CD-EMPFEHLUNG DES MONATS Nur diesen Monat ... - Klassik.com

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CD-EMPFEHLUNG DES MONATS Nur diesen Monat ... - Klassik.com

Jos van Immerseel (© Alex Vanhee)

PERFEKTER BACH

Bernius zelebriert

die Motetten

NEU IM VERTRIEB

Ediciones singulares und

King’s College Choir

AUSGABE

NOVEMBER/DEZEMBER 2012

DEBUSSY DES JAHRES

Immerseel

dirigiert Orchesterwerke


BESTSELLER

PRESSE

NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

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PARIS DAYS, BERLIN NIGHTS

Lemper/Vogler Quartett

STEINWAY & SONS – STNS 30009

„Lemper „ kommt das

Swingende, S Unverkrampfte

k entgegen.

Die D Bandbreite ihrer

Stimme S ist enorm:

In I beinahe einem

Atemzug A kann Lemper

hoch hinauf- und tief hinabsteigen und

dann richtig verrucht klingen.“ NDR Kultur

TOUCHED

Calmus Ensemble

CARUS – CAR 83379

WEIHNACHTSLIEDER VOL.1

Kirchschlager/Rubens/Prégardien/Calmus Ensemble/

Kammerchor Stuttgart/+

CAR 83009

WEIHNACHTSLIEDER VOL.2

Mauch/Henschel/Prégardien/Lords of the Chords/

Orpheus Vokalensemble/+

CAR 83010

PARIS DAYS, BERLIN NIGHTS – SONGS VON WEILL/

BREL/EISLER/PIAZZOLLA/+

Lemper/Vogler Quartett/Malzew

STNS 30009

TSCHAIKOWSKY: SINFONIEN NR.1-3

Gergiev/London Symphony Orchestra

LSO 0710

TSCHAIKOWSKY: KLAVIERKONZERT NR.1

Trifonov/Gergiev/Mariinsky Orchestra

MAR 0530

TOUCHED – LIEDER VON STING/PURCELL/MONTEVERDI/

ELTON JOHN/+

Calmus Ensemble

CAR 83379

HAMMERSCHMIDT/ROSENMÜLLER:

MACHET DIE TORE WEIT

Arnold/Gli Scarlattisti

CAR 83375

WIEGENLIEDER VOL.1

Kirchschlager/Rubens/Kaufmann/Prégardien/

Hauptmann/Trekel/+

CAR 83001

„Das Quartett

singt phantastisch.

Besonders die

Ausgeglichenheit

A

ist bestechend, die

Art, A wie sich jeder

immer dem Ensembleklang

zuordnet. Ebenso die Atemführung

und die Phrasierung, die Klarheit und die

Diktion!“ RBB Kulturradio

HAYDN: SINFONIEN NR.6-8

Kuijken/La Petite Bande

ACCENT – ACC 24272

„Mit dieser Haydn-

Einspielung hat das

Ensemble wieder

einmal seine

herausragenden

Fähigkeiten unter

Beweis gestellt:

farbenreich, temperamentvoll, technisch

perfekt.“ HR2 Kultur

BEETHOVEN: DIE VIOLINSONATEN

Seiler/Immerseel

ZIG ZAG TERRITOIRES – ZZT 307

„Man kann diese

auch aufnahmetechnisch

brillanten CDs

immer wieder hören

und freut sich jedes

Mal aufs Neue an

Details, die einem

bis bi ddato t nicht i ht aufgefallen f f ll sind. Ein Maßstab,

auch für Interpreten, die auf Steinway und

Stahlseiten unterwegs sind.“

FonoForum - Empfehlung des Monats

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HÄNDEL: ALESSANDRO

Zazzo/Arias Fernández/Milanesi/Oro/Form/Deutsche

Händelsolisten/+

PC 10273

FASCH: ORCHESTERWERKE VOL.3

Tempesta di Mare

CHAN 0791

TAIZÉ: O TOI L’AU-DELA DE TOUT

Communauté de Taizé

CHR 77370

WIEGENLIEDER VOL.2

Banse/Mields/Erdmann/Scholl/Gerhaher/Mammel/

Singer Pur/Kammerchor Stuttgart/+

CAR 83002

ALTENBURG/+: FESTMUSIK ZUR REFORMATIONS-

FEIER 1617

Paduch/Johann Rosenmüller Ensemble

CHR 77363

HILDEGARD VON BINGEN: LIEDER UND ANTIPHONEN

Instrumentalkreis Helga Weber

CHE 00412

BACH: ACH SÜSSER TROST – LEIPZIGER KANTATEN

Herreweghe/Collegium Vocale Gent/+

LPH 006

BEETHOVEN: DIE SINFONIEN

Brüggen/Orchestra of the Eighteenth Century

GCD 921116

VIVALDI: OPERNARIEN

Invernizzi/Bonizzoni/La Risonanza

GLOSSA – GCD 922901

„Sowohl was die

Musik als was die

Interpretation anbetrifft,

ist diese CD

eine der schönsten

Opernproduktionen

der letzten Jahre.“

Toccata

RACHMANINOFF: MOMENTS

MUSICAUX/+

Xiayin y Wang g

CHANDOS –

CHAN 10724

„Wang kombiniert

Intuition mit Logik,

Energie mit Eleganz,

Klarheit mit Magie.

So modelliert sie

die di hhohe h kkompositorische it i h

Qualität und den

archaischen Ernst dieses unterschätzten

Meisterwerks suggestiv heraus. Dieses

Album macht süchtig.“ Crescendo


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

DER FERNE TRAUM

Einst die notorischen „Aufreger“ in den Pariser Konzertsälen, sind

Claude Debussys Orchesterwerke längst fester Bestandteil des Repertoires

aller Orchester auf der Welt. Diese aufzuführen schien Jos van

Immerseel dagegen zunächst wie ein ferner Traum. Bereits in den

1980er Jahren versuchte er seine damalige Plattenfi rma vergeblich davon

zu überzeugen, Klavierwerke von Debussy auf einem seiner Erard-

Flügel einzuspielen. Selbst dieses vergleichbar einfach zu realisierende

Projekt musste letztendlich bis Anfang der 1990er Jahre warten, um

verwirklicht zu werden. Der immense Erfolg der Einspielungen mit Orchesterwerken

von Ravel und Poulenc mit seinem Orchester Anima

Eterna Brugge auf ZIG ZAG TERRITOIRES

rückte den Traum Immerseels dann doch

wieder in greifbare Nähe. Nach intensiver

Recherche und sorgfältiger Probenarbeit

spielte man Debussys Orchesterwerke

äußerst erfolgreich in mehreren Konzerten

und ging darauf bestens vorbereitet

ins Studio. Wie einst bei der Sixtinischen

Kapelle, so scheint auch Immerseel die

Jos van Immerseel (© Alex Vanhee)

�EBENFALLS ERHÄLTLICH:

Orchesterpartituren einer eingehenden

Säuberung unterworfen zu haben und hat

sie von den Verkrustungen einer mehr als hundertjährigen Aufführungstradition

gereinigt. Das Ergebnis ist nicht weniger sensationell

als seinerzeit bei Ravel, und seine Einspielung stellt bestimmt den

interessantesten und verdienstvollsten Beitrag zum Debussy-Jahr 2012

dar. Wer glaubt, seinen Debussy aus dem FF zu kennen, der sollte sich

dringend diese Aufnahme anhören.

POULENC:

KONZERT FÜR ZWEI KLAVIERE/

CONCERT CHAMPÊTRE/+

Immerseel/Anima Eterna Brugge

ZIG ZAG TERRITOIRES

ZZT 110403 (T01)/DDD, 2007

„Ein kurzweiliges Vergnügen voller Esprit und frischer Farben.“

NDR Kultur

„Diese Werke beweisen, wie geschmackvoll und auch spitzbübisch

Poulenc den Moden seiner Zeit den Puls gefühlt hat. Diesen Eindruck

bekommt man aber vielleicht nur, wenn Musiker den Staub aus ihren

Instrumenten schütteln, um unbekümmert heiter und schnittig frech

diese erstklassigen Leichtgewichte hinzulegen. Genau das hat Jos van

Immerseels Orchester Anima Eterna beherzigt und erfreulich gelenkig

und mit viel Esprit in die Tat umgesetzt.“ Rondo

�DEBUSSY: LA MER/PRÉLUDE À L’APRÈS-MIDI D’UN

FAUNE/IMAGES

Immerseel/Anima Eterna Brugge

ZIG ZAG TERRITOIRES ZZT 313 (T01)/DDD, 2012

RAVEL: R BOLERO/LA VALSE/PAVANE/KONZERT FÜR DIE

LINKE L HAND/+

Chevallier/Immerseel/Anima C

Eterna Brugge

ZIG Z ZAG TERRITOIRES ZZT 060901 (T01)/DDD, 2005

„Ich „ hätte mir nicht vorstellen können, den

Bolero B noch einmal ganz durchzuhören, bevor

ich ic Jos van Immerseels neues Album in den

CD-Playereinlegte, um dann eine Stunde lang wie gebannt in völlig

neue Klangwelten einzutauchen. So authentisch, so spannend, so

märchenhaft verzaubert und choreographisch präzis hat man Ravel

seit Kriegsende nicht mehr zu hören bekommen.“ FonoForum

„Hier gibt der so konservativ-seriöse Kritiker seine Zurückhaltung auf:

Geil, einfach nur geil." Rondo

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

FRANZÖSISCHE SPEZIALITÄT

Eine Besonderheit der

französischen Oper ist die

gleichsam ungebrochene

Tradition von Opernstoffen

auf biblische und geistliche

Sujets. Herausragende

Beispiele hierfür sind etwa

Charpentiers David et Jonathan

n im 17. Jahrhundert,

Saint-Saëns‘ Samson et

Dalila im späten 19. Jahrhundert

bzw. Messiaens

Saint S François d’Assise im

20. Jahrhundert. Im frühen

19. Jahrhundert erfreute

sich die Tragédie lyrique

La Mort d’Abel von Rodolphe

Kreutzer (1766-1831)

besonderer Beliebtheit,

nicht zuletzt wegen der

beeindruckenden Darstellung der Aufl ehnung der Dämonen gegen

Gott, die mit ihrer Umsetzung unter Verwendung eines ungestimmten

(!) Ambosses begeisterte Zustimmung der fortschrittlich gesinnten

Romantiker wie z.B. Hector Berlioz fand. Aber auch ohne spektakuläre

Klangeffekte überzeugt die Oper durch ebenso eingängige wie qualitätsvolle

Musik, deren Neubelebung auf EDICIONES SINGULARES durch

Guy van Waas man nur begrüßen kann. Der Komponist ist übrigens

Widmungsträger von Beethovens berühmter Kreutzer-Sonate.

�KREUTZER: LA MORT D’ABEL

Van Waas/Choeur de Chambre de Namur/Les Agrémens/+

EDICIONES SINGULARES ES 1008 (T02)/2 CDs + Buch, DDD, 2010

ÜBERRASCHUNGSFUND

WIEDERGUTMACHUNG

Gern, regelmäßig und heftig

stritt man im 18. Jahrhundert

in Frankreich über

die Oper. Schnell konnte

man da auch in eine unangenehme

Position zwischen

den Stühlen geraten

und somit für beide Lager

auf der falschen Seite stehen.

So erging es offenbar

Johann J Christian Bach: Die

Uraufführung seiner Oper

Amadis A de Gaule 1779 in

Paris stand damals ganz

im Schatten des Streits

zwischen Gluckisten und

Piccinisten, die jeweils die

Oper des jüngsten Bach-

Sohns ablehnten, wodurch

dessen bemerkenswertes

Meisterwerk trotz rascher Umarbeitungen unmittelbar nach der Premiere

praktisch folgenlos blieb. Dabei besticht das Opus besonders

durch die geschickte Verbindung italienischer und französischer Stilelemente.

Die erste Gesamtaufnahme auf historischen Instrumenten

leistet ein gutes Stück überfällige Wiedergutmachung an diesem sträflich

vernachlässigten Werk. Wie wäre die Operngeschichte wohl weiter

verlaufen, wenn Bach nicht über der Komposition eines zweiten Bühnenwerks

für Paris gestorben wäre?

�J.C. BACH: AMADIS DE GAULE

Talpain/Solamente Naturali Bratislava/Musica Florea Prag/+

EDICIONES SINGULARES ES 1007 (T02)/2 CDs + Buch, DDD, 2010

Die 1763 mit großem Erfolg uraufgeführte zweite Londoner Oper von

Johann Christian Bach galt lange als verschollen. Lediglich das Libretto,

die Ouvertüre und ein paar Arien schienen die Jahrhunderte überdauert

zu haben. Da tauchte vor wenigen Jahren überraschend die autographe

Partitur in der Privatsammlung des New Yorker Reeders und

Kunstsammlers Elias N. Kulukundis auf. 2010 überließ der Sammler

dem Leipziger Bach-Archiv für zehn Jahre über tausend Dokumente,

darunter eben auch die Partitur der einstigen Erfolgsoper des jüngsten

Bach-Sohnes. Die Aufführung auf dem Leipziger Bachfest 2011 mit

dem französischen Opernensemble Opera fuoco unter der Leitung von

David Stern war einer der Höhepunkte des Festivals und bewies nicht

nur die hohe musikalische Qualität der Oper, sondern bestätigte Johann

Christian Bach als einen der bedeutendsten Komponisten der Opera

seria im 18. Jahrhundert. Überzeugen kann man sich davon ab sofort

auf der Weltersteinspielung des Labels ZIG ZAG TERRITOIRES.

�J.C. BACH: ZANAIDA

Stern/Opera fuoco

ZIG ZAG TERRITOIRES ZZT 312 (R02)/2 CDs, DDD, 2012


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

SENSATIONELL

Johann Sebastian Bachs Motetten gelten völlig zu Recht als die Gipfelwerke

ihrer Gattung. Wie viele große Meisterwerke der Musik, so

ermöglichen auch diese ganz unterschiedliche Interpretationsansätze.

So wird in der letzten Zeit von manchen Musikwissenschaftlern

und Interpreten nicht nur im Falle der Kantaten immer wieder eine

Ausführung mit nur einem Sänger pro Stimme als von Bach eigentlich

intendierte und damit einzig korrekte Aufführungsart der meisten

Vokalwerke Bachs propagiert. Diese Sichtweise teilt Dirigent Frieder

Bernius für seine künstlerische Arbeit freilich nicht. Vielmehr tritt er

mit seiner Einspielung der Motetten bei CARUS den absolut überzeugenden

Beweis dafür an, dass man bei aller Expressivität sehr wohl

auch mit einer chorischen Besetzung ein Maximum an Durchhörbarkeit

und Textverständlichkeit erreichen kann. Natürlich vorausgesetzt,

man hat einen so herausragenden Klangkörper wie den Kammerchor

Stuttgart zur Verfügung. Nicht nur hinsichtlich Chorklang, Textverständlichkeit

oder musikalischer Umsetzung wird man lange Zeit sicherlich

keine perfektere Aufnahme der Motetten Bachs zu hören bekommen.

Bernius‘ Einspielung kann hier nur als in allen Punkten sensationell

bezeichnet werden.

�BACH: MOTETTEN BWV 225-230/BWV Anh.159

Pichon/Pygmalion

CARUS CAR 83298 (U01)/SACD hybrid, DDD, 2012

�EBENFALLS ERHÄLTLICH:

BACH: H-MOLL-MESSE

Bernius/Kammerchor Stuttgart/

Barockorchester Stuttgart/+

CARUS CAR 83211 (Z171)/2 SACDs hybrid,

DDD, 2006

MENDELSSOHN: DAS GEISTLICHE CHORWERK

Bernius/Kammerchor Stuttgart/+

CARUS CAR 83020 (Z350)/10 CDs, DDD, 1983-

22008

HÖHEPUNKT

Seine liebe Not hatte Ludwig van Beethoven mit den beiden Vertonungen

des katholischen Mess-Ordinariums: Der erste Versuch, die

C-Dur-Messe Op.86, fand recht wenig Verständnis beim Auftraggeber

Nikolaus II. von Eszterházy („Aber lieber Beethoven, was haben Sie

da wieder gemacht?“), und die ursprünglich für das feierliche Hochamt

anlässlich der Inthronisationsfeier des Erzherzogs Rudolph von

Österreich zum Kardinal-Erzbischof von Olmütz vorgesehene Missa solemnis

verspätete sich nicht zuletzt wegen der ungewöhnlich hohen

Selbstansprüche des Komponisten nicht nur um drei Jahre, sondern

wurde zu Lebzeiten des Komponisten auch nie vollständig als Messe

aufgeführt. Gleichwohl handelt es sich hier um einen unbestreitbaren

Höhepunkt der Musik der Wiener Klassik wie der gesamten geistlichen

Musik überhaupt. Für sein eigenes Label PHI hat Philippe Herreweghe

die Missa solemnis nun zum zweiten Mal eingespielt. Mit herausragenden

Solisten, einem wie immer bestens disponierten Collegium Vocale

Gent und dem formidablen Orchestre des Champs Elysées gerät die

Neueinspielung daher zu einem Höhepunkt in der Diskographie dieses

außerordentlichen Werkes und zu einem weiteren Glanzstück im Katalog

von Herreweghes eigenem Label.

�BEETHOVEN: MISSA SOLEMNIS OP.123

Herreweghe/Collegium Vocale Gent/Orchestre des Champs Elysées

PHI LPH 007 (T01)/DDD, 2012

�EBENFALLS ERHÄLTLICH:

BRAHMS: B WERKE FÜR CHOR UND ORCHESTER

Herreweghe/Collegium H

Vocale Gent/Orchestre

des d Champs Elysées

PHI P LPH 003 (T01)/DDD, 2011

BACH: B MESSE H-MOLL

Herreweghe/Collegium H

Vocale Gent/+

PHI P LPH 004 (R02)/2 CDs, DDD, 2011

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

AUTONOMIEBESTREBUNGEN

Zu den wichtigsten Vertretern der frühen unabhängigen Instrumentalmusik

gehören Giovanni Battista Fontana (ca.1571-ca.1630) und

Giovanni Battista Buonamente (ca.1595-1642). William Dongois

und Le Concert Brisé stellen in ihrer Einspielung mit Sonaten und

Tanzsätzen der Komponisten eine faszinierende Musik vor, die in kreativer

Weise die neuesten Errungenschaften der Florentiner Camerata in

der Vokalmusik für die noch junge Instrumentalmusik zu nutzen weiß.

Es ist spannend zu verfolgen, wie sich in dieser für Violine und Zink

gedachte Musik sowohl Anklänge an die Vokalmusik (man kann Rezitative

und Arien deutlich heraushören) als auch typisch instrumentale

Verzierungen und virtuose Passagen fi nden lassen.

�VENETIAN ART 1600

Werke von Fontana & Buonamente

Dongois/Le Concert Brisé

ACCENT ACC 24253 (T01)/DDD, 2011

SCHATTENDASEIN

Wir wissen leider so gut

wie nichts über das Leben

von Charles Dollé; selbst

seine Lebensdaten sind

nicht genau bekannt. Aus

seinen sechs zwischen

1737 und 1754 veröffentlichen

Sammlungen

von Instrumentalwerken

können wir zumindest

darauf schließen, dass er

Franzose, Gambenvirtuose

und Komponist war. Allein

diesem chronischen Informationsdefi zit ist es zuzuschreiben, dass

Musikhistoriker ihn entweder gleich völlig übergingen oder zu einer

Fußnote im Schatten seiner Zeitgenossen Marin Marais und Antoine

Forqueray machten. Petr Wagner holt die Musik Dollés aus dem unverdienten

Schattendasein heraus.

�DOLLÉ: PIÈCES DE VIOLE OP.2

Wagner/Ogg

ARS PRODUKTION ARS 38518 (T01)/DDD, 2001

DER MÄHRISCHE MARAIS

Der aus Mähren stammende Gottfried Finger (ca. 1660-1730) war einer

der größten Gambenvirtuosen seiner Zeit. Er wirkte u.a. in London,

Wien und schließlich Mannheim, wo er als Konzertmeister der aufstrebenden

Hofkapelle tätig war und 1730 auch gestorben ist. Zu seinen

Lebzeiten erschien lediglich sein Opus 1 im Druck, und vielleicht ist

genau dies eine Erklärung dafür, dass sein Schaffen erst allmählich

wiederentdeckt wird. Dabei komponierte Finger einige der kunstvollsten

und technisch anspruchsvollsten Stücke, die je für dieses Instrument

geschaffen wurden. Für ACCENT hat Petr Wagner mit seinem

Ensemble Tourbillon das komplette Werk für Gambe solo eingespielt,

das eindrucksvoll Zeugnis vom Können Fingers ablegt.

�FINGER: DIE WERKE FÜR VIOLA DA GAMBA SOLO

Wagner/Ensemble Tourbillon

ACCENT ACC 24267 (T01)/DDD, 2012

SCHICKLICH

Die moralischen Vorstellungen

im Frankreich des

18. Jahrhunderts verboten

Frauen aus Gründen der

„Schicklichkeit“ das öffentliche

Spiel der meisten

Instrumente außer

dem des Cembalos, weil

bei vielen Instrumenten

die Spielhaltung häufi g

mit den Maßgaben des

sittlichen Anstands kollidierte

oder – im Falle der Blasinstrumente – sich negativ auf die Anmut

der Spielerinnen auswirkte. Die Diskantgambe, die durch ihre geringe

Größe nicht zwischen den Knien gehalten, sondern mit geschlossenen

Beinen auf dem Schoß gespielt wird, bildete in dieser Hinsicht eine

der als schicklich angesehenen Ausnahmen. Simone Eckert widmet

sich auf der vorliegenden Doppel-CD zwei bedeutenden französischen

Komponisten, die für dieses Instrument geschrieben haben.

�LE DESSUS DE VIOLE – MUSIK FÜR DISKANTGAMBE

Werke von Heudelinne & Blainville

Eckert/Hamburger Ratsmusik

PAN CLASSICS PC 10279 (I02)/2 CDs, DDD, 1996/1997


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

VERY BRITISH

WEIHNACHTSRARITÄTEN

Für Fü viele i l Engländer E lä d gibt ibt es an Wih Weihnachten ht einen i unangefochtenen f ht Mehr M h als l di die MMusik ik anderer d EEpochen h erfreut f t sich i h an Wih Weihnachten ht

musikalischen Höhepunkt: Die weltweite Live-Übertragung des „Festi- die Musik des Barock stets großer Beliebtheit. Der Tenor Hans Jörg

val of Nine Lessons & Carols“ mit dem Choir of King's College Cam- Mammel und das Ensemble L’arpa festante stellen hier einmal statt

bridge aus der Chapel des King's College am Abend des 24. Dezember der altbekannten Klassiker wie Bachs Weihnachtsoratorium, Händels

durch die BBC. Für das Debüt seines hauseigenen Labels hat sich der Messias oder Corellis Weihnachtskonzert eine ganze Reihe äußerst

Chor für einen Mitschnitt des Gottesdienstes von 2010 entschieden. hörenswerter barocker Raritäten vor. Neben bekannten Namen wie

Eine Besonderheit dieser Veranstaltung ist, das man neben den tra- Telemann und Zelenka locken hier auch reizvolle Werke weniger beditionellen

Weihnachtsliedern jedes Jahr auch mit der Uraufführung kannter Komponisten wie z.B. Bernhard, Böddecker oder Vejvanowsky.

einer Auftragskomposition aufwartet. Aus diesem Grund fi ndet man Wer also bislang verzweifelt nach neuer Musik für Weihnachten suchte

im Anhang der Aufnahme zusätzlich eine Auswahl der schönsten Neu- wird hier bestimmt fündig werden.

kompositionen der letzten Jahre.

�UNS IST EIN KIND GEBOREN

�FESTIVAL OF NINE LESSONS AND CAROLS

Konzerte und Arien zur Weihnacht von Bernhard/Zelenka/Telemann/+

Cleobury/Choir of King’s College Cambridge

Mammel/L’arpa festante

KING’S COLLEGE KGS 0001 (M02)/2 CDs, DDD, 2010

CARUS CAR 83373 (T01)/DDD, 2012

ENTDECKUNGEN

Das Fest der Geburt

Christi war stets eine

Quelle der Inspiration

für die Komponisten.

Besonders die Weihnachtsgeschichte

des

Lukas-Evangeliums

evoziert i t musikalisch ik li h umsetzbare Bilder. Die

Engel, das Jesuskind in der Krippe, die drei

Weisen aus dem Morgenland und die Hirten

sind fester Bestandteil der Weihnachtsmusiken.

Die ansprechend gestaltete Box bei RI-

CERCAR vereint eine Fülle an weihnachtlicher

Musik mit diesen Elementen und macht dabei

mit einer ganzen Reihe seltener, aber entdeckenswerter

Weihnachtsmusiken der Spätrenaissance

und des Barock bekannt.

�BAROCKE WEIHNACHTEN

Werke von Corelli/Krieger/Rigatti/Bach/+

Vox Luminis/Ricercar Consort/La Fenice/+

RICERCAR RIC 329 (I03)/3 CDs, DDD,

div. Aufnahmedaten

ENGELSKLÄNGE

Ob Engel wohl wirklich

auf Wolken sitzen

und tatsächlich

Harfe spielen? Aufgrund

von Größe und

Gewicht des Instruments

darf das wohl

bezweifelt werden. Lauscht man jedoch dem

luftig leichten Spiel des Leipziger Flötenensembles

Quintessenz auf seiner Weihnachts-

CD, kann man sich wohl vorstellen, dass

die silbrigen Röhren nicht nur aufgrund der

besseren Handhabbarkeit das Instrument die

erste Wahl in himmlischen Gefi lden sein mögen.

Vom Flügel-Flattern eines Frank Bridge

über die Hirten-Gesänge Jan Brandts Buys bis

zum erhabenen Bach-Choral regen sich weihnachtliche

Gefühle ungeachtet der Jahreszeit.

�ESSENCE OF CHRISTMAS

Werke von Bach/Mozart/Tschaikowsky/+

Quintessenz – Leipziger Querfl ötenensemble

GENUIN GEN 12253 (T01)/DDD, 2012

BERÜHREND

Nach Pergolesi noch

ein Stabat mater zu

komponieren war im

18. Jahrhundert fast

genauso schwer wie

später nach Beethoven

eine Klaviersonate.

In der Urfassung von 1781 für Sopran

und Streichquintett berührt Luigi Boccherinis

Vertonung besonders durch ihre kammermusikalische

Innigkeit. Mit der Verwendung einer

zusätzlichen Continuo-Orgel setzen Amaryllis

Dieltiens und ihr Ensemble Capriola di

Gioia einen besonderen Akzent hinsichtlich

eines mehr sakralen Klangbildes. Mit den

beiden Arie accademiche runden zwei kostbare

Raritäten die Produktion ab.

�BOCCHERINI: STABAT MATER (ERST-

FASSUNG 1781)/ARIE ACCADEMICE/+

Dieltiens/Capriola di Gioia

AEOLUS AE 10063 (U01)/SACD hybrid,

DDD, 2011

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

FASZINATION OSTINATO

Nüchtern betrachtet ist ein Ostinato lediglich

die fortwährende Wiederholung einer in der

Regel simplen rhythmischen, melodischen

oder harmonischen Formel und damit das

Rückgrat von allen Chaconnen, Passacaglien

oder auch von Ravels Bolero. Doch welch eine

Faszination geht davon aus! Für das Portrait

des französischen Ensembles Le Poème Harmonique

wurden aus dessen Aufnahmen die

schönsten Ostinatosätze zusammengestellt.

Da man auf Altbekanntes verzichtet hat, gibt

es hier jede Menge neue faszinierende Musik

zu entdecken – und das auch noch zu einem

besonders attraktiven Preis.

�OSTINATO

Werke von Monteverdi/Fásolo/Johnson/+

Dumestre/Le Poème Harmonique

ALPHA ALP 817 (Z580)/DDD,

div. Aufnahmedaten

EINZIGARTIG

Der Tarasconi-Codex ist ein einzigartiges Manuskript

aus dem 16. Jahrhundert, das heute

in der Biblioteca del Conservatorio di Musica

Giuseppe Verdi in Mailand aufbewahrt wird.

Der Codex bewahrt über 200 polyphone Werke

der bekanntesten Komponisten Italiens und

Europas aus dieser Zeit. In Anlehnung an die

Aufführungspraxis des 16. Jahrhunderts verzieren

die Musiker von I Fedeli ihre Stimmen mit

virtuosen Diminutionen. Mal verwenden sie

Beispiele aus Traktaten von Meistern wie Dalla

Casa, Bassano oder Bovicelli, mal nehmen sie

diese als Inspirationsquellen für ihre eigenen

improvisierten Auszierungen.

�MUSIK AUS DEM TARASCONI CODEX

I Fedeli

PASSACAILLE PAS 983 (T01)/DDD, 2012

VERBLÜFFEND

Von einem repräsentativen diskographischen

Überblick über die Passionen Telemanns sind

wir nach wie vor weit entfernt. Beschäftigt

sich man mit den erhaltenen Passionen und

Passionsoratorien des Komponisten, verblüfft

dabei immer wieder Telemanns Einfallsreichtum

und Vielfalt in der musikalischen Umsetzung

der Passionserzählung. Dies gilt auch für

den Aspekt der theologischen Deutung: Die Johannes-Passion

von 1733 TWV 5:18 etwa steht

mit ihrer Figur der Sulamith aus dem Hohelied

Salomons in der Tradition einer Deutung des

alttestamentarischen Textes als Allegorie auf

die Passion Jesu Christi.

�TELEMANN: JOHANNES-PASSION 1733

TWV 5:18

Schäfer/Kammerchor der Biederitzer Kantorei/

Cammermusik Potsdam/+

AMATI AMI 2601 (T02)/2 CDs, DDD, 2010

PIONIERARBEIT

„Sonate, que me veux-tu?“ (Sonate, was willst

du mir?) fragte einst provokativ der Schriftsteller

und Aufklärer Bernard le Bovier de Fontenelle

(1657-1757). In der Tat konnte man in

Frankreich der Sonate italienischer Art lange

nichts abgewinnen. Es bedurfte da schon einer

unangefochtenen Größe wie François Couperin,

um hier auch die letzten Zweifl er von der

Sonate als Form zu überzeugen. Les Dominos

unter Florence Malgoire stellen hier erstmals

das gesamte Sonatenschaffen Couperins vor,

einschließlich der erst 2005 als Manuskriptkopie

entdeckten, bislang nicht eingespielten

Sonate La Convalescente.

�COUPERIN: DIE SONATEN

Malgoire/Les Dominos

RICERCAR RIC 330 (T01)/DDD, 2012

IM DUNKEL

Im Frankreich zu Zeiten Ludwigs XIV. gehörten

die sogenannten Tenebrae-Gottesdienste

zu den musikalischen Höhepunkten der Karwoche,

für die Musikliebhaber unter den Gläubigen

sogar des gesamten Kirchenjahres. Im

Laufe des Gottesdienstes wurden nach und

nach die Kerzen gelöscht, bis dieser in völliger

Dunkelheit endete, um damit an die Dunkelheit

nach Jesus‘ Kreuzestod zu erinnern. Hierzu

erklangen Vertonungen der Klagelieder des

Propheten Jeremias. Jérôme Correas und sein

Ensemble Les Paladins lassen hier einige besonders

schöne Beispiele von berühmten Zeitgenossen

François Couperins erklingen.

�TENEBRIS – LEÇONS DE TÉNÈBRES

Werke von Brossard/Du Mont/Bernier/+

Poulenard/Lambert/Correas/Les Paladins

CYPRES CYP 1666 (T01)/DDD, 2011

LECKERBISSEN

Als „Erfi nder“ der venezianischen Mehrchörigkeit

dürfte Adriaen Willaert (1490-1562)

vielen Musikliebhabern als einer der Großen

geistlicher Musik in der Renaissance bekannt

sein. Anders steht es da mit dem Komponisten

weltlicher Werke: Bislang hat sich außer dem

Ensemble Romanesque niemand so umfassend

den völlig zu Unrecht im Schatten seiner

geistlichen Kompositionen stehenden Chansons,

Madrigalen und Villanellen gewidmet.

Die Wiederveröffentlichung der Aufnahme ist

somit ein besonderer Leckerbissen für Freunde

der Renaissancemusik und ein würdiges Andenken

an den 450. Todestag des Komponisten.

�WILLAERT: CHANSONS, MADRIGALE,

VILLANELLEN

Romanesque

RICERCAR RIC 331 (T01)/DDD, 1994


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

AUDIOPHILES SCHMUCKSTÜCK

AEOLUS präsentiert die

erste Gesamteinspielung

aller Orgelwerke Bachs

auf SACD und in Surround-

Sound auf berühmten

historischen Orgeln von

Andreas und Johann Andreas

Silbermann – auf

einem Label, das für die

herausragende Qualität

seiner Orgelaufnahmen

bekannt ist. Gleichzeitig

liegt damit eine detaillierte

Dokumentation der Silbermannschen Orgeltradition im Elsass vor,

welche die bedeutendsten Instrumente dieser berühmten Orgelbauerdynastie

porträtiert. Das Projekt startete im April 2008 zunächst mit

dem niederländischen Organisten Ewald Kooiman, der allerdings 2009

unerwartet verstarb. Nach reifl icher Überlegung entschloss man sich,

das Projekt mit drei seiner Schüler, Ute Gremmel-Geuchen (Kempen),

Gerhard Gnann (Mainz) und Bernhard Klapprott (Weimar), weiterzuführen.

Entstanden ist ein audiophiles Schmuckstück, das zusätzlich mit

ausführlichen Kommentaren des Bach-Experten Peter Wollny und des

elsässischen Silbermann-Experten Marc Schaefer aufwartet.

�BACH: DIE ORGELWERKE

Kooiman/Gremmel-Geuchen/Gnann/Klapprott auf den Silbermann-

Orgeln in Marmoutier, Ebersmunster, Strasbourg, Wasselonne, Soultz-

Haut-Rhin, Arlesheim, Bouxwiller und Villingen

AEOLUS AE 10761 (Z115)/19 SACD hybrid, DDD, 2008-2011

KLINGENDES MITTELALTER

Das Ensemble Millenarium

hat für RICERCAR eine ganze

Reihe von CDs mit mittelalterlicher

Musik aufgenommen.

Diese sind in der

vorliegenden Box zusammengefasst,

die uns einen

repräsentativen Überblick

über die weltliche Musik

des Mittelalters bietet. Zu

hören ist dabei sowohl die

höfi sche Kunst der Minnesänger

und Troubadoure

als auch zärtliche und derbe Stücke aus den berühmten Carmina Burana.

Es erklingen außerdem eine besonders lebendig gestaltete Rekonstruktion

der Gauklermesse, Ausschnitte aus dem Libre Vermell aus

Montserrat und die Gesänge der Pilger auf dem Weg nach Santiago de

Compostela. Nur wenige Quellen geben Aufschluss über die Tanzmusik

des Mittelalters. In der hochgelobten Einspielung von Millenarium

bringt sie selbst heute noch unsere Füße zum Wippen. Bis in die Anfänge

der Frührenaissance dringt dagegen die CD mit fl orentinischer

Musik für das Organetto vor. Ein abwechslungsreiches und historisch

fundiertes Kompendium zur weltlichen Musik des Mittelalters.

�LIEBE, GELAGE UND TANZ IN DER MITTELALTERLICHEN

MUSIK

Millenarium

RICERCAR RIC 328/7 CDs, DDD, 1998-2007

BELOHNTE MÜHEN

„Der beste Schumann seit

Horowitz oder Argerich“,

so urteilte euphorisch der

Bayerische Rundfunk seinerzeit

über Volume V der

Gesamteinspielung von

Eric Le Sage. Mit jeder

Folge stieg die Begeisterung

für das ehrgeizige

Projekt des französischen

Ausnahmepianisten. Die

Gesamteinspielung aller

Klavierwerke Schumanns

bedeutete einen editorischen und pianistischen Kraftakt, dem sich bislang

leider nur sehr wenige Labels und Pianisten gestellt haben. Mit

der Vollendung des Zyklus bestätigt sich, was mit jeder erschienenen

Folge bereits zu ahnen war: dass nämlich keine der bislang erschienenen

Gesamteinspielungen ein derart gleichbleibend hohes künstlerisches

und editorisches Niveau vorzuweisen hat wie die Edition bei

ALPHA. Die Mühen des Interpreten wurden nicht zuletzt mit einem

verdienten Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik 2010 belohnt.

Nach der klavierbegleiteten Kammermusik liegt jetzt auch die komplette

Klaviermusik als preiswerte und kompakte Box vor.

�SCHUMANN: DAS KLAVIERWERK

Eric Le Sage, Klavier

ALPHA ALP 813 (Z200)/13 CDs, DDD, 2005-2009

RICHTIGE ADRESSE

Mit Chiara Banchini und

AAmandine

Beyer, ihrer

Schülerin bzw. Nachfolgerin

als Professorin für Barockvioline

an der renommierten

Schola Cantorum

Basel, hat ZIG ZAG TERRI-

TOIRES gleich zwei bedeutende

Barockgeigerinnen

und Ensembleleiterinnen

unserer Zeit in seinem

Katalog. Die vorliegende

preiswerte Box mit sieben

CDs bietet dabei nicht nur einen kleinen Überblick über barocke Instrumentalmusik

in Italien, sie vermittelt auch etwas von der herausragenden

Leistung Banchinis und ihrer Schülerin als Interpretinnen und

Ensembleleiterinnen. Neben der hochgelobten Einspielung von Vivaldis

Vier Jahreszeiten mit Beyer und ihrem Ensemble kann man hier auch

zahlreiche hörenswerte Raritäten entdecken, Valentinis eigenwillige

Konzerte für gleich vier Soloviolinen oder Konzerte für Violoncello aus

der Opernmetropole Neapel. Wer hörenswerte Barockmusik endlich

einmal in unaufgeregten, dafür aber umso fundierteren Interpretationen

hören will, der dürfte hier genau an der richtigen Adresse sein.

�ITALIENISCHE SONATEN UND KONZERTE DES BAROCK

Werke von Geminiani/Vivaldi/Valentini/Leo/Porpora/+

Banchini/Ensemble 415/Beyer/Gli Incogniti

ZIG ZAG TERRITOIRES ZZT 316 (Z235)/7 CDs, DDD, div. Aufnahmedaten

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

SPÄTWERKE

Wie kaum ein anderer Komponist seiner Zeit

hat sich Franz Schubert intensiv mit Werken

für Klavier zu vier Händen beschäftigt. Unter

den Kompositionen für diese Besetzung fi nden

sich sowohl Tanzmusik, Variationen als

auch ausgedehnte Sonaten und Fantasien.

Auf einem 1820 entstandenen Wiener Fortepiano

aus der Werkstatt von Johann Schantz

haben die beiden renommierten Spezialisten

Alexei Lubimov und Alexei Grotz eine Auswahl

aus Schuberts späten Werken für Klavier

vierhändig aufgenommen. Kleinere Werke für

Klavier zu zwei Händen und das fragmentarische

Klavierstück D916B ergänzen die Einspielung

sinnvoll.

�SCHUBERTS LETZTE JAHRE –

KLAVIERMUSIK

Märsche D 968/Allegro D 947/Grand Rondeau

D 951/+

Alexei Lubimov & Alexei Grotz, Fortepiano

PASSACAILLE PAS 980 (T01)/DDD, 2012

ENTDECKUNGEN

Wie die vorliegende Einspielung aller Kammermusikwerke

von César Franck beweist, lassen

sich selbst bei geläufi gen Namen des Konzertbetriebs

noch reizvolle Entdeckungen machen.

Sind Francks Violinsonate und in bedingten

Maße auch das Klavierquintett sowie das

Streichquartett aus den Konzertprogrammen

nicht mehr wegzudenken, so sind dagegen

z.B. die Klaviertrios sowie mehrere kleinere

Kammermusikwerke weitgehend unbekannt

geblieben. Man mag es kaum glauben, aber

die Solisten des Orchesters der Brüssler Oper

La Monnaie legen hier tatsächlich die erste

Gesamtaufnahme der Kammermusik Francks

vor.

REIF

Weder war Leos Janacek ein ausgewiesener

Klaviervirtuose noch stand das Klavier besonders

im Focus seines kompositorischen Wirkens.

Dennoch zählen gleich mehrere seiner

Klavierwerke zum Kernrepertoire der Tastenmusik

des 20. Jahrhunderts. Dazu gehören

auch die Sonate 1.X. 1905 und der Klavierzyklus

Auf verwachsenem Pfade (1901-08), die

Danae Dörken (Jahrgang 1991) hier eingespielt

hat. Die junge Pianistin erweist sich als

ausgesprochen reife und subtile Interpretin

für dieses nicht selten psychologisch-intime

und damit in mehrfacher Hinsicht anspruchsvolle

Repertoire.

�JANACEK: KLAVIERWERKE

Zdenka-Variationen/Auf verwachsenen Pfade/+

Danae Dörken, Klavier

ARS PRODUKTION ARS 38130 (U01)/SACD

hybrid, DDD, 2012

PREISTRÄGER

Beim diesjährigen Concours Reine Elisabeth

in Brüssel erreichte der taiwanesische Geiger

Yu-Chien Tseng nicht nur den fünften Platz

(der bei dieser renommierten Konkurrenz

mehreren ersten Plätzen bei anderen Wettbewerben

gleichkommt), sondern erhielt

auch beide Publikumspreise. Für seine erste

Aufnahme wählte er neben der Ravel-Sonate,

mit der er beim Wettbewerb Jury und Publikum

überzeugte, zwei weitere französische

Repertoirestücke für Violine und Klavier. Aufmerksame

Partnerin bei der Aufnahme ist

die russische Pianistin Inga Dzektser, die er

beim Tschaikowsky-Wettbewerb kennengelernt

hat.

UHLAND-LIEDER

Anlässlich des 150. Todestages des Dichters

Ludwig Uhland haben der Bariton Andreas

Reibenspies und Eckart Sellheim (auf einem

Bösendorfer-Flügel von 1849!) eine Reihe von

Vertonungen seiner Gedichte aufgenommen.

Die Auswahl umfasst dabei bekannte und weniger

bekannte Werke u.a. von Schubert, Schumann,

Schoeck, Strauss, Liszt, Pfi tzner, Reger

und Brahms, aber auch Balladen von Loewe

und von Herzogenberg, dessen subtil ironische

Vertonung von Uhlands Das versunkene

Kloster besonderes Vergnügen bereitet. Nicht

zuletzt die weniger bekannten Vertonungen

bilden dabei den besonderen Repertoirewert

der Aufnahme.

�UHLAND-VERTONUNGEN

Werke von Schubert/Schoeck/Strauss/

Brahms/+

Reibenspies/Sellheim

ARS PRODUKTION ARS 38519 (T01)/DDD, 2012

ANMUT UND POESIE

Zu den Verehrern der breit angelegten Kammermusikwerke

von Johannes Brahms gehören

nicht nur Clara Schumann („genial durch

und durch“), sondern auch das Münchner Klaviertrio.

Die hochrangige Formation verleiht

ihrer Bewunderung für den Meister nun schon

zum zweiten Mal mit einer GENUIN-CD Ausdruck.

Zusammen mit dem als Kammermusiker

gefragten Bratscher Tilo Widenmeyer präsentieren

die Münchner das zweite Klavierquartett

sowie das große Trio in c-Moll Op.101. Kraft

trifft auf Klangsinnlichkeit, konzertante Größe

ist gepaart mit intimen Momenten. „Anmut

und Poesie“ wie Clara zu sagen pfl egte.

�FRANCK: FRANCK DIE KAMM KAMMERMUSIK

�FRANZÖSISCHE VIOLINSONATEN �BRAHMS: �BRAHMS KLAVIERTRIO KLAVIERT OP.101/

Lively/Solisten des Orchesters der Opéra La Werke von Franck, Ravel und Debussy

KLAVIERQUARTETT OP.25

Monnaie

Tseng/Dzektser

Münchner Klaviertrio/Widenmeyer

CYPRES CYP 4637 (Z250)/4 CDs, DDD, 2010-

2012

FUGA LIBERA FUG 597 (T01)/DDD, 2012 GENUIN GEN 12246 (T01)/DDD, 2012


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

GROSSE VERLUSTE

DREAMTEAM

Der D iin 1670 1670er Jh Jahren gegründete ü dt Choir Ch i of f St St. JJohn’s h ’Cll College CCambridge b id Im I nächsten ä h t JJahr h wäre ä Wit Witold ldLLutoslawski t l ki k (1913 (1913-1994), 1994) dder Kl Klassiker ik

gehört heute zu den renommiertesten College-Chören der Welt. An- der Moderne in Polen, 100 Jahre alt geworden. Folge drei der Orchesnähernd

aus dem Gründungsjahr des Chores stammt die eingespielte terwerke präsentiert mit der zweiten Sinfonie und dem Cellokonzert

geistliche Musik von Henry Purcell (1659-1695) und Pelham Humfrey zwei Hauptwerke des Komponisten. Lutoslawski schrieb sein Konzert

(1647-1674). Während der „Orpheus Britannicus“ wohl keiner näheren für Mstislav Rostropowitsch, dessen Konfl ikte mit den sowjetischen Be-

Vorstellung bedarf, dürfte der Name Pelham Humfrey nicht so geläufi g hörden in den späten 1960er und 70er Jahren hier anzuklingen schei-

sein. Obwohl der Master of the children an der Chapel Royal bereits nen. Ebenfalls interessant sind die frühe Kleine Suite (Mala suite) auf

mit 26 Jahren starb, übte er einen großen Einfl uss auf seine Schüler Volkslieder aus Südostpolen und das Grave für Solocello und Streicher,

aus, darunter auch auf den jungen Purcell. Was für große musikalische das thematisches Material aus Debussys Pelléas et Melisande verar-

Talente England durch deren allzu frühen Tod verloren gingen, auch beitet. Edward Gardner und das BBC Symphony Orchestra erweisen

Purcell wurde ja nur 36 Jahre alt, lässt sich an den hier eingespielten sich als „echtes Dreamteam“ (Gramophone) für diese Musik.

Anthems erahnen.

�LUTOSLAWSKI: ORCHESTERWERKE VOL.3

�MY BELOVED SPAKE – ANTHEMS VON PURCELL & HUMFREY Sinfonie Nr.2/Cellokonzert/Mala suita/+

Nethsingha/Choir of St. John’s College Cambridge/+

Watkins/Gardner/BBC Symphony Orchestra

CHANDOS CHAN 0790 (T01)/DDD, 2012

CHANDOS CHSA 5106 (U01)/SACD hybrid, DDD, 2012

VERNACHLÄSSIGT

�WEBER: SINFONIEN NR.1 & 2/FAGOTT-

KONZERT/AUFFORDERUNG ZUM TANZ

Geoghegan/Mena/BBC Philharmonic

CHANDOS CHAN 10748 (T01)/DDD, 2012

KEINERLEI ABSTRICHE

Dass die beiden Sin-

Wenn zwei Virtuosen

Die Schauspielmusik

fonien Webers so

der orchestralen Inst-

zum Märchenspiel

sträfl ich vernachläsrumentation

sich ein-

The Starlight Express

sigt werden, liegt

mal auf zwei Instru-

gehört zu den unbe-

weniger an der Quamente

beschränken,

kanntesten Werken

lität der Musik als an

dann muss das nicht

Elgars. Haupthinder-

der Musikästhetik des

bedeuten, dass man

nis für eine weitere

19. 19 Jahrhunderts, J h h d t die di neben und lange nach als l Hörer Hö mit it weniger i auskommen muss. Die VVerbreitung b it sind i d di die vielen melodramati-

Beethoven keinen anderen Sinfoniker mehr britische Geigerin Tasmin Little und ihr ausschen Nummern, die ohne den gesproche-

gelten lassen wollte. Anders sieht es im Falle tralischer Begleiter Piers Lane beweisen mit nen Text kaum Sinn machen. Auf der Grund-

des Fagottkonzerts aus, das mangels Alterna- ihrer Einspielung, dass man bei den beiden lage der jüngsten Ausgabe der Elgar-Edition

tiven (zum Glück hat Beethoven keines ge- Violinsonaten in puncto Emotion, Dramatik, hat Andrew Davis eine Kurzfassung erstellt,

schrieben...!) aufgrund seiner ebenso brillan- Leidenschaft, harmonische Finesse und tech- deren behutsam angepasster Text hier von

ten wie wirkungsvollen Virtuosität eines der nische Brillanz keinerlei Abstriche machen Simon Callow (u.a. Vier Hochzeiten und ein

Paradestücke für das Instrument ist. Juanjo muss. Die drei Beispiele aus den Sei Pezzi Todesfall) gesprochen wird. Darüber hinaus

Mena und das BBC Philharmonic sind leiden- Respighis kontrastieren hierzu angenehm als bietet die Aufnahme eine erweiterte Suite

schaftliche Fürsprecher für diese Musik und äußerst ansprechende und hervorragend ge- sowie drei Lieder die in direkter Verbindung

Karen Geoghegan hellwache Begleiter. arbeitete Salonmusiken.

mit der Vorlage stehen.

�RESPIGHI: SONATE H-MOLL/SEI PEZZI

NR. 2, 4 & 5/STRAUSS: SONATE OP.18

Little/Lane

CHANDOS CHAN 10749 (T01)/DDD, 2012

UNBEKANNTER ELGAR

�ELGAR: THE STARLIGHT EXPRESS

Callow/Davis/Scottish Chamber Orchestra

CHANDOS CHSA 5111 (T02)/2 SACDs hybrid

CD, DDD, 2012

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

NÜRNBERGER DVORAK

In Aachen hat er das Orchester zu ungeahnten Höhen geführt – jetzt

schickt sich Marcus Bosch an, in Nürnberg Ähnliches zu vollbringen.

Mit seinem neuen Orchester wird er für COVIELLO alle neun Sinfonien

von Anton Dvorak einspielen. Den Anfang des Zyklus' machen zwei

nicht ganz so bekannte und in ihrem Wesen ziemlich gegensätzliche

Werke: Die dritte Sinfonie lässt noch oft das Böhmisch-Musikantische

Dvoraks durchscheinen, das keine Berührungsängste mit volkstümlichen

Tanz-Melodien hat – in der siebten dagegen verzichtet Dvorak

fast völlig auf dieses Kolorit. Marcus Bosch lotet die feinen Differenzierungen

sensibel aus und überzeugt durch faszinierende Transparenz.

�DVORAK: SINFONIEN NR.3 & 7

Bosch/Staatsphilharmonie Nürnberg

COVIELLO COV 31212 (U01)/SACD hybrid, DDD, 2012

GELUNGENER EINSTAND

Der neue künstlerische

Leiter des Orchestre Philharmonique

de Liège,

Christian Arming gibt hier

seinen Einstand mit sinfonischen

Werken César

Francks. Gehört die Sinfonie

d-Moll zu den geläufi

gen Repertoirestücken,

so dürfte man sowohl der

sinfonischen Dichtung Ce

qu’on entend sur la montagne

als auch der Ballettmusik aus seiner Oper „Hulda“ La Lutte de

l’hiver et du printemps auf Tonträger selten begegnen. Dabei ist die

sinfonische Dichtung Francks womöglich sogar die erste ihrer Art, und

der Komponist stützt sich hier auf das gleiche Gedicht Victor Hugos wie

Franz Liszt in seiner wenig später entstandenen Bergsinfonie. Arming

lässt den beiden Raritäten die gleiche gestalterische Aufmerksamkeit

angedeihen wie dem etablierten Repertoirestück.

�FRANCK: SINFONIE D-MOLL/CE QU’ON ENTEND SUR LA

MONTAGNE/+

Arming/Orchestre Philharmonique de Liège

FUGA LIBERA FUG 596 (T01)/DDD, 2012

UNVERSTELLTE SICHT

Jos van Immerseels Zyklus der Sinfonien von Franz Schubert mit seinem

Orchester Anima Eterna Brugge zeichnet sich durch eine besonders

lebendige Gestaltung aus, die auch die frühen Sinfonien als eigenständige

und bedeutende Beiträge zur Gattung endlich ernst nimmt.

Durch das sorgfältige Studium der Autographe, der historischen Aufführungspraxis

sowie der jeweiligen Aufführungssituation entstand eine

solch neue, unverstellte Sicht auf den Sinfoniker Schubert, dass die

Aufnahme bei ihrer Erstveröffentlichung sowohl auf heftige Ablehnung

als auch uneingeschränkte Zustimmung stieß. Dieser spannendste aller

Schubert-Zyklen ist nun endlich wieder erhältlich.

�SCHUBERT: DIE SINFONIEN

Immerseel/Anima Eterna Brugge

ZIG ZAG TERRITOIRES ZZT 308 (Z200)/4 CDs, DDD, 1996/1997

BEMERKENSWERT

In der mittlerweile sechsten

Folge der Reihe

Chapelle Musicale Rei-

ne n Elisabeth mit bemer-

kenswerten Talenten des

Brüsseler Konservatoriums

auf dem belgischen Label

FUGA LIBERA können wir

uns von den Qualitäten

des jungen russischen

Geigers Nikita Boriso-

Glebsky (Jahrgang 1985)

überzeugen. Der Schüler von Augustin Dumay ist u.a. Gewinner des

Sibelius- und des Kreisler-Wettbewerbs des Jahres 2010 und Preisträger

des renommierten Tschaikowsky-Wettbewerbs sowie des nicht minder

bedeutenden Concours Reine Elisabeth. Seine unbedingt hörenswerte

Einspielung mit Werken Lalos macht auf eines der ganz großen wirklichen

musikalischen Talente seiner Generation aufmerksam, von dem

wir in den kommenden Jahrzehnten sicherlich noch viel hören werden.

�LALO: SYMPHONIE ESPAGNOLE/SONATE/+

Boriso-Glebsky/Dumay/Sinfonia Varsovia/Collard

FUGA LIBERA FUG 594 (T01)/DDD, 2011


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

MYSTERIÖSES ENDE

Nur wenige französische Musiker des 18. Jahrhunderts wurden bereits

zu Lebzeiten so bewundert und verehrt wie Jean Marie Leclair

(1697-1764). Auch italienische und deutsche Musikgelehrte priesen

seine überragende Spieltechnik als Geiger ebenso wie seine erlesene

Harmonik und seine kunstvolle Satztechnik. Die hier eingespielten

Violinkonzerte aus Op.7 (1737) zeigen Leclair auf dem Gipfel seiner

Erfi ndungskraft und spieltechnischen Brillanz. So verehrt er als Musiker

auch war, sein Ende ist ziemlich mysteriös: Leclairs letzte 14 Lebensjahre

scheinen wenig produktiv gewesen zu sein, 1758 trennte er sich

von seiner Frau und zog in einen als gefährlich geltenden Vorort von

Paris, wo er schließlich 1764 ermordet aufgefunden wurde.

�LECLAIR: VIOLINKONZERTE OP.7

Santos/Van Heyghen/Les Muffatti

RAMÉE RAM 1202 (T01)/DDD, 2012

ERSTE BLÜTEN

Ein „fröhliches Wesen“

wird Heinrich

Isaac in einem zeitgenössischen

Brief

bescheinigt. „Ein

frölich wesen“ ist

aber gleichzeitig die

musikalische Vorlage für mehrere Vertonungen

von Isaac und wurde deshalb zum Titel der CD.

Les Flamboyants dokumentieren hier die ersten

Blüten der sich langsam entwickelnden

Instrumentalmusik. Hilfreich ist dabei, dass

die seinerzeit bekannten Melodievorlagen, die

Isaac kunstvoll in seine Werke einbindet, auch

vokal ausgeführt werden. So sind sie auch für

den heutigen Hörer zwischen den kunstvoll

verzierten und teils virtuosen Instrumentalstimmen

leicht zu verfolgen.

�ISAAC: EIN FRÖLICH WESEN –

INSTRUMENTALMUSIK

Form/Les Flamboyants

CHRISTOPHORUS CHR 77360 (T01)/DDD, 2012

PALLADIO DER MUSIK

�CORELLI: TRIOSONATEN OP.4

Gatti/Ensemble Aurora

GLOSSA GCD 921207 (R02)/2 CDs, DDD, 2012

KONKURRENZSITUATION

Jean-Marie Leclair (1697-1764) war der wichtigste Violinist im Frankreich

des 18. Jahrhunderts. Sein musikalischer und geigerischer Einfl uss

macht ihn zum Begründer der französischen Violinschule. In Konkurrenz

zu anderen herausragenden Geigern der königlichen Kapelle von Louis

XV. – darunter Jean-Pierre Guignon (1702-1774) und später Louis-Gabriel

Guillemain (1705-1770) – entstand ein spannendes und vor allem

hochvirtuoses Repertoire französischer Violinmusik. Mit der Barockgeigerin

Leila Schayegh und ihrem Begleiter Jörg Halubek haben sich

hochkarätige Interpreten auf Entdeckungsreise begeben. Ihr Programm

beleuchtet einen wichtigen Ausschnitt des musikalischen Lebens am

Versailler Hof und der Entwicklung der Violinmusik in Frankreich.

�LECLAIR UND SEINE RIVALEN

Werke von Leclair/Guignon/Guillemain/+

Schayegh/Halubek

PAN CLASSICS PC 10278 (T01)/DDD, 2011

2013 ist für alle

Corellianer ein besonderes

Jahr, denn

der Todestag des

wohl einfl ussreichsten

Komponisten des

Barock jährt sich zum

300. Mal. Wirkung und Bedeutung von Arcangelo

Corellis Schaffen auf seine Zeitgenossen

und die Nachwelt ist allenfalls mit der des

Architekten Andrea Palladio vergleichbar,

der wie Corelli perfekt Harmonie, Ebenmaß

und Eleganz in seinem Werk zu verwirklichen

wusste. In Corellis 1694 veröffentlichten

Opus 4 kulminiert Corellis Meisterschaft

in der Triosonate, wovon die herausragende

Einspielung mit dem Ensemble Aurora beredtes

Zeugnis ablegt.

SCHÄTZE

Für den ersten Teil

einer Aufnahmetrilogie,

die sich mit

religiösen, sozialen

und politischen Diskursen

in der Musik

des 13. Jahrhunderts

beschäftigt, unternehmen Björn Schmelzer

und sein Ensemble Graindelavoix eine Reise

durch das mittelalterliche Europa. Im Mittelpunkt

steht der Baumeister Villard de Honnecourt

(vor 1230 - nach 1235), dessen Wirken

ihn von Cambrai nach Vaucelles und Reims

und anschließend über Deutschland und die

Schweiz nach Ungarn führte. Einer der wichtigsten

musikalischen Schätze, der hier zu

Gehör kommt, ist ein Offi zium der Heiligen

Elisabeth von Pierre de Cambrai.

�CAMBRAI: OSSUAIRES – OFFIZIUM

FÜR DIE HEILIGE ELISABETH

Schmelzer/Grandelavoix

GLOSSA GCD P32107 (T01)/DDD, 2010

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

BRITISCHE VIELSEITIGKEIT

2012 feiert das britische Label SIGNUM CLASSICS sein 15-jähriges Bestehen. In den vergangenen anderthalb Jahrzehnten entwickelte es sich zu

einem der führenden Independent-Labels auf der Insel mit mehr als 300 Titeln im Katalog. Die Vielseitigkeit und Bedeutung dieses Katalogs

beweist eindrucksvoll eine Reihe von interessanten Zusammenstellungen, die einige der wichtigsten Kategorien im Katalog des Labels abdecken.

Neben den großen Namen der Musikgeschichte fi nden sich dabei für Kenner und Liebhaber auch jede Menge entdeckenswerte Raritäten. Namhaft

sind dagegen die Interpreten der eingespielten Werke, deren Besetzungslisten sich teilweise wie ein Who-is-who der britischen Musikszene lesen.

Wer SIGNUM CLASSICS tatsächlich noch nicht kennen sollte, dem bietet sich mit dieser Kollektion die beste Gelegenheit, dem abzuhelfen. Die

Sammlung mit Alter Musik (SIGCD 301) und A-cappella-Werken (SIGCD 299) haben wir bereits im Vormonat veröffentlicht.

�ORGAN COLLECTION

Werke von Bach/Mendelssohn/

Vierne/+

Hakim/Preston/Filsell/+

SIGNUM CLASSICS

SIGCD 302 (I01)/DDD

SHOWTIME!

�ARTSONG COLLECTION

Werke von Poulenc/Britten/

Beethoven/+

Ainsley/Lott/Padmore/

Murray/+

SIGNUM CLASSICS

SIGCD 303 (I01)/DDD

Für ihre jüngste CD auf dem Label STEINWAY

& SONS hat Jenny Lin eine besonders reizvolle

Sammlung mit spektakulären Bearbeitungen

bekannter und weniger bekannter Musical-

und Shownummern eingespielt. Die Arrangements

stammen dabei u.a. von so bekannten

Klaviergrößen wie Marc-André Hamelin, Earl

Wild oder Alexis Weissenberg und enthalten auch einige interessante

Weltersteinspielungen.

�GET HAPPY – VIRTUOSO SHOWTUNES FOR PIANO

Bearbeitungen von Hamelin/Wild/Anderson/Previn/+

Jenny Lin, Klavier

STEINWAY & SONS STNS 30011 (T01)/DDD, 2012

SPÄTROMANTISCHES KLEINOD

Die 1903 erbaute Walcker-Orgel der Heidelberger

Christuskirche erfuhr 1954 eine

neobarocke Umarbeitung, die erst 2009–2011

wieder zurückgenommen wurde. Diese erste

Aufnahme der rekonstruierten Orgel umfasst

Werke aus jener Epoche des spätromantischen

Orgelbaus, die sich an der Entwicklung des

modernen Orchesters und an der Klaviermusik orientierte. Sowohl in

den eingespielten Originalwerken von Reger und Schönberg als auch

mit seinen Transkriptionen von Orchester- und Klavierwerken von

Humperdinck, Debussy und Gershwin zeigt Gerhard Luchterhandt den

expressiven Farbenreichtum dieses außergewöhnlichen Instruments.

�MIT WIND GEMALT – EIN POTRÄT DER WALCKERORGEL DER

CHRISTUSKIRCHE HEIDELBERG

Werke von Reger/Humperdinkc/Debussy/Schönberg/+

Gerhard Luchterhandt, Orgel

CHRISTOPHORUS CHR 77372 (T01)/DDD, 2012

�CHORAL COLLECTION

Werke von Bach/Poulenc/Tallis/

Chilcott/+

Tenebrae/BBC Singers/

Gabrieli Consort/+

SIGNUM CLASSICS

SIGCD 304 (I01)/DDD

LYRISCH BIS REIF

Alessio Bax ließ nicht nur durch seinen Sieg

beim Leeds Piano Competition aufhorchen.

Seine dritte CD für SIGNUM CLASSICS mit Klavierwerken

von Johannes Brahms spannt den

Bogen von lyrischen Balladen über die geradezu

angsteinfl ößenden Paganini-Variationen

bis zu den reifen Klavierstücken Op.79 und

zeigt i t ih ihn als l einen i dder

technisch versiertesten und gestalterisch subtilsten

Pianisten seiner Generation.

�BRAHMS: KLAVIERWERKE

Paganini-Variationen Op.35/Balladen Op.10/Klavierstücke Op.76

Alessio Bax, Klavier

SIGNUM CLASSICS SIGCD 309 (T01)/DDD, 2012

RUSSISCHE RARITÄTEN

�PIANO COLLECTION

Werke von Beethoven/

Rameau/Bach/+

Bax/Lill/Williams/+

SIGNUM CLASSICS

SIGCD 305 (I01)/DDD

Hideko Udagawa studierte bei keinem Geringeren

als Nathan Milstein und an der Juillard

School in New York und hat die russische

Geigenschultradition auf geradezu perfekte

Art und Weise verinnerlicht. Mit ihrer dritten

Aufnahme für SIGNUM CLASSICS widmet sich

die heute in London lebende Japanerin zwei

heutzutage h t t lleider id sträfl t äfliich

vernachlässigten konzertanten Werken des

russischen Repertoires.

�KHATCHATURIAN: KONZERTRHAPSODIE/SONATE FÜR

VIOLINE SOLO

LYAPUNOW: VIOLINKONZERT

Udagawa/Buribayev/Royal Philharmonic Orchestra

SIGNUM CLASSICS SIGCD 312 (T01)/DDD, 2011


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

HAMMERKLAVIERFEST

Alexei Lubimov und Yury Martynov gehören derzeit zu den gefragtesten

Hammerklavierspezialisten. Dass wir sie hier erstmals gemeinsam

mit Mozart-Werken erleben können, ist wahrlich ein großer Glücksfall.

Neben der sehr virtuosen, vor Spielfreude und Optimismus geradezu

überschäumenden Sonate für zwei Klaviere KV 448 erklingen dabei

auch einige interessante Bearbeitungen (darunter die düstere, imposante

Fuge KV 426), die in Punkto Spielfreude und technischen Anforderungen

an die Interpreten der berühmten Sonate in nichts nachstehen.

Ein spritziges Hammerklavierfest der Extraklasse für Kenner und

Einsteiger gleichermaßen geeignet!

�MOZART: WERKE FÜR ZWEI KLAVIERE

Sonate KV 448/Adagio und Fuge KV 426/Larghetto

und Allegro KV deest/+

Lubimov/Martynov

ZIG ZAG TERRITOIRES ZZT 306 (T01)/DDD, 2012

SANFTE TRAUER

Die aparte Klangwirkung

der Originalfassung von

Faurés Requiem, die auf

Violinen und Holzbläser

verzichtet, ist der späteren

Bearbeitung für konventionelles

Orchester

durch den Komponisten

überlegen. Die dunkle

Klangfarbe wirkt wie ein

Trauerschleier über dieser

sanftesten aller Totenmessen,

die z.B. ganz bewusst

auf die Rache des Jüngsten Gerichts im Dies Irae verzichtet und

im abschließenden In Paradisum mit ihrer Sehnsucht nach dem Jenseits

seltsam berührt. Eine interessante Ergänzung hierzu bildet Bachs

Chaconne, die seit der Entdeckung verborgenener Choralzitate als

Tombeau für Bachs 1720 verstorbene Frau Maria Barbara gilt. In dieser

Einspielung werden die Choralzitate durch Tenebrae hörbar gemacht.

�FAURÉ: REQUIEM / BACH: CHACONNE/CHORÄLE

Short/Tenebrae/London Symphony Orchestra Chamber Ensemble/+

LSOlive LSO 0728 (M01)/Hybrid-SACD, DDD, 2012

RÜCKKEHR

Bereits im Jahre 2001 erkannte das damals noch junge französische

Label ZIG ZAG TERRITOIRES das einzigartige Potential des britischen

Belcea Quartetts und ermöglichte dem Ensemble mit den beiden

Streichquartetten von Leos Janacek einer erste, vielbeachtete Aufnahme.

Nach einem enorm erfolgreichen Zwischenspiel bei EMI kehrt das

Belcea Quartett nun zu ZIG ZAG TERRITOIRES zurück und startet eine

Gesamtaufnahme der Streichquartette von Ludwig van Beethoven, die

aufgrund der herausragenden Qualität ihrer Interpretation sicherlich in

die Schallplattengeschichte eingehen wird. Kein Zweifel, hier erleben

wir das Entstehen eines' Zyklus der Beethovenschen Streichquartette

für das 21. Jahrhundert – und darüber hinaus!

�BEETHOVEN: DIE STREICHQUARTETTE VOL.1

Streichquartette Opp.18/1,2,4,6 / 59/3 / 95 / 127 / 131

Belcea Quartett

ZIG ZAG TERRITOIRES ZZT 315 (Z200)/4 CDs, DDD, 2011

SCHWANENGESANG

Obwohl Francesco Cavalli

(1602-1676) heute weitgehend

als bedeutender

Opernkomponist bekannt

ist, so war doch die geistliche

Musik sein Hauptbetätigungsfeld.

Leider haben

sich vergleichsweise wenige

seiner Sakralwerke

erhalten. Den Höhepunkt

und Abschluss von Cavallis

geistlichem Vermächtnis

bildet das doppelchörig

angelegte Requiem von 1675, das der Komponist wohl ganz im Bewusstsein

seines nahen Endes komponiert hat, denn er verfügte, dass

es zweimal jährlich zu seinem Gedenken aufgeführt werden sollte. Die

hier von Akadêmia unter Françoise Lasserre ebenfalls eingespielten

Marien-Antiphone weisen Cavalli auch auf dem Gebiet der geistlichen

Musik als würdigen Erben Monteverdis aus.

�CAVALLI: REQUIEM (1675)/MARIEN-ANTIPHONE (1656)

Lasserre/Akadêmia

PIERRE VERANY PV 712091 (N01)/DDD, 1993

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

WIEDERSEHEN MACHT FREUDE: DIE REWIND COLLECTION

In der Rewind Collection bietet sich dem Musikfreund jede Menge Gelegenheit zur Wiedersehensfreude: Aufnahmen aus den Katalogen von AEON,

ALPHA, FUGA LIBERA, RICERCAR und ZIG ZAG TERRITOIRES werden hier zum attraktiven Preis wiederveröffentlicht. Diesen Monat erscheinen die

ersten elf Titel.

�BACH: TOCCATEN UND FANTASIEN

BWV 565/542/538/+

Bernard Foccroulle, Orgel

REWIND COLLECTION REW 500 (Z580)/DDD,

2008

�MAHLER: RÜCKERTLIEDER

WAGNER: WESENDONKLIEDER/

LIEBESTOD

Lott/Schumann Quartett

REWIND COLLECTION REW 501 (Z580)/DDD,

2007

�BACH: SONATEN UND PARTITEN

VOL.1

BWV 1001/1002/1004

Hélène Schmitt, Violine

REWIND COLLECTION REW 502 (Z580)/DDD,

2004

�NOBODY’S JIG

Les Witches

REWIND COLLECTION REW 503 (Z580)/DDD,

2001

�HAYDN: STREICHTRIOS FÜR

NIKOLAUS ESTERHAZY

Trios Hob.XI: 14/59/80/85/96/97/+

Rincontro

REWIND COLLECTION REW 504 (Z580)/DDD,

2007

�STRAUSS: WALZER, POLKAS UND

OUVERTÜREN

Immerseel/Anima Eterna Brugge

REWIND COLLECTION REW 505 (Z580)/DDD,

1999

�SCHUBERT: FORELLENQUINTETT/

NOTTURNO/+

Lefèvre/Gaugué/Paoletti/Rudolph/Juchors

REWIND COLLECTION REW 506 (Z580)/DDD,

1999

�SCARLATTI: SONATEN

K 1/9/30/32/87/159/193/+

Racha Arodaky, Klavier

REWIND COLLECTION REW 507 (Z580)/DDD,

2005

�PIAZZOLLA: ADIOS NONINO -

TANGOS

Astoria

REWIND COLLECTION REW 508 (Z580)/DDD,

2007

�PROKOFIEFF: KLAVIERKONZERTE

NR. 1, 3 & 4

El Bacha/Ono/La Monnaie Symphony

Orchestra

REWIND COLLECTION REW 509 (Z580)/DDD,

2004

�KAGEL: WERKE MIT KLAVIER

Tharaud/Queyras/Le Sage/Van Spaendonck/+

REWIND COLLECTION REW 510 (Z580)/DDD,

2003


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

IDEALBESETZUNG

Désiré-Èmile Ingelbrecht (1880-1965) gehört zu den großen frühen

Debussy-Interpreten, dessen Wirken auf Tonträger umfassend dokumentiert

ist. Die Uraufführung von Pelléas et Mélisande, der er 1902

beiwohnte, war für ihn eine Offenbarung, die ihm völlig neue Horizonte

eröffnete und das eher beiläufi g durchgeführte Musikstudium

erneut befl ügelte. Mit dem Komponisten befreundet, darf er als einer

der intimsten Kenner seiner Musik gelten. 1951 dirigierte er für die

BBC eine erlesen besetzte Aufführung u.a. mit Suzanne Danco, einer

legendären Idealbesetzung für diese Partie. Die hier erstmals auf Tonträger

erscheinende Aufführung ist ein würdiger Beitrag zum Debussy-

Jahr 2012 in der Sparte „Historische Aufnahmen“.

�DEBUSSY: PELLÉAS ET MÉLISANDE

Ingelbrecht/Danco/Maurane/Philharmonia Orchestra

TESTAMENT SBT 31484 (H03)/3 CDs, mono, AAD, 1951

DENKMAL FÜR CACCAMO

Mit Erlaubnis der Arrau-

Stiftung präsentiert MUSIC

& ARTS hier mehrere Konzertmitschnitte

Claudio

Arraus A aus den Jahren

1969 bis 1977. Die Aufnahmen

stammen dem

Privatarchiv des legendären

italienischen Juristen

und Musikenthusiasten

Renato Caccamo (1933-

2011), der nicht nur viele

große Musiker persönlich kannte und mit ihnen befreundet war, sondern

u.a. die offi zielle Erlaubnis zum Mitschneiden von Aufführungen

in der Mailänder Scala hatte und Größen wie Maurizio Pollini, Claudio

Abbado oder Ricardo Muti zu Beginn ihrer Karriere nach Kräften unterstützte.

Hier nun liegen vier seiner Mitschnitte von Konzerten Arraus in

Brescia und Turku erstmals auf Tonträger vor.

�CLAUDIO ARRAU IN RECITAL 1969-1977

Werke von Beethoven/Schumann/Brahms

Claudio Arrau, Klavier

MUSIC & ARTS MACD 1263 (M03)/3 CDs, AAD, mono/stereo, 1969-1977

LEGENDE

Lange mussten Sammler und Musikliebhaber auf die zweite Folge der

Geburtstags-Edition mit Aufnahmen des legendären amerikanischen

Geigers Szymon Goldberg (1909-1993) auf MUSIC & ARTS warten,

doch nun ist es endlich soweit! Nach dem Folge 1 (MACD 1223) mit

zum Teil bislang unveröffentlichten, nichtkommerziellen Aufnahmen

aus den Jahren 1950 bis 1970 aufwartete (und nicht nur deswegen

prompt mit dem Vierteljahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik

ausgezeichnet wurde), dokumentiert Folge 2 erneut auf acht CDs die

kommerziellen Aufnahmen der Jahre 1932-1951. Auch hier fi nden sich

wieder einige lange nicht greifbare Aufnahmen, die dokumentieren,

wie aktuell Szymon Goldbergs Spiel auch heute noch ist.

�SZYMON GOLDBERG – CENTENARY EDITION VOL.2

Werke von Hindemith/Bach/Mozart/Beethoven/+

Goldberg/diverse Interpreten

MUSIC & ARTS MACD 1225 (I08)/8 CDs, AAD, mono, 1932-1951

BRUCKNER-PIONIER

Frederick Charles Adler

(1889-1959) war Schüler

Mahlers und besorgte

auch mehrere Ersteinspielungen

von dessen Sinfonien.

Seine Aufnahmen

der Sinfonien Bruckners

zeichnen sich nicht zuletzt

dadurch aus, dass sie stets

auf die erste Druckausgabe

zurückgriffen. Viele

seiner Einspielungen entstanden

mit den Wiener

Symphonikern, denen er seit 1952 bis zu seinem Tod verbunden war.

Aus der Mediathek der Wiener Symphoniker sowie aus dem Archiv

des ORF stammen die beiden vorliegenden, bislang unveröffentlichten

Live-Aufnahmen aus den Jahren 1953 bzw. 1956, die Adler mit seinem

Kernrepertoire vorstellen.

�BRUCKNER: SINFONIE NR.3

MAHLER: SINFONIE NR.2

Adler/Wiener Symphoniker/+

MUSIC & ARTS MACD 1265 (M02)/2 CDs, AAD, mono, 1953/1956

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

HAUPTWERKE

Die beiden Konzerte von John Corigliano und

Elliott Carter gehören seit ihrer Uraufführung in

den 1970er bzw. 1990er Jahren zu den Hauptwerken

der konzertanten amerikanischen Klarinettenliteratur.

Interessanterweise tauscht

hier der französische Klarinettist Paul Meyer

sein Instrument gegen den Dirigentenstab ein

und überlässt dem belgischen Kollegen Eddy Vanoosthuyse die Rolle

des Solisten.

�AMERIKANISCHE KLARINETTENKONZERTE

Werke von Corigliano und Carter

Vanoosthuyse/Meyer/Brussels Philharmonic Orchestra

AEON AECD 1230 (T01)/DDD, 2012

PIANIST VON MORGEN

Der 1980 geborene Pianist Konrad Skolarski

studierte u.a. in Breslau und Warschau. Er gewann

2001 den Tschaikowsky-Wettbewerb im

spanischen Heusca. Auftritte führten ihn bislang

in mehrere europäische Länder (u.a. 2009

zum Klavier Festival Ruhr) und nach Japan.

Skolarski belegt derzeit einen Aufbaustudiengang

in i der d Kl Klasse von PProf.

Pavel Gililov an der Musikhochschule Köln.

�KONRAD SKOLARSKI SPIELT RACHMANINOFF/SKRIJABIN/

PROKOFIEFF

Konrad Skolarski, Klavier

DUX DUX 0735 (T01)/DDD, 2009/2012

ÜBERBLICK

Wojciech Kilar (*1932) ist einem breiten Publikum

besonders durch seine Filmmusiken zu

Filmen Roman Polanskis, wie Der Pianist, Die

neun Pforten oder Der Tod und das Mädchen,

ein Begriff geworden. Daneben hat Kilar aber

stets auch die klassischen Gattungen bedient.

Die aufwendig verarbeitete Doppel-CD bietet

einen repräsentativen Überblick über das Schaffen des polnischen

Komponisten.

�DAS BESTE VON KILAR

Diverse Interpreten

DUX DUX 0906 (R02)/2 CDs, DDD, diverse Aufnahmedaten

VIELSEITIG

Für Henning Wiegräbe schrieb Peter Lehel

2008 sein Concertino für Posaune und Orchester.

Der Kompositionsauftrag begründete

eine intensive musikalische Kooperation zwischen

dem Posaunisten und dem Peter Lehel

Quartett. Den Ergebnissen dieser fruchtbaren

Zusammenarbeit kann man auf dem vorliegenden

Album lauschen, das die Vielseitigkeit des Posaunisten und seiner

musikalischen Mistreiter dokumentiert.

�BONE TALKS

Wiegräbe/Peter Lehel Quartett

FINETONE FTM 8030 (R01)/DDD, 2012

FASZINIEREND

Michael Schäfer präsentiert auf seiner nunmehr

zwölften Un!erhört!-CD auf GENUIN mit

der Gesamteinspielung der Karnatischen Etüden

von Jacques Charpentier (*1933), einem

Schüler und Freund Olivier Messiaens, eine

interessante Repertoireerweiterung. Charpentier

teilte dessen Begeisterung für fernöstliche

Musik M ik und d schuf h f hi hier eine i faszinierende Verbindung altindischer Raga-

Tradition und westlicher Moderne.

�CHARPENTIER: 72 ÉTUDES KARNATIQUES POUR PIANO

Michael Schäfer, Klavier

GENUIN GEN 12257 (M03)/3 CDs, DDD, 2011

ATTRAKTIV

Das britische Magazin Gramophone ließ sich

seinerzeit vom direkten und fokussierten

Spiel von Petr Messieurer und Stanislav Bogunia

begeistern und empfahl ausdrücklich

die gesamte Einspielung der beiden Musiker.

Hervorgehoben wurden auch das natürliche

und gefällige Klangbild der Aufnahme. PHAIA

macht die Aufnahme dem Musikfreund zum attraktiven Preis wieder

zugänglich.

�BEETHOVEN: DIE VIOLINSONATEN

Messieurer/Bogunia

PHAIA PHU 03234 (D03)/3 CDs, DDD, 1994/95

FINESSE

An der Einspielung der Cellosonaten von Ludwig

van Beethoven von Evzen Rattay und

Stanislaw Bogunia lobte die britische International

Record Review den lebendigen und natürlichen

Diskurs der beiden Musiker, während

die französische Le Monde de la Musique vom

schönen Klang des Cellos und der außergewöhnlichen

Finesse des Klavierspiels von Bogunia angetan war.

�BEETHOVEN: DIE CELLOSONATEN

Rattay/Bogunia

PHAIA PHU 03536 (E02)/2 CDs, DDD, 1983

FARBIG

Die Sonatinen von Maurice Emmanuel (1862-

1938) scheinen durch luzide Spielfreude das

Klischee vom trockenen Musikwissenschaftler

widerlegen zu wollen. Emmanuel spielt hier

mit verschiedenen Modi, die sowohl der Antike

als auch der Hinduistischen Musik entlehnt

sind und eine sich ständig erneuernde Leinwand

d fü für ffarbige bi MMusik ik weben. Eine Bonus-DVD bietet aufschlussreiche

Interviews zum Leben und zur Musik Emmanuels.

�EMMANUEL: DIE SECHS SONATINEN

Laurent Wagschal, Klavier

TIMPANI TIM 1C1194 (T01)/DDD, 2012


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

HÖHEPUNKT

KLASSIKER

Unter U t dem d Titel Tit l „studio t di reihe ih neuer musik“ ik“ veröffentlichte öff tli ht WERGO In I seiner i lletzten t t BBallett-Komposition ll tt K iti Agon. A Ballett B ll tt fü für zwölf ölf Tä Tänzer

in den 1960er Jahren herausragende Einspielungen und schuf so ein (1954-1957) verfolgte Igor Strawinsky verschiedene Kompositions-

Markenzeichen der zeitgenössischen Musik. Zum 50. Label-Jubiläum methoden: So sind modale und serielle Technik hier auf einzigartige

bringt WERGO diese Höhepunkte des 20. Jahrhunderts erstmals auf Weise miteinander vereint. Bei der Konstruktion seines Werkes stützte

CD in exzellenter Klangqualität heraus. Schönbergs 1909 komponierter er sich nachweislich auf ein französisches Tanzlehrbuch aus der Mitte

bühnendramatischer Erstling Erwartung (Monodram) Op.17 verkörpert des 17. Jahrhunderts. Der formalen Anlage nach ist Agon zudem eine

in Übereinstimmung von subjektivem, seelischen Getriebensein mit Suite, die ihr äußerliches Vorbild ebenfalls im 17. Jahrhundert fi ndet.

objektivem Naturverhalten alles an Not und schreckensvoller „Erwar- Strawinsky komponierte sein Werk ohne jeden Gedanken an ein Bühtung“,

was die expressionistischen Daseinskämpfe der ersten Vornenbild oder eine Szenerie: Es sollte keinerlei bestimmte musikalische

kriegszeit ahnen und hervorbrechen ließen. Erwartung ist als einer der oder choreographische Absicht verfolgt werden; eine visuelle Ausfüh-

glänzenden Höhepunkte des musikalischen Expressionismus zu sehen. rung ganz der Interpretation des Choreographen überlassen bleiben.

�SCHÖNBERG: ERWARTUNG

Pilarczyk/Scherchen/Nordwestdeutsche Philharmonie

WERGO WER 67702 (T01)/ADD, 1964

MUSIK HEUTE

�EDITION ZEITGENÖSSISCHE MUSIK –

COLLECTION 6

Werke von Kampe/Herrmann/Bornhöft/+

Diverse Interpreten

WERGO WER 69512 (Z015)/DDD, diverse

Aufnahmedaten

HETEROGENITÄTEN

�STRAWINSKY: AGON

Rosbaud/Orchester des Südwestfunks Baden-Baden

WERGO WER 67712 (T01)/ADD, 1963

GRAZIE UND IRONIE

Mit der Veröffentli-

Die „Edition Zeit-

„Musique pour faire

chung der aktuellen

genössischeMu- plaisir“ versuchte Jean

Kompilation bietet

sik“ präsentiert hier

Françaix erklärter-

die „Edition Zeitge-

Werke des 1976 in

maßen zu erschafnössische

Musik“

Mannheim geborefen.

Hinter diesem

bereits zum sechsten

nen Komponisten Da-

Motto bleibt verbor-

Mal einen aktuellen

niel Smutny: „Mein

gen, wie vielgestal-

Rückblick Rü kbli k auf f di die PProduktionen d k der vergange- Komponieren K i heißt h ißt Integration I t verschiedener tig, ti dabei d b i nicht i ht selten lt abgründig das Werk

nen Jahre. Das Besondere: Auch dieser Sam- Heterogenitäten und schauen, was sich als des 1912 in Le Mans geborenen Komponispler

enthält vollständige Stücke. Zusammen Zwischenraum, Reibung dabei bildet.“ Smutten tatsächlich ist. Seinen persönlichen Stil

mit der CD vermittelt ein exklusiv für diese ny krempelt die Geschichte der Musik um und konnte Françaix sehr früh fi nden und festi-

Veröffentlichung geschriebener Einführungs- setzt mit Allusionen Brandmarken, die sich ins gen. 1932 wurde er schlagartig bekannt:

text einen Einblick nicht nur in eine der um- Hörgedächtnis einmahnen, Erinnerungen, die Seine von Einfällen und musikalischem Witz

fangreichsten Porträt-Serien im Bereich der wie in sich verschobene Scharniere hier und geradezu übersprudelnde Kompositionskunst,

zeitgenössischen Musik, sondern in die viel- da ineinander geklemmt sind. Smutny verfolgt die Fähigkeit, musikalische Grazie und Ironie

fältigen Ästhetiken und Stilistiken der Kom- als Komponist den kalkulierten Ausdruck mit zu verbinden, bewahrte er bis ins hohe Alter.

ponistinnen und Komponisten unserer Zeit. Rückgriffen auf die Musikgeschichte und tona- 2012 jährt sich zum 100. Mal der Geburtstag

le Vertracktheiten.

Jean Françaix’.

�SMUTNY: KLAVIERSONATE/

SYMPHONIE/STREICHQUARTETT/+

Hinterhuber/Wigum/MDR Sinfonieorchester

Leipzig/+

WERGO WER 65682 (S01)/DDD, 2012

�JEAN FRANÇAIX 100

Jean & Claude Françaix/diverse Interpreten

WERGO WER 69562 (I03)/3 CDs, ADD/DDD,

1967-1997

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC NOVEMBER/DEZEMBER 2012

DIE ZAUBERSTIMME IST ZURÜCK!

Mit seinen drei Produktionen bei ALPHA wurde Marco Beasley weltberühmt.

Jetzt ist er zurückgekehrt und bezaubert uns zusammen mit

Guido Morini und dem Ensemble Accordone mit einer neuen, mitreißenden

Hommage an seine Heimatstadt Neapel. Zu hören sind dabei

SPANIEN – BALI – AFGHANISTAN

Drei spannende musikalische Exkursionen bietet uns ARION auf den vorliegenden CDs: Die erste führt uns nach Andalusien, der wahren Heimat

der Flamenco-Gitarre. Hier erhielten die spanischen Sinti und Roma, Hüter jahrhundertealter Traditionen, ihr musikalisches Erbe von ihren Vorfahren

und ließen sie in den Flamenco einfl ießen.

Spätestens mit der Weltausstellung 1889 erwachte in Europa das Interesse an der balinesischen Musik, die sogar Debussy in ihren Bann zog. Die

CD präsentiert fünf verschieden besetzte Ensembles, die auf eindrucksvolle Weise die Besonderheiten der Musik West-Balis vermitteln.

Beeinfl usst von indischen, persischen und arabischen Musiktraditionen hat sich in Afghanistan eine ganz eigenständige Musik entwickelt. Bedingt

durch die instabile politische Lage seit den 1980er Jahren blieb sie dem europäischen Publikum bedauerlicherweise allerdings weitgehend

unbekannt. Das 1995 gegründete Ensemble Kaboul möchte diese einzigartige Musiktradition bewahren und bietet uns hier einen interessanten

Überblick über die Musik des Landes.

�SPANIEN – FLAMENCO - GITARRE

Pitiné de Utrera

ARION ARN 44237 (N01)/DDD, 1978

UNSER „PROGRAMMTIPP“

AUF YOUTUBE:

Unter „blattmanns sieben" stellen wir Ihnen nochmal sieben

ausgewählte Titel aus den Neuheiten des Monats vor.

Schauen Sie doch mal rein…!

unterschiedlichste Lieder von der Renaissance bis zur Gegenwart. Gemeinsam

schöpft man aus der reichen musikalischen Tradition Neapels,

die ihre Wurzeln in der einzigartigen Vielfalt unterschiedlichster

Kulturen hat, die hier ihre Spuren hinterlassen haben: Griechen, Römer,

Araber, Normannen, Franzosen und

Spanier. Für das Album hat Guido Morini

eigens für Beasley ansprechende Arrangements

komponiert, die gewissermaßen

als Bindemittel für die unterschiedlichen

Genres der Lieder fungieren, welche

streng musikwissenschaftlich gesehen

vielleicht nicht unbedingt zusammen gehören.

Beasley legt hier also zum ersten

Mal ein Crossover-Album vor, das nicht

zuletzt dadurch so überzeugend ist, weil

hier ein waschechter Neapolitaner nicht

nur über seine Stadt singt, sondern vielmehr für seine Stadt. Diese

besondere Authentizität ist es auch, die der Produktion einen berechtigten

Platz in der legendären weißen Reihe bei ALPHA verschafft.

�STORIE DI NAPOLI

Werke von Falconieri/Morini/Valente/Willaert/Latilla/+

Beasley/Morini/Accordone

ALP ALP 532 (T01)/DDD, 2012

�MUSIK AUS WEST-BALI

Orchester Suar Agung/Orchester Trgak Cankring

ARION ARN 44271 (N01)/DDD, 1991

Bernhard Blattmann

Marco Beasley (© Alpha)

�NASTARAN –

MUSIK AUS AFGHANISTAN

Ensemble Kaboul

ARION ARN 44543 (N01)/DDD, 2001



� Venetian Art 1600

ACC 24253 (T01)

4 015023 242531

� Finger: Werke für Viola da Gamba solo

ACC 24267 (T01)

4 015023 242678

� Boccherini: Stabat Mater

AE 10063 (U01)

4 026798 100636

� Bach: Die Orgelwerke

AE 10761 (Z115)

4 026798 107611

� Amerikanische Klarinettenkonzerte

AECD 1230 (T01)

3 760058 360309

� Storie di Napoli

ALP 532 (T01)

3 760014 195327

� Schumann: das Klavierwerk

ALP 813 (Z200)

3 760014 198137

� Ostinato

ALP 817 (Z580)

3 760014 198175

� Telemann: Johannes-Passion 1733

AMI 2601 (T02)

4 011030 260124

� Spanien – Flamenco Gitarre

ARN 44237 (N01)

3 325480 442377

� Musik aus West-Bali

ARN 44271 (N01)

3 325480 442711

� Afghanistan

ARN 44543 (N01)

3 325480 445439

� Janacek: Klavierwerke

ARS 38130 (U01)

4 260052 381304

� Dollé: Werke für Gambe

ARS 38518 (T01)

4 260052 385180

� Uhland-Lieder

ARS 38519 (T01)

4 260052 385197

UNSERE NEUHEITEN FÜR NOVEMBER/DEZEMBER 2012

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� TOP-Titel � Neue Musik � Alte Musik � Historische Aufnahmen � Oper

� Jazz � Crossover/World Music � Orchesterwerke � Diverse � Kammermusik

� Bach: Motetten

CAR 83298 (U01)

4 009350 832985

� Barocke Konzerte und Arien zur

Weihnacht CAR 83373 (T01)

4 009350 833739

� Anthems von Purcell & Humfrey

CHAN 0790 (T01)

0 95115 07902 7

� Weber: Sinfonien Nr. 1& 2/

Fagottkonzert CHAN 10748 (T01)

0 95115 17482 1

� Strauss/Respighi: Violinsonaten

CHAN 10749 (T01)

0 95115 17492 0

� Lutoslawsiki: Orchesterwerke Vol. 3

CHSA 5106 (U01)

0 95115 51062 9

� Elgar: The Starlight Express op. 78

CHSA 5111 (T02)

0 95115 51112 1

� Isaac: Ein frölich Wesen

CHR 77360 (T01)

4 010072 773609

� Die romantische Walcker-Orgel

CHR 77372 (T01)

4 010072 773722

� Dvorak: Sinfonien Nr. 3 & 7

COV 31212 (U01)

4 039956 312123

� Tenebris

CYP 1666 (T01)

5 412217 016661

� Franck: Die Kammermusik

CYP 4637 (Z250)

5 412217 046378

� Skolarski spielt Rachmaninoff/

Skrjabin/+ DUX 0735 (T01)

5 902547 007359

� Best of Kilar

DUX 0906 (R02)

5 902547 009063

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� J.C. Bach: Amadis de Gaules

ES 1007 (T02)

9 788493 968601

� Kreutzer: La Mort d’Abel

ES 1008 (T02)

9 788493 968618

� Bone Talks

FTM 8030 (R01)

4 260105 070148

� Lalo: Symphonie espagnole/ Sonate/+

FUG 594 (T01)

5 400439 005945

� Franck: Sinfonie d-Moll/+

FUG 596 (T01)

5 400439 005969

� Französische Violinsonaten

FUG 597 (T01)

5 400439 005976

� Brahms: Klaviertrio/+

GEN 12246 (T01)

4 260036 252460

� Essence of Christmas

GEN 12253 (T01)

4 260036 252538

� Charpentier: 72 Etudes

GEN 12257 (M03)

4 260036 252576

� Corelli: Sonaten op. 4

GCD 921207 (R02)

8 424562 212077

� Pierre de Cambrai: Ossuaires

GCD P32107 (T01)

8 424562 321076

� Nine Lessons and Carols

KGS 0001 (M02)

8 22231 70012 8

� Fauré: Requiem/+

LSO 0728 (M01)

8 22231 17282 6

� Goldberg – Die Aufnahmen 1932-1951

MACD 1225 (I08)

0 17685 12252 1

� Arrau in Recital 1969-1977

MACD 1263 (M03)

0 17685 12632 1

UNSERE NEUHEITEN FÜR NOVEMBER/DEZEMBER 2012

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� Bruckner: Sinfonie Nr. 3/ Mahler:

Sinfonie Nr. 2 MACD 1265 (M02)

0 17685 12652 9

� Leclair und seine Rivalen

PC 10278 (T01)

7 619990 102781

� Heudelinne & Blainville

PC 10279 (I02)

7 619990 102798

� Schubert: Die letzten Jahre

PAS 980 (T01)

5 425004 849809

� Musik aus dem Tarasconi Codex

PAS 983 (T01)

5 425004 849830

� Beethoven: Violinsonaten

PHU 03234 (D03)

4 260277 740320

� Beethoven: Cellosonaten

PHU 03536 (E02)

4 260277 740351

� Beethoven: Missa solemnis

LPH 007 (T01)

5 400439 000070

� Cavalli: Requiem/+

PV 712091 (N01)

3 325487 120919

� Leclair: Violinkonzert op. 7

RAM 1202 (T01)

4 250128 512022

� Bach: Toccaten und Fantasien

REW 500 (Z580)

3 760195 735008

� Mahler/Wagner: Liedtranskriptionen

REW 501 (Z580)

3 760195 735015

� Bach: Sonaten und Partiten Vol. 1

REW 502 (Z580)

3 760195 735022

� Nobody’s Jig

REW 503 (Z580)

3 760195 735039

� Haydn: Trios für Esterhazy

REW 504 (Z580)

3 760195 735046

Stückzahl:

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� Strauss: Walzer, Polkas/+

REW 505 (Z580)

3 760195 735053

� Schubert: Forellenquintett/+

REW 506 (Z580)

3 760195 735060

� Scarlatti: Sonaten

REW 507 (Z580)

3 760195 735077

� Piazolla: Adios Nonino

REW 508 (Z580)

3 760195 735084

� Prokofieff: Klavierkonzerte

REW 509 (Z580)

3 760195 735091

� Kagel: Klavierwerke

REW 510 (Z580)

3 760195 735107

� Liebe, Feier und Tanz im Mittelalter

RIC 328 (Z235)

5 400439 003286

� Barocke Weihnacht

RIC 329 (I03)

5 400439 003293

� Couperin: Die Sonaten

RIC 330 (T01)

5 400439 003309

� Willaert: Chansons, Madrigali, Villanelle

RIC 331 (T01)

5 400439 003316

� Organ Collection

SIGCD 302 (I01)

6 35212 03022 6

� Kunstlied Collection

SIGCD 303 (I01)

6 35212 03032 5

� Chor Collection

SIGCD 304 (I01)

6 35212 03042 4

� Klavier Collection

SIGCD 305 (I01)

6 35212 03052 3

� Alessio Bax spielt Brahms

SIGCD 309 (T01)

6 35212 03092 9

UNSERE NEUHEITEN FÜR NOVEMBER/DEZEMBER 2012

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� Khachaturian/Lyapunov: Violinkonzert

SIGCD 312 (T01)

6 35212 03122 3

� Get Happy

STNS 30011 (T01)

0 34062 30011 2

� Debussy: Pelleas et Mélisande

SBT 31484 (H03)

7 49677 14842 3

� Emmanuel: Die sechs Sonaten

TIM1C1194 (T01)

3 377891 311940

� Smutny: Divertimento

WER 65862 (S01)

4 010228 658620

� Edition Zeitgenössische Musik

WER 65912 (Z015)

4 010228 659122

� Schönberg: Erwartung op. 16

WER 67702 (T01)

4 010228 677027

� Strawinsky: Agon

WER 67712 (T01)

4 010228 677126

� Françaix 100. Geburtstag

WER 69562 (I03)

4 010228 695625

� Mozart: Werke für 2 Klaviere

ZZT 306 (T01)

3 760009 293069

� Schubert: Die Sinfonien

ZZT 308 (Z200)

3 760009 293083

� J.C. Bach: Zanaida

ZZT 312 (R02)

3 760009 293120

� Debussy: La Mer/+

ZZT 313 (T01)

3 760009 293137

� Beethoven: Die Streichquartette

ZZT 315 (Z200)

3 760009 293151

� Italienische Barockkonzerte und

Sonaten ZZT 316 (Z235)

3 760009 293168

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IM PORTRAIT

An dieser Stelle möchten wir Ihnen monatlich einen Künstler oder Komponisten aus dem Vertriebsprogramm von note 1 music kurz vorstellen.

Verbunden ist das Portrait mit einem ausgewählten Titel zu einem attraktiven Sonderpreis.

„OHNE WIDERREDE UNSER GRÖSSTER KIRCHENKOMPONIST“ –

GOTTFRIED AUGUST HOMILIUS

Es muss ja zu Weihnachten nicht immer Bachs Weihnachtsoratorium sein… Besonders die Kirchenmusik nach Bach bietet einiges an musikalischen

Kostbarkeiten, deren Entdeckung unbedingt lohnt. Zum Beispiel Gottfried August Homilius (1714-1785): Als der Sohn eines Pfarrers aus dem sächsischen

Rosenthal nach seinem Jurastudium 1755 in Leipzig (wo er auch Johann Sebastian Bach kennenlernte)

die beiden

Ämter des Kreuz-

Virtuosi Saxoniae

kantors und Musikdirektors

der

Dresdner Hauptkirchen

antrat, war er

bereits seit 1742

Organist an der

neuen Dresdner

Frauenkirche. Zahlreiche zeitgenössische Abschriften seiner

Werke belegen die einstige Verbreitung seiner Musik.

Noch 1790 kommt der bedeutende Musiklexikograph

Ernst Ludwig Gerber zu der Einschätzung: „Er war ohne

Widerrede unser größter Kirchenkomponist“. In der Tat

wurden mancherorts seine Vokalwerke sogar noch bis zur

Mitte des 19. Jahrhunderts gespielt. Unsere Monatsempfehlung

soll deshalb einem seiner schönsten Vokalwerke

gelten. In seinem 1777 gedruckten Weihnachtsoratorium

Die Freuden der Hirten über die Geburt Jesu entwirft

Homilius ein einzigartiges Stimmungsgemälde der Weihnachtsgeschichte

aus Sicht der Hirten. Der differenzierte

Einsatz eines großen, festlichen Orchesterapparats sowie

von Chor und Solisten bestimmt den äußerst vielseitigen

Charakter dieser lange vergessenen Weihnachtsmusik.

Die auf der CD ebenfalls eingespielte Weihnachtskantate

Der Himmel steht uns wieder offen von Christian August

Jacobi (1688-nach 1725) zeigt besonders in der Behandlung

der Rezitative eine einfühlsame und expressive Vertonung

der Weihnachtsbotschaft von der Geburt Christi.

Die Aufführung aus der Dresdner Frauenkiche wird vom

international renommierten Trompeter und Dirigenten

Ludwig Güttler geleitet, einem der Initiatoren und Impulsgeber

des Wiederaufbaus der Frauenkirche.

CD-EMPFEHLUNG DES MONATS

Nur diesen Monat €9,99*

*UNVERBINDLICHE PREISEMPFEHLUNG INKL. MWST.

�HOMILIUS: WEIHNACHTSORATORIUM

JACOBI: DER HIMMEL STEHT UNS WIEDER OFFEN

Güttler/Sächsisches Vocalensemble/Virtuosi Saxoniae/+

CARUS CAR 83235 (Z580)/DDD, 2007

„Güttler betont die überbordende Weihnachts- und Lebensfreude. Wie nichts anders zu erwarten, ist ihm besonders an einem strahlenden

Glanz der Blechbläser gelegen, die hier wirklich aufhorchen lassen und für die nötige Prachtentfaltung sorgen.“ musikansich.de

„Das ist Barock, wie man ihn heute hören möchte!“ Musik und Kirche

4 009350 832350

IMPRESSUM: note 1 music gmbh . Carl-Benz-Straße 1 . D-69115 Heidelberg . Tel: 06221/720351 . Fax: 06221/720381 . info@note1-music.com . www.note1-music.com

TEXTE: Bernhard Blattmann | REDAKTION: Manfred Glaser | LAYOUT: Alice Männl - www.maennl.de | MARKETING: Sandra Kohlheyer . kohlheyer@note1-music.com

PRESSE & REPERTOIRE: Bernhard Blattmann . blattmann@note1-music.com . Tel: 06221/720267 | ADMINISTRATION: Renate Sauer . sauer@note1-music.com . Tel: 06221/720351

GESCHÄFTSFÜHRUNG: Hanno Pfi sterer . Sandra Kohlheyer . Michael Sawall

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