Aufrufe
vor 3 Jahren

Herzlich willkommen in der Schöpfung Gottes

Gemeindebrief

Wissenswert Der

Wissenswert Der exkommunizierte Ketzer aus Prag Verurteilung von Jan Hus Vor 600 Jahren auf dem Scheiterhaufen verbrannt Jan Hus, der böhmische Reformator Seine Reise zum Konzil nach Konstanz im Herbst 1414 ist - für diesen bedeutendsten Vorreformator vor Martin Luther - ein Triumphzug. Der böhmische Priester, Theologieprofessor und Rektor der altehrwürdigen Prager Karlsuniversität Magister Jan Hus ist durch seine Lehren europaweit bekannt: von seinen Anhängern bejubelt, von seinen Widersachern gehasst. Und das nicht ohne Grund. Seine Lehren beinhalten Sprengstoff und klingen in den Ohren der damaligen Amtskirche radikal! Zuerst kritisierte er den weltlichen Besitz der Kirche und die Habsucht des Klerus. Er stellt die Autorität des Papstes in Frage. Er wendet sich gegen das Dogma, dass dem Papst unbegrenzte Autorität zukomme. Das Haupt der Kirche sei nicht der Papst, sondern allein Christus. Ähnlich wie Martin Luther 100 Jahre später, ist für Hus nur die Heilige Schrift das „Maß aller Dinge“, deshalb müssen sich Inhaber von kirchlichen Ämtern, inklusive des Papstamtes, nur an den Aussagen und Werten der Bibel messen lassen. Seine Predigten in der Prager Bethlehem-Kapelle erregen allgemeines Aufsehen. Aber nicht auf Latein: Hus spricht tschechisch, damit auch das einfache Volk ihn verstehen kann. Das Abendmahl gehörte für Hus zu den „tiefsten und geheimsten und höchsten Mysterien unseres Glaubens“. Entgegen der leider auch heute noch vorherrschenden Praxis der katholischen Kirche betonte Hus, dass das Abendmahl in Brot und Wein auch für Laien bestimmt sei. Er könne aus der Schrift eine Einschränkung nicht herauslesen. Das Ziel des Abendmahls sei: „In Christo bleiben und ihn bleibend in sich haben; in Ewigkeit nicht sterben; das ewige Leben haben“. Aufgrund dieses Verhaltens sowie seiner Lehren und Ansichten wird Hus bereits im Juli 1410 exkommuniziert und mit dem Kirchenbann belegt. Seither hat er sich nicht getraut, zu seiner Verteidigung vor der Kurie zu erscheinen – zu sehr fürchtete er um sein Leben. Doch diesmal wähnt er sich in Sicherheit: Der römisch-deutsche König Sigismund hat ihn eingeladen, nach Konstanz zum Generalkonzil zu kommen, das im November beginnen soll, und ihm sicheres Geleit (einen ‚salvus conductus' für die Hin- und Rückreise) versprochen. Dann geschieht das Unerhörte: Einige Bischöfe unter seinen zahlreichen Widersachern sorgen dafür, dass Hus unter der Anklage der Ketzerei in ein Gefängnis geworfen wird. Kaiser Sigismund, der zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Konstanz weilt, erfährt auf der Reise von der Einkerkerung seines Schützlings und ist außer sich vor Entrüstung und Zorn. Die Zusage des Königs Foto: epd-bild/akg-images 28

wird von der Kurie einfach mit der Begründung ignoriert, dass kein Schutzbrief von irgendeinem weltlichen Machthaber „zum Schaden des katholischen Glaubens“ ausgestellt werden dürfe. Bald muss Sigismund erkennen, wie die tatsächlichen Macht- und Mehrheitsverhältnisse in Konstanz liegen und gibt sich geschlagen. Immerhin erreicht er, dass Hus aus dem Kerker in eine etwas bessere Unterkunft gebracht wird. In der Haft wird Hus massiv „bearbeitet“, seine vermeintlichen Irrtümer zu widerrufen. Im Juni 1415 wird die Situation für Hus kritisch. Doch der Streiter Christi bleibt standhaft und sagt: „Ich bin nicht hierher gekommen, um an Irrtümern festzuhalten. Man beweise mir, dass ich geirrt habe, und ich will mich in aller Demut eines Besseren belehren lassen.“ Zahlreiche kirchliche und weltliche Würdentreger höchsten Ranges, selbst Sigismund, sind versucht, ihm zum Abschwören zu überreden. Doch Hus ist in seinem Gewissen gebunden an Gottes Wort und ist nicht gewillt, auf Kosten der Wahrheit Kompromisse zu machen. Noch an seinem letzten Erdentag versuchen hochrangige Mitglieder des Konzils Hus zum Widerruf seiner Lehren zu überreden; sie wollten keinen „böhmischen Märtyrer produzieren“, weil sich dadurch die ohnehin politisch brenzligen Zustände in Böhmen noch weiter aufheizen würden. Sie bieten Gnade an, wenn er seine Lehren widerruft. Hus ist jedoch nur bereit „sich dort demütig zu korrigieren, wo er geirrt habe“, wobei er darauf besteht, dass der Nachweis nur aus der Heiligen Schrift abgeleitet werden dürfe. Und jetzt wendet sich auch Kaiser Sigismund von ihm ab. Hus weiß, dass er seinen letzten Rückhalt verloren hat. Damit ist sein Schicksal besiegelt. Am 6. Juli 1415 wird die Entweihungshandlung gegen Hus eingeleitet. Er wird - in Priestergewänder der katholischen Kirche gekleidet - in den Dom zu Konstanz geleitet, genauso, als hätte Hus eine Heilige Messe zu zelebrieren. Vor dem Hochaltar werden ihm die Priestergewänder ausgezogen und der Kelch abgenommen. Dann wird er durch das Tor des Domes hinaus gestoßen. Der Bischof von Konstanz setzt ihm eine kegelförmige mit Teufeln bemalte Papiermütze – mit der Aufschrift „Erzketzer“ - auf das Haupt und er wird der weltlichen Macht zur Verbrennung übergeben. Unterwegs zum Scheiterhaufen – auf den Rheinwiesen, außerhalb der Stadt - singt er das Marienlied „Christi virgo dilectissima“. Als der Henker den Scheiterhaufen anzündet und die ersten Flammen in sein Gesicht schlagen, singt Hus laut: "Jesus Christus, Sohn des lebendigen Gottes, erbarme dich meiner!" So wurde es von Augenzeugen überliefert… Was an Asche übrig bleibt, wird in Schubkarren geladen und im nahen Rhein versenkt (Heute befindet sich dort der „Hus- Stein“ mit einem Blumenbeet). Es soll weder eine materielle, noch geistige Erinnerung an den Prediger und Zeugen Christi übrig bleiben! Doch der Flammentod von Jan Hus wirkt wie ein Fanal. Es geschieht genau das, was Hus' Gegner befürchtet haben. Vor seiner Hinrichtung soll Hus die prophetischen Worte gesprochen haben: „Heute bratet ihr mich wie eine Gans, aber aus der Asche wird ein Schwan entstehen, den ihr weder sieden noch braten könnt!“. („Hus“ bedeutet tschechisch „Gans“). Später brachten Historiker diesen Ausspruch mit Luther in Zusammenhang und machten deshalb den Schwan zu dessen Symbol. Es folgt ein mit Blut getränktes Jahrhundert, Hus wird zur bedeutendsten Reformfigur der Kirche, bis keine hundert Jahre später noch ein Stärkerer kam, einer der die Reformation der Kirche auch zu Ende führte: Es war der „Schwan“ und sein Name war Martin Luther! Anton Klipp 29

Gemeindebrief - Herzlich willkommen auf indekark.de
sind Sie herzlich willkommen - Dekanat Wolfsburg Gifhorn Helmstedt
2011 - Herzlich Willkommen bei Quadrat
Programm - Herzlich willkommen im Tausendschön Schnaittach
trinität - MINORITEN KULTUR Graz, herzlich willkommen ...
Kalender - Herzlich Willkommen beim Vertriebsbüro Juliane Seyfarth!
Herzlich willkommen in Peines 5. Jahreszeit - Peiner Freischiessen
Herzlich willkommen zum 28. Brigachtaler Dorffest vom 21.
Kalender 2012 - Herzlich Willkommen beim Vertriebsbüro Juliane ...
Herzlich willkommen zum 7. Dorffest in Rottendorf
Herzlich Willkommen - Handballouest
herzlich willkommen in der familienfreundlichen gemeinde
herzlich willkommen - Fahrwangen
Kirchenboten jetzt online! - Herzlich Willkommen in der ...
Kalender - Herzlich Willkommen beim Vertriebsbüro Juliane Seyfarth!
Kalender - Herzlich Willkommen beim Vertriebsbüro Juliane Seyfarth!
Herzlich willkommen in - LTB Publishing
Evangelisch in Biebrich