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Tee als Wirtschaftsfaktor

Aktuelle Zahlen Stand Juni 2010

Deutscher Teeverband e.V.

Sonninstraße 28

20097 Hamburg

Tel. 040-236016-34

Fax 040-236016-10

tee@wga-hh.de

www.teeverband.de


Tee als Wirtschaftsfaktor 2010 2 13

Vorbemerkung

Die Daten und Zahlen hat der

Deutsche Teeverband e.V., Hamburg, nach

eigenen Erhebungen ermittelt. Weiterhin

haben Informationen des Statistischen

Bundesamtes sowie des International Tea

Comittee (Annual Bulletin of Statistics),

London, in das Zahlenmaterial Eingang

gefunden.

Die genannten Zahlen beziehen sich

– soweit nicht anders ausgewiesen – auf

den Tee im eigentlichen Sinne (Camellia

sinensis). Hierunter fallen Schwarzer Tee

sowie Grüner Tee.


Tee als Wirtschaftsfaktor 2010 3 13

Tee schmeckt den Deutschen auch in Krisenzeiten gut

Nationaler Teemarkt trotzt Wirtschaftskrise

Hamburg, Mai 2010: Unbeeindruckt von

globaler Finanz- und Weltwirtschaftskrise stehen

deutsche Teetrinker zu ihrem Lieblingsgetränk:

18.000 t Tee verbrauchten deutsche Konsumenten

im vergangenen Jahr. „Tee gehört zum Leben einfach

dazu: Wir bemerken vor allem bei jungen

Leuten vermehrtes Interesse am Trendprodukt

Tee“, erklärt Jochen Spethmann, Vorsitzender des

Deutschen Teeverbandes, die positive Entwicklung:

„Das Lifestyle-Getränk steht für Genuss,

Geselligkeit und ‘Wellbeing’ – die ‘Wohlfühlsituation’

schlechthin”. Dazu kommt seine

Geschmacksvielfalt: Neue Teemischungen und

trendige Tee-Kreationen bereichern fortlaufend

den Markt, so dass Tee immer mehr Fans gewinnt.“

Weltweit wurden 2009 insgesamt 3.860.000 t

Tee produziert, damit 110.000 t mehr als in

2008 (rund 3.750.000 t). Knapp 60% der

Welt-Teeproduktion wurde direkt vor Ort in

den Tee-Anbauländern konsumiert. Nur 40,6%

des weltweit produzierten Tees gelangte in den

Export. Damit stand den Importmärkten bei einer

Gesamtexportmenge von rund 1.570.000 t deutlich

weniger Tee zur Verfügung als im Vorjahr.

Hiervon war insbesondere das Segment der

Schwarzen Tees betroffen; hier stand den Importmärkten

erheblich weniger Menge als im Vorjahr

zur Verfügung.

Mit knapp 170.000t Tee ist Russland der weltgrößte

Tee-Importeur. Nach Deutschland wurden

in 2009 insgesamt 44.266 t Tee eingeführt.


Tee als Wirtschaftsfaktor 2010 4 13

China und Indien nach wie vor die

bedeutendsten Tee-Erzeuger – gefolgt von

Kenia und Sri Lanka

Weltgrößter Teeproduzent im Jahr 2009 war

China mit 1,31 Mio. t, das im Vergleich zu 2008

(1,16 Mio. t) noch um 150.000 t zulegen konnte,

gefolgt von Indien mit rund 979.000 t, das fast

stabil zum Vorjahr 980.000 t Tee erzeugte. Kenia

erreichte mit einer Menge von 314.000 t den

dritten Platz und produzierte damit wetterbedingt

etwas weniger als im Vorjahr (345.817 t). Auf den

Rängen vier und fünf folgen Sri Lanka mit knapp

290.000 t (2008 knapp 318.000 t) und Indonesien

136.481 t (2008 gut 148.000 t) Tee.

Der weltweit größte Exporteur von Schwarztee

ist wiederum Kenia. Das ostafrikanische Land,

das vorwiegend Schwarzen Tee erzeugt, lag mit

279.849 t knapp an der Spitze vor Sri Lanka

mit 279.839 t.

An der Spitze von Deutschlands Schwarztee-Lieferanten

stehen weiterhin Indien

und Sri Lanka

Die Liste der Tee-Lieferanten für den deutschen

Markt führt weiterhin China an. Mit rund 8.500 t

und einem Importanteil von 19,8% verringerte

sich die Menge des nach Deutschland importierten

Tees leicht im Vergleich zu 2008 (10.877 t und

21,4%). Dabei handelte es sich zu 75% (6.375 t)

um Grüntee. Indonesien konnte mit rund 7.300 t

den zweiten Platz verteidigen und seinen Anteil

am Gesamtimport von 16,5% um gut 3,6% im

Vergleich zum Vorjahr erhöhen. Indien hielt den

dritten Platz und blieb mit 6.262 t fast stabil zum

Vorjahr (knapp 6.600 t).

Für Schwarzen Tee waren Indien (5.793 t) und

Sri Lanka (5.363 t) – wie in den Jahren zuvor –

die führenden Lieferanten. Die Beliebtheit der

Teespezialitäten aus Assam, Darjeeling, Dooars

und Nilgiri in Deutschland führte dazu, dass

Indien seinen Importanteil von 13% in 2008

leicht steigern konnte.

Hansestadt Hamburg ist wichtigste Drehscheibe

im europäischen Teehandel

Die „Tee-Metropole“ Hamburg ist mit dem zweitgrößten

Seehafen Europas nicht nur einer der

führenden Umschlagplätze weltweit, sondern auch

die wichtigste Drehscheibe des europäischen Teehandels.

Rund 70% aller in Europa gehandelten

Tees werden hier umgeschlagen.


Tee als Wirtschaftsfaktor 2010 5 13

Teespezialitäten aus Deutschland sind rund um

den Globus bekannt und sehr gefragt: So gelangen

die in Deutschland veredelten Tees in alle

Welt und werden in über 100 verschiedene Länder

exportiert. Selbst im Land des „Five o’clock teas“,

in England, schätzt man Tees „made in Germany“.

Der Export in Deutschland verarbeiteter und

verfeinerter Teesorten hat deshalb auch an

Bedeutung gewonnen: Mit 25.371 t blieb die

Exportmenge zwar in etwa auf Vorjahresniveau

(26.898 t), prozentual nahm der Exportanteil

(57,3%) im Verhältnis zum Inlandskonsum jedoch

weiter zu. Deutschland exportierte damit in 2009

erneut mehr Tee als es selbst konsumierte.

„Deutsche Tee-Experten genießen weltweit

den Ruf, eine ganz spezielle Fachkompetenz

zu haben“, stellt Jochen Spethmann fest, „sie

besitzen traditionell ein ganz besonderes Gespür

für Trends und neue Produktvarianten, das sie

erfolgreich und geschickt einsetzen. Deshalb sind

Tee-Spezialitäten aus Deutschland auf der ganzen

Welt so gefragt.“

Verbraucher verstehen, Tee zu genießen

Über neue Kunden konnten sich die Teefachgeschäfte

freuen, die 2009 mit rund 20% Marktanteil

häufiger frequentiert wurden, als im Vorjahr.

Hier waren vor allem die Auswahl und die persönliche

Beratung ausschlaggebend.

Der Lebensmittel-Einzelhandel bleibt 2009 mit

einem Marktanteil von 54,9% auch weiterhin die

wichtigste Einkaufsquelle der Tee-Konsumenten.

Die Gastronomie konnte ihren Marktanteil von

5,2% stabil halten und verzeichnete ein vermehrtes

Interesse der Verbraucher an einem weit

gefächerten Tee-Sortiment und styligen Ambiente,

wie etwa „Tea Lounges“ und „Tea Bars“ oder

speziellen Events wie klassische „Tea Times“.

Schwarzer Tee bleibt absoluter Liebling

der deutschen Tee-Konsumenten

Schwarzer Tee war 2009 mit einem Marktanteil

von 77% der Liebling der deutschen Teetrinker.

Er bietet aufgrund seiner Herkunft aus vielen ganz

unterschiedlichen Anbaugebieten rund um den

Erdball eine fast unendliche Geschmacksvielfalt

und ist damit auch die Grundlage immer neuer

Teemischungen. Insgesamt wurden 2009 in

Deutschland 18.000 t Tee konsumiert, das entspricht

einem Pro-Kopf-Verbrauch von gut 25,5 l

im Jahr.


Tee als Wirtschaftsfaktor 2010 6 13

Dabei liegt Ostfriesland nach wie vor im Pro-Kopf-

Verbrauch mit Abstand auf Platz eins weltweit: Mit

rund 290 Litern – dem 12-fachen des bundesweiten

Pro-Kopf-Verbrauchs – schlägt Ostfriesland

sogar England und Irland deutlich. Verantwortlich

dafür ist die traditionelle ostfriesische Teezeremonie,

die einen wichtigen Raum im täglichen Leben

der Ostfriesen einnimmt. Die klassische ostfriesische

Mischung ist ein Schwarztee, der traditionell

mindestens 50% bester, kräftiger Assam-Tees

enthält.

In 2009 blieb in Deutschland das Verhältnis von

losem Tee zu Teebeuteln bei Grün- und Schwarztee

gleich: Während auf lose Tees 60% entfielen,

entschieden sich 40% der Konsumenten für die

Convenience-Lösung Teebeutel. Dabei hat der

Teebeutel heute viele verschiedene Gesichter:

vom klassischen Doppelkammer-Beutel bis hin

zu Triangle-Beuteln. Auch bei losen Tees wird

die Anzahl der angebotenen Accessoires für die

Zubereitung immer größer.

Der Marktanteil von Tees aus biologischem Anbau

betrug – wie in 2008 – 4,1%.

„Tea Time“ ist „in“: Auch in Büros

füllen sich die Tassen vermehrt mit Tee

Der Deutsche Teeverband ist zuversichtlich,

dass auch 2010 ein gutes Jahr für das begehrte

Getränk wird: „Tee ist und bleibt – gleich nach

Wasser – das weltweit am meisten konsumierte

Getränk“, sagt Spethmann, Vorsitzender des Teeverbandes.

„Auch wenn der nationale Markt der

Wirtschaftskrise getrotzt hat, so ist Tee doch ein

global gehandeltes Gut. Erfreulicherweise ist, auch

wenn in einigen Märkten Verschiebungen zu spüren

waren, die Exportmenge an Teespezialitäten

aus Deutschland insgesamt stabil geblieben.“

„Tee wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle im

Bereich „Lifestyle“, und das in allen Alltagssituationen

spielen. In einer Tasse Tee stecken viele

wertvolle Inhaltsstoffe, die sich positiv auf das

Wohlbefinden auswirken. So schmeckt Tee nicht

nur gut während der Arbeit, er bringt zudem

neuen Schwung und Energie. Auch bei Meetings

und Kundenbesuchen füllen sich die Tassen vermehrt

mit dem Trend-Getränk“, so Spethmann.

„Tee erobert sich so im Alltag neue Märkte, auch

wenn sich das beim Inlandskonsum zurzeit noch

nicht widerspiegelt“.


Tee als Wirtschaftsfaktor 2010 7 13

Der deutsche Teemarkt

Importe und Exporte

2008

2009

Einfuhren nach Deutschland insgesamt

50.768,80 Tonnen

44.266,70 Tonnen

Ausfuhren aus Deutschland insgesamt

26.989,30 Tonnen

25.371,80 Tonnen

Inlandsverfügbarkeit insgesamt

23.779,50 Tonnen

18.894,90 Tonnen

Quelle: Statistisches Bundesamt

Eigenverbrauch insgesamt

Quelle: Deutscher Teeverband e.V.

17.750,00 Tonnen

18.000,00 Tonnen


Tee als Wirtschaftsfaktor 2010 8 13

Die Entwicklung

Importe und Exporte

Import

Export

Inlandsverfügbarkeit

2004

43.403,20 Tonnen

21.637,00 Tonnen

21.766,20 Tonnen

2005

41.691,40 Tonnen

22.127,30 Tonnen

19.564,10 Tonnen

2006

46.785,70 Tonnen

25.302,40 Tonnen

21.483,30 Tonnen

2007

48,406,10 Tonnen

24.033,00 Tonnen

24.373,10 Tonnen

2008

50.768,80 Tonnen

26.989,30 Tonnen

23.779,50 Tonnen

2009

44.266,70 Tonnen

25.371,80 Tonnen

18.894,90 Tonnen

Quelle: Statistisches Bundesamt


Tee als Wirtschaftsfaktor 2010 9 13

Die Importe

Nach Herkunftsländern 2008 und 2009

Herkunftsland

2008 mtons

Anteil %

2009 mtons

Anteil %

Indien (Assam, Darjeeling, Dooars, Nilgiri)

6.598,20

13,00

6.261,90

14,15

Indonesien (Java, Sumatra)

8.050,90

15,86

7.286,10

16,46

China

10.877,80

21,43

8.490,10

19,18

Sri Lanka (Dimbula, Nuwara-Eliya, Uva)

6.210,30

12,23

5.477,80

12,37

Afrika (Burundi, Ghana, Kenia, Liberia, Malawi, Mosambik,

Sierra Leone, Simbabwe, Süd-Afrika, Tansania, Togo, Ruanda)

3.686,00

7,26

3.070,20

6,94

Südamerika (Argentinien, Brasilien, Chile, Equador, Peru, Venezuela)

3.636,00

7,16

3.642,10

8,23

Vietnam

3.584,10

7,06

2.466,60

5,57

EU-Importe (Belgien, Dänemark, Frankreich, GB, Italien, Niederlande,

Österreich)

5.360,10

10,56

4.691,50

10,60

Sonstige Asien (Bangladesh, Hongkong, Iran, Japan, Malaysia, Nepal,

Repl. Korea, Singapur, Taiwan, Thailand, Türkei)

1.304,30

2,57

1.395,00

3,15

Papua-Neu Guinea

784,80

1,55

906,70

2,05

Georgien, Russland, Ukraine

154,80

0,30

177,40

0,40

Sonstige (Re-Importe für spätere Exporte, Veredelung)

521,50

1,03

401,30

0,91

Gesamt

50,768,80

100,00

44.266,70

100,00

Quelle: Statistisches Bundesamt

Anteile der Herkunftsländer 2009

Georgien, Russland, Ukraine 0,40 %

Sonstige 0,91 %

Papua-Neu Guinea 2,05 %

Sonstige Asien 3,15 %

China

19,18 %

Vietnam

5,57 %

Afrika

6,94 %

Indonesien

16,46 %

Südamerika

8,23 %

EU-Importe

10,60 %

Sri Lanka

12,37 %

Indien

14,15 %


Tee als Wirtschaftsfaktor 2010 10 13

Der internationale Teemarkt

Die Entwicklung von 2004 bis 2009

Weltproduktion

Exporte

Anteil Exporte an

Weltproduktion

Eigenverbrauch

2004

3.150.580 Tonnen

1.496.218 Tonnen

47,49 %

1.654.362 Tonnen

2005

3.376.013 Tonnen

1.557.614 Tonnen

46,14 %

1.818.399 Tonnen

2006

3.523.476 Tonnen

1.578.558 Tonnen

44,80 %

1.944.918 Tonnen

2007

3.726,938 Tonnen

1.565.161 Tonnen

42,00 %

2.161.777 Tonnen

2008

3.749.775 Tonnen

1.643.176 Tonnen

43,82 %

2.106.599 Tonnen

2009

3.859.950 Tonnen

1.568.487 Tonnen

40,63 %

2.291.463 Tonnen

Quelle: Annual Bulletin of Statistics, ITC, London 2009/2010


Tee als Wirtschaftsfaktor 2010 11 13

Die wichtigsten Erzeugerländer

2006 bis 2009

Teeproduktion

davon Exporte

2007

2008

2009

2007

2008

2009

China

1.094.000 t

1.160.000 t

1.310.000 t

289.431 t

296.935 t

302.949 t

Indien

944.912 t

980.818 t

978.999 t

156.710 t

193.000 t

189.000 t

Kenia

369.606 t

345.817 t

314.198 t

299.649 t

325.533 t

279.849 t

Sri Lanka

304.613 t

317.695 t

289.778 t

294.254 t

298.785 t

279.839 t

Indonesien

149.510 t

148.312 t

136.481 t

83.000 t

95.000 t

93.000 t

Quelle: Annual Bulletin of Statistics, ITC, London 2009/2010

2007

2008

2009

Export

2007

2008

2009

Produktion

China

Indien

Kenia

Sri Lanka

Indonesien

0 200.000 t 400.000 t 600.000 t 800.000 t 1.000.000 t 1.200.000 t

Quelle: Annual Bulletin of Statistics, ITC, London 2009/2010


Tee als Wirtschaftsfaktor 2010 12 13

Marktanteile der Vertriebskanäle

Verteilung des Gesamtverbrauchs von 18.000,00 Tonnen in 2009 nach Einkaufsquellen

Lebensmitteleinzelhandel

und Discounter: 54,9 %

Teefachgeschäfte: 20,0 %

Gastronomie und

Großverbraucher: 5,2 %

Direktversand: 4,2 %

Industrie: 3,0 %

Sonstige Vertriebsformen

(z.B. türkische Einzelhandelsgeschäfte

in Deutschland):

12,7 %

Quelle: Deutscher Teeverband e.V.


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