CD-EMPFEHLUNG DES MONATS Nur diesen Monat ... - Klassik.com

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CD-EMPFEHLUNG DES MONATS Nur diesen Monat ... - Klassik.com

VOM HIMMEL HOCH

Weihnachtslieder-Projekt

bei CARUS

VOLUMINÖS

McCreesh dirigiert

Mendelssohns Elias

AUSGABE

OKTOBER 2012

GOLDENES HÄNDCHEN

Amandine Beyers

neuer Vivaldi bei ZIG ZAG


BESTSELLER

PRESSE

NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

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WIEGENLIEDER VOL.1

Kirchschlager/Rubens/Kaufmann/Prégardien/

Hauptmann/Trekel/+

CAR 83001

FASCH: ORCHESTERWERKE VOL.3

Tempesta di Mare

CHAN 0791

KINDERLIEDER VOL.1

Tübinger Neckarschwa(l)ben/Kinderchor

SingsalaSing/Wir Kinder vom Kleistpark/+

CAR 83006

PARIS DAYS, BERLIN NIGHTS – SONGS VON WEILL/

BREL/EISLER/PIAZZOLLA/+

Lemper/Vogler Quartett/Malzew

STNS 30009

VOLKSLIEDER VOL.1

Banse/Mields/Ziesak/Fischer-Dieskau/Henschel/

Prégardien/+

CAR 83003

HÄNDEL: ALESSANDRO

Zazzo/Arias Fernández/Milanesi/Oro/Form/

Deutsche Händelsolisten/+

PC 10273

HAYDN: DIE TAGESZEITEN – SINFONIEN NR. 6-8

Kuijken/La Petite Bande

ACC 24272

CATEL: SÉMIRAMIS

Niquet/Le Concert Spirituel

GCD 921625

QUANTZ: FLÖTENKONZERTE

Theuns/Les Buffardins

ACCENT – ACC 24258

„Prägend „ für die

überzeugende

Einspielung E ist das

exzellente Spiel

Frank F Theuns'. Er

führt seine Mit-

spieler s

munter und

konzentriert durch die Kompositionsvorlagen.

Und die accompagnieren eifrig und stilsicher,

mit hörbarer Spielfreude.“ Toccata

SPOHR: DIE KLARINETTENKONZERTE

Meyer/Kammerorchester Lausanne

ALPHA – ALP 605

„Paul Meyer hat

mit seiner offenkundigenBegeisterung

das Kammerorchester

Lausanne

so angesteckt,

dass träumerische

Weisen, tänzerischer Schwung und auch die

allzeit spürbare Prise Humor glänzend zur

Geltung kommen.“ KulturSPIEGEL

HENSEL: DAS JAHR

Els Biesemans

GENUIN – GEN 12244

LETTERS TO A HOMELAND

Hewar

DREYER-GAIDO – DGCD 21073

„Herausragende

Musiker sind es,

perfekt p in der

Intonation, stilistisch

entspannt. ‚Letters

to a Homeland‘

mit dem syrischen

Hewar H EEnsemble bl zu hö hören, ist ein großes

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Vergnügen, in jeder Minute.“

ndr kultur

„Els Biesemans

bringt mit klarem,

aber niemals

verklärtem Ton das

alte Instrument zum

Singen.“

WDR 3 Tonart

TSCHAIKOWSKY: KLAVIERKONZERT NR.1

Trifonov/Gergiev/Mariinsky Orchestra

MAR 0530

REUTTER: ARIE & SINFONIE

Vermeulen/Nuovo Aspetto

ACC 24275

NIOCOLAI: HERR, AUF DICH TRAUE ICH – PSALMEN

Bernius/Kammerchor Stuttgart

CAR 83299

HAMMERSCHMIDT/ROSENMÜLLER:

MACHET DIE TORE WEIT

Arnold/Gli Scarlattisti

CAR 83375

DIE SCHÖNSTEN ALTEN KIRCHENLIEDER

Sandhoff/Wegener/Mertens/Johannsen/+

CAR 83015

GRAF/ABEL: CELLOKONZERTE UND SINFONIEN

Brandt/Hesse/L’arpa festante

ARS 38068

HEWAR – LETTERS TO A HOMELAND

Hewar/Gasparyan/Barrak/Morgenland Chamber

Orchestra/Müller

DGCD 21073

ALTENBURG/+: FESTMUSIK ZUR

REFORMATIONSFEIER 1617

Paduch/Johann Rosenmüller Ensemble

CHR 77363

WHEN WORDS FADE

Klavierduo Anderson & Roe

STEINWAY & SONS – STNS 30006

„Anderson & Roe

spielen wirklich berauschendemotional

und bestechend

perfektioniert. p Das

Anschauen A der

Bonus-DVD in dieser

CD sollte man sich in keinem Fall entgehen

lassen.“ Piano News

ROYAL RHYMES AND ROUNDS

The King’s Singers

SIGNUM CLASSICS – SIGCD 307

„Immer wieder ist

höchste Ensemblekunst

im Dienst der

Musik zu erleben,

ernsthaft interpretiert

p und doch

stets absolut leicht

wirkend, i k d ddazu iim Kl Klangbild bi enorm nuancenreich.“

Klassik.com


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

SINGEN SCHENKEN!

In der Advents- und Weihnachtszeit wurde schon immer viel gesungen,

ob im häuslichen Kreis, in der Kirche, in der Schule oder in den zahlreichen

Chören landauf-landab. Im Rahmen ihres großangelegten Liederprojekts

stellen CARUS und SWR2 als vorläufi gen Höhepunkt auf zwei

CDs die Lieder der beiden zeitgleich veröffentlichten Chorbücher vor.

Die Aufnahmen erscheinen in zwei hochwertigen CD-Sammlungen mit

einem umfangreichen, ansprechend illustrierten Booklet. Für das Weihnachtslieder-Projekt

konnten erneut gagenfrei zahlreiche prominente

Sängerinnen und Sänger, darunter Jonas Kaufmann, Angelika Kirchschlager

und Christoph Prégardien sowie verschiedene Ensembles

gewonnen werden. Die eigens geschriebenen Arrangements stammen

dabei von renommierten Komponisten. Pro verkaufter CD werden wieder

je 2 ¤ an Projekte gespendet werden, die das Singen mit Kindern

fördern. Denn: Zahlreiche Wissenschaftler – allen voran Pädagogen,

Psychologen und Hirnforscher – stimmen darin überein, dass es kaum

Wertvolleres gibt für die Entwicklung von Kindern als das gemeinsame

�EBENFALLS ERHÄLTLICH:

LIEDERBUCH INKL. MITSING-CD – CAR 2403

Das Weihnachtslieder-Buch bietet eine Auswahl von 80 Liedern: zu Advent,

Nikolaus, Weihnachten und Neujahr sowie zum Dreikönigsfest. Auf der

beiliegenden Mitsing-CD sind alle Lieder instrumental eingespielt.

ADVENTSKALENDER – CAR 2403/40

MUSIZIER- UND KLAVIERBAND – CAR 2403/03

WEIHNACHTSLIEDER – DAS TEXTHEFT – CAR 2403/30

ZWEI CHORBÜCHER MIT WEIHNACHTSLIEDERN

CARUS – CAR 2130 (3-stimmig SAM) / CAR 2140 (4-stimmig SATB)

Ausgewählte Chorsätze zu den schönsten Advents- und Weihnachtsliedern

für Konzert und Gottesdienst.

Singen. Es stärkt die Selbstwahrnehmung, die Empathiefähigkeit, die

Sprachkompetenz und die soziale Integrationskraft. Und was gibt es

Verbindenderes als gemeinsam zu singen? Zu hören sind hier deshalb

Lieder, die sich über viele Generationen hinweg erhalten haben und

ohne die eine rechte Weihnachtsstimmung gar nicht mehr vorstellbar

ist. Mit den „Weihnachtsliedern“ machen SWR2 und Carus das Fest

der Liebe zum Fest der Lieder. „Singen schenken“ lautet dabei das

Motto, das uns zum gemeinsamen Musizieren einladen will: mit CDs

zum Anhören und Mitsingen, mit mehreren Radiosendungen rund

ums Thema Advents- und Weihnachtslieder, mit kostenfreien Noten,

Liedtexten im Internet, mit hochwertigen Notenbuch-Publikationen,

einem Tisch-Adventskalender, einer Mitsing-Aktion für Chöre und

einem Internet-Portal, mit dem man ein selbst gesungenes Weihnachtslied

sogar verschenken kann (näher Informationen unter www.

liederprojekt.org).

�WEIHNACHTSLIEDER VOL.1 & 2

Kaufmann/Kirchschlager/Prégardien/Mields/Calmus Ensemble/+

CARUS CAR 83009 (T01) & CAR83010 (T01)/DDD, 2012

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

URFASSUNG

Bekanntlich entstand Bachs H-Moll-Messe in ihrem Kern bereits s 1733

als Missa aus Kyrie und Gloria. Bach unterstützte mit der Komposition osition

und der Sendung an den sächsischen Hof in Dresden seine bereits

mehrfach wiederholte Bitte um Verleihung des Titels eines „Hofcomofcompositeurs“. Diese Urfassung wird heute leider etwas vernachlässigt, ässigt,

obwohl tatsächlich nur sie auch im liturgischen Rahmen aufgeführt geführt

werden kann. Mit seinen gerade 28 Jahren kann der Dirigent Raphaël aphaël

Pichon bereits auf eine erstaunliche musikalische Karriere zurückbliückblicken, die ihn zu einem der bemerkenswerten Nachwuchstalente in der

Alte-Musik-Szene macht. Seine beiden Einspielungen der Missae breves

BWV 233-236 (ALP 130 und ALP 170) erhielten international herausrarausragende Kritiken in der Fachpresse. pres esse se.

Seine jetzt vorliegende Aufnahme

der Missa von 1733 bestätigt estätigt

erneut die großen Hoffnungen, ungen,

die in ihn gesetzt werden. n. Das

nächste größere Projekt Pichons

wird übrigens eine Einspielung pielung

von Jean-Philippe Rameaus s Oper

Raphaël Pichon (© Franck Ferville) Dardanus sein!

�BACH: �BACH: MISSA 1733

Pichon/Pygmalion

ALPHA ALP 188 (T01)/DDD, (T01)/DDD 2011

�EBENFALLS ERHÄLTLICH:

BACH: B MISSAE BREVES BWV 234 & 235/+

Pichon/Pygmalion

P

ALPHA A ALP 130 (T01)/DDD, 2007

BACH: B MISSAE BREVES BWV 233 & 236/+

Pichon/Pygmalion

P

ALPHA A ALP 170 (T01)/DDD, 2009

KEINE EINHEITSKOST

Für seine ersten geistlichen Kantaten in seiner neuen Stellung als

Thomaskantor in Leipzig hatte Johann Sebastian Bach den Ehrgeiz,

dem Magistrat und den Leipziger Bürgern zu beweisen, dass sie von

ihm keine routiniert beschauliche Kantoren-Einheitskost zu erwarten

hatten, sondern vielmehr originelle, ja bisweilen sogar eigenwillige

geistliche Musik eines selbstbewussten Kapellmeisters. Dieses Selbstbewusstsein

sollte zwar auch Anlass für zum Teil heftige Kontroversen

geben, bescherte der Nachwelt andererseits aber ein einzigartiges

Œuvre geistlicher Musik. Philippe Herreweghe hat für seine jüngste

Einspielung auf seinem neu gegründeten

Label PHI vier zwischen Juli und September

1723 entstandene Kantaten aus Bachs

erstem Leipziger Kantatenjahrgang ausgewählt.

Erneut belegt die hervorragend

besetzte Einspielung, dass man nach wie

vor in Sachen Bach an Herreweghe nicht

vorbeikommt. Um mit der Kanzlerin zu

sprechen: Bach-Herreweghe ist – im bes-

Philippe Herreweghe

(© Michel Garnier)

ten Sinne des Wortes – alternativlos.

�BACH: �BA BACCH:

ACH SÜßE SÜßER ßER TROST

LEIPZIGER LEIPZ LEIPZZIGER

KANTATEN

EN BWV WV 25/46/105 & 138

Herreweghe/Collegium Herrew

Vocale Gent/+

PHI LPH 006 (T01)/DDD, 2012

�EBENFALLS ERHÄLTLICH:

BACH: B MOTETTEN BWV 225-230

Herreweghe/Collegium H

Vocale Gent/Mields/

Guillon/+ G

PHI P LPH 002 (T01)/DDD, 2011

BACH: B MESSE H-MOLL

Herreweghe/Collegium H

Vocale Gent/Mields/

Guillon/+ G

PHI P LPH 004 (R02)/2 CDs, DDD, 2011


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

GLÜCKSFALL

Dieses Jahr h ffeiert mit La Petite Bande d eines

der wichtigsten Ensembles der historischen

Aufführungspraxis sein 40-jähriges Bestehen.

Die 1972 von Sigiswald Kuijken gegründete

belgische Formation war zunächst eigentlich

nur als kurzlebiges Projektorchester für eine

Einspielung von Jean-Baptiste Lullys Le Bourgeois

Gentilhomme gedacht. Heute gehört

sie längst zu den renommiertesten Orchestern

der historischen Aufführungspraxis weltweit

und ist aus der Alte-Musik-Szene einfach

nicht mehr wegzudenken. Viele seiner Einspielungen

erschienen bzw. erscheinen heute

auf ACCENT. Das bislang bedeutendste und

umfangreichste Projekt des Ensembles auf

diesem Label ist zweifellos der sogenannte

kleine Bach-Kantatenzyklus, bei dem Kuijken

anhand je einer Kantate für die Sonn- und

Festtage im Kirchenjahr den klingenden Beweis

für die vieldiskutierte These des amerikanischen

Bachforschers Joshua Rifkin erbringen

möchte, dass Bach die Chorsätze seiner

Kantaten mit nur einem Sänger pro Stimme

besetzt wissen wollte. Was manchem Kollegen

und Musikfreund zunächst völlig abwegig

vorkam oder sich allenfalls wie ein rein akademisches

Gedankenspiel ausnahm, erwies

sich mit jeder Folge als wahrer Glücksfall

der neueren Bach-Interpretation. Folge 15

bringt vier Kantaten zum 23.-25. sowie zum

27. Sonntag nach Trinitatis zu Gehör; darunter

die beiden bekannten Werke O Ewigkeit, du

Donnerwort BWV 60 und Wachet auf, ruft uns

die Stimme BWV 140.

�BACH: KANTATEN FÜR DAS KIRCHEN-

JAHR VOL.15 . BWV 52/60/116/140

Kuijken/La Petite Bande

ACCENT ACC 25315/SACD hybrid, DDD, 2011

�BEREITS ERSCHIENEN (AUSWAHL):

BACH: B KANTATEN VOL.14

BWV B 57/91/122/151

Kuijken/La K Petite

Bande/+ B

ACCENT A ACC 25314

(U01)/SACD ( hybrid,

DDD, D 2010

AMBITIONIERT

1625 – mitten im Dreißigjährigen Krieg – veröffentlichte

Heinrich Schütz als sein Opus

4 die Sammlung Cantiones Sacrae. Die 40

Motetten konzipierte er ursprünglich vierstimmig,

doch auf Drängen des Verlegers

erweiterte er das Werk und fügte ein fünftes

Stimmbuch mit Generalbass hinzu. Die

Sammlung gliedert sich in eine fünfteilige,

fünf zweiteilige, fünf dreiteilige Stückfolgen

und elf Cantiones. Die Cantiones Sacrae verwenden

Texte aus dem Gebetbuch des Andreas

Musculus, die sich auf Psalmen und

Hoheliedstrophen, Evangelientexte, Tischgebete,

Andachts- und Gebetstexte aus dem

Manuale und den Meditationes Divi Augustini

von Bernhard von Clairvaux sowie aus dem

katholischen Toten-Offi cium stützen. Trotz der

sicherlich auch kriegsbedingten Knappheit

der musikalischen Kräfte gehören die 40 lateinischen

Motetten zum Ambitioniertesten,

das Schütz je geschrieben hat. Der Komponist

bewegt sich hier von der kontrapunktischen

Chorpolyphonie hin zum neuen monodischen

Stil, der sich in Konzerten für Soli und Continuo

nach italienischer Art manifestiert. Dass

die expressiven Stücke nie die Popularität

etwa der Symphoniae Sacrae oder der oratorischen

Werke erlangt haben, liegt nicht zuletzt

an den hohen technischen Ansprüchen,

die der Komponist an die Ausführenden stellt.

Mit dem Dresdner Kammerchor unter Hans

Christoph Rademann präsentieren sich hier

freilich die denkbar besten Kräfte und sorgen

für ungetrübten Schütz-Genuss.

�SCHÜTZ: CANTIONES SACRAE OP.4

Rademann/Dresdner Kammerchor

CARUS CAR 83252 (R02)/2 CDs, DDD, 2012

�BEREITS ERSCHIENEN (AUSWAHL):

SCHÜTZ: S GEISTLICHE

GESÄNGE G SWV 420-431

Rademann/Dresdner

Kammerchor

CARUS C CAR 83239 (T01)

DDD, 2011

BACHS VORGÄNGER

Als l Johann h Sebastian b i Bach h 1723 sein i Amt

als Thomaskantor in Leipzig antrat, konnten

die Thomaner bereits auf eine mehr als

500-jährige Tradition zurückblicken. Bereits

vor Bach hatten namhafte Komponisten wie

Johann Hermann Schein oder Johann Kuhnau

dieses renommierte Amt in der Reichsmessestadt

inne. Freilich hat Bach für die Nachwelt

sowohl die meisten seiner Vorgänger als

auch fast alle seiner Nachfolger ziemlich ins

Hintertreffen geraten lassen. Anlässlich des

800-jährigen Bestehens des Thomanerchors

soll sich einmal das Augen- und Ohrenmerk

auf das reiche musikalische Erbe richten, das

Bach bei seinem Antritt vorfand. Der Leipziger

Kammerchor Josquin des Préz Leipzig

unter Ludwig Böhme bietet hier eine aufschlussreiche

Auswahl aus dem hörenswerten

Repertoire, das zum Teil lange vor Bach

in der Thomaskirche erklang. Zu hören sind

Kompositionen der sechs direkten Vorgänger

Bachs, von Sethus Calvisius (1556-1615) bis

hin zu Johann Kuhnau (1660-1722), den Bach

1723 im Amt des Thomaskantors beerbte.

Bemerkenswerte musikalische Einfühlsamkeit

und Stilsicherheit werden dem Leipziger

Kammerchor Josquin des Préz von Presse

und Publikum bescheinigt. Das zwölfköpfi -

ge Ensemble begeistert durch einen perfekt

ausgewogenen Chorklang und überzeugende

Qualität der einzelnen Stimmen. 1987 in

Leipzig gegründet und seit 2002 von Ludwig

Böhme geleitet, hat sich der Kammerchor als

ein renommiertes Ensemble für Alte und Zeitgenössische

Musik etabliert.

�THOMASKANTOREN VOR BACH

Werke von Calvisius/Schelle/Schein/Kuhnau/+

Böhme/Kammerchor Josquin des Préz

CARUS CAR 83342 (T01)/DDD, 2010

�EBENFALLS ERHÄLTLICH:

JOSQUIN J DES PRÉZ:

MISSA M PANGE LINGUA/

MOTETTEN M

Böhme/Kammerchor

B

Josquin J des Préz

CARUS C CAR 83345 (T01)

DDDD,

2010

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

KLINGENDE KOSTBARKEITEN

Zum Geburtstag seines Dienstherrn Herzog August von Wolfenbüttel

stellte 1662 der Sammler und Musiker Jacob Ludwig (1623-1698) eine

umfangreiche Edition mit aktueller Instrumentalmusik zusammen,

die u.a. belegt, wie schnell damals neue Musik aus Italien und Süddeutschland

den Weg in den Norden fand. Neben Werken von Schmelzer

und Bertali faszinieren auch zahlreiche nur anonym überlieferte

Kompositionen, die freilich keinen Vergleich zu scheuen brauchen und

dem Musikfreund echte klingende Kostbarkeiten erschließen. Florian

Deuter und Harmonie Universelle beleuchten in ihrer Auswahl besonders

die abwechslungsreiche Vielfalt dieser wertvollen Sammlung.

�CIACCONEN, CANZONEN UND SONATEN

VIOLINMUSIK AUS DEM PARTITURBUCH LUDWIG

Werke von Schmelzer/Bertali/Anonymus/+

Deuter/Harmonie Universelle

ACCENT ACC 24274 (T01)/DDD, 2010

UNSCHÄTZBAR

Als Hervé Niquet

vor 25 Jahren sein

Ensemble Le Concert

Spirituel gründete,

war hinsichtlich der

französischen Musik

zwar schon einiges

an Pionierarbeit geleistet worden, doch von

einem umfassenden, repräsentativen Bild

konnte noch lange nicht die Rede sein. Hier

hat sich der Dirigent unschätzbare Verdienste

erworben. Der kleine klingende Geburtstagsumtrunk

bietet einen Überblick über die

Diskographie des Ensembles, die mittlerweile

neben französischer Barockmusik auch Musik

anderer Epochen und Nationen umfasst.

�25 JAHRE LE CONCERT SPIRITUEL

Werke von Campra/Händel/Marais/+

Niquet/Le Concert Spirituel

GLOSSA GCD 921626 (G02)/2 CDs, DDD,

1999-2011

RARITÄT

Eigentlich ist Gunar

Letzbor eher für

die Entdeckung unbekannterKostbarkeiten

aus dem

süddeutschen

Sprachraum bekannt.

Hier stellt er sein untrügliches musikalisches

Gespür allerdings ausnahmsweise in den

Dienst der bekannten Violinkonzerte Bachs.

Das Ergebnis überzeugt rundum und unterstreicht

seine Bedeutung als Barockgeiger.

Die zweite CD präsentiert die Bearbeitung

Bachs von Pergolesis Stabat mater. Hier ließ

es sich Bach nicht nehmen, u.a. die Mittelstimmen

des Neapolitaners „aufzupeppen“.

�BACH: VIOLINKONZERTE BWV 1041-

1043/PSALM 51 BWV 1083/+

Letzbor/Ars Antiqua Austria/+

PAN CLASSICS PC 10277 (I02)/2 CDs, DDD,

1995/1996

HÄNDCHEN FÜR VIVALDI

Kein vernünftiger Mensch wird heute noch Igor Strawinskys ziemlich

ignorantem Bonmot beipfl ichten, Vivaldi habe ein und dasselbe Konzert

400mal geschrieben. Vielmehr hat man längst die unerschöpfl iche

Kreativität und Fantasie erkannt, mit der Vivaldi der dreisätzigen barocken

Konzertform stets Leben einzuhauchen wusste. Amandine Beyer

und ihr Ensemble Gli Incogniti beweisen mit ihrer zweiten Vivaldi-

Einspielung erneut ihr ausgesprochen glückliches Händchen bei der

Interpretation der Musik des Venezianers. Die zwei hier eingespielten

Weltersteinspielungen machen deutlich, wieviel Interessantes es noch

im überreichen Angebot Vivaldischer Konzerte zu entdecken gibt.

�VIVALDI: CONCERTI

RV 194/235/403/420/431/440/517/808

Beyer/Gli Incogniti

ZIG ZAG TERRITOIRES ZZT 310 (T01)/DDD, 2011

PORTRAIT

Im 18. Jahrhundert

waren Frankreich

und Deutschland die

Länder, in denen

die Gambenkunst

eine besondere Blüte

erlebte und das

Instrument mit herausragendem Solorepertoire

bedacht wurde. Jakob David Rattinger

nimmt uns in seiner Einspielung mit auf eine

Reise in die virtuose, nicht selten aber auch

kontemplative Welt der barocken Sologambe.

Rattinger stößt auf dieser Reise mit der

Musik des letzten großen Gambisten Carl

Friedrich Abel aber auch bis zum Herbst der

Gambe vor.

�VOYAGES – REISEN VON DEUTSCH-

LAND NACH FRANKREICH

Werke von Telemann/Bach/Marais/Abel/+

Jakob David Rattinger, Viola da gamba

TYXart TXA 12016 (T01)/DDD, 2012


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

BRILLANTES VIRTUOSENFUTTER

Neben großen Formen wie Mess- und Psalmvertonungen komponierte

Jan Dismas Zelenka (1679-1745) in seiner Eigenschaft als Dresdner

Hofkomponist auch zahlreiche kleinere geistliche Werke wie Antiphonen

oder Solo-Motetten, die bislang viel zu wenig Beachtung fanden.

Für ihre Einspielung haben der Countertenor Alex Potter und das

Capriccio Barockorchester mehrere geistliche Werke für solistische

Altstimme und Orchester ausgewählt, die eindrucksvoll die brillante

Virtuosität der Sänger in der Dresdner Hofkapelle demonstrieren. Zwei

Instrumentalwerke, die Hippocondrie ZWV 187 und die Sinfonia zum

Passionsoratorium I Penitenti al Sepolcro del Redentore ZWV 63, runden

die gelungene Einspielung mit Repertoireraritäten ab.

�ZELENKA: SOLOMOTETTEN

Barbara, dira effera! ZWV 164/Dormi nate, dormi Deus ZWV 171/+

Potter/Kiefer/Capriccio Barockorchester

PAN CLASSICS PC 10274 (T01)/DDD, 2012

KURZWEILIG

Mit der 1768 in Paris uraufgeführten

Comédie ballet La

Vénitienne bewies Antoine

Dauvergne (1713-1797) einmal

mehr, dass er die verschiedenen

Opernstile seiner

Zeit virtuos beherrschte.

In seiner Musik vereinte er

einfallsreich Elemente der

Musik Rameaus, Pergolesis,

Grétrys und Mondonvilles zu

einer individuellen Tonsprache,

die bruchlos italienische

Virtuosität mit französischem Charme und Formgefühl zu verbinden

wußte. Nach ihrer Einspielung von Grétrys Céphale et Procris (RIC 302)

geben uns Les Agrémens und Guy van Waas erneut einen ebenso

willkommenen wie kurzweiligen „Aufbaukurs“ in französischer Operngeschichte,

denn nach dem Tod Rameaus und vor der Ankunft Glucks

wurde in Frankreich eben doch interessante Musik komponiert.

�DAUVERGNE: LA VÉNITIENNE

Velletaz/Santon/Van Waas/Les Agrémens/+

RICERCAR RIC 327 (R02)/2 CDs, DDD, 2012

PARTY IN DER BOTSCHAFT

Zur französischen Botschaft in Venedig pfl egte Antonio Vivaldi offenbar

recht gute Kontakte, denn mehrmals bestellte man dort bei ihm Gelegenheitswerke

für Feierlichkeiten, die Vivaldi stets besonders sorgsam

ausarbeitete. Zum Namenstag des französischen Königs Ludwig XV.

erklang 1726 die Serenata La Senna festeggiante RV 693, in der Vivaldi

gelegentlich sogar augenzwinkernde Anspielungen auf den französischen

Stil macht. In ihrer Reihe mit italienischen Serenate liefern

Fabio Bonizzoni und La Risonanza mit dieser gelungenen Einspielung

ein weiteres überzeugendes Argument dafür, dass es sich unbedingt

lohnt, sich mit dieser bislang doch ziemlich verkannten Gattung der

barocken Vokalmusik zu beschäftigen.

�VIVALDI: LA SENNA FESTEGGIANTE

Aria Fernández/Oro/Foresti/Bonizzoni/La Risonanza

GLOSSA GCD 921513 (T01)/DDD, 2011

DAS BESTE

Wenn eines der besten

Vokalensembles unserer

Zeit eine „Best of“-CD herausbringt,

dann kann man

sicher sein, dass selbst bei

einer Doppel-CD nur ein Teil

vom tatsächlichen „Best of“

dieses Ensembles zu hören

ist, denn bei den King’s

Singers darf man getrost

davon ausgehen, dass das

Beste nicht einmal auf drei

CD Platz fi nden würde. Für

Einsteiger bietet sich hier die günstige Gelegenheit, die ungeheure

Bandbreite des Repertoires dieses Ausnahmeensembles zu entdecken

und dabei jede Menge Anregungen zu erhalten. Freunde hochkarätiger

Vokalmusik bekommen dagegen ein repräsentatives Kompendium,

was wirkliche Vokalkunst sein kann.

�THE BEST OF THE KING’S SINGERS

Werke von Pärt/Gesualdo/Sting/Chilcott/Gibbons/+

The King’s Singers

SIGNUM CLASSICS SIGCD 297 (K02)/2 CDs, DDD, 2012

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

NACHSCHLAG

Händels Orgelkonzerte gehören zu seinen beliebtesten Orchesterwerken,

benötigen aber einen fantasievollen Solisten nebst ebensolcher

Begleitung. Die Einspielung der Orgelkonzerte Op.4 (PAS 944) mit

Lorenzo Ghielmi und seinem Ensemble La Divina Armonia erhielt

wegen der erfrischenden Spielfreude des Ensembles und dem stilistisch

versierten Orgelspiel Ghielmis ungeteiltes Kritikerlob. Jetzt liefern

die Italiener den lange erwarteten Nachschlag – darunter Händels bekanntestes

Orgelkonzert Kuckuck und Nachtigall HWV 295 und eine

interessante Weltersteinspielung: den fragmentarisch überlieferten

Chaconne-Satz für Orgel und Orchester HWV 343b, der hier eigens für

die Einspielung vervollständigt wurde.

�HÄNDEL: ORGELKONZERTE

HWV 295/296/304/310/CHACONNE HWV 343b/+

Ghielmi/La Divina Armonia

PASSACAILLE PAS 990 (T01)/DDD, 2012

RENAISSANCE-HIT

Orlando di Lassos

fünfstimmiges Chanson

Susanne un jour

erlangte im 16. Jahrhundert

eine Popularität,

die mit den

Jazz-Standards J

des

20. Jahrhunderts vergleichbar ist. Zahlreiche

Bearbeitungen, ausgezierte Versionen oder Parodiemessen

zeugen von einer europaweiten

Verbreitung. Auf ihrer Einspielung für AEOLUS

haben La Villanella Basel und das Vokalensemble

Stimmwerck gleich mehrere Beispiele

für die kreative Auseinandersetzung mit der

Chanson Lassos zusammengestellt und mit

weiteren, ähnlich verbreiteten und verarbeiteten

„Renaissance-Standards“ kombiniert.

�SUSANNE UN JOUR

Werke von Lasso/Gabrieli/Selma y Salaverde/+

La Villanella Basel/Stimmwerck

AEOLUS AE 10053 (U01)/SACD hybrid, DDD,

2007

KLANGDIALOGE

KOSTBAR

Die Regierungszeit

von Elizabeth I.

(1558-1603) war ür

England eine glorreiche

Ära; in diese

Periode fällt nicht

zufällig auch die

Blütezeit der Lautenmusik. In Gemälden aus

der Zeit fi ndet man häufi g Abbildungen, auf

denen Harfe und Laute gespielt wird. Populäre

Melodien oder bestimmte Akkordfolgen

(z.B. Bergamasca, Ruggiero) wurden dabei

zum Improvisieren verwendet. Für diese Aufnahme

haben Marie Nishiyama und Rafael

Bonavita die Klangfarben der Harfe und der

Laute nebst den Besonderheiten dieser Instrumente

miteinander kombiniert, um einen

Dialog zwischen den Klängen zu schaffen.

�THE QUEENES GOOD NIGHT

Werke von Dowland/Robinson/Johnson/+

Nishiyama/Rafael Bonavita

CHRISTOPHORUS CHE 01792 (D01)/DDD, 2002

Das späte 15. und frühe 16. Jahrhundert war in Spanien eine in

mehrfacher Hinsicht bewegte Epoche: Es war die Zeit der großen

Entdeckungsfahrten von Christoph Columbus, der letzten Phase der

Reconquista, aber auch der Beginn des sogenannten Siglo d’oro der

spanischen Kultur. Der berühmte, über mehrere Jahrzehnte entstandene

Cancionero Musical de Palacio demonstriert mit seinen mehr als

450 Stücken identifi zierbarer und anonymer Komponisten eindrucksvoll

die Vielfalt und Kunstfertigkeit der Musik am spanischen Hof in

dieser Zeit. Unterstützt vom Ensemble La Morra vermittelt uns Arianna

Savall mit ihrer berührenden Stimme perfekt die faszinierende Schönheit

dieser außerordentlich kostbaren Musik.

�LUZ DEL ALVA

Spanische Lieder und Instrumentalmusik der Frührenaissance

Savall/La Morra

RAMÉE RAM 1203 (T01)/DDD, 2012

TEXTLOSE MADRIGALE

Frescobaldi war für

die Musik für Tasteninstrumente

so

bedeutsam wie

Monteverdi für die

Vokalmusik. Seine

Toccaten lassen viele

interpretatorische Freiheiten zu, sie sind

rhythmisch sehr frei und erfordern einen Sinn

für Dramatik und ausgeprägte Emotionalität.

Fabio Bonizzoni, der die Anforderungen der

seconda prattica zu Frescobaldis Zeit verinnerlicht

hat, macht aus den Toccaten „Madrigale

ohne Worte“. Er spielt sie auf einem

hervorragenden Nachbau eines italienischen

Barockcembalos und auf der einzigartigen

Orgel der Basilika Santa Barbara in Mantua.

�FRESCOBALDI: TOCCATEN &

PARTITEN

Fabio Bonizzoni, Cembalo/Orgel

GLOSSA GCD 921514 (R02)/2 CDs, DDD, 2012


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

BUTTER BEI DIE FISCHE!

Für sein zweites Oratorium Elias wählte Felix Mendelssohn einen alttestamentarischen

Stoff. Erste Pläne zu einem Oratorium über den

Propheten datieren zwar bereits aus dem Jahr 1838, aber erst 1844

begann Mendelssohn tatsächlich mit der Komposition. 1846 erfolgte

dann im Rahmen des Musikfestes in Birmingham die außerordentlich

erfolgreiche Uraufführung des Werkes, bei der vier Arien und vier Chöre

wiederholt werden mussten. Obwohl Mendelssohn auch sogleich eine

KERNREPERTOIRE

DER KÖNIG SINGT

deutsche Fassung erstellte, war die Rezeption in Deutschland einmal

mehr eher zwiespältig. Besonders nach dem Verbot durch die Nazis

und durch die betont antiromantische Haltung der Nachkriegszeit dauerte

es sehr lange, bis das Oratorium hier wieder Fuß fassen konnte

und letztendlich sogar zu dem Oratorium der Romantik überhaupt wurde.

Heute ist Mendelssohns Elias (wenngleich in der überarbeiteten

deutschen Fassung) aus dem Repertoire der Kirchen- und Konzertchöre

nicht mehr wegzudenken. Die heute vielfach praktizierte solistische

Besetzung von Chören oder auch nur ein schlanker Kammerchorklang

war den Zeitgenossen Mendelssohns allerdings völlig fremd; damals

kam vielmehr „Butter bei die Fische“. Besonders in England waren

daher Massenaufführungen keine Seltenheit. Für seine Einspielung

der englischen Urfassung hat Paul McCreesh diese Aufführungspraxis

(nicht Aufführungstradition!) berücksichtigt, die übrigens auch für die

Uraufführung in Birmingham dokumentiert ist, wo allein 270 Choristen

mitwirkten. Wie bereits bei seiner hochgelobten Einspielung von Berlioz‘

Requiem (SIGCD 280) weiß der Dirigent, die vereinigten Kräfte von

über 400 (!) Mitwirkenden souverän zu lenken und erreicht trotz aller

Üppigkeit der Besetzung ein erstaunlich transparentes Klangbild. Wer

also bislang glaubte, historisch informierte Aufführungspraxis würde

zwangsläufi g klanglich reduzierte „Magerkost“ bedeuten, der wird

hier auf besonders eindrucksvolle Weise eines Besseren belehrt.

�MENDELSSOHN: ELIJAH

(Englische Urfassung 1846)

Keenlyside/McCreesh/Wroclaw Philharmonic Choir/Gabrieli Consort &

Players/+

SIGNUM CLASSICS SIGCD 300 (N02)/2 CDs, DDD, 2012

NAHTSTELLE

Seit seiner Gründung

Kein Geringerer als

Bereits vor dem Fall

1997 gehört die Alte

Dante bezeichnete

Konstantinopels 1453

Musik zum Kernre-

Thibaut de Champa-

unterhielten die Gepertoire

des britigne

(1201-1253) als

nuesen am Galataschen

Labels SIGNUM

einen der berühm-

Hügel jenseits des

CLASSICS. Tatsächlich

testen Dichter seiner

Goldenen Horns ei-

war der erste veröf-

Zeit und betrachtenen

befestigten Han-

fentlichte Titel überhaupt überhau die Folge 1 einer te ihn als seinen legitim legitimen Vorläufer. Dabei delsstützpunkt. delsstützpunkt Im Laufe der Zeit entwickelte

Gesamteinspielung der Werke von Thomas hätte ihm auch sein „normales“ Leben einen sich dieser mehr und mehr zum Zentrum der

Tallis. In der Folgezeit entstand ein umfang- Platz in den Geschichtsbüchern verschafft, europäischen Gesandtschaften und Handelsreicher

Katalog mit Alter Musik, der mit Wer- denn er war nicht nur Graf der Champagne, niederlassungen. Die Stadt an der Nahtstelle

ken des Mittelalters bis zum frühen 19. Jahr- sondern auch König von Navarra. Vom Heili- zwischen Okzident und Orient wurde fortan

hundert die gesamte Bandbreite des Genres gen Stuhl und zahlreichen Baronen wurde er ein Ort, an dem sich die unterschiedlichen

abdeckt. Darüber hinaus fi nden sich hier mit zudem ausgewählt, den sogenannten Kreuz- Kulturen auch musikalisch begegneten. Die

dem Orchestra of the Age of Enlightenment zug der Barone (1239-1241) anzuführen. Von Aufnahme möchte diesem Zusammentref-

oder dem Gabrieli Consort & Players zahl- ihm haben sich 71 lyrische Kompositionen fen nachspüren, als z.B. Galatas italienische

reiche renommierte Ensembles und Künstler. erhalten, darunter 37 Liebeslieder, die sich Piffari mit ihren Renaissance-Oboen das

Aus Anlass seines 25-jährigen Bestehens durch eine große technische und verbale Repertoire der Janitscharen mit dem cha-

hat das Label hier eine kleine Übersicht mit Virtuosität auszeichnen. Gelegentlich nimmt rakteristischen Klang der osmanischen Oboe

ausgewählten Kostproben aus seinem Alte- er aber auch mit spitzer, respektloser Ironie aufgriffen. Dass ein Zusammentreffen auch

Musik-Katalog zusammengestellt, die für den die Ritterschaft seiner Zeit aufs Korn. Brigitte heute noch fruchtbar und ausgesprochen an-

neugierigen Musikfreund sicherlich die eine Lesne und ihr Ensemble Alla Francesca bieregend sein kann, beweist in der vorliegen-

oder andere Anregung bereithält.

ten uns hier eine repräsentative Anthologie den Aufnahme die unglaubliche Kreativität

�EARLY MUSIC COLLECTION

seiner Musik.

der beteiligten Musiker.

Werke von Vivaldi/Monteverdi/Tallis/

�THIBAUT DE CHAMPAGNE –

�LA PORTE DE FELICITÉ

Gabrieli/+

LE CHANSONNIER DU ROI

KONSTANTINOPEL 1453 ZWISCHEN

Gabrieli Consort&Players/Charivari

Höfi sche Liebe und Ritterlichkeit

OKZIDENT UND ORIENT

Agréable/+

im 13. Jahrhundert

Doulce Mémoire/Ensemble Kudsi/Erguner

SIGNUM CLASSICS SICGD 301 (I01)/DDD,

Lesne/Alla Francesca

ZIG ZAG TERRITOIRES ZZT 314 (T01)/DDD,

diverse Aufnahmedaten

AEON AECD 1221 (T01)/DDD,2012

2012

9


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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

WIEDERENTDECKT

Als einer der erfolgreichsten Filmkomponisten Hollywoods legte Miklós

Rózsa (1907-1995) immer Wert darauf, sich von diesem Metier

Auszeiten zu nehmen, in denen er für den klassischen Konzertbetrieb

komponierte. Folge 3 der Serie mit Orchesterwerken des Komponisten

präsentiert das 1953 für Jascha Heifetz entstandene Violinkonzert

Op.24 sowie Thema, Variationen und Finale, eines der erfolgreichsten

Werke Rózsas, das nach seiner Uraufführung durch Charles Munch

1934 von Größen wie Bruno Walter und Eugene Ormandy in deren

Repertoire aufgenommen wurde. Dank CHANDOS wird hier eine der

interessantesten Musikerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts wiederentdeckt,

die zu lange nur als Filmkomponist wahrgenommen wurde.

�RÓZSA: VIOLINKONZERT OP.24/KONZERT

FÜR STREICHER OP. 17/+

Pike/Gamba/BBC Philharmonic

CHANDOS CHAN 10738 (T01)/DDD, 2012

EFFEKTVOLL

�BRITISCHE KLARINETTENKONZERTE

Werke von Finzi/Arnold/Stanford

Collins/BBC Symphony Orchestra

CHANDOS CHAN 10739 (T01)/DDD, 2012

NEUE FAVORITEN

FÜR ROYALISTEN

�BRITISCHE WERKE FÜR CELLO UND

KLAVIER Vol.1 von Parry/Foulds/Delius/+

Watkins/Watkins

CHANDOS CHAN 10741 (T01)/DDD, 2012

Kein Geringer als Prinz Charles outet sich im eigens verfassten Vorwort

als Parry-Enthusiast und dürfte auf der Insel damit keineswegs allein

sein, denn Parrys Lied Jerusalem (hier in der Originalfassung) ist schon

lange eine der inoffi ziellen Nationalhymnen Großbritanniens und genießt

dort absoluten Kultstatus. Trotzdem gehört Sir Charles Hubert H.

Parry (1848-1918) zu den am wenigsten bekannten Komponisten Englands,

den es nach wie vor zu entdecken gilt. Die CD enthält übrigens

weitere Chor- und Orchesterwerke, die eng mit den Royals verbunden

sind: Sie erklangen bei Thronjubiläen, Krönungen und königlichen

Hochzeiten (z.B. erst jüngst bei der Hochzeit von Prinz William). Nicht

nur Royalisten werden hier ihre helle Freude haben!

�PARRY: ORCHESTER- UND CHORWERKE

Jerusalem/England/Te Deum/Magnifi cat/+

Roocroft/Järvi/BBC National Chorus and Orchestra of Wales

CHANDOS CHAN 10740 (T01)/DDD, 2012

ROMANTIKER

Michael Collins ge-

Wenn man sich diese

Sir Andrew Davis

hört zu den führen-

gelungenen Werke

gehört derzeit zu den

den Klarinettisten

für Violoncello und

prominentesten und

seiner Generation.

Klavier anhört, wird

eifrigsten Delius-

Hier beginnt der

man sich unwillkür-

Interpreten. In dieser

CHANDOS-Exklusiv-

lich fragen, warum

Einspielung präsen-

Künstler eine Reihe

sie nie den Weg ins

tiert er, neben der

mit Klarinettenkonzerten britischer Komponis- Repertoire fanden fanden. Paul Pau Watkins, Exklusiv- aus der Reifezeit des

Komponisten stamten.

Die hier eingespielten Konzerte von Finzi, künstler bei CHANDOS, startet eine Reihe menden Rhapsodie Brigg Fair, drei frühe Or-

Arnold und Stanford gehören zu den schöns- mit britischer Cellomusik, deren erste Folge chesterwerke, an denen sich die Entwicklung

ten englischen Kompositionen ihrer Art und bereits deutlich macht, was wir uns bislang seiner charakteristischen Tonsprache nach-

beweisen durch die ebenso einfühlsame wie an hörenswerter Musik entgehen ließen. Abvollziehen lässt. Das Klavierkonzert erklingt

effektvolle Behandlung des Instruments, dass wechslung verspricht die Tatsache, dass es dabei in der originalen Fassung von 1897,

England eben nicht das Land ohne Musik ist, sich um vier ganz unterschiedliche Komponis- die zwar Einfl üsse von Grieg und Liszt nicht

wie man besonders auf dem Kontinent früher tenpersönlichkeiten handelt. Wer sich an den verleugnen kann, aber durch eine originel-

lästerte. Die gelungene Einspielung macht Lust Cellosonaten von Brahms oder Fauré sattgele Vollblut-Romantik zu überzeugen weiß.

auf mehr englische Klarinettenkonzerte, und hört hat, der wird hier ganz bestimmt neue Howard Shelley macht sich hier zum äußerst

CHANDOS wird alsbald für Nachschub sorgen. Favoriten kennenlernen.

beredten Fürsprecher des Werks.

�DELIUS: ORCHESTERWERKE

Klavierkonzert/Brigg Fair/+

Shelley/Davis/Royal Scottish National Orchestra

CHANDOS CHAN 10742 (T01)/DDD, 2012


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

DENKMAL

Nach seinem ersten Zyklus, der bereits Mitte der 1980er bis Anfang

der 1990er Jahre entstand, wendet sich Frans Brüggen mit seinem

Orchestra of the Eighteenth Century noch einmal den Sinfonien

Beethovens zu. Innerhalb der vergangenen dreißig Jahre sind Gesamteinspielungen

der Beethoven-Sinfonien auf historischen Instrumenten

für viele zwar längst schon zur Normalität geworden, allerdings lässt

die mitreißende Unmittelbarkeit der im Oktober 2011 entstandenen

Live-Mitschnitte aus Rotterdam hier ebenso erneut aufhorchen wie

die hervorragende SACD-Aufnahmetechnik. Kein Zweifel, mit dieser

Einspielung setzt sich einer der wichtigsten Pioniere der historischen

Aufführungspraxis bereits zu seinen Lebzeiten ein nachhaltiges diskographisches

Denkmal.

�BEETHOVEN: DIE SINFONIEN

Brüggen/Orchestra of the Eighteenth Century

GLOSSA GCD 921116 (Z359)/5 SACDs hybrid, DDD, 2011

EVOLUTION Die Werke auf diesem

Tonträger repräsentieren

drei Stufen

der Entwicklung der

Blechblasinstrumente

in der zweiten Hälfte

des 18. und im frühen

19. Jahrhundert:

die Sprengung der Grenzen des Naturinstruments

nach oben durch die Nutzung der bis

dahin kaum berührten fünften Oktave der Naturtonreihe

um 1770 (Neruda), die Einführung

der Klappentrompete um 1800 (Haydn, Hummel)

und schließlich das Durchsetzen der „romantischen

Trompete“ mit Ventilen nach ca.

1828. In den Werken von Kreutzer und Millares

verwendet Edward H. Tarr dabei eine „romantische

Trompete“ in Tief-D bzw. -Es.

�TROMPETENKONZERTE

Werke von Haydn/Hummel/Neruda/Kreutzer/+

Tarr/Rolla/Franz Liszt Kammerorchester

CHRISTOPHORUS CHE 01782 (D01)/DDD, 1989

OBOEN-PERLEN

�THE ROMANTIC OBOIST

Werke von Schumann/Schubert/Pasculli/

Kalliwoda/+ . Ortega Quero/Titova

GENUIN GEN 12254 (T01)/DDD, 2012

WIEDERGEWONNEN

Obwohl man König Ferdinand IV. von Neapel nicht unbedingt als Intellektuellen

bezeichnen könnte, begeisterte er sich, außer für die Jagd

und ausgiebiges Essen, immerhin auch für die „Lira organizzata“, eine

seltsame, mittlerweile ausgestorbene Kreuzung aus Drehleier und Orgel.

Für sein „Lieblingsspielzeug“ ließ er bei den berühmtesten Komponisten

Europas Werke bestellen, die mangels verfügbarer Instrumente

allerdings bislang nicht aufgeführt werden konnten. Dank jüngster

Rekonstruktionsversuche können die reizvollen Werke Haydns, Pleyels

u.a. hier endlich wieder in ihrer Originalgestalt erklingen. Christophe

Coin und das Ensemble Baroque de Limoges erkunden in dieser Aufnahme

einen der ungewöhnlichsten Klänge der Wiener Klassik.

�LA LIRA DI NAPOLI

Werke von Haydn/Pleyel/Mozart/+

Loibner/Nouat/Miller/Coin/Ensemble Baroque de Limoges

LABORIE LC 07 (T01)/DDD, 2008

DREI FREUNDE

Die Zeit der Rebellion

Paris, Anfang der

und der Emanzipati-

1830er Jahre. Im

on des Komponisten

Mittelpunkt einer

von seinen Mäzenen:

Abendgesellschaft

So beschreibt der

im eleganten Salon

junge j Oboist Ramón

der polnischen Gräfi n

Ortega Quero das

Plater stehen wieder

19. 19 Jahrhundert J h h d t iin EEuropa und widmet seine einmal i l ddrei i jjunge MMusiker: ik die brillanten Pi-

zweite CD den romantischen Komponisten, anisten und vielbewunderten Komponisten

die beginnen, in der Musik fortan ungefi ltert Frédéric Chopin, Ferdinand Hiller und Franz

ihre Emotionen zu enthüllen. Zu hören sind Liszt. In seiner achten Einspielung für GE-

Werke für Oboe und Klavier von Schumann, NUIN vereint der Hammerklavierspezialist

Schubert, Tschaikowsky, Pasculli, Lalliet und Tobias Koch die drei Freunde wieder. Und

Kalliwoda. Der Solo-Oboist des BR-Sympho- wie immer ist der Pianist dabei auf Entdenieorchesters

erkundete die Schatztruhe der ckungsreise gegangen und wartet nun mit

Oboenliteratur und bereichert diese darüber einer interessanten Ersteinspielung auf: Die

hinaus noch mit eigenhändig arrangierten Rhythmischen Studien Op.52 von Ferdinand

Werken von Schubert und Tschaikowsky. Hiller. Ein Muss für jeden Klavierliebhaber!

�TROIS AMIS À PARIS

Werke von Chopin, Hiller und Liszt

Tobias Koch, Hammerklavier (Erard, 1842)

GENUIN GEN 12255 (T01)/DDD, 2012

11


12

NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

ENGELSKONZERT

Bläsermusik, die von Kirchtürmen erklingt,

erfreut sich nicht nur auf Weihnachtsmärkten

großer Beliebtheit. Und nicht zuletzt ist

es auch der warme Klang von Streichern und

Holzbläsern, der die Menschen in dieser Zeit

bewegt. Diese Einspielung versucht, dieses

vielfältige Konzert, wie es auch auf unzähligen

Bildern als Engelskonzert dargestellt

ist, in all seinen Schattierungen darzustellen.

Soweit diese Musik auf weihnachtliche Lieder

zurückgreift, wurden diese Themen zu

einem zeitlichen Ablauf der in der Bibel, vor

allem beim Evangelisten Lukas, übermittelten

Weihnachtsgeschichte geordnet.

�INSTRUMENTALMUSIK ZU ADVENT

UND WEIHNACHTEN

Ulmer Brassensemble/Collegium Tubicense

Ulm/+

CHRISTOPHORUS CHE 01772 (D01)/DDD,

1982/1985

VIELSEITIG

Der britische Rodolfus Choir wurde 1980 von

Ralph Allwood gegründet und rekrutiert sich

aus ausgewählten ehemaligen und aktuellen

Teilnehmern der renommierten Eton Choral

Courses. Das Weihnachtsalbum des Vokalensembles

präsentiert sowohl bewährte Titel

des einschlägigen Repertoires als auch Raritäten

wie das doppelchörige Ave Maria von

Tomas Luis de Victoria bzw. neukomponierte

Stücke wie das populäre Lux Aurumque von

Eric Whitacre. Die Vielseitigkeit und der Enthusiasmus

der Sänger machen den Chor dabei zu

einem der führenden Jugendchöre weltweit.

KOPTISCHE LITURGIE

Die Kopten sind die eingeborenen Christen

Ägyptens. Die koptische Sprache, die nur

noch in der Liturgie verwendet wird, ist eine

Fortentwicklung des Altägyptischen, das seit

den Pharaonen gesprochen wurde. Wissenschaftliche

Forschungen haben ergeben, dass

die koptische Kirchenmusik die älteste des

Christentums ist. Aufgrund des bewahrenden

Wesens der Koptischen Kirche ist diese Musik –

von Priestern und Vorsängern von Generation

zu Generation mündlich überliefert – fast unverändert

bis heute erhalten geblieben. Zu hören

sind hier sowohl Gesänge zu Weihnachten

als auch für die Passionszeit.

�LITURGIE DER KOPTISCH-

ORTHODOXEN KIRCHE

Gesänge zu Weihnachten und zur Karwoche

Kathedralchor Kairo

CHRISTOPHORUS CHE 01812 (D02)/2 CDs, DDD,

1995

REISE INS LICHT

Von den christlichen Kirchenfesten im Jahr ist

die Zeit zwischen Advent und Epiphanias sicherlich

diejenige, die sowohl Gläubige wie

Nichtgläubige gleichermaßen berührt. Die

einen feiern die Geburt Christi, die anderen

spüren die Erneuerung, die vom nahenden

Neuen Jahr und den langsam wieder länger

werdenden Tagen ausgeht. Der Choir of Jesus

College Cambridge stellt hier englische Musik

der gesamten Weihnachtszeit von Advent bis

zu Mariä Lichtmess vor. Auf dieser musikalischen

Reise ins Licht erklingen dabei Werke

vom späten 19. Jahrhundert bis in unsere Zeit.

FESTLICH

Der Dresdner Trompeter und Ensembleleiter

Joachim Schäfer hat sich für seine jüngste CD

einen besonderen Leckerbissen einfallen lassen:

Mit Jeremiah Clarkes Suite of Ayres for

the Theatre und Auszügen aus Georg Friedrich

Händels Messiah hat er zwei besonders populäre

Werke des englischen Barock ausgewählt.

Speziell für sein Trompetenensemble hat Schäfer

diese Stücke für eine spektakuläre Besetzung

von acht Trompeten in zwei Chören, Pauken

und Kammerensemble eingerichtet und

legt so eine sehr festliche Einspielung vor, die

nicht nur dem Trompetenfan das Herz höher

schlagen lässt!

�CLARKE: SUITE OF AYRES

HÄNDEL: MESSIAH FÜR ACHT TROMPE-

TEN

Trompetenensemble Joachim Schäfer

CHRISTOPHORUS CHR 77365 (T01)/DDD, 2011

ABWECHSLUNGSREICH

Unter der Leitung von Hans Pritschet bringen

das Ensemble Vokaletta und das BlechBläserConsort

Regensburg Musik zur Advents-

und Weihnachtszeit zu Gehör. Die Sänger

und Musiker aus Regensburg präsentieren

uns ein festliches Programm mit Vokal- und

Instrumentalwerken sowie Arrangements aus

unterschiedlichen Epochen und Ländern von

der Renaissance bis zur Gegenwart. Abgedeckt

wird der gesamte Zeitraum von der Verkündigung

Mariens bis zum Wunder der Heiligen

Nacht, wenn der Titel der CD wahr geworden

ist. Heute ist Christus geboren.

�A �A CHORAL CHRISTM CHRISTMAS

�MUSIK �MUSIK FÜR ADVENT, ADVEN WEIHNACHTEN, �HODIE �HODIE CHRISTUS NA NATUS EST

Werke von Victoria/Rutter/Whitacre/

EPIPHANIAS UND MARIÄ LICHTMESS FESTMUSIK ZUR WEIHNACHTSZEIT

Byrd/Holst

Werke von Britten/Howells/Rutter/Tavener/+ Werke von Poulenc/Gabrieli/Reger/+

Allwood/Rodolfus Choir

Williams/Choir of Jesus College Cambridge/+ Pritschet/Vokaletta Regensburg/BlechBläser-

SIGNUM CLASSICS SIGCD 257 (T01)/DDD, SIGNUM CLASSICS SIGCD 269 (T01)/DDD, Consort Regensburg

2010

2011

SPEKTRAL SRL 411101 (T01)/DDD, 2011


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

JENSEITS DES

KOMMERZ

ENGLISCHE

WEIHNACHTEN

Weihnachten W ih ht sollte llt eigentlich i tli h weit it mehr h Jedes d europäische äi h LLand d hhat t seine i eigenen i

sein als billiger Glühwein, hektischer Kauf- Weihnachtsbräuche und charakteristischen

rausch und aufgesetztes Gutmenschentum. Weihnachtslieder. Die Engländer können auf

Mit dem Hochfest der Geburt des Herrn fei- eine lange Tradition weihnachtlicher Musik

ert die Christenheit nämlich nichts weniger zurückblicken, deren kunstvollste Ausprägung

als die Fleischwerdung Gottes. Er begibt sich das mehrstimmige englische Carol ist. Das

auf Erden, wird ganz Mensch und teilt fortan in der Bibliothek des Trinity College Cam-

als Jesus Christus sein Leben mit den Irdibridge aufbewahrte Manuskript der Trinity

schen. Für die Menschen in den vergangenen Carol Roll (MS O.3.58) ist sogar die früheste

Jahrhunderten war dies weniger eine reine Quelle für das mehrstimmige englische Ca-

Glaubensfrage als vielmehr eine gelebte, unrol überhaupt. Die dreizehn hier aufgezeichumstößliche

Gewissheit, die sich folgerichtig neten Werke enthalten u.a. das patriotische

auch deutlich in der Musik für diese Zeit nie- Agincourt Carol, das den Sieg des englischen

derschlug. Das Vokalensemble Stimmwerck – König Heinrich V. über die Franzosen im Jahr

hier unterstützt durch Harfe, Laute und Or- 1415 in der Schlacht von Azincourt feiert, sogel

– hat sorgsam und mit großer Kenntnis wie das vielleicht berühmteste aller frühen

ein hörenswertes Programm mit Musik zu englischen Carols Ther‘ is no rose. Für sei-

Advent und Weihnachten im Spannungsfeld ne Aufnahme hat der Musikwissenschaftler

der Reformationszeit zusammengestellt: Be- und Ensembleleiter David Skinner neben

ginnend bei den Gregorianischen Gesängen den Sängern seines Vokalensembles Alamire

der katholischen Liturgie, insbesondere den auch eine ganze Anzahl mittelalterlicher Be-

sogenannten „O-Antiphonen“, die früher in gleitinstrumente eingesetzt, darunter die go-

den letzten Tagen des Advents zum Magnifi - tische Harfe (prominent besetzt mit Andrew

cat gesungen werden, und kunstvollen latei- Lawrence King!), das Psalterium, eine mit

nischen Motetten stellen sie die Entwicklung Plektron gespielte Laute, Blockfl öte sowie als

bis zum protestantischen deutschen Liedsatz besondere Attraktion ein Gemshorn. Ergänzt

eines Michael Praetorius, Samuel Scheidt werden die dreizehn Kostbarkeiten der Trinity

oder Johann Hermann Schein vor. Zu hören Carol Roll durch weitere mittelalterliche eng-

ist hier sowohl Bekanntes, fast „Volksliedhaflische Carols. Auch der Aufnahmeort der OBtes“

als auch wunderbare unbekannte Schät- SIDIAN-Produktion atmet die jahrhundertealte

ze der liturgischen Kunstmusik, die in dieser Tradition, die in Cambridge quasi allerorten

Form erstmals vorgestellt werden – alles prä- zu spüren ist: die ehrwürdige Wren Library im

sentiert im lupenreinen Vokalklang.

Trinity College Cambridge.

�WEYNACHT GESAENGE

Advent und Weihnachtsmusik der Renaissance

und des Frühbarock

Stimmwerck/+

CHRISTOPHORUS CHR 77364 (T01)/DDD, 2012

�EBENFALLS ERHÄLTLICH (AUSWAHL):

GYRI G GYRI GAGA – LUST

UND U LEBEN IN DER

DEUTSCHEN D RENAIS-

SANCE S

Stimmwerck S

CHRISTOPHORUS C

CHR

77311 7 (T01)/DDD, 2008

�DEO GRACIS ANGLIA ! – MITTEL-

ALTERLICHE ENGLISCHE CAROLS

Skinner/Alamire/Lawrence King/+

OBISIDIAN OBSCD 709 (T01)/DDD, 2012

�EBENFALLS ERHÄLTLICH (AUSWAHL):

HENRY’S H MUSIC

Werke W von Henry VIII/

Taverner/Fayrfax/+

T

Skinner/Alamire/+

S

OBSIDIAN O OBSCD 705

(T01)/DDD, ( 2007

GELUNGENER

WEIHNACHTSMIX

Weihnachtsprogramme W ih ht von Chö Chören und d A

cappella-Ensembles mag es einmal viele

geben, doch nur selten darf man eine so

ausgewogene und gelungene Mischung

erleben wie sie den acht Sängerinnen und

Sängern von Voces8 in ihrem vierten Album

für SIGNUM CLASSICS gelungen ist. Neben

den Klassikern von Michael Praetorius oder

Francis Poulenc erklingen nicht nur zahlreiche

Raritäten etwa von Peter Warlock und Peter

Cornelius, sondern auch neue Arrangements

traditioneller Stücke, die zusätzlich ein neues,

unverbrauchtes Hörerlebnis bereiten. Gleichwohl

gelang dem Ensemble hier ein Weihnachtsalbum,

das mindestens genauso das

Herz erwärmt wie unsere bisherige Lieblings-

Weihnachtsplatte, die wir womöglich schon

seit Jahrzehnten an Weihnachten abspielen.

Das 2003 gegründete gemischte englische

Vokalensemble hat sich mit seiner unkonventionellen

Art des Auftritts und der Programmgestaltung

in kürzester Zeit an die Spitze der

A-cappella-Welt gesungen. Das Repertoire

der acht jungen Briten reicht von früher Polyphonie

über originelle Jazz-Arrangements bis

hin zu Popmusik und wird in ihren Konzerten

ebenso unverkrampft wie überzeugend

nebeneinandergestellt. Zwei Jahre nach der

Gründung schaffte Voces8 2005 mit dem

ersten Preis beim Internationalen Chor Grand

Prix in Gorizia (Italien) den Durchbruch und

hat inzwischen neben England bereits zahlreiche

Länder Europas sowie die USA, Afrika

und Asien bereist.

�VOCES8 – CHRISTMAS

Werke von Poulenc/Praetorius/Gorecki/+

Voces8

SIGNUM CLASSICS SIGCD 291 (T01)/DDD,

2011

�EBENFALLS ERHÄLTLICH (AUSWAHL): 13

A CHORAL TAPESTRY

Werke W von Bruckner/

Byrd/Reger/+

Voces V 8

SIGNUM S CLASSICS SIGCD

283 2 (T01)/DDD, 2011


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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

PREISGEKRÖNT

Das Klavierwerk von Claude Debussy gehört

zum Bedeutendsten und Einfl ussreichsten,

was die französische Musik im späten 19.

und frühen 20. Jahrhundert hervorgebracht

hat. Entsprechend gut sind seine bekanntesten

Klavierwerke auf Tonträger dokumentiert,

wenngleich Gesamtaufnahmen nach

wie vor eher selten sind. Der Bretone Jean

Effl am Bavouzet (Jahrgang 1962) hat in den

vergangenen Jahren bei CHANDOS eine vielbeachtete

Komplettedition vorgelegt, wofür

er zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat,

darunter einen Preis des BBC Music Magazine

für Teil 3 und einen Gramophone Award für

Teil 4. Bavouzet gilt gemeinhin als die letzte

künstlerische Entdeckung des legendären

Pierre Sancan am Pariser Conservatoire.

1986 gewann er den ersten Preis beim Internationalen

Beethoven-Wettbewerb in Köln

und ging zudem als Sieger aus den “Young

Concert Artists Auditions” in New York hervor.

Seine mit zahlreichen Preisen bedachten

Einspielungen und brillanten Aufführungen

im Konzertsaal haben Bavouzet als einen

der herausragendsten Pianisten seiner Generation

etabliert. Er hat mit Dirigenten wie

Pierre Boulez, Valery Gergiev, Neeme Järvi,

Ingo Metzmacher, Christoph von Dohnányi

oder Sir Andrew Davis zusammengearbeitet.

In den vergangenen Jahren hat er mit zahlreichen

berühmten Klangkörpern konzertiert,

darunter mit dem London Philharmonic Orchestra,

dem New York Philharmonic, dem

Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem

Boston Symphony Orchestra, dem Philharmonia

Orchestra und ist mit einer Vielzahl

weiterer Ensembles aufgetreten. Rechtzeitig

zum Debussy-Jahr 2012 hat CHANDOS die

einzelnen Folgen zu einer preiswerten Box

zusammengefasst. Damit liegt eine der wenigen

Gesamteinspielungen der Klavierwerke

Debussys vor, die auch das kürzlich wiederentdeckte

späte Klavierstück Les soirs illuminés

par l'ardeur du charbon berücksichtigt.

�DEBUSSY: DAS KLAVIERWERK

Jean-Effl am Bavouzet, Klavier

CHANDOS CHAN 10743 (L05)/5 CDs, DDD,

2012

MUSIK DES HERBSTES

Erfunden von Luigi

Boccherini, setzte

sich das Klavierquintett

im 19. Jahrhundert

endgültig als eigenständige

Gattung

durch, besonders

durch Meisterwerke von Schumann, Brahms

und Franck. Zu diesen dürfen getrost auch die

beiden Gattungsbeiträge von Gabriel Fauré

gerechnet werden, wobei sie in Deutschland

nie die Popularität erreichten, die sie eigentlich

verdient hätten. In Frankreich rechnete

Charles Koechlin das Quintett Op.89 immerhin

zu Faurés besten Werken, und Kenner

schätzen es als Markstein zum Spätstil des

Komponisten. In seiner dritten Folge der Gesamteinspielung

der klavierbegleiteten Kammermusik

Faurés stellen Erik Le Sage und

das Quatuor Ébène diese im besten Sinne

herbstliche Musik des Meisters der französischen

Kammermusik vor.

�FAURÉ: KLAVIERQUINTETTE

OP.89 & OP.115

Le Sage/Quatuor Ébène

ALPHA ALP 602 (T01)/DDD, 2010

DEBUSSY AUS BELGIEN

Debussys Musik hat

mehr mit Belgien zu

tun als man zunächst

vielleicht glauben

würde: Das Streichquartett

in g etwa

ist dem belgischen

Ysaÿe Quartett gewidmet, das es 1894 in

Brüssel spielte, und das königliche Konservatorium

in Brüssel bestellte bei Debussy mit

den Danses sacrées et profanes ein Werk

für seine Harfen-Klasse als Repertoirestück

für die neue chromatische Harfe. Francette

Bartholomée ist heute eine der wenigen

Harfenistinnen, die noch die spezielle Spielweise

für diesen außer Gebrauch gekommenen

Harfentyp beherrschen, und so liegt hier

eine der wenigen Aufnahmen vor, bei denen

die klanglich faszinierendere Originalfassung

erklingt. Das herausragende Quatuor Danel

rundet diesen gelungenen belgischen Beitrag

zum Debussy-Jahr ab.

�DEBUSSY: KAMMERMUSIK

Streichquartett in g/Trio in G/Danses sacrées

et profanes

Quatuor Danel/Bartholomée/Blumenthal

FUGA LIBERA FUG 595 (T01)/DDD, 2012

PIANISTEN– WAGNER

Mangels Aufführungsmöglichkeiten

und Tonaufnahmen

fand die Musik Richard

Wagners zunächst

hauptsächlich

über Klaviertran-

skriptionen den Weg

zum Musikfreund.

Vestard Shimkus präsentiert hier allerdings

Transkriptionen, die nicht nur bloße Übertragungen

sind, sondern sich jeweils auf ihre

Weise kreativ mit der Musik auseinandersetzen.

Die selten zu hörende, monumentale

Fantasie in fi s-Moll WWV 22 ist dabei eine

willkommene Repertoirebereicherung. Für

seine eigene Bearbeitung von Isoldes Liebestod

hörte sich Shimkus wieder und wieder

eine Orchesteraufnahme der Opernszene an

und ließ sich solange von den Besonderheiten

der Orchestrierung inspirieren, bis er

genau wusste, wie sie am ehesten auf dem

heutigen Konzertfl ügel umsetzbar sind.

�WAGNER IDYLL – KLAVIERWERKE

UND TRANSKRIPTIONEN

Isoldes Liebestod/Fantasie WWV 22/

Spinnerlied/Siegfried-Idyll

Vestard Shimkus, Klavier

ARS PRODUKTION ARS 38123 (U01)/SACD

hybrid, DDD, 2012

ÜBERFÄLLIG

Viktor Ullmann

(1898-1944) gehört

zusammen mit Erwin

Schulhoff zu den

bekanntesten Komponisten,

die von

den Nazis ermordet

wurden. Nicht zuletzt aufgrund der Qualität

seiner Musik gehörte er zu den ersten Komponisten,

deren Werk in der jüngsten Vergangenheit

wiederentdeckt und umfassend

gewürdigt wurde. Ullmanns sieben zwischen

1936 und 1944 entstandene Klaviersonaten

sind ohne Zweifel ein gewichtiger Beitrag zur

Gattung der Klaviersonate im 20. Jahrhundert,

deren erste Gesamteinspielung seit zwanzig

Jahren längst überfällig war. Die amerikanische

Pianistin Jeanne Golan, die sich intensiv

mit dem Werk Ullmanns beschäftigt, ergänzt

ihre Einspielung für STEINWAY & SONS mit

einem verworfenen Satz aus der fünften Klaviersonate.

�ULLMANN: DIE KLAVIERSONATEN/

MENUETT (TOTENTANZ)

Jeanne Golan, Klavier

STEINWAY & SONS STNS 30014 (R02)/2 CDs,

DDD, 2011


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

LONDONER MAHLER

Mit seinem in den Jahren 2007 bis 2011 jeweils im Rahmen von Konzertaufführungen

entstandenen Mahler-Zyklus auf LSOlive bewies Valery

Gergiev nicht nur mit jeder Folge, dass es tatsächlich so etwas

wie eine eigenständige russische Mahler-Tradition gibt, er empfahl

sich auch gleichzeitig als einer der interessantesten Mahler-Exegeten

unserer Zeit, wobei das London Symphony Orchestra seinem Chefdirigenten

bei seiner Erkundung des Mahlerschen Sinfoniekosmos‘ bei

jeder Aufführung bedingungslos bis ins kleinste Detail folgte. Die in-

UNERHÖRTER MAHLER

In dieser Live-Aufnahme

aus der Royal Festival Hall

dringt das auf historischen

Instrumenten spielende

Orchestra of the Age of

Enlightenment in Bereiche

vor, die bislang fest

in der Hand der konventionellen

Sinfonieorchester

schienen: die Musik von

Gustav Mahler. Unter der

Leitung des russischen

Dirigenten Vladimir Jurowski

und mit der Sopranistin Sarah Connolly erkundet man nicht

nur dessen bekannten Lieder-Zyklus Lieder eines fahrenden Gesellen

(1893-1896), sondern auch Mahlers beeindruckenden ersten Vorstoß

in die großangelegte Orchestermusik. Die außerordentlich packende

und wuchtige Totenfeier von 1888 arbeitete Mahler wenig später zum

Eröffnungssatz seiner zweiten Sinfonie um. Den Musikern des Orchestra

of the Age of Enlightenment gelingt es dabei, der Musik Mahlers

scheinbar ganz neue, in Wirklichkeit aber ursprüngliche Nuancen zu

entlocken. In der Tat, ein wirklich unerhörter Mahler aus London, der

dem Musikfreund sicherlich einige Aha-Erlebnisse bescheren wird.

�MAHLER: LIEDER EINES FAHRENDEN GESELLEN/

TOTENFEIER

Connolly/Jurowski/Orchestra of the Age of Enlightenment

SIGNUM CLASSICS SIGCD 259 (T01)/DDD, 2011

ternational mit viel Kritikerlob bedachten

einzelnen Folgen werden hier in einer

ansprechend gestalteten Box zusammengefasst,

die dank der bewährten SACD-

Aufnahmetechnik bei LSOlive auch klanglich

rundum zu überzeugen weiß. Die

nächsten kompletten Sinfoniezyklen mit

Valery Gergiev auf dem orchestereigenen

Label werden übrigens die Gattungsbeiträge

von Johannes Brahms sowie jene

des polnischen Komponisten Karol Szymanowski

umfassen. Man darf jeweils

gespannt sein!

�MAHLER: DIE SINFONIEN

Gergiev/London Symphony Orchestra/+

LSOlive LSO 0730 (D10)/10 SACDs hybrid, DDD, 2007-2011

LUXEMBURGER RAVEL

Valery Gergiev (© Alberto Venzago)

PRESSESTIMMEN:

BBC Radio 3 CD Review Critics’ Disc of the Year: Sinfonie Nr.7

Classica-Répertoire Disc of the Year: Sinfonie Nr.6

FonoForum Empfehlung des Monats: Sinfonie Nr.6

BBC Music Magazine Disc of the Month: Sinfonie Nr.7

International Record Review IRR Outstanding: Sinfonien Nr.2/5/8/9

Le Monde de la Musique Choc: Sinfonie Nr.6

Gramophone Editor’s Choice: Sinfonie Nr.6

Audiophile Audition Disc of the Month: Sinfonie Nr.2

Audiophile Audition Disc of the Year: Sinfonie Nr.6

Schon seit seinen glanzvollen

Anfängen in den

1930er Jahren bei Radio

Luxemburg (RTL) ist das

Orchestre Philharmonique

du Luxembourg

(OPL) europaweit präsent.

Mit seiner Heimat, dem

Großherzogtum Luxemburg,

teilt das OPL eine

besonders europäische

und weltoffene Haltung.

Das Orchester mit seinen 98 Musikern aus rund 20 Nationen ist mit

zahlreichen Konzerten und Aktivitäten in der gesamten Großregion

präsent. Tourneen führen das OPL darüber hinaus in zahlreiche Musikzentren

Europas sowie nach Asien und in die USA. Die Einspielung mit

drei der bekanntesten Orchesterwerke von Maurice Ravel markiert den

Beginn einer längerfristigen Zusammenarbeit mit dem Label ZIG ZAG

TERRITOIRES. Die Mezzosopranistin Karine Deshayes liefert dabei eine

bewegende Interpretation des faszinierenden Orchesterlied-Zyklus‘

Shéhérazade, der sich ganz in der Tradition der legendären Regine

Crespin bewegt, übrigens einer der früheren Mentoren der französischen

Sängerin.

�RAVEL: BOLÉRO/LA VALSE/PAVANE/SHÉHÉRAZADE/+

Deshayes/Krivine/Orchestre Philharmonique du Luxembourg

ZIG ZAG TERRITOIRES ZZT 311 (T01)/DDD, 2012

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

TRADITIONSLINIEN

Eine Zeitspanne von nicht weniger als zwei

Jahrhunderten J

umfassen die von Yury Revich

hier interpretierten Werke russischer Violinliteratur.

Die Komponisten stellen allesamt

bedeutende Persönlichkeiten des russischen

und internationalen Musiklebens dar. Die

personellen und institutionellen Anknüpfungspunkte

kt der d einzelnen i l Kü Künstler lassen Verbindungs- und Traditionslinien

erkennbar werden, die sich durch die gesamte Auswahl ziehen.

�RUSSIAN SOUL – WERKE FÜR VIOLINE UND KLAVIER

Werke von Balakirev/Glasunow/Prokofi eff/Schostakowitsch/+

Revich/Babor

ARS PRODUKTION ARS 38121 (U01)/SACD hybrid, DDD, 2012

GESELLSCHAFTSTÄNZE

LECKER, LECKER!

Die zahlreichen Sammlungen mit Tafelmusiken

und Bratensinfonien belegen genauso die

enge Verbindung von Kulinarik und Musik wie

der wohl prominenteste Gourmet der Musik

Gioacchino Rossini. Nicht von ungefähr spricht

man z.B. auch von einem fein komponierten

Menü. Auf dieser CD sind Musikstücke zusammengetragen,

t di die di die Herzen von musikalischen und kulinarischen

Gourmets gleichermaßen höher schlagen lassen.

�MUSIK FÜR GOURMETS

Werke von Telemann/Chabrier/Boccherini/Strauss

Diverse Interpreten

THE GIFT OF MUSIC CCL 1266 (K01)/DDD, 2012

MUTIG

Die beliebten Tanzshows im Fernsehen beweisen,

der noch gestern häufi g totgesagte

Gesellschaftstanz lebt und erfreut sich bester

Gesundheit. Die Zusammenstellung bei THE

GIFT OF MUSIC präsentiert nahezu alle gängigen

Gesellschaftstänze und lädt dazu ein,

auch daheim das Tanzbein zu schwingen und

endlich dli h einmal i l altes lt TTanzschul-Wissen

wieder aufzufrischen. Andern-

falls könnten man sich womöglich beim nächsten Ball bis auf die Knochen

blamieren.

�ESSENTIAL BALLROOM

Diverse Interpreten

THE GIFT OF MUSIC CCL 1265 (K01)/DDD, diverse Aufnahmedaten

Harfenisten scheinen ja eher einen Bogen um

die Neue Musik zu machen, nicht so die Britin

Eleanor Turner: Sie präsentiert mutig eine

Auswahl mit Werken zeitgenössischer Komponisten

aus aller Welt, die in ihren Stücken nicht

nur Bezug auf ihre Heimat nehmen, sondern

auch die volle Bandbreite der Klänge und Effekte

demonstrieren, die mit Harfe erzeugt werden können.

�THE CROWN OF ARIADNE

Werke von Schafer/Mayuzumi/Leef/Henneman/+

Eleanor Turner, Harfe

CHAMPS HILL RECORDS CHRCD 041 (P01)/DDD, 2011

FASZINIEREND

Nur wenige Blasinstrumente wirken für sich

allein. Dies gilt zweifellos für das Saxophon,

das wie kaum ein anderes Blasinstrument über

eine breite Klang- und Ausdruckspalette verfügt

– von verführerischer Samtigkeit bis hin zu

expressiver Schärfe. Der polnische Saxophonist

Ryszard Żołędziewski stellt hier anhand von

KKompositionen iti aus dder

zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die faszinierenden

Ausdrucksmöglichkeiten seines Instruments vor.

�COLORS OF SAXOPHONE

Werke von Micháns/Tanaka/Noda/Fournier/+

Ryszard Żołędziewski, Alt-Saxophon

DUX DUX 0892 (T01)/DDD, 2011

JAGDFIEBER

Die Schonzeit ist vorbei und die Jagdsaison hat

begonnen, da kommt die 3 CD-Box von PHAIA

gerade recht! Neben einer Hubertusmesse erklingen

auf den beiden anderen CD jede Menge

traditioneller französischer Jagdmusiken

und Hornsignale. Der Jagd auf diese Weise

einmal rein musikalisch zu frönen, ist sicherlich

nicht nur die politisch korrekteste, sondern auch die preiswerteste

Art, dem edlen Waidmannshandwerk nachzugehen.

�HUBERTUSMESSE/FRZ. FANFAREN UND JAGDMUSIKEN

Le Débuché de Paris/Le Bien-Allé de Compiègne

Diverse Interpreten

PHAIA PHU 02729 (D03)/3 CDs, ADD/DDD, 1978/1984/1996

BEREICHERND

Mit seinem Kammermusikwerk hat Schostakowitsch

sicherlich einen der bedeutendsten

Beiträge zur dieser Gattung im 20. Jahrhundert

geleistet. PHAIA hat hier seine Klaviertrios sowie

die beiden Sonaten für Violine bzw. Viola

in exzellenten Aufnahmen mit Yakov Kasman

am Klavier wiederveröffentlicht. Einsteiger fi nden

d hi hier einen i preiswerten i Zugang zu Schostakowitsch, der Kenner

hingegen wertvolle Bereicherungen seiner Diskothek.

�SCHOSTAKOWITSCH: KLAVIERTRIOS NR. 1 & 2/VIOLIN-

SONATE/BRATSCHENSONATE

Kasman/Macecek/Prause/Bukac

PHAIA PHU 03031 (E02)/2 CDs, DDD, 2005/2006

AUSWAHL

Das 1992 gegründete Schlagzeugquartett ensemblebash

feiert sein 20-jähriges Bestehen

mit einer spannenden Auswahl an Stücken,

welche die Musiker zwischen 2002 und 2012

in Auftrag gegeben haben. Namhafte britische

Komponisten zeugen dabei von der Reputation

des Ensembles als eine der innovativsten und

bbahnbrechenden h b h d KKammermusikformationen

Großbritanniens.

�A DOLL’S HOUSE

Werke für Schlagzeugensemble von Fitkin/Skempton/Bedford/+

ensemblebash

SIGNUM CLASSICS SIGCD 294 (T01)/DDD, 2011


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

ALLES HORN!

„Der Traum eines

Nashorns“ – so nennt

der norwegische

Komponist Trygve

Madsen (Jahrgang

1940) eines seiner

Stücke und deutet

damit treffend ein Hauptcharakteristikum seiner

Musik an: humoristisch, fantastisch und

innovativ. Für Christoph Eß, den Solohornisten

der Bamberger Symphoniker ist das

Werk des Norwegers eine wahre Fundgrube,

fi nden sich doch darunter zahlreiche Kompositionen

für sein Instrument. Eß nimmt das

zum Anlass, seine Debüt-CD bei GENUIN ganz

dem norwegischen Querdenker zu widmen.

Das Instrument wird dabei mit Sololiteratur,

als Kammer- und als Konzertinstrument

eingesetzt. So facettenreich und tänzerisch

leicht klang wohl selten zuvor ein Horn. Ein

Ohrenschmaus für Neugierige und ein Muss

für Freunde des Instruments!

�MADSEN: WERKE FÜR HORN

Eß/Tewinkel/Bamberger Symphoniker/+

GENUIN GEN 12252 (T01)/DDD, 2012

LUXEMBURG MODERN

Der gebürtige Luxemburger

Georges

Lentz (*1965) wird

hier mit drei Orchesterkompositionen

vorgestellt. Den

Spektralisten nahe

stehend, stehend ist er doch ein typisch postmoder-

ner Komponist, denn es fi nden sich bei ihm

statistische Elemente à la Xenakis genauso

wie an Messiaen erinnernde Choräle oder

gar die hochexpressive Akkordsequenzen der

Neoromantiker. Die zahlreichen prominenten

Musiker, die Kompositionen bei ihm bestellt

haben, sprechen für die Qualität und die Attraktivität

von Lentz. In der vorliegenden Aufnahme

ist es die deutsche Bratschistin Tabea

Zimmermann, die ihr einzigartiges Können in

den Dienst seiner Musik stellt. Das Orchestre

Philharmonique du Luxembourg unter Emilio

Pomarico bricht ebenfalls eine Lanze für

seinen Landsmann.

�LENTZ: ORCHESTERWERKE

GUYUHM/MONH/NGANGKAR

Zimmermann/Pomarico/Orchestre Philharmonique

du Luxembourg

TIMPANI TIM 1C1184 (T01)/DDD, 2010

SYMBIOSE

Mittlerweile sechzehn

Jahre gibt es

das mit zahlreichen

Kammermusikpreisen

bedachte Duo

Arp Frantz. Auch auf

ihrer dritten GENU-

IN-Einspielung überzeugen Julian Arp und

Caspar Frantz erneut mit ihrer immer stilsicheren

und dabei zugleich doch modernen

Lesart. Wie sehr sich das Duo in der Musik

Bachs und Kurtágs zu Hause fühlt, zeigt sich

nicht nur durch ihr schwärmerisch virtuoses

Zusammenspiel bei Bachs Gambensonaten,

sondern auch durch ihre einfühlsame und

behutsame Interpretation der stets kurzen,

fast aphorismenhaften Kurtág-Stücke, die

hier unaufdringlich zwischen die Sonaten

Bachs platziert wurden. Musik von be(un)ruhigender

Intensität, die tief berührt, weil hier

Barockmusik und zeitgenössische Musik geradezu

eine Symbiose einzugehen scheinen.

�BACH & KURTÁG – WERKE FÜR

VIOLONCELLO UND KLAVIER

Duo Arp Frantz

GENUIN GEN 12256 (T01)/DDD, 2012

VERGESSEN

Von allen Komponisten

aus dem

Dunstkreis von César

Franck ist Charles

Bordes (1863-1909)

wohl der am meisten

zu Unrecht vergesse-

ne ne. Als Organist und Chorleiter Cho an St. Gervais

in Paris organisierte er Konzerte mit geistlicher

Renaissancemusik und gründete 1894

zusammen mit Vincent d’Indy und Alexandre

Guilmant die Pariser Schola Cantorum. Sein

früher Tod bedingte nicht nur ein schmales

Œuvre, sondern auch das rasche Vergessen

des Komponisten. Die CD vereinigt einige seiner

schönsten Lieder, die sich allesamt durch

eine persönliche Tonsprache auszeichnen, die

ein wenig an Duparc oder Chausson mit einer

kleinen Prise Poulenc erinnert. Sein nicht

minder hörenswertes Klavierœuvre ergänzt

die CD beim Entdeckerlabel TIMPANI sinnvoll.

�BORDES: LIEDER/DIE KLAVIERWERKE

Marin-DNah egor/Bou/Duchable

TIMPANI TIM 1C1196 (T01)/DDD, 2012

GNOSTISCH

Die Musikgeschichte kennt viele umfangreiche

vokalsinfonische Werke, die auf den

Evangelien des Neuen Testaments basieren.

Die bekanntesten sind dabei ohne Zweifel

die Passionen Bachs. In dieser Tradition steht

auch das 2011 in Riga aufgeführte Oratorium

Maria Magdalena des estnischen Komponisten

Peeter Vähi, denn es vertont das Evangelium

nach Maria Magdalena. Das erst 1896 in

Ägypten auf einem Papyrus entdeckte Evangelium

gehört zu den Apokryphen des Neuen

Testaments, d.h. es ist eine der Schriften, die

von der Kirche nicht in den biblischen Kanon

übernommen wurden. Es handelt sich um eine

gnostische Schrift, die auf etwa 160 n.Chr. datiert

wird. Im Gegensatz zur konventionellen

kirchlichen Tradition ist Maria Magdalena hier

keine büßende Sünderin, sondern verkündet

ihre philosophischen Betrachtungen zur Botschaft

und Auferstehung Christi. Nach allgemeiner

Forschungsmeinung war das Original

der Schrift in griechischer Sprache verfasst.

Leider ist das Evangelium lediglich fragmentarisch

erhalten. Der bewahrte Textbestand

des Werks ist in sahidisch, einem ausgestorbenen

koptischen Dialekt verfasst und ist im

Codex Berolinensis Gnosticus 8502 enthalten,

der auf das 5. Jahrhundert datiert wird. Das

Evangelium besteht im ersten Teil aus Dialogen

zwischen dem auferstandenen Jesus und

seinen Jüngern und Jüngerinnen. Es enthält

außerdem im zweiten Teil eine Vision Maria

Magdalenas. Für seine Vertonung des Textes

greift Vähi zwar auf das koptische Original

zurück, vermeidet aber direkte Anleihen bei

der koptischen Liturgie oder die Verwendung

koptischer Instrumente. Die Tonsprache Vähis

ist im besten Sinne eklektizistisch, was dem

überwältigendem Erfolg bei der Uraufführung

sicherlich zuträglich war, denn dadurch erreicht

der Komponist eine Zugänglichkeit, die

der gnostische Text eher nicht besitzt.

�VÄHI: MARIA MAGDALENA

Joost/Mixed Choir Latvija/Riga Dom Cathedral

Boys Choir/Latvian National Symphony

Orchestra/+

ESTONIAN RECORD PRODUCTIONS ERP 5412

(U01)/SACD hybrid, DDD, 2011

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NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

PLAUSIBLE ORDNUNG

MISCHKLANG

Nach Vorstudien an der

Musikhochschule Lübeck

1993-1998 studierte Ben-

jamin j Schweitzer (*1973)

an der Hochschule für

Musik „Carl Maria von

Weber“ in Dresden u.a.

Komposition bei Wilfried

Krätzschmar. Die

auf dieser CD der Edition

Deutscher Musikrat versammeltenKammermusik-Werke

Schweitzers

markieren einen kompositorischen Wendepunkt seines Schaffens, der

sich einer Suche nach neuen Ausdrucksformen verdankt. Zwischen

2005 und 2008 entstanden, dokumentieren sie zugleich das Streben

nach etwas, das man als „Schönheit“ begreifen könnte: die Suche

nach einer plausiblen Ordnung von Klängen sowohl in der zeitlichen

Dimension als auch innerhalb eines Raums, der eine bestimmte Art

von ästhetischer Erfahrung ermöglicht.

�SCHWEITZER: KAMMERMUSIK

Engel/Ensemble Courage

WERGO WER 67532 (S01)/DDD, 2012

Das vorliegende Album

feiert das 10-jährige Bestehen

des Ensembles

Resonabilis. Die 2002

gegründete estnische Formation

erhält ihren weltweit

einzigartigen charakteristischen

Klang durch

das Volksmusikinstrument

der estnischen Kantele,

einem traditionellen Zupfinstrument

mit bis zu 36

Drahtsaiten, das besonders in der Volksmusik Finnlands, Estlands und

Kareliens verbreitet ist. Es gibt dabei nur wenige Volksmusikinstrumente,

deren Klang sich so perfekt mit klassischen Instrumenten verbindet.

Zahlreiche estnische und ausländische Komponistinnen und Komponisten

haben sich bisher vom Klang der estnischen Kantele inspirieren lassen.

Resonabilis präsentiert hier einige besonders gelungene kreative

Auseinandersetzungen mit dem Instrument.

�NORTH WIND, SOUTH WIND – NEUE MUSIK MIT KANTELE

Werke von Reinvere/Kozlova/Birman/Nints/+

Resonabilis

ESTONIAN RECORD PRODUCTIONS ERP 5612 (T01)/DDD, 2011/2012

STUDIOSCHÄTZE

Bereits in den sechziger

Jahren J des vergangenen

Jahrhunderts J

schuf WER-

GO mit der „studio reihe

neuer musik“ ein Markenzeichen

der avancierten

zeitgenössischen Musik.

Zum 50. Label-Jubiläum

bringt WERGO nun diese

Höhepunkte der Musikgeschichte

des 20. Jahrhunderts

erstmals auf CD in

exzellenter Klangqualität

heraus. Die „studio reihe“ wird hier fortgesetzt mit Werken von Luc

Ferrari (1929-2005): In Und so weiter pour piano électrique et bande

magnétique verweben sich Klavier und Tonbandklänge in einen

komplexen Dialog miteinander. In Music Promenade: Mixage originale

beschreibt er eine magnetophonische Erinnerungsreise durch mehrere

Jahre, in denen er alles aufnahm, was seine Aufmerksamkeit erregte.

�FERRARI: UND SO WEITER POUR PIANO ÉLECTRIQUE ET

BANDE MAGNÉTIQUE/MUSIQUE PROMENADE:MIXAGE ORIGI-

NALE

Frémy/Mixage originale

WERGO WER 67752 (T01)/ADD, 1969

KREATIV

Der Komponist Piotr Moss

(Jahrgang 1949) studierte

u.a. bei Grazyna Bacewicz

und Krzysztof Penderecki

sowie Ende der 1970er

Jahre, J nach seiner Aus-

reise aus dem kommunistischen

Polen, bei der

legendären Nadia Boulanger

in Paris. In seiner

neuen Heimat wurde er

2000 zum Chevalier dans

l’ordre des Arts et des

Lettres ernannt. Seine hier aufgenommenen Kammermusikwerke aus

den Jahren 1984 bis 1996 zeichnen sich durch eine permanente Suche

nach neuen Klängen und stilistischen Assoziationen aus, deren kreativer

Eklektizismus am ehesten mit der Tonsprache Alfred Schnittkes zu

vergleichen ist. Neben dem Concertino für zwei Violinen, zwei Streichquartette

und Kontrabass aus seiner frühen Pariser Zeit sind hier auch

kleiner besetzte Stücke zu hören.

�MOSS: KAMMERMUSIK

Briel/Gajewska/Bauer/Duczmal/Amadeus Chamber Orchestra

DUX DUX 0879 (T01)/DDD, 1994-2007


NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

AUSNAHMEERSCHEINUNG

Gemeinsam mit John

Cage, Earle Brown und

Christian Wolff wird Morton

Feldman (1926-1987)

zur „New York School of

Music“ gerechnet. Feldmans

Musik ist geprägt

von minimalistischen

Strukturen (obgleich er

dem Minimalismus eines

Steve Reich oder Philipp

Glass fern steht) und

kontemplativen Klängen

(ohne deshalb „Meditationsmusik“ zu sein). Seine Werke folgen dem

Prinzip der „Losigkeit“, d.h. sie wollen nichts ausdrücken und folgen

auch keiner musikalischen Entwicklungslogik. Seine Musik ist dem

Prinzip des „l'art pour l'art“ verpfl ichtet und hat diese in vielleicht

einzigartiger Weise – im Sinne eines quasi schopenhauerischen Nicht-

Wollens – auch eingelöst. Das macht ihn zweifellos zu einer Ausnahmeerscheinung

in der Musik des 20. Jahrhunderts, vielleicht der gesamten

Musikgeschichte überhaupt. Gleichwohl sind seine Werke, von

denen hier diejenigen für Klavier präsentiert werden, von äußerster

Komplexität und fordern eine bis ins Letzte konzentrierte Interpretation

von höchster Sensibilität.

�FELDMAN: FRÜHE KLAVIERWERK

Sabine Liebner, Klavier

WERGO WER 67472 (M02)/2 CDs, DDD,2012

VIRTUOSE AVANTGARDE

Als György Ligeti 1985

einen ersten Band mit

Klavieretüden vorlegte,

dem er in den folgenden

sechzehn Jahren noch

zwei weitere Bände hinzufügte,

reagierte damals

mancher mit Unverständnis:

Während die Etüden-

Tradition des 19. Jahrhunderts

noch Anfang des 20.

Jahrhunderts J etwa durch

Debussy oder Strawinsky

fortgeführt wurde, bestand diese Linie zum Ende des 20. Jahrhunderts

nicht mehr. Die Etüde erschien wie ein Relikt aus vergangenen Zeiten,

doch ging es Ligeti um die Wiederbelebung und Ausschöpfung der

Tradition in zeitgemäßer Form. Seine Etüden sind aber auch Übungen

in polyphoner Satz- und Spieltechnik, wobei Polyphonie hier in einem

wesentlich erweiterten Sinne verstanden wird. Denn Ligetis Klaviersatz

ist nicht nur polyphon, sondern auch polyrhythmisch, polytemporal und

sogar polyethnisch. Letztendlich sind seine Klavieretüden weit mehr als

bloße technische Exerzitien. Jedes Stück ist zugleich ein poetisches Mirakel,

das die musikalisch-technische Aufgabenstellung transzendiert.

�LIGETI: ÉTUDES POUR PIANO

Thomas Hell, Klavier

WERGO WER 67632 (T01)/DDD, 2012

ENTDECKUNGEN

Jahrzehntelang J

war Conlon

Nancarrows kreative

Aktivität auf sein Privatstudio

beschränkt: Er

schrieb Stücke für Walzenklavier,

stanzte sie

manuell in Papierrollen

und hörte sich an, wie sie

von seinen eigenen mechanischen

Instrumenten

gespielt wurden. Die CD

Late and Unkown enthält

zahlreiche Erstaufnahmen

von Stücken, die entweder seinem Spätwerk zugeordnet werden oder

bisher unbekannt waren. Hier wird Nancarrows Praxis dokumentiert,

alte Rollen in neue Werke zu verwandeln und mit dem Walzenklavier

praktisch alles zu testen, was er schrieb. Die CD enthält außerdem

die unbekannte Study No.45d, eingebettet in No.46 und 47, die einst

alle dem umfassendsten Werk Nancarrows, der Betty Freeman Suite,

angehörten. Die moderne Technik ermöglicht schließlich eine exakt

abgestimmte Version der ehrgeizigen Study No.48c für zwei übereinander

liegende Rollen, die hier – in Erfüllung eines lang gehegten

Wunschs des Komponisten – zum ersten Mal auf einem seiner eigenen

Instrumente zu hören ist.

�NANCARROW: LATE AND UNKNOWN

WERKE FÜR KLAVIERROLLEN

Walzenklavier

WERGO WER 67542 (T01)/DDD, 2012

WELTTHEATER

Michaels M Reise um die

Erde ist der zweite Akt

der Oper DONNERSTAG

aus dem monumentalen

siebenteiligen Opernzyklus

Licht von Karlheinz

Stockhausen (1928-2007),

einem kosmischen Welttheater,

in dem drei

Protagonisten den Ton

angeben: Michael als

Engels-Fürst, der sich in

Menschengestalt inkarniert,

um die Menschheit zu Gott zu führen; Eva als Kraft der Liebe, des

Lebens, Luzifer als gefallener Engel und Widersacher. Jeder dieser drei

Gestalten ist eine sie charakterisierende Melodie (eine musikalische

„Formel“) zugeordnet; das musikalische Geschehen des gesamten

Opernzyklus entfaltet diese drei Formeln. Der Mitschnitt der beiden

erfolgreichen Konzerte des Ensembles musikFabrik beim Festival

d’automne im Pariser Théâtre Bobigny erscheint nun im Rahmen der

Edition musikFabrik bei WERGO. Die in Zusammenarbeit mit Carlus Padrissa

von der katalanischen Theatergruppe „La Fura dels Baus“ entstandene

Inszenierung stieß auf große Begeisterung und erhielt große

Anerkennung durch Publikum und Presse.

�STOCKHAUSEN: MICHAELS REISE UM DIE ERDE

musikFabrik

WERGO WER 68582 (T01)/DDD, 2012

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20

NEUHEITEN NOTE 1 MUSIC OKTOBER 2012

TAIZÉ-PREMIEREN

Unsere persönliche Beziehung zu Gott lebt

aus dem Gebet. Aber weil Gott alles übersteigt,

was wir uns vorstellen können, öffnet

sich unser Gebet dem gemeinsamen Beten,

das auch eine kosmische Dimension hat. Die

persönliche und weltumspannende Dimension

gehören beide zum Gebet der Kirche. Der

Gesang spielt in ihm eine besondere Rolle,

denn die Musik übersteigt die Grenzen unserer

Worte. Auf diese Weise kann das Gebet

zu einer Quelle neuer Kraft für ein konkretes

Engagement werden, um Gottes Liebe für die

Welt noch deutlicher erfahrbar werden zu

lassen. Die vorliegende Aufnahme gibt einen

Eindruck vom Gebet der Kirche, wie es die

Brüder der Communauté von Taizé zusammen

mit Jugendlichen aller Kontinente leben,

die an den internationalen Treffen teilnehmen.

Sie enthält Wiederholgesänge, die zur

Besinnung und zum vertieften Beten einladen.

Darüber hinaus ein Vaterunser, ein Gloria,

Alleluja und Kyrie, sowie zwei Psalmen

und einen Antwortgesang mit Orgelbegleitung,

wie sie bei den Morgengebeten in Taizé

praktiziert werden. Einige der Gesänge wurden

hier zum ersten Mal aufgenommen, andere

sind bekannt und werden seit langem in

Taizé gesungen. Funktion und Bedeutung der

populären Gesänge von Taizé hat der Gründer

Frère Roger (1915-2005) einmal so zusammengefasst:

„Schlichtheit im Herzen führt ins

kontemplative Gebet. In ihm kann man sich

ganz Gott überlassen, sich zu ihm hintragen

lassen. Für alle, die sich Gott anheim geben

wollen, können einfache, oft wiederholte Gesänge

eine Hilfe sein. Diese Gesänge klingen

im Herzen nach, bei der Arbeit wie in der

Freizeit.“ Die Aufnahme entstand im Februar

2012 in der Versöhnungskirche von Taizé mit

Brüdern der Communauté und Jugendlichen

aus verschiedenen Ländern, in französischer

Sprache realisiert.

�TAIZÉ: Ô TOI L’AU-DELÀ DE TOUT

Communauté de Taizé

CHRISTOPHORUS CHR 77370 (T01)/DDD, 2012

EMPATHISCH

�PRIMA LA DONNA

Hörspiel von Thomas Voigt

Thomas Voigt

ARS PRODUKTION ARS 38713 (P01)/DDD,

2010

�SIGNUM CLASSICS A CAPPELLA

COLLECTION

The King’s Singers/The Swingle Singers/

BBC Singers/+

SIGNUM CLASSICS SIGCD 299/DDD,

diverse Aufnahmedaten

NACH PEARL HARBOR

Vier Primadonnen

MUSIC & ARTS prä-

öffnen die Pforte

sentiert hier zwei

zum Palast der gro-

hochinteressante

ßen Gefühle: Mar-

bislang unveröffenttha

Mödl, Leonie

lichteKonzertmit- Rysanek, Ljuba Weschnitte

vom Januar

litsch und Elisabeth

bzw. Oktober 1942

Schwarzkopf. S h k f Der D Kölner Köl Filmemacher, Au- in i dder NNew YYorker k CCarnegie

Hall, die einen

tor und anerkannte Gesangsexperte Thomas ungewöhnlich leidenschaftlich agierenden

Voigt liebt und lebt die Oper. Den vier Sänge- Bruno Walter offenbaren, was womöglich

rinnen ist er über Jahre hinweg immer wieder nicht allein durch den missionarischen Eifer

persönlich begegnet. Mit ihnen führte er nahe Walters in Sachen Mahler zu erklären ist. Nur

Gespräche, die in bisher unveröffentlichten einen Monat vor dem Konzert mit Mahlers

Mitschnitten diesem Hörspiel zugrunde lie- Auferstehungs-Sinfonie hatten die Amerikagen.

In Verbindung mit Arien-Ausschnitten ner mit dem traumatischen Erlebnis von Pearl

der Diven und zusammen mit den fesselnd Harbor die Schrecken des Zweiten Weltkriegs

liebevollen, empathischen Erzählungen des erreicht. Es ist verführerisch darüber zu spe-

Autors wird daraus selbst eine Opernminiatur kulieren, in welchem Maße sich die Ereignis-

über diese Frauen – über Aufstieg und Fall, se in Walters besonders dramatischer Lesart

Liebe und Leid, Intrigen und Tod, getragen dieses Werkes widerspiegeln, die jene seiner

von Kenntnis, von Verehrung und Humor. späteren Studioeinspielungen deutlich übertrifft.

GIPFELTREFFEN

Aus England stammt

mit den King’s Singers

nicht nur eines

der bekanntesten,

sondern auch das

sicherlich beste A-

Cappella-Ensemble

weltweit. Doch hat die Insel noch weitere

hervorragende Vokalformationen zu bieten.

Ein Grund hierfür ist ohne Zweifel die

nach wie vor ungebrochene Chortradition

Englands, die zahlreiche talentierte Sänger

hervorbringt und fördert. Wohl kaum ein anderes

Label hat in seinem Katalog so viele

Aufnahmen exzellenter Vokalensembles aufzuweisen

wie SIGNUM CLASSICS. Aus Anlass

seines 25-jährigen Bestehens hat das Label

hier eine kleine Übersicht mit ausgewählten

Kostproben aus seinen Aufnahmen mit

herausragenden Namen wie z.B. The King’s

Singers, den Swingle Singers oder den BBC

Singers zusammengestellt.

�MAHLER: SINFONIE NR.1 & 2

Walter/Philharmonic Symphony Orchestra/+

MUSIC & ARTS MACD 1264 (M02)/2 CDs, AAD,

mono, 1942

BESTMÖGLICH

Mit Ausnahme der

Einspielung der ersten

beiden Akte von

Richard Wagners Die

Walküre aus dem

Jahre J 1935 existiert

von Bruno Walter

keine Studioeinspielung einer Oper. Umso

dankbarer sind wir für die wenigen Rundfunkmitschnitte

von Übertragungen aus der

Metropolitan Opera New York, die Walter für

die Nachwelt als einen der herausragenden

Interpreten von Mozart-Opern im 20. Jahrhundert

dokumentieren. WESTHILL RADIO AR-

CHIVES hat kürzlich zwei Rundfunkmitschnitte

von Mozarts Don Giovanni und Le Nozze di

Figaro aus den Jahren 1942 und 1944 eigens

für die vorliegende Box restauriert. Die Aufnahmen

überzeugen dabei nicht nur durch ihren

bestmöglichen Klang, sondern auch dank

der Mitwirkung z.B. von Ezio Pinza und Bidú

Sayao durch ihre bestmögliche Besetzung.

�MOZART: DON GIOVANNI/LE NOZZE

DI FIAGRO

Walter/Pinza/Sayao/Metropolitan Opera

House/+

WESTHILL RADIO ARCHIVES WHRA 6045

(J05)/5 CDs, AAD, mono, 1942/1944



� Ciacconas, Canzonas & Sonatas – Das

Partiturbuch Ludwig ACC 24274 (T01)

� Bach: Kantaten für das Kirchenjahr

Vol.15 ACC 25315 (U01)

� Susanne un jour

AE 10053 (U01)

� Thibaut de Champagne – Le

Chansonnier du Roi AECD 1221 (T01)

� Bach: Missa 1733

ALP 188 (T01)

ÜBERBLICK/BESTELLFORMULAR UNSERER NEUHEITEN FÜR OKTOBER 2012

Um Ihnen die Orientierung zu erleichtern, haben wir die Repertoire-Bereiche mit folgenden Farbkennzeichen versehen:

� TOP-Titel � Neue Musik � Alte Musik � Historische Aufnahmen � Oper � Jazz � Crossover/World Music � Orchesterwerke � Diverse � Kammermusik

4 015023 242746

4 015023 253155

4 026798 100537

3 760058 360217

3 760014 191886

� Fauré: Klavierquintette Opp. 89 & 115

ALP 602 (T01)

3 760014 196027

� Russian Soul – Russische Werke für

Violine & Klavier ARS 38121 (U01)

4 260052 381212

� Wagner Idyll – Klaviertranskriptionen

ARS 38123 (U01)

4 260052 381236

� Prima La Donna – Operndiven in Ton

und Wort ARS 38713 (P01)

4 260052 387139

� Weihnachtslieder Vol.1

CAR 83009 (T01)

4 009350 830097

� Weihnachtslieder Vol.2

CAR 83010 (T01)

4 009350 830103

� Schütz: Cantiones Sacrae

CAR 83252 (R02)

4 009350 832527

� Thomaskantoren vor Joahnn Sebastian

Bach CAR 83342 (T01)

4 009350 833425

� The Crown of Ariadne – Werke für

Harfe CHRCD 041 (P01)

5 060212 590428

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� Rósza: Violinkonzert/Konzert für

Streichorchester/+ CHAN 10738 (T01)

0 95115 17382 4

� Britische Klarinettenkonzerte

CHAN 10739 (T01)

0 95115 17392 3

� Parry: Chor- und Orchesterwerke

CHAN 10740 (T01)

0 95115 17402 9

� Britische Werke für Violoncello und

Klavier CHAN 10741 (T01)

0 95115 17412 8

� Delius: Klavierkonzert u.a. Orchesterwerke

CHAN 10742 (T01)

0 95115 17422 7

� Debussy: Die Klavierwerke

CHAN 10743 (L05)

0 95115 17432 6

� Weynacht Gesaenge wohlklingend &

kunstvoll gesetzet CHR 77364 (T01)

4 010072 773647

� Clarke: Suite of Ayres/Händel: Messiah

– für acht Trompeten CHR 77365 (T01)

4 010072 773654

� Taizé: Ô toi l’au-delà de tout

CHR 77370 (T01)

3 295750 005703

� Instrumentalmusik zu Advent & Weihnachten

CHE 01772 (D01)

4 010072 017727

� Haydn/Hummel/Kreutzer/+: Trompetenkonzerte

CHE 01782 (D01)

4 010072 017826

� The Queenes Good Night – Werke für

Harfe und Laute CHE 01792 (D01)

4 010072 017925

� Liturgie der Koptisch-Orthodoxen

Kirche CHE 01812 (D02)

4 010072 018120

� Moss: Elan/Concertino/Canti/+

DUX 0879 (T01)

5 902547 008790

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ÜBERBLICK/BESTELLFORMULAR UNSERER NEUHEITEN FÜR OKTOBER 2012

� Colors of Saxophone

DUX 0892 (T01)

5 902547 008929

� Vähi: Maria Magdalena (Oratorium)

ERP 5412 (U01)

4 742229 003856

� Contre-le-vent – Musik aus Estland

ERP 5612 (T01)

4 742229 003870

� Debussy: Streichquartett/Trio/Danses

FUG 595 (T01)

5 400439 005952

� Madsen: Werke für Horn

GEN 12252 (T01)

4 260036 252521

� The Romantic Oboist

GEN 12254 (T01)

4 260036 252545

� Chopin/Hiller/Liszt – Trois amis à Paris

GEN 12255 (T01)

4 260036 252552

� Bach/Kurtág: Werke für Violoncello

und Klavier GEN 12256 (T01)

4 260036 252569

� Beethoven: Die Sinfonien

GCD 921116 (Z359)

8 424562 211162

� Vivaldi: La Senna festeggiante

GCD 921513 (T01)

8 424562 215139

� Frescobaldi: Toccaten und Partiten

GCD 921514 (R02)

8 424562 215146

� 25 Jahre Le Concert Spirituel (Sampler)

GCD 921626 (G02)

8 424562 216266

� La Lira di Napoli – Werke für Lire

organizzate LC 07 (T01)

0 810473 010020

� Mahler: Sinfonien Nr.1-9

LSO 0730 (D10)

8 22231 17302 1

� Mahler: Sinfonien Nr.1 & 2

MACD 1264 (M02)

0 17685 12642 0

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� Deo gracias Anglia! – Englische Weihnachtslieder

OBSCD 709 (T01)

6 58592 07092 7

� Zelenka: Solomotetten

PC 10274 (T01)

7 619990 102743

� Bach: Violinkonzerte/Psalm 51

PC 10277 (I02)

7 619990 102774

� Händel: Orgelkonzerte Vol.2

PAS 990 (T01)

5 425004 849908

� Deat Haloo – Jagdmusik aus Frankreich

PHU 02729 (D03)

4 260277 740276

� Schostakowitsch: Sonaten und Trios für

Klavier und Streicher PHU 03031 (E02)

4 260277 740306

� Bach: Ach süßer Trost! – Leipziger

Kantaten LPH 006 (T01)

5 400439 000063

� Luz del alva – Spanische Lieder der

Frührenaissance RAM 1203 (T01)

4 250128 512039

� Dauvergne: La Vénitienne

RIC 327 (R02)

5 400439 003279

� A Choral Christmas

SIGCD 257 (T01)

6 35212 02572 7

� Mahler: Totenfeier/Lieder eines

fahrenden Gesellen SIGCD 259 (K01)

6 35212 02592 5

� Journey into Light – Musik für Advent

und Weihnachten SIGCD 269 (T01)

6 35212 02692 2

� Voces8 Christmas

SIGCD 291 (T01)

6 35212 02912 1

� A Doll’s House – Neue Werke für

Percussion-Ensemble SIGCD 294 (T01)

6 35212 02942 8

� The Best of the King’s Singers

SIGCD 297 (K02)

6 35212 02972 5

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ÜBERBLICK/BESTELLFORMULAR UNSERER NEUHEITEN FÜR OKTOBER 2012

� Signum Compilation I: A cappella

SIGCD 299 (I01)

6 35212 02992 3

� Mendelssohn: Elijah (1846)

SIGCD 300 (N02)

6 35212 03002 8

� Signum Compilation II: Alte Musik

SIGCD 301 (T01)

6 35212 03012 7

�Festliche Musik zur Weihnachtszeit

SRL 411101 (T01)

4 260130 381011

� Ullmann: Die Klaviersonaten

STNS 30014 (R02)

0 34062 30014 3

� Essential Ballroom – Bekannte Tänze

CCL 1265 (K01)

6 58592 12652 5

� Musik für Gourmets

CCL 1266 (K01)

6 58592 12662 4

� Lentz: Guyuhmgan/Monh/Ngangkar

TIM 1C1184 (T01)

3 377891 311841

� Bordes: Lieder/Klavierwerke

TIM 1C1196 (T01)

3 377891 311964

� Voyages – Reisen von Deutschland

nach Frankreich TXA 12016 (T01)

4 250702 800163

� Feldman: Frühe Klavierwerke

WER 67472 (M02)

4 010228 674729

� Schweitzer: Kammermusik

WER 67532 (S01)

4 010228 675320

� Nancarrow: Late and unknown – Werke

für Klavierrollen WER 67542 (T01)

4 010228 675429

� Ligeti: Etüden für Klavier

WER 67632 (T01)

4 010228 676327

� Ferrari: Und so weiter/Music Promenade

WER 67752 (T01)

4 010228 677522

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Händleradressfeld

� Stockhausen: Michaels Reise um die

Erde WER 68582 (T01)

4 010228 685824

� Mozart: Don Giovanni/Le Nozze di

Figaro WHRA 6045 (J05)

5 425008 378589

� Vivaldi: Nuova Stagione – Concerti

ZZT 310 (T01)

3 760009 293106

� Ravel: Boléro/La Valse/Shéhérazade

ZZT 311 (T01)

3 760009 293113

� La Porte de Félicité – Konstantinopel

1453 ZZT 314 (T01)

3 760009 293144

UNSER „PROGRAMMTIPP“

AUF YOUTUBE:

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Ab sofort erscheint monatlich auf youtube unser hausgemachter

Clip „Blattmanns Sieben“. Hier stellen wir Ihnen nochmal sieben

ausgewählte Titel aus den Neuheiten des Monats vor. Schauen Sie

doch mal unter „blattmanns sieben" rein…!

Bernhard Blattmann (© Note 1-music)

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IM PORTRAIT

An dieser Stelle möchten wir Ihnen monatlich einen Künstler oder Komponisten aus dem Vertriebsprogramm von note 1 music kurz vorstellen.

Verbunden ist das Portrait mit einem ausgewählten Titel zu einem attraktiven Sonderpreis.

KORRIGIERTES FEHLURTEIL – DER VOKALKOMPONIST SAMUEL SCHEIDT

Zusammen mit Heinrich Schütz und Johann Hermann Schein bildet Samuel Scheidt (1587-1654) die drei großen „SCHs“ in der deutschen Musik des

17. Jahrhunderts. Obwohl schon die Zeitgenossen die Bedeutung seiner Musik erkannten und ihn vollkommen gleichberechtigt neben Schütz sahen,

war er bis vor kurzem selbst in Kreisen der historischen Aufführungspraxis fast ausschließlich für seine Instrumentalmusik, besonders für seine vier

Sammlungen Ludi Musici bekannt und geschätzt. Seine Vokalmusik ignorierte man hingegen oder beurteilte sie sogar lange abschätzig. Erst seit

Kurzem sieht nicht nur die Musikwissenschaft in Scheidt sogar den Vielseitigsten unter den drei Genannten,

denn er war nicht nur ein weithin geschätzter Komponist, sondern auch Organist, Pädagoge, Musiktheoretiker

und Herausgeber.

Ähnlich wie

Vox Luminis (© Ola Renska)

im Falle von

Schütz so ist auch

Scheidts Werk fast

vollständig im

Druck erschienen.

Sein umfangreiches,ausschließ-

lich geistliches Vokalwerk war dabei für den überzeugten

Protestanten und Zeitgenossen sein Hauptwerk. Die 1620

in seiner Heimatstadt Halle erschienene Motettensammlung

Cantiones Sacrae ist das erste im Druck veröffentlichte

Werk des Komponisten. Die umfangreiche Sammlung

besteht aus 38 meist achtstimmigen Motetten ohne

Basso continuo. Scheidt vertonte hier sowohl deutsche

als auch lateinische Texte, deren Quellen u.a. protestantische

Kirchenlieder, die Psalmen sowie weitere Bibeltexte

sind. Das belgische Ensemble Vox Luminis unter Lionel

Meunier präsentiert auf RICERCAR eine repräsentative

Auswahl der Sammlung. Die herausragende Aufnahme

macht besonders gut deutlich, dass Scheidt, anders als

bisher, zu den wichtigsten Komponisten protestantischer

Kirchenmusik in Deutschland gezählt werden muss. Um

endlich das alte Fehlurteil vom mäßigen Vokalkomponisten

Scheidt zu korrigieren, haben wir sie als unsere

Monatsempfehlung für Oktober ausgewählt.

CD-EMPFEHLUNG DES MONATS

Nur diesen Monat €9,99*

*UNVERBINDLICHE PREISEMPFEHLUNG INKL. MWST.

�SCHEIDT: CANTIONES SACRAE

Meunier/Vox Luminis

RICERCAR RIC 301 (Z580)/DDD, 2009

5 400439 003019

„Die Sänger und Instrumentalisten von ‚Vox Luminis‘ kongruieren wie sonst kaum eine solche Gruppe. Intonation scheint nie ein Problem,

gemeinsames Deklamieren ebenso wenig. Begeisternd auch die schiere Schönheit der Stimmen in allen Registern. Alles zusammen bedingt

jenes beglückende ‚Einrasten‘ auf vertikaler Ebene, das Alte Musik zu einem mitreißenden Erlebnis machen kann, wenn es funktioniert – und

das ist in dieser Vollkommenheit nicht allzu häufi g.“ Rondo

„Die Werke von Scheidt liefern ein beredtes Zeugnis davon, wie durch das Bündeln dieser stilistischen Stränge eine unglaublich faszinierende

Ausdruckswelt entstehen kann. Dafür braucht man allerdings erstklassige Interpreten, und dies kann man dem Ensemble Vox Luminis ohne

weiteres attestieren. Vor allem überzeugen die Sänger in den solistisch besetzten Werken durch tadellose Intonation und eine prägnante

Textartikulation.“ Klassik-heute.com

IMPRESSUM: note 1 music gmbh . Carl-Benz-Straße 1 . D-69115 Heidelberg . Tel: 06221/720351 . Fax: 06221/720381 . info@note1-music.com . www.note1-music.com

TEXTE: Bernhard Blattmann | REDAKTION: Manfred Glaser | LAYOUT: Alice Männl - www.maennl.de | MARKETING: Sandra Kohlheyer . kohlheyer@note1-music.com

PRESSE & REPERTOIRE: Bernhard Blattmann . blattmann@note1-music.com . Tel: 06221/720267 | ADMINISTRATION: Renate Sauer . sauer@note1-music.com . Tel: 06221/720351

GESCHÄFTSFÜHRUNG: Hanno Pfi sterer . Sandra Kohlheyer . Michael Sawall

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