Das Aktiv60Ticket - Akademie för uns kölsche Sproch

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Das Aktiv60Ticket - Akademie för uns kölsche Sproch

03|12

Akademie för uns kölsche Sproch

Termine

klaaf 1

SK Stiftung Kultur


„Denn dat es doch klor: Dechte

Rühre sin jot för uns Ömwelt, för

uns Jrundwasser, för uns Hüser und

domet och jot för alle Husbesitzer.“

Deshalb – und da hat das Hänneschen

ganz recht – ist die Dichtheitsprüfung

nach Paragraph 61a so

wichtig und so „Jot för Kölle“.

Gut für Köln sind auch die StEB.

Denn die Stadtentwässerungsbetriebe

sind ein modernes Kommunalunternehmen,

das sich rund

um das Thema „Entwässerung“

einfach um alles kümmert. Also um

das Entwässerungssystem und die

Klärwerke, um den Hochwasserschutz,

um Gewässer wie die

Kölner Bäche und auch um die

Straßenentwässerung. Ziel ist, dass

alles reibungslos läuft. Denn die

StEB sorgen für einen umweltgerechten

Wasserkreislauf, auch aus

Verantwortung für die nachfolgenden

Generationen.

Wenn Sie mehr über den Paragraphen

61a und die StEB erfahren

wollen, gehen Sie bitte direkt ins In-

ternet. Einfach www.jot-foer-koelle.de

anklicken. Oder anrufen:

0800 66 48 573.

FOTO: janeT sinica

VORWORT

»Un deit dr Herrgott Dich ens rofe.....«

Norbert Burger ist am 16. Mai dieses Jahres verstorben. Der Verstorbene

war der SK Stiftung Kultur und insbesondere der »Akademie för uns kölsche

Sproch« seit der Gründung eng verbunden. Als Oberbürgermeister ließ er es

sich nicht nehmen, persönlich die Examensurkunden zu überreichen, als langjähriger

Vorsitzender des Beirates verfolgte und gestaltete er die Arbeit mit

und war auch Vorstandsmitglied des vor sechs Jahren gegründeten Vereins der

»Fründe vun der Akademie för uns kölsche Sproch«. Wir verlieren einen treuen

Weggefährten, klugen Ratgeber un ene wunderbare kölsche Jung.

Nun aber zu dieser Ausgabe: Wir blicken zurück auf die Frühlings- und Sommeraktivitäten

der Akademie und auf eine weitere schöne Auszeichnung,

die unsere Arbeit erhalten hat. Die Kontinuität und Nachhaltigkeit unserer

Bemühungen trägt immer schönere Früchte, und das »klaaf«-Heft ist zu

einem »Zentrum« der Interessierten an der kölschen Sproch, unserer Stadt,

unseren Traditionen und am Brauchtum geworden.

Außerdem blättern wir wieder interessante Kapitel unserer Stadt auf.

Wir stellen, rechtzeitig zum China-Jahr 2012, das Museum für ostasiatische

Kunst vor. Hierzu passt auch das Porträt über einen etwas in Vergessenheit

geratenen Kölner, der schon sehr früh die Brücke von Köln und Europa nach

China geschlagen hat. Wir geben Tipps für interessante Buchlektüre und

beschäftigen uns mit kölschen Sprüchen und Redewendungen wie z.B. »Do

hät ene Chines de Ührcher gesüümp«.

Im nächsten Heft werde ich Ihnen dann die zahlreichen Aktivitäten

vorstellen, die wir für 2013 planen, dem Jahr, in dem die »Akademie för uns

kölsche Sproch« 30 Jahre alt wird!

Et gitt alsu widder vill zo lese un zo entdecke, vill Pläsier dobei,

Ihr

Prof. Hans-Georg Bögner

Geschäftsführer der SK Stiftung Kultur und

Leiter der Akademie för uns kölsche Sproch

Vorwort

klaaf 3


iMPRessUM

Herausgeber:

Akademie för uns kölsche Sproch/

SK Stiftung Kultur der

Sparkasse KölnBonn

Geschäftsführer: Prof. H.-G. Bögner

Im Mediapark 7 · 50670 Köln

Tel.: (0221)888 95-200

akademie@sk-kultur.de

www.koelsch-akademie.de

Redaktionsteam:

Ingeborg Nitt (verantwortlich),

Claudia Eckstein (Termine), Marcus

Cormann und Ralf Zimmermann

Anzeigen und Gestaltung:

MWK Zimmermann & Hähnel GmbH

Elisenstraße 24 · 50667 Köln

Tel.: (0221)8 20 09–10

www.mwk-koeln.de

Titelfoto:

Dombaumeisterin

Barbara Schock-Werner

Foto: Schock-Werner

Druck:

Medienhaus Garcia, Leverkusen

Keine Haftung für Irrtümer

und Druckfehler.

Einsendeschluss für Termine

Oktober bis Dezember 2012:

31. Juli 2012

Eigene Texte verwenden die

Schreibweise der Akademie för

uns kölsche Sproch. Literarische

Texte, Gastbeiträge und Veranstaltungshinweise

belassen wir in der

Schreibweise der Autoren.

inHaLT

VORWORT 03

GasTKOMMenTaR 05

BaRBaRa 06

scHOcK-WeRneR

Hier steht die Headline

MUseUM FÜR OsT- 14

asiaTiscHe KUnsT

cHinajaHR KÖLn 2012 19

cHicaGO aM RHein 20

Exkursionen für Grundschulen

scHULPROjeKTe 24

DO HäT ene cHines 28

De ÜHRcHeR GesÜÜMP

RÖDseL 30

jOHann aDaM 32

scHaLL VOn BeLL

De KÖLscHe KÖcH 36

THeMenKURse 40

HeRBsT 2012

FORMaLien 41

seMinaRe 42

RaReTäTcHeR Us DeM 44

BÖcHeRscHaaF

KLaaF BesTseLLeRLisTe 47

TeRMine 49

Juli bis September 2012

FRÜnDe 56

aKaDeMie FÖR Uns 58

KÖLscHe sPROcH

FOTO: Ma

GasTKOMMenTaR

sPRacHe

isT MeHR ...

Gastkommentar von Barbara Foerster, Referentin für Kunst, Film,

Literatur im Kulturamt der Stadt Köln, Beirat der Akademie för uns

kölsche Sproch

Die Akademie för uns kölsche Sproch/SK Stiftung Kultur der Sparkasse

KölnBonn und das Kulturamt der Stadt Köln sind seit vielen Jahren eng

vernetzt. Mein Vorgänger Dr. Winfried Gellner war als »kölsche Jung« viele

Jahre lang im Beirat aktiv. Als man mir die Frage stellte, ob ich diese Funktion

übernehmen will, war meine erste Reaktion: »Kann ich als Imi und

tiefste Westfälin, mit wenig Bildung in Brauchtum, etwas Sinnvolles zu

diesem Kreise beitragen?«. Die vergangenen Beiratssitzungen haben mich

überzeugt, dass der, der über eine Sprache nachdenkt, sie nicht unbedingt

beherrschen muss. Und zudem ist »Sprache« sowieso viel mehr als das

geschriebene und gesprochene Wort. Im Gegensatz zur Akademie, die sich

der kölschen Sprache widmet, widmet sich das Kulturamt der »künstlerischen«

Sprache, die in Köln gesprochen wird.

Ein ganz konkretes Beispiel dafür ist die artothek. Als Raum für junge

Kunst widmet sie sich mit Leidenschaft der künstlerischen Sprache. Sie

gehört seit einigen wenigen Jahren zum Kulturamt und ist beheimatet Am

Hof 50 in einem wunderschönen Bürgerhaus aus dem 15. Jahrhundert –

direkt gegenüber dem Museum Ludwig inmitten der Altstadt. Hier wird seit

den 70er Jahren Kunst gesammelt und an Kölner ausgeliehen. Was hier

zu entleihen ist, kommt aus Kölner Ateliers oder Galerien: Ein frühes Werk

Gerhard Richters ist hier ebenso zu sehen wie eine neue Arbeit von Gerd &

Uwe Tobias oder eine Zeichnung von Joseph Beuys. Im September wird die

artothek nach einer langen Umbauphase im Gebäude mit einem großen

Fest wiedereröffnet. Dann können sich die Kölner endlich wieder ihr Bild

für Zuhause aussuchen. Auch das ist kölsche Heimatpflege.

Skurril und schwer verständlich sind zuweilen beide Sprachen – die kölsche

wie die künstlerische. Und beide Sprachen behaupten von sich gerne,

originell, interkulturell und weltläufig zu sein. Die Aufgabe, die Akademie

und Kulturamt verbindet, ist, diese »weltläufigen« Sprachen zu pflegen und

unter die Leute zu bringen.

Gastkommentar

klaaf 5


BARBARA

SCHOCK

WERNER

13 jaHRe DOMBaUMeisTeRin

cLinTOn, PLäTzcHen UnD

ein DieseseLTanK

Frau Professor Dr. Schock-Werner. Ihre Eltern haben Sie »Barbara« genannt,

nach der Schutzpatronin der Steinmetze, Maurer, Zimmerleute,

Dachdecker und Architekten. Zufall oder Fügung?

Meine Mutter war Schneidermeisterin, mein Vater war Feinmechanikermeister,

beide kommen also aus dem Handwerksbereich, hatten aber nichts

mit Bauen zu tun. »Barbara« ist wohl Fügung. Vieles erscheint im Rückblick

plötzlich folgerichtig. Das gilt für mein Leben im wahren Sinne, so, dass

manche denken, ich hätte ein Ziel vielleicht ab meinem 14. oder meinem

16. Lebensjahr angepeilt. So war es natürlich nicht.

Sie sind jetzt 13 Jahre im Amt der Dombaumeisterin an der »Hohen

Domkirche zu Köln« und werden Ende August in den Ruhestand wechseln.

Haben Sie sich eine solche Karriere vorstellen können, als Sie mit

19 Jahren, Ihren Gesellenbrief als Bauzeichnerin in der Hand hielten?

Nein. Bauzeichnerin war mir zu wenig, da dachte ich daran – und das war für

die Situation, aus der ich kam ungeheuer ambitioniert – auf die Fachhochschule

zu gehen und Architektur zu studieren. Damals fand ich, als Architektin

im Architekturbüro zu arbeiten, wäre ganz toll. Weiter hinaus wagte ich nicht

zu denken, das kam alles Schritt für Schritt.

Sie sagen, Sie hätten das Bildungssystem diagonal durchlaufen.

Ich habe in einer Mädchenmittelschule angefangen, heute würde man

Realschule sagen. Eines wusste ich schon in meinen letzten Schuljahren:

Ich wollte auf gar keinen Fall ins Büro. Irgendwas mit einer Schreibmaschine

kam überhaupt nicht in Frage, ich hatte keine Lust, die Briefe anderer

Leute zu schreiben. Außerdem habe ich bis heute eine leichte Legasthenie.

Wenn ein Wort einigermaßen Ähnlichkeit mit sich selbst hat, erkenne ich

das an. Es gab zwei Dinge, die mich interessierten: Kunst und Mathematik.

Also habe ich mir überlegt, wo hat Kunst mit Mathematik zu tun? In der

Architektur. Die Alternative wäre Goldschmiedin gewesen. Ich machte die

Lehre in einem Architekturbüro, in dem ich mal ein Praktikum gemacht

hatte. Schon das war toll, weil ich im Praktikums praktisch drei Häuser von

der Fundamentlegung bis zum Dach begleiteten konnte.

Aber sie wollten mehr.

Deshalb der kühne Griff zur Fachhochschule. Zu diesem Zeitpunkt machte

ich auch ein Praktikum als »Zimmermann« in einer schwäbischen Firma, wo

ich zwar nie auf die Baustelle durfte, aber die Balken angerissen habe. Das

konnte ich besser als andere, weil ich Pläne lesen konnte. Auch da habe

6 klaaf Kölner Köpfe Kölner Köpfe klaaf 7

FOTOs: scHOcK-WeRneR


ich viel gelernt, aber ich habe keinen einzigen Nagel in irgendeinen Balken

bekommen. [lacht] Dazu braucht man Erfahrung und Kraft. Dann merkte

ich, dass ich im Studium ganz gut war. Bestimmte Dinge wusste ich nicht,

»Rechnen mit Logarithmen« zum Beispiel wurde in der Mädchenmittelschule

nicht gelehrt. Also haben wir einen Mathestudenten ausgeguckt,

der mir ein paar Nachhilfestunden gab. Ich bin im Hochschulbeirat der

Fachhochschule Köln. Wenn ich sehe, was die heute alles tun, um Defizite

der Studienanfänger auszugleichen, finde ich das enorm. Ich hatte auch

Defizite, aber das war mein eigenes Problem und ich musste es durch

Eigeninitiative lösen.

Sie haben damals auch für »Olympia« gearbeitet.

Ich suchte einen Ferienjob, und sah in einer Anzeige, dass das »Institut

für leichte Flächentragwerke« einen Architekten für das Projekt »Olympia,

München« suchte. Ich dachte, wenn die einen Architekten brauchen, brauchen

die auch Hilfskräfte. Tatsächlich konnte ich in dem Institut anfangen,

in dem damals die Seilnetze für das Olympiastadion gemacht wurden. Das

war ein ganz spannendes Klima, weil Frei Otto einfach schon als Figur toll

war. Der später berühmte Rob Krier war gleichzeitig mit mir da. Buckminster

Fuller kam zu Besuch. Ich habe sogar ein Semester ausgesetzt, weil ich

länger dort bleiben wollte. Schließlich habe ich meinen Abschluss gemacht.

Als Jahrgangsbeste.

Die Badenwürtembergische Bauindustrie vergab an den besten Absolventen

der »Staatlichen Ingenieurschule für das Bauwesen« jedes Jahr einen

Preis, der mit einer goldenen Uhr kombiniert war. Nun stellte sich heraus,

dass zum ersten Mal eine Frau den ersten Platz innehatte, nämlich ich.

Das brachte die Herren in unglaubliche Verlegenheit, denn sie wollten den

Preis zum einen keiner Frau geben und zum anderen hatten sie bereits eine

Männerarmbanduhr gekauft. Schließlich bekam den Preis der Knabe nach

mir, also der Zweite. Ich fand das wahnsinnig komisch, aber auch blamabel

für die Jury. So etwas wäre heute völlig undenkbar. Damals fanden die

das völlig normal, und auch ich bin nicht auf die Barrikaden gegangen. So

unglaublich haben sich die Zeiten geändert.

Wieder war es nicht genug.

Das »mehr wissen wollen« begleitet mich mein ganzes Leben. Manchmal

hat man auch Glück: Es gab eine Bildungsreform und der Abschluss an

einer Fachhochschule galt nun als Zugangsberechtigung zur Universität.

Das Abitur hatte ich ja nie gemacht. Jetzt konnte ich Kunstgeschichte studieren.

So bin ich nach Bonn gewechselt. Dann bekam ich ein Stipendium

für Österreich, war ein Jahr in Wien und kam schließlich wieder nach Bonn

zurück. Dann folgte Kiel und noch ein Jahr in Straßburg.

Bonn war noch aus anderen Gründen interessant.

In meiner Bonner Zeit habe ich meinen späteren Mann kennengelernt, der

am Wallraf-Richartz-Museum Kustus war. Er wurde dann als Direktor ans

Germanische Nationalmuseum nach Nürnberg berufen, also sind wir dort

hingezogen. Ich bekam ein Kind, machte meinen Doktor und bekam noch

ein Kind. So war ich eine Zeit sehr aufs Haus konzentriert. Irgendwann

hieß es: »Wir brauchen jemanden der Architekturgeschichte unterrichtet.«

So fing das mit der Lehre an. Dann kam die Universität Erlangen, die eine

Vertretung für den Lehrstuhl »Mittelalterliche Kunstgeschichte« brauchte.

Inzwischen war ich Honorarprofessorin geworden. Jemand meinte:

»Die Professur hast du geschenkt bekommen und nichts dafür getan.«

Ich dachte, wenn man das so sieht, dann habilitierst du dich. Dann sagte

man mir an der Universität zwei niederschmetternde Sätze. Der erste war:

»Hier brauchen Sie sich gar nicht bewerben, wir haben schon eine Frau am

Lehrstuhl.« [lacht] und der zweite: »Habilitieren? Sie? Dazu sind Sie doch

viel zu alt.« Das war der Tiefpunkt meiner Karriere. Ich hatte noch viel vor

und plötzlich kommt einer, macht so [zeigt eine wegfegende Handbewegung]

und alles ist zu Ende. Ich war vollkommen frustriert. Dann kam

auch noch ein neuer Ordinarius ans Institut, der mit meiner Popularität

bei den Studenten nicht umgehen konnte und dafür sorgte, dass ich dort

nicht mehr unterrichten durfte. Plötzlich stand ich vor dem Nichts. Durch

Vermittlung meines Doktorvaters in Würzburg bekam ich die Gelegenheit,

mich dort zu habilitieren und so ging es wieder los. Dann kam der Anruf

aus Köln: »Arnold Wolff geht in Ruhestand, willst du dich nicht bewerben?«

Wie haben Sie reagiert?

Ich saß zwanzig Minuten da und dachte, das ist genau das, was du schon

immer machen wolltest. Also bin ich nach Köln gefahren, habe mich mit

einigen Leuten unterhalten, habe mir den Dom angeguckt und habe Bauberichte

gelesen. Ich habe mich wirklich informiert, eine, wie ich glaube,

richtig gute Bewerbung geschrieben und mich sehr gut vorbereitet. Ich

wusste natürlich: Architektur mit Vertiefung in Denkmalpflege und Kunstgeschichte

mit einer Promotion über gotische Architektur und Bauorganisation,

da kommt so leicht keiner an mir vorbei.

Es haben sich drei Frauen beworben und 29 Männer.

So wurde es mir erzählt. Wie ich aber nachher auch gehört habe, war das

Thema Frau überhaupt nicht relevant und wurde gar nicht diskutiert. Inzwischen

gibt es noch eine Dombaumeisterin in Naumburg und natürlich

Kolleginnen in Freiburg und Ulm, die Münsterbaumeisterinnen sind. Ich

hatte bis jetzt auch eine Kollegin in Straßburg, aber die ist »Architecte en

chef de la cathedrale«, was natürlich ganz wunderbar klingt.

8 klaaf Kölner Köpfe Kölner Köpfe klaaf 9


Nun ging es nach Köln.

Am Anfang gab es Momente, in denen ich dachte, bist du eigentlich

größenwahnsinnig geworden, mit dieser Kirche und 80 Mann? Aber es

ging im Laufe der Jahre immer besser. Ich glaube, ganz schlecht habe

ich meinen Job nicht gemacht. Dieser Dom fasziniert mich. Das ist nicht

nur ein Job, das ist eine echte Aufgabe, nicht nur Beruf sondern auch

Berufung. Am wichtigsten ist es, die akademische Arroganz zu vermeiden.

Ich erinnere mich, dass auf einer Baustelle der Architekt immer schick gekleidet

vorgefahren kam, irgendwelche Anweisungen gab, ohne auch nur

zu fragen und dann wieder verschwand. Großes Gelächter, weil die Hälfte

seiner Weisungen überhaupt nicht durchführbar war. Der Mann wurde

von den Handwerkern zutiefst verachtet. Das habe ich sehr verinnerlicht.

Wenn ich ein Dachdeckerproblem habe, frage ich meinen Dachdecker und

wenn ich ein Gerüstbauproblem habe, frage ich meinen Gerüstbauer. Das

heißt nicht, dass ich nachher alles genau so mache wie es mir gesagt wird,

aber ich hole mir erst einmal den Rat meiner Fachleute ein. Ich denke, ein

Teil meines Erfolges ist, dass ich meine Mitarbeiter schätze und in ihren

Fähigkeiten anerkenne.

Ihr Tag besteht also vorwiegend aus Gesprächen?

Ja, aus »Miteinander reden«. Ich muss mich manchmal zwingen, am

Schreibtisch und am Computer zu sitzen, um mich der Pest der E-Mails

zu widmen. Ich will ganz bewusst auf die Baustelle. Einmal pro Woche ist

das organisiert, dann gehen wir an alle Stellen, wo gearbeitet wird. Ich bin

möglichst viel unterwegs und gucke in die Werkstätten. Freitags gibt es

Gespräche mit der Führungsebene. Dazu kommen Gespräche mit der Stadt.

Am Dom ist nie Ruhe.

Die Kölner sind nun mal gerne draußen. [lacht] Als mein in Nürnberg

aufgewachsener Sohn mich in Köln besuchte, sind wir sonntags essen

gegangen und er wollte wissen: »Mama, was ist denn hier bloß los?« In

Nürnberg gilt: Sonntags ist Muße. Die Stadt ist dann leer. Das liebe ich

an Köln besonders: das Urbane, das Vitale, das Neugierige. Auch die Liebe

zum Dom ist etwas sehr Spezifisches, um das mich alle Kollegen beneiden.

Wenn ich sage, wir haben jetzt fast 14.000 Mitglieder im Zentraldombauverein,

dann gucken die mich fassungslos an.

Wie geht es dem Dom?

Dem Dom geht es ganz gut. Es gibt selbstverständlich Partien, wo die

Altlasten des Sauren Regens noch erheblich sind. Ich habe in den letzten

Jahren sehr viel auch im Innenraum gemacht: neues Licht, neuer Ton,

Innenraumrestaurierung, …

Viel mit Glas.

Mit Glas, ja. Die Rückkehr der 19.-Jahrhundert-Fenster war mir ganz wichtig,

und natürlich das neue Richter-Fenster, über das ich sehr glücklich bin.

Jetzt muss der Schwerpunkt auf die Steinrestaurierung gelegt werden. Nun

muss es im Strebewerk weitergehen. Der spätgotische Teil des Nordturms

muss dringend saniert werden, der Chor muss dringend saniert werden

und der Südturm muss dringend saniert werden.

Mit Michael Hauck, Ihrem Nachfolger, kommt ein ausgewiesener

Steinexperte ins Haus.

Richtig. Das Domkapitel hat seine Entscheidung ganz bewusst so getroffen,

weil wir für die nächste Etappe jemanden brauchen, der sich mit der

Steinrestaurierung richtig gut auskennt.

Pro Tag besuchen den Dom etwa 30.000 Menschen, die dort auch einiges

hinterlassen. Sie haben deshalb eine ganz neue Stelle erfunden.

Genau: den Putzrestaurator. Es gab es den Streitfall »Chorgestühl«. Die

normalen Reinigungkräfte gingen mit Pronto und einem nassen Lappen

ans Gestühl – natürlich zum Gekreische der Restauratoren. Wir brauchten

also jemand, der intelligent Staub wischt. Jetzt haben wir dafür eine

studierte Restauratorin, die ihre Arbeit sehr gut macht.

Damit die Besuchermassen barrierfreier strömen, haben Sie den Zugang

am Westportal geändert.

Das ergab sich aus der »Aussendung der Sternsinger«. Der Dom hatte ja im

Westen Drehtüren, durch die die Sternsinger mit ihren Stangen mussten.

Das war so gefährlich, dass ich dachte: »Um Gottes Willen, gleich wird ein

Kind zerquetscht.« Das musste weg. So kam es zu den neuen Windfängen.

Der Dom ist vor allen Dingen eine Kirche. Ist das Sakrale, das Besinnliche

in ihm noch zu erfahren oder geht das alles im Rummel unter?

Das kann man häufig erfahren. Vielleicht nicht gerade samstags zwischen

11 und 15 Uhr, aber am früheren Vormittag, oder am Nachmittag, ab

15 Uhr wird es ruhiger. Im Winterhalbjahr ist es natürlich auch nicht so

dramatisch. Im Mai und Oktober und zur Weihnachtsmarktzeit sollte man

den Dom an Samstagen tagsüber vielleicht eher meiden.

Haben Sie einen Lieblingsort im Dom?

Der Vierungsturm ist eigentlich der schönste Platz in ganz Köln, dort hat

man Dom und Stadt so um sich gebreitet, mit Blick auf den Rhein. Dort

oben ist Ruhe. Ich gehe dort hinauf, wenn ich mich sehr ärgere.

Sie hatten bestimmt auch sehr viele kuriose Begegnungen im Dom.

Mein Lieblingsbesucher unter den prominenten Gästen war Bill Clinton,

weil er sich so unglaublich für den Dom interessierte und so unglaublich

viel Vorwissen mitbrachte. Er wusste alles über unsere Chorschrankenmalereien.

Wer bitte weiß denn schon etwas über Chorschrankenmalereien?

Nachher hat er mir erklärt, als er in Cambridge studiert habe, sei er öfter

nach Köln gekommen und diese Malereien hätten ihn immer fasziniert. Vor

dem Lochner-Altar hat er Tony Blair – ich hatte Blair und Clinton gleichzeitig

im Dom – eine Kurzvorlesung über deutsche und niederländische

10 klaaf Kölner Köpfe Kölner Köpfe klaaf 11


Malerei des 15. Jahrhunderts gehalten – und die war völlig richtig. Das hat

mich ungeheuer beeindruckt, [lacht] sein Nachfolger hätte das wohl nicht

leisten können.

Was hat es mit »Dieseltanks auf dem Domherrenfriedhof« auf sich?

Die Domherren wollten auf ihrem Friedhof ein ewiges Licht und das

Problem war, wie bringen wir das zum Leuchten? Es sollte natürlich eine

lebende Flamme sein. Ich kam darauf, dass es tatsächlich Grabbeleuchtungen

gibt, bei denen man einen kleinen Dieseltank im Grab versenkt, die

Lampe brennt dann mit Diesel. Wir haben jetzt aber einen Öltank, der wird

mit Lampenöl befüllt und das brennt etwa zwei Wochen. Das ist das Tolle

an diesem Amt, man lernt dauernd neue ungewöhnliche Dinge dazu.

Werden Sie nach Ihrer Pensionierung in Köln bleiben?

Ja, wir bleiben in Köln. In Bezug auf den Dom werde ich natürlich in

Zukunft meinen Mund halten. Es ist nicht fair, wenn der Vorgänger immer

noch mitquatscht. Wenn ich am Wochenende oder so im Dom war,

fürchteten meine Mitarbeiter Sprüche wie »Räumen Sie doch mal dort

auf!« oder »Was steht denn da schon wieder herum?«. [schmunzelt] Dass in

Zukunft nicht mehr zu sagen, wird wohl das Schwierigste.

Ihre Mitarbeiter fürchten wahrscheinlich auch, dass Sie keine Plätzchen

mehr bekommen werden.

Ich backe leidenschaftlich gern. Ab und zu gab es einen Kuchen und in der

Adventszeit Plätzchen. [lacht] Wenn ich weiterhin die Bibliothek benutzen

darf, dann backe ich auch weiter Plätzchen. DAS INTERVIEW FÜHRTE MARCUS CORMANN

Köln UKW 101,7

Sehenswert

Lesenswert:

Meisterwerke

des Kölner

Domes

Erhältlich ab August 2012

Arnold Wolff

Das Chormosaik im Kölner Dom

(Band 11)

ca. 84 Seiten,

123 Farb-, 9 s/w-Abb.,

Paperback, fadengeheftet,

8-seitiger Umschlag, 21 x 27 cm

dt. Ausgabe

ISBN 978-3-922442-74-5

engl. Ausgabe

ISBN 978-3-922442-75-2

17,– Euro

Verlag Kölner Dom e.V.

Roncalliplatz 2, 50667 Köln

Tel.: 0221 / 17940-390

www.verlag-koelner-dom.de

Zweite Auflage 2011

Niklas Möring

Der Kölner Dom im Zweiten Weltkrieg

(Band 10)

112 Seiten,

101 Abb. in Duoton, 100 s/w-Abb.,

Paperback, fadengeheftet,

8-seitiger Umschlag, 21 x 27 cm

dt. Ausgabe

ISBN 978-3-922442-72-1

engl. Ausgabe

ISBN 978-3-922442-73-8

17,– Euro

Erhältlich rund

um den Dom:

Dom-Shop und

Museums-Shop


FOTO: RaineR GäRTneR, KÖLn

MUseUM

FUR

OsTasiaTiscHe

KUnsT

ein scHaTzHaUs FÜR Die KUnsT cHinas, KOReas UnD jaPans

Wer über die Universitätsstraße mit ihrem nicht enden wollenden

Verkehr geht, kann sich kaum vorstellen, dass sich hier eine Oase der

Ruhe befindet, nämlich das Museum für ostasiatische Kunst.

Es liegt etwas zurück, von der Straße getrennt durch Grünstreifen und

Parkplatz. Der japanische Architekt Kunio Maekawa (1905-1986), ein Schüler

Le Corbusiers, hat den Bau entworfen, der zu den bedeutendsten Baudenkmälern

der klassischen Moderne in Köln zählt. In ihm verbinden sich moderne

Bauweise und japanische Tradition. Zu dieser Tradition gehört auch der

Meditationsgarten, den das kubische Bauwerk umschließt. Er wurde vom japanischen

Bildhauer Masayuki Nagare (*1923) geschaffen. Diese kleine Landschaft

mit Steinen, Gewässer, Bäumen und Büschen ist von mehreren Stellen

des Museums einsehbar. Von Nagare stammt auch die Steinplastik »Die Fahne

im Wind«, die hinter dem Museum aus dem Aachener Weiher aufragt.

Außenansicht des Museums vom

Aachener Weiher mit der Stein-

plastik »Die Fahne im Wind«

Seit der Eröffnung im Jahre 1977 wird in diesem einzigartigen Museum

Kunst aus China, Korea und Japan präsentiert, und zwar sowohl in wechselnden

Ausstellungen aus eigenen Beständen wie auch in Sonderausstellungen,

die teilweise internationale Bedeutung haben, wie die zu den Schätzen des

Tôdaiji Tempels im japanischen Nara »Im Licht des Großen Buddha«.

Die Geschichte dieses Museums beginnt jedoch weit früher, nämlich

1909, dem Jahr seiner Gründung, und 1913, als es am Hansaring zum ersten

Mal seine Pforten öffnete. Es war das erste Spezialmuseum für ostasiatische

Kunst in Deutschland, ein ungewöhnliches Vorhaben zur damaligen

Zeit, da es die europäische und die ostasiatische Kunst und Kultur auf die

gleiche Stufe stellte. Eng verbunden mit der Museumsgründung sind Adolf

Fischer (1856 – 1914) und seine Frau Frieda (1874 – 1945). Adolf Fischer

war ursprünglich Schauspieler und Intendant am Schauspielhaus in Königsberg,

bevor er auf einer Weltreise sein Interesse an der ostasiatischen

Kunst entdeckte. Er reiste noch mehrfach mit seiner Frau nach Asien, um

Kunstwerke anzukaufen, was zur damaligen Zeit nicht ungefährlich war.

14 klaaf Stadtkultur Stadtkultur klaaf 15


FOTO: RHeiniscHes BiLDaRcHiV KÖLn

Porträtstatue des Priesters Eizon, Japanische Zypresse, Höhe 76 cm, Japan, 1. Hälfte 16. Jh.

Außerdem war Fischer als Privatgelehrter sowie Publizist tätig und wurde

wissenschaftlicher Attaché des Deutschen Reiches an der Gesandtschaft

in Bejing. Er trug seine Sammlung nicht unter völkerkundlichen, sondern

unter kunstgeschichtlichen Aspekten zusammen, da er die ostasiatische

Kunst als eigenständig und der europäischen ebenbürtig ansah. Seinen

Wunsch nach einem eigenen Museum erfüllte ihm schließlich die Stadt

Köln im Jahr 1909. Das Gebäude wurde neben dem Kunstgewerbemuseum

errichtet mit einem gemeinsamen Eingang auf dem Hansaring. 1913 war

die Eröffnung, Adolf Fischer selbst wurde der erste Direktor. Im ersten von

ihm selbst verfassten Museumsführer sagt er zu seinen Beweggründen:

»Als Lebensaufgabe schwebte mir seit langen Jahren die Schaffung eines

Museums vor, das der großen Kunst Ostasiens gewidmet sei. Lebendig

ist dieser Wunsch geworden im Anschauen einer Kultur, deren innerliche

Vertiefung sich in Meisterwerken offenbart hat, die sich den klassischen

Werken des Abendlandes würdig an die Seite stellen.«

Bereits ein Jahr später starb er überraschend, und seine Frau Frieda

übernahm vertragsgemäß die Leitung. Sie war erst die zweite Museumsdirektorin

Deutschlands. Wie ihr Mann war auch Frieda Fischer eine

anerkannte Expertin für ostasiatische Kunst. Unter den Nationalsozialisten

durfte sie das Museum nicht mehr betreten, da sie in zweiter Ehe mit dem

jüdischen Senatspräsidenten am Oberlandesgericht Köln Alfred Wieruszowski

verheiratet war.

1944 wurde das Gebäude bei einem Luftangriff zerstört. Die Bestände

waren glücklicherweise ausgelagert worden. Werner Speiser (1908-1965),

seit 1934 Mitarbeiter des Museums, übernahm 1951 die Leitung bis zu seinem

Tod. Er präsentierte die Sammlungen in mehreren Ausstellungen, der

von ihm geforderte Neubau entstand jedoch erst unter seinem Nachfolger

Roger Goepper (1925-2011), der von 1966 bis 1990 als Direktor fungierte.

Seit 1991 leitet Adele Schlombs die Geschicke des Museum für ostasiatische

Kunst. In ihre Zeit fiel eine fast dreijährige Um- und Ausbauphase, die

1995 abgeschlossen war.

Der Bestand des Museums hat seinen Ursprung in der umfangreichen

und vielfältigen Japan-Sammlung des Ehepaars Fischer. Sie enthält buddhistische

Malerei und Holzskulptur, Stellschirmmalerei, Farbholzschnitte

und Lackkunst. Im Laufe der Jahre kamen weitere Ankäufe, Leihgaben und

zen und klassischer Möbel von Hans-Jürgen von Lochow, die chinesischen

Keramiken von Hans Wilhelm Siegel, die Sammlung ostasiatischer Malerei

von Kurt Brasch sowie die Schriftkunstsammlung von Heinz Götze. Das bekannte

Sammlerpaar Peter und Irene Ludwig hat mit diversen Kunstwerken

zum Bestand beigetragen. Unterstützung bei Ankäufen gewähren darüber

hinaus die Orientstiftung und der Förderkreis des Museums.

FaszinieRenDe

LacKKUnsTWeRKe

Zu den faszinierendsten Ausstellungsstücken zählen die Lackkunstwerke.

Ausgehend von China verbreitete sich die Lackkunst in Japan und Korea sowie

in der übrigen Welt, wobei jedes Land seine Besonderheiten entwickelte.

Der ostasiatische Lack wird aus dem Lackbaum gewonnen, ist also ein reines

Naturprodukt, dessen Verarbeitung sehr aufwendig ist. Allein das Trocknen

der Lackschichten beansprucht bis zu einer Woche bei hohen Temperaturen

und hoher Luftfeuchtigkeit. Manchmal werden bis zu 200 Schichten

nacheinander auf einen Kern aus Holz, Pappmaché oder anderen Materialien

aufgetragen, wobei die Qualität des Lackes steigt, je höher die Schicht liegt.

Die Herstellung der hochwertigen Kunstwerke dauert bis zu zwei Jahre.

Da der Lack sehr widerstandsfähig ist, diente er ursprünglich dem

Schutz der Gegenstände. Später trat dann der ästhetische Aspekt in

Vordergrund, und der Lack wurde pigmentiert, um unterschiedliche Farben

zu gewinnen, geritzt, geschnitzt oder mit Einlegearbeiten verziert. China ist

für seine Schnitzlackarbeiten berühmt. Die japanische Lackkunst, »Urushi«

genannt, zeichnet sich durch Streudekor aus Gold- und Silberpulver aus.

Ein besonders prächtiges Beispiel für die koreanische Lackkunst ist der

Hochzeitskasten aus dem 15. Jahrhundert, den Werner Speiser von einem

Kunsthändler erwarb. Er war von einer dicken Schmutzschicht bedeckt,

und seine wahre Schönheit trat erst nach einer umfangreichen Säuberung

und Restaurierung zutage. Der mit Schwarzlack bedeckte Holzkasten ist

mit zahlreichen Einlegearbeiten aus Perlmutt, Horn mit Untermalung

und Messingdraht verziert. Sie stellen Symbole dar, die Glück, ein langes

gemeinsames Leben und beruflichen Erfolg verheißen, darunter ein

Phoenixpaar, Wunschjuwele, Korallen und Goldbarren.

Schenkungen hinzu. Dazu gehören die Sammlung chinesischer Sakralbron- Ständige Sammlung (China)

Lackkunst: Geschenk-Kasten für eine Hochzeit

16 klaaf Stadtkultur

Stadtkultur

FOTO: LOTHaR scHnePF, KÖLn

FOTO: RHeiniscHes BiLDaRcHiV KÖLn

klaaf 17


FOTO: RHeiniscHes BiLDaRcHiV KÖLn

Gion-Fest, Stellschirm, Japan 17. Jh.

Stellschirme sind für den Europäer typisch japanische Produkte, die

als Raumteiler dienten. Ihre ursprüngliche Funktion war wohl, einen

Ehrenplatz zu kennzeichnen. Der größte Teil des Kölner Bestandes wurde

von Adolf und Frieda Fischer erworben, darunter auch der zweiteilige

Stellschirm zum Gion-Fest in Kyoto. Der Betrachter erkennt die Teilnehmer

einer Bittprozession mit Festwagen und Sänften, die zum Gion-Schrein

ziehen, der dem Regen- und Windgott Susano-o geweiht ist. In Köln

befindet sich jedoch nur ein Teil der Gesamtdarstellung. Ein sechsteiliger

Stellschirm in Tokyo und ein weiteres Paneel in New York ergänzen das

Kölner Bild, das als das bedeutendste dieser Reihe gilt.

Die bekannteste Form, auf der die ostasiatische Malerei präsentiert

wird, sind die Hänge- und Querrollen, die aus Papier oder Seide bestehen.

Sie werden nur zu besonderen Anlässen gezeigt und nicht, wie Bilder im

Westen, dauerhaft aufgehängt. Reizvoll sind die Fächerbilder, die kleine

kunstvoll ausgearbeitete Landschaften, Pflanzen oder andere Motive

zeigen. Beispiele für die verschiedenen Malstile und Schulen sind in Köln

vertreten, wie die Literaten- oder die professionelle Hofmalerei. Einen

Überblick über die Vielfalt der japanischen Malerei gab die Ausstellung

»Goldenen Impressionen«, die 2011/2012 zu sehen war.

Wie das Christentum die europäische Kunst, so hat der Buddhismus die

ostasiatische beeinflusst, insbesondere die Malerei und die Plastik. So trifft

der Besucher in Köln auf die furchterregende Skulptur eines »Weltenhüters«,

der mit grimmiger Miene und gezücktem Schwert auf einem

Dämon steht, den er gerade bezwungen hat. Er begegnet aber auch der

Porträtstatue des Priesters Eizon, der Ruhe und Gelassenheit ausstrahlt.

Der Faltenwurf seines Gewandes verdient besonderes Augenmerk, da er

detailliert ausgearbeitet ist.

Die umfangreiche Sammlung archaischer chinesischer Bronzen ist in

einem separaten Raum des Museums zu bewundern. Es handelt sich im

Wesentlichen um Ritualgegenstände, die in Gräbern gefunden wurden.

Im letzten Trakt des Hauses findet der Besucher Beispiele für die älteste

Kunstform Ostasiens, die Keramik. Herausragend ist die Sammlung koreanischer

Keramik der Koryô-Periode (935-1392), auch Seladon genannt. Sie

zeichnet sich durch eine grünlichblaue Glasur und vielfältige Dekortechniken

aus.

Dies ist nur ein kleiner Einblick in den Gesamtbestand dieses Museums.

Er wird in wechselnden Ausstellungen gezeigt, nicht nur aus Platzmangel,

sondern auch, um die empfindlichen Kunstwerke zu schonen. Daher lohnt

es sich, regelmäßig diese Oase der Ruhe aufzusuchen. INgEbORg NITT

18 klaaf Stadtkultur

Chinesisches Gelehrtenzimmer

FOTO: LOTHaR scHnePF, KÖLn

cHinajaHR KÖLn 2012

Für Köln und Peking gibt es 2012, im Jahr des Drachen, gleich zwei

gute Gründe zum Feiern: Seit 1987 blicken wir auf 25 Jahre gelebte

Städtepartnerschaft zurück und gleichzeitig pflegt die Bundesrepublik

Deutschland seit 40 Jahren diplomatische Beziehungen zu China.

In den kommenden Monaten zieht sich das Chinajahr wie ein roter Faden

durch den gesamten Kölner Veranstaltungskalender. Im Mittelpunkt

steht das von der Stadt Köln und der Landesregierung gestaltete NRW-

Chinafest vom 14. bis 16. September 2012 und macht das Land der Mitte

zum Mittelpunkt Kölns. Auf dem Roncalli Platz erwartet die Besucher ein

chinesischer Markt mit authentischem Flair, kulinarischen Leckerbissen,

künstlerischen und sportlichen Darbietungen wie etwa eine Taiji- und

Qigongvorführung. Ganz besonders freuen wir uns auf das Bühnenprogramm,

das Peking als Geschenk zum Fest angekündigt hat!

Einen der kulturellen Höhepunkte zeigt das Museum für Ostasiatische

Kunst (siehe Artikel Seite 14): Die Ausstellung »Glanz der chinesischen

Kaiser – Kunst und Leben in der Verbotenen Stadt« von Oktober 2012 bis

Januar 2013 bringt eine erlesene Auswahl von Schätzen des chinesischen

Kaiserhofes aus dem 17. und 18. Jahrhundert nach Köln.

Die Auftritte von BeijingDance in der Kölner Veranstaltungshalle Palladium

bieten uns beeindruckende Einblicke in die Welt des modernen chinesischen

Tanzes, während das Kölner Filmhaus mit »Visions of China – Chinese

Film Festival Cologne« zeitgenössische Filmkunst aus China präsentiert.

Wenn Sie sich detailliert über die vielen kulturellen Angebote informieren

möchten, bietet die Stadt Köln einen umfassenden Veranstaltungskaltender

zum ChinaJahr2012 im Internet unter www.chinajahr-koeln.de.

Stadtkultur

FOTO: WiKiPeDia – saaD aKHTaR

klaaf 19


aLLe FOTOs: KiWi, KÖLn

cHicaGO

aM RHein

GescHicHTen aUs DeM KÖLscHen MiLieU

Heute erscheint jene Kölner Periode der 60er und 70er Jahre, in der

Männer im Pelz als cool galten und Gauner angeblich den Regeln einer

sogenannten Ganovenehre folgten, schlicht als reiche Quelle amüsanter

Milieugeschichten. Figuren mit Namen wie »Schäfers Nas«, »Dummse

Tünn«, »Abels Män«, »Essers Häns« oder »Frischse Pitter« meint man sonst

nur aus dem Hänneschen-Theater zu kennen. Doch der verklärte Rückblick

Chicago am Rhein:

Geschichten aus dem kölschen Milieu

von Peter F. Müller & Michael Mueller

Verlag Kiepenheuer & Witsch,

Köln, 15. September 2011

ISBN: 978-3-462-03830-9,

14,99 EUR

täuscht. Die Männer mit den lustigen Spitznamen sind genau jene, die

Frauen in die Prostitution zwangen, den Drogenhandel und das Glückspiel

organisierten und Schutzgelder erpressten. Für den ehemaligen Kripo-

Beamten Joseph Ment – im Karneval als »Der Kölsche Schutzmann« aktiv

– zählt die Entschuldigung nicht, dass die starken Jungs in den Trümmern

der Nachkriegszeit wohl ein eher robustes Rechtsbewustsein entwickelt

hätten. Die »Nas« sei nicht etwa »ne Joode« gewesen, wie viele sich heute

einreden wollen, sondern »ein ganz brutaler, menschenverachtender

Zuhälter in Großausführung.«

20 klaaf Kölsches Leben Kölsches Leben klaaf 21


HaUPTsTaDT Des

VeRBRecHens

Zu Beginn der 60er Jahre waren die schlimmsten Kriegsschäden in Köln

beseitigt und das Wirtschaftswunder machte sich bemerkbar. Die Kölner

waren stolz auf sich und ihre Stadt. Gleichzeitig steigt allein in den Jahren

1961 bis 1964 die Zahl der Straftaten in der Stadt von 6.000 auf jährlich

48.600 – bei einer Aufklärungsrate von lediglich 34 Prozent. Köln ist die

Verbrechenshauptstadt der jungen Republik. Die Boulevardpresse spricht

schlicht vom »Chicago am Rhein«.

Die Hauptakteure in den Bordellen, Striplokalen, Bars und Spielhöllen

auf den Ringen, in der Friesenstraße, am Eigelstein und am Rheinufer sind

stadtbekannt und gefürchtet. Es ist die Zeit der offenen Feindschaften und

Revierkämpfe, wie sich in »Chicago am Rhein – Geschichten aus dem kölschen

Milieu« nachlesen lässt. Peter F. Müller hat die vor Jahren für seinen

Dokumentarfilm »Wir waren das Milieu« zusammengetragenen Lebensgeschichten

nun mit Co-Autor Michael Mueller als Buch herausgegeben.

Im Rückblick stellen sich die Luden, Zocker und Türsteher von einst gerne

als ehrenwerte Ganoven dar. Von den alten Zeiten träumen sie alle noch:

als der Champagner in Strömen floss und das Geld in Plastiktüten und

Vogelhäuschen gehortet wurde, als Rolex, Schlangenlederanzüge und dicke

Autos unverzichtbare Accessoires waren...

Das Geld wurde mit kriminellen Mitteln »eingesammelt« und dann mit

vollen Händen zum Fenster hinausgeworfen, schlicht verprasst. Sich real

etwas aufzubauen, zu investieren, einfach auch an später zu denken, ging

offenbar weit über den Horizont der handelnden »Miljö«-Größen hinaus.

Schon Hochdeutsch scheint unerreichbar gewesen zu sein.

GeLD Wie DRecK

Die, die damals ganz groß waren, sind heute längst wieder ganz klein. Von

Pracht und Reichtum ist keinem etwas geblieben. Die meisten, die noch leben,

leben auf Sozialhilfe-Niveau. »Frischse Pitter« ist einer der wenigen, der

eine kleine Rente erhält: »Wenn ich e bissje jespart hätt, hätt ich hück irgendwo

en Finca un wöödt de Föös in de Tass halde«, hat er Müller erzählt,

»ävver ich han dat Geld zum Teil behandelt, als wenn et Dreck jewäse wör.«

Man ist versucht, Mitleid mit den jetzt stark gealterten Unterwelthelden

von einst zu haben, oder an »Altersarmut als gerechte Strafe« zu denken,

wüsste man nicht, wieviele Leben sie einst ruiniert haben. MARCUS CORMANN

22 klaaf Kölsches Leben Kölsches Leben klaaf 23


FOTOs: saBine GROsse-WORTMann

VOM nacHWUcHs, DeR aUs-

zOG, Die MyTHen zU LeRnen

»Mystik, Kult und Heiligtum« sind drei Wörter, die nicht zum normalen

Wortschatz von Grundschulkindern gehören. Die SK Stiftung Kultur veranstaltete

aber unter genau diesem Titel 59 Führungen in den Osterferien,

an denen circa 1000 Grundschulkinder teilnahmen. Sie untersuchten mit

zehn Experten neun Kölner Orte, die mindestens 800 Jahre alt sind und

Stoff für Legenden liefern. Die Führungen durch 2000 Jahre Geschichte im

unter- und überirdischen Köln boten jede Menge Inspiration: So entwickelte

sich ein Frage- und Antwortspiel im Praetorium, dem alten römischen

Statthalterpalast und Eingangstor der neuen Archäologischen Zone. Wer

war Claudius, wo genau im heutigen Köln bauten die Römer die ersten

Im Prätorium Vor Sankt Gereon

24 klaaf Stadtkultur

Links: Die Kinder bei der Führung

durch die goldene Kammer in

Sankt Ursula

Unten: Römische Überreste unter

Sankt Severin in der Südstadt

Siedlungen? Wie wurden die heidnischen Kultstätten genutzt? Römische

Überreste wurden auch unter der Kirche Sankt Severin in der Südstadt

inspiziert. Die Kinder saßen zwischen 2000 Jahre alten Steinsärgen in einem

römischen Gräberfeld unter der Kirche und lernten, dass die Römer ein ganz

anderes Verhältnis zum Tod hatten. Sie stellten ihre Toten an die Stadttore,

um sie beim Verlassen der Stadt zu grüßen und an sie zu denken.

In Sankt Maria im Kapitol besuchten die Kinder zuerst die Krypta,

wo sich einst ein römischer Tempel befand. Die nach dem Grundriss

der Geburtskirche Jesu erbaute wunderschöne Kirche ist ein Vorbild für

alle anderen romanischen Kirchen nördlich der Alpen gewesen. Mit ein

bisschen Grusel erlebten die Kinder das Herzstück von Sankt Ursula, die

goldene Kammer. Umgeben von Mosaiken aus menschlichen Knochen

fragten sie nach der Legende von der schönen Königstochter Ursula. Ob

die Knochen wirklich von den 11.000 Gefährtinnen stammen, die angeblich

mit Ursula nach Rom gereist waren, um sich taufen zu lassen? In Sankt

Gereon stand natürlich der heilige Gereon im Mittelpunkt, der eine Art Deserteur

war. Der Feldherr missachtete den Befehl seines Kaisers Maximilian,

Christen zu töten und wurde dafür hingerichtet. Die Blutsäule erinnert an

sein grausames Schicksal. In Sankt Kunibert faszinierte die Legende um

den Fruchtbarkeitsbrunnen Kunibertspütz. Sein Wasser tranken kinderlose

Paare, wenn es mit dem Wunsch nach Nachwuchs nicht klappen wollte.

Im Dom ging es zum Schrein der heiligen drei Könige, deren Reliquien

1164 als Kriegsbeute von Rainald von Dassel nach Köln kamen. Weitere

Schätze wurden in der Domschatzkammer bestaunt, die bei Prozessionen

und an Gedenktagen durch die Stadt getragen und im Kölner Dom gezeigt

werden. Die Kinder sahen alte Gewänder von Königen, den Petrusstab,

bekamen eine Monstranz erklärt und den Schrein des heiligen Engelberts

tief unter dem Dom. Sie erfuhren, was Reliquien sind und dass sie eine

Wirtschaftsmacht entwickeln können. Denn Köln war wegen seiner Heiligen

im Mittelalter so etwas wie das Pilgerzentrum West: voll von Kirchen,

reich an Geschichten und Kriegsgräbern, die man für den Reliquienhandel

gut ausschlachten konnte. PRISkA HöFlICH

Stadtkultur

klaaf 25


FOTO: DsGV

ein »DaViD« FÜR Die

KaRneVaLsWaGen

Artur Grzesiek, Priska Höflich und Dr. Sabine Schormann, Geschäftsführerin, Niedersächsische

Sparkassenstiftung/ VGH-Stiftung

PReis Des DeUTscHen sPaRKassen- UnD GiROVeRBanDes

Beim »David 2012«, dem Wettbewerb für kleinere Stiftungsprojekte der

Sparkassen-Finanzgruppe, wurde das Projekt Wagenbauwettbewerb zum

Kölner Rosenmontagszug der SK Stiftung Kultur mit dem 2. Platz ausgezeichnet.

Artur Grzesiek, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse KölnBonn

und der SK Stiftung Kultur, und Projektleiterin Priska Höflich nahmen den

Preis im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung des Deutschen

Sparkassen- und Giroverband (DSGV) in Berlin entgegen.

In Kooperation mit dem Festkomitee Kölner Karneval und der Köln

International School of Design (KISD) hatte die Stiftung im vergangenen

Herbst den Wagenbauwettbewerb zum Kölner Rosenmontagszug initiiert:

Vier Tage lang kreierten 28 Studenten der KISD mit über 200 Kölner

Grundschülern Ideen, Bilder und Modelle. Die Designstudenten hatten

die Modelle der Kinder anschließend weiterentwickelt, verfeinert und im

Maßstab 1:15 ins Rennen geschickt.

Eine Fachjury wählte die drei besten aus. Ursprünglich sollte nur der

Gewinner – ein Wagen zum Thema »Krieg und Frieden« der Grundschule

Baadenberger Straße (Umsetzung: Peter Haas) – als Prunkwagen für den

Kölner Rosenmontagszug 2012 realisiert werden, doch Zugleiter Christoph

Kuckelkorn war von den Ideen so begeistert, dass er alle drei Wagen bauen

ließ. Die Kölsche Narrengilde, die Kölner Philharmonie und die KG Uhu

nutzten die drei Wagen für ihren Auftritt beim Kölner Rosenmontagszug.

Die 60 Pänz liefen als Fußtruppe mit. PRISkA HöFlICH

26 klaaf Stadtkultur

Wahre Größe

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DO HäT ene cHines De

ÜHRcHeR GesÜÜMP

Kölsch es e Geföhl, heiß et off. Domet es secher nit gemeint, dat för

de kölsche Sproch kein Regele existiere. Wä sich domet bedeit, weiß,

et gitt ere zo Hauf!

Wat mer domet sage well es, et gitt Usdröck, die mer bloß verstonn oder

mih föhle kann, wa’ mer met dä Sproch un dem kölsche Humor groß

gewooden es.

Manchmol ka’ mer sich bildlich vürstelle, wat esu ene Usdrock bezeichent.

Klassisch es do för e Beispill »e Föttchen-an-der-Ääd« för en ärg klein

Person. Die es esu klein, dat de Fott quasi üvver de Ääd schleif. Der Adam

Wrede moot sich vürnehm zoröckhalde. Hä beschriev et esu: »Kleiner,

gedrungener Mensch, dessen Rückenende dem Erdboden sehr nahe, fast

gleich kommt, in echt kölscher Art noch scherzhaft übertrieben.«

Noch plastischer weed et, wa’ mer präziseet:

»Wann De DäM en MUHR en De FOTT DäUs, scHLeiF

Dä/DaT nOcH eT GRÖns ÜVVeR De ääD«.

Bei dä Vürstellung muss mer unwellkürlich laache.

Mer frög sich natörlich och luuter: Wä denk sich esu jet us?! Do ka’ mer

för normal – als deutsch denkende Minsch jo gar nit drop kumme!

Ähnlich geiht mer dat och bei däm Usdrock, dä ming Mamm neulich

ens widder gebruch hät. Ene nette junge Mann soß uns en der Stroßebahn

gägenüvver, oder wie mer fröher saht, soß gägen uns üvver. Dä hatt no

ene leich asiatische Enschlag un ming Mamm meint: »Do hät bestemmp

ene Chines de Ührcher gesüümp.« Es dat nit herrlich?! Dat beschriev en

ener ganz apaate Aat un Wies dä Ömstand, dat dä junge Mann en singer

Ahnelaufbahn Asiate vürzowiese hät.

Mer muss die Lück bewundere, die de Sproch met esu en Wendunge richer

maache.

Metunger entstonn die Zoot Begreff ävver och, för üvver ander Lück zo

schänge.

Eine vun minge leevste Usdröck, dä minge Ühm Willi gään bruche dät,

es: »Dä hät e Geseech, wie en bläcke Fott, die Kaffee drink.« Ja... wie soll

mer sich dat jetz esu genau vürstelle? Die absurde Kombination mäht

et hee us, dat mer laache muss. Ähnlich es dat bei däm wölle Wood, dat

ich hee gar nit schrieve darf wäge der Zensur, ävver wann ich »Götz vun

Berlichinge« sage, wesst ehr jo Bescheid: »Do schön geblömb Aa.....«. Ens

ihrlich: Vör luuter Laache kanns do nit ens beleidig sin, wann einer esu jet

för dich säht.

Zick ich dä Usdrock kenne, han ich üvver »en schääl Pann Ääpel«

simeleet. Wörtlich es das jo: eine fehlsichtige Pfanne Kartoffeln. Ävver ich

krige einfach kei richtig Bild dovun en der Kopp. Wie mag dat Schängereiwood

entstande sin? Villleich wor ene Schääl grad Äädäppel en der Pann

am Brode, wie sich einer üvver en geärgert hät un dä hät dann vör luuter

28 klaaf Kölsches Leben

FOTO: MiRiaM seRBée

Tünnes und Schäl

Alteration jet durchenein geworfe? Oder däm Schääl si Geseech soh us wie

en Pann Äädäppel? Och nit grad leich zo visualisiere! Dat Rödsel weed mer

hügg wall nit mih lüse künne.

Decke Lück han et schwer. »Die Putschblos, dat deck Gemangbrud, die

decke Matsch, dä Böll« sin noch harmlose Bezeichnunge. »Dat hät en Fott

wie e Brauereipääd, dä versteck em eige Fett, dat es e richtig Fettspektakel«

es ald gemein. De einzig passende Antwood dodrop es: »Ich ben nit deck,

ich ben klein!«

scHLaGFääDiG MUss MeR sin eM KÖLscHe UniVeRsUM.

Einer, dä ärg genau es, nennt mer en Pingelsfott oder ene »Kränzchensdrießer«.

Dat heiß, selvs bei esu ener iher gewöhnliche Tätigkeit es dä ävver esu

jet vun akurat! Dä mäht dobei esugar e Müsterche.

Wann ehr och noch bildliche Usdröck vun Tante un Ühme, Fründe ov

Bekannte wesst, wo mer sich vill- ov nix – bei vürstelle kann, loht et mich

wesse. Mer dun de schönste dann hee em Klaaf-Heff veröffentliche. Op die

Aat krige mer all Spass. AlICE HERRWEgEN, HERRWEgEN@Sk-kUlTUR.DE

Kölsches Leben

klaaf 29


RODseL

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13

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HINWEIS: Umlaute werden so geschrieben ä, ö, ü, äu und ß bleibt so

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LÖSUNGSWORT 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12

1 Wat lösch der Doosch?

16 Bei e lecker Kölsch schmeck en....

2 Om Rhing mäht mer en...

17 Em Urlaub wolle vill Lück...

Senden Sie eine Postkarte mit dem Lösungswort bis Fr., 3. August 2012:

3 maache Fänte gään vum Beckerand 18 Wat deit mer e Sommer?

Akademie för uns kölsche Sproch, Alice Herrwegen, Im Mediapark 7,

4 Mer krige vill...

19 Wann et wärm es, ha' mer luuter.... 50670 Köln. Die Preise werden unter allen richtigen Einsendungen verlost.

5 Wa' mer sich et Flöppe avgewenne 20 Mer muss de Blome geeße, söns

1. Zwei Karten für den Klaaf em Mediapark am 18. September 2012

well, käut mer ene...

sin se flöck...

2. Ein Buch »Et hät noch immer god gegange«

6 steche gään

21 Südamerika es ärg...

3. Eine CD »Mer liere Kölsch«

7 Wa' mer zo lang am Strand litt,

weed mer...

8 Em Juli es et miestens...

22 deit mer gään em Bösch

23 Wa' mer ene Sonnebrand hät,

deit mer...

Die drei Gewinner werden benachrichtigt und erhalten ihren Gewinn auf dem Postweg zugestellt.

Eine Barauszahlung der Gewinne ist nicht möglich. Mitarbeiter und Seminarleiter der Akademie för

uns kölsche Sproch sind von der Teilnahme ausgenommen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

9 litt mer am Strand drop

10 well mer em Sommer nit han

24 Wie hät mer et gään em Sommer?

25 Em Sommer es mer gään an der...

Personenbezogene Daten werden ausschließlich zum Zwecke der Abwicklung des Gewinnspiels

verwendet und nicht an Dritte weitergegeben.

11 Em Wasser weed mer...

12 deit mer op der Kopp

13 Schön es et em Sommer em...

14 drage Kääls am Meer

15 Wa' mer en der Sonn litt, kritt mer...

26 litt mer am Strand drunger

27 bruch mer em Sommer för besser

zo luure

28 weed mer en der Sonn

29 ka' mer nit god verdrage

30 schmeck ärg god, wann et heiß es

Die Gewinner unseres letzten Preisrätsels sind: Ilona Odenthal: zwei Karten für den

Klaaf em Mediapark | Peter Piontek: ein Buch »Jetz un e Levve lang« |

Vroni Buhz: ein Buch »Pflanzen und Tiere op kölsch«

Lösung Rödsel aus Heft 2/12: 1. grön | 2. Bösch | 3. Fitschbunne | 4. Gaade | 5. Schöpp | 6. trecke |

7. Stropp | 8. Schlopp | 9. waade | 10. letsche | 11. bauze | 12. flöppe | 13. morge | 14. Botz | 15. Freese |

16. wigg | 17. Flönz | 18. fluppe | 19. sibbe | 20. aläät | 21. lese | 22. rich | 23. Donner | 24. vill |

25. Mondag | 26. schlofe | 27. Punjel | 28. kald | 29. fuul | 30. Kiddel

30 klaaf Rödsel Rödsel klaaf 31

9

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12

6

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jOHann aDaM

scHaLL VOn BeLL

Stich aus Athanasius Kircher, »China monumentis qua sacris qua profanis...aliarumque rerum

memorabilium argumentis illustrata«, Amsterdam 1649

Die GeHeiMnisse Des HiMMeLs eRGRÜnDenDeR LeHReR:

DeR KÖLneR jesUiT jOHann aDaM scHaLL VOn BeLL

Das Lebenswerk des Johann Adam Schall von Bell umschließt seine

Leistungen als Astronom, Mathematiker, Konstrukteur und Diplomat.

Trotzdem ist es eher die Art und Weise, in der er es verstand, sein

Wissen zu vermitteln – dieses machte ihn zu einer der bedeutendsten

Persönlichkeiten seiner Zeit. Angepasst an die chinesische Lebensweise

und Tradition hat er nie versucht, dieser Weltauffassung einen

europäischen Stempel aufzudrücken. Man kann ihn daher sehr gut

als den Mann sehen, der es schaffte, westliche Wissenschaft in China

erfolgreich zur Anerkennung zu bringen.

Das Leben des Johann Adam Schall von Bell spielte sich in drei Städten

ab. Geboren am 1.5.1592 erhält er in Köln seine Ausbildung am Collegium

Tricoronatum (Dreikönigsgymnasium). Am 24. Mai 1608 beginnt er sein

Studium in Rom – am Collegium Germanicum, welches er 1617 in den

Fächern Mathemathik, Physik und Astronomie abschließt. Im gleichen Jahr

empfängt er die Priesterweihe im Orden der Jesuiten, dem er bereits seit

1611 angehört.

Die Berichte der Jesuitenmissionare Matteo Ricci und Nicolas Trigault

erweckten in ihm den Wunsch, in Asien tätig zu werden. Auf sein Gesuch

hin wurde er im Frühjahr 1618 nach China entsandt. Von 1623 bis 1627

beschäftigte er sich dort intensiv mit der chinesischen Sprache, Schrift

und Literatur. Im Besonderen sind es jedoch mathematisch-astronomische

32 klaaf Kölner Köpfe

Kölner Köpfe

klaaf 33


Arbeiten, die seinen Einfluss begründeten: 1624 verfasste er einen ersten

Traktat über eine Mondfinsternis, 1626 schreibt er – 17 Jahre nach der

Konstruktion Galileo Galileis (1564-1642) – über die europäische Erfindung

des Fernrohrs und seine Bedeutung für die Astronomie.

Der chinesische Kulturminister bestimmt Johann Adam Schall von

Bell 1630 zum Nachfolger von Johann Terrenz Schreck (1576-1630) und

beruft ihn in das Kalenderamt. Hier besteht seine Hauptaufgabe darin,

einen fehlerfreien Jahreskalender zu entwerfen, der die Voraussetzung für

das konfuzianische Ideal erfüllt. Dieses Ideal besagt, dass der Ablauf des

bürgerlichen Lebens mit der Natur übereinstimmen muss – das menschliche

Handeln sollte harmonisch mit den Gesetzen der Natur abgestimmt

werden, nur so ist eine sichere Entwicklung des Landes und der Bürger

möglich. Der Jahreskalender ist die Richtschnur, um diese Vorstellung zu

verwirklichen. »Günstige« und »ungünstige« Tage werden im Kalender vermerkt

und beeinflussen Entscheidungen wie den Häuserbau, die Einschulung

der Kinder, den Reisebeginn und vieles mehr.

Auf Befehl des Kaisers Chu'ng-zhen (Regierungszeit 1628-1644) wurde

in der Palaststadt eine eigene astronomische Station eingerichtet. Dort

beobachtete dieser im Jahre 1638 mit einem von Johann Adam überreichten

Fernrohr eine Sonnen- und Mondfinsternis, ein Vorgang, der dessen

Stellung weiter festigte.

Wie erfolgreich die Arbeit des Missionars Schall war, spiegelt sich deutlich

in der sich zum Christentum Bekennenden in Beijing wieder: Von 400

im Jahre 1635 stieg die Zahl der jährlichen Taufen bis 1638 auf 875.

aUF BeFeHL Des KaiseRs

WURDe eine eiGene

asTROnOMiscHe sTaTiOn

einGeRicHTeT.

Der Rückgang in den Folgejahren ist zurückzuführen auf die politische

Veränderung des Reiches. Die sich im Nordosten des Reiches ausdehnende

Macht der Mandschu führte 1644 letztendlich zur Eroberung von Beijing.

Nach einer Dauer von 276 Jahren erlosch die Herrschaft des Hauses der

Ming-Dynastie. Jenes Ende und der Beginn der Mandschu-Herrschaft

(Ch'ing-Dynastie) kennzeichnet die chinesische Geschichte des 17. Jahrhunderts.

Dank Schalls Entschlossenheit gelang es ihm, viele Dinge zu

retten und zur neuen Regierung einen guten Kontakt zu knüpfen.

Er fungierte als Ratgeber und väterlicher Freund des erst siebenjährigen

ersten Kaisers der Ch'ing-Dynastie, Shun-chih (Regierungszeit 1651-1661),

der 1651 offiziell die Regierung übernahm. Konnte er den Kaiser auch nicht

zum Christentum bekehren, so führte seine in der chinesischen Geschichte

ungewöhnliche Position doch zu einem Höhepunkt der Jesuitenmission.

In der folgenden Zeit entwickelte sich zwischen Schall und dem Kaiser

eine Art Lehrer-Schüler-Beziehung. Den jungen Kaiser verlangte es nach

Kenntnissen über die europäische Lebensart. Die ihm 1653 verliehene

Statue neben der Minoritenkirche am Kolpingplatz

Ehrenbezeichnung »Die Geheimnisse des Himmels ergründender Lehrer"

belegte Schalls Bedeutung für das Reich in den Augen der Mandschu.

Unglücklicherweise gab es für die Kaiserfamilie im Jahre 1658 eine

Reihe von Todesfällen. Schall musste – als astronomischer Leiter – den

günstigsten Ort und Stunde für das Begräbnis herausfinden. Diese Aufgabe

erfüllte er, nur änderte der damalige Kulturminister eigenmächtig die

Stunde der Beisetzung.

In der Auffassung des chinesischen Glaubens war damit die Harmonie

der Natur zerstört und die Kaiserfamilie musste viele Schicksalsschläge

hinnehmen. Und tatsächlich – der erst 23jährige Shun-chih erkrankte an

Blattern und verstarb.

Zunächst schienen damit alle Erfolge zunichte gemacht. Während der

innenpolitischen Wirren der Folgejahre wurden die Jesuiten von ihren

chinesischen Rivalen angeklagt.

1664 erlitt Schall einen Schlaganfall und kurze Zeit darauf wurde ihm

zusammen mit Verbiest (seinem Schüler) und zwei anderen Jesuiten wegen

Hochverrat, Predigt einer verwerflichen Religion und Ausbreitung falscher

astronomischen Lehren der Prozess gemacht. Als im November 1664

ein Komet am Himmel erscheint, deutet man diesen als Zeichen zugunsten

Schalls. Trotzdem sprach man ihn und seine Gefährten in allen Punkten

schuldig – sie verloren sämtliche Titel. 1665 verkündete man das Urteil:

Schall sollte erdrosselt werden. Doch zwei weitere Naturkatastrophen

führten am chinesischen Hof zu einem kompletten Umschwung. Schall

wurde von der Todesstrafe freigesprochen und im Mai 1665 entlassen.

Das Leiden in der Gefangenschaft war zu viel für den ohnehin schon

strapazierten Körper des Johann Adam Schall von Bell. Am 15. August

1666 verstarb er und wurde am 29. August beigesetzt. ClAUDIA ECkSTEIN

34 klaaf Kölner Köpfe

Kölner Köpfe

FOTOs: inGeBORG niTT

klaaf 35


36

De

KOLscHe

KOcH

Die Rubrik »Kölsche Köch« stellt in jeder Ausgabe Rezepte vor, die in

die entsprechende Jahreszeit passen und beschreibt Hintergründe oder

Besonderheiten der eingesetzten Produkte.

Getreide ist auch heute noch die wichtigste Nahrungsquelle der Menschheit.

Etwa 45 % des menschlichen Energiebedarfs weltweit wird mit

dem Verzehr von Getreide und den daraus hergestellten Erzeugnissen

abgedeckt. Neben der Verarbeitung zu Brot und Brei sind verschiedene

Getreidesorten wichtige Basis für Brauereien und Brennereien.

Die ersten geschichtlichen Nachweise für den Getreide-Anbau datieren

aus dem 9. Jahrtausend v. Chr. und stammen aus Vorderasien. Im Rheinland

siedelten sich die ersten Bauern ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. an. Sie

bauten zunächst die Weizenarten Emmer∗und Einkorn an, später kamen

Nacktgerste, Saat- und Hartweizen dazu. Mit den römischen Truppen am

Rhein wuchs die Bedeutung des Getreides. In erster Linie wurden auf den

Höfen im Kölner Territorium Saatweizen, Emmer, Gerste und Dinkel angebaut,

während Hirse, Hafer und Roggen von den Germanen im Rechtsrheinischen

bevorzugt wurden.

Unsere Vorfahren ernährten sich hauptsächlich von Breispeisen. Bis weit

ins Mittelalter und in die Neuzeit hinein waren Breie, Grützen oder Suppen

mit Hafer, Gerste oder Hirse Hauptnahrungsmittel der einfachen Bevölkerungsschichten.

Zwar lernten die Kölner schon von den Römern Brot zu

backen, doch blieb diese Technik durch die dafür erforderlichen Backöfen

zunächst professionellen Bäckern vorbehalten. Die Klöster verfügten als

erste über die entsprechenden Apparaturen und so entwickelten sich

gerade dort viele Back- und Brauhäuser.

Bedeutung erlangte im mittelalterlichen Köln der Getreidehandel.

Durch die Politik des Rates wurden Voraussetzungen für die Lagerhaltung,

die Beschaffung und den Handel geschaffen. Hungersnöte konnten

damit in Köln wie auch im Umland abgemildert werden. Sogar im Dreißigjährigen

Krieg versorgten sich die Krieg führenden Truppen in Köln

mit Getreide sowie mit gebackenem Brot.

klaaf

Kölsche Köch

FOTO: © PRinTeMPs / FOTOLia.cOM

GääscHTezUPP*

(GeRsTensUPPe)

125 G GRaUPen

750 G sUPPenFLeiscH MiT KnOcHen (z. B. BeinscHeiBen)

500 G KaRTOFFeLn

2 sTanGen PORRee

4 MÖHRen

2 TOMaTen

2 zWieBeLn

½ seLLeRie

2 sTänGeL LieBsTÖcKeL

10 PFeFFeRKÖRneR, saLz, MUsKaTnUss, LORBeeRBLaTT

*NACH »DER OMA EHR JÄÄSCHTEZUPP«, EINEM REZEPT VON MARITA DOHMEN

Für die Rindfleischbrühe setzen wir das unter fließendem Wasser abgewaschene

Rindfleisch mit den Knochen in etwa 2 l kaltem Wasser auf und

bringen es zum Kochen. Den aufsteigenden Schaum abschöpfen. 1 Stange

Porree, ¼ Sellerie sowie 2 Möhren werden geputzt und klein geschnitten

und mit den geviertelten Tomaten in die Brühe gegeben. Mit den Pfefferkörnern,

etwas Salz, dem Lorbeerblatt und dem Liebstöckel würzen und

das Fleisch in etwa 2 Stunden langsam garen lassen. Fleisch und Knochen

herausnehmen, die Brühe abseihen, das Gemüse wegwerfen.

Die Graupen in der Rindfleischbrühe zum Kochen bringen und etwa 15

Minuten sachte köcheln lassen. In der Zwischenzeit die Kartoffeln und 2

Möhren schälen und in Würfel schneiden, den restlichen Sellerie und die

Porreestange putzen, den Sellerie würfeln, den Porree längs halbieren und

in feine Ringe schneiden. Alles zusammen in die Suppe geben. Die Suppe

noch gut 20 Minuten auf kleiner Flamme kochen lassen, mit Pfeffer, Salz

und geriebener Muskatnuss abschmecken. Das vorab gekochte Rindfleisch

von Fett und Sehnen befreien und in kleine Würfel geschnitten in die

Suppe geben. THOMAS COENEN

Kölsche Köch

klaaf 37


FOTO: © eyeaMi – FOTOLia.cOM

KäLVeRzänG, DaT sin

GRaUPe Us GääscH

Was man scherzhaft als »Kälverzäng« bezeichnet, das sind Graupen aus

Gerste. Die Gerste ist eines der ältesten Kulturgetreide. Ihr fehlt das

Kleber-Eiweiß, deshalb wird sie weniger zum Brot backen als vielmehr

für Grütze, Brei oder in Form von Graupen in Suppen verwendet. In der

Antike, von den Griechen ausgehend, verbreitete sich schon die Methode,

Brot aus Weizenmehl zu backen, während die Gerste als minderwertig

galt. Römische Soldaten, die sich dienstlicher Verstöße schuldig gemacht

hatten, wurden »auf Gerste gesetzt«, d. h., ihnen wurde Gerste statt Weizen

zu essen gegeben, was als Demütigung galt. Das Image dieses Getreides

war nördlich der Alpen sehr viel höher angesiedelt, und es wurde nicht nur

zu Nahrungszwecken, sondern auch in der Medizin und vor allem für das

deutsche Bier verwendet. Schon Tacitus berichtete, dass es aus Gerste und

Eichenrinde bereitet wurde.

Graupen sind die von ihren Hülsen befreiten und in besonderen Graupenmühlen

zerkleinerten Körner der Gerste, aber auch des Weizens und

des Buchweizens. Als die feinsten Graupen gelten die Perlgraupen, die aus

Weizen oder Dinkel hergestellt werden. Die Gerstengraupen sind dagegen

bedeutend gröber und haben einen »rauen« Geschmack. Im Gegensatz zu

den Gerstenkörnern müssen Graupen vor dem Kochen nicht erst eingeweicht

werden. Heute nicht mehr so bekannt, wurden die Gerstengraupen

in der historischen kölnischen Küche nicht nur in der beschriebenen

Suppe mit Fleischbrühe und Kartoffeln verarbeitet, sondern auch zu süßen

Varianten mit Milch, Rosinen, Zucker, Zimt und Zitronenschale bereitet. Die

aus Norddeutschland oder Westfalen stammenden Rezepte für Graupen

mit gedörrten Pflaumen waren auch im Rheinland bekannt und wurden

entweder als Suppe oder als Beilage zu Braten, kaltem Schinken oder

Rauchfleisch gegessen.

Eine weitere Verwendung der Gerste sollten wir auf keinen Fall unerwähnt

lassen. Die Gerste als Rohstoff für das Malz, eine der wenigen,

aber unerlässlichen Zutaten, die zum Brauen einer echten Bierspezialität

benötigt wird, dem Kölsch. THOMAS COENEN

38 klaaf Kölsche Köch

FOTO: BjÖRn KÖniG, WiKiMeDia cOMMOns

KLeines

KÖLscHe-KÖcH-LexiKOn

BReiDLaUcH: Porree. Gemüse und Würzpflanze, die häufig mit anderem

Wurzelgemüse als Zutat für Fleischbrühen verwendet wird. Er findet

auch als Gemüse und vereinzelt im Salat Verwendung.

eMMeR: Primitive Spelzweizenart. Hauptgetreidesorte des Ackerbaus

auf dem Kölner Territorium während der Römerzeit.

GeRsTensTROH: Biersurrogat. Im Jahre 1945 begann im zerstörten

Köln die Bierproduktion mangels Rohstoffen mit Surrogaten.

GääscH: Gerste. Eines der ältesten Getreide, bauten schon die Bauern

in der Eisenzeit als Nackt- oder Spelzgerste für ihren täglichen Grützbrei

an. Die gemälzte Gerste ist außerdem wichtiger Grundstoff für das Bierbrauen,

unter anderem für das Kölsch.

GRaUPe: Graupen. Die aus den Hülsen befreiten Körner der Gerste

oder anderer Getreide, die in einer besonderen Graupenmühle zerkleinert

werden. Sie werden als Sättigungseinlage in Suppen gekocht oder auch

als breiartiges Gemüse mit Möhren, Kartoffeln, gedörrten Pflaumen etc.

genossen.

KWass: Biersorte. Ein aus Gerste oder Emmer gebrautes Bier, das in der

römischen Provinz Rheinland statt des Weines getrunken wurde.

In jeder Ausgabe möchten wir Ihnen einige Begriffe aus der kölnischen Küche bzw. der »Kölschen

Köch« vorstellen. Hier sind Sie gefragt! Gestalten Sie diese Rubrik durch Ihr Wissen mit und senden

Sie uns Begriffe aus der kölnischen Küche. Wenn Sie die entsprechende Erklärung gleich mitliefern

können, umso besser, wenn nicht, werden wir uns um die »Übersetzung« kümmern. Ihre Zuschrift

richten Sie bitte an: Akademie för uns kölsche Sproch, Ingeborg Nitt; Im Mediapark 7, 50670

Köln oder nitt@sk-kultur.de

Kölsche Köch

FOTO: WiKiMeDia cOMMOns

klaaf 39


THeMenKURse HeRBsT 2012

KÖLneR sTRassennaMen eRzäHLen

Wissen Sie, woher die Hühnergasse in der Nähe vom Altermarkt ihren Namen

hat? Oder die Maybachstraße am Mediapark? Warum müsste »Unter

Sachsenhausen« eigentlich »UntersechzehnHäusern« heißen? Wenn Sie

neugierig geworden sind, melden Sie sich an für diesen Kurs, den Margret

Scharfe leitet.

KÖLscHe KRäTzcHeR

Der Kölner versteht es – sei es im Lied, in Prosatexten oder live – »e Krätzche«

oder »e Kreppche«, also eine kurzweilige auf den Punkt gebrachte

Geschichte zu erzählen. Mit solchen »Verzällcher« beschäftigt sich unser

Kurs geleitet von Norbert Faßbender.

KÖLscH scHRieVe

Immer wieder erreichen uns Anfragen zur kölschen Schreibung. Obwohl

Kölsch in erster Linie vom gesprochenen Wort lebt, ist es für den Fortbestand

unserer Sprache wichtig, sie schriftlich festzuhalten. In der Akademie

för uns kölsche Sproch hat man seit langem Schreibregeln erarbeitet, die

einheitlich und leicht nachvollziehbar sind. Sie werden in diesem Kurs,

geleitet von Alice Herrwegen, erklärt und eingeübt.

KÖLscH scHWaaDe

Mancheiner kann zwar Kölsch verstehen, lesen oder gar singen, traut sicht

aber nicht so recht Kölsch zu sprechen. Hier kann jeder einfach drauf los

reden, gut oder weniger gut, Akzent oder nicht! Übung macht den Meister!

Herzlich eingeladen sind natürlich auch versierte Sprecher, die gerne nach

Herzenslust »Kölsch schwaade« möchten. Die Mischung macht's! Geleitet

wird der Kurs von Renate Schönhofen.

KÖLn in FRänKiscHeR zeiT

Der von Helmut Binkowski geleitete Kurs beschäftigt sich im Wesentlichen

mit den Merowingern und Karolingern. Die Verwaltung Kölns in fränkischer

Zeit ist genauso Thema wie die Rolle der Kirche in dieser Epoche, die

bedeutenden archäologischen Funde und die gesellschaftliche Organisation

der Stadt.

KÖLscHe ORiGinaLe

Et Fleute-Arnöldche, der Orgels Palm, de Läsche Nas, der Fressklötsch... Wir

kennen die Namen dieser Originale aus historischen Liedern. Was hat es mit

ihren Lebensgeschichten auf sich? Wie kamen sie zu ihrem Spitznamen? Welche

modernen Originale gibt es? Der Kurs wird geleitet von Marita Dohmen.

Die BÜTTenReDe

In diesem Kurs, geleitet von Volker Gröbe, erfahren wir, was eine Büttenrede

ist und wie sie sich entwickelt hat. Es werden verschiedene Arten und Sonderformen,

wie das Zwiegespräch, vorgestellt. Schließlich gibt es Tipps zum

Erstellen einer Büttenrede, zu Kostüm und Schminke sowie zur Technik.

FORMaLien

KURsGeBÜHRen

Die Kursgebühr beträgt 90 Euro (wer bereits 2011 einen Examenskurs

belegt hatte, zahlt weiterhin 80 Euro). Das Lehrbuch ist im Preis enthalten.

Die Gebühr für jeden der Themenkurse beträgt 50 E. Nach Eingang

der Kursgebühr ist die Anmeldung gültig und die Teilnahme am Seminar

zugesagt. Die Kursgebühr kann bar entrichtet oder auf das u. a. Konto

überwiesen werden unter Hinweis auf Kursnummer und Seminarleiter. Die

Kursgebühr muss bis spätestens 14 Tage vor Beginn des Seminars auf dem

Konto der Akademie gutgeschrieben sein, da sonst Interessenten, die auf

der Warteliste stehen, den Platz bekommen.

BanKVeRBinDUnG

SK Stiftung Kultur / Akademie-Seminare

Sparkasse KölnBonn

BLZ 370 501 98

Kto.-Nr. 39 79 29 57

VeRansTaLTUnGsORTe

Es gibt zwei Veranstaltungsorte für Seminare in der Kölner Innenstadt:

Mediapark:

SK Stiftung Kultur, Besprechungsraum, Im Mediapark 7, 50670 Köln.

KVB-Haltest.: Christophstr./Mediapark: Linien 12, 15;

Hansaring: Linien 12, 15, Bus 148, S6, S11, S12, S13

Berufskolleg Zugweg/Wormser Str.:

Zugweg 48, 50677 Köln. KVB-Haltest. Chlodwigplatz: Linien 15, 16, Bus

106, 132, 133; Rolandstr.: Bus 106, 132, 133

seMesTeRBeGinn

Die Seminare im Wintersemester beginnen Anfang bis Mitte Januar, die im

Herbstsemester Anfang bis Mitte September.

anMeLDUnGen

Im Sekretariat der Akademie:

Mo – Do von 9 – 14 Uhr, Tel. (0221) 88895-200

Am Empfang der SK Stiftung Kultur:

Mo – Fr von 14 – 18 Uhr, Tel. (0221) 88895-0

Die Anmeldefristen sind für das Herbstsemester ab 1. Juli, für das

Wintersemester ab 1. November. Vor dem 1.7. bzw. 1.11. sind keine

Anmeldungen möglich!

Ist ein Seminar belegt, besteht die Möglichkeit, sich auf die Warteliste

setzen zu lassen, da wir häufig die Erfahrung machen, dass sich Leute

anmelden und dann nicht zum Seminar erscheinen. Deshalb wird jeder von

der regu lären Liste gestrichen, dessen Kursgebühr bis 14 Tage vor Seminarbeginn

nicht eingegangen ist. Die Ersten auf der Warteliste bekommen

deren Plätze. Wenn Sie also auf der Warteliste stehen, rufen Sie bitte 14

Tage vor Seminarbeginn an und fragen, ob Sie für den Kurs angenommen

werden konnten.

40 klaaf Themenkurse

Formalien

klaaf 41


TeRMine DeR KÖLscH-seMinaRe iM 2. HaLBjaHR 2012

BeGinn zeiT ORT THeMa seMinaRLeiTeR

Do 30.08. 19.00 Akademie ImI-TRIkULaTION 1 A. Herrwegen

anFänGeRKURse

Mo 10.09. 17.30 Berufskolleg mER LIERE kÖLScH – ÄvvER HÖÖScH2 MH 1212 R. Schönhofen

Mo 10.09. 19.00 Berufskolleg mER LIERE kÖLScH – ÄvvER fLÖck MF 1212 I. Grünendahl-Schmitz

Mi 05.09. 19.00 Akademie mER LIERE kÖLScH – ÄvvER fLÖck MF 2212 R. Meier

Do 06.09. 19.00 Akademie mER LIERE kÖLScH – ÄvvER fLÖck 3 MF 3212 A. Herrwegen

exaMensKURse

Mo 10.09. 18.30 Akademie STadTGEScHIcHTE S 1212 H. Salentin

Mo 10.09. 17.30 Berufskolleg STadTGEScHIcHTE S 2212 A. Sperbel

Mo 10.09. 19.00 Berufskolleg STadTGEScHIcHTE S 4212 N. Faßbender

Mi 05.09. 10.30 Akademie SpRacHGEScHIcHTE U. LITERaTURkUNdE L 1212 H. Salentin

Mi 05.09. 17.30 Akademie SpRacHGEScHIcHTE U. LITERaTURkUNdE L 2212 B. Hambüchen

Do 06.09. 19.00 Berufskolleg SpRacHGEScHIcHTE U. LITERaTURkUNdE L 3212 H. Engels

Mo 10.09. 17.30 Berufskolleg BRaUcHTUm B 1212 M. Scharfe

Mi 05.09. 19.00 Akademie BRaUcHTUm B 2212 B. Hambüchen

Mi 05.09. 19.00 GGS Antwerp. BRaUcHTUm B 3212 W. Jaegers

Do 06.09. 19.00 Berufskolleg BRaUcHTUm B 4212 D. Bluhm

Do 06.09. 19.00 Berufskolleg BRaUcHTUm B 5212 M. Latzel

THeMenKURse 4

Mo 10.09. 10.30 Akademie kÖLNER STRaSSENNamEN ERzÄHLEN T 1212 M. Scharfe

Mo 10.09. 17.30 Berufskolleg kÖLScHE kRÄTzcHER T 2212 N. Faßbender

Mo 10.09. 19.00 Berufskolleg kÖLScH ScHWaadE T 3212 R. Schönhofen

Do 06.09. 17.30 Akademie kÖLScH ScHRIEvE T 4212 A. Herrwegen

Do 06.09. 17.30 Berufskolleg kÖLN IN fRÄNkIScHER zEIT T 5212 H. Binkowski

Do 06.09. 19.00 Berufskolleg kÖLScHE ORIGINaLE T 6212 M. Dohmen

Do 06.09. 17.30 Berufskolleg dIE BüTTENREdE T 7212 V. Gröbe

42 klaaf Seminare

ERLÄUTERUNGEN

Jeder Kurs dauert 12 Doppel stunden

(1 Stunde = 45 Min.).

Die Kurse finden statt am:

Mo: 10.09. | 17.09. | 24.09. | 01.10.

22.10. | 29.10. | 05.11. | 12.11.

19.11. | 26.11. | 03.12. | 10.12.

Di: 04.09. | 11.09. | 18.09. | 25.09.

02.10. | 23.10. | 30.10. | 06.11.

13.11. | 20.11. | 27.11. | 04.12.

Mi: 05.09. | 12.09. | 19.09. | 26.09.

24.10. | 31.10. | 07.11. | 14.11.

21.11. | 28.11. | 05.12. | 12.12.

Do: 06.09. | 13.09. | 20.09. | 27.09.

04.10. | 25.10. | 08.11. | 15.11.

22.11. | 29.11. | 06.12. | 13.12.

Keine Kurse in den Herbstferien

08.10.2012 bis 20.10.2012

Kursbeitrag: 90 E,

50 E für Themenkurse

Keine Parkmöglichkeit auf

dem Schulhof

1) einmalige Einführungsveranstaltung für angemeldete

Teilnehmer von »Mer liere Kölsch«

2) erstes von zwei Semestern

3) ohne Examen Weiterführung möglich

4) Themenkurse können unabhängig vom

Kölsch-Examen belegt werden.

(Mindestteilnehmerzahl 12)

Seminare

klaaf 43


RaRe-

TaTcHeR

Us DeM BOcHeRscHaaF

Ergänzend zur Biographie von Johann Adam Schall von Bell empfiehlt

Claudia Eckstein einen historischen Roman zum Thema, und anlässlich

des 100 Geburtstages von Rudolf Pörtner (1912-2001) bringt Frederike

Müller sein wohl populärstes Werk in Erinnerung. Beide Bücher

können in unserer Bibliothek entliehen werden.

Uli Franz

Im Schatten des Himmels

Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2000, 9,50 Euro

ISBN: 978-3423207393

In einem unglaublich farbenfrohen

und facettenreichen Roman

berichtet Uli Franz über den Mann,

der als erster Europäer überhaupt

den Kaiser des chinesischen Reiches

zu Gesicht bekam.

Der Werdegang Johann Adam

Schall von Bell beginnt zunächst,

typisch für einen Spross aus

verarmtem, katholischen Adel,

im ortsansässigen Jesuitenkolleg.

Dieses besucht er zusammen mit

seinen beiden Brüdern Heinrich und

Reinhard.

Das Testament seines Vaters,

der nicht möchte, dass Adam einst

das gleiche lasterhafte Leben wie

er führt, schickt ihn nach Rom.

Dort wird er, obwohl mit 16 Jahren

eigentlich noch zu jung, dank guter

Beziehungen am Germanicum aufgenommen. Schnell wird er Assistent

von Pater Horaz Rotarius, dem ansässigen Astrologen. Im Horoskop, welches

Rotarius über Schall verfasst, findet sich unter anderem die Zeile »Du

lässt dich auf Begegnungen ein, die so tiefergreifend sein werden, dass

44 klaaf Köln literarisch

sie deinen Seelengrund erschüttern«. Nie hätte Schall vermutet, wie wahr

diese Worte werden sollten.

Als er nach einiger Zeit in den Jesuitenorden aufgenommen wird, macht

er dort rasch Bekanntschaft mit fremden Kulturen. Durch einen Heiler, der

ihn mit chinesischer Medizin überrascht, wird Johann auf dieses Land aufmerksam.

Zum ersten Mal begreift er die Wirkung, die Wissenschaft und

Religion im Einklang hervorbringen können. In ihm erwacht der Wunsch,

ferne Länder zu bereisen und zu missionieren. In den kommenden Jahren

erlebt Schall von Bell eine Odyssee, die ihn bis nach China führt.

Anfangs nicht wirklich angetan von dem Land, braucht Johann die Hilfe

von vielen Leuten, die ihn an die fremden Gepflogenheiten und Sitten

heranführen. Es gilt zu lernen in einem Land, in dem das Volk von seinem

Herrscher nur als »Der Sohn des Himmels« redet – einem Herrscher, den

noch nie ein Europäer zu Gesicht bekommen hat.

Als es ihm gelingt, das Kalendarium neu zu berechnen, öffnen sich die

Türen des Kaiserhofes für ihn und ermöglichen ihm den ersehnten Blick

auf den Kaiser.

»Im Schatten des Himmels« ist der Roman über das faszinierende Leben

des Jesuiten und Astronomen Johann Adam Schall von Bell – einem Mann,

der in Peking begraben liegt und in Köln ein Denkmal hat.

Rudolf Pörtner

Mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit

Econ-Verlag, Düsseldorf 1959 (antiquarisch erhältlich)

Der Autor hat sämtliche Ausgrabungsstätten

in Deutschland

besucht und am Ende seiner Reise

dieses Buch über die Römer zusammengestellt.

Er hat die Römischen

Wasserleitungen in der Eifel besucht

und beschrieben, sowie Trier

besichtigt, die damalige Kaiserresidenz.

Auch Rheuma, Römer und

heiße Quellen kommen nicht zu

kurz. Eine spätrömische Festungsstadt

hat den Weg in sein Buch

gefunden, und er hat ein Pompeji

am Niederrhein entdeckt.

Wer mehr wissen will über die

Kulturbegegnung der Römer mit

den Germanen, ist hier richtig.

Pörtner hat den Bogen zwischen

Archäologie und Gegenwart

geschafft, und mit seiner Bebilderung in Schwarz-Weiß holt er die Römer

ins Wohnzimmer.

Auf wissenschaftlichem Niveau geschrieben, ist das Buch doch ansprechend,

trotz seines hohen Alters. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der

geschichtlichen, geistigen und materiellen Hinterlassenschaft der Römer

in Deutschland. Es geht also über die Grenzen Kölns hinaus, was eine

willkommene Abwechslung ist, weil der Leser so Köln in ein Gesamtbild

einordnen kann.

Köln literarisch

klaaf 45


Der Autor zitiert andere Archäologen oder Historiker und versucht so,

einen Überblick über die Forschung zu schaffen.

Schön ist zudem, dass die Römer einmal nicht verklärt werden, sondern

auch ihre ebenbürtigen Gegner angesprochen werden, die das Römische

Reich schon zu Glanzzeiten immer wieder mal erschüttert haben.

Obwohl das Buch eigentlich ein Sachbuch ist, finden sich auch einige Anekdoten,

wie zum Beispiel die von »Prinz Glühweinschwelg«. Den Weinkonsum

der Römer nimmt Rudolf Pörtner gerne aufs Korn, denn es ist nicht nur Klischee,

dass die Römer sehr trinkfreudig waren. Allenfalls am Rande werden

andere, beliebte Getränke, wie zum Beispiel Posca, erwähnt. Diese Spezialität

bestand aus... – lesen Sie nach! Es lohnt sich!

Insgesamt ein umfangreiches Werk, das den Blick über den Kölner Tellerrand

wagt und mit kleinen Anekdoten den wissenschaftlichen Charakter

ein wenig zu verbergen weiß. Absolut empfehlenswert für die Liebhaber der

kleinen Dinge.

KLaaF iM MeDiaPaRK

Der Name der Band ist auch Titel der Veranstaltung am 18. September.

»Stammdesch« – das sind Franz Martin Willizil, Joerg P. Weber,

Michael Knipprath und Michael Tamme

Gegründet haben die Band Franz

Martin Willizil und Joerg P. Weber.

Beide sind vielseitige Musiker, die

bereits in anderen Gruppen mitgewirkt

haben.

FM Willizil, genannt »dä Hoot«,

war jahrelang Mitglied der »Höhner«

und musiziert heute mit seiner

eigenen Band »Schmitz«. Außerdem

ist er zusammen mit einem anderen

Ex-Hohn, nämlich Peter Horn,

Mitglied der »Kölschfraktion«. Auch

als Songwriter und Produzent hat er

sich einen Namen gemacht.

Joerg P. Weber ist derzeit Mitglied der »3 Söck«. Er hat u. a. die »Bläck

Fööss« und die »Famillich« begleitet und ist mit seinem Vater als Duo

»Weber & Weber« aufgetreten. Beim Klaaf em Mediapark war er bereits

mehrere Male dabei, meist mit dem Ensemble »Medden us dem Levve«.

Beide wollen mit »Stammdesch« die musikalischen Vorlieben verwirklichen,

die bisher zu kurz gekommen sind. Unterstützt werden sie von Michael

Knipprath, der sowohl als Studiomusiker wie auch auf der Bühne, sowie als

Musiklehrer und Arrangeur aktiv ist. Der Bassist und Sänger Michael Tamme

ist der Vierte im Bunde. Auch er ist ein erfahrener Musiker, dem besonders

die Mundart am Herzen liegt.

Die Besucher erwartet ein abwechslungsreiches musikalisches Programm

von Country bis Swing, mit Balladen und Krätzchen, natürlich alles »op

kölsch«! Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Saal, Im Mediapark 7.

Nähere Informationen auch im Terminteil. INgEbORg NITT

KLaaF BesTseLLeRLisTe

In dieser Ausgabe präsentieren wir Ihnen ausnahmsweise ein

Sommerspecial mit den beliebtesten Büchern zum Thema

Wandern, Ausgehen, Entdecken in Köln.

1

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4

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7

8

9

10

BäDeKeR aLLianz ReiseFÜHReR

Achim Bourmer & Ursula Branscheid, MairDumont

We aRe cOLOGne

Simon Hariman & Athenea Diapoulis, Emons Verlag

111 ORTe iM KÖLneR UMLanD,

Die Man GeseHen HaBen MUss

Nina Osmers & Bernd Imgrund, Emons Verlag

Die scHÖnsTen KÖLneR

sTaDTsPazieRGänGe

Uli Auffermann, Bruckmann Verlag

RecLaMs sTäDTeFÜHReR KÖLn.

aRcHiTeKTUR UnD KUnsT

Hiltrud Kier, Reclam Verlag

111 ORTe iM KÖLneR UMLanD, Die Man

GeseHen HaBen MUss, BanD 2

Bernd Imgrund & Britta Schmitz, Emons Verlag

111 KÖLneR KneiPen,

Die Man Kennen MUss

Bernd Imgrund & Thilo Schmülgen, Emons Verlag

FeieRaBenDTOURen

Steffi Machnik, Bachem Verlag

KÖLn FÜR KÖLneR

Marco Polo Reiseführer, MairDumont

Das jÜDiscHe KÖLn

Barbara Becker-Jákli, Emons Verlag

Wir bedanken uns bei der Bahnhofsbuchhandlung für die

Informationen und Statistiken zur Erstellung dieser Liste.

46 klaaf Köln literarisch Köln literarisch klaaf 47


Jetzt neu als CD & Download!

Der bekannte Kölner Liedermacher und Musikpädagoge

Björn Heuser hat mit seiner Bärenbande elf neue kölsche

Kinderlieder aufgenommen und wird diese in den kommenden

Wochen wieder „live“ in KiTas, Kindergärten und auf

Kinderfesten vorstellen. Diesmal dreht sich alles um das

Thema Sommer. So singt die Bärenbande u.a. von einer

Schiffstour über den Rhein, trifft auf die Entenfamilie oder

freut sich auf ein leckeres Eis, wenn der Eismann um die Ecke

kommt. Auch der Phantasie darf wieder freier Lauf gelassen

werden. Sei es im ulkigen „Gute-Laune-Lied“ oder tiefgründig

im „Rucksack voller Jeseechter“, der wahre Schätze in sich birgt.

„Björns Bärenbande im Sommer!“ bietet den Pänz nicht

nur viel Spaß auf Reisen, sondern unterhält auch die daheim

gebliebenen hervorragend.

Die CD gibt es im Handel und als Download.

Kontakt/Buchung: 0221/57779900 & 0171/2183182

„Björns Bärenbande im Zoo!“

EAN Best.-Nr. 4016124225621

„Björns Bärenbande im Sommer!“

EAN Best.-Nr. 4016124228523

www.bjoernsbaerenbande.de www.dabbelju.de

FOTO: PRiVaT

TeRMine

jULi Bis sePTeMBeR ’12

So 1.7., 15 Uhr

üBERNÄcHSTE LINkS –

Im zIckzack dURcH dIE

STadT

»Stadtspaziergänge zum

Mitmachen« mit Angelika Putzig

Treffpunkt: Kölnisches Stadtmuseum,

Zeughausstraße 1-3.

Die Teilnehmer erfahren viel über

die Kölner Stadtgeschichte, über

Architektur, Designgeschichte,

berühmte Persönlichkeiten und

Begebenheiten. In dieser Führung

geht es um Themen wie St. Maria

ad Ortum, Treppen, Römermauer,

das Gerling-Viertel, Edith-Stein-

Denkmal. | Anmeldung unter:

www.event-me.com

Do 5.7.|13.9. | 8.11.| 6.12.|19.30

(Einlass & Küche 17.30 Uhr)

kÖLScHE LIvE-mUSIk mIT

fRaNk-pETER NEU

»Frank-Peter Neu & Fründe

präsentieren kölsche Leeder vun

jestern un hück«

Ort: Kääzmann’s – Bickendorfer

Brauhaus, Subbelrather Str. 543,

50827 Köln Tel.: (0221)16 89 74 30

www.kaeaezmanns.de | Kosten:10 E

Veranstaltungen Akademie

Neben Eigenkompositionen aus der

Bajasch–Historie, Liedern aus der

Feder »der Fründe« präsentieren sie

auch eine Auswahl an »Histörchen«

Kölner Autoren wie z.B. August

Batzem, Willi Ostermann, Willi

Herkenrath, Hermann Kläser.

Mi 11.7., 12 Uhr

SOmmERWaNdERUNG

dURcHS mILcHBORNTaL

Aus der Reihe »Töurcher en Kölle un

drömeröm« der Akademie för uns

kölsche Sproch/ SK Stiftung Kultur.

Treffpunkt: KVB-Linie 1

Endstation Bensberg

Gemeinsam fahren wir mit dem Bus

zur Haltestelle Milchborntal und

wandern entlang des Milchbornbaches

vorbei am Freibad und Waldstadion

zum Kadettenweiher. Dann

geht es über den kleinen Weiler

»Hardt« zum Naturfreundehaus, wo

wir uns für den Rückweg stärken.

Vorbei an einer uralten Poststation,

den Hardtknippen, spazieren wir

zurück zur Haltestelle. Die Wanderstrecke

führt meist durch Wald,

bietet Ausblicke auf die Höhen von

Bensberg und ist ca. 7 km lang.

Info und Anmeldung: Hilde Lunkwitz

(0221)7 39 29 95 oder Jutta

Müller (02233) 21176 | Kosten:7E∗

Termine

FOTO: PinGsjOnG – WiKiPeDia cOMMOns

klaaf 49


FOTO: De caesiUs – WiKiPeDia cOMMOns

Fr 27.7., 15.30 Uhr

IWIcH jUNG, ImmER am

pULS dER zIck, SU ES UNS

kÖLScH pOppESpILL

Ort: Dr. Ernst Schwering-Haus

Blankenheimer Str. 51, 50937 Köln

Das Hänneschentheater erfreut sich

seit 210 Jahren größter Beliebtheit.

Grete Zimmermann Schmaglowski,

ein kölsches Urgestein unter den

Puppenspielern, feiert in diesem

Jahr ihren 80 Geburtstag. Mit ihr

und Toni Buhz blicken wir nach

Knollendorf, wo en komische Famillich

Jubiläum fiert. Wolfgang Jägers

an der Quetsch spillt Leedcher, die

mer all kenne.

Veranstalter: Kölsch Forum Sülz,

Anmeldung und Informationen:

Roswitha Cöln | Tel.: (0221)24 22 70

E-Mail: roswitha.coeln@arcor.de

Eintritt frei

Sa 4.8. & So 5.8., 15 Uhr

ROSENfEST IN ScHLOSS

EULENBROIcH

Ort: Zum Eulenbroich, Auel 19,

Rösrath

Verleihung der Rose für Rösrath.

Gemeinsames Singen mit Monika

Kampmann und Ingrid Ittel-Fernau.

Eintritt: 2E zur Erhaltung des

Schlosses

Fr 24.8., 15.30 Uhr

WaNN ET SÖNNcHE STROHLT

Ort: Dr. Ernst Schwering-Haus

Blankenheimer Str. 51, 50937 Köln

Der Kölnbarde Hans-Jürgen Jansen

lädt ein: Renate Baum, bekannt als

die Putzfrau vum Rothuus, liest

Rümcher un Verzällcher. Die Kath.

Hauptschule mit ihrem Hänneschenspielkreis

unter Leitung von Wolfgang

Figgen gibt ihr neues Stück

zum Besten. Passend zum Motto

singt und spielt der Kölnbarde.

Veranstalter: Kölsch Forum Sülz,

Anmeldung und Informationen:

Roswitha Cöln | Tel.: (0221)24 22 70

E-Mail: roswitha.coeln@arcor.de

Eintritt frei

Di 28.8., 14 Uhr

dURcH adENaUERS INNEREN

GRüNGüRTEL – vOm Süd-

BIS zUm WESTBaHNHOf

Aus der Reihe »Töurcher en Kölle

un drömeröm« der Akademie för

uns kölsche Sproch/SK Stiftung

Kultur.

Treffpunkt: am Südbahnhof

Ecke Zülpicher-Str./Zülpicher Wall

Mit 7 km Länge, einer durchschnittlichen

Breite von 200 m und einer

Fläche von 120 ha ist der Innere

Grüngürtel die größte innerstädtische

Grünfläche, geplant von

Gartenbaudirektor Fritz Encke. Ein

Stück wollen wir entdecken und

FOTO: RHein. BiLDaRcHiV KÖLn (H. BUcHen)

sehen die 1929 erbauten Hauptgebäude

der Universität, besteigen

den Aachener Berg, gehen

vorbei am Ostasiatischen Museum,

bestaunen die neue Moschee und

erfahren manches Wissenswerte

von einst und jetzt. | Info und

Anmeldung: Hilde Lunkwitz (0221)

7 39 29 95 oder Jutta Müller

(02233)2 11 76 | Kosten: 7E

Sa 1.9., 10 − 14 Uhr

E HÄppcHE kÖLScH

Ort: Weißer Holunder, Gladbacher

Straße 48, 50672 Köln

Unser Schnupperkurs »E Häppche

Kölsch« vermittelt einen Eindruck in

die Sprachpraxis. Wie wird Kölsch

ausgesprochen, benutzt, geschrieben,

gelesen? Welche Besonderheiten

gibt es und was sollte man

tunlichst vermeiden? Mit Text- und

Hörproben tauchen wir ein in unsere

schöne, ausdrucksvolle Sprache.

Anmeldung: ab dem 1. April bei

Alice Herrwegen Tel.: (0221) 888-

95-203 (mo – fr vormittags)

Teilnehmerzahl: max. 20

Kosten: 12 E

Di 4.9., 13.30 Uhr

kÖLScHE fUSSWaLLfaHRT

NacH STammHEIm zUR

fREUdENREIcHENmUTTERGOTTES

Aus der Reihe »Töurcher en Kölle un

drömeröm« der Akademie för uns

kölsche Sproch/ SK Stiftung Kultur.

Treffpunkt: Rheinufer an Alt St.

Clemens (rechtsrheinisch,nahe

Mülheimer Brücke)

Wir ziehen auf einem schönen Weg

am Rheinufer entlang durch den

Stammheimer Schlosspark zum

Gnadenbild in St. Maria Geburt.

Info: Hilde Lunkwitz (0221) 7 39 29 95

oder Jutta Müller (02233) 21176

Di. 4.9., 20 Uhr

(Einlass und Küche 17.30 Uhr)

TSazIkEN

Ort: Kääzmann’s – Bickendorfer

Brauhaus, Subbelrather Str. 543,

50827 Köln | Tel.: (0221)16 89 74 30

www.kaeaezmanns.de | Kosten 10

Es erklingt Musik vom Balkan bis

Bayern, vom Orient bis Oslo, von

Köln bis Kenia. Die Tsaziken rücken

die Kontinente wieder zusammen

und fegen mit Ton- und Lichtgeschwindigkeit

über den Globus.

50 klaaf Termine Veranstaltungen Akademie

Termine klaaf 51


Do 13.9., 19 Uhr

»mER SIN ESU kLaSSIScH«

Mit dem Ensemble »Medden us

em Levve«. Leeder, Sketche un

Verzällcher in Kölner Mundart.

Ort: Kirche Alt St. Ulrich, Ulrichstr.

110, 50226 Frechen-Buschbell

Mit Elfi Steickmann, Wolfgang

Nagel, Jörg und Mariam Weber, Michael

Knipprath und Dirk Schnelle.

Kartenvorverkauf unter:

(02234) 933030 oder in der

Geschenkboutique »Dies & Das«,

Tusch-Straße 1, 50226 Frechen.

FOTO: sTeicHMann


FOTO: RUBBeL Die KaTz, DeLLBRÜGGe

Mo 17.9., 19 Uhr (Einlass 18 Uhr)

mUNdaRTaUTORENaBENd:

»ET WEHdT NIx ESU HEISS

jEjESSE, WIE ET jEkOcH

WEHdT!«

Ort: Senatshotel (Großer Saal,

Eingang Laurenzplatz)

Unsere Mundartautoren tragen

neue Rümcher un Verzällcher vor,

die sie unter dem gegebenen Motto

verfasst haben. Willi Reisdorf, unser

Ehrenvorsitzender, hat das Motto

ausgegeben und die Texte ausgewählt.

Er wird in bewährter Weise

an diesem Abend die Moderation

übernehmen.

Veranstalter: Heimatverein

Alt-Köln e. V. | Weitere Infos unter

www.heimatverein-alt-koeln.de

Di. 18.09., 20 Uhr

(Einlass & Küche ab 17.30 Uhr)

RUBBEL dIE kaTz

Ort: Kääzmann’s – Bickendorfer

Brauhaus, Subbelrather Str. 543,

50827 Köln | Tel.: (0221)16897430

www.kaeaezmanns.de

Rubbel die Katz nehmen die Gäste

mit auf eine Zeitreise durch das

Köln der letzten 60 Jahre und

erinnern musikalisch an Moby

Dick, die Brinkjass, die Müllers Aap,

die Sartory Säle und vieles mehr. |

Kosten 10∗E

Di 18.9., 19.30 Uhr

»STammdEScH«

Mit der Band »Stammdesch«

Aus der Reihe »Klaaf em Mediapark«

der Akademie för uns kölsche

Sproch/SK Stiftung Kultur

Ort: SK Stiftung Kultur, Im Mediapark

7, 50670 Köln (Saal 1. OG)

Joerg P Weber, Franz Martin Willizil,

Michael Knipprath und Michael

Tamme, vier vielseitig talentierte

und interessierte Musiker, bilden

die Band »Stammdesch«. Alle sind

durch Auftritte in anderen Ensembles

bekannt und präsentieren eine

abwechslungsreiche Mischung aus

Country, Blues, Swing und Krätzchen,

natürlich mit kölschen Texten.

Eintritt: 10∗E| Kartenbestellung

unter (0221) 888 950

Do 20.9., 14 Uhr

»WENN aLLE BRüNNLEIN

fLIESSEN«

Aus der Reihe »Töurcher en Kölle un

drömeröm« der Akademie för uns

kölsche Sproch/ SK Stiftung Kultur.

Treffpunkt: Auf der Deutzer Rheinseite

vor dem Hotel Hyatt

Dank eines Ratsbeschlusses und 16

großzügigen Sponsoren sprudeln in

diesem Jahr 56 Kölner Brunnen. Wir

besichtigen den Brunnengarten des

Rheinparks, den der Gartenarchitekt

Theo Breddermann für die Bundesgartenschau

1957 geschaffen hat.

Info und Anmeldung: Hilde Lunkwitz

(0221)7392995 oder Jutta

Müller (02233)21176 | Kosten: 7E

FOTO: sTaMMDescH

Fr 28.9., 15.30 Uhr

kÖLScHE SpROcH SOLL NIE

vERjON, kÖLScHE kULTUR

dIE SOLL BESTONN!

Ort: Dr. Ernst Schwering-Haus,

Blankenheimer Str. 51, 50937 Köln

Wir gratulieren dem Monreal

Spielkreis zum 60jährigen Jubiläum!

Der Spielkreis wurde 1952 von

Fritz Monreal gegründet, sein Sohn

Albert schaffte es mit viel Herzblut,

das kölsche Theater ins neue Jahrtausend

zu führen. Albert Monreal

met singem Schmölzje mäht för

uns Projramm und besucht uns im

Jubiläumsjahr.

Veranstalter: Kölsch Forum Sülz

Anmeldung und Infos: Roswitha

Cöln | Tel.: (0221) 24 22 70 | E-

Mail: roswitha.coeln@arcor.de

Eintritt frei

So 30.09., 12.00 Uhr

IN mEmORIam HaNS kNIpp:

»daS LEBEN IST GaNz NaH«!

Ort: Senftöpfchen Köln, Große

Neugasse 2-4, 50667 Köln

Mit Monika Kampmann und

Ingrid Ittel-Fernau

Kartenbestellung: (0221) 2581058

oder (02205) 8 48 67 | Karten 18 E∗

THeaTeR

Fr 26.10., 19 Uhr (Premiere)

zORÖck NOH kÖLLE

Spielkreis Fritz Monreal

Köln-Klettenberg 1952 e.V.

E löstich un besinnlich kölsch Milljöspill

met Musik un Danz en veer

Akte vun Walter Raab un Albert

Monreal | Regie: Stephan Henseler

Ort: Brunosaal, Köln-Klettenberg,

Klettenberggürtel 65

Anton Schmitz, ein beliebter junger

Mann, lebte in den sechziger Jahren

im »Vringsveedel«. Besonders die

Damenwelt lag ihm zu Füßen, was

dieser reichlich ausnutzte. Für alle

unverständlich, kam er aus einem

Urlaub in Bayern nicht zurück, sondern

heiratete die reiche Bauerntochter

Resi. Nur zu seiner Schwester

Billa Zilleken und ihrer Familie

in Köln hatte er noch Kontakt und

das 40 Jahre lang. Vor zwei Jahren

starb Resi und nach einem weiteren

Jahr kam Anton nach Köln zurück.

Diese Nachricht verbreitete sich wie

ein Lauffeuer »Em Veedel«. Anton

konnte nach 40 Jahren überglücklich

sein, endlich sein geliebtes Köln

wiederzusehen. Doch die Vergangenheit

holte ihn schnell ein, und

die anfängliche Freude schlug um in

schiere Verzweiflung. Zurück nach

Bayern oder in Köln bleiben? Was

nun? Das erfahren Sie in unserem

diesjährigen Theaterstück.

Weitere Termine:

27.10. | 3.11. | 10.11.| 18.11. |

24.11. | 25.11. jeweils 18 Uhr

2.11. | 9.11. | 16.11. | 23.11.

jeweils 19 Uhr

4.11. | 11.11. jeweils 16 Uhr

Eintritt: 15 E | Der Kartenvorverkauf

startet am 1.7.2012. | Karten

erhalten sie bei: Theater- und Konzertkasse

Neumarkt (U-Bahn-Tunnel)

| Theater- und Konzertkasse im

Kaufhof, Tabakwaren Leo Wilden,

Luxemburger Str. 269, 50939 Köln |

Bücher Weyer, Inh. Roswitha Buth,

Höninger Weg 181, 50969 Köln |

unter www.spielkreis-fritz-monreal.

de und an der Abendkasse.

52 klaaf Termine Veranstaltungen Akademie

Termine klaaf 53

FOTO: sPieLKReis


Sa 27.10., 17 Uhr (Premiere)

BEI HEmpELS UNGERm

kaNapEE

Kumede-Theater des

Heimatverein Alt-Köln e.V.

En kölsche Kumede en drei Akte

vun Hermann Hertling

Ort: Aula des Berufskollegs Perlengraben,

Eingang Waisenhausgasse,

50676 Köln

Vater Alfons Hempel geht keiner

geregelten Arbeit, dafür seiner

Spielleidenschaft nach. Sein Bruder

Mäc experimentiert kostenträchtig

im Keller. Elvira, die Frau von Alfons,

hat nichts mit Hausarbeit im Sinn,

sie frönt am liebsten ihrem Hobby,

der Malerei, obwohl die Bilder bisher

unverkäuflich sind. Opa Hempel

vertreibt sich die Zeit mit Drucken

von Visitenkarten, die niemand haben

will. Oma Hempel treibt intensiv

Sport und kümmert sich nebenbei

um notwendige Reparaturen im

Haus, da die Männer kein Geschick

für solche Arbeiten haben. Lediglich

Tochter Rosi hat eine geregelte

Arbeit und unterstützt die Familie finanziell.

Die Nachbarin Inga Schwades

fühlt sich von dem Geschehen

bei Hempels sehr belästigt und rächt

sich auf ihre Weise. Und was veranlasst

schließlich die Kriminalpolizei,

bei Hempels zu erscheinen?

Weitere Termine:

Sa 3.11. | 10.11. | 17.11. | 24.11.|

1.12. | So 28.10. | 4.11. | 2.12.

jeweils 17 Uhr |

So 18.11. | 25.11. jeweils 18 Uhr

Info: www.heimatverein-alt-koeln.de

per E-Mail unter kumede@hvak.de|

Eintritt 11 E, 9 E | Der Vorverkauf

für die erste Staffel beginnt am 27.9.,

der für die zweite Staffel am 15.11.:

Neumarkt U-Bahn; Kaufhof Hohe

Str.; KVS-Mühlheim, Wiener Platz 2

KaBaReTT

Fr 5.10. | Sa 6.10. | Do 11.10. |

Fr 12.10.| Sa 13.10. | Fr 26.10. |

Sa 27.10. | Sa 03.11. | Fr 16.11. |

Sa 17.11. | Fr 23.11. | Sa 24.11.

Einlass: 19.30 Uhr | Beginn: 20 Uhr

maacH ENS jET dRaN!

Kölsch Kabarett

Ort: Gasthaus »Zum Jan« (Casino),

Thieboldsgasse 137, 50676 Köln

Geiht ens widder alles en de Botz?

Rägs de dich op üvver Godd un

de Welt? Häs de dich ööntlich

blameet? Gonn der de Lück op de

Nerve? Maach ens jet dran! Do

mähs de nämlich genau nix! Oder

doch? Loot Üch üvverrasche, wat

et Alice Herrwegen un et Brigitta

Lamprecht do för Idee parat han.

Kartenvorbestellung unter (0176)

5075 9274 oder per E-Mail: info@

koelschkabarett.de | Eintritt: 16 E

ReGeLMässiGe

TeRMine

RUdI amm: kLaaf-GRUppEN

Sülz: Kölner Senioren Gemeinschaft

Köln-Sülz, Pfarrei St. Karl Borromäus:

1. und 3. Montag im Monat von

15 bis 17 Uhr (außer an Feiertagen)

Kalk: Bürgerhaus Kalk, Kalk-Mülheimer

Str. 58, 1.Etage (kleiner Saal): 2.

und 4. Montag im Monat von 14.30

bis 16 Uhr (außer an Feiertagen)

FOTO: PRiVaT

mITSINGkONzERTE mIT

BjÖRN HEUSER

Zom Zuhüre / Metsinge!

Jeden Freitag ab 22.30 Uhr

Ort: Gaffel am Dom, Bahnhofsvorplatz

1, 50667 Köln,

Alte und neue kölsche Hits werden

unplugged live gespielt. Im Publikum

werden Texthefte verteilt,

damit mitgesungen werden kann.

Weitere Termine unter www.heuserkoeln.de

| Tel. (0221) 913 92 60 |

Eintritt frei!

kÖLScHER SINGkREIS

GEROLd-küRTEN

Chorprobe montags von 18.15

bis 19.45 Uhr (außer in den

Schulferien)

Ort: Rheinische Musikschule,

Lotharstr. 14-18, 50937 Köln-Sülz,

1. Etage, Raum 101

»Mer singe Kölsch, dat eß doch klor!

Mer singe Kölsch et janze Johr!«

Seit fast 50 Jahren folgen diesem

Motto von Prof. Albrecht Schneider

viele Menschen, die gerne kölsch

singen, in diesem von ihm gegründeten

Singkreis. Gerold Kürten

leitete und prägte ihn 14 Jahre lang

und verlieh ihm seinen Namen. Seit

1993 wird, unter der Leitung von

Stefan Krüger, den Jahreszeiten

entsprechend, aus einem breiten

Repertoire von Bläck Fööss bis

Beethoven nur in kölscher Sprache

gesungen. Der Singkreis besteht aus

über 40 Frauen und Männern im

Alter zwischen 40 und 70 Jahren.

Monatlicher Beitrag 8E Kontakt:

Silvia Lüthy | Tel.: (0221) 17 34 21

TeRMine

nacH VeReinBaRUnG

vOLkER HEIN

mIT »HERRScHmITz«

Musikalischer Altstadtrundgang

»Met Sang und

Klang durch Kölle!«

Kölsche Krätzcher un Leedcher

met Quetsch un Schnüss an

»Originalschauplätzen«

Terminvereinbarung unter

E-Mail: volker.hein@herrschmitz.de

oder unter Tel.: (0171) 280 22 52

GüNTER ScHWaNENBERG

mUSIkaLIScHE SpazIER-

GÄNGE

»Cöln 1900«

Ein musikalischer Spaziergang vom

Mittelalter in die Gründerzeit.

»Kölsche Nationalhymnen«,

Ein musikalisch-historischer

Spaziergang zwischen Pathos und

Parodie

»Wä gitt, wat hä hät...«,

Ein Spaziergang mit kölschen

Liedern und Gedichten über den

Südfriedhof

Alle Führungen etwa 2,5 Std.

Termine unter Tel.: (0221) 992964 65

E-Mail: stadtgeschichte@web.de

54 klaaf Termine Veranstaltungen Akademie

Termine klaaf 55

FOTO: VOLKeR Hein


FOTOs: DieTMaR KaLsen

FRÜnDe VUn DeR

aKaDeMie FÖR Uns

KÖLscHe sPROcH e.V.

kONTAkT: HEINZ-PETER HOllÄNDER, TEl.: (02241)13 28 70, E-MAIl:FRUENDE@Sk-kUlTUR.DE

»GLanz UnD GRÖsse Des MiTTeLaLTeRs«

Über dreißig »Fründe…« besuchten

im Februar das Museum Schnütgen

im Kulturzentrum am Neumarkt.

»Glanz und Größe des Mittelalters«,

eine faszinierende Sonderausstellung

mit Kölner Kunstwerken des

Mittelalters aus den großen Sammlungen

der Welt erwartete uns.

Das »Heilige Köln« war im

Mittelalter eine der größten Städte

Europas, von sehr großem Einfluss

und weit vernetzt. Köln bildete ein

pulsierendes Handels- und Pilgerzentrum.

In der Blütezeit von 1000

bis 1550 gehörte die Stadt zu den

56 klaaf Fründe

führenden Kunstzentren Europas.

Dies spiegelt sich deutlich in der

Kölner Kunst jener Zeit wider.

Im Austausch mit Paris, Prag, den

Niederlanden und Italien entwickelten

die hier ansässigen Meister eine

typisch kölnische Kunstsprache.

Einen glanzvollen Überblick der

kölnischen Kunst dieser Epoche

und eine spannende Zeitreise in die

Metropole des Mittelalters bot diese

Ausstellung.

Die Exponate reichten von der

Romanik über die Gotik bis zum

Beginn der Renaissance.

Markus Eckstein brachte uns die

kostbaren Skulpturen aus Stein und

Holz, die Kleinode der Buchmalerei,

der Goldschmiedekunst und der

Elfenbeinschnitzerei, die edlen

Textilien und wertvollen Tafel- und

Glasmalereien in seiner bekannt

humorvollen und von fundierten

Kenntnissen geprägten Art eindrucksvoll

nahe.

Alle Teilnehmer der Führung

zeigten sich beeindruckt vom Können

der mittelalterlichen Meister,

die ihre Kunstwerke unter ungleich

schwierigeren Verhältnissen als

heute geschaffen haben.

Diese Führung war nur eine vielen

Aktivitäten, die die »Fründe…«

unternommen haben. Sie besuchten

auch das Oberlandesgericht und die

Kirche St. Maria im Kapitol, letztere

wiederum unter Leitung von Markus

Eckstein, setzten die Wanderungen

entlang des Kölnpfades fort

und unternahmen einen Ausflug

an die Ahr. Auch die im vergangenen

Heft vorgestellte Reihe »Ming

Veedel« geht weiter.

Es lohnt sich also, Mitglied bei

den »Fründen…« zu werden, denn

es gibt immer wieder etwas neues

zu entdecken! HP. HOllÄNDER

Hinweis zu den Veranstaltungen

Alle Angebote der »Fründe …«

richten sich an Vereinsmitglieder.

Alle anderen Interessierten

sind herzlich eingeladen, bei uns

»hereinzuschnuppern«, allerdings

bitte höchstens zwei- bis dreimal,

dann sollte man Vereinsmitglied

werden.

Fründe

klaaf 57


aKaDeMie FÖR Uns

KÖLscHe sPROcH

ÖFFnUnGszeiTen

Empfang der SK Stiftung Kultur:

Mo-Fr 9-18 Uhr

Tel.: (0221) 888 95-0

Bibliothek:

Ingeborg Nitt

nitt@sk-kultur.de

Mo+Do 9-12 Uhr u. 14-16 Uhr,

Di 9-12 Uhr u. 14-18 Uhr, Fr 9-12

Uhr; Mi geschlossen

Tel.: (0221) 888 95-202

Sekretariat:

Karola Müller

mueller@sk-kultur.de

Mo-Do 9-14 Uhr

Tel.: (0221) 888 95-200

58 klaaf Akademie för uns kölsche Sproch

ansPRecHPaRTneR

Prof. Hans-Georg Bögner

Akademie-Leiter

pr@sk-kultur.de

Alice Herrwegen

Seminare & Sprache

herrwegen@sk-kultur.de

Tel.: (0221) 888 95-203

Dr. Christa Bhatt

Sprachwissenschaft

bhatt@sk-kultur.de

Tel.: (0221) 888 95-204

Priska Höflich

Kölsch-AGs an Schulen

hoeflich@sk-kultur.de

Tel.: (0221) 888 95-205

www.koelsch-ags.de

Dr. Ralf Convents

Pressekontakt

convents@sk-kultur.de

Akademie för uns Kölsche Sproch

SK Stiftung Kultur

Im Mediapark 7 · 50670 Köln

RESTAURANT CAFE BAR

Das stilvolle Restaurant für jeden Anlass.

Treffpunkt für Gäste aus Politik, Wirtschaft, Medien und Kultur.

Für größere Gesellschaften geeignet.

Inh. Youssef El Rayes

Consilium im Rathaus »Spanischer Bau«

Rathausplatz 1· 50667 Köln· Fon (02 21)16 87 07 27· Fax (02 21)16 87 07 26

mailto: consilium@netcologne.de · www.consilium-koeln.com

Breakfast 9.30 – 11.30 Uhr· Lunch 11.30 – 14.30 Uhr· Dinner 18 – 23 Uhr· Consilium Brunch sonntags 11– 15 Uhr


Das Das Aktiv60Ticket

Aktiv60Ticket

Erus us dem Huus!

+ für Junggebliebene Junggebliebene ab ab 60 60 Jahre Jahre

+ jederzeit verleihbar verleihbar an an andere andere ab ab 60 60

+ bequeme Monatsraten Monatsraten im Abonnement

Abonnement

+ + zum Beispiel für ganz Köln Köln 45,90 47,70 €

Schlaue Schlaue Nummer: Nummer:

01803.504030

01803.504030

(9 C/min dt. Festnetz; Festnetz; Mobilfunk Mobilfunk max. 42 C/min)

www.kvb-koeln.de

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