Übersicht September 2011 - IOCO

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Übersicht September 2011 - IOCO

Presseinformationen September 2011

MUSIKTHEATER

Der Rosenkavalier

Komödie für Musik in drei Aufzügen von Richard Strauss. Dichtung von Hugo von Hofmannsthal

Premiere Sonntag, 04. September 2011, 18.00 Uhr, Großes Haus

SCHAUSPIEL

Yerma

Tragisches Gedicht von Federico García Lorca

Premiere Freitag, 09. September 2011, 20.00 Uhr, Kammerspiele

Joseph und seine Brüder

Bühnenfassung von John von Düffel nach dem Roman von Thomas Mann

Premiere Samstag, 17. September 2011, 19.00 Uhr, Großes Haus

Engel für Dylan (Arbeitstitel)

Ein Liederabend und musikalischer Roadtrip mit der Stimme Amerikas

Uraufführung von Thomas Richhardt

Wiederaufnahme Donnerstag, 22. September 2011, 20.00 Uhr, Kammerspiele

Der Fall der Götter

Schauspiel nach dem Film »Die Verdammten« von Luchino Visconti

Wiederaufnahme Donnerstag, 29. September 2011, 20.00 Uhr, Kammerspiele

KONZERTE

1. Sinfoniekonzert Italien. Reisen. Begegnungen.

Werke von Ottorino Respighi, Johannes Brahms und Felix Mendelssohn Bartholdy

Sonntag, 11. September, 11.00 Uhr, und Montag, 12. September 2011, 20.00 Uhr, Musik- und

Kongreßhalle

SONDERVERANSTALTUNGEN

Rotes Sofa Extra: Zwischen Kind und Karriere

Ein Gespräch zur Produktion »Yerma« von Federico García Lorca

Dienstag, 27. September 2011, 20.00 Uhr, Junges Studio


Podiumsdiskussion zu »Joseph und seine Brüder«

im Rahmen des Herbst-Kolloquiums der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft

Sonntag, 25. September 2011, 12.00 Uhr, Media-Docks

24. September 2011: Lübecker Theaternacht

Programm auf allen Bühnen und in den Foyers bis spät in die Nacht

Samstag, 24. September 2011, ab 17.00 Uhr im Theater Lübeck

»Kundisches Geschirr«

Lesung der Erzählung von Arno Schmidt mit Joachim Kersten, Bernd Rauschenbach und Jan

Philipp Reemtsma

Dienstag, 13. September 2011, 19.30 Uhr, Junges Studio

»Lieber und verehrter Onkel Heinrich«

Briefwechsel zwischen Heinrich Mann und seinem Neffen Klaus Mann.

Buchpräsentation und Lesung mit Prof. Dr. Inge Jens und Dr. Uwe Naumann - In Kooperation mit

dem Förderverein Buddenbrookhaus, der Heinrich Mann-Gesellschaft und dem Theater Lübeck

GASTSPIEL

Niederdeutsche Bühne Champagner to’n Fröhstück

Komödie von Michael Wempner

Premiere: Dienstag, 27. September 2011, 20.00 Uhr, Kammerspiele


MUSIKTHEATER

Der Rosenkavalier

Komödie für Musik in drei Aufzügen von Richard Strauss. Dichtung von Hugo von Hofmannsthal

Premiere Sonntag, 04. September 2011, 18.00 Uhr, Großes Haus

Koproduktion des Theater Lübeck und des Landestheater Linz

100 Jahre nach der Uraufführung der Oper »Der Rosenkavalier« eröffnet das Theater Lübeck seine

Spielzeit im Großen Haus am 4. September um 18.00 Uhr mit einer Neuinszenierung dieser

erfolgreichsten Frucht der kongenialen Zusammenarbeit Richard Strauss’ mit dem Dichter Hugo

von Hofmannsthal.

Der siebzehnjährige Octavian (Wioletta Hebrowska) hat die Nacht mit seiner Geliebten, der

Marschallin (Ausrine Stundyte), verbracht, die ihn mit der Lebenserfahrung einer Mittzwanzigerin

in die Geheimnisse der Liebe eingeführt hat. Octavians Protesten zum Trotz prophezeit sie das

zwingend bevorstehende Ende ihrer Liaison und benennt damit das Thema, das die »Komödie für

Musik« durchzieht: die Macht der Zeit. So nah sich beide im Alter sind, trennen doch Welten die

verheiratete Frau vom jugendlichen Kavalier. Was für den einen den Eintritt in die

Erwachsenenwelt bedeutet, trägt für die andere vor allem Züge des Abschieds. So geraten die

Verwicklungen rund um Octavians junge Liebe Sophie (Anne Ellersiek), die vierzehnjährige Tochter

des Waffenhändlers Faninal, als deren Brautwerber er im Auftrag der Marschallin für den

behäbigen Baron Ochs (Rùni Brattaberg / Michael Eder) als »Rosenkavalier« auftritt, fast in den

Hintergrund gegenüber der großartigen Geste des wehmütigens Verzichts der Marschallin auf

ihren jungen Liebhaber.

Der nostalgische Blick auf die Vergangenheit prägt aber nicht nur die Perspektive der Marschallin.

Er ist auch stilbildend für das gesamte Werk, erschufen Strauss und Hofmannsthal mit dem

»Rosenkavalier« doch ein Stück fiktives Rokoko ohne Angst vor Anachronismen: Nach Motiven des

galanten Romans »Die Abenteuer des Chevalier Faublas« von Jean-Baptiste Louvet de Couvray

und Molières Komödie »Der Herr aus der Provinz« entstand ein Stück, das zwar in der Mozart-Zeit

spielt, musikalisch jedoch mit seinen üppig instrumentierten Walzern voll und ganz im 19.

Jahrhundert verwurzelt ist. Kompositorisch führte Strauss »Der Rosenkavalier« wieder auf eher

traditionellere Pfade, nachdem er mit »Salome« und »Elektra« bereits die Grenzen der Tonalität

ausgelotet hatte. Melodiefindung sowie der farbige Orchesterklang zeigen seine

Kompositionskunst in unverwechselbarer Qualität.

Als Regisseur des »Rosenkavaliers« kehrt »Ring«-Schmied Anthony Pilavachi zurück ans Theater

Lübeck. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Opern- und Generalmusikdirektor

Roman Brogli-Sacher. Die Produktion entsteht in Kooperation mit dem Landestheater Linz, das die

Inszenierung in seinem derzeit noch im Bau befindlichen neuen Opernhaus zeigen wird.

Musikalische Leitung Roman Brogli-Sacher

Inszenierung Anthony Pilavachi

Ausstattung Tatjana Ivschina

Chor Joseph Feigl

Mit Anne Ellersiek, Wioletta Hebrowska, Anne Preuß, Ausrine Stundyte, Veronika Waldner;

Rúni Brattaberg / Michael Eder, Patrick Busert, Andreas Haller, Hyo Jong Kim / Daniel Szeili,

Steffen Kubach, Gerard Quinn / Antonio Yang u. a.

Kostprobe Montag, 22. August 2011, 18.30 Uhr, Großes Haus

Premiere Sonntag, 04. September, 18.00 Uhr

Weitere Vorstellungen Sonntag, 18. September, 18.00 Uhr; Sonntag, 02. Oktober, 18.00 Uhr;

Freitag, 21. Oktober, 19.30 Uhr

Veranstaltungsort Großes Haus


SCHAUSPIEL

Yerma

Tragisches Gedicht von Federico García Lorca

Premiere Freitag, 09. September 2011, 20.00 Uhr, Kammerspiele

Andalusien, Anfang der 30er-Jahre. Yerma findet in ihrer Ehe mit Juan keine Erfüllung, ihre

brennende Sehnsucht nach einem Kind stößt bei ihm auf Unverständnis. Juan geht es viel

mehr darum, Geld zu verdienen, den Wohlstand zu mehren für sich und seine Frau. Ihn zu

verlassen, kommt für sie nicht in Frage. Als er sie aber auffordert, sich endgültig in das

Schicksal der Kinderlosigkeit zu fügen, kommt es zu einer Katastrophe ...

Die Frauen sind die Hauptakteure in Lorcas Stück, sie lehnen sich auf gegen innere Verödung

und Entfremdung und beharren auf ihren weiblichen Willen. Und wie die Natur will Yerma vor

allem eins: blühen und wachsen und sich fortpflanzen – um jeden Preis.

Zwei Haltungen, zwei Lebensentwürfe stehen sich unvereinbar gegenüber: Geld und Karriere

vs. Familienglück. Für beide ist kein Platz, nicht im gemeinsamen Haus, nicht in der Welt.

Wachsende Unzufriedenheit schlägt um in verzweifeltes Begehren, das sich schließlich in

einer Wahnsinnstat entlädt.

Federico García Lorcas Werke wurzeln in der literarischen Tradition seiner Heimat, das

andalusische Milieu gibt ihnen eine unverkennbare und doch fremdartige Färbung. Die junge

Regisseurin Anna Bergmann, die in der Spielzeit 2008/09 mit ihrer Inszenierung von

Wedekinds »Lulu« große Erfolge feierte, wird Lorcas Text heutigen Erfahrungsberichten und

Geschichten moderner Frauen gegenüberstellen, ohne auf das nostalgisch-romantische,

spanische Flair zu verzichten. Eine Mischung aus andalusischem Horváth und Almodóvar!

Regie Anna Bergmann

Bühne Ben Baur

Bühnenbildassistenz Jasmina Ziegler

Kostüme Claudia Gonzáles Espíndola

Sounddesign Heiko Schnurpel

Mit Katrin Aebischer, Astrid Färber, Lisa Charlotte Friederich, Susanne Höhne, Ingrid Noemi

Stein, Sara Wortmann; Matthias Hermann, Sebastian Kuschmann, Will Workman sowie

Lübecker Frauen

Kostprobe Dienstag, 06. September, 18.30 Uhr, Kammerspiele, Eintritt frei

Premiere Freitag, 09. September, 20.00 Uhr

Weitere Vorstellungen Donnerstag, 15. September, 20.00 Uhr, Samstag, 01. Oktober, 20.00

Uhr, Samstag, 15. Oktober, 20.00 Uhr, Samstag, 29. Oktober, 20.00 Uhr

Veranstaltungsort Kammerspiele


Joseph und seine Brüder

Bühnenfassung von John von Düffel nach dem Roman von Thomas Mann

Premiere Samstag, 17. September 2011, 19.00 Uhr, Großes Haus

Eine Stadt sucht ihren Gott

Joseph – Inbegriff des Dichters und Träumers – ist der Lieblingssohn Jakobs, den dieser nach

langen Jahren vergeblichen Wartens mit seiner Lieblingsfrau Rahel zeugte. Er wächst als

Nomade auf und hält sich aufgrund der Bevorzugung seines Vaters für von Gott erwählt.

Josephs Anmaßung erregt die Eifersucht und den Zorn der Halbbrüder, welche als

Nachkommen Leas zwar älter, aber vom Vater zurückgesetzt sind. Voller Hass werfen sie ihn in

einen Brunnen und berichten Jakob von seinem vermeintlichen Tod. Joseph jedoch wird aus

dem Brunnen befreit und als Sklave nach Ägypten verkauft.

Sein zweites Leben beginnt: Joseph wird Weltmann, er macht Karriere im Reich des Pharao …

Wo liegen die Wurzeln unserer Zivilisation? Wie tief reicht menschliche Überlieferung? Die

Kette unserer Vorfahren führt in die menschliche Urzeit, vor die Entstehung der Schrift, noch

vor die Urkatastrophen, deren Schockwellen bis heute in Wörtern wie »Sintflut« nachhallen.

Auch der moderne Mensch ist mit dieser Urzeit verbunden. Er trägt sie in sich, die Konflikte und

Verwerfungen der Vorväter, die sich zu Verhaltensmustern und Charakterzügen unserer

individuellen Entwicklung verdichten. Thomas Mann nennt sie das »mythische Erbgut der

Völker«. Der Mensch geht in den Spuren seiner Vorfahren, ob er will oder nicht.

Thomas Mann hat die biblische Geschichte zum Zivilisationsdrama erweitert. Er stellt die

elementaren Fragen nach der Entstehung unsere Menschenbildes. John von Düffels poetische und

humorvolle Textfassung erzählt Thomas Manns Tetralogie als packendes Drama in drei Teilen.

Josephs Werdegang vom einfachen Hirten zum neoliberalen Wirtschaftsminister am Hof des

Pharao wird in der Regie von Andreas Nathusius (u.a. »Nathan der Weise«, »Verbrennungen«) zum

Sinnbild des werdenden Individuums, das zwar ans Ziel gelangt, doch ohne Segen bleibt. Und das

trotz allen Erfolgs vereinsamt.

Inszenierung Andreas Nathusius

Ausstattung Annette Breuer

Mitarbeit Ausstattung Miriam Aksoy

Musik Felix Huber

Mit Robert Brandt, Peter Grünig, Patrick Heppt, Andreas Hutzel, Jörn Kolpe, Joseph Reichelt,

Henning Sembritzki, Sven Simon, Götz van Ooyen

Kostprobe Montag, 12. September, 18.30 Uhr, Großes Haus, Eintritt frei

Premiere Samstag, 17. September, 19.00 Uhr

Weitere Vorstellungen Sonntag, 25. September, 18.00 Uhr; Samstag, 01. Oktober, 19.00 Uhr;

Samstag, 15. Oktober, 19.00 Uhr.

Veranstaltungsort Großes Haus


Engel für Dylan (Arbeitstitel)

Ein Liederabend und musikalischer Roadtrip mit der Stimme Amerikas

Uraufführung von Thomas Richhardt

Wiederaufnahme Donnerstag, 22. September 2011, 20.00 Uhr, Kammerspiele

Long Branch (New Jersey), Sommer 2009. In einer regnerischen Nacht wird Bob Dylan von

einer jungen Polizistin aufgegriffen und festgenommen. Officer Kristie Buble glaubt nicht,

dass es sich bei diesem verdächtig umherstreifenden älteren Herrn wirklich um Bob Dylan

handelt. Da er keine Papiere dabei hat, verfrachtet sie ihn in ihren Wagen und versucht, seine

wahre Identität herauszufinden. Es beginnt eine poetisch-skurrile Reise durch Bob Dylans

Leben und Werk ...

Nur die Engel wissen, wer Bob Dylan ist. Wann immer man glaubt, diesen Bob Dylan erfasst

zu haben, ist er schon anderswo; wann immer er identifiziert zu sein scheint, ist er schon ein

anderer. Kein Star hat sein Publikum so beharrlich vor den Kopf gestoßen wie der »Song and

Dance Man« aus Minnesota. Dylans fast 50jährige Bühnenkarriere ist von zahlreichen

Brüchen und radikalen Wandlungen seiner Identität durchzogen. Er entzieht sich

kontinuierlich jeder Art der Festlegung, ein Meister darin, sich immer wieder aufs Neue zu

erfinden. Seine Songs sind zum Soundtrack einer Lebensart geworden, die ständige

Beweglichkeit voraussetzt.

Der Regisseur Klaus Hemmerle (u.a. »Walking down Abbey Road«, »Hedda Gabler«,

»Steppenwolf«) und der Autor Thomas Richhardt begeben sich zurück zu den mündlichmagischen

Ursprüngen der Erzählkunst und - gemeinsam mit dem Schauspielensemble – auf

Spurensuche nach diesem Phänomen Bob Dylan. Eine Entdeckungsreise durch die

Jahrzehnte, bei der Musik, Poesie und Performance verschmelzen und die mit Sicherheit für

einige (musikalische) Aha-Erlebnisse sorgt.

Inszenierung Klaus Hemmerle

Bühne Ralph Zeger

Kostüme Yvonne Forster

Musikalische Leitung Willy Daum

Mit Katrin Aebischer, Astrid Färber, Lisa Charlotte Friederich, Susanne Höhne; Till Bauer,

Matthias Hermann, Henning Sembritzki, Dirk Witthuhn

Wiederaufnahme Donnerstag, 22. September, 20.00 Uhr

Weitere Vorstellungen Sonntag, 09. Oktober, 18.30 Uhr; Freitag, 04. November, 20.00 Uhr,

Veranstaltungsort Kammerspiele

Der Fall der Götter

Schauspiel nach dem Film »Die Verdammten« von Luchino Visconti

Wiederaufnahme Donnerstag, 29. September 2011, 20.00 Uhr, Kammerspiele

Februar 1933: Stahlwerkbesitzer Joachim von Essenbeck feiert im Kreis seiner Familie

seinen 70. Geburtstag. Es ist der Abend des Reichstagsbrandes und die politischen Ereignisse

haben Firma und Familie längst fest im Griff. Die Familie spaltet sich in feindliche Lager auf,

der Patriarch steht unter Druck. Noch am selben Abend wird er von Friedrich Bruckmann,

einem Vorstandsmitglied im Konzern und Geliebten seiner Schwiegertochter Sophie,

erschossen. Hinter dem Mord steht SS-Offizier Aschenbach, der seine eigenen Ziele verfolgt.

Es beginnt ein unerbittliches Ringen um Macht, das alle Beteiligten in den Abgrund reißt. Die

Führung des Stahlkonzerns wird nur derjenige übernehmen, der bereit ist, sich den


Bedingungen des Nationalsozialismus zu unterwerfen. In diesem Horizont ist ein Mord

allenfalls ein notwendiges Übel ...

Visconti führt die Familie als Wolfsrudel vor, in dem der Stärkste regiert und die Schwächsten

untergehen, der drohende Weltkrieg wird im engsten Kreis vorweggenommen. Es ist eine

Familientragödie von Shakespear’schem Format, ein Drama von mythologischer Gewalt, das

eindringlich vom politischen Opportunismus eines global agierenden Konzerns erzählt. Über

drei Generationen hinweg entfaltet sich das Panorama einer Familie im Bann von Kapital und

Macht, in der intime Konflikte immer wieder in politische umschlagen - und umgekehrt.

Inszenierung Pit Holzwarth

Ausstattung Werner Brenner

Musik Achim Gieseler

Mit Katrin Aebischer, Astrid Färber, Sara Wortmann; Robert Brandt, Peter Grünig, Matthias

Hermann, Herbert Kriesel, Henning Sembritzki, Sven Simon, Dirk Witthuhn, Will Workman

und Statisterie

Wiederaufnahme Donnerstag, 29. September, 20.00 Uhr, Kammerspiele

Weitere Vorstellungen Freitag, 07. Oktober, 20.00 Uhr; Donnerstag, 13. Oktober, 20.00 Uhr;

Freitag, 21. Oktober, 20.00 Uhr; Samstag, 12. November, 20.00 Uhr; Sonntag, 13. November,

18.30 Uhr; Samstag, 26. November, 20.00 Uhr

Veranstaltungsort Kammerspiele

KONZERTE

1. Sinfoniekonzert Italien. Reisen. Begegnungen.

Werke von Ottorino Respighi, Johannes Brahms und Felix Mendelssohn Bartholdy

Sonntag, 11. September, 11.00 Uhr, und Montag, 12. September 2011, 20.00 Uhr,

Musik- und Kongreßhalle

Ottorino Respighi (1879 – 1936)

La Boutique Fantasque

Johannes Brahms (1833 – 1897) Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 B-Dur op. 83

Felix Mendelssohn Bartholdy (1809 - 1047) Sinfonie Nr. 4 A-Dur op. 90 »Italienische«

Die neue Konzertsaison der Philharmoniker eröffnet mit dem Werk »La Boutique Fantasque«,

das mit dem beliebten Motiv der zum Leben erweckten Puppe spielt. Für diese – 1919 von

Léonide Massine und Serge Diaghilews legendären »Ballets Russes« aus der Taufe gehobene

– Ballettmusik hat sich der Italiener Ottorino Respighi aus Klavierwerken seines Landsmanns

Rossini bedient. In mitreißender Instrumentierung schuf er von Can-Can bis Kosakentanz eine

bunte Mischung an Tänzen für die Bewohner des »Zauberladens«.

Das Heimatland Respighis hat Johannes Brahms immer wieder bereist – wenn man auch

weiß, dass er auf seinen Besuchen nicht eine einzige Verdi-Oper hörte, sondern sich lieber

stundenlang in Museen den Eindrücken der Bildenden Künste hingab. Beeindruckt zeigte er

sich auch von dem landestypischen Enthusiasmus, der dem berühmten norddeutschen

Komponisten entgegenschlug. Einige Monate nach seiner ersten Italienreise 1877 nahm

Brahms das Klavierkonzert B-Dur in Angriff, das 1881 fertiggestellt und uraufgeführt wurde.

Im Vergleich zum heftig kritisierten ersten Klavierkonzert wurde das zweite freundlicher

aufgenommen, wobei die Zeitgenossen immer noch nicht einhellig den eingeschlagenen Weg

begrüßten, Klavier und Orchester zu einer konzertant-sinfonischen Synthese zu bringen. GMD


Roman Brogli-Sacher konnte als Solisten des Werks den für seine Brahms-Interpretationen

weltberühmten Gerhard Oppitz gewinnen.

Die Italienreise des jungen Felix Mendelssohn war ebenfalls fruchtbar: Zahlreiche

Zeichnungen fertigte er an und hielt seine Impressionen auch in Tönen fest. Goethes

»Italienische Reise« im Gepäck, arbeitete er an diversen Werken, darunter die 1833

uraufgeführte »Italienische Sinfonie«. Von der lokalen Gebrauchsmusik allerdings zeigte sich

Mendelssohn gar nicht begeistert: »Was das Volk hier singt, ist so entsetzlich barbarisch, die

Stimmen so unrein und roh, dass man gewiss denkt, hier kommt ein Betrunkener, der

taumelt, bis man merkt, der Mann sei ganz nüchtern und singe eine der berühmten

Barcarolen.« Nichtsdestotrotz ließ er sich für die A-Dur- Sinfonie vom Springtanz Saltarello

und von neapolitanischen Volksweisen inspirieren.

Mit freundlicher Unterstützung der Orchesterfreunde Lübeck e. V.

Dirigent Roman Brogli-Sacher

Klavier Gerhard Oppitz

Philharmonisches Orchester der Hansestadt Lübeck

Termine Sonntag, 11. September, 11.00 Uhr, und Montag, 12. September, 20.00 Uhr

Veranstaltungsort Musik- und Kongreßhalle

Gerhard Oppitz, der 1977 als erster deutscher Pianist den Artur-Rubinstein-Wettbewerb in

Tel Aviv gewann, wurde 1981 der jüngste Professor in der Geschichte der Münchner

Musikhochschule. Als Solist ist er in den bedeutenden Musikzentren mit den

renommiertesten Orchestern der Welt aktiv, darunter die Berliner und Wiener

Philharmoniker, das London und das Israel Philharmonic Orchestra, das Royal Philharmonic

Orchestra, das Philadelphia und das Cleveland Orchestra, die Sinfonieorchester von Boston,

Detroit, San Francisco und London, die Staatskapelle Dresden und das Gewandhausorchester

Leipzig. Dabei tritt er regelmäßig u. a. mit Riccardo Muti, Lorin Maazel, Zubin Mehta, Herbert

Blomstedt, Sir Neville Marriner und Lothar Zagrosek auf. Gerhard Oppitz gilt als führender

Brahms-Interpret und ist seit 2009 Preisträger der Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein.

SONDERVERANSTALTUNGEN

Rotes Sofa Extra: Zwischen Kind und Karriere

Ein Gespräch zur Produktion »Yerma« von Federico García Lorca

Dienstag, 27. September 2011, 20.00 Uhr, Junges Studio

Geld und Karriere vs. Familienglück: das ist das Thema in der aktuellen Produktion »Yerma«

von Federico García Lorca. Wir diskutieren mit interessanten Gästen über Lebensentwürfe,

Traditionen, Träume und über die Rolle der Frau mit oder ohne Kind.

Moderation Bettina Weiler

Termin Dienstag, 27. September, 20.00 Uhr

Veranstaltungsort Junges Studio


Podiumsdiskussion zu »Joseph und seine Brüder«

im Rahmen des Herbst-Kolloquiums der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft

Sonntag, 25. September 2011, 12.00 Uhr, Media-Docks

Mit Darstellern der Produktion, dem Autor John von Düffel, dem stückbegleitenden

Dramaturgen Peter Helling, dem Präsidenten der Deutschen Thomas Mann-Gesellschaft

Prof. Dr. Hans Wißkirchen sowie weiteren Gästen. Die Podiumsdiskussion findet im Rahmen

der Tagung »Thomas Mann und das Mittelalter« (23/09–25/09) statt, die einen Blick auf die

Spiegelungen des Mittelalters und des mittelalterlichen Lübecks in Thomas Manns Werk

bietet.

Veranstalter Deutsche Thomas Mann-Gesellschaft, www.Thomas-Mann-Gesellschaft.de

Termin Sonntag, 25. September, 12.00 Uhr

Veranstaltungsort Media Docks, Eintritt frei

Lübecker Theaternacht

Programm auf allen Bühnen und in den Foyers bis spät in die Nacht

Samstag, 24. September 2011, ab 17.00 Uhr im Theater Lübeck

Das Theater Lübeck präsentiert bei der Lübecker Theaternacht 2011 auf drei Bühnen und in

den Foyers ein vielfältiges Programm bis spät in die Nacht!

Fans des Musiktheaters können bei öffentlichen Proben auf der Bühne des Großen Hauses erste

Blicke auf zwei Neuproduktionen der Spielzeit 2011/12 werfen: Sie erleben Ausschnitte aus Franz

Lehárs berühmter Operette »Die lustige Witwe« und aus Giuseppe Verdis Opernklassiker »La

Traviata«. Das Musiktheater-Ensemble, das Opernelitestudio und das Philharmonische Orchester

der Hansestadt Lübeck bieten dazu ein abwechslungsreiches Überraschungsprogramm. Im

Jungen Studio stimmt die Taschenoper Lübeck auf ihre nächste Produktion »Der Vampir« für

Menschen ab zwölf Jahren ein.

Das Schauspiel stellt in öffentlichen Proben die aktuellen Produktionen »Johnny Cash: Die Reise

des Orpheus« von Michael Wallner und »Alles über meine Mutter« von Pedro Almodóvar vor. Um

20.00 Uhr findet in den Kammerspielen die große Radioshow: »Making Off!« statt, bei der

Schauspieler den neuen Spielplan aus ungewöhnlicher Perspektive – aus Sicht der »Macher im

Hintergrund« – präsentieren. Nicht zu vergessen die Begegnungen mit Molière im Aufzug und mit

Anna Karenina im Jungen Studio.

Die Kult gewordene Powerpoint-Karaoke wird durch eine »Youtube-Oke« ergänzt: Prominente

Talkrunden aus dem Internet werden von Zuschauern synchronisiert. Neuer Glanzpunkt wird das

Poetry Slam-Format »Dead or Alive Volume II«, bei dem vier Schauspieler gegen vier überregional

bekannte Slam-Poeten um 23.00 Uhr im Großen Haus antreten. Der rauschende Ausklang ist wie

in den Vorjahren die berühmt-berüchtigte Abschlussparty im Theaterrestaurant Dülfer mit

Gesangskaraoke ab 1.00 Uhr.

Das detaillierte Programm entnehmen Sie der Broschüre der Lübecker Theaternacht oder den

Publikationen des Theater Lübeck. Änderungen vorbehalten. Die Preise betragen 11,– Euro und

ermäßigt 8,– Euro (für Schüler und Studenten), Kinder bis 14 Jahre zahlen in Begleitung

Erwachsener keinen Eintritt.

Termin Samstag, 24. September, ab 17.00 Uhr

Veranstaltungsort Theater Lübeck


»Kundisches Geschirr«

Lesung der Erzählung von Arno Schmidt mit Joachim Kersten, Bernd Rauschenbach

und Jan Philipp Reemtsma

Dienstag, 13. September 2011, 19.30 Uhr, Junges Studio

Im Rahmen der Sonderausstellung »Arno Schmidt. Der Schriftsteller als Fotograf« im Günter

Grass-Haus. In Kooperation mit dem Günter Grass-Haus.

Arno Schmidts zu Beginn der 60er Jahre geschriebenen »Ländlichen Erzählungen« bieten

wenig an äußerer Handlung - kein Wunder, spielen sie doch in der ereignislosen Ruhe der

Südheide. Auch »Kundisches Geschirr« von 1962 macht keine Ausnahme. Die vier älteren

Herrschaften, die da durchs Flachland spazieren, könnten es eigentlich ganz gemütlich

haben, gäbe es nicht noch die junge Psychoanalytikerin, die grad ihre Dissertation schreibt

über die »Unbewusste Abbildung von Leibreizen in der Literatur«. Und schon verlieren

Luftballons und Nagelscheren und im Wald verloren herumstehende Sessel ihre Unschuld –

von den Träumen der Protagonisten ganz zu schweigen. Die Psychoanalyse ist als meist

strukturbildendes Element aus Schmidts Spätwerk nicht wegzudenken – hier wird sie einmal

direkt thematisiert.

Mit Joachim Kersten, Bernd Rauschenbach, Jan Philipp Reemtsma

Termin Dienstag, 13. September, 19.30 Uhr

Veranstaltungsort Junges Studio

Eintritt 14,- / 10,- €

»Lieber und verehrter Onkel Heinrich«

Briefwechsel zwischen Heinrich Mann und seinem Neffen Klaus Mann.

Buchpräsentation und Lesung mit Prof. Dr. Inge Jens und Dr. Uwe Naumann - In Kooperation

mit dem Förderverein Buddenbrookhaus, der Heinrich Mann-Gesellschaft

Freitag, 16. September 2011, 19.00 Uhr, Kammerspiele

Dieses Buch füllt eine Lücke in der Jahrhundertchronik der Manns. Es gibt viele

Darstellungen der komplizierten Vater-Sohn-Beziehung zwischen Thomas Mann und seinem

ältesten Sohn Klaus, und auch über die ungleichen Brüder Heinrich und Thomas ist schon oft

geschrieben worden. Weitgehend unerforscht blieb bisher die Beziehung zwischen Heinrich

Mann und seinem Neffen Klaus – obwohl diese beiden eine große politische Nähe verband.

Ein Roman wie Klaus Manns »Mephisto« ist ohne Heinrich Manns »Der Untertan« gar nicht zu

denken. In gewisser Hinsicht war Onkel Heinrich für Klaus eine Art geistiger Vater, zeitweilig

sogar ein Vaterersatz. Im Zentrum des Buches steht der weitgehend unveröffentlichte

Briefwechsel zwischen Klaus und Heinrich Mann, der vollständig abgedruckt und von den

Herausgebern ausführlich kommentiert und erläutert wird. Darüber hinaus werden erstmals

sämtliche Tagebucheinträge Klaus Manns über seinen Onkel publiziert sowie alle wichtigen

Aufsätze, die Neffe und Onkel übereinander geschrieben haben. Den zweiten Schwerpunkt

des Buches bildet ein ausführliches Doppelporträt von Klaus und Heinrich Mann. Inge Jens

und Uwe Naumann schildern darin die Rolle der beiden Schriftsteller in den politischen und

literarischen Auseinandersetzungen ihrer Zeit. Zugleich wird die verborgene

Dreiecksgeschichte Thomas – Heinrich – Klaus Mann zum ersten Mal eingehend dargestellt.

Ein »Muss« für die große Familie-Mann-Leserschaft! Die Herausgeber stehen für

Veranstaltungen zur Verfügung.

Inge Jens, geboren 1927 in Hamburg. Studium der Germanistik, Anglistik und Pädagogik;

Promotion 1953. Herausgeberin der Tagebücher Thomas Manns. Mitarbeit an zahlreichen

weiteren kulturhistorischen Projekten. Seit 1951 ist sie verheiratet mit Walter Jens; das


Ehepaar lebt in Tübingen und schrieb zusammen die Bestseller »Frau Thomas Mann« (2003)

und »Katias Mutter« (2005).

Uwe Naumann, geboren 1951 in Hamburg. Studium der Germanistik und Soziologie,

Promotion 1983. Programmleiter Sachbuch im Rowohlt Verlag. Lebt in Hamburg.

Faschismus als Groteske. Heinrich Manns Roman »Lidice'« (1980); »Zwischen Tränen und

Gelächter. Satirische Faschismuskritik 1933 - 1945« (1983); »Ruhe gibt es nicht, bis zum

Schluss'. Klaus Mann (1906 - 1949) - Bilder und Dokumente« (Hg., 1999); »Mann-oh-Mann.

Satiren und Parodien zur Familie Mann« (Hg., 2003). Herausgeber u. a. der Werke von Klaus

Mann, Erika Mann und Heinar Kipphardt.

Mit Prof. Dr. Inge Jens und Dr. Uwe Naumann

Termin Freitag, 16. September, 19.00 Uhr

Veranstaltungsort Kammerspiele

Eintritt 10,- / 5,- €

GASTSPIEL

Niederdeutsche Bühne: Champagner to’n Fröhstück

Komödie von Michael Wempner

Premiere: Dienstag, 27. September 2011, 20.00 Uhr, Kammerspiele

Valentin ist aus dem Seniorenheim geflüchtet, bei einer Wohnungsbesichtigung trifft er Marie,

die nicht mehr bei ihrer Tochter wohnen möchte und beide beschließen, eine Senioren- WG zu

gründen. Mit diesem Vorhaben treffen sie nicht überall auf Verständnis und bis endlich der

ersehnte»Champagner to’n Fröhstück« getrunken werden kann, sind einige Hindernisse zu

überwinden.

Regie Dagmar Laurens

Premiere Dienstag, 27. September, 20.00 Uhr

Weitere Vorstellungen Dienstag, 01. November, 20.00 Uhr; Sonntag, 06. November, 16.00 und

20.00 Uhr; Mittwoch, 09. November, 20.00 Uhr, Donnerstag, 15. Dezember, 20.00 Uhr.

Veranstaltungsort Kammerspiele

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