danach geht es erst einmal lange

durch den Wald, teils auf Trampelpfaden,

teils auf Schotterwegen. Im

Schlüsselfelder Wald stößt man auf

das Pöllnitz-Marterl, liebevoll von

Bürgern des Ortes hergerichtet und

oben links: Schloss Reichmannsdorf

oben rechts: Stadttor von Schlüsselfeld

Mitte: Pöllnitz-Marterl

gepflegt. Vom Waldrand aus wird

bald der Blick frei auf Schlüsselfeld.

In der Schlüsselfelder Altstadt

ragen mehrere historische Gebäude

hervor. Stadttor mit Stadtmauer

und Rathaus bilden eine imposante

Kulisse am westlichen Ausgang

des breiten Marktplatzes mit dem

Petrusbrunnen vor der beliebten

Eisdiele im Zentrum. Das Stadtmuseum

erinnert unter anderem an die

Vergangenheit als Produktionsort

für Porzellan. Zwei große Gasthöfe

laden zur Rast ein. Nördlich vom

Marktplatz liegt die katholische

Pfarrkirche St. Johannes der Täufer.

Die dreischiffige Basilika mit Chor

und Westturm stammt aus der

ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts

und hat sich seinen frühgotischen

Charakter bis heute bewahrt. Südlich

des Marktplatzes liegt eine

Marienkapelle von 1724/25 mit

einer Kopie des Gnadenbildes von

Mariazell in der Steiermark.

6


2.

Von Schlüsselfeld nach

Scheinfeld (ca. 22,5 km)

Der Steigerwälder Jakobsweg

verlässt Schlüsselfeld in Richtung

Autobahn A3 und führt danach an

Fischweihern vorbei in das Waldgebiet

Grabengrund. Nach längerem

Anstieg auf den Fürstenforst (Gasthof

Steigerwaldhöhe) geht es bergab in

den Altort von Burghaslach. Den

offenen Marktplatz prägen die

evangelische Kirche St. Ägidius aus

dem frühen 18. Jahrhundert sowie

das ehemalige Wasserschloss (mit

Ursprüngen aus dem 14. Jahrhundert,

um 1825 klassizistisch umgebaut)

neben der alten Steinbrücke

über die Haslach. Kurz nach Burghaslach

kommen wir am imposanten

Hochwasser-Rückhalte-Bauwerk für

die Haslach vorbei. Dort lädt ein

Kneipp-Becken zur Abkühlung und

zum „Gesund-Treten“ ein.

Der Weg führt an Unterrimbach

vorbei nach Kirchrimbach. Am

Ortsanfang liegt auf einem Hügel

von dichtem Astwerk versteckt

die Mauritiuskirche. Die evang.-

lutherische Chorturmkirche ist im

Kern aus dem 14. Jahrhundert, der

Turmaufbau mit seinem Fachwerk

stammt aus dem Jahr 1681, das

Kirchenschiff wurde 1731/32 erneuert.

Bekannt wurde die Mauritiuskirche

(Zugang nach Vereinbarung.

Schlüssel im Pfarrhaus, Hausnummer

47) als "Kirchlein in Franken"

oder "Schiestl Kirche" durch ein

Postkartengemälde von Matthäus

Schiestl. Als Gotteshaus abgelöst

wurde sie durch die Christuskirche,

oben links: Inneres der Marienkirche

darunter: Jakobsbrunnen vor der kath. Pfarrkirche

St. Johannes d.T. (beides Schlüsselfeld)

oben rechts: Christuskirche, Kirchrimbach

darunter: Sandsteinrelief des Münchener

Bildhauers Karl Hemmeter, von dem auch

das große Kruzifix in der Gedächtniskirche in

Berlin stammt

die 1903 geweiht wurde. Der neugotische

Bau ist innen teils im

Jugendstil ausgestattet.

Wir verlassen Oberrimbach in

Richtung Rosenbirkach und gehen

danach durch das ausgedehnte

Mischwaldgebiet, das den Rimbachgrund

vom Scheinegrund trennt

und legen dabei auch wieder etliche

Höhenmeter zurück. Ein kurzes

Stück müssen wir auf der Staatsstraße

zurücklegen und kommen dabei

oberhalb des Scheinfelder Ortsteils

Zeisenbronn an der Einsiedelei

vorbei. Danach geht es erneut durch

Schwarzenberger Wälder auf dem

sogenannten Prinzensteig direkt auf

das Stammschloss des Fürstenhauses

Schwarzenberg in Scheinfeld zu. Der

Jakobsweg führt direkt durch das

Eingangstor auf das Hochschloss

zu. Der im englischen Stil gestaltete

Garten besticht durch seinen

exotischen Baumbestand (Mammut,

Gingko etc.).

7


Die vieltürmige Schlossanlage geht

auf eine spätmittelalterliche Höhenburg

zurück, von der noch ein guter

Teil der Wehrmauer zu sehen ist.

Nach einem großen Brand 1607

wurde das Hochschloss im Renaissance-Stil

nach Plänen von Elias

Holl neu erbaut. Heute beherbergt

das Schloss eine private Real- und

Fachoberschule. Führungen finden

von April bis Oktober sonntags um

14 Uhr statt (telefonische Anfragen:

Stadt Scheinfeld, 09162 / 92910).

Der Jakobsweg führt nun eigentlich

vom Schloss über den

sogenannten Kniebrecher hinunter

in die Stadt. Für Pilger ist freilich

ein vorheriger Besuch im Kloster

Schwarzenberg Pflicht. Gehen

Sie dazu quasi auf den Spuren der

Scheinfelder Passion, die alle vier

Jahre stattfindet und deren erster

Akt vor der Schlosskirche, der zweite

im Schlossgarten und der dritte

im Innenhof des Klosters aufgeführt

wird, wieder zum Schlosstor hinaus.

Nach 300 Metern erhebt sich die

1735 geweihte, barocke Wallfahrtskirche

Maria Hilf (Pläne von Balthasar

Neumann) mit einer kleinen

Gnadenkapelle aus dem Jahr 1670

(hinter dem Altar). Das Kloster und

Bildungshaus der Franziskaner-Minoriten

bietet neben Übernachtung

und Verpflegung weitere Dienste

für Pilger. Jährlich werden überdies

kleinere und größere Pilgerwanderungen

organisiert. Info unter www.

kloster-schwarzenberg.de.

oben: Schloss Schwarzenberg

kleines Bild: Altar der Gnadenkapelle hinter

dem Hochaltar der Wallfahrtskirche des

Klosters Schwarzenberg

3.

Von Scheinfeld nach

Weigenheim (ca. 23,5 km)

Weiter geht es durch die historische

Altstadt von Scheinfeld.

Urkundlich erstmals im 8. Jahrhundert

erwähnt erhielt Scheinfeld

1415 Stadtrecht – aus dieser Epoche

ist noch der Torturm am oberen

Eingang zur Altstadt erhalten. Am

Marktplatz ist im alten Rathaus

der Stadt die Zentrale der Touristinformation

für den Steigerwald

untergebracht. Unweit davon

steht die 1772 fertig gestellte

katholische Stadtpfarrkirche Mariä

Himmelfahrt. Der Innenraum der

gewesteten Wandpfeilerkirche mit

ihrer Einturmfassade wurde jüngst

nach historischen Plänen restauriert.

Über die Jahresbaumallee

und durch den Hutewald oberhalb

von Scheinfeld geht es nach Markt

Bibart. Sehenswert ist die alte

katholische Pfarrkirche St. Marien

– der Würzburger Fürstbischof

Julius Echter ließ die Kirche im

nachgotischen Stil 1614–1616 im

368


Fotos: Oliver Hug (10), Claus Seifert (5)

Moderne und aufstrebende Steigerwaldgemeinde

an der A3 im Drei-Franken-Eck mit

hohem Freizeitwert.

Fernradwege Steigerwald - Bamberg

156 km gut markierte Rundwanderwege

–wie z.B. Sagenweg, Kulturweg, Dreifrankensteinweg…

Wasserlehrpfad mit Kneippanlage,

Waldlehrpfad mit Waldspielplatz Fürstenforst

Solarbeheiztes Freizeitbad mit Riesenwasserrutsche

6 Kirchen, 3 Schlösser

Sportanlagen, 12 Bolzplätze, 14 Spielplätze

Kulturtankstelle

9 Gasthäuser - Beherbergungsbetriebe, Bierkel-

ler, Ferienwohnungen, Ferien auf dem Bauernhof

…Komplette Daseins- und Grundversorgung mit

Supermarkt, Bäcker, Metzgereien, Ärzten,

Banken, Dienstleistungen

…Kita mit Krippe und Hort, Grundschule

…Über 500 Arbeitsplätze in Industrie, werk, Handel, Gewerbe und Dienstleistungen

…Funktionierende Gemeinschaft mit schönen

Hand-

Festen und Kirchweihen

großes Bild: vom Aussichtsturm auf dem

Hüßberg oberhalb Markt Bibarts haben Sie

einen herrlichen Ausblick

unten: Herbst am Hohenlandsberg

BURGHASLACH

aufgeweckt und doch

gemütlich

moderne und aufstrebende

Steigerwaldgemeinde

an der

A3 mit hohem

Freizeitwert.

damaligen Grenzgebiet zwischen

dem katholischen Würzburg und

dem protestantischen Nürnberg

erbauen. Am Bahnhof unterqueren

wir die Bahngleise und gehen durch

die Eichenmischwälder hinauf zum

»König-Ludwig-Aussichtsturm« auf

dem Hüßberg (herrlicher Rundblick!).

Der nun folgende Hochweg

durch den Limpurger Forst zählt zu

den schönsten Waldwanderungen

in Franken. Wer mag, kann hier

einen Abstecher zum Andreas-Därr-

Aussichtsturm (im Sommer sonntags

geöffnet) am Iffigheimer Berg

unternehmen. Ansonsten gehen wir

auf dem Jakobsweg weiter in Richtung

Burgruine Hohenlandsberg

(Achtung: vorher zweigt der Kunigundenweg

nach Bullenheim ab).

Die ehemalige Ritterburg wurde

Mitte des 13. Jahrhunderts von den

Herren von Hohenlohe errichtet und

zwei Jahrhunderte später von den

Schwarzenbergern zur mächtigen

Burg ausgebaut. Bis zur Zerstörung

der Anlage 1554 zogen Raubritter

plündernd durch die umliegenden

Dörfer. Als Pilger werden wir unseren

Weg indes friedlich fortsetzen

bis nach Weigenheim, wo wir uns

zum Abschluss den Wein aus den

umliegenden Hängen schmecken

lassen.

Voll erschlossene,

sofort bebaubare,

gemeindeeigene

Baugrundstücke

Burghaslach 62,- €

Breitenlohe 40,- €

Seitenbuch 35,- €

Gewerbepark

Gleißenberg

an der Autobahn

(voll erschlossen)

Gewerbegebiet

Schopfensee

in Burghaslach

(erschlossen und kurzzeitig

bebaubar)

Markt Burghaslach

Kirchplatz 12, 96152 Burghaslach

Tel.: 0 95 52 / 93 20 0

E-Mail: gemeinde@burghaslach.de

www.burghaslach.de

9


„Eigentlich sind wir eine

Brauerei”,

„Eigentlich sind wir eine Brauerei“,

sagt Marcus Loscher, einer der drei

Geschäftsführer der Münchsteinacher

Loscher-Brauerei. Aber wer will

schon etwas übers gute fränkische

Bier erfahren, wo doch die Erfolgsmarke

aus Münchsteinach ganz ohne

Alkohol auskommt. Club-Mate

bewegt sich jenseits von feierabendlicher

Dümpfeligkeit. Im Gegenteil

loben die Anhänger des Sprudels

seine konzentrationssteigernde und

belebende Wirkung. Der jährliche

Bundeskongress des Chaos-Computer-Clubs

ohne Hektoliter von Club-

Mate – unvorstellbar.

Loscher, der gerne auch über seine

Biersorten spricht (das mit einem

internationalen Preis ausgezeichnete

Weißbierpils oder den eigens zur

1100-Jahr-Feier von Münchsteinach

produzierten Klostertrunk), freut

sich freilich über das stete Wachstum

seiner Limonaden-Alternative. Wobei

er wiederholt darauf hinweist, dass

die Loscher-Brauerei mittelständisch

ist und es auch bleiben soll. Doch für

die jüngste Modernisierung und Vergrößerung

der Brauerei von August

bis Dezember 2011 habe schließlich

das Getränk Club-Mate den Anstoß

gegeben.

Während für das Bier die lokalen

Vertriebsstrukturen ausreichten und

das Unternehmen seinen Absatz

durch die Belieferung hiesiger Gaststätten,

Kirchweihen und Getränkehändler

bei leichten Pluszahlen stabil

halte, habe die Club-Mate nach

umfangreicherer Logistik verlangt,

erklärt der Brauerei-Leiter. Zum vernünftigen

Be- und Entladen der Lastwagen

musste genügend Parkplatz

geschaffen werden. Auch habe man

den Mitarbeitern den Dreischicht-

Betrieb wegen zu geringer Kapazität

der alten Anlage nicht mehr zumuten

wollen.

Export in 30 Länder

Der Gang durchs Betriebsgelände

verdeutlicht die Investitionen des

Unternehmens. In der neuen Halle

rattern im Sekundentakt die Halbliterflaschen

fürs Mate-Getränk durch

eine hochmoderne Abfüllanlage.

Gleich daneben in der Lagerhalle

stehen Kartons bereit, die weltweit

in rund 30 Länder verschickt werden:

Lieferadressen verweisen nicht nur

auf Nachbarländer wie Österreich,

Schweiz oder Polen, sondern führen

bis nach Australien oder Israel.

Ja, Club-Mate ist ein koscheres

Getränk, auch wenn einem der Erfolg

vielleicht doch nicht ganz koscher

vorkommt. Früher gab es den Sprudel

mit einem Extrakt aus Mate-Tee

zuzüglich von Wasser und Glukose

nur im Umkreis von etwa fünf Kilometern

rings um Dietenhofen, einer

kleinen Gemeinde bei Ansbach. Ein

Abfüller namens Geola hat dort seit

den 20er Jahren unter anderem das

Getränk Sekt-Bronte an die umliegenden

Wirtschaften verkauft. Das

feinperlige, koffeinhaltige Erfrischungsgetränk,

das Marcus Loscher

niemals Limo nennen würde, wurde

von Geola irgendwann zur Club-Mate

umbenannt. Die Verkaufszahlen

waren überschaubar.

Kult-Getränk

11 19


Koscher von Loscher – hebräische

Etiketten zeigen, dass Club-Mate

auch nach Israel geliefert wird

Die neue Abfüllanlage wurde notwendig,

um die steigende Nachfrage nach

Club-Mate zu befriedigen

Als Geola mangels Nachfolger in

den 90er Jahren dicht machte, gingen

Rezept und Verkaufsrechte an

die Brauerei Loscher nach Münchsteinach.

Verwandtschaftliche Beziehungen

der Loschers nach Dietenhofen

hätten eine Rolle gespielt,

so Marcus Loscher. „Bei gleichen

Zutaten schmeckte die Münchsteinacher

Brause zunächst anders als die

von Geola produzierte“, erzählt der

35-jährige Bierbrauer. Der Grund:

Die beiden hauseigenen Brunnen der

Loscher-Brauerei haben sehr weiches

Wasser. Das Wasser als wichtigster

Geschmacksträger wurde aufbereitet

und das Original konnte weiter

verkauft werden.

Mit dem Lieferwagen

nach Köln

Mit Lieferwagen nach Köln gefahren

Dann geschah etwas Unerwartetes:

Das Internet fand Mitte/Ende der

90er Jahre Zugang zu den privaten

Haushalten. Es veränderte die Welt

und Club-Mate ging Online. Aus

einem lokalen Sprudel wurde ein

In-Getränk. Man habe ein wenig

Werbung betrieben, doch die

Eigendynamik des Netzes machte

diese bald überflüssig. Ein Berliner

Händler fragte nach, ein kleiner Kölner

Getränkevertrieb orderte ein paar

Kästen. „Anfangs“, so Loscher, „bin

ich noch selbst mit einem Lieferwagen

nach Köln gefahren“.

In einer fränkischen Familienbrauerei

langt der Chef noch tatkräftig mit hin.

Marcus Loscher (r.) und Michael Müller,

ein Mitarbeiter

Was ist nun das Geheimnis des

Münchsteinacher Zaubertranks?

Warum beschwört die Hackerszene

ausgerechnet die belebende Wirkung

von Club-Mate? Schließlich gibt es

vielerlei belebende Getränke. Marcus

Loscher betont, dass die Münchsteinacher

Brause natürliches Koffein

enthält im Gegensatz zum synthetisch

hergestellten Koffein in den

Cola-Getränken. „Außerdem ist in der

Club-Mate viel weniger Zucker als in

üblichen Soft-Drinks.“

Der Rohstoff Mate sieht aus wie

schwarzer Tee und kann im Büro von

Marcus Loscher betrachtet werden.

Dahin, wo die aus Brasilien stammende

Lieferung verarbeitet wird, führt

die Betriebsbesichtigung allerdings

nicht. Der für Club-Mate primär

zuständige Geschäftsführer spricht

in diesem Fall vom „Allerheiligsten“.

Auch die Produktionszahlen erklärt

Loscher zur Geheimsache. „Wir verraten

unsere Produktionszahlen nicht,

weil wir keine Nachahmer wachrütteln

wollen“, so Loscher.

Erfolg hat die Club-Mate jedenfalls.

Vielleicht liegt es auch am südamerikanischen

Gaucho auf dem Flaschenetikett,

der das Gefühl von Freiheit

und Abenteuer vermittelt. Und die

Freiheit spielt ja in der Hacker-Szene

eine wichtige Rolle. Vielleicht liegt

es aber auch daran, dass ein Getränk

besonders dann zum Kult werden

kann, wenn kein großer Konzern,

sondern eben eine kleine Brauerei in

einem kleinen Ort in einer touristisch

eher unbekannten Region den Hintergrund

bilden.

Der über Funk gesteuerte Mate-Kasten

12


Dank des speziellen Zaubertranks

wird ein Sportplatz in Münchsteinach

alle zwei Jahre zum

Hacker-Mekka

im Steigerwald

13


Zelten und Computer – geht

das überhaupt? Tatsächlich ist

die „Intergalaktische Club-Mate-

Party“ (ICMP), die alle zwei Jahre

in Münchsteinach stattfindet, nicht

die einzige Freiluftveranstaltung

des Chaos Computer Clubs (CCC).

Wer die Kabelstränge zwischen den

Zelten verfolgt, hofft aber wirklich,

dass es in den Tagen Anfang August

keinen Wolkenbruch gibt.

des CCC, entschied sich für das Steigerwald-Dorf,

weil hier die Brauerei

Loscher Club-Mate produziert, ein

Getränk, das unter den Computer-

Enthusiasten Kultstatus erreichte.

Bislang gehörte auch immer eine

Brauereiführung zum Programm.

Münchsteinach wird in diesen Tagen

ein Pilgerort, ein Mekka der Hacker.

Legendäre Antenne

14

Wobei Ben Fuhrmannek, einer

der Organisatoren, schon solche

Freiluft-Veranstaltungen bei Regen

erlebt hat. „Und irgendwie ging es

dann immer“, meint Fuhrmannek.

Aber die rund 150 Teilnehmer, die

sich zwischen dem 3. und 8. August

2012 getroffen haben, hatten Glück

und konnten ihre Zeltfreizeit unter

Gleichgesinnten bei Sonnenschein

genießen. Ein Abstecher ins nahe

gelegene Schwimmbad ließ beim

einen oder anderen zusätzlich Urlaubsstimmung

aufkommen.

ICMP (unter Computer-Fachleuten

eine Abkürzung für ein

Protokoll), steht auch für Spielen

auf hohem technischen Niveau.

Eine WLAN-Schnitzeljagd beim

vorletzten Treffen der Technik-Spezialisten

sorgte in Münchsteinach

für Aufregung. Als die Camp-Teilnehmer

mit ihren Laptops vor der

Münchsteinacher Sparkasse saßen,

haben besorgte Anwohner die Polizei

informiert. Dirk Bayerköhler

aus Erlangen, der auch bereits die

Anfänge in Münchsteinach erlebt

hat, erinnert sich lachend an die

Aufklärung des Missverständnisses.

Die meist jungen Leute treffen

sich seit 2002 auf dem alten

Sportplatz des Steigerwald-Dorfes.

Bits`n`Bugs, ein Erlanger Ableger

Die Schachfiguren wurden mit dem

3D-Drucker vor Ort „gedruckt”

Wenn Fuhrmannek und Bayerköhler

sich an die Anfänge des

Camps erinnern, dann auch daran,

wie sie überlegten, von Münchsteinach

aus über den Nürnberger

Funkturm ins weltweite Netz zu

gelangen. Dieser Plan wurde dann

aber wieder verworfen. Stattdessen

stellten die Technikbegeisterten

eine Satellitenverbindung her, für

die sie eine aus Abflussrohren

gebaute Antenne an ein Fußballtor

montierten. Inzwischen ist das

nahegelegene CVJM-Heim mit

einer Internet-Leitung ausgestattet.

Für ihr Fünf-Tage-Treffen hat

Bits`n`Bugs diesmal vier DSL-

Leitungen von der Telekom zum

CVJM-Haus legen lassen.

Diese führen auch in die übrigens

ziemlich wetterresistent wirkende

Lounge. In diesem Haupzelt,

dem Zentrum des Camps, basteln

Gruppen an einem per Funk

gesteuerten Mate-Kasten. Ein 3D-

Drucker, der Schachfiguren mittels

flüssigem Plastik ausdruckt, kann

in Aktion erlebt werden, ebenso

eine computergestützte Stickmaschine.

Im Vortragszelt warten

verschiedene Themen auf die

ICMP-Teilnehmer. Sogar analoge

Videotechnik steht auf dem

Programm oder ein Referat über

„Genehmigungsfreie Solaranlagen“.


Essen und Trinken

Die Atmosphäre ist entspannt.

In der Lounge gruppieren sich

Leute auf Polstermöbeln um

niedrige Sofatische. Franzosen,

Holländer und Schweizer sind ins

kleine Münchsteinach gereist. Aus

Deutschland dürften die Nerds

aus Berlin oder Kiel die weiteste

Anfahrt gehabt haben. Manche

kannten sich zuvor nur aus dem

Internet. Nun haben sie ihre

kleinen Zelte aufgebaut, sitzen beieinander,

trinken Club-Mate oder

ein anderes Loscher-Getränk und

plaudern real miteinander.

Rund 60 Kästen Mate-Brause

landen nebst anderen Getränken

nach und nach in durstigen Kehlen.

Von der Loscher-Brauerei hat man

einen Kühlwagen gemietet, zusätzlich

noch Garnituren und das

als Lounge genutzte Kirchweihzelt.

Ein holländischer Koch bietet täglich

warmes Essen an. Der große

Grill und ein Stromverteilerkasten

kommen von der Münchsteinacher

Metzgerei Moosmeier. Dass die Infrastruktur

auf dem Land ein wenig

unkonventionell organisiert wird,

finden Fuhrmannek und Bayerköhler

lustig. „In großen Städten

würde man nicht zum Bäcker oder

Metzger gehen, wenn man einen

Verteilerkasten braucht.“

Was sind sind das das für Leute? für Leute?

Der Chaos-Knoten ist eine Abwandlung

des Symbols der Bundespost fürs Kabelfernsehen,

und zwar mit verlängertem und

verknoteten Kabelausgang. Er fungiert als

Logo des CCC

Projekt 2001 während eines Camps

in den Niederlanden entstanden

und wird inzwischen von einem

Phone Operation Center betrieben,

das diese Technik dem CCC auf

zahlreichen Veranstaltungen zur

Verfügung stellt.

Die Leute, die sich in Münchsteinach

treffen, wollen zeigen, was

mit Technik und Computern alles

möglich ist. Sie fühlen sich gemäß

ihrer Hackerethik dem Konstruktiven

verpflichtet. Und sie wollen

weg von dem Klischee, dass

Computer-Spezialisten einsame

Menschen sind, die soziale Kontakte

jenseits des Netzes meiden.

Gleichzeitig wollen sie ihr Wissen

nutzen, um die Gutgläubigkeit in

oftmals staatlich verordnete Technik-Begeisterung

in Frage zu stellen.

Zum Beispiel haben sie 2008

den angeblichen Fingerabdruck

Wolfgang Schäubles veröffentlicht,

um zu zeigen, wie einfach ein Fingerabdruck

gestohlen werden kann.

Dies geschah aus Protest gegen die

geplante Ausweitung der Verwendung

von biometrischen Daten

beispielsweise im Elektronischen

Personalausweis.

Fotos: Hanns Peter Bacherle

Nicht nur herumfahrende

Getränkekästen, auch ungewöhnliche

Telefonanlagen verwundern

den Laien. Die ICMP-Teilnehmer

können mit schnurlosen Telefonen,

die sie von ihren Stationen zu

Hause mitgebracht haben, kostenlos

untereinander kommunizieren.

Diese Telefonanlage ist aus einem

Videotechnik und Backen mit Mate –

das Programm ist bunt

Die neue computerisierte Gesellschaft

hat neue Spezialisten

hervorgebracht. Ein Teil von ihnen

trifft sich alle zwei Jahre im kleinen

Münchsteinach. Zum ICMP7

wollen sie 2014 wieder ein Sommerzeltlager

auf die Beine stellen

– ganz praktisch, gesellig und sogar

an der frischen Luft.

15


Burghaslach

Ein Blick ins

Liselotte Schlierf

bei der Pflege ihres

Bibelgartens

16


in Ort der Stille

und Einkehr, der

Meditation, Besinnung

und Andacht.

Ein Ort, an dem

Menschen Freude an der Natur und

an Gottes Schöpfung finden, und

dabei lernen, wieder zu staunen.

Der Bibelgarten der Familie

Schlierf im mittelfränkischen Burghaslach

ist genau so ein Ort.

Mitten im Alltag stellt er eine

Rückzugsmöglichkeit dar, um von

unserer lauten und hektischen Welt

Abstand zu gewinnen und neuen

Atem zu schöpfen.

Paradies

Ein Gang durch den Burghaslacher Bibelgarten

Begonnen hat alles 1997 bei einem

Besuch des Ehepaars Liselotte

und Friedhelm Schlierf in Kanada.

Beeindruckt von den zahlreichen

Parkanlagen in Vancouver entstand

bei den Besitzern einer Baumschule

die Idee, selbst einen Park mit vielfältigen

Pflanzen anzulegen „zu unserer

Freude, aber auch um unseren

Kunden zu zeigen, wie ein Baum

einmal aussehen könnte, wenn er

zehn Jahre steht“ erzählt Liselotte

Schlierf.

Bereits im Frühjahr 1998 wurden

auf einem im Baumschulgelände

gelegenen weitläufigen und

seit einigen Jahren brachliegenden

Gelände erste Bäume und Sträucher

angepflanzt, die den Grundstock

für die heutige, rund 3000 m² große

Parkanlage bildeten.

enige Monate später

fiel Liselotte

Schlierf dann noch

das Buch „Der Bibelgarten“

von

F. Nigel Hepper in die Hände.

Beim Blättern darin stellte das

christliche Ehepaar fest, dass viele

der in der Bibel erwähnten Pflanzen

im Sortiment der Baumschule

vorhanden waren. Und so begannen

die sechsköpfige Familie sowie

Oma und Opa mit viel Elan den

biblischen Garten bewusst als Teil

der Parkanlage zu planen und anzulegen.

Auf einer rund 50 m² großen Fläche

wurden zunächst Bäume wie

Maulbeerbaum, Apfelbaum, Christusdorn

und Libanonzeder gesetzt,

es folgten Sträucher wie Ginster,

Buchs und Wachholder. Für den

fränkischen Boden eigneten sich

ebenfalls Weinstöcke und Rosen,

Malven und Jakobsleiter sowie

verschiedene Gewürze wie Minze,

Wermut und Raute. Zur Eröffnung

im September 1999 umfasste der

Bibelgarten bereits 30 biblische

Pflanzen, „eine kleine Auswahl“,

wie Liselotte Schlierf erklärt, „denn

in unserem relativ rauen Steigerwald-Klima

gedeihen eben nicht

alle Mittelmeerpflanzen.“

eute können Besucher

rund 60 der

120 in der Bibel

erwähnten Pflanzen

mit ihren Botschaften

bei einem Rundgang durch den

Burghaslacher Bibelgarten entlang

des Weges entdecken. Tafeln mit

Erläuterungen zu den jeweiligen

Pflanzen und Hinweisen auf die

passenden Bibelstellen runden den

Weg ab.

Am Feigenbaum findet sich eine

Tafel aus dem Lukasevangelium

(13,6-9), die auf ein Gleichnis Jesu

verweist. Weil ein Feigenbaum in

einem Weinberg keine Früchte

trug, wollte sein Besitzer, dass sein

Gärtner den Feigenbaum umhaue.

Dieser schlug jedoch einen letzten

Versuch mit besonderer Pflege vor.

Im „Hohelied der Liebe“ sind Aprikose

und Nussbaum erwähnt. In

einer Textstelle aus den Klageliedern

heißt es: „Er gab mir die bitterste

Kost zu essen und ließ mich

bitteren Wermut trinken“. Und

schon im Alten Testament steht in

Psalm 104,15 geschrieben: „Der

Wein erfreue des Menschen Herz“.

Weitere Bibeltexte zum Weinstock

existieren im Johannesevangelium

15,5 und in den Büchern Moses

(8,21+22 und 9,12+13+20).

17


Burghaslach

Einzelbesucher

und Gruppen finden

hier Entspannung

und Information

18


Fotos: S. Rauh, M. Krämer, O. Hug

nterstützt wird der

einzigartige Charakter

des Bibelgartens

noch durch die

Einbindung von

biblischen Szenen. Im Laufe der

Jahre legte Familie Schlierf vor den

Felssteinmauern, durch die die Gäste

den Bibelgarten betreten, einen

kleinen See Genezareth mit den

zugehörigen Wasserpflanzen wie

Kalmus, Seerose und Lilie an. Neben

den Weinstöcken entstand auf

Wunsch der ältesten Tochter ein Jakobsbrunnen,

denn an den Brunnen

spielt sich in der Bibel das Leben ab.

Drei tönerne Krüge versinnbildlichen

die Hochzeitsszene in Kana. Maria

sagt zu Jesu: „Sie haben keinen

Wein mehr.“ Jesus verwandelte daraufhin

das Wasser in den Krügen

in Wein.

Oberhalb des Bibelgartens haben

die Baumschulbesitzer ein Labyrinth

angelegt als Symbol für den

menschlichen Lebensweg. Die darin

versteckten Klangspiele laden

vor allem Kinder zum Entdecken

und Ausprobieren ein, sie sind aber

auch eine bewusste Verbindung

von Liselotte Schlierf, einer studierten

Musikerin und Chorleiterin, zu

ihrem ursprünglichen Beruf und

somit zu einem Teil ihres Lebens.

Seine ganze Schönheit entfaltet der

Bibelgarten wenn alljährlich die

Kalte Sophie vorüber ist. Nun zieht

es vermehrt Einheimische und Besucher

aus nah und fern wieder in

den biblischen Garten. Bis zum

10-jährigen Jubiläum im Jahr 2009

hatten bereits über 15.000 Menschen,

darunter rund 300 Gruppen,

den Bibelgarten besucht.

in Rundgang durch

den Bibelgarten beginnt

auf einer Anhöhe

im Nordosten

der Parkanlage, vorbei

am Rosengarten. In intensiven

Rot-, Rosé-, Orange- und Gelbtönen

oder auch in strahlendem

Weiß ziehen die Rosenblüten die

Blicke auf sich. Weiter führt Liselotte

Schlierf ihre Gäste durch einen

langgezogenen Pfad, der von März

bis Mai beiderseits gesäumt ist mit

Frühjahrsblühern wie Tulpen, Narzissen,

Flieder, Schneeballen und

Blauregen, die dann ihren betörenden

Duft verströmen, zur Konzertbühne

neben dem See Genezareth.

Zwölf hölzerne Hocker, beschriftet

mit den Namen der zwölf Stämme

Israels, leiten ein zum Gespräch

über das 1. Buch Moses, in dem

geschildert wird, dass Esau aufgrund

eines Linsengerichts auf sein

Recht als Erstgeborener verzichtet.

Anschließend strömen die Besucher

in den Themengarten aus. Hier wird

das biblische Wort für den

Menschen fühl-, spür-, tast-,

riech- und erfahrbar. Von

den bewegenden Eindrücken

einzelner Besucher zeugen auch

zahlreiche Einträge in den Gästebüchern.

Nach vielen emotionalen

Momenten geleitet ein Zaun in den

leuch-tenden Farben des Regenbogens

den Besucher aus dem Bibelgarten

in den Obstbaumverkauf

und zu den Rosenbeeten.

Neben allgemeinen Führungen

durch den Bibelgarten möchte

Liselotte Schlierf zukünftig auch

Führungen über die Bedeutung

von Symbolpflanzen in der Bibel

bieten. Ein weiteres Projekt, das ab

2013 realisiert werden soll, ist das

Anlegen einer Terrasse unterhalb

des Labyrinths. In Anlehnung an

die Lebensweise der Menschen im

Heiligen Land sollen Pflanzen wie

Feige, Palme und Zistrose diesen

Bereich in den Sommermonaten

zieren.

Und wer Liselotte Schlierf und

ihre Familie kennt weiß, dass noch

viele weitere Ideen nur auf ihre

Umsetzung warten.

Parkanlage und Bibelgarten sind durchgehend

und kostenfrei für Besucher

geöffnet. Der ideale Besuchszeitraum ist

von Mitte Mai bis Mitte Oktober.

Am Ortsausgang von Burghaslach in

Richtung Neustadt a. d. Aisch verweist

ein Schild auf die Baumschule Schlierf,

Hartweg 1, 96152 Burghaslach,

Tel. 09552/443, Fax 09552/7495.

www.baumschuleschlierf.de

Das Hainbuchen-Labyrinth ist

besonders bei Kindern beliebt

19


Ein Museum

hat Geburtstag

20

Schlüsselfeld ist der westlichste Punkt der Porzellanstraße. Das unterstreicht die Tassenpyramide

vor dem Museum und die Exponate aus dem „weißen Gold”

uch vielen „Steigerwäldlern“

ist oft nicht bewusst, welche

Schätze unsere Region für

sie bereithält. In unserer mit historischen

Bauwerken und Denkmälern

so reich gesegneten Landschaft

führen gerade die kleineren Kulturangebote

oft ein recht bescheidenes

Dasein, oft genug mit dem Geruch

von Staub verbunden.

Es hat sich viel zum Positiven

geändert in den vergangenen Jahren.

Bestehende Ausstellungen wurden

neu konzipiert und entrümpelt,

um den zeitgemäßen Ansprüchen

gerecht zu werden, andere in diesem

Sinne neu eingerichtet. Dieser

moderneren Art der Wissensvermittlung

hat sich auch das Stadtmuseum

Schlüsselfeld verschrieben. Mehrere

Auszeichnungen, wie 1998 der erste

Kulturförderpreis durch Bündnis 90/

Die Grünen im Landkreis Bamberg

oder, als 2012 die Kreissparkasse

Höchstadt „Ein Herz für die Region“

zeigte, bestätigen die Richtung.

Ein bisschen Stolz darf da wohl

schon angebracht sein.


Das Stadtmuseum Schlüsselfeld wird 20

ls „Vater des Museumsgedankens“

kann man einen der

rührigsten Heimatfreunde

Schlüsselfelds, Wilhelm Schmeer,

nennen. Sein seit den sechziger

Jahren gehegter Traum, heimatgeschichtliche

Objekte aus dem

Steigerwald zu bewahren und für die

breite Öffentlichkeit didaktisch aufzubereiten,

musste aber ein solcher

bleiben, solange sich keine Möglichkeit

bot, Gleichgesinnte aktiv an

einem solchen Projekt zusammenwirken

zu lassen. Er starb 1995 im

Alter von 99 Jahren, zwei Jahre nach

der Realisierung seiner Idee. Eine

Würdigung konnte er wenige Tage

vor seinem Ableben erfahren, indem

man ihn als Ehrengast durch die

Ausstellung trug.

Die Umsetzung des lange gehegten

Traums rückte erst in

greifbare Nähe, als mit der Restaurierung

des „Alten Rathauses“

am Marktplatz 1987/88 sich dafür

geeignete Räume anboten. Das kleine

barocke Rathaus, 1723 erbaut,

hatte bis zur Gebietsreform 1978 als

solches gedient. Mancher ehemalige

Schüler kann sich auch noch an

die Zeit erinnern, in der sich hier

Lehrer um die Nachwuchsförderung

bemühten.

In den Jahren nach dem Umzug

der Gemeindeverwaltung wirkte das

weitgehend ungenutzte Haus nun

zunehmend ungepflegt. Im Zuge

der nachfolgenden Restaurierung

sollte dann ein Haus für kulturelle

Begegnung und Heimatgeschichte

eingerichtet werden. Planung und

Raumordnung wurden dahingehend

ausgeführt, dass Beleuchtung und

Vitrinen „nur“ noch des Einschaltens

bzw. der Bestückung bedurften,

was aber zwangsläufig für die Realisierung

diverse Probleme aufwarf.

Ausstellungen im Jubiläumsjahr:

Dienstag, 09.April bis 06. Mai

„DenkMal im Wald“

Ausstellung des Bayerischen

Zentrums für Wald-Forst-Holz

Mittwoch, 13. bis 20. November

„Licht in alten Mauern“

Die Geschichte unserer Leuchtmittel

Jeweils sonntags 10–16 Uhr

und nach Vereinbarung

Die frisch instandgesetzten historischen

Räumlichkeiten erforderten

einerseits ein besonders gutes Einfühlungsvermögen

und verlangten

sehr sorgfältigen Umgang mit der

Didaktik. Als nächstes galt es, sich

intensiv über Schauobjekte, Konzeption

und letztendlich Personal

Gedanken zu machen.

Sobald ein Kopf, in Person des

archäologischen Grabungstechnikers

Wilfried Auer, gefunden war, wurde

Anfang 1992 das erste Grundkonzept

dem Stadtrat vorgelegt und

freigegeben. Die der Konzeption

zugrunde liegenden Pläne gingen

dahin, ein Museum für Menschen zu

schaffen, die sich nicht nur bedienen

ließen, sondern das Dargebotene

auch verarbeiten und gebrauchen

würden. Die Integration von Schule

und Bürger stand dabei im Vordergrund.

Also ein Museum nicht als

reines Hinterglasmuseum, sondern

eines zum Anfassen und Be-Greifen,

eine lebendige Institution also.

ei der Wahl der Thematik

stand zunächst die Suche

nach einem Leitfaden an, der

das Projekt einerseits aus dem Rahmen

der üblichen Heimatmuseumsidee

heraushob, andererseits aktuell

und für den Besucher interessant

genug wäre, um zum Mitdenken und

Wiederkommen anzuregen. Da von

Anbeginn praktisch kein ausbaufähiger

Grundstock an Sammlungsgut

vorhanden war, galt es als nächstes,

dieses Vakuum zu füllen. Eine Serie

von Kunst-und-Krempel-Aktionen

in den Ortsteilen ließ eine Verständnis-

und Vertrauensbasis erwachsen,

die eine erste Darstellung des Lebensraums

Steigerwald ermöglichte.

ie Lage Schlüsselfelds im

Dreifrankeneck des Naturparks

Steigerwald, seine

Geschichte und touristische Frequentierung

ließen hier ein Regionalmuseum

mit grenzüberschreitender

Bandbreite sinnvoll erscheinen. Die

Einrichtung sollte auch über Geologie,

Flora und Fauna im Steigerwald

informieren. Denn dazu gab es eine

Lücke in diesem Winkel der fränkischen

Museumslandschaft. Aus

all diesen Überlegungen resultierte

schließlich ein Bogen, der sich von

der Keuperformation unter unseren

Füßen über die Natur bis zum Erscheinungsbild

des Menschen darin

spannte. Als späterer Schwerpunkt

entwickelte sich die Darstellung einer

abgegangenen Porzellanmanufaktur

im Schlüsselfelder Ortsteil Reichmannsdorf.

Der zwischen 1790 und

1867 produzierende Betrieb wird

heute im Kontext mit der Porzellangeschichte

Europas dargestellt.

Geologie, Flora und Fauna des Steigerwalds

sind weitere Schwerpunkte der Präsentation

21


Ein Museum

zum Anfassen

und Mitmachen

on außen fallen zunächst an

der Wand des blauen Hauses die

beiden Halseisen auf, Zeugnisse

mittelalterlicher Gerichtsbarkeit.

Die Schlüsselfelder Elle unter dem

Fenster entstand im Rahmen einer

vor kurzem gezeigten Sonderausstellung

historischer Maßeinheiten. Sie

diente zum Abgleich der am Markt

gebräuchlichen Längen, lange bevor

es den Meter gab. Das hier angebrachte

Teil ist die Nachbildung des

im Archiv beschriebenen Originals.

Betreten wir die Eingangshalle,

heißt es aber zunächst, den Kopf

einziehen, denn über uns schwebt

an ihrem angestammten Platz eine

Marktwaage aus der Rathauszeit.

Der Spaziergang durch den Steigerwald

beginnt mit dem Boden unter

unseren Füßen. Vor etwa 200 bis

170 Millionen Jahren entstanden die

Ablagerungen der Keuperformation.

Heute prägen das Landschaftsbild

Sandstein- und Lettenschichten mit

ihren pflanzlichen und tierischen

Einschlüssen.

Es gilt zwar nicht für alle, aber für

viele interessante Dinge, die in mehreren

„Begreifstationen“ zum in die

Hand nehmen bereit liegen: die erste

Begreifstation lässt uns die Gesteine

„hautnah“ unterscheiden. Was Steinmetz

und Ziegler daraus machen

konnten, sieht man an verschiedenen

Werkstücken.

Wenn wir an der Tierfellwand

unsere Kenntnisse überprüft haben,

führt der Weg an Hangmaus und

Unkrauttafel vorbei zu der Natur

des Steigerwalds. Die wichtigsten

Holzarten, Getreidesorten, Tiere des

Waldes und Schmetterlinge erwarten

uns. In freier Natur kaum oder gar

nicht mehr zu finden, ist hier die

letzte Gelegenheit, sie zu betrachten.

Als Überraschung wird uns sogar

eine Prämie auf ein ganz seltenes Tier

versprochen.

s fällt gar nicht schwer, sich

Gedanken zu machen über

ökologische Zusammenhänge.

Wer sich von dem roten Faden

unserer Betrachtung leiten lässt,

kommt bald ins Diskutieren. Auch

hierzu soll wieder eine Begreifstation

dienen.

Was erzählen uns z.B. die Jahresringe

der großen Baumscheiben von

ihrer Umwelt? Oder was hat sich

während eines Baumlebens in dem

unsrigen abgespielt? „Zeitmaschine“

und ein Bohrkern aus einem Balken

der historischen Zehntscheune

geben Antwort darauf. Den Hintergrund

bildet ein Panorama vom

Wald über Brache und Teich bis zu

Felsenkeller und Landwirtschaft.

Wer mag, darf die kleinsten Details

unserer Welt durch ein Mikroskop

erforschen.

An der Treppe, nach den Bildern

unserer bisherigen Sonderausstellungen,

lässt sich das Fledermaus-

Hologramm an der Wand direkt

mit echten Präparaten vergleichen.

Und das wiederum führt zu einem

Schlüsselfelder Flugpionier und

weiter zur Stadtgeschichte.

Auf dem Treppenabsatz geben uns

älteste Münzen, Urkunden, Modelle

und vieles mehr Auskunft über das

alte Schlüsselfeld.

Thema des dritten Raumes ist das

Leben der Menschen im Steigerwald.

Der Rückblick in vergangene

Zeiten beginnt am nachgebauten

vorgeschichtlichen Webstuhl. Unter

Anleitung können wir die alte Webtechnik

daran ausprobieren. Wie

man Strümpfe richtig stopft oder

feinste Häkelarbeiten fertig bringt,

kann man in der Begreifstation

Textil erfahren.

Dann folgen die Einblicke in

Handwerk, Haus und Hof, Religion,

Freizeit bis zu einer großen

Puppenstube aus dem frühen 20.

Jahrhundert. Mit diesen Sachen

kann man hier allerdings nicht mehr

spielen. Wer aber geschickt genug

ist, darf gern die Scherben eines zerbrochenen

Keramikgefäßes wieder

zusammensetzen. Den Schluss dieses

22


Abb.:

Für verschiedenste Veranstaltungen zieht übers

Jahr Leben ins Museum ein. Kinder werden

museumspädagogisch betreut. Das Museumsteam

um den Leiter Wilfried Auer freut sich

über regen Besuch

Diese Porzellansammlung stellt

die Stadt Schlüsselfeld als westlichsten

Punkt an den Anfang der

Porzellanstraße. Zur Erinnerung

daran wurde 2004 vor dem Museum

ein Denkmal, eine Tassenpyramide,

errichtet.

Das ganze Jahr über finden in

diesem Raum neben der ständigen

noch Sonderausstellungen und ein

buntes Kulturprogramm fränkischen

Lebens statt. Sachausstellungen,

Musik, Kabarett, Dichterlesungen

und allerlei Kleinkunst.

Stadtmuseum Schlüsselfeld –

das freundliche Anfass- und Begreifmuseum

96132 Schlüsselfeld, Marktplatz 25

Tel. 09552 / 9222-0 (Gemeinde) oder

09552 /1763 (Museumsleitung)

Geöffnet: Ostern bis Ende November und

im Advent sonntags von 10.00 bis 16.00 Uhr.

Auf Wunsch können Schulklassen, Kinderund

Jugendgruppen museumspädagogisch

betreut werden. Wie wär´s z.B. mal mit

einer Kindergeburtstagsfeier im Museum?

Für Besucher außerhalb der Öffnungszeiten

stehen wir nach Absprache auch für Stadtführungen

gern bereit.

Weitere Museen im LAG-Gebiet:

Spielzeugmuseum Sugenheim (einSteiger 2012)

Karfreitag bis 1. Advent: Sa., So., Feiertage:

14–17 Uhr; Gruppen ab 15 Pers. n. Vereinb.

Tel. 09165 / 650 · Fax: 09165 / 1292

www.spielzeugmuseum-sugenheim.de

Osingmuseum Herbolzheim (Markt Nordheim)

geöffnet n. Vereinbarung: 0 98 42 / 87 94

Murmann Museum Geiselwind

geöffnet n. Vereinbarung: 0 95 56 / 92 22-0

Fotos: Archiv Stadtmuseum Schlüsselfeld

Rundgangs bildet eine Vitrine mit

Beispielen aus bitteren Kriegszeiten.

Nach dem Ausflug zu unseren

Vorfahren betreten wir nun die

„Gute Stube“ gegenüber, den ehemaligen

Ratssaal. Einen Höhepunkt

aus der Stadtgeschichte bilden die

Fundstücke der Porzellanmanufaktur

zu Reichmannsdorf, einem der

ältesten deutschen Porzellanorte außerhalb

Thüringens. Sie bestand von

1790 bis 1867. Ihre Vorgeschichte,

nämlich die Entdeckung der

Porzellanrezeptur in Europa durch

den Wissenschaftler Tschirnhaus

und den Alchemisten Böttger, darf

dazu nicht fehlen. Genauso wenig,

wie die Möglichkeit, Gefäßscherben

nach Art und Alter zu bestimmen.

nsere ganz speziellen Freunde

dürfen wir natürlich nicht

vergessen vorzustellen: die

lassen sich aber auch nur in der Adventszeit

blicken. Im Torhaus der

Stadt, der kleinen Barbakane, laden

dann die Figuren einer großen Krippe

zu Besinnung und Einstimmung

auf Weihnachten ein. Vor mehr als

80 Jahren entstanden, erfreut sie uns

durch ihre originelle, geschnitzelte

und fantasievoll gebastelte Eigenart.

Auf dem Krippenweg vom

Museum dorthin gibt es aber noch

eine kleine Zwischenstation im

Eingang des heutigen Rathauses (das

barocke Forstamtsgebäude): Hier

steht seit einigen Jahren regelmäßig

der Schlüsselfelder Porzellan-

und in der Nachbarschaft:

Fränkisches Freilandmuseum Bad Windsheim

Reichsstadtmuseum Bad Windsheim

Karpfenmuseum Neustadt a. d. Aisch

Knauf-Museum Iphofen

Kirchenburgmuseum Mönchsondheim

Weihnachtsbaum. Das ist eine

künstlerische Installation unseres

Museumsteams an der Porzellanstraße.

Jedes Jahr hängt dann hier eine

bunte Auswahl an Salz- und Pfefferstreuern,

alle aus Porzellan gefertigt.

Übrigens sind das Teile aus einer der

größten Spezialsammlungen dieser

Art.

So, das war´s erstmal. Haben wir

Sie ein bisschen neugierig machen

können? Dann freuen wir uns über

Ihren Besuch!

Geniessen Sie Frankens ganze Vielfalt im DREI-FRANKEN-ECK

www.drei-franken-eck.de

Weinfranken trifft hier auf Bierfranken,

das Franken der Wälder und Berge

trifft auf das Franken der Flüsse und Talauen,

barocke fränkische Lebenslust

trifft auf fränkische Innerlichkeit!

23


Oberscheinfeld

Zeitgemäßes

und Leben im

24


Foto: Gerhard Hagen

Fotos: Oliver Hug

Handbemalte Eier in Seitenbuch

Der südliche Steigerwald ist eine

sehr dünn besiedelte Region. Das

macht zum einen den Reiz dieses

Landstrichs aus. Doch wie in anderen

ländlichen Gebieten, die nicht

im Speckgürtel der großen Städte

liegen, hat man hier mit dem

Wegzug der jungen Generation zu

kämpfen. Eine Möglichkeit gegenzusteuern,

scheint die Ausweisung

neuer Baugebiete am Ortsrand zu

sein. Der Baugrund ist günstig, so

manche Familie kann man damit

hier halten, die eine oder andere

sogar aus der Stadt herlocken. Den

Ortskernen droht dennoch mit der

Zeit eine weitere Bevölkerungsabnahme.

Dabei kann dort nicht

nur das Leben in alten Gemäuern

einen besonderen Charme entwickeln,

auch durchaus zeitgemäßes

Bauen ist hier möglich, wie unsere

Beispiele beweisen.

„Familienplanung” in Oberscheinfeld

Der Bauernhof mitten in Oberscheinfeld

hatte seine landwirt-

große Veränderung der baulichen

zustocken, hätte noch keine allzu

schaftliche Bedeutung bereits ver- Situation bedeutet. Es hätte ein

loren, als die Bauherrin in Erwägung

zog, das elterliche Anwesen können. Dass er es nicht wurde,

ganz „normaler” Anbau werden

für die eigene Familie zu erweitern. liegt zum einen an dem seit jeher

Der erste Ansatz, die bestehende vorhandenen Interesse der Bauherrin

Garage mit einer Art Kanzel auf- an Architektur und zum anderen

Bauen

Alt-

Extravagant von außen,

außergewöhnlich hell und großzügig

innen, so präsentiert sich der moderne

Holzbau in Oberscheinfeld

daran, dass ihr Neffe als Architekt

sein besonderes Gespür für überzeugende

und außergewöhnliche Lösungen

bereits mehrfach erfolgreich

unter Beweis stellen konnte. Der

konkreten Planung für das Haus

seiner Tante und ihres Mannes ging

eine lange und intensive Phase der

Klärung und Vorbereitung voraus.

Die Wünsche und Bedürfnisse der

zukünftigen Bewohner waren von

Anfang an die räumliche und funktionale

Zielvorgabe. Bei der gestalterischen

Umsetzung vertrauten die

Bauherren völlig auf die Kompetenz

Ort

25


Scheinfeld

ihres Architekten. Die Wünsche an

ihn, kurz zusammengefasst, waren:

viel Platz, viel Licht, viel Holz. Ist

letzteres bereits von außen zu sehen

und durch die Holz-Ständer-Bauweise

auch beim Bausystem verwirklicht,

so sind die ersten beiden Punkte erst

im Inneren erlebbar – und überraschen

geradezu beim Betreten der

großzügigen, hellen Wohnräume.

Das Resultat ist auf viel positive

Resonanz gestoßen: In Fachkreisen

durch Artikel in verschiedenen

Architekturzeitschriften sowie durch

die Nominierung für den BDA-Preis

Bayern in der Kategorie Bauen im

Bestand (BDA = Bund Deutscher

Architekten); bei der Bevölkerung,

Wenn man nicht wie der Fotograf auf

die Dachterrasse des Nebengebäudes

steigt oder das Grundstück betritt, bleibt

der kleine Bürobau den Blicken weitgehend

verborgen

die nach anfänglicher Skepsis durchaus

überzeugt vom Ergebnis ist;

und – vielleicht das größte Lob für

den Architekten – bei den zwei

Kindern, die in diesem Haus aufwachsen

und selbst im Urlaub von

ihrem Zuhause schwärmen. Auch die

Bauherrin ist

sehr glücklich und betont, was nur

wenige Hausbesitzer noch nach Jahren

so uneingeschränkt sagen: „Wir

würden das Haus genau so wieder

bauen. Es ist an alles gedacht.” Die

intensive Planung hat sich gelohnt.

Fertigstellung: 2006

Planung: Dipl. Ing. Arch. Guido Neubeck,

Berlin; www.guidoneubeck.de

Büro auf Stelzen

Das schmucke kleine Haus in einer

Seitengasse der Scheinfelder Altstadt

hat schon viele Bewohner beherbergt.

Obwohl es nur rund 110 Quadratmeter

Wohnfläche bietet, haben

in früheren Zeiten zwei Familien

mit jeweils mehreren Kindern darin

gelebt. Die heutigen Ansprüche sind

andere, und so war für die jetzigen

Besitzer, die im Jahr 1986 als vierköpfige

Familie das Haus bezogen

hatten, klar, dass ein zusätzlicher

Arbeitsraum für die Hausherrin, die

ein Betreuungsbüro führt, ausgelagert

werden musste. Doch wohin?

Auch das kleine Gartengrundstück

inmitten der dichten Bebauung bot

wenig Platz zur Ausdehnung.

Die beauftragte Architektin fand

schnell eine ebenso naheliegende wie

kreative Lösung. Dort wo ein alter

Schuppen früher für landwirtschaftliche

Gerätschaften und noch zur Planungszeit

als Holzlager diente, sollte

ein moderner, kleiner Bürotrakt

entstehen. Um dem Garten nicht zu

viel Fläche zu rauben und auch noch

Platz für einen Abstellraum zu lassen,

sollte das neue Arbeitszimmer auf

„Stelzen” gesetzt werden. Tür und

Fensterrahmen bilden farbliche Akzente,

schwungvoll gebogene Balken

betonen den Zug nach oben.

Was die Bauherrin sofort überzeugte,

stieß im damaligen Scheinfelder

Stadtrat zunächst jedoch nicht

auf uneingeschränkte Gegenliebe.

Sollte man ein solch futuristisches

Gebäude im Bereich der Altstadt

genehmigen? Glücklicherweise hat

man sich zu einer positiven Entscheidung

durchgerungen.

Fertigstellung: 1999

Planung: Dipl. Ing. Arch. Irmgard Schilling

91465 Ergersheim, Neuherberg

26


Der kleine Garten als grüne Oase inmitten

der Altstadt: Unter dem Büro ist ein

ebenso idyllischer wie geschützter Freisitz

entstanden

27


Taschendorf

Sugenheim

Wo zum Zeitpunkt der Aufnahme der

große Pflanzkübel steht, ergänzt inzwischen ein

Kneippbecken das Therapieangebot

Fotos: Oliver Hug

Holz ist auch im Innenbereich das

bestimmende Bau- und Ausstattungsmaterial

28


Wohlfühlarchitektur

Auch bei unserem letzten Beispiel

für das sogenannte „Bauen

im Bestand”, das heißt innerhalb

gewachsener Ortsstrukturen, spielt

Holz die tragende Rolle. Und

wieder ist eine Frau die Impulsgeberin

für eine Entscheidung, die

auch einen gewissen Mut erfordert,

wie meistens, wenn es ums Bauen

geht. Das gilt in diesem Falle sogar

ganz besonders. Das Gebäude in

ihrem kleinen Heimatdorf Frankfurt,

einem Ortsteil der Gemeinde

Markt Tschendorf, sollte nämlich

zur Schaffung der beruflichen

Existenz dienen: eine auf zwei

Geschossen großzügig konzipierte

Physiotherapiepraxis für sich und

ihren Ehemann. Beide hatten ihre

Ausbildung in Coburg gemacht und

später ihre Kenntnisse in unterschiedlichen

Einrichtungen vertieft.

Dabei war von Anfang an klar, dass

die Kunden und Patienten natürlich

nicht allein aus dem 120-Seelen-Ort

und der allernächsten Umgebung

kommen durften. Somit musste

die Architektur auch die Funktion

übernehmen, schon nach außen hin

„Wohlfühlatmosphäre” zu verbreiten.

Die Innenraumkonzeption sollte

durch ihre harmonische Gestaltung

zusätzlich dazu beitragen, dass die

Patienten bei Bedarf gerne wieder

kommen und die Praxis in Frankfurt

weiter empfehlen.

Bei der Fahrt durch Frankfurt

fällt das moderne Haus gleich

ins Auge. Farblich ist das Obergeschoss

dem Hauptgebäude und

dem großen Nebengebäude mit

Stallungen sowie einem Gästehaus

mit Ferienwohnungen angepasst

und bildet mit diesen zusammen

ein stimmiges Ensemble um einen

gepflasterten Hof.

Das gesamte Erdgeschoss trägt

überall nach außen hin Holz zur

Schau, wo es nicht durch großflächig

dimensionierte Fenster

beherrscht wird, die den Eingangsbereich

und den Bewegungsraum

mit Tageslicht durchfluten. Holz ist

auch innen das bevorzugte Material.

Die Parkettböden und die hell

lasierten Decken sorgen für die

harmonische Atmosphäre, die der

physikalischen Therapie auch ihren

emotionalen Rahmen gibt.

Bisher scheint das Konzept aufgegangen

zu sein. Die Praxis ist mit

Patienten, die bis von Erlangen den

Weg heraus in den Südlichen Steigerwald

finden, so gut ausgelastet,

dass das Personal schon aufgestockt

werden musste.

Fertigstellung: 2009

Planung: Dipl. Ing. Arch. Georg Brügel,

91443 Scheinfeld, Tel. 09162 / 1472

Ausführung: Holzbau Schorr,

96152 Burghaslach, Tel. 09552 / 6295

Die Architektur bereichert zusammen mit

der Freiflächengestaltung das Ortsbild

Zur Nachahmung empfohlen

Die drei vorgestellten Neubauten

ganz unterschiedlicher Architektur

sind aufgrund privaten Engagements

und privater Investitionen

entstanden. Sie zeigen jedoch auch,

dass selbst ungewöhnliche Konzepte

behördliche Zustimmung und

Unterstützung finden.

Ortskerne zu beleben und am

Leben zu erhalten, ist letztlich eine

der wichtigsten Aufgaben der

Landes- und Kommunalpolitik. Dies

hilft, den Landverbrauch einzudämmen

und Leerstände zu reduzieren.

Auf Dauer sind auch Neubaugebiete

an der Peripherie nur dann attraktiv,

wenn die Altorte attraktiv und

lebenswert bleiben. In allen LAG-

Gemeinden stehen erhaltenswerte

alte Gebäude, die auch für eine zeitgemäße

Nutzung geeignet sind, und

es gibt innerörtliche Flächen, die

echte Alternativen zur grünen Wiese

bieten. Fragen Sie bei Interesse an!

29


Interview mit einem vielseitigen

Menschen: Killen McNeill

Herr McNeill, Sie sind der Träger des 1. Fränkischen

Krimipreises. Unter 115 Bewerbern wurde im April

2012 Ihre Geschichte „Pfarrers Kinder, Müllers Vieh“

von der Jury ausgewählt. Wie hat die Jury die Entscheidung

für einen eher untypischen Krimi begründet?

McNeill: Das hat auch mich gewundert. Ich

habe gedacht, die Jury sagt: „Was, so ein unwichtiger

Kommissar? Thema verfehlt!“ Die Jury begründete

ihre Entscheidung so: „Unsere Siegergeschichte ist

zwingend erzählt. Das beginnt schon mit den ersten

Zeilen: Sie nehmen einen gefangen – und man lässt

sich gerne gefangen nehmen. Mit Freude. Absatz

für Absatz begleitet die Lektüre ein inneres Juchzen

und der Wunsch, dies möge bis zum Schluss nicht

enden. Was es auch nicht tut. Diese

Geschichte fällt an keiner Stelle

ab, sie lässt nie nach, eher im

Gegenteil. Immer wieder

wartet eine neue Überraschung

aber nicht laut,

sondern faszinierend,

humorvoll und

leise. Sprache,

Spannung, Plot,

Konstruktion,

Handlungsführung,

Atmosphäre, Personen, Doppelbödigkeit, versteckter

Humor, in diesem Kurzkrimi passt einfach alles.“

Also haben sie alles zu schätzen gewusst, was mir

auch beim Schreiben wichtig ist; und was will man

mehr? Ich stand auf der Bühne der ausverkauften Tafelhalle

in Nürnberg mit den Anderen auf der Shortlist,

als diese Laudatio vorgelesen wurde und fünfhundert

Leute haben applaudiert – ein toller Moment, ich

habe ihn ausgekostet, so etwas hat man nicht oft im

Leben.

2001 haben Sie einen Roman zunächst auf Englisch

veröffentlicht, der 2003 unter dem Titel „Damals in

Irland“ in Deutsch erschien. Gerade bereiten Sie ein

weiteres Buch für den deutschsprachigen Raum vor.

Was bedeutet das Schreiben in Englisch für Sie?

Englisch ist meine erste Sprache, auch meine

erste Schriftsprache. Und es ist schon so, dass ich besser

Englisch kann als Deutsch. Allerdings lebe ich in

Deutschland, in Franken, und ich befinde mich jetzt

in einer Übergangsphase, wo ich Deutsch schreiben

will, und das Schreiben in Englisch naturgemäß an

Bedeutung verlieren wird.

Der erste Roman erzählt von Irland. Der zweite trägt den

Arbeitstitel „Fränkisches Tagebuch“. Wie produktiv gestaltet

sich das Leben zwischen zwei Ländern, zwei Sprachen?

30

Der zweite Roman heißt inzwischen „Am

Schattenufer“ und wird im April bei ars

vivendi erscheinen. Der Titel gefällt

mir sehr gut, er ist ein Zitat aus

einem im Buch gesungenen

Kirchenlied. „Schatten“ für

eine missliche Lage und

„Ufer“ für die Möglichkeit

einer Rettung.

Zur Frage: Manches

kann ich auf

Englisch bes-

Portraitfoto: Hanns Peter Bacherle · kleine Fotos: Oliver Hug


Killen McNeill wurde 1953 in Kilrea in Nordirland geboren. Er studierte

Germanistik und war 1973/74 Austauschstudent in Erlangen.

1975 zog er nach Franken. Seit 1976 arbeitet McNeill als Englischlehrer

an der Scheinfelder Mittelschule. Zusammen mit seiner Frau

Brigitte lebt er im Scheinfelder Ortsteil Unterlaimbach. Als Sänger und

Gitarrist gehört er zur fränkischen Band „Nauswärts“. Zudem tritt er im

Kabarett-Trio McNeills und Winkler auf. Der einSteiger sprach mit ihm

vor allem über seine schriftstellerische Arbeit.

Killen McNeill mit seiner Frau Brigitte

ser ausdrücken, manches auf Deutsch. Und manches

auf Fränkisch! Das sind für mich zwei (oder drei?)

verschiedene Systeme, die nicht parallel sind, auch

nicht ausgewogen und die nicht unbedingt miteinander

kommunizieren. Je besser mein Deutsch wird,

desto mehr merke ich, wie mein Englisch nachlässt.

Und umgekehrt, wenn ich dann länger in Irland bin,

lässt mein Deutsch nach. Aber wenn man von einer

Sprache kommt und sich einer anderen annähert, geht

man auf jeden Fall bewusster vor. Ich bin im Bekanntenkreis

gefürchtet, weil mir Sachen auffallen, die

Deutsche als selbstverständlich betrachten und nicht

hinterfragen. Ich frage dann zum Beispiel: Wieso sagt

ihr „Das war allmaletti schon so“? Was heißt „allmaletti“?

Wo kommt das her? Heißt das „All mein Lebtag“?

Wäre übrigens ein guter Romantitel – „Allmaletti“.

Der Leser würde bestimmt einen italienischen

Stoff dahinter vermuten!

Mit den zwei Sprachen ist es ein Prozess, eine Reise.

Mein erster Roman spielt in Irland und in Frankreich,

mein zweiter spielt in Irland und in Franken. Dann

kam mein erster Versuch, auf Deutsch zu schreiben.

Das war die Krimikurzgeschichte „Pfarrers Kinder,

Müllers Vieh“, die nur in Franken spielt. Jetzt schreibe

ich einen Roman in deutscher Sprache „Donauinsel“,

der in Niederbayern und Franken spielt. Ich

scheine langsam anzukommen!

Wie kommt man als junger Ire dazu Deutsch zu studieren?

Das war reiner Zufall. In meinem zweiten Jahr

an der Grammar School in Coleraine mussten

wir, nach Französisch und Latein, eine dritte Fremdsprache

wählen. Ich wollte Spanisch lernen, weil mir

Französisch ganz gut gefiel, aber meine Mutter sagte,

„Nee, nee, du machst Deutsch, das Buch haben wir

schon.“ Mein zwei Jahre älterer Bruder hatte sich

nämlich damals für Deutsch entschieden und die

Bücher mussten gekauft werden. Ich war dann auch

nicht besonders gut in Deutsch. Ich habe es studiert,

weil ich dafür einen Studienplatz angeboten bekam

und nicht für Französisch. Mein Deutschlehrer wäre

sicher bass erstaunt darüber, dass ich fränkischer

Nachwuchsautor bin! Es ist aber auch eine wertvolle

Erfahrung für einen Lehrer, dass die Schule nicht die

Summe eines Menschen ist.

Hierzulande schwärmen viele Menschen für Irland (grüne

Insel, Ruhe, Whiskey, Folk-Musik). Gibt es umgekehrt

auch Iren, für die Deutschland ein Sehnsuchtsland ist?

Viele Deutsche haben vielleicht ein etwas verklärtes

Bild von Irland. Der Ire als Naturbursche, als Freiheitskämpfer,

als unbekümmerter, lustiger Trinker

spielt darin eine Rolle. Da steckt eine gewisse Sehnsucht

nach einem vermeintlich unbeschwerteren Leben,

als es die meisten Deutschen von ihrer Berufswelt

her kennen. Das Bild stimmt natürlich nur teilweise,

wenn überhaupt. Auf einer gleichen emotionalen

Ebene ist Deutschland sicher kein Sehnsuchtsland für

Iren, weil sie zum Teil selbst immer noch ebenfalls

ein idealisiertes Bild ihrer eigenen Heimat haben. Das

andere Land, von dem die Iren ein ähnlich verklärtes,

in vielerlei Hinsicht vielleicht falsches Bild haben, ist

die USA. Deutschland kennen die meisten Iren gar

nicht. Es gilt höchstens als ein Land mit sicheren, gut

bezahlten Arbeitsplätzen. Aber für mich war damals,

als ich von meinem ersten Jahr als Austauschstudent

in Erlangen nach Irland zurückkehrte, Franken ein

Sehnsuchtsland! Die Fränkische Schweiz, Mainfranken,

Würzburg, die Bierkeller, der Wein. Wunderbar!

„Damals in Irland“ beschreibt die Zeit Ende der 60er

Jahre nicht als Idylle. Im Urlaubsort in Donegal ist das

Meer schmutzig und kalt. Auch in den Musikprogrammen

rings um die Unterlaimbacher Scheune schwingt

immer ein Schuss Melancholie mit. Sind die Franken

und Iren sich in Wortkargheit und skeptischer

Stimmung vielleicht manchmal ähnlich?

Soweit ich mich erinnere, habe ich das Meer schon

als kalt, aber nicht als schmutzig beschrieben! Aber es

stimmt schon, eine Idylle wollte ich nicht darstellen.

Ich sehe schon Ähnlichkeiten zwischen Franken und

Nordiren insofern, dass eine Sache, eine Leistung, für

sich sprechen soll, dass man dann kein großes Aufhebens

noch darum machen muss. Eine ganz große

Ähnlichkeit ist der Humor. Der fränkische Humor ist

toll, so ganz anders als der rheinische, viel subtiler,

dem irischen oder britischen wirklich ganz ähnlich.

Das Lied „Wenni ins Land schau“ ist eine Liebeserklärung

an alle Jahreszeiten. Es kommt gar nicht

fränkisch-nüchtern daher, sondern rheinisch-schwelgend…

31


Killen McNeill mit Wigbert Winkler

"Nauswärts"

Die wunderschöne Melodie ist ja von einem Engländer,

Phil Colclough, und das Lied heißt im Original

„Song for Ireland“ ist also eine Hommage an Irland.

Lieder, die irische Landschaften besingen, gibt es dort

zuhauf, fast jeder Ort hat sein eigenes Lied. Das findet

man in Deutschland eher nicht, diese in Liedern ausgedrückte

Liebe zur Heimat, und wenn, dann oft in

der dumpfbackigen Variante. Ich frage mich, warum?

Der ebenfalls wunderschöne fränkische Text stammt,

wie alle Texte unserer Band Nauswärts, von meiner

Frau Brigitte.

Kunst ist ein Geschenk an die Mitmenschen. Schenken

Sie lieber Kabarett, Musik oder Geschichten zum Lesen?

Ich glaube, jeder der „Kunst“ macht, macht es

in erster Linie für sich. Wenn es dann anderen gefällt,

umso besser. Und ohne das geht es auch gar nicht.

Ich mache Kabarett und Musik gerne und erzähle

auch gerne Geschichten. Die Kabarett- und Liedtexte

schreibt aber meine Frau, ich bringe mich da etwas

ein, doch im Grunde genommen bin ich Ausführender

und nicht Schöpfer. Insofern ist mehr von mir in

meiner Literatur. Und in der Musik, wenn ich Melodien

zu den Texten komponiere.

Was macht das Leben im Scheinfelder Ortsteil

Unterlaimbach liebenswert?

Unterlaimbach ist ein außerordentlich offenes

Dorf, nicht wie das Dorf, das ich in meiner Krimikurzgeschichte

beschrieben habe. Die Menschen

hier sind nicht schnell im Urteil, jeder kriegt eine

Chance, auch ein dahergelaufener Nordire. Neid und

Missgunst werden eher klein geschrieben. Keiner

beschwert sich, wenn wir unsere Veranstaltungen

in unserer Scheune halten. Dann ist da natürlich

das herrliche Dorfgasthaus “Zum Löwen“. Dank der

Standfestigkeit des alten Wirtes Ludwig Hartmann

hat die Gaststube die ganzen Renovierungswellen

der 60er und 70er Jahre unbeschadet überstanden

und ist ein wahrer Schatz, ein Museum, aber ein

belebtes, ein gemütliches. Die Nichte vom alten Wirt,

Heidrun, hat eine weitere Komponente eingebracht:

Das vorzügliche Essen. Jedes Dorf, das ein solches

Gasthaus hat, kann sich glücklich schätzen! Wir sind

befreundet mit der Wirtin und mit ihrem Lebenspartner,

Clemens Schleifer, dem Keramikmeister, (er

spielt ja bei Nauswärts mit) und wir bieten auch oft

Veranstaltungen im Löwen an. Bei unserem Scheunenprogramm

ergänzen wir uns auch gegenseitig, da

Clemens bei uns im Garten Keramikarbeiten ausstellt

und Heidrun fränkische Häppchen anbietet.

Sowohl in der Kabarett-Gruppe McNeills & Winkler

als auch bei der Band „Nauswärts“ spielt der fränkische

Dialekt eine wichtige Rolle. Ist die Mundart nicht

gerade ein Hindernis für jemanden, der Deutsch als

zweite Sprache erst lernen musste? Gib es vielleicht

so eine Art Hassliebe zum Dialekt?

Ganz im Gegenteil. Ich liebe den Dialekt. Ich spreche

ja auch kein Oxford-Englisch, sondern den nordirischen

Dialekt meines Heimatortes Kilrea. Ich bin

damals, 1973 - 1974, dem fränkischen Dialekt an der

Uni in Erlangen nicht so begegnet, dafür umso mehr

bei der Ferienarbeit in der Düngemittelfabrik Günther

in Eltersdorf bei Erlangen (Günther, schon grünt

er). Ich bewege mich gerne im urwüchsigen Dickicht

des Dialektes, da geht es interessanter und lebhafter

zu als im hochgezüchteten, manchmal sterilen Garten

der Hochsprache. Dialekt ist kein Hindernis, sondern

eine versteckte, für viele verschlossene Hintertür,

die zu Gemächern führt, die man durch den Haupteingang

nicht erreichen kann. Da müsste man auf

Schätze verzichten, wie auf die Poesie von Helmut

Haberkamm. Oder auf die Texte meiner Frau!

++++ aktuell++++ Do., 21.März 2013, 19.30 Uhr, Stadtmuseum Schlüsselfeld: „A Seidla Guiness“ – Irisch-fränkische Lesung mit Killen und Brigitte McNeill

32

++++ aktuell++++ Do., 26. September 2013, 19.30 Uhr, Stadtmuseum Schlüsselfeld:„Nauswärts“


Der Roman "Damals in Irland", erschienen 2003 im Verlag Blanvalet,

ist im Buchhandel leider vergriffen, jedoch z.B. in der Stadtbibliothek

Scheinfeld auszuleihen.

Die prämierte Kurzgeschichte "Pfarrers Kinder, Müllers Vieh" ist in

der Krimianthologie "Tatort Franken No. 3" im Verlag Ars vivendi erschienen

(ISBN 978-3-86913-118-4). Dort wird auch im April 2012 der

neue Roman "Am Schattenufer" erscheinen (ISBN 978-3-86913-193-1)

Auftrittstermine der Band "Nauswärts" und des Kabarett-Trios

"McNeill & Winkler" finden Sie unter www.mcneills.de

Ist die Kunst ein Ausgleich zur Arbeit als Englischlehrer?

Auf jeden Fall. Ich leide zumindest nicht unter

Burnout.

Werden Sie von den Schülern auch als Kabarettist,

Musiker und Schriftsteller wahrgenommen?

Ich glaube nicht. Die Schüler nehmen mich wahr

und bilden ihre Meinung über mich als Lehrer. Und

das ist auch richtig so.

Doppeljubiläum in Sugenheim

30 Jahre Renovierung

Altes Schloss Sugenheim 1983–2013

25 Jahre Spielzeugmuseum

im Alten Schloss Sugenheim

Im Jahre 1975 kaufte das Münchner Kunsthändler-Ehepaar Jan

und Manuela Kube das ruinöse, einsturzgefährdete Alte Schloss in Sugenheim

und renovierten und revitalisierten in den Jahren 1981 bis

1983 das unbewohnbare Gemäuer. Das Gebäude hatte mit Ausnahme

der Flüchtlingsbelegung 1945 bis 1963 seit dem Jahre 1834 (!)

leer gestanden.

Unter der Mitwirkung von über 100 Arbeitern wurde das gesamte

Schloss vom Dach bis zum Fundament denkmalschutzgerecht saniert,

106 neue Fenster nach Befund einiger weniger unzerstörter Fenster

eingebaut, zahlreiche Türen erneuert, viele alte repariert, genau wie

die in den Obergeschossen zwar erhaltenen aber zum Teil stark beschädigten

Fußböden. Eine komplette moderne Haustechnik mit Ölzentralheizung

für 1100 qm Wohnfläche wurde eingebaut, genauso

wie eine vorher nie vorhandene Sanitärinstallation mit insgesamt sieben

Bädern und Toiletten, zwei Küchen, Stromversorgung usw.

Die Familie Kube bewohnt das Alte Schloss, hat im ersten Obergeschoss

seit 1988 das Spielzeugmuseum eingerichtet und betreibt seit

1969 ein internationales Auktionshaus für Historische Uniformen,

Orden und alte Waffen. Neben dem Alten Schloss wurden noch drei

weitere runinöse Nebengebäude mit rund 700 qm Nutzfläche in den

Jahren nach 1983 komplett saniert, außerdem die gesamte Außenanlage

wieder mit Gartenanlagen nach historischem Vorbild gestaltet!

Ein Grund zum Feiern, ein Gewinn für den Landkreis und Bayern!

Sonderausstellung 2013

„GROSS und KLEIN für

HAUS und SPIEL“

Fotos: Hanns Peter Bacherle

Spielzeugmuseum

im ALTEN SCHLOSS

Schlossstraße • 91484 Sugenheim

Öffnungszeiten: Samstag, Sonntag

und Feiertag von 14.00 bis 17.00 Uhr

Saison 2013 vom 29. März bis 1. Dezember

www.spielzeugmuseum-sugenheim.de

33


Ehegrund

Historische Karte des Ehegrunds,

auf der der stark mäandernde

Verlauf früherer Zeiten sichtbar ist

Ein Flüsslein,

an guten wie an

schlechten Tagen

Die Quelle der Ehe bei Herbolzheim

wurde in jüngster Zeit naturnah

gestaltet

DieEhe

„Die Ehe ist kein Hafen, sondern ein

Fluß…”, so ein Zitat der Schriftstellerin

Maxie Wander. Um korrekt zu sein,

ist in unserem Fall von zunächst zwei

„Flüssen” die Rede: der Kleinen und der

Großen Ehe.

Mit der Quelle der Großen Ehe

bei Herbolzheim und der Kleinen

Ehequelle unterhalb des Hohenlandsberg

beginnt es und wird mit

der Mündung der Ehe in die Aisch

bei Diespeck enden.

Dazwischen liegt eine für den

südlichen Steigerwald typische Landschaft

mit einzelnen Höhenzügen,

Talauen, Orten und Mühlen.

Der Ehegau ist altes fränkisches

Siedlungsgebiet. 816 taucht er erstmals

in einer Urkunde auf. Und bald

finden sich auch die Orte entlang

von (Großer) Ehe mit Herbolzheim,

Krautostheim, Deutenheim, an der

(Kleinen) Ehe Krassolzheim, Ingolstadt,

Ezelheim und dann ab dem

Zusammenfluss der beiden Sugenheim,

Ullstadt, Langenfeld, Baudenbach,

Hambühl, Stöckach.

Ab dem Zusammenfluss ist die

Ehe noch 17,56 km unterwegs bis zu

ihrer Mündung in die Aisch. Dabei

legt sie einen Höhenunterschied von

nur 25 m zurück. Mit einem Gefälle

von nur 0,14 % ist sie ein träge

fließender Bach. In alten Karten

findet man den früheren, natürlichen

Verlauf der Ehe mit vielen Mäandern.

Im Rahmen der Nutzung des

Gewässers und der umgebenden

landwirtschaftlichen Flächen wurde

der Bach bald verändert, begradigt,

der Talraum mit Gräben durchzogen

und trockengelegt.

Entlang des Flusses finden sich

viele Mühlen, war man doch früher

auf die Wasserkraft angewiesen, damit

der Müller aus dem angebauten

Getreide Mehl mahlen konnte. Wo

die Mühle direkt an der Ehe keinen

Platz hatte oder das Gefälle für den

Betrieb des Mühlrades nicht ausreichte,

wurde ein Wehr angelegt, ein

Mühlbach abgeleitet und mit diesem

Wasser dann das Mühlrad angetrieben.

Die Mühlen sind inzwischen

zum Teil außer Betrieb, doch die

Namen erinnern noch daran, so z.B.

die Modelsmühle, die Wiesenmühle,

die Lamprechtsmühle und die beiden

Mühlen in Hambühl.

Wasser-Bäume

Nun ist ein Bach- oder Flusssystem

nicht nur Siedlungs- und

Nutzungsraum sondern ursprünglich

Naturraum. Gemäß dem klassischen

Aufbau einer Flussaue geht

es vom zentralen Gewässer zunächst

in die Weichholzaue, den Raum, der

regelmäßig überschwemmt wird.

Hier sind die Gehölze daran angepasst,

mit ihren Füßen und Stämmen

häufiger im Wasser zu stehen.

Erlen, Weiden und Pappeln vertragen

Strömung und Eisgang und

34


Kopfweide nach dem Schnitt.

Der Stamm ist gegen Biberverbiss

geschützt

Abendpfauenauge in Abwehrhaltung.

Für die Raupen stellt die Weide die

wichtigste Nahrungsquelle dar

Hochwasser der Ehe in

Ullstadt

Man sieht: Biber sind an der Ehe heimisch

Fotos: Willi Schöner, Sugenheim (4), Oliver Hug (Quelle), Ralf Bolz (Pfauenauge)

besiedeln schnell die von Hochwässern

abgeschwemmten und wieder

angelandeten Rohbodenflächen. Mit

ihren Wurzeln fixieren sie die Erde

und verhindern so weitere Erosion.

Anschließend, dort wo das Hochwasser

schneller wieder zurückgeht,

entwickelt sich die Hartholzaue mit

Stieleichen, Ulmen, Eschen und

Bergahorn. Diese natürlichen Strukturen

gibt es in einer Landschaft, die

seit über 1000 Jahren vom Menschen

genutzt und geformt ist, kaum

mehr. Entlang der Ehe findet sich

zwar meist noch ein Gehölzsaum mit

Erlen und Weiden, doch meist nur

direkt am Ufer.

Die Weide wurde zum Nutzungsbaum

des Menschen, speziell die

Kopfweide. Der Weidenbaum

wird in einer handlichen Höhe

abgeschnitten, aus der Schnittfläche

treiben viele neue Äste. Mit dem

regelmäßigen Schnitt dieser Triebe

verdickt sich das Stammende, der

„Kopf“ entsteht. In einer Zeit, in der

fast alles was man brauchte, selbst

hergestellt wurde, ließen sich Weidenzweige

verarbeiten zu Körben

in jeder Größe, zu Zaungeflechten,

selbst zum Ausflechten von Gefachen

beim Hausbau eignete sich die Weide.

Mit dem Kopfweidenschnitt hatte

man regelmäßig reichlich Material

zu „ernten“. Heutzutage sind handwerkliche

Arbeiten weniger gefragt

und die Selbstversorgung wurde

durch den Kauf von Waren abgelöst.

So verlor auch die Kopfweide ihre

Bedeutung als Wirtschaftsgut. Als

Naturraum ist sie aber weiterhin

sehr wichtig, leben auf Weiden doch

viele Insekten, Hohlräume in den

dicken Kopfweiden beherbergen

Fledermäuse und höhlenbrütende

Vögel. Und als frühe Bienenweide

sind alle Weiden wertvoll.

Viele Zuflüsse

Zurück zur Ehe als Gewässersystem:

Ihr Einzugsgebiet erstreckt

sich über 271 km². Zur leichteren

Vorstellung: Dies entspricht einem

Quadrat mit 16,5 km Seitenlänge.

Sie nimmt das Wasser des Irrbachs,

des Geroldsbachs, des Tiefenbachs,

des Hüßbachs, des Laimbachs mit

Bibart, Scheine und Schönbach, des

Rüblingsbachs und vieler kleinerer

Gräben auf. Dabei transportiert sie

beachtliche Wassermengen. Für den

Bereich der Ehe bis nach Langenfeld

sind die Wassermengen sogar genau

berechnet worden: Bei Langenfeld gab

es bis 1990 einen Pegel mit dessen

Hilfe die durchlaufende Wassermenge

erfasst wurde. Für den Einzugsbereich

der Ehe vor der Einmündung

des Laimbachs ergibt sich eine durchschnittliche

mittlere Jahresabflussmenge

von ca. 14,5 Millionen m³/

Jahr für ein Einzugsgebiet von 89

km². Diese Zahlen lassen sich nicht

einfach auf das gesamte Einzugsgebiet

hochrechnen, denn je nach Bodenart

und -bewirtschaftung, sei es

Wald, Acker, Wiese, nach der Steile

des Geländes und der Möglichkeit

zu versickern, verhält sich die mit

dem Regen auftreffende Wassermenge

verschieden. Doch schon

14,5 Mio. m³ sind eine beachtliche

Menge. Sie entspricht dem Inhalt

eines Würfels mit 243m Kantenlänge.

Und diese Wassermenge erklärt

auch die imposanten Hochwässer,

die häufig mit der Schneeschmelze

oder bei Starkregen entstehen.

Und auch am Gewässer hat sich

im letzten Jahrhundert viel verändert.

35


Ehebrücke in Ullstadt

Bei Deutenheim

Die

Hielt man früher Abstand zum Fluss

und bewirtschaftete die Wiesen in

den feuchten Talauen eher extensiv,

so findet man jetzt häufig Äcker im

Talraum. Damit erhöht sich die Erosion

und als Folge davon der Eintrag

von Nährstoffen in das Flusswasser -

das Gewässer eutrophiert.

Um die Gewässer wieder in einen

guten ökologischen Zustand zu

bringen, haben der europäische, der

Bundes- und der Landesgesetzgeber

die Wasser-Rahmenrichtlinie

geschaffen. Dort sind die ökologischen

Parameter beschrieben, an

denen sich ein Fluss messen lassen

muss, z.B. die Hydromorphologie.

Dazu gehört das Abflussgeschehen

(z.B. Hochwasser, Niedrigwasser,

Entwässerungen im Umfeld), der

Feststoffhaushalt mit dem Abtrag

und Anlanden von Sedimenten, mit

der Stabilisierung der Gewässersohle

oder mit dem Rückhalt von

Geschiebe durch Aufstau und die

Gewässerstruktur. Gefordert wird

die Durchgängigkeit als Möglichkeit

für aquatische Lebewesen wie

Fische, Krebse, Bachflohkrebse,

Libellenlarven usw. das Gewässer

Ehe

ohne Hindernis flussauf- und

abwärts zu durchwandern; Wehre,

Abstürze sind zum Teil unüberwindbare

Hindernisse. Zweites Ziel der

Wasser-Rahmenrichtlinie (neben

der Durchgängigkeit für Lebewesen)

ist es, sogenannte Stoffeinträge zu

verringern. Dazu sollen zum Beispiel

das Land gewässerschonend bewirtschaftet

und Kläranlagen verbessert

werden.

Und wer kümmert sich darum,

dass auch die Ehe mit ihren Nebenflüssen

wieder in einen guten ökologischen

Zustand gebracht wird?

Zwei Zuständigkeiten gibt es: Zum

einen sind die Gemeinden für die

Gewässer 3. Ordnung, die kleineren

Gewässer, in ihrem Gemeindegebiet

zuständig. Zum anderen das Wasserwirtschaftsamt

für die Gewässer

2. Ordnung, die etwas größeren.

Die staatliche Behörde berät und

unterstützt die Gemeinden bei der

Aufstellung von Gewässerentwicklungskonzepten.

Und da ist die Ehe

auf einem guten Weg. Die Gemeinden

Markt Nordheim, Sugenheim,

Langenfeld und Markt Baudenbach

haben ein gemeinsames Gewässerentwicklungskonzept

für die Ehe

erstellen lassen. Nun heißt es die

Planungen umzusetzen.

Ein Mensch verbraucht in Deutschland

ca. 130 l Wasser am Tag. In einem Jahr

sind dies 47450 l oder 47,45 m³.

Die 14,5 Mio. m³, die bis zum Pegel bei

Langenfeld aus der Ehe abfließen, könnten

also theoretisch über 300.000 Menschen

mit Wasser versorgen.

36


Talauen-Radweg 3

»In den Ehegrund bis zur Quelle«

Gesamtlänge der Rundstrecke: ca. 46 km – Die Ehequelle mit Picknickplatz erreichen Sie über einen ca. 1 km langen Abstecher

ab Herbolzheim. Am Ortsrand können Sie sich auch im Freizeitsee oder der Kneippanlage erfrischen.

Der Ehegrund bei Herbolzheim

Markt

Bibart

Scheine

B8

Fuchsau

Bibart

Oberlaimbach

Unterlaimbach

Frankenfeld

Ehequelle

Krassolzheim

Kleine Ehe Ingolstadt

Neundorf

Rüdern

Tiefenbach

Sugenheim

Hürfeld

Ullstadt

Ehe

Laimbach

Langenfeld

Baudenbach

B8

Ehe

Markt Nordheim

Geroldsbach

Ezelheim

Ehe

Deutenheim

Fotos: Willi Schöner, Sugenheim (2), Oliver Hug (2)

Herbolzheim

Freizeitsee

Kneippanlage

Krautostheim

Einen Bachlauf bis zur Quelle zu

verfolgen, ist immer etwas Besonderes.

Der Ehegrund besticht besonders

durch seine Weite und Vielfalt an

natürlichen Reizen: langgezogene

Wiesen und Ackerflächen, durchsetzt

von Bächen und Baumzeilen sowie

Hecken an den Hängen, und am Ende

dieses Talraums verträumte Streuobstwiesen

und Weinberge.

Der Ehegrund

bei Herbolzheim

Routenführung:

Start am Bahnhof Markt Bibart oder

an jeder Stelle der Rundstrecke über

Unterlaimbach, Frankenfeld, Baudenbach,

Langenfeld, Ullstadt, Sugenheim,

Deutenheim, Herbolzheim (Abstecher

über die Kneippanlage zur Ehequelle),

Stübach

Markt Nordheim, Krassolzheim, Ingolstadt,

Ezelheim, Rüdern.

Wir empfehlen

Hanbach

die Fahrt in der angegebenen,

ausgeschilderten

B470

Richtung.

Foto: Hug

37


Scheinfeld

Ein Pionier der

Am Denkmal für Josef Friedl

kommen viele Spaziergänger und

Nordic Walker vorbei. Kaum

einer weiß, an wen es erinnert

38


Nachhaltigkeit

Links neben der Eingangstür

der Kapelle St. Jodok auf dem alten

Scheinfelder Friedhof befindet sich

eine Gedenktafel:

Friedl, wie er meist geschrieben

wird, hat demnach unter Fürst Josef

II. zu Schwarzenberg, „dem letzten

reichsständisch regierenden Fürst zu

Schwarzenberg“, gedient. Der Ruf

Friedls, der bis in unsere Zeit nachhallt,

beruht jedoch nicht in erster

Linie auf seiner treuen Dienerschaft.

Er steht vielmehr für die Einführung

der geregelten und nachhaltigen

Forstwirtschaft in Schwarzenberg

und weit darüber hinaus.

Nicht nur Urwald

Im 18. Jahrhundert bestimmten

Viehweide, Jagdvergnügen, Übernutzung

und Holzdiebstahl das

Geschehen in den deutschen Wäldern.

Gegen Ende des Jahrhunderts

erkannte man, dass es so wie bisher

nicht mehr weiter gehen konnte

und suchte nach Männern mit Sachverstand

und Durchsetzungsvermögen,

um die heruntergekommenen,

ertragsschwachen Wälder wieder

neu aufzubauen. Es ging aber nicht

nur um die Schließung von Lücken,

Vorrats- und Ertragssteigerung,

sondern vor allem um die Einführung

des Prinzips der nachhaltigen

Nutzung der Waldbestände anstelle

von Raubbau und Ausplünderung.

Damit schlug auch die Stunde

des Fürstlich Schwarzenbergschen

Hofjägers Josef Friedl. Sein Dienstherr

berief den 25-jährigen 1783

aus Böhmen nach Schwarzenberg

bei Scheinfeld. Als der zum Forstmeister

und Forstrat beförderte

Friedl nach 51-jähriger rastloser

Tätigkeit 1834 in Scheinfeld starb,

hinterließ er einen weithin bekannten

Musterbetrieb.

Was fand Friedl vor, als er nach

Schwarzenberg kam? Die Grenzen

waren entweder ungeschützt, nicht

abmarkiert oder strittig. Ödungen,

überflüssige Steige und Viehtriebe

machten mehr als die Hälfte der

Waldfläche aus. Der Holzertrag des

Waldes deckte nicht einmal den

jährlichen Brennholzbedarf für das

Schloss, die Kanzleien, die Brauerei

und die Deputate (Leistungen in

Naturalien). Beweidung, Gras- und

Streunutzung in den Wäldern waren

ungeregelt. Die Altbestände wurden

viel zu schnell geerntet, ohne für

eine geeignete Folgebestockung zu

sorgen. Dem Personal fehlte es an

Sachkunde und Interesse.

Friedl nutzte die Lücken in dem

heruntergekommenen Laubwald,

der in Form von Mittelwald überwiegend

der Brennholzproduktion

diente, um länger umtriebigen

Hochwald aus Nadelbaumarten

(Fichte, Kiefer, Lärche und Exoten)

zur Nachzucht von höherwertigem

Bauholz zu begründen. So ergänzte

er die wenigen vorhandenen Nadelholzbestände

in der Au, im Hessenholz

und in der Kahlbach. Friedl ließ

möglichst eigenes Saatgut gewinnen

und legte Pflanzschulen, meist in

Form fliegender Saatkamps, an.

Mit zu den größten Leistungen

Friedls zählt die vollständige

Vermessung und Abmarkung der

Schwarzenbergschen Besitzungen

sowie die Einmessung aller Details,

also der Wege, Ödungen, Wiesen,

Felder, Gewässer, Gebäude und

nicht zuletzt die verschiedenartigen

Waldbestände.

Verkäufer und Lehrer

Die Nachhaltigkeit der Holznutzung

regelte Friedl durch Festsetzung

einer Umtriebszeit von

40 Jahren für den Mittelwald und

von 100 Jahren für den Nadel- bzw.

Hochwald. Das ergab, rein theoretisch,

jährliche Schlagflächen von

1 Prozent der Hochwaldfläche und

2,5 Prozent der Mittelwaldfläche.

Die aktuellen Unterschiede in den

einzelnen Beständen glich Friedl

durch Zu- und Abschläge bei den

jährlich zu nutzenden Flächen aus.

Schließlich ließ er auch noch die

jährlichen Schlagflächen mit speziellen

Abgrenzungssteinen kennzeichnen.

Von den vielen Neuregelungen,

die Friedl zur Abstellung der Missstände

und zur Effizienzsteigerung

einführte, seien nur die strengen

Holzverkaufs- und Zahlungsbedingungen

genannt. Friedl war ein

begnadeter Holzverkäufer, dessen

Sortiment sogar erhebliche Mengen

an Schiffbauholz, darunter auch

krumme Eichen, für holländische

Werften enthielt. Die Haupteinnahmequelle

bildete jedoch das Brennholz.

Schon bald vervielfachten sich

die finanziellen Erträge des Schwarzenberger

Betriebes.

Für den Wiederaufbau der

heruntergekommenen Wälder

brauchte man überall kompetente

39


Scheinfeld

Der Forstmeisterweg verläuft

vom Schloss Schwarzenberg nach

Norden. Er ist auch Teil der acht

Kilometer langen rot ausgeschilderten

Scheinfelder Nordic Walking-

Route. Daneben gibt es noch zwei

vier und sechzehn Kilometer lange

Strecken

Denkmal

Waldandacht

P

P

Betriebsleiter, „nicht aber Leute,

für die die Ausübung der Jagd die

Hauptsache, die Pflege des Waldes

dagegen die Nebensache bildete“,

wie es Friedl ausdrückte. Er gründete

daher 1801 in Schwarzenberg

eine „Forstliche Meisterschule“.

Während des dreijährigen Studienganges

wurden die Zöglinge nicht

nur theoretisch ausgebildet, sondern

wöchentlich zwei- bis dreimal

draußen im Wald unterrichtet bzw.

zu Arbeiten eingesetzt. Im dritten

Jahr unternahm man Exkursionen

zu renommierten Forstbetrieben.

Im Jahre 1815 wurde die Schule

aus finanziellen Gründen geschlossen.

Das selbständige Fürstentum

Schwarzenberg war im neu gebildeten

Königreich Bayern aufgegangen.

Das Prinzip der nachhaltigen,

geordneten Forstwirtschaft verbreitete

sich jedoch über Deutschland

und die ganze Welt.

Dr. Paul Sauerteig bemerkt abschließend

zu Josef Friedls Lebenswerk:

„Schönere Früchte trug in

Schwarzenberg nie das segensreiche

Wirken eines einzigen Mannes.“

Da es Friedls eigentlicher

Wunsch war, auf der von ihm

aufgeforsteten „Forstmeisterwiese“

begraben zu werden, errichtete man

ihm dort 1904 ein Denkmal. Als

dieses Denkmal beschädigt und die

Inschrift unleserlich geworden war,

stellte man 1959 am „Forstmeisterweg“

einen neuen Gedenkstein auf.

Unweit der Stelle der

heutigen Waldandacht

befand sich das Denkmal

Friedls ursprünglich

Quellen, Literarurhinweise:

Dr. Karl Fürst zu Schwarzenberg,

Geschichte des reichsständischen Hauses

Schwarzenberg

Dr. Paul Sauerteig, Die Entwicklung

der Schwarzenbergschen Forsten in Bayern,

Leipzig 1928

Dipl.-Ing. Milli Schwarz, Berühmte

Schwarzenbergische Forstleute, in Schwarzenbergischer

Almanach 1985

Fotos: O. Hug

40


Ein ganzer Talgrund wurde einst

in Krautostheim mit Kohl bepflanzt –

Krautostheim

heute wachsen auch andere Pflanzen

Ried

Der Weißkohl gab dem Dorf

seinen Namen

Ein besonderes Ostheim

In Deutschland gibt es viele Ortschaften,

die Ostheim heißen. Das war auch der ursprüngliche

Name der kleinen Ehegemeinde.

Doch bereits im 14. Jahrhundert bekam das

Dorf den Zusatz Kraut-Ostheim im Ried. Dies

weist auf eine lange Tradition beim Anbau

des Weißkohles hin. (Quelle: Der Ehegrund,

Broschüre herausgegeben von der Gemeinde

Sugenheim und dem Steigerwaldklub)

Fotos aus dem Jahr 1910 wie

das obige erinnern an eine Zeit, als

das Dorf von einem Gemüse geprägt

wurde: dem Kraut. Eine dieser frühen

Aufnahmen zeigt Pferde- und

Ochsenwagen, die mit Krautköpfen

voll beladen sind. Dr. Kurt Rieder,

1926 in Krautostheim geboren, Heimatforscher

und ehemals Direktor

der Landwirtschaftsabteilung bei

der Bezirksregierung in Ansbach,

berichtet von 750 000 Krautköpfen,

die Anfang des vergangenen

Jahrhunderts zur Kundschaft im

Umkreis gebracht wurden. Auch

vom Uffenheimer und Markt Bibarter

Bahnhof aus wurde der Kohl

vertrieben.

Heute gibt es noch zwei Höfe in

Krautostheim, die über den Eigenbedarf

hinaus Kohlköpfe anbauen:

So erntete die Familie Rabenstein

im Jahr 2012 20000 Köpfe.

Auch der Bauernhof der Familie

Neuser bietet neben Kartoffeln

Kraut zum Verkauf an. „Das

Kraut ist eigentlich eine Sumpfpflanze“,

meint Friedrich Neuser.

Der Landwirt, der zugleich noch

als Betriebshelfer arbeitet, nimmt

ein wenig schwarze Erde in die

Hand. Das Ried ist der Schatz der

Krautostheimer.

Der Torfboden entstand durch

regelmäßige Überschwemmungen.

Drei Quellen entspringen in der

Krautostheimer Gemarkung, die die

aus Herbolzheim kommende Ehe

speisen. Zudem fließt der Irrbach

durch das Tal. Dr. Rieder erzählt,

dass das Ried früher manchmal so

nass war, dass man mit den Pferden

nicht hinein konnte. Stattdessen

wurde mit Schubkarren gearbeitet.

Das Krautostheimer Ried reicht

vom südwestlichen Dorfrand bis zur

Herbolzheimer Gemarkung.

42


Viel Handarbeit

Hierhin pflanzen die Neusers

im Mai ihre zuvor im Hausgarten

gezogenen Pflänzchen, per Hand

und mit der Hacke. Die Neffen

Bertram und Dominik helfen

dabei. Rabensteins säen ihre

20000 Weißkohlköpfe direkt ins

Feld. Ein Sähgerät sorgt dafür,

dass immer drei Samenkörner in

einer Mulde landen. Die Mulden

haben einen Abstand von 45

Zentimetern. Später wird dann

noch mit der Hacke vereinzelt und

das Unkraut bearbeitet. Die Ernte

ist sowohl bei Neusers als auch

bei Rabensteins reine Handarbeit,

genauso wie das Putzen des

Weißkohls. In dieser Phase packt

jeweils die ganze Familie mit an.

Neben den Krautfeldern von

Rabensteins und Neusers pflegen

Ziemlich genau einhundert Jahre

liegen zwischen der historischen

Aufnahme und unserer Reportage.

Die Dimensionen haben sich verändert,

die Tradition ist geblieben.

manche Krautostheimer noch ein

Sommerried, also einen kleinen

Garten an der Ehe, wo sie zusammen

mit anderem Gemüse auch

immer einige Kohlpflanzen anbauen.

Insgesamt wachse im Ried

nicht mehr so viel Gemüse wie

früher, bedauert Günther Rabenstein,

der Senior des Krauthofes.

Mais, Zuckerrüben und Getreide

dominieren. Damit wird das Vieh

ernährt und auch Energie gewonnen.

Die auf 20 Jahre festgelegte

Subvention für Biogas oder

Stromeinspeisung hat auch in

Krautostheim manchem Landwirt

ein zusätzliches Standbein als

Energiewirt ermöglicht,

das relativ unabhängig von

den schwankenden Weltmarktpreisen

für

Lebensmittel ist.

Alle helfen beim Krautfest

Einmal im Jahr erinnert das

Dorf allerdings an seine große

Kraut-Tradition. Ende September,

Anfang Oktober wird seit 1998

das Krautfest gefeiert. Es scheint,

als ob an diesem Tag der ganze

Ort nebst auswärtiger Verwandtschaft

auf den Beinen ist, um

den Ansturm zu bewältigen. Für

Weißkohl-Identität sorgt auch

eine Krautbärbel im Zentrum der

rund 230 Einwohner zählenden

Ortschaft. Das Denkmal wurde im

Mai 2002 feierlich enthüllt, und

erinnert an die mit viel Arbeit und

Kosten verbundene Flurneuordnung

und Dorferneuerung, die in

den Jahren zwischen 1990 bis 2002

Krautostheim deutlich aufwertete.

In der Mitte des Ortes entstand aus

einem dem Verfall preisgegebenen

Gebäude ein Dorfhaus mit Dorfladen,

Schlacht- und Kühlgemeinschaft

– ein Schmuckstück.

Beim Krautfest 2012 boten die

drei Höfe Billenstein, Neuser und

Rabenstein einen Mittagstisch an

mit Krautwickeln, Kraut-Burgern

oder Sauerkraut mit Bratwürsten.

Auf dem Hof von Rabensteins

wurde zentnerweise Kraut gehobelt,

das Kunden dann mit der

Sackkarre zu ihren Autos fuhren.

Bei der Krautbärbel im Ortszentrum

trafen sich Interessierte zu

einer Dorfführung mit Dr. Rieder.

Die Familie Trabert beteiligte

sich mit einer Kleintierausstellung

und einem Streichelzoo

mit Ponys und Kaninchen. Die

örtliche Blaskapelle zog durch den

Ort. Direktvermarkter verkauften

Schnaps, Öl, Honig, Meerrettich,

Fleisch und Wurst – also

jede Menge landwirtschaftlicher

Produkte.

43


Unfall mit Folgen

Dr. Kurt Rieder hat in der Ehegrund-

Broschüre einige amüsante Episoden

aus Krautostheim veröffentlicht, die

er durch Gespräche mit den alten

Einwohnern in Erfahrung gebracht hat.

Beispielsweise die vom Daniel, der mit

einer vollen Fuhre Kraut vom Ehe- in

den Aischgrund fuhr, um seine Kunden

zu bedienen. Als er durch Langenfeld

fuhr, war er wohl etwas unaufmerksam.

Der Wagen kippte um und die

Krautköpfe rollten in den Siglingshof.

Beim Aufräumen halfen die beiden

Töchter der Siglingsfamilie. Dabei

bewunderten sie den Daniel, wie

er ohne Fluchen und Schimpfen das

Kraut aufhob, putzte und sorgfältig

den Wagen aufs Neue belud. Die

große Geduld und Ruhe des jungen

Mannes sei auch von den Eltern der

Töchter sehr wohlwollend aufgenommen

worden. Schließlich heiratete

eine der Töchter den unglücklichen

Fuhrmann. So wurde ein Krautbauer

von Krautostheim Bauer in Langenfeld.

Nicht zuletzt das herrliche Wetter

sorgte dafür, dass die Küchen an ihre

Grenze kamen. Einen solch großen

Andrang habe man seit dem Jahr

2007 nicht mehr erlebt, erinnert

sich Helga Neuser. Damals wurde

anlässlich des zehnjährigen Krautfest-Jubiläums

zum Tag des offenen

Dorfes eingeladen. Mit Hans Müller

war der Generalsekretär des Bayerischen

Bauernverbandes gekommen.

Weitere Prominenz wie der Landtagsabgeordnete

Hans Herold und

der Bundestagabgeordnete Christian

Schmidt sowie Kreisbäuerin Christa

Götz prophezeiten dem ländlichen

Raum eine gute Zukunft – auch

wegen der Energiewende.

Biogas- und Solaranlage

Krautostheim versorgt nämlich

rund 60 Prozent der Haushalte mit

Biogas, berichtet Manfred Leistner.

Er hat zusammen mit sechs weiteren

Landwirten in eine Anlage

investiert, die sich zu rund 42 Prozent

aus Abfallstoffen, also Mist aus

Viehhaltung, vermischt mit Mais

und Gras speist. Das Blockheizkraftwerk

stelle zugleich Wärme

und Strom her, hat also einen hohen

Wirkungsgrad. Rund 150 Hektar

Mais würden zur Energiegewinnung

angebaut. Sechs Haushalte betreiben

zudem in Krautostheim eine

gemeinsame Hackschnitzelheizung,

die aber keinen Strom gewinnt. Zusammen

mit den Photovoltaikanlagen

produziere Krautostheim sicher

mehr Energie, als der Ort verbrauchen

könne, so Manfred Leistner.

Außerdem gibt es in Krautostheim

den Weinanbau der Familie

Billenstein, etwas Rinderhaltung

und sechs Schweineställe. Darunter

den von Gottfried und Freia

Rummel. Die Rummels legen

besonderen Wert auf eine Schweinehaltung

mit viel Stroh als Einstreu

und gutem Futter aus heimischem

Anbau. Bei dieser Haltung käme

man fast ohne Antibiotika aus.

Rummels haben einen Vertrag mit

der Zirndorfer Metzgerei Schäfer.

Beim jüngsten Krautfest ist dann

auch aus Zirndorf ein ganzer Bus

angereist, um die Krautostheimer

Schweinehaltung zu begutachten.

Die kulinarischen Touristen

erfuhren, woher ihre Hausmetzgerei

das Fleisch bezieht und lernten

gleichzeitig ein Dorf kennen, das an

diesem Tag seinem Namen alle Ehre

macht.

44


Krautwickel

Zutaten für 4 Portionen:

1 Weißkohl

500 g Hackfleisch oder Bratwurstbrät

¼ l Milch

2 Brötchen vom Vortag

2 Eier

40 g weiche Butter

2 Zwiebeln gewürfelt

Salz/Pfeffer/frische Petersilie/abgeriebene Zitronenschale

3 El. Öl zum Anbraten

2 El. Schweineschmalz

Die äußeren Blätter und den Strunk vom Kohl entfernen.

In Salzwasser kochen, bis Blätter bissfest sind.

Alle Zutaten gut miteinander verkneten und zu einem

geschmeidigen Teig verarbeiten. Die Kohlblätter mit dem

Hackfleisch füllen, zusammenrollen und mit Küchengarn

verschnüren.

Das Öl in einem Schmortopf erhitzen und die Krautwickel

darin bei mittlerer Hitze vorsichtig anbraten. Im vorgeheizten

Ofen bei 180°C ca. 1 Std. schmoren und immer wieder mit

dem Schweineschmalz bepinseln, damit sie knusprig werden.

Dazu passt Kartoffelpüree. Guten Appetit!

Fotos: Judith Marschall (4), Hanns P. Bacherle (11)

Zur Dorfführung während

des Krautfestes gehörte auch

ein Besuch der schön sanierten

evangelischen Kirche sowie ein

Abstecher zum östlichen Dorfausgang

Richtung Markt Nordheim.

Dort steht die ehemalige Krautfabrik.

Sie war 1920 von acht

Krautostheimer Landwirten gegründet

worden und hielt sich bis

1974, zuletzt unter der Leitung

der Familie Sandig. Verkauft

wurde pasteurisiertes, eingedostes

Sauerkraut. Bei der Lieferung des

Rohstoffes hatten die jungen Ortsburschen

eine besondere Art von

Handballtraining: Das vitaminreiche

Gemüse warf man einander

in mehreren Stationen zu, bis es

in der Fabrik beim Hobel landete.

Diese Jugenderinnerung ließ

Georg Rummel während der

jüngsten Dorfführung wieder

aufleben.

Neusers Neffe Dominik

beim Krautstampfen

Sauerkraut im

Steinguttopf

Zutaten für einen Zehn-Liter-Gärtopf:

10 kg Weißkraut

100 g Salz

3 EL Wacholderbeeren

nach Belieben

einige Lorbeerblätter

etwas Kümmel

• Strünke vom Kraut ausstechen

• Kraut fein hobeln

• Gehobeltes Kraut schichtweise in den

• Gärtopf geben

• Je Schicht etwas Salz und Gewürze

• darüber streuen

• Stampfen bis der Saft austritt

• Das eingestampfte Kraut abdecken

• und beschweren

• In einem kühlen Raum aufbewahren

• Nach ca. 5 Wochen kann das erste

• Kraut entnommen werden

45

9


1960er-Jahre

Das Schäferhaus

in Sugenheim

Neues Leben

in alten Mauern

46


2005 2007 2008

Ein Haus mit Geschichte als

Ort der Begegnung für Kulturund

Vereinsarbeit, so bezeichnet

die Gemeinde Sugenheim das

Gebäude in einer Broschüre, die

anlässlich der Einweihung im

April 2008 erschienen ist.

Das Schäfer-Haus? Vielleicht

führt der Name ein wenig in

die Irre – denn mit Schafen und

Schäfern hatte das Haus nie etwas

zu tun. Der Name stammt von der

Anna und Konrad Schäfer-Stiftung,

die große Teile der Sanierung des

Gebäudes finanziert hat.

Anna Schäfer,

eine alteingesessene

Sugenheimerin,

hat

testamentarisch

festgelegt, dass

ihr Vermögen in eine Stiftung

eingebracht wird mit dem Zweck,

die Förderung kultureller Veranstaltungen

und sonstiger kultureller

Zwecke in Sugenheim sowie die

Errichtung einer Friedhofskapelle/

Aussegnungshalle auf dem Sugenheimer

Friedhof zu finanzieren.

Anna Schäfer verstarb 2002 im Alter

von 92 Jahren, 2003 wurde die

rechtsfähige Stiftung bürgerlichen

Rechts eingetragen.

Eine Stiftung ist eine Einrichtung,

die mit Hilfe eines Vermögens

einen vom Stifter festgelegten

Zweck verfolgt. Dabei wird meist

das Vermögen auf Dauer erhalten

und die Destinatäre, das sind die

Begünstigten, können nur in den

Genuss der Erträge kommen. Stiftungen

können in verschiedenen

rechtlichen Formen und zu jedem

legalen Zweck errichtet werden.

Die meisten Stiftungen werden

in privatrechtlicher Form errichtet

und dienen gemeinnützigen

Zwecken, so auch die Anna und

Konrad Schäfer-Stiftung.

Der Marktplatz ist heute wieder

»die gute Stube« der an Baudenkmalen

reichen Gemeinde

47


48

Kulturelles Leben in der 2300-

Seelen-Gemeinde Sugenheim mit

elf Ortsteilen bedeutet vor allem

ehrenamtliches Engagement in

vielen Vereinen. Zwar hat die

Gemeinde mit vier Schlössern und

einem Spielzeugmuseum auch

„offizielle“ Kultur, Kulturschaffen

im ländlichen Raum heißt aber

hauptsächlich Mitmachen: Singen

in einem von drei Chören, ein

Instrument spielen in einer Musikkapelle

oder im Posaunenchor,

Vorträge im Heimat- und Gartenbauverein,

Sängerabende, Musikantenabende,

Veranstaltungen der

Volkshochschule und im Rahmen

des Ferienprogramms, Treffen der

Landfrauen, Theaterproben und

-aufführungen.

Und dafür braucht es geeignete,

flexible Räume mit passender

Infrastruktur für die Versorgung,

denn Essen und Trinken gehört in

Franken zur Kultur, um so mehr in

der Weinbaugemeinde Sugenheim.

Ein Gebäude dafür stand schon

bereit. Im Rahmen der 1999

begonnenen Überplanung des

Orts für das Städtebauförderungsprogramm

wurde die ehemalige

Gaststätte Stapf am Marktplatz

ausgewählt.

Das Gasthaus Stern mit Brauerei,

landläufig nach den langjährigen

Eigentümern und Wirten Gasthaus

Stapf genannt, ein markantes

Gebäude mit Geschichte und unter

Denkmalschutz stehend, leider

schon etwas in die Jahre gekommen

und seit einiger Zeit leerstehend,

aber mit großer emotionaler

Bedeutung für die Sugenheimer

Bürger, sollte saniert werden zum

Haus der Vereine.

o.: Der Bürgersaal im ersten Obergeschoss.

Dieser großzügige Raum

wird für Empfänge, Vorträge und

Veranstaltungen genutzt – so wie

hier 2011 bei einem Auftritt der

»Glamouretten«

In der ehemaligen Brauerei werden

bei Veranstaltungen Gäste bewirtet,

hier probt der Chor "Die Kreuzschnäbel".

Außerdem dient der

Raum als barrierefreies Wahllokal

Wahrlich ein altes Gebäude:

Bereits 1535 ist an dieser Stelle ein

Anwesen mit Brau- und Schankrecht

nachgewiesen, ab 1545 sind

die Gebäudeeigentümer namentlich

bekannt. Aber es ist auch ein

Gebäude typisch für fränkische

Dörfer. Brauchte man mehr Platz,

wurde an- und umgebaut, aufgestockt,

Stallungen angebaut, verändert.

Und so findet sich im denkmalschützerischen

Gutachten eine

Beschreibung des Baus von 1693,

ein eingeschossiges Bauernhaus

mit steilem Satteldach. Hiervon

sind die Deckenbalken über dem

Erdgeschoss noch erhalten.

Um 1760 erfolgten gravierende

Umbauten: Das Gebäude wurde

erweitert, ein komplettes Obergeschoss

aufgebaut, darüber ein

Walmdach. Bereits 1782 wurde

wieder ergänzt und verändert, ein

neuer Brauraum eingerichtet.

Im 19. Jahrhundert fand das

Gebäude auch seine aktuelle Farbe:

es wurde grün gestrichen, immer

wieder bis heute. Die letzte große

Veränderung fand 1927 statt. Und

diese Zeitschiene wurde auch die

Grundlage für das jetzige Baukonzept.

Immer wieder wurde die

Frage gestellt: „Wie sah es hier um

1930 aus?“, wenn über Veränderungen

und Innenausstattung zu

entscheiden war. Und es entstand

ein „Schmuckstück“ am Sugenheimer

Marktplatz, das neben den

Ortsansässigen auch die vielen

Besucher der zahlreichen Veranstaltungen

im jährlich neu aufgelegten

Kulturprogramm begeistert. Neues

Leben in alten Gemäuern – hier

ein Erfolgskonzept für den Ort.

Die Sanierung des Schäfer-Hauses kostete

ca. 850.000 €, davon trug die Gemeinde rund

170.000 €, die Anna und Konrad Schäfer-Stiftung

ca. 200.000 €, der Rest kam aus Geldern

des Städtebauförderungsprogramms, vom

Denkmalschutz und vom Entschädigungsfonds.

Die Stiftung unterstützte daneben mit

250.000 € den Bau einer neuen Aussegnungshalle

am Sugenheimer Friedhof, ein Herzensanliegen

von Anna Schäfer. So sind ihr Name

und der ihres Bruders in der Erinnerung der

Sugenheimer verankert. Der Stiftungsstock,

das „Grundkapital“ der Stiftung, bleibt weitgehend

unverändert. Die Zinserträge stehen

weiterhin für die Verwendung im Rahmen des

Stiftungszwecks zur Verfügung. Doch schlägt

auch hier die weltweite Finanzkrise im globalisierten

Dorf Sugenheim zu, denn: sinken die

Zinssätze, sinken auch die Erträge.

Programminformationen:

www.sugenheim.de

Fotos: Archiv Gemeinde Sugenheim (10), O. Hug (vorangegangene Doppelseite)


2012 feierte die LAG eineinhalb Jahrzehnte ihres Bestehens

15 Jahre LAG

3,5 Millionen Euro Fördergelder für weit mehr als 100 Projekte

Auch nach fünfzehn Jahren wissen viele

Bewohner der Region mit der Abkürzung

»LAG« wenig anzufangen. Dabei sind deren

Projekte allgegenwärtig und ohne die

reichlich geflossenen »LEADER-Mittel«

wäre vieles nicht möglich gewesen – auch

nicht die erste Ausgabe des einSteiger.

Leader

Leader ist ein Förderprogramm

der Europäischen Union und steht

für „Liaison entre actions de développement

de l`économie rurale“

(Verbindung zwischen Aktionen zur

Entwicklung der ländlichen Wirtschaft).

Ziel dieses Programms ist

Eines der vielen Projekte… die Förderung von Entwicklungsstrategien

und Projekten, die zu einer eigenständigen

und nachhaltigen Entwicklung von ländlichen Regionen

beitragen. Kernelement ist ein bürgerorientierter

Ansatz unter dem Motto: „Bürger gestalten ihre Heimat“.

Dieser Ansatz soll vor Ort durch die jeweiligen

Lokalen Aktionsgruppen (LAGen) umgesetzt werden.

Geiselwind Schlüsselfeld

Burghaslach

Oberscheinfeld

Markt

Taschendorf

Scheinfeld Münchsteinach

Markt Bibart

Baudenbach

Sugenheim

Langenfeld

Markt Nordheim

Menschen angehören, auch Gruppen

wie Bund Naturschutz, Landschaftspflegeverband,

Waldbauernvereinigung, Weinbauverein

sowie Bürgerinnen und Bürger.

Jeder ist herzlich willkommen! Der Mitgliedsbeitrag

beträgt pro Person nur

6 Euro im Jahr.

Mit Hilfe der LEADER-Gelder werden seit Anfang

1998 die verschiedensten Projekte umgesetzt. Mit dem

gemeinsam erarbeiteten Konzept hat es die LAG im

Mai 2002 geschafft, in das europäische Förderprogramm

„LEADERplus“ und in das Nachfolgprogramm „LEADER

in ELER“ aufgenommen zu werden.

Das bedeutet, dass bis Ende 2013 rund ca. 3,5 Mio.

Euro EU-Gelder als Projekt-Zuschüsse in die Entwicklung

des Südlichen Steigerwalds fließen konnten und weit

mehr als 100 Projekte in der Region umgesetzt wurden.

15. Juni 2013: Busfahrt zu ausgewählten LAG-Projekten.

So. 12. Mai

Lokale Aktionsgruppe südlicher Steigerwald

Unsere LAG ist ein gemeinnütziger Verein, der im

Oktober 1997 in Sugenheim gegründet wurde.

Das Vereinsziel ist es,

den Südlichen Steigerwald

nachhaltig weiterzuentwickeln

und zu

stärken. Dazu gehört die

Förderung der kulturellen

Der LAG-Vorstand bei

einem Außenterminn vor dem

Schäferhaus in Sugenheim

Identität ebenso wie die

Sicherung der natürlichen

Lebensgrundlagen.

Hauptaktivität des Vereins

ist die Umsetzung seines Regionalen Entwicklungskonzepts

(REK). Daran wirken engagierte Personen und

Verbände in mehreren Arbeitskreisen und Projektgruppen

mit. An der Aktionsgruppe

beteiligen sich

neben den zwölf Gemeinden,

denen rund 27.500

Info-Stationen in allen LAG-

Gemeinden vermitteln Wissenswertes

über Ort und Region

Oberscheinfeld

Große Oldtimerparade

Blaskapelle Oberscheinfeld

Die Gastronomie erwartet Sie

mit fränkischen Spezialitäten

Vielfältiges Marktangebot

von A bis Z

Kinderunterhaltung

mit Spielwiese und

Kinderflohmarkt

50


+Markt Nordheim

Kottenheim | Wüstphül | Ulsenheim | Herbolzheim

Besuchen Sie die

schön sanierten Weindörfer in

der wunderbaren WeinWanderWelt

z.B. mit dem Bocksbeutelexpress

des VGN.

Auch als Wohnort ist die

Gemeinde attraktiv für Sie:

mit einem vielfältigen, lebendigen

Vereinsleben, modernen

Kindergärten, dem Dorfladen

und einer attraktiven

Gastronomie.

Weinfeste:

Ulsenheim 6./7. 7.

Markt Nordheim 27./28. 7.

Märkte in Markt Nordheim

Frühjahrsmarkt 14. 4.

Herbstmarkt 15. 9.

Osingfest, Herbolzheim 18. 8.

Günstiges Bauland in

leichter Südhanglage:

28,50 e/m 2 voll erschlossen.

Info

»Die romantische

Kleinstadt mit Flair...«

ist das optimale Ausflugsziel

am Eingang des Steigerwaldes

Anfahrt über die A 3 – Ausfahrt Schlüsselfeld

hat viele Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel

die mittelalterliche Altstadt

mit großem fränkischen Marktplatz

das bekannte Stadtmuseum

mit den Schwerpunkten Geologie, Natur,

Leben im Steigerwald,

Kirchen, wie die gotische Pfarrkirche

St. Johannes d. T., die barocke Marienkirche

„Klein-Mariazell im Steigerwald“,

die St. Laurentiuskirche mit dem spätgotischen

Flügelaltar in Aschbach und im gesamten

Stadtgebiet viele weitere Kirchen mit jeweils

eigenem traditionellem und auch modernem

Gepräge

die Schlösser in Aschbach und Reichmannsdorf

Von Schlüsselfeld aus kann man zahlreiche

Wanderungen oder Radtouren durch den

Naturpark Steigerwald starten.

Gleichzeitig ist Schlüsselfeld der ideale

Ausgangspunkt für Ausflüge:

in das 1000jährige Bamberg, in die alte Reichsstadt

Nürnberg, ins unterfränkische Würzburg.

Gemütliche Hotels, Gasthöfe und Pensionen

sorgen für einen erholsamen Aufenthalt.

Stadt Schlüsselfeld, Marktplatz 5,

96132 Schlüsselfeld

www.schluesselfeld.de

Tel. 09552 / 9222-0, Fax 0 9552 / 92 22-30

E-Mail: stadt@schluesselfeld.de

im Steigerwald

Goldmedaille beim Landesentscheid

„Unser Dorf hat Zukunft –

unser Dorf soll schöner werden“ 2007

Es lebt sich gut in

Markt Baudenbach

Eine überaus waldreiche

Umgebung mit attraktivem

Wegenetz lädt zum

Wandern und Erholen ein.

Im gastfreundlichen

Ort finden Sie historische

Gebäude, an denen

Schrift-tafeln die bewegte

Geschichte erzählen.

Markt Baudenbach ist ein

lohnendes Ausflugsziel und

interessant für Bauwillige:

Moderne Kindertagesstätte

Gute Anbindung an die

Metropolregion

VDSL-Anschluss möglich

Eigene Wasserversorgung

Gut sortierter Einkaufsmarkt

Bäckerei und Metzgerei

Gepflegte Gastlichkeit

Vielseitiges Vereinsleben

Bauplätze zu 55,- € je qm

Interesse geweckt?

Erster Bürgermeister

Reinhold Kestler

Marktplatz 1

91460 Baudenbach

09164 / 426

gemeinde@baudenbach.de

51


Die Freibäder im

Südlichen Steigerwald

Drei mal

Highlight des Burghaslacher Bades

ist zweifellos die fast 80 m lange

Wasserrutsche

großer

Familienspaß

Das Scheinfelder 50-Meter-

Becken punktet durch seine gleichbleibend

angenehme Temperierung

– die Biogasanlage macht's möglich

52


Alle drei Bäder bieten auf oder

neben dem Gelände auch Plätze für

Camper oder Wohnmobilisten

(hier Münchsteinach)

Ursprüngliche und vielfältige

Natur erleben, Wein und Bier in der

Häckerwirtschaft (oder Winzerstube)

bzw. „auf’m Keller“ (im Biergarten)

genießen, auf kurzem Weg die

großen fränkischen Tourismuszentren

erreichen: Es gibt viele Gründe,

im südlichen Steigerwald Urlaub zu

machen. Familien schätzen darüber

hinaus das vielfältige Aktiv-Angebot

für Groß und Klein, ganz gleich,

ob als Radler, Golfer, im Freizeit-

Land Geiselwind oder im ADAC

Testcenter und so weiter. Eine

willkommene Abwechslung sind da

die drei Freibäder der Region. Die

drei Bäder unterscheiden sich in

ihrer Ausstattung und Ausrichtung

deutlich. So kommt jeder auf seinen

Geschmack.

Das Steigerwald Mineralbad in

Münchsteinach liegt mit seinem

beliebten Campingplatz direkt an

den Auen der Steinach fast mitten

im idyllischen Ort. Als Badewasser

wird natürliches Quellwasser

verwendet – das frische Wasser

wird gerade im Hochsommer sehr

geschätzt. Da das Becken nicht

besonders tief ist, eignet es sich

hervorragend für Familien. Das

Bad profitiert vom 180 Stellplätze

großen und doch familiären

Campingplatz nebenan. Die Ruhe,

der gepflegte Zustand und das

zuverlässige Serviceangebot sorgen

seit vielen Jahren für sehr hohe

Belegzahlen. Fragen Sie daher vor

Ihrer Anreise in der Hauptsaison

zur Sicherheit nach freien Plätzen!

Direkt am Platz liegt der

große Freizeitsee und daneben die

Familien- und Traditionsbrauerei

Loscher, die für ihre Club-Mate-

Getränke inzwischen international

bekannt ist. (s. S. 10)

Das beheizte Freibad Burghaslach

liegt ebenfalls in den Talauen (hier

der Haslach) und ist fußläufig vom

Kernort zu erreichen. Edelstahlbecken,

eine 80m lange Rutsche und zahlreiche

Angebote im und außerhalb

vom Wasser geben diesem Bad sein

modernes Gepräge. Durch die klare

Trennung der Becken kommen sich

Schwimmer, Wasserspieler, Planscher,

Springer und Rutscher nicht in die

Quere. Von der Badterrasse hat man

eine gute Übersicht – so haben Eltern

auch beim Cappuccino ihre Kinder

im Blick. Weitläufige Liegewiesen unter

alten Baumbeständen bieten viele

schöne Plätze. Besonders Jugendgruppen

und Familien nutzen gerne den

angrenzenden Zeltplatz.

Das Scheinfelder Freibad liegt

am Rand der Kernstadt, oberhalb der

Auen der Scheine an einem Berghang.

Der terrassenförmige Aufbau

und der dichte Baumbestand geben

dem Besucher das Gefühl, mitten im

Grünen zu sein. Dabei befindet sich

die Anlage mit ihren drei Becken

(darunter ein 50m-Schwimmbecken

mit 3m Sprungturm) direkt neben

Schulsportanlagen, Tennisplätzen und

Fitnessstudio, so dass das Areal auch

als Trainingslager genutzt wird. Eine

vom Bad aus (nicht seh- oder riechbare)

Biogasanlage heizt das Wasser

auf 25 bis 27°C von Anfang Mai

bis Ende September. Ein Kiosk mit

Terrasse, ein kleiner Zeltplatz im(!)

Freibad sowie der frisch renovierte

Campingplatz direkt daneben ergänzen

das große Angebot.

Der Steigerwald lohnt sich also auch

für Badeurlauber! Und obendrein

bietet der Naturpark mit den angrenzenden

fränkischen Zentren für jung

und alt noch unendlich mehr!

53


Übrigens:

Alle Bäder veranstalten hin und

wieder Sonderevents wie z. B. Nachtschwimmen

(alle Orte) oder die

"Karibische Nacht" in Burghaslach

und den "Arschbomben-Contest"

in Scheinfeld usw.

Beachten Sie die Informationen auf den

jeweiligen Internet-Seiten.

54

Freibad Burghaslach

Beheiztes Naturschwimmbad

mit Riesenwasserrutsche – fast 80 m

Edelstahlbecken (25 m Schwimmer /

16 m Nichtschwimmer mit Strandauslauf)

1m-Sprungbrett

separates Kinder-Rutschbecken

separates Babyplanschbecken, beschattet

Schwimmbecken solar-beheizt

Mo–Fr 10.00 –20.00 Uhr

Sa/So, Feiertage 9.00–20.00 Uhr

Kinder bis 17 Jahre: 1,20 €

Erwachsene: 2,50 €

erm. Abendkarte (ab 17:30), 10er-Karte,

Saisonkarte

Nackendusche und Massagedüsen

Volleyballfeld / Beach Volleyball

Kicker, Tischtennis, Spielplatz

Kiosk mit Caféterrasse

Camping: Jugendzeltplatz: 3000 qm

beschattet, direkt am Freibad

Lagerfeuerstelle, Bachlauf

Wasseranschluss, Stromanschluss 50 m

vom Freibad entfernt

Brötchenservice, Getränke u. Verpflegung

am Ort

09552/981153 oder 0171/7720196

www.aquafun-baederbetriebe.de

Freibad Münchsteinach

Freibad

mit natürlichem Quellwasser

25x20 m Becken

mit Kinderrutsche

unbeheizt

Mitte Mai bis Mitte September

Mo–Do 13.00 –20.00 Uhr

Schulferien: 12.00–20.00 Uhr

Sa/So, Feiertage 10.00–20.00 Uhr

Campingplatz für Kurzzeit und Dauercamper

in unmittelbarer Nähe

Tel. 0 91 66/ 99 6516

www.muenchsteinach.de

…und nach der Freibad-Saison geht's ins

Hallenbad Scheinfeld

10m x 25m-Becken mit 4 Bahnen,

Nichtschwimmerbereich,

Babybecken mit 35 C°, Wickeltische,

Sauna mit Tauchbecken, Solarium,

Fitness - Fahrrad, Bistro.

Mo – Fr 16.00 – 21.30 Uhr

Sa: geschlossen, So/ Feiertag 09.00 – 17.00 Uhr

Eintritt: Kinder (von 6 bis 16) 1,50 €

Erwachsene 3,00 €


Viel (Bade-)Spaß

und Abwechslung

bei Ihrem Urlaub

mitten in Franken!

Besuchen Sie

unser Tagescafé

• Mo.–Fr. ab 11.00 Uhr Mittagstisch:

Sie erhalten Gerichte von 3,50–5,00 €

• Dienstag ab 9.00 Uhr Frühstückstreff

Genießen Sie Frühstück de Luxe mit Lachs und Sekt

• Jeden 1. Freitag im Monat ab 9.00 Uhr Weißwurstfrühschoppen

Leben in Langenfeld heißt auch

• Vermittlung von Unterstützungsleistungen

• Krabbelgruppe, Ferienbetreuung für Schulkinder

• Kulturveranstaltungen, Infoabende • Seniorentreff alle 14 Tage freitags

• Sportliche Angebote und vieles mehr!

Derzeit erweitern wir das Dorflinde-Angebot um ein Mehrgenerationen-

Wohnprojekt mit Tagespflege

Steine, Pflanzen, Wasser

und Sie!

tatsächliche Kundenreferenz

Freibad Scheinfeld

Herrlich gelegenes Bad, 50-m-Becken

mit Warm-Wasser-Garantie

50 x 20 m Becken

mit abgetrenntem Nichtschwimmerbereich

1m- und 3m-Sprungbrett

separates Kinder-Rutschbecken

separates Babyplanschbecken

alle Becken durch Biogas-Anlage beheizt,

Mindesttemperatur 25 –27 °C

Mo–Do 10.00 –20.00 Uhr

Fr–So, Feiertage 9.00–20.00 Uhr

Kinder bis 16 Jahre: 1,50 €

Erwachsene: 2,80 €, Familie: 6,- €

Abendkarte, Saisonkarte

separate Zeltwiese (Preis a. Anfrage),

Wasserspielgeräte – Bobby-Cars, Slackline, Kicker,

Tischtennis, Federball und Beach-Volleyball-Feld,

Kiosk und Café

separater Wohnmobilstellplatz (Strom, DU/WC/

Entsorgung)

Tel. 09162/98 8748 während der Öffnungszeit

Tel. 09162/1834 Stadtwerke Scheinfeld

www.stadtwerke-scheinfeld.de

sowie auf Facebook:

„Freibad Scheinfeld“

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www.edelhaeuser-gartengestaltung.de

55


Samstag, 27. April 2013 (9 – 17 Uhr)

Treffpunkt: Rathaus Geiselwind,

Sitzungssaal (Erdgeschoss)

Alle Teilnehmer müssen sich dort zwischen 9 und 10 Uhr

ihre Zeichenpapiere auf der Rückseite stempeln lassen,

bevor sie mit der künstlerischen Ausführung beginnen!

Verlangt wird:

Ein Landschaftsbild oder Ortsmotiv von Geiselwind

oder eines der Ortsteile in frei gewählter Technik,

das an diesem Tag gemalt wird

(Größe max. 50 x 40 o. 60 x 50 cm gerahmt).

Bei schlechtem Wetter stehen örtliche Räumlichkeiten

zur Verfügung.

Zusätzlich kann auch ein Bild der gleichen Größe

zum Thema „Licht“, dem Motto der Kultur im südlichen

Steigerwald 2012, eingereicht werden,

das bereits zu Hause angefertigt werden kann.

Teilnahmebetrag: 5,- € pro Teilnehmer.

56

5.

offener

Malwettbewerb

Leitung: Rektor a. D. Jürgen Schülein

Veranstalter: LAG Südlicher Steigerwald und

Gemeinde Markt Geiselwind

Prämierung und Vernissage zur

Eröffnung KisS 2013

Samstag, 4. Mai 2013, 17 Uhr

im Hotel Strohofer

(Panoramaraum II Stock)

Schirmherrin:

Landrätin Tamara Bischof

Ihre ruhige und idyllische Oase, zentral

gelegen zwischen Nürnberg und Würzburg,

nur 20 km vom Weltkulturerbe

Bamberg. Eine weitläufige Schloss- und

Parkanlage lädt ein zum Entspannen.

18-Loch-Golfanlage

Reichmannsdorf · Schlosshof 4

96132 Schlüsselfeld · Tel.: 09546/59510

Email: info@schloss-reichmannsdorf.de

www.hotel-schloss-reichmannsdorf.

bestwestern.de

Auch 2013 finden diverse Veranstaltungen

unter einem Jahresmotto statt, das der

Arbeitskreis Kultur in der LAG festgelegt

hat. Es lautet dieses Mal »Licht«. Da bei

Redaktionsschluss noch nicht alle Termine

feststanden, empfehlen wir Ihnen,

die Homepage der LAG zu besuchen,

um die aktuellen Ergänzungen zu finden.

Zusätzlich ist in die Aufstellung eine

Auswahl weiterer Veranstaltungen

aufgenommen – ohne Anspruch auf Vollständigkeit!

Irrtum und Änderungen

bleiben vorbehalten! Auch hier verweisen

wir Sie auf die aktuellen Homepages der

LAG, der einzelnen Gemeinden sowie der

Veranstalter.

Sind Sie selbst Veranstalter in der Region

und möchten im nächsten einSteiger mit

Ihrem Termin vertreten sein? Geben Sie

uns Ihre Veranstaltung bis zum Ende des

Jahres bekannt. Während des Jahres kann

Ihre Veranstaltung kostenlos im 3-monatlich

erscheinenden KisS-Flyer und auf

der LAG-Homepage beworben werden.

Es besteht jedoch kein Anspruch auf

Veröffentlichung.

März

Sa. 9.3. | 19.30 Uhr | Scheinfeld, Aula

des Gymnasiums: Schwarzenberger

Schlosskonzert: »Lost in Tango«, Trio

NeuKlang

Sa. 9.3. | 19.30 Uhr | Schlüsselfeld,

Pfarrzentrum: „Edgar und Irmi“ –

Kabarett

Sa. 9.3. | 20 Uhr | So. 10.3. | 19.30 Uhr

Sugenheim, Theaterstadl Deutenheim

Fr. 15.3. | Sa. 16.3. | 20 Uhr | Sugenheim,

Theaterstadl Deutenheim

Sa. 16.3. | 19.30 Uhr | Scheinfeld,

Kloster Schwarzenberg: Mendelsohn-

Bartholdy „Elias“, Orgel: Dr. S. Mayer

Do. 21.3. | 19 Uhr | Schlüsselfeld, Stadtmuseum:

„A Seidla Guiness", Irischfränkische

Lesung, K. u. B. McNeill

23.3 bis 7.4.: Osterbrunnentour

durch das Drei-Franken-Eck

April

Di. 9.4. – Mo. 6.5. | Schlüsselfeld,

Stadtmuseum: »DenkMal im Wald«,

Ausstellung, sonntags 10–16 Uhr

Sa. 13.4. | 19.30 Uhr | Scheinfeld,

Aula des Gymnasiums: Schwarzenberger

Schlosskonzert: »Liederabend«,

Laurie Gibson (Sopran),

Ulrich Raue (Klavier)

Sa. 14.4. | Markt Nordheim: Frühjahrsmarkt

Sa. 14.4. |Baudenbach: Frühjahrsmarkt

Sa. 20.4. | 19 Uhr | Scheinfeld, Wolfgang-Graf-Halle:

50 Jahre Europa-

Musikzug

So. 21.4. | 11–18 Uhr | Burghaslach:

Frühjahrsmarkt

Fr. 24.5. | Burghaslach, Kulturtankstelle:

Buchvorstellung und Vortrag von J.

Fleischmann: »Carl Marschütz«

Sa. 27.4. | 9–17 Uhr | Geiselwind,

Rathaus: 5. offener Malwettbewerb

der LAG (s. Anzeige links)

Sa. 27.4. | 19 Uhr | Scheinfeld, Erlöserkirche:

»Konzert für Familien mit

Kindern«, Liedermacher Joh. Roth

Sa. 27.4. | 20.00 Uhr | Scheinfeld,

Bürgersaal: »Bodenhaltung, Käfighaltung,

Buchhaltung«, Kabarettabend

mit Hans Gerzlich, www.gerzlich.de

Sa. 27.4. | 20 Uhr | Markt Nordheim,

Herbolzheim: »Frühlingssingen«

So. 28.4. | Sugenheim: Frühjahrsmarkt

So. 28.4. | Scheinfeld: Freizeit- und

Gartenmarkt

Mai

Sa. 4.5. | 17 Uhr | Geiselwind:

Eröffnungsveranstaltung KisS mit Vernissage

und Preisvergabe des Malwettbewerbs

im Hotel Strohofer. Die Bilder

werden in den Folgemonaten in anderen

Gemeinden der LAG ausgestellt

Sa. 4.5. | 19.30 Uhr | Scheinfeld, Aula

des Gymnasiums: Schwarzenberger

Schlosskonzert: »Die vier Jahreszeiten«,

Bamberger Bachsolisten

Sa. 4.5. | 19 Uhr | Münchsteinach,

Kulturscheune: Vernissage – Malerei

Stefan Behm, Mannheim und Keramik

Heike Höhn, Oberndorf – anschließend

Sa. 4.5. | 20 Uhr | Münchsteinach,

Münster: » Festliches Konzert bei

Kerzenschein« – Ava-Saxophonquartett,

Aschaffenburg

So. 5.5. | Schlüsselfeld: Pfingstmarkt

mit Porzellanmarkt

Unser Tipp: Kreuzen Sie einfach an, was Sie nicht verpassen möchten


2013

Fr. 10.5. | 18.30 | Markt Bibart, Brücke

am Freizeitgelände: »Bachmuschel,

Biber & Co.«, geführte Wanderung

Sa. 11.5. | Sugenheimer Gartennacht

s. Anzeige rechts

So. 12.5. | Oberscheinfeld: Handwerker-,

Bauern- und Kunstmarkt

Fr. 17.5. – Mo. 20.5. | Geiselwind,

Erlebnisrasthof Strohofer: Truckerund

Country-Festival

So. 19.5. | Krassolzheim (Sugenheim):

Wein- und Honigfest

Juni

Do. 13.6. | 19.30 | Schlüsselfeld, Stadtmuseum:

„Eulenspiegels Enkel” – Solo

für einen Schelmendarsteller, Fränk.

Theatersommer

Sa. 15.6. | Öffentliche Exkursion zu

ausgewählten LAG-Projekten; s. rechts

Sa. 29.6. | 19.30 | Burghaslach, Baumschule

Schlierf: »Konzert im Park«

So. 30.6. | Füttersee (Geiselwind):

»Gottesdienst an der Kaisereiche«

(s. Bericht im einSteiger 2011)

Sa. 29.6.–So. 30.6 | Scheinfeld, Kloster

Schwarzenberg: »Schwarzenbergtag«

Sa. 30.6. | 10 Uhr | Geistl. Theaterspiel

der Passionsspielgem. (a. So. 19 Uhr)

So. 30.6. | Schlüsselfeld: Winkelmarkt

Juli

Mo. 1.7. – Do. 4.7. | Geiselwind,

Erlebnisrasthof Strohofer: Dart-Europameisterschaften

Sa. 6.7. | Schlüsselfeld, Rathaushof:

»Spanische Nacht«

Mi. 10.7. | 19.30 | Scheinfeld, W-Graf-

Halle: »Footloose«, Musical

Sa. 13.7. | 20 Uhr | Burghaslach, vor

der Ev. Kirche: »Sommermärchen«,

Konzert der Kapelle Drei-Franken-Eck

Do. 18.7. | 19 Uhr | Schlüsselfeld,

Pfarrsaal: »Goethes Faust«, Fränkischer

Theatersommer

Sa. 20.7. | 19 Uhr | Münchsteinach,

Kulturscheune: Vernissage – Malerei

Guido Mayer, Cadolzbg.; anschließend

Sa. 20.7. | 20 Uhr | Münchsteinach,

Münster: »Konzert bei Kerzenschein«

– Concert Royal, Köln, Oboe u. Cembalo

Sa. 20.7. | Burghaslach, Freibad:

»Karibische Nacht«

Axel Ehrlinger | Ochsenschenkel 2 | 91487 Vestenbergsgreuth

Tel.: 09552 - 931222

| www.schreinereiholzzeit.de

Anregungen, Informationen und einfach gute Unterhaltung

5. Sugenheimer Gartennacht

11.Mai

&

12.Mai

Tag der offenen Tür

So.16.: Tag der offenen Tür

91484 Sugenheim

Schloßstraße 43

09165 / 12 70

Der Garten als Erlebnisraum.

Einladung

Sa. 15. Juni 2013

Öffentliche Exkursion und

Festveranstaltung anlässlich des

15-jährigen Bestehens der LAG

südlicher Steigerwald e.V.

Fahren Sie mit uns im Bus zu

ausgesuchten LAG-Projekten.

Danach wird gefeiert.

Information und Anmeldung über

das LAG-Büro (s. Impressum).

Das genaue Programm entnehmen

Sie bitte der Tagespresse.

Gartengestaltung

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Fuchsau 5 91477 Markt Bibart

Tel. 0 91 62 - 98 99 - 0

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Bibart

Fuchsau 5 91477 Markt Bibart

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Tel. 09162 / 98 99 - 0

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Fax 09162 / 98 99 - 20

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Ausstellung auch Samstag 9.oo - 12.oo Uhr geöffnet

info@thiel-fensterbau

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Ausstellung auch Samstag 9.00 bis Markisen 12.00 Uhr geöffnet

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Hobeln

Trocknen

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57


»Das Museum mit Scharm«

Ein barockes Rathaus nach der Sanierung in

einen „Tempel der Kultur“ umzufunktionieren –

diese Aufgabe stellte sich dem Stadtrat Ende der 80er

Jahre bis sich 1993 die Tür zu einem neuen Steigerwaldmuseum

öffnen konnte, eingerichtet von einem

ehrenamtlichen Team mit Sinn für Anfassen und

Begreifen, mit den Füßen auf dem Boden.

Anstatt eines reinen Vitrinenmuseums entstand so

ein Erlebnisraum für Groß und Klein.

Mit dem Boden unter unseren Füßen, den Steinen

aus dem Keuper, beginnt auch der Rundgang. Es folgen

die Tiere und Naturerscheinungen der Region, das

Leben der Menschen darin rundet das Bild ab.

Einen wichtigen Bestandteil der Ausstellung bildet

die Porzellangeschichte in Europa, bezogen auf eine

örtliche Manufaktur vom Ende des 18. Jahrhunderts.

Die nebenbei entstandene Spezialsammlung an

Porzellan-Salzstreuern ist inzwischen eine der größten

ihrer Art.

Wer in diesen Räumen trockene oder verstaubte

Wissensvermittlung vermutet, den wird schon bald der

– manchmal auch etwas hintergründige – fränkische

„Scharm“ einfangen.

Darüber hinaus gehören auch Sonderausstellungen

und ein buntes Jahresprogramm

aus Musik, Dichtung und

Kabarett bei einem Schoppen

Frankenwein zu diesem

sympathischen Haus.

Beachten Sie die Hinweise im

Veranstaltungskalender auf diesen

und den vorangegangenen Seiten

Fr. 26.7. | 19 Uhr | Markt Nordheim,

Schloss Seehaus: Wandelkonzert

Schlosschor "Friede auf Erden" von

Arnold Schönberg

Do. 27.7. | 19.30 | Schlüsselfeld,

Stadtmuseum: »Musik und Poesie

– voll Hell«, Friedel Auer und Just

Friends

August

Sa. 3.8. | Krassolzheim (Sugenheim):

»Mondscheinweinfest«

So. 4.8. | Markt Nordheim, Schloss

Seehaus: Wandelkonzert mit Jan Kobow,

Tenor, ensemble KONTRASTE

u.a., im Rahmen des Programms

"Fränkischer Sommer"

So. 4.8. | 19.30 Uhr | Ulsenheim

(Markt Nordheim): »Kunst und Kultur

in Ulsenheim«

Sa. 18.8. | Osingsee (zw. Krautostheim

u. Humprechtsau): »Osingfest«

September

So. 1.9. | Scheinfeld: »Wein-, Bauernund

Handwerkermarkt«

So. 8.9. | Tag des offenen Denkmals –

Thema »Unbequeme Denkmäler« |

Veranstaltungen an vielen Orten

z. B. Scheinfeld, ab 11 Uhr: Ausstellung

im ehem. Schlossgasthof

Schwarzenberg

Sa. 14.9. | 19 Uhr | Markt Nordheim,

Schloss Seehaus: Festliche Weinprobe

mit Tafelmusik

Sa. 14.9. | 19 Uhr | Münchsteinach,

Kulturscheune: Vernissage – Malerei

Jürgen Schülein, Emskirchen;

im Anschluss:

Sa. 14.9. | 20 Uhr | Münchsteinach,

Münster: » Festliches Konzert bei

Kerzenschein« – Ensemble a monte,

Stuttgart, Quintett

Sa. 21.9. | 19.30 Uhr | Scheinfeld,

Aula des Gymnasiums: Schwarzenberger

Schlosskonzert: Crana Quartett

– Mozart, Mahler, Dvorak

Do. 26.9. | 19.30 | Schlüsselfeld,

Stadtmuseum: »Nauswärts«, Konzert

Sa. 28.9. | 19.30 Uhr | Scheinfeld,

Wolfgang-Graf-Halle: »Genau underm

Himml« Konzert mit Wolfgang Buck

So. 29.9. | Krautostheim (Sugenheim):

»Kraut und Kulinarisches«

So. 29.9. | Geiselwind, Kletterstudio:

»Kletterfest«

58

geöffnet

Ostern bis Advent jeweils sonntags 10 – 16 Uhr

und nach Vereinbarung.

Auf Wunsch können Schulklassen, Kinderund

Jugendgruppen, auch Kindergeburtstage,

museumspädagogisch betreut werden.

Kontakt: Museumsleitung Friedel Auer 09552/1763


Oktober

Do. 3.10. | 10.30 Uhr | Oberscheinfeld,

Burgruine Scharfeneck: Ökumenischer

Gottesdienst KisS

Do. 3.10. | Drei-Franken-Stein:

Offizielle Eröffnung des neu gestalteten

Platzes mit Rahmenprogramm

Sa. 5.10. / So. 6.10. | Ingolstadt/Krassolzheim:

»Bremsertour«

Sa. 19.10. | 19.30 Uhr | Scheinfeld,

Bürgersaal: »Wunderboora Dooch«,

Johann Müller, Liedermacher

So. 20.10. | 11 Uhr | Scheinfeld:

Holztag »Faszination Holz« – Frankens

größte öffentliche Holzmesse

November

So. 3.11. | 19 Uhr | Scheinfeld,

A-Capella-Konzert mit VIVA VOCE

Sa./So. 9./10.11 | Scheinfeld, Unterlaimbach:

„Keramik und mehr“,

Kunst und Kunsthandwerk | Saal

Gasth. Löwe, Unterlaimbach

Sa. 9.11. | 13 Uhr | Scheinfeld:

Kunst(Handwerker)Markt im ehemaligen

Schlossgasthof Schwarzenberg

Mi. 13.–20.11. | Schlüsselfeld, Stadtmuseum:

»Licht in alten Mauern« –

die Geschichte unserer Leuchtmittel,

sonntags 10–16 Uhr u. n. Vereinb.

Sa. 9.11. | 19.30 Uhr | Scheinfeld,

Aula des Gymnasiums: Schwarzenberger

Schlosskonzert: »Celtic Folk«,

The ClanMakeNoise

So. 17.11. | Schlüsselfeld: Martinimarkt

Dezember

So. 1.12. bis 6. 1. 14 | Schlüsselfeld:

Krippenweg

Weihnachtsmärkte:

Fr. 23.11. – So. 24.11. | Dutzenthal

(Sugenheim): »Künstlerweihnacht«

So. 1.12. Geiselwind

So. 1.12. Markt Bibart

So. 1.12. Klosterhof Münchsteinach

Sa. 7.12. Burghaslach und Langenfeld

So. 8.12. Sugenheim, Altes Schloss

Sa. 14.12. Ullstadt, Weihnachtsmärktla

Sa./So. 14./15.12. Scheinfeld

Sa./So. 14./15.12. Adventszauber,

Schlüsselfeld

Sonntag,

20. Okt. 2013

Uhr

Wolfgang-Graf-Halle | 3-fach-Turnhalle und

Innenhof des Gymnasiums | „Holzmeile“ zum

Herbstmarkt in der Hauptstraße

Faszination Holz

Über 100

Aussteller

Forst

Handwerk

Kunst

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59


Der kulinarische Gäste(ver)führer

2013

Gratis zum

Mitnehmen

Gaststätten

Direktvermarkter

Kultureinrichtungen

Adressen

Reportagen

NATURPARK

STEIGERW LD

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