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Musiker Magazin 02/2015

Pasquale Aleardi – Deutscher TV-Kommissar tauschte zeitweilig die Kanone gegen Mikrofon und Tanzschuhe – und überzeugte in der Hauptrolle des Musicals „Chicago“ Deutscher Rock & Pop Preis 2015 – Anmeldung Alina Sebastian – Preisträgerin des Deutschen Rock & Pop Preises 2014 in der Kategorie „Singer“ Interview mit Laura Neubauer, Gründerin des Labels „Lacave records“ Alexander und Maximilian Blume – Blues- und Jazzmusik mit Intention Stage Band – Musik der 60er-, 70er- und 80er-Jahre Peter Reimer – Mit „Entschleunigungskonzerten“ gegen den Zeitgeist Max – Pop-Punk auf Deutsch Sarah Straub – Die große Pop-Neuentdeckung Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 2: CANNED HEAT – Boogie On Interview mit Dónal ó Ceallaigh Bürger7 – Eine Widmung an Siebenbürgen Der erfolgreiche Video-Release GEMA: Rechtsstaatswidrig? – Teil 2 Instrumentenversicherung Mach aus deinem Bandnamen eine Marke

Pasquale Aleardi – Deutscher TV-Kommissar tauschte zeitweilig die Kanone gegen Mikrofon und Tanzschuhe – und überzeugte in der Hauptrolle des Musicals „Chicago“

Deutscher Rock & Pop Preis 2015 – Anmeldung

Alina Sebastian – Preisträgerin des Deutschen Rock & Pop Preises 2014 in der Kategorie „Singer“

Interview mit Laura Neubauer, Gründerin des Labels „Lacave records“

Alexander und Maximilian Blume – Blues- und Jazzmusik mit Intention

Stage Band – Musik der 60er-, 70er- und 80er-Jahre

Peter Reimer – Mit „Entschleunigungskonzerten“ gegen den Zeitgeist

Max – Pop-Punk auf Deutsch

Sarah Straub – Die große Pop-Neuentdeckung

Die Historie der Rock- & Popmusik: Teil 2: CANNED HEAT – Boogie On

Interview mit Dónal ó Ceallaigh

Bürger7 – Eine Widmung an Siebenbürgen

Der erfolgreiche Video-Release

GEMA: Rechtsstaatswidrig? – Teil 2

Instrumentenversicherung

Mach aus deinem Bandnamen eine Marke

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Sebastian<br />

Preisträgerin des<br />

Deutschen Rock & Pop<br />

Preises 2014<br />

»Deutscher TV-Kommissar<br />

tauschte zeitweilig<br />

die Kanone gegen Mikrofon<br />

und Tanzschuhe – und überzeugte<br />

in der Hauptrolle<br />

des Musicals „Chicago“«<br />

Die Historie<br />

der Rock- & Popmusik –<br />

Teil 2:<br />

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EDITORIAL 03<br />

MUSIKERVERBAND e.V. – WAHLEN<br />

Kandidaturaufruf an alle aktiven <strong>Musiker</strong>/-innen, Komponisten,<br />

Texter und <strong>Musiker</strong>initiativen im Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verband e.V.<br />

Seit nunmehr 30 Jahren finden im Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong> -<br />

verband alle vier Jahre Wahlen in den Bundesvorstand, Musike r beirat und<br />

in die Landesvorstände der einzelnen Landesverbände der Bundes länder<br />

statt. Im Gegensatz zu fast allen Vereinen, Verbänden und Gewerk schaften<br />

in Deutschland führte der Deutsche Rock & Pop <strong>Musiker</strong> verband<br />

schon 1985 die Urwahl ein: Dieses Wahlprinzip, bestehend aus einer Kom -<br />

bi nation aus Briefwahl und Mitgliederversammlung, gewähr leis tet, dass<br />

alle stimmberechtigten Mitglieder – also alle aktiven <strong>Musiker</strong>, Kom po nisten,<br />

Texter und <strong>Musiker</strong>initiativen – im Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong> verband<br />

e.V. in allen Personal- und ganz wichtigen Sachentschei dun gen flächendeckend<br />

über die gesamte Bundesrepublik direkt darüber abstimmen<br />

können, welche Personen im Bundesvorstand, Beirat und in den einzelnen<br />

Landesver bän den der Bundesländer den Verband repräsentieren und leiten<br />

und welche Sach- und Satzungsentscheidungen gefällt werden.<br />

Dieses Wahlprinzip hat zur direkten Folge, dass der eigentliche politische<br />

Wille im Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verband direkt von den Mitgliedern –<br />

also den Künstlern selbst – ausgeht.<br />

Für einzelne Positionen im Bundesvorstand, im <strong>Musiker</strong>beirat und in den<br />

Landesvorständen werden zuverlässige, verantwortungsbewusste und<br />

en ga gierte Personen gesucht, die bereit sind, für mindestens vier Jahre ein<br />

reprä sentatives Ehrenamt zu übernehmen. Vor diesem Hintergrund ergeht<br />

an alle aktiven Vollmitglieder des Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>ver ban des<br />

der Aufruf, sich für die einzelnen Leitungspositionen als Kandidaten zur Ver -<br />

fügung zu stellen. Im Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verband gilt das Per -<br />

sönlichkeitswahlrecht, was bedeutet, dass sämtliche Wahlentschei dun gen<br />

der Mitglieder unmittelbar bestimmten Kandidaten und Positionen gelten.<br />

Im Bundesvorstand werden folgende Wahlpositionen ausgeschrieben:<br />

■ Bundesvorsitzender<br />

■ stellv. Bundesvorsitzender und<br />

■ drei Mitglieder des Bundesvorstandes<br />

A. BUNDESVORSTAND<br />

Die Mitglieder des Bundesvorstandes sind verantwortlich für die Ver -<br />

wirklichung der Aufgaben des Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verbandes<br />

im Sinne der Beschlüsse der Mitgliederversammlung. Der Bundesvorstand<br />

trifft sich in der Regel ein- bis dreimal im Jahr zu Vorstandssitzungen, es<br />

sei denn, es müssen außerordentliche Vorstandssitzungen einberufen werden.<br />

Viele Beschlüsse werden außerdem auf schriftlichem Wege gefasst. Der<br />

Bundes vorstand arbeitet ehrenamtlich.<br />

B. MUSIKERBEIRAT<br />

Der <strong>Musiker</strong>beirat (Rock- & Poprat) des Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong> -<br />

verbandes besteht aus zehn Personen. Der Beirat kann zu Vorstands sit -<br />

zun gen eingeladen werden, wenn es die Situation erfordert. Der <strong>Musiker</strong> -<br />

beirat hat die wesentliche Funktion, bei Bedarf den Bundesvorstand in<br />

allen wichtigen Verbandsangelegenheiten zu beraten. Für den <strong>Musiker</strong>beirat<br />

werden verantwortungsvolle, zuverlässige und vor allen Dingen fachlich<br />

qualifizierte Mitglieder gesucht, die bereit sind, für den <strong>Musiker</strong>beirat zu kandi -<br />

dieren. Die <strong>Musiker</strong>beiräte arbeiten ehrenamtlich.<br />

C. LANDESSPRECHER/LANDESVERBÄNDE<br />

In den einzelnen Bundesländern vertreten die gewählten Landes sprecher<br />

der Landesverbände die Interessen des Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong> ver -<br />

bandes. Die Landessprecher werden durch die stimmberechtigten Mit glie -<br />

der des Verbandes in den einzelnen Bundesländern zusammen mit dem<br />

Bundes vorstand und dem <strong>Musiker</strong>beirat gewählt. Die Landessprecher des<br />

Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verbandes haben in den einzelnen Bundes -<br />

ländern freiwillige und selbst gesteckte Arbeitsbereiche. Die Landes spre -<br />

cher arbeiten ehrenamtlich.<br />

AUFRUF AN ALLE AKTIVEN MUSIKER, KOMPONISTEN,<br />

TEXTER UND MUSIKERINITIATIVEN:<br />

Wenn ihr im Bundesvorstand/<strong>Musiker</strong>beirat und in den einzelnen Landes -<br />

verbänden für den Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verband mitentscheiden<br />

und mitarbeiten wollt, stellt euch zur Wahl! Ihr könnt euch für jede Position<br />

als Kandidaten aufstellen lassen. Schreibt uns und meldet eure Kandidatur<br />

in der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong> ver bandes<br />

an. Wir schicken euch dann die Geschäftsordnung zu, aus der ihr die Kan -<br />

di daturvoraussetzungen eines ordentlichen Mitgliedes entnehmen könnt<br />

(Satzung § 3). Wir beraten euch in allen Fragen, die eine derartige Kandi -<br />

datur mit sich bringt. Wenn ihr euch für eine Kandidatur in den einzelnen<br />

Positionen entscheidet, schickt uns bitte eine Kurzdar stel lung eurer Person<br />

zu, die wir dann in den Kandidaturlisten (ca. 1/16 Seite) abdrucken werden.<br />

Allen Kandidaten wird in den Kandi da tur listen grundsätzlich der gleiche<br />

Raum zur Verfügung gestellt. Der amtierende Bundes vor stand hat bei der<br />

Kandidatenaufstellung – wie bei anderen Organi sationen auch – lediglich<br />

ein Vorschlagsrecht (Empfehlungsrecht).<br />

Die gesamten Bundes- und Landeswahlen werden laut Satzung in einer<br />

Kombination von Briefwahl und Mitgliederversammlung durchgeführt.<br />

Die Briefwahl gewährleistet direkte und geheime (!) Wahlen für die Mit glie -<br />

der des Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verbandes, die kein Geld haben, die<br />

Fahrtkosten zur Mitgliederversammlung zu bezahlen, oder keine Lust und<br />

Zeit haben, an der Mitgliederversammlung teilzunehmen. Alle eingesandten<br />

Wahlbriefe werden verschlossen aufbewahrt und für die Auswertung durch<br />

einen neutralen Wahlausschuss im Beisein eines Rechtsanwalts geöffnet<br />

und ausgewertet. Ein Notar zählt vorher die Anzahl der Wahlbriefe.<br />

Die schriftlich abgegebenen Wahl- und Abstimmungsentscheidungen<br />

der stimmberechtigten ordentlichen Mitglieder werden gleichberechtigt mit<br />

den Stimmabgaben auf der Mitgliederversammlung Ende <strong>2015</strong> zu einem<br />

Gesamtergebnis ausgewertet.<br />

Der augenblickliche Bundes vor stand ruft alle aktiven Mitglieder des<br />

Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verbandes auf: Nehmt an diesen Bundesund<br />

Landeswahlen teil! Stellt euch den Auf gaben auf Bundes- und Landes -<br />

ebene! Stellt euch als Kandidaten zur Ver fü gung! Bitte teilt eine Kandidatur<br />

bis spätestens zum 01.08.<strong>2015</strong> schriftlich mit und stellt euch in einer Kurz -<br />

beschreibung selbst vor, damit die Mitglieder, denen wir die gesamten<br />

Wahl unterlagen zuschicken, euch kennenlernen und wählen können.<br />

TEXT: OLE SEELENMEYER<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


33. DEUTSCHER<br />

ROCK & POP PREIS <strong>2015</strong><br />

am 12. Dezember <strong>2015</strong>, Kongresszentrum Siegerlandhalle – Siegen<br />

1. ZIEL/KONZEPT<br />

In <strong>2015</strong> werden zum 33. Mal insgesamt über<br />

125 „Deutsche Rock & Pop Preise“ der verschiedensten<br />

musikalischen Bereiche an heraus ra -<br />

gende Nachwuchsmusikgruppen, Nachwuchs -<br />

einzel künstler/-innen sowie zum ersten Mal<br />

durch eine Fachjury ausgewählte professionelle<br />

Musik gruppen und Einzelkünstler/-innen mit<br />

Ton trä ger vertrag verliehen. So sollen auch in diesem<br />

Jahr Nachwuchskünstler so unterschiedlicher<br />

musik stilistischer Bereiche wie Rock, Pop,<br />

Country, Hard & Heavy, Alter native, Weltmusik,<br />

Reggae, Funk & Soul u.v.a.m. geehrt werden.<br />

Einziges Kriterium ist dabei der künstlerische<br />

Anspruch. In ihrer kulturellen und künstlerischen<br />

Aus rich tung steht diese Kultur ver an stal -<br />

tung damit im bewussten Gegensatz zu bisherigen<br />

Veranstal tungszeremonien von Industrie -<br />

preisen und TV-Anstalten.<br />

Durch die Auszeichnung in über 125 verschiedenen<br />

Musikgenres wird der heutigen musikalischen<br />

Vielfalt im Bereich der Rock- & Pop musik<br />

Rechnung getragen. Damit soll erreicht werden,<br />

dass sich möglichst viele Musikgrup pen, Einzel -<br />

künstlerinnen und -künstler in ihrer Stilistik wiederfinden.<br />

Diese Kulturveranstaltung soll wie bisher als<br />

Platt form des kreativen Nachwuchses, aber auch<br />

als Treffpunkt einzelner etablierter Künstler/-<br />

innen und Persönlichkeiten des musikalischwirtschaftlichen<br />

Umfeldes dienen.<br />

2. FINANZIERUNG<br />

Diese Kulturveranstaltung wird im Wesent li -<br />

chen – wie in den vergangenen Jahren auch –<br />

durch die Deutsche Popstiftung, den Deutschen<br />

Rock & Pop <strong>Musiker</strong>verband e.V. und die am<br />

Wettbewerb beteiligten Musikgruppen und<br />

Künstler/-innen finanziert.<br />

Von allen Bewerbern dieses bundesweiten<br />

kulturellen Wettbewerbs wird – ebenfalls wie in<br />

den Jahren zuvor – ein Solidarbeitrag in Form<br />

einer geringen Anmeldegebühr verlangt. Alle<br />

durch die Bundesjury ausgewählten Final teil -<br />

nehmer sowie durch die Bundesjury nominierten<br />

Preisträger der Neben- und Sonderkate -<br />

gorien zahlen außerdem einen Teilnahme be trag<br />

pro Musiksparte, um die Selbstfinanzierung dieses<br />

musikereigenen Kulturfestivals auf Bundes -<br />

ebene zu gewährleisten. Diese solidarische<br />

Ge mein schafts finanzierung ist in Deutsch land<br />

einmalig: Damit wird auch der 33. Deutsche<br />

Rock & Pop Preis wieder ge meinschaftlich finanziert<br />

durch die Stiftungs- und Verbands trä ger,<br />

die ca. 3 000 Mu sik grup pen, Musi kerinnen und<br />

<strong>Musiker</strong> im Deutschen Rock & Pop <strong>Musiker</strong> -<br />

ver band e.V. sowie durch die über 1 000 Teil -<br />

neh mer dieses Festivals.<br />

3. KATEGORIEN<br />

Im Gegensatz zu anderen deutschen Musik -<br />

preisen werden die Deutschen Rock & Pop<br />

Preise <strong>2015</strong> in über 125 verschiedenen musikstilistischen<br />

Bereichen verliehen. Weitere Preise<br />

können an herausragende etablierte Musik -<br />

gruppen, <strong>Musiker</strong>innen und <strong>Musiker</strong> sowie in<br />

den Unterkategorien „Bester Gitarrist”, „Bester<br />

Keyboarder”, „Bester Schlagzeuger”, „Bester<br />

Bassist”, „Beste Komposition” etc. verliehen<br />

werden. Hierfür kann man sich direkt bewer-


11<br />

ben. Die Bundesjury entscheidet, ob besondere<br />

Leistungen in diesen Bereichen vorliegen.<br />

FOLGENDE EINZELKATEGORIEN<br />

WERDEN AUSGESCHRIEBEN:<br />

8 Hauptkategorien<br />

64 Nebenkategorien<br />

25 Sonderkategorien<br />

28 Sonderauszeichnungskategorien<br />

Durch die differenzierte Auswahl an Kate go -<br />

rien und Unterkategorien wird gewährleistet,<br />

dass eine große Anzahl vielversprechender<br />

Musik gruppen, Interpreten und Künstler/-innen<br />

in musikhistorisch bedeutenden, aber bisher<br />

bei Preisverleihungen vernachlässigten Musik -<br />

rich tungen ebenfalls gewürdigt werden können.<br />

In den acht Hauptkategorien werden die Final -<br />

aus scheidungen (und/oder Halbfinal vor ent -<br />

scheide) tagsüber live am Festivalort auf der<br />

Bühne er folgen. In den übrigen Kategorien entscheidet<br />

die Bundesjury allein aufgrund des<br />

eingeschickten Materials über eine Nominie -<br />

rung bzw. Aus zeichnung bei der Preisver lei hung.<br />

Mit der Aufnahme von Kategorien, die sich<br />

mit dem künstlerischen und technischen Um -<br />

feld einer CD-Produktion und des Musik ma na -<br />

ge ments auseinandersetzen (Studioproduktion,<br />

CD-Design, Independent-Label, Künstler agentur<br />

etc.), sollen – wie im Vorjahr – auch diese an -<br />

son sten im Schatten von künstlerischen Aus -<br />

zeich nungen stehenden Firmen und Personen<br />

geehrt werden.<br />

Jede Band/jeder Künstler kann sich mit einer<br />

CD/einem Musikvideo pro Kategorie (möglichst<br />

eine Liveaufnahme) bei der Deutschen Pop -<br />

stiftung für die verschiedenen Kategorien be -<br />

werben.<br />

ANMELDEGEBÜHR:<br />

DRMV-Mitglieder 20,– Euro,<br />

DRMV-Nichtmitglieder 30,– Euro.<br />

Nach dem Bewerbungsschluss am 15. Juli<br />

<strong>2015</strong> ermitteln unabhängige Expertenjuroren,<br />

die von der Deutschen Popstiftung eingesetzt<br />

werden, die Teilnehmer am Finale und die<br />

Preisträger der Neben- und Sonderkategorien<br />

des 32. Deutschen Rock & Pop Preises <strong>2015</strong>.<br />

Mithilfe eines detaillierten Bewertungsbogens<br />

(Arran ge ment, Instrumentierung, Gesang, Text,<br />

Kom position, Originalität, Kreativität etc.)<br />

ermittelt die Festivaljury die live im Finale des<br />

33. Deutschen Rock & Pop Preises <strong>2015</strong> auftretenden<br />

Musikgruppen und Einzelinterpreten<br />

der Hauptkategorien. Um eine gerechte Preis -<br />

ver leihung zu gewährleisten, kann die Bundes -<br />

jury, wenn die Einordnung den Juroren passend<br />

erscheint, Preise auch in anderen als den<br />

durch die Künstler ursprünglich beworbenen<br />

Katego rien zuerkennen.<br />

4. PREISVERLEIHUNG/FESTIVAL<br />

Die Teilnehmer am Finale des 33. Deutschen<br />

Rock & Pop Preises <strong>2015</strong> erhalten durch die<br />

Deutsche Popstiftung eine Einladung nebst Teil -<br />

nahmeformular. Die in allen Sparten und Be -<br />

reichen nominierten Bands und Künstler/-innen<br />

werden persönlich eingeladen. Erst die Rück -<br />

sendung des ausgefüllten Teilnahmeformulars<br />

und die Entrichtung der Teilnahmegebühr in<br />

Höhe von 150,– Euro je Hauptkategorie sowie<br />

100,– Euro je Sonder- oder Nebenkategorie (je<br />

zuerkannter Preissparte) garantieren die Teil nah -<br />

me am 33. Deutschen Rock & Pop Preis <strong>2015</strong>.<br />

Die Finalisten (Einzelkünstler/-innen und Musik -<br />

gruppen) der Hauptkategorien erhalten im Ge -<br />

genzug je 50 Eintrittskarten im Gesamtwert von<br />

1 000,– Euro für den eigenen Gäste-/Fan kreis<br />

(s. zusätzliche Publikumsabstimmungen), die<br />

ausgezeichneten Preisträger der Sonder- und<br />

Nebenkategorien erhalten ebenfalls je 50 Ein -<br />

trittskarten im Gegenwert von 1000,– Euro für<br />

die eigenen Gäste/Fans. Mit der Nichtrück sen -<br />

dung des Anmeldeformulars und der Nicht ent -<br />

richtung der Teilnahmegebühr verfällt die Teil -<br />

nah me und Preiszuerkennung.<br />

Die Ergebnisse der Wahl und Auszeichnung<br />

durch die Festivaljury werden auf der Home -<br />

page des DRMV www.musiker-online.tv und<br />

durch die Kulturzeitschrift musiker <strong>Magazin</strong><br />

nach dem Festival veröffentlicht.<br />

Die jeweils ersten Preisträgerbands der<br />

Haupt kategorien „Rock“, „Pop“ und „Alter-<br />

na tive“ erhal ten eine einjährige kostenlose Mit -<br />

glied schaft im DRMV und ein einjähriges<br />

Rechts- und Fachberatungsprogramm. Die teil -<br />

nehmen den Preisträger der verschiedensten<br />

Deut schen Rock & Pop Preise <strong>2015</strong> erhalten<br />

als Auszei ch nung eine Ehrenurkunde. Die jeweils<br />

ersten Preis träger der Hauptkategorien erhalten<br />

zu sätzlich einen Rock- & Pop-Oscar.<br />

WEB: WWW.MUSIKER-ONLINE.TV<br />

TEXT: OLE SEELENMEYER<br />

FOTOS: LUDWIG CZAPLA


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ANMELDUNG<br />

33. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS <strong>2015</strong><br />

Hiermit melde ich mich/uns für den Deutschen Rock & Pop Preis <strong>2015</strong> an.<br />

FESTIVAL 13<br />

Band/Künstler/in: ...........................................................<br />

Ansprechpartner/-in: ......................................................<br />

Straße: ..........................................................................<br />

PLZ Ort: ........................................................................<br />

Bundesland: ..................................................................<br />

Tel.: ...............................................................................<br />

Mobil: ............................................................................<br />

Fax: ....................................................................................<br />

E-Mail: ................................................................................<br />

Internet: ..............................................................................<br />

DRMV-Mitgl.-Nr.: ................................................................<br />

GEMA-Mitglied?: ❑ nein ❑ ja:<br />

❑ angeschl. ❑ außerord. ❑ ordentlich<br />

Anmeldungen in mehreren Sparten sind möglich.<br />

Anmeldegebühr pro Musiksparte: EUR 20,– DRMV-Mitglieder /EUR 30,– DRMV-Nichtmitglieder<br />

Die Anmeldegebühren in Höhe von EUR ............ ❑ in bar beigelegt ❑ als Scheck beigelegt ❑ per Überweisung<br />

Bankverbindung: Deutsche Popstiftung, Postbank Hamburg, IBAN: DE08 2001 0<strong>02</strong>0 0964 2792 08, BIC: PBNKDEFF<br />

Dieses Anmeldeformular, CD und Bewerbungsgebühr bitte bis spätestens 15. Juli <strong>2015</strong> an:<br />

Deutsche Popstiftung, Bewerbung <strong>2015</strong>, Kolberger Str. 30, 21339 Lüneburg<br />

Teilnahmegebühr: EUR 150,– je Sparte in der Hauptkategorie bei Auswahl durch die Bundesjury.<br />

(Kostenlos: 50 Festival-Eintrittskarten im Wert von EUR 1.000,– für eigene Gäste/Fans)<br />

Teilnahmegebühr: EUR 100,– je Sparte in den Sonder- oder Nebenkategorien bei Nominierung durch die Bundesjury.<br />

(Kostenlos: 50 Festival-Eintrittskarten im Wert von EUR 1.000,– für eigene Gäste/Fans)<br />

33. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS <strong>2015</strong>: HAUPTKATEGORIEN<br />

Bitte gewünschte Musiksparte(n) ankreuzen und CD (pro Sparte eine CD!) beilegen! Der jeweils 1. Song wird gewertet!<br />

❑ 1<br />

❑ 2<br />

❑ 3<br />

❑ 4<br />

❑ 5<br />

❑ 6<br />

❑ 7<br />

❑ 8<br />

Deutscher Rock Preis (beste Rock-Band)<br />

Deutscher Pop Preis (beste Pop-Band)<br />

Deutscher Hard Rock Preis (beste Hard’n’Heavy-Band)<br />

Deutscher Funk & Soul Preis (beste Funk/Soul-Band)<br />

Deutscher Alternative Preis (beste Alternative-Band)<br />

Deutscher Singer/Songwriter Preis (beste(r) Solosänger(in) – Wertung: Eigenkomposition und Stimme)<br />

Deutscher Singer Preis (beste(r) Solosänger(in) – Wertung: Stimme)<br />

Deutscher Country Preis (beste Country-Band)<br />

In <strong>2015</strong> können sich auch<br />

professionelle Musikgruppen und <strong>Musiker</strong>/-innen<br />

mit Labelvertrag bewerben!<br />

33. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS <strong>2015</strong>: SONDERKATEGORIEN<br />

❑ 9<br />

Beste Filmmusik<br />

❑ 18<br />

Beste Tranceband<br />

❑ 27<br />

Beste Fusion-Jazz-Rockband<br />

❑ 10<br />

Bestes Kinderlieder-Album<br />

❑ 19<br />

Beste Electronic-Band<br />

❑ 28<br />

Beste Punkband<br />

❑ 11<br />

Beste Experimentalband<br />

❑ 20<br />

Bester Electronic-Interpret<br />

❑ 29<br />

Beste Gothic/Wave-Band<br />

❑ 12<br />

Beste Fusionband<br />

❑ 21<br />

Bestes Dancehall-Album<br />

❑ 30<br />

Beste Schlagersängerin<br />

❑ 13<br />

Beste Hardcoreband<br />

❑ 22<br />

Beste Elektropopband<br />

❑ 31<br />

Bester Schlagersänger<br />

❑ 14 Beste Industrialband<br />

❑ 23<br />

Bestes traditionelles Blues-Album<br />

❑ 32<br />

Bestes traditionelles<br />

❑ 15<br />

Beste Progressivband<br />

❑ 24<br />

Beste Rock’n’Roll/Rockabillyband<br />

Weltmusikalbum<br />

❑ 16<br />

Beste Skaband<br />

❑ 25<br />

Beste Cover/Revivalband<br />

❑ 33<br />

Bestes zeitgenössisches<br />

❑ 17<br />

Beste New-Metal-Band<br />

❑ 26<br />

Beste A-Capella-Band<br />

Weltmusikalbum<br />

✁<br />

EINSENDESCHLUSS: 15. JULI <strong>2015</strong><br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


14 FESTIVAL<br />

33. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS <strong>2015</strong>: NEBENKATEGORIEN<br />

Bitte gewünschte Musiksparte(n) ankreuzen und CD (pro Sparte eine CD!) beilegen! Der jeweils 1. Song wird gewertet!<br />

BEREICH ROCK:<br />

❑ 34 Beste Rocksängerin<br />

❑ 35 Bester Rocksänger<br />

❑ 36 Bester Rocksong<br />

❑ 37 Bestes Rockalbum<br />

BEREICH POP:<br />

❑ 38 Beste Popsängerin<br />

❑ 39 Bester Popsänger<br />

❑ 40 Bester Popsong<br />

❑ 41 Bestes Popalbum<br />

BEREICH FUNK & SOUL:<br />

❑ 42 Beste Funk-&-Soul-Sängerin<br />

❑ 43 Bester Funk-&-Soul-Sänger<br />

❑ 44 Bester Funk-&-Soul-Song<br />

❑ 45 Bestes Funk-&-Soul-Album<br />

BEREICH HARD ROCK:<br />

❑ 46 Beste Hard-Rock-Sängerin<br />

❑ 47 Bester Hard-Rock-Sänger<br />

❑ 48 Bester Hard-Rock-Song<br />

❑ 49 Bestes Hard-Rock-Album<br />

BEREICH METAL:<br />

❑ 50 Beste Metal-Sängerin<br />

❑ 51 Bester Metal-Sänger<br />

❑ 52 Beste Metal-Band<br />

❑ 53 Bester Metal-Song<br />

❑ 54 Bestes Metal-Album<br />

BEREICH JAZZ-ROCK:<br />

❑ 55 Beste Jazz-Rock-Sängerin<br />

❑ 56 Bester Jazz-Rock-Sänger<br />

❑ 57 Beste Jazz-Rock-Band<br />

❑ 58 Bester Jazz-Rock-Song<br />

❑ 59 Bestes Jazz-Rock-Album<br />

BEREICH ALTERNATIV:<br />

❑ 60 Beste Alternativ-Sängerin<br />

❑ 61 Bester Alternativ-Sänger<br />

❑ 62 Bester Alternativ-Song<br />

❑ 63 Bestes Alternativ-Album<br />

BEREICH NEW AGE:<br />

❑ 64 Beste New-Age-Band<br />

❑ 65 Bester New-Age-Song<br />

❑ 66 Bestes New-Age-Album<br />

BEREICH RHYTHM & BLUES:<br />

❑ 67 Beste Rhythm-&-Blues-Sängerin<br />

❑ 68 Bester Rhythm-&-Blues-Sänger<br />

❑ 69 Beste Rhythm-&-Blues-Band<br />

❑ 70 Bester Rhythm-&-Blues-Song<br />

❑ 71 Bestes Rhythm-&-Blues-Album<br />

BEREICH REGGAE:<br />

❑ 72 Beste Reggae-Sängerin<br />

❑ 73 Bester Reggae-Sänger<br />

❑ 74 Beste Reggae-Band<br />

❑ 75 Bestes Reggae-Album<br />

BEREICH LATIN-POP:<br />

❑ 76 Beste Latin-Pop-Sängerin<br />

❑ 77 Bester Latin-Pop-Sänger<br />

❑ 78 Beste Latin-Pop-Band<br />

❑ 79 Bester Latin-Pop-Song<br />

❑ 80 Bestes Latin-Pop-Album<br />

BEREICH FOLKROCK:<br />

❑ 81 Beste Folkrocksängerin<br />

❑ 82 Bester Folkrocksänger<br />

❑ 83 Beste Folkrockband<br />

❑ 84 Bester Folkrocksong<br />

❑ 85 Bestes Folkrockalbum<br />

BEREICH COUNTRY:<br />

❑ 86 Beste Country-Sängerin<br />

❑ 87 Bester Country-Sänger<br />

❑ 88 Bester Country-Song<br />

❑ 89 Bestes Country-Album<br />

BEREICH GOSPEL:<br />

❑ 90 Beste Gospel-Sängerin<br />

❑ 91 Bester Gospel-Sänger<br />

❑ 92 Beste Gospelgruppe<br />

❑ 93 Bester Gospel-Song<br />

❑ 94 Bestes Gospel-Album<br />

BEREICH MUSICAL:<br />

❑ 95 Beste Musicalsängerin<br />

❑ 96 Bester Musicalsänger<br />

❑ 97 Bestes Musicalalbum<br />

(Pro Einzelsparte können bis zu 3 Preisträger ausgezeichnet werden!)<br />

Die Anmeldeformulare können auch unter www.musiker-online.tv heruntergeladen werden.<br />

33. DEUTSCHER ROCK & POP PREIS <strong>2015</strong>: SONDERAUSZEICHNUNGSKATEGORIEN<br />

MUSIKBUSINESS:<br />

❑ 98 Bestes Rock-/Pop-Tonstudio (Preis-Leistungs-Verhältnis)<br />

Bew.: CD, Studioausstattung, Mietpreis etc.<br />

❑ 99 Bestes kreatives Independent-Label (Rock & Pop)<br />

Bew.: Produktionsübersicht (CD), Vertriebswege etc.<br />

❑ 100 Bester Independent Musikverlag (Rock & Pop)<br />

Bew.: Künstlerübersicht, Vermarktungsstrategie etc.<br />

❑ 101 Beste Booking-Agentur (Rock & Pop)<br />

Bew.: Künstler-, Konzert- und Tourneeübersicht<br />

❑ 1<strong>02</strong> Erfolgreicher Musikmanager (Rock & Pop)<br />

Bew.: Künstler- und Vermarktungsunterlagen<br />

❑ 103 Erfolgreicher Musikproduzent (Rock & Pop)<br />

Bew.: Künstler- und Produktionsangaben, CD<br />

❑ 104 Kulturpreis für die Förderung der Rock- & Popmusik<br />

in Deutschland<br />

Bew.: Auf Empfehlung – keine Gebühren fällig!<br />

MUSIKPRODUKTION:<br />

❑ 105 Bester neuer Rock- und Popkünstler des Jahres<br />

❑ 106 Bestes CD-Album des Jahres (deutschsprachig)<br />

❑ 107 Bestes CD-Album des Jahres (englischsprachig)<br />

❑ 108 Bester Song des Jahres (deutschsprachig)<br />

❑ 109 Bester Song des Jahres (englischsprachig)<br />

❑ 110 Beste Studioaufnahme des Jahres<br />

❑ 111 Beste Single des Jahres<br />

❑ 112 Bestes Musikvideo<br />

❑ 113 Beste Komposition<br />

❑ 114 Bester deutscher Text<br />

❑ 115 Bestes Booklet und Inlaycard<br />

❑ 116 Beste Instrumentalband<br />

❑ 117 Bestes Instrumentalalbum<br />

INSTRUMENTALISTEN:<br />

❑ 118 Bester Instrumentalsolist<br />

❑ 119 Bester Gitarrist<br />

❑ 120 Bester Keyboarder<br />

❑ 121 Bester Schlagzeuger<br />

❑ 122 Bester Bassist<br />

❑ 123 Bester Percussionist<br />

❑ 124 Bestes Arrangement<br />

❑ 125 Bestes Blasinstrument<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong><br />

EINSENDESCHLUSS: 15. JULI <strong>2015</strong><br />


STORIES 15<br />

Preisträgerin des<br />

Deutschen Rock & Pop Preises 2014<br />

in der Kategorie „Singer“<br />

ALINA<br />

SEBASTIAN<br />

MM: Alina, du hast im Dezember den Deut -<br />

schen Rock & Pop Preis in der Kategorie<br />

„Singer“ gewonnen. Erst einmal herzlichen<br />

Glück wunsch dazu. Wie hast du es in so jungen<br />

Jahren – du bist ja erst 16 Jahre alt –<br />

ge schafft, dort zu landen?<br />

ALINA: Ich kann es immer noch nicht glauben.<br />

Ich habe mich beim Deutschen Rock & Pop Preis<br />

angemeldet, ohne auch nur die kleinste Ahnung<br />

zu haben, dass ich dort eine Chance haben könnte.<br />

Was sich mir im Laufe des Tages nur bestätigte,<br />

weil die anderen <strong>Musiker</strong> alle unglaublich<br />

gut waren. Ich wollte nur meinen Spaß haben:<br />

vor Publikum stehen und meinen eigenen Song<br />

präsentieren. Doch ich habe es geschafft, die Jury<br />

zu überzeugen. Für mich ist das eine der größten<br />

und schönsten Erfahrungen in meiner Lauf bahn.<br />

Die Glückshormone sprudeln aus mir heraus,<br />

wenn ich daran denke.<br />

»Musik ist das<br />

Sahnehäubchen bei allem,<br />

was ich tue.«<br />

MM: Was waren wichtige Schritte auf dem<br />

Weg, Sängerin zu werden?<br />

ALINA: Musik war schon immer ein wichtiger Teil<br />

meines Lebens. Als kleines Kind habe ich mehr<br />

gesungen als gesprochen. Im Kindergarten oder<br />

in der Schule gesungene Lieder konnte ich mir<br />

immer schnell einprägen. Als Fünfjährige habe ich<br />

drei Männer in Aachen auf dem Rathausplatz<br />

Gitarre spielen sehen und habe mich sofort in<br />

dieses Instrument verliebt. Von dem Tag an war<br />

mir klar: Ich will Gitarre spielen lernen. Das habe<br />

ich ein Jahr meinen Eltern nahegelegt, bis ich<br />

endlich den Gitarrenunterricht starten durfte. Die<br />

Begeisterung für andere Instrumente ließ nicht<br />

lange auf sich warten. Ein Jahr später folgte<br />

Klavier unterricht, den ich mir ebenfalls erbetteln<br />

musste. Dann begann ich zu singen und mich mit<br />

8<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


16 STORIES<br />

den Instrumenten zu begleiten. Mit zehn habe ich<br />

meinen ersten Song geschrieben und in der<br />

Musik schule das erste Mal vor Publikum singen<br />

dürfen. Da wusste ich: Das ist es. Als ich 2012 den<br />

Talentwettbewerb der EUREGIO Wirtschaftsschau<br />

gewonnen habe, gab es kein Halten mehr.<br />

MM: Wer ist musikalisch gesehen ein Vor bild<br />

für dich? Warum?<br />

ALINA: Direkte Vorbilder habe ich nicht. Allerdings<br />

gibt es <strong>Musiker</strong>, die ich toll finde. Einer davon ist<br />

Tim Bendzko. Er ist ein authentischer <strong>Musiker</strong> und<br />

schreibt, wie ich finde, wunderschöne Lieder –<br />

allein schon, weil diese sein Werk sind. Das ist<br />

mein Traum: Dass meine CD mit meinen eigenen<br />

Liedern bestückt und so arrangiert ist, dass ich<br />

mich damit identifizieren kann.<br />

MM: Du hast einmal gesagt, dass es dir wichtig<br />

ist, den Menschen die Freude an der Musik<br />

zu vermitteln. Wie genau machst du das?<br />

ALINA: Das ist eine gute Frage. Ich mache das,<br />

wozu ich mich bestimmt fühle: Singen, Gitarre und<br />

Klavier spielen, Texte schreiben, auf Bühnen stehen,<br />

die Menschen unterhalten. Ich mache es gar<br />

nicht absichtlich, aber wenn ich auf der Bühne<br />

stehe, gibt es Menschen, denen ich ein Lächeln<br />

auf die Lippen zaubern kann. Das liebe ich. Dafür<br />

gibt es keinen Geheimtipp. Man muss man selbst<br />

sein. Das ist das Allerwichtigste am Musizieren.<br />

MM: Was bedeutet Musik für dich?<br />

ALINA: Musik ist alles für mich. Nicht zuletzt, weil<br />

die Musik einen großen Teil meines Lebens eingenommen<br />

hat. Wenn es mir schlecht geht, ist die<br />

Musik für mich da. Ich kann abschalten. Andere<br />

Menschen gehen joggen und ich schnappe mir<br />

meine Gitarre, schreib einen Song und schon geht<br />

es mir wieder gut. Musik ist das Sahnehäubchen<br />

bei allem, was ich tue. Ich kann mir ein Leben<br />

ohne sie nicht vorstellen.<br />

MM: Deine CD darf aktuell nicht mehr verkauft<br />

werden. Wie kam es dazu?<br />

ALINA: Das ist eine sehr lange Geschichte. Ich<br />

bin ehrgeizig. Einmal Bühne, immer Bühne ist<br />

mein Kodex, und das hat dazu geführt, dass<br />

meine Eltern und ich uns auf jemanden eingelassen<br />

haben, was uns später zum Verhängnis<br />

wurde. Die Person, von der die Rede ist, hat sich<br />

unser Vertrauen Stück für Stück erschlichen. Er<br />

wollte mich ganz unverbindlich unterstützen, weil<br />

er finanziell mehr Möglichkeiten hatte. Als wir bei<br />

einem Produzenten zu Besuch waren, war auf<br />

»Ich mache das, wozu ich mich<br />

bestimmt fühle: Singen,<br />

Gitarre und Klavier spielen, Texte schreiben,<br />

auf Bühnen stehen,<br />

die Menschen unterhalten.«<br />

einmal von einem Vertrag die Rede. Genau das,<br />

was meine Eltern und ich nie wollten. Aber es war<br />

eine Chance und dieser Mann ist unser Freund,<br />

dachten wir. Wir haben den Vertrag unterschrieben.<br />

Das hätten wir besser nicht tun sollen. Unser<br />

Gegenüber wollte alles oder nichts. Wir hatten<br />

gesagt, dass wir die Karriere langsam angehen<br />

wollten, weil ich mein Abitur zu machen habe.<br />

Das war nun vergessen. Entweder Erfolg oder<br />

Schule. Als es daran ging, meinen Charakter<br />

und mein Auftreten ändern zu wollen, habe ich<br />

gestreikt. Ich selbst zu bleiben ist für mich das<br />

Wichtigste. Dennoch wurde 2013 mein Debüt -<br />

album präsentiert. Ich war unsagbar stolz, doch<br />

mit einem bitteren Nachgeschmack. Bei der Hälfte<br />

meiner Lieder sollte ich ohne Instrumente auftreten<br />

…, zumal ich mich mit einigen Fremdkompo -<br />

si tionen nie identifizieren konnte. Die große Re -<br />

so nanz des Publikums zeigte mir jedoch, dass<br />

sich meine monatelange Arbeit gelohnt hatte.<br />

Trotzdem bombardierte mein „Förderer“ mich<br />

immer wieder mit großer Kritik – man war nicht<br />

zufrieden mit mir. Mit der Unterstützung meiner<br />

Eltern habe ich mich dagegen wehren wollen,<br />

was bei der Gegenseite zu Zorn führte. Meine<br />

CD wurde zurückgeholt. Alle Fotos, CDs und<br />

das Musikvideo wurden mir weggenommen, weil<br />

wir es nicht finanziert hatten. Ich durfte meine<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


Lieder nicht mehr singen und keine Auftritte mehr<br />

machen. Das war Anfang 2014. Seitdem bestand<br />

kein persönlicher Kontakt mehr mit der Gegen -<br />

seite und es ist noch keine Lösung in Sicht.<br />

Ich bin aber froh, dass mir das so früh passiert<br />

ist. Diese Erfahrung wird eine Rolle in meinem<br />

Han deln spielen. Eine Bauchlandung ist kein<br />

Grund aufzugeben.<br />

MM: Was rätst du jungen <strong>Musiker</strong>n in Bezug<br />

auf Manager, Labels und Co.?<br />

ALINA: Unterschreibt nichts zu früh. Lasst alles<br />

prüfen und dieses Prüfen etwas mehr Geld kosten.<br />

Es geht um eure Zukunft. Ich bin der Meinung,<br />

dass, wenn jemand wirklich mit euch zusammen<br />

arbeiten möchte und an euch glaubt, kein Ver -<br />

trag nötig ist. Und das Wichtigste: Lasst euch<br />

nicht verbiegen und den Mund verbieten. Lasst<br />

euch keinesfalls zur Marionette machen. Ich bin<br />

mittlerweile Mitglied beim DRMV und lasse mich<br />

in allen Details beraten. Das empfehle ich auch<br />

jedem anderen <strong>Musiker</strong>.<br />

MM: Du schreibst auf deiner Internetseite,<br />

dass du du selbst bleiben und dich nicht verleugnen<br />

willst. Was hilft dir, auf dem Teppich<br />

zu bleiben? Wie schaltest du ab?<br />

ALINA: Ich will mir treu bleiben und dazu gehört<br />

Bescheidenheit. Wenn es im Charakter einer<br />

Per son liegt, nicht auf dem Teppich zu bleiben,<br />

ist das schwer zu kontrollieren. Ich stehe mit beiden<br />

Beinen im Leben und habe neben der Musik<br />

noch andere Dinge im Kopf: Abitur meistern,<br />

einen sicheren Job finden, selbstständig durchs<br />

Leben gehen. Dabei hilft mir die Musik.<br />

MM: Welche Pläne hast du für deine Zu kunft?<br />

Worauf dürfen wir gespannt sein?<br />

ALINA: Musikalisch ist mein Wunsch, eine zweite<br />

Chance zu bekommen. Ich stehe weiterhin auf<br />

Bühnen und mache mein Ding, wie der Deutsche<br />

Rock & Pop Preis zeigt. Ich wünsche mir, eine<br />

CD aufzunehmen, die mich widerspiegelt. Ich<br />

werde sehr oft von „Independent Labels“ oder<br />

Men schen, die mich gern managen würden, an -<br />

geschrieben. Oft antworte ich darauf gar nicht.<br />

Man hat Angst, sich darauf einzulassen, auch<br />

wenn in dem Haifischbecken vielleicht ein paar<br />

nette Fischchen sind. Die Schule steht jetzt an<br />

erster Stelle.<br />

WEB: WWW.ALINA-SEBASTIAN.DE<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOQUELLE: ALINA SEBASTIAN<br />

LIVEFOTO: © LUDWIG CZAPLA


18 STORIES<br />

VERTRAUEN IST DER SCHLÜSSEL<br />

ZUM ERFOLG!<br />

Interview mit Laura Neubauer, Gründerin des Labels „Lacave records“<br />

Lacave records wurde von Laura Neubauer<br />

im August 2014 gegründet. Die Ideologie<br />

des Musiklabels findet deutschlandweit ihre<br />

An erkennung, wodurch sich das bei Gründung<br />

aufgestellte Team von sechs Personen nach<br />

einem halben Jahr auf 35 Personen erweitert<br />

hat. Be werbungen treffen aus der Schweiz,<br />

Spanien und Österreich ein. Tonstudios aus<br />

ganz Deutschland haben sich dem Musiklabel<br />

angeschlossen.<br />

MM: Laura, im vergangenen August hast du<br />

das Label Lacave records gegründet. Wie<br />

kam es dazu?<br />

LAURA: Kurz und knapp: Ich habe mein eigenes<br />

Label gegründet, da ich immer wieder von Labels<br />

und <strong>Musiker</strong>n betrogen worden bin. Ich habe mich<br />

rund zwei Jahre vor der Gründung mit der Ma terie<br />

der Labelarbeit beschäftigt und sie studiert. Ich<br />

habe mir entsprechende Hilfe und Beratung ge holt<br />

und meinen Traum zur Wirklichkeit gemacht. Zu<br />

viele Talente auf dieser Erde werden nicht ge fördert<br />

und gehört. Ich habe mich entschlossen, mich auf<br />

den Bereich Newcomer zu spezialisieren. Für mich<br />

persönlich ist es eine Lebens aufgabe, guten<br />

Stimmen eine Plattform zu geben, damit sie sich<br />

selbst verwirklichen können. Die Entwick lung der<br />

Künstler zu beobachten und mitzuerleben ist ein-<br />

fach toll. Das beste Beispiel, was ich euch hier verraten<br />

kann, ist mein Künstler Dr. Bongi. Er schickte<br />

mir seine Demos per Facebook. Er war mein<br />

erster Künstler und so habe ich ihn auch behandelt<br />

und behandele ihn heute noch so. Wir nahmen<br />

zunächst seine Single „Fernweh“ auf. Mittlerweile<br />

ist sie auch veröffentlicht, doch zunächst musste<br />

ich schauen, ob meine Kollegen und ich mit ihm<br />

arbeiten können und wollen. Das Ganze hat prima<br />

geklappt. Da Dr. Bongi den Willen hatte, mehr zu<br />

tun und ein Album herauszubringen, und mir dies<br />

ernsthaft zeigte, entschied ich mich, das Album<br />

mit ihm zu produzieren. Das wird dieses Jahr zum<br />

Abschluss gebracht werden. Er hat einige Rota -<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


STORIES 19<br />

tionsspielungen durch unsere Bemusterungen<br />

und wurde sogar für den deutschen Musikpreis<br />

nominiert. Auch sein erstes Konzert im Dezember<br />

hat er prima gemeistert.<br />

MM: Was war bei der Labelgründung das<br />

Schwerste und Mühsamste?<br />

LAURA: Ganz ehrlich? Vertrauenswürdige Partner<br />

zu finden. Die Arbeit an sich fiel mir leicht, da ich<br />

mein Label hauptberuflich betreibe und somit keinen<br />

großartigen Druck hatte – zumindest anfangs.<br />

Ich wusste, was auf mich zukommt. Ich habe seit<br />

August öfter Geschäftspartner getauscht und<br />

ersetzt, wie andere ihre Zahnbürste benutzen. Die<br />

schwarzen Schafe geben sich aber oft schnell<br />

preis, und so fällt es mir leicht, sie direkt auszutauschen.<br />

Es sind die tollen Musikmanager, die nur<br />

Gutes wollen – natürlich. Es sind Veran stal ter,<br />

die 50 Prozent der Gagen einbehalten wollen –<br />

natürlich. Und vor allem sind es Firmen und vorgegebene<br />

Veranstalter, die ihre Chance wittern,<br />

die Newcomer auszubeuten. Es waren sogar<br />

Menschen dabei, die mir sagten, dass ich mein<br />

Label so nicht führen dürfe, da meine Künstler<br />

sonst machen, was sie wollen. Ich könnte euch<br />

jede Menge Geschichten erzählen.<br />

MM: Unter anderem ist Daniel Lopes, be -<br />

kannt aus DSDS und dem Dschungelcamp,<br />

bei dir unter Vertrag. Wie ist es zu dem Kon -<br />

takt gekommen?<br />

LAURA: Daniel kam über Empfehlungen von Ge -<br />

schäftskollegen zu mir. Ich habe eine namenlose<br />

Demo an die Produzententeams versandt und bei<br />

direkten Gesprächen vorgeführt. Der Song war<br />

eine Komposition von Daniel selbst und umso<br />

mehr war ich über Feedbacks wie „mit einer der<br />

besten Songs, die ich je gehört habe“ erstaunt.<br />

Als ich bekannt gegeben habe, wer er ist, waren<br />

alle schwer beeindruckt. Denn die Songs, die<br />

derzeit von ihm auf dem Markt sind, passen<br />

größtenteils nicht zu seiner fabelhaften Stimme.<br />

Die Entscheidung, Daniel mit in unser Team aufzunehmen,<br />

war ein längerer Prozess, der auf Ge -<br />

genseitigkeit beruhte. Dass er überhaupt den Mut<br />

hat, noch einmal jemandem im Musikbusiness zu<br />

vertrauen, ist eine Auszeichnung an seinen Cha -<br />

rak ter. Heute kann ich sagen, dass mich meine<br />

Menschenkenntnis nicht getäuscht hat. Ich lernte<br />

Daniel immer mehr kennen und die Gespräche<br />

wurden intensiver und persönlicher. Ich fand<br />

schnell heraus, dass er einfach nur Musik machen<br />

will. Und zwar die Musik, die er möchte, und nicht<br />

die Musik, die ihm von den Labels immer aufgedrängt<br />

wurde. Hier schließt sich der Kreis, denn<br />

wir wollen, dass unsere Künstler genau die Art<br />

von Musik machen können, die sie selbst wollen.<br />

Denn nur so sind sie motiviert und glücklich, wenn<br />

sie auf der Bühne stehen. Die Produzenten, Daniel<br />

und ich waren uns sofort einig, wie sein neues<br />

Album, das gerade produziert wird, aussehen<br />

soll. So funktioniert es zwischen den Herzblut -<br />

musikern. Man muss nicht viel reden, denn es ist<br />

alles klar. Daniel ist verrückt, aber das sind wir im<br />

Lacave-records-Team alle.<br />

MM: Wie viele arbeiten bei euch im Label mit<br />

und wie funktioniert die Zusammenarbeit und<br />

Aufgabenteilung?<br />

LAURA: Die Aufgabenverteilung ist klar strukturiert.<br />

Bevor irgendwas passiert, geht es erst einmal<br />

über meinen Schreibtisch. Wir haben jetzt<br />

sechs Produktionsteams, immer bestehend aus<br />

zwei bis vier Personen. Dann gibt es noch Grafiker,<br />

die unsere Covers und Schriftzüge designen, und<br />

Promoter, die sich um die Promotion kümmern.<br />

Mittlerweile stellen wir uns auf die Bookings ein,<br />

indem wir verschiedene Agenturen mit unseren<br />

Künstlern bemustern. Auch hier stehen wir mitten<br />

im Aufbau. Wir haben ehrlich gesagt alle nicht<br />

mit dem Anlauf auf unser Label gerechnet und<br />

vergrößern uns Monat für Monat. Zurzeit haben<br />

wir zehn Künstler. Mittlerweile bekommen wir auch<br />

Bewerbungen von wirklich tollen Stimmen aus<br />

der Schweiz. Der Andrang muss bewältigt werden.<br />

Das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch. Mir<br />

fehlen mittlerweile Produzenten, und ich hoffe,<br />

dass sich das bald ändert.<br />

MM: Euer Ziel ist es, hauptsächlich junge<br />

Nach wuchstalente zu fördern. Warum liegen<br />

euch gerade die am Herzen?<br />

LAURA: Das verhält sich im Vergleich ungefähr<br />

so: Wenn ich über die Straße gehe und einen<br />

Babyvogel im Gras liegen sehe, päppele ich ihn<br />

auf, um ihn wieder in die Freiheit zu lassen. Im<br />

direkten Vergleich bauen wir Künstler auf. Wir<br />

geben ihnen, was sie brauchen, um in der Branche<br />

überleben zu können. Wir vermitteln Wissen. So<br />

bereite ich die Newcomer auf das Überleben im<br />

Musikbusiness vor. Den restlichen Weg müssen<br />

sie aber alleine gehen, um Platz für die neuen<br />

New comer zu schaffen. In diesem Sinne ist<br />

„Lacave records“ entstanden. Das Ganze läuft<br />

aber im Moment aus dem Ruder, da sich unverhofft<br />

immer mehr etablierte Künstler bewerben.<br />

So brauchen wir jedoch immer mehr Produ zen -<br />

ten. Dass wir „sauber“ arbeiten, hat sich schneller<br />

herumgesprochen als gedacht. So kommen nun<br />

beinahe wöchentlich neue Bewerber auf uns zu.<br />

Allerdings habe ich in den vergangenen Monaten<br />

auf den Produktionen gemerkt, dass sich meine<br />

Künstler untereinander gut verstehen und dass<br />

die „Großen“ den „Kleinen“ viel zeigten, ohne dass<br />

ich oder jemand anderes danach fragte, und ohne<br />

Arroganz oder Herabblicken. Wir sind fast wie eine<br />

kleine Familie. Das schätzen meine Künstler und<br />

Produzenten.<br />

»Ich habe seit August öfter<br />

Geschäftspartner<br />

getauscht und ersetzt,<br />

wie andere ihre<br />

Zahnbürste benutzen.<br />

Die schwarzen Schafe<br />

geben sich aber oft schnell<br />

preis, und so<br />

fällt es mir leicht, sie direkt<br />

auszutauschen.«<br />

MM: Was ist das Spannende bei der Arbeit<br />

im eigenen Label? Was ist das Besondere<br />

von Lacave records?<br />

LAURA: Wir ziehen die Künstler und Produzenten<br />

nicht über den Tisch. Das macht uns ganz be son -<br />

ders. Einer meiner Künstler hat vor Kurzem zu mir<br />

gesagt: „Ich arbeite lieber mit euch als mit einem<br />

großen Label, denn hier weiß ich, dass ich gut<br />

aufgehoben bin.“ Tatsächlich hat dieser Künstler<br />

ein großes Angebot abgelehnt, um stattdessen mit<br />

uns zu arbeiten. Meine Künstler vertrauen mir. Das<br />

ist das Wertvollste, was es in der Musikbranche<br />

gibt. Das werden wir niemals mit Füßen treten.<br />

Das Spannendste ist die Entwicklung der Pro -<br />

duktionen und die Entwicklung der Künstler. Das<br />

Leuchten in ihren Augen, wenn Tracks, an denen<br />

sie mitgearbeitet haben, fertig sind.<br />

MM: Ihr seid ja noch sehr jung auf dem Markt.<br />

Welche Ziele, Wünsche und Träume habt ihr<br />

für die Zukunft?<br />

LAURA: Wir wollen gehört werden! Wir wollen<br />

unseren Künstlern eine seriöse Plattform geben,<br />

sie auf die Bühnen stellen und mit ihnen gemeinsam<br />

an ihren Träumen arbeiten. Wir möchten,<br />

dass alle zufrieden sind. Wir möchten die Kleinen<br />

ganz groß machen und die Großen noch größer.<br />

WEB: WWW.LACAVE-RECORDS.COM<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTO: GELNER FOTOGRAFIE<br />

GRAFIK: © DIMAKP/FOTOLIA.COM<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


20 STORIES<br />

PASQUALE<br />

ALEARDI<br />

Deutscher TV-Kommissar tauschte zeitweilig<br />

die Kanone gegen Mikrofon<br />

und Tanzschuhe – und überzeugte in der<br />

Hauptrolle des Musicals „Chicago“<br />

Pasquale Aleardi wurde 1971 in der Nähe<br />

von Zürich als Sohn griechisch-italienischer<br />

Gastarbeiter geboren. Seine Jugend beschreibt<br />

der Schauspieler als laut und sehr lebendig – in<br />

fast jedem Zimmer seines Elternhauses lief nonstop<br />

ein Fernsehgerät. Fasziniert von seinen Hel -<br />

den, die 24 Stunden am Tag auf der Matt scheibe<br />

flimmerten, beschloss er, nicht, wie von seinen<br />

Eltern geplant, Rechtsanwalt zu werden, sondern<br />

nach seinem Abitur 1992 die Theater hoch schule<br />

Zürich zu besuchen.<br />

Seine Wandlungs fähig keit konnte er in über 70<br />

TV- und Kinoproduktionen national und international<br />

und in unterschiedlichsten Genres unter Be -<br />

weis stellen. Er ist einem großen Publikum u. a.<br />

durch TV-Produktionen wie „Schicksalsjahre“,<br />

durch die internationale Kino produktion „Resident<br />

Evil“, in der er an der Seite von Milla Jovovich spielte,<br />

und Auftritte in deutschen Kinohits wie „What a<br />

man“, „Keinohr hasen“ und „Männer herzen“ be -<br />

kannt. Seit Frühjahr 2014 ermittelt er außerdem als<br />

Kommissar im Ersten in einer eigenen Krimireihe,<br />

der Verfilmung der Best seller-Romane um Kom -<br />

mis sar Dupin. Neben dem Schauspiel ist Musik<br />

seine zweite Leidenschaft. Aleardi singt, spielt<br />

Klavier und ist seit vielen Jahren Mitglied des<br />

Kölner Musikprojekts „Big Gee“.<br />

Von dieser vielfältigen Erfahrung und seiner<br />

künstlerischen Präsenz war das Kreativteam von<br />

„Chicago“ so begeistert, dass es ihn an den<br />

Broadway eingeladen hatte, um dort mit ihm<br />

zu sammen zu arbeiten. Eine absolute Seltenheit<br />

für deutschsprachige Schauspieler. Selbst für<br />

etablierte, amerikanische Darsteller ist es eine<br />

be sondere Ehre, im Herzen New Yorks vor Live-<br />

Publikum auf treten zu können. Pasquale Aleardi<br />

gesellte sich damit zu internationalen Schau spiel -<br />

stars, wie Denzel Washington, Demi Moore, Kiefer<br />

Sutherland, Melanie Griffith, Ashton Kutcher oder<br />

Jennifer Aniston.<br />

Das folgende Interview mit Pasquale Aleardi<br />

wurde von Prof. Dr. Bernd Giezek vor seiner letzten<br />

Vorstellung als Billy Flynn im Musical „Chicago“<br />

in Stuttgart geführt.<br />

MM: Hallo Pasquale, wie geht es dir?<br />

PASQUALE: Es geht mir bestens, danke!<br />

MM: Du warst bis Mitte März auf der Bühne<br />

in der Rolle als der Staranwalt Billy Flynn im<br />

Musical „Chicago“ – erst am Broad way in New<br />

York und dann in Stuttgart – zu sehen. Was<br />

hat dich als <strong>Musiker</strong> an dieser Rolle gereizt?<br />

PASQUALE: Die Musik! „Chicago“ ist musikalisch<br />

gesehen in meinen Augen ein Meisterwerk. Die<br />

drei Nummern, die Billy Flynn singt – „All I Care<br />

About is Love“, „Both Reached for the Gun“ und<br />

„Razzle Dazzle“ –, sind der Knüller, sowohl in<br />

Englisch als auch in Deutsch, und diese zum Aus -<br />

druck zu bringen, ein Geschenk. Es hat einen<br />

un beschreiblichen Spaß gemacht, die Songs zu<br />

performen. Und in meinen Augen geht es allen<br />

<strong>Musiker</strong>n auf der Bühne genauso wie mir. Alle<br />

haben Spaß beim Spielen, weil es so meisterhaft<br />

geschrieben und orchestriert ist. Die Musik<br />

ist das Herzstück des Ganzen und das Orchester<br />

ist auf der Bühne integriert. Das ist einmalig für<br />

ein Musical und sehr speziell. Mich hat die Musik<br />

jeden Abend aufs Neue mitgerissen.<br />

MM: Was unterschied deine Auftritte auf der<br />

Musicalbühne von deinen früheren Auf tritten<br />

als <strong>Musiker</strong> in Clubs? 8<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


STORIES 21<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


22 STORIES<br />

»Grundsätzlich konzentriere ich<br />

mich jeweils immer hundertprozentig<br />

aufs nächste Projekt, und wenn es,<br />

wie im Fall von „Chicago“,<br />

Gesang erfordert, freue ich mich,<br />

weil ich dann beide Leidenschaften<br />

zusammenbringen kann.«<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


STORIES 23<br />

PASQUALE: Das ist nicht zu vergleichen. Als Mu -<br />

siker in Clubs bin ich sozusagen Interpret meiner<br />

eigenen Songs, gebe ein Konzert und spiele keine<br />

Rolle wie auf der Musicalbühne in einer taktgenau<br />

festgelegten Inszenierung. Im Falle von Billy Flynn<br />

war es eine Rolle, die nichts mit mir persönlich zu<br />

tun hat. Billy Flynn ist ein Wolf im Schafspelz, der<br />

mit Freude Menschen manipuliert – alle seine Fa -<br />

cet ten jeden Abend aufs Neue rauszukitzeln war<br />

schauspielerisch eine schöne Herausforderung.<br />

Hinzu kommt, dass ich ein 14-Mann-Orchester<br />

hinter mir hatte, das mich durch den Abend trägt.<br />

Das habe ich so noch nie erlebt.<br />

MM: Viele kennen dich heute auch als er folg -<br />

reichen Schauspieler. Welche Liebe war die<br />

erste: die Musik oder die Schauspielerei?<br />

PASQUALE: Ganz klar die Musik. Mit elf Jahren<br />

habe ich angefangen, Klavier zu spielen. Mit 14<br />

hatte ich meine erste Band. Die Musik hat ganz<br />

klar den Weg in die Schauspielerei geebnet.<br />

MM: Wie schaffst du es, beide Ta lente auf so<br />

hohem Niveau zu halten?<br />

PASQUALE: So langweilig es vielleicht klingen<br />

mag: Ich übe. Ich versuche, eine gewisse Übungs -<br />

basis pro Woche immer beizubehalten. Ich sehe<br />

mich allerdings in erster Linie schon als Schau -<br />

spieler. Ich lebe von der Schauspielerei und ar -<br />

beite sehr viel; insofern bleibe ich, was die Schau -<br />

spiele rei betrifft, automatisch im Training. Und für<br />

die Musik nehme ich mir zwischen den Drehs so<br />

viel Zeit wie möglich. Aber grundsätzlich konzentriere<br />

ich mich jeweils immer hundertprozentig<br />

aufs nächste Projekt, und wenn es, wie im Fall<br />

von „Chicago“, Gesang erfordert, freue ich mich,<br />

weil ich dann beide Leidenschaften zusammenbringen<br />

kann.<br />

MM: Kannst du dich noch an deine Anfänge<br />

im Musikbusiness erinnern?<br />

PASQUALE: Das war mehr Flucht als Business,<br />

aber durchaus lukrativ. Mit meiner damaligen<br />

Funk band „Funk is a Fact“ haben wir hauptsächlich<br />

auf der Straße gespielt, was 1992 an der<br />

Bahnhofstrasse in Zürich nicht einfach war, weil<br />

man nur so 10 bis 15 Minuten spielen konnte, bis<br />

die Polizei kam.<br />

MM: Im Jahre 2005 hast du – interessanterweise<br />

auch auf einer Musicalbühne im<br />

Theater Neue Flora in Hamburg – den<br />

Deutschen Rock und Pop Preis gewonnen.<br />

Hat dich der Preis zusätzlich motiviert und<br />

dir in deiner Karriere weitergeholfen?<br />

PASQUALE ALEARDI & THE BIG GEE FEAT. MARY –<br />

„RETROLOGIE UNPLUGGED“ IN DER BAR JEDER VERNUNFT<br />

Musik, die vor Spaß, Schmiss und Virtuo sität nur so kesselt. Die urkomischen, ko mö -<br />

diantischen Dialoge zwischen Pasquale und seinen beiden Mitstreitern, den Unikaten Greg<br />

Zimmermann und Marc Leymann, sind das Markenzeichen von „Pasquale Aleardi & the Big<br />

Gee featuring Mary“. Ihre Eigenkompositionen nennen sie „Anti-Depressions-Musik“ – und<br />

wer sie „unplugged“ mit Gitarre, Bass, Melodica bewaffnet in der Bar Jeder Vernunft miterlebt<br />

hat, der versteht, warum.<br />

PASQUALE: Na klar hat er mich motiviert. Es ist<br />

ein tolles Gefühl, wenn man für seine Arbeit auch<br />

Anerkennung bekommt. Wir alle waren stolz wie<br />

Bolle. Das bleibt unvergesslich. Und er war auch<br />

ganz klar Türöffner für unseren ersten Platten -<br />

deal bzw. die Verwirklichung unseres Albums<br />

„Retrologie“. Den ganzen Tag in Hamburg habe<br />

ich noch klar vor Augen. So viele unterschiedliche<br />

Bands und Genres – das fand ich großartig.<br />

MM: Hat ein berühmter Schauspieler wie du,<br />

der Musik macht, es leichter, mit der Musik er -<br />

folgreich zu sein, als ein „normaler“ <strong>Musiker</strong>?<br />

PASQUALE: Vielleicht zu Beginn etwas, gerade<br />

wenn es darum geht, einen Fuß in die Tür zu<br />

kriegen, Kontakte zu knüpfen etc. Aber letzten<br />

Endes muss das Produkt gut sein, eine gewisse<br />

Substanz haben, denn wenn die Musik, die ich<br />

mache, keine Qualität hat, nützt mir auch mein<br />

Bekanntheitsgrad nichts.<br />

PASQUALE ALEARDI & THE BIG GEE FEAT. MARY<br />

„Retrologie Unplugged“<br />

VÖ: 21.04.2014<br />

WWW.PASQUALEALEARDI.COM/DE<br />

MM: Wann sehen wir dich mal wieder auf<br />

einer Rockbühne?<br />

PASQUALE: Das kann ich jetzt noch nicht genau<br />

sagen, aber bestimmt nicht vor Herbst. Denn nach<br />

Billy Flynn wartet bald schon wieder Kommissar<br />

Dupin auf mich.<br />

MM: Vielen Dank für das Gespräch und alles<br />

Gute für dich!<br />

PASQUALE: Herzlichen Dank zurück, das wünsche<br />

ich ebenso!<br />

WEB: WWW.PASQUALEALEARDI.COM/DE<br />

INTERVIEW: PROF. DR. BERND GIEZEK<br />

FOTOS: © OLIVER BETKE<br />

WWW.BETKEBILDER.DE<br />

BANDFOTO: BORIS BREUER<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


24 STORIES<br />

ALEXANDER UND MAXIMILIAN BLUME<br />

Blues- und Jazzmusik mit Intention<br />

DAS VOLLSTÄNDIGE INTERVIEW ZU FINDEN<br />

AUF: WWW.MUSIKER-ONLINE.TV UND<br />

WWW.YOUTUBE.COM/MUSIKERONLINETV<br />

MM: Alexander, du bist seit mehr als dreißig<br />

Jahren als Blues- und Jazzpianist unterwegs.<br />

Wie bist du zum Jazz gekommen?<br />

ALEXANDER: Ich wurde bereits in meiner frühesten<br />

Kindheit mit Jazzmusik vertraut gemacht.<br />

Mein Vater war ein ziemlich kompromiss- und<br />

auch gnadenloser Jazzfan. Er spielte seine Schall -<br />

platten meistens sehr laut von früh bis spät rauf<br />

und runter. Das hatte unter anderem zur Folge,<br />

dass mein Bruder und ich schon im Vorschulalter<br />

alle Jazzgrößen an ihrem Sound und ihrer Spiel -<br />

weise erkannten.<br />

MM: Du sagst, gerade in deiner Anfangszeit<br />

hätten dich Blues und Boogie Woogie<br />

beeinflusst. Warum ist es dann doch eher<br />

der Jazz geworden, für den dein Herz<br />

schlägt?<br />

ALEXANDER: Im Alter von acht Jahren habe ich<br />

mit dem Klavierspielen begonnen. In der Musik -<br />

schule gab es das typische, mal mehr, mal weniger<br />

spaßige Programm. Zu Hause liefen dann<br />

öfter auch Boogie-Woogie-Schallplatten. Diese<br />

Pianospielweise hat mich fasziniert. Auch die<br />

Blues pianisten haben mich berührt. Ich habe an -<br />

gefangen, die Songs nachzuspielen. Vom Blues<br />

war es nicht weit zu Jazzpianisten wie Les<br />

McCann oder Bobby Timmons. Als ich das erste<br />

Mal Aufnahmen von Miles Davis und John<br />

Coltrane hörte, hat es mich geradezu umgehauen.<br />

Da war ich etwa zehn Jahre alt. Ähnlich ging<br />

es mir mit Keith Jarrett. Meine eigene Musik ist<br />

heute bluesiger Jazz oder jazziger Blues.<br />

MM: Im Jahr 1989 hast du in der DDR viele<br />

sogenannte Ökojazzmessen in Kirchen ge -<br />

geben und dich somit für die Umwelt und<br />

Bürger rechte stark gemacht. Warum hast du<br />

das trotz der daraus resultierenden Auftritts -<br />

ver bote und sogar Hausarrest gemacht?<br />

ALEXANDER: Ich musste mich zwischen Auf rich -<br />

tig keit und Verrat, zwischen freier Meinungs äuße -<br />

rung und Dauerlügerei entscheiden. Diese Ent -<br />

scheidung ist mir nie schwergefallen. Blues und<br />

Jazz sind ohnedies grundehrliche Musik. Ich konnte<br />

nicht Blues spielen und mich gleichzeitig dem<br />

DDR-Regime unterwerfen.<br />

MM: Du hast anfangs mit deinem Bruder<br />

und später mit Freunden in Bands gespielt.<br />

Seit einigen Jahren trittst du mit deinen<br />

Söhnen auf. Warum ist für dich Musik so eine<br />

familiäre Angelegenheit? Wie kam es dazu?<br />

ALEXANDER: Das gemeinsame Musizieren mit<br />

meinem ein Jahr jüngeren Bruder lag nahe. Stanley<br />

startete ebenfalls mit dem Piano. Damit wir zu -<br />

sammen musizieren konnten, hat er Klarinette und<br />

Saxophon gelernt. Er ist seit vielen Jahren einer<br />

der besten Jazzsaxophonisten in Deutschland.<br />

Eine Zeit lang habe ich mit meinen vier Söhnen<br />

Musik gemacht. Heute ist noch Maximilian, mein<br />

Jüngster, dabei. Die anderen haben sogenannte<br />

„richtige“ Berufe wie Zahnarzt oder Manager in<br />

einer Supermarktkette. Egal, ob mit Bruder, Freun -<br />

den oder den eigenen Kindern: Es hat immer<br />

Spaß gemacht, mit Menschen, die mir auch persönlich<br />

sehr nahe stehen, kreative Dinge zu tun.<br />

MM: Zwei Songs in deinem Repertoire sind<br />

von dem deutschen Bluesmusiker Stefan<br />

Diestel mann. Warum spielst du diese Songs?<br />

ALEXANDER: Der leider bereits verstorbene<br />

Stefan Diestelmann war der Blues-König der DDR.<br />

Ich war jahrelang sein Pianist und habe die meisten<br />

seiner Produktionen mit eingespielt. Viele Fans<br />

haben mich lange bearbeitet, ich solle doch einige<br />

der Songs in mein Programm aufnehmen. Stefans<br />

65. Geburtstag im Jahr 2014 war ein würdiger<br />

Anlass, mich dieser Aufgabe zu widmen. Die<br />

Songs gefallen mir und ich spiele sie gern. Es ist<br />

schon ein tolles Gefühl, wenn einige Hundert Fans<br />

vor der Bühne stehen und plötzlich mitsingen.<br />

MM: Wie stellst du dir deine musikalische<br />

Zukunft vor?<br />

ALEXANDER: Ich habe in der Tat einige reizvolle<br />

Projekte in der Schublade, die auf eine Bear bei -<br />

tung warten. Im Moment habe ich zu viele Auf -<br />

träge als <strong>Musiker</strong>, Dozent und Autor, als dass sie<br />

sich angemessen verwirklichen lassen. Bereits in<br />

Bearbeitung ist ein Programm für Jazz quartett<br />

und Streichquartett, das auch besonders gut für<br />

Kinder geeignet sein wird. Im Früh jahr <strong>2015</strong><br />

steht die dritte Tournee durch Jordanien auf dem<br />

Programm. Gerade sind Max und ich zurück aus<br />

Albanien und voller Ideen, was wir dort zukünftig<br />

tun werden.<br />

WEB: WWW.ALEXANDERBLUME.DE<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTO: TORSTEN MEYER<br />

FOTOQUELLE: ALEXANDER BLUME<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


STORIES 25<br />

MUSIK DER 60ER-, 70ER- UND 80ER-JAHRE<br />

STAGE BAND<br />

PETER CONZE – Bass|Gesang|Frauenversteher<br />

ULI VASSMAR – Gitarre|Gesang|Mischpult<br />

ALEX STIENS – Gesang<br />

KLAUS BÖCKMANN – Schlagzeug|Gesang|Percussion<br />

MICHAEL SUERMANN – Keyboard|Gesang|Gitarre<br />

MM: Michael, mit der Stage Band deckt ihr<br />

fünf <strong>Musiker</strong> eine Altersspanne von zwanzig<br />

Jahren ab. Gibt es da manchmal Reibereien<br />

wegen des Altersunterschieds?<br />

MICHAEL SUERMANN: In unserem Alter nicht<br />

mehr. Mit Uli spiele ich nun seit 1989 zusammen<br />

– da kennt man sich und auch die Macken des<br />

anderen. Ähnlich ist es mit Klaus, den ich seit<br />

1984 kenne. Letztlich sind wir über die Musik<br />

zusammengekommen, die uns verbindet. Auch<br />

hier gibt es unterschiedliche Geschmäcker, die<br />

letztlich aber zu einer Vielfalt führen. Und so weit<br />

sind wir da nicht auseinander. Oldies und Classic<br />

Rock – auf diese Musik kann man sich schnell<br />

einigen. Jeder kennt die Songs. Das merkt man<br />

auch bei den Auftritten. Reibereien gibt es dennoch<br />

und manche Diskussion wird auch ausführlich<br />

geführt, aber am Ende stimmt das Ergebnis.<br />

Und darauf kommt es an.<br />

MM: Wie ist es zu dieser Bandkonstellation<br />

gekommen?<br />

MICHAEL: Also, wir waren im Namen des Herrn<br />

unterwegs und da kam die Stimme: „Die Band,<br />

die Band, ihr müsst die Band zusammenrufen!“<br />

Den Rest kennt man ja. Der Film lief im Kino.<br />

Ursprünglich war diese Band 35 Jahre lang ein<br />

Trio mit Drums, Gitarre und Keyboard und alle<br />

haben gesungen. Zwei Herzen schlugen schon<br />

immer in der Brust – einerseits die Unterhaltungs -<br />

musik für Veranstaltungen, andererseits Rockmusik<br />

für unsere gute Laune. Ab dem Jahr 2000<br />

wurden die kleinen Ver anstaltungen immer weniger,<br />

weil Laptops und MP3 die Bühnen eroberten.<br />

Als dann Ludger, unser Drummer, starb, ergab<br />

sich die Frage, ob wir noch eine Band hätten.<br />

Dieses Telefonat zwischen Uli und mir bleibt un -<br />

vergessen, weil es der Startpunkt für ein Um -<br />

denken war. Wir haben dann noch eine Zeit lang<br />

Unterhaltungsmusik mit Klaus gemacht, aber<br />

2008 wurde mit Peter ein Bassist aufgenommen,<br />

der natürlich auch singen musste. Gesang war<br />

schon immer sehr wichtig, und so war es nur<br />

logisch, dass sich die Band in diesem Bereich<br />

nochmals verstärkte. 2011 kam Alex dazu und<br />

diese Röhre passte perfekt in die Band. Ich<br />

konnte die zweite starke Stimme be setzen, Chöre<br />

wurden fett und die Arrangements immer ausgefeilter,<br />

weil die Möglichkeiten da waren. Seitdem<br />

sind mehrstimmiger Gesang und wechselnde<br />

Lead stimmen und die daraus resultierende große<br />

Viel falt die Markenzeichen der Stage Band.<br />

MM: Euch gibt es ja mittlerweile schon seit<br />

mehreren Jahren. Wie war euer musikalischer<br />

Werdegang?<br />

MICHAEL: Als Peter den Bass übernahm, konnte<br />

ich mich mal richtig um die Keyboards kümmern.<br />

Und ich kann ja auch Gitarre spielen. Somit<br />

können wir nun die 60er mit zwei Gitarren, Bass<br />

und Drums spielen. Für die 70er mit den Key -<br />

boards spiele ich dann Orgel oder Piano. Uli spielt<br />

als Lead-Gitarrist alles, was ihm in die Saiten<br />

kommt. Früher hatte er einen Plattenladen und<br />

hielt jede Single noch als Neuware in der Hand.<br />

Klaus an den Drums hat 35 Jahre Bühnener fah -<br />

rung im Fuß und die Bassdrum treibt den Beat.<br />

Alex kommt aus der Rock-Szene und ist AC/DC-<br />

Fan, was man auch hören kann. Da ist die<br />

Mi schung schon perfekt. Aus einer Dreier-<br />

Konstel lation wurde Schritt für Schritt eine Fünf-<br />

Mann-Band mit eigenem Stil.<br />

MM: Ihr bezeichnet euch als Oldieband und<br />

spielt hauptsächlich die Songs der 60er- und<br />

70er-Jahre. Was fasziniert dich an der Musik<br />

dieser Zeit?<br />

MICHAEL: Das ist ehrliche, handgemachte, komponierte<br />

Musik. Wir kennen die <strong>Musiker</strong>, die die<br />

Songs eingespielt haben. Eine Band war eine<br />

Band und nicht einfach zusammengewürfelt. Eine<br />

Band ist eine Einheit und keine Castingshow.<br />

Lieder haben Aussagekraft und die Solos singt<br />

man mit. Wenn man die Platten in der Hand hatte,<br />

hatte man auch einen Bezug zu der Musik und<br />

den <strong>Musiker</strong>n. Da muss schon alles stimmen.<br />

WEB: WWW.STAGE-BAND-ONLINE.DE<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOQUELLE: STAGE BAND<br />

DAS VOLLSTÄNDIGE INTERVIEW ZU FINDEN<br />

AUF: WWW.MUSIKER-ONLINE.TV UND<br />

WWW.YOUTUBE.COM/MUSIKERONLINETV<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


26 STORIES<br />

PETER<br />

REIMER<br />

Mit „Entschleunigungskonzerten“<br />

gegen den Zeitgeist<br />

MM: Peter, du giltst als Allrounder und be -<br />

gnadeter Gitarrist. Du mischst Musikstile und<br />

Spieltechniken und verwendest Looper auf<br />

der Bühne, um Klangwelten zu schaffen. Wie<br />

bist du überhaupt zur Musik gekommen und<br />

warum reichen dir ein Stil oder die Grund -<br />

tech niken nicht?<br />

PETER: Der Wunsch, <strong>Musiker</strong> zu werden, kam<br />

schon mit etwa sieben Jahren. Initialzünder war<br />

für mich „Disco 71“ mit Ilja Richter, insbesondere<br />

die damaligen Auftritte von „T. Rex“. Ein weiteres<br />

Schlüsselerlebnis war ein Pfadfinderlager, bei<br />

dem am Lagerfeuer Lieder gesungen wurden.<br />

Durch meine älteren Brüder kannte ich einige<br />

Stücke, aber dieses Erlebnis als kleiner Junge<br />

am Lagerfeuer war gigantisch. Der Mann mit der<br />

Gitarre war später mein erster Gitarrenlehrer. Es<br />

folgten einige Jahre, in denen ich autodidaktisch<br />

viel Fingerstyle spielte. Dazu kamen Klavier stun -<br />

den und meine erste Band, mit der wir zehn<br />

Jahre lang eigene Stücke spielten. Es schlagen<br />

musikalisch mehrere Herzen in meiner Brust: eins<br />

für Blues, Rock und alles, was elektrisch und laut<br />

ist, eins für Lieder und deren Texte, eins für die<br />

klassische Musik der letzten 700 Jahre und eins<br />

für Volksmusiken aus aller Welt. Das lässt sich<br />

auch gar nicht alles voneinander abgrenzen. Diese<br />

Viel falt, Liebe und Offenheit für verschiedenste<br />

Musik erklärt mein stetiges Ausprobieren<br />

von Neuem und das Ausloten von Grenzen.<br />

Der Looper und das Delay haben zusammen mit<br />

den verschiedenen klassischen und modernen<br />

Spiel techniken meine Ausdrucksmöglichkeiten<br />

enorm erweitert, da ich damit Dinge tun kann, die<br />

man mit nur einer Gitarre nicht tun kann. Das<br />

macht Spaß und setzt bei mir viel Kreativität frei.<br />

MM: Gibt es musikalische Vorbilder, die dich<br />

besonders geprägt haben?<br />

PETER: Oha, da würde die vollständige Auf zäh -<br />

lung den Rahmen sicherlich sprengen. Sagen wir,<br />

ich habe meine Hausaufgaben gemacht, ob<br />

klassische oder populäre Musik im weitesten<br />

Sinne. Initialzünder waren Marc Bolan von T.Rex<br />

und Chuck Berry, aber auch Reinhard Mey, Cat<br />

Stevens und Simon & Garfunkel waren frühe<br />

Vorbilder, wenn es um Songs und Inhalt geht.<br />

Wichtige Einflüsse für das, was ich aktuell mache,<br />

sind sicherlich auch bei David Lindley und Mike<br />

Oldfield zu finden. Gitarristisch natürlich große<br />

klassische Interpreten wie Manuel Barrueco oder<br />

John Williams und Fingerstyler wie Michael<br />

Hedges oder Kaki King sowie Chapmanstick-<br />

Spieler wie Jan Laurenz. Filmmusik begeistert<br />

mich schon immer. Hier mag ich die Sound tracks<br />

von Carter Burwell und Ennio Morricone sehr.<br />

MM: Du bietest verschiedene Konzert for mate<br />

an. Unter anderem „Modern Multistyle & Loop<br />

Guitar“ und deine „Entschleuni gungs kon -<br />

zerte“. Was ist das Besondere bei einem<br />

Multitsyle-& Loop-Konzert?<br />

PETER: Modern Multistyle & Loop Guitar beinhaltet<br />

verschiedene Stilistiken und bietet auf<br />

unterhaltsame Weise eine Umschau auf das, was<br />

man mit einer Gitarre alles machen kann – für<br />

Gitarre solo, mit und ohne Gesang, mit und ohne<br />

Effekten wie Delay, Looper und Octaver. Dazu ge -<br />

hören die klassischen Tech niken wie Strum ming,<br />

Flat-Picking, Percussion und das Integrieren der<br />

Effekte. Ich verwende das Delay als Rhyth mus -<br />

instrument, der Octaver gibt mir die Möglichkeit,<br />

Basslinien gleichzeitig mit Gitarren sounds zu<br />

spielen. Mit dem Looper biete ich dem Zuhörer<br />

einen Ensemblesound. Im Gegen satz zu Mu -<br />

sikern, die den Looper als Playbackpartner mit<br />

kurzen Phrasen verwenden, spiele ich eher lange<br />

Parts ein, mit denen ich große Arrange ments aufbaue.<br />

Der Looper hilft mir, komplexere Kompo -<br />

sitionen in Echtzeit darzustellen. Ich verwende<br />

dabei kein einziges vorgefertigtes Play back, son-<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


STORIES 27<br />

dern spiele alle Parts immer im Konzert ein und improvisiere darüber. Was<br />

die Musik angeht, so suche ich immer nach einfachen Grund ideen, die griffig<br />

und melodiös sind. Reduktion auf Wesentliches ist dabei der Aus gangs -<br />

punkt. Daraus entwickle ich dann meine Stücke. Die Presse nannte mich<br />

jüngst einen „Weltmusiker“. So verstehe ich mich selbst schon lange.<br />

MM: Deine Entschleunigungskonzerte tragen den Untertitel „Klang-<br />

kunst für die Seele. Impulse fürs Leben. Wege zum Wesent lichen“.<br />

Was ist das Wesentliche für dich?<br />

PETER: Mit den Entschleunigungskonzerten habe ich einen Nerv der<br />

Gesellschaft getroffen. Es geht darum, Menschen, die im Hamsterrad laufen,<br />

eine Plattform zu bieten, wo sie zu sich kommen und Impulse zu verschiedenen<br />

Themen bekommen. Es geht um die Besinnung auf das, was<br />

im Leben Bedeutung hat: Familie, Freunde, in geklärten Beziehungen zu<br />

leben, achtsam für sich und andere sein, genug Schlaf, gesünderes Essen,<br />

mehr Zeit für sich und die Menschen, die einem wichtig sind, bewusst Platz<br />

im Kalender für die wichtigen Dinge freihalten, ein zufriedenes Leben führen,<br />

sich die Zeit für unverhoffte Gelegenheiten nehmen. Für mich selbst<br />

habe ich vor einigen Jahren drei Lebensziele formuliert: erstens die Qualität<br />

meiner gelebten Beziehungen steigern, zweitens Menschen mit meiner<br />

Musik berühren und verändern, drittens meiner Berufung und Begabung<br />

als <strong>Musiker</strong> und Seelsorger folgen.<br />

MM: Warum ist das Thema Entschleunigung deiner Meinung nach<br />

wichtig in unserer Gesellschaft?<br />

PETER: Das ist eine Frage, für die man weit ausholen müsste. Ich versuche<br />

es möglichst kurz. Wir leben in einer Welt, in der sich unser Leben<br />

ständig beschleunigt. Dazu kommt, dass die Menschen langsam begreifen,<br />

dass die ursprüngliche Verheißung der Moderne, nämlich ein Paradies<br />

auf Erden und Wohlstand für alle, nicht eingelöst wird. Es gibt aber eine<br />

Reihe von Prozessen, die sich nicht beliebig beschleunigen lassen. Gras<br />

wächst nicht schneller, wenn man daran zieht, Saat und Ernte brauchen<br />

ihre Zeit, Menschen können nicht immer mehr Dinge noch schneller tun.<br />

Es gibt von der Natur gesetzte Grenzen. Wenn wir die nicht einhalten,<br />

dann wird uns irgendwann unser Körper sagen: „So nicht!“ Menschen<br />

reiben sich auf und brennen aus, weil sie für zu vieles brennen. Es kann sich<br />

jeder fragen, wie weit er die Beschleunigung mitmacht oder sich ihr entgegenstellt.<br />

Wir haben so viele Optionen wie nie zuvor in der Mensch heits -<br />

geschichte. Aber dazu steht uns trotzdem nur eine begrenzte Lebenszeit<br />

zur Ver fügung. Ich sehe ständig Menschen, die sich ihre letzten ruhigen<br />

Momente am Tag nehmen, indem sie bei jeder Gelegenheit auf ihre Smart -<br />

phones schauen, die sich dauernd zerstreuen und Stille und Lang sam -<br />

keit nicht aushalten können. Deshalb halte ich eine Gegen be we gung zur<br />

stetigen Beschleunigung für notwendig und gesund.<br />

MM: Bei den Entschleunigungskonzerten machst du nicht nur<br />

Musik, sondern erzählst auch immer kurze Geschichten, die zum<br />

Nachdenken anregen. Wie bist du auf die Idee gekommen, Musik<br />

und gelesene Geschichten zu kombinieren und überhaupt mit<br />

diesem Konzept auf die Bühne zu gehen?<br />

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PETER: Es entstand aus der ursprünglichen Idee, Patientenkonzerte in<br />

Kliniken für psychisch angeschlagene und kranke Menschen zu machen.<br />

Ich habe für diese Menschen Songs gespielt und zeitgleich mit dem Looper<br />

angefangen. Die Resonanz auf diese neuartigen Instrumentalstücke war<br />

immens und ich erhalte bis heute positive Rück meldungen. Ich überleg-<br />

8


28 STORIES<br />

te, wie ich das Erleben intensivieren könnte, und<br />

ließ die Songs weg, weil deren Titel und Texte<br />

meiner Ansicht nach ablenkten. So entstanden<br />

die Entschleunigungs konzerte – mutmachende<br />

und herausfordernde Im pulse und instrumentale<br />

Gitarrenmusik im Wechsel. Die Musik hat eine<br />

Funktion bekommen. Sie dient als Zeitraum für<br />

die Synchroni sierung innerer Prozesse, die durch<br />

die Impulse in Gang kommen. Dabei habe ich,<br />

als mir das bewusst wurde, Entschleunigungs -<br />

musik entwickelt, die um die 100 bpm hat. Ent -<br />

spannungs musik, die im Ruhepulsbereich arbeitet,<br />

hat 40 – 60 bpm.<br />

es zu den meines Erachtens nach irrigen Gleichungen<br />

„Zeit gleich Geld“ und „mehr gleich besser“.<br />

Aber egal, wie viel Geld man erwirtschaftet,<br />

man kann nicht eine Minute, die man gearbeitet<br />

hat, mit Geld zurückkaufen. Deswegen glaube ich,<br />

Zeit ist Leben. Mit der vergehenden Zeit verrinnt<br />

auch unsere Lebenszeit, und wir müssen uns<br />

genau überlegen, was wir mit der Lebenszeit, die<br />

uns bleibt, anfangen. Die gefühlte Lebensmitte<br />

liegt laut Forschung bei etwa 25 Jahren. Jedes<br />

Lebensjahrzehnt danach erleben wir doppelt so<br />

schnell. Was, glaubst du, waren die ersten Fragen,<br />

die ich mir stellte, als mir das bewusst wurde?<br />

MM: Was willst du mit deinen Entschleuni -<br />

gungs konzerten erreichen?<br />

PETER: Ich kann meine Gaben als <strong>Musiker</strong> und<br />

Seelsorger einbringen. Das Format entstand aus<br />

meinen Lebensumständen und lässt sich weiterentwickeln.<br />

Als Fünfzigjähriger kann ich aufgrund<br />

meiner Lebenserfahrung Thema und Inhalt glaub -<br />

würdiger transportieren, als es ein jüngerer Künst -<br />

ler könnte. Entschleunigungskonzerte sollen den<br />

Menschen, die sie besuchen, guttun, ihnen Mut<br />

zur Veränderung machen und Impulse geben,<br />

wie ein entschleunigteres Leben aussehen kann.<br />

»Egal, wie viel Geld man<br />

erwirtschaftet,<br />

man kann nicht eine Minute,<br />

die man gearbeitet hat, mit<br />

Geld zurückkaufen.<br />

Deswegen glaube ich,<br />

Zeit ist Leben.«<br />

MM: Du hast in einem Interview einmal ge -<br />

sagt, dass es wichtig sei, sein persönliches<br />

Tempo zu finden und sich zurückzuziehen.<br />

Wie und wo gelingt dir das am besten?<br />

PETER: Auf jeden Fall beim Musikmachen, beim<br />

Spielen mit meiner Tochter, beim Rollerfahren,<br />

beim Spazierengehen, bei Gesprächen mit meiner<br />

Frau oder meinem besten Freund, beim Sport,<br />

beim Kochen, beim Schreiben. Einfach gesagt:<br />

das äußere Tempo immer wieder anpassen, das<br />

innere Tempo ändert sich mit den Monaten.<br />

MM: Entgegen der gesellschaftlichen Floskel<br />

„Zeit ist Geld“ proklamierst du „Zeit ist<br />

Leben“. Was ist Leben für dich? Welche Rolle<br />

spielt Musik dabei?<br />

PETER: Wieder eine philosophische Frage. Ich<br />

erkläre es mithilfe dessen, was ich von renommierten<br />

Forschern gelernt habe: In unserer Ge -<br />

sell schaft ist es durch die Industrialisierung zum<br />

Sprichwort „Zeit ist Geld“ gekommen. Je produktiver<br />

man innerhalb einer bestimmten Zeit ist,<br />

desto mehr kann man an Erlösen erzielen. So kam<br />

Ich verrate sie: Was ist mir wirklich wichtig? Was<br />

will ich unbedingt tun? Was will ich auf keinen Fall<br />

mehr tun? Und wer weiß, wie viel Zeit mir bleibt?<br />

Deswegen bedeutet Leben für mich, bewusst zu<br />

leben, und mich nicht leben zu lassen, mich ab -<br />

zugrenzen von dem Kommunikations- und Kon -<br />

sumwirrwarr. Ich möchte Zeithoheit über mein<br />

Leben. Deswegen bin ich Freiberufler. Ich arbeite,<br />

um zu leben, und lebe nicht, um zu arbeiten.<br />

Es gab eine Zeit, da war die Musik mein Götze,<br />

meine Obsession. Ich habe mich damit aufgerieben<br />

und eine Reihe Beziehungen zurückgelassen.<br />

Aber wie das so mit dem Götzendienst ist:<br />

Man opfert und opfert und wird irgendwann<br />

selbst Opfer. Das ist mir passiert und es war eine<br />

schlimme Erfahrung. Musik machte mir keine<br />

Freude mehr und ich sah eine dunkle Zukunft für<br />

mich als <strong>Musiker</strong>, sodass ich den Beruf wechselte.<br />

Es endete in einem weiteren Desaster und<br />

führte zum erneuten Aufbau eines Einkommens<br />

durch Musik. Nun aber mit Musik, mit der ich mich<br />

identifiziere. Die Musik hat ihren Platz in meinem<br />

Leben gefunden und dient mir und anderen, nicht<br />

umgekehrt.<br />

MM: Mal ehrlich: Auch ein Entschleuni -<br />

gungs kon zert ist ein Konzert, ein Auftritt,<br />

bei dem du arbeiten – also Gitarre spielen,<br />

singen, die Technik bedienen usw. – musst.<br />

Ist so ein Konzert für dich trotzdem Ruhe<br />

und Ent schleunigung oder findest du deine<br />

Rück zugsmöglichkeit an anderer Stelle?<br />

PETER: „Sie haben es gut, Sie haben Ihr Hobby<br />

ja zum Beruf gemacht“, höre ich oft und antworte:<br />

„Ja, dafür habe ich aber ein Hobby weniger.“<br />

<strong>Musiker</strong> sein macht Arbeit, vor allem, wenn man<br />

nicht auf der Bühne sitzt, was in 80 % der Zeit<br />

der Fall ist. Ich muss also in 20% meiner Arbeits -<br />

zeit den Umsatz generieren, der die 80% Arbeits -<br />

zeit auch rechtfertigt. Das ist die wirkliche Arbeit.<br />

Konzerte spielen ist nur die Spitze des Eisbergs<br />

und der Teil des Ganzen, den ich genieße, der aber<br />

dennoch Kraft kostet. Wenn ich in acht Tagen<br />

fünf Konzerte spiele, dann brauche ich danach<br />

auch wieder drei Tage Ruhe und Erholung, um<br />

wieder zu Kräften zu kommen. Ich mache einfach<br />

mal nichts. Nichtstun ist für mich eine herrliche<br />

Rückzugsmöglichkeit. Nichtstun bedeutet für<br />

mich, irgendwo zu liegen oder an einem Platz mit<br />

Aussicht in die Ferne zu schauen, ohne zu denken.<br />

Weitere Rückzugmöglichkeiten sind für mich<br />

Sport und das wöchentliche Treffen mit meinem<br />

besten Freund, bei dem wir uns austauschen und<br />

mit- und füreinander beten.<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOQUELLE: PETER REIMER<br />

PREISTRÄGER DES „SOUL@WORK<br />

CHALLENGE <strong>2015</strong>“-AWARD<br />

Das Konzertformat „Entschleunigungskonzerte“<br />

erhält Preis aus der freien Wirtschaft.<br />

PETER REIMER<br />

„Islands Of Tranquility“<br />

VÖ: 09.09.2014<br />

WWW.PETER-REIMER.DE<br />

WWW.ENTSCHLEUNIGUNGS-<br />

MUSIK.DE<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


MAX<br />

Pop-Punk auf Deutsch<br />

STORIES 29<br />

MAX<br />

„Zurück auf jung“<br />

VÖ: 29.05.<strong>2015</strong><br />

WWW.FACEBOOK.COM/<br />

MAX.DIE.BAND<br />

DAS VOLLSTÄNDIGE INTERVIEW ZU FINDEN<br />

AUF: WWW.MUSIKER-ONLINE.TV UND<br />

WWW.YOUTUBE.COM/MUSIKERONLINETV<br />

Als „Stairway To The Moon“ konnte Maximilian<br />

Wagner bereits beim Deutschen Rock und Pop<br />

Preis erste Erfolge feiern. Unter dem neuen<br />

Namen „MAX“ besuchte uns Maxi mit seinen<br />

Bandmitgliedern Lukas und Fabian für RockTV,<br />

um uns von dem neuen Projekt zu erzählen.<br />

MM: Ihr habt euch vor einiger Zeit umbenannt.<br />

Ursprünglich hießt ihr mal „Stairway<br />

To The Moon“. Wie kam es zu dieser Namens -<br />

änderung?<br />

LUKAS: Das liegt daran, dass es davor bis auf<br />

Maxi eine andere Besetzung gab. Als Fabian<br />

und ich dazukamen, haben wir uns gedacht, wir<br />

fangen unter einem neuen Namen noch mal von<br />

vorne an. Und machen ein Album.<br />

MM: Maxi, wie schon angesprochen, bis du<br />

das einzige konstante Mitglied. Jetzt ist aber<br />

der Plan, dass ihr auch fest zu dritt bleibt,<br />

oder?<br />

MAXI: Ja, das ist richtig. Jeder, der eine Band<br />

hat kennt die Situation, dass es immer wieder<br />

schwer ist, Leute zu finden, die genau so mitziehen<br />

wie man selbst. Das ist auch der Grund,<br />

warum wir zu dritt sind und einen Livebassisten<br />

haben. Wir suchen zwar noch nach einem festen<br />

Bassisten, haben aber bisher keinen gefunden.<br />

MM: Was für ein Konzept steht hinter eurer<br />

Musik?<br />

MAXI: Wir machen in erster Linie Lieder, die po -<br />

litisch oder gesellschaftskritisch sind. Manche<br />

gehen aber auch in die Richtung Liebeslied.<br />

MM: Was ist euer Ziel mit diesem Projekt?<br />

MAXI: Unser Ziel ist es, schon mit dem kommenden<br />

Album möglichst viele Leute zu erreichen.<br />

Wir sind davon begeistert und viele große<br />

Künstler haben uns auch schon gesagt, dass<br />

sie die Songs und das Produkt sehr gut finden.<br />

Daher wissen wir, dass wir viele Leute ansprechen.<br />

Wir müssen halt noch schauen, wie wir<br />

das am besten erreichen können.<br />

MM: Bei euch hat man auch nicht das Ge -<br />

fühl, dass ihr da so planlos rangeht.<br />

LUKAS: Ja, aber planen kann und darf man<br />

einfach nicht. Wir versuchen einfach, den Leuten<br />

das zu zeigen, und hoffen, dass ihnen das ge -<br />

fällt. Aber wir können nicht planen, dass wir in<br />

zwei Jahren die ganze Welt berocken wollen.<br />

Das kann man nicht planen, aber wir versuchen,<br />

das Beste daraus zu machen.<br />

MM: Ich wollte noch mal auf eure Social-<br />

Media-Kanäle zu sprechen kommen. Da<br />

wirkt ihr sehr professionell aufgestellt. Wer<br />

unterstützt euch dabei?<br />

FABIAN: Das hat ein Freund für uns gemacht.<br />

MAXI: Der gehört für uns schon fast zur Band.<br />

Und wenn man eine gute Website oder gute<br />

Fotos nicht hat, dann bringen einem auch die<br />

Musik und das Songwriting nichts. Man braucht<br />

Leute, die mitziehen und die das mit Herzblut<br />

machen.<br />

MM: Ihr habt als Vorband von Konstantin<br />

Wecker gespielt. Wie kam das zustande?<br />

MAXI: Mein Vater hat mit dem Konstantin<br />

Wecker ein Theaterstück gemacht und ich habe<br />

in der Technik mitgeholfen. Wir haben uns lange<br />

im Backstage unterhalten und daraufhin habe<br />

ich ihm ein paar Songs zugeschickt. Und da war<br />

er begeistert.<br />

MM: Was sind eure Pläne für die nahe Zu -<br />

kunft? Worauf können wir uns freuen?<br />

LUKAS: Auf das Album, auf viele Musikvideos,<br />

auf viele Liveauftritte.<br />

MAXI: Es wäre schon ein Traum, wenn wir eine<br />

Tour durch Deutschland machen, die dann fast<br />

ausverkauft ist.<br />

INTERVIEW: JANA MOYSICH<br />

FOTOQUELLE: MAX<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


30 STORIES<br />

MM: Dein aktuelles Album „Red“ ist im Mai<br />

letzten Jahres erschienen. Was hat sich seitdem<br />

getan?<br />

SARAH STRAUB: „RED“ erschien im Frühsommer<br />

2014 – und seitdem hat sich alles verändert.<br />

Plötzlich gab es deutschlandweites Medien inte -<br />

res se, viele tolle Presserezensionen, meine gleich -<br />

namige Single aus dem Album lief auf Bayern 3<br />

und vielen weiteren Radiostationen, ich hatte erste<br />

Fernsehauftritte und konnte dann mit meinem<br />

Team eine große Tour planen. Ab Mai spiele ich<br />

vom südlichsten Ende Bayerns bis nach Kiel über<br />

50 Konzerte. Das Highlight des letzten Jahres passierte<br />

im Dezember: Der Gewinn des Deutschen<br />

Pop Preises als beste Band, für das beste Album<br />

und als bester neuer Künstler war der absolute<br />

Hammer für mich.<br />

MM: Wie würdest du dein Album beschreiben?<br />

SARAH: „RED“ ist ein Pop-Album mit fettem, frischem<br />

Sound, dessen Songs ich zu einer Zeit<br />

geschrieben habe, als ich in meinem Leben an<br />

einem Wendepunkt stand: Erwachsen geworden,<br />

Studium beendet und noch so ein wenig auf der<br />

Suche nach mir selbst – so entstanden Lieder<br />

als Hommage an das Leben, aber auch über<br />

zerbrochene Liebe und den Verlust eines geliebten<br />

Menschen. Ich glaube, jeder findet sich in<br />

den Songs irgendwo wieder.<br />

MM: Mit wem hast du bei den Studio-Auf -<br />

nah men zusammengearbeitet?<br />

DIE GROSSE POP-NEUENTDECKUNG:<br />

SARAH STRAUB<br />

Frisch ausgezeichnet mit dem<br />

Deutschen Rock & Pop Preis 2014 in den Kategorien<br />

„bestes Pop Album“ und „bester neuer Künstler“<br />

geht Sarah Straub <strong>2015</strong> mit ihrem Album im Ge päck<br />

auf große Deutschlandtour.<br />

SARAH: Für die Produktion konnte ich ein fantastisches<br />

Team gewinnen: Allen voran meine Band,<br />

die großartige Arbeit geleistet hat. Die Songs<br />

arrangiert und produziert hat das Produzen ten -<br />

team Adrian Winkler und Uli Fiedler (www.leiderfett.net).<br />

Die beiden hatten sofort ein Gespür für<br />

meine Songs und haben, glaube ich, das Beste<br />

aus ihnen herausgeholt. Ich hatte auch tolle Gast -<br />

musiker auf der Platte, unter anderem Jörg Hartl<br />

von La Brass Banda, der auf zwei Songs Trompete<br />

spielt. Gemischt hat das Album Niko Faust, der<br />

auch zum Beispiel für Jupiter Jones einige Sachen<br />

gemacht hat. Jedem Einzelnen, der an diesem<br />

Album mitgearbeitet hat, bin ich auf ewig dankbar.<br />

MM: Du hast mittlerweile dein Album schon<br />

öfter live spielen können. Hat sich dadurch<br />

die Sicht auf deine Songs verändert? (Stich-<br />

wort: Livequalität der einzelnen Songs)<br />

SARAH: Ja, natürlich! Ich bin teilweise wirklich<br />

überrascht, wie die Songs beim Publikum an kom -<br />

men und welche konkret die beste Resonanz er -<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


STORIES 31<br />

zeugen. Es macht richtig Spaß zu erleben, wie<br />

das Publikum bestimmte Lieder feiert – Songs, die<br />

ich selbst vielleicht als gar nicht so hervorstechend<br />

empfunden habe. Ich freue mich auch immer<br />

wahn sinnig, wenn eine meiner Balladen die Men -<br />

schen richtig fesselt.<br />

MM: Du trittst nicht nur solo, sondern auch<br />

mit Band auf. Welche Eigenschaften sind<br />

wichtig, um als Band eine Einheit zu bilden?<br />

SARAH: Das wichtigste für mich ist, <strong>Musiker</strong> um<br />

mich herum zu haben, die meine Musik fühlen,<br />

sie lieben, sie genauso gerne live performen wie<br />

ich. Die Energie, die da dann entsteht, ist durch<br />

nichts zu ersetzen. Außerdem sollte sich jeder als<br />

Teil eines großen Ganzen sehen, für das er unersetzlich<br />

ist. Die Band muss ein Team sein, jeder<br />

muss das Gleiche wollen: beste Unterhaltung bieten<br />

bei maximalem Spaß für einen selbst auf der<br />

Bühne :-).<br />

MM: <strong>Musiker</strong> werden zunehmend über You -<br />

Tube oder Social Media entdeckt und nicht<br />

mehr zwingend über Liveauftritte. Wie sind<br />

deine Erfahrungen mit diesem Thema?<br />

SARAH: Mich fasziniert der „Schneeballeffekt“, der<br />

entstehen kann und wenn ein kleines YouTube-<br />

Video auf einmal Millionen von Klicks hat. Und ich<br />

bewundere Leute, die in den sozialen Medien cleveres<br />

Marketing betreiben und diese perfekt nutzen<br />

können. Da gibt es ja gerade auf YouTube un -<br />

zählige Beispiele, teilweise vor dem Hinter grund<br />

wirklich simpelster Videoclips: eine Gitarre, eine<br />

Kamera, ein Wohnzimmer und ein bekannter Song<br />

– fertig ist der YouTube-Hit. Ich bin allerdings niemand,<br />

der gerne in dieser Plattform stöbert und<br />

sich die 150. Cover-Version irgendeines Songs<br />

an hört. Ich schwärme für <strong>Musiker</strong>, die selbst<br />

schreiben. Grundsätzlich sind die digitalen Medien<br />

aber natürlich das Marketing-Tool für <strong>Musiker</strong>.<br />

Wenn man es gut macht, hat man eine riesige<br />

Reich weite und das oft bei niedrigen Kosten.<br />

Face book zum Beispiel ist für mich nicht mehr<br />

wegzudenken.<br />

MM: Du nutzt iTunes, Amazon Music und<br />

Spotify als Vertriebskanäle. Welcher Weg ge -<br />

fällt dir als Künstlerin am besten?<br />

SARAH: Ich nutze als Musikhörerin Spotify be -<br />

wusst nicht, auch wenn ich meine Musik dort<br />

gerne anbiete. Natürlich ist es superpraktisch,<br />

wenn man alle Songs, die man hören will, einfach<br />

streamen kann, aber da ich selbst Urheber<br />

bin und dankbar über jeden Einzelnen, der meine<br />

Musik wirklich kauft, gehe ich bis heute in Musik -<br />

läden und kaufe CDs. Und wenn die nicht zu<br />

kriegen sind, lade ich mir auch Songs runter und<br />

kaufe sie digital – ob bei iTunes oder Amazon, ist<br />

mir eigentlich gleich recht. Wird zwar mit der Zeit<br />

teuer, aber mir ist es jeden Cent wert. Dennoch<br />

freue mich mich – als Künstlerin gesprochen –,<br />

wenn jemand meine Musik streamt. Hauptsache,<br />

er hört sie. :-)<br />

»„RED“ ist ein Pop-Album<br />

mit fettem, frischem<br />

Sound, dessen Songs<br />

ich zu einer Zeit<br />

geschrieben habe, als ich<br />

in meinem Leben an<br />

einem Wendepunkt stand.<br />

So entstanden Lieder als<br />

Hommage an das Leben,<br />

aber auch über<br />

zerbrochene Liebe und<br />

den Verlust eines<br />

geliebten Menschen.<br />

Ich glaube, jeder<br />

findet sich in den Songs<br />

irgendwo wieder.«<br />

MM: Betreust du deine Social-Media-Kanäle<br />

selbst? Warum / warum nicht?<br />

SARAH: Ja, ich betreue sie selbst. Ich finde es<br />

wichtig, mit seinen Fans so persönlich wie möglich<br />

zu kommunizieren, das merke ich als Musik -<br />

nutzer ja selbst: Ich freue mich, wenn meine Idole<br />

etwas posten und man das Gefühl hat, dadurch<br />

den Menschen hinter dem Produkt kennenlernen<br />

zu können. Ich fände es ein wenig unehrlich,<br />

jemanden dafür zu engagieren. Natürlich verstehe<br />

ich, dass es in einer bestimmten Größen -<br />

ordnung nicht mehr möglich ist, sich um alles<br />

selbst zu kümmern. Aber bei mir geht das ganz<br />

gut und ich kümmere mich sehr gerne um<br />

Facebook, Instagram und Co. Außerdem ist es<br />

auch immer schön, Rückmeldungen auf die<br />

eigenen Postings zu bekommen, die Kommen -<br />

tare, Likes und Diskussionen zu sehen. Das ist<br />

irgendwie eine schöne Bestätigung.<br />

MM: Wie sahen deine ersten Schritte in der<br />

Musikbranche aus?<br />

SARAH: Mit ca. 18 Jahren stand ich das erste<br />

Mal mit meinen eigenen Songs auf der Bühne<br />

und habe erste Demotapes aufgenommen. Über<br />

die Jahre ist das Ganze immer mehr gewachsen<br />

und in den Mittelpunkt meines Lebens gerückt.<br />

2011 habe ich dann mein erstes Album aufgenommen,<br />

mir eine Band zusammengestellt und<br />

angefangen, regelmäßig und in immer größerem<br />

Radius Konzerte zu geben. Ich hatte das große<br />

Glück, immer mit Menschen zusammenarbeiten<br />

zu dürfen, die an mich glauben und mich unterstützen.<br />

Ein großer Schritt war die Aufnahme in<br />

das BY-On-Förderprogramm für bayerische<br />

Rock- und Popmusiker. Dieses ermöglichte mir,<br />

in Seminaren Know-how zur Musikbranche an -<br />

zueignen, und vermittelt mir Support-Slots, um<br />

mit etablierten Künstlern auf den großen Bühnen<br />

8<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


32 STORIES<br />

Videoproduktion bei<br />

Sarah Straub<br />

MARTIN GEISLER:<br />

Sarahs Wunsch war es, Lieder ihres neuen<br />

Albums filmisch festzuhalten. Von vornherein<br />

war klar, dass es sich nicht um ein typisches<br />

Musikvideo, sondern um ein inszeniertes Live -<br />

konzert handelt und mein Bruder Jakob und ich<br />

uns filmisch darauf einstellten.<br />

Wir benutzten drei Spiegelreflexkameras<br />

(Canon Eos) auf Stativen, um totale und halbtotale<br />

Einstellungen zu generieren und permanent<br />

sicher zu sein, was den Schnitt betrifft.<br />

Des Weiteren war eine GoPro über den Drums,<br />

eine weitere feste Kamera. Dies bot sich an, weil<br />

Domi, der Drummer, am wenigsten hin- und her -<br />

springen würde. ;-)<br />

Bewegung in das Ganze brachten wir zum<br />

einen über eine weitere Spiegelreflexkamera,<br />

die Jakob bediente, und eine Sony Fs700, die<br />

ich, aufgrund der besseren Videoqualität, als<br />

Haupt kamera vorgesehen und bedient habe. Zu<br />

statisch sollte das Video ja nicht werden.<br />

Die Band spielte jedes Lied ca. vier- bis fünf -<br />

mal, wodurch wir genug Auswahl im Schnitt<br />

hatten, etwas Nettes daraus zu machen. Pro -<br />

fessionell, wie Sarah und die Jungs sind, war<br />

eine Syn chro nisation der einzelnen Takes kein<br />

Pro blem, da exakt im gleichen Tempo performt<br />

wurde. Kniffliger wurde es bei den Soli von<br />

Dominik an der Trompete beziehungsweise von<br />

Andi an der Gitarre. Aber auch das ging gut.<br />

Nichtsdestotrotz gab es bei sechs Kameras<br />

und vier Wiederholungen pro Lied genug Arbeit,<br />

das Ganze zu schneiden. Bei 24 Video spuren<br />

fällt die Auswahl halt doch recht schwer …<br />

Weil die Lieder aber in meinen Augen beziehungsweise<br />

Ohren ein großes Ohrwurmpoten -<br />

zial haben, ging der Schnitt trotz der Menge an<br />

Material recht fix. Ich saß singend vor dem<br />

Rechner und brauchte ca vier Stunden pro Lied,<br />

bis das fertige Video dabei rauskam.<br />

Das Ergebnis kann sich, wie ich meine, für<br />

die Kürze der Dreh- und Schnittzeit sehen lassen<br />

und zeigt eine schöne Live-Performance.<br />

Und ich denke, es gibt einen guten Eindruck<br />

davon, wie sehr Sarah Straub und ihre Band<br />

live rocken können.<br />

DOMINIK SCHERER:<br />

Meine Aufgaben beim Videodreh waren die<br />

Gesamtorganisation und die Audionach be ar -<br />

bei tung der einzelnen Files.<br />

Wir haben jedes Instrument einzeln abgenommen<br />

und die einzelnen Spuren direkt vom<br />

Pult per Interface aufgenommen.<br />

Tom Körbler, der unter anderem seit Jahren<br />

für die Beatsteaks als Livemischer tätig ist, hat<br />

uns einen fantastischen Livesound gezimmert.<br />

Ich habe die Spuren anschließend in Logic X<br />

bearbeitet und gemischt.<br />

Ziel der Produktion war es, unseren Live -<br />

sound einzufangen. Wir wollten zeigen, wie die<br />

Band live tatsächlich klingt. Ich habe also auf<br />

jegliche Editierarbeit verzichtet und kleine<br />

Schönheitsfehler bewusst in den Aufnahmen<br />

gelassen.<br />

Wir haben insgesamt drei Songs aufgenommen,<br />

hatten pro Song vier Takes zur Auswahl<br />

und haben uns schließlich für den jeweils besten<br />

entschieden.<br />

Ich habe die Songs mithilfe von Plugins<br />

(vorwiegend Universal Audio und Waves) und<br />

etwas Outboard-Equipment (Universal Audio)<br />

dann in meinem Studio abgemischt.<br />

Der Mix ging recht schnell, da wir ja von<br />

Haus aus einen guten Livesound hatten.<br />

Wir haben auch im Vorfeld viel Zeit damit<br />

verbracht, die Sounds der einzelnen Instru -<br />

men te so aufeinander abzustimmen, dass<br />

eventuelle Frequenzüberlagerungen vermieden<br />

werden. Das spart hinterher sehr viel Zeit<br />

und klingt live einfach noch eine Nuance fetter.<br />

www.dominikscherer.de | www.beathof.com<br />

Deutschlands zu spielen. So habe ich auch mein<br />

Team kennengelernt, mit dem ich heute zusammenarbeite.<br />

MM: Ist es richtig, dass du deine Songs selbst<br />

schreibst und komponierst?<br />

SARAH: Ja, das Songschreiben ist seit vielen<br />

Jahren meine große Leidenschaft. Ich sehe mich<br />

zuerst als Songwriterin und erst an zweiter Stelle<br />

als Sängerin.<br />

MM: Wie bist du zu dem Label Donner wetter<br />

Musik gekommen?<br />

SARAH: Das Label ist über das BY-On-Förder -<br />

programm auf mich aufmerksam geworden. Ich<br />

bin sehr glücklich über diese Zusammenarbeit,<br />

denn es ermöglicht mir maximale Freiheit und er -<br />

laubt es mir, meinen Weg zu gehen, wie ich ihn für<br />

richtig halte. Ich musste mich nie verbiegen und nie<br />

ein Image vertreten, mit welchem ich mich nicht<br />

wohlgefühlt hätte. Ich darf einfach ich sein.<br />

MM: Welche Arbeit übernimmst du selbst<br />

und wobei unterstützt dich das Label?<br />

SARAH: Das Label unterstützt mich ganzheitlich<br />

und supervidiert meine Schritte, wann immer ich<br />

Hilfe brauche. Es kümmert sich mit unseren Part -<br />

nern um die Promotion, sei es für eine Single aus -<br />

kopplung oder im Rahmen meiner Tour, und<br />

natürlich sorgt es dafür, dass mein Album ge -<br />

nügend Aufmerksamkeit bekommt.<br />

MM: Auch in puncto Promotion hast du Profis<br />

engagiert. Wie hast du fähige Mitarbeiter ge -<br />

funden, die deine Interessen optimal vertreten?<br />

SARAH: Mein Label hat hier erfahrene und er folg -<br />

reiche Leute zur Hand, die für mein Projekt mit<br />

ins Boot geholt wurden. Sie sind alle von mir und<br />

meiner Musik überzeugt, das ist, glaube ich, ganz<br />

wichtig. Nur so haben sie ja wirklich Motivation,<br />

ein Produkt an den Mann zu bringen.<br />

MM: Hauptberuflich bist du Psychologin und<br />

schreibst momentan deine Doktorarbeit.<br />

Konnte deine Ausbildung dir schon bei deiner<br />

musikalischen Karriere helfen?<br />

SARAH: Das Vereinbaren von Musik und Studium<br />

war immer eine Herausforderung. Da habe ich erst<br />

einmal gelernt, sehr diszipliniert zu sein. Nur so<br />

konnte ich beide Wege erfolgreich gehen. Heute<br />

arbeite ich noch in Teilzeit als Psychologin, die<br />

Musik ist inzwischen einfach das Allerwichtigste<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


STORIES 33<br />

in meinem Leben. Ich bin dankbar für diese zweite<br />

Ausbildung, da sie mich gelehrt hat, mich richtig<br />

zu reflektieren und Menschen genau zu beobachten.<br />

Das ist sehr inspirierend beim Song -<br />

writing. Und meine Doktorarbeit habe ich gerade<br />

fertiggestellt – jetzt kann ich mich wieder voll und<br />

ganz auf die Musik konzentrieren.<br />

MM: Siehst du die Musik als Hobby und Aus -<br />

gleich oder als Berufung?<br />

SARAH: Für mich ist die Musik meine Berufung,<br />

meine Leidenschaft, mein Leben. Ich könnte auf<br />

vieles verzichten, aber nicht auf das. Was mir die<br />

Bühne gibt, ist durch nichts ersetzbar.<br />

MM: 2013 hast du als Support für Joe Cocker<br />

auf der Bühne gestanden. Wie wurde sein<br />

Team auf dich aufmerksam?<br />

SARAH: Den Kontakt hat das BY-On-Förder pro -<br />

gramm hergestellt, und ich war mehr als baff, als<br />

sein Management mitteilte, dass ich spielen darf.<br />

Joe Cocker war und ist eine Legende, mit seinen<br />

Songs bin ich aufgewachsen. Das war 2013 das<br />

große Highlight für mich und der Startschuss für<br />

vieles, was danach passierte.<br />

MM: Konntest du dir etwas von ihm als Mu -<br />

siker abschauen?<br />

SARAH: Auf jeden Fall! Seine Bühnenpräsenz hat<br />

mich umgehauen. Er hat nicht viel Show ge macht,<br />

aber er war allein durch seine Person umwerfend.<br />

Und auch seine Band hat mich schwer beeindruckt.<br />

Das war Energie pur! Joe Cocker stand<br />

so viele Jahre auf der Bühne, hat unglaubliche<br />

Höhen und Tiefen als Künstler erlebt und nie aufgehört<br />

zu singen. Das finde ich unfassbar toll –<br />

ich wünsche mir auch, mein Leben lang auf der<br />

Bühne stehen zu können.<br />

MM: In den letzten Jahren gab es in Deutsch -<br />

land kaum weibliche Newcomer auf den vorderen<br />

Plätzen der Charts. Was meinst du,<br />

woran das liegt?<br />

SARAH: Das ist wirklich schwer zu sagen. Wir<br />

werden natürlich auch überschwemmt vom in -<br />

ter nationalen Musikmarkt, da hat man es als<br />

deutscher Künstler grundsätzlich nicht so leicht.<br />

Ich würde mir auf jeden Fall wünschen, dass es<br />

in Deutschland wieder mehr Frauen bis ganz<br />

nach oben schaffen. Denn wir haben fantastische<br />

<strong>Musiker</strong>innen.<br />

MM: Welche Pläne hast du für die nächsten<br />

Monate?<br />

SARAH: In den nächsten Monaten steht klar<br />

meine Tour im Vordergrund. Ich werde unter<br />

anderem mit GENTLEMAN und LIONEL RICHIE<br />

spielen, aber auch unzählige eigene Shows stehen<br />

auf dem Plan. Ich freue mich besonders auf<br />

den Norden Deutschlands: Im Herbst spiele ich<br />

zum ersten Mal in Kiel und Hamburg. Meine Band<br />

und ich haben ein tolles Live-Programm auf die<br />

Beine gestellt, und wir sind alle schon ganz ungeduldig,<br />

dass es endlich losgeht. Außerdem schreibe<br />

ich im Moment schon an neuen Songs, ich will<br />

Ende des Jahres wieder ins Studio und an einem<br />

neuen Album arbeiten.<br />

INTERVIEW: JANA MOYSICH<br />

FOTOQUELLE: SARAH STRAUB<br />

SARAH STRAUB<br />

„RED“<br />

VÖ: 30.05.2014<br />

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36 STORIES<br />

TEIL 2: CANNED HEAT – Boogie On<br />

„Boogie With Canned Heat“ war meine zweite<br />

LP nach „Rubber Soul“ von den Beatles – von<br />

einem Klassenkameraden empfohlen ein Voll treffer<br />

einer Band, von der ich noch nichts gehört hatte.<br />

Damit hat sich mir 1968 die Welt des Blues und<br />

des Blues Rock geöffnet. Wie oft ich das Album<br />

seither gehört habe, weiß ich nicht mehr. Als wir<br />

zum nächsten Musikunterricht unsere Lieblings -<br />

schall platten mitbringen sollten, hatte ich „Boogie<br />

With Canned Heat“ im Gepäck. Der Lehrer hatte<br />

allerdings ganz andere Mitbringsel seiner Klasse<br />

erwartet. Nachdem er schon zur Single „Hanky<br />

Panky“ von Tommy James and the Shondells aus<br />

dem Jahr 1966 seine Augen verdreht hatte, kam<br />

ich an die Reihe. Keine Minute lief das erste Stück,<br />

da stürzte er wutschnaubend an den Platten -<br />

spieler, riss die LP herunter, ohne den Tonarm zu<br />

heben. Dadurch zog sich ein tiefer Ratscher über<br />

die LP-Seite, und vor versammelter Klasse ließ<br />

mich der Pädagoge wissen, dass Eltern, die ihren<br />

Kindern erlaubten, solche Musik zu hören, mit<br />

einem nassen Lappen erschlagen gehörten. Was<br />

hätte er wohl gesagt, wenn er auch noch ge -<br />

wusst hätte, dass Canned Heat die aus denaturiertem<br />

Alkohol hergestellte giftige Brennpaste<br />

Sterno bezeichnet, die arme Teufel schon in den<br />

1920er-Jahren mit Wasser verdünnten und als<br />

Schnapsersatz tranken? Entmutigt hat mich der<br />

gymnasiale Musikunterricht zum Glück nicht: Ich<br />

kratzte mein Taschengeld zusammen, kaufte mir<br />

die Platte noch einmal und freute mich auf das<br />

nächste Album der Band. Und bis 1971 reihte<br />

sich ein originelles Canned-Heat-Album an das<br />

andere. Vielfalt und Energie pur!<br />

Was hatte den Lehrer so in Rage gebracht? Es<br />

war das energiegeladen pulsierende Stück „Evil<br />

Woman“ auf einem Album mit vielen Schmuck -<br />

stücken, das mit einem Showcase der Band<br />

endet, dem „Fried Hockey Boogie“, in dem sich<br />

jedes Mitglied gleichermaßen charakteristisch wie<br />

banddienlich präsentiert: Alan „Blind Owl“ Wilson,<br />

Bob „The Bear“ Hite, Henry „Sunflower“ Vestine,<br />

Larry „The Mole“ Taylor und Adolfo „Fito“ de la<br />

Parra. Dazwischen liegen das mitreißende „Am-<br />

phetamine Annie“ mit Hite als Leadsänger und<br />

„On the Road Again“, das als Single veröffentlicht<br />

und Canned Heats erster internationaler Hit wurde.<br />

Der wippende Rhythmus, Wilsons gleichförmig<br />

anmutender Falsett-Gesang und seine Blues-<br />

Mund harmonika sind bestimmt nicht die Zutaten<br />

typischer Hitparadenmusik, aber der Song geht<br />

unter die Haut.<br />

1965 gegründet, stehen Canned Heat für rockenden<br />

Boogie, mit dem sie ab „Boogie With<br />

Canned Heat“ unter anderem den Boogie à la<br />

John Lee Hooker revitalisierten und als Antwort<br />

auf den britischen Blues-Boom für Furore sorgten.<br />

Nach ihrem Auftritt auf dem legendären Monterey<br />

Pop Festival wurde 1967 das offizielle Debüt-<br />

Album „Canned Heat“ veröffentlicht. Der Durch -<br />

bruch aber kam erst mit der LP, die meinen Lehrer<br />

aus der Fassung hatte geraten lassen. Denn erst<br />

ab da spielte anstelle des doch ziemlich uniform<br />

klingenden Drummers Frank Cook der Mexikaner<br />

de la Parra. Gemeinsam mit Taylor sorgte er für<br />

den treibenden, häufig explosiven Rhythmus.<br />

Außerdem hatte sich Vestines Gitarrensound<br />

grund legend verändert. Nun klang seine Lead gi -<br />

tarre fett und schneidend, seine Soli wurden mitreißend,<br />

und sie ergänzten sich wunderbar mit<br />

Wilsons unverwechselbar klingender Gibson –<br />

ein Sound, den es sonst nirgends zu hören gab.<br />

Wilson beherrschte das Slide-Spiel und war Blues-<br />

Mundharmonika-Spieler par ex cellence. Mit seinem<br />

Falsett-Gesang drückte er das quälende<br />

Verlorensein des Blues aus und stand im starken<br />

Kontrast zu Hites voluminösen, erdigen Organ,<br />

ebenfalls wie geschaffen für den Blues, dessen<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


STORIES 37<br />

»1965 gegründet stehen<br />

Canned Heat für<br />

rockenden Boogie, mit<br />

dem sie ab „Boogie With<br />

Canned Heat“ unter<br />

anderem den Boogie a ` la<br />

John Lee Hooker<br />

revitalisierten und als<br />

Antwort auf den<br />

britischen Blues-Boom für<br />

Furore sorgten.«<br />

Der eigentümlich leicht gespielte, bluesartige<br />

Hit „Going Up the Country“ vom Doppelalbum<br />

„Living The Blues“ aus dem Jahr 1969 mit Wilsons<br />

Gesang und dem Flötenpart folgte dem Cha rak -<br />

ter von „On the Road Again“ und beeinflusste eine<br />

ganze Generation. Auf „Living The Blues“ entwickelten<br />

Canned Heat sich weiter. Beim langen<br />

Stück „Parthenogenesis“ experimentierten sie<br />

sogar. Maultrommel und fernöstliche Klänge<br />

wurden gelungen integriert, dabei John Mayall<br />

am Klavier, der „Godfather of British Blues“, der<br />

einige Zeit bei Hite im kalifornischen Laurel Canyon<br />

wohnte und Canned Heat 1968 auf seinem Album<br />

„Blues From Laurel Canyon“ das Stück „The Bear“<br />

widmete. Ausgerechnet aber der „Refried Boogie“,<br />

der die gesamte zweite LP des Doppelalbums<br />

aus füllt, und von dem ich hoffte, er werde den<br />

„Fried Hockey Boogie“ durch Impro visationen<br />

Kaleido scope) und 1973 beim „Montreux Boogie“<br />

auf dem Montreux Jazz Festival.<br />

Zum Glück war dies der einzige Wermuts -<br />

tropfen während der klassischen Canned-Heat-<br />

Zeit, die spätestens 1972 endete. Das Album<br />

„Hallelujah“ von 1969 ist gespickt mit Blues-,<br />

Boogie- und Rhythm-and-Blues-Perlen, wie<br />

zum Beispiel dem wunderbar intensiven Stück<br />

„Canned Heat“. Wilsons tragende Stücke sind<br />

der Hit „Time Was“ und „Get Off My Back“ mit<br />

seinen bemerkenswerten Rhythmuswechseln.<br />

Und dieses Mal bereitet der straffe Band-Show -<br />

case „Down In the Gutter But Free“, bei dem<br />

Taylor und Vestine ihre Instrumente tauschten,<br />

enormen Spaß. Die Krönung aber ist ein Jahr später<br />

„Future Blues“, prallvoll mit außergewöhnlichen<br />

Stücken. Seien es die vorzüglichen Versionen von<br />

intime Kenner Hite, Vestine und Wilson waren.<br />

Markenzeichen von Canned Heats modern rocken<br />

dem Blues- und Boogie-Stil ist daher auch<br />

die Song-Auswahl: höchst eigenständige Inter pre -<br />

ta tionen fremder Stücke und kompetent konzipiertes<br />

eigenes Material. Dazu enorme Spiel freude<br />

und hervorragende Arrangements, auf die Wilson<br />

sich besonders verstand. Es knisterte vor elektrisierender<br />

Spannung.<br />

übertreffen, enttäuscht. An Wilsons Solo und Hites<br />

Gesang ist nichts auszusetzen, Taylors und de la<br />

Parras Soli sind trotz ihrer beträchtlichen Länge<br />

immer noch spannend, jedoch verliert das Ganze<br />

durch Vestines ausuferndes Gitarrensolo. Denn es<br />

verlässt verbindende Strukturen, um sich stattdessen<br />

in störenden technischen Spielereien zu<br />

gefallen – ähnlich wie beim Refried „Kaleido-<br />

Heat“ Boogie von 1970 (mit David Lindleys Band<br />

„Sugar Bee“ und „That’s Alright Mama“ oder der<br />

Hit „Let’s Work Together“, der „Future Blues“,<br />

das Band-Stück „So Sad“, Wilsons einmaliger<br />

„London Blues“ über ein Mädchen, das ihn nach<br />

Strich und Faden an der Nase herumgeführt hat,<br />

oder sein „Scat“ – mehr Abwechslung auf einem<br />

einzigen Album ist schwer vorstellbar. Nachdem<br />

Vestine kurz vor Canned Heats leider bis heute<br />

immer noch nicht komplett offiziell veröffentlich- 8<br />

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38 STORIES<br />

tem Auftritt auf dem Woodstock Festival nach<br />

einem Streit mit Taylor die Band verlassen hatte,<br />

war Harvey „The Snake“ Mandel der neue Lead -<br />

gitarrist, der sich hervorragend einfügte. Davon<br />

kann man sich auf den diversen, unterschiedlich<br />

langen CD- und DVD-Ausgaben über das<br />

Wood stock Festival und auf dem Live-Album<br />

„Canned Heat ’70 Concert“ überzeugen. Ein<br />

Highlight dieses Mitschnitts<br />

ist der „Pulling Hair Blues“<br />

mit Wilsons Gesang und<br />

Blues-Mundharmonika, nur<br />

begleitet von dem blendend<br />

aufgelegten Taylor am Bass.<br />

Canned Heat waren so er -<br />

folgreich, dass 1969 schon<br />

das „Cookbook“ als erstes<br />

Best-Of-Album erschien und<br />

man ein Jahr später den<br />

Querschnitt „Collage“ nach -<br />

schob.<br />

Aber dann starb Wilson<br />

am 3. September 1970<br />

nach einer Überdosis an<br />

Barbituraten im Alter von<br />

nur 27 Jahren. Er war ein<br />

getriebener Mensch, der<br />

letztlich mit dem Leben nicht zurechtkam und<br />

das Anti-Bild eines Rock stars war. Wilson hinterließ<br />

eine Lücke, die sich nicht schließen ließ, hatten<br />

doch seine Ideen und Interpretationen ganz<br />

wesentlich die Musik der Band bestimmt. Kurz<br />

vor seinem Tod wurde mit ihm noch der „Boogie<br />

Human Condition“ fertig produziert, der damals<br />

vielleicht Canned Heats nächster Hit geworden<br />

wäre. Zwar spielten sie das Stück Ende Juni 1970<br />

mit Wilson auf dem Kralingen Music Festival und<br />

punkteten mit dem Song und weiteren erfrischenden<br />

Stücken 1978 in anderer Besetzung und mit<br />

Hite als Sänger auf der gleichnamigen Takoma-<br />

LP. Wilsons Fassung wurde aber erst 1994 auf<br />

der vorzüglichen Doppel-CD „Uncanned“ veröffentlicht,<br />

die nicht nur eine Werkschau ist, sondern<br />

auch bis dahin viele unbekannte Songs der<br />

Band aus ihrer klassischen Phase enthält.<br />

Apropos Rückblick: Eine wahre Fundgrube mit<br />

unveröffentlichten Aufnah men ab 1967, viele<br />

davon mit Wilson, sind auch die drei Doppel-CDs<br />

„The Boogie House Tapes Vol. 1–3“.<br />

Nach „Future Blue“ und „Canned Heat ’70<br />

Concert“ schlossen Taylor und Mandel sich 1970<br />

John Mayall für dessen Album „USA Union“ an.<br />

Daher kehrte Vestine zu Canned Heat zurück,<br />

als neuer Bassist stieg Antonio de la Barreda ein.<br />

Mit ihnen spielte die Band noch zu Wilsons<br />

Lebzeiten das 1971 veröffentlichte Doppelalbum<br />

„Hooker ‘n’ Heat“ ein, ein Musterbeispiel, wie<br />

sich klassischer und moderner Blues und Boogie<br />

gegenseitig befruchten. Altmeister John Lee<br />

Hooker war begeistert und schwärmte von<br />

Wilsons Blues-Mundharmonika, die unter anderem<br />

auf dem hochenergetischen Hooker-Stück<br />

„Boogie Chillen No. 2“ zu hören ist. Er nannte<br />

Wilson „the greatest harmonica player ever“ und<br />

»Wilson hinterließ eine Lücke, die sich<br />

nicht schließen ließ, hatten doch<br />

seine Ideen und Interpretationen ganz<br />

wesentlich die Musik der Band bestimmt.«<br />

sagte von der Band: „I sure like the way you boys<br />

boogie.“ „Hooker ‘n’ Heat“ ist ein Ritter schlag für<br />

die Band. Der Veteran trat damals live mit ihr auf<br />

und Jahre später noch einmal. 1981 erschien<br />

„Hooker ‘n’ Heat – Recorded Live At The Fox<br />

Venice Theatre“, und 1988 waren Canned Heat<br />

auf Hookers CD „The Healer“ hören. 1970 und<br />

1973 begleiteten sie auch kompetent Memphis<br />

Slim und Clarence „Gatemouth“ Brown auf den in<br />

Frankreich produzierten Alben „Memphis Heat“<br />

beziehungsweise „Gate’s On The Heat“.<br />

Mit „Historical Figures and Ancient Heads“<br />

gelang der Band 1971 ohne Wilson noch einmal<br />

ein vergleichsweise dichtes Album. Die ergrauten<br />

Altersheim-Insassen vom Cover ließen ihre Musik<br />

kraftvoll pulsieren. Dennoch war der neue Gitarrist<br />

und Sänger Joel Scott Hill, der seine Qualitäten<br />

zum Beispiel mit „Sneakin’ Around“ unter Beweis<br />

stellt, kein zweiter Wilson. Das High light des<br />

Albums ist das funkensprühende „Rockin’ With<br />

the King“ mit Hite und keinem Ge rin geren als Little<br />

Richard als Sängern – ein Ohr wurm. Würdiger Ab -<br />

schluss des Albums ist Utah mit einem bestens<br />

aufgelegten Vestine. Ab gesehen von einigen Live-<br />

Aufnahmen aus jener Zeit, die erst viele Jahre später<br />

veröffentlicht wurden, konnte die Band keine<br />

solchen Qualitäts platten mehr zustande bringen,<br />

wie sie sie bis 1970 in kurzer Zeit scheinbar aus<br />

dem Ärmel geschüttelt hat. So markiert „The New<br />

Age“ von 1972 in doppelter Hinsicht den Auf -<br />

bruch in den Abstieg. Die Band musste ums<br />

Überleben kämpfen. Ein Beispiel dafür ist der<br />

Auftritt der Band zum zehnjährigen Jubiläum von<br />

Woodstock (erhältlich als „Canned Heat Live On<br />

The King Biscuit Flower Hour“ von 1988), der von<br />

dem legendären Gig Lichtjahre entfernt wirkt. Auch<br />

der exzessive Drogenmiss brauch in der Band<br />

blieb nicht ohne Spuren. Hites Stimme<br />

hatte gelitten. Er starb nur 38 Jahre<br />

alt 1981, und Vestine blieb 1997<br />

während einer Tournee in Paris buchstäblich<br />

„auf der Strecke“. Dennoch<br />

schaffte es de la Parra, die Canned-<br />

Heat-Fackel bis heute hochzuhalten,<br />

lange Zeit auch wieder mit Taylor und<br />

dem Mandel.<br />

Der Canned-Heat-Nimbus hat über<br />

die Jahrzehnte neben den offiziellen<br />

neuen Alben (zuletzt 2012 „Revo lu -<br />

tion“) einen Wust an halboffiziellen<br />

Ver öffentlichungen, Bootlegs und<br />

Reissues unter wechselnden Titeln in<br />

immer wieder neuen Verpackungen<br />

hervorgebracht. Zur letzteren Kate -<br />

go rie gehören zwei Alben, die 1970<br />

und 1971 auf dem Höhe punkt der<br />

Karriere von Canned Heat veröffentlicht wurden:<br />

das eigentliche Debüt-Album „Vintage“, 1966 eingespielt,<br />

aber nicht von dem Kaliber, mit dem die<br />

Band hätte berühmt werden können, und das<br />

Live-Album „Live At Topanga Corral“, das 1969 im<br />

Hollywooder Kalei doscope in mäßiger Tonqualität<br />

mitgeschnitten wurde. Und auch Best-Of-<br />

Zusammenstellungen gibt es wie Sand am Meer.<br />

Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet<br />

wahrscheinlich die CD „Let’s Work Together. The<br />

Best Of Canned Heat“ von 1989. Und wer Live-<br />

Aufnahmen „aus der guten alten Zeit“ im Bild<br />

miterleben möchte: Neben den Woodstock-<br />

Aufnahmen wird man an den Beat-Club-Auf trit ten<br />

der Band und speziell an den DVDs „Live At<br />

Montreux 1973“ und der mittlerweile rar gewordenen<br />

Ausgabe „Canned Heat – On The Road<br />

... Again“ von 2008 seine Freude haben –<br />

„Don’t forget to boogie!“<br />

(ES FOGT: WINTERTIME AGAIN – JOHNNY<br />

WINTER)<br />

TEXT: DR. NORBERT APING<br />

FOTOQUELLE: CANNED HEAT<br />

DR. NORBERT APING<br />

Geboren 1952, Buchautor<br />

und Leiter des Amtsgerichts<br />

in Buxtehude.<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


STORIES 39<br />

DÓNAL Ó CEALLAIGH<br />

„Irish Songs<br />

(Gäelische Lieder)“<br />

VÖ: 19.09.2014<br />

»Als Solo-Künstler<br />

nehme ich die traditionelle<br />

Musik Irlands und<br />

wandele sie in eine Art „G-Pop“,<br />

wie ich ihn nenne, um.<br />

„G-Pop“ steht für gälischer Pop.«<br />

DÓNAL Ó CEALLAIGH<br />

MM: Danny, als Dónal Ó Ceallaigh hast du<br />

jetzt dein erstes Soloalbum mit dem Titel<br />

„Irish Songs“ herausgegeben. Manche kennen<br />

dich aus der irisch-keltischen Band<br />

Celtic Chakra. Warum hast du ein Solo pro -<br />

jekt gestartet?<br />

DANNY: Meine erste Solo-CD hat keinen richtigen<br />

Titel. Auf der CD sind Irish Songs oder eine Be -<br />

schreibung der irischen Musik. Dónal Ó Ceallaigh<br />

ist mein gälischer Name und auch mein Pass und<br />

Führerschein waren immer auf Gälisch. Aber<br />

dadurch, dass ich in Nordirland Musik machen<br />

und auftreten wollte, musste ich den Namen<br />

ändern. Denn die Polizei dort hatte Leute mit gälischem<br />

Namen als Terroristen unter Ver dacht. Das<br />

ist nicht so angenehm. Ich war immer Pazifist und<br />

kein Nationalist. Trotzdem war es gefährlich. Und<br />

deshalb habe ich eben meinen Namen auf<br />

Englisch geändert. Wäre die Situation eine andere,<br />

wäre das nie passiert. Ich werde aber von vielen bis<br />

heute Dónal genannt. Eine Solo-CD war immer<br />

mein Ziel, auch schon, bevor ich Celtic Chakra mit<br />

meinen Freunden gegründet habe. Die Songs, die<br />

auf meiner CD sind, passen auch nicht zum musikalischen<br />

Stil von Celtic Chakra. Es gibt zum Bei -<br />

spiel einen gälischen Bossa. Der würde nie im<br />

Leben zu Celtic Chakra passen. Als Solo-Künstler<br />

nehme ich die traditionelle Musik Irlands und wandele<br />

sie in eine Art „G-Pop“, wie ich ihn nenne, um.<br />

„G-Pop“ steht für gälischer Pop. Die Instru mental -<br />

stücke, die ich geschrieben habe, sind sehr traditionell,<br />

aber ich moduliere und variiere sie in ver -<br />

schiedenen Tonarten, was in der traditionellen irischen<br />

Musik selten oder nie passiert. Alle Stücke<br />

sind in ihrem Kern, in ihrer Seele und in ihren Bau -<br />

steinen sehr, sehr irisch.<br />

MM: Was ist für dich das Besondere an der<br />

irischen Musik?<br />

DANNY: Die traditionelle irische Musik, die man<br />

in den Bergen von Irland hört, ist wie ein Grund -<br />

nahrungsmittel für mich. Sie ist wie Blut, wie<br />

Sauer stoff. Sie ist für mich ein wichtiges „Super-<br />

food“. Ich bin damit als Kind in Berührung ge -<br />

kommen und sofort begeistert worden, als einer<br />

der besten Fiddler Irlands, John Doherty, in unserem<br />

Wohnzimmer zu Hause gespielt hat. Es war<br />

morgens früh, als ich noch geschlafen habe. Das<br />

war mein „Call to Adventure“, wie man in der<br />

Mytho logie so schön sagt. Die Magie, mit der er<br />

gespielt hat, hat in mir als Kind etwas erweckt<br />

und ich bin seitdem auf irgendeine Art damit<br />

beschäftigt.<br />

MM: Die Songs sind fast alle auf Gälisch,<br />

deiner Muttersprache, gesungen. Du sagst,<br />

du kämpfst für deine Sprache, solange du<br />

atmest. Warum ist ein Kampf für Gälisch not -<br />

wendig?<br />

DANNY: Als Irland seine Freiheit von England<br />

bekommen hat, hätte man gedacht, dass die<br />

gälische Sprache wieder gefördert werden würde.<br />

Unsere Sprache ist unterdrückt worden und in<br />

Phasen während der englischen Besetzung von<br />

Irland sogar in Schulen verboten gewesen. Ganze<br />

Schulen waren sogar verboten. Nachdem Irland<br />

von England seine Freiheit und Unabhängigkeit<br />

ge wonnen hatte, haben die Beamten ihre Arbeits -<br />

plätze aber weiter behalten. Und eine neue irische<br />

Regierung hat zusammen mit der katholischen<br />

Kirche Irland regiert. Alle Schulen sind in<br />

den Händen der Kirche gelandet und die Kirche<br />

hat die Sprache nicht gefördert. Die Kirche wollte,<br />

dass wir „West Brits“ werden, wie kleine katho li -<br />

sche Engländer. Die Kirche argumentierte, dass<br />

sie so handelte, weil sie Angst hatte, dass die Iren<br />

zu ihren alten, vorchristlichen und heidnischen<br />

Bräuchen zurückkehren würden. So starb die<br />

Sprache weiter aus. Dann hat in den letzten paar<br />

Jahren der irische Premierminister Enda Kenny<br />

davon gesprochen, die gälische Sprache in<br />

Schulen zu stoppen. Er hat jetzt einen Minister für<br />

die Gälisch sprechende Gegend, der sich selbst<br />

aber nicht auf Gälisch ausdrücken kann.<br />

8<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


40 STORIES<br />

MM: Du bist zwar in Irland aufgewachsen,<br />

lebst aber in Frankfurt. In welchen Situa tio -<br />

nen sprichst du Gälisch? Was fasziniert dich<br />

an dieser Sprache? Warum liebst du sie?<br />

DANNY: Gälisch ist die zweitälteste Sprache West -<br />

europas. Auf Platz eins ist die baskische Sprache.<br />

Mit meinem Hund spreche ich Gälisch, und wenn<br />

ich irgendeinen Schwachsinn verursacht habe,<br />

schimpfe ich mit mir selbst auf Gälisch. Wenn ich<br />

mit meiner Familie in Irland telefoniere, spreche<br />

ich auch Gälisch, aber in Frankfurt gibt es zurzeit<br />

leider keinen, mit dem ich mich in meiner Mutter -<br />

sprache unterhalten kann. Das wird sich aber<br />

hoffentlich ändern.<br />

MM: Die Lieder auf der CD sind sehr unterschiedlich<br />

und abwechslungsreich. Manche<br />

fröhlich und beschwingt, andere eher me -<br />

lan cholisch. Geschah dies bewusst oder hat<br />

sich das so ergeben?<br />

DANNY: Ich bin ein Mann, also war ich zwar nie<br />

schwanger, aber meine Songs sind wie Kinder<br />

für mich. Wenn die auf die Erde kommen, hast<br />

du keine Ahnung, ob dein Kind sehr nett, lieb und<br />

einfach oder schwierig sein wird. Eines der Kinder<br />

könnte sehr egozentrisch sein, ein anderes hilfsbereit,<br />

ein anderes sehr launisch und eines ein<br />

sehr schwieriger Mensch. Das kann man vorher<br />

nicht wissen. Die Lieder kommen raus, wie sie<br />

sind, und man kann sie nicht bestellen wie einen<br />

Gegenstand aus einem 3-D-Drucker. Meine<br />

Songs sind meine Kinder. Es gibt welche, die sehr<br />

fröhlich sind, andere, die lustig sind, andere me -<br />

lan cholisch und tief, wieder andere träumerisch<br />

und so weiter.<br />

MM: Einige der Songs thematisieren die<br />

Finanzkrise, die Irland fast zum Verhängnis<br />

geworden wäre. Du hast gesagt, dass es die<br />

Aufgaben eines Künstlers seien, Menschen<br />

eine Stimme zu geben, wenn sie selbst keine<br />

mehr haben, und der Gesellschaft den<br />

Spiegel vorzuhalten. Wie genau tust du das?<br />

DANNY: Ich mache das mit zwei Songs auf meiner<br />

CD. Die zwei Songs reflektieren Dinge, die Iren<br />

mir persönlich gesagt haben, oder Dinge, die ich<br />

Iren im Fernsehen habe sagen hören. Ich habe<br />

ein Interview gesehen mit einer Frau, die mit ihren<br />

vier Kindern in Dublin lebt. Das Haus war zu fast<br />

60% abbezahlt. Dann kam die Finanzkrise. Ihr<br />

Mann hat seinen Arbeitsplatz verloren und plötzlich<br />

konnte die Familie die monatlichen Raten für<br />

ihr Haus nicht mehr bezahlen. In so einer Situation<br />

nehmen die Banken die Häuser zurück und be -<br />

halten das Geld.<br />

Das führte dazu, dass der Ehemann sich das<br />

Leben nahm, weil er es nicht mehr aushalten<br />

konnte. Das ist in Irland mehrmals passiert, „Finan-<br />

cial Suicide“ nenne ich das. Die arme Frau war<br />

sehr traurig, hat aber gleichzeitig versucht, für ihre<br />

»Meine Songs sind meine Kinder. Ich habe sie alle<br />

auf die Erde gebracht und sie liegen mir alle<br />

sehr am Herzen. Sie sind persönlich, aber behandeln<br />

auch Themen, die jeden irgendwie betreffen.«<br />

Kinder positiv zu bleiben. Dieses Interview hat<br />

mich sehr tief getroffen. Es gab sehr viele ähnliche<br />

Situationen in Irland. Diese Art von Stories<br />

haben meinen Kugelschreiber gesteuert, als ich<br />

die Texte für die zwei Songs geschrieben habe.<br />

Ich bin ein Mensch, der die Schmerzen von<br />

anderen fühlt. Ich gebe den Leuten eine Stimme<br />

durch meine Songs.<br />

MM: Das Album ist sehr persönlich. Viele der<br />

Lieder hast du bereits in jungen Jahren kom -<br />

poniert. Welches ist dein Lieblingslied und<br />

warum?<br />

DANNY: Ich habe kein Lieblingskind. Ich habe<br />

sie alle auf die Erde gebracht und sie liegen mir<br />

alle sehr am Herzen. Ich könnte sagen, dass das<br />

blonde Kind mein Lieblingskind ist, aber das<br />

würde die anderen ärgern. Und meine Songs will<br />

ich nicht ärgern, denn sonst klingen die schlecht,<br />

wenn ich sie singe. Die Lieder sind persönlich,<br />

aber behandeln auch Themen, die jeden irgendwie<br />

betreffen. So kann sich jeder mit ihnen identifizieren.<br />

MM: In „Idirlíon“ kritisierst du die Allgegen -<br />

wärtigkeit des Internets, insbesondere der<br />

Social-Media-Netzwerke. Was sind deiner<br />

Meinung nach Gefahren dieser vernetzten<br />

Welt bzw. der pausenlosen Erreichbarkeit?<br />

DANNY: „Idirlíon“ ist das gälische Wort für In ternet.<br />

Es ist ein sehr leichtes und lustiges Lied. Es kritisiert<br />

Social Media nicht direkt. Ich bin jeden Tag<br />

mit Social Media beschäftigt. Es macht mir Spaß,<br />

aber es frisst deine Zeit. Aus zehn Minuten wird<br />

plötzlich eine Stunde. So lässt es einem weniger<br />

Zeit für andere wichtige Dinge. Was mich an den<br />

ganzen digitalen Ent wick lungen ärgert, ist die neue<br />

StaSi, die wir am Hals haben. Aber es sind nicht<br />

mehr der Honecker oder Nordkorea, es ist ein<br />

sogenannter Freund. Ständig ausspioniert zu<br />

werden von Google, Apple, Microsoft oder einer<br />

Armee anderer Spione macht müde, und wir verlieren<br />

unser Vertrauen in die Ehrl ich keit der westlichen<br />

Firmen und der Regierungen, die die Spio -<br />

na ge unterstützen. Das schadet unserem kompletten<br />

System und macht es für Terro ris ten leichter,<br />

junge Männer in ihren Kampf zu rufen. Aber<br />

das Internet und Social Media als Kon zept für<br />

uns, um zu kommunizieren, ist eine sehr positive<br />

Sache, wenn die Leute, die dahinterstecken,<br />

respektvoll und ehrlich mit uns um gehen würden.<br />

Du liebst Irland. In einem Interview hast du<br />

einmal gesagt, dass Irland wie ein Magnet<br />

sei, der einen nicht loslässt. Was genau liebst<br />

du an Irland? Warum lebst du trotzdem in<br />

Deutschland?<br />

DANNY: Irland ist eine Frau, ein weibliches Land.<br />

Die Iren reden von „Mother Ireland“, wie die großen<br />

irischen Dichter in der Vergangenheit geredet<br />

haben. Ich liebe meine Mutter. Ich liebe ihre<br />

Sprache, ihre Musik, ihre Haut, ihre Laune, ihre<br />

Mythologie, ihre Geschichten, ihre Traurigkeit, ihr<br />

Lachen, ihre Scherze und so weiter. Ich wohne<br />

aus mehreren Gründen in Deutschland. Die Kelten,<br />

meine Vorfahren, meine Verwandten, waren vor<br />

einer sehr langen Zeit hier auf dem Festland, bevor<br />

sie zu den Inseln im Norden getrieben wurden.<br />

Für mich ist es also eine Art „coming home“.<br />

Zudem habe ich in Irland mit Asthma gekämpft<br />

und hier habe ich durch ein trockeneres Klima<br />

Ruhe. Das gemäßigte mitteleuropäische Klima<br />

passt besser zu mir. Ich habe hier sehr viele gute<br />

Freunde. Als ich nach Deutschland kam, habe<br />

ich viele junge Deutsche getroffen, die eine ähnliche<br />

Einstellung und Weltsicht hatten wie ich. Als<br />

<strong>Musiker</strong> ist Irland sehr klein. Man könnte in ganz<br />

Irland in zwei Wochen spielen – was sollte man<br />

dann den Rest des Jahres tun? Deutschland ist<br />

größer und es gibt mehr Auftrittsmöglichkeiten.<br />

Ich liebe die Kleinkunstbühnen-Szene in Deutsch -<br />

land. Und zu guter Letzt bin ich aus dem gleichen<br />

Grund wie die meisten Deutschen hier:<br />

„because we like it here“. Mit gefällt es hier.<br />

WEB: WWW.DONALOCEALLAIGH.COM<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTO: JITKA LUDVIKOVA<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


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Lothar Scholz, Musik- und<br />

Kommunikationswissenschaftler,<br />

ist seit über zehn<br />

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Das Branchenmagazin


42 STORIES<br />

»Wir haben zusammen<br />

mit dem Filmemacher<br />

Joe Stall den<br />

Dokumentarfilm „Freiheit<br />

in Kinderschuhen“<br />

produziert. Im Film<br />

sprechen Zeitzeugen über<br />

ihre Erfahrungen<br />

im geteilten Europa und<br />

ihre Erlebnisse hinter dem<br />

den Eisernen Vorhang.<br />

Wie war das Leben als<br />

Teenager damals<br />

und welche Rolle spielte<br />

die Musik?<br />

Das Projekt soll den Dialog<br />

zwischen Schülern und<br />

Zeitzeugen über<br />

die Errungenschaften<br />

in Europa fördern.<br />

Wie bewahren wir die<br />

Freiheit heute?«<br />

BÜRGER7<br />

Eine Widmung an Siebenbürgen<br />

BESETZUNG:<br />

CARO GOOSS – VOCALS<br />

UWE PELGER – GUITAR | VOCALS<br />

ERHARD HÜGEL – LEAD-GUITAR | VOCALS<br />

LEON FRANKE – KEYS |GUITARS | VOCALS<br />

MM: Mit eurem Projekt „Bürger7“ wollt ihr<br />

Menschen und deren Erlebnisse vor und<br />

nach dem Mauerfall musikalisch darstellen.<br />

Wie seid ihr auf diese Projektidee gekommen?<br />

ERHARD HÜGEL: Nach vielen Jahren in einer<br />

Cover band hegte einer von uns, Uwe, schon lange<br />

den Wunsch, auch mal eigene Lieder zu schreiben.<br />

Mit einem ehemaligen Schulfreund hatte er<br />

für ein Klassentreffen etwas in siebenbürgischer<br />

Mundart aufgenommen. Das hatte ihn inspiriert<br />

und den verschütteten Traum von der eigenen<br />

Musik wiederbelebt. Und wie das Schicksal so will,<br />

hat Uwe dann andere als weitere Mitstreiter für die<br />

Idee gewonnen – <strong>Musiker</strong>, Arranger, Filmer. Von<br />

Anfang an hat Uwe über Themen wie Freiheit<br />

geschrieben, weil er den Fall des Eisernen Vor -<br />

hangs hautnah erlebt hatte, als er aus Sieben -<br />

bürgen nach Deutschland kam.<br />

MM: Was soll uns der Name „Bürger7“<br />

sagen?<br />

CARO GOOSS: „Bürger7“ ist ein Synonym für<br />

Sieben bürgen, weil die meisten Bandmitglieder<br />

ihre Wurzeln in Siebenbürgen, also Transsilvanien,<br />

haben. Das Projekt „Bürger7“ hat zum Ziel, Pop-<br />

Rock-Musik mit siebenbürgischen Musik ein flüs -<br />

sen zu verbinden. Wir möchten auf unsere Ge -<br />

schichte aufmerksam machen und Sieben bür gen<br />

mit modernem Antlitz präsentieren.<br />

MM: Ihr seid vier sehr verschiedene Mu siker.<br />

Wie habt ihr zueinander gefunden?<br />

UWE PELGER: Erhard und ich kannten uns über<br />

Erhards Cousin schon von früher aus Sieben -<br />

bürgen. Vor einiger Zeit hatte ich Erhard von der<br />

Idee „Transylvanica“ erzählt. Das hatte ihn elektrisiert,<br />

weil er diese Sehnsucht auch verspürt<br />

hatte, seitdem er Siebenbürgen verlassen muss-<br />

te. Und so hat er auch an der Neu auf nahme des<br />

Songs „Free“ mitgeschrieben, der der Sound track<br />

zum Dokumentarfilm ist. Dann kam noch Sängerin<br />

Caro zu uns, weil ihr Bruder zuerst für uns bei<br />

einem Benefiz für die Peter-Maffay-Stiftung in<br />

Siebenbürgen in Rumä nien trommelte. Der Bassist<br />

Harald hatte in einem Orchester mit Erhards<br />

Schwager gespielt und so kam der Kontakt zu<br />

Uwe zustande. Wir haben so zueinander gefunden,<br />

wie sich früher Kult-Bands kennengelernt<br />

haben: Über das Schicksal statt Casting.<br />

MM: Wie funktioniert die Zusammenarbeit,<br />

da ihr ja recht weit voneinander entfernt<br />

wohnt?<br />

LEON FRANKE: Im Zeitalter der Digitaltechnik stellt<br />

eine räumliche Distanz glücklicherweise keine<br />

Hürde mehr dar. Die Kommunikation bei uns läuft<br />

über Social Media, E-Mail, SMS und WhatsApp.<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


STORIES 43<br />

Nichtsdestotrotz greifen wir aber auch oft zum<br />

guten, alten Telefon. Auf musikalischer Seite ist die<br />

Distanz auch kein Problem. Tonstudios sind heut -<br />

zutage sehr miteinander vernetzt, und so ist es<br />

Siebenbürgen auch mal eine deutschsprachige<br />

Minderheit gab und noch heute gibt. Sogar der<br />

neue Staatspräsident Klaus Johannis ist Ru mä -<br />

nien deutscher, und wir sind nun voller Hoffnung<br />

diskussion über das freie Europa war uns wichtig.<br />

Insbesondere in der heutigen Zeit ist es wichtig,<br />

sich die Errungenschaften der vergangenen 25<br />

Jahre bewusst zu machen. Ich kenne noch Zeiten<br />

der Zensur, wo ich bestimmte Songs in Sieben -<br />

bürgen während der damaligen kommunistischen<br />

Diktatur Rumäniens nicht singen durfte.<br />

möglich, in mehreren Studios und mit vielen<br />

<strong>Musiker</strong>n und bekannten Gesichtern in ganz<br />

Deutschland zu produzieren und sich die kreativen<br />

Bälle zuzuspielen. Im Live-Bereich steht ein<br />

festes Programm für Gigs immer abrufbereit, da<br />

jeder von uns vorbereitet ist. Steht ein großes<br />

Konzert oder ein besonderes Event an, dann treffen<br />

wir uns im Proberaum und dann wird geübt<br />

und ausprobiert. Letztlich kann man sagen, dass<br />

es vielleicht auch genau dieser Umstand ist, der<br />

den Sound und den Erfolg von „Bürger7“ prägt.<br />

Nicht umsonst nennen wir uns gerne auch<br />

„gruppendynamisches Langzeit ex pe riment“.<br />

MM: Was wollt ihr mit eurem Projekt erreichen?<br />

UWE PELGER: Wie gesagt, wir möchten Sieben -<br />

bürgen mit moderner Musik kombinieren. Als<br />

Band können wir ein Stück weit Botschafter dafür<br />

sein und auf die Entwicklungen in der alten Heimat<br />

aufmerksam machen. Manche erfahren durch<br />

unseren Auftritt, dass es Transsilvanien wirklich<br />

gibt und dass die Region auch Siebenbürgen<br />

heißt. Oder unsere Zuhörer erfahren, dass es in<br />

für die Zukunft des Landes. Uns ist es wichtig,<br />

die Brücken nach Siebenbürgen in Rumänien zu<br />

stärken. Neue Songs sind uns da genauso wichtig<br />

wie alte Traditionen zu pflegen. Wir verquicken<br />

gerne auch Folklore-Riffs mit moderner Pop-Rock-<br />

Musik. Einige ausgewählte Songs nehmen wir als<br />

Bonustracks sogar in siebenbürgischem Dialekt<br />

auf, was auch der Spracherhaltung hilft.<br />

MM: Ihr habt einen Doku men tarfilm produziert,<br />

der Zeitzeugen vorstellt. Wie kam es zu<br />

dieser Projekterweiterung?<br />

ERHARD HÜGEL: Der innere Antrieb von „Bürger7“<br />

ist das Freiheitsgefühl von 1989. Dieses spiegelt<br />

sich in unserem Song „Free“ wider. Darauf wollte<br />

Uwe ein Hörspiel aufbauen. Dann fragte ihn aber<br />

der Filmemacher Joe Stall, ob er sich auch einen<br />

Dokumentarfilm vorstellen könnte. So entwickelten<br />

wir das Drehbuch zu „Freiheit in Kinder -<br />

schuhen“. Während der Dreharbeiten durften wir<br />

auch Zeitzeugen-Interviews mit Hans-Dietrich<br />

Genscher, Peter Maffay und Horst Köhler führen.<br />

Wir hatten schon ein Preview mit Schul klassen<br />

im Luna-Kino und die anschließende Podiums -<br />

MM: Was waren besondere Herausforde run -<br />

gen bei der Filmproduktion?<br />

UWE PELGER: Zunächst brauchten wir ein Start -<br />

kapital, um die Reisen zu den Drehorten zu<br />

finanzieren. Dazu haben uns viele Unterstützer<br />

über das Crowdfunding geholfen. Damit sind wir<br />

nach Rumänien geflogen. Erhard hat im alten<br />

Stadtpark Gitarre gespielt wie damals vor der<br />

Revolution. Es war eine Zeitreise für ihn, insbesondere<br />

auch, als er wieder zum Bahnhof ging,<br />

wo er vor mehr als 25 Jahren mit der Familie auf<br />

unbestimmte Zeit nach Westen ausreisen durfte.<br />

Es gab viele emotionale Momente während der<br />

Filmproduktion. Eines der Highlights war, Peter<br />

Maffay zu treffen und über die Erfahrungen der<br />

Aussiedlung zu reflektieren, aber auch über die<br />

Chancen, die sich im freien Europa ergeben. So<br />

auch im heutigen Siebenbürgen, wo sich Peter<br />

Maffay sehr stark für den Wiederaufbau und den<br />

Kinderschutz engagiert.<br />

MM: Welche Ziele, Träume und Visionen habt<br />

ihr mit „Bürger7“ für die Zukunft?<br />

CARO GOOSS: Nun, unser Ziel ist es, qualitativ<br />

hochwertige und interessante Songs zu schreiben<br />

und zu produzieren. Der Traum ist es, dafür<br />

Anerkennung zu bekommen und davon leben zu<br />

können. Wenn die Musik sich finanziell selber<br />

trägt – das wäre traumhaft. Und was die Visio -<br />

nen anbelangt: Wer welche hat, der sollte zum<br />

Arzt gehen.<br />

WEB: WWW.BUERGER7.COM<br />

INTERVIEW: JANINA HEINEMANN<br />

FOTOS: SIEGLINDE SCHUSTER<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


44 MUSIKBUSINESS<br />

DER ERFOLGREICHE VIDEO-RELEASE<br />

Das Märchen vom schnellen YouTube-Erfolg<br />

wird immer noch gerne so dargestellt: Band<br />

lädt Video hoch, wie von Geisterhand wird das<br />

Video geklickt, geteilt, alles wird „viral“ und plötzlich<br />

tanzen alle Gangnam Style. Wenn wir aber<br />

genau hinsehen und -hören, stellen wir fest, dass<br />

auch ein scheinbar simpler Video-Upload nahezu<br />

wie eine Albumveröffentlichung beworben werden<br />

will.<br />

Ein Musikvideo hatte schon immer zwei Funk -<br />

tio nen: Es soll unterhalten und gleichzeitig Wer -<br />

bung machen. Werbung für die neue Single oder<br />

das bevorstehende neue Album. Somit war es<br />

seither auch Aufgabe der Labels, dieses Werbe -<br />

mittel bei den Fans zu bewerben. Heute hat sich<br />

zwar das Medium, nicht aber die Vorgehens weise<br />

geändert: Man macht Werbung für die Werbung,<br />

um am Ende die Verkäufe eines Pro duktes, hier<br />

der Musik, zu optimieren.<br />

Um das Beste aus einem Video Release herauszuholen,<br />

müssen Vorbereitungen getroffen<br />

werden, die zusammengefasst durchaus als Kam -<br />

pagne bezeichnet werden können. Aufgaben<br />

innerhalb der Band sollten klar verteilt werden,<br />

das Video bereits vor der Veröffentlichung hochgeladen,<br />

aber noch auf „nicht öffentlich“ geschaltet<br />

werden. So lassen sich manche böse Überra-<br />

schungen vermeiden und einem entspannten<br />

Release sollte nichts mehr im Wege stehen.<br />

Am Tag der Veröffentlichung geht es dann rund<br />

im Lager der Band. Alle Aufmerksamkeit gilt dem<br />

neuen Video, dessen Veröffentlichung und vor<br />

allem der Vermarktung dieses Clips. Nachdem das<br />

»Man macht Werbung für die Werbung,<br />

um am Ende die Verkäufe eines Pro duktes,<br />

hier der Musik, zu optimieren.«<br />

Video dann endlich freigeschalten wurde, geht es<br />

darum, bereits am ersten Tag die größtmögliche<br />

Wirkung zu erzielen. Aber wie?<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


MUSIKBUSINESS 45<br />

DIE „100-FREUNDE-LISTE“<br />

Internetmarketer Chris Guillebeau empfiehlt,<br />

am Tag einer Produktveröffentlichung (hier das<br />

Musik video) eine E-Mail an 100 Freunde und Be -<br />

kannte zu schicken, mit der Bitte, die frohe Kunde<br />

per Weiterleitung und als Post zu verbreiten. So<br />

kannst du also am Tag der Veröffentlichung 100<br />

Freunde anschreiben, ihnen den direkten Link<br />

geben, um sich das Video selbst anzusehen,<br />

sowie gleich noch den fertigen Einbett-Code, um<br />

es ihnen zu erleichtern, das Video auf ihren Social-<br />

Media-Profilen zu teilen.<br />

YOUTUBE-KANÄLE<br />

Selbst wenn du neu bei einem Videoportal<br />

bist, lassen sich im Vorfeld Kontakte zu anderen<br />

Kanalbetreibern aufbauen. Hier suchst du nach<br />

Kanälen, die sich exakt mit deiner Stilistik befassen.<br />

Frag höflich an, ob die Betreiber bereit wären,<br />

dein Musikvideo an Tag 1 über ihren Kanal zu teilen.<br />

Um bereits etwas in der Hand zu haben,<br />

kannst du im Vorfeld schon den einen oder<br />

anderen Song mit Standbild hochladen, um die<br />

Kanal betreiber von der Qualität deiner Musik zu<br />

überzeugen. Am Tag der Veröffentlichung sendest<br />

du den Betreibern dann eine Nachricht, in<br />

der du deine Bitte noch einmal formulierst. Selbst<br />

wenn die Betreiber deinen Kanal bereits abonniert<br />

haben, solltest du nicht auf diese Extra -<br />

nachricht verzichten – denn nichts geschieht von<br />

alleine, und je persönlicher der Kontakt, umso<br />

effektiver.<br />

PRESSEMITTEILUNG<br />

Ein neuer Videoclip, sofern es sich um ein<br />

richtiges Musikvideo handelt, ist durchaus eine<br />

Pressemitteilung wert. Schreibe deine Medien -<br />

kontake, insbesondere Blogs und Webzines, an<br />

und bastle eine nennenswerte Story um dein<br />

Video: Ist es ein Teaser für das neue Album, das<br />

demnächst kommen wird? Ein nachgereichter Clip<br />

zum bereits veröffentlichten Album? Ein Standalone-Video<br />

zwischendurch? Gerade Online -<br />

medien sind interessiert an guten Newsmeldun -<br />

gen, um so selbst stets auf dem neuesten Stand<br />

zu sein. Wichtig ist wieder der Einbett-Code am<br />

Ende der Mitteilung. Copy & Paste macht es den<br />

Redakteuren nämlich sehr leicht, eine Presse -<br />

mitteilung zu veröffentlichen, da zum Formulieren<br />

eigener Artikel nur sehr begrenzte Zeit vorhanden<br />

ist.<br />

NEWSLETTER<br />

Wenn du eine Mailingliste betreibst, solltest du<br />

sie genau für solche Meldungen nutzen. Es ist<br />

durchaus sinnvoll, den Video-Release bereits in<br />

zwei oder drei vorhergehenden E-Mails anzukündigen,<br />

um dadurch das Interesse sowie die Auf -<br />

merk sam keit deiner Leser zu steigern. Auch hier<br />

fügst du wieder den direkten Link zum Video<br />

sowie den Code zum Einbetten mit ein und bittest<br />

deine Leser, das Video bei Gefallen zu teilen.<br />

FACEBOOK-FREUNDE<br />

Die Band SERGEANT STEEL hat am Tag ihrer<br />

Videoveröffentlichung alle (!) ihre Facebook Freun -<br />

de persönlich angeschrieben. Persönlich heißt<br />

hier mit persönlicher Anrede und ggf. einem persönlichen<br />

Bezug („Hallo Manfred, ist dein Hund<br />

wieder gesund?“). Das übliche „Hey, check out<br />

»Die Veröffentlichung eines Musikvideos<br />

nimmt also einiges an Zeit und Energie in Anspruch.<br />

Daher musst du sie gut planen –<br />

und überlege dir genau, was dein Video für dich tun<br />

soll, und schaffe dafür die Voraussetzungen.«<br />

our video, share it and like us“ solltest du dringlichst<br />

vermeiden. Selbstverständlich fügst du wieder<br />

das Video per Link in die Nachricht ein und<br />

bittest höflichst darum, selbiges zu teilen.<br />

FACEBOOK-GRUPPEN<br />

Du kannst deine Präsenz erhöhen, wenn du<br />

dafür sorgst, dass dein Video in stilistisch relevanten<br />

Facebook-Gruppen gepostet wird. Dazu<br />

beauftragst du am besten ein paar vertraute<br />

Menschen, dies unter ihrem Namen zu tun. Das<br />

wirkt authentischer, als wenn die Band selbst<br />

sämtliche Gruppen zupflastert.<br />

FACEBOOK-EVENT<br />

Ähnlich wie du dein Video bereits im Vorfeld<br />

über deinen Newsletter ankündigst, kannst du<br />

dies auch über ein eigens eingerichtetes Face -<br />

book-Event tun, dort zum Beispiel mit Outtakes<br />

und Fotos des Videodrehs die Neugier deiner<br />

Fans wecken und am Tag der Veröffentlichung<br />

mit einem Paukenschlag das Video posten.<br />

EIGENE SEITEN UND PROFILE<br />

Nicht vergessen, das Video auch auf der band -<br />

eigenen Website sowie auf sämtlichen Profilen<br />

zu posten, die das Einfügen von Videos ermöglichen.<br />

Falls du ein Label hast oder mit Promotern<br />

zusammenarbeitest, solltest du diese ebenfalls<br />

mit ins Boot holen.<br />

All das sollte dir tatsächlich am Tag der Ver -<br />

öffentlichung gelingen. Je nach Anzahl der persönlich<br />

angeschriebenen Facebook-Kontakte darf<br />

sich diese Aktion auch länger hinziehen – bleibe<br />

aber auf jeden Fall mit Engagement am Ball. Das<br />

realistische Ziel sollte sein, an jenem Tag eine derartige<br />

Reichweite zu erzielen, die innerhalb von 24<br />

Stunden zu mindestens 1 000 Views führt.<br />

UND DANACH?<br />

Ein Musikvideo rein per se zu veröffentlichen<br />

ist nicht verboten, es bringt aber nicht allzu viel,<br />

zumal die Vergütung nach wie vor sehr niedrig<br />

bleibt. Wie bereits oben beschrieben, ist das<br />

Video nicht nur ein Unterhaltungsmedium, sondern<br />

auch ein Werbemittel. Dem Video sollte also<br />

unbedingt innerhalb von vier bis sechs Wochen<br />

eine Albumveröffentlichung folgen, sofern das<br />

Album nicht schon auf dem Markt ist.<br />

In der Beschreibung des Videos sowie per<br />

Cards oder Annotationen solltest du also auf dein<br />

Album hinweisen. Füge dazu unbedingt den Link<br />

zu deiner eigenen (!) Shopseite ein sowie Direkt -<br />

links zu den drei oder vier wichtigsten Outlets, bei<br />

denen deine Musik erhältlich ist. Steht die Album -<br />

veröffentlichung noch bevor, ist ein Verweis auf die<br />

Möglichkeit zur Newsletteranmeldung rat sam, um<br />

die Betrachter längerfristig binden zu können.<br />

Die Veröffentlichung eines Musikvideos nimmt<br />

also einiges an Zeit und Energie in Anspruch. Daher<br />

musst du sie gut planen und vor allem dem Video<br />

einen klar definierten Platz in deinem gesamten<br />

Marketing zuteilen, sprich: Überlege dir genau,<br />

was dein Video für dich tun soll, und schaffe dafür<br />

die Voraussetzungen.<br />

TEXT: JULIAN ANGEL<br />

FOTO: © RAWPIXEL/FOTOLIA.COM<br />

Julian Angel ist Organisator der MusicBiz<br />

Madness Konferenz, die am 11.10.<strong>2015</strong> in<br />

Frankfurt/Main stattfindet. DRMV-Mitglieder<br />

er halten einen Sonderrabatt. Die Anmeldung<br />

wird ca. ab Juni <strong>2015</strong> möglich sein. Über den<br />

MusicBiz Madness Newsletter bleibst du auf<br />

dem Laufen den und erhältst weitere Tipps<br />

rund um das Musikbusiness:<br />

www.musicbizmadness.de bzw.<br />

www.musicbizmadness.de/newsletter<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


46 MUSIKBUSINESS<br />

Teil 2 – GEMA:<br />

RECHTSSTAATSWIDRIG?<br />

»Immer mehr Gerichtsurteile von Landes-, Oberlandes-, und<br />

Kammergerichten, aber auch des Bundesgerichtshofes,<br />

scheinen von der GEMA in ihren Aktivitäten<br />

gegenüber ihren ca. 65.000 Mitgliedern nicht beachtet zu werden.<br />

Aus diesem Grunde haben wir eine Urteilssammlung<br />

der verschiedenen Gerichte zusammengestellt und ausgewertet,<br />

um diesen Vorwurf gegen die GEMA zu prüfen.<br />

Die Nichtbeachtung dieser zum Teil höchstrichterlichen<br />

Urteile haben für wahrscheinlich Hunderte<br />

GEMA-Mitglieder fatale und existenzbedrohende Auswirkungen,<br />

die hier beschrieben werden sollen.«<br />

Was sagen nun die deutschen Gerichte<br />

zu ähnlichen Vorgehensweisen der GEMA?<br />

URTEIL DES LANDGERICHTS<br />

BERLIN VOM 19.<strong>02</strong>.2013,<br />

GESCHÄFTSNUMMER 16 O 159/12:<br />

Das Gericht stellt in seinem Urteil fest, dass<br />

die GEMA verpflichtet ist, ca. 1.911 von ihr ge -<br />

sperrte Werkaufführungen (gespielte Songs) ge -<br />

mäß der Sparte U (Pauschalvergütungen unter<br />

Berücksichtigung des bis 2012 gültigen Pro-Ver -<br />

fahrens) zu berechnen. Ebenso stellte das Ge -<br />

richt fest, dass die GEMA gleichfalls verpflichtet<br />

ist, die in der Klageschrift aufgeführten 842 von<br />

ihr gesperrten Werkaufführungen aus 153 Veran -<br />

staltungen nicht über eine Netto-Einzel ver rech -<br />

nung (Mini-Ausschüttung), sondern nach der<br />

Spar te E (Pauschalvergütung) zu berechnen (we-<br />

sentlich höhere Ausschüttung).<br />

Zuerst einmal teilte die GEMA den Betroffenen<br />

mit, dass sie eine normale Verrechnung nicht vor -<br />

nehmen könne, weil (…) „eine allgemeine Markt -<br />

nachfrage für diese Werke/Songs fehlt (…)“?!<br />

Die GEMA vertritt hier also die Auffassung, dass<br />

grundsätzlich all die Werke/Songs von einer or -<br />

dent lichen Verrechnung ausgeschlossen werden<br />

müssen, von denen sie „glaubt“, dass diese<br />

Werke niemanden interessieren! Das kann z. B.<br />

dann passieren, wenn auf einem Konzert nicht<br />

100, 200, 300 oder mehr Besucher anwesend<br />

sind, sondern unglücklicherweise nur zwischen<br />

1 und z. B. 20. Wenn also Musikgruppen irgendwo<br />

in Deutschland eigene Konzerte veranstalten<br />

oder zu Konzerten eingeladen werden und der<br />

Konzertveranstalter oder sie selbst wenig Wer -<br />

bung gemacht haben, kann es passieren, dass<br />

die GEMA die dann von diesen Musikgruppen<br />

und Interpreten eingesandten Musikfolgebögen,<br />

in denen all die Songs aufgelistet sind, die auf<br />

der Bühne gespielt wurden, in den Papierkorb<br />

schmeißt und von der Verrechnung gänzlich ausschließt<br />

oder eine sogenannte Minimal verrech -<br />

nung vornimmt. Das zwischen 1999 und 2012<br />

angewandte Pro-Verfahren würde dann für Ab -<br />

rechnungen der Jahre 2010, 2011 und 2012 nicht<br />

mehr als Verrechnungsgrundlage dienen.<br />

In einer Mitgliederversammlung hat die GEMA<br />

den Beschluss durchgebracht, dass auf einem<br />

Wie begründete die GEMA ihr drastisches Vorgehen<br />

der totalen Sperrung von ca. 2.750 Songs/Werken?<br />

Konzert mindestens zehn Personen anwesend<br />

sein müssen, um nicht nach der Direktver rech -<br />

nung (Minimalverrechnung) in die Ausschüttung<br />

zu gelangen.<br />

DAS URTEIL DES LANDGERICHTS<br />

BERLIN STELLT ZU DIESER<br />

REGELUNG FOLGENDES FEST:<br />

„Mit dem Erfordernis der ,allgemeinen Markt -<br />

nachfrage‘ greift die GEMA für die Teilnahme der<br />

Programme an der Kollektiv- oder der Netto einzel -<br />

verrechnung auf ein Kriterium zurück, das den<br />

übrigen Bestimmungen des Verteilungsplans<br />

fremd ist. Der Begriff der Marktnachfrage findet<br />

sich weder in anderen Sparten, wie z. B. in der<br />

Sparte Rundfunk, noch auf der Einnahmeseite<br />

bei der Festlegung des Lizenzierungsentgeltes.“<br />

„Zwar mag man in der Abhängigkeit der Ein nah -<br />

men von der Größe des Veranstal tungs raumes<br />

indirekt ein Indiz/Hinweis für eine Nachfrageab -<br />

hängigkeit erkennen, wenn man davon ausgeht,<br />

dass die Anmietung eines größeren Veranstal -<br />

tungs raumes die Erwartung des Veranstalters für<br />

einen stärkeren Publikumszuspruch widerspiegelt,<br />

zwingend ist dies indes keineswegs.“<br />

Das Berliner Landgericht kritisiert hier die<br />

Be nutzung des GEMA-Kriteriums „allgemeine<br />

Markt nachfrage“. Der GEMA wird mit diesem Urteil<br />

– so lange nicht ein höheres Gericht anders urteilt<br />

– praktisch untersagt, dieses Kriterium der „allgemeinen<br />

Marktnachfrage“ bei zukünftigen Ver -<br />

rech nun gsausschlüssen ihrer Mitglieder zu be -<br />

nutzen.<br />

Das Berliner Landgericht stellte in seinem Ur -<br />

teil vom Frühjahr dieses Jahres gleichfalls fest,<br />

dass „die systematische und gleichförmige Ge -<br />

staltung der Programme, der eingeschränkte<br />

Ver anstalterkreis, die persönliche und wirtschaftliche<br />

Verbundenheit der Beteiligten (Veranstalter/<br />

<strong>Musiker</strong> bei Eigenkonzerten) sowie die Nutzung<br />

eigener Werke ebenfalls nicht auf einen Miss -<br />

brauch schließen lassen“. Und – wie das Berliner<br />

Kammergericht bereits mehrfach entschieden hat<br />

(KG Urteil vom 03.07.2009 – 5 U 103/06 TZ 3,<br />

abrufbar über juris, Urteil vom 07.01.2011 – 5 U<br />

195/07) –, kann selbstverständlich eine häufige<br />

Nennung einzelner Bezugsberechtigter, Kom po -<br />

nisten und Texter auch auf dem Bestreben beruhen,<br />

sich und ihr Werk bzw. das von einem Ver -<br />

leger vertretene Werk dem Publikum bekannt zu<br />

machen und die von der GEMA reklamierte Markt -<br />

nachfrage auf diesem Weg erst zu erzeugen. Dies<br />

kann auch dadurch unterstützt werden, dass das<br />

Konzert für das Publikum sogar kostenfrei ist.<br />

Hier urteilt das Berliner Landgericht in aller Ein -<br />

deutigkeit, dass der Ausschluss von Konzerten<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


MUSIKBUSINESS 47<br />

und Musikfolgebögen und der folgenden Ver -<br />

rechnung mit der Begründung, dass hier eine Band<br />

oder ein Einzelinterpret auf selbst organisierten<br />

Konzertveranstaltungen, in denen die Band/Inter -<br />

pret ihre/seine Eigenkomposition spielt, unhaltbar<br />

ist. Mit diesem Urteil wird der GEMA ebenfalls<br />

untersagt (bis ein gegensätzliches Urteil eines hö -<br />

heren Gerichtes ergeht), diese Begrün dung zu -<br />

künftig weiter anzuwenden.<br />

Jedem ist klar, dass es in Deutschland Tau sen -<br />

de von Musikgruppen und Interpreten gibt, die<br />

eigene Konzerte veranstalten und die es als ihre<br />

musikalische und künstlerische Aufgabe ansehen,<br />

selbst zu komponieren, zu texten und in ihren eigenen<br />

Konzerten ihre eigenen Songs aufzuführen.<br />

Dass die GEMA und ihr „Aufsichtsrat“ auf die<br />

ver rückte Idee kommen, dieses Kriterium der<br />

„Selbstaufführung von eigenen Songs in selbst or -<br />

ganisierten Konzerten“ überhaupt mit Miss trauen<br />

zu überschütten, zeigt, dass sie vom Ge samt -<br />

bereich der Rock- und Popmusik in Deutsch land<br />

keine Ahnung haben.<br />

Nach unserer Schätzung spielen über 50 %<br />

aller Musikgruppen in Deutschland, d.h. Tausen -<br />

de, eigene Werke, selbst komponierte und ge -<br />

textete Songs in ihren Konzerten. Wo kämen Peter<br />

Maffay, Udo Lindenberg und Herbert Grönemeyer<br />

hin, wenn die GEMA ihre Konzertverrechnungen<br />

mit der Begründung von der Verrechnung ausschließen<br />

würde, sie würden zu viele eigene Werke<br />

in ihren Konzerten spielen? Aber an diese Stars<br />

wagt sich die GEMA mit ihrer Argumentation na -<br />

türlich nicht ran!<br />

Das Berliner Landgericht führte weiter aus, dass<br />

„schließlich auch das auffällige Missver hält nis zwischen<br />

Lizenzeinnahmen (der GEMA) und Tan -<br />

tiemen ausschüttungen (an die GEMA-Mit glie der)<br />

sich als untaugliches Abgrenzungs kri terium er -<br />

weist.“ „Im Bereich der ernsten Musik muss es<br />

schon deshalb versagen, weil gerade Aufführun -<br />

gen ernster zeitgenössischer Musik wenig Zu -<br />

schauer finden und deshalb auch vergleichsweise<br />

für die GEMA wenig Lizenzeinnahmen generieren.“<br />

… „Damit“, so das Gericht, „ist ein ge wisses<br />

Ungleichgewicht zwischen der Höhe der aus den<br />

Konzertveranstaltungen erzielten Ein nah men für<br />

die GEMA und der Höhe der an die Be rech tig ten<br />

(Urheber) auszukehrenden Tantiemen von vorn -<br />

herein in den Verteilungsgrundsätzen (der GEMA)<br />

angelegt.” Gleiches gilt auch für die Rock- und<br />

Popmusik!<br />

(FORTSETZUNG IN DER AUSGABE 3/<strong>2015</strong>)<br />

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48 MUSIK & RECHT<br />

INSTRUMENTENVERSICHERUNG<br />

Sind eigentlich meine Musikinstrumente<br />

über die Hausratversicherung bereits abgedeckt?<br />

»… mit diesen oder auch<br />

anderen Fragen<br />

haben sich fast schon alle<br />

<strong>Musiker</strong> einmal<br />

beschäftigt, wenn es<br />

darum geht,<br />

ob man sich für Extrageld<br />

noch eine eigene<br />

Instrumentenversicherung<br />

leisten sollte.«<br />

Wie bereits im letzten Heft angekündigt,<br />

wird uns Christian Raith, Geschäftsführer<br />

und Inhaber der Eberhard, Raith & Partner GmbH<br />

– erpam mit Rat und Tat zur Seite stehen. Mit seinem<br />

Team beschäftigt er sich täglich mit solchen<br />

Fragen.<br />

MM: Christian, was ist an solchen Aussagen<br />

dran, dass die Instrumente über die Haus rat -<br />

ver sicherung bereits abgedeckt sind?<br />

CHRISTIAN RAITH: Generell ist da ein kleiner An -<br />

teil an Wahrheit mit dabei. Natürlich sind Musik -<br />

instrumente im Rahmen einer Hausratver sicherung<br />

mit abgedeckt. Aber: hier gelten nur die klassischen<br />

Gefahren wie Feuer, Einbruchdiebstahl, Sturm und<br />

Hagel als mitversichert. Aber noch schlim mer ist:<br />

Das gilt nur am Versicherungsort, der im Normal -<br />

fall die Wohnung oder das Haus ist.<br />

MM: Wie sieht es dann bei anderen Schä den<br />

aus? Oder bei Gigs bzw. im Probe raum?<br />

CR: Genau das ist das Problem. Die Gefahr, dass<br />

mein Instrument daheim einen Sturmschaden er -<br />

leidet, ist sehr gering. Viel wichtiger ist es doch,<br />

dass man auch im Proberaum, auf der Bühne oder<br />

während des Transportes versichert ist.<br />

MM: Was wäre denn dann versichert?<br />

CR: Besser wäre es zu fragen, was dann nicht<br />

als mitversichert gilt, denn die Musikinstru men ten -<br />

versicherung ist eine All-Gefahren-Deckung. Das<br />

heißt, dass erst einmal alles mitversichert ist, was<br />

nicht ausgeschlossen ist. Und diese Aus schlüsse<br />

sind eigentlich sehr kurz gefasst, nämlich die<br />

„vorhersehbaren Schäden“.<br />

MM: Was versteht man darunter?<br />

CR: Wenn ich im Vorfeld weiß, dass sich der<br />

Schaden ereignen wird, dann ist das vorhersehbar.<br />

Ein Beispiel: Es regnet und ich stelle mein<br />

Key board ungeschützt auf die Open-Air-Bühne.<br />

Dann weiß ich, dass das Keyboard einen Schaden<br />

erleiden wird. Aber auch wenn ich bei meinem Gig<br />

die Gitarre gegen den Lautsprecher schlage, weiß<br />

ich, dass sie zu Bruch gehen wird. Solche und<br />

andere vorhersehbaren Schäden kann natürlich<br />

kein Versicherer tragen.<br />

MM: Das kann doch nicht sein. Ver siche run -<br />

gen sind doch bekannt dafür, dass es viele<br />

Ausschlüsse gibt und sowieso nicht bezahlt<br />

wird.<br />

CR: Ja, das ist in einigen Bereichen wirklich so,<br />

aber deshalb hat man diese speziellen Be din gun -<br />

gen schon vor über 20 Jahren anders aufgebaut<br />

und damit für Klarheit gesorgt.<br />

MM: Das hört sich fast zu gut an, um wahr zu<br />

sein. Sind meine Instrumente dann auch im<br />

Auto versichert? Was passiert, wenn man mir<br />

mein Mikro von der Bühne klaut? Und was<br />

ist, wenn im Proberaum eingebrochen wird?<br />

CR: Ihr wollt es wirklich nicht glauben, aber alles<br />

davon ist versichert.<br />

MM: Gut, aber dann wird mich die Ver siche -<br />

rung natürlich richtig viel Geld kosten.<br />

CR: Das liegt natürlich ein wenig an dem Neu wert<br />

deiner Instrumente. Aber man kann mit einem<br />

Prämiensatz zwischen 1 und 2% am Markt rechnen.<br />

Es gibt noch verschiedene Mindestprämien<br />

der Anbieter. Bei uns liegen die Prämien bei 1%<br />

und einem Mindestbeitrag von 50 Euro. Aber das<br />

soll auch keine Werbeveranstaltung werden.<br />

MM: Das heißt, wenn ich z.B. Equipment von<br />

7 500 Euro habe (wenn ich dich richtig ver-<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


MUSIK & RECHT 49<br />

standen habe, dann redet ihr vom Neuwert),<br />

kostet mich die Versicherung 75 Euro. Mo -<br />

natlich?<br />

CR: Das wäre schön für uns. Nein, jährlich! Aber<br />

sind wir ehrlich, die Versicherungssteuer von 19%<br />

kommt noch on top.<br />

MM: Das hört sich wirklich gut an. Unter -<br />

scheiden sich die Marktteilnehmer in ihren<br />

Angeboten und Bedingungen?<br />

CR: Klar, natürlich steckt auch hier der Teufel im<br />

Detail. Immer noch gibt es Anbieter, die einen<br />

Aus schluss zwischen 22 und 6 Uhr früh im<br />

mobilen Einsatz haben. Das ist natürlich völliger<br />

Blödsinn für <strong>Musiker</strong>. Genau dann sind doch alle<br />

unterwegs. Aber auch andere Bereiche wie Gel -<br />

tungs bereich, Selbstbehalt, Neu- oder Zeit wert -<br />

en t schä digung, Versicherungsschutz im Auto oder<br />

auf Reisen sind Punkte, die sich massiv unterscheiden<br />

können.<br />

versicherung. Das heißt, der <strong>Musiker</strong> gibt den<br />

Neu wert an und erhält im Schadenfall dann auch<br />

den Neuwert seines Instrumentes, egal wie alt<br />

das Gerät ist. Bei Liebhaberstücken oder bei Wert -<br />

steigerungen muss der Kunde die Wert an gabe<br />

seiner Instrumente immer wieder anpassen. So<br />

haben wir einige Kunden, die uns einmal im Jahr<br />

die neuesten Werte angeben und wir dann die<br />

Versicherungen anpassen. So besteht immer der<br />

richtige Versicherungsschutz.<br />

MM: Kann sich eine Band auch gemeinsam<br />

über einen Vertrag versichern?<br />

CR: Klar, das haben wir oft, dass sich eine GbR<br />

oder bei größeren Bands auch GmbHs mit dem<br />

kompletten Equipment inklusive Backline oder<br />

auch mal ein wenig Licht versichern. Der Aufwand<br />

ist auch nicht größer und die Prämiensätze bleiben<br />

gleich. Sicherlich ist es so auch relativ einfach,<br />

die Ausgaben als Betriebsausgabe zu finanzieren.<br />

fangen und stolz präsentieren. Ich möchte da diskret<br />

bleiben. Aber ihr könnt sicher sein, dass wir<br />

sehr große deutsche Bands genauso in unserem<br />

Bestand haben wie auch Einzelkünstler. Für uns<br />

macht das keinen Unterschied. Natürlich sind wir<br />

schon sehr stolz auf unsere Kunden, vor allem,<br />

wenn man sie im Fernsehen bzw. bei Live veran -<br />

staltungen sieht. Die eine oder andere Band be -<br />

gleiten wir schon seit der Gründungsphase.<br />

MM: Super, vielen Dank schon einmal für<br />

deine klaren Statements.<br />

CR: Ich danke euch und hoffe, ich konnte ein<br />

wenig Licht ins Dunkel bringen.<br />

In der nächsten Aus gabe werden wir uns mit<br />

dem Thema Haftpflicht be schäftigen. Reicht wirklich<br />

eine Privathaft pflichtversicherung aus? Auch<br />

dazu wird sich Christian einem Interview stellen.<br />

Wir freuen uns über eure Fragen und Anregungen.<br />

MM: Wie sieht es denn eigentlich mit In stru -<br />

menten aus, die schon älter sind bzw. die<br />

auch Wertsteigerungen erfahren?<br />

CR: Wie gesagt, wir sprechen von einer Neuwert -<br />

MM: Noch eine Frage zu eurem Unterneh -<br />

men: Habt ihr eigentlich auch bekannte,<br />

größere Bands und Tourneen?<br />

CR: An dieser Stelle würden wohl jetzt viele an -<br />

WEB: WWW.ERPAM.DE<br />

INTERVIEW: MUSIKER MAGAZIN<br />

FOTO: © ZARYA MAXIM/ FOTOLIA.DE<br />

Versicherungen für alle Eventualitäten®<br />

Eberhard, Raith & Partner GmbH · Assekuranz Makler · Telefon +49-(0)89-54 01 63-0 · info@erpam.com<br />

Christian Raith und www.milk-and-honey.de


50 MUSIK & RECHT<br />

MACH AUS DEINEM BANDNAMEN<br />

EINE MARKE<br />

»Der Name einer Band,<br />

eines Projekts, eines<br />

Ensembles ist, neben der<br />

Musik selbstverständlich,<br />

das Aushängeschild<br />

jedes Musikschaffenden.<br />

Er findet sich auf<br />

allen Tonträgern und<br />

Werbematerialien,<br />

auf T-Shirts und anderem<br />

Merchandise, macht die<br />

Band im Internet<br />

auffindbar und sorgt<br />

zusammen mit einer<br />

grafischen Gestaltung für<br />

den optischen<br />

Wiedererkennungswert<br />

der eigenen Musik.«<br />

So ist der Name einer Band oder auch eines<br />

<strong>Musiker</strong>s häufig untrennbar mit dem musikalischen<br />

Werk verbunden. Der Name ist das<br />

Marken zeichen zum Produkt, der Musik. Und<br />

der Begriff Markenzeichen ist auch juristisch<br />

nicht verkehrt, denn wer unter einem bestimmten<br />

Begriff geschäftlich tätig wird, erhält durch das<br />

Marken gesetz (MarkenG) Schutz für diesen Be -<br />

griff. Das Gesetz spricht von einem „geschützten<br />

Unter nehmenskennzeichen“. Das kann ein Wort<br />

wie eben ein Bandname sein und/oder auch ein<br />

gestaltetes Logo.<br />

Wem das nicht genügt, kann seinen Band -<br />

namen sogar richtig als Marke eintragen lassen.<br />

Marken gibt es in vielen verschiedenen Erschei -<br />

nungsformen, von der reinen Wortmarke über<br />

Wort-Bild-Marken zu 3D-, Farb- und sogar Klang -<br />

rer Jahre das exklusive Recht, allein diese Marke<br />

im geschäftlichen Verkehr nutzen zu dürfen. Je -<br />

doch nicht für alles. Bei der Anmeldung der Marke<br />

muss man sich dafür entscheiden, welche Waren<br />

und/oder Dienstleistungen man unter der Marke<br />

schützen möchte, zum Beispiel die Pro duk tion von<br />

Tonträgern, das Herstellen und den Ver kauf von<br />

Merchandise und nicht zuletzt Live-Auftritte.<br />

»Der Name ist<br />

das Markenzeichen zum<br />

Produkt, der Musik.«<br />

Warum das eigentlich, wenn der Name doch<br />

sowieso schon als Unternehmenskennzeichen ge -<br />

schützt ist? Nun, aus mehreren Gründen. Schutz,<br />

Nachweisbarkeit und Durchsetzbarkeit einer<br />

registrierten Marke sind viel höher als bei einem<br />

Unternehmenskennzeichen. Auch gibt die Inha -<br />

ber schaft einer Marke einer Band eine ganz<br />

marken. Letztere sind allerdings selten, beschränken<br />

wir uns hier daher auf Wort- und Bildmarken.<br />

Die Registrierung einer Marke gewährt für das<br />

jeweilige Wort oder Bild für den Zeitraum mehreandere<br />

Verhandlungsposition gegenüber Labels,<br />

da diese für die Nutzung eben auch eine markenrechtliche<br />

Lizenz benötigen. Und schließlich<br />

gewährt die Marke Schutz vor Dritten. So erlebte<br />

ich gerade den Fall, dass eine skandinavische<br />

Bekleidungsfirma eine Wortmarke registrierte, die<br />

dem Namens einer großen Heavy-Metal-Band<br />

entspricht. Diese Registrierung hätte dazu geführt,<br />

dass der Vertrieb von Merchandise für die Band<br />

in Europa fast unmöglich geworden wäre.<br />

Dass sich eine Marke sehr lohnen kann, zeigt<br />

das Beispiel IRON MAIDEN. Die Band ist weltweit<br />

eines der Unternehmen (ja, richtig: Unterneh -<br />

men), die am meisten Geld mit Markenlizenzen<br />

verdienen.<br />

TEXT: RA CHRISTIAN KOCH<br />

FOTO: © RAWPIXEL/FOTOLIA.COM<br />

WEB: WWW.METAL-ANWALT.DE<br />

TELEFON: +49 (0)6403 96918-18<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


PRODUKT-NEWS 51<br />

MARTIN KÖNIG ERHÄLT DEN „LIFETIME-ACHIEVEMENT-AWARD“<br />

Im Rahmen der Musikmesse wurde Martin König vom Un -<br />

ternehmen König & Meyer mit dem „Lifetime-Achivement-<br />

Award“ für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Die Veranstal -<br />

tung fand im festlichen Rahmen im Saal Europa auf dem<br />

Messegelände statt.<br />

Zunächst hatte RTL-Sprecher Gregor König mit beeindruckender<br />

Stimme in englischer Sprache bereits viele Produkte<br />

aus allen Bereichen der Musikinstrumentenbranche ausgezeichnet.<br />

Jetzt hielt er eine Laudatio für den Wertheimer<br />

Unter nehmer Martin König. Der Moderator erzählte dabei<br />

über Stationen aus dem Leben eines Mannes, der sein Unter -<br />

nehmen König & Meyer über Jahrzehnte geprägt und zu dem<br />

gemacht hat, was es heute ist: Ein mittelständischer deutscher<br />

Betrieb, der sich neben berühmten internationalen<br />

Gitarren-, Keyboard- und Verstärkermarken seinen festen<br />

Platz in der Musikinstrumentenbranche erkämpfen konnte.<br />

Bereits in den 50er-Jahren war Martin König in den väterlichen<br />

Betrieb eingetreten, der sich unter seiner Leitung zu<br />

einer Weltmarke entwickelte. Die mittlerweile über 1.500<br />

unterschiedlichsten Stative und Halter mit dem kleinen K&M-<br />

Symbol werden in mehr als 80 Ländern der Welt an ge boten.<br />

Notenpulte, Mikrofonständer, Keyboardständer, Boxen stative<br />

oder Instrumentenständer aus Wertheim sind von den<br />

Bühnen dieser Welt nicht mehr wegzudenken. Der berühmteste<br />

von ihnen, der Mikrofonständer 210/2, wurde schon millio -<br />

nen fach verkauft, doch er ist nur eins von vielen Produkten,<br />

die Martin König mit viel Herzblut auf den Weg gebracht hat.<br />

Bebildert mit Schwarz-Weiß-Aufnahmen aus der Ver gan gen -<br />

heit führte der Laudator durch die Gründerzeit der Firma, über<br />

das rasante Wachstum der 60er- und 70er-Jahre bis hin zu<br />

den neuesten Errungenschaften. Auch das kollegiale Mit -<br />

einan der im Unternehmen und die gemeinsamen Reisen<br />

der Belegschaft bei besonderen Jubiläen blieben nicht unerwähnt.<br />

Ergebnisse eines ungewöhnlichen Führungsstils.<br />

Heraus ragendes Beispiel hierfür war etwa ein gemeinsamer<br />

Betriebsausflug der Belegschaft mit 190 Personen in die USA.<br />

Am Ende der Laudatio trat dann der Preisträger auf die Bühne<br />

und nahm gerührt von den stehenden Ovationen des Publi -<br />

kums den „Lifetime-Achieve ment-Award“ entgegen.<br />

Seine kurze Dankesrede begann der 79-Jährige angesichts<br />

des internationalen Fachpublikums zunächst in Englisch,<br />

wechselte aber dann nach dem Hinweis „I speak English<br />

like Lothar Matthäus“ ins Deutsche. Er bedankte sich für<br />

diese große Anerkennung für sein Lebenswerk und beton-<br />

te, dass dies ohne seine Familie nicht möglich gewesen<br />

wäre. Be sonders stolz zeigte er sich darüber, dass seine<br />

Tochter Gabriela König als seine Nachfolgerin die Firma seit<br />

2005 unverändert erfolgreich fortführe. Martin König beendete<br />

seine Rede mit dem augenzwinkernden Hinweis, dass<br />

er auch diese vor einem K&M-Stativ gehalten habe, und<br />

bedankte sich dafür bei dem Veranstalter.<br />

Weitere Informationen: www.k-m.de


52 PRODUKT-NEWS<br />

ROCKSTAR – DIE FAQS<br />

Das Buch von Timo Hofmann<br />

Das wichtigste und relevanteste Buch für den musikalischen<br />

Nachwuchs im Raum Deutschland, Österreich und<br />

Schweiz zu schreiben – das und nicht weniger ist der An -<br />

spruch, den Timo Hofmann an sich und sein Buch „ROCK-<br />

STAR – Die FAQs“ hat. Und so wie es aussieht, meint er es<br />

richtig ernst damit.<br />

„Von diesem Buch soll und wird jeder <strong>Musiker</strong> profitieren,<br />

der sich auch nur im Ansatz ernsthaft dazu entschlossen hat,<br />

mit seiner Musik wirklich berühmt zu werden“, sagt Timo<br />

Hofmann. Er betont bei dieser Aussage ganz speziell die beiden<br />

Wörter ernsthaft und wirklich.<br />

Sein Buch wird strukturiert die Fragen beantworten, die sich<br />

nach wie vor jeder Band früher oder später stellen. Allerdings,<br />

und das ist der große Unterschied zu wohl allen ähnlichen<br />

Büchern auf dem Markt, werden die Fragen endlich einmal<br />

von relevanten Personen aus der Branche beantwortet. Per -<br />

sonen, die Ahnung haben. Rockstars selbst kommen dabei<br />

genauso zu Wort wie deren Manager, Festival veran stalter,<br />

Plattenfirmen, Bookingagenturen, Promofirmen, Print medien,<br />

Radioleute etc.<br />

In diesem Buch gibt es somit erstmalig die Gelegenheit, direkt<br />

von denen zu profitieren, die tatsächlich etwas zu sagen<br />

haben, da sie Größen in der Branche sind und deshalb tatsächlich<br />

mitreden können.<br />

Durch die Erlebnisse, das Wissen und die Erfahrung dieser<br />

Personen erlangt der Leser Informationen aus erster Hand.<br />

Es wird durch das Rockstarbuch von Timo Hofmann auch<br />

mit dem gefährlichen Halbwissen bezüglich der Musik -<br />

branche aufgeräumt, das landläufig grassiert.<br />

Neben vielen weiteren Personen und Bands hat Hofmann<br />

bis heute u.a. Interviews geführt mit Holger Hübner, dem<br />

Veranstalter des Wacken Open Airs, der Band In Extremo,<br />

Jörg Fukking (stellvertretender Aufsichtsrat bei der GEMA<br />

und Buchautor „Der Musikverlag – ein Einstieg“), Alex<br />

Gernandt, Dennis Poschwatta (Schlagzeuger Guano Apes)<br />

und und und ... Ihm ist wichtig zu erwähnen, dass er nach<br />

wie vor noch lange nicht am Ende seines Interview mara -<br />

thons ist und noch viele weitere Schwergewichte der Branche<br />

auf seiner Liste hat.<br />

Zusammengefasst soll der Leser wichtige Tipps und interessante,<br />

nützliche Informationen bekommen, die so in der<br />

Art und Weise noch nie in einem Buch aufbereitet wurden.<br />

„Eine echte Hilfestellung für den musikalischen Nach -<br />

wuchs“ – so bezeichnet Hofmann immer wieder sein Buch.<br />

Es ist dem Autor aber wichtig zu erwähnen, dass er im<br />

Herbst 2016 keine Anleitung à la „Wie werde ich ein Rock -<br />

star“ veröffentlicht. „So etwas gibt es nicht“, sagt er. Er will<br />

mit seinem Rockstarbuch ein hochwertiges Navi ga tions -<br />

gerät liefern, fahren muss aber nach wie vor jeder Künstler<br />

und jede Band selbst.<br />

„ROCKSTAR – Die FAQs“ – VÖ: 16.10.2016<br />

www.rockstarbuch.de<br />

www.facebook.com/rockstarbuch<br />

www.twitter.com/rockstarbuch<br />

ALFRED MUSIC PUBLISHING GMBH<br />

GARANTIERT AKUSTIK BLUESGITARRE LERNEN (ANDI SAITENHIEB)<br />

Der ultimative Kurs für Akustik & Fingerstyle!<br />

Ob Delta Blues, Country Blues, Ragtime oder Boogie: GA -<br />

RAN TIERT AKUSTIK BLUESGITARRE LERNEN gewährt dem<br />

Leser einen fundierten Einblick in die Stilistiken des akustischen<br />

Blues. Schritt für Schritt führt ihn Autor Andi Saiten hieb<br />

vom Steady Bass und Walking Bass über Riffs und Licks,<br />

Intros und Endings in Strumming- und Finger pi ckingtechnik<br />

bis zum kompletten Akustik-Blues-Arrangement bekannter,<br />

traditioneller original Blues-Klassiker für das persönliche<br />

Repertoire:<br />

• Kind Hearted Woman Blues (Robert Johnson)<br />

• Nobody Knows You When You‘re Down And Out (Jimmy<br />

Cox)<br />

• Step It Up & Go (Blind Boy Fuller)<br />

• Sweet Home Chicago (Robert Johnson)<br />

Dabei lassen sich die einzelnen Blues-Bausteine ganz individuell<br />

zusammenstellen. Mit ihrer Hilfe kann man seine eigenen,<br />

authentischen Blues-Songs schreiben!<br />

Keine Vorkenntnisse im Fingerpicking? Kein Problem! Das<br />

Kapitel „Fingerpicking-Technik“ gibt dir alle notwendigen<br />

Grundlagen an die Hand. Und der gewohnt umfassende An -<br />

hang enthält äußerst nützliche Tipps und Informationen<br />

u.a. zu den Themen:<br />

• Die wichtigsten „Blues-Schemata“– Vom 8- bis zum 16-<br />

taktigen Blues!<br />

• „Wie übe ich richtig?“ – Welche Hilfsmittel bieten sich an?<br />

• Kaufberatung „Wie du deine persönliche Gitarre findest“<br />

– inkl. Checkliste!<br />

• CD-Empfehlungen – 17 Seiten stark, ausführlicher denn je!<br />

Auch mit seinem zweiten Buch zum Thema Bluesgitarre –<br />

nach dem Erfolg von GARANTIERT BLUESGITARRE LERNEN<br />

– hat Autor Andi Saitenhieb wieder unter Beweis gestellt,<br />

dass er zu einer akribischen Recherche und umfangreichen<br />

Auf bereitung fähig ist. Mit GARANTIERT AKUSTIK BLUESGI-<br />

TARRE LERNEN wird jedenfalls jeder seinen eigenen Weg<br />

zum Akustik Blues finden!<br />

Bestellung: GARANTIERT AKUSTIK BLUESGITARRE LERNEN<br />

Buch & MP3-CD, 216 Seiten, 21,95 Euro, Art.-Nr.: 2<strong>02</strong>50G;<br />

ISBN 978-3-943638-85-1, www.alfredmusic.de<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


PRODUKT-NEWS 53<br />

FRANK BARTEL:<br />

MUSIKTHEORIE – ENDLICH VERSTEHEN<br />

Dieses Buch schließt vorhandene Lücken. Sämt liche relevanten<br />

Begriffe der Musiktheorie einschließlich der Akkorde<br />

und Funktionen werden aufeinander aufbauend auch tatsächlich<br />

verständlich erklärt. Mit einer Aufgabensammlung<br />

und Lösungen.<br />

Oft werden musiktheoretische Begriffe alphabetisch oder<br />

zu Sachgruppen gebündelt erläutert. Dadurch entsteht beim<br />

Leser allerdings kein zusammenhängender, aufeinander<br />

auf bauender Kontext, der jedoch für den Wissenser werb<br />

ungeheuer wichtig ist.<br />

Das Buch richtet sich an ein breites Spektrum von Lesern:<br />

Schulmusiker, die in ihrer Arbeit oftmals vor dem Problem<br />

stehen, grundlegende musikalische Sachverhalte einfach,<br />

anschaulich, verständlich und gleichzeitig korrekt darzustellen.<br />

Musikschüler, die – trotz mehrjährigen Theorie unterrichts –<br />

viele Sachverhalte nicht verstehen und damit auch nicht<br />

anwenden können; denn in der Regel werden im Theo rie -<br />

unterricht Begriffe auswendig gelernt, aber selten erklärt,<br />

was sich dahinter verbirgt.<br />

<strong>Musiker</strong>, die oftmals mit erstaunlich viel Halb- und auch<br />

Nicht-Wissen durch ihr <strong>Musiker</strong>leben gehen. Auch auf sie<br />

trifft zu: Wenn man die fundamentalen Zusammenhänge<br />

nicht versteht, wird ein souveräner Umgang mit Musik sehr<br />

schwer.<br />

Frank Bartel unterrichtet seit über 20 Jahren als diplomierter<br />

Klavierpädagoge und diplomierter Komponist an verschiedenen<br />

Musikschulen und Musikhochschulen die<br />

Fächer Klavier/Key board, Schulpraktisches Musizieren,<br />

Musiktheorie/Kom position und leitet Ensembles (instrumental<br />

und vokal). Er kann auf eine mehr als 30-jährige<br />

Berufspraxis als Pianist in verschiedensten Bands, Big-<br />

Bands und Orchestern (u. a. 5 Jahre als Pianist und Arran -<br />

geur des Filmorchesters Babelsberg) zurückblicken.<br />

Bestellung: Leu-Verlag, www.leu-verlag.de<br />

ISBN 978-3-89775-155-2,<br />

176 Seiten, farbig, Spiralbindung, 19,80 Euro<br />

Gitarren oder beim Gesang“, so „Pab“ Boothroyd, FOH-<br />

Ingenieur für AC/DC und Paul McCartney. „Danach war<br />

natürlich klar, dass wir die Systeme für unsere GRAMMY-<br />

Gigs nehmen.“<br />

Das Shure-Drahtlossystem UHF-R stand unter anderem mit<br />

Sir Tom Jones, John Mayer, Usher, Eric Church und Rihanna<br />

auf der Bühne. Darüber hinaus wurden die Podium-Mikro -<br />

fone mit UR1-Taschensendern betrieben, um damit eine<br />

Verkabelung quer über die Bühne zu vermeiden.<br />

Natürlich wurden nicht alle Vocals drahtlos realisiert. Hozier<br />

vertraute auf das Beta 58A, während das SM58 seine<br />

Stärken bei Brandy Clarks Auftritt mit Dwight Yoakam und bei<br />

zahllosen Hintergrund-Vocals unter Beweis stellen konnte.<br />

SHURE FUNKSTRECKEN<br />

IM EINSATZ BEI DEN GRAMMY AWARDS <strong>2015</strong><br />

Die GRAMMY Awards, die am 8. Februar im Staples Center<br />

im Herzen von Los Angeles verliehen wurden, boten mit 23<br />

Live-Gigs eine Show der Superlative. Das Produktionsteam<br />

setzte bei der Umsetzung so vieler Acts in einer derart HFintensiven<br />

Umgebung erneut auf Shure Funk- und In-Ear-<br />

Monitoring-Systeme, um eine zuverlässige, konstante Funk -<br />

übertragung zu gewährleisten.<br />

Vom Hardrock-Opener AC/DC bis zu John Mayers ergreifender<br />

Schlussperformance mit Common waren Shure-Funk -<br />

systeme, drahtgebundene Mikrofone und In-Ear-Monitoring-<br />

Systeme permanent im Einsatz und sorgten für den reibungslosen<br />

Ablauf der Show.<br />

Die meisten Künstler griffen beim In-Ear Monitoring auf<br />

eigene Custom Molds zurück; dennoch war das Shure PSM<br />

1000 mit insgesamt 24 Kanälen verteilt auf zwei Bühnen<br />

bei fast allen <strong>Musiker</strong>n das Monitoring-System der Wahl.<br />

Bei den Funksystemen dominierten Shure Axient und UHF-<br />

R den Abend. So verwendeten AC/DC Axient sowohl für den<br />

Lead-Gesang als auch für Angus Youngs Gitarre. Für den<br />

Background-Gesang kamen UHF-R-Systeme mit Beta 58A-<br />

Kapseln zum Einsatz. Zudem standen Axient Handsender<br />

bei Sir Paul McCartney (Beta 58A), Adam Levine (SM58),<br />

Juanes (Beta 58A) und Pharrell Williams hoch im Kurs.<br />

„Wir haben Axient im Vorfeld bei den Proben ausgetestet<br />

und waren sehr zufrieden mit dem Sound, egal, ob bei den<br />

Eine Premiere war der Einsatz des Shure Beta 181 am Piano<br />

während der GRAMMYs. Broadcast-Mischer Eric Schilling<br />

und FOH-Mann Ron Reaves hatten sich für das Mikrofon<br />

entschieden, was Reaves wie folgt kommentiert: „Es ist der<br />

beste Piano-Sound, den man erzielen kann. Daher waren sie<br />

auch die einzigen Piano-Mikros, die wir während der Show<br />

verwendeten.“<br />

Und Eric Schilling ergänzt: „Nachdem Ron Reaves sie bereits<br />

bei den Latin GRAMMY Awards ausprobiert hatte, beschlossen<br />

wir, die Beta 181 bei der Show in allen Pianos einzusetzen.<br />

Sie haben eine tolle klangliche Performance. Wir<br />

mussten so gut wie nichts mehr modifizieren.“<br />

Die National Academy of Recording Artists and Sciences<br />

verleiht die GRAMMY Awards, die als bedeutendste internationale<br />

Auszeichnung im Bereich Musik gelten, bereits<br />

seit 1959 jährlich in Los Angeles. 2003 wurde Shure mit<br />

dem Technical GRAMMY ausgezeichnet.<br />

Weitere Informationen: www.shure.de<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


54 PRODUKT-NEWS<br />

NEUTRIK AG –<br />

40 JAHRE UND EINE MILLIARDE<br />

STECKVERBINDER<br />

Was vor genau 40 Jahren als kleiner Zweimann-Betrieb in<br />

einem alten Bauernhaus in Schaan/Liechtenstein begann,<br />

ist heute der weltweit führende Anbieter von Steck ver bindern<br />

und Steckverbindersystemen für die professionelle Unter -<br />

haltungsindustrie. Mit innovativen Ideen und einzigartigen<br />

Produkten konnte die Neutrik AG von Anfang an rund um<br />

die Welt Kunden begeistern und sich einen hervorragenden<br />

Namen in diesem Marktsegment erarbeiten. Heute – 40<br />

Jahre später – darf man mit Stolz sagen: Neutrik setzt<br />

Standards!<br />

SHURE UND SOUNDCRAFT GEBEN ZUSAMMENARBEIT BEKANNT<br />

Umfassende Wireless-Kontrolle über die Digitalmischpulte der Vi-Serie<br />

Sämtliche Events weltweit offenbaren es eindrücklich:<br />

Neutrik findet sich auf praktisch allen Bühnen und Ver an -<br />

staltungen wieder. Wo auch immer Audio-Signale, Video-<br />

Signale, Daten oder Strom verteilt wird, kann man ein Neutrik-<br />

Produkt entdecken.<br />

Für die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von<br />

professionellen Steckverbindungen und -systemen in der<br />

Un terhaltungsbranche ist Neutrik bereits seit 40 Jahren<br />

erste Adresse.<br />

Auf der diesjährigen Prolight + Sound gaben die Pro-Audio-<br />

Hersteller Shure und Soundcraft ihre Zusammenarbeit be -<br />

kannt, auf deren Basis Monitoring- und Kontroll funk tio nen<br />

einiger ausgewählter Shure-Funksysteme auf den Digital -<br />

misch pulten der Soundcraft-Vi-Serie realisiert werden. Diese<br />

Implementierung erfolgt auf den neuen Soundcraft-Kon -<br />

solen Vi5000 und Vi7000; unterstützt werden die digitalen<br />

Shure-Funksysteme ULX-D und QLX-D. Dank der Software-<br />

Integration erkennen und identifizieren die Vi-Mischpulte<br />

die Shure-Funk-Empfänger automatisch und weisen das<br />

Funksystem einem entsprechenden Kanal zu. Anschließend<br />

gibt dieser Kanal Auskunft über alle wesentlichen Mikrofonund<br />

Funk-Parameter. Damit lassen sich beispielsweise HFund<br />

Audio-Metering des Kanals live überwachen und der<br />

Gain-Wert direkt an der Konsole anpassen. Die Anzeige des<br />

Batteriestatus wird für Shure-Lithium-Ionen-Akkus ebenso<br />

unterstützt wie für Standard-AA-Batterien.<br />

„Die Zusammenarbeit mit Soundcraft eröffnet Vi-Usern<br />

neue Möglichkeiten bei Monitoring und Kontrolle unserer<br />

netzwerkfähigen Shure-Funksysteme“, so Sandy LaMantia,<br />

Präsident und CEO bei Shure Incorporated. „Die wichtigsten<br />

Drahtlosfunktionen sind nun integriert; damit verbessern<br />

wir die Benutzerfreundlichkeit und gestalten die An -<br />

wen dung deutlich einfacher.“<br />

Dave McKinney, General Manager und Vizepräsident von<br />

Soundcraft und Studer fügt hinzu: „Die Mischpulte der Vi-<br />

Serie sind darauf getrimmt, exakt die Funktionen und Tech -<br />

nologien zu liefern, die unsere Kunden auch benötigen. Die<br />

Bereitstellung von Drahtlos-Daten, sowohl systemeigen als<br />

auch automatisch, gehört hier dazu. Daher war es eine<br />

leichte Entscheidung, mit Shure zusammenzuarbeiten, um<br />

den Workflow für unsere User komfortabler zu gestalten –<br />

und das hat bei uns seit jeher einen hohen Stellenwert.“<br />

Die Modelle ULX-D und QLX-D sind die neuesten digitalen<br />

Funksysteme von Shure. Beide Systeme verfügen über<br />

Ethernet-Schnittstellen und erlauben damit die Vernetzung<br />

mit den Mischpulten der Soundcraft-Vi-Serie. Die Dual- und<br />

Quad-Receiver des ULX-D-Systems ermöglichen zudem die<br />

Anbindung an das digitale Audionetzwerk Dante. Neben<br />

den neuen Vi5000 und Vi7000 wird ein in Kürze verfügbares<br />

Software-Update die Integration der Shure-Funks ysteme<br />

für die Modelle Vi1 und Vi3000 beinhalten.<br />

Weitere Informationen: www.shure.de<br />

SMARTPHONE-HALTER VON KÖNIG & MEYER<br />

<strong>2015</strong> wird neben den Jubiläumsfeierlichkeiten auch der<br />

1'000'000'000ste von Neutrik produzierte Steckverbinder<br />

gefeiert. Nach 1983 – als die erste Million vom Band gelaufen<br />

war – eine Vertausendfachung. Mit dieser eindrucksvollen<br />

Zahl darf die Neutrik AG ohne Übertreibung von sich<br />

behaupten, der Marktführer auf dem Gebiet der XLR-Steck -<br />

verbinder zu sein. Die Erfolgsgeschichte und Pro duktion<br />

von 1'000'000'000 Steckverbindern basieren auf einer<br />

Firmenphilosophie, die auf Innovation, Zuverlässigkeit und<br />

Kontinuität ausgerichtet ist – und das schon seit 1975.<br />

Weitere Informationen: www.neutrik.de<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong><br />

Mit diesem universellen Halter ist Ihr Smartphone immer in<br />

Reichweite. Der Halter ist geeignet für alle flachen Geräte,<br />

wie z.B. Smartphones iPhone 4, iPhone 6 plus oder<br />

Samsung Galaxy mit einer Breite von 44 bis 84 mm. Die<br />

Bedienung ist einfach und schnell. Smartphone einlegen –<br />

Klemmbacken zusammendrücken – fertig. Auf Knopfdruck<br />

wird das Gerät wieder freigegeben. Die Klemmbacken mit<br />

integrierter Gummiauflage garantieren einen sicheren Halt<br />

und eliminieren unerwünschte Vibrationsgeräusche. Die aus -<br />

tauschbaren Stützstege mit unterschiedlicher Tiefe können<br />

individuell dem Smartphone angepasst werden, sodass die<br />

Funktion der Bedienungselemente am Gerät nicht beeinträchtigt<br />

wird. Der Halter kann zwischen vertikaler oder horizontaler<br />

Ausrichtung gedreht werden. Ein stabiles Klemm -<br />

element mit ergonomischer Rändelschraube ermöglicht die<br />

Montage an jedem Rohr bis 30 mm Durchmesser. Der flexible<br />

Haltearm mit einer Länge von 110 mm sorgt für eine<br />

individuelle Positionierung.<br />

Weitere Infos: www.k-m.de, EAN: 4016842827893<br />

Unverbindliche Preisempfehlung: 31,90 Euro


PRODUKT-NEWS 55<br />

SENNHEISER LAUNCHT AVX –<br />

ABSOLUT NUTZERFREUNDLICHE DRAHTLOSE MIKROFONSYSTEME FÜR KAMERAS<br />

Auf der NAB in Las Vegas stellt Audiospezialist Sennheiser<br />

mit AVX eine Serie von drahtlosen Mikrofonsystemen für<br />

Videokameras vor, mit der hochwertige Audioaufnahmen<br />

vollkommen stressfrei gelingen. Dazu wird der kompakte<br />

AVX-Empfänger einfach auf den XLR-3-Eingang der Kamera<br />

gesteckt, wo er sich automatisch mit dem Mikrofonsender<br />

synchronisiert. Das System sucht selbstständig nach einer<br />

freien Übertragungsfrequenz, passt die Empfindlichkeit an<br />

die Kamera an und überträgt das Audiosignal über eine<br />

speziell geschützte Verbindung im lizenzfreien 1,9-GHz-<br />

Bereich. Nie zuvor ließen sich Videotonaufnahmen einfacher<br />

und schneller erstellen.<br />

„Ganz gleich, ob Sie als Journalist eine Messereportage<br />

zusammenstellen, als Videoprofi eine Dokumentation filmen<br />

oder ein Marketing-Spezialist sind, der Produktvideos<br />

entwickelt – mit AVX können Sie sich ganz auf Ihre kreative<br />

Arbeit konzentrieren“, sagt Sven Boetcher, Portfolio-<br />

Manager Broadcast & Media bei Sennheiser. „Das System<br />

braucht nicht lizenziert zu werden, es wählt automatisch<br />

eine freie Sendefrequenz aus und passt alle notwendigen<br />

Einstellungen an – das ist echte Bedienfreundlichkeit.“<br />

AVX ist in Komplettsystemen erhältlich, die alles Not wen -<br />

dige enthalten, um sofort auf Sendung zu gehen. Alter nativ<br />

kann ein System auch aus Einzelkomponenten zusammengestellt<br />

werden.<br />

REICHWEITE, WENN SIE GEBRAUCHT WIRD<br />

AVX ist mit adaptiver Sendeleistung ausgestattet, das heißt,<br />

dass das System immer die Leistung abruft, die für eine<br />

sichere Verbindung zwischen Mikrofon und Kamera emp -<br />

fän ger benötigt wird. Das macht nicht nur die Verbindung<br />

stabil, sondern sorgt – genau wie die automatische Ein-/<br />

Aus-Funktion – auch für einen geringeren Akkuverbrauch.<br />

DURCHDACHTES AKKUKONZEPT<br />

Empfänger und Sender werden mit Lithium-Ionen-Akku -<br />

packs betrieben, die sich über USB aufladen lassen. Um böse<br />

Überraschungen zu vermeiden, zeigen die Sender zuverlässig<br />

die verbleibende Akkulaufzeit an.<br />

KOMPLETTSETS ODER EINZELKOMPONENTEN<br />

AVX ist in drei Komplettsets erhältlich: mit einem Hand sender<br />

(mit evolution-Mikrofonkopf MMD 835-1), mit Taschen sender<br />

und Ansteckmikrofon ME 2 sowie in einer Profi-Version mit<br />

Taschensender und Ansteckmikrofon MKE 2 – dem Standard<br />

für Film- und TV-Produktionen.<br />

Speziell für die USA ist ein COMBO-SET erhältlich, das<br />

sowohl einen Taschensender mit Ansteckmikrofon ME 2 als<br />

auch einen Handsender umfasst. Als Mikrofonkopf liegt hier<br />

die neue Kapsel MMD 42 von Sennheisers Reportage -<br />

mikro fon-Klassiker MD 42 bei.<br />

Alle Systemkomponenten sowie zusätzliche Module, zum<br />

Beispiel ein Handsender mit Mute-Schalter, sind auch einzeln<br />

erhältlich, sodass Nutzer ein AVX-System ganz nach<br />

ihren Wünschen zusammenzustellen können.<br />

NUTZERFREUNDLICHKEIT VON ANFANG AN<br />

Schon vor dem eigentlichen Einsatz zeigt sich die hohe<br />

Benutzerfreundlichkeit von AVX: Das System arbeitet im<br />

lizenzfreien 1,9-GHz-Bereich, der in vielen Ländern weltweit<br />

genutzt werden kann. Das System muss also weder<br />

angemeldet werden, noch fallen für die Nutzung Gebühren<br />

an. Und diese Nutzerfreundlichkeit setzt sich im Betrieb<br />

fort: Der Aufsteckempfänger schaltet sich zusammen mit<br />

der Phantomspeisung der Kamera ein und synchronisiert<br />

sich selbstständig mit dem Sender. Das System passt den<br />

Aufnahmepegel automatisch an die Eingangs empfindlich -<br />

keit der Kamera an, sucht eine freie Sendefrequenz – und<br />

ist einsatzbereit. Taucht ein Störer auf, wechselt AVX un -<br />

hörbar auf eine neue Frequenz.<br />

ZUBEHÖR FÜR DSLR-KAMERAS<br />

Für DSLR-Kameras mit Klinkeneingang liegt den AVX-Sets<br />

ein Adapterkabel von XLR auf Miniklinke bei, ebenso ein<br />

Blitzschuh-Adapter, mit dem der Empfänger schnell und<br />

sicher an der digitalen Spiegelreflexkamera montiert werden<br />

kann.<br />

Alle AVX-Systeme und Einzelkomponenten sind ab Juni<br />

<strong>2015</strong> im Fachhandel erhältlich.<br />

Weitere Informationen: www.sennheiser.com/avx<br />

www.sennheiser.de<br />

AUFRUF<br />

AN ALLE DRMV-MITGLIEDER:<br />

Wer hat Erfahrung mit der Firma Rebeat in Österreich?<br />

Bitte informiert uns, da wir eine umfangreiche Re cher -<br />

che vornehmen.<br />

Kontakt: info@musikermagazin.de<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


56 PRODUKT-NEWS<br />

MUSIC STORE: NEUE MEISTERWERKSTATT FÜR BLASINSTRUMENTE<br />

Ihr Instrument in Meisterhand bei Jens-Peter Heilgendorff<br />

In unserer hervorragend ausgestatteten Werkstatt werden<br />

alle Reparaturen sowie Wartungen fachkundig durchgeführt<br />

– egal, ob es um die Nachjustierung der Mechanik bei<br />

Holzblasinstrumenten geht, die Neubepolsterung der Klap -<br />

pen, das Ausbeulen von Instrumenten oder die Erneuerung<br />

defekter Lötstellen.Auch individuelle Kundenwünsche werden<br />

dabei be rück sichtigt.<br />

Unser Handwerksmeister für Blechblasinstrumente mit über<br />

30-jähriger Berufserfahrung und einem fundierten Wissen<br />

wird die durchzuführenden Arbeiten mit Sorgfalt und Präzision<br />

erledigen. Dabei kommen hochwertige Maschinen, Werk -<br />

zeuge sowie erstklassige Materialien zum Einsatz, damit Sie<br />

auch nach der durchgeführten Arbeit mit dem Instrument<br />

und der daran geleisteten Arbeit stets zufrieden sind.<br />

Die Meisterwerkstatt für Blasinstrumente ist für Sie da!<br />

Montag 10.00 – 15.00 Uhr, Dienstag 10.00 – 17.00 Uhr<br />

Donnerstag 10.00 – 15. 00 Uhr<br />

Weitere Informationen: www.musicstore.de<br />

https://youtu.be/se7sbnDFqHs<br />

blasinstrumente-werkstatt@musicstore.de<br />

20-KANALIGES USB-AUDIOINTERFACE IST TASCAMS<br />

NEUES FLAGGSCHIFF<br />

Tascam hat das Spitzenmodell seiner jüngsten Reihe von<br />

USB-Audiointerfaces vorgestellt. Das US-20x20 ist für die<br />

Verwendung in professionellen Aufnahmeeinrichtungen<br />

oder Projektstudios vorgesehen und unterstützt Abtastraten<br />

bis 192 kHz über USB 3.0, einem führenden Übertragungsstandard<br />

für den Datenaustausch mit einem Computer.<br />

Mit acht Eingängen über XLR/Klinke-Kombibuchsen, zwei<br />

weiteren symmetrischen Klinkeneingängen, einem SPDIF-<br />

Koaxialeingang und einem mehrkanaligen optischen Digital -<br />

eingang kann das Interface bei einer Abtastrate von 44,1<br />

kHz oder 48 kHz bis zu 20 Eingangs- und Ausgangs signale<br />

verarbeiten. Bei 176,4 kHz oder 192 kHz stehen bis zu<br />

12 Eingänge und 12 Ausgänge bereit. Die von Tascam entwickelten<br />

Ultra-HDDA-Mikrofonvorverstärker haben ein<br />

äquivalentes Eingangsrauschen (EIN) von –125 dBu. Und<br />

20 dB Übersteuerungsreserve in den Mikrofon- und Line-<br />

Eingängen bieten auch bei hohen Pegelspitzen von Schlag -<br />

zeug und Instrumenten genügend Sicherheit für übersteue-<br />

rungsfreie Aufnahmen. Das Interface enthält einen gut ausgestatteten<br />

DSP-Mixer mit EQ, Kompression und Halleffekt<br />

für jeden Kanal. Durch den Wechsel der Betriebsart lässt es<br />

sich entweder als eigenständiger Mikrofonvorverstärker, als<br />

Audiointerface oder als Mixer für die Beschallung verwenden.<br />

Die Einbindung in Arbeitsumgebungen mit unterschiedlichsten<br />

Audiogeräten gelingt über die Analogeingänge und<br />

-ausgänge, die digitalen Ein- und Ausgänge über koaxiale<br />

und optische Anschlüsse, MIDI-Ein- und -Ausgang sowie<br />

BNC-Wordclock-Anschlüsse.<br />

Weitere Informationen: www.tascam.de<br />

PREISGÜNSTIGES 24-SPUR-PORTASTUDIO BEI TASCAM<br />

Tascam stellt mit dem DP-24SD ein 24-Spur-Portastudio<br />

vor, das einfach zu bedienen ist und dadurch die Kreativität<br />

von <strong>Musiker</strong>n beflügeln soll. Das neueste Modell der<br />

Portastudio-Reihe verwendet SD-Karten als Speicher -<br />

medien, die für ihre Robustheit, ihren günstigen Preis und<br />

ihre Erweiterbarkeit bekannt sind. Acht XLR-Mikrofon -<br />

eingänge mit schaltbarer Phantomspeisung erlauben es,<br />

eine ganze Band aufzunehmen. Bis zu acht Audiospuren<br />

können zeitgleich aufgezeichnet werden, insgesamt stehen<br />

24 Spuren für die Wiedergabe und Mischung zur Ver fü -<br />

gung.<br />

Drei Arten von Effekten sind bereits eingebaut: Bis zu acht<br />

Dynamikprozessoren können während der Aufnahme in den<br />

Eingängen aktiviert werden. Ein Multieffekt-Prozessor bietet<br />

Gitarrenverstärker-Simulation, Delay, Chorus und weitere<br />

Effekte – ideal für eine direkt angeschlossene Gitarre. Und<br />

ein Halleffekt steht über den internen Einschleifweg in jedem<br />

Kanal zur Verfügung.<br />

Ein Farbdisplay mit leicht zuzuordnenden, farbkodierten Be -<br />

dienreglern und eine Reihe von Effekten machen das DP-<br />

24SD zum idealen Produktionswerkzeug für <strong>Musiker</strong>, Song -<br />

writer und andere Künstler.<br />

Weitere Informationen: www.tascam.de<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


PRODUKT-NEWS 57<br />

DAS POPCAMP-BUCH IST DA!<br />

Nach rund 2,5 Jahren Arbeit halten wir es nun endlich in den Händen: Das PopCamp-Buch!<br />

Autor: Lothar Scholz, ISBN: 978-3-9813446-8-4, 19,50 Euro<br />

Herausgeber: Deutscher Musikrat gemeinnützige Projekt -<br />

gesell schaft mbH, Verlag: Musikmarkt<br />

Bislang waren Meisterkurse für Musik der sogenannten<br />

ernsten Musik vorbehalten. Seit PopCamp ist das anders!<br />

Unter dem Motto „Vielfalt statt Mainstream!“ erhalten hier<br />

fünf junge, hochtalentierte Rock-, Pop- und Jazzbands<br />

jährlich ihren Meisterkurs für populäre Musik. Das vom<br />

Deutschen Musikrat 2005 ins Leben gerufene Spitzen för -<br />

derprojekt zeichnet sich durch eine bedarfsgerechte För de -<br />

rung sowohl in künstlerischen als auch wirtschaftlichen<br />

Fragen aus. Ziel ist es, die Bands auf ihrem Weg in die<br />

Professionalität zu unterstützen.<br />

„PopCamp – Know-how“ gibt erstmals einen umfassenden<br />

Einblick in Konzept, Ablauf und Inhalt des Spitzenförder -<br />

projektes. Als Dokumentation und Nachschlagewerk richtet<br />

sich dieses Buch an Musikförderer und Musikschaffende.<br />

Wie es jungen Bands gelingt, ihre Nische oder aber auch<br />

ein größeres Publikum zu finden, zeigen die im Buch erzählten<br />

Geschichten von Jupiter Jones, Cyminology, Alin Coen<br />

Band, OK KID und Heisskalt. Sie haben es wie viele andere<br />

ehemalige PopCamp-Teilnehmer geschafft, von ihrer<br />

Musik leben zu können. Das Buch bietet Know-how aus<br />

allen Coaching-Bereichen des Spitzenförderprojekts wie<br />

Songwriting, Arrangement & Producing, Choreographie &<br />

Performance, Vocal-Coaching, Tontechnik & FOH, Licht- &<br />

Bühnendesign, Kommunikations- & Medientraining, Marketing,<br />

Musik- & Vertragsrecht sowie GEMA, GVL & KSK,<br />

angereichert mit praktischen Tipps der PopCamp-Dozenten.<br />

ÜBER DEN AUTOR:<br />

Lothar Scholz, Musik- und Kommunikations wissen schaft ler,<br />

ist seit über zehn Jahren Berlin-Korrespondent des Bran -<br />

chen magazins „Musikmarkt“ mit den Schwerpunkt themen<br />

Urheberrecht und kollektive Rechtewahrnehmung. In dieser<br />

Zeit hat er u. a. die Fachbücher „Die Musik branche – Aus -<br />

bildungswege und Tätigkeitsfelder“ (Schott Verlag) sowie<br />

„GEMA, GVL & KSK“ (PPV Medien, 3. Auf lage) geschrieben.<br />

Über letzteres Thema referiert er regelmäßig an der Pop -<br />

akademie Baden-Württemberg und beim PopCamp, dem<br />

Meisterkurs für populäre Musik des Deutschen Musik rates.<br />

Zur Bestellung:<br />

Bestellungen bitte inklusive Ihrer Rechnungs- und Liefer -<br />

adresse, Buchtitel und gewünschter Anzahl an:<br />

mm-bestellung@keller-verlag.de<br />

TASCAM ZEIGT KOMPAKTE,<br />

EINBAUFÄHIGE BACKUPLÖSUNG<br />

FÜR 64 AUDIOSPUREN<br />

Tascam kündigt mit dem DA-6400 einen universell einsetzbaren<br />

Recorder für die Sicherung von 64 Audiospuren an,<br />

die er von einer Digital Audio Workstation oder von einem<br />

Live-Mischpult erhält.<br />

Für das Gerät stehen verschiedene Interfacekarten für Daten -<br />

formate wie MADI, DANTE, DigiLink, AVB oder AES/EBU zur<br />

Auswahl, die eine nahtlose Integration in praktisch jede vor -<br />

handene Systemumgebung ermöglichen.<br />

Der DA-6400 nutzt ein spezielles Echtzeit-Betriebssystem<br />

und höchst zuverlässige SSD-Laufwerke für die Speicherung<br />

der Daten. Ein Modell mit redundanter Stromversorgung wird<br />

ebenfalls erhältlich sein.<br />

Weitere Informationen hat Tascam für die nahe Zukunft an -<br />

gekündigt – www.tascam.de<br />

REVIEW: THOMANN BASS DAY 3<br />

Wahnsinn, wie die Zeit vergeht! Da ist er auch schon wieder<br />

vorbei, der dritte Thomann Bass Day hier in Treppendorf.<br />

Und wie zu erwarten, war es auch dieses Mal ein super Event<br />

mit großartigen Gästen und Künstlern. Dank der Unter -<br />

stützung seitens Mesa Boogie, TecAmp, Ibanez, Marleaux,<br />

Cort und deren Protagonisten konnte sich das Programm<br />

mehr als nur sehen lassen.<br />

Samy Saemann, Andrew „The Bullet“ Lauer, Raoul Walton,<br />

Jeff Berlin und Andrew Gouche hielten jeweils einen einstündigen<br />

Workshop über Grooves, Improvisation, Slap-<br />

Techniken und vieles mehr. Dank zahlreicher Anekdoten<br />

und durch die Einbindung des Publikums kam während<br />

des Tages zu keiner Zeit das Gefühl von Langeweile auf –<br />

ganz im Gegenteil. In den Pausen konnten sich unsere<br />

Gäste entweder am Buffet stärken oder die Instrumente<br />

und Verstärker der Hersteller auf Herz und Nieren testen.<br />

Wer von euch nicht dabei sein konnte, dem sei gesagt,<br />

dass die vierte Auflage des Thomann Bass Day nicht allzu<br />

lange auf sich warten lassen wird. Bis dahin – gut Groove!<br />

Weitere Informationen: www.thomann.de<br />

www.thomann.de/blog/de/review-thomann-bass-day-3/<br />

http://youtu.be/M2oJzWg15Ro<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


58 CD-REZENSIONEN<br />

CHRIS KRAMER<br />

»Kramer kommt«<br />

Mit „Kramer kommt“ ist dem Bluesmusiker Chris Kramer<br />

erneut eine abwechslungsreiche Mischung aus rockigen<br />

und leise-bluesigen Songs gelungen. Die Texte der 14<br />

deutsch sprachigen Lieder sind mal tiefgehend, mal witzig.<br />

Der Mundharmonikaspieler, der schon mit Peter Maffay auf<br />

Tournee war, zeigt die ganze Bandbreite seines musikalischen<br />

Könnens. Die ersten Songs „Ich bin anders“, „Volle<br />

Kraft voraus“ und „Geld, Geld, Geld“ fetzt er dem Hörer um<br />

die Ohren. Erst gegen Ende des Albums werden die Songs<br />

mit „Ordent lich bin ich nur gelegentlich“ und „Ein Teil von<br />

dir“ ruhiger. Besonders die einfühlsam gespielte Bluesharp<br />

überzeugt bei diesen Stücken.<br />

www.chris-kramer.de<br />

J.H.<br />

ist eine kraftvolle Nummer, die sofort zu überzeugen weiß.<br />

GRAND SLAM ist eine Band, die mit der Zeit geht – dies<br />

bemerkt man daran, dass hier und da dezente elektronische<br />

Elemente mit eingefügt werden. Der Track „Keep Me In Your<br />

Day dreams“ sticht da besonders heraus. Lebendiger Funk,<br />

der geradezu nach der Tanzfläche schreit. Es gibt ganz viele<br />

Spuren, jede scheint ihr eigenes Lied zu spielen, und doch<br />

ergibt das keine Kakophonie, sondern ein wundersames,<br />

schillerndes Ganzes. Fast alles auf „The New Crack Swing<br />

EP“ klingt wie nicht von dieser Welt, schwer zu fassen und<br />

doch dringlich.<br />

www.tnt-productions.de<br />

M.D.<br />

erhielt der Song „My Girl In The Sunrays“ den ersten Platz in<br />

der Kategorie „bester Rhythm-&-Blues-Song 2014“. ALWIN<br />

SMOKE spielt Gitarre seit seinem 11. Lebensjahr, fühlt sich<br />

aber auch mit Bassgitarre und Klavier wohl. Seine Vorliebe<br />

gilt dem klassischen Rock, er schätzt aber auch den Jazz.<br />

Neben 80er-Jahre-typischen Songs gibt es auf dem Album<br />

auch Balladen oder Surf-Sound-Artiges, wie „Mother Blue“.<br />

In „Bad Voice“ klingen Gitarren zweistimmig nebeneinander.<br />

Gar nicht rauchig, aber klar und sauber klingen Produktion<br />

und Stimme des Künstlers. Protagonist Alex Weinrauch hat<br />

fast alle Instrumente selbst eingespielt. Lena Weinrauch spielt<br />

absolut hörenswert die Flöte in „Sunset“. Hörenswert ist die<br />

ganze Platte für Freunde des gepflegten klassischen Rock!<br />

www.alwinsmoke.com<br />

C.S.<br />

HERR WITTE<br />

»Herr Witte«<br />

Die drei Aachener Jens Witte, Andreas Mosch und Peter<br />

Hans machen seit mehr als 20 Jahren gemeinsam Musik.<br />

Als HERR WITTE berühren sie mit melancholischen Klängen<br />

und tiefgründigen Texten. Leise und zurückhaltend präsentiert<br />

das Trio seine Lieder, bei denen neben Gitarre, Klavier,<br />

Bass und Percussion auch Akkordeon- und elektronische<br />

Töne zu hören sind. Die Geschichten, von denen die Songs<br />

erzählen, stehen im Vordergrund und wecken in den Zu -<br />

hörern Emotionen, regen zum Nachdenken an und bieten,<br />

indem sie von den Merkwürdigkeiten und Ungereimtheiten<br />

des Lebens berichten, Platz für eigene Interpretationen.<br />

www.herrwitte.de<br />

J.H.<br />

GRAND SLAM<br />

»The New Crack Swing EP«<br />

30 Jahre gibt es die Formation GRAND SLAM aus dem<br />

kleinen bayerischen Örtchen Amberg nun schon. Sie touren<br />

unentwegt und bringen auch mal das eine oder andere Album<br />

auf den Markt, diesmal in Form der EP „The New Crack<br />

Swing EP“. Eine Mischung aus Blues, Pop, Jazz und Funk<br />

kommt einem hier entgegen. Der Opener „Sunday Morning“<br />

MIKE O’DONOGHUE<br />

»Gone America«<br />

Mike O’Donoghue neuestes Album mit dem Titel „Gone<br />

America“ kann ein wenig irreführend wirken. Denn was einem<br />

hier präsentiert wird, ist feinster irischer Folk, aber auch amerikanischer<br />

Folk wie zum Beispiel beim Stück „Have A Drink<br />

On Me“ findet seinen Platz auf dem Album. Akustische<br />

Gitarren, Akkordeon und ein dezentes Querflötenspiel be -<br />

herrschen die Atmosphäre. Man merkt, dass hier ein <strong>Musiker</strong><br />

am Werke ist, der etwas zu sagen hat. Stücke wie „New<br />

Horizon“ und „My Girl“ sind schön, nachdenklich und traurig<br />

zugleich. Jedoch spürt man die enorme Kraft, die in ihnen<br />

steckt, eine Kraft, der man keinen lauten Sound verpassen<br />

muss. „Gone America“ strahlt Wärme und Natürlichkeit aus,<br />

offenbart sich schon nach einmaligem Durchlauf als ein Werk<br />

von subtiler Schönheit. Eine Schönheit, die sich von Mal zu<br />

Mal steigert, wenn man nicht den Fehler begeht, das Album<br />

nebenbei zu hören. Denn es ist ein Gesamtkunstwerk von<br />

gewaltiger Anziehungskraft, das nur als solches funktioniert.<br />

Das Album ist dazu gemacht, um es einzulegen und<br />

in so eine Art andere Welt einzutauchen.<br />

www.mike-odonoghue.de<br />

M.D.<br />

ALWIN SMOKE<br />

»Spirit’s Free«<br />

Klassischer Rock und Blues, das sind die prägenden Stile<br />

des ALWIN SMOKE. Beim Deutschen Rock und Pop Preis<br />

MARTY AND THE BAD PUNCH<br />

»Moon Over Baskerville«<br />

Der Mond über Baskerville scheint hell! Ein Album mit<br />

Strahlkraft ist das, was Martin Punsch, Gitarrist aus München,<br />

alias MARTY AND THE BAD PUNCH da produzierte. Der<br />

Großhandelskaufmann klingt selbst wie seine großen Vor -<br />

bilder FOREIGNER oder REO SPEEDWAGON. Kelly Hansen,<br />

seit 2005 Frontmann und Vokalist bei FOREIGNER, empfahl<br />

Sangeskollege David Cagle für die Einspielung des Ge sangs.<br />

Die Produktion ging in Form von digitalen Spuren um die<br />

Welt, um mit den handverlesenen Kandidaten für Martys<br />

Album bespielt zu werden. Das Ergebnis ist ein Album, das<br />

typischen AOR-Sound aus den 80ern ins Heute zaubert.<br />

Unverstellt und völlig natürlich agieren neben Cagle und<br />

Punch Robert Karasek an den Keyboards, Martin Motnik an<br />

der Bassgitarre und Will Jones am Schlagzeug. Die Songs<br />

schweben in Sphären zwischen JOURNEY, FOREIGNER und<br />

EAGLES. „Destination California“ ist eine laid-back klingende<br />

Ballade, die sich im Ford Mustang auf dem Highway absolut<br />

gut machen würde. Gerne nannte man das damals auch<br />

Soft-Rock. Der Klasse dieser Musik macht das aber keinen<br />

Abbruch. Marty hat mit diesem Album das geschafft, woran<br />

viele scheitern: den Idolen nicht nur nacheifern, sondern auf<br />

Augenhöhe mit ihnen musizieren. Deshalb ist seine Musik<br />

nicht nur für 80er-Nostalgiker eine absolut glänzende<br />

Empfehlung. Hell glänzend, wie der Mond über Baskerville.<br />

www.martyandthebadpunch.com<br />

C.S.<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


CD-REZENSIONEN 59<br />

BARBARA ZANETTI<br />

»Showdown«<br />

THE NOISE<br />

»The Noise«<br />

CORDELIA LOOSEN-SARR<br />

»Seelenhauch«<br />

Die Südtirolerin Barbara Zanetti bringt mit „Showdown“<br />

eine Single heraus, die uns in zwei Varianten präsentiert<br />

wird: einmal die rockige Version und einmal in reduzierter<br />

Weise. Obwohl man sagen muss, dass sie dennoch mit viel<br />

Energie bei der „Folk-Version“ zu Werke geht. Die Single ist<br />

tadellos produziert und klangtechnisch auf der Höhe. Die<br />

Stimme spielt die nie angefochtene Hauptrolle im Klang -<br />

spektrum des Songs, und das ist bei dieser Sängerin auch<br />

ein Muss: Alles andere wäre ein Ärgernis. Was besonders<br />

hervorsticht, ist der Faktor, dass das Lied Authentizität besitzt<br />

und das lässt Barbara Zanetti nicht als Kunstprodukt der<br />

Musikbranche erscheinen.<br />

www.barbarazanetti.com<br />

M.D.<br />

Die New Yorker Jungs von THE NOISE machen mit ihrem<br />

neuen Album, das ebenfalls mit „The Noise“ betitelt ist, ihrem<br />

Namen alle Ehre. Mit Lärm, harten Gitarrenriffs, schnellen<br />

Bässen und einem Schlagzeug, das vorantreibt, fetzen die<br />

Punk Rocker um Sänger und Frontmann Arthur King, den<br />

viele noch von der Band THE MISFITS kennen, ihren Hörern<br />

einen Song nach dem anderen um die Ohren. Ihr Sound<br />

erinnert stark an den ursprünglichen Punk. Einflüsse von<br />

THE RAMONES, Iggy Pop und THE CLASH sind nicht zu<br />

überhören, sodass die Platte, die seit Februar erhältlich ist,<br />

auch in der Hoch-Zeit des Punk Rock hätte produziert werden<br />

können.<br />

www.rookierecords.de/category/bands/the-noise J.H.<br />

Ruhe und Harmonie im stressigen Alltag finden, eins mit<br />

der Natur werden, mit sich selbst im Einklang stehen und<br />

in einen meditativen Zustand kommen liegt Cordelia<br />

Loosen-Sarr am Herzen. Auf ihrer CD „Seelenhauch“<br />

nimmt sie die Hörer mit auf eine friedvolle Naturklangreise.<br />

Dafür spielt sie extra statt in der gängigen 440-Hz-Stim -<br />

mung in der 432-Hz-Stimmung, die ihrer Meinung nach<br />

einen „Bezug zum Menschen, der Erde und dem Kosmos“<br />

habe und deshalb das Herz berühre und öffne. Beim Stück<br />

„Friedensklang“ wird Loosen-Sarr von Jutta Reichardt<br />

sphärisch auf dem Monochord begleitet. Die CD ist Balsam<br />

für die Seele.<br />

www.musicforlife.de<br />

J.H.<br />

THE SAZERAC SWINGERS<br />

»It’s Never Too Late For A Happy<br />

Childhood«<br />

Jazz aus Gütersloh. THE SAZERAC SWINGERS kommen sehr<br />

unbeschwert und leichtfüßig auf ihrem aktuellen Werk „It’s<br />

Never Too Late For A Happy Childhood“. Das müssen sie ja<br />

fast auch, denn ihr Album umfasst 15 Lieder. Es ist schon<br />

ganz schön mutig, ein solch langes Album heutzutage noch<br />

auf den Markt zu bringen, denn die einzelnen Lieder liegen<br />

fast nie unter der Fünfminutengrenze. Aber schon beim<br />

ersten Stück „Flying Home“ wird klar, dass einem schwere<br />

Kost hier erspart wird. Nein, ihr Ziel ist es, dem Hörer<br />

Lebensfreude zu vermitteln. Was wäre da besser geeignet<br />

als guter, alter, traditioneller Jazz in bester Louis-Armstrong-<br />

Manier. Dieser Legende kommen sie auch sehr nahe mit<br />

dem Stück „Max The Knife“, mit Terrence Ngassa als Gast -<br />

sänger. Hier glaubt man fast, der Meister Louis Armstrong<br />

höchstpersönlich stünde hinter dem Mikrofon. Das einzige,<br />

das man der Truppe vorwerfen kann, ist, dass sie bisweilen<br />

ihre Musik etwas zu routiniert spielen und die improvisatorische<br />

Freiheit, die man sich im Jazz durchaus nehmen<br />

kann, manchen Werken fehlt. Nichtsdestotrotz ist und<br />

bleibt auch dieses Album eine Sammlung von fantastischen<br />

Nummern.<br />

www.sazeracswingers.com<br />

M.D.<br />

KURT BUSCHMANN<br />

»The Blues Is Gone«<br />

Der aus Seeon am Chiemsee kommende Multi-Instru men -<br />

talist Kurt Buschmann bringt uns auf „The Blues Is Gone“<br />

den Jazz näher. Er covert Klassiker wie „M.R. PC“ von John<br />

Coltrane oder „St. Thomas“ von Sonny Rollins. Aber auch<br />

Pop kommt nicht zu kurz wie bei der Cover-Version von<br />

dem unsterblichen Klassiker „Eleanor Rigby“ der BEATLES.<br />

Das ist Spielfreude pur, schwerer zu hüten als ein Sack<br />

Flöhe und gleichzeitig der Beweis, dass Kurt Buschmanns<br />

neues Album vor allem von seinem gepflegten Saxophon -<br />

spiel lebt. Einen träumerischen Tag-am-Meer-Ausklang findet<br />

„The Blues Is Gone“ mit „Crystal Silence“, im Origi nal<br />

von Chick Corea. Superreduziert mit Saxophon und Piano<br />

kreiert es eine nachgerade sakrale Atmosphäre, die den<br />

Hörer in eine geistige Sphäre erhebt, in der er nicht mehr<br />

zu unterscheiden vermag, ob am Schluss des Stücks ein<br />

feines Störgeräusch zum Tragen kommt. Kurt Buschmann<br />

hat es verstanden, dem Album Raum und Zeit für die Ent -<br />

wicklung seiner Eigen drama turgie zuzugestehen. Die, im<br />

positiven Sinne, minimale dynamische Spannweite trägt<br />

das Ihre zum Eindruck eines Kunst werks ohne Brüche bei,<br />

während die prächtigen Harmonien pure Schönheit ver -<br />

mitteln.<br />

www.kurt-buschmann.de<br />

M.D.<br />

THE KURT BUSCHMANN GROUP<br />

»Use Your Time«<br />

„Ain’t No Sunshine“ von Bill Withers ist mit Sicherheit eins<br />

der meistgecoverten Lieder überhaupt. Darum muss man<br />

sich schon bei einem solchen Klassiker etwas Spezielles<br />

einfallen lassen, um den Hörer bei der Stange zu halten.<br />

Dies gelingt der KURT BUSCHMANN GROUP auf ihrem<br />

Album „Use Your Time“ hervorragend. Sie kopieren es nicht<br />

einfach eins zu eins, sondern hauchen dem Klassiker mit<br />

Buschmanns hier etwas schrägem Saxophon-Spiel,<br />

besonders im Mittelteil, neues Lebens ein. „Use Your Time“<br />

ist ein reines Cover-Album geworden. „Fly Me To The<br />

Moon“, von Bart Howard geschrieben und durch Frank<br />

Sinatra weltweit bekannt geworden, wird mit viel Swing<br />

interpretiert. Neu erfinden sie dieses Stück nicht, und man<br />

hat es schon in so vielen Versionen gehört, dass sie sich<br />

diese Coverversion hätten sparen können. „Funny Valentine“<br />

aus dem Musical „Babes In Arms“ und komponiert von<br />

Richard Rodgers kommt da, obwohl auch schon zigmal<br />

gecovert, schon besser rüber. Hier lassen sie sich einfach<br />

von der Harmonie des Stückes tragen – und dies ist genau<br />

die richtige Art, diesem Klassiker Tribut zu zollen. Diese<br />

Langrille wird meinen Plattenteller so schnell nicht wieder<br />

verlassen.<br />

www.kurt-buschmann.de<br />

M.D. 8<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


60 CD-REZENSIONEN<br />

LOOP AHEAD<br />

»River of Wine«<br />

P. G. Lange und Udo Lummer, Gitarrist und Bassist, ge -<br />

meinsam das Duo LOOP AHEAD, wagen, was viele nicht<br />

wagen würden: Sie loopen! An sich nicht ungewöhnlich,<br />

jedoch in ihrem Genre bis dato eher gemieden: der Blues.<br />

Was darf Technik und wie weit darf man gehen? Dies Frage<br />

übergehend, spielen die beiden die Stücke sehr relaxt. Der<br />

sonore, manchmal „Knopfler-artige“ Sprechgesang kokettiert<br />

mit all den technischen Spielereien und bietet Kon -<br />

trast. Lummer brilliert mit seinen Soli und teilt sich den<br />

Gesang mal zweistimmig, aber immer sehr lässig mit P.G.<br />

Lange. Die beiden weisen eine lange <strong>Musiker</strong>-Vita auf: 1963<br />

hieß Lummers erste Gruppe THE THIMBLES SKIFFLEGROUP.<br />

Es folgten viele weitere Kooperationen und Projekte. Lange<br />

begann mit dem kongenialen Mitmusiker in derselben<br />

Band und spielt heute noch bei den Old Fellows. Auf ihrem<br />

Album „River Of Wine“ wissen sie mit Blues-Standards und<br />

eigenen Songs zu überzeugen. Ihr Spiel mit den Loops be -<br />

deutet übrigens, Sounds mit technischen Hilfsmitteln wiederholen<br />

zu lassen und diese dabei gezielt einzusetzen.<br />

Das beherrschen die beiden auch live und das hat technisch-historisch<br />

gesehen Vorbilder bei den Produzenten/<br />

Künstlern Robert Fripp und Brian Eno. Die Songs der Platte<br />

klingen allesamt elektrisierend bluesig. Im Song „Nadine“<br />

weist der Groove dem Boogie den Weg! Fazit: Eine technisch<br />

wirklich reife Blues-Scheibe.<br />

www.loopahead.de<br />

C.S.<br />

Irrsinn an Selbst verlorenheit und Charme. Die nötige<br />

Sympathie und Herzen erobernde Riffs rollen über den<br />

Hörer drüber und hinterlassen Staunen und Freude. Ein<br />

Werk, das von THE JAM über THE SMITHS bis PULP alle<br />

möglichen Referenzen zulässt, wird zu einem unglaublich<br />

eigenständigen Destillat an Lebens freude und großartigem<br />

Musikverständnis. Die Songs erheben sich in ungeahnte<br />

Sphären und retten einem mit jeder Sekunde den Tag,<br />

was auch immer vorgefallen sein mag.<br />

www.thesinfulsaints.com<br />

M.D.<br />

KURT BUSCHMANN<br />

»Coffee For Angels«<br />

Wenn ein Album mit einer wunderschönen Cover-Version<br />

von Van Morrisons „Have I Told You Lately“ anfängt, ist man<br />

sofort gefangen. Auf Kurt Buschmanns Album „Coffee For<br />

Angels“ sind aber fast nur Eigenkompsitionen vorhanden.<br />

Wie das Latin-Jazz-Stück „Moje Kochane Serduszko“, wo<br />

er wieder mal beweist, dass er ein Meister des Saxophon -<br />

spiels ist. Das Stück strahlt ein Frische aus, dass man<br />

sofort Lust auf mehr bekommt. Hinzu kommen ein verträumtes<br />

„A Easy Day In Paris“, ebenfalls geschrieben von<br />

Kurt Buschmann, diesmal aber wie auch bei anderen<br />

Stücken mit der Hilfe seines Pianisten Sven Velle. Sholom<br />

Secundas Traditionslied „Donna“ behält auch in der sanft<br />

wehenden Cover-Version von Kurt Buschmann sein einprägsames<br />

Kernthema. Dabei entsteht eine brodelnde,<br />

manchmal geradezu überkochende Musik, die man mit<br />

herkömmlichen Stilbegriffen nicht fassen kann. Am Ende<br />

hinterlässt „Coffe For Angels“ einen harmonischen Eindruck.<br />

Die <strong>Musiker</strong> um Kurt Buschmann schaffen Atmosphäre<br />

mit einem Hauch von Mystik. Dabei setzen sie aber auch<br />

gleichzeitig auf Spontaneität, die einen hypnotisiert und<br />

fasziniert.<br />

www.kurt-buschmann.de<br />

M.D.<br />

Testosteron-Version späterer EVERY TIME I DIE, während<br />

bei „Our Darkest Day“ genau diese Einflüsse mit rockigem<br />

Thrash kollidieren. Egal, wie die Jungs gerade unterwegs<br />

sind, so ist es Sänger Alexander Sommerhuber, der den<br />

Songs durch sein powervolles, mal brüllendes, dann wieder<br />

hysterisch schreiendes Organ unglaublich viel Unrast be -<br />

schert, und die lässt praktisch jeden Song über die Durch -<br />

schlagskraft verfügen, die benötigt wird. Das neueste Werk<br />

„Dark Matter“ kommt gut produziert rüber. Die Jungs setzen<br />

auf die gewohnt fetten Gitarrenriffs und der Groove auf dem<br />

dritten Album klingt typisch nach LEONS MASSACRE. Warum<br />

großartige Sound-Veränderungen herbeiführen, wenn man<br />

auch am Feintuning arbeiten kann? Sie haben ihren Stil mit<br />

ihrer Mischung aus thrashigem Hardcore, diversen Nu-Metalsowie<br />

Rock-Anleihen, vermischt mit Cross over, schließlich<br />

weitgehend gefunden.<br />

www.leonsmassacre.com<br />

GÖTZ WIDMANN<br />

»Krieg und Frieden«<br />

Der deutsche Liedermacher Götz Widmann gibt auf seinem<br />

neuen Album „Krieg und Frieden“ von der ersten bis zur letzten<br />

Minute Vollgas. In altbekannter Manier sind seine Texte<br />

albern und strotzen vor Satire und Ironie. „zwei komma acht<br />

kilometer bier“ und „autsch“ thematisieren das Saufen, „politik“<br />

und „vietnam“ kritisieren die Gesellschaft, allerdings<br />

immer auf eine sehr leichte und witzige Art, sodass es einfach<br />

Spaß macht, die CD zu hören. Sowohl Texte als auch die<br />

rockige, beschwingte Musik sorgen für gute Laune. Die<br />

Spielfreude des Liedermachers, der von sich selbst sagt, ein<br />

Spinner zu sein, überträgt sich auf jeden, der das Album hört.<br />

www.goetzwidmann.de<br />

J.H.<br />

THE SINFUL SAINTS<br />

»This Is It«<br />

Wenn eine Band Kurt Ebelhäuser (BLACKMAIL, SCUM-<br />

BUCKET) als Produzenten mit an Bord hat, dann kann man<br />

schon mal davon ausgehen, dass einem Qualitätsware aufgetischt<br />

wird. Dies ist bei der Band THE SINFUL SAINTS und<br />

ihrem Album „This Is It“ zweifelsohne der Fall. Der Opener<br />

„Plastic Queen“ erinnert einen gleich an besten Indie-Rock<br />

der Marke FRANZ FERDINAND, aber sie haben auch keine<br />

Scheu, Disco-Ele mente mit in ihre Musik einzumischen. Angst<br />

vor Balladen ist für die Jungs auch ein Fremdwort – bestes<br />

Beispiel: „So Much More“. Die Platte vereint elf unglaublich<br />

dichte Songs, energiegeladen, kraftvoll, jugendlich, ein<br />

LEONS MASSACRE<br />

»Dark Matter«<br />

In der Steiermark kann es auch mal laut zugehen. Dies be -<br />

weisen einem die Crossover-Metal-Jungs LEONS MASSACRE<br />

auf ihrem mittlerweile dritten Album „Dark Matter“. Einer -<br />

seits erinnert der Opener „This Earth Is Pricelesss“ an eine<br />

MOI ET LES AUTRES<br />

»Bio«<br />

MOI ET LES AUTRES besitzen etwas, was nicht jede Band<br />

hat, und zwar eine Ausnahmestimme. Die aus Mulhouse<br />

(Frankreich) stammende Juliette Brousset verfügt über ein<br />

Stimmorgan, das sich sowohl im Chanson und Pop als<br />

auch im Jazz zu Hause fühlt. Mit „Bio“ bringen es MOI ET<br />

LES AUTRES fertig, auf wunderbare Art diese Stile miteinander<br />

zu verbinden. In aller Bescheidenheit fängt einen<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


CD-REZENSIONEN 61<br />

„Bio“ durch zarte Melodien, mitreißende Rhythmen und,<br />

nicht zuletzt, mit dem entzückenden Gesang von Juliette<br />

Brousset ein. Das Niveau, das der Opener des Albums<br />

„Petite, don’t be blue“ vorlegt, wird mit jedem Stück der<br />

Platte gehalten. Mehr noch, Perlen wie „Dans Trente Ans“,<br />

„Dis, quand reviendras-tu?“ oder „C’est le dernier, je sais“<br />

lassen einen mitunter den Atem anhalten und immer wieder<br />

den Repeat-Knopf betätigen. Hierbei wird der Hörer flüsternd<br />

verführt, genauer hinzuhören, wenn sich die dezenten<br />

Arrangements um Juliettes Stimme ranken, sie ergänzen<br />

und zum Glänzen bringen, ohne jemals überladen zu wirken.<br />

Die Musik be sticht durch ihre Einfachheit und die Band spielt<br />

präzise auf den Punkt, sodass sie doch den Eindruck der<br />

Erlösung entstehen lassen.<br />

moietlesautres.wordpress.com<br />

M.D.<br />

RENO BLUE<br />

»Septembergras«<br />

Eine alte „Framus“-Gitarre sollte den Beginn der Künstler -<br />

karriere von RENO BLUE darstellen. Mit Mundartliedern überzeugte<br />

er damals so manche Fastnachtsjecken. Es folgten<br />

Auftritte in Rundfunk und Fernsehen. Als Gitarrist und Sänger<br />

war er in den 80er- und 90er-Jahren in diversen Coverbands<br />

aktiv. Nach berufsbedingter Pause entwickelte der selbstständige<br />

Unternehmer gemeinsam mit Produ zent Ron Gardner die<br />

Idee, ein Album aufzunehmen. „Sep tem ber gras“, sein Debüt -<br />

album, wurde geschrieben, produziert und aufgenommen. Elf<br />

Songs in deutscher Sprache in den Stilrichtungen Country,<br />

Folk und Schlager erwarten den Hörer. Nachdenklich, romantisch<br />

und authentisch kommen die Stücke in sauber produziertem<br />

Gewand daher. Im Song „Augenblicke“ wird RENO<br />

von seiner Tochter Jana im Duett begleitet. Beide blicken in<br />

ein Fotoalbum voller Erinnerungen. In „Das letzte Rodeo“<br />

befindet sich RENO BLUE im Zwiegespräch mit einem Pferd.<br />

Dazu schmeichelt eine Steelgitarre süßlich zum Schritttempo,<br />

nein, es wird nicht galoppiert zu diesen Balladen. Musik, die<br />

in keiner Sattelkammer fehlen sollte!<br />

www.reno-blue.de<br />

C.S.<br />

BLUTSBRÜDER<br />

»Höllenfeuer«<br />

Aus Anlass des 20-jährigen Bandjubiläums gibt es von den<br />

BLUTSBRÜDERN eine wahrhaft heiße Live-Scheibe. Die fünf<br />

<strong>Musiker</strong> einen der Heavy Metal und der Rock ‘n‘ Roll in der<br />

dreckigsten Form. Die deutschen Texte sind versaut, wie<br />

einst bei den Straßenjungs. Das weibliche Geschlecht steht<br />

auf „Höllenfeuer“ buchstäblich im Mittelpunkt, weshalb eindeutige<br />

Zitate an dieser Stelle unerwähnt bleiben müssen.<br />

Kein Wunder, dass man schon die Bühne mit J.B.O. geteilt<br />

und diverse Metal-Festivals gerockt hatte. Wichtig zu erwähnen:<br />

Die BLUTSBRÜDER haben vor Jahren eine Unte rstützer-<br />

CD für den Harzer Eishockey produziert. Der dazu passende<br />

Song ist als Bonustrack mit drauf. Mein Anspiel tipp: „Nein!“,<br />

ein Song mit Punk-Attitüde. Der ganze Silberling weist überdies<br />

Heavy-Riffs und Soli feinster Güte ab, sodass bei all der<br />

Stimmung auch musikalisch Vollgas gegeben wird.<br />

www.blutsbrüder.net<br />

C.S.<br />

GREY SEASON<br />

»Septem«<br />

GREY SEASON kommen aus dem Düsseldorfer Raum und<br />

mit ihrem Erstwerk „Septem“, huldigen sie ihren musikalischen<br />

Vorbildern des Progressive Metal/Rock, OPETH und<br />

PORCUPINE TREE. Zu Beginn von „Therion PT II“ baut sich ein<br />

dumpfer Klang unausweichlich im Hörorgan auf, bevor GREY<br />

SEASON dann urplötzlich mit einem sehr groovigen und kom -<br />

plexen Gitarrenriff in das sechseinhalbminütige Metal-Epos<br />

einsteigen. Und kaum lässt Blazej Lominski seine kräftige<br />

Stimme von der Leine, hat es einen gepackt. Das äußerst<br />

dichte Klangbild fügt sich nahtlos mit dem gottesgewaltigen<br />

Organ des Sängers zusammen, das immer wieder die<br />

Brücke zwischen den verboten guten Gitarrenriffs und Solos<br />

baut. Aber genau wie bei OPETH streuen sie immer wieder<br />

cleane Vocal-Parts mit in die Songs ein, was eine monotone<br />

Atmosphäre erst gar nicht aufkommen lässt. In lückenloser<br />

Reihenfolge ergeben die Stücke eine Progressive-Metal-<br />

Orgie symphonischen Aufbaus samt ganz und gar eigener<br />

Dramaturgie. Gleichwohl funktionieren die einzelnen Songs<br />

auch für sich genommen als seltsam funkelnde Edelsteine.<br />

grey-season.de/wordpress_GS/<br />

M.D.<br />

WOLFGANG PAULE FUCHS<br />

»POND«<br />

Wolfgang Paule Fuchs, Mastermind und Mitbegründer von<br />

POND, präsentiert Crossover-Klassik im Großformat. Dieses<br />

Jahr hatte Fuchs bereits Gelegenheit, im Interview (<strong>Musiker</strong><br />

<strong>Magazin</strong> 03/2014, d. Red.) mit uns über die Geschichte des<br />

Klassik inspirierten Rock und insbesondere die Geschichte<br />

von POND zu sprechen. Diese einzigartige Band, die zu DDR-<br />

Zeiten unter erschwerten Bedingungen bombastische und<br />

Keyboard-lastige, sinfonische Musik kreierte, beeinflusst von<br />

Emerson, Lake & Palmer und der polnischen Jazz-Rock-<br />

Combo SBB. Paule Fuchs, der Elektronikpionier, und die Bran -<br />

denburger Symphoniker kamen anlässlich einer Vernissage<br />

zu einem Crossover-Konzert gigantischen Ausmaßes zusammen.<br />

Dieses Werk dokumentiert die CD und gleichbetitelte<br />

DVD als audiovisuellen Genuss in der Deluxe-Edition. Zwölf<br />

wichtige Arbeiten des Künstlers Willi Sitte werden in der Ver -<br />

bindung zur Musik im Rahmen einer ausgefeilten und durch -<br />

konzipierten Lichtdramaturgie im Industrie museum Stahlwerk<br />

Brandenburg an der Havel dargestellt und, wenn man so will,<br />

aufgeführt. So geschehen am 14. September 2013. Wolfgang<br />

Paule Fuchs arbeitete intensiv an diesem seinem epochalen<br />

Werk. Wer dabei an Jon Lords Rock-Klassik-Kollaborationen<br />

denkt, ist in guter Gesellschaft. Hier jedoch befinden wir uns<br />

in einer nahezu durchgängig klassisch dargebotenen Bear -<br />

beitung von POND-Kompositionen. Die Symphoniker sind<br />

bestens aufgelegt und die große Streicher besetzung harmoniert<br />

wunderbar mit dem POND-Mastermind. Spektakulär,<br />

dramatisch, von barocker Schön heit und doch zeitgenössisch<br />

aktuell aufrüttelnd ist dieses Werk.<br />

www.ponderosa-records.de<br />

C.S.<br />

DARKEST HORIZON<br />

»The Grand Continuum«<br />

Die Musik auf „The Grand Continuum“, dem düsteren Studio-<br />

Opus von DARKEST HORIZON, zu beschreiben, ist ein schwieriges<br />

Unterfangen. Eng verflochten sind die Genres im Be -<br />

reich des schwarzen Metall. Death-, Black-, Doom- oder<br />

Progressive Metal? Die Frage kann so manchen harten Freak<br />

sehr sensibel werden lassen. DARKEST HORIZON haben eine<br />

eigenartige, epische Feierlichkeit in ihren Songs. Nach Doomlastigen<br />

Parts fällt das Spiel in hartes Gitarren-Rhythmus-<br />

Stakkato und Double-Bass-Salven wie in „A Thousand<br />

Dreams“. Beschwörend reiht sich der astreine Growl-Gesang<br />

von Aurelius Lie in das Geschehen ein. Die akustische<br />

Geister bahnfahrt führt uns in eine konzeptionelle Abhandlung<br />

vom Mikro- in den Makrokosmos, bei dem die Menschheit<br />

eine unbedeutende Rolle einnimmt. Da die Titel immer wieder<br />

melodisch, teils klassisch inspiriert sind, sehen die Künstler<br />

sich selbst am ehesten beim melodischen Death Metal.<br />

Interessant ist, dass die fünf Männer neben ihren Einflüssen<br />

8<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


62 CD-REZENSIONEN<br />

WINTERSUN und BEHEMOTH auch DAFT PUNK und<br />

DROPKICK MURPHYS nennen. Heute ist Metal auch offen<br />

für Einflüsse jenseits der Heavy-Metal-Welt. Gut so. Hammer-<br />

Scheibe! www.darkesthorizon.com<br />

C.S.<br />

PHI<br />

»Now The Waves Of Sound<br />

Remain«<br />

Die aus Österreich kommenden Neo-Progger PHI musizieren<br />

nun schon seit 2006 zusammen, bringen aber jetzt erst<br />

mit „Now The Waves Of Sound Remain“ ihr Debüt heraus.<br />

Schon der Opener „Buy Your Piece Of Love“ kommt daher<br />

wie eine Dampfwalze. Schwere und gleichzeitig aggressive<br />

Gitarren rollen einem entgegen, ehe dann der melodiöse<br />

Gesang von Markus Bratusa einsetzt. Ein starkes Eröffnungs -<br />

stück, auf das jedoch so manches schwächere Lied folgt.<br />

Schon bei „Welcome Tomorrow“, was eher melancholisch<br />

herüberkommt, schleicht sich eine gewisse Langeweile ein,<br />

die sie jedoch mit dem abwechslungsreichen „Tune In Zone<br />

Out“ locker wieder wettmachen. Starke Gitarrenarbeit und<br />

wunderschöne Keyboard-Passagen zeigen ganz klar, worin<br />

die Stärken der Band liegen. Hier wird ein Manifest eines<br />

<strong>Musiker</strong>-Kollektivs, das alles kennt und nichts auslässt, zele -<br />

briert. Souverän fügen PHI hier zusammen, was so immer<br />

schon hätte verbastelt werden müssen. Es treffen dringliche<br />

Echos aus den Tiefen der Musikgeschichte auf halluzinatorische<br />

Akkordschleifen auf hügelige Gitarrenpassagen<br />

und rauschige Orgelpassagen. Das Klanguniversum rotiert<br />

hier um eine Achse des guten Geschmacks des Prog-Rock.<br />

themx.bplaced.com<br />

M.D.<br />

allen Facetten: urban, elektrisch, akustisch, melancholisch,<br />

wild. Ein großer Pluspunkt ist auch, dass die Band perfekt<br />

zusammen spielt, sodass dieses Werk ein homogenes Out -<br />

put bildet und man ihnen die Verbundenheit in ihrem perfekten<br />

Zusammenspiel anhören kann. Diese Songs machen<br />

Spaß, und die einzigen Nebenwirkungen sind gute Laune und<br />

die Lust auf noch mehr guten Bluesrock. ROB THE VOICE<br />

sieht es als Aufgabe und Pflicht, seine Fans mit diesem Album<br />

zu belohnen. Bei „The Blues In The Night“ möchte man sich<br />

fast fragen: Haben wir das verdient? Jawohl, haben wir.<br />

www.rob-the-voice.de<br />

M.D.<br />

TALKING WIRE<br />

»Today«<br />

TALKING WIRE kommen aus Hameln, was nicht weit weg<br />

von Hannover liegt. Und genau von da kamen ja auch FURY<br />

IN THE SLAUGHTERHOUSE. Da ist es schon fast un heim lich,<br />

wie sehr TALKING WIRE auf „Today“ nach eben denen klingen.<br />

Für alle, die den Furys nachtrauern, hier ist der perfekte<br />

Ersatz. Selbst der Sänger Mirko Oscar hat dieselbe charismatische<br />

und rauchige Stimme wie Kai Wingenfelder. Dies<br />

stellt er besonders unter Beweis beim Song „Carry On“. Im<br />

düsteren „Tolerance“ findet der Fünfer schließlich mit ganz<br />

anderen Mitteln zu eigener Kraft. Über elektronische Klänge<br />

schwebt Mirko Oscar davon und stimmt urplötzlich in ein<br />

unvermutetes Donnern ein. Dissonante Gitarren schwirren<br />

umher und kitzeln wie nervöse Streicher unter den Achseln.<br />

Schicht um Schicht türmt sich hier ein wahrer Song-<br />

Brocken auf. Doch statt über den offensichtlichen Pfad aus<br />

dem Hymnen-Handbuch in einem Refrain zu münden, fasert<br />

es hier dramatisch aus. Der Spannungsbogen hält, und die<br />

Feuerzeuge bleiben aus. Trotzdem werden die einen das<br />

Album als konventionell verschreien und die anderen seine<br />

Unkompliziertheit genießen. Die einen werden das Pathos<br />

suchen, die anderen hingegen Understatement finden.<br />

www.talkinwire.de<br />

M.D.<br />

spiel das Duo ANGUS & JULIA STONE, die momentan mit der<br />

gleichen zarten Musik begeistern. Leichte Folk-Lieder wie<br />

„Can You Hear Me“ erinnern einen an Delaney & Bonnie,<br />

die Ende der 60er, Anfang der 70er in den USA große<br />

Erfolge feierten. THE WILDFIRES tragen ihre Lieder immer<br />

zweistimmig vor und ihre Stimmen ergänzen sich perfekt.<br />

Herausgelöste Tracks können leider nicht so überzeugen<br />

wie das komplette Album an einem Stück. Es fehlt deutlich<br />

der Wille zur Single. Derjenige jedoch, für den das kein<br />

Problem darstellt, der wird sich mit diesem Album sofort<br />

anfreunden können. Der musikalische Kontext des Albums<br />

wird immer wieder aufgegriffen und weitergeführt. Man spürt<br />

viel Gestriges, aber dadurch, dass diese Idee so gut verpackt<br />

wird, erkennt man nach mehrmaligem Hören auch etwas<br />

Innovation. Wo ich mir zu Anfang irgendwie deplatziert vorkam,<br />

fühlte ich mich schnell umgarnt, angezogen, ja sogar<br />

herausgefordert, mich dieser Platte zu öffnen. Denn „One“ ist<br />

einfach, satt und greift sich auch nach langem Hören nicht ab.<br />

www.facebook.com/TheWildfires/timeline M.D.<br />

FAIRWAY<br />

»Time«<br />

Beschwingte, irisch anmutende Flötenmelodien, gepaart mit<br />

Rockelementen, dazu Akkordeon-, Violinen- und Gitarren -<br />

sounds, machen die Musik der Wiener Band FAIRWAY zu<br />

etwas ganz Speziellem, was die vier Österreicher selbst als<br />

Urban Folk bezeichnen. Mit ihrer neuen CD „Time“ widmen<br />

sie sich sowohl klassischer als auch zeitgenössischer englischer<br />

Lyrik, die sie gekonnt und teilweise sehr groovig vertonen.<br />

Dadurch, dass das Quartett Wert darauf legt, die<br />

Arran gements musikalisch möglichst authentisch zu der<br />

Musik während der Entstehungszeit der jeweiligen Gedichte<br />

zu gestalten, ist die Platte insgesamt ruhig und entspannend.<br />

www.fairwaymusic.at<br />

J.H.<br />

ROB THE VOICE<br />

»Blues In The Night«<br />

ROB THE VOICE, der mit bürgerlichem Namen Rob Steiner<br />

heißt, bringt uns mit seinem Album „Blues In The Night“ den<br />

Blues. Diese Scheibe hat alles, was ein bodenständiges Blues-<br />

Album braucht: eine raue Stimme und dreckige Gitar ren.<br />

Natürlich darf auch die typische Ballade, die hier auf den<br />

Namen „The Blues In The Night“ hört, nicht fehlen. Gesanglich<br />

wird er unterstützt von der Österreicherin Julia Falke. Die<br />

beiden ergänzen sich perfekt, denn Julia gibt dem Ganzen<br />

eine gefühlvolle Note. ROB THE VOICE zeigt den Blues in<br />

THE WILDFIRES<br />

»One«<br />

Das aus London und Tennessee stammende, aber nun in<br />

Berlin lebende Folk-Duo THE WILDFIRES liegt mit seiner Art<br />

von Musik momentan voll im Trend. Man nehme nur als Bei -<br />

SAMPLER<br />

»Brutal Vision Vol 2«<br />

Ein Sampler mit der Zukunft des Metal? 30 Stücke auf 2<br />

CDs finden sich in dieser brutalen Sammlung mit dem<br />

Motto „Zurück aus der Zukunft – Back to Brutal!“ Be kanntere<br />

Genregrößen aus den Werkstätten der Record-Labels<br />

Deafground Records und Noizgate, wie LEONS MASSACRE,<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


CD-REZENSIONEN 63<br />

PLACENTA oder KORODED, finden sich darauf genauso wie<br />

viele Neuentdeckungen. Frei nach dem Motto „Sind wir zu<br />

laut, bist Du zu Hipster!“ Es gilt die Devise, sich im „Moshpit“<br />

wiederzusehen. Es tummeln sich verschiedene Facetten des<br />

Modern Metal. Anleihen aus Screamo-, Death-, Trash- und<br />

Grindcore-Metal lassen sich bei den Bands ausmachen.<br />

Dabei ist schon bemerkenswert, wie manchmal zwischen den<br />

Growls der bösen Buben wunderschön harmonisch gesungen<br />

wird, wie bei „Breakdown At Tiffany’s“. Das Paket verspricht<br />

dann aber doch die volle Breitseite für den Fan und<br />

bedeutet vielleicht schon heute die Zukunft des Heavy Metal.<br />

www.deafground.net<br />

C.S.<br />

und Ungerechtigkeiten auf diesem Planeten. Brutale Vocals,<br />

extreme Drums, brachiale Gitarren und erdrückende Bässe.<br />

Überraschend begegnet dem geneigten Hörer Rap-Sprech -<br />

gesang in „Open Up This Fucking Pit“. Die Jungs haben<br />

Humor, das lässt der Song „Schmand an der Hand“ vermuten.<br />

So klingen STILLBIRTH – kein globaler Irrtum!<br />

www.stillbirthparty.de<br />

C.S.<br />

doch sehr lebhaft daher. Es dürfte einem auch ungewohnt<br />

vorkommen, den Drafi-Deutscher-Hit „Marmor, Stein und<br />

Eisen bricht“ im Schottenrock-Gewand dargeboten zu be -<br />

kommen. Wer also nicht gerne die üblichen Touristenpipe-<br />

Stücke hören will, bekommt einen Eindruck von doch schon<br />

spezieller schottischer Darbietung. Die Auswahl an Stücken<br />

ist angenehm zusammengestellt, man hat sowohl im Hinter -<br />

grund als auch bei einem schottischen Abend die passende<br />

Musik, die nicht aufdringlich wirkt. Wer aber jetzt nur original<br />

schottische Musikstücke erwartet hat, wird leider enttäuscht.<br />

www.sassanceltix.de<br />

M.D.<br />

ARNDT BAECK<br />

»Dankeschön«<br />

LUDWIG<br />

»L wie LudwiG mal anders«<br />

Die Band LUDWIG um Altrocker Peter Feller präsentiert sich<br />

auf ihrer CD „L wie LudwiG mal anders“ mit vierzehn Songs,<br />

die von der rauen Stimme Fellers sowie den Bassläufen<br />

leben. Der Groove entsteht durch das perfekte Zusammen -<br />

spiel der Instrumente. Die Band bietet ihren Hörern soliden<br />

Deutsch-Rock, bei dem man einfach mitwippen und -schnipsen<br />

muss. Thematisch werden Alltagsthemen, die vom<br />

Schluss verkauf bis hin zum Scheitern des Abnehmversuchs<br />

reichen, besungen, sodass sich jeder in den Texten wiederfinden<br />

kann. Diese CD macht gute Laune und darf in keiner<br />

Rocksammlung fehlen.<br />

www.sinnflut.biz<br />

J.H.<br />

Arndt Baeck war schon von klein auf begeistert vom Klavier -<br />

spiel. Man merkt auch schon von den ersten Tönen an,<br />

dass hier ein Vollblutmusiker am Werke ist. Entsprechend<br />

lässt einem auch der Opener „Dankeschön“ das Herz aufgehen.<br />

Die Gedanken flattern und tragen bis hin zur End -<br />

station der schönsten Tagträume. Vor allem gegen Ende des<br />

Albums findet diese Meistertat ihre Fortsetzung. Mit Songs<br />

wie dem episch ausgefeilten „Diese Gefahr“ und dem himmelschreiend<br />

schönen „Ich will mehr“. Wer auch immer vor<br />

Urzeiten das komische Wort „Od“ erfunden haben mag, bei<br />

„Kleinod“ hat er wohl an so was hier gedacht. Das überall<br />

lauernde und am Anfang stehende Nichts sieht er nie als<br />

bedrohlich chaotische Stille, die gerade Musik unbedingt zu<br />

überwinden hat, um überhaupt erst einmal anfangen zu<br />

können. Die Stille ist sein Gefährte, Arndt Baeck lauscht tief<br />

in sie hinein und fügt ihr dann Musik wie Streicheleinheiten<br />

zu. „Dankeschön“ lebt in der Tat von Luft und Liebe allein.<br />

Wie die Jugend ist diese Musik eine unerhörte Fantasie. Ein<br />

Luftschloss, auf Treibsand gebaut.<br />

www.arndtbaeck.de<br />

M.D.<br />

UDO SCHILD<br />

»Live«<br />

Mit viel Herz und Leidenschaft lässt der Singer-Songwriter<br />

und Gitarrist Udo Schild die Hörer seiner neuen CD „Live“<br />

an einigen seiner Konzerte teilhaben. Die Aufnahmen auf<br />

der neuen CD entstanden in den Jahren 2007 bis 2010 in<br />

drei verschiedenen Locations in Köln und Bad Münstereifel.<br />

Die soulig-jazzigen Sounds wechseln sich mit funkigen<br />

Stücken ab, sodass man beim Zuhören einfach mitwippen<br />

muss. Schilds sanfte, tiefe Stimme berührt das Herz auf<br />

zärtliche Art und Weise. Seine Mitmusiker am Schlagzeug<br />

und am Keyboard halten sich dezent im Hintergrund. Ein<br />

wahrer Hörgenuss zum Augenzumachen und Träumen.<br />

www.udoschild.de<br />

J.H.<br />

STILLBIRTH<br />

»Global Error«<br />

Nein, kein globaler Irrtum – hier werden Grenzen ausgetestet,<br />

überschritten, neu definiert. STILLBIRTH dehnen die<br />

Grenzen des Grindcore, Hardcore und Death Metal auf’s<br />

Brutalste! Nach ihrem Erstling „Happy Stillbirth Party“ 2003<br />

und einer kreativen Pause ab 2004 fanden sie 2007 in<br />

neuer Formation zurück. Nach dem zweiten Studioalbum<br />

„Plakative Aggression“ und vielen Live-Shows, die sie 2011<br />

bis in die Vereinigten Staaten brachten, legen sie mit ihrem<br />

aktuellen Album in Sachen absoluter Härte nach. Die Songs<br />

von Gitarrist und Mastermind Lukas Swiaczny, der für diese<br />

Platte auch ans Mikrofon trat, sind technisch versiert und<br />

drehen sich thematisch um Politik, die herrschenden Eliten<br />

SASSAN CELTIX<br />

»Calm Before The Storm«<br />

SASSAN CELTIX, das sind Frank Kessel am Dudelsack und<br />

Marcus Höttler an der klassischen schottischen Trommel.<br />

Auf ihrem neuesten Werk „Calm Before The Storm“ interpretieren<br />

sie Songs von anderen <strong>Musiker</strong>n auf ihre ganz<br />

besondere Art. Denn man findet nicht alle Tage ein Duo,<br />

das Songs auf Dudelsack und Trommel wiedergibt. Wie zum<br />

Beispiel „Sweet Caroline“ von Neil Diamond – dieser Klassiker<br />

wird hier in der Highland-Version durch den Dudelsack ge -<br />

dreht und mit leicht elektronischen Elementen kommt dies<br />

SIXTENTION<br />

»Espressivo«<br />

Mit „Espressivo“ legen die sechs <strong>Musiker</strong> der Instru mental -<br />

gruppe SIXTENTION ein ausdrucksstarkes und emotionsgeladenes<br />

Debüt hin. Zwei Violinen, einen Bass, eine Gitarre,<br />

Drums und ein Piano – mehr brauchen sie nicht, um ihre<br />

Zuhörer in die Welt der Klassik und des Rock und Pop zu<br />

entführen. Ihr Sound erinnert stark an David Garrett, dennoch<br />

sind eigene Arrangements erkennbar. Die CD tut der<br />

Seele gut. Die Band wünscht ihren Hörern in dem Begleit -<br />

heft, „Zeit in der Hektik des Alltags“ zu finden. Dies gelingt<br />

ihnen sehr gut. Man kann die Seele baumeln lassen und zur<br />

Ruhe kommen, wenn man den Klängen lauscht und sich von<br />

ihnen berühren lässt.<br />

www.sixtention.com<br />

J.H.<br />

2/<strong>2015</strong> musiker MAGAZIN


64 TITELSCHUTZANZEIGEN<br />

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„Unser Song für Gräfelfing“<br />

VÖ: 24.04.<strong>2015</strong><br />

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CASSROLL<br />

„Alkohol“<br />

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VÖ: 30.01.<strong>2015</strong><br />

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CASSROLL<br />

„Alkohol“<br />

VÖ: 05.09.2014<br />

OLIVER SCHELL<br />

„Morning Sun“<br />

AUBAAH<br />

„Stichtag“<br />

KLARTEXT<br />

„Sehnsucht“<br />

VÖ: 10.04.<strong>2015</strong><br />

emotion.tm@t-online.de<br />

VÖ: 30.01.<strong>2015</strong><br />

aubaah2005@email.de<br />

VÖ: 15.08.2014<br />

enrico.lakotta@gmx.de<br />

PETER BAYREUTHER<br />

„Liebeslieder“<br />

VÖ: 27.03.<strong>2015</strong><br />

kindervomuniversum@<br />

t-online.de<br />

BARBARA ZANETTI<br />

„Showdown“<br />

VÖ: 23.01.<strong>2015</strong><br />

www.barbarazanetti.com<br />

LAST JETON<br />

„Fallen Angels“<br />

VÖ: 04.07.2014<br />

www.lastjeton.com<br />

PETER BAYREUTHER<br />

„Love Songs“<br />

VÖ: 27.03.<strong>2015</strong><br />

kindervomuniversum@<br />

t-online.de<br />

PROFT<br />

„Plan vom Glück“<br />

VÖ: 17.12.2014<br />

www.proft-live.de<br />

THILO PLAESSER +<br />

LAURENTIUS SCHLIEKER<br />

„Amici“<br />

VÖ: 04.07.2014<br />

www.thiloplaesser.de<br />

ALWIN SMOKE<br />

„Spirit’s Free“<br />

VÖ: 31.03.<strong>2015</strong><br />

a.w.office@t-online.de<br />

BARBARA ZANETTI<br />

„74“<br />

VÖ: 21.11.2014<br />

www.barbarazanetti.com<br />

SHARI<br />

„SWEET MEMORIES“<br />

VÖ: 30.05.2014<br />

LAST JETON<br />

„Next Level“<br />

VÖ: 20.03.<strong>2015</strong><br />

lastjeton@gmx.de<br />

SIMON SCHARF<br />

„Slip away“<br />

VÖ: 24.10.2014<br />

SPARK OF SENSE<br />

„Unreduced“<br />

VÖ: 23.05.2014<br />

www.sparkofsense.com<br />

JÖRG KUHFUSS<br />

„The Sound of Rock<br />

Mounten“<br />

VÖ: 13.03.<strong>2015</strong><br />

SUSANNE STÖHR<br />

„Die Kelten auf dem<br />

Heuberg“<br />

VÖ: 24.10.2014<br />

AUBAAH<br />

„Urnenwahl“<br />

VÖ: 16.05.2014<br />

joerg-kuhfuss@t-online.de<br />

www.guitar-enterprise.de<br />

LOMKINA & LECHAIM<br />

„A. Lomkina & Lechaim“<br />

VÖ: 13.03.<strong>2015</strong><br />

lomkina@hotmail.com<br />

PROFT<br />

„Alles dreht sich weiter“<br />

VÖ: 10.10.2014<br />

www.proft-live.de<br />

MAN-FRED!<br />

„Weil ich<br />

dich wiedersehen will“<br />

VÖ: <strong>02</strong>.05.2014<br />

CD-Veröffentlichungen in den weltweiten<br />

digitalen Downloadportalen<br />

über<br />

– MUSIKER ONLINE –<br />

Infos: info@musikermagazin.de<br />

CLAUDIA K.<br />

„Vision“<br />

VÖ: 01.03.<strong>2015</strong><br />

ckuzee_fysio@hotmail.com<br />

Harry Collin<br />

„Deep inside“<br />

VÖ: 19.09.2014<br />

www.harry-collin-band.de<br />

MAEGIE KOREEN<br />

„Ruhrpott Solo II /<br />

Nache Kur in Wanne-Eickel“<br />

VÖ: <strong>02</strong>.05.2014<br />

www.chanson-cafe.de<br />

D.O.C.<br />

„Sweet Dykes<br />

and rotten bikers“<br />

VÖ: 28.<strong>02</strong>.2014<br />

www.nima-rockmusic.de<br />

BCB<br />

„Candy / Ring of Fire“<br />

VÖ: 27.<strong>02</strong>.<strong>2015</strong><br />

petersenj@gmx.de<br />

OLIVER SCHELL<br />

„Your home is a song“<br />

VÖ: 12.09.2014<br />

FABIAN SCHREIBER<br />

„Sommer“<br />

VÖ: 11.04.2014<br />

www.fabianschreiber.com<br />

NIMA<br />

„Need some voice“<br />

VÖ: 28.<strong>02</strong>.2014<br />

www.nima-rockmusic.de<br />

LUDWIG<br />

„LudwiG mal anders“<br />

VÖ: 06.<strong>02</strong>.<strong>2015</strong><br />

www.sinnflut.biz<br />

CASSROLL<br />

„Alkohol“<br />

VÖ: 05.09.2014<br />

bilgin.oktay@t-online.de<br />

CASSROLL<br />

„Hexe“<br />

VÖ: 28.03.2014<br />

TRAUMFAHRT<br />

„Bleiben“<br />

VÖ: 24.01.2014<br />

www.produzent-musiker.de<br />

PARTYMASCHINE XXL<br />

„Alles raus<br />

was kai Miete zahlt“<br />

VÖ: 06.<strong>02</strong>.<strong>2015</strong><br />

w.schnitzer@freenet.de<br />

MAEGIE KOREEN<br />

„Dann wackelt die Wand“<br />

VÖ: 05.09.2014<br />

www.chanson-cafe.de<br />

MÄDCHEN<br />

„Feel my Pressure“<br />

VÖ: 14.03.2014<br />

www.maedchen.eu.com<br />

musiker MAGAZIN 2/<strong>2015</strong>


KLEINANZEIGEN 65<br />

MUSIKER SUCHT<br />

MUSIKER<br />

Mein Name ist Janina Lemke,<br />

ich bin 24 Jahre alt und<br />

leidenschaftliche, professionelle<br />

Sängerin, ich habe lange Zeit<br />

Musical gesungen, schreibe nun<br />

meine eigenen Songs und gehe zur<br />

Zeit Richtung Dance/Pop/Schlager.<br />

Ich bin auf der Suche nach einem<br />

guten Arrangeur, welcher mir<br />

Harmonien auf meine Melodien legt<br />

und bei welchem ich mein Album<br />

einsingen kann. Bei erfolgreicher<br />

Aufnahme wäre ich auch<br />

an einem Künstlermanagement<br />

interessiert, welches sich stetig<br />

um meine Vermarktung kümmert,<br />

Arrangements vermittelt<br />

sowie gute Kontakte hat oder<br />

aufbauen möchte.<br />

Die Rechte jeglicher Songs bleiben<br />

bei mir. Rufen Sie mich gerne an,<br />

wenn Interesse besteht oder Sie<br />

andere Vorschläge/Ideen oder<br />

Angebote haben. Ich freue mich auf<br />

Nachrichten.<br />

Tel.: 0171 / 9504494<br />

Die „Kölner Seelen“ suchen<br />

dringend einen neuen Leadsänger<br />

für die 2. CD-Produktion und<br />

Live-Gigs.<br />

Infos im Web: koelnerseelen.de<br />

Tel.: <strong>02</strong>21/54818731<br />

SUCHE<br />

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8 (!) Auszeichnungen Deutscher<br />

Rock Pop Preis 2014,<br />

„Rhythm & Blues“, sucht engagierte<br />

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Schreiben Sie‘s uns: info@abc-roxxon.de<br />

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4/2007 musiker MAGAZIN<br />


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MAGAZIN<br />

Herausgeber:<br />

Kulturelles Jugendbildungswerk e.V.<br />

Kolberger Straße 30, 21339 Lüneburg<br />

Telefon: 0 41 31/2 33 03-0<br />

Telefax: 0 41 31/2 33 03 15<br />

www.musiker-online.tv<br />

www.musikermagazin.de<br />

Kontoinhaber: K.J.B.W.<br />

IBAN: DE25 2001 0<strong>02</strong>0 0571 9882 04<br />

Kreditinstitut: Postbank Hamburg<br />

BIC: PBNKDEFF<br />

Redaktion<br />

Kolberger Str. 30<br />

21339 Lüneburg<br />

Telefon: 0 41 31/2 33 03-0<br />

Fax: 0 41 31/2 33 03 15<br />

Verantwortl. Redakteur (V.i.S.d.P.):<br />

Ole Seelenmeyer, os@musiker-online.com<br />

Freie Mitarbeiter und Gastautoren:<br />

Julian Angel, Dr. Norbert Aping,<br />

Mike Dostert, Prof. Dr. Bernd Giezek,<br />

Janina Heinemann, RA. Christian Koch,<br />

Jana Moysich, Katja Rake,<br />

Christian Schöning, Walter Siegler,<br />

Hannah Thalhammer<br />

Anzeigenleitung:<br />

Ole Seelenmeyer<br />

Anzeigenassistenz:<br />

Katja Rake<br />

Zurzeit ist die Anzeigenpreisliste Nr. 29<br />

vom 1. Januar <strong>2015</strong> gültig.<br />

Layout:<br />

Ana Seelenmeyer<br />

Lektorat:<br />

Heike Funke<br />

Druck:<br />

L.N. Schaffrath GmbH & Co. KG<br />

DruckMedien<br />

<strong>Musiker</strong> <strong>Magazin</strong> erscheint 4 x jährlich<br />

Copyright und Copyrightnachweis für alle<br />

Beiträge: Nachdruck, auch auszugsweise,<br />

sowie Vervielfältigungen jeder Art<br />

nur mit schriftlicher Genehmigung des<br />

Heraus gebers. Druckirrtümer vorbehalten.<br />

Namentlich gekennzeichnete Beiträge<br />

stellen nicht unbedingt die Meinung der<br />

Redaktion dar.<br />

ISSN 1618-386X<br />

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König & Meyer………………........................................……..27<br />

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Thomann..............……….....................................….......…34/35<br />

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