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Tomislav Limov.pdf - ZZI

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Ambasada Bosne i Hercegovine<br />

Veleposlanstvo Bosne i Hercegovine<br />

Амбасада Босне и Херцеговине<br />

Botschaft von Bosnien und Herzegowina<br />

Wien<br />

ZENTRUM DER ZEITGEMÄSSEN INITIATIVEN ÖSTERREICH (<strong>ZZI</strong>)<br />

Kultur- und Wissenschaftsnetzwerk<br />

z/H Herrn Damir Saračević, Vorsitzender<br />

Betreff:<br />

Unterstützungsbrief für das Projekt „VÖLKERMORD IN SREBRENICA – EIN<br />

UNBESTRAFTES VERBRECHEN<br />

Sehr geehrter Herr Saračević,<br />

Schon in den ersten Tagen, als ich den Posten des Botschafters von Bosnien-Herzegowina in der<br />

Republik Österreich übernahm, habe ich mich mit den Tätigkeiten des Zentrums der zeitgemäßen<br />

Initiativen (<strong>ZZI</strong>) vertraut gemacht. Durch direkte Kontakte mit dem Vorsitzenden und den<br />

Mitgliedern Ihrer Vereinigung konnte ich mich davon überzeugen, mit welcher Würde und<br />

Angemessenheit Sie die an sich gestellten Aufgaben erledigen. Aufgrund dessen habe ich mich als<br />

Botschafter unserer gemeinsamen Heimat Bosnien-Herzegowina dazu entschlossen, Ihnen meine<br />

generelle aber auch sehr konkrete Unterstützung in Ihren Bemühungen nach Wahrheit zukommen<br />

zu lassen. Ihrem Streben, die Vergangenheit wahrheitsgemäß darzustellen, mit Realität die<br />

Gegenwart zu färben und mit erhobenem Haupt in die Zukunft zu blicken, kann ich sehr viel<br />

abgewinnen.<br />

Das Projekt unter dem Namen „Völkermord in Srebrenica-ein unbestraftes Verbrechen“, das von<br />

Ihnen geplant wurde und derzeit realisiert wird findet daher meine vollste Unterstützung. Die<br />

Vielfalt der Aktivitäten, die Sie vorhaben – beginnend mit dem Gedenken an die Opfer des<br />

Faschismus im Konzentrationslager Mauthausen, über das Engagement von Kindern,<br />

Wissenschaftlern und Künstlern, bis hin zu den „Müttern von Srebrenica“ weckt mein Interesse,<br />

und verdient meinen ungeteilten Respekt.<br />

Derjenige, der keine Erinnerung hat, hat auch keine Zukunft. Wenn die Geschichte die Lehrerin<br />

des Lebens ist, dann sind die Nachfolger von denjenigen die 1945 gesagt haben „Nie wieder“ im<br />

Beispiel Srebrenica an der Prüfung gescheitert. Sie wussten davon und hatten die Macht die<br />

Faschisten, die ein Völkermord an einem ganzen Volk im herzen Europas verübt hatten zu<br />

verhindern und taten es nicht. Es kann nicht sein, dass jemand, der konnte, aber den Völkermord in<br />

Srebrenica nicht verhinderte, ein reines Gewissen hat.<br />

Das Urteil des Internationalen Gerichtshofes in Den Haag, worin festgestellt wurde, dass die<br />

serbischen Militär- und Polizeikräfte im Zeitraum von 11. bis zum 16. Juli 1995 den Genozid an<br />

den Bosniaken von Srebrenica ausgeübt haben, ist gerecht, aber gleichzeitig ist ein solches Urteil<br />

ohne Sanktionen sinnlos und für einen normalen Menschen unannehmbar.<br />

Es gibt keine genoziden Völker – das serbische Volk ist kein genozides Volk. Aber wenn die<br />

Herren über Leben und Tod – Radovan Karadžić und Ratko Mladić – bis heute, fast 13 Jahre nach<br />

der Tragödie von Srebrenica nicht vors Gericht gebracht worden sind, stellt die Frage, wer hat die<br />

politische, moralische und menschliche Kraft, diejenigen, die das Verbrechen geplant und


Massenverbrechen in ganz Bosnien-Herzegowina begangen haben, mit ihrer Verantwortung zu<br />

konfrontieren. Auch jene, die seit Jahren die für den Genozid verantwortlichen Kriegsverbrecher<br />

decken, machen sich mitschuldig an den Verbrechen und schaden so ihrem Land. Das langjährige<br />

Verstecken von zahlreichen Kriegsverbrechern und beispielweise die Flucht des Verurteilten<br />

Kriegsverbrechers Radovan Stanković aus dem Gefängnis in Foča wurden von denjenigen<br />

ermöglicht, die gegen eine wirkliche Polizeireform in Bosnien-Herzegowina stehen und jenen, die<br />

falsche „aufgeschobene Reform-Versprechen“ akzeptieren.<br />

Bosnien-Herzegowina braucht nach all dem erlebten Schrecken Versöhnung und den Aufbau von<br />

Vertrauen. Es ist eine Illusion der Meinung zu sein, dass dies ohne Gerechtigkeit geschehen könne.<br />

Nur Gerechtigkeit und Strafe für die Verantwortlichen können für die Opfer eine kleine aber nie<br />

ausreichende Satisfaktion darstellen; aber auch eine Warnung davor, dass sich Srebrenica niemals<br />

und nirgendwo wiederholen darf.<br />

Durch meine Unterstützung des Projekts „Völkermord in Srebrenica – ein unbestraftes<br />

Verbrechen“ möchte ich mich persönlich als Unterstützer jener deklarieren, die trotz aller<br />

Schwierigkeiten für Wahrheit, Gerechtigkeit, Demokratie, Solidarität und den ökonomischen<br />

Aufschwung kämpfen und damit auf die beste Weise Bosnien-Herzegowina als einen<br />

vertrauenswürdigen Kandidaten für die europäische und euroatlantische Integration legitimieren.<br />

Ihnen und dem Projekt einen vollen Erfolg wünschend, erkläre ich meine Unterstützung an den<br />

künftigen Aktivitäten im Einklang mit meinen Verpflichtungen und Ihren Ansprüchen.<br />

Mit persönlicher Hochachtung,<br />

<strong>Tomislav</strong> <strong>Limov</strong>, Botschafter<br />

Wien, den 21. Mai 2008

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