Musiker Magazin 02/2015

musikermagazin

Pasquale Aleardi – Deutscher TV-Kommissar tauschte zeitweilig die Kanone gegen Mikrofon und Tanzschuhe – und überzeugte in der Hauptrolle des Musicals „Chicago“

Deutscher Rock & Pop Preis 2015 – Anmeldung

Alina Sebastian – Preisträgerin des Deutschen Rock & Pop Preises 2014 in der Kategorie „Singer“

Interview mit Laura Neubauer, Gründerin des Labels „Lacave records“

Alexander und Maximilian Blume – Blues- und Jazzmusik mit Intention

Stage Band – Musik der 60er-, 70er- und 80er-Jahre

Peter Reimer – Mit „Entschleunigungskonzerten“ gegen den Zeitgeist

Max – Pop-Punk auf Deutsch

Sarah Straub – Die große Pop-Neuentdeckung

Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 2: CANNED HEAT – Boogie On

Interview mit Dónal ó Ceallaigh

Bürger7 – Eine Widmung an Siebenbürgen

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Pop-Neuentdeckung

Alina

Sebastian

Preisträgerin des

Deutschen Rock & Pop

Preises 2014

»Deutscher TV-Kommissar

tauschte zeitweilig

die Kanone gegen Mikrofon

und Tanzschuhe – und überzeugte

in der Hauptrolle

des Musicals „Chicago“«

Die Historie

der Rock- & Popmusik –

Teil 2:

Canned Heat

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EDITORIAL 03

MUSIKERVERBAND e.V. – WAHLEN

Kandidaturaufruf an alle aktiven Musiker/-innen, Komponisten,

Texter und Musikerinitiativen im Deutschen Rock & Pop Musikerverband e.V.

Seit nunmehr 30 Jahren finden im Deutschen Rock & Pop Musiker -

verband alle vier Jahre Wahlen in den Bundesvorstand, Musike r beirat und

in die Landesvorstände der einzelnen Landesverbände der Bundes länder

statt. Im Gegensatz zu fast allen Vereinen, Verbänden und Gewerk schaften

in Deutschland führte der Deutsche Rock & Pop Musiker verband

schon 1985 die Urwahl ein: Dieses Wahlprinzip, bestehend aus einer Kom -

bi nation aus Briefwahl und Mitgliederversammlung, gewähr leis tet, dass

alle stimmberechtigten Mitglieder – also alle aktiven Musiker, Kom po nisten,

Texter und Musikerinitiativen – im Deutschen Rock & Pop Musiker verband

e.V. in allen Personal- und ganz wichtigen Sachentschei dun gen flächendeckend

über die gesamte Bundesrepublik direkt darüber abstimmen

können, welche Personen im Bundesvorstand, Beirat und in den einzelnen

Landesver bän den der Bundesländer den Verband repräsentieren und leiten

und welche Sach- und Satzungsentscheidungen gefällt werden.

Dieses Wahlprinzip hat zur direkten Folge, dass der eigentliche politische

Wille im Deutschen Rock & Pop Musikerverband direkt von den Mitgliedern –

also den Künstlern selbst – ausgeht.

Für einzelne Positionen im Bundesvorstand, im Musikerbeirat und in den

Landesvorständen werden zuverlässige, verantwortungsbewusste und

en ga gierte Personen gesucht, die bereit sind, für mindestens vier Jahre ein

reprä sentatives Ehrenamt zu übernehmen. Vor diesem Hintergrund ergeht

an alle aktiven Vollmitglieder des Deutschen Rock & Pop Musikerver ban des

der Aufruf, sich für die einzelnen Leitungspositionen als Kandidaten zur Ver -

fügung zu stellen. Im Deutschen Rock & Pop Musikerverband gilt das Per -

sönlichkeitswahlrecht, was bedeutet, dass sämtliche Wahlentschei dun gen

der Mitglieder unmittelbar bestimmten Kandidaten und Positionen gelten.

Im Bundesvorstand werden folgende Wahlpositionen ausgeschrieben:

■ Bundesvorsitzender

■ stellv. Bundesvorsitzender und

■ drei Mitglieder des Bundesvorstandes

A. BUNDESVORSTAND

Die Mitglieder des Bundesvorstandes sind verantwortlich für die Ver -

wirklichung der Aufgaben des Deutschen Rock & Pop Musikerverbandes

im Sinne der Beschlüsse der Mitgliederversammlung. Der Bundesvorstand

trifft sich in der Regel ein- bis dreimal im Jahr zu Vorstandssitzungen, es

sei denn, es müssen außerordentliche Vorstandssitzungen einberufen werden.

Viele Beschlüsse werden außerdem auf schriftlichem Wege gefasst. Der

Bundes vorstand arbeitet ehrenamtlich.

B. MUSIKERBEIRAT

Der Musikerbeirat (Rock- & Poprat) des Deutschen Rock & Pop Musiker -

verbandes besteht aus zehn Personen. Der Beirat kann zu Vorstands sit -

zun gen eingeladen werden, wenn es die Situation erfordert. Der Musiker -

beirat hat die wesentliche Funktion, bei Bedarf den Bundesvorstand in

allen wichtigen Verbandsangelegenheiten zu beraten. Für den Musikerbeirat

werden verantwortungsvolle, zuverlässige und vor allen Dingen fachlich

qualifizierte Mitglieder gesucht, die bereit sind, für den Musikerbeirat zu kandi -

dieren. Die Musikerbeiräte arbeiten ehrenamtlich.

C. LANDESSPRECHER/LANDESVERBÄNDE

In den einzelnen Bundesländern vertreten die gewählten Landes sprecher

der Landesverbände die Interessen des Deutschen Rock & Pop Musiker ver -

bandes. Die Landessprecher werden durch die stimmberechtigten Mit glie -

der des Verbandes in den einzelnen Bundesländern zusammen mit dem

Bundes vorstand und dem Musikerbeirat gewählt. Die Landessprecher des

Deutschen Rock & Pop Musikerverbandes haben in den einzelnen Bundes -

ländern freiwillige und selbst gesteckte Arbeitsbereiche. Die Landes spre -

cher arbeiten ehrenamtlich.

AUFRUF AN ALLE AKTIVEN MUSIKER, KOMPONISTEN,

TEXTER UND MUSIKERINITIATIVEN:

Wenn ihr im Bundesvorstand/Musikerbeirat und in den einzelnen Landes -

verbänden für den Deutschen Rock & Pop Musikerverband mitentscheiden

und mitarbeiten wollt, stellt euch zur Wahl! Ihr könnt euch für jede Position

als Kandidaten aufstellen lassen. Schreibt uns und meldet eure Kandidatur

in der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Rock & Pop Musiker ver bandes

an. Wir schicken euch dann die Geschäftsordnung zu, aus der ihr die Kan -

di daturvoraussetzungen eines ordentlichen Mitgliedes entnehmen könnt

(Satzung § 3). Wir beraten euch in allen Fragen, die eine derartige Kandi -

datur mit sich bringt. Wenn ihr euch für eine Kandidatur in den einzelnen

Positionen entscheidet, schickt uns bitte eine Kurzdar stel lung eurer Person

zu, die wir dann in den Kandidaturlisten (ca. 1/16 Seite) abdrucken werden.

Allen Kandidaten wird in den Kandi da tur listen grundsätzlich der gleiche

Raum zur Verfügung gestellt. Der amtierende Bundes vor stand hat bei der

Kandidatenaufstellung – wie bei anderen Organi sationen auch – lediglich

ein Vorschlagsrecht (Empfehlungsrecht).

Die gesamten Bundes- und Landeswahlen werden laut Satzung in einer

Kombination von Briefwahl und Mitgliederversammlung durchgeführt.

Die Briefwahl gewährleistet direkte und geheime (!) Wahlen für die Mit glie -

der des Deutschen Rock & Pop Musikerverbandes, die kein Geld haben, die

Fahrtkosten zur Mitgliederversammlung zu bezahlen, oder keine Lust und

Zeit haben, an der Mitgliederversammlung teilzunehmen. Alle eingesandten

Wahlbriefe werden verschlossen aufbewahrt und für die Auswertung durch

einen neutralen Wahlausschuss im Beisein eines Rechtsanwalts geöffnet

und ausgewertet. Ein Notar zählt vorher die Anzahl der Wahlbriefe.

Die schriftlich abgegebenen Wahl- und Abstimmungsentscheidungen

der stimmberechtigten ordentlichen Mitglieder werden gleichberechtigt mit

den Stimmabgaben auf der Mitgliederversammlung Ende 2015 zu einem

Gesamtergebnis ausgewertet.

Der augenblickliche Bundes vor stand ruft alle aktiven Mitglieder des

Deutschen Rock & Pop Musikerverbandes auf: Nehmt an diesen Bundesund

Landeswahlen teil! Stellt euch den Auf gaben auf Bundes- und Landes -

ebene! Stellt euch als Kandidaten zur Ver fü gung! Bitte teilt eine Kandidatur

bis spätestens zum 01.08.2015 schriftlich mit und stellt euch in einer Kurz -

beschreibung selbst vor, damit die Mitglieder, denen wir die gesamten

Wahl unterlagen zuschicken, euch kennenlernen und wählen können.

TEXT: OLE SEELENMEYER

2/2015 musiker MAGAZIN


33. DEUTSCHER

ROCK & POP PREIS 2015

am 12. Dezember 2015, Kongresszentrum Siegerlandhalle – Siegen

1. ZIEL/KONZEPT

In 2015 werden zum 33. Mal insgesamt über

125 „Deutsche Rock & Pop Preise“ der verschiedensten

musikalischen Bereiche an heraus ra -

gende Nachwuchsmusikgruppen, Nachwuchs -

einzel künstler/-innen sowie zum ersten Mal

durch eine Fachjury ausgewählte professionelle

Musik gruppen und Einzelkünstler/-innen mit

Ton trä ger vertrag verliehen. So sollen auch in diesem

Jahr Nachwuchskünstler so unterschiedlicher

musik stilistischer Bereiche wie Rock, Pop,

Country, Hard & Heavy, Alter native, Weltmusik,

Reggae, Funk & Soul u.v.a.m. geehrt werden.

Einziges Kriterium ist dabei der künstlerische

Anspruch. In ihrer kulturellen und künstlerischen

Aus rich tung steht diese Kultur ver an stal -

tung damit im bewussten Gegensatz zu bisherigen

Veranstal tungszeremonien von Industrie -

preisen und TV-Anstalten.

Durch die Auszeichnung in über 125 verschiedenen

Musikgenres wird der heutigen musikalischen

Vielfalt im Bereich der Rock- & Pop musik

Rechnung getragen. Damit soll erreicht werden,

dass sich möglichst viele Musikgrup pen, Einzel -

künstlerinnen und -künstler in ihrer Stilistik wiederfinden.

Diese Kulturveranstaltung soll wie bisher als

Platt form des kreativen Nachwuchses, aber auch

als Treffpunkt einzelner etablierter Künstler/-

innen und Persönlichkeiten des musikalischwirtschaftlichen

Umfeldes dienen.

2. FINANZIERUNG

Diese Kulturveranstaltung wird im Wesent li -

chen – wie in den vergangenen Jahren auch –

durch die Deutsche Popstiftung, den Deutschen

Rock & Pop Musikerverband e.V. und die am

Wettbewerb beteiligten Musikgruppen und

Künstler/-innen finanziert.

Von allen Bewerbern dieses bundesweiten

kulturellen Wettbewerbs wird – ebenfalls wie in

den Jahren zuvor – ein Solidarbeitrag in Form

einer geringen Anmeldegebühr verlangt. Alle

durch die Bundesjury ausgewählten Final teil -

nehmer sowie durch die Bundesjury nominierten

Preisträger der Neben- und Sonderkate -

gorien zahlen außerdem einen Teilnahme be trag

pro Musiksparte, um die Selbstfinanzierung dieses

musikereigenen Kulturfestivals auf Bundes -

ebene zu gewährleisten. Diese solidarische

Ge mein schafts finanzierung ist in Deutsch land

einmalig: Damit wird auch der 33. Deutsche

Rock & Pop Preis wieder ge meinschaftlich finanziert

durch die Stiftungs- und Verbands trä ger,

die ca. 3 000 Mu sik grup pen, Musi kerinnen und

Musiker im Deutschen Rock & Pop Musiker -

ver band e.V. sowie durch die über 1 000 Teil -

neh mer dieses Festivals.

3. KATEGORIEN

Im Gegensatz zu anderen deutschen Musik -

preisen werden die Deutschen Rock & Pop

Preise 2015 in über 125 verschiedenen musikstilistischen

Bereichen verliehen. Weitere Preise

können an herausragende etablierte Musik -

gruppen, Musikerinnen und Musiker sowie in

den Unterkategorien „Bester Gitarrist”, „Bester

Keyboarder”, „Bester Schlagzeuger”, „Bester

Bassist”, „Beste Komposition” etc. verliehen

werden. Hierfür kann man sich direkt bewer-


11

ben. Die Bundesjury entscheidet, ob besondere

Leistungen in diesen Bereichen vorliegen.

FOLGENDE EINZELKATEGORIEN

WERDEN AUSGESCHRIEBEN:

8 Hauptkategorien

64 Nebenkategorien

25 Sonderkategorien

28 Sonderauszeichnungskategorien

Durch die differenzierte Auswahl an Kate go -

rien und Unterkategorien wird gewährleistet,

dass eine große Anzahl vielversprechender

Musik gruppen, Interpreten und Künstler/-innen

in musikhistorisch bedeutenden, aber bisher

bei Preisverleihungen vernachlässigten Musik -

rich tungen ebenfalls gewürdigt werden können.

In den acht Hauptkategorien werden die Final -

aus scheidungen (und/oder Halbfinal vor ent -

scheide) tagsüber live am Festivalort auf der

Bühne er folgen. In den übrigen Kategorien entscheidet

die Bundesjury allein aufgrund des

eingeschickten Materials über eine Nominie -

rung bzw. Aus zeichnung bei der Preisver lei hung.

Mit der Aufnahme von Kategorien, die sich

mit dem künstlerischen und technischen Um -

feld einer CD-Produktion und des Musik ma na -

ge ments auseinandersetzen (Studioproduktion,

CD-Design, Independent-Label, Künstler agentur

etc.), sollen – wie im Vorjahr – auch diese an -

son sten im Schatten von künstlerischen Aus -

zeich nungen stehenden Firmen und Personen

geehrt werden.

Jede Band/jeder Künstler kann sich mit einer

CD/einem Musikvideo pro Kategorie (möglichst

eine Liveaufnahme) bei der Deutschen Pop -

stiftung für die verschiedenen Kategorien be -

werben.

ANMELDEGEBÜHR:

DRMV-Mitglieder 20,– Euro,

DRMV-Nichtmitglieder 30,– Euro.

Nach dem Bewerbungsschluss am 15. Juli

2015 ermitteln unabhängige Expertenjuroren,

die von der Deutschen Popstiftung eingesetzt

werden, die Teilnehmer am Finale und die

Preisträger der Neben- und Sonderkategorien

des 32. Deutschen Rock & Pop Preises 2015.

Mithilfe eines detaillierten Bewertungsbogens

(Arran ge ment, Instrumentierung, Gesang, Text,

Kom position, Originalität, Kreativität etc.)

ermittelt die Festivaljury die live im Finale des

33. Deutschen Rock & Pop Preises 2015 auftretenden

Musikgruppen und Einzelinterpreten

der Hauptkategorien. Um eine gerechte Preis -

ver leihung zu gewährleisten, kann die Bundes -

jury, wenn die Einordnung den Juroren passend

erscheint, Preise auch in anderen als den

durch die Künstler ursprünglich beworbenen

Katego rien zuerkennen.

4. PREISVERLEIHUNG/FESTIVAL

Die Teilnehmer am Finale des 33. Deutschen

Rock & Pop Preises 2015 erhalten durch die

Deutsche Popstiftung eine Einladung nebst Teil -

nahmeformular. Die in allen Sparten und Be -

reichen nominierten Bands und Künstler/-innen

werden persönlich eingeladen. Erst die Rück -

sendung des ausgefüllten Teilnahmeformulars

und die Entrichtung der Teilnahmegebühr in

Höhe von 150,– Euro je Hauptkategorie sowie

100,– Euro je Sonder- oder Nebenkategorie (je

zuerkannter Preissparte) garantieren die Teil nah -

me am 33. Deutschen Rock & Pop Preis 2015.

Die Finalisten (Einzelkünstler/-innen und Musik -

gruppen) der Hauptkategorien erhalten im Ge -

genzug je 50 Eintrittskarten im Gesamtwert von

1 000,– Euro für den eigenen Gäste-/Fan kreis

(s. zusätzliche Publikumsabstimmungen), die

ausgezeichneten Preisträger der Sonder- und

Nebenkategorien erhalten ebenfalls je 50 Ein -

trittskarten im Gegenwert von 1000,– Euro für

die eigenen Gäste/Fans. Mit der Nichtrück sen -

dung des Anmeldeformulars und der Nicht ent -

richtung der Teilnahmegebühr verfällt die Teil -

nah me und Preiszuerkennung.

Die Ergebnisse der Wahl und Auszeichnung

durch die Festivaljury werden auf der Home -

page des DRMV www.musiker-online.tv und

durch die Kulturzeitschrift musiker Magazin

nach dem Festival veröffentlicht.

Die jeweils ersten Preisträgerbands der

Haupt kategorien „Rock“, „Pop“ und „Alter-

na tive“ erhal ten eine einjährige kostenlose Mit -

glied schaft im DRMV und ein einjähriges

Rechts- und Fachberatungsprogramm. Die teil -

nehmen den Preisträger der verschiedensten

Deut schen Rock & Pop Preise 2015 erhalten

als Auszei ch nung eine Ehrenurkunde. Die jeweils

ersten Preis träger der Hauptkategorien erhalten

zu sätzlich einen Rock- & Pop-Oscar.

WEB: WWW.MUSIKER-ONLINE.TV

TEXT: OLE SEELENMEYER

FOTOS: LUDWIG CZAPLA


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MUSIKER MAGAZIN PRÄSENTIERT

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EURER SONGS, ALBEN & VIDEOCLIPS ÜBER:

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Digitaler Vertriebspartner


ANMELDUNG

33. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2015

Hiermit melde ich mich/uns für den Deutschen Rock & Pop Preis 2015 an.

FESTIVAL 13

Band/Künstler/in: ...........................................................

Ansprechpartner/-in: ......................................................

Straße: ..........................................................................

PLZ Ort: ........................................................................

Bundesland: ..................................................................

Tel.: ...............................................................................

Mobil: ............................................................................

Fax: ....................................................................................

E-Mail: ................................................................................

Internet: ..............................................................................

DRMV-Mitgl.-Nr.: ................................................................

GEMA-Mitglied?: ❑ nein ❑ ja:

❑ angeschl. ❑ außerord. ❑ ordentlich

Anmeldungen in mehreren Sparten sind möglich.

Anmeldegebühr pro Musiksparte: EUR 20,– DRMV-Mitglieder /EUR 30,– DRMV-Nichtmitglieder

Die Anmeldegebühren in Höhe von EUR ............ ❑ in bar beigelegt ❑ als Scheck beigelegt ❑ per Überweisung

Bankverbindung: Deutsche Popstiftung, Postbank Hamburg, IBAN: DE08 2001 0020 0964 2792 08, BIC: PBNKDEFF

Dieses Anmeldeformular, CD und Bewerbungsgebühr bitte bis spätestens 15. Juli 2015 an:

Deutsche Popstiftung, Bewerbung 2015, Kolberger Str. 30, 21339 Lüneburg

Teilnahmegebühr: EUR 150,– je Sparte in der Hauptkategorie bei Auswahl durch die Bundesjury.

(Kostenlos: 50 Festival-Eintrittskarten im Wert von EUR 1.000,– für eigene Gäste/Fans)

Teilnahmegebühr: EUR 100,– je Sparte in den Sonder- oder Nebenkategorien bei Nominierung durch die Bundesjury.

(Kostenlos: 50 Festival-Eintrittskarten im Wert von EUR 1.000,– für eigene Gäste/Fans)

33. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2015: HAUPTKATEGORIEN

Bitte gewünschte Musiksparte(n) ankreuzen und CD (pro Sparte eine CD!) beilegen! Der jeweils 1. Song wird gewertet!

❑ 1

❑ 2

❑ 3

❑ 4

❑ 5

❑ 6

❑ 7

❑ 8

Deutscher Rock Preis (beste Rock-Band)

Deutscher Pop Preis (beste Pop-Band)

Deutscher Hard Rock Preis (beste Hard’n’Heavy-Band)

Deutscher Funk & Soul Preis (beste Funk/Soul-Band)

Deutscher Alternative Preis (beste Alternative-Band)

Deutscher Singer/Songwriter Preis (beste(r) Solosänger(in) – Wertung: Eigenkomposition und Stimme)

Deutscher Singer Preis (beste(r) Solosänger(in) – Wertung: Stimme)

Deutscher Country Preis (beste Country-Band)

In 2015 können sich auch

professionelle Musikgruppen und Musiker/-innen

mit Labelvertrag bewerben!

33. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2015: SONDERKATEGORIEN

❑ 9

Beste Filmmusik

❑ 18

Beste Tranceband

❑ 27

Beste Fusion-Jazz-Rockband

❑ 10

Bestes Kinderlieder-Album

❑ 19

Beste Electronic-Band

❑ 28

Beste Punkband

❑ 11

Beste Experimentalband

❑ 20

Bester Electronic-Interpret

❑ 29

Beste Gothic/Wave-Band

❑ 12

Beste Fusionband

❑ 21

Bestes Dancehall-Album

❑ 30

Beste Schlagersängerin

❑ 13

Beste Hardcoreband

❑ 22

Beste Elektropopband

❑ 31

Bester Schlagersänger

❑ 14 Beste Industrialband

❑ 23

Bestes traditionelles Blues-Album

❑ 32

Bestes traditionelles

❑ 15

Beste Progressivband

❑ 24

Beste Rock’n’Roll/Rockabillyband

Weltmusikalbum

❑ 16

Beste Skaband

❑ 25

Beste Cover/Revivalband

❑ 33

Bestes zeitgenössisches

❑ 17

Beste New-Metal-Band

❑ 26

Beste A-Capella-Band

Weltmusikalbum


EINSENDESCHLUSS: 15. JULI 2015

2/2015 musiker MAGAZIN


14 FESTIVAL

33. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2015: NEBENKATEGORIEN

Bitte gewünschte Musiksparte(n) ankreuzen und CD (pro Sparte eine CD!) beilegen! Der jeweils 1. Song wird gewertet!

BEREICH ROCK:

❑ 34 Beste Rocksängerin

❑ 35 Bester Rocksänger

❑ 36 Bester Rocksong

❑ 37 Bestes Rockalbum

BEREICH POP:

❑ 38 Beste Popsängerin

❑ 39 Bester Popsänger

❑ 40 Bester Popsong

❑ 41 Bestes Popalbum

BEREICH FUNK & SOUL:

❑ 42 Beste Funk-&-Soul-Sängerin

❑ 43 Bester Funk-&-Soul-Sänger

❑ 44 Bester Funk-&-Soul-Song

❑ 45 Bestes Funk-&-Soul-Album

BEREICH HARD ROCK:

❑ 46 Beste Hard-Rock-Sängerin

❑ 47 Bester Hard-Rock-Sänger

❑ 48 Bester Hard-Rock-Song

❑ 49 Bestes Hard-Rock-Album

BEREICH METAL:

❑ 50 Beste Metal-Sängerin

❑ 51 Bester Metal-Sänger

❑ 52 Beste Metal-Band

❑ 53 Bester Metal-Song

❑ 54 Bestes Metal-Album

BEREICH JAZZ-ROCK:

❑ 55 Beste Jazz-Rock-Sängerin

❑ 56 Bester Jazz-Rock-Sänger

❑ 57 Beste Jazz-Rock-Band

❑ 58 Bester Jazz-Rock-Song

❑ 59 Bestes Jazz-Rock-Album

BEREICH ALTERNATIV:

❑ 60 Beste Alternativ-Sängerin

❑ 61 Bester Alternativ-Sänger

❑ 62 Bester Alternativ-Song

❑ 63 Bestes Alternativ-Album

BEREICH NEW AGE:

❑ 64 Beste New-Age-Band

❑ 65 Bester New-Age-Song

❑ 66 Bestes New-Age-Album

BEREICH RHYTHM & BLUES:

❑ 67 Beste Rhythm-&-Blues-Sängerin

❑ 68 Bester Rhythm-&-Blues-Sänger

❑ 69 Beste Rhythm-&-Blues-Band

❑ 70 Bester Rhythm-&-Blues-Song

❑ 71 Bestes Rhythm-&-Blues-Album

BEREICH REGGAE:

❑ 72 Beste Reggae-Sängerin

❑ 73 Bester Reggae-Sänger

❑ 74 Beste Reggae-Band

❑ 75 Bestes Reggae-Album

BEREICH LATIN-POP:

❑ 76 Beste Latin-Pop-Sängerin

❑ 77 Bester Latin-Pop-Sänger

❑ 78 Beste Latin-Pop-Band

❑ 79 Bester Latin-Pop-Song

❑ 80 Bestes Latin-Pop-Album

BEREICH FOLKROCK:

❑ 81 Beste Folkrocksängerin

❑ 82 Bester Folkrocksänger

❑ 83 Beste Folkrockband

❑ 84 Bester Folkrocksong

❑ 85 Bestes Folkrockalbum

BEREICH COUNTRY:

❑ 86 Beste Country-Sängerin

❑ 87 Bester Country-Sänger

❑ 88 Bester Country-Song

❑ 89 Bestes Country-Album

BEREICH GOSPEL:

❑ 90 Beste Gospel-Sängerin

❑ 91 Bester Gospel-Sänger

❑ 92 Beste Gospelgruppe

❑ 93 Bester Gospel-Song

❑ 94 Bestes Gospel-Album

BEREICH MUSICAL:

❑ 95 Beste Musicalsängerin

❑ 96 Bester Musicalsänger

❑ 97 Bestes Musicalalbum

(Pro Einzelsparte können bis zu 3 Preisträger ausgezeichnet werden!)

Die Anmeldeformulare können auch unter www.musiker-online.tv heruntergeladen werden.

33. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS 2015: SONDERAUSZEICHNUNGSKATEGORIEN

MUSIKBUSINESS:

❑ 98 Bestes Rock-/Pop-Tonstudio (Preis-Leistungs-Verhältnis)

Bew.: CD, Studioausstattung, Mietpreis etc.

❑ 99 Bestes kreatives Independent-Label (Rock & Pop)

Bew.: Produktionsübersicht (CD), Vertriebswege etc.

❑ 100 Bester Independent Musikverlag (Rock & Pop)

Bew.: Künstlerübersicht, Vermarktungsstrategie etc.

❑ 101 Beste Booking-Agentur (Rock & Pop)

Bew.: Künstler-, Konzert- und Tourneeübersicht

❑ 102 Erfolgreicher Musikmanager (Rock & Pop)

Bew.: Künstler- und Vermarktungsunterlagen

❑ 103 Erfolgreicher Musikproduzent (Rock & Pop)

Bew.: Künstler- und Produktionsangaben, CD

❑ 104 Kulturpreis für die Förderung der Rock- & Popmusik

in Deutschland

Bew.: Auf Empfehlung – keine Gebühren fällig!

MUSIKPRODUKTION:

❑ 105 Bester neuer Rock- und Popkünstler des Jahres

❑ 106 Bestes CD-Album des Jahres (deutschsprachig)

❑ 107 Bestes CD-Album des Jahres (englischsprachig)

❑ 108 Bester Song des Jahres (deutschsprachig)

❑ 109 Bester Song des Jahres (englischsprachig)

❑ 110 Beste Studioaufnahme des Jahres

❑ 111 Beste Single des Jahres

❑ 112 Bestes Musikvideo

❑ 113 Beste Komposition

❑ 114 Bester deutscher Text

❑ 115 Bestes Booklet und Inlaycard

❑ 116 Beste Instrumentalband

❑ 117 Bestes Instrumentalalbum

INSTRUMENTALISTEN:

❑ 118 Bester Instrumentalsolist

❑ 119 Bester Gitarrist

❑ 120 Bester Keyboarder

❑ 121 Bester Schlagzeuger

❑ 122 Bester Bassist

❑ 123 Bester Percussionist

❑ 124 Bestes Arrangement

❑ 125 Bestes Blasinstrument

musiker MAGAZIN 2/2015

EINSENDESCHLUSS: 15. JULI 2015


STORIES 15

Preisträgerin des

Deutschen Rock & Pop Preises 2014

in der Kategorie „Singer“

ALINA

SEBASTIAN

MM: Alina, du hast im Dezember den Deut -

schen Rock & Pop Preis in der Kategorie

„Singer“ gewonnen. Erst einmal herzlichen

Glück wunsch dazu. Wie hast du es in so jungen

Jahren – du bist ja erst 16 Jahre alt –

ge schafft, dort zu landen?

ALINA: Ich kann es immer noch nicht glauben.

Ich habe mich beim Deutschen Rock & Pop Preis

angemeldet, ohne auch nur die kleinste Ahnung

zu haben, dass ich dort eine Chance haben könnte.

Was sich mir im Laufe des Tages nur bestätigte,

weil die anderen Musiker alle unglaublich

gut waren. Ich wollte nur meinen Spaß haben:

vor Publikum stehen und meinen eigenen Song

präsentieren. Doch ich habe es geschafft, die Jury

zu überzeugen. Für mich ist das eine der größten

und schönsten Erfahrungen in meiner Lauf bahn.

Die Glückshormone sprudeln aus mir heraus,

wenn ich daran denke.

»Musik ist das

Sahnehäubchen bei allem,

was ich tue.«

MM: Was waren wichtige Schritte auf dem

Weg, Sängerin zu werden?

ALINA: Musik war schon immer ein wichtiger Teil

meines Lebens. Als kleines Kind habe ich mehr

gesungen als gesprochen. Im Kindergarten oder

in der Schule gesungene Lieder konnte ich mir

immer schnell einprägen. Als Fünfjährige habe ich

drei Männer in Aachen auf dem Rathausplatz

Gitarre spielen sehen und habe mich sofort in

dieses Instrument verliebt. Von dem Tag an war

mir klar: Ich will Gitarre spielen lernen. Das habe

ich ein Jahr meinen Eltern nahegelegt, bis ich

endlich den Gitarrenunterricht starten durfte. Die

Begeisterung für andere Instrumente ließ nicht

lange auf sich warten. Ein Jahr später folgte

Klavier unterricht, den ich mir ebenfalls erbetteln

musste. Dann begann ich zu singen und mich mit

8

2/2015 musiker MAGAZIN


16 STORIES

den Instrumenten zu begleiten. Mit zehn habe ich

meinen ersten Song geschrieben und in der

Musik schule das erste Mal vor Publikum singen

dürfen. Da wusste ich: Das ist es. Als ich 2012 den

Talentwettbewerb der EUREGIO Wirtschaftsschau

gewonnen habe, gab es kein Halten mehr.

MM: Wer ist musikalisch gesehen ein Vor bild

für dich? Warum?

ALINA: Direkte Vorbilder habe ich nicht. Allerdings

gibt es Musiker, die ich toll finde. Einer davon ist

Tim Bendzko. Er ist ein authentischer Musiker und

schreibt, wie ich finde, wunderschöne Lieder –

allein schon, weil diese sein Werk sind. Das ist

mein Traum: Dass meine CD mit meinen eigenen

Liedern bestückt und so arrangiert ist, dass ich

mich damit identifizieren kann.

MM: Du hast einmal gesagt, dass es dir wichtig

ist, den Menschen die Freude an der Musik

zu vermitteln. Wie genau machst du das?

ALINA: Das ist eine gute Frage. Ich mache das,

wozu ich mich bestimmt fühle: Singen, Gitarre und

Klavier spielen, Texte schreiben, auf Bühnen stehen,

die Menschen unterhalten. Ich mache es gar

nicht absichtlich, aber wenn ich auf der Bühne

stehe, gibt es Menschen, denen ich ein Lächeln

auf die Lippen zaubern kann. Das liebe ich. Dafür

gibt es keinen Geheimtipp. Man muss man selbst

sein. Das ist das Allerwichtigste am Musizieren.

MM: Was bedeutet Musik für dich?

ALINA: Musik ist alles für mich. Nicht zuletzt, weil

die Musik einen großen Teil meines Lebens eingenommen

hat. Wenn es mir schlecht geht, ist die

Musik für mich da. Ich kann abschalten. Andere

Menschen gehen joggen und ich schnappe mir

meine Gitarre, schreib einen Song und schon geht

es mir wieder gut. Musik ist das Sahnehäubchen

bei allem, was ich tue. Ich kann mir ein Leben

ohne sie nicht vorstellen.

MM: Deine CD darf aktuell nicht mehr verkauft

werden. Wie kam es dazu?

ALINA: Das ist eine sehr lange Geschichte. Ich

bin ehrgeizig. Einmal Bühne, immer Bühne ist

mein Kodex, und das hat dazu geführt, dass

meine Eltern und ich uns auf jemanden eingelassen

haben, was uns später zum Verhängnis

wurde. Die Person, von der die Rede ist, hat sich

unser Vertrauen Stück für Stück erschlichen. Er

wollte mich ganz unverbindlich unterstützen, weil

er finanziell mehr Möglichkeiten hatte. Als wir bei

einem Produzenten zu Besuch waren, war auf

»Ich mache das, wozu ich mich

bestimmt fühle: Singen,

Gitarre und Klavier spielen, Texte schreiben,

auf Bühnen stehen,

die Menschen unterhalten.«

einmal von einem Vertrag die Rede. Genau das,

was meine Eltern und ich nie wollten. Aber es war

eine Chance und dieser Mann ist unser Freund,

dachten wir. Wir haben den Vertrag unterschrieben.

Das hätten wir besser nicht tun sollen. Unser

Gegenüber wollte alles oder nichts. Wir hatten

gesagt, dass wir die Karriere langsam angehen

wollten, weil ich mein Abitur zu machen habe.

Das war nun vergessen. Entweder Erfolg oder

Schule. Als es daran ging, meinen Charakter

und mein Auftreten ändern zu wollen, habe ich

gestreikt. Ich selbst zu bleiben ist für mich das

Wichtigste. Dennoch wurde 2013 mein Debüt -

album präsentiert. Ich war unsagbar stolz, doch

mit einem bitteren Nachgeschmack. Bei der Hälfte

meiner Lieder sollte ich ohne Instrumente auftreten

…, zumal ich mich mit einigen Fremdkompo -

si tionen nie identifizieren konnte. Die große Re -

so nanz des Publikums zeigte mir jedoch, dass

sich meine monatelange Arbeit gelohnt hatte.

Trotzdem bombardierte mein „Förderer“ mich

immer wieder mit großer Kritik – man war nicht

zufrieden mit mir. Mit der Unterstützung meiner

Eltern habe ich mich dagegen wehren wollen,

was bei der Gegenseite zu Zorn führte. Meine

CD wurde zurückgeholt. Alle Fotos, CDs und

das Musikvideo wurden mir weggenommen, weil

wir es nicht finanziert hatten. Ich durfte meine

musiker MAGAZIN 2/2015


Lieder nicht mehr singen und keine Auftritte mehr

machen. Das war Anfang 2014. Seitdem bestand

kein persönlicher Kontakt mehr mit der Gegen -

seite und es ist noch keine Lösung in Sicht.

Ich bin aber froh, dass mir das so früh passiert

ist. Diese Erfahrung wird eine Rolle in meinem

Han deln spielen. Eine Bauchlandung ist kein

Grund aufzugeben.

MM: Was rätst du jungen Musikern in Bezug

auf Manager, Labels und Co.?

ALINA: Unterschreibt nichts zu früh. Lasst alles

prüfen und dieses Prüfen etwas mehr Geld kosten.

Es geht um eure Zukunft. Ich bin der Meinung,

dass, wenn jemand wirklich mit euch zusammen

arbeiten möchte und an euch glaubt, kein Ver -

trag nötig ist. Und das Wichtigste: Lasst euch

nicht verbiegen und den Mund verbieten. Lasst

euch keinesfalls zur Marionette machen. Ich bin

mittlerweile Mitglied beim DRMV und lasse mich

in allen Details beraten. Das empfehle ich auch

jedem anderen Musiker.

MM: Du schreibst auf deiner Internetseite,

dass du du selbst bleiben und dich nicht verleugnen

willst. Was hilft dir, auf dem Teppich

zu bleiben? Wie schaltest du ab?

ALINA: Ich will mir treu bleiben und dazu gehört

Bescheidenheit. Wenn es im Charakter einer

Per son liegt, nicht auf dem Teppich zu bleiben,

ist das schwer zu kontrollieren. Ich stehe mit beiden

Beinen im Leben und habe neben der Musik

noch andere Dinge im Kopf: Abitur meistern,

einen sicheren Job finden, selbstständig durchs

Leben gehen. Dabei hilft mir die Musik.

MM: Welche Pläne hast du für deine Zu kunft?

Worauf dürfen wir gespannt sein?

ALINA: Musikalisch ist mein Wunsch, eine zweite

Chance zu bekommen. Ich stehe weiterhin auf

Bühnen und mache mein Ding, wie der Deutsche

Rock & Pop Preis zeigt. Ich wünsche mir, eine

CD aufzunehmen, die mich widerspiegelt. Ich

werde sehr oft von „Independent Labels“ oder

Men schen, die mich gern managen würden, an -

geschrieben. Oft antworte ich darauf gar nicht.

Man hat Angst, sich darauf einzulassen, auch

wenn in dem Haifischbecken vielleicht ein paar

nette Fischchen sind. Die Schule steht jetzt an

erster Stelle.

WEB: WWW.ALINA-SEBASTIAN.DE

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTOQUELLE: ALINA SEBASTIAN

LIVEFOTO: © LUDWIG CZAPLA


18 STORIES

VERTRAUEN IST DER SCHLÜSSEL

ZUM ERFOLG!

Interview mit Laura Neubauer, Gründerin des Labels „Lacave records“

Lacave records wurde von Laura Neubauer

im August 2014 gegründet. Die Ideologie

des Musiklabels findet deutschlandweit ihre

An erkennung, wodurch sich das bei Gründung

aufgestellte Team von sechs Personen nach

einem halben Jahr auf 35 Personen erweitert

hat. Be werbungen treffen aus der Schweiz,

Spanien und Österreich ein. Tonstudios aus

ganz Deutschland haben sich dem Musiklabel

angeschlossen.

MM: Laura, im vergangenen August hast du

das Label Lacave records gegründet. Wie

kam es dazu?

LAURA: Kurz und knapp: Ich habe mein eigenes

Label gegründet, da ich immer wieder von Labels

und Musikern betrogen worden bin. Ich habe mich

rund zwei Jahre vor der Gründung mit der Ma terie

der Labelarbeit beschäftigt und sie studiert. Ich

habe mir entsprechende Hilfe und Beratung ge holt

und meinen Traum zur Wirklichkeit gemacht. Zu

viele Talente auf dieser Erde werden nicht ge fördert

und gehört. Ich habe mich entschlossen, mich auf

den Bereich Newcomer zu spezialisieren. Für mich

persönlich ist es eine Lebens aufgabe, guten

Stimmen eine Plattform zu geben, damit sie sich

selbst verwirklichen können. Die Entwick lung der

Künstler zu beobachten und mitzuerleben ist ein-

fach toll. Das beste Beispiel, was ich euch hier verraten

kann, ist mein Künstler Dr. Bongi. Er schickte

mir seine Demos per Facebook. Er war mein

erster Künstler und so habe ich ihn auch behandelt

und behandele ihn heute noch so. Wir nahmen

zunächst seine Single „Fernweh“ auf. Mittlerweile

ist sie auch veröffentlicht, doch zunächst musste

ich schauen, ob meine Kollegen und ich mit ihm

arbeiten können und wollen. Das Ganze hat prima

geklappt. Da Dr. Bongi den Willen hatte, mehr zu

tun und ein Album herauszubringen, und mir dies

ernsthaft zeigte, entschied ich mich, das Album

mit ihm zu produzieren. Das wird dieses Jahr zum

Abschluss gebracht werden. Er hat einige Rota -

musiker MAGAZIN 2/2015


STORIES 19

tionsspielungen durch unsere Bemusterungen

und wurde sogar für den deutschen Musikpreis

nominiert. Auch sein erstes Konzert im Dezember

hat er prima gemeistert.

MM: Was war bei der Labelgründung das

Schwerste und Mühsamste?

LAURA: Ganz ehrlich? Vertrauenswürdige Partner

zu finden. Die Arbeit an sich fiel mir leicht, da ich

mein Label hauptberuflich betreibe und somit keinen

großartigen Druck hatte – zumindest anfangs.

Ich wusste, was auf mich zukommt. Ich habe seit

August öfter Geschäftspartner getauscht und

ersetzt, wie andere ihre Zahnbürste benutzen. Die

schwarzen Schafe geben sich aber oft schnell

preis, und so fällt es mir leicht, sie direkt auszutauschen.

Es sind die tollen Musikmanager, die nur

Gutes wollen – natürlich. Es sind Veran stal ter,

die 50 Prozent der Gagen einbehalten wollen –

natürlich. Und vor allem sind es Firmen und vorgegebene

Veranstalter, die ihre Chance wittern,

die Newcomer auszubeuten. Es waren sogar

Menschen dabei, die mir sagten, dass ich mein

Label so nicht führen dürfe, da meine Künstler

sonst machen, was sie wollen. Ich könnte euch

jede Menge Geschichten erzählen.

MM: Unter anderem ist Daniel Lopes, be -

kannt aus DSDS und dem Dschungelcamp,

bei dir unter Vertrag. Wie ist es zu dem Kon -

takt gekommen?

LAURA: Daniel kam über Empfehlungen von Ge -

schäftskollegen zu mir. Ich habe eine namenlose

Demo an die Produzententeams versandt und bei

direkten Gesprächen vorgeführt. Der Song war

eine Komposition von Daniel selbst und umso

mehr war ich über Feedbacks wie „mit einer der

besten Songs, die ich je gehört habe“ erstaunt.

Als ich bekannt gegeben habe, wer er ist, waren

alle schwer beeindruckt. Denn die Songs, die

derzeit von ihm auf dem Markt sind, passen

größtenteils nicht zu seiner fabelhaften Stimme.

Die Entscheidung, Daniel mit in unser Team aufzunehmen,

war ein längerer Prozess, der auf Ge -

genseitigkeit beruhte. Dass er überhaupt den Mut

hat, noch einmal jemandem im Musikbusiness zu

vertrauen, ist eine Auszeichnung an seinen Cha -

rak ter. Heute kann ich sagen, dass mich meine

Menschenkenntnis nicht getäuscht hat. Ich lernte

Daniel immer mehr kennen und die Gespräche

wurden intensiver und persönlicher. Ich fand

schnell heraus, dass er einfach nur Musik machen

will. Und zwar die Musik, die er möchte, und nicht

die Musik, die ihm von den Labels immer aufgedrängt

wurde. Hier schließt sich der Kreis, denn

wir wollen, dass unsere Künstler genau die Art

von Musik machen können, die sie selbst wollen.

Denn nur so sind sie motiviert und glücklich, wenn

sie auf der Bühne stehen. Die Produzenten, Daniel

und ich waren uns sofort einig, wie sein neues

Album, das gerade produziert wird, aussehen

soll. So funktioniert es zwischen den Herzblut -

musikern. Man muss nicht viel reden, denn es ist

alles klar. Daniel ist verrückt, aber das sind wir im

Lacave-records-Team alle.

MM: Wie viele arbeiten bei euch im Label mit

und wie funktioniert die Zusammenarbeit und

Aufgabenteilung?

LAURA: Die Aufgabenverteilung ist klar strukturiert.

Bevor irgendwas passiert, geht es erst einmal

über meinen Schreibtisch. Wir haben jetzt

sechs Produktionsteams, immer bestehend aus

zwei bis vier Personen. Dann gibt es noch Grafiker,

die unsere Covers und Schriftzüge designen, und

Promoter, die sich um die Promotion kümmern.

Mittlerweile stellen wir uns auf die Bookings ein,

indem wir verschiedene Agenturen mit unseren

Künstlern bemustern. Auch hier stehen wir mitten

im Aufbau. Wir haben ehrlich gesagt alle nicht

mit dem Anlauf auf unser Label gerechnet und

vergrößern uns Monat für Monat. Zurzeit haben

wir zehn Künstler. Mittlerweile bekommen wir auch

Bewerbungen von wirklich tollen Stimmen aus

der Schweiz. Der Andrang muss bewältigt werden.

Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Mir

fehlen mittlerweile Produzenten, und ich hoffe,

dass sich das bald ändert.

MM: Euer Ziel ist es, hauptsächlich junge

Nach wuchstalente zu fördern. Warum liegen

euch gerade die am Herzen?

LAURA: Das verhält sich im Vergleich ungefähr

so: Wenn ich über die Straße gehe und einen

Babyvogel im Gras liegen sehe, päppele ich ihn

auf, um ihn wieder in die Freiheit zu lassen. Im

direkten Vergleich bauen wir Künstler auf. Wir

geben ihnen, was sie brauchen, um in der Branche

überleben zu können. Wir vermitteln Wissen. So

bereite ich die Newcomer auf das Überleben im

Musikbusiness vor. Den restlichen Weg müssen

sie aber alleine gehen, um Platz für die neuen

New comer zu schaffen. In diesem Sinne ist

„Lacave records“ entstanden. Das Ganze läuft

aber im Moment aus dem Ruder, da sich unverhofft

immer mehr etablierte Künstler bewerben.

So brauchen wir jedoch immer mehr Produ zen -

ten. Dass wir „sauber“ arbeiten, hat sich schneller

herumgesprochen als gedacht. So kommen nun

beinahe wöchentlich neue Bewerber auf uns zu.

Allerdings habe ich in den vergangenen Monaten

auf den Produktionen gemerkt, dass sich meine

Künstler untereinander gut verstehen und dass

die „Großen“ den „Kleinen“ viel zeigten, ohne dass

ich oder jemand anderes danach fragte, und ohne

Arroganz oder Herabblicken. Wir sind fast wie eine

kleine Familie. Das schätzen meine Künstler und

Produzenten.

»Ich habe seit August öfter

Geschäftspartner

getauscht und ersetzt,

wie andere ihre

Zahnbürste benutzen.

Die schwarzen Schafe

geben sich aber oft schnell

preis, und so

fällt es mir leicht, sie direkt

auszutauschen.«

MM: Was ist das Spannende bei der Arbeit

im eigenen Label? Was ist das Besondere

von Lacave records?

LAURA: Wir ziehen die Künstler und Produzenten

nicht über den Tisch. Das macht uns ganz be son -

ders. Einer meiner Künstler hat vor Kurzem zu mir

gesagt: „Ich arbeite lieber mit euch als mit einem

großen Label, denn hier weiß ich, dass ich gut

aufgehoben bin.“ Tatsächlich hat dieser Künstler

ein großes Angebot abgelehnt, um stattdessen mit

uns zu arbeiten. Meine Künstler vertrauen mir. Das

ist das Wertvollste, was es in der Musikbranche

gibt. Das werden wir niemals mit Füßen treten.

Das Spannendste ist die Entwicklung der Pro -

duktionen und die Entwicklung der Künstler. Das

Leuchten in ihren Augen, wenn Tracks, an denen

sie mitgearbeitet haben, fertig sind.

MM: Ihr seid ja noch sehr jung auf dem Markt.

Welche Ziele, Wünsche und Träume habt ihr

für die Zukunft?

LAURA: Wir wollen gehört werden! Wir wollen

unseren Künstlern eine seriöse Plattform geben,

sie auf die Bühnen stellen und mit ihnen gemeinsam

an ihren Träumen arbeiten. Wir möchten,

dass alle zufrieden sind. Wir möchten die Kleinen

ganz groß machen und die Großen noch größer.

WEB: WWW.LACAVE-RECORDS.COM

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTO: GELNER FOTOGRAFIE

GRAFIK: © DIMAKP/FOTOLIA.COM

2/2015 musiker MAGAZIN


20 STORIES

PASQUALE

ALEARDI

Deutscher TV-Kommissar tauschte zeitweilig

die Kanone gegen Mikrofon

und Tanzschuhe – und überzeugte in der

Hauptrolle des Musicals „Chicago“

Pasquale Aleardi wurde 1971 in der Nähe

von Zürich als Sohn griechisch-italienischer

Gastarbeiter geboren. Seine Jugend beschreibt

der Schauspieler als laut und sehr lebendig – in

fast jedem Zimmer seines Elternhauses lief nonstop

ein Fernsehgerät. Fasziniert von seinen Hel -

den, die 24 Stunden am Tag auf der Matt scheibe

flimmerten, beschloss er, nicht, wie von seinen

Eltern geplant, Rechtsanwalt zu werden, sondern

nach seinem Abitur 1992 die Theater hoch schule

Zürich zu besuchen.

Seine Wandlungs fähig keit konnte er in über 70

TV- und Kinoproduktionen national und international

und in unterschiedlichsten Genres unter Be -

weis stellen. Er ist einem großen Publikum u. a.

durch TV-Produktionen wie „Schicksalsjahre“,

durch die internationale Kino produktion „Resident

Evil“, in der er an der Seite von Milla Jovovich spielte,

und Auftritte in deutschen Kinohits wie „What a

man“, „Keinohr hasen“ und „Männer herzen“ be -

kannt. Seit Frühjahr 2014 ermittelt er außerdem als

Kommissar im Ersten in einer eigenen Krimireihe,

der Verfilmung der Best seller-Romane um Kom -

mis sar Dupin. Neben dem Schauspiel ist Musik

seine zweite Leidenschaft. Aleardi singt, spielt

Klavier und ist seit vielen Jahren Mitglied des

Kölner Musikprojekts „Big Gee“.

Von dieser vielfältigen Erfahrung und seiner

künstlerischen Präsenz war das Kreativteam von

„Chicago“ so begeistert, dass es ihn an den

Broadway eingeladen hatte, um dort mit ihm

zu sammen zu arbeiten. Eine absolute Seltenheit

für deutschsprachige Schauspieler. Selbst für

etablierte, amerikanische Darsteller ist es eine

be sondere Ehre, im Herzen New Yorks vor Live-

Publikum auf treten zu können. Pasquale Aleardi

gesellte sich damit zu internationalen Schau spiel -

stars, wie Denzel Washington, Demi Moore, Kiefer

Sutherland, Melanie Griffith, Ashton Kutcher oder

Jennifer Aniston.

Das folgende Interview mit Pasquale Aleardi

wurde von Prof. Dr. Bernd Giezek vor seiner letzten

Vorstellung als Billy Flynn im Musical „Chicago“

in Stuttgart geführt.

MM: Hallo Pasquale, wie geht es dir?

PASQUALE: Es geht mir bestens, danke!

MM: Du warst bis Mitte März auf der Bühne

in der Rolle als der Staranwalt Billy Flynn im

Musical „Chicago“ – erst am Broad way in New

York und dann in Stuttgart – zu sehen. Was

hat dich als Musiker an dieser Rolle gereizt?

PASQUALE: Die Musik! „Chicago“ ist musikalisch

gesehen in meinen Augen ein Meisterwerk. Die

drei Nummern, die Billy Flynn singt – „All I Care

About is Love“, „Both Reached for the Gun“ und

„Razzle Dazzle“ –, sind der Knüller, sowohl in

Englisch als auch in Deutsch, und diese zum Aus -

druck zu bringen, ein Geschenk. Es hat einen

un beschreiblichen Spaß gemacht, die Songs zu

performen. Und in meinen Augen geht es allen

Musikern auf der Bühne genauso wie mir. Alle

haben Spaß beim Spielen, weil es so meisterhaft

geschrieben und orchestriert ist. Die Musik

ist das Herzstück des Ganzen und das Orchester

ist auf der Bühne integriert. Das ist einmalig für

ein Musical und sehr speziell. Mich hat die Musik

jeden Abend aufs Neue mitgerissen.

MM: Was unterschied deine Auftritte auf der

Musicalbühne von deinen früheren Auf tritten

als Musiker in Clubs? 8

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STORIES 21

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22 STORIES

»Grundsätzlich konzentriere ich

mich jeweils immer hundertprozentig

aufs nächste Projekt, und wenn es,

wie im Fall von „Chicago“,

Gesang erfordert, freue ich mich,

weil ich dann beide Leidenschaften

zusammenbringen kann.«

musiker MAGAZIN 2/2015


STORIES 23

PASQUALE: Das ist nicht zu vergleichen. Als Mu -

siker in Clubs bin ich sozusagen Interpret meiner

eigenen Songs, gebe ein Konzert und spiele keine

Rolle wie auf der Musicalbühne in einer taktgenau

festgelegten Inszenierung. Im Falle von Billy Flynn

war es eine Rolle, die nichts mit mir persönlich zu

tun hat. Billy Flynn ist ein Wolf im Schafspelz, der

mit Freude Menschen manipuliert – alle seine Fa -

cet ten jeden Abend aufs Neue rauszukitzeln war

schauspielerisch eine schöne Herausforderung.

Hinzu kommt, dass ich ein 14-Mann-Orchester

hinter mir hatte, das mich durch den Abend trägt.

Das habe ich so noch nie erlebt.

MM: Viele kennen dich heute auch als er folg -

reichen Schauspieler. Welche Liebe war die

erste: die Musik oder die Schauspielerei?

PASQUALE: Ganz klar die Musik. Mit elf Jahren

habe ich angefangen, Klavier zu spielen. Mit 14

hatte ich meine erste Band. Die Musik hat ganz

klar den Weg in die Schauspielerei geebnet.

MM: Wie schaffst du es, beide Ta lente auf so

hohem Niveau zu halten?

PASQUALE: So langweilig es vielleicht klingen

mag: Ich übe. Ich versuche, eine gewisse Übungs -

basis pro Woche immer beizubehalten. Ich sehe

mich allerdings in erster Linie schon als Schau -

spieler. Ich lebe von der Schauspielerei und ar -

beite sehr viel; insofern bleibe ich, was die Schau -

spiele rei betrifft, automatisch im Training. Und für

die Musik nehme ich mir zwischen den Drehs so

viel Zeit wie möglich. Aber grundsätzlich konzentriere

ich mich jeweils immer hundertprozentig

aufs nächste Projekt, und wenn es, wie im Fall

von „Chicago“, Gesang erfordert, freue ich mich,

weil ich dann beide Leidenschaften zusammenbringen

kann.

MM: Kannst du dich noch an deine Anfänge

im Musikbusiness erinnern?

PASQUALE: Das war mehr Flucht als Business,

aber durchaus lukrativ. Mit meiner damaligen

Funk band „Funk is a Fact“ haben wir hauptsächlich

auf der Straße gespielt, was 1992 an der

Bahnhofstrasse in Zürich nicht einfach war, weil

man nur so 10 bis 15 Minuten spielen konnte, bis

die Polizei kam.

MM: Im Jahre 2005 hast du – interessanterweise

auch auf einer Musicalbühne im

Theater Neue Flora in Hamburg – den

Deutschen Rock und Pop Preis gewonnen.

Hat dich der Preis zusätzlich motiviert und

dir in deiner Karriere weitergeholfen?

PASQUALE ALEARDI & THE BIG GEE FEAT. MARY –

„RETROLOGIE UNPLUGGED“ IN DER BAR JEDER VERNUNFT

Musik, die vor Spaß, Schmiss und Virtuo sität nur so kesselt. Die urkomischen, ko mö -

diantischen Dialoge zwischen Pasquale und seinen beiden Mitstreitern, den Unikaten Greg

Zimmermann und Marc Leymann, sind das Markenzeichen von „Pasquale Aleardi & the Big

Gee featuring Mary“. Ihre Eigenkompositionen nennen sie „Anti-Depressions-Musik“ – und

wer sie „unplugged“ mit Gitarre, Bass, Melodica bewaffnet in der Bar Jeder Vernunft miterlebt

hat, der versteht, warum.

PASQUALE: Na klar hat er mich motiviert. Es ist

ein tolles Gefühl, wenn man für seine Arbeit auch

Anerkennung bekommt. Wir alle waren stolz wie

Bolle. Das bleibt unvergesslich. Und er war auch

ganz klar Türöffner für unseren ersten Platten -

deal bzw. die Verwirklichung unseres Albums

„Retrologie“. Den ganzen Tag in Hamburg habe

ich noch klar vor Augen. So viele unterschiedliche

Bands und Genres – das fand ich großartig.

MM: Hat ein berühmter Schauspieler wie du,

der Musik macht, es leichter, mit der Musik er -

folgreich zu sein, als ein „normaler“ Musiker?

PASQUALE: Vielleicht zu Beginn etwas, gerade

wenn es darum geht, einen Fuß in die Tür zu

kriegen, Kontakte zu knüpfen etc. Aber letzten

Endes muss das Produkt gut sein, eine gewisse

Substanz haben, denn wenn die Musik, die ich

mache, keine Qualität hat, nützt mir auch mein

Bekanntheitsgrad nichts.

PASQUALE ALEARDI & THE BIG GEE FEAT. MARY

„Retrologie Unplugged“

VÖ: 21.04.2014

WWW.PASQUALEALEARDI.COM/DE

MM: Wann sehen wir dich mal wieder auf

einer Rockbühne?

PASQUALE: Das kann ich jetzt noch nicht genau

sagen, aber bestimmt nicht vor Herbst. Denn nach

Billy Flynn wartet bald schon wieder Kommissar

Dupin auf mich.

MM: Vielen Dank für das Gespräch und alles

Gute für dich!

PASQUALE: Herzlichen Dank zurück, das wünsche

ich ebenso!

WEB: WWW.PASQUALEALEARDI.COM/DE

INTERVIEW: PROF. DR. BERND GIEZEK

FOTOS: © OLIVER BETKE

WWW.BETKEBILDER.DE

BANDFOTO: BORIS BREUER

2/2015 musiker MAGAZIN


24 STORIES

ALEXANDER UND MAXIMILIAN BLUME

Blues- und Jazzmusik mit Intention

DAS VOLLSTÄNDIGE INTERVIEW ZU FINDEN

AUF: WWW.MUSIKER-ONLINE.TV UND

WWW.YOUTUBE.COM/MUSIKERONLINETV

MM: Alexander, du bist seit mehr als dreißig

Jahren als Blues- und Jazzpianist unterwegs.

Wie bist du zum Jazz gekommen?

ALEXANDER: Ich wurde bereits in meiner frühesten

Kindheit mit Jazzmusik vertraut gemacht.

Mein Vater war ein ziemlich kompromiss- und

auch gnadenloser Jazzfan. Er spielte seine Schall -

platten meistens sehr laut von früh bis spät rauf

und runter. Das hatte unter anderem zur Folge,

dass mein Bruder und ich schon im Vorschulalter

alle Jazzgrößen an ihrem Sound und ihrer Spiel -

weise erkannten.

MM: Du sagst, gerade in deiner Anfangszeit

hätten dich Blues und Boogie Woogie

beeinflusst. Warum ist es dann doch eher

der Jazz geworden, für den dein Herz

schlägt?

ALEXANDER: Im Alter von acht Jahren habe ich

mit dem Klavierspielen begonnen. In der Musik -

schule gab es das typische, mal mehr, mal weniger

spaßige Programm. Zu Hause liefen dann

öfter auch Boogie-Woogie-Schallplatten. Diese

Pianospielweise hat mich fasziniert. Auch die

Blues pianisten haben mich berührt. Ich habe an -

gefangen, die Songs nachzuspielen. Vom Blues

war es nicht weit zu Jazzpianisten wie Les

McCann oder Bobby Timmons. Als ich das erste

Mal Aufnahmen von Miles Davis und John

Coltrane hörte, hat es mich geradezu umgehauen.

Da war ich etwa zehn Jahre alt. Ähnlich ging

es mir mit Keith Jarrett. Meine eigene Musik ist

heute bluesiger Jazz oder jazziger Blues.

MM: Im Jahr 1989 hast du in der DDR viele

sogenannte Ökojazzmessen in Kirchen ge -

geben und dich somit für die Umwelt und

Bürger rechte stark gemacht. Warum hast du

das trotz der daraus resultierenden Auftritts -

ver bote und sogar Hausarrest gemacht?

ALEXANDER: Ich musste mich zwischen Auf rich -

tig keit und Verrat, zwischen freier Meinungs äuße -

rung und Dauerlügerei entscheiden. Diese Ent -

scheidung ist mir nie schwergefallen. Blues und

Jazz sind ohnedies grundehrliche Musik. Ich konnte

nicht Blues spielen und mich gleichzeitig dem

DDR-Regime unterwerfen.

MM: Du hast anfangs mit deinem Bruder

und später mit Freunden in Bands gespielt.

Seit einigen Jahren trittst du mit deinen

Söhnen auf. Warum ist für dich Musik so eine

familiäre Angelegenheit? Wie kam es dazu?

ALEXANDER: Das gemeinsame Musizieren mit

meinem ein Jahr jüngeren Bruder lag nahe. Stanley

startete ebenfalls mit dem Piano. Damit wir zu -

sammen musizieren konnten, hat er Klarinette und

Saxophon gelernt. Er ist seit vielen Jahren einer

der besten Jazzsaxophonisten in Deutschland.

Eine Zeit lang habe ich mit meinen vier Söhnen

Musik gemacht. Heute ist noch Maximilian, mein

Jüngster, dabei. Die anderen haben sogenannte

„richtige“ Berufe wie Zahnarzt oder Manager in

einer Supermarktkette. Egal, ob mit Bruder, Freun -

den oder den eigenen Kindern: Es hat immer

Spaß gemacht, mit Menschen, die mir auch persönlich

sehr nahe stehen, kreative Dinge zu tun.

MM: Zwei Songs in deinem Repertoire sind

von dem deutschen Bluesmusiker Stefan

Diestel mann. Warum spielst du diese Songs?

ALEXANDER: Der leider bereits verstorbene

Stefan Diestelmann war der Blues-König der DDR.

Ich war jahrelang sein Pianist und habe die meisten

seiner Produktionen mit eingespielt. Viele Fans

haben mich lange bearbeitet, ich solle doch einige

der Songs in mein Programm aufnehmen. Stefans

65. Geburtstag im Jahr 2014 war ein würdiger

Anlass, mich dieser Aufgabe zu widmen. Die

Songs gefallen mir und ich spiele sie gern. Es ist

schon ein tolles Gefühl, wenn einige Hundert Fans

vor der Bühne stehen und plötzlich mitsingen.

MM: Wie stellst du dir deine musikalische

Zukunft vor?

ALEXANDER: Ich habe in der Tat einige reizvolle

Projekte in der Schublade, die auf eine Bear bei -

tung warten. Im Moment habe ich zu viele Auf -

träge als Musiker, Dozent und Autor, als dass sie

sich angemessen verwirklichen lassen. Bereits in

Bearbeitung ist ein Programm für Jazz quartett

und Streichquartett, das auch besonders gut für

Kinder geeignet sein wird. Im Früh jahr 2015

steht die dritte Tournee durch Jordanien auf dem

Programm. Gerade sind Max und ich zurück aus

Albanien und voller Ideen, was wir dort zukünftig

tun werden.

WEB: WWW.ALEXANDERBLUME.DE

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTO: TORSTEN MEYER

FOTOQUELLE: ALEXANDER BLUME

musiker MAGAZIN 2/2015


STORIES 25

MUSIK DER 60ER-, 70ER- UND 80ER-JAHRE

STAGE BAND

PETER CONZE – Bass|Gesang|Frauenversteher

ULI VASSMAR – Gitarre|Gesang|Mischpult

ALEX STIENS – Gesang

KLAUS BÖCKMANN – Schlagzeug|Gesang|Percussion

MICHAEL SUERMANN – Keyboard|Gesang|Gitarre

MM: Michael, mit der Stage Band deckt ihr

fünf Musiker eine Altersspanne von zwanzig

Jahren ab. Gibt es da manchmal Reibereien

wegen des Altersunterschieds?

MICHAEL SUERMANN: In unserem Alter nicht

mehr. Mit Uli spiele ich nun seit 1989 zusammen

– da kennt man sich und auch die Macken des

anderen. Ähnlich ist es mit Klaus, den ich seit

1984 kenne. Letztlich sind wir über die Musik

zusammengekommen, die uns verbindet. Auch

hier gibt es unterschiedliche Geschmäcker, die

letztlich aber zu einer Vielfalt führen. Und so weit

sind wir da nicht auseinander. Oldies und Classic

Rock – auf diese Musik kann man sich schnell

einigen. Jeder kennt die Songs. Das merkt man

auch bei den Auftritten. Reibereien gibt es dennoch

und manche Diskussion wird auch ausführlich

geführt, aber am Ende stimmt das Ergebnis.

Und darauf kommt es an.

MM: Wie ist es zu dieser Bandkonstellation

gekommen?

MICHAEL: Also, wir waren im Namen des Herrn

unterwegs und da kam die Stimme: „Die Band,

die Band, ihr müsst die Band zusammenrufen!“

Den Rest kennt man ja. Der Film lief im Kino.

Ursprünglich war diese Band 35 Jahre lang ein

Trio mit Drums, Gitarre und Keyboard und alle

haben gesungen. Zwei Herzen schlugen schon

immer in der Brust – einerseits die Unterhaltungs -

musik für Veranstaltungen, andererseits Rockmusik

für unsere gute Laune. Ab dem Jahr 2000

wurden die kleinen Ver anstaltungen immer weniger,

weil Laptops und MP3 die Bühnen eroberten.

Als dann Ludger, unser Drummer, starb, ergab

sich die Frage, ob wir noch eine Band hätten.

Dieses Telefonat zwischen Uli und mir bleibt un -

vergessen, weil es der Startpunkt für ein Um -

denken war. Wir haben dann noch eine Zeit lang

Unterhaltungsmusik mit Klaus gemacht, aber

2008 wurde mit Peter ein Bassist aufgenommen,

der natürlich auch singen musste. Gesang war

schon immer sehr wichtig, und so war es nur

logisch, dass sich die Band in diesem Bereich

nochmals verstärkte. 2011 kam Alex dazu und

diese Röhre passte perfekt in die Band. Ich

konnte die zweite starke Stimme be setzen, Chöre

wurden fett und die Arrangements immer ausgefeilter,

weil die Möglichkeiten da waren. Seitdem

sind mehrstimmiger Gesang und wechselnde

Lead stimmen und die daraus resultierende große

Viel falt die Markenzeichen der Stage Band.

MM: Euch gibt es ja mittlerweile schon seit

mehreren Jahren. Wie war euer musikalischer

Werdegang?

MICHAEL: Als Peter den Bass übernahm, konnte

ich mich mal richtig um die Keyboards kümmern.

Und ich kann ja auch Gitarre spielen. Somit

können wir nun die 60er mit zwei Gitarren, Bass

und Drums spielen. Für die 70er mit den Key -

boards spiele ich dann Orgel oder Piano. Uli spielt

als Lead-Gitarrist alles, was ihm in die Saiten

kommt. Früher hatte er einen Plattenladen und

hielt jede Single noch als Neuware in der Hand.

Klaus an den Drums hat 35 Jahre Bühnener fah -

rung im Fuß und die Bassdrum treibt den Beat.

Alex kommt aus der Rock-Szene und ist AC/DC-

Fan, was man auch hören kann. Da ist die

Mi schung schon perfekt. Aus einer Dreier-

Konstel lation wurde Schritt für Schritt eine Fünf-

Mann-Band mit eigenem Stil.

MM: Ihr bezeichnet euch als Oldieband und

spielt hauptsächlich die Songs der 60er- und

70er-Jahre. Was fasziniert dich an der Musik

dieser Zeit?

MICHAEL: Das ist ehrliche, handgemachte, komponierte

Musik. Wir kennen die Musiker, die die

Songs eingespielt haben. Eine Band war eine

Band und nicht einfach zusammengewürfelt. Eine

Band ist eine Einheit und keine Castingshow.

Lieder haben Aussagekraft und die Solos singt

man mit. Wenn man die Platten in der Hand hatte,

hatte man auch einen Bezug zu der Musik und

den Musikern. Da muss schon alles stimmen.

WEB: WWW.STAGE-BAND-ONLINE.DE

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTOQUELLE: STAGE BAND

DAS VOLLSTÄNDIGE INTERVIEW ZU FINDEN

AUF: WWW.MUSIKER-ONLINE.TV UND

WWW.YOUTUBE.COM/MUSIKERONLINETV

2/2015 musiker MAGAZIN


26 STORIES

PETER

REIMER

Mit „Entschleunigungskonzerten“

gegen den Zeitgeist

MM: Peter, du giltst als Allrounder und be -

gnadeter Gitarrist. Du mischst Musikstile und

Spieltechniken und verwendest Looper auf

der Bühne, um Klangwelten zu schaffen. Wie

bist du überhaupt zur Musik gekommen und

warum reichen dir ein Stil oder die Grund -

tech niken nicht?

PETER: Der Wunsch, Musiker zu werden, kam

schon mit etwa sieben Jahren. Initialzünder war

für mich „Disco 71“ mit Ilja Richter, insbesondere

die damaligen Auftritte von „T. Rex“. Ein weiteres

Schlüsselerlebnis war ein Pfadfinderlager, bei

dem am Lagerfeuer Lieder gesungen wurden.

Durch meine älteren Brüder kannte ich einige

Stücke, aber dieses Erlebnis als kleiner Junge

am Lagerfeuer war gigantisch. Der Mann mit der

Gitarre war später mein erster Gitarrenlehrer. Es

folgten einige Jahre, in denen ich autodidaktisch

viel Fingerstyle spielte. Dazu kamen Klavier stun -

den und meine erste Band, mit der wir zehn

Jahre lang eigene Stücke spielten. Es schlagen

musikalisch mehrere Herzen in meiner Brust: eins

für Blues, Rock und alles, was elektrisch und laut

ist, eins für Lieder und deren Texte, eins für die

klassische Musik der letzten 700 Jahre und eins

für Volksmusiken aus aller Welt. Das lässt sich

auch gar nicht alles voneinander abgrenzen. Diese

Viel falt, Liebe und Offenheit für verschiedenste

Musik erklärt mein stetiges Ausprobieren

von Neuem und das Ausloten von Grenzen.

Der Looper und das Delay haben zusammen mit

den verschiedenen klassischen und modernen

Spiel techniken meine Ausdrucksmöglichkeiten

enorm erweitert, da ich damit Dinge tun kann, die

man mit nur einer Gitarre nicht tun kann. Das

macht Spaß und setzt bei mir viel Kreativität frei.

MM: Gibt es musikalische Vorbilder, die dich

besonders geprägt haben?

PETER: Oha, da würde die vollständige Auf zäh -

lung den Rahmen sicherlich sprengen. Sagen wir,

ich habe meine Hausaufgaben gemacht, ob

klassische oder populäre Musik im weitesten

Sinne. Initialzünder waren Marc Bolan von T.Rex

und Chuck Berry, aber auch Reinhard Mey, Cat

Stevens und Simon & Garfunkel waren frühe

Vorbilder, wenn es um Songs und Inhalt geht.

Wichtige Einflüsse für das, was ich aktuell mache,

sind sicherlich auch bei David Lindley und Mike

Oldfield zu finden. Gitarristisch natürlich große

klassische Interpreten wie Manuel Barrueco oder

John Williams und Fingerstyler wie Michael

Hedges oder Kaki King sowie Chapmanstick-

Spieler wie Jan Laurenz. Filmmusik begeistert

mich schon immer. Hier mag ich die Sound tracks

von Carter Burwell und Ennio Morricone sehr.

MM: Du bietest verschiedene Konzert for mate

an. Unter anderem „Modern Multistyle & Loop

Guitar“ und deine „Entschleuni gungs kon -

zerte“. Was ist das Besondere bei einem

Multitsyle-& Loop-Konzert?

PETER: Modern Multistyle & Loop Guitar beinhaltet

verschiedene Stilistiken und bietet auf

unterhaltsame Weise eine Umschau auf das, was

man mit einer Gitarre alles machen kann – für

Gitarre solo, mit und ohne Gesang, mit und ohne

Effekten wie Delay, Looper und Octaver. Dazu ge -

hören die klassischen Tech niken wie Strum ming,

Flat-Picking, Percussion und das Integrieren der

Effekte. Ich verwende das Delay als Rhyth mus -

instrument, der Octaver gibt mir die Möglichkeit,

Basslinien gleichzeitig mit Gitarren sounds zu

spielen. Mit dem Looper biete ich dem Zuhörer

einen Ensemblesound. Im Gegen satz zu Mu -

sikern, die den Looper als Playbackpartner mit

kurzen Phrasen verwenden, spiele ich eher lange

Parts ein, mit denen ich große Arrange ments aufbaue.

Der Looper hilft mir, komplexere Kompo -

sitionen in Echtzeit darzustellen. Ich verwende

dabei kein einziges vorgefertigtes Play back, son-

musiker MAGAZIN 2/2015


STORIES 27

dern spiele alle Parts immer im Konzert ein und improvisiere darüber. Was

die Musik angeht, so suche ich immer nach einfachen Grund ideen, die griffig

und melodiös sind. Reduktion auf Wesentliches ist dabei der Aus gangs -

punkt. Daraus entwickle ich dann meine Stücke. Die Presse nannte mich

jüngst einen „Weltmusiker“. So verstehe ich mich selbst schon lange.

MM: Deine Entschleunigungskonzerte tragen den Untertitel „Klang-

kunst für die Seele. Impulse fürs Leben. Wege zum Wesent lichen“.

Was ist das Wesentliche für dich?

PETER: Mit den Entschleunigungskonzerten habe ich einen Nerv der

Gesellschaft getroffen. Es geht darum, Menschen, die im Hamsterrad laufen,

eine Plattform zu bieten, wo sie zu sich kommen und Impulse zu verschiedenen

Themen bekommen. Es geht um die Besinnung auf das, was

im Leben Bedeutung hat: Familie, Freunde, in geklärten Beziehungen zu

leben, achtsam für sich und andere sein, genug Schlaf, gesünderes Essen,

mehr Zeit für sich und die Menschen, die einem wichtig sind, bewusst Platz

im Kalender für die wichtigen Dinge freihalten, ein zufriedenes Leben führen,

sich die Zeit für unverhoffte Gelegenheiten nehmen. Für mich selbst

habe ich vor einigen Jahren drei Lebensziele formuliert: erstens die Qualität

meiner gelebten Beziehungen steigern, zweitens Menschen mit meiner

Musik berühren und verändern, drittens meiner Berufung und Begabung

als Musiker und Seelsorger folgen.

MM: Warum ist das Thema Entschleunigung deiner Meinung nach

wichtig in unserer Gesellschaft?

PETER: Das ist eine Frage, für die man weit ausholen müsste. Ich versuche

es möglichst kurz. Wir leben in einer Welt, in der sich unser Leben

ständig beschleunigt. Dazu kommt, dass die Menschen langsam begreifen,

dass die ursprüngliche Verheißung der Moderne, nämlich ein Paradies

auf Erden und Wohlstand für alle, nicht eingelöst wird. Es gibt aber eine

Reihe von Prozessen, die sich nicht beliebig beschleunigen lassen. Gras

wächst nicht schneller, wenn man daran zieht, Saat und Ernte brauchen

ihre Zeit, Menschen können nicht immer mehr Dinge noch schneller tun.

Es gibt von der Natur gesetzte Grenzen. Wenn wir die nicht einhalten,

dann wird uns irgendwann unser Körper sagen: „So nicht!“ Menschen

reiben sich auf und brennen aus, weil sie für zu vieles brennen. Es kann sich

jeder fragen, wie weit er die Beschleunigung mitmacht oder sich ihr entgegenstellt.

Wir haben so viele Optionen wie nie zuvor in der Mensch heits -

geschichte. Aber dazu steht uns trotzdem nur eine begrenzte Lebenszeit

zur Ver fügung. Ich sehe ständig Menschen, die sich ihre letzten ruhigen

Momente am Tag nehmen, indem sie bei jeder Gelegenheit auf ihre Smart -

phones schauen, die sich dauernd zerstreuen und Stille und Lang sam -

keit nicht aushalten können. Deshalb halte ich eine Gegen be we gung zur

stetigen Beschleunigung für notwendig und gesund.

MM: Bei den Entschleunigungskonzerten machst du nicht nur

Musik, sondern erzählst auch immer kurze Geschichten, die zum

Nachdenken anregen. Wie bist du auf die Idee gekommen, Musik

und gelesene Geschichten zu kombinieren und überhaupt mit

diesem Konzept auf die Bühne zu gehen?

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mit einem Dreh:

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PETER: Es entstand aus der ursprünglichen Idee, Patientenkonzerte in

Kliniken für psychisch angeschlagene und kranke Menschen zu machen.

Ich habe für diese Menschen Songs gespielt und zeitgleich mit dem Looper

angefangen. Die Resonanz auf diese neuartigen Instrumentalstücke war

immens und ich erhalte bis heute positive Rück meldungen. Ich überleg-

8


28 STORIES

te, wie ich das Erleben intensivieren könnte, und

ließ die Songs weg, weil deren Titel und Texte

meiner Ansicht nach ablenkten. So entstanden

die Entschleunigungs konzerte – mutmachende

und herausfordernde Im pulse und instrumentale

Gitarrenmusik im Wechsel. Die Musik hat eine

Funktion bekommen. Sie dient als Zeitraum für

die Synchroni sierung innerer Prozesse, die durch

die Impulse in Gang kommen. Dabei habe ich,

als mir das bewusst wurde, Entschleunigungs -

musik entwickelt, die um die 100 bpm hat. Ent -

spannungs musik, die im Ruhepulsbereich arbeitet,

hat 40 – 60 bpm.

es zu den meines Erachtens nach irrigen Gleichungen

„Zeit gleich Geld“ und „mehr gleich besser“.

Aber egal, wie viel Geld man erwirtschaftet,

man kann nicht eine Minute, die man gearbeitet

hat, mit Geld zurückkaufen. Deswegen glaube ich,

Zeit ist Leben. Mit der vergehenden Zeit verrinnt

auch unsere Lebenszeit, und wir müssen uns

genau überlegen, was wir mit der Lebenszeit, die

uns bleibt, anfangen. Die gefühlte Lebensmitte

liegt laut Forschung bei etwa 25 Jahren. Jedes

Lebensjahrzehnt danach erleben wir doppelt so

schnell. Was, glaubst du, waren die ersten Fragen,

die ich mir stellte, als mir das bewusst wurde?

MM: Was willst du mit deinen Entschleuni -

gungs konzerten erreichen?

PETER: Ich kann meine Gaben als Musiker und

Seelsorger einbringen. Das Format entstand aus

meinen Lebensumständen und lässt sich weiterentwickeln.

Als Fünfzigjähriger kann ich aufgrund

meiner Lebenserfahrung Thema und Inhalt glaub -

würdiger transportieren, als es ein jüngerer Künst -

ler könnte. Entschleunigungskonzerte sollen den

Menschen, die sie besuchen, guttun, ihnen Mut

zur Veränderung machen und Impulse geben,

wie ein entschleunigteres Leben aussehen kann.

»Egal, wie viel Geld man

erwirtschaftet,

man kann nicht eine Minute,

die man gearbeitet hat, mit

Geld zurückkaufen.

Deswegen glaube ich,

Zeit ist Leben.«

MM: Du hast in einem Interview einmal ge -

sagt, dass es wichtig sei, sein persönliches

Tempo zu finden und sich zurückzuziehen.

Wie und wo gelingt dir das am besten?

PETER: Auf jeden Fall beim Musikmachen, beim

Spielen mit meiner Tochter, beim Rollerfahren,

beim Spazierengehen, bei Gesprächen mit meiner

Frau oder meinem besten Freund, beim Sport,

beim Kochen, beim Schreiben. Einfach gesagt:

das äußere Tempo immer wieder anpassen, das

innere Tempo ändert sich mit den Monaten.

MM: Entgegen der gesellschaftlichen Floskel

„Zeit ist Geld“ proklamierst du „Zeit ist

Leben“. Was ist Leben für dich? Welche Rolle

spielt Musik dabei?

PETER: Wieder eine philosophische Frage. Ich

erkläre es mithilfe dessen, was ich von renommierten

Forschern gelernt habe: In unserer Ge -

sell schaft ist es durch die Industrialisierung zum

Sprichwort „Zeit ist Geld“ gekommen. Je produktiver

man innerhalb einer bestimmten Zeit ist,

desto mehr kann man an Erlösen erzielen. So kam

Ich verrate sie: Was ist mir wirklich wichtig? Was

will ich unbedingt tun? Was will ich auf keinen Fall

mehr tun? Und wer weiß, wie viel Zeit mir bleibt?

Deswegen bedeutet Leben für mich, bewusst zu

leben, und mich nicht leben zu lassen, mich ab -

zugrenzen von dem Kommunikations- und Kon -

sumwirrwarr. Ich möchte Zeithoheit über mein

Leben. Deswegen bin ich Freiberufler. Ich arbeite,

um zu leben, und lebe nicht, um zu arbeiten.

Es gab eine Zeit, da war die Musik mein Götze,

meine Obsession. Ich habe mich damit aufgerieben

und eine Reihe Beziehungen zurückgelassen.

Aber wie das so mit dem Götzendienst ist:

Man opfert und opfert und wird irgendwann

selbst Opfer. Das ist mir passiert und es war eine

schlimme Erfahrung. Musik machte mir keine

Freude mehr und ich sah eine dunkle Zukunft für

mich als Musiker, sodass ich den Beruf wechselte.

Es endete in einem weiteren Desaster und

führte zum erneuten Aufbau eines Einkommens

durch Musik. Nun aber mit Musik, mit der ich mich

identifiziere. Die Musik hat ihren Platz in meinem

Leben gefunden und dient mir und anderen, nicht

umgekehrt.

MM: Mal ehrlich: Auch ein Entschleuni -

gungs kon zert ist ein Konzert, ein Auftritt,

bei dem du arbeiten – also Gitarre spielen,

singen, die Technik bedienen usw. – musst.

Ist so ein Konzert für dich trotzdem Ruhe

und Ent schleunigung oder findest du deine

Rück zugsmöglichkeit an anderer Stelle?

PETER: „Sie haben es gut, Sie haben Ihr Hobby

ja zum Beruf gemacht“, höre ich oft und antworte:

„Ja, dafür habe ich aber ein Hobby weniger.“

Musiker sein macht Arbeit, vor allem, wenn man

nicht auf der Bühne sitzt, was in 80 % der Zeit

der Fall ist. Ich muss also in 20% meiner Arbeits -

zeit den Umsatz generieren, der die 80% Arbeits -

zeit auch rechtfertigt. Das ist die wirkliche Arbeit.

Konzerte spielen ist nur die Spitze des Eisbergs

und der Teil des Ganzen, den ich genieße, der aber

dennoch Kraft kostet. Wenn ich in acht Tagen

fünf Konzerte spiele, dann brauche ich danach

auch wieder drei Tage Ruhe und Erholung, um

wieder zu Kräften zu kommen. Ich mache einfach

mal nichts. Nichtstun ist für mich eine herrliche

Rückzugsmöglichkeit. Nichtstun bedeutet für

mich, irgendwo zu liegen oder an einem Platz mit

Aussicht in die Ferne zu schauen, ohne zu denken.

Weitere Rückzugmöglichkeiten sind für mich

Sport und das wöchentliche Treffen mit meinem

besten Freund, bei dem wir uns austauschen und

mit- und füreinander beten.

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTOQUELLE: PETER REIMER

PREISTRÄGER DES „SOUL@WORK

CHALLENGE 2015“-AWARD

Das Konzertformat „Entschleunigungskonzerte“

erhält Preis aus der freien Wirtschaft.

PETER REIMER

„Islands Of Tranquility“

VÖ: 09.09.2014

WWW.PETER-REIMER.DE

WWW.ENTSCHLEUNIGUNGS-

MUSIK.DE

musiker MAGAZIN 2/2015


MAX

Pop-Punk auf Deutsch

STORIES 29

MAX

„Zurück auf jung“

VÖ: 29.05.2015

WWW.FACEBOOK.COM/

MAX.DIE.BAND

DAS VOLLSTÄNDIGE INTERVIEW ZU FINDEN

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Als „Stairway To The Moon“ konnte Maximilian

Wagner bereits beim Deutschen Rock und Pop

Preis erste Erfolge feiern. Unter dem neuen

Namen „MAX“ besuchte uns Maxi mit seinen

Bandmitgliedern Lukas und Fabian für RockTV,

um uns von dem neuen Projekt zu erzählen.

MM: Ihr habt euch vor einiger Zeit umbenannt.

Ursprünglich hießt ihr mal „Stairway

To The Moon“. Wie kam es zu dieser Namens -

änderung?

LUKAS: Das liegt daran, dass es davor bis auf

Maxi eine andere Besetzung gab. Als Fabian

und ich dazukamen, haben wir uns gedacht, wir

fangen unter einem neuen Namen noch mal von

vorne an. Und machen ein Album.

MM: Maxi, wie schon angesprochen, bis du

das einzige konstante Mitglied. Jetzt ist aber

der Plan, dass ihr auch fest zu dritt bleibt,

oder?

MAXI: Ja, das ist richtig. Jeder, der eine Band

hat kennt die Situation, dass es immer wieder

schwer ist, Leute zu finden, die genau so mitziehen

wie man selbst. Das ist auch der Grund,

warum wir zu dritt sind und einen Livebassisten

haben. Wir suchen zwar noch nach einem festen

Bassisten, haben aber bisher keinen gefunden.

MM: Was für ein Konzept steht hinter eurer

Musik?

MAXI: Wir machen in erster Linie Lieder, die po -

litisch oder gesellschaftskritisch sind. Manche

gehen aber auch in die Richtung Liebeslied.

MM: Was ist euer Ziel mit diesem Projekt?

MAXI: Unser Ziel ist es, schon mit dem kommenden

Album möglichst viele Leute zu erreichen.

Wir sind davon begeistert und viele große

Künstler haben uns auch schon gesagt, dass

sie die Songs und das Produkt sehr gut finden.

Daher wissen wir, dass wir viele Leute ansprechen.

Wir müssen halt noch schauen, wie wir

das am besten erreichen können.

MM: Bei euch hat man auch nicht das Ge -

fühl, dass ihr da so planlos rangeht.

LUKAS: Ja, aber planen kann und darf man

einfach nicht. Wir versuchen einfach, den Leuten

das zu zeigen, und hoffen, dass ihnen das ge -

fällt. Aber wir können nicht planen, dass wir in

zwei Jahren die ganze Welt berocken wollen.

Das kann man nicht planen, aber wir versuchen,

das Beste daraus zu machen.

MM: Ich wollte noch mal auf eure Social-

Media-Kanäle zu sprechen kommen. Da

wirkt ihr sehr professionell aufgestellt. Wer

unterstützt euch dabei?

FABIAN: Das hat ein Freund für uns gemacht.

MAXI: Der gehört für uns schon fast zur Band.

Und wenn man eine gute Website oder gute

Fotos nicht hat, dann bringen einem auch die

Musik und das Songwriting nichts. Man braucht

Leute, die mitziehen und die das mit Herzblut

machen.

MM: Ihr habt als Vorband von Konstantin

Wecker gespielt. Wie kam das zustande?

MAXI: Mein Vater hat mit dem Konstantin

Wecker ein Theaterstück gemacht und ich habe

in der Technik mitgeholfen. Wir haben uns lange

im Backstage unterhalten und daraufhin habe

ich ihm ein paar Songs zugeschickt. Und da war

er begeistert.

MM: Was sind eure Pläne für die nahe Zu -

kunft? Worauf können wir uns freuen?

LUKAS: Auf das Album, auf viele Musikvideos,

auf viele Liveauftritte.

MAXI: Es wäre schon ein Traum, wenn wir eine

Tour durch Deutschland machen, die dann fast

ausverkauft ist.

INTERVIEW: JANA MOYSICH

FOTOQUELLE: MAX

2/2015 musiker MAGAZIN


30 STORIES

MM: Dein aktuelles Album „Red“ ist im Mai

letzten Jahres erschienen. Was hat sich seitdem

getan?

SARAH STRAUB: „RED“ erschien im Frühsommer

2014 – und seitdem hat sich alles verändert.

Plötzlich gab es deutschlandweites Medien inte -

res se, viele tolle Presserezensionen, meine gleich -

namige Single aus dem Album lief auf Bayern 3

und vielen weiteren Radiostationen, ich hatte erste

Fernsehauftritte und konnte dann mit meinem

Team eine große Tour planen. Ab Mai spiele ich

vom südlichsten Ende Bayerns bis nach Kiel über

50 Konzerte. Das Highlight des letzten Jahres passierte

im Dezember: Der Gewinn des Deutschen

Pop Preises als beste Band, für das beste Album

und als bester neuer Künstler war der absolute

Hammer für mich.

MM: Wie würdest du dein Album beschreiben?

SARAH: „RED“ ist ein Pop-Album mit fettem, frischem

Sound, dessen Songs ich zu einer Zeit

geschrieben habe, als ich in meinem Leben an

einem Wendepunkt stand: Erwachsen geworden,

Studium beendet und noch so ein wenig auf der

Suche nach mir selbst – so entstanden Lieder

als Hommage an das Leben, aber auch über

zerbrochene Liebe und den Verlust eines geliebten

Menschen. Ich glaube, jeder findet sich in

den Songs irgendwo wieder.

MM: Mit wem hast du bei den Studio-Auf -

nah men zusammengearbeitet?

DIE GROSSE POP-NEUENTDECKUNG:

SARAH STRAUB

Frisch ausgezeichnet mit dem

Deutschen Rock & Pop Preis 2014 in den Kategorien

„bestes Pop Album“ und „bester neuer Künstler“

geht Sarah Straub 2015 mit ihrem Album im Ge päck

auf große Deutschlandtour.

SARAH: Für die Produktion konnte ich ein fantastisches

Team gewinnen: Allen voran meine Band,

die großartige Arbeit geleistet hat. Die Songs

arrangiert und produziert hat das Produzen ten -

team Adrian Winkler und Uli Fiedler (www.leiderfett.net).

Die beiden hatten sofort ein Gespür für

meine Songs und haben, glaube ich, das Beste

aus ihnen herausgeholt. Ich hatte auch tolle Gast -

musiker auf der Platte, unter anderem Jörg Hartl

von La Brass Banda, der auf zwei Songs Trompete

spielt. Gemischt hat das Album Niko Faust, der

auch zum Beispiel für Jupiter Jones einige Sachen

gemacht hat. Jedem Einzelnen, der an diesem

Album mitgearbeitet hat, bin ich auf ewig dankbar.

MM: Du hast mittlerweile dein Album schon

öfter live spielen können. Hat sich dadurch

die Sicht auf deine Songs verändert? (Stich-

wort: Livequalität der einzelnen Songs)

SARAH: Ja, natürlich! Ich bin teilweise wirklich

überrascht, wie die Songs beim Publikum an kom -

men und welche konkret die beste Resonanz er -

musiker MAGAZIN 2/2015


STORIES 31

zeugen. Es macht richtig Spaß zu erleben, wie

das Publikum bestimmte Lieder feiert – Songs, die

ich selbst vielleicht als gar nicht so hervorstechend

empfunden habe. Ich freue mich auch immer

wahn sinnig, wenn eine meiner Balladen die Men -

schen richtig fesselt.

MM: Du trittst nicht nur solo, sondern auch

mit Band auf. Welche Eigenschaften sind

wichtig, um als Band eine Einheit zu bilden?

SARAH: Das wichtigste für mich ist, Musiker um

mich herum zu haben, die meine Musik fühlen,

sie lieben, sie genauso gerne live performen wie

ich. Die Energie, die da dann entsteht, ist durch

nichts zu ersetzen. Außerdem sollte sich jeder als

Teil eines großen Ganzen sehen, für das er unersetzlich

ist. Die Band muss ein Team sein, jeder

muss das Gleiche wollen: beste Unterhaltung bieten

bei maximalem Spaß für einen selbst auf der

Bühne :-).

MM: Musiker werden zunehmend über You -

Tube oder Social Media entdeckt und nicht

mehr zwingend über Liveauftritte. Wie sind

deine Erfahrungen mit diesem Thema?

SARAH: Mich fasziniert der „Schneeballeffekt“, der

entstehen kann und wenn ein kleines YouTube-

Video auf einmal Millionen von Klicks hat. Und ich

bewundere Leute, die in den sozialen Medien cleveres

Marketing betreiben und diese perfekt nutzen

können. Da gibt es ja gerade auf YouTube un -

zählige Beispiele, teilweise vor dem Hinter grund

wirklich simpelster Videoclips: eine Gitarre, eine

Kamera, ein Wohnzimmer und ein bekannter Song

– fertig ist der YouTube-Hit. Ich bin allerdings niemand,

der gerne in dieser Plattform stöbert und

sich die 150. Cover-Version irgendeines Songs

an hört. Ich schwärme für Musiker, die selbst

schreiben. Grundsätzlich sind die digitalen Medien

aber natürlich das Marketing-Tool für Musiker.

Wenn man es gut macht, hat man eine riesige

Reich weite und das oft bei niedrigen Kosten.

Face book zum Beispiel ist für mich nicht mehr

wegzudenken.

MM: Du nutzt iTunes, Amazon Music und

Spotify als Vertriebskanäle. Welcher Weg ge -

fällt dir als Künstlerin am besten?

SARAH: Ich nutze als Musikhörerin Spotify be -

wusst nicht, auch wenn ich meine Musik dort

gerne anbiete. Natürlich ist es superpraktisch,

wenn man alle Songs, die man hören will, einfach

streamen kann, aber da ich selbst Urheber

bin und dankbar über jeden Einzelnen, der meine

Musik wirklich kauft, gehe ich bis heute in Musik -

läden und kaufe CDs. Und wenn die nicht zu

kriegen sind, lade ich mir auch Songs runter und

kaufe sie digital – ob bei iTunes oder Amazon, ist

mir eigentlich gleich recht. Wird zwar mit der Zeit

teuer, aber mir ist es jeden Cent wert. Dennoch

freue mich mich – als Künstlerin gesprochen –,

wenn jemand meine Musik streamt. Hauptsache,

er hört sie. :-)

»„RED“ ist ein Pop-Album

mit fettem, frischem

Sound, dessen Songs

ich zu einer Zeit

geschrieben habe, als ich

in meinem Leben an

einem Wendepunkt stand.

So entstanden Lieder als

Hommage an das Leben,

aber auch über

zerbrochene Liebe und

den Verlust eines

geliebten Menschen.

Ich glaube, jeder

findet sich in den Songs

irgendwo wieder.«

MM: Betreust du deine Social-Media-Kanäle

selbst? Warum / warum nicht?

SARAH: Ja, ich betreue sie selbst. Ich finde es

wichtig, mit seinen Fans so persönlich wie möglich

zu kommunizieren, das merke ich als Musik -

nutzer ja selbst: Ich freue mich, wenn meine Idole

etwas posten und man das Gefühl hat, dadurch

den Menschen hinter dem Produkt kennenlernen

zu können. Ich fände es ein wenig unehrlich,

jemanden dafür zu engagieren. Natürlich verstehe

ich, dass es in einer bestimmten Größen -

ordnung nicht mehr möglich ist, sich um alles

selbst zu kümmern. Aber bei mir geht das ganz

gut und ich kümmere mich sehr gerne um

Facebook, Instagram und Co. Außerdem ist es

auch immer schön, Rückmeldungen auf die

eigenen Postings zu bekommen, die Kommen -

tare, Likes und Diskussionen zu sehen. Das ist

irgendwie eine schöne Bestätigung.

MM: Wie sahen deine ersten Schritte in der

Musikbranche aus?

SARAH: Mit ca. 18 Jahren stand ich das erste

Mal mit meinen eigenen Songs auf der Bühne

und habe erste Demotapes aufgenommen. Über

die Jahre ist das Ganze immer mehr gewachsen

und in den Mittelpunkt meines Lebens gerückt.

2011 habe ich dann mein erstes Album aufgenommen,

mir eine Band zusammengestellt und

angefangen, regelmäßig und in immer größerem

Radius Konzerte zu geben. Ich hatte das große

Glück, immer mit Menschen zusammenarbeiten

zu dürfen, die an mich glauben und mich unterstützen.

Ein großer Schritt war die Aufnahme in

das BY-On-Förderprogramm für bayerische

Rock- und Popmusiker. Dieses ermöglichte mir,

in Seminaren Know-how zur Musikbranche an -

zueignen, und vermittelt mir Support-Slots, um

mit etablierten Künstlern auf den großen Bühnen

8

2/2015 musiker MAGAZIN


32 STORIES

Videoproduktion bei

Sarah Straub

MARTIN GEISLER:

Sarahs Wunsch war es, Lieder ihres neuen

Albums filmisch festzuhalten. Von vornherein

war klar, dass es sich nicht um ein typisches

Musikvideo, sondern um ein inszeniertes Live -

konzert handelt und mein Bruder Jakob und ich

uns filmisch darauf einstellten.

Wir benutzten drei Spiegelreflexkameras

(Canon Eos) auf Stativen, um totale und halbtotale

Einstellungen zu generieren und permanent

sicher zu sein, was den Schnitt betrifft.

Des Weiteren war eine GoPro über den Drums,

eine weitere feste Kamera. Dies bot sich an, weil

Domi, der Drummer, am wenigsten hin- und her -

springen würde. ;-)

Bewegung in das Ganze brachten wir zum

einen über eine weitere Spiegelreflexkamera,

die Jakob bediente, und eine Sony Fs700, die

ich, aufgrund der besseren Videoqualität, als

Haupt kamera vorgesehen und bedient habe. Zu

statisch sollte das Video ja nicht werden.

Die Band spielte jedes Lied ca. vier- bis fünf -

mal, wodurch wir genug Auswahl im Schnitt

hatten, etwas Nettes daraus zu machen. Pro -

fessionell, wie Sarah und die Jungs sind, war

eine Syn chro nisation der einzelnen Takes kein

Pro blem, da exakt im gleichen Tempo performt

wurde. Kniffliger wurde es bei den Soli von

Dominik an der Trompete beziehungsweise von

Andi an der Gitarre. Aber auch das ging gut.

Nichtsdestotrotz gab es bei sechs Kameras

und vier Wiederholungen pro Lied genug Arbeit,

das Ganze zu schneiden. Bei 24 Video spuren

fällt die Auswahl halt doch recht schwer …

Weil die Lieder aber in meinen Augen beziehungsweise

Ohren ein großes Ohrwurmpoten -

zial haben, ging der Schnitt trotz der Menge an

Material recht fix. Ich saß singend vor dem

Rechner und brauchte ca vier Stunden pro Lied,

bis das fertige Video dabei rauskam.

Das Ergebnis kann sich, wie ich meine, für

die Kürze der Dreh- und Schnittzeit sehen lassen

und zeigt eine schöne Live-Performance.

Und ich denke, es gibt einen guten Eindruck

davon, wie sehr Sarah Straub und ihre Band

live rocken können.

DOMINIK SCHERER:

Meine Aufgaben beim Videodreh waren die

Gesamtorganisation und die Audionach be ar -

bei tung der einzelnen Files.

Wir haben jedes Instrument einzeln abgenommen

und die einzelnen Spuren direkt vom

Pult per Interface aufgenommen.

Tom Körbler, der unter anderem seit Jahren

für die Beatsteaks als Livemischer tätig ist, hat

uns einen fantastischen Livesound gezimmert.

Ich habe die Spuren anschließend in Logic X

bearbeitet und gemischt.

Ziel der Produktion war es, unseren Live -

sound einzufangen. Wir wollten zeigen, wie die

Band live tatsächlich klingt. Ich habe also auf

jegliche Editierarbeit verzichtet und kleine

Schönheitsfehler bewusst in den Aufnahmen

gelassen.

Wir haben insgesamt drei Songs aufgenommen,

hatten pro Song vier Takes zur Auswahl

und haben uns schließlich für den jeweils besten

entschieden.

Ich habe die Songs mithilfe von Plugins

(vorwiegend Universal Audio und Waves) und

etwas Outboard-Equipment (Universal Audio)

dann in meinem Studio abgemischt.

Der Mix ging recht schnell, da wir ja von

Haus aus einen guten Livesound hatten.

Wir haben auch im Vorfeld viel Zeit damit

verbracht, die Sounds der einzelnen Instru -

men te so aufeinander abzustimmen, dass

eventuelle Frequenzüberlagerungen vermieden

werden. Das spart hinterher sehr viel Zeit

und klingt live einfach noch eine Nuance fetter.

www.dominikscherer.de | www.beathof.com

Deutschlands zu spielen. So habe ich auch mein

Team kennengelernt, mit dem ich heute zusammenarbeite.

MM: Ist es richtig, dass du deine Songs selbst

schreibst und komponierst?

SARAH: Ja, das Songschreiben ist seit vielen

Jahren meine große Leidenschaft. Ich sehe mich

zuerst als Songwriterin und erst an zweiter Stelle

als Sängerin.

MM: Wie bist du zu dem Label Donner wetter

Musik gekommen?

SARAH: Das Label ist über das BY-On-Förder -

programm auf mich aufmerksam geworden. Ich

bin sehr glücklich über diese Zusammenarbeit,

denn es ermöglicht mir maximale Freiheit und er -

laubt es mir, meinen Weg zu gehen, wie ich ihn für

richtig halte. Ich musste mich nie verbiegen und nie

ein Image vertreten, mit welchem ich mich nicht

wohlgefühlt hätte. Ich darf einfach ich sein.

MM: Welche Arbeit übernimmst du selbst

und wobei unterstützt dich das Label?

SARAH: Das Label unterstützt mich ganzheitlich

und supervidiert meine Schritte, wann immer ich

Hilfe brauche. Es kümmert sich mit unseren Part -

nern um die Promotion, sei es für eine Single aus -

kopplung oder im Rahmen meiner Tour, und

natürlich sorgt es dafür, dass mein Album ge -

nügend Aufmerksamkeit bekommt.

MM: Auch in puncto Promotion hast du Profis

engagiert. Wie hast du fähige Mitarbeiter ge -

funden, die deine Interessen optimal vertreten?

SARAH: Mein Label hat hier erfahrene und er folg -

reiche Leute zur Hand, die für mein Projekt mit

ins Boot geholt wurden. Sie sind alle von mir und

meiner Musik überzeugt, das ist, glaube ich, ganz

wichtig. Nur so haben sie ja wirklich Motivation,

ein Produkt an den Mann zu bringen.

MM: Hauptberuflich bist du Psychologin und

schreibst momentan deine Doktorarbeit.

Konnte deine Ausbildung dir schon bei deiner

musikalischen Karriere helfen?

SARAH: Das Vereinbaren von Musik und Studium

war immer eine Herausforderung. Da habe ich erst

einmal gelernt, sehr diszipliniert zu sein. Nur so

konnte ich beide Wege erfolgreich gehen. Heute

arbeite ich noch in Teilzeit als Psychologin, die

Musik ist inzwischen einfach das Allerwichtigste

musiker MAGAZIN 2/2015


STORIES 33

in meinem Leben. Ich bin dankbar für diese zweite

Ausbildung, da sie mich gelehrt hat, mich richtig

zu reflektieren und Menschen genau zu beobachten.

Das ist sehr inspirierend beim Song -

writing. Und meine Doktorarbeit habe ich gerade

fertiggestellt – jetzt kann ich mich wieder voll und

ganz auf die Musik konzentrieren.

MM: Siehst du die Musik als Hobby und Aus -

gleich oder als Berufung?

SARAH: Für mich ist die Musik meine Berufung,

meine Leidenschaft, mein Leben. Ich könnte auf

vieles verzichten, aber nicht auf das. Was mir die

Bühne gibt, ist durch nichts ersetzbar.

MM: 2013 hast du als Support für Joe Cocker

auf der Bühne gestanden. Wie wurde sein

Team auf dich aufmerksam?

SARAH: Den Kontakt hat das BY-On-Förder pro -

gramm hergestellt, und ich war mehr als baff, als

sein Management mitteilte, dass ich spielen darf.

Joe Cocker war und ist eine Legende, mit seinen

Songs bin ich aufgewachsen. Das war 2013 das

große Highlight für mich und der Startschuss für

vieles, was danach passierte.

MM: Konntest du dir etwas von ihm als Mu -

siker abschauen?

SARAH: Auf jeden Fall! Seine Bühnenpräsenz hat

mich umgehauen. Er hat nicht viel Show ge macht,

aber er war allein durch seine Person umwerfend.

Und auch seine Band hat mich schwer beeindruckt.

Das war Energie pur! Joe Cocker stand

so viele Jahre auf der Bühne, hat unglaubliche

Höhen und Tiefen als Künstler erlebt und nie aufgehört

zu singen. Das finde ich unfassbar toll –

ich wünsche mir auch, mein Leben lang auf der

Bühne stehen zu können.

MM: In den letzten Jahren gab es in Deutsch -

land kaum weibliche Newcomer auf den vorderen

Plätzen der Charts. Was meinst du,

woran das liegt?

SARAH: Das ist wirklich schwer zu sagen. Wir

werden natürlich auch überschwemmt vom in -

ter nationalen Musikmarkt, da hat man es als

deutscher Künstler grundsätzlich nicht so leicht.

Ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass es

in Deutschland wieder mehr Frauen bis ganz

nach oben schaffen. Denn wir haben fantastische

Musikerinnen.

MM: Welche Pläne hast du für die nächsten

Monate?

SARAH: In den nächsten Monaten steht klar

meine Tour im Vordergrund. Ich werde unter

anderem mit GENTLEMAN und LIONEL RICHIE

spielen, aber auch unzählige eigene Shows stehen

auf dem Plan. Ich freue mich besonders auf

den Norden Deutschlands: Im Herbst spiele ich

zum ersten Mal in Kiel und Hamburg. Meine Band

und ich haben ein tolles Live-Programm auf die

Beine gestellt, und wir sind alle schon ganz ungeduldig,

dass es endlich losgeht. Außerdem schreibe

ich im Moment schon an neuen Songs, ich will

Ende des Jahres wieder ins Studio und an einem

neuen Album arbeiten.

INTERVIEW: JANA MOYSICH

FOTOQUELLE: SARAH STRAUB

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VÖ: 30.05.2014

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TEIL 2: CANNED HEAT – Boogie On

„Boogie With Canned Heat“ war meine zweite

LP nach „Rubber Soul“ von den Beatles – von

einem Klassenkameraden empfohlen ein Voll treffer

einer Band, von der ich noch nichts gehört hatte.

Damit hat sich mir 1968 die Welt des Blues und

des Blues Rock geöffnet. Wie oft ich das Album

seither gehört habe, weiß ich nicht mehr. Als wir

zum nächsten Musikunterricht unsere Lieblings -

schall platten mitbringen sollten, hatte ich „Boogie

With Canned Heat“ im Gepäck. Der Lehrer hatte

allerdings ganz andere Mitbringsel seiner Klasse

erwartet. Nachdem er schon zur Single „Hanky

Panky“ von Tommy James and the Shondells aus

dem Jahr 1966 seine Augen verdreht hatte, kam

ich an die Reihe. Keine Minute lief das erste Stück,

da stürzte er wutschnaubend an den Platten -

spieler, riss die LP herunter, ohne den Tonarm zu

heben. Dadurch zog sich ein tiefer Ratscher über

die LP-Seite, und vor versammelter Klasse ließ

mich der Pädagoge wissen, dass Eltern, die ihren

Kindern erlaubten, solche Musik zu hören, mit

einem nassen Lappen erschlagen gehörten. Was

hätte er wohl gesagt, wenn er auch noch ge -

wusst hätte, dass Canned Heat die aus denaturiertem

Alkohol hergestellte giftige Brennpaste

Sterno bezeichnet, die arme Teufel schon in den

1920er-Jahren mit Wasser verdünnten und als

Schnapsersatz tranken? Entmutigt hat mich der

gymnasiale Musikunterricht zum Glück nicht: Ich

kratzte mein Taschengeld zusammen, kaufte mir

die Platte noch einmal und freute mich auf das

nächste Album der Band. Und bis 1971 reihte

sich ein originelles Canned-Heat-Album an das

andere. Vielfalt und Energie pur!

Was hatte den Lehrer so in Rage gebracht? Es

war das energiegeladen pulsierende Stück „Evil

Woman“ auf einem Album mit vielen Schmuck -

stücken, das mit einem Showcase der Band

endet, dem „Fried Hockey Boogie“, in dem sich

jedes Mitglied gleichermaßen charakteristisch wie

banddienlich präsentiert: Alan „Blind Owl“ Wilson,

Bob „The Bear“ Hite, Henry „Sunflower“ Vestine,

Larry „The Mole“ Taylor und Adolfo „Fito“ de la

Parra. Dazwischen liegen das mitreißende „Am-

phetamine Annie“ mit Hite als Leadsänger und

„On the Road Again“, das als Single veröffentlicht

und Canned Heats erster internationaler Hit wurde.

Der wippende Rhythmus, Wilsons gleichförmig

anmutender Falsett-Gesang und seine Blues-

Mund harmonika sind bestimmt nicht die Zutaten

typischer Hitparadenmusik, aber der Song geht

unter die Haut.

1965 gegründet, stehen Canned Heat für rockenden

Boogie, mit dem sie ab „Boogie With

Canned Heat“ unter anderem den Boogie à la

John Lee Hooker revitalisierten und als Antwort

auf den britischen Blues-Boom für Furore sorgten.

Nach ihrem Auftritt auf dem legendären Monterey

Pop Festival wurde 1967 das offizielle Debüt-

Album „Canned Heat“ veröffentlicht. Der Durch -

bruch aber kam erst mit der LP, die meinen Lehrer

aus der Fassung hatte geraten lassen. Denn erst

ab da spielte anstelle des doch ziemlich uniform

klingenden Drummers Frank Cook der Mexikaner

de la Parra. Gemeinsam mit Taylor sorgte er für

den treibenden, häufig explosiven Rhythmus.

Außerdem hatte sich Vestines Gitarrensound

grund legend verändert. Nun klang seine Lead gi -

tarre fett und schneidend, seine Soli wurden mitreißend,

und sie ergänzten sich wunderbar mit

Wilsons unverwechselbar klingender Gibson –

ein Sound, den es sonst nirgends zu hören gab.

Wilson beherrschte das Slide-Spiel und war Blues-

Mundharmonika-Spieler par ex cellence. Mit seinem

Falsett-Gesang drückte er das quälende

Verlorensein des Blues aus und stand im starken

Kontrast zu Hites voluminösen, erdigen Organ,

ebenfalls wie geschaffen für den Blues, dessen

musiker MAGAZIN 2/2015


STORIES 37

»1965 gegründet stehen

Canned Heat für

rockenden Boogie, mit

dem sie ab „Boogie With

Canned Heat“ unter

anderem den Boogie a ` la

John Lee Hooker

revitalisierten und als

Antwort auf den

britischen Blues-Boom für

Furore sorgten.«

Der eigentümlich leicht gespielte, bluesartige

Hit „Going Up the Country“ vom Doppelalbum

„Living The Blues“ aus dem Jahr 1969 mit Wilsons

Gesang und dem Flötenpart folgte dem Cha rak -

ter von „On the Road Again“ und beeinflusste eine

ganze Generation. Auf „Living The Blues“ entwickelten

Canned Heat sich weiter. Beim langen

Stück „Parthenogenesis“ experimentierten sie

sogar. Maultrommel und fernöstliche Klänge

wurden gelungen integriert, dabei John Mayall

am Klavier, der „Godfather of British Blues“, der

einige Zeit bei Hite im kalifornischen Laurel Canyon

wohnte und Canned Heat 1968 auf seinem Album

„Blues From Laurel Canyon“ das Stück „The Bear“

widmete. Ausgerechnet aber der „Refried Boogie“,

der die gesamte zweite LP des Doppelalbums

aus füllt, und von dem ich hoffte, er werde den

„Fried Hockey Boogie“ durch Impro visationen

Kaleido scope) und 1973 beim „Montreux Boogie“

auf dem Montreux Jazz Festival.

Zum Glück war dies der einzige Wermuts -

tropfen während der klassischen Canned-Heat-

Zeit, die spätestens 1972 endete. Das Album

„Hallelujah“ von 1969 ist gespickt mit Blues-,

Boogie- und Rhythm-and-Blues-Perlen, wie

zum Beispiel dem wunderbar intensiven Stück

„Canned Heat“. Wilsons tragende Stücke sind

der Hit „Time Was“ und „Get Off My Back“ mit

seinen bemerkenswerten Rhythmuswechseln.

Und dieses Mal bereitet der straffe Band-Show -

case „Down In the Gutter But Free“, bei dem

Taylor und Vestine ihre Instrumente tauschten,

enormen Spaß. Die Krönung aber ist ein Jahr später

„Future Blues“, prallvoll mit außergewöhnlichen

Stücken. Seien es die vorzüglichen Versionen von

intime Kenner Hite, Vestine und Wilson waren.

Markenzeichen von Canned Heats modern rocken

dem Blues- und Boogie-Stil ist daher auch

die Song-Auswahl: höchst eigenständige Inter pre -

ta tionen fremder Stücke und kompetent konzipiertes

eigenes Material. Dazu enorme Spiel freude

und hervorragende Arrangements, auf die Wilson

sich besonders verstand. Es knisterte vor elektrisierender

Spannung.

übertreffen, enttäuscht. An Wilsons Solo und Hites

Gesang ist nichts auszusetzen, Taylors und de la

Parras Soli sind trotz ihrer beträchtlichen Länge

immer noch spannend, jedoch verliert das Ganze

durch Vestines ausuferndes Gitarrensolo. Denn es

verlässt verbindende Strukturen, um sich stattdessen

in störenden technischen Spielereien zu

gefallen – ähnlich wie beim Refried „Kaleido-

Heat“ Boogie von 1970 (mit David Lindleys Band

„Sugar Bee“ und „That’s Alright Mama“ oder der

Hit „Let’s Work Together“, der „Future Blues“,

das Band-Stück „So Sad“, Wilsons einmaliger

„London Blues“ über ein Mädchen, das ihn nach

Strich und Faden an der Nase herumgeführt hat,

oder sein „Scat“ – mehr Abwechslung auf einem

einzigen Album ist schwer vorstellbar. Nachdem

Vestine kurz vor Canned Heats leider bis heute

immer noch nicht komplett offiziell veröffentlich- 8

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38 STORIES

tem Auftritt auf dem Woodstock Festival nach

einem Streit mit Taylor die Band verlassen hatte,

war Harvey „The Snake“ Mandel der neue Lead -

gitarrist, der sich hervorragend einfügte. Davon

kann man sich auf den diversen, unterschiedlich

langen CD- und DVD-Ausgaben über das

Wood stock Festival und auf dem Live-Album

„Canned Heat ’70 Concert“ überzeugen. Ein

Highlight dieses Mitschnitts

ist der „Pulling Hair Blues“

mit Wilsons Gesang und

Blues-Mundharmonika, nur

begleitet von dem blendend

aufgelegten Taylor am Bass.

Canned Heat waren so er -

folgreich, dass 1969 schon

das „Cookbook“ als erstes

Best-Of-Album erschien und

man ein Jahr später den

Querschnitt „Collage“ nach -

schob.

Aber dann starb Wilson

am 3. September 1970

nach einer Überdosis an

Barbituraten im Alter von

nur 27 Jahren. Er war ein

getriebener Mensch, der

letztlich mit dem Leben nicht zurechtkam und

das Anti-Bild eines Rock stars war. Wilson hinterließ

eine Lücke, die sich nicht schließen ließ, hatten

doch seine Ideen und Interpretationen ganz

wesentlich die Musik der Band bestimmt. Kurz

vor seinem Tod wurde mit ihm noch der „Boogie

Human Condition“ fertig produziert, der damals

vielleicht Canned Heats nächster Hit geworden

wäre. Zwar spielten sie das Stück Ende Juni 1970

mit Wilson auf dem Kralingen Music Festival und

punkteten mit dem Song und weiteren erfrischenden

Stücken 1978 in anderer Besetzung und mit

Hite als Sänger auf der gleichnamigen Takoma-

LP. Wilsons Fassung wurde aber erst 1994 auf

der vorzüglichen Doppel-CD „Uncanned“ veröffentlicht,

die nicht nur eine Werkschau ist, sondern

auch bis dahin viele unbekannte Songs der

Band aus ihrer klassischen Phase enthält.

Apropos Rückblick: Eine wahre Fundgrube mit

unveröffentlichten Aufnah men ab 1967, viele

davon mit Wilson, sind auch die drei Doppel-CDs

„The Boogie House Tapes Vol. 1–3“.

Nach „Future Blue“ und „Canned Heat ’70

Concert“ schlossen Taylor und Mandel sich 1970

John Mayall für dessen Album „USA Union“ an.

Daher kehrte Vestine zu Canned Heat zurück,

als neuer Bassist stieg Antonio de la Barreda ein.

Mit ihnen spielte die Band noch zu Wilsons

Lebzeiten das 1971 veröffentlichte Doppelalbum

„Hooker ‘n’ Heat“ ein, ein Musterbeispiel, wie

sich klassischer und moderner Blues und Boogie

gegenseitig befruchten. Altmeister John Lee

Hooker war begeistert und schwärmte von

Wilsons Blues-Mundharmonika, die unter anderem

auf dem hochenergetischen Hooker-Stück

„Boogie Chillen No. 2“ zu hören ist. Er nannte

Wilson „the greatest harmonica player ever“ und

»Wilson hinterließ eine Lücke, die sich

nicht schließen ließ, hatten doch

seine Ideen und Interpretationen ganz

wesentlich die Musik der Band bestimmt.«

sagte von der Band: „I sure like the way you boys

boogie.“ „Hooker ‘n’ Heat“ ist ein Ritter schlag für

die Band. Der Veteran trat damals live mit ihr auf

und Jahre später noch einmal. 1981 erschien

„Hooker ‘n’ Heat – Recorded Live At The Fox

Venice Theatre“, und 1988 waren Canned Heat

auf Hookers CD „The Healer“ hören. 1970 und

1973 begleiteten sie auch kompetent Memphis

Slim und Clarence „Gatemouth“ Brown auf den in

Frankreich produzierten Alben „Memphis Heat“

beziehungsweise „Gate’s On The Heat“.

Mit „Historical Figures and Ancient Heads“

gelang der Band 1971 ohne Wilson noch einmal

ein vergleichsweise dichtes Album. Die ergrauten

Altersheim-Insassen vom Cover ließen ihre Musik

kraftvoll pulsieren. Dennoch war der neue Gitarrist

und Sänger Joel Scott Hill, der seine Qualitäten

zum Beispiel mit „Sneakin’ Around“ unter Beweis

stellt, kein zweiter Wilson. Das High light des

Albums ist das funkensprühende „Rockin’ With

the King“ mit Hite und keinem Ge rin geren als Little

Richard als Sängern – ein Ohr wurm. Würdiger Ab -

schluss des Albums ist Utah mit einem bestens

aufgelegten Vestine. Ab gesehen von einigen Live-

Aufnahmen aus jener Zeit, die erst viele Jahre später

veröffentlicht wurden, konnte die Band keine

solchen Qualitäts platten mehr zustande bringen,

wie sie sie bis 1970 in kurzer Zeit scheinbar aus

dem Ärmel geschüttelt hat. So markiert „The New

Age“ von 1972 in doppelter Hinsicht den Auf -

bruch in den Abstieg. Die Band musste ums

Überleben kämpfen. Ein Beispiel dafür ist der

Auftritt der Band zum zehnjährigen Jubiläum von

Woodstock (erhältlich als „Canned Heat Live On

The King Biscuit Flower Hour“ von 1988), der von

dem legendären Gig Lichtjahre entfernt wirkt. Auch

der exzessive Drogenmiss brauch in der Band

blieb nicht ohne Spuren. Hites Stimme

hatte gelitten. Er starb nur 38 Jahre

alt 1981, und Vestine blieb 1997

während einer Tournee in Paris buchstäblich

„auf der Strecke“. Dennoch

schaffte es de la Parra, die Canned-

Heat-Fackel bis heute hochzuhalten,

lange Zeit auch wieder mit Taylor und

dem Mandel.

Der Canned-Heat-Nimbus hat über

die Jahrzehnte neben den offiziellen

neuen Alben (zuletzt 2012 „Revo lu -

tion“) einen Wust an halboffiziellen

Ver öffentlichungen, Bootlegs und

Reissues unter wechselnden Titeln in

immer wieder neuen Verpackungen

hervorgebracht. Zur letzteren Kate -

go rie gehören zwei Alben, die 1970

und 1971 auf dem Höhe punkt der

Karriere von Canned Heat veröffentlicht wurden:

das eigentliche Debüt-Album „Vintage“, 1966 eingespielt,

aber nicht von dem Kaliber, mit dem die

Band hätte berühmt werden können, und das

Live-Album „Live At Topanga Corral“, das 1969 im

Hollywooder Kalei doscope in mäßiger Tonqualität

mitgeschnitten wurde. Und auch Best-Of-

Zusammenstellungen gibt es wie Sand am Meer.

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet

wahrscheinlich die CD „Let’s Work Together. The

Best Of Canned Heat“ von 1989. Und wer Live-

Aufnahmen „aus der guten alten Zeit“ im Bild

miterleben möchte: Neben den Woodstock-

Aufnahmen wird man an den Beat-Club-Auf trit ten

der Band und speziell an den DVDs „Live At

Montreux 1973“ und der mittlerweile rar gewordenen

Ausgabe „Canned Heat – On The Road

... Again“ von 2008 seine Freude haben –

„Don’t forget to boogie!“

(ES FOGT: WINTERTIME AGAIN – JOHNNY

WINTER)

TEXT: DR. NORBERT APING

FOTOQUELLE: CANNED HEAT

DR. NORBERT APING

Geboren 1952, Buchautor

und Leiter des Amtsgerichts

in Buxtehude.

musiker MAGAZIN 2/2015


STORIES 39

DÓNAL Ó CEALLAIGH

„Irish Songs

(Gäelische Lieder)“

VÖ: 19.09.2014

»Als Solo-Künstler

nehme ich die traditionelle

Musik Irlands und

wandele sie in eine Art „G-Pop“,

wie ich ihn nenne, um.

„G-Pop“ steht für gälischer Pop.«

DÓNAL Ó CEALLAIGH

MM: Danny, als Dónal Ó Ceallaigh hast du

jetzt dein erstes Soloalbum mit dem Titel

„Irish Songs“ herausgegeben. Manche kennen

dich aus der irisch-keltischen Band

Celtic Chakra. Warum hast du ein Solo pro -

jekt gestartet?

DANNY: Meine erste Solo-CD hat keinen richtigen

Titel. Auf der CD sind Irish Songs oder eine Be -

schreibung der irischen Musik. Dónal Ó Ceallaigh

ist mein gälischer Name und auch mein Pass und

Führerschein waren immer auf Gälisch. Aber

dadurch, dass ich in Nordirland Musik machen

und auftreten wollte, musste ich den Namen

ändern. Denn die Polizei dort hatte Leute mit gälischem

Namen als Terroristen unter Ver dacht. Das

ist nicht so angenehm. Ich war immer Pazifist und

kein Nationalist. Trotzdem war es gefährlich. Und

deshalb habe ich eben meinen Namen auf

Englisch geändert. Wäre die Situation eine andere,

wäre das nie passiert. Ich werde aber von vielen bis

heute Dónal genannt. Eine Solo-CD war immer

mein Ziel, auch schon, bevor ich Celtic Chakra mit

meinen Freunden gegründet habe. Die Songs, die

auf meiner CD sind, passen auch nicht zum musikalischen

Stil von Celtic Chakra. Es gibt zum Bei -

spiel einen gälischen Bossa. Der würde nie im

Leben zu Celtic Chakra passen. Als Solo-Künstler

nehme ich die traditionelle Musik Irlands und wandele

sie in eine Art „G-Pop“, wie ich ihn nenne, um.

„G-Pop“ steht für gälischer Pop. Die Instru mental -

stücke, die ich geschrieben habe, sind sehr traditionell,

aber ich moduliere und variiere sie in ver -

schiedenen Tonarten, was in der traditionellen irischen

Musik selten oder nie passiert. Alle Stücke

sind in ihrem Kern, in ihrer Seele und in ihren Bau -

steinen sehr, sehr irisch.

MM: Was ist für dich das Besondere an der

irischen Musik?

DANNY: Die traditionelle irische Musik, die man

in den Bergen von Irland hört, ist wie ein Grund -

nahrungsmittel für mich. Sie ist wie Blut, wie

Sauer stoff. Sie ist für mich ein wichtiges „Super-

food“. Ich bin damit als Kind in Berührung ge -

kommen und sofort begeistert worden, als einer

der besten Fiddler Irlands, John Doherty, in unserem

Wohnzimmer zu Hause gespielt hat. Es war

morgens früh, als ich noch geschlafen habe. Das

war mein „Call to Adventure“, wie man in der

Mytho logie so schön sagt. Die Magie, mit der er

gespielt hat, hat in mir als Kind etwas erweckt

und ich bin seitdem auf irgendeine Art damit

beschäftigt.

MM: Die Songs sind fast alle auf Gälisch,

deiner Muttersprache, gesungen. Du sagst,

du kämpfst für deine Sprache, solange du

atmest. Warum ist ein Kampf für Gälisch not -

wendig?

DANNY: Als Irland seine Freiheit von England

bekommen hat, hätte man gedacht, dass die

gälische Sprache wieder gefördert werden würde.

Unsere Sprache ist unterdrückt worden und in

Phasen während der englischen Besetzung von

Irland sogar in Schulen verboten gewesen. Ganze

Schulen waren sogar verboten. Nachdem Irland

von England seine Freiheit und Unabhängigkeit

ge wonnen hatte, haben die Beamten ihre Arbeits -

plätze aber weiter behalten. Und eine neue irische

Regierung hat zusammen mit der katholischen

Kirche Irland regiert. Alle Schulen sind in

den Händen der Kirche gelandet und die Kirche

hat die Sprache nicht gefördert. Die Kirche wollte,

dass wir „West Brits“ werden, wie kleine katho li -

sche Engländer. Die Kirche argumentierte, dass

sie so handelte, weil sie Angst hatte, dass die Iren

zu ihren alten, vorchristlichen und heidnischen

Bräuchen zurückkehren würden. So starb die

Sprache weiter aus. Dann hat in den letzten paar

Jahren der irische Premierminister Enda Kenny

davon gesprochen, die gälische Sprache in

Schulen zu stoppen. Er hat jetzt einen Minister für

die Gälisch sprechende Gegend, der sich selbst

aber nicht auf Gälisch ausdrücken kann.

8

2/2015 musiker MAGAZIN


40 STORIES

MM: Du bist zwar in Irland aufgewachsen,

lebst aber in Frankfurt. In welchen Situa tio -

nen sprichst du Gälisch? Was fasziniert dich

an dieser Sprache? Warum liebst du sie?

DANNY: Gälisch ist die zweitälteste Sprache West -

europas. Auf Platz eins ist die baskische Sprache.

Mit meinem Hund spreche ich Gälisch, und wenn

ich irgendeinen Schwachsinn verursacht habe,

schimpfe ich mit mir selbst auf Gälisch. Wenn ich

mit meiner Familie in Irland telefoniere, spreche

ich auch Gälisch, aber in Frankfurt gibt es zurzeit

leider keinen, mit dem ich mich in meiner Mutter -

sprache unterhalten kann. Das wird sich aber

hoffentlich ändern.

MM: Die Lieder auf der CD sind sehr unterschiedlich

und abwechslungsreich. Manche

fröhlich und beschwingt, andere eher me -

lan cholisch. Geschah dies bewusst oder hat

sich das so ergeben?

DANNY: Ich bin ein Mann, also war ich zwar nie

schwanger, aber meine Songs sind wie Kinder

für mich. Wenn die auf die Erde kommen, hast

du keine Ahnung, ob dein Kind sehr nett, lieb und

einfach oder schwierig sein wird. Eines der Kinder

könnte sehr egozentrisch sein, ein anderes hilfsbereit,

ein anderes sehr launisch und eines ein

sehr schwieriger Mensch. Das kann man vorher

nicht wissen. Die Lieder kommen raus, wie sie

sind, und man kann sie nicht bestellen wie einen

Gegenstand aus einem 3-D-Drucker. Meine

Songs sind meine Kinder. Es gibt welche, die sehr

fröhlich sind, andere, die lustig sind, andere me -

lan cholisch und tief, wieder andere träumerisch

und so weiter.

MM: Einige der Songs thematisieren die

Finanzkrise, die Irland fast zum Verhängnis

geworden wäre. Du hast gesagt, dass es die

Aufgaben eines Künstlers seien, Menschen

eine Stimme zu geben, wenn sie selbst keine

mehr haben, und der Gesellschaft den

Spiegel vorzuhalten. Wie genau tust du das?

DANNY: Ich mache das mit zwei Songs auf meiner

CD. Die zwei Songs reflektieren Dinge, die Iren

mir persönlich gesagt haben, oder Dinge, die ich

Iren im Fernsehen habe sagen hören. Ich habe

ein Interview gesehen mit einer Frau, die mit ihren

vier Kindern in Dublin lebt. Das Haus war zu fast

60% abbezahlt. Dann kam die Finanzkrise. Ihr

Mann hat seinen Arbeitsplatz verloren und plötzlich

konnte die Familie die monatlichen Raten für

ihr Haus nicht mehr bezahlen. In so einer Situation

nehmen die Banken die Häuser zurück und be -

halten das Geld.

Das führte dazu, dass der Ehemann sich das

Leben nahm, weil er es nicht mehr aushalten

konnte. Das ist in Irland mehrmals passiert, „Finan-

cial Suicide“ nenne ich das. Die arme Frau war

sehr traurig, hat aber gleichzeitig versucht, für ihre

»Meine Songs sind meine Kinder. Ich habe sie alle

auf die Erde gebracht und sie liegen mir alle

sehr am Herzen. Sie sind persönlich, aber behandeln

auch Themen, die jeden irgendwie betreffen.«

Kinder positiv zu bleiben. Dieses Interview hat

mich sehr tief getroffen. Es gab sehr viele ähnliche

Situationen in Irland. Diese Art von Stories

haben meinen Kugelschreiber gesteuert, als ich

die Texte für die zwei Songs geschrieben habe.

Ich bin ein Mensch, der die Schmerzen von

anderen fühlt. Ich gebe den Leuten eine Stimme

durch meine Songs.

MM: Das Album ist sehr persönlich. Viele der

Lieder hast du bereits in jungen Jahren kom -

poniert. Welches ist dein Lieblingslied und

warum?

DANNY: Ich habe kein Lieblingskind. Ich habe

sie alle auf die Erde gebracht und sie liegen mir

alle sehr am Herzen. Ich könnte sagen, dass das

blonde Kind mein Lieblingskind ist, aber das

würde die anderen ärgern. Und meine Songs will

ich nicht ärgern, denn sonst klingen die schlecht,

wenn ich sie singe. Die Lieder sind persönlich,

aber behandeln auch Themen, die jeden irgendwie

betreffen. So kann sich jeder mit ihnen identifizieren.

MM: In „Idirlíon“ kritisierst du die Allgegen -

wärtigkeit des Internets, insbesondere der

Social-Media-Netzwerke. Was sind deiner

Meinung nach Gefahren dieser vernetzten

Welt bzw. der pausenlosen Erreichbarkeit?

DANNY: „Idirlíon“ ist das gälische Wort für In ternet.

Es ist ein sehr leichtes und lustiges Lied. Es kritisiert

Social Media nicht direkt. Ich bin jeden Tag

mit Social Media beschäftigt. Es macht mir Spaß,

aber es frisst deine Zeit. Aus zehn Minuten wird

plötzlich eine Stunde. So lässt es einem weniger

Zeit für andere wichtige Dinge. Was mich an den

ganzen digitalen Ent wick lungen ärgert, ist die neue

StaSi, die wir am Hals haben. Aber es sind nicht

mehr der Honecker oder Nordkorea, es ist ein

sogenannter Freund. Ständig ausspioniert zu

werden von Google, Apple, Microsoft oder einer

Armee anderer Spione macht müde, und wir verlieren

unser Vertrauen in die Ehrl ich keit der westlichen

Firmen und der Regierungen, die die Spio -

na ge unterstützen. Das schadet unserem kompletten

System und macht es für Terro ris ten leichter,

junge Männer in ihren Kampf zu rufen. Aber

das Internet und Social Media als Kon zept für

uns, um zu kommunizieren, ist eine sehr positive

Sache, wenn die Leute, die dahinterstecken,

respektvoll und ehrlich mit uns um gehen würden.

Du liebst Irland. In einem Interview hast du

einmal gesagt, dass Irland wie ein Magnet

sei, der einen nicht loslässt. Was genau liebst

du an Irland? Warum lebst du trotzdem in

Deutschland?

DANNY: Irland ist eine Frau, ein weibliches Land.

Die Iren reden von „Mother Ireland“, wie die großen

irischen Dichter in der Vergangenheit geredet

haben. Ich liebe meine Mutter. Ich liebe ihre

Sprache, ihre Musik, ihre Haut, ihre Laune, ihre

Mythologie, ihre Geschichten, ihre Traurigkeit, ihr

Lachen, ihre Scherze und so weiter. Ich wohne

aus mehreren Gründen in Deutschland. Die Kelten,

meine Vorfahren, meine Verwandten, waren vor

einer sehr langen Zeit hier auf dem Festland, bevor

sie zu den Inseln im Norden getrieben wurden.

Für mich ist es also eine Art „coming home“.

Zudem habe ich in Irland mit Asthma gekämpft

und hier habe ich durch ein trockeneres Klima

Ruhe. Das gemäßigte mitteleuropäische Klima

passt besser zu mir. Ich habe hier sehr viele gute

Freunde. Als ich nach Deutschland kam, habe

ich viele junge Deutsche getroffen, die eine ähnliche

Einstellung und Weltsicht hatten wie ich. Als

Musiker ist Irland sehr klein. Man könnte in ganz

Irland in zwei Wochen spielen – was sollte man

dann den Rest des Jahres tun? Deutschland ist

größer und es gibt mehr Auftrittsmöglichkeiten.

Ich liebe die Kleinkunstbühnen-Szene in Deutsch -

land. Und zu guter Letzt bin ich aus dem gleichen

Grund wie die meisten Deutschen hier:

„because we like it here“. Mit gefällt es hier.

WEB: WWW.DONALOCEALLAIGH.COM

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTO: JITKA LUDVIKOVA

musiker MAGAZIN 2/2015


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»Wir haben zusammen

mit dem Filmemacher

Joe Stall den

Dokumentarfilm „Freiheit

in Kinderschuhen“

produziert. Im Film

sprechen Zeitzeugen über

ihre Erfahrungen

im geteilten Europa und

ihre Erlebnisse hinter dem

den Eisernen Vorhang.

Wie war das Leben als

Teenager damals

und welche Rolle spielte

die Musik?

Das Projekt soll den Dialog

zwischen Schülern und

Zeitzeugen über

die Errungenschaften

in Europa fördern.

Wie bewahren wir die

Freiheit heute?«

BÜRGER7

Eine Widmung an Siebenbürgen

BESETZUNG:

CARO GOOSS – VOCALS

UWE PELGER – GUITAR | VOCALS

ERHARD HÜGEL – LEAD-GUITAR | VOCALS

LEON FRANKE – KEYS |GUITARS | VOCALS

MM: Mit eurem Projekt „Bürger7“ wollt ihr

Menschen und deren Erlebnisse vor und

nach dem Mauerfall musikalisch darstellen.

Wie seid ihr auf diese Projektidee gekommen?

ERHARD HÜGEL: Nach vielen Jahren in einer

Cover band hegte einer von uns, Uwe, schon lange

den Wunsch, auch mal eigene Lieder zu schreiben.

Mit einem ehemaligen Schulfreund hatte er

für ein Klassentreffen etwas in siebenbürgischer

Mundart aufgenommen. Das hatte ihn inspiriert

und den verschütteten Traum von der eigenen

Musik wiederbelebt. Und wie das Schicksal so will,

hat Uwe dann andere als weitere Mitstreiter für die

Idee gewonnen – Musiker, Arranger, Filmer. Von

Anfang an hat Uwe über Themen wie Freiheit

geschrieben, weil er den Fall des Eisernen Vor -

hangs hautnah erlebt hatte, als er aus Sieben -

bürgen nach Deutschland kam.

MM: Was soll uns der Name „Bürger7“

sagen?

CARO GOOSS: „Bürger7“ ist ein Synonym für

Sieben bürgen, weil die meisten Bandmitglieder

ihre Wurzeln in Siebenbürgen, also Transsilvanien,

haben. Das Projekt „Bürger7“ hat zum Ziel, Pop-

Rock-Musik mit siebenbürgischen Musik ein flüs -

sen zu verbinden. Wir möchten auf unsere Ge -

schichte aufmerksam machen und Sieben bür gen

mit modernem Antlitz präsentieren.

MM: Ihr seid vier sehr verschiedene Mu siker.

Wie habt ihr zueinander gefunden?

UWE PELGER: Erhard und ich kannten uns über

Erhards Cousin schon von früher aus Sieben -

bürgen. Vor einiger Zeit hatte ich Erhard von der

Idee „Transylvanica“ erzählt. Das hatte ihn elektrisiert,

weil er diese Sehnsucht auch verspürt

hatte, seitdem er Siebenbürgen verlassen muss-

te. Und so hat er auch an der Neu auf nahme des

Songs „Free“ mitgeschrieben, der der Sound track

zum Dokumentarfilm ist. Dann kam noch Sängerin

Caro zu uns, weil ihr Bruder zuerst für uns bei

einem Benefiz für die Peter-Maffay-Stiftung in

Siebenbürgen in Rumä nien trommelte. Der Bassist

Harald hatte in einem Orchester mit Erhards

Schwager gespielt und so kam der Kontakt zu

Uwe zustande. Wir haben so zueinander gefunden,

wie sich früher Kult-Bands kennengelernt

haben: Über das Schicksal statt Casting.

MM: Wie funktioniert die Zusammenarbeit,

da ihr ja recht weit voneinander entfernt

wohnt?

LEON FRANKE: Im Zeitalter der Digitaltechnik stellt

eine räumliche Distanz glücklicherweise keine

Hürde mehr dar. Die Kommunikation bei uns läuft

über Social Media, E-Mail, SMS und WhatsApp.

musiker MAGAZIN 2/2015


STORIES 43

Nichtsdestotrotz greifen wir aber auch oft zum

guten, alten Telefon. Auf musikalischer Seite ist die

Distanz auch kein Problem. Tonstudios sind heut -

zutage sehr miteinander vernetzt, und so ist es

Siebenbürgen auch mal eine deutschsprachige

Minderheit gab und noch heute gibt. Sogar der

neue Staatspräsident Klaus Johannis ist Ru mä -

nien deutscher, und wir sind nun voller Hoffnung

diskussion über das freie Europa war uns wichtig.

Insbesondere in der heutigen Zeit ist es wichtig,

sich die Errungenschaften der vergangenen 25

Jahre bewusst zu machen. Ich kenne noch Zeiten

der Zensur, wo ich bestimmte Songs in Sieben -

bürgen während der damaligen kommunistischen

Diktatur Rumäniens nicht singen durfte.

möglich, in mehreren Studios und mit vielen

Musikern und bekannten Gesichtern in ganz

Deutschland zu produzieren und sich die kreativen

Bälle zuzuspielen. Im Live-Bereich steht ein

festes Programm für Gigs immer abrufbereit, da

jeder von uns vorbereitet ist. Steht ein großes

Konzert oder ein besonderes Event an, dann treffen

wir uns im Proberaum und dann wird geübt

und ausprobiert. Letztlich kann man sagen, dass

es vielleicht auch genau dieser Umstand ist, der

den Sound und den Erfolg von „Bürger7“ prägt.

Nicht umsonst nennen wir uns gerne auch

„gruppendynamisches Langzeit ex pe riment“.

MM: Was wollt ihr mit eurem Projekt erreichen?

UWE PELGER: Wie gesagt, wir möchten Sieben -

bürgen mit moderner Musik kombinieren. Als

Band können wir ein Stück weit Botschafter dafür

sein und auf die Entwicklungen in der alten Heimat

aufmerksam machen. Manche erfahren durch

unseren Auftritt, dass es Transsilvanien wirklich

gibt und dass die Region auch Siebenbürgen

heißt. Oder unsere Zuhörer erfahren, dass es in

für die Zukunft des Landes. Uns ist es wichtig,

die Brücken nach Siebenbürgen in Rumänien zu

stärken. Neue Songs sind uns da genauso wichtig

wie alte Traditionen zu pflegen. Wir verquicken

gerne auch Folklore-Riffs mit moderner Pop-Rock-

Musik. Einige ausgewählte Songs nehmen wir als

Bonustracks sogar in siebenbürgischem Dialekt

auf, was auch der Spracherhaltung hilft.

MM: Ihr habt einen Doku men tarfilm produziert,

der Zeitzeugen vorstellt. Wie kam es zu

dieser Projekterweiterung?

ERHARD HÜGEL: Der innere Antrieb von „Bürger7“

ist das Freiheitsgefühl von 1989. Dieses spiegelt

sich in unserem Song „Free“ wider. Darauf wollte

Uwe ein Hörspiel aufbauen. Dann fragte ihn aber

der Filmemacher Joe Stall, ob er sich auch einen

Dokumentarfilm vorstellen könnte. So entwickelten

wir das Drehbuch zu „Freiheit in Kinder -

schuhen“. Während der Dreharbeiten durften wir

auch Zeitzeugen-Interviews mit Hans-Dietrich

Genscher, Peter Maffay und Horst Köhler führen.

Wir hatten schon ein Preview mit Schul klassen

im Luna-Kino und die anschließende Podiums -

MM: Was waren besondere Herausforde run -

gen bei der Filmproduktion?

UWE PELGER: Zunächst brauchten wir ein Start -

kapital, um die Reisen zu den Drehorten zu

finanzieren. Dazu haben uns viele Unterstützer

über das Crowdfunding geholfen. Damit sind wir

nach Rumänien geflogen. Erhard hat im alten

Stadtpark Gitarre gespielt wie damals vor der

Revolution. Es war eine Zeitreise für ihn, insbesondere

auch, als er wieder zum Bahnhof ging,

wo er vor mehr als 25 Jahren mit der Familie auf

unbestimmte Zeit nach Westen ausreisen durfte.

Es gab viele emotionale Momente während der

Filmproduktion. Eines der Highlights war, Peter

Maffay zu treffen und über die Erfahrungen der

Aussiedlung zu reflektieren, aber auch über die

Chancen, die sich im freien Europa ergeben. So

auch im heutigen Siebenbürgen, wo sich Peter

Maffay sehr stark für den Wiederaufbau und den

Kinderschutz engagiert.

MM: Welche Ziele, Träume und Visionen habt

ihr mit „Bürger7“ für die Zukunft?

CARO GOOSS: Nun, unser Ziel ist es, qualitativ

hochwertige und interessante Songs zu schreiben

und zu produzieren. Der Traum ist es, dafür

Anerkennung zu bekommen und davon leben zu

können. Wenn die Musik sich finanziell selber

trägt – das wäre traumhaft. Und was die Visio -

nen anbelangt: Wer welche hat, der sollte zum

Arzt gehen.

WEB: WWW.BUERGER7.COM

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN

FOTOS: SIEGLINDE SCHUSTER

2/2015 musiker MAGAZIN


44 MUSIKBUSINESS

DER ERFOLGREICHE VIDEO-RELEASE

Das Märchen vom schnellen YouTube-Erfolg

wird immer noch gerne so dargestellt: Band

lädt Video hoch, wie von Geisterhand wird das

Video geklickt, geteilt, alles wird „viral“ und plötzlich

tanzen alle Gangnam Style. Wenn wir aber

genau hinsehen und -hören, stellen wir fest, dass

auch ein scheinbar simpler Video-Upload nahezu

wie eine Albumveröffentlichung beworben werden

will.

Ein Musikvideo hatte schon immer zwei Funk -

tio nen: Es soll unterhalten und gleichzeitig Wer -

bung machen. Werbung für die neue Single oder

das bevorstehende neue Album. Somit war es

seither auch Aufgabe der Labels, dieses Werbe -

mittel bei den Fans zu bewerben. Heute hat sich

zwar das Medium, nicht aber die Vorgehens weise

geändert: Man macht Werbung für die Werbung,

um am Ende die Verkäufe eines Pro duktes, hier

der Musik, zu optimieren.

Um das Beste aus einem Video Release herauszuholen,

müssen Vorbereitungen getroffen

werden, die zusammengefasst durchaus als Kam -

pagne bezeichnet werden können. Aufgaben

innerhalb der Band sollten klar verteilt werden,

das Video bereits vor der Veröffentlichung hochgeladen,

aber noch auf „nicht öffentlich“ geschaltet

werden. So lassen sich manche böse Überra-

schungen vermeiden und einem entspannten

Release sollte nichts mehr im Wege stehen.

Am Tag der Veröffentlichung geht es dann rund

im Lager der Band. Alle Aufmerksamkeit gilt dem

neuen Video, dessen Veröffentlichung und vor

allem der Vermarktung dieses Clips. Nachdem das

»Man macht Werbung für die Werbung,

um am Ende die Verkäufe eines Pro duktes,

hier der Musik, zu optimieren.«

Video dann endlich freigeschalten wurde, geht es

darum, bereits am ersten Tag die größtmögliche

Wirkung zu erzielen. Aber wie?

musiker MAGAZIN 2/2015


MUSIKBUSINESS 45

DIE „100-FREUNDE-LISTE“

Internetmarketer Chris Guillebeau empfiehlt,

am Tag einer Produktveröffentlichung (hier das

Musik video) eine E-Mail an 100 Freunde und Be -

kannte zu schicken, mit der Bitte, die frohe Kunde

per Weiterleitung und als Post zu verbreiten. So

kannst du also am Tag der Veröffentlichung 100

Freunde anschreiben, ihnen den direkten Link

geben, um sich das Video selbst anzusehen,

sowie gleich noch den fertigen Einbett-Code, um

es ihnen zu erleichtern, das Video auf ihren Social-

Media-Profilen zu teilen.

YOUTUBE-KANÄLE

Selbst wenn du neu bei einem Videoportal

bist, lassen sich im Vorfeld Kontakte zu anderen

Kanalbetreibern aufbauen. Hier suchst du nach

Kanälen, die sich exakt mit deiner Stilistik befassen.

Frag höflich an, ob die Betreiber bereit wären,

dein Musikvideo an Tag 1 über ihren Kanal zu teilen.

Um bereits etwas in der Hand zu haben,

kannst du im Vorfeld schon den einen oder

anderen Song mit Standbild hochladen, um die

Kanal betreiber von der Qualität deiner Musik zu

überzeugen. Am Tag der Veröffentlichung sendest

du den Betreibern dann eine Nachricht, in

der du deine Bitte noch einmal formulierst. Selbst

wenn die Betreiber deinen Kanal bereits abonniert

haben, solltest du nicht auf diese Extra -

nachricht verzichten – denn nichts geschieht von

alleine, und je persönlicher der Kontakt, umso

effektiver.

PRESSEMITTEILUNG

Ein neuer Videoclip, sofern es sich um ein

richtiges Musikvideo handelt, ist durchaus eine

Pressemitteilung wert. Schreibe deine Medien -

kontake, insbesondere Blogs und Webzines, an

und bastle eine nennenswerte Story um dein

Video: Ist es ein Teaser für das neue Album, das

demnächst kommen wird? Ein nachgereichter Clip

zum bereits veröffentlichten Album? Ein Standalone-Video

zwischendurch? Gerade Online -

medien sind interessiert an guten Newsmeldun -

gen, um so selbst stets auf dem neuesten Stand

zu sein. Wichtig ist wieder der Einbett-Code am

Ende der Mitteilung. Copy & Paste macht es den

Redakteuren nämlich sehr leicht, eine Presse -

mitteilung zu veröffentlichen, da zum Formulieren

eigener Artikel nur sehr begrenzte Zeit vorhanden

ist.

NEWSLETTER

Wenn du eine Mailingliste betreibst, solltest du

sie genau für solche Meldungen nutzen. Es ist

durchaus sinnvoll, den Video-Release bereits in

zwei oder drei vorhergehenden E-Mails anzukündigen,

um dadurch das Interesse sowie die Auf -

merk sam keit deiner Leser zu steigern. Auch hier

fügst du wieder den direkten Link zum Video

sowie den Code zum Einbetten mit ein und bittest

deine Leser, das Video bei Gefallen zu teilen.

FACEBOOK-FREUNDE

Die Band SERGEANT STEEL hat am Tag ihrer

Videoveröffentlichung alle (!) ihre Facebook Freun -

de persönlich angeschrieben. Persönlich heißt

hier mit persönlicher Anrede und ggf. einem persönlichen

Bezug („Hallo Manfred, ist dein Hund

wieder gesund?“). Das übliche „Hey, check out

»Die Veröffentlichung eines Musikvideos

nimmt also einiges an Zeit und Energie in Anspruch.

Daher musst du sie gut planen –

und überlege dir genau, was dein Video für dich tun

soll, und schaffe dafür die Voraussetzungen.«

our video, share it and like us“ solltest du dringlichst

vermeiden. Selbstverständlich fügst du wieder

das Video per Link in die Nachricht ein und

bittest höflichst darum, selbiges zu teilen.

FACEBOOK-GRUPPEN

Du kannst deine Präsenz erhöhen, wenn du

dafür sorgst, dass dein Video in stilistisch relevanten

Facebook-Gruppen gepostet wird. Dazu

beauftragst du am besten ein paar vertraute

Menschen, dies unter ihrem Namen zu tun. Das

wirkt authentischer, als wenn die Band selbst

sämtliche Gruppen zupflastert.

FACEBOOK-EVENT

Ähnlich wie du dein Video bereits im Vorfeld

über deinen Newsletter ankündigst, kannst du

dies auch über ein eigens eingerichtetes Face -

book-Event tun, dort zum Beispiel mit Outtakes

und Fotos des Videodrehs die Neugier deiner

Fans wecken und am Tag der Veröffentlichung

mit einem Paukenschlag das Video posten.

EIGENE SEITEN UND PROFILE

Nicht vergessen, das Video auch auf der band -

eigenen Website sowie auf sämtlichen Profilen

zu posten, die das Einfügen von Videos ermöglichen.

Falls du ein Label hast oder mit Promotern

zusammenarbeitest, solltest du diese ebenfalls

mit ins Boot holen.

All das sollte dir tatsächlich am Tag der Ver -

öffentlichung gelingen. Je nach Anzahl der persönlich

angeschriebenen Facebook-Kontakte darf

sich diese Aktion auch länger hinziehen – bleibe

aber auf jeden Fall mit Engagement am Ball. Das

realistische Ziel sollte sein, an jenem Tag eine derartige

Reichweite zu erzielen, die innerhalb von 24

Stunden zu mindestens 1 000 Views führt.

UND DANACH?

Ein Musikvideo rein per se zu veröffentlichen

ist nicht verboten, es bringt aber nicht allzu viel,

zumal die Vergütung nach wie vor sehr niedrig

bleibt. Wie bereits oben beschrieben, ist das

Video nicht nur ein Unterhaltungsmedium, sondern

auch ein Werbemittel. Dem Video sollte also

unbedingt innerhalb von vier bis sechs Wochen

eine Albumveröffentlichung folgen, sofern das

Album nicht schon auf dem Markt ist.

In der Beschreibung des Videos sowie per

Cards oder Annotationen solltest du also auf dein

Album hinweisen. Füge dazu unbedingt den Link

zu deiner eigenen (!) Shopseite ein sowie Direkt -

links zu den drei oder vier wichtigsten Outlets, bei

denen deine Musik erhältlich ist. Steht die Album -

veröffentlichung noch bevor, ist ein Verweis auf die

Möglichkeit zur Newsletteranmeldung rat sam, um

die Betrachter längerfristig binden zu können.

Die Veröffentlichung eines Musikvideos nimmt

also einiges an Zeit und Energie in Anspruch. Daher

musst du sie gut planen und vor allem dem Video

einen klar definierten Platz in deinem gesamten

Marketing zuteilen, sprich: Überlege dir genau,

was dein Video für dich tun soll, und schaffe dafür

die Voraussetzungen.

TEXT: JULIAN ANGEL

FOTO: © RAWPIXEL/FOTOLIA.COM

Julian Angel ist Organisator der MusicBiz

Madness Konferenz, die am 11.10.2015 in

Frankfurt/Main stattfindet. DRMV-Mitglieder

er halten einen Sonderrabatt. Die Anmeldung

wird ca. ab Juni 2015 möglich sein. Über den

MusicBiz Madness Newsletter bleibst du auf

dem Laufen den und erhältst weitere Tipps

rund um das Musikbusiness:

www.musicbizmadness.de bzw.

www.musicbizmadness.de/newsletter

2/2015 musiker MAGAZIN


46 MUSIKBUSINESS

Teil 2 – GEMA:

RECHTSSTAATSWIDRIG?

»Immer mehr Gerichtsurteile von Landes-, Oberlandes-, und

Kammergerichten, aber auch des Bundesgerichtshofes,

scheinen von der GEMA in ihren Aktivitäten

gegenüber ihren ca. 65.000 Mitgliedern nicht beachtet zu werden.

Aus diesem Grunde haben wir eine Urteilssammlung

der verschiedenen Gerichte zusammengestellt und ausgewertet,

um diesen Vorwurf gegen die GEMA zu prüfen.

Die Nichtbeachtung dieser zum Teil höchstrichterlichen

Urteile haben für wahrscheinlich Hunderte

GEMA-Mitglieder fatale und existenzbedrohende Auswirkungen,

die hier beschrieben werden sollen.«

Was sagen nun die deutschen Gerichte

zu ähnlichen Vorgehensweisen der GEMA?

URTEIL DES LANDGERICHTS

BERLIN VOM 19.02.2013,

GESCHÄFTSNUMMER 16 O 159/12:

Das Gericht stellt in seinem Urteil fest, dass

die GEMA verpflichtet ist, ca. 1.911 von ihr ge -

sperrte Werkaufführungen (gespielte Songs) ge -

mäß der Sparte U (Pauschalvergütungen unter

Berücksichtigung des bis 2012 gültigen Pro-Ver -

fahrens) zu berechnen. Ebenso stellte das Ge -

richt fest, dass die GEMA gleichfalls verpflichtet

ist, die in der Klageschrift aufgeführten 842 von

ihr gesperrten Werkaufführungen aus 153 Veran -

staltungen nicht über eine Netto-Einzel ver rech -

nung (Mini-Ausschüttung), sondern nach der

Spar te E (Pauschalvergütung) zu berechnen (we-

sentlich höhere Ausschüttung).

Zuerst einmal teilte die GEMA den Betroffenen

mit, dass sie eine normale Verrechnung nicht vor -

nehmen könne, weil (…) „eine allgemeine Markt -

nachfrage für diese Werke/Songs fehlt (…)“?!

Die GEMA vertritt hier also die Auffassung, dass

grundsätzlich all die Werke/Songs von einer or -

dent lichen Verrechnung ausgeschlossen werden

müssen, von denen sie „glaubt“, dass diese

Werke niemanden interessieren! Das kann z. B.

dann passieren, wenn auf einem Konzert nicht

100, 200, 300 oder mehr Besucher anwesend

sind, sondern unglücklicherweise nur zwischen

1 und z. B. 20. Wenn also Musikgruppen irgendwo

in Deutschland eigene Konzerte veranstalten

oder zu Konzerten eingeladen werden und der

Konzertveranstalter oder sie selbst wenig Wer -

bung gemacht haben, kann es passieren, dass

die GEMA die dann von diesen Musikgruppen

und Interpreten eingesandten Musikfolgebögen,

in denen all die Songs aufgelistet sind, die auf

der Bühne gespielt wurden, in den Papierkorb

schmeißt und von der Verrechnung gänzlich ausschließt

oder eine sogenannte Minimal verrech -

nung vornimmt. Das zwischen 1999 und 2012

angewandte Pro-Verfahren würde dann für Ab -

rechnungen der Jahre 2010, 2011 und 2012 nicht

mehr als Verrechnungsgrundlage dienen.

In einer Mitgliederversammlung hat die GEMA

den Beschluss durchgebracht, dass auf einem

Wie begründete die GEMA ihr drastisches Vorgehen

der totalen Sperrung von ca. 2.750 Songs/Werken?

Konzert mindestens zehn Personen anwesend

sein müssen, um nicht nach der Direktver rech -

nung (Minimalverrechnung) in die Ausschüttung

zu gelangen.

DAS URTEIL DES LANDGERICHTS

BERLIN STELLT ZU DIESER

REGELUNG FOLGENDES FEST:

„Mit dem Erfordernis der ,allgemeinen Markt -

nachfrage‘ greift die GEMA für die Teilnahme der

Programme an der Kollektiv- oder der Netto einzel -

verrechnung auf ein Kriterium zurück, das den

übrigen Bestimmungen des Verteilungsplans

fremd ist. Der Begriff der Marktnachfrage findet

sich weder in anderen Sparten, wie z. B. in der

Sparte Rundfunk, noch auf der Einnahmeseite

bei der Festlegung des Lizenzierungsentgeltes.“

„Zwar mag man in der Abhängigkeit der Ein nah -

men von der Größe des Veranstal tungs raumes

indirekt ein Indiz/Hinweis für eine Nachfrageab -

hängigkeit erkennen, wenn man davon ausgeht,

dass die Anmietung eines größeren Veranstal -

tungs raumes die Erwartung des Veranstalters für

einen stärkeren Publikumszuspruch widerspiegelt,

zwingend ist dies indes keineswegs.“

Das Berliner Landgericht kritisiert hier die

Be nutzung des GEMA-Kriteriums „allgemeine

Markt nachfrage“. Der GEMA wird mit diesem Urteil

– so lange nicht ein höheres Gericht anders urteilt

– praktisch untersagt, dieses Kriterium der „allgemeinen

Marktnachfrage“ bei zukünftigen Ver -

rech nun gsausschlüssen ihrer Mitglieder zu be -

nutzen.

Das Berliner Landgericht stellte in seinem Ur -

teil vom Frühjahr dieses Jahres gleichfalls fest,

dass „die systematische und gleichförmige Ge -

staltung der Programme, der eingeschränkte

Ver anstalterkreis, die persönliche und wirtschaftliche

Verbundenheit der Beteiligten (Veranstalter/

Musiker bei Eigenkonzerten) sowie die Nutzung

eigener Werke ebenfalls nicht auf einen Miss -

brauch schließen lassen“. Und – wie das Berliner

Kammergericht bereits mehrfach entschieden hat

(KG Urteil vom 03.07.2009 – 5 U 103/06 TZ 3,

abrufbar über juris, Urteil vom 07.01.2011 – 5 U

195/07) –, kann selbstverständlich eine häufige

Nennung einzelner Bezugsberechtigter, Kom po -

nisten und Texter auch auf dem Bestreben beruhen,

sich und ihr Werk bzw. das von einem Ver -

leger vertretene Werk dem Publikum bekannt zu

machen und die von der GEMA reklamierte Markt -

nachfrage auf diesem Weg erst zu erzeugen. Dies

kann auch dadurch unterstützt werden, dass das

Konzert für das Publikum sogar kostenfrei ist.

Hier urteilt das Berliner Landgericht in aller Ein -

deutigkeit, dass der Ausschluss von Konzerten

musiker MAGAZIN 2/2015


MUSIKBUSINESS 47

und Musikfolgebögen und der folgenden Ver -

rechnung mit der Begründung, dass hier eine Band

oder ein Einzelinterpret auf selbst organisierten

Konzertveranstaltungen, in denen die Band/Inter -

pret ihre/seine Eigenkomposition spielt, unhaltbar

ist. Mit diesem Urteil wird der GEMA ebenfalls

untersagt (bis ein gegensätzliches Urteil eines hö -

heren Gerichtes ergeht), diese Begrün dung zu -

künftig weiter anzuwenden.

Jedem ist klar, dass es in Deutschland Tau sen -

de von Musikgruppen und Interpreten gibt, die

eigene Konzerte veranstalten und die es als ihre

musikalische und künstlerische Aufgabe ansehen,

selbst zu komponieren, zu texten und in ihren eigenen

Konzerten ihre eigenen Songs aufzuführen.

Dass die GEMA und ihr „Aufsichtsrat“ auf die

ver rückte Idee kommen, dieses Kriterium der

„Selbstaufführung von eigenen Songs in selbst or -

ganisierten Konzerten“ überhaupt mit Miss trauen

zu überschütten, zeigt, dass sie vom Ge samt -

bereich der Rock- und Popmusik in Deutsch land

keine Ahnung haben.

Nach unserer Schätzung spielen über 50 %

aller Musikgruppen in Deutschland, d.h. Tausen -

de, eigene Werke, selbst komponierte und ge -

textete Songs in ihren Konzerten. Wo kämen Peter

Maffay, Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer

hin, wenn die GEMA ihre Konzertverrechnungen

mit der Begründung von der Verrechnung ausschließen

würde, sie würden zu viele eigene Werke

in ihren Konzerten spielen? Aber an diese Stars

wagt sich die GEMA mit ihrer Argumentation na -

türlich nicht ran!

Das Berliner Landgericht führte weiter aus, dass

„schließlich auch das auffällige Missver hält nis zwischen

Lizenzeinnahmen (der GEMA) und Tan -

tiemen ausschüttungen (an die GEMA-Mit glie der)

sich als untaugliches Abgrenzungs kri terium er -

weist.“ „Im Bereich der ernsten Musik muss es

schon deshalb versagen, weil gerade Aufführun -

gen ernster zeitgenössischer Musik wenig Zu -

schauer finden und deshalb auch vergleichsweise

für die GEMA wenig Lizenzeinnahmen generieren.“

… „Damit“, so das Gericht, „ist ein ge wisses

Ungleichgewicht zwischen der Höhe der aus den

Konzertveranstaltungen erzielten Ein nah men für

die GEMA und der Höhe der an die Be rech tig ten

(Urheber) auszukehrenden Tantiemen von vorn -

herein in den Verteilungsgrundsätzen (der GEMA)

angelegt.” Gleiches gilt auch für die Rock- und

Popmusik!

(FORTSETZUNG IN DER AUSGABE 3/2015)

PROFI SOUND,

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TEXT: OLE SEELENMEYER

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FOTO:© IROCHKA/FOTOLIA.COM

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48 MUSIK & RECHT

INSTRUMENTENVERSICHERUNG

Sind eigentlich meine Musikinstrumente

über die Hausratversicherung bereits abgedeckt?

»… mit diesen oder auch

anderen Fragen

haben sich fast schon alle

Musiker einmal

beschäftigt, wenn es

darum geht,

ob man sich für Extrageld

noch eine eigene

Instrumentenversicherung

leisten sollte.«

Wie bereits im letzten Heft angekündigt,

wird uns Christian Raith, Geschäftsführer

und Inhaber der Eberhard, Raith & Partner GmbH

– erpam mit Rat und Tat zur Seite stehen. Mit seinem

Team beschäftigt er sich täglich mit solchen

Fragen.

MM: Christian, was ist an solchen Aussagen

dran, dass die Instrumente über die Haus rat -

ver sicherung bereits abgedeckt sind?

CHRISTIAN RAITH: Generell ist da ein kleiner An -

teil an Wahrheit mit dabei. Natürlich sind Musik -

instrumente im Rahmen einer Hausratver sicherung

mit abgedeckt. Aber: hier gelten nur die klassischen

Gefahren wie Feuer, Einbruchdiebstahl, Sturm und

Hagel als mitversichert. Aber noch schlim mer ist:

Das gilt nur am Versicherungsort, der im Normal -

fall die Wohnung oder das Haus ist.

MM: Wie sieht es dann bei anderen Schä den

aus? Oder bei Gigs bzw. im Probe raum?

CR: Genau das ist das Problem. Die Gefahr, dass

mein Instrument daheim einen Sturmschaden er -

leidet, ist sehr gering. Viel wichtiger ist es doch,

dass man auch im Proberaum, auf der Bühne oder

während des Transportes versichert ist.

MM: Was wäre denn dann versichert?

CR: Besser wäre es zu fragen, was dann nicht

als mitversichert gilt, denn die Musikinstru men ten -

versicherung ist eine All-Gefahren-Deckung. Das

heißt, dass erst einmal alles mitversichert ist, was

nicht ausgeschlossen ist. Und diese Aus schlüsse

sind eigentlich sehr kurz gefasst, nämlich die

„vorhersehbaren Schäden“.

MM: Was versteht man darunter?

CR: Wenn ich im Vorfeld weiß, dass sich der

Schaden ereignen wird, dann ist das vorhersehbar.

Ein Beispiel: Es regnet und ich stelle mein

Key board ungeschützt auf die Open-Air-Bühne.

Dann weiß ich, dass das Keyboard einen Schaden

erleiden wird. Aber auch wenn ich bei meinem Gig

die Gitarre gegen den Lautsprecher schlage, weiß

ich, dass sie zu Bruch gehen wird. Solche und

andere vorhersehbaren Schäden kann natürlich

kein Versicherer tragen.

MM: Das kann doch nicht sein. Ver siche run -

gen sind doch bekannt dafür, dass es viele

Ausschlüsse gibt und sowieso nicht bezahlt

wird.

CR: Ja, das ist in einigen Bereichen wirklich so,

aber deshalb hat man diese speziellen Be din gun -

gen schon vor über 20 Jahren anders aufgebaut

und damit für Klarheit gesorgt.

MM: Das hört sich fast zu gut an, um wahr zu

sein. Sind meine Instrumente dann auch im

Auto versichert? Was passiert, wenn man mir

mein Mikro von der Bühne klaut? Und was

ist, wenn im Proberaum eingebrochen wird?

CR: Ihr wollt es wirklich nicht glauben, aber alles

davon ist versichert.

MM: Gut, aber dann wird mich die Ver siche -

rung natürlich richtig viel Geld kosten.

CR: Das liegt natürlich ein wenig an dem Neu wert

deiner Instrumente. Aber man kann mit einem

Prämiensatz zwischen 1 und 2% am Markt rechnen.

Es gibt noch verschiedene Mindestprämien

der Anbieter. Bei uns liegen die Prämien bei 1%

und einem Mindestbeitrag von 50 Euro. Aber das

soll auch keine Werbeveranstaltung werden.

MM: Das heißt, wenn ich z.B. Equipment von

7 500 Euro habe (wenn ich dich richtig ver-

musiker MAGAZIN 2/2015


MUSIK & RECHT 49

standen habe, dann redet ihr vom Neuwert),

kostet mich die Versicherung 75 Euro. Mo -

natlich?

CR: Das wäre schön für uns. Nein, jährlich! Aber

sind wir ehrlich, die Versicherungssteuer von 19%

kommt noch on top.

MM: Das hört sich wirklich gut an. Unter -

scheiden sich die Marktteilnehmer in ihren

Angeboten und Bedingungen?

CR: Klar, natürlich steckt auch hier der Teufel im

Detail. Immer noch gibt es Anbieter, die einen

Aus schluss zwischen 22 und 6 Uhr früh im

mobilen Einsatz haben. Das ist natürlich völliger

Blödsinn für Musiker. Genau dann sind doch alle

unterwegs. Aber auch andere Bereiche wie Gel -

tungs bereich, Selbstbehalt, Neu- oder Zeit wert -

en t schä digung, Versicherungsschutz im Auto oder

auf Reisen sind Punkte, die sich massiv unterscheiden

können.

versicherung. Das heißt, der Musiker gibt den

Neu wert an und erhält im Schadenfall dann auch

den Neuwert seines Instrumentes, egal wie alt

das Gerät ist. Bei Liebhaberstücken oder bei Wert -

steigerungen muss der Kunde die Wert an gabe

seiner Instrumente immer wieder anpassen. So

haben wir einige Kunden, die uns einmal im Jahr

die neuesten Werte angeben und wir dann die

Versicherungen anpassen. So besteht immer der

richtige Versicherungsschutz.

MM: Kann sich eine Band auch gemeinsam

über einen Vertrag versichern?

CR: Klar, das haben wir oft, dass sich eine GbR

oder bei größeren Bands auch GmbHs mit dem

kompletten Equipment inklusive Backline oder

auch mal ein wenig Licht versichern. Der Aufwand

ist auch nicht größer und die Prämiensätze bleiben

gleich. Sicherlich ist es so auch relativ einfach,

die Ausgaben als Betriebsausgabe zu finanzieren.

fangen und stolz präsentieren. Ich möchte da diskret

bleiben. Aber ihr könnt sicher sein, dass wir

sehr große deutsche Bands genauso in unserem

Bestand haben wie auch Einzelkünstler. Für uns

macht das keinen Unterschied. Natürlich sind wir

schon sehr stolz auf unsere Kunden, vor allem,

wenn man sie im Fernsehen bzw. bei Live veran -

staltungen sieht. Die eine oder andere Band be -

gleiten wir schon seit der Gründungsphase.

MM: Super, vielen Dank schon einmal für

deine klaren Statements.

CR: Ich danke euch und hoffe, ich konnte ein

wenig Licht ins Dunkel bringen.

In der nächsten Aus gabe werden wir uns mit

dem Thema Haftpflicht be schäftigen. Reicht wirklich

eine Privathaft pflichtversicherung aus? Auch

dazu wird sich Christian einem Interview stellen.

Wir freuen uns über eure Fragen und Anregungen.

MM: Wie sieht es denn eigentlich mit In stru -

menten aus, die schon älter sind bzw. die

auch Wertsteigerungen erfahren?

CR: Wie gesagt, wir sprechen von einer Neuwert -

MM: Noch eine Frage zu eurem Unterneh -

men: Habt ihr eigentlich auch bekannte,

größere Bands und Tourneen?

CR: An dieser Stelle würden wohl jetzt viele an -

WEB: WWW.ERPAM.DE

INTERVIEW: MUSIKER MAGAZIN

FOTO: © ZARYA MAXIM/ FOTOLIA.DE

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50 MUSIK & RECHT

MACH AUS DEINEM BANDNAMEN

EINE MARKE

»Der Name einer Band,

eines Projekts, eines

Ensembles ist, neben der

Musik selbstverständlich,

das Aushängeschild

jedes Musikschaffenden.

Er findet sich auf

allen Tonträgern und

Werbematerialien,

auf T-Shirts und anderem

Merchandise, macht die

Band im Internet

auffindbar und sorgt

zusammen mit einer

grafischen Gestaltung für

den optischen

Wiedererkennungswert

der eigenen Musik.«

So ist der Name einer Band oder auch eines

Musikers häufig untrennbar mit dem musikalischen

Werk verbunden. Der Name ist das

Marken zeichen zum Produkt, der Musik. Und

der Begriff Markenzeichen ist auch juristisch

nicht verkehrt, denn wer unter einem bestimmten

Begriff geschäftlich tätig wird, erhält durch das

Marken gesetz (MarkenG) Schutz für diesen Be -

griff. Das Gesetz spricht von einem „geschützten

Unter nehmenskennzeichen“. Das kann ein Wort

wie eben ein Bandname sein und/oder auch ein

gestaltetes Logo.

Wem das nicht genügt, kann seinen Band -

namen sogar richtig als Marke eintragen lassen.

Marken gibt es in vielen verschiedenen Erschei -

nungsformen, von der reinen Wortmarke über

Wort-Bild-Marken zu 3D-, Farb- und sogar Klang -

rer Jahre das exklusive Recht, allein diese Marke

im geschäftlichen Verkehr nutzen zu dürfen. Je -

doch nicht für alles. Bei der Anmeldung der Marke

muss man sich dafür entscheiden, welche Waren

und/oder Dienstleistungen man unter der Marke

schützen möchte, zum Beispiel die Pro duk tion von

Tonträgern, das Herstellen und den Ver kauf von

Merchandise und nicht zuletzt Live-Auftritte.

»Der Name ist

das Markenzeichen zum

Produkt, der Musik.«

Warum das eigentlich, wenn der Name doch

sowieso schon als Unternehmenskennzeichen ge -

schützt ist? Nun, aus mehreren Gründen. Schutz,

Nachweisbarkeit und Durchsetzbarkeit einer

registrierten Marke sind viel höher als bei einem

Unternehmenskennzeichen. Auch gibt die Inha -

ber schaft einer Marke einer Band eine ganz

marken. Letztere sind allerdings selten, beschränken

wir uns hier daher auf Wort- und Bildmarken.

Die Registrierung einer Marke gewährt für das

jeweilige Wort oder Bild für den Zeitraum mehreandere

Verhandlungsposition gegenüber Labels,

da diese für die Nutzung eben auch eine markenrechtliche

Lizenz benötigen. Und schließlich

gewährt die Marke Schutz vor Dritten. So erlebte

ich gerade den Fall, dass eine skandinavische

Bekleidungsfirma eine Wortmarke registrierte, die

dem Namens einer großen Heavy-Metal-Band

entspricht. Diese Registrierung hätte dazu geführt,

dass der Vertrieb von Merchandise für die Band

in Europa fast unmöglich geworden wäre.

Dass sich eine Marke sehr lohnen kann, zeigt

das Beispiel IRON MAIDEN. Die Band ist weltweit

eines der Unternehmen (ja, richtig: Unterneh -

men), die am meisten Geld mit Markenlizenzen

verdienen.

TEXT: RA CHRISTIAN KOCH

FOTO: © RAWPIXEL/FOTOLIA.COM

WEB: WWW.METAL-ANWALT.DE

TELEFON: +49 (0)6403 96918-18

musiker MAGAZIN 2/2015


PRODUKT-NEWS 51

MARTIN KÖNIG ERHÄLT DEN „LIFETIME-ACHIEVEMENT-AWARD“

Im Rahmen der Musikmesse wurde Martin König vom Un -

ternehmen König & Meyer mit dem „Lifetime-Achivement-

Award“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Veranstal -

tung fand im festlichen Rahmen im Saal Europa auf dem

Messegelände statt.

Zunächst hatte RTL-Sprecher Gregor König mit beeindruckender

Stimme in englischer Sprache bereits viele Produkte

aus allen Bereichen der Musikinstrumentenbranche ausgezeichnet.

Jetzt hielt er eine Laudatio für den Wertheimer

Unter nehmer Martin König. Der Moderator erzählte dabei

über Stationen aus dem Leben eines Mannes, der sein Unter -

nehmen König & Meyer über Jahrzehnte geprägt und zu dem

gemacht hat, was es heute ist: Ein mittelständischer deutscher

Betrieb, der sich neben berühmten internationalen

Gitarren-, Keyboard- und Verstärkermarken seinen festen

Platz in der Musikinstrumentenbranche erkämpfen konnte.

Bereits in den 50er-Jahren war Martin König in den väterlichen

Betrieb eingetreten, der sich unter seiner Leitung zu

einer Weltmarke entwickelte. Die mittlerweile über 1.500

unterschiedlichsten Stative und Halter mit dem kleinen K&M-

Symbol werden in mehr als 80 Ländern der Welt an ge boten.

Notenpulte, Mikrofonständer, Keyboardständer, Boxen stative

oder Instrumentenständer aus Wertheim sind von den

Bühnen dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Der berühmteste

von ihnen, der Mikrofonständer 210/2, wurde schon millio -

nen fach verkauft, doch er ist nur eins von vielen Produkten,

die Martin König mit viel Herzblut auf den Weg gebracht hat.

Bebildert mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus der Ver gan gen -

heit führte der Laudator durch die Gründerzeit der Firma, über

das rasante Wachstum der 60er- und 70er-Jahre bis hin zu

den neuesten Errungenschaften. Auch das kollegiale Mit -

einan der im Unternehmen und die gemeinsamen Reisen

der Belegschaft bei besonderen Jubiläen blieben nicht unerwähnt.

Ergebnisse eines ungewöhnlichen Führungsstils.

Heraus ragendes Beispiel hierfür war etwa ein gemeinsamer

Betriebsausflug der Belegschaft mit 190 Personen in die USA.

Am Ende der Laudatio trat dann der Preisträger auf die Bühne

und nahm gerührt von den stehenden Ovationen des Publi -

kums den „Lifetime-Achieve ment-Award“ entgegen.

Seine kurze Dankesrede begann der 79-Jährige angesichts

des internationalen Fachpublikums zunächst in Englisch,

wechselte aber dann nach dem Hinweis „I speak English

like Lothar Matthäus“ ins Deutsche. Er bedankte sich für

diese große Anerkennung für sein Lebenswerk und beton-

te, dass dies ohne seine Familie nicht möglich gewesen

wäre. Be sonders stolz zeigte er sich darüber, dass seine

Tochter Gabriela König als seine Nachfolgerin die Firma seit

2005 unverändert erfolgreich fortführe. Martin König beendete

seine Rede mit dem augenzwinkernden Hinweis, dass

er auch diese vor einem K&M-Stativ gehalten habe, und

bedankte sich dafür bei dem Veranstalter.

Weitere Informationen: www.k-m.de


52 PRODUKT-NEWS

ROCKSTAR – DIE FAQS

Das Buch von Timo Hofmann

Das wichtigste und relevanteste Buch für den musikalischen

Nachwuchs im Raum Deutschland, Österreich und

Schweiz zu schreiben – das und nicht weniger ist der An -

spruch, den Timo Hofmann an sich und sein Buch „ROCK-

STAR – Die FAQs“ hat. Und so wie es aussieht, meint er es

richtig ernst damit.

„Von diesem Buch soll und wird jeder Musiker profitieren,

der sich auch nur im Ansatz ernsthaft dazu entschlossen hat,

mit seiner Musik wirklich berühmt zu werden“, sagt Timo

Hofmann. Er betont bei dieser Aussage ganz speziell die beiden

Wörter ernsthaft und wirklich.

Sein Buch wird strukturiert die Fragen beantworten, die sich

nach wie vor jeder Band früher oder später stellen. Allerdings,

und das ist der große Unterschied zu wohl allen ähnlichen

Büchern auf dem Markt, werden die Fragen endlich einmal

von relevanten Personen aus der Branche beantwortet. Per -

sonen, die Ahnung haben. Rockstars selbst kommen dabei

genauso zu Wort wie deren Manager, Festival veran stalter,

Plattenfirmen, Bookingagenturen, Promofirmen, Print medien,

Radioleute etc.

In diesem Buch gibt es somit erstmalig die Gelegenheit, direkt

von denen zu profitieren, die tatsächlich etwas zu sagen

haben, da sie Größen in der Branche sind und deshalb tatsächlich

mitreden können.

Durch die Erlebnisse, das Wissen und die Erfahrung dieser

Personen erlangt der Leser Informationen aus erster Hand.

Es wird durch das Rockstarbuch von Timo Hofmann auch

mit dem gefährlichen Halbwissen bezüglich der Musik -

branche aufgeräumt, das landläufig grassiert.

Neben vielen weiteren Personen und Bands hat Hofmann

bis heute u.a. Interviews geführt mit Holger Hübner, dem

Veranstalter des Wacken Open Airs, der Band In Extremo,

Jörg Fukking (stellvertretender Aufsichtsrat bei der GEMA

und Buchautor „Der Musikverlag – ein Einstieg“), Alex

Gernandt, Dennis Poschwatta (Schlagzeuger Guano Apes)

und und und ... Ihm ist wichtig zu erwähnen, dass er nach

wie vor noch lange nicht am Ende seines Interview mara -

thons ist und noch viele weitere Schwergewichte der Branche

auf seiner Liste hat.

Zusammengefasst soll der Leser wichtige Tipps und interessante,

nützliche Informationen bekommen, die so in der

Art und Weise noch nie in einem Buch aufbereitet wurden.

„Eine echte Hilfestellung für den musikalischen Nach -

wuchs“ – so bezeichnet Hofmann immer wieder sein Buch.

Es ist dem Autor aber wichtig zu erwähnen, dass er im

Herbst 2016 keine Anleitung à la „Wie werde ich ein Rock -

star“ veröffentlicht. „So etwas gibt es nicht“, sagt er. Er will

mit seinem Rockstarbuch ein hochwertiges Navi ga tions -

gerät liefern, fahren muss aber nach wie vor jeder Künstler

und jede Band selbst.

„ROCKSTAR – Die FAQs“ – VÖ: 16.10.2016

www.rockstarbuch.de

www.facebook.com/rockstarbuch

www.twitter.com/rockstarbuch

ALFRED MUSIC PUBLISHING GMBH

GARANTIERT AKUSTIK BLUESGITARRE LERNEN (ANDI SAITENHIEB)

Der ultimative Kurs für Akustik & Fingerstyle!

Ob Delta Blues, Country Blues, Ragtime oder Boogie: GA -

RAN TIERT AKUSTIK BLUESGITARRE LERNEN gewährt dem

Leser einen fundierten Einblick in die Stilistiken des akustischen

Blues. Schritt für Schritt führt ihn Autor Andi Saiten hieb

vom Steady Bass und Walking Bass über Riffs und Licks,

Intros und Endings in Strumming- und Finger pi ckingtechnik

bis zum kompletten Akustik-Blues-Arrangement bekannter,

traditioneller original Blues-Klassiker für das persönliche

Repertoire:

• Kind Hearted Woman Blues (Robert Johnson)

• Nobody Knows You When You‘re Down And Out (Jimmy

Cox)

• Step It Up & Go (Blind Boy Fuller)

• Sweet Home Chicago (Robert Johnson)

Dabei lassen sich die einzelnen Blues-Bausteine ganz individuell

zusammenstellen. Mit ihrer Hilfe kann man seine eigenen,

authentischen Blues-Songs schreiben!

Keine Vorkenntnisse im Fingerpicking? Kein Problem! Das

Kapitel „Fingerpicking-Technik“ gibt dir alle notwendigen

Grundlagen an die Hand. Und der gewohnt umfassende An -

hang enthält äußerst nützliche Tipps und Informationen

u.a. zu den Themen:

• Die wichtigsten „Blues-Schemata“– Vom 8- bis zum 16-

taktigen Blues!

• „Wie übe ich richtig?“ – Welche Hilfsmittel bieten sich an?

• Kaufberatung „Wie du deine persönliche Gitarre findest“

– inkl. Checkliste!

• CD-Empfehlungen – 17 Seiten stark, ausführlicher denn je!

Auch mit seinem zweiten Buch zum Thema Bluesgitarre –

nach dem Erfolg von GARANTIERT BLUESGITARRE LERNEN

– hat Autor Andi Saitenhieb wieder unter Beweis gestellt,

dass er zu einer akribischen Recherche und umfangreichen

Auf bereitung fähig ist. Mit GARANTIERT AKUSTIK BLUESGI-

TARRE LERNEN wird jedenfalls jeder seinen eigenen Weg

zum Akustik Blues finden!

Bestellung: GARANTIERT AKUSTIK BLUESGITARRE LERNEN

Buch & MP3-CD, 216 Seiten, 21,95 Euro, Art.-Nr.: 20250G;

ISBN 978-3-943638-85-1, www.alfredmusic.de

musiker MAGAZIN 2/2015


PRODUKT-NEWS 53

FRANK BARTEL:

MUSIKTHEORIE – ENDLICH VERSTEHEN

Dieses Buch schließt vorhandene Lücken. Sämt liche relevanten

Begriffe der Musiktheorie einschließlich der Akkorde

und Funktionen werden aufeinander aufbauend auch tatsächlich

verständlich erklärt. Mit einer Aufgabensammlung

und Lösungen.

Oft werden musiktheoretische Begriffe alphabetisch oder

zu Sachgruppen gebündelt erläutert. Dadurch entsteht beim

Leser allerdings kein zusammenhängender, aufeinander

auf bauender Kontext, der jedoch für den Wissenser werb

ungeheuer wichtig ist.

Das Buch richtet sich an ein breites Spektrum von Lesern:

Schulmusiker, die in ihrer Arbeit oftmals vor dem Problem

stehen, grundlegende musikalische Sachverhalte einfach,

anschaulich, verständlich und gleichzeitig korrekt darzustellen.

Musikschüler, die – trotz mehrjährigen Theorie unterrichts –

viele Sachverhalte nicht verstehen und damit auch nicht

anwenden können; denn in der Regel werden im Theo rie -

unterricht Begriffe auswendig gelernt, aber selten erklärt,

was sich dahinter verbirgt.

Musiker, die oftmals mit erstaunlich viel Halb- und auch

Nicht-Wissen durch ihr Musikerleben gehen. Auch auf sie

trifft zu: Wenn man die fundamentalen Zusammenhänge

nicht versteht, wird ein souveräner Umgang mit Musik sehr

schwer.

Frank Bartel unterrichtet seit über 20 Jahren als diplomierter

Klavierpädagoge und diplomierter Komponist an verschiedenen

Musikschulen und Musikhochschulen die

Fächer Klavier/Key board, Schulpraktisches Musizieren,

Musiktheorie/Kom position und leitet Ensembles (instrumental

und vokal). Er kann auf eine mehr als 30-jährige

Berufspraxis als Pianist in verschiedensten Bands, Big-

Bands und Orchestern (u. a. 5 Jahre als Pianist und Arran -

geur des Filmorchesters Babelsberg) zurückblicken.

Bestellung: Leu-Verlag, www.leu-verlag.de

ISBN 978-3-89775-155-2,

176 Seiten, farbig, Spiralbindung, 19,80 Euro

Gitarren oder beim Gesang“, so „Pab“ Boothroyd, FOH-

Ingenieur für AC/DC und Paul McCartney. „Danach war

natürlich klar, dass wir die Systeme für unsere GRAMMY-

Gigs nehmen.“

Das Shure-Drahtlossystem UHF-R stand unter anderem mit

Sir Tom Jones, John Mayer, Usher, Eric Church und Rihanna

auf der Bühne. Darüber hinaus wurden die Podium-Mikro -

fone mit UR1-Taschensendern betrieben, um damit eine

Verkabelung quer über die Bühne zu vermeiden.

Natürlich wurden nicht alle Vocals drahtlos realisiert. Hozier

vertraute auf das Beta 58A, während das SM58 seine

Stärken bei Brandy Clarks Auftritt mit Dwight Yoakam und bei

zahllosen Hintergrund-Vocals unter Beweis stellen konnte.

SHURE FUNKSTRECKEN

IM EINSATZ BEI DEN GRAMMY AWARDS 2015

Die GRAMMY Awards, die am 8. Februar im Staples Center

im Herzen von Los Angeles verliehen wurden, boten mit 23

Live-Gigs eine Show der Superlative. Das Produktionsteam

setzte bei der Umsetzung so vieler Acts in einer derart HFintensiven

Umgebung erneut auf Shure Funk- und In-Ear-

Monitoring-Systeme, um eine zuverlässige, konstante Funk -

übertragung zu gewährleisten.

Vom Hardrock-Opener AC/DC bis zu John Mayers ergreifender

Schlussperformance mit Common waren Shure-Funk -

systeme, drahtgebundene Mikrofone und In-Ear-Monitoring-

Systeme permanent im Einsatz und sorgten für den reibungslosen

Ablauf der Show.

Die meisten Künstler griffen beim In-Ear Monitoring auf

eigene Custom Molds zurück; dennoch war das Shure PSM

1000 mit insgesamt 24 Kanälen verteilt auf zwei Bühnen

bei fast allen Musikern das Monitoring-System der Wahl.

Bei den Funksystemen dominierten Shure Axient und UHF-

R den Abend. So verwendeten AC/DC Axient sowohl für den

Lead-Gesang als auch für Angus Youngs Gitarre. Für den

Background-Gesang kamen UHF-R-Systeme mit Beta 58A-

Kapseln zum Einsatz. Zudem standen Axient Handsender

bei Sir Paul McCartney (Beta 58A), Adam Levine (SM58),

Juanes (Beta 58A) und Pharrell Williams hoch im Kurs.

„Wir haben Axient im Vorfeld bei den Proben ausgetestet

und waren sehr zufrieden mit dem Sound, egal, ob bei den

Eine Premiere war der Einsatz des Shure Beta 181 am Piano

während der GRAMMYs. Broadcast-Mischer Eric Schilling

und FOH-Mann Ron Reaves hatten sich für das Mikrofon

entschieden, was Reaves wie folgt kommentiert: „Es ist der

beste Piano-Sound, den man erzielen kann. Daher waren sie

auch die einzigen Piano-Mikros, die wir während der Show

verwendeten.“

Und Eric Schilling ergänzt: „Nachdem Ron Reaves sie bereits

bei den Latin GRAMMY Awards ausprobiert hatte, beschlossen

wir, die Beta 181 bei der Show in allen Pianos einzusetzen.

Sie haben eine tolle klangliche Performance. Wir

mussten so gut wie nichts mehr modifizieren.“

Die National Academy of Recording Artists and Sciences

verleiht die GRAMMY Awards, die als bedeutendste internationale

Auszeichnung im Bereich Musik gelten, bereits

seit 1959 jährlich in Los Angeles. 2003 wurde Shure mit

dem Technical GRAMMY ausgezeichnet.

Weitere Informationen: www.shure.de

2/2015 musiker MAGAZIN


54 PRODUKT-NEWS

NEUTRIK AG –

40 JAHRE UND EINE MILLIARDE

STECKVERBINDER

Was vor genau 40 Jahren als kleiner Zweimann-Betrieb in

einem alten Bauernhaus in Schaan/Liechtenstein begann,

ist heute der weltweit führende Anbieter von Steck ver bindern

und Steckverbindersystemen für die professionelle Unter -

haltungsindustrie. Mit innovativen Ideen und einzigartigen

Produkten konnte die Neutrik AG von Anfang an rund um

die Welt Kunden begeistern und sich einen hervorragenden

Namen in diesem Marktsegment erarbeiten. Heute – 40

Jahre später – darf man mit Stolz sagen: Neutrik setzt

Standards!

SHURE UND SOUNDCRAFT GEBEN ZUSAMMENARBEIT BEKANNT

Umfassende Wireless-Kontrolle über die Digitalmischpulte der Vi-Serie

Sämtliche Events weltweit offenbaren es eindrücklich:

Neutrik findet sich auf praktisch allen Bühnen und Ver an -

staltungen wieder. Wo auch immer Audio-Signale, Video-

Signale, Daten oder Strom verteilt wird, kann man ein Neutrik-

Produkt entdecken.

Für die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von

professionellen Steckverbindungen und -systemen in der

Un terhaltungsbranche ist Neutrik bereits seit 40 Jahren

erste Adresse.

Auf der diesjährigen Prolight + Sound gaben die Pro-Audio-

Hersteller Shure und Soundcraft ihre Zusammenarbeit be -

kannt, auf deren Basis Monitoring- und Kontroll funk tio nen

einiger ausgewählter Shure-Funksysteme auf den Digital -

misch pulten der Soundcraft-Vi-Serie realisiert werden. Diese

Implementierung erfolgt auf den neuen Soundcraft-Kon -

solen Vi5000 und Vi7000; unterstützt werden die digitalen

Shure-Funksysteme ULX-D und QLX-D. Dank der Software-

Integration erkennen und identifizieren die Vi-Mischpulte

die Shure-Funk-Empfänger automatisch und weisen das

Funksystem einem entsprechenden Kanal zu. Anschließend

gibt dieser Kanal Auskunft über alle wesentlichen Mikrofonund

Funk-Parameter. Damit lassen sich beispielsweise HFund

Audio-Metering des Kanals live überwachen und der

Gain-Wert direkt an der Konsole anpassen. Die Anzeige des

Batteriestatus wird für Shure-Lithium-Ionen-Akkus ebenso

unterstützt wie für Standard-AA-Batterien.

„Die Zusammenarbeit mit Soundcraft eröffnet Vi-Usern

neue Möglichkeiten bei Monitoring und Kontrolle unserer

netzwerkfähigen Shure-Funksysteme“, so Sandy LaMantia,

Präsident und CEO bei Shure Incorporated. „Die wichtigsten

Drahtlosfunktionen sind nun integriert; damit verbessern

wir die Benutzerfreundlichkeit und gestalten die An -

wen dung deutlich einfacher.“

Dave McKinney, General Manager und Vizepräsident von

Soundcraft und Studer fügt hinzu: „Die Mischpulte der Vi-

Serie sind darauf getrimmt, exakt die Funktionen und Tech -

nologien zu liefern, die unsere Kunden auch benötigen. Die

Bereitstellung von Drahtlos-Daten, sowohl systemeigen als

auch automatisch, gehört hier dazu. Daher war es eine

leichte Entscheidung, mit Shure zusammenzuarbeiten, um

den Workflow für unsere User komfortabler zu gestalten –

und das hat bei uns seit jeher einen hohen Stellenwert.“

Die Modelle ULX-D und QLX-D sind die neuesten digitalen

Funksysteme von Shure. Beide Systeme verfügen über

Ethernet-Schnittstellen und erlauben damit die Vernetzung

mit den Mischpulten der Soundcraft-Vi-Serie. Die Dual- und

Quad-Receiver des ULX-D-Systems ermöglichen zudem die

Anbindung an das digitale Audionetzwerk Dante. Neben

den neuen Vi5000 und Vi7000 wird ein in Kürze verfügbares

Software-Update die Integration der Shure-Funks ysteme

für die Modelle Vi1 und Vi3000 beinhalten.

Weitere Informationen: www.shure.de

SMARTPHONE-HALTER VON KÖNIG & MEYER

2015 wird neben den Jubiläumsfeierlichkeiten auch der

1'000'000'000ste von Neutrik produzierte Steckverbinder

gefeiert. Nach 1983 – als die erste Million vom Band gelaufen

war – eine Vertausendfachung. Mit dieser eindrucksvollen

Zahl darf die Neutrik AG ohne Übertreibung von sich

behaupten, der Marktführer auf dem Gebiet der XLR-Steck -

verbinder zu sein. Die Erfolgsgeschichte und Pro duktion

von 1'000'000'000 Steckverbindern basieren auf einer

Firmenphilosophie, die auf Innovation, Zuverlässigkeit und

Kontinuität ausgerichtet ist – und das schon seit 1975.

Weitere Informationen: www.neutrik.de

musiker MAGAZIN 2/2015

Mit diesem universellen Halter ist Ihr Smartphone immer in

Reichweite. Der Halter ist geeignet für alle flachen Geräte,

wie z.B. Smartphones iPhone 4, iPhone 6 plus oder

Samsung Galaxy mit einer Breite von 44 bis 84 mm. Die

Bedienung ist einfach und schnell. Smartphone einlegen –

Klemmbacken zusammendrücken – fertig. Auf Knopfdruck

wird das Gerät wieder freigegeben. Die Klemmbacken mit

integrierter Gummiauflage garantieren einen sicheren Halt

und eliminieren unerwünschte Vibrationsgeräusche. Die aus -

tauschbaren Stützstege mit unterschiedlicher Tiefe können

individuell dem Smartphone angepasst werden, sodass die

Funktion der Bedienungselemente am Gerät nicht beeinträchtigt

wird. Der Halter kann zwischen vertikaler oder horizontaler

Ausrichtung gedreht werden. Ein stabiles Klemm -

element mit ergonomischer Rändelschraube ermöglicht die

Montage an jedem Rohr bis 30 mm Durchmesser. Der flexible

Haltearm mit einer Länge von 110 mm sorgt für eine

individuelle Positionierung.

Weitere Infos: www.k-m.de, EAN: 4016842827893

Unverbindliche Preisempfehlung: 31,90 Euro


PRODUKT-NEWS 55

SENNHEISER LAUNCHT AVX –

ABSOLUT NUTZERFREUNDLICHE DRAHTLOSE MIKROFONSYSTEME FÜR KAMERAS

Auf der NAB in Las Vegas stellt Audiospezialist Sennheiser

mit AVX eine Serie von drahtlosen Mikrofonsystemen für

Videokameras vor, mit der hochwertige Audioaufnahmen

vollkommen stressfrei gelingen. Dazu wird der kompakte

AVX-Empfänger einfach auf den XLR-3-Eingang der Kamera

gesteckt, wo er sich automatisch mit dem Mikrofonsender

synchronisiert. Das System sucht selbstständig nach einer

freien Übertragungsfrequenz, passt die Empfindlichkeit an

die Kamera an und überträgt das Audiosignal über eine

speziell geschützte Verbindung im lizenzfreien 1,9-GHz-

Bereich. Nie zuvor ließen sich Videotonaufnahmen einfacher

und schneller erstellen.

„Ganz gleich, ob Sie als Journalist eine Messereportage

zusammenstellen, als Videoprofi eine Dokumentation filmen

oder ein Marketing-Spezialist sind, der Produktvideos

entwickelt – mit AVX können Sie sich ganz auf Ihre kreative

Arbeit konzentrieren“, sagt Sven Boetcher, Portfolio-

Manager Broadcast & Media bei Sennheiser. „Das System

braucht nicht lizenziert zu werden, es wählt automatisch

eine freie Sendefrequenz aus und passt alle notwendigen

Einstellungen an – das ist echte Bedienfreundlichkeit.“

AVX ist in Komplettsystemen erhältlich, die alles Not wen -

dige enthalten, um sofort auf Sendung zu gehen. Alter nativ

kann ein System auch aus Einzelkomponenten zusammengestellt

werden.

REICHWEITE, WENN SIE GEBRAUCHT WIRD

AVX ist mit adaptiver Sendeleistung ausgestattet, das heißt,

dass das System immer die Leistung abruft, die für eine

sichere Verbindung zwischen Mikrofon und Kamera emp -

fän ger benötigt wird. Das macht nicht nur die Verbindung

stabil, sondern sorgt – genau wie die automatische Ein-/

Aus-Funktion – auch für einen geringeren Akkuverbrauch.

DURCHDACHTES AKKUKONZEPT

Empfänger und Sender werden mit Lithium-Ionen-Akku -

packs betrieben, die sich über USB aufladen lassen. Um böse

Überraschungen zu vermeiden, zeigen die Sender zuverlässig

die verbleibende Akkulaufzeit an.

KOMPLETTSETS ODER EINZELKOMPONENTEN

AVX ist in drei Komplettsets erhältlich: mit einem Hand sender

(mit evolution-Mikrofonkopf MMD 835-1), mit Taschen sender

und Ansteckmikrofon ME 2 sowie in einer Profi-Version mit

Taschensender und Ansteckmikrofon MKE 2 – dem Standard

für Film- und TV-Produktionen.

Speziell für die USA ist ein COMBO-SET erhältlich, das

sowohl einen Taschensender mit Ansteckmikrofon ME 2 als

auch einen Handsender umfasst. Als Mikrofonkopf liegt hier

die neue Kapsel MMD 42 von Sennheisers Reportage -

mikro fon-Klassiker MD 42 bei.

Alle Systemkomponenten sowie zusätzliche Module, zum

Beispiel ein Handsender mit Mute-Schalter, sind auch einzeln

erhältlich, sodass Nutzer ein AVX-System ganz nach

ihren Wünschen zusammenzustellen können.

NUTZERFREUNDLICHKEIT VON ANFANG AN

Schon vor dem eigentlichen Einsatz zeigt sich die hohe

Benutzerfreundlichkeit von AVX: Das System arbeitet im

lizenzfreien 1,9-GHz-Bereich, der in vielen Ländern weltweit

genutzt werden kann. Das System muss also weder

angemeldet werden, noch fallen für die Nutzung Gebühren

an. Und diese Nutzerfreundlichkeit setzt sich im Betrieb

fort: Der Aufsteckempfänger schaltet sich zusammen mit

der Phantomspeisung der Kamera ein und synchronisiert

sich selbstständig mit dem Sender. Das System passt den

Aufnahmepegel automatisch an die Eingangs empfindlich -

keit der Kamera an, sucht eine freie Sendefrequenz – und

ist einsatzbereit. Taucht ein Störer auf, wechselt AVX un -

hörbar auf eine neue Frequenz.

ZUBEHÖR FÜR DSLR-KAMERAS

Für DSLR-Kameras mit Klinkeneingang liegt den AVX-Sets

ein Adapterkabel von XLR auf Miniklinke bei, ebenso ein

Blitzschuh-Adapter, mit dem der Empfänger schnell und

sicher an der digitalen Spiegelreflexkamera montiert werden

kann.

Alle AVX-Systeme und Einzelkomponenten sind ab Juni

2015 im Fachhandel erhältlich.

Weitere Informationen: www.sennheiser.com/avx

www.sennheiser.de

AUFRUF

AN ALLE DRMV-MITGLIEDER:

Wer hat Erfahrung mit der Firma Rebeat in Österreich?

Bitte informiert uns, da wir eine umfangreiche Re cher -

che vornehmen.

Kontakt: info@musikermagazin.de

2/2015 musiker MAGAZIN


56 PRODUKT-NEWS

MUSIC STORE: NEUE MEISTERWERKSTATT FÜR BLASINSTRUMENTE

Ihr Instrument in Meisterhand bei Jens-Peter Heilgendorff

In unserer hervorragend ausgestatteten Werkstatt werden

alle Reparaturen sowie Wartungen fachkundig durchgeführt

– egal, ob es um die Nachjustierung der Mechanik bei

Holzblasinstrumenten geht, die Neubepolsterung der Klap -

pen, das Ausbeulen von Instrumenten oder die Erneuerung

defekter Lötstellen.Auch individuelle Kundenwünsche werden

dabei be rück sichtigt.

Unser Handwerksmeister für Blechblasinstrumente mit über

30-jähriger Berufserfahrung und einem fundierten Wissen

wird die durchzuführenden Arbeiten mit Sorgfalt und Präzision

erledigen. Dabei kommen hochwertige Maschinen, Werk -

zeuge sowie erstklassige Materialien zum Einsatz, damit Sie

auch nach der durchgeführten Arbeit mit dem Instrument

und der daran geleisteten Arbeit stets zufrieden sind.

Die Meisterwerkstatt für Blasinstrumente ist für Sie da!

Montag 10.00 – 15.00 Uhr, Dienstag 10.00 – 17.00 Uhr

Donnerstag 10.00 – 15. 00 Uhr

Weitere Informationen: www.musicstore.de

https://youtu.be/se7sbnDFqHs

blasinstrumente-werkstatt@musicstore.de

20-KANALIGES USB-AUDIOINTERFACE IST TASCAMS

NEUES FLAGGSCHIFF

Tascam hat das Spitzenmodell seiner jüngsten Reihe von

USB-Audiointerfaces vorgestellt. Das US-20x20 ist für die

Verwendung in professionellen Aufnahmeeinrichtungen

oder Projektstudios vorgesehen und unterstützt Abtastraten

bis 192 kHz über USB 3.0, einem führenden Übertragungsstandard

für den Datenaustausch mit einem Computer.

Mit acht Eingängen über XLR/Klinke-Kombibuchsen, zwei

weiteren symmetrischen Klinkeneingängen, einem SPDIF-

Koaxialeingang und einem mehrkanaligen optischen Digital -

eingang kann das Interface bei einer Abtastrate von 44,1

kHz oder 48 kHz bis zu 20 Eingangs- und Ausgangs signale

verarbeiten. Bei 176,4 kHz oder 192 kHz stehen bis zu

12 Eingänge und 12 Ausgänge bereit. Die von Tascam entwickelten

Ultra-HDDA-Mikrofonvorverstärker haben ein

äquivalentes Eingangsrauschen (EIN) von –125 dBu. Und

20 dB Übersteuerungsreserve in den Mikrofon- und Line-

Eingängen bieten auch bei hohen Pegelspitzen von Schlag -

zeug und Instrumenten genügend Sicherheit für übersteue-

rungsfreie Aufnahmen. Das Interface enthält einen gut ausgestatteten

DSP-Mixer mit EQ, Kompression und Halleffekt

für jeden Kanal. Durch den Wechsel der Betriebsart lässt es

sich entweder als eigenständiger Mikrofonvorverstärker, als

Audiointerface oder als Mixer für die Beschallung verwenden.

Die Einbindung in Arbeitsumgebungen mit unterschiedlichsten

Audiogeräten gelingt über die Analogeingänge und

-ausgänge, die digitalen Ein- und Ausgänge über koaxiale

und optische Anschlüsse, MIDI-Ein- und -Ausgang sowie

BNC-Wordclock-Anschlüsse.

Weitere Informationen: www.tascam.de

PREISGÜNSTIGES 24-SPUR-PORTASTUDIO BEI TASCAM

Tascam stellt mit dem DP-24SD ein 24-Spur-Portastudio

vor, das einfach zu bedienen ist und dadurch die Kreativität

von Musikern beflügeln soll. Das neueste Modell der

Portastudio-Reihe verwendet SD-Karten als Speicher -

medien, die für ihre Robustheit, ihren günstigen Preis und

ihre Erweiterbarkeit bekannt sind. Acht XLR-Mikrofon -

eingänge mit schaltbarer Phantomspeisung erlauben es,

eine ganze Band aufzunehmen. Bis zu acht Audiospuren

können zeitgleich aufgezeichnet werden, insgesamt stehen

24 Spuren für die Wiedergabe und Mischung zur Ver fü -

gung.

Drei Arten von Effekten sind bereits eingebaut: Bis zu acht

Dynamikprozessoren können während der Aufnahme in den

Eingängen aktiviert werden. Ein Multieffekt-Prozessor bietet

Gitarrenverstärker-Simulation, Delay, Chorus und weitere

Effekte – ideal für eine direkt angeschlossene Gitarre. Und

ein Halleffekt steht über den internen Einschleifweg in jedem

Kanal zur Verfügung.

Ein Farbdisplay mit leicht zuzuordnenden, farbkodierten Be -

dienreglern und eine Reihe von Effekten machen das DP-

24SD zum idealen Produktionswerkzeug für Musiker, Song -

writer und andere Künstler.

Weitere Informationen: www.tascam.de

musiker MAGAZIN 2/2015


PRODUKT-NEWS 57

DAS POPCAMP-BUCH IST DA!

Nach rund 2,5 Jahren Arbeit halten wir es nun endlich in den Händen: Das PopCamp-Buch!

Autor: Lothar Scholz, ISBN: 978-3-9813446-8-4, 19,50 Euro

Herausgeber: Deutscher Musikrat gemeinnützige Projekt -

gesell schaft mbH, Verlag: Musikmarkt

Bislang waren Meisterkurse für Musik der sogenannten

ernsten Musik vorbehalten. Seit PopCamp ist das anders!

Unter dem Motto „Vielfalt statt Mainstream!“ erhalten hier

fünf junge, hochtalentierte Rock-, Pop- und Jazzbands

jährlich ihren Meisterkurs für populäre Musik. Das vom

Deutschen Musikrat 2005 ins Leben gerufene Spitzen för -

derprojekt zeichnet sich durch eine bedarfsgerechte För de -

rung sowohl in künstlerischen als auch wirtschaftlichen

Fragen aus. Ziel ist es, die Bands auf ihrem Weg in die

Professionalität zu unterstützen.

„PopCamp – Know-how“ gibt erstmals einen umfassenden

Einblick in Konzept, Ablauf und Inhalt des Spitzenförder -

projektes. Als Dokumentation und Nachschlagewerk richtet

sich dieses Buch an Musikförderer und Musikschaffende.

Wie es jungen Bands gelingt, ihre Nische oder aber auch

ein größeres Publikum zu finden, zeigen die im Buch erzählten

Geschichten von Jupiter Jones, Cyminology, Alin Coen

Band, OK KID und Heisskalt. Sie haben es wie viele andere

ehemalige PopCamp-Teilnehmer geschafft, von ihrer

Musik leben zu können. Das Buch bietet Know-how aus

allen Coaching-Bereichen des Spitzenförderprojekts wie

Songwriting, Arrangement & Producing, Choreographie &

Performance, Vocal-Coaching, Tontechnik & FOH, Licht- &

Bühnendesign, Kommunikations- & Medientraining, Marketing,

Musik- & Vertragsrecht sowie GEMA, GVL & KSK,

angereichert mit praktischen Tipps der PopCamp-Dozenten.

ÜBER DEN AUTOR:

Lothar Scholz, Musik- und Kommunikations wissen schaft ler,

ist seit über zehn Jahren Berlin-Korrespondent des Bran -

chen magazins „Musikmarkt“ mit den Schwerpunkt themen

Urheberrecht und kollektive Rechtewahrnehmung. In dieser

Zeit hat er u. a. die Fachbücher „Die Musik branche – Aus -

bildungswege und Tätigkeitsfelder“ (Schott Verlag) sowie

„GEMA, GVL & KSK“ (PPV Medien, 3. Auf lage) geschrieben.

Über letzteres Thema referiert er regelmäßig an der Pop -

akademie Baden-Württemberg und beim PopCamp, dem

Meisterkurs für populäre Musik des Deutschen Musik rates.

Zur Bestellung:

Bestellungen bitte inklusive Ihrer Rechnungs- und Liefer -

adresse, Buchtitel und gewünschter Anzahl an:

mm-bestellung@keller-verlag.de

TASCAM ZEIGT KOMPAKTE,

EINBAUFÄHIGE BACKUPLÖSUNG

FÜR 64 AUDIOSPUREN

Tascam kündigt mit dem DA-6400 einen universell einsetzbaren

Recorder für die Sicherung von 64 Audiospuren an,

die er von einer Digital Audio Workstation oder von einem

Live-Mischpult erhält.

Für das Gerät stehen verschiedene Interfacekarten für Daten -

formate wie MADI, DANTE, DigiLink, AVB oder AES/EBU zur

Auswahl, die eine nahtlose Integration in praktisch jede vor -

handene Systemumgebung ermöglichen.

Der DA-6400 nutzt ein spezielles Echtzeit-Betriebssystem

und höchst zuverlässige SSD-Laufwerke für die Speicherung

der Daten. Ein Modell mit redundanter Stromversorgung wird

ebenfalls erhältlich sein.

Weitere Informationen hat Tascam für die nahe Zukunft an -

gekündigt – www.tascam.de

REVIEW: THOMANN BASS DAY 3

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht! Da ist er auch schon wieder

vorbei, der dritte Thomann Bass Day hier in Treppendorf.

Und wie zu erwarten, war es auch dieses Mal ein super Event

mit großartigen Gästen und Künstlern. Dank der Unter -

stützung seitens Mesa Boogie, TecAmp, Ibanez, Marleaux,

Cort und deren Protagonisten konnte sich das Programm

mehr als nur sehen lassen.

Samy Saemann, Andrew „The Bullet“ Lauer, Raoul Walton,

Jeff Berlin und Andrew Gouche hielten jeweils einen einstündigen

Workshop über Grooves, Improvisation, Slap-

Techniken und vieles mehr. Dank zahlreicher Anekdoten

und durch die Einbindung des Publikums kam während

des Tages zu keiner Zeit das Gefühl von Langeweile auf –

ganz im Gegenteil. In den Pausen konnten sich unsere

Gäste entweder am Buffet stärken oder die Instrumente

und Verstärker der Hersteller auf Herz und Nieren testen.

Wer von euch nicht dabei sein konnte, dem sei gesagt,

dass die vierte Auflage des Thomann Bass Day nicht allzu

lange auf sich warten lassen wird. Bis dahin – gut Groove!

Weitere Informationen: www.thomann.de

www.thomann.de/blog/de/review-thomann-bass-day-3/

http://youtu.be/M2oJzWg15Ro

2/2015 musiker MAGAZIN


58 CD-REZENSIONEN

CHRIS KRAMER

»Kramer kommt«

Mit „Kramer kommt“ ist dem Bluesmusiker Chris Kramer

erneut eine abwechslungsreiche Mischung aus rockigen

und leise-bluesigen Songs gelungen. Die Texte der 14

deutsch sprachigen Lieder sind mal tiefgehend, mal witzig.

Der Mundharmonikaspieler, der schon mit Peter Maffay auf

Tournee war, zeigt die ganze Bandbreite seines musikalischen

Könnens. Die ersten Songs „Ich bin anders“, „Volle

Kraft voraus“ und „Geld, Geld, Geld“ fetzt er dem Hörer um

die Ohren. Erst gegen Ende des Albums werden die Songs

mit „Ordent lich bin ich nur gelegentlich“ und „Ein Teil von

dir“ ruhiger. Besonders die einfühlsam gespielte Bluesharp

überzeugt bei diesen Stücken.

www.chris-kramer.de

J.H.

ist eine kraftvolle Nummer, die sofort zu überzeugen weiß.

GRAND SLAM ist eine Band, die mit der Zeit geht – dies

bemerkt man daran, dass hier und da dezente elektronische

Elemente mit eingefügt werden. Der Track „Keep Me In Your

Day dreams“ sticht da besonders heraus. Lebendiger Funk,

der geradezu nach der Tanzfläche schreit. Es gibt ganz viele

Spuren, jede scheint ihr eigenes Lied zu spielen, und doch

ergibt das keine Kakophonie, sondern ein wundersames,

schillerndes Ganzes. Fast alles auf „The New Crack Swing

EP“ klingt wie nicht von dieser Welt, schwer zu fassen und

doch dringlich.

www.tnt-productions.de

M.D.

erhielt der Song „My Girl In The Sunrays“ den ersten Platz in

der Kategorie „bester Rhythm-&-Blues-Song 2014“. ALWIN

SMOKE spielt Gitarre seit seinem 11. Lebensjahr, fühlt sich

aber auch mit Bassgitarre und Klavier wohl. Seine Vorliebe

gilt dem klassischen Rock, er schätzt aber auch den Jazz.

Neben 80er-Jahre-typischen Songs gibt es auf dem Album

auch Balladen oder Surf-Sound-Artiges, wie „Mother Blue“.

In „Bad Voice“ klingen Gitarren zweistimmig nebeneinander.

Gar nicht rauchig, aber klar und sauber klingen Produktion

und Stimme des Künstlers. Protagonist Alex Weinrauch hat

fast alle Instrumente selbst eingespielt. Lena Weinrauch spielt

absolut hörenswert die Flöte in „Sunset“. Hörenswert ist die

ganze Platte für Freunde des gepflegten klassischen Rock!

www.alwinsmoke.com

C.S.

HERR WITTE

»Herr Witte«

Die drei Aachener Jens Witte, Andreas Mosch und Peter

Hans machen seit mehr als 20 Jahren gemeinsam Musik.

Als HERR WITTE berühren sie mit melancholischen Klängen

und tiefgründigen Texten. Leise und zurückhaltend präsentiert

das Trio seine Lieder, bei denen neben Gitarre, Klavier,

Bass und Percussion auch Akkordeon- und elektronische

Töne zu hören sind. Die Geschichten, von denen die Songs

erzählen, stehen im Vordergrund und wecken in den Zu -

hörern Emotionen, regen zum Nachdenken an und bieten,

indem sie von den Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten

des Lebens berichten, Platz für eigene Interpretationen.

www.herrwitte.de

J.H.

GRAND SLAM

»The New Crack Swing EP«

30 Jahre gibt es die Formation GRAND SLAM aus dem

kleinen bayerischen Örtchen Amberg nun schon. Sie touren

unentwegt und bringen auch mal das eine oder andere Album

auf den Markt, diesmal in Form der EP „The New Crack

Swing EP“. Eine Mischung aus Blues, Pop, Jazz und Funk

kommt einem hier entgegen. Der Opener „Sunday Morning“

MIKE O’DONOGHUE

»Gone America«

Mike O’Donoghue neuestes Album mit dem Titel „Gone

America“ kann ein wenig irreführend wirken. Denn was einem

hier präsentiert wird, ist feinster irischer Folk, aber auch amerikanischer

Folk wie zum Beispiel beim Stück „Have A Drink

On Me“ findet seinen Platz auf dem Album. Akustische

Gitarren, Akkordeon und ein dezentes Querflötenspiel be -

herrschen die Atmosphäre. Man merkt, dass hier ein Musiker

am Werke ist, der etwas zu sagen hat. Stücke wie „New

Horizon“ und „My Girl“ sind schön, nachdenklich und traurig

zugleich. Jedoch spürt man die enorme Kraft, die in ihnen

steckt, eine Kraft, der man keinen lauten Sound verpassen

muss. „Gone America“ strahlt Wärme und Natürlichkeit aus,

offenbart sich schon nach einmaligem Durchlauf als ein Werk

von subtiler Schönheit. Eine Schönheit, die sich von Mal zu

Mal steigert, wenn man nicht den Fehler begeht, das Album

nebenbei zu hören. Denn es ist ein Gesamtkunstwerk von

gewaltiger Anziehungskraft, das nur als solches funktioniert.

Das Album ist dazu gemacht, um es einzulegen und

in so eine Art andere Welt einzutauchen.

www.mike-odonoghue.de

M.D.

ALWIN SMOKE

»Spirit’s Free«

Klassischer Rock und Blues, das sind die prägenden Stile

des ALWIN SMOKE. Beim Deutschen Rock und Pop Preis

MARTY AND THE BAD PUNCH

»Moon Over Baskerville«

Der Mond über Baskerville scheint hell! Ein Album mit

Strahlkraft ist das, was Martin Punsch, Gitarrist aus München,

alias MARTY AND THE BAD PUNCH da produzierte. Der

Großhandelskaufmann klingt selbst wie seine großen Vor -

bilder FOREIGNER oder REO SPEEDWAGON. Kelly Hansen,

seit 2005 Frontmann und Vokalist bei FOREIGNER, empfahl

Sangeskollege David Cagle für die Einspielung des Ge sangs.

Die Produktion ging in Form von digitalen Spuren um die

Welt, um mit den handverlesenen Kandidaten für Martys

Album bespielt zu werden. Das Ergebnis ist ein Album, das

typischen AOR-Sound aus den 80ern ins Heute zaubert.

Unverstellt und völlig natürlich agieren neben Cagle und

Punch Robert Karasek an den Keyboards, Martin Motnik an

der Bassgitarre und Will Jones am Schlagzeug. Die Songs

schweben in Sphären zwischen JOURNEY, FOREIGNER und

EAGLES. „Destination California“ ist eine laid-back klingende

Ballade, die sich im Ford Mustang auf dem Highway absolut

gut machen würde. Gerne nannte man das damals auch

Soft-Rock. Der Klasse dieser Musik macht das aber keinen

Abbruch. Marty hat mit diesem Album das geschafft, woran

viele scheitern: den Idolen nicht nur nacheifern, sondern auf

Augenhöhe mit ihnen musizieren. Deshalb ist seine Musik

nicht nur für 80er-Nostalgiker eine absolut glänzende

Empfehlung. Hell glänzend, wie der Mond über Baskerville.

www.martyandthebadpunch.com

C.S.

musiker MAGAZIN 2/2015


CD-REZENSIONEN 59

BARBARA ZANETTI

»Showdown«

THE NOISE

»The Noise«

CORDELIA LOOSEN-SARR

»Seelenhauch«

Die Südtirolerin Barbara Zanetti bringt mit „Showdown“

eine Single heraus, die uns in zwei Varianten präsentiert

wird: einmal die rockige Version und einmal in reduzierter

Weise. Obwohl man sagen muss, dass sie dennoch mit viel

Energie bei der „Folk-Version“ zu Werke geht. Die Single ist

tadellos produziert und klangtechnisch auf der Höhe. Die

Stimme spielt die nie angefochtene Hauptrolle im Klang -

spektrum des Songs, und das ist bei dieser Sängerin auch

ein Muss: Alles andere wäre ein Ärgernis. Was besonders

hervorsticht, ist der Faktor, dass das Lied Authentizität besitzt

und das lässt Barbara Zanetti nicht als Kunstprodukt der

Musikbranche erscheinen.

www.barbarazanetti.com

M.D.

Die New Yorker Jungs von THE NOISE machen mit ihrem

neuen Album, das ebenfalls mit „The Noise“ betitelt ist, ihrem

Namen alle Ehre. Mit Lärm, harten Gitarrenriffs, schnellen

Bässen und einem Schlagzeug, das vorantreibt, fetzen die

Punk Rocker um Sänger und Frontmann Arthur King, den

viele noch von der Band THE MISFITS kennen, ihren Hörern

einen Song nach dem anderen um die Ohren. Ihr Sound

erinnert stark an den ursprünglichen Punk. Einflüsse von

THE RAMONES, Iggy Pop und THE CLASH sind nicht zu

überhören, sodass die Platte, die seit Februar erhältlich ist,

auch in der Hoch-Zeit des Punk Rock hätte produziert werden

können.

www.rookierecords.de/category/bands/the-noise J.H.

Ruhe und Harmonie im stressigen Alltag finden, eins mit

der Natur werden, mit sich selbst im Einklang stehen und

in einen meditativen Zustand kommen liegt Cordelia

Loosen-Sarr am Herzen. Auf ihrer CD „Seelenhauch“

nimmt sie die Hörer mit auf eine friedvolle Naturklangreise.

Dafür spielt sie extra statt in der gängigen 440-Hz-Stim -

mung in der 432-Hz-Stimmung, die ihrer Meinung nach

einen „Bezug zum Menschen, der Erde und dem Kosmos“

habe und deshalb das Herz berühre und öffne. Beim Stück

„Friedensklang“ wird Loosen-Sarr von Jutta Reichardt

sphärisch auf dem Monochord begleitet. Die CD ist Balsam

für die Seele.

www.musicforlife.de

J.H.

THE SAZERAC SWINGERS

»It’s Never Too Late For A Happy

Childhood«

Jazz aus Gütersloh. THE SAZERAC SWINGERS kommen sehr

unbeschwert und leichtfüßig auf ihrem aktuellen Werk „It’s

Never Too Late For A Happy Childhood“. Das müssen sie ja

fast auch, denn ihr Album umfasst 15 Lieder. Es ist schon

ganz schön mutig, ein solch langes Album heutzutage noch

auf den Markt zu bringen, denn die einzelnen Lieder liegen

fast nie unter der Fünfminutengrenze. Aber schon beim

ersten Stück „Flying Home“ wird klar, dass einem schwere

Kost hier erspart wird. Nein, ihr Ziel ist es, dem Hörer

Lebensfreude zu vermitteln. Was wäre da besser geeignet

als guter, alter, traditioneller Jazz in bester Louis-Armstrong-

Manier. Dieser Legende kommen sie auch sehr nahe mit

dem Stück „Max The Knife“, mit Terrence Ngassa als Gast -

sänger. Hier glaubt man fast, der Meister Louis Armstrong

höchstpersönlich stünde hinter dem Mikrofon. Das einzige,

das man der Truppe vorwerfen kann, ist, dass sie bisweilen

ihre Musik etwas zu routiniert spielen und die improvisatorische

Freiheit, die man sich im Jazz durchaus nehmen

kann, manchen Werken fehlt. Nichtsdestotrotz ist und

bleibt auch dieses Album eine Sammlung von fantastischen

Nummern.

www.sazeracswingers.com

M.D.

KURT BUSCHMANN

»The Blues Is Gone«

Der aus Seeon am Chiemsee kommende Multi-Instru men -

talist Kurt Buschmann bringt uns auf „The Blues Is Gone“

den Jazz näher. Er covert Klassiker wie „M.R. PC“ von John

Coltrane oder „St. Thomas“ von Sonny Rollins. Aber auch

Pop kommt nicht zu kurz wie bei der Cover-Version von

dem unsterblichen Klassiker „Eleanor Rigby“ der BEATLES.

Das ist Spielfreude pur, schwerer zu hüten als ein Sack

Flöhe und gleichzeitig der Beweis, dass Kurt Buschmanns

neues Album vor allem von seinem gepflegten Saxophon -

spiel lebt. Einen träumerischen Tag-am-Meer-Ausklang findet

„The Blues Is Gone“ mit „Crystal Silence“, im Origi nal

von Chick Corea. Superreduziert mit Saxophon und Piano

kreiert es eine nachgerade sakrale Atmosphäre, die den

Hörer in eine geistige Sphäre erhebt, in der er nicht mehr

zu unterscheiden vermag, ob am Schluss des Stücks ein

feines Störgeräusch zum Tragen kommt. Kurt Buschmann

hat es verstanden, dem Album Raum und Zeit für die Ent -

wicklung seiner Eigen drama turgie zuzugestehen. Die, im

positiven Sinne, minimale dynamische Spannweite trägt

das Ihre zum Eindruck eines Kunst werks ohne Brüche bei,

während die prächtigen Harmonien pure Schönheit ver -

mitteln.

www.kurt-buschmann.de

M.D.

THE KURT BUSCHMANN GROUP

»Use Your Time«

„Ain’t No Sunshine“ von Bill Withers ist mit Sicherheit eins

der meistgecoverten Lieder überhaupt. Darum muss man

sich schon bei einem solchen Klassiker etwas Spezielles

einfallen lassen, um den Hörer bei der Stange zu halten.

Dies gelingt der KURT BUSCHMANN GROUP auf ihrem

Album „Use Your Time“ hervorragend. Sie kopieren es nicht

einfach eins zu eins, sondern hauchen dem Klassiker mit

Buschmanns hier etwas schrägem Saxophon-Spiel,

besonders im Mittelteil, neues Lebens ein. „Use Your Time“

ist ein reines Cover-Album geworden. „Fly Me To The

Moon“, von Bart Howard geschrieben und durch Frank

Sinatra weltweit bekannt geworden, wird mit viel Swing

interpretiert. Neu erfinden sie dieses Stück nicht, und man

hat es schon in so vielen Versionen gehört, dass sie sich

diese Coverversion hätten sparen können. „Funny Valentine“

aus dem Musical „Babes In Arms“ und komponiert von

Richard Rodgers kommt da, obwohl auch schon zigmal

gecovert, schon besser rüber. Hier lassen sie sich einfach

von der Harmonie des Stückes tragen – und dies ist genau

die richtige Art, diesem Klassiker Tribut zu zollen. Diese

Langrille wird meinen Plattenteller so schnell nicht wieder

verlassen.

www.kurt-buschmann.de

M.D. 8

2/2015 musiker MAGAZIN


60 CD-REZENSIONEN

LOOP AHEAD

»River of Wine«

P. G. Lange und Udo Lummer, Gitarrist und Bassist, ge -

meinsam das Duo LOOP AHEAD, wagen, was viele nicht

wagen würden: Sie loopen! An sich nicht ungewöhnlich,

jedoch in ihrem Genre bis dato eher gemieden: der Blues.

Was darf Technik und wie weit darf man gehen? Dies Frage

übergehend, spielen die beiden die Stücke sehr relaxt. Der

sonore, manchmal „Knopfler-artige“ Sprechgesang kokettiert

mit all den technischen Spielereien und bietet Kon -

trast. Lummer brilliert mit seinen Soli und teilt sich den

Gesang mal zweistimmig, aber immer sehr lässig mit P.G.

Lange. Die beiden weisen eine lange Musiker-Vita auf: 1963

hieß Lummers erste Gruppe THE THIMBLES SKIFFLEGROUP.

Es folgten viele weitere Kooperationen und Projekte. Lange

begann mit dem kongenialen Mitmusiker in derselben

Band und spielt heute noch bei den Old Fellows. Auf ihrem

Album „River Of Wine“ wissen sie mit Blues-Standards und

eigenen Songs zu überzeugen. Ihr Spiel mit den Loops be -

deutet übrigens, Sounds mit technischen Hilfsmitteln wiederholen

zu lassen und diese dabei gezielt einzusetzen.

Das beherrschen die beiden auch live und das hat technisch-historisch

gesehen Vorbilder bei den Produzenten/

Künstlern Robert Fripp und Brian Eno. Die Songs der Platte

klingen allesamt elektrisierend bluesig. Im Song „Nadine“

weist der Groove dem Boogie den Weg! Fazit: Eine technisch

wirklich reife Blues-Scheibe.

www.loopahead.de

C.S.

Irrsinn an Selbst verlorenheit und Charme. Die nötige

Sympathie und Herzen erobernde Riffs rollen über den

Hörer drüber und hinterlassen Staunen und Freude. Ein

Werk, das von THE JAM über THE SMITHS bis PULP alle

möglichen Referenzen zulässt, wird zu einem unglaublich

eigenständigen Destillat an Lebens freude und großartigem

Musikverständnis. Die Songs erheben sich in ungeahnte

Sphären und retten einem mit jeder Sekunde den Tag,

was auch immer vorgefallen sein mag.

www.thesinfulsaints.com

M.D.

KURT BUSCHMANN

»Coffee For Angels«

Wenn ein Album mit einer wunderschönen Cover-Version

von Van Morrisons „Have I Told You Lately“ anfängt, ist man

sofort gefangen. Auf Kurt Buschmanns Album „Coffee For

Angels“ sind aber fast nur Eigenkompsitionen vorhanden.

Wie das Latin-Jazz-Stück „Moje Kochane Serduszko“, wo

er wieder mal beweist, dass er ein Meister des Saxophon -

spiels ist. Das Stück strahlt ein Frische aus, dass man

sofort Lust auf mehr bekommt. Hinzu kommen ein verträumtes

„A Easy Day In Paris“, ebenfalls geschrieben von

Kurt Buschmann, diesmal aber wie auch bei anderen

Stücken mit der Hilfe seines Pianisten Sven Velle. Sholom

Secundas Traditionslied „Donna“ behält auch in der sanft

wehenden Cover-Version von Kurt Buschmann sein einprägsames

Kernthema. Dabei entsteht eine brodelnde,

manchmal geradezu überkochende Musik, die man mit

herkömmlichen Stilbegriffen nicht fassen kann. Am Ende

hinterlässt „Coffe For Angels“ einen harmonischen Eindruck.

Die Musiker um Kurt Buschmann schaffen Atmosphäre

mit einem Hauch von Mystik. Dabei setzen sie aber auch

gleichzeitig auf Spontaneität, die einen hypnotisiert und

fasziniert.

www.kurt-buschmann.de

M.D.

Testosteron-Version späterer EVERY TIME I DIE, während

bei „Our Darkest Day“ genau diese Einflüsse mit rockigem

Thrash kollidieren. Egal, wie die Jungs gerade unterwegs

sind, so ist es Sänger Alexander Sommerhuber, der den

Songs durch sein powervolles, mal brüllendes, dann wieder

hysterisch schreiendes Organ unglaublich viel Unrast be -

schert, und die lässt praktisch jeden Song über die Durch -

schlagskraft verfügen, die benötigt wird. Das neueste Werk

„Dark Matter“ kommt gut produziert rüber. Die Jungs setzen

auf die gewohnt fetten Gitarrenriffs und der Groove auf dem

dritten Album klingt typisch nach LEONS MASSACRE. Warum

großartige Sound-Veränderungen herbeiführen, wenn man

auch am Feintuning arbeiten kann? Sie haben ihren Stil mit

ihrer Mischung aus thrashigem Hardcore, diversen Nu-Metalsowie

Rock-Anleihen, vermischt mit Cross over, schließlich

weitgehend gefunden.

www.leonsmassacre.com

GÖTZ WIDMANN

»Krieg und Frieden«

Der deutsche Liedermacher Götz Widmann gibt auf seinem

neuen Album „Krieg und Frieden“ von der ersten bis zur letzten

Minute Vollgas. In altbekannter Manier sind seine Texte

albern und strotzen vor Satire und Ironie. „zwei komma acht

kilometer bier“ und „autsch“ thematisieren das Saufen, „politik“

und „vietnam“ kritisieren die Gesellschaft, allerdings

immer auf eine sehr leichte und witzige Art, sodass es einfach

Spaß macht, die CD zu hören. Sowohl Texte als auch die

rockige, beschwingte Musik sorgen für gute Laune. Die

Spielfreude des Liedermachers, der von sich selbst sagt, ein

Spinner zu sein, überträgt sich auf jeden, der das Album hört.

www.goetzwidmann.de

J.H.

THE SINFUL SAINTS

»This Is It«

Wenn eine Band Kurt Ebelhäuser (BLACKMAIL, SCUM-

BUCKET) als Produzenten mit an Bord hat, dann kann man

schon mal davon ausgehen, dass einem Qualitätsware aufgetischt

wird. Dies ist bei der Band THE SINFUL SAINTS und

ihrem Album „This Is It“ zweifelsohne der Fall. Der Opener

„Plastic Queen“ erinnert einen gleich an besten Indie-Rock

der Marke FRANZ FERDINAND, aber sie haben auch keine

Scheu, Disco-Ele mente mit in ihre Musik einzumischen. Angst

vor Balladen ist für die Jungs auch ein Fremdwort – bestes

Beispiel: „So Much More“. Die Platte vereint elf unglaublich

dichte Songs, energiegeladen, kraftvoll, jugendlich, ein

LEONS MASSACRE

»Dark Matter«

In der Steiermark kann es auch mal laut zugehen. Dies be -

weisen einem die Crossover-Metal-Jungs LEONS MASSACRE

auf ihrem mittlerweile dritten Album „Dark Matter“. Einer -

seits erinnert der Opener „This Earth Is Pricelesss“ an eine

MOI ET LES AUTRES

»Bio«

MOI ET LES AUTRES besitzen etwas, was nicht jede Band

hat, und zwar eine Ausnahmestimme. Die aus Mulhouse

(Frankreich) stammende Juliette Brousset verfügt über ein

Stimmorgan, das sich sowohl im Chanson und Pop als

auch im Jazz zu Hause fühlt. Mit „Bio“ bringen es MOI ET

LES AUTRES fertig, auf wunderbare Art diese Stile miteinander

zu verbinden. In aller Bescheidenheit fängt einen

musiker MAGAZIN 2/2015


CD-REZENSIONEN 61

„Bio“ durch zarte Melodien, mitreißende Rhythmen und,

nicht zuletzt, mit dem entzückenden Gesang von Juliette

Brousset ein. Das Niveau, das der Opener des Albums

„Petite, don’t be blue“ vorlegt, wird mit jedem Stück der

Platte gehalten. Mehr noch, Perlen wie „Dans Trente Ans“,

„Dis, quand reviendras-tu?“ oder „C’est le dernier, je sais“

lassen einen mitunter den Atem anhalten und immer wieder

den Repeat-Knopf betätigen. Hierbei wird der Hörer flüsternd

verführt, genauer hinzuhören, wenn sich die dezenten

Arrangements um Juliettes Stimme ranken, sie ergänzen

und zum Glänzen bringen, ohne jemals überladen zu wirken.

Die Musik be sticht durch ihre Einfachheit und die Band spielt

präzise auf den Punkt, sodass sie doch den Eindruck der

Erlösung entstehen lassen.

moietlesautres.wordpress.com

M.D.

RENO BLUE

»Septembergras«

Eine alte „Framus“-Gitarre sollte den Beginn der Künstler -

karriere von RENO BLUE darstellen. Mit Mundartliedern überzeugte

er damals so manche Fastnachtsjecken. Es folgten

Auftritte in Rundfunk und Fernsehen. Als Gitarrist und Sänger

war er in den 80er- und 90er-Jahren in diversen Coverbands

aktiv. Nach berufsbedingter Pause entwickelte der selbstständige

Unternehmer gemeinsam mit Produ zent Ron Gardner die

Idee, ein Album aufzunehmen. „Sep tem ber gras“, sein Debüt -

album, wurde geschrieben, produziert und aufgenommen. Elf

Songs in deutscher Sprache in den Stilrichtungen Country,

Folk und Schlager erwarten den Hörer. Nachdenklich, romantisch

und authentisch kommen die Stücke in sauber produziertem

Gewand daher. Im Song „Augenblicke“ wird RENO

von seiner Tochter Jana im Duett begleitet. Beide blicken in

ein Fotoalbum voller Erinnerungen. In „Das letzte Rodeo“

befindet sich RENO BLUE im Zwiegespräch mit einem Pferd.

Dazu schmeichelt eine Steelgitarre süßlich zum Schritttempo,

nein, es wird nicht galoppiert zu diesen Balladen. Musik, die

in keiner Sattelkammer fehlen sollte!

www.reno-blue.de

C.S.

BLUTSBRÜDER

»Höllenfeuer«

Aus Anlass des 20-jährigen Bandjubiläums gibt es von den

BLUTSBRÜDERN eine wahrhaft heiße Live-Scheibe. Die fünf

Musiker einen der Heavy Metal und der Rock ‘n‘ Roll in der

dreckigsten Form. Die deutschen Texte sind versaut, wie

einst bei den Straßenjungs. Das weibliche Geschlecht steht

auf „Höllenfeuer“ buchstäblich im Mittelpunkt, weshalb eindeutige

Zitate an dieser Stelle unerwähnt bleiben müssen.

Kein Wunder, dass man schon die Bühne mit J.B.O. geteilt

und diverse Metal-Festivals gerockt hatte. Wichtig zu erwähnen:

Die BLUTSBRÜDER haben vor Jahren eine Unte rstützer-

CD für den Harzer Eishockey produziert. Der dazu passende

Song ist als Bonustrack mit drauf. Mein Anspiel tipp: „Nein!“,

ein Song mit Punk-Attitüde. Der ganze Silberling weist überdies

Heavy-Riffs und Soli feinster Güte ab, sodass bei all der

Stimmung auch musikalisch Vollgas gegeben wird.

www.blutsbrüder.net

C.S.

GREY SEASON

»Septem«

GREY SEASON kommen aus dem Düsseldorfer Raum und

mit ihrem Erstwerk „Septem“, huldigen sie ihren musikalischen

Vorbildern des Progressive Metal/Rock, OPETH und

PORCUPINE TREE. Zu Beginn von „Therion PT II“ baut sich ein

dumpfer Klang unausweichlich im Hörorgan auf, bevor GREY

SEASON dann urplötzlich mit einem sehr groovigen und kom -

plexen Gitarrenriff in das sechseinhalbminütige Metal-Epos

einsteigen. Und kaum lässt Blazej Lominski seine kräftige

Stimme von der Leine, hat es einen gepackt. Das äußerst

dichte Klangbild fügt sich nahtlos mit dem gottesgewaltigen

Organ des Sängers zusammen, das immer wieder die

Brücke zwischen den verboten guten Gitarrenriffs und Solos

baut. Aber genau wie bei OPETH streuen sie immer wieder

cleane Vocal-Parts mit in die Songs ein, was eine monotone

Atmosphäre erst gar nicht aufkommen lässt. In lückenloser

Reihenfolge ergeben die Stücke eine Progressive-Metal-

Orgie symphonischen Aufbaus samt ganz und gar eigener

Dramaturgie. Gleichwohl funktionieren die einzelnen Songs

auch für sich genommen als seltsam funkelnde Edelsteine.

grey-season.de/wordpress_GS/

M.D.

WOLFGANG PAULE FUCHS

»POND«

Wolfgang Paule Fuchs, Mastermind und Mitbegründer von

POND, präsentiert Crossover-Klassik im Großformat. Dieses

Jahr hatte Fuchs bereits Gelegenheit, im Interview (Musiker

Magazin 03/2014, d. Red.) mit uns über die Geschichte des

Klassik inspirierten Rock und insbesondere die Geschichte

von POND zu sprechen. Diese einzigartige Band, die zu DDR-

Zeiten unter erschwerten Bedingungen bombastische und

Keyboard-lastige, sinfonische Musik kreierte, beeinflusst von

Emerson, Lake & Palmer und der polnischen Jazz-Rock-

Combo SBB. Paule Fuchs, der Elektronikpionier, und die Bran -

denburger Symphoniker kamen anlässlich einer Vernissage

zu einem Crossover-Konzert gigantischen Ausmaßes zusammen.

Dieses Werk dokumentiert die CD und gleichbetitelte

DVD als audiovisuellen Genuss in der Deluxe-Edition. Zwölf

wichtige Arbeiten des Künstlers Willi Sitte werden in der Ver -

bindung zur Musik im Rahmen einer ausgefeilten und durch -

konzipierten Lichtdramaturgie im Industrie museum Stahlwerk

Brandenburg an der Havel dargestellt und, wenn man so will,

aufgeführt. So geschehen am 14. September 2013. Wolfgang

Paule Fuchs arbeitete intensiv an diesem seinem epochalen

Werk. Wer dabei an Jon Lords Rock-Klassik-Kollaborationen

denkt, ist in guter Gesellschaft. Hier jedoch befinden wir uns

in einer nahezu durchgängig klassisch dargebotenen Bear -

beitung von POND-Kompositionen. Die Symphoniker sind

bestens aufgelegt und die große Streicher besetzung harmoniert

wunderbar mit dem POND-Mastermind. Spektakulär,

dramatisch, von barocker Schön heit und doch zeitgenössisch

aktuell aufrüttelnd ist dieses Werk.

www.ponderosa-records.de

C.S.

DARKEST HORIZON

»The Grand Continuum«

Die Musik auf „The Grand Continuum“, dem düsteren Studio-

Opus von DARKEST HORIZON, zu beschreiben, ist ein schwieriges

Unterfangen. Eng verflochten sind die Genres im Be -

reich des schwarzen Metall. Death-, Black-, Doom- oder

Progressive Metal? Die Frage kann so manchen harten Freak

sehr sensibel werden lassen. DARKEST HORIZON haben eine

eigenartige, epische Feierlichkeit in ihren Songs. Nach Doomlastigen

Parts fällt das Spiel in hartes Gitarren-Rhythmus-

Stakkato und Double-Bass-Salven wie in „A Thousand

Dreams“. Beschwörend reiht sich der astreine Growl-Gesang

von Aurelius Lie in das Geschehen ein. Die akustische

Geister bahnfahrt führt uns in eine konzeptionelle Abhandlung

vom Mikro- in den Makrokosmos, bei dem die Menschheit

eine unbedeutende Rolle einnimmt. Da die Titel immer wieder

melodisch, teils klassisch inspiriert sind, sehen die Künstler

sich selbst am ehesten beim melodischen Death Metal.

Interessant ist, dass die fünf Männer neben ihren Einflüssen

8

2/2015 musiker MAGAZIN


62 CD-REZENSIONEN

WINTERSUN und BEHEMOTH auch DAFT PUNK und

DROPKICK MURPHYS nennen. Heute ist Metal auch offen

für Einflüsse jenseits der Heavy-Metal-Welt. Gut so. Hammer-

Scheibe! www.darkesthorizon.com

C.S.

PHI

»Now The Waves Of Sound

Remain«

Die aus Österreich kommenden Neo-Progger PHI musizieren

nun schon seit 2006 zusammen, bringen aber jetzt erst

mit „Now The Waves Of Sound Remain“ ihr Debüt heraus.

Schon der Opener „Buy Your Piece Of Love“ kommt daher

wie eine Dampfwalze. Schwere und gleichzeitig aggressive

Gitarren rollen einem entgegen, ehe dann der melodiöse

Gesang von Markus Bratusa einsetzt. Ein starkes Eröffnungs -

stück, auf das jedoch so manches schwächere Lied folgt.

Schon bei „Welcome Tomorrow“, was eher melancholisch

herüberkommt, schleicht sich eine gewisse Langeweile ein,

die sie jedoch mit dem abwechslungsreichen „Tune In Zone

Out“ locker wieder wettmachen. Starke Gitarrenarbeit und

wunderschöne Keyboard-Passagen zeigen ganz klar, worin

die Stärken der Band liegen. Hier wird ein Manifest eines

Musiker-Kollektivs, das alles kennt und nichts auslässt, zele -

briert. Souverän fügen PHI hier zusammen, was so immer

schon hätte verbastelt werden müssen. Es treffen dringliche

Echos aus den Tiefen der Musikgeschichte auf halluzinatorische

Akkordschleifen auf hügelige Gitarrenpassagen

und rauschige Orgelpassagen. Das Klanguniversum rotiert

hier um eine Achse des guten Geschmacks des Prog-Rock.

themx.bplaced.com

M.D.

allen Facetten: urban, elektrisch, akustisch, melancholisch,

wild. Ein großer Pluspunkt ist auch, dass die Band perfekt

zusammen spielt, sodass dieses Werk ein homogenes Out -

put bildet und man ihnen die Verbundenheit in ihrem perfekten

Zusammenspiel anhören kann. Diese Songs machen

Spaß, und die einzigen Nebenwirkungen sind gute Laune und

die Lust auf noch mehr guten Bluesrock. ROB THE VOICE

sieht es als Aufgabe und Pflicht, seine Fans mit diesem Album

zu belohnen. Bei „The Blues In The Night“ möchte man sich

fast fragen: Haben wir das verdient? Jawohl, haben wir.

www.rob-the-voice.de

M.D.

TALKING WIRE

»Today«

TALKING WIRE kommen aus Hameln, was nicht weit weg

von Hannover liegt. Und genau von da kamen ja auch FURY

IN THE SLAUGHTERHOUSE. Da ist es schon fast un heim lich,

wie sehr TALKING WIRE auf „Today“ nach eben denen klingen.

Für alle, die den Furys nachtrauern, hier ist der perfekte

Ersatz. Selbst der Sänger Mirko Oscar hat dieselbe charismatische

und rauchige Stimme wie Kai Wingenfelder. Dies

stellt er besonders unter Beweis beim Song „Carry On“. Im

düsteren „Tolerance“ findet der Fünfer schließlich mit ganz

anderen Mitteln zu eigener Kraft. Über elektronische Klänge

schwebt Mirko Oscar davon und stimmt urplötzlich in ein

unvermutetes Donnern ein. Dissonante Gitarren schwirren

umher und kitzeln wie nervöse Streicher unter den Achseln.

Schicht um Schicht türmt sich hier ein wahrer Song-

Brocken auf. Doch statt über den offensichtlichen Pfad aus

dem Hymnen-Handbuch in einem Refrain zu münden, fasert

es hier dramatisch aus. Der Spannungsbogen hält, und die

Feuerzeuge bleiben aus. Trotzdem werden die einen das

Album als konventionell verschreien und die anderen seine

Unkompliziertheit genießen. Die einen werden das Pathos

suchen, die anderen hingegen Understatement finden.

www.talkinwire.de

M.D.

spiel das Duo ANGUS & JULIA STONE, die momentan mit der

gleichen zarten Musik begeistern. Leichte Folk-Lieder wie

„Can You Hear Me“ erinnern einen an Delaney & Bonnie,

die Ende der 60er, Anfang der 70er in den USA große

Erfolge feierten. THE WILDFIRES tragen ihre Lieder immer

zweistimmig vor und ihre Stimmen ergänzen sich perfekt.

Herausgelöste Tracks können leider nicht so überzeugen

wie das komplette Album an einem Stück. Es fehlt deutlich

der Wille zur Single. Derjenige jedoch, für den das kein

Problem darstellt, der wird sich mit diesem Album sofort

anfreunden können. Der musikalische Kontext des Albums

wird immer wieder aufgegriffen und weitergeführt. Man spürt

viel Gestriges, aber dadurch, dass diese Idee so gut verpackt

wird, erkennt man nach mehrmaligem Hören auch etwas

Innovation. Wo ich mir zu Anfang irgendwie deplatziert vorkam,

fühlte ich mich schnell umgarnt, angezogen, ja sogar

herausgefordert, mich dieser Platte zu öffnen. Denn „One“ ist

einfach, satt und greift sich auch nach langem Hören nicht ab.

www.facebook.com/TheWildfires/timeline M.D.

FAIRWAY

»Time«

Beschwingte, irisch anmutende Flötenmelodien, gepaart mit

Rockelementen, dazu Akkordeon-, Violinen- und Gitarren -

sounds, machen die Musik der Wiener Band FAIRWAY zu

etwas ganz Speziellem, was die vier Österreicher selbst als

Urban Folk bezeichnen. Mit ihrer neuen CD „Time“ widmen

sie sich sowohl klassischer als auch zeitgenössischer englischer

Lyrik, die sie gekonnt und teilweise sehr groovig vertonen.

Dadurch, dass das Quartett Wert darauf legt, die

Arran gements musikalisch möglichst authentisch zu der

Musik während der Entstehungszeit der jeweiligen Gedichte

zu gestalten, ist die Platte insgesamt ruhig und entspannend.

www.fairwaymusic.at

J.H.

ROB THE VOICE

»Blues In The Night«

ROB THE VOICE, der mit bürgerlichem Namen Rob Steiner

heißt, bringt uns mit seinem Album „Blues In The Night“ den

Blues. Diese Scheibe hat alles, was ein bodenständiges Blues-

Album braucht: eine raue Stimme und dreckige Gitar ren.

Natürlich darf auch die typische Ballade, die hier auf den

Namen „The Blues In The Night“ hört, nicht fehlen. Gesanglich

wird er unterstützt von der Österreicherin Julia Falke. Die

beiden ergänzen sich perfekt, denn Julia gibt dem Ganzen

eine gefühlvolle Note. ROB THE VOICE zeigt den Blues in

THE WILDFIRES

»One«

Das aus London und Tennessee stammende, aber nun in

Berlin lebende Folk-Duo THE WILDFIRES liegt mit seiner Art

von Musik momentan voll im Trend. Man nehme nur als Bei -

SAMPLER

»Brutal Vision Vol 2«

Ein Sampler mit der Zukunft des Metal? 30 Stücke auf 2

CDs finden sich in dieser brutalen Sammlung mit dem

Motto „Zurück aus der Zukunft – Back to Brutal!“ Be kanntere

Genregrößen aus den Werkstätten der Record-Labels

Deafground Records und Noizgate, wie LEONS MASSACRE,

musiker MAGAZIN 2/2015


CD-REZENSIONEN 63

PLACENTA oder KORODED, finden sich darauf genauso wie

viele Neuentdeckungen. Frei nach dem Motto „Sind wir zu

laut, bist Du zu Hipster!“ Es gilt die Devise, sich im „Moshpit“

wiederzusehen. Es tummeln sich verschiedene Facetten des

Modern Metal. Anleihen aus Screamo-, Death-, Trash- und

Grindcore-Metal lassen sich bei den Bands ausmachen.

Dabei ist schon bemerkenswert, wie manchmal zwischen den

Growls der bösen Buben wunderschön harmonisch gesungen

wird, wie bei „Breakdown At Tiffany’s“. Das Paket verspricht

dann aber doch die volle Breitseite für den Fan und

bedeutet vielleicht schon heute die Zukunft des Heavy Metal.

www.deafground.net

C.S.

und Ungerechtigkeiten auf diesem Planeten. Brutale Vocals,

extreme Drums, brachiale Gitarren und erdrückende Bässe.

Überraschend begegnet dem geneigten Hörer Rap-Sprech -

gesang in „Open Up This Fucking Pit“. Die Jungs haben

Humor, das lässt der Song „Schmand an der Hand“ vermuten.

So klingen STILLBIRTH – kein globaler Irrtum!

www.stillbirthparty.de

C.S.

doch sehr lebhaft daher. Es dürfte einem auch ungewohnt

vorkommen, den Drafi-Deutscher-Hit „Marmor, Stein und

Eisen bricht“ im Schottenrock-Gewand dargeboten zu be -

kommen. Wer also nicht gerne die üblichen Touristenpipe-

Stücke hören will, bekommt einen Eindruck von doch schon

spezieller schottischer Darbietung. Die Auswahl an Stücken

ist angenehm zusammengestellt, man hat sowohl im Hinter -

grund als auch bei einem schottischen Abend die passende

Musik, die nicht aufdringlich wirkt. Wer aber jetzt nur original

schottische Musikstücke erwartet hat, wird leider enttäuscht.

www.sassanceltix.de

M.D.

ARNDT BAECK

»Dankeschön«

LUDWIG

»L wie LudwiG mal anders«

Die Band LUDWIG um Altrocker Peter Feller präsentiert sich

auf ihrer CD „L wie LudwiG mal anders“ mit vierzehn Songs,

die von der rauen Stimme Fellers sowie den Bassläufen

leben. Der Groove entsteht durch das perfekte Zusammen -

spiel der Instrumente. Die Band bietet ihren Hörern soliden

Deutsch-Rock, bei dem man einfach mitwippen und -schnipsen

muss. Thematisch werden Alltagsthemen, die vom

Schluss verkauf bis hin zum Scheitern des Abnehmversuchs

reichen, besungen, sodass sich jeder in den Texten wiederfinden

kann. Diese CD macht gute Laune und darf in keiner

Rocksammlung fehlen.

www.sinnflut.biz

J.H.

Arndt Baeck war schon von klein auf begeistert vom Klavier -

spiel. Man merkt auch schon von den ersten Tönen an,

dass hier ein Vollblutmusiker am Werke ist. Entsprechend

lässt einem auch der Opener „Dankeschön“ das Herz aufgehen.

Die Gedanken flattern und tragen bis hin zur End -

station der schönsten Tagträume. Vor allem gegen Ende des

Albums findet diese Meistertat ihre Fortsetzung. Mit Songs

wie dem episch ausgefeilten „Diese Gefahr“ und dem himmelschreiend

schönen „Ich will mehr“. Wer auch immer vor

Urzeiten das komische Wort „Od“ erfunden haben mag, bei

„Kleinod“ hat er wohl an so was hier gedacht. Das überall

lauernde und am Anfang stehende Nichts sieht er nie als

bedrohlich chaotische Stille, die gerade Musik unbedingt zu

überwinden hat, um überhaupt erst einmal anfangen zu

können. Die Stille ist sein Gefährte, Arndt Baeck lauscht tief

in sie hinein und fügt ihr dann Musik wie Streicheleinheiten

zu. „Dankeschön“ lebt in der Tat von Luft und Liebe allein.

Wie die Jugend ist diese Musik eine unerhörte Fantasie. Ein

Luftschloss, auf Treibsand gebaut.

www.arndtbaeck.de

M.D.

UDO SCHILD

»Live«

Mit viel Herz und Leidenschaft lässt der Singer-Songwriter

und Gitarrist Udo Schild die Hörer seiner neuen CD „Live“

an einigen seiner Konzerte teilhaben. Die Aufnahmen auf

der neuen CD entstanden in den Jahren 2007 bis 2010 in

drei verschiedenen Locations in Köln und Bad Münstereifel.

Die soulig-jazzigen Sounds wechseln sich mit funkigen

Stücken ab, sodass man beim Zuhören einfach mitwippen

muss. Schilds sanfte, tiefe Stimme berührt das Herz auf

zärtliche Art und Weise. Seine Mitmusiker am Schlagzeug

und am Keyboard halten sich dezent im Hintergrund. Ein

wahrer Hörgenuss zum Augenzumachen und Träumen.

www.udoschild.de

J.H.

STILLBIRTH

»Global Error«

Nein, kein globaler Irrtum – hier werden Grenzen ausgetestet,

überschritten, neu definiert. STILLBIRTH dehnen die

Grenzen des Grindcore, Hardcore und Death Metal auf’s

Brutalste! Nach ihrem Erstling „Happy Stillbirth Party“ 2003

und einer kreativen Pause ab 2004 fanden sie 2007 in

neuer Formation zurück. Nach dem zweiten Studioalbum

„Plakative Aggression“ und vielen Live-Shows, die sie 2011

bis in die Vereinigten Staaten brachten, legen sie mit ihrem

aktuellen Album in Sachen absoluter Härte nach. Die Songs

von Gitarrist und Mastermind Lukas Swiaczny, der für diese

Platte auch ans Mikrofon trat, sind technisch versiert und

drehen sich thematisch um Politik, die herrschenden Eliten

SASSAN CELTIX

»Calm Before The Storm«

SASSAN CELTIX, das sind Frank Kessel am Dudelsack und

Marcus Höttler an der klassischen schottischen Trommel.

Auf ihrem neuesten Werk „Calm Before The Storm“ interpretieren

sie Songs von anderen Musikern auf ihre ganz

besondere Art. Denn man findet nicht alle Tage ein Duo,

das Songs auf Dudelsack und Trommel wiedergibt. Wie zum

Beispiel „Sweet Caroline“ von Neil Diamond – dieser Klassiker

wird hier in der Highland-Version durch den Dudelsack ge -

dreht und mit leicht elektronischen Elementen kommt dies

SIXTENTION

»Espressivo«

Mit „Espressivo“ legen die sechs Musiker der Instru mental -

gruppe SIXTENTION ein ausdrucksstarkes und emotionsgeladenes

Debüt hin. Zwei Violinen, einen Bass, eine Gitarre,

Drums und ein Piano – mehr brauchen sie nicht, um ihre

Zuhörer in die Welt der Klassik und des Rock und Pop zu

entführen. Ihr Sound erinnert stark an David Garrett, dennoch

sind eigene Arrangements erkennbar. Die CD tut der

Seele gut. Die Band wünscht ihren Hörern in dem Begleit -

heft, „Zeit in der Hektik des Alltags“ zu finden. Dies gelingt

ihnen sehr gut. Man kann die Seele baumeln lassen und zur

Ruhe kommen, wenn man den Klängen lauscht und sich von

ihnen berühren lässt.

www.sixtention.com

J.H.

2/2015 musiker MAGAZIN


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musiker MAGAZIN 2/2015


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vom 1. Januar 2015 gültig.

Layout:

Ana Seelenmeyer

Lektorat:

Heike Funke

Druck:

L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG

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Musiker Magazin erscheint 4 x jährlich

Copyright und Copyrightnachweis für alle

Beiträge: Nachdruck, auch auszugsweise,

sowie Vervielfältigungen jeder Art

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stellen nicht unbedingt die Meinung der

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