Schnappschuss 03/2015

RainerHoffmann

Das Magazin von Hoffmann Photography

Schnappschuss

03/2015

Titelthema

Nah- und Makrofotografie

Ausgefressene Lichter – wann ok?

Bilderwelten: Irland

Bildkritik

HOFFMANN

Photography


Inhalt 03/2015

Vorwort........................................................................................ 3

Titelthema

Nah- und Makrofotografie............................................................ 4

Bilderwelten

Teilnehmerfotos „Wildpark Lüneburger Heide“.............................. 18

Irland......................................................................................... 24

Technik und Bildbearbeitung

Ausgefressene Lichter – wann ok?................................................ 13

Kolumnen

Nachbelichtet – Leser fragen....................................................... 12

Was stimmt hier nicht? Bildkritik................................................... 16

Kurz belichtet ............................................................................. 23

Abgewatschelt – Louises Welt....................................................... 25

News

Tulpen, Käse, Mittelalter.............................................................. 22

Termine...................................................................................... 26

Impressum................................................................................. 27

Schnappschuss-Archiv....................................... vierte Umschlagseite

2 HOFFMANN

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Vorwort

Ende April fand unser Foto-Workshop im

Wildpark Lüneburger Heide statt. Es hat allen

viel Spaß gemacht und wir haben sehr

viele interessante, spannende und schöne Tierfotos

gesehen. Deshalb stellen wir Ihnen in dieser Ausgabe

des SCHNAPPSCHUSS eine Auswahl der Fotos der 10 Kursteilnehmer vor. Sie finden

die Bilder ab Seite 18.

Im Anschluss an den Workshop waren wir in Holland unterwegs und haben eine

weitere Fotoreise vorbereitet. Im April 2016 geht es dann unter anderem zur Tulpenblüte

in den Keukenhof, zum Käsemarkt in Alkmaar, nach Zaandam und ins belgische

Brügge.

Das Titelthema ist diesmal die Nah- und Makrofotografie, ein Thema, dass viele

Hobbyfotografen sehr interessiert. Und in der Tat ist die Welt der kleinen Dinge immer

für tolle Fotos gut.

Viel Spaß beim Lesen wünschen Rainer & Simone Hoffmann

Übrigens, um bei Facebook und Twitter mitlesen zu können, müssen Sie nicht Mitglied

sein. Folgen Sie einfach den Links unten auf dieser Seite oder auf unserer Website.

HOFFMANN

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Titelthema

Nah- und

Makrofotografie

Nah- und Makrofotografie ist wohl eines der beliebtesten fotografischen Themen

überhaupt. Viele alltägliche Dinge haben aus der Nähe betrachtet einen ganz besonderen

Reiz, und die Fotografie kann uns Details zeigen, die das „unbewaffnete“

Auge gar nicht wahrnimmt.

Ganz nah am Motiv

Von Nah- bzw. Makrofotografie spricht man

in der Regel dann, wenn der Abbildungsmaßstab

im Bereich von 1:10 bis 1:1 liegt

(wird der Abbildungsmaßstab größer als 1:1,

kommt man in den Bereich der Mikrofotografie).

Aber unabhängig von der Definition

müssen ein paar technische Grundvoraussetzungen

erfüllt sein, um in den Nahbereich

vordringen zu können.

Moderne (Zoom-) Objektive haben häufig

geringe Naheinstellgrenzen, die es ermöglichen,

kleine Objekte groß abzubilden.

Dennoch wird man mit diesen Allround-

Objektiven schnell an Grenzen stoßen. Wer

sich intensiver mit der Makrofotografie

beschäftigen möchte, wird auf Dauer nicht

um die Anschaffung von speziellem Zubehör

herumkommen.

Für den Einstieg kann eine Nahlinse für

relativ wenig Geld gute Dienste leisten. Allerdings

sollte man möglichst eine achromatische

Linse kaufen, da sie bessere

Abbildungseigenschaften aufweist als

eine simple Nahlinse.

Ebenfalls noch recht preisgünstig

sind Zwischenringe, die man zwischen

ein vorhandenes Objektiv und das

Kameragehäuse setzt. Durch den größeren

Abstand des Objektivs vom Sensor

verringert sich die Naheinstellgrenze des

Objektivs erheblich, und extreme Nahaufnahmen

werden möglich. Zwischenringe

gibt es in unterschiedlichen Breiten. Für die

meisten Anwendungen reicht oft schon der

kleinste, in der Regel ca. 12 mm breite Ring.

Wenn der Zwischenring die elektrischen

Signale zwischen Kamera und Objektiv

4

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überträgt, lassen sich alle Automatikfunktionen

nutzen. Hat der Ring dagegen keine

elektrischen Kontakte, bleibt nur noch der

manuelle Belichtungsmodus.

Nach dem gleichen Prinzip wie Zwischenringe

arbeiten auch die sogenannten

Balgengeräte. Im Unterschied zu Zwischenringen

ist aber der Abstand zwischen Objektiv

und Kamera variabel, und man ist

daher deutlich flexibler. Aber Balgengeräte

sind recht teuer und daher wohl nur für sehr

engagierte Makrofotografen sinnvoll.

Grundsätzlich kann man mit Nahlinsen,

Zwischenringen und Balgengeräten

jedes Objektiv für die Makrofotografie

verwenden. Allerdings sind diese

Objektive für „normale“ Abbildungsmaßstäbe

(kleiner als 1:10)

gerechnet und haben daher im

Nahbereich nicht unbedingt die

besten Abbildungseigenschaften.

Spezielle Makroobjektive sind

deshalb aus technischer

Sicht zu

bevorzugen.

Allerdings sind

Makroobjektve vergleichsweise teuer.

Dafür weisen sie aber in aller Regel

eine sehr gute Abbildungsleistung auf und

sind, da sie bis unendlich fokussierbar sind,

auch für andere fotografische Aufgaben

sehr gut einsetzbar.

Die üblichen Brennweiten von Makroobjektiven

sind 50/60 mm, 90/100/105 mm

und 180/200 mm. Die mittleren Brennweiten

um 100 mm sind für die meisten Zwecke

am Besten geeignet, da man auch bei einem

Abbildungsmaßstab von 1:1 nicht zu nah an

das Objekt heran muss. Das ist z.B. wichtig,

um die Fluchtdistanz von Insekten nicht zu

unterschreiten und um etwas Platz für die

Beleuchtung seiner Objekte zu haben. Ausserdem

sind diese Brennweiten auch sehr

gut in der Portraitfotografie einsetzbar, und

sie sind deutlich günstiger als die 180/200

mm Objektive.

Natürlich kann man auch Makroobjektive

mit Zwischenringen oder Balgengeräten

kombinieren und so in den Bereich der

Mikrofotografie vordringen.

Herausforderung Schärfentiefe

Ein Charakteristikum der Makrofotografie

ist die

inherent

geringe

Schärfentiefe.

Selbst bei

Blende

16 oder

22 ist sie

meistens

nur im Bereich

von wenigen Millimetern.

Daraus ergeben

sich einige wichtige Anforderungen

an die Aufnahmetechnik.

Bedingt durch die notwendigen

kleinen Blendenöffnungen und den

großen Objektivauszug ergeben sich

auch bei guten Lichtverhältnissen

recht lange Belichtungszeiten. Wer

also die ISO-Zahl nicht zu sehr

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5


Titelthema

„hochdrehen“ möchte, wird um ein Stativ

nicht herumkommen.

Für die Verwendung eines Stativs spricht

auch die geringe Schärfentiefe. Wenn die

Schärfenebene präzise festgelegt werden

muss, dann verbietet sich eine

Freihandaufnahme fast von

selbst. Wenn man kein Stativ

verwenden kann oder will,

sollte man den Autofokus

zumindest auf „Kontunierlicher

Autofokus“ (AF-C bzw. AI-Servo)

stellen. Dann hat man eine

gewisse Chance, dass leichte

Abstandsänderungen duch die

Freihandaufnahme vom Autofokus

ausgeglichen werden.

Wunder sollte man allerdings

nicht erwarten, und wirklich präzise ist diese

Methode auch nicht.

Im extremen Nahbereich ist die Fokussierung

mit der Entfernungseinstellung am Objektiv

nicht sonderlich wirksam. Selbst wenn

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man den gesamten Entfernungsbereich von

unendlich bis zur Naheinstell grenze „durchfährt“,

verändert sich die Lage der Schärfenebene

nur minimal. Viel effektiver ist dagegen

die Veränderung des Abstands der

Kamera vom Objekt. Das ist aber mit einem

Stativ sehr umständlich und nicht wirklich

gut machbar. Eine Makroschiene, auf der

Kamera und Objektiv bei fest stehendem

Stativ vor und zurück geschoben werden

können, lässt dagegen eine sehr komfortable

und präzise Einstellung der Schärfenebene

zu. Wer nur gelegentlich Makrofotografie

betreibt, wird aber vermutlich die Ausgabe

für eine Makroschiene scheuen.

Motive, Motive, Motive

Bei dem Stichwort „Makro“ denken viele

Menschen zunächst an Blumen und Insekten.

Und in der Tat sind gerade Blumen dankbare

Objekte, insbesondere für den Einsteiger in

das Thema. Farben, Formen und Strukturen

von Blüten und Stengeln bieten eine unermessliche

Fülle an Motiven. Und da Blumen,

anders als Insekten, nicht weglaufen oder

wegfliegen, kann man in aller Ruhe experimentieren.

Die Bildbeispiele

auf diesen Seiten

sollen zeigen, dass

es natürlich ein

Leben jenseits von

Blümchen gibt.

Nahrungsmittel,

neudeutsch „Food“,

lassen sich immer

gut in Szene setzen.

Natürlich verwischen

sich dabei

leicht die Grenzen

zwischen „reiner“

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Makrofotografie und Stilllife bzw. Objektfotografie.

Daher ist auch für die kleinen Dinge

eine sorgfältige Beleuchtung sehr wichtig.

Das Foto der Knoblauchknolle mit Tomaten

entstand ohne großen Aufwand an einem

bedeckten Tag auf der Terasse. Daher ist das

Licht wunderbar weich und ohne ausgeprägte

Schlagschatten.

Das Bild der Schachfiguren enstand

dagegen im Studio, das in der Makrofotografie

dankenswerterweise wegen der kleinen

Objekte nicht sonderlich groß sein muss. Als

Lichtquellen eignen sich sowohl Glühlampen

als auch (Kompakt-) Blitzgeräte.

Mit Schärfentiefe gestalten

Die inherent geringe Schärfentiefe bei der

Makrofotografie kann und sollte man für die

Gestaltung nutzen. So liegt die Schärfe in

dem Foto der Schachfiguren genau auf dem

weißen Bauern, und die ihn bedrohenden

schwarzen Figuren sind überwiegend unscharf.

Dadurch hebt sich der weiße Bauer

noch zusätzlich von den anderen Figuren ab.

Manchmal möchte man allerdings durchgängige

Schärfe von vorne bis hinten haben.

7


Titelthema

In der analogen Zeit war dies aber prinzipbedingt

nicht möglich, denn auch bei sehr

kleinen Blendenöffnungen ist die Schärfentiefe

nun einmal sehr begrenzt.

Das hat sich im digitalen Zeitalter gründlich

geändert. Das Stichwort heisst „Focus

Stacking“. Bei dieser Technik werden

mehrere Aufnahmen mit unterschiedlicher

Lage der Schärfenebene gemacht (bei manueller

Fokussierung!). Mit entsprechender

Software, z.B. „Helicon Focus“, werden die

Fotos dann zu einem Bild mit beliebig großer

Schärfentiefe zusammengesetzt. Dabei

extrahiert die Software aus jeder Aufnahme

nur die scharfen Bereiche und ignoriert die

unscharfen Bildteile.

Die beiden Fotos der Tablettenpackung

zeigen den Unterschied in der optischen

Wirkung.

Auch das Foto der elektronischen Schaltung

auf der vorherigen Seite entstand mit

Focus Stacking. Dank dieser Technik entstehen

oft Bilder, die auf uns ganz anders

wirken, als die üblichen Makrofotos mit sehr

geringer Schärfentiefe.

Wenn die Kamera „Tethered Shooting“,

also die Steuerung der Kamera über den

Rechner beherrscht, kann man den Aufnahmeprozess

weitgehend automatisieren. Man

gibt einfach die Anzahl der gewünschten

Aufnahmen und den vorderen und hinteren

Schärfepunkt vor. Die Software übernimmt

dann die Auslösung der Kamera und die

Einstellung der Schärfenebene am Objektiv.

Sobald alle Aufnahmen im Kasten sind,

beginnt die Software automatisch mit dem

Zusammensetzen der Einzelbilder. Komfortabler

geht‘s kaum.

8 HOFFMANN

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Fazit

Makrofotografie kann man überall und jederzeit

machen. Suchen Sie sich einfach ein

paar kleine Dinge, ganz egal ob im Haushalt,

im Garten oder im Wald, und fangen Sie an.

Alles geht, Hauptsache es ist klein. Und dann

nah ran ans Motiv!

Falls Sie (noch) kein Makroobjektiv haben,

versuchen Sie es zunächst mit Nahlinsen

oder noch besser mit einem Zwischenring.

Auf Dauer sollten Sie aber über die

Anschaffung eines Makroobjektivs nachdenken.

Nicht nur für Makros!

Sie werden sehen, die Welt der kleinen

Dinge wird Sie schnell in Ihren Bann ziehen.

Und ein grauer, verregneter Winter, wie wir

ihn in Norddeutschland so oft haben, verliert

dann seinen Schrecken.

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Foto

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10 HOFFMANN

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31.01. bis 06.02.2016

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Anmeldeschluss:

20. Oktober 2015

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Kolumne

Nachbelichtet Leser fragen

Im Grundkurs Fotografie habe ich gelernt, dass die Schärfentiefe von der Blendenzahl

abhängig ist und dass man eine große Blendenzahl (16, 22 oder 32) wählen sollte, wenn

man z.B. bei einer Landschaftsaufnahme durchgängige Schärfe haben möchte. Nun habe

ich eine Nahaufnahme von einer Blüte gemacht und trotz Blende 22 ist die Blume nicht

vollständig scharf. Warum nicht?

Burkhard H.

Es ist richtig, dass die Schärfentiefe von der

eingestellten Blende abhängt. Allerdings gibt

es neben der Blendenzahl noch einen weiteren

wichtigen Faktor, der die Schärfentiefe

beeinflusst: der Abbildungsmaßstab.

Je größer ein Objekt auf dem Sensor

abgebildet wird, desto kleiner ist bei gegebener

Blendenzahl die Schärfentiefe. Das

macht sich besonders bei Makroaufnahmen

bemerkbar. Wenn kleine Objekte sehr groß

abgebildet werden, schrumpft die Schärfentiefe

auch bei Blende 22 auf wenige Millimeter

zusammen.

Der Abbildungsmaßstab ergibt sich aus

der verwendeten Objektivbrennweite und

dem Aufnahmeabstand. Je größer die Brennweite

und je kürzer der Aufnahmeabstand,

desto größer der Abbildungsmaßstab.

Bei einem bestimmten Abstand vom

Motiv und einer bestimmten Blendenzahl

ergibt sich also bei Verwendung einer langen

Brennweite, z. B. 200 mm, eine geringere

Schärfentiefe als bei Verwendung einer kurzen

Brennweite, z. B. 24 mm. Allerdings hat

man bei Verwendung des Weitwinkelobjektivs

einen viel größeren Bildausschnitt und

damit einen kleineren Abbildungsmaßstab

als beim Teleobjektiv.

Ginge man mit dem Weitwinkelobjektiv

so nah an das Motiv, dass es genau so groß

auf dem Sensor abgebildet wird wie bei

Verwendung des Teleobjektivs, dann wäre

die Schärfentiefe bei gleicher Blende (fast)

identisch.

Fazit: Es ist manchmal einfach nicht möglich,

ein Motiv von vorne bis hinten vollständig

scharf abzubilden. Die Gesetze der Optik

lassen das einfach nicht zu. Da hilft dann

nur noch Focus Stacking.

12 HOFFMANN

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Technik und Bildbearbeitung

Ausgefressene Lichter

– wann ok?

Wer schon einmal in unseren Fotokursen war, weiß, dass wir ausgefressene Lichterpartien

in einem Bild nicht sonderlich mögen. Ein hoher Balken ganz rechts im

Histogramm und die Überbelichtungswarnung sind immer ein deutlicher Hinweis,

dass etwas nicht stimmt. Aber es gibt Fälle, in denen ausgefressene Lichter akzeptabel

oder sogar gut und richtig sind.

Problemfall „ausgefressene Lichter“

Die Lichterpartien in einem Foto, also die

hellen Bereiche des Motivs, lenken normalerweise

sehr stark den Blick auf sich. Wenn

diese Bildteile keine Durchzeichnung mehr

aufweisen, also strukturlos weiß sind, wirkt

das meist sehr störend.

Ausgefressene Lichter treten immer dann

auf, wenn

meisten Menschen empfinden ein solches

Foto als unbefriedigend, da das Hauptmotiv,

also das Schloss, nicht überzeugend wiedergegeben

wird.

Ein Blick auf das Histogramm zeigt aber

sofort das Problem, und man kann die Aufnahme

mit einer deutlich knapperen Belich-

• die Belichtung des Fotos zu reichlich ausgefallen

ist

• der Motivkontrast so hoch ist, dass der

Sensor ihn nicht mehr aufzeichnen kann

Im ersten Fall löst eine knappere Belichtung

das Problem. Im zweiten Fall führt eine

knappere Belichtung allerdings zu abgesoffenen

Schatten und man muss abwägen, was

weniger störend ist.

Das Foto von Schloss Linderhof, einem

der Schlösser Ludwigs des Zweiten, ist vom

Motivkontrast her durchaus beherrschbar.

Hier liegt schlicht eine Überbelichtung vor.

In der weißen Fassade des Schlosses ist daher

keine Zeichnung mehr vorhanden, und

die Details sind nicht mehr erkennbar. Die

HOFFMANN

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13


Technik und Bildbearbeitung

tung wiederholen. Das Ergebnis ist eindeutig

besser, denn nun sind alle Details in der

Fassade des Schlosses klar erkennbar.

Bei solch einem Motiv sind ausgefressene

Lichter offensichtlich nicht akzeptabel, und

man sollte die Belichtung so korrigieren,

dass die hellen Bildteile volle Durchzeichnung

aufweisen.

Ausgefressene Lichter akzeptabel

Bei sehr kontrastreichen Motiven ist es

häufig schlicht nicht möglich, alle Tonwerte

des Motivs mit einer einzigen Aufnahme

einzufangen. Bei Innenaufnahmen ist dies

praktisch immer dann der Fall, wenn Fenster

im Bild sind und die Sonne scheint.

Das Foto des Indoor-Pools im Hearst

Castle in Kalifornien entstand unter genau

diesen Bedingungen. Konsequenterweise

sind die drei Fenster im Hintergrund deutlich

überstrahlt, und die Lichter sind komplett

ausgefressen. Bei einer sehr knappen

Belichtung wären zwar die Fenster durchgezeichnet,

aber die wichtigen Details im

Innenraum wären viel zu dunkel und zumindest

stellenweise strukturlos schwarz geworden.

In diesem Fall war die Entscheidung

einfach, denn es sollten ja die Details im

Inneren des Pools dokumentiert werden.

Da die Fenster außerdem eine eher kleine

Fläche einnehmen, halten sich die ausgefressenen

Partien in Grenzen und sind daher

akzeptabel. Man kann sogar argumentieren,

dass die Überstrahlungen dem Bild eine

gewisse Stimmung verleihen, die bei einer

ausgewogenen Lichtverteilung nicht da gewesen

wäre.

14 HOFFMANN

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ausgefressene Lichter anzeigt, wäre die mit

Abstand schlechteste Lösung gewesen.

Ein anderes Beispiel für akzeptable ausgefressene

Lichter ist das Foto des Autoscooters.

Auch hier war es unvermeidbar, das die

Scheinwerfer des Fahrzeugs überstrahlen.

Direkte Lichtquellen im Bild sind in dieser

Hinsicht immer ein Problem. Allerdings

entspricht die Überstrahlung in diesem Fall

weitgehend unserer Wahrnehmung. Daher

empfinden wir die Situation nicht als unnatürlich.

Dennoch fällt auf, dass unser Blick

sehr stark von den Scheinwerfern angezogen

wird.

In solchen Fällen sollte man das Histogramm

nicht zu ernst nehmen. Zwar sind

ausgefressene Lichter rein technisch gesehen

nicht optimal, aber sie waren hier einfach

nicht vermeidbar. Das Bildergebnis kann

dennoch überzeugen. Auf ein Foto zu verzichten,

nur weil das Histogramm ein paar

HDR – die Lösung?

HDR, also die Kombination mehrerer unterschiedlich

belichteter Fotos zu einem neuen Bild,

welches einen fast beliebig großen Motivkontrast

abbilden kann, ist eine mögliche Lösung, um

ausgefressene Lichter zu vermeiden.

Allerdings ist dafür fast immer ein Stativ erforderlich,

da die Einzelbilder deckungsgleich

sein müssen. Wenn ein Stativ nicht eingesetzt

werden kann oder darf, oder wenn sich das Motiv

bewegt, ist HDR also keine Lösung. Außerdem

wirken HDR-Fotos oft unnatürlich.

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Auch bei Sonnenreflexen in verchromten

Fahrzeugteilen oder in hochglänzenden

Oberflächen geht die Lichterzeichnung

zwangsläufig verloren. Aber auch in diesen

Fällen empfinden wir das nicht als störend,

da wir diese Reflexe genau so wahrnehmen.

15


Technik und Bildbearbeitung

Würden die Reflexe volle Durchzeichnung

aufweisen, würden wir das Bild vermutlich

als unnatürlich empfinden.

Fazit

So wichtig durchgezeichnete

Lichterpartien

im

Normalfall auch

sind, man sollte

wissen, wann sie

unvermeidbar und

bisweilen sogar

bildwichtig sind.

Beim Blick auf das

Histogramm sollte

man sich unbedingt

klar darüber

sein, wie das

Motiv beschaffen

ist. Entwickeln Sie ein Gefühl dafür, wann

ausgefressene Lichter unschön und wann sie

akzeptabel sind.

Was stimmt hier nicht? Bildkritik

Das Foto links wirkt merkwürdig

unausgewogen. Das liegt an dem

großen, leeren Raum im oberen

Drittel des Bildes.

Der engere Ausschnitt des Bildes

rechts eliminiert den toten Raum.

Damit liegt der Schwerpunkt des

Fotos mehr auf dem Apfel und der

Schokolade, und die Raumaufteilung

wirkt sehr viel harmonischer

als im linken Bild. Unter rein bildgestalterischen

Aspekten würde

man das rechte Foto vorziehen.

Dennoch hat das Foto mit dem

leeren Raum unter Umständen seine

Berechtigung. Grafiker suchen

häufig nach Fotos, die einen ruhigen,

eher wenig strukturierten Bereich

aufweisen, da man dort problemlos

Texte einbauen kann, ohne

die Lesbarkeit zu beeinträchtigen.

16

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Landschaftsfotografie

im Harz

Nur noch

3 Plätze frei!

Info und Buchung bei

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4. bis 7. Oktober 2015

EUR 565,--

Anmeldeschluss:

31. August 2015

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Teilnehmerfotos

Wildpark Lüneburger Heide

17. - 19. April 2015

Heiner Homfeld

Abdruck der Fotos mit freundlicher Genehmigung des Wildpark Lüneburger Heide

Beate Hanhörster

18 HOFFMANN

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Christian Benedikt

Detlef Ihlo

Taylor Wright

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19


Teilnehmerfotos

Britta Ihlo

Abdruck der Fotos mit freundlicher Genehmigung des Wildpark Lüneburger Heide

Carsten Thom

20 HOFFMANN

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Karsten Träger

Kirsten Janssen

Bettina Nolte

Nächster Termin: 9. - 11. Oktober 2015

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News

Tulpen, Käse,

Mittelalter

Wer an Holland denkt, denkt an Tulpen, Käse und Windmühlen. Für April 2016

planen wir eine Fotoreise zu unseren Nachbarn im Westen, wenn die Tulpenblüte

in vollem Gange, der Käse reif ist und der Wind die Flügel der Mühlen drehen lässt!

Und ein Abstecher ins historische Brügge steht auch auf dem Programm.

Der Keukenhof

Etwa sieben Millionen Blumenzwiebeln

werden in jedem Herbst auf dem Gelände

des Keukenhofs vergraben. Wenn daraus im

Frühling sieben Millionen Blüten geworden

sind, verwandelt sich das Parkgelände in ein

Feuerwerk aus Farben und Formen.

Bereits früh am Morgen, bevor die Busladungen

asiatischer Touristen vor den Kassen

stehen, machen wir uns auf die Suche

nach Motiven. Wenn es gegen Mittag voll

wird, konzentrieren wir uns auf Details und

Nahaufnahmen.

Windmühlen und historische Gebäude

In Amsterdam und in Zaandam haben wir

Gelegenheit, klassische, gut erhaltene Windmühlen

und holländische Architektur zu

fotografieren.

Käsemarkt

In Alkmaar wird in den Sommermonaten

der historische Käsemarkt, der erste in den

Niederlanden, wieder zum Leben erweckt.

Von der Geschmacksprobe über die Wägung

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Kolumne

des Käses bis zum Abtransport: Die Kamera

bekommt hier jede Menge Action geboten.

Kurz belichtet

Lavendelfeld

Brügge

Mit seinem gut erhaltenen mittelalterlichen

Marktplatz, dem Belfried und den vielen Kanälen

zählt Brügge sicherlich zu den schönsten

europäischen Städten. Und falls Sie wider

Erwarten keine Lust auf Fotos haben sollten,

bieten unzählige Kneipen leckeres belgisches

Bier...

In Planung

Diese Reise nach Holland und Brügge befindet

sich noch im Planungsstadium. Daher

können wir zur Zeit noch nnicht den genauen

Termin oder den Preis nennen. Wir

halten Sie aber auf unserer Website und bei

Facebook auf dem Laufenden.

Wer an die Provence denkt, hat vermutlich sofort die Bilder

von Lavendelfeldern im Kopf. Wer den Lavendel in voller Blüte

fotografieren möchte, braucht allerdings ein wenig Glück.

Die Blütezeit ist nicht allzu lang und variert je nach Verlauf des

Frühjahrs um zwei bis drei Wochen.

Das Foto oben wirkt durch die ausgeprägte Diagonale, den

am oberen Bildrand gelegenen Horizont und den kräftigen

Farbgegensatz zwischen Lavendel- und Getreidefeld.

Rathaus in Wernigerode

Der historische Stadkern von Wernigerode mit seinem mittelalterlichen

Rathaus ist besonders in der blauen Stunde immer

ein Foto wert.

Bei Aufnahmen in der Dämmerung verändert sich die Relation

von restlichem, eher bläulichen Tageslicht und dem warmen

Licht der Straßenbeleuchtung von Minute zu Minute. Es

ist daher ratsam, mehrere Aufnahmen zu machen.

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Bilderwelten

Irland

Die „Grüne Insel“ zählt nach wie vor zu den beliebtesten Reisezielen. Und das nicht

ohne Grund. Urwüchsige Landschaften, mittelalterliche Burgen und Klöster und

nicht zuletzt die gemütlichen Pubs sind immer eine Reise wert.

Es regnet viel in Irland

Stimmt. Von irgendwas muss das Grün auf

der grünen Insel ja kommen. Aber es regnet

selten lange. Das Wetter, aber vor allem

das Licht, das uns Fotografen ja besonders

interessiert, ändert sich bisweilen schneller,

als man sein Objektiv wechseln kann. Das

freut besonders die Landschaftsfotografen.

Wo eben noch dunkle Regenwolken tief über

den Bergen hingen, herrscht im nächsten

Augenblick strahlender Sonnenschein.

Und wenn es doch mal länger regnen

sollte, dann gibt es ja immer noch die Pubs.

Zum Beispiel „Foleys Pub“ in Kenmare im

County Kerry. Bei einem Guinness oder

einem Smithwicks (ausgesprochen „Smiddicks“)

läst sich so ein verregneter Nachmittag

durchaus ertragen. Und dann sind da ja

24 HOFFMANN

Photography


Kolumne

auch noch die Burgen, Schlösser und Herrenhäuser,

die man besichtigen kann.

Auf jeden Fall gibt es Fotomotive ohne

Ende. Insbesondere der Südwesten und der

Westen sind landschaftlich besonders spektakulär.

Und auch Nordirland, insbesondere

das County Antrim und Belfast, sollte man

in seine Reisepläne einbeziehen. Sie werden

es nicht bereuen.

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Abgewatschelt

Selfiemania

Simone und Rainer sind ja viel unterwegs.

Und meistens in touristisch

interessanten Ecken der Welt. Wegen

der Fotos natürlich. Da sind dann

auch viele andere Menschen, und die

machen auch Fotos. Schön zu sehen,

dass sich so viele Menschen für unser

spannendes Hobby interessieren.

Und was fotografieren die Leute?

Neulich im Keukenhof, Sie wissen

schon, bei den Käskö... ah, in Holland,

da wo im Frühling die Tulpen in Unmengen blühen, da

waren auch sehr viele Fotografen unterwegs. Die meisten allerdings

mit dem Handy... Aber ich schweife ab. Die Frage war ja,

was fotografieren die Leute? Die Tulpen, meinen Sie?

Ja, auch die Tulpen. Aber hauptsächlich... sich selbst. Mit

Handy und Selfie-Stick. Papa und Mama in den Tulpen, Mama

und die Kleine in den Tulpen, Papa und der Kleine in den Tulpen...

Übrigens, das Betreten der Tulpenbeete ist gar nicht erlaubt,

aber wenn man schon mal in Europa ist... und wenn das

nur einer macht, ist das ja nicht so schlimm. Aber ich schweife

schon wieder ab.

Simone und Rainer sind dann noch weiter gefahren. Nach

Brügge, und auf dem berühmten mittelalterlichen Marktplatz

mit dem Belfried, da waren viele Fotografen. Mit Handy. Mit

Selfie-Stick. Mama und Papa vor dem Belfried, Mama und die

Kleine vor dem Belfried, Papa und der Kleine vor dem Belfried...

Na, immerhin ist es nicht verboten, den Marktplatz von

Brügge zu betreten. Aber vielleicht sollte die Stadtverwaltung

mal darüber nachdenken.

Was passiert eigentlich mit all den Selfies? Muss sich wirklich

irgendjemand all diese Fotos anschauen? So wie damals

beim Diaabend? 500 Selfies auf der SD-Karte, ab damit in den

Kartenschlitz des Fernsehers und los geht‘s? Wer seinen Mitmenschen

das antut, sollte mit Zuchthaus nicht unter zwei Jahren

bestraft werden! Und mit Entzug des Selfie-Sticks auf Lebenszeit.

Aber die Selfiemanie hat ja auch was Gutes. In ein paar Jahren,

dann, wenn es nur noch Selfies geben wird, dann, ja dann

wird womöglich das gut gestaltete oder einfach nur schöne Foto

der Tulpenbeete im Keukenhof oder des Belfrieds wieder gefragt

sein. Denn diese Fotos wird ja kaum noch jemand machen.

Gute Zeiten für uns „richtige“ Fotografen werden anbrechen.

Warten wir es mal ab.

Übrigens, äh, hier ist ein Link zu meiner neuen Selfie-Galerie:

Louises Selfie Galerie

Ihre Louise von Tharau

Louises Welt

25


Termine

Fotokurse/Fotoreisen

Tel.: 0421 / 323889

Kurse bei Foto-Bischoff, HB

20. Juni 2015

Grundkurs Fotografie I

Grundlagen der Fotografie leicht gemacht!

4 Info & Anmeldung

26. September 2015

Grundkurs Fotografie I

Grundlagen der Fotografie leicht gemacht!

4 Info & Anmeldung

17. Oktober 2015

Grundkurs Fotografie II

Grundlagen der Fotografie leicht gemacht!

4 Info & Anmeldung

28. und 29. November 2015

Photoshop Lightroom

Adobes leistungsstarke Bildbearbeitungs- und

Bildverwaltungssoftware verständlich erklärt

Info und Anmeldung ab 1. Juni 2015

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Foto-Events

04. - 07. Oktober 2015

Landschaftsfotografie im Harz

4 Info & Anmeldung

09. - 11. Oktober 2015

Tierfotografie im Wildpark Lüneburger Heide

Fotografieren in Wildgehegen

4 Info & Anmeldung

Online-Kurse

14. Oktober 2015 (jeweils Beginn)

Landschaftsfotografie intensiv (6 Wochen)

Alle Facetten der Landschaftsfotografie

4 Info & Anmeldung

Reisefotografie intensiv (6 Wochen)

Aus Urlaubsbildern werden Reisefotos

4 Info & Anmeldung

Grundlagen der Bildgestaltung (6 Wochen)

„Goldener Schnitt“ und mehr

4 Info & Anmeldung

Die Welt der Farben (4 Wochen)

Farben als Gestaltungsmittel

4 Info & Anmeldung

Wenn es Nacht wird (4 Wochen)

Fotografieren in der Dämmerung und nachts

4 Info & Anmeldung

Entdecke die Fotovielfalt (6 Wochen)

Finden Sie Ihre fotografische Leidenschaft

4 Info & Anmeldung

Fotoreisen

31. Januar - 06. Februar 2016

Karneval in Venedig

4 Info & Anmeldung

Vorankündigung

April 2016

Tulpen, Käse, Mittelalter

Fotoreise nach Holland und Brügge

26 HOFFMANN

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Impressum

Kurse bei der

VHS Bremen

Die Anmeldung für diese Kurse erfolgt bei der

VHS Bremen, entweder Online vhs-bremen.de

oder telefonisch unter 0421 / 361-12345

Bitte Kursnummer angeben!

Fotokurse

06. Juni 2015 (Beginn)

Elemente der Bildgestaltung Kurs-Nr. 71-306

Jenseits des „Goldenen Schnitts“

4 Warteliste

06. Juni 2015 (Beginn)

Von Affe bis Zebra Kurs-Nr. 71-142

Fotografieren im Zoo (Hagenbeck)

4 Warteliste

27. Juni 2015 (Beginn)

Farben machen Fotos Kurs-Nr. 71-307

Farben als Gestaltungsmittel

4 Warteliste

27. Juni 2015 (Beginn)

Vom Urlaubsbild um Reisefoto

Kurs-Nr. 71-180

Einführung in die Reisefotografie

4 Warteliste

25. Oktober 2015 (Beginn)

Terminänderung!!

Elemente der Bildgestaltung Kurs-Nr. 71-306

Jenseits des „Goldenen Schnitts“

25. Oktober (Beginn)

Terminänderung!!

Von Affe bis Zebra Kurs-Nr. 71-142

Fotografieren im Zoo (Hagenbeck)

Bildungsurlaub

09. –13. November 2015

Bildungsurlaub „Digitale Bildbearbeitung“

Kurs-Nr. 71-803

4 Warteliste

Bildungsurlaub

Vorankündigung

(noch nicht buchbar!)

22. –26. Februar 2016

Bildungsurlaub „Digitale Bildbearbeitung“

Kurs-Nr. 71-???

Die Termine für Digitale Bildbearbeitung

Herbst 2015 folgen!

Vorankündigung Herbst

(noch nicht buchbar!)

27. September 2015

Basiswissen Fotografie Kurs-Nr. 71-210

Grundlagen der Fotografie

18. Oktober 2015

Basiswissen Fotografie Kurs-Nr. 71-212

Grundlagen der Fotografie

Herausgeber:

Impressum

Rainer und Simone Hoffmann

Mühlenkamp 25

28857 Syke

Tel.: 04240 / 698

Verantwortlich für den Inhalt: Rainer Hoffmann

Redaktion:

Rainer Hoffmann

Tel.: 04240 / 698

E-Mail: rainer@hoffmann-photography.com

Alle Fotos © Rainer & Simone Hoffmann. Jegliche Verwendung

der Fotos bedarf der ausdrücklichen schriftlichen

Genehmigung durch die Bildautoren.

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