oder: was winkelmesskästchen im 2. staats - UniDAZ

unidaz.de

oder: was winkelmesskästchen im 2. staats - UniDAZ

DAZ

UniDAZ

Der große UniDAZ-Gehaltsreport

Rechtsmedizin – Ein Zukunftsfach

Ein etwas anderes didaktisches Konzept

Wo die Apothekerin impft...

DAS STUDENTENMAGAZIN

DER DEUTSCHEN APOTHEKER ZEITUNG

1/2012

Sommersemester

Deutscher Apotheker Verlag

unidaz.de


Ferienguides gesucht!

Seit mehr als 7 Jahren veranstalten wir als ANZAG, einem der führenden Pharmagroßhändler in Deutschland,

Feriencamps für die Kinder unserer Kunden. Fun und Action werden hierbei Groß geschrieben.

Über 400 leuchtende Kinderaugen bei insgesamt 18 Camps sind dafür der Beweis. Für dieses Ferienevent der

Extraklasse suchen wir noch Guides, die 14 Tage lang gemeinsam mit den 11- bis 17-Jährigen auf Abenteuerfreizeit

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Kost und Logie frei sowie 250 E Taschengeld.

EDITORIAL

LIEBE STUDENTINNEN UND STUDENTEN,

LIEBE PHARMAZEUTEN IM PRAKTIKUM,

LIEBE KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN,

wir sind noch immer überwältigt von der überaus positiven Resonanz,

die UniDAZ bei Studenten, Professoren, Praktikanten und

Apothekern ausgelöst hat. Die Nachfrage war so groß, dass wir für

die nun vorliegende zweite Ausgabe die Auflage erhöht haben. Vielen

Dank für Ihr großes Interesse sowie Ihre vielen Anregungen und

Themenvorschläge, die in den letzten Monaten bei uns eingegangen

sind. Natürlich können wir nicht alle und schon gar nicht alle auf

einmal umsetzen und hoffen auf Ihr Verständnis.

Ein Wunsch, der gleich mehrfach geäußert wurde, war ein Gehaltsreport,

der offen und realistisch Auskunft darüber gibt, was Pharmazeuten

nach ihrer Approbation in verschiedenen Betätigungsfeldern

verdienen. Daher haben wir Tarifverträge gewälzt sowie in den

Personalabteilungen und bei zahlreichen Kolleginnen und Kollegen

mal konkret nachgefragt, was bei approbierten oder promovierten

Berufsanfängern in der Lohntüte steckt. Die Ergebnisse unserer Recherche

lesen Sie ab S. 22. Aber auch sonst haben wir wieder einen

bunten Themenmix für Sie zusammengestellt, der hoffentlich Ihr

Interesse weckt. Falls Sie uns Ihre Meinung zu UniDAZ sagen oder

Kritik – gerne auch Lob – loswerden wollen, melden Sie sich doch

einfach bei uns (redaktion@unidaz.de) oder kommentieren Sie die

Artikel auf unidaz.de. Als zusätzliche Möglichkeit, um mit uns sowie

Ihren Kommilitonen in Kontakt zu treten und zu diskutieren,

steht Ihnen seit einigen Wochen auch die UniDAZ-Facebook-Seite

(facebook.com/UniDAZ) zur Verfügung. Falls Ihnen das Angebot

von UniDAZ zusagt, klicken Sie doch einfach auf den „Gefällt-mir-

Button“ und werden Sie UniDAZ-Fan. Benjamin Wessinger Andreas Ziegler

01/2012 UniDAZ 3

Nicht vergessen wollen wir, an dieser Stelle auch nochmal auf die

UniDAZ-Rubrik in unserem „Mutterblatt“, der Deutschen Apotheker

Zeitung, hinzuweisen. Diese Rubrik richtet sich explizit

an den pharmazeutischen Nachwuchs und soll Ihnen nicht zuletzt

bei der Examensvorbereitung von Nutzen sein. Mittlerweile

wurde jedes Prüfungsfach des zweiten Staatsexamens einmal behandelt

und mit Beginn des Sommersemesters starten wir in die

nächste Runde. Ein guter Zeitpunkt also, um in die Lektüre dieser

spannenden Beiträge einzusteigen, falls Sie nicht ohnehin schon

zu den Lesern der UniDAZ-Rubrik gehören. Falls Sie die UniDAZ

und die zehn Hefte der Deutschen Apotheker Zeitung, in denen

die UniDAZ-Rubrik erscheint, kostenlos nach Hause geliefert haben

wollen, melden Sie sich einfach bei uns (0711/25 82-353 oder

service@deutscher-apotheker-verlag.de). Aber natürlich liegt die

UniDAZ auch weiterhin an allen pharmazeutischen Hochschulinstituten

aus, diesmal wie von Ihnen gewünscht auch in etwas

größeren Stückzahlen.

Abschließend wünschen wir Ihnen viel Spaß beim Lesen und freuen

uns auf Ihr Feedback


4 UniDAZ 01/2012 INHALT

INHALT

01/2012 UniDAZ 5

MACHEN SIE MIT

BEI UniDAZ!

Natürlich gibt es zu UniDAZ auch eine Website, www.

unidaz.de. Hier finden Sie nicht nur alle Artikel aus

den UniDAZ-Heften, sondern können diese auch kommentieren.

Wir freuen uns über Ihre Meinungen.

Wenn Sie selber bei UniDAZ mitmachen wollen: Auf

www.unidaz.de können Sie Ihren eigenen Blog einrichten.

Berichten und erzählen Sie doch von lustigen Erlebnissen

im Labor, interessanten Eindrücken während Ihres

Auslandssemesters, von brillanten Vorträgen oder ätzenden

Seminaren – oder von völlig anderen Dingen, die Sie

und Ihre Kommilitonen interessant finden.

Die UniDAZ-Hochschulportraits auf www.unidaz.de

können Sie – genau wie die Wikipedia – jederzeit und immer

wieder verändern, anpassen, korrigieren und ergänzen.

Helfen Sie Studienanfängern und Ihren Kommilitonen

mit Insidertipps und korrekten Infos über Ihre Uni

und die Stadt.

Und natürlich freuen wir uns auch über Autoren für

das UniDAZ-Magazin, über Berichte von besonderen

Praktika oder Ihre Erfahrungen an der Uni. Auch für die

regelmäßigen Rubriken „Was macht mein Assi? – Doktoranden

stellen sich vor“ und „Pharmazeutische Karrieren“

über interessante Laufbahnen in der Pharmazie

suchen wir ständig neue Beiträge.

MELDEN SIE SICH BEI UNS, WIR FREUEN UNS ÜBER

JEDEN, DER MITMACHT!

redaktion@unidaz.de, www.unidaz.de,

Tel.: 0711/25 82-215

UniDAZ, Postfach 10 10 61, 70009 Stuttgart

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UniDAZ gehen oder mit dem

Smartphone den nebenstehenden

QR-Code scannen.

INHALT

UniDAZ

1/2012

Sommersemester

STUDIUM

06 Ein etwas anderes didaktisches Konzept

08 Bio-Staatsexamen: Recherchieren, Bewerten, Beraten

10 Neuberufene Profs

12 Buchbesprechung: Alles drin

13 Standpunkt: „It’s the Patient, Stupid!“

14 Was macht mein Assi?

BERUFSSTART

16 Rechtsmedizin: Ein Zukunftsfach für Pharmazeuten

21 Pharmazeutische Karrieren

22 Der große UniDAZ-Gehaltsreport

25 Pharmazeutische Karrieren

32 Berufsbegleitendes Studium Komplementäre Medizin

35 FIRMENPORTRÄTS

FEUILLETON

40 UniDAZ hat den Swag

INTERNATIONALES

42 Wo die Apothekerin gegen Grippe impft...

WISSENSCHAFT

46 Was ist eigentlich das Arzneibuch?

50 Der UniDAZ-Wissenschaftspreis

52 Was macht mein Assi?

53 BPhD e.V.

59 Absolventen

62 Impressum

16

42

INTERNATIONALES

WO DIE APOTHEKERIN IMPFT...

Eine Apothekerin aus Oxford

(GB) berichtet von ihren Erfahrungen als

Managerin einer Ketten-Apotheke und mit

dem englischen Gesundheitssystem sowie

über die Unterschiede zu Deutschland.

06

STUDIUM

EIN ETWAS ANDERES

DIDAKTISCHES KONZEPT

Das Wissen explodiert, und selbst Fachleuten

gelingt es kaum mehr, mit dem Wissenszuwachs

Schritt zu halten. Prof. Dingermann

von der Uni Frankfurt begegnet den

sich daraus ergebenden Herausforderungen

mit einem neuen didaktischen Konzept.

BERUFSSTART

DIE RECHTSMEDIZIN – EIN ZUKUNFTSFACH FÜR PHARMAZEUTEN

Nicht zuletzt dank TV-Serien wie CSI oder Crossing Jordan ist die Rechtsmedizin

in den Blickpunkt geraten. Aber wussten Sie, dass sie auch ein interessantes Berufsgebiet

für Pharmazeuten ist? Ein Apotheker berichtet aus seinem Arbeitsalltag am Rechtsmedizinischen

Institut der Uni Zürich.

22

BERUFSSTART

DER GROSSE

UniDAZ-GEHALTSREPORT

Je näher das Studienende rückt, desto häufiger

stellt sich die Frage: Was werde ich

anschließend eigentlich verdienen? Wir

haben nachgefragt, damit Sie Ihre späteren

Verdienstmöglichkeiten realistisch einschätzen

können.

46

WISSENSCHAFT

WAS IST EIGENTLICH

DAS ARZNEIBUCH?

Das Arzneibuch kennt jeder Pharmaziestudent

– aber welche rechtlichen und politischen

Grundlagen hat es? Wer entscheidet,

was drin steht? Und wer muss sich daran

halten?


6 UniDAZ 01/2012 STUDIUM

STUDIUM

01/2012 UniDAZ 7

LEHRE VOR DEM LEHRBUCH

EIN ETWAS ANDERES

DIDAKTISCHES KONZEPT

Das Wissen in den Lebenswissenschaften explodiert, und selbst Fach-

leuten gelingt es kaum mehr, mit dem Wissenszuwachs Schritt zu

halten. Prof. Dingermann von der Uni Frankfurt begegnet den sich

daraus ergebenden Herausforderungen mit einem neuen didakti-

schen Konzept, das er im Folgenden exklusiv für UniDAZ erläutert.

Das Wissen in den Lebenswissenschaften

akkumuliert mit einer so unglaublichen

Geschwindigkeit, wie dies noch vor

wenigen Jahren kaum vorstellbar war. Zudem

werden gerade im medizinisch/pharmazeutischen

Bereich neue wissenschaftliche

Erkenntnisse so schnell in praktische

Anwendungen umgesetzt, dass vielen eine

systematische Fort- und Weiterbildung gewissermaßen

aussichtslos erscheint. Hier

Schritt zu halten gelingt kaum denjenigen,

die sich an diesem Wissenszuwachs aktiv beteiligen

und/oder deren Aufgabe es ist, neue

wissenschaftliche Erkenntnisse zu kommunizieren.

Wie soll dies dann erst denjenigen

möglich sein, die einen Heilberuf ausüben,

und die neben ihrer wichtigen Tätigkeit

beim Umgang mit Patientinnen und Patienten

auch gefordert sind, ihr Wissen so aktuell

zu halten, dass sie Fragen beantworten können,

mit denen ratlose Patientinnen und Patienten

zu ihnen kommen? Dass dies in zunehmendem

Maße der Fall sein wird, steht

außer Frage. Denn offensichtlich werden

künftig Patientinnen und Patienten noch

deutlich mehr als die Experten der Heilberufe

von dem überfordert sein, was die moderne

Medizin ihnen im Falle einer Krankheit

zumutet und dem sie als mündige Patienten

zustimmen müssen. Oder sie lehnen die

ihnen angebotenen Interventionsoptionen

ab, eher emotional als rational, weil sie dem

nicht folgen konnten, was man ihnen vorgeschlagen

hat – nicht selten mit dramatischen

Konsequenzen für die Gesundheit.

WISSENSEXPLOSION FÜHRT ZU

RESIGNATION

Bei den vielen Vorträgen, mit denen ich

mich in die Fort- und Weiterbildung der

Apothekerinnen und Apotheker einbringe,

erlebe ich regelmäßig das skizzierte Dilemma.

Fortbildungswillige Kolleginnen

und Kollegen folgen meinen Ausführungen

nicht selten mit Interesse und Faszination,

wie sie mir im persönlichen Gespräch oder

per Mail berichten. Oft gestehen sie mir aber

auch eine gewisse Resignation, da sie sich

durch die Fülle an Neuem, zu dessen tieferem

Verständnis in aller Regel die Grundlagen

fehlen, überfordert fühlen.

Es ist absehbar, dass auch die jetzigen

Absolventinnen und Absolventen eines

Pharmaziestudiums, also meine Studentinnen

und Studenten, in eine ähnliche Situation

geraten werden, obwohl sie natürlich ganz

andere Grundlagen vermittelt bekommen

haben, als dies älteren Semestern vergönnt

sein konnte. Da dies für mich nicht akzeptabel

ist, habe ich mich in den letzten Jahren

gefragt, ob hier nicht auch die Hochschulen

gefordert sind, Elemente in die akademische

Ausbildung der angehenden Apothekerinnen

und Apotheker zu integrieren, die dieser

Entwicklung entgegenzusteuern vermögen.

MODERNE KOMMUNIKATIONSTECHNO-

LOGIEN ALS LÖSUNG DES PROBLEMS

Als „meinen“ Ansatz zur Lösung dieses

Problems versuche ich, meine Studenten

im Hauptstudium davon zu überzeugen, bis

zur letzten Konsequenz von dem Gebrauch

zu machen, was uns heute moderne Kommunikationsmethoden

bieten. Denn in der

Kommunikationstechnologie hat eine ganz

vergleichbare „Revolution“ stattgefunden

wie in den Lebenswissenschaften, mit Dimensionen,

die hier wie da noch vor wenigen

Jahren unvorstellbar waren.

Fakt ist, dass Wissen heute überall zu

jeder Zeit in einer beliebigen Tiefe verfügbar

ist. Der effektive Zugang zu diesem Wissen

erfolgt heute viel weniger über unseren

Kopf. Es sind vielmehr unsere Fingerspitzen,

die auf der Tastatur eines Computers

oder dem Touchscreen eines Smartphones

das weltweit verfügbare Wissen zu jeder

Zeit abzurufen vermögen.

ALLES WISSEN ZU WOLLEN IST

HOFFNUNGSLOS

Aus diesem Grund verlange ich von meinen

Studenten nicht mehr, Wissen aktiv speichern

zu wollen, ein hoffnungsloses Unterfangen,

gestern wie heute, wie alle wissen,

die hier ehrlich analysieren. Im Gegenteil,

ich verlange von meinen Studenten, den

Kopf weitgehend von lexikalischem Wissen

Foto: iStockphoto

freizuhalten und sich stattdessen mit Strategien

zu befassen, die Wissen in einem jeweils

sehr konkreten Fall aus dem virtuellen

Wissenspool zu heben vermögen und

die es möglich machen, durch vertiefende

Recherche auch das zu verstehen, was einem

zunächst als reine Information angeboten

wird – natürlich auf der Basis eines soliden

Grundwissens, das ein gutes Pharmaziestudium

vermittelt, auch ohne Details auswendig

gelernt zu haben.

COMPUTER ALS „HILFSMITTEL“ IM

2. STAATSEXAMEN

Dabei gehe ich soweit, dass ich nach diesem

Konzept auch im 2. Staatsexamen prüfe. Jedem

Prüfling stelle ich einen Computer zur

Verfügung, wo er oder sie alles in allen offen

zugänglichen Quellen recherchieren kann,

was gefragt wird. Allerdings: Ich stelle Fragen,

die ohne solche Hilfsmittel auch nicht

zu beantworten sind. Die Fragen und Probleme,

mit denen ich mich mit meinen Studenten

in den von mir geprüften Staatsexamina

auseinandersetze, sind extrem aktuell.

Diese Fragen entnehme ich internationalen

Pressemitteilungen, die selten älter als vier

Wochen sind. Keine Chance also, dass man

diese Probleme aus Lehrbüchern hätte lernen

können oder dass man sie in Vorlesungen

und Seminaren hätte erläutert bekommen

können.

„AUCH ICH KENNE DIE ANTWORTEN

AUF MEINE FRAGEN VORHER NICHT“

Einer Lösung des Problems nähern sich die

Studierenden schrittweise. Nach einer ersten

Recherche und einem Diskussionsblock

werden neue Fragen auftauchen, die wiederum

recherchiert werden müssen. Während

dieser Zeit unterhalte ich mich dann mit

dem/der zweiten bzw. dritten Kandidaten/

Kandidatin, und beginne danach eine neue

Diskussionsrunde. Bewertet wird in einer

solchen Prüfung die Fähigkeit, in sehr kurzer

Zeit Informationen zu finden, auf deren

Basis der Student oder die Studentin das

Problem versteht und so verbalisieren kann,

dass ein fachlicher Dialog mit üblicherweise

drei bis vier Recherche-Runden mit mir als

Prüfer möglich wird. Denn auch ich habe

die Fragen nicht zur Prüfung vorrecherchiert

und kenne Antworten und Lösungen

ebenso wenig wie meine Studenten.

SEMINAR ZUR VORBEREITUNG AUF

PRÜFUNG UND PRAXIS

Natürlich gehen meine Studenten nicht unvorbereitet

in diese unkonventionelle Prü-

fung. Zusammen mit meiner Mitarbeiterin,

Frau Dr. Zündorf, biete ich meinen Studierenden

im achten Semester im Rahmen des

nach der neuen Approbationsordnung vorgesehenen

Seminars „Biogene Arzneimittel“

eine Art „Lehre vor dem Lehrbuch“ an.

In diesem Seminar wollen wir sowohl Soft-

Skills als auch Fachwissen vermitteln, eine

Kombination, die in der pharmazeutischen

Praxis steigende Bedeutung erlangen wird.

Wir definieren die Ziele dieses Seminars dahingehend,

auf aktuelle Fragen sehr schnell

und fundiert antworten zu lernen. Hierzu

werden möglichst tagesaktuelle Fragen – bevorzugt,

aber nicht ausschließlich zu biogenen

Arzneimitteln – gestellt und zu diesen

Fragen Stellungnahmen erarbeitet. Die Bearbeitung

der Fragen erfolgt in zwei Phasen:

In einer ersten Phase (Präsenzphase) wird

versucht, innerhalb von ca. 30 Minuten eine

erste „Einschätzung“ zu formulieren.

In der zweiten Phase wird als Hausarbeit

innerhalb der nächsten 14 Tage von Arbeitsgruppen

eine tiefer gehende, hinreichend

fundierte „Stellungnahme“ erarbeitet, die

dann zu Beginn eines Seminars vorgestellt

und von allen Seminarteilnehmern diskutiert

wird.

Geschult werden soll:

• die Fähigkeit zu einer schnellen, „spontanen“

Auskunft zu Fragen, mit denen

man bisher nicht so konkret konfrontiert

wurde,

• die Fähigkeit zur Formulierung einer

fundierten Stellungnahme zu „neuen“

Fragen nach sorgfältiger Recherche

(gutachterliche Stellungnahme), die sich

einerseits an Laien (Patienten), andererseits

an Fachleute (Ärzte) richtet. Dass

als Resultat ganz unterschiedlich formulierte

Stellungnahmen zur gleichen Frage

zu formulieren sind, ist selbstredend und

Teil der Übung,

• der Umgang mit Datenbanken und Informationen

aus dem Internet,

• die kritische Wertung von Informationen

aus dem Internet.

Der Besuch der Veranstaltung ist für Studierende

des 8. Semesters verpflichtend! Als

Leistungsnachweis gelten die schriftlichen

Stellungnahmen.

POSITIVES FEEDBACK DER STUDENTEN

Natürlich wird dieses Seminar, wie alle unsere

Lehrveranstaltungen, evaluiert, und die

Ergebnisse dieser Evaluation sind durchaus

positiv. Besonders erfreulich ist es jedoch,

wenn sich ehemalige Studierende bei mir

melden und unaufgefordert berichten, dass

sie aus dieser Art der Lehre einen Nutzen

für die Praxis ziehen konnten. Dies passiert

immer wieder, und ich möchte als Beispiel

die folgende Mail wiedergeben, die mich am

25. November 2010 um 20:44:13 erreichte:

Guten Abend Herr Professor Dingermann,

Vor etwa zwei Monaten saß ich bei Ihnen im

Staatsexamen und bin zum 1. November ins

PJ gestartet. Heute habe ich ein kleines Erfolgserlebnis

gehabt, das ich Ihnen verdanke,

denn ein Arzt rief an und fragte mich nach

einem Wirkstoff, den er noch nicht kannte. Im

Apothekenprogramm konnte ich ihn (Vernakalant)

auch nicht finden, doch da wir die Situation

mit Ihnen und Frau Doktor Zündorf

geübt hatten, konnte ich dem Arzt nach einer

halben Stunde die ersten Informationen

geben und habe ihm für morgen noch einen

ausführlicheren Bericht zusammengestellt. Er

bedankte sich daraufhin sehr für die kompetente

Beratung.

Ich hätte nicht gedacht, dass sich das

Üben mit Ihnen so schnell bezahlt macht.

Daher vielen Dank dafür.

Mit freundlichen Grüßen

D.S.

Es gibt viele Möglichkeiten, junge Leute auf

einen faszinierenden Beruf vorzubereiten

und Ihnen das Rüstzeug mitzugeben, aktuelle

wissenschaftliche Erkenntnisse zu verstehen

und zu kommunizieren. Eine Patentlösung

gibt es nicht, und das ist auch gut so.

Daher soll der hier geschilderte Ansatz auch

nichts anderes sein, als ein Beispiel – nicht

mehr und nicht weniger.

Von Prof. Theo Dingermann,

Professor für Pharmazeutische Biologie an

der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Foto: Theo Dingermann


Foto: Fotolia

8 UniDAZ 01/2012 STUDIUM

DAS BIOLOGIE-STAATSEXAMEN IN

FRANKFURT AUS STUDENTENSICHT

RECHERCHIEREN,

BEWERTEN, BERATEN

Zur Vorbereitung des 2. Staats-

examens schmücken meist Berge

von Lehrbüchern, Karteikarten,

Mitschriften und Textmarkern den

in der Regel zu klein geratenen

Schreibtisch – ein Bild das wohl

keinem Pharmazeuten fremd ist.

Hat man sich nun nach einiger Zeit

mit dem Anblick seiner neu erworbenen

„Dekoration“ angefreundet, beginnt

die Zeit des Auswendiglernens. Die wichtig

erscheinenden Fakten werden, da unmittelbar

nach Zuschlagen des Buches der Verlust

der Erinnerung droht, akribisch auf Karteikarten

notiert, in der Hoffnung sie bis zum

Prüfungstermin im Schlaf aufsagen zu können.

Dieses Prinzip ist bewährt und führt

mit genügend Fleiß auch meist zum Erfolg.

Mit einer Ausnahme, der Prüfung “Pharmazeutische

Biologie“ an der Goethe-Universität

Frankfurt. Das Lehrbuch weicht dem

Computer, das Faktenwissen der Fähigkeit,

auf die vorhandene Information im Internet

zurückgreifen zu können und mit Hilfe seines

erworbenen Wissens zu bewerten.

„WAS SAGEN SIE DAZU?“

Mir persönlich wurde die Aufgabe gestellt,

Spirulina in der Anwendung als

Nahrungsergänzungsmittel zu beurteilen.

Zum Einstieg in die Thematik diente ein

aktueller Presseartikel, in dem der Nutzen

einer additiven Ernährung mit Spirulina

angepriesen wurde. Mit den Worten „Was

sagen Sie dazu?“ wurde die Prüfung endgültig

eingeläutet. Natürlich hat mir der

Begriff Spirulina zunächst nur wenig gesagt

und genau das entspricht exakt dem

Prüfungskonzept. Es geht nicht darum, erlerntes

Wissen zu präsentieren, sondern

anzuwenden.

DIE ERHALTENE INFORMATION WAR

GRENZENLOS

Um mir ein Bild von Spirulina in Bezug

auf seine Anwendung als Nahrungsergänzungsmittel

zu machen, musste ich mir

nun Informationen beschaffen, aber nichts

leichter als das – ein Notebook stand direkt

vor mir. Den Internet-Browser gestartet,

mit dem Shortcut einige Tabs geöffnet,

begann ich die einschlägigen Seiten

wie z.B. clinicaltrials.gov, Google Scholar

und PubMed zu durchsuchen. Die Menge

der erhaltenen Information war grenzenlos,

daher musste ich mich auf wenige

Schlagwörter konzentrieren. Da eine Publikation

von Watanabe et al. über die in Spirulina

enthaltenen Vitamin-B12-Analoga

mein Interesse weckte, diskutierte ich im

weiteren Verlauf meiner Prüfung mit Prof.

Dingermann über diesen Sachverhalt, die

Funktion von Vitamin B12 im Allgemeinen,

Krankheiten die den Vitamin B12-

Haushalt beeinflussen und mögliche Konsequenzen

eines B12-Substitutionsversuchs

mit Spirulina. Nach 20 Minuten war das

Fachgespräch und damit die Prüfung beendet.

WARUM KÖNNEN PHARMAZIESTU-

DENTEN VON DIESER PRÜFUNGSART

PROFITIEREN?

Die Prüfung zeigt, dass gerade im Zeitalter

des Internets und der damit verbundenen

unbegrenzten Möglichkeiten der Informationsbeschaffung

es nicht mehr notwendig ist,

stur Detailwissen auswendig zu lernen. Ein

Vorhaben das ohnehin dem Kampf gegen

Windmühlen gleicht. Leider wird dies nach

wie vor an den meisten Pharmazie-Standorten

ignoriert. Es geht vielmehr darum Informationen

zu beschaffen, ihre Glaubwürdigkeit

einschätzen zu können und sie in den

Kontext der Fragestellung zu stellen. Ich

freue mich sehr, dass die Goethe-Universität

Frankfurt dieser Tatsache im Studiengang

Pharmazie gerecht wird und Prof. Dingermann

konsequent nach diesem Prinzip seine

Staatsexamensprüfung und das Seminar

„Biogene Arzneimittel“ durchführt. Der

Anspruch an den Prüfling wird durch dieses

„alternative“ Prüfungsverfahren keineswegs

geschmälert, denn ein Verstecken hinter

auswendig gelernten Phrasen ist nicht

möglich. Ein gutes Verständnis für pharmazeutische

Sachverhalte und die Fähigkeit benötigte

Informationen zu erhalten, sind der

Schlüssel zum Erfolg – nicht nur in der Ausbildung,

sondern auch im Beruf. Die Anzahl

der mündigen Patienten, die sich im Voraus

über Medikation im Internet informieren

oder sich nach neuen Therapiemöglichkeiten

erkundigen, steigt im Apothekenalltag

an. Gerade in solchen Situationen ist es

schwer den Patienten eine adäquate Antwort

zu geben und nichts ist für einen angehenden

Apotheker im Praktikum peinlicher als

seine eigene Unwissenheit vor dem Patienten

eingestehen zu müssen.

Doch gerade hier hilft das Internet mit

verschiedenen exzellenten Datenbanken.

Recherchieren, Bewerten, Beraten - es war

nie einfacher und braucht nur ein wenig

Übung! Sowohl unser Stand als auch unsere

Patienten werden durch die Weiterführung

dieses Konzeptes profitieren.

Von Christian R. Grunwitz,

Pharmazeut im Praktikum an der Univer sity

of Florida

Wir sind ein erfolgreiches Pharmaunternehmen, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von festen

Dar reichungsformen mit optimierter Wirkstoff performance für die globale pharmazeutische Industrie spezi alisiert hat.

Basierend auf unserem spezifi schen Know-how und einer Vielzahl patentgeschützter Plattform-Technologien realisieren

wir komplexe Produktherausforderungen. Seit unserer Gründung im Jahr 1993 sind wir kontinuierlich und solide

ge wachsen. Zurzeit tragen 390 Mitarbeitende mit Herz und Verstand zum Erfolg des Unternehmens bei.

Zum nächstmöglichen Termin suchen wir Sie als

Pharmaziepraktikant (m/w)

im Bereich Forschung & Entwicklung oder Herstellung

Wir bieten Ihnen als Student der Pharmazie die Möglichkeit, im Bereich Forschung & Entwicklung oder im Bereich der Herstellung im

Rahmen des Praktischen Jahrs in unserem Unternehmen Industrieerfahrung zu sammeln. Während Ihres Praktikums erhalten Sie

Ein blicke in die Abläufe in einem pharmazeutischen Unternehmen.

Ihre Hauptaufgaben im Bereich der Forschung & Entwicklung: • Mitarbeit an Entwicklungsprojekten • Mitarbeit an der Etablierung

einer neuen Technologie • Mitarbeit bei der Optimierung von Technologien und Prozessen

Ihre Hauptaufgaben im Bereich der Herstellung: • Unterstützung der Herstellungsleitung beim Batch Record Review • Bearbeitung

von Abweichungen und Reklamationen • Unterstützung bei Projekten zur Prozessoptimierung, zur Anschaff ung von neuem Produktionsequipment

oder zur Erfassung von Leistungsdaten

Ihr Profi l: Sie suchen nach einem anspruchsvollen 6-monatigen Praktikum im Rahmen Ihres 3. Ausbildungsabschnittes und interessieren

sich für neue dynamische Aufgabenfelder in der pharmazeutischen Industrie. Sie überzeugen durch Ihre natürliche, fachliche und

persönliche Autorität und haben den Teamgedanken verinnerlicht.

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung! Bitte senden Sie Ihre ausführlichen Bewerbungsunterlagen an:

LOSAN Pharma GmbH

Christine Gropper, Personalreferentin

Otto-Hahn-Straße 13

79395 Neuenburg

Tel. 07631-7906-0

bewerbung@losan.de

www.losan-pharma.com

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10 UniDAZ 01/2012 STUDIUM

STUDIUM

01/2012 UniDAZ 11

NEUBERUFENE PROFS

Prof. Tanja Schirmeister

Pharmazeutische Chemie,

Uni Mainz

Wie kamen Sie zur Pharmazie?

Interesse an Naturwissenschaften, insbesondere Chemie, an der

Kombination verschiedener Naturwissenschaften; ursprünglich

auch mal wegen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf als Apotheker,

ich habe dann aber doch die Uni-Laufbahn eingeschlagen, so

dass es mit dem Halbtagsjob in der Apotheke nix wurde.

Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Pharmazie studiert hätten?

Pathologin, irgendwas in der Forensik; oder ich hätte wahrscheinlich

Biochemie studiert.

Warum würden Sie Schulabgängern raten, Pharmazie zu studieren?

Wenn Interesse an Chemie vorhanden, dann ist Apotheker ein Beruf

mit sehr vielen Möglichkeiten und sicheren Jobaussichten; zudem

ist die Pharmazie ein Gebiet, das sich rasant und immer weiter

entwickelt, es bleibt ein Leben lang spannend.

Was ist das Spannende an Ihrem Forschungsgebiet?

Die Kooperationen mit den vielen Kollegen, die einzelne Aspekte des

Forschungsgebietes beleuchten, so dass sich dann irgendwann mal

vielleicht aus den vielen einzelnen Puzzleteilen ein ganzes Bild ergibt.

Wann haben Sie das letzte Mal in einer Offizin gestanden und

würden Sie sich heute noch zutrauen dort zu arbeiten?

Im PJ; ja würde ich mir doch wohl zutrauen…;-)

Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten?

Freizeit, welche Freizeit…? Mit der FAMILIE bei netten Gesprächen

und heißen Diskussionen literweise Alkohol vertilgen. Garten.

Welche Musik hören Sie gerne? oder Welches Buch lesen Sie zurzeit?

Opern; so blöd es klingt, aber wahr: „Einführung in die Quantentheorie“,

weil ich das noch nie kapiert hab… Außerdem: Geo-Heft

über „Impressionismus“ und Hörbuch: „Glennkill“

Sie sind jetzt seit 5 Monaten Professorin in Mainz. Was gefällt

Ihnen besonders an Ihrer neuen Heimatstadt und was vermissen

Sie?

Das ist hier ein sehr, sehr netter „Volksstamm“! Ich vermisse die

Würzburger Kollegen, den trockenen Humor der Unterfranken, den

Riesling und Silvaner, den Rotwein nicht unbedingt…;-)

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Pharmazie?

Dass die Expertisen der Pharmazeuten in der Zusammenarbeit mit

Ärzten mehr zur Geltung kommen!

Prof. Diana Imhof

Pharmazeutische Chemie,

Uni Bonn

Wie kamen Sie zur Pharmazie?

Über Umwege. Ich habe Chemie mit Spezialisierung Biochemie studiert.

Erst der Ruf nach Bonn hat mich in die Pharmazie geführt.

Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Chemie studiert hätten?

Wenn man jung ist, fallen einem viele interessante Berufe ein. Aber

einer, der ebenfalls weit oben auf meiner Liste stand, war Architektin.

Warum würden Sie Schulabgängern raten, Pharmazie zu studieren?

Das Studium stellt eine gute Mischung aus theoretischer und praktischer

Ausbildung dar, dann die enorme Vielfalt an Methoden, die

man kennenlernt und natürlich die Beschäftigung mit allen Fragen,

die Arzneistoffe betreffen.

Was ist das Spannende an Ihrem Forschungsgebiet?

Unter anderem die Herausforderung, Synthesestrategien für komplexe

Biomoleküle mit therapeutischem Potential zu entwickeln, für

deren Bildung in der Natur ganz andere Wege beschritten werden,

die sich im Labor allerdings so nicht umsetzen lassen.

Wann waren Sie das letztes Mal Kundin in einer Offizin und wie

Nahe ist Ihnen der Berufsalltag der Apotheker dort?

Kunde bin ich zuletzt in der vergangenen Woche gewesen – Erkältungszeit

eben. Nähe im Berufsalltag vielleicht insofern, dass man

versteht, wovon die Kolleg(inn)en reden, wenn es um Ansätze von

Medikamentenmischungen, die Anwendung von Präparaten oder

die Diskussion um mögliche Nebenwirkungen geht.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten?

Freizeit ist knapp bemessen, deshalb versuche ich in dieser die für

mich richtige Balance zwischen familiären Unternehmungen, Lesefreiraum,

kulturellen Events, Sport und Reisen zu bewahren. „Am

liebsten“ ist da nicht wirklich zu definieren.

Welches Buch lesen Sie zurzeit?

Ich taste mich an David Foster Wallace heran. Nach „Schrecklich

amüsant“ ist es aktuell „Unendlicher Spaß“.

Sie sind jetzt seit 13 Monaten Professorin in Bonn. Was gefällt

Ihnen besonders an Ihrer neuen Heimatstadt und was vermissen

Sie?

Mir gefällt u.a. die gute Infrastruktur und Anbindung an Ballungszentren

und Flughäfen in der unmittelbaren Umgebung, die Innenstadt,

die Geschichte und Entwicklung der Stadt, die Nähe zu Frank-

reich und Holland etc. etc. etc. Am meisten vermisse ich natürlich

die Nähe zu Verwandten und Freunden.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Pharmazie?

Schritt zu halten mit den rasanten Entwicklungen in den Gebieten

der Molekularbiologie, Proteomik, Genomik, Metabolomik, Bioinformatik

… und diese für die Entwicklung der Teilgebiete der Pharmazie

entsprechend zu nutzen.

Prof. Wolfgang Maison

Pharmazeutische Chemie,

Uni Hamburg

Wie kamen Sie zur Pharmazie?

Ich habe in Oldenburg Chemie studiert und auf dem Gebiet der präparativen

Organischen Chemie promoviert. Dann war ich ein Jahr

in Boston am MIT als Post-Doc, wo ich mich unter anderem mit

Proteinstrukturen und Peptidsynthesen beschäftigt habe. Danach

bin ich zurück nach Deutschland und habe bis 2006 eine Nachwuchsgruppe

geleitet. Hier habe ich das synthetische Know-How

und meine Erfahrungen auf dem Gebiet der Proteinchemie zusammengeführt

und mich in Richtung Medizinische Chemie entwickelt.

In diesem Bereich habe ich dann auch als W2-Professor für Organische

Chemie an der Uni Giessen gearbeitet. Ich sehe keine Barrieren

zwischen der Organischen und der Pharmazeutischen Chemie und

glaube, dass Pharmazeutische und Medizinische Chemiker sowohl

aus der Organischen Chemie als auch aus der Pharmazie kommen

können. In beiden Bereichen gibt es Wissenschaftler, die das Gleiche

tun und lediglich in unterschiedlichen Lehreinheiten verhaftet

sind.

Was wären Sie geworden, wenn Sie nicht Chemie studiert hätten?

Dann wäre ich wahrscheinlich Förster geworden!

Warum würden Sie Schulabgängern raten, Pharmazie zu studieren?

Das Pharmaziestudium verbindet einige interessante Aspekte: Es ist

zum einen (alleine aufgrund der Apothekerausbildung) recht praxisorientiert,

zum anderen kann man sich sehr einfach auf den sehr

interdisziplinären forschungsbezogenen Teil der Pharmazie spezialisieren.

Was ist das Spannende an Ihrem Forschungsgebiet?

Wir beschäftigen uns mit der spezifischen Erkennung von Oberflächenstrukturen.

Das hat sich aus Arbeiten zum Tumor Targeting

(zielgerichtete Tumoransteuerung) ergeben. Wir haben uns bemüht,

Zelltypen anhand von Zelloberflächenstrukturen zu differenzieren.

Das hat sich ausgeweitet auf Pathogene wie Viren, Bakterien und

sogar Materialoberflächen. Dabei machen wir uns die Mustererkennung

von Zelloberflächenstrukturen, ein elementares Prinzip

des Immunsystems, zu Nutze. Das Spannende daran ist, dass wir in

der Lage sind, komplexe Interaktionen beispielsweise an Zelloberflächen

mit kleinen Molekülen zu modulieren. Das Schöne dabei ist,

dass man seine Projekte nicht nur theoretisch entwerfen, sondern

Sie auch mit den eigenen Händen durch Organische Synthese in die

Tat umsetzen kann.

Wann waren Sie das letztes Mal als Kunde in einer Offizin und wie

Nahe ist Ihnen der Berufsalltag der Apotheker dort?

Es ist glücklicherweise schon eine ganze Weile her, dass ich das letzte

Mal in einer Apotheke war… Ich muss gestehen, dass mir der Arbeitsalltag

eines Apothekers nicht besonders gut bekannt ist. Dennoch

stelle ich mir die Verknüpfung der pharmazeutischen Tätigkeit

mit dem Kundenkontakt äußerst interessant vor. Vielleicht bekomme

ich ja in nächster Zeit noch einmal die Gelegenheit diese Wissenslücke

zu füllen!

Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten?

Sport: Ich bin Rennradler und laufe. Außerdem handwerke ich gerne

mit Holz.

Welche Musik hören Sie gerne?

Ich höre sehr unterschiedliche Musik: das reicht von Wagner bis

zu AC/DC.

Sie sind jetzt seit 5 Monaten Professor in Hamburg. Was gefällt

Ihnen besonders an Ihrer neuen Heimatstadt und was vermissen

Sie?

Hamburg ist eine sehr schöne Stadt. Was mich besonders reizt ist

die Architektur und, als gebürtiger Norddeutscher, die Nähe zum

Wasser und der Hafen. Manchmal vermisse ich in der Großstadt

ein bisschen Ruhe.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Pharmazie?

Ich wünsche mir, dass die Pharmazie auch in Zukunft ein so attraktives

Studienfach bleibt. Mir ist als Chemiker das etwas starre Korsett

der Approbationsordnung fremd und ich würde mir wünschen,

dass es gelockert wird, damit einzelne Standorte noch mehr als bisher

ein individuelles Profil ausbilden können. Hier bieten BSc.- und

MSc.-Studiengänge eine gute Möglichkeit zur Profilbildung, die ja

auch an einigen Standorten schon genutzt wird.

DAZ

UniDAZ

FEUILLETON NR. 1/2011 UniDAZ 1

DAS STUDENTENMAGAZIN

DER DEUTSCHEN APOTHEKER ZEITUNG

FAMULATUR: Laminar Airflow statt Strandurlaub Nr. 1

STUDIUM: Ein Tag so wunderschön wie heute… Wintersemester 2011/12

PJ-TIPPS: Es gibt ein Leben nach dem Studium Deutscher Apotheker Verlag

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Zum nachlesen und kommentieren.


12 UniDAZ 01/2012 STUDIUM

STUDIUM

01/2012 UniDAZ 13

BUCHBESPRECHUNG

ALLES DRIN

LANGNER/BORCHERT/MEHNERT: „BIOPHARMAZIE“

Dass die Biopharmazie von vielen Studenten eher stiefmütterlich behan-

delt wird, lässt sich ganz einfach erklären: Es gibt genug Anderes zu tun. Da

erscheint dieser auf den ersten Blick doch recht trockene Stoff als unange-

nehme Randerscheinung, die man nur schnell hinter sich bringen möchte.

Schade ist das allemal, da hier doch eigentlich die Stärken der pharmazeu-

tischen Ausbildung ineinander laufen.

Ob man sich nun gezwungenermaßen

oder vielleicht sogar gerne und aus

echtem Interesse mit dem Thema auseinandersetzt,

irgendwoher muss man sich das

entsprechende Wissen aneignen. Zu einem

Lehrbuch mit dem Titel „Biopharmazie“ zu

greifen ist da nur naheliegend. Nun stellt

sich die Frage: Kann dieses Buch auch, was

der Titel verspricht, nämlich den Studenten

in diese doch komplexe Materie einweihen?

ZUM INHALT

Angefangen wird mit einer allgemeinen Begriffserklärung

mit Blick auf die Historie.

Danach (Kapitel 2) geht es ans Eingemachte:

Grundprinzipien des Stofftransports. Dazu

ist ein Exkurs in die Biologie und Biochemie

nötig, der aber zum Glück nicht zu sehr ausschweift,

sondern bei den biopharmazeutisch

relevanten Aspekten bleibt. Das schöne

daran: Zwar sollte das in diesem Kapitel

Angesprochene vom geneigten Leser/Studenten

vorrausgesetzt werden können, aber

eine kontextbezogene Wiederholung hilft

ungemein, sich ein Gesamtbild zu machen.

Im nächsten Kapitel (3) geht es um das

LADME-Modell, selbstredender Bestandteil

eines Buches, welches sich die Biopharmazie

zum Thema macht. Für die auf diesem

Gebiet noch Unbedarften: „LADME“ ist das

Akronym aus den Worten Liberation (Freisetzung),

Absorption (Resorption), Distribution

(Verteilung), Metabolism (Verstoffwechselung)

und Excretion (Ausscheidung).

Also das, was in (meist) chronologischer

Reihenfolge mit Arzneistoffen im Körper

passiert. Schön ist, dass die Autoren daran

gedacht haben, die verschiedenen Resorptionsräume

wie Mundhöhle, Magen, aber

auch weniger geläufige wie z.B. die Resorption

aus dem Pleuraspalt, genauer zu beleuchten.

Bioverfügbarkeit und Biotransformation

werden später in separaten Kapiteln noch

ausfühlich(st) ausgebreitet, daher findet sich

hier nur ein kurzer Abschnitt darüber.

Kapitel 4 nimmt sich die pharmakokinetische

Analyse vor. Freundlicherweise wird

man zuerst schonend in Textform vorbereitet,

um danach von dem gesammelten Formelwerk

beinahe erschlagen zu werden. Ein

Schmankerl für Freunde des komprimierten

Wissens, der gewöhnliche Student hat hier

etwas zu kämpfen. Da muss man sich dann

doch wieder ins Gedächtnis rufen, dass man

dieses Buch ja nicht nur zum Spaß liest. Dafür

wird man danach für seine Mühen belohnt:

Während man sich die Zusammenfassung

zu Gemüte führt, stellt man doch fest,

dass man nun beinahe alles verstanden hat.

Schade nur, dass hier weder Übungsaufgaben

noch andere Möglichkeiten zum Selbsttest

vorhanden sind. Ich bin mir sicher, dass

sich darüber auch Assistenten gefreut hätten,

und das Erstellen von Testatfragen zum Thema

verliefe in gelenkteren Bahnen.

Wer denkt, damit sei das Buch am Ende,

liegt falsch. Jetzt kommen mit den Kapiteln

„Bioverfügbarkeit“ (5), „Biotransformation“

(6) und „Einflussfaktoren auf pharmakokinetische

Parameter und Biotransformation“

(7) noch einmal rund 300 Seiten. Aber keine

Angst, diese Kapitel sind deutlich angenehmer

zu lesen als Kapitel 4, auch wenn sie von

Fakten überquellen.

FAZIT

Vieles, was sowohl wissenswert als auch prüfungsrelevant

ist, wird eingebettet in den jeweiligen

Kontext präsentiert. Dadurch ist das

Buch angenehm zu lesen und Fakten lassen

sich leichter merken. Schön sind auch die

vielen gut gemachten Graphiken und Schaubilder,

die ein anschauliches Bild des jeweils

behandelten Kapitels ermöglichen, ohne den

Lesefluss zu stören. Auch die Zusammenfassungen

am Ende jedes Kapitels sind hilfreich.

Einziger Wermutstropfen: Einem Buch, dass

sich in erster Linie an Studenten wendet,

würden einige kleine Übungsaufgaben gut

zu Gesicht stehen.

Alles in allem ein Buch, mit dem man

als Student viel anfangen, in dem man aber

auch mal etwas nachschlagen kann.

Von Matthias Hohner,

Pharmaziestudent in Mainz

Langner / Borchert / Mehnert

Biopharmazie

Pharmakokinetik - Bioverfügbarkeit -

Biotransformation

4., völlig neu bearbeitete und

erweiterte Auflage 2010.

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WAS WINKELMESSKÄSTCHEN IM 2. STAATS -

EXAMEN MIT DER HEIL BERUFLICHEN AUS-

BILDUNG ANGEHENDER APOTHEKER ZU

TUN HABEN

Auf ihrer Homepage informiert die

ABDA, als Bundesvereinigung Deutscher

Apothekerverbände quasi die höchste

Berufsorganisation der Apotheker, angehende

Pharmaziestudenten über das

Pharmaziestudium mit folgendem Text:

Schwerpunkte sind Pharmakologie, Klinische

Pharmazie, Technologie, Biologie und

Chemie. In der Pharmakologie erfahren die

Studenten, wie und warum Arzneimittel im

Organismus wirken und warum welche Nebenwirkungen

auftreten können. In enger

Beziehung dazu steht die Klinische Pharmazie,

die sich unter anderem mit speziellen Patientengruppen

wie Kindern und der Beurteilung

klinischer Studien beschäftigt. In der

Pharmazeutischen Technologie befassen sich

die Studenten intensiv mit den verschiedenen

Arzneiformen und Herstellungstechniken.

Wesentlicher Inhalt der Pharmazeutischen

Biologie sind Arzneipflanzen und molekularbiologische

Themen.

Dieser Aussage könnte man eigentlich uneingeschränkt

zustimmen. Nur: wie wir

alle wissen, sieht die Realität an deutschen

Hochschulen doch etwas anders aus.

Ich finde es – mit allem Respekt – sehr

amüsant, dass die ABDA die Chemie an die

letzte Stelle der Übersicht setzt. In der Praxis

steht die Chemie doch an erster Stelle

und die Pharmakologie sowie die Klinische

Pharmazie sind das „Allerletzte“, obwohl

diese Fächer doch für die Mehrzahl der Studenten

der Hauptgrund sind, Pharmazie zu

studieren.

Wie ich der Homepage ebenfalls entnehmen

konnte, sieht die Apothekerschaft

ihre Zukunft in der Stärkung der heilberuflichen

Kompetenz des Apothekers. Aus diesem

Grund hatte der Deutsche Apothekertag

2010 auf Antrag des Bundesverbandes

der Pharmaziestudierenden in Deutschland

„die an der Ausbildung beteiligten Organisationen“

aufgefordert, ein Konzept zu entwickeln,

wie die Klinische Pharmazie so in

Studium, Praktisches Jahr und den praktikumsbegleitenden

Unterricht integriert

werden kann, dass die theoretischen Kenntnisse

auch in der Praxis umgesetzt werden

können. Wie die UniDAZ im Oktober 2011

berichtete, wird dieser Antrag vom Apothekertag

2010 von der ABDA „zur Zeit noch

bearbeitet“.

Selbstverständlich kann ich nachvollziehen,

dass ein solch weitreichender Antrag

eine sehr intensive Bearbeitung benötigt,

aber warum so lange?

Bis es hier zu einem Ergebnis kommt,

werden die Professoren an deutschen Hochschulen

die Freiheit der Lehre weiterhin

sehr individuell auslegen. Zur Prüfung der

heilberuflichen Kompetenz unserer jungen

Kollegen wird es dann auch weiterhin

unbedingt erforderlich sein, solche für die

pharmazeutische Betreuung von Patienten

extrem wichtigen Themen wie die bei vielen

Studenten zu Recht so beliebten Vollsynthesen

von biogenen Arzneistoffen oder die

praktisch täglich in der Patientenversorgung

vorkommenden „Winkelmesskästchen“ parat

zu haben.

So fachlich hoch qualifiziert in Naturwissenschaften

die Apotheker in Deutschland

jedoch auch sein mögen, in Tests zur

Beratung in öffentlichen Apotheken fallen

die öffentlichen Apotheker mit schöner Regelmäßigkeit

durch. Da hilft es auch nicht,

dass die Apotheker, wie die ABDA uns immer

wissen lässt, bei der Bevölkerung sehr

beliebt sind. Beliebtheit ist kein Zeichen von

Qualität.

Eine der Hauptursachen für diese Misere

ist die Ausbildung der Pharmaziestudenten.

In Deutschland mangelt es zur Zeit an

einer patientenorientierten Sichtweise, die

Ausbildung der Pharmazeuten ist straff na-

turwissenschaftlich ausgerichtet und extrem

einseitig arzneimittelorientiert.

So kommen in den ersten 6 Semestern

des Studiums so exotische und für eine naturwissenschaftliche

Sichtweise total unbedeutende

Dinge wie Patienten sowie die Zusammenarbeit

mit anderen Berufsgruppen

im Gesundheitswesen (insbesondere der

Ärzteschaft) so gut wie nie vor, dafür aber

Ausbildungsinhalte, die ohne Probleme

auch im Fach „Geschichte der Pharmazie“

behandelt werden könnten.

Dabei maße ich mir als jemand, der nur

ein ganz einfacher öffentlicher Apotheker

ohne deutschen Professorentitel ist, hier

nicht an, eine fertige Lösung für die Neugestaltung

des Pharmaziestudiums anbieten

zu können.

Ich möchte nur die ABDA bitten, das

umzusetzen, was auf ihrer Homepage steht

bzw. was auf dem Deutschen Apothekertag

2010 beschlossen wurde. Entwickeln Sie ein

neues Konzept, um die Klinische Pharmazie

und die patientenorientierte Sichtweise

so in die Ausbildung zu integrieren, wie es

andere Länder uns schon längst vorgemacht

haben. Deutschland hinkt hier mal wieder

weit hinterher.

Will der Berufsstand aber zukunftsfähig

bleiben, sollte er sich tunlichst darüber Gedanken

machen, wofür die Gesellschaft ihn

eigentlich bezahlt. Um mit Prof. Derendorf

von der University of Florida zu sprechen:

„It’s the patient, stupid“ und das auch und

gerade in der Ausbildung unser jungen Kolleginnen

und Kollegen. Und liebe ABDA,

bitte nicht erst in 10 oder 20 Jahren!

Apotheker Jochen Pfeifer, PharmD

Hinweis:

Der Autor ist Clinical Assistant Professor

für Professional Education am College of

Pharmacy der University of Minnesota und

approbierter Apotheker in Deutschland,

Großbritannien und in der Schweiz. An der

University of Florida erwarb er 2006 seinen

Doctor of Pharmacy (PharmD). Neben Lehraufträgen

in den USA und Deutschland beschäftigt

er sich wissenschaftlich insbesondere

mit internationalem und vergleichenden

Apotheken- und Gesundheitswesen. Jochen

Pfeifer ist Fachapotheker für Allgemeinpharmazie

und Inhaber der Adler Apotheke in

Velbert.

Diskutieren Sie über den „Standpunkt“

auf unidaz.de


14 UniDAZ 01/2012 STUDIUM

CHRISTINA DRAHEIM,

PHARM. TECHNOLOGIE SAARBRÜCKEN

Mein Name ist Christina Draheim und ich wurde 1983 in Braunschweig

geboren. Nach meinem Pharmaziestudium an der Universität

Braunschweig habe ich 1½ Jahre als Apothekerin in einer öffentlichen

Apotheke gearbeitet. Danach zog es mich ins Saarland, wo ich

seit Januar 2011 am Lehrstuhl für Biopharmazie und Pharmazeutische

Technologie im Arbeitskreis von Prof. Lehr promoviere.

An unserem Institut gibt es die in Deutschland einmalige Möglichkeit,

Erfahrungen in der Lehre zu sammeln, zu promovieren und

auch die Arbeit an einer außeruniversitären Forschungseinrichtung,

dem Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung Saarland

(HIPS), mitzuerleben. Das HIPS wurde 2009 vom Helmholtz-Zentrum

für Infektionsforschung (HZI) Braunschweig und der Universität

des Saarlandes gegründet und ist das erste öffentlich geförderte

Forschungsinstitut in Deutschland, das sich explizit mit pharmazeutischer

Forschung beschäftig. Mein Doktorvater Prof. Lehr ist Leiter

der Abteilung Wirkstofftransport.

Neben der Betreuung von Wahlpflichtfachstudenten und des

QS-Seminars, gehört die Betreuung des großen Praktikumsblockes

der „Festen Arzneiformen der Arzneiformenlehre II“ zu meinen Arbeitsschwerpunkten

in der Lehre.

Im Rahmen meiner Promotion befasse ich mich mit der Entwicklung

bioabbaubarer, nanopartikulärer Arzneistoffträgersysteme,

die in der Therapie entzündlicher Darmerkrankungen zum Einsatz

kommen sollen. Nanoskalige Arzneistoffträgersysteme können im

entzündeten Gewebe akkumulieren, wobei eine längere Verweildauer

mit hohen lokalen Arzneistoffkonzentrationen und geringer systemischer

Verfügbarkeit resultiert. Nach der Einkapslung von entzündungshemmenden

und immunsuppressiven Wirkstoffen werden

die verschiedenen Formulierung in einem am HIPS entwickelten,

dreidimensionalen in vitro Modell der entzündeten Darmmukosa

auf ihre antientzündliche Aktivität getestet, bevor Tiermodelle zum

Einsatz kommen. Dieses in vitro Modell wurde u.a. mit dem rheinland-pfälzischen

Forschungspreis zur Förderung von Ersatzmethoden

für Tierversuche und dem von BMELV verliehenen Tierschutzforschungspreis

ausgezeichnet.

Meine Arbeit ist Teil des über ERANET finanzierten, EuroNano-

Med-Projektes „Delivering nanopharmaceuticals through biological

barriers“. Dadurch bietet sich mir die einmalige Chance, im Rahmen

unserer Projekttreffen die Forschungseinrichtungen und -arbeiten

unserer internationalen Partner kennenzulernen – wobei immer ein

wenig Zeit bleibt, die jeweiligen Städte und Länder zu erkunden.

Meine berufliche Zukunft sehe ich in der anwendungsorientierten

pharmazeutischen Forschung und Entwicklung.

SUSANNE KNUTH,

PHARM. BIOLOGIE REGENSBURG

Hallo, mein Name ist Susanne Knuth. Ich bin 29 Jahre alt und Promotionsstudentin

an der Universität Regensburg. Als klassisches ZVS-

Opfer wusste ich, aus dem schönen Osnabrück in Norddeutschland

stammend, mein Glück erst nicht zu schätzen, in Regensburg Pharmazie

studieren zu dürfen. Schnell habe ich mich dann aber in Bayern

eingelebt und wirklich gerne hier studiert. Mein 2. Staatsexamen

absolvierte ich 2007. Da mich das Fach pharmazeutische Biologie

schon im Studium begeistert hat, bin ich nach dem PJ 2009 an die

Uni zurückgekehrt, um bei Prof. Dr. Jörg Heilmann in eben jenem

Fach eine Promotion zu beginnen.

Im Bereich der Lehre betreue ich das Praktikum „Pharmazeutische

Biologie II“ für Studenten des zweiten oder dritten Semesters. Hierbei

dreht sich alles um pflanzliche Drogen, es werden vor allem Pulver-

und Teemischungen analysiert. Die mikroskopische und makroskopische

Identifizierung der Drogen sowie das Kennenlernen

ihrer Inhaltstoffe und Indikationen hat mich schon als Studentin

fasziniert und jetzt macht es umso mehr Spaß, dieses schöne Praktikum

zu betreuen. Es ist zwar alles Geschmackssache, aber ich hoffe,

dass mein Kollege und ich den einen oder anderen Studenten auch

dafür begeistern können.

Das Thema meiner Doktorarbeit ist die Weidenrinde. Das spannende

an diesem Thema ist, dass Weidenrindenextrakte zwar schon

lange gegen rheumatische Erkrankungen, Fieber oder Schmerzen

erfolgreich eingesetzt werden, das Wirkprinzip allerdings bis heute

nicht vollständig aufgeklärt ist. Natürlich weiß man, dass aus den in

Weidenrinde enthaltenen Salicylalkoholderivaten durch Metabolisierung

Salicylsäure entsteht und diese sowohl eine antiphlogistische,

als auch eine analgetische und eine antipyretische Wirkung

hat. Das Ausmaß der Wirkung der Weidenrinde kann allerdings

nicht alleine durch die entstehende Salicylsäure erklärt werden. Daher

ist mein Thema, andere Wirkprinzipien der Salicylalkoholderivate

zu finden. Bisher konnte ich zeigen, dass in vitro die Hauptkomponente

dieser Stoffgruppe, das Salicortin, sich nicht nur zu

Salicylsäure, sondern auch zu Catechol, welches auch antiinflammatorische

Eigenschaften besitzt, abbaut. Das ist natürlich eine sehr

interessante Spur, die wir momentan weiter verfolgen.

Anekdote: Nach der alljährlichen Sicherheitsunterweisung verteilte

ein geschätzer Kollege einen Implosionsschutz für den Kopf seines

Laborkollegen. Gefahr in Verzug…

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16 UniDAZ 01/2012 BERUFSSTART

BERUFSSTART

01/2012 UniDAZ 17

RECHTSMEDIZIN:

EIN ZUKUNFTSFACH

FÜR PHARMAZEUTEN

Ein Apotheker in der Rechtsmedizin? Hat der sich verlaufen? Kurz gesagt,

ganz und gar nicht. Wer heute die Berufsbezeichnung Apotheker liest,

denkt sofort an die öffentliche Apotheke, in die es den überwiegenden Teil

der Absolventen zieht. Einige gehen in die Industrie und ein kleiner Teil

bleibt an der Universität und promoviert. Hierfür bietet die Universität eine

Vielzahl an Fächern, wie Pharmazeutische Chemie, Biotechnologie, Phar-

mazeutische Biologie, Pharmakologie oder Technologie. Diese Vielfalt be-

kommt nun eine neue Facette. Vor allem in den letzten Jahren - vielleicht

auch verstärkt durch Fernsehserien wie CSI - haben viele Pharmazieabsol-

venten ein ganz neues Tätigkeitsfeld entdeckt: Die Rechtsmedizin. Immer

mehr Pharmazeuten arbeiten einen Teil ihres Praktischen Jahres in den

rechtsmedizinischen Instituten, viele promovieren auch in diesem überaus

interessanten Gebiet.

WAS MACHT DIE RECHTSMEDIZIN?

Immer noch das Hauptaufgabengebiet der

Rechtsmedizin ist die Bearbeitung von toxikologischen

Untersuchungen für die Staatsanwaltschaft,

die sogenannte Routinearbeit.

Es geht dabei hauptsächlich um Alkohol und

Drogen im Straßenverkehr, Abstinenzkontrollen

zur Wiedererlangung des Führerscheins,

Abklärung von Schuldfähigkeit bei

Straftaten und post mortem-Analysen (post

mortem: lat. nach dem Tode). Bei Beteiligten

eines Verkehrsunfalls oder bei Personen,

die bei einer Strassenverkehrskontrolle auffällig

wurden, wird in der Regel ein Drogen-

vortest im Speichel oder Urin gemacht und

ein Arzt entnimmt anschließend auch eine

Blutprobe. Personen, die ihren Führerschein

durch Missbrauch von Alkohol, Medikamenten

oder illegalen Substanzen verloren

haben, müssen in regelmässigen Abständen

zur Abstinenzkontrolle, um ihren Führerschein

wiederzuerlangen. Meist geschieht

dies mittels Haaranalytik. Oft behaupten

Straftäter, ihre Taten unter dem Einfluss von

Drogen oder Medikamenten begangen zu

haben. Hier muss die toxikologische Blutanalyse

helfen, den Wahrheitsgehalt dieser

Aussagen zu ermitteln. Im Gegensatz zum

Bild, das viele Fernsehsendungen kreieren,

sind Tötungsdelikte die Ausnahme. In der

post mortem-Analytik geht es darum, die

Todesursache festzustellen, insbesondere

wenn bei der Obduktion sonst keine Erklärung

für den Tod gefunden wurde.

Die gängigsten biologischen Untersuchungsmatrices

bei Verkehrsunfällen sind

Urin und Blut. Aus dem Blut wird z.B. die

Alkoholkonzentration bestimmt. Die Alkoholbestimmung

erfolgt gleich zwei Mal mit

zwei unabhängigen Messmethoden (insgesamt

also 4 Messwerte), um keinem Unschuldigen

den Führerschein zu nehmen.

Urin eignet sich am besten zur Suchanalyse,

dem sog. Screening, da dort durch Aufkonzentrierung

in der Niere die Konzentrationen

des Analyten am höchsten sind.

Neben Blut und Urin spielt eine weitere

Matrix eine zunehmend wichtigere Rolle

in der Forensik: nämlich die Haare. „Haare

lügen nicht“ titelte vor kurzem eine große

Schweizer Zeitung. Haare speichern Alkohol,

fast alle Drogen und Medikamente

nach Einnahme und auch Schwermetalle

lassen sich nachweisen. Kopfhaare wachsen

durchschnittlich einen Zentimeter pro Monat,

man kann anhand von drei Zentimeter

langen Haaren also das Konsumverhalten

der letzten drei Monate verfolgen. Man

überprüft so zum Beispiel die Alkoholabstinenz

von Alkoholikern, indem man das

Foto: Nadja Abanin

Bild: A. Rommelt, IRM Zürich

Ethylglucoronid, einen Metaboliten des

Ethanols, im Haar bestimmt. Aber nicht nur

Alkohol ist nachweisbar, auch Medikamente

und illegale Drogen wie z.B. Kokain können

bestimmt werden. Diese Möglichkeit

wurde schon vor einigen Jahren Christoph

Daum zum Verhängnis. Er wäre um Haaresbreite

Fußball-Bundestrainer geworden.

Wenn in post mortem-Fällen keine der

gängigen Untersuchungsmatrices verfügbar

ist, kann man auf Muskel-, Nieren- Leber-

oder sonstige Körpergewebe zurückgreifen.

Dies kann zum Beispiel bei Fäulnisleichen,

Bahnunfall- oder Brandopfern notwendig

werden. Wenn der Verwesungsgrad des

Opfers schon weit fortgeschritten ist, dann

bleibt in der Regel nichts anderes übrig, als

Gewebereste zu analysieren.

Die gängigsten Nachweismethoden reichen

von Immunoassays bis zu komplexen

Kopplungstechniken wie Gaschromatographie-Massenspektrometrie

(GC-MS) und

Flüssigchromatographie-Massenspektrometrie

(LC-MS). Die Proben werden bei einem

ungeklärten Todesfall von einem Gerichtsmediziner

entnommen und kommen dann

zur Analyse ins Labor. Dort werden die Analyten

mittels Festphasenextraktion von dem

Untersuchungsmaterial, z.B. Urin, getrennt

und im Immunoassay untersucht. Ist ein Test

auf ein Medikament positiv, kann die Konzentration

noch mit hochmodernen GC-/

LC-MS/MS Geräten exakt bestimmt werden.

FORSCHUNGSARBEIT

Die universitäre Rechtsmedizin lebte immer

im Spannungsfeld zwischen Dienstleistung

und Forschung, wobei die Forschung zunehmend

an Bedeutung gewinnt. So wurde

z.B. vor zwei Jahren an der Universität

Zürich durch Schaffung einer eigenen Professur

für Forensische Pharmakologie und

Toxikologie die Forschungsarbeit intensiviert.

War vor zwei Jahren noch kein einziger

Doktorand dort, so sind es mittlerweile

derer vier. Dazu kommen eine Habilitandin,

eine Pharmaziepraktikantin und zwei

Masterstudentinnen. Alle sind übrigens approbierte

bzw. angehende Apotheker. Dem

Forschungsteam steht für seine Arbeit ein

hochmoderner „Fuhrpark“ an Kopplungstechniken

und eine zukunftsweisende Laborausstattung

zur Verfügung. Um die Untersuchungs-

und Arbeitsbedingungen ständig

zu verbessern, sind seit Anfang 2012 umfangreiche

Umbaumaßnahmen im Gang.

Gegenwärtig kann im Forschungslabor

mit vier Massenspektrometern gearbeitet

werden, darunter ein MALDI- (MALDI:

Matrix-assisted Laser Desorption/Ionization,

ein Verfahren zur Ionisation für die Massenspektrometrie

v.a. von großen Molekülen

und Polymeren) und ein hochauflösendes

Massen spektrometer. Diese Geräte stehen den

Doktoranden zur freien Verfügung.

So konnte mittels MALDI-MS-Imaging der

zeitliche Verlauf des Kokainkonsums in ei-

Auszug einer massenspektroskopischen Analyse eines synthetischen Cannabinoids.

nem einzelnen Haar mit hoher zeitlicher

Auflösung bildlich dargestellt werden. Sogar

übereinanderliegende Fingerabdrücke

verschiedener Personen lassen sich damit

auseinanderdividieren und darstellen. Desweiteren

werden mit dieser Technik dünne

Gewebeschichten untersucht. Ziel ist es, die

post mortem-Verteilung eines Medikaments

im Gewebe zu erforschen.

Weiterhin beschäftigt sich eine Doktorandin

mit der Frage, in wie weit sich

Arzneimittel oder Drogen in Finger- oder

Fußnägeln nachweisen lassen. Ein anderer

Doktorand arbeitet an einem hochauflösenden

Massenspektrometer, um neue Wege

bei der Identifizierung von unbekannten

Substanzen beschreiten zu können. Die

Forschung auf dem Gebiet der (Pharmako-)

Genetik wird ebenfalls vorangetrieben.

Hierfür wurde jüngst eine Kooperation mit

der Abteilung für forensische Genetik der

Universität Zürich initiiert.

Neben der Forschung erhalten alle die

Doktoranden auch einen ausführlichen

Einblick in die Routinearbeiten und werden

in das selbstständige Verfassen von forensischen

Gutachten unter Berücksichtigung

der Fachliteratur eingearbeitet.

WAS MUSS DER ABSOLVENT

MITBRINGEN?

Eine Frage, die sich viele Studenten häufig

im Studium stellen ist, was sie von dem


Foto: Nadja Abanin

18 UniDAZ 01/2012

erlernten Wissen im Berufsleben tatsächlich

anwenden können? Für das Fachgebiet

Rechtsmedizin ist das einfach zu beantworten:

Eigentlich fast alles!

Ein Gebiet, welches heute sicher nicht

mehr die toxikologische Bedeutung hat wie

früher, aber immer noch zum guten Ton

gehört, ist die Pflanzenwelt. In der Rechtsmedizin

ist sicher weniger die Morphologie

der Pflanze, die Gliederung der Blätter oder

der Aufbau des Xylems und Phloems wichtig,

als die Kenntnis ihrer toxikologisch und

pharmakologisch relevanten Inhaltsstoffe.

Es gehört zum Grundwissen, die Stammpflanzen

zu kennen, die zur Herstellung

von Morphin und Codein (Papaver somniferum)

oder Mescalin (Lophophora williamsii)

verwendet werden. Man muss auch

gängige Giftpflanzen und -pilze kennen, die

immer wieder zu Vergiftungen bei Kleinkindern

führen.

Die im Grundstudium erlernte organische

Synthesechemie hat die Nerven vieler

Studenten auf die Zerreissprobe gestellt,

denn in der öffentlichen Apotheke wird selten

nach der Synthese von N-Acetyl-4-aminophenol

gefragt. Bei der Arbeit in der

Rechtsmedizin sollte ein Grundverständnis

mitgebracht werden. Man wird sicher

nicht eine Grignard-Reaktion bis ins Detail

wiedergeben müssen oder eine Hofmann-

Eliminierung, aber Kenntnisse grundlegender

Additions- und Substitutionsreaktionen

BERUFSSTART

sollten vorhanden sein. Bei näherer Betrachtung

der Struktur von Pseudoephedrin (z.B.

in Rhinopront, Reactine duo) erklärt sich

auch, warum die Arzneimittelkommission

(AMK) vor kurzem gezwungen war, die erlaubte

Konzentration von Pseudoephedrin

zu senken. Durch wenige Syntheseschritte

aus dem Repertoire des dritten Semesters

lässt sich aus Pseudoephedrin das gesundheitsschädliche

Crystal Meth (Methamphetamin)

herstellen. Auch bei den synthetischen

Cannabinoiden (Spice-Drogen) sind

es Veränderungen der Alkylseitenkette, die

eine lange Liste von möglichen Substanzen

erzeugen. Daher ist die viel belächelte Synthesechemie

für den forensischen Toxikologen

besonders wichtig, um die unzähligen

Ideen der Drogenhersteller durchschauen

zu können und Gefahren im Voraus zu erkennen.

Ein weiteres wichtiges Gebiet für die

Rechtsmedizin ist die Biopharmazie. Hier

benötigt man ein sehr großes Wissen über

Pharmakodynamik und Pharmakokinetik.

Es reicht in der Regel nicht, die Phase I und

II, die Namen einiger CYP-Enzyme und deren

mögliche Reaktionen zu kennen. Man

muss einen Schritt weiter denken. Der Absolvent

muss in der Lage sein abzuschätzen,

wie beispielsweise ein eher lipophiles Medikament

verstoffwechselt wird. Denn Stoffwechselprodukte

spielen auch im Screening

von Blut und Urin eine wichtige Rolle, da

sie bei unbekannten Substanzen zur Bestätigung

herangezogen werden können. Auch

gängige Begriffe wie poor metabolizer oder

rapid metabolizer sollten vertraut sein. So

ist bekannt, dass Codein über CYP2D6 zu

einem geringen Anteil durch Demethylierung

zu Morphin metabolisiert wird. Wenn

nun aber ein Proband, der sich auf gerichtliche

Anordnung einem Morphinentzug

unterziehen muss, erhöhte Konzentrationen

Morphin im Blut aufweist, stellen sich

einige Fragen. Hat er unerlaubt Morphin

konsumiert oder gehört er zur Gruppe der

„ultra rapid Metaboliser“, die den Hustenstiller

Codein nur schneller in Morphin

umsetzt? Hier ist eine Kooperation mit der

forensischen Genetik entscheidend, denn

eine endgültige Klärung des Problems würde

erst eine Genotypisierung ergeben.

SCHWERPUNKT ANALYTIK

Eine wichtige Rolle in der forensischen

Pharmakologie und Toxikologie spielt die

instrumentelle Analytik. High Performance

Liquid Chromatograph (HPLC) und Gaschromatographie

(GC) mit Massenspektrometern

sind neben Immunoassays die

Geräte der Wahl. Für LC/MS- und GC/

MS-Analysen stehen gigantische Substanzbibliotheken

von mehr als 5.000 Substanzen

zur Verfügung, mit denen die gefundenen

Substanzen der Probe abgeglichen werden

können. Im Anschluss findet immer auch

eine Quantifizierung statt. Massenspektrometer

können aber nicht nur identifizieren

und quantifizieren, für bestimmte

Fragestellungen können sie sogar sagen,

woher eine Substanz stammt. Mit Hilfe eines

Isotope Ratio-Massenspektrometers

(GC-IR/MS) lassen sich die Isotopenverhältnisse

zwischen 12 C- und 13 C- Atomen

einer Substanz darstellen. Damit kann man

bei Sportlern feststellen, ob sie gedopt haben

oder ob der erhöhte Steroidwert im

Urin doch natürlichen Ursprungs ist. Denn

die eingenommenen Steriode haben ein

deutlich anderes Isotopenverhältnis als das

körpereigene und verändern somit den

Wert des im Urin ausgeschiedenen. Der

Einsatz dieser Technik in der Forensik ist

selten. Anwendung findet das IR-MS in

der Haaranalytik auf die Vergewaltigungsdroge

γ-Hydroxybuttersäure (GHB). GHB

ist auch das Stoffwechselprodukt des Neurotransmitters

γ-Aminobuttersäure und

kommt so in geringen Konzentrationen

im Haar vor. Eine Applikation von GHB-

Tropfen (Liquid Extasy, Liquid X) würde

das natürliche Isotopenverhältnis deutlich

Wenn Probieren zum Studieren gehört,

brauchen Sie besonderen Schutz.

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für Pharmaziestudenten:

Absicherung gegen Schäden aus der Teilnahme am

fachpraktischen Unterricht im Labor, die nicht durch

die eigene Privathaftpfl icht oder die der Eltern

abgedeckt sind

Absicherung gegen das Abhandenkommen von

Schlüsseln, Codekarten sowie sonstigen überlassenen

Sachen der Hochschule

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20 UniDAZ 01/2012 BERUFSSTART

BERUFSSTART

01/2012 UniDAZ 21

verschieben und den Verdacht auf eine exogene

Applikation untermauern.

Das wichtigste Fach aus der Pharmazie

für die Rechtsmedizin ist natürlich

die Pharmakologie und Toxikologie. Hier

kann mal alles, was man über Pharmakologie,

Pharmakokinetik, unerwünschte

Arzneimittelwirkung und Interaktionen

verschiedenster Arzneistoff- oder Drogengruppen

gelernt hat, zum Einsatz bringen.

So ließ sich zum Beispiel ein Mordfall nur

durch Kenntnisse über sedierende Nebenwirkungen

eines Psychopharmakons

aufklären. In einem entlegenen Waldstück

wurde vor einigen Jahren eine bis auf wenige

Gewebereste und Knochen verweste

männliche Leiche gefunden. Anfangs

stand die Exfrau unter Tatverdacht. Man

ging davon aus, dass sie ihren Mann mit einem

für ihn verschriebenen Medikament,

Opipramol, das sie heimlich überdosierte,

sedierte, so dass er sich bei der Tötung

nicht wehren konnte. Die forensischen Toxikologen

waren jedoch der Meinung, dass

Opipramol nicht sedierend genug sei, um

als Frau einen gestandenen Mann ohne

Gegenwehr zu töten. Bei den Überresten

konnte der Forensiker ein Stück Gewebe

sicherstellen, in dem sich Chlorprothixen

nachweisen ließ. Das, im Gegensatz zu

Opipramol, wirklich sedierende Mittel

Chlorprothixen hätte ihren Mann außer

Gefecht setzen können. Konfrontiert mit

den neuen Erkenntnissen gestand die Frau

wenig später den Mord.

Als Apotheker in der Rechtsmedizin ist aber

nicht nur Fachwissen gefragt. Es gehört

auch eine starke Persönlichkeit und Selbstbewusstsein

dazu. Es sollte dem angehenden

Doktoranden bewusst sein, dass er sich

in einem extremen Gebiet der Wissenschaft

betätigt. Die Proben bestehen aus Muskeln,

Darmabschnitten, Nierendialysat, Herzblut

oder dem Inhalt des Gastrointestinal-Traktes.

In seltenen Fällen werden die Toxikologen

auch zur ad hoc-Diskussion mit dem

Mediziner in den Sektionsaal gebeten, um

außergewöhnliche Befunde an der Leiche

gemeinsam zu erörtern. Wenn bei Suizidfällen

noch nicht ganz verdaute Tabletten

sichergestellt werden, ist es die Aufgabe der

Forensiker, diese anhand des Aussehens zuzuordnen

und die Vermutung dann analytisch

zu bestätigen.

Als Apotheker in der Rechtsmedizin

muss man stets neugierig sein und regelmässig

auch die Diskussionsportale verfolgen,

auf denen von Neuigkeiten in der

Drogenszene berichtet wird. Was ist momentan

gefragt, welche Medikamente, meist

freiverkäufliche, werden missbräuchlich in

Kombination verwendet und welche neuen

Drogen sind auf dem Markt? Dazu sind

enge Kooperationen mit der örtlichen Betäubungsmittelfahndung

der Polizei nötig,

denn die Beamten wissen in der Regel als

Erste, wenn in der Drogenszene neue Substanzen

auftauchen. Uns bleibt dann die Aufgabe,

die Stoffe im Körper auch in geringen

Mengen nachzuweisen.

EIN SPANNENDES ARBEITSGEBIET

Alles in allem ist die Rechtsmedizin ein

enorm spannendes Arbeitsfeld, in dem der

Apotheker wegen seines umfangreichen

Wissens benötigt wird. Denn kaum ein anderer

Studiengang bietet ein so facettenreiches

Wissen. Als ausgebildeter Apotheker

kennt man die Grundzüge der Physiologie,

Pathophysiologie, Anatomie und Biochemie

des menschlichen Körpers sowie die

Tiefen der Chemie, Pharmakologie/Toxikologie

und der Analytik. Die Pharmazeutische

Biologie, Technologie und Biopharmazie

machen das Studium und das Wissen

dann einzigartig. Genau aus diesem Grund

ist der Apotheker in einem Grenzgebiet

zwischen Medizin und Chemie eine gute

Wahl.

Im der Abteilung Pharmakologie und

Toxikologie des Instituts für Rechtsmedizin

an der Universität Zürich arbeiten wir in

einem jungen und hochmotivierten Team.

Wir reisen zu Kongressen um die Welt (von

USA bis Japan), um dort unsere Arbeiten

der Fachwelt zu präsentieren, wissenschaftliche

Diskussionen zu führen und vielleicht

neue Ideen zu gewinnen, die das Fach weiter

voranbringen. Wenn nicht gerade auf fachlicher

Weltreise, arbeiten wir in einer der

schönsten Städte Europas mit enorm hoher

Lebensqualität, im Sommer wie im Winter.

Von Andreas Römmelt,

Apotheker und Doktorand am Institut für

Rechtsmedizin der Uni Zürich

Foto: Andreas Römmelt

Anfang letzten Jahres befragte die DPhG

zusammen mit dem Bundesverband

der Pharmaziestudierenden (BPhD) Pharmaziestudenten

online nach ihren Berufswünschen.

Lediglich 28% der Befragten gaben

an, später einmal in die Offizin gehen zu

wollen. Genau das Gegenteil ist aber dann

der Fall: Mehr als 80% der Apotheker arbeiten

in einer öffentlichen Apotheke.

Wird nun eine Mehrzahl der Absolventen

in ein Tätigkeitsfeld gezwungen, in das

sie womöglich gar nicht wollten? Das glaube

ich nicht – auch wenn es zugegebenermaßen

in der Offizin die meisten Stellen gibt.

Vielleicht wird vielen erst im Verlauf Ihrer

Ausbildung klar, welchen Reiz die öffentliche

Apotheke hat.

Eigentlich gehörte ich, wohlmöglich

auch wegen einer gewissen familiären Vorbelastung,

zur erwähnten Minderheit, die

ihre Zukunft in der öffentlichen Apotheke

sah. Dennoch wollte ich vor dem „richtigen“

Job noch meine wissenschaftliche Neugierde

befriedigen, so dass ich mir für das PJ

einen Platz an der Uni Nancy in Frankreich

suchte. Meine Zukunftsplanung änderte

sich nach dieser Zeit, denn das Arbeiten im

PHARMAZEUTISCHE KARRIEREN

DR. MARC MUCHOW:

ÜBER UMWEGE ZUR („GRÜNEN“) SELBSTSTÄNDIGKEIT.

Fachbereich Technologie machte mir richtig

Spaß: Ich entschloss mich zu einer Promotion

an der FU Berlin in diesem Fach. Aufgrund

meiner gewonnenen Erfahrung und

Kontakte im PJ, bot sich mir die Möglichkeit

einer doppelbetreuten deutsch/französischen

Promotion. Hierbei wird man von

zwei Doktorvätern der beiden kooperierenden

Universitäten betreut und verbringt

auch an der ausländischen Universität einen

signifikanten Teil der Zeit.

Für gewöhnlich führt es einen großen

Teil der frisch promovierten Pharmazeuten

in die Industrie, einige streben eine Karriere

an der Universität an. Auch für mich ergaben

sich in dieser Richtung verlockende Angebote

– sie hatten alle nur einen Nachteil: Ich

konnte nur begrenzt selbstständig arbeiten

und schon gar nicht mein eigener Chef sein.

Warum also nicht doch eine eigene Apotheke

eröffnen? Die passende Offerte ließ nicht

lange auf sich warten und nach intensivem

Rechnen und vielen Gesprächen stand die

Entscheidung für die Selbstständigkeit mit

einer neu gegründeten Apotheke fest!

Der Apothekenmarkt war zum damaligen

Zeitpunkt (2009) an einem Scheideweg

(mal wieder). Mir wurde klar, dass meine

neue Apotheke ein wenig anders sein sollte

als das Althergebrachte und so schaute ich

mir viele Konzepte an. DocMorris schien

für mich und einen Start in die Selbstständigkeit

am neuen Standort ideal – nicht

zuletzt in Hinblick auf ein damals drohendes

Fallen des Fremd- und Mehrbesitzverbotes.

Für viele ältere Kollegen war diese

Entscheidung geradezu ein Tabubruch, für

mich allerdings die Chance, etwas anders

machen zu können und nicht nur in alten

Kategorien zu denken. Schließlich war mir

das grüne Kreuz nach zweieinhalb Jahren

in Frankreich doch irgendwie sympathisch.

Die Debatten über die neuen Apothekenkonzepte

sind in letzter Zeit viel sachlicher

geworden und auch Kritiker entdecken darin

neue Chancen. Und gerade diese sollte

man als junger Selbstständiger nutzen.

Ich bin mir nun sicher: Die Arbeit in der

Offizin ist für mich die ideale Ausprägung

des Apothekerberufs und sicherlich viel

besser, als mancher Studienanfänger glauben

mag. Die Möglichkeit, meine eigenen

Entscheidungen zu treffen, würde ich auch

für viel Geld nur ungern tauschen.

UNIDAZ BEI FACEBOOK UND IM INTERNET

Auf unidaz.de und unserer Facebook-Seite (www.facebook.com/UniDAZ) informieren

wir Sie auch zwischen den Heften über Neuigkeiten und Interessantes rund um das

Pharmaziestudium, das Praktische Jahr und den Berufsstart.


22 UniDAZ 01/2012 BERUFSSTART

BERUFSSTART

01/2012 UniDAZ 23

DER GROSSE UNIDAZ-

GEHALTSREPORT

Je näher das Studienende rückt, desto häufiger stellen sich nicht nur Pharmaziestudenten die Frage, was sie

nach ihrem Universitätsabschluss eigentlich verdienen werden. Klar, für die Apotheke gibt es Tarifverträge, die

relativ leicht zugänglich sind und zur ersten Orientierung dienen können. Das heißt allerdings noch lange nicht,

dass alle Apothekenmitarbeiter genau dieses Tarifgehalt bekommen. Zudem gibt es auch zahlreiche pharma-

zeutische Betätigungsfelder außerhalb der Apotheke. Hier ist es schon wesentlich schwieriger, an verlässliche

Zahlen zu kommen, denn so vielfältig wie die Betätigungsmöglichkeiten sind auch die rechtlichen Grundlagen

und praktizierten Bezahlungsmodelle. Ferner gilt in der pharmazeutischen Industrie (wie auch in vielen an-

deren Branchen): Über Geld spricht man nicht! So bedauern Studenten immer wieder, dass pharmazeutische

Betriebe ihnen gegenüber zwar viel über die „spannenden Tätigkeiten“ und das „attraktive Arbeitsumfeld“

berichten, bei der Frage nach dem Einstiegsgehalt jedoch meist nicht bereit sind, konkrete Zahlen zu nennen.

Grund genug für UniDAZ, mal genauer nachzuhaken, um Ihnen einen realistischen Eindruck Ihrer späteren Ver-

dienstmöglichkeiten zu vermitteln.

APOTHEKE

ANGESTELLTE APOTHEKER

Wie die Statistik (vgl. Abb. 1) eindrucksvoll

belegt, arbeiten über 80 % aller Pharmaziestudenten

später in der Apotheke. Einen

ersten Anhaltspunkt für die in diesem

Bereich bezahlten Gehälter liefern die Tarifverträge,

die zwischen der Apothekengewerkschaft

ADEXA und dem Arbeitgeberverband

Deutscher Apotheken ADA

ausgehandelt wurden (s. Tab. 1). Für den

Kammerbezirk Nordrhein existiert ein eigener

Tarifvertrag, der zwischen ADEXA

und der Tarifgemeinschaft der Apothekenleiter

(TGL) Nordrhein abgeschlossen wurde

(s. Tab. 2). In den Tarifverträgen ist die

Zahlung eines 13. Monatsgehalts vorgesehen,

das allerdings auf 50% gekürzt werden

kann, sofern dies dem Apothekeninhaber

aus wirtschaftlichen Gründen notwendig

erscheint. Rechtlich verbindlich ist der Tarifvertrag

allerdings nur, wenn sowohl der

Arbeitgeber Mitglied einer Tarifgemeinschaft

(ADA, TGL) als auch der Arbeitnehmer

Mitglied der Apothekengewerkschaft

ADEXA ist. Dementsprechend entsteht keine

Tarifbindung, sobald ein Arbeitsvertragspartner

nicht Mitglied des ihn betreffenden

Verbandes ist. Nichtsdestotrotz ist auch im

letztgenannten Fall der Tarifvertrag in der

Regel Ausgangs- bzw. Bezugspunkt für Gehaltsverhandlungen

zwischen Apothekenleitern

und Angestellten. Unabhängig davon

ist die letztendliche Gehaltssumme im

Sinne der juristisch garantierten Vertragsfreiheit

zwischen den Vertragspartnern natürlich

frei verhandelbar und wird letztlich

auch über die Marktkräfte von Angebot und

Nachfrage geregelt. So ist das Gehaltsniveau

in Universitätsstädten, in denen Pharmazie

studiert werden kann, tendenziell niedri-

ger, da viele Absolventen nach dem Examen

noch einige Zeit an ihrem Studienort bleiben,

bevor sie sich beruflich und/oder privat

neu orientierten. Demzufolge steht hier

APOTHEKE

Filialleiter (12. Berufsjahr) einer

Apotheke mit 8 Vollzeitmitarbeitern

in Südbayern ca. 63.000 €

Filialleiter (5. Berufsjahr) einer

Apotheke mit 4 Mitarbeitern in

westdeutscher Großstadt

ca. 54.000 € zzgl. Dienstwagen

angestellter Apotheker (Berufsanfänger)

einer fränkischen Landapotheke

ca. 42.000 €

Foto: Fotolia

Apothekerinnen und Apotheker in...

Abb. 1 Beschäftigungsfelder deutscher Apotheker (Quelle: DAZ 18/2011)

einem limitierten Angebot an Arbeitsplätzen

häufig eine hohe Nachfrage von Berufsanfängern

und damit vergleichsweise kostengünstigen

Approbierten gegenüber, was

die Gehälter sinken lässt – möglicherweise

sogar unter Tarifniveau. In ländlichen Gegenden,

die gerade auf jüngere Apotheker

häufig eine geringere Anziehungskraft entfalten,

ist es für Apothekenleiter oft schwierig,

überhaupt approbierte Mitarbeiter zu

finden. Der Marktsituation entsprechend

werden hier nicht selten Gehälter gezahlt,

die über dem Tarif liegen. Hinzu kommen

Fragen der allgemeinen Lebenshaltungs-

Approbierte

Pharmazeuten im

Praktikum

kosten, die natürlich auch auf das Gehaltsniveau

durchschlagen und sich zwischen

den Gestaden des Starnberger Sees und den

abgelegenen Tälern des Zittauer Gebirges an

der polnischen Grenze deutlich unterscheiden.

Neben solchen regionalen Unterschieden,

die von der Attraktivität des Stand ortes

und seiner Infrastruktur abhängen, spielt

natürlich die Ertragssituation der jeweiligen

Apotheke eine wichtige Rolle. Wie in

anderen Branchen, so gibt es auch bei den

Apotheken besser und schlechter laufende

Betriebe. Nach Berechnungen der Steuerberatungsgesellschaft

Treuhand Hannover

Brutto-Monatsgehalt

GmbH, die zahlreiche Apotheken betreut,

verdient mancher Apothekenleiter nach

Abzug aller Kosten bereits heute weniger

als ein angestellter Approbierter (s.u.). Klar,

dass in solchen Betrieben auch der Gehaltsentwicklung

bei den Mitarbeitern „natürliche“

Grenzen gesetzt sind.

FILIALLEITER UND POSITIONEN

MIT HÖHERER VERANTWORTUNG

Ein Umstand, dem die vorliegenden Tarifverträge

bisher nicht Rechnung tragen, ist

die Tatsache, dass sich – gerade in größeren

Apotheken – in jüngster Vergangenheit

Notdienste an Werktagen

(18:30 bis 22:00 und

22:00 bis 08:00)

Notdienste an

Sonn- und Feiertagen

(08:00 bis 18:30)

1. Berufsjahr 3.088 € 62 € 187 €

2.-5. Berufsjahr 3.186 € 64 € 193 €

6.-10. Berufsjahr 3.423 € 69 € 208 €

ab 11. Berufsjahr 3.745 € 76 € 227 €

1. Halbjahr 670 €

2. Halbjahr 880 €

(48.695) Öffentlichen Apotheken

(4.405) Pharmazeutische Industrie

(1.909) Krankenhausapotheke

(1.225) Universitäten

(801) Behörden

(511) Lehranstalten und Berufsschulen

(272) Prüfinstituten

(199) Bundeswehr

(915) Sonstige Bereiche

Tab. 1 Zwischen ADEXA und ADA vereinbarter Gehaltstarifvertrag für Apothekenmitarbeiter außerhalb des Kammerbezirks Nordrhein (in

Kraft getreten am 01.01.2011)


24 UniDAZ 01/2012 BERUFSSTART

BERUFSSTART

01/2012 UniDAZ 25

Approbierte

Pharmazeuten

im Praktikum

Brutto-

Monatsgehalt

Notdienste an Werktagen

(18:30 bis 22:00

und 22:00 bis 08:00)

Notdienste an

Sonn- und Feiertagen

(08:00 bis 18:30)

1. Berufsjahr 2.985 € 60 € 181 €

2.-5. Berufsjahr 3.144 € 64 € 191 €

6.-10. Berufsjahr 3.335 € 67 € 202 €

ab 11. Berufsjahr 3.622 € 73 € 219 €

1. Halbjahr 593 €

2. Halbjahr 826 €

Tab. 2 Zwischen ADEXA und TGL vereinbarter Gehaltstarifvertrag für Apothekenmitarbeiter im Kammerbezirk Nordrhein

(in Kraft getreten am 01.01.2010)

sowohl innerhalb von Einzelapotheken als

auch innerhalb von Apothekenverbünden

Positionen mit höherer Führungsverantwortung

herausgebildet haben. Zuallererst

wären hier natürlich die mittlerweile rund

3.500 Filialleiter zu nennen, die den ihnen

übertragenen Filialbetrieb laut Gesetz persönlich

zu leiten haben und mitverantwortlich

dafür sind, dass die Apotheke unter

15%

10%

5%

1,7


26 UniDAZ 01/2012 BERUFSSTART

BERUFSSTART

01/2012 UniDAZ 27

ließe. Natürlich wird es im Einzelfall zu

entscheiden sein, welche Aufgaben grundsätzlich

noch zum üblichen Verantwortungsbereich

eines angestellten Apothekers

gehören bzw. welche darüber hinaus

gehen und eine Sondervergütung rechtfertigen.

Dies abzubilden würde den Rahmen

dieses Gehaltsreports jedoch bei Weitem

sprengen.

SELBSTSTÄNDIGE APOTHEKER

Zu guter Letzt bleibt im Hinblick auf eine

offizinelle Tätigkeit noch die Frage: Wie lukrativ

ist es eigentlich, sich selbständig zu

machen? Auch hier gilt wieder: Die wirtschaftliche

Lage von Apotheken ist so unterschiedlich,

wie es ihre Standorte sind

und die Menschen, die sie betreiben. Ohne

tiefergehende statistische Analysen bilden

Ertragsbetrachtungen die Realität daher immer

nur zum Teil ab. In einem Interview mit

der DAZ im Mai 2011 bezeichnet Dr. Frank

Diener von der Treuhand Hannover GmbH

die betriebswirtschaftliche Lage vieler Apotheken

als problematisch. Auf Basis der im

Quartal I/2011 erhobenen Zahlen errechnete

sich damals für eine typische Apotheke

ein Rückgang des Jahresgewinns von 75.000

Euro im Jahr 2010 auf nur noch 54.600 Euro

im Jahr 2011. Nach Steuern und Abgaben

Arbeitgeber Bund Bundesländer Europäische

Union

Rechtsgrundlage BBesO Besoldungsgesetz

des jeweiligen Bundeslands

Einstiegsbesoldungs-

bzw.

-tarifgruppe

beamtete Apotheker angestellte Apotheker

Statut der Beamten

der EuropäischenGemeinschaften

TV-L

(West)

Bundesländer Bund oder

Kommune

TV-L (Ost) TV-L

(Berlin)***

A13 A13 AD5 E13 E13 E13 E13

Bruttogehalt 42.879 € zwischen 39.084 €

(Berlin) und 44.770

€ (BaWü)

Nettogehalt (ledig,

ohne Kinder,

keine Kirchensteuer)

33.399 €* zwischen 31.014 €

(Berlin) und 34.561

€ (BaWü)*

blieben für den Apothekeninhaber demnach

nur noch 25.600 Euro zum Leben (diese

Summe entspricht inhaltlich dem Nettogehalt

bei Angestellten) nach 39.100 Euro

im Vorjahr, rechnete Diener vor und konstatierte:

„Das ist ein historischer Rückgang

um 35 Prozent“ – und weniger als ein erfahrener

Pharmazeut im Angestelltenverhältnis

verdient und das obwohl der Selbständige

das gesamte wirtschaftliche Risiko trägt.

Die von der Treuhand Hannover GmbH für

die Berechnung ausgewählte typische Apotheke

hat einen Jahresumsatz von 1,2 bis 1,5

Millionen Euro, das ist die Umsatzklasse in

die die meisten deutschen Apotheken fallen

(vgl. Abb. 2). Sie liegt damit unterhalb

der durchschnittlichen Apotheke mit einem

Umsatz von rund 1,6 Millionen Euro. Wie

aus Abb. 2 hervorgeht, liegt der Umsatz von

23,3 % aller Apotheken und damit erwartbar

auch deren Gewinn teilweise noch deutlich

unter dem einer branchentypischen Apotheke.

Andererseits bedeutet dieser Blickwinkel

im Umkehrschluss auch, dass rund 60 % aller

selbständigen Apotheker über den genannten

branchentypischen Zahlen liegen.

Insgesamt gibt es aber so viele individuelle

und standortspezifische Kriterien (Miete,

Anzahl/Struktur der verschreibenden Ärzte,

ortsübliche Öffnungszeiten (Landapo-

theke vs. Einkaufszentrum) und sich daraus

ergebender Personalbedarf etc.), dass bei jeder

Apothekeneröffnung bzw. -übernahme

ein detaillierter Businessplan erstellt und

die wirtschaftlichen Chancen des Betriebs

kritisch durchgerechnet und hinterfragt

werden müssen. Jede Angabe zur Einkommenssituation

selbständiger Apotheker, die

den Eindruck erweckt, für die gesamte Branche

repräsentativ zu sein und so einerseits

möglicherweise überzogene Erwartungen

generiert oder andererseits ungerechtfertigte

Ängste schürt, wäre demnach unseriös.

ÖFFENTLICHER DIENST

Die potentiellen Arbeitgeber für Apotheker

im öffentlichen Dienst sind wesentlich vielfältiger

als gemeinhin angenommen. Neben

Landesbehörden, Bezirksregierungen/Regierungspräsidien,

Gesundheitsämtern, Ministerien

oder Arzneimitteluntersuchungsstellen

kommen auch Berufsschulen und

Lehranstalten für pharmazeutisch-kaufmännische

und pharmazeutisch-technische

Assistenten in Betracht, sowie Apothekerkammern,

Hochschulen, Krankenkassen

und die Bundeswehr (vgl. Abb. 1). Hinzukommen

Tätigkeiten auf internationaler

TVÖD

52.195 €** 39.832 € 39.673 € 37.714 € 39.173 €

40.854 €** 23.231 € 23.161 € 22.286 € 22.939 €

* hiervon sind noch die Beiträge zur Krankenversicherung (freies Wahlrecht ob gesetzlich oder privat) abzuziehen

** Veränderungen durch ortsabhängige Zu- bzw. Abschläge zum Kaufkraftausgleich

***Prognose

Tab. 3 Einstiegsgehälter von Beamten und Angestellten im öffentlichen Dienst (Quelle: www.oeffentlicher-dienst.info)

Ebene wie beispielsweise bei der Europäischen

Arzneimittelbehörde (European Medicines

Agency, EMA) oder dem Europäischen

Patentamt (European Patent Office,

EPO). Trotz dieser Vielfalt potentieller Arbeitgeber

lässt sich relativ genau sagen, was

ein Apotheker als Berufseinsteiger in diesem

Bereich verdient, da das Besoldungssystem

staatlicher Behörden und Institutionen

gesetzlich geregelt und damit sehr starr

ist. Ein Spielraum für individuelle Gehaltsverhandlungen

existiert in diesem Bereich

faktisch nicht. Die Besoldung von beamteten

Apothekern, die auf Bundesebene tätig

sind, ist in der Bundesbesoldungsordnung

(BBesO) geregelt. Berufseinsteiger werden

regelmäßig in die Besoldungsgruppe A13

eingruppiert. Dies entspricht bei unverheirateten,

kinderlosen Arbeitnehmern gegenwärtig

einem Jahresgehalt von rund 42.000

Euro. Die Besoldung von Landesbeamten

liegt in einer ähnlichen Größenordnung,

kann jedoch von Bundesland zu Bundesland

teils beträchtlich variieren. Beispielsweise

liegt das Jahresgehalt eines Berliner

Amtsapothekers rund 5.000 Euro unter dem

Gehalt seines baden-württembergischen

Kollegen (vgl. Tab. 3). Sowohl bei Landes-

wie auch bei Bundesbeamten ist zu berücksichtigen,

dass diese grundsätzlich der Versicherungsfreiheit

unterliegen, d.h. von der

(Brutto-)Besoldung werden keine Beiträge

zur gesetzlichen Renten- oder Arbeitslosenversicherung

einbehalten. Ferner kann der

Beamte frei wählen, ob er sich gesetzlich

oder privat krankenversichert. Das Netto-

Einkommen eines beamteten Apothekers

zu Beginn seiner Berufslaufbahn liegt demnach

bei rund 33.000 Euro, während ein

angestellter Apotheker mit gleichem Bruttogehalt

nur rund 25.000 Euro überwiesen

ÖFFENTLICHER DIENST

Akademischer Rat (Berufseinsteiger)

an einer baden-württembergischen

Hochschule

ca. 45.000 €

PTA-Schullehrerin (3. Berufsjahr)

an einer PTA-Lehranstalt

ca. 41.000 €

Krankenhausapotheker (Berufseinsteiger)

in einer sächsischen Privatklinik

ca. 40.000 €

bekäme. Allerdings muss der Beamte daraus

noch seine Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung

begleichen, sodass die Differenz

insgesamt etwas geringer ausfällt, als es

auf den ersten Blick den Anschein hat. Die

Vergütung von Apothekern, die nicht als Beamte

sondern als Angestellte in staatlichen

Institutionen beschäftigt werden, errechnet

sich auf Basis des Tarifvertrags für den Öffentlichen

Dienst der Länder (TV-L), der

sich, wie der Name schon vermuten lässt,

von Bundesland zu Bundesland unterscheiden

kann. Berufseinsteiger mit Hochschulabschluss,

also auch Apotheker, werden in

die Tarifgruppe E13 eingruppiert, was bei

ledigen, kinderlosen Arbeitnehmern in den

meisten Bundesländern einem Bruttogehalt

von derzeit rund 40.000 Euro entspricht, lediglich

Berlin liegt merklich darunter. Da

im Fall eines Angestelltenverhältnisses die

genannten beamtenrechtlichen Vorteile

bei den Sozialversicherungsbeiträgen nicht

zum Tragen kommen, entspricht dies einem

Nettogehalt von etwa 24.000 Euro. Das Gehalt

von Apothekern, die beim Bund oder

in kommunalen Einrichtungen (z.B. Krankenhäusern)

angestellt sind, richtet sich

nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen

Dienst (TVÖD) und liegt in derselben Größenordnung

(vgl. Tab. 3). Deutlich über dem

deutschen Gehaltsniveau rangiert hingegen

die Besoldung von Beamten der Europäischen

Union. Dort liegt das Einstiegsgehalt

bei rund 52.000 Euro. Dabei gilt es zu

berücksichtigen, dass bei Bediensteten der

Europäischen Institutionen keine nationale

Einkommenssteuer auf das Gehalt erhoben

wird, da EU-Gehälter unmittelbar einer Ge-

meinschaftssteuer unterliegen, die zurück

in den EU-Haushalt fließt. D.h. Steuersätze

und Sozialabgaben sind bei diesen Beamten

nicht mit den auf nationaler Ebene gezahlten

Gehältern vergleichbar. Hinzukommt

bei EU-Beamten noch ein kompliziertes

Modell zum Kaufkraftausgleich je nach Beschäftigungsort.

So wird beispielsweise in

London, wo die Europäische Arzneimittelbehörde

EMA ihren Sitz hat, auf das in Tab. 3

genannte Grundgehalt noch ein Zuschlag

von derzeit 34,4 % gezahlt. Zum Vergleich:

EU-Beamte mit Dienstort in München erhalten

einen Aufschlag von lediglich 3,7 %

(in einigen europäischen Ländern erfolgt

zum Kaufkraftausgleich sogar ein Abschlag

vom Grundgehalt, z.B. in Bulgarien -37,3 %).

Während bei einigen Tätigkeitsfeldern

(Behörde, Bundeswehr) obligatorisch der

Staat als Arbeitgeber fungiert, ist dies z.B. bei

Krankenhausapothekern nicht zwingend

der Fall. Neben den in der Regel landeseigenen

Universitätskliniken oder kommunalen

Krankenhäusern gibt es auch Einrichtungen,

die von privaten Kapitalgesellschaften

betrieben werden. Die Bezahlung der Mitarbeiter

richtet sich dabei in erster Linie nach

dem Träger der jeweiligen Einrichtung. Wobei

sich auch viele privat betriebene Kliniken

an den in Tab. 3 genannten Gehältern

orientieren, sodass die Schwankungsbreite

der Einkommen bei Berufseinsteigern gerade

in diesem Bereich relativ gering ausfällt.

Auch bei Apothekern, die außerhalb der

Universitäten in der Ausbildung tätig sind,

kommt nicht nur der Staat als Arbeitgeber

in Frage. So werden beispielsweise PTA-

Lehranstalten in manchen Bundesländern

Foto: Fotolia


28 UniDAZ 01/2012 BERUFSSTART

BERUFSSTART

01/2012 UniDAZ 29

auch oder ausschließlich von gemeinnützigen

Vereinen oder privaten Trägern betrieben.

Während sich die Gehälter bei Schulen

mit gemeinnützigen Trägervereinen häufig

am Tarifvertrag für Apothekenmitarbeiter

(vgl. Tab. 1 bzw. Tab. 2) orientieren, ist

dies bei privaten Schulträgern nicht immer

der Fall, da die PTA-Ausbildung hier häufig

Teil einer größeren Einrichtung mit weiteren

Ausbildungsgängen ist. In diesen Fällen

werden Apotheker daher wie Lehrkräfte anderer

Fachrichtungen behandelt und bezahlt

– meist nach TV-L oder TVÖD (Tab. 3). Das

Gehalt von Mitarbeitern der Apothekerkammern

richtet sich weitgehend nach dem Tarifvertrag

für Apothekenmitarbeiter, je nach

Verantwortungsbereich und Leistungsumfang

sind moderate Zuschläge möglich.

INDUSTRIE

Zu guter Letzt, die – aufgrund der wenigen

verfügbaren Informationen – für viele vermutlich

spannendste Frage: Wie hoch sind

die Einstiegsgehälter in der pharmazeutischen

Industrie? Unternehmenssprecher

würden wahrscheinlich antworten: „Das

Industrie

(forschend, mit Promotion)

Industrie

(Generika, mit Promotion)

Industrie

(forschend, ohne Promotion)

Industrie

(Generika, ohne Promotion)

öffentlicher Dienst

Beamter

Filialleiter

angestellter Apotheker

kann man so pauschal nicht sagen!“ Und

damit haben sie auch nicht ganz unrecht,

dennoch soll an dieser Stelle versucht werden,

etwas mehr Licht ins Dunkel zu bringen.

Hierzu sind bei den potentiellen Arbeitgebern

zunächst einmal zwei Gruppen zu

unterscheiden: die forschenden Pharmaunternehmen

auf der einen und die Generika-

bzw. Lohnhersteller und pharmazeutischen

Dienstleistungsunternehmen auf

der anderen Seite. Während Pharmazeuten

ohne Promotion in der nicht-forschenden

Pharmaindustrie mit Einstiegsgehältern von

rund 42.000 bis 47.000 Euro rechnen dürfen,

liegen diese bei forschenden Unternehmen

rund 10% höher (ca. 45.000 bis 52.000 Euro).

Hierbei ist allerdings anzumerken, dass der

Einstieg in die pharmazeutische Industrie

unmittelbar nach dem Studium bei Generikaherstellern

wesentlich einfacher ist als bei

forschenden Unternehmen, wo der Doktortitel

häufig als Einstellungskriterium vorausgesetzt

wird oder zumindest zeitnah innerhalb

des Unternehmens erworben werden

soll. Ferner erleichtert eine Industrietätigkeit

während des praktischen Jahres den Einstieg

in ein pharmazeutisches Unternehmen oft

spürbar. Bewerber mit abgeschlossener Pro-

30.000 35.000 40.000 45.000 50.000 55.000 60.000 65.000

Einstiegsjahresgehalt in Euro

motion erwartet beim Einstieg in ein nichtforschendes

Unternehmen gegenwärtig ein

Jahresgehalt von etwa 48.000 bis 54.000

Euro, die Gehälter in forschenden Unternehmen

liegen, je nach Standort um bis zu

15 % darüber (55.000 bis 64.000 Euro). Zu

bedenken ist hier jedoch, dass ein Apotheker

während der in der Regel drei- bis vierjährigen

Promotionszeit an der Uni meist nur

eine halbe Stelle bezahlt bekommt. Das entspricht

einem monatlichen Bruttolohn von

ca. 1.800 Euro für Arbeitszeiten von nicht

selten 50 bis 60 Stunden pro Woche.

In der Industrie ist die Gehaltsspanne relativ

breit, was sich einerseits durch regionale

Besonderheiten und andererseits durch

das unterschiedliche Anforderungsprofil

der verschiedenen Stellen erklärt. Nach

wie vor existiert ein West-Ost-Gefälle, das

allerdings zu gewissem Maße durch unterschiedliche

Lebenshaltungskosten kompensiert

wird. Dieser Effekt ist in umgekehrter

Weise auch bei den nominell deutlich höheren

Jahressalären in der Schweiz zu berücksichtigen.

Dort liegen die Gehälter

von promovierten Berufseinsteigern zwar

am oberen Ende der angegebenen Gehalts-

spannen, und auch die Einkommenssteuern

sind deutlich niedriger als in Deutschland.

Dem stehen aber auch deutlich höhere Lebenshaltungskosten

gegenüber, die den Differenzbetrag

im Vergleich zu deutschen

Standorten relativ schnell aufzehren. Was

die verschiedenen Tätigkeitsfelder anbelangt,

so sind Forschung und Entwicklung

naturgemäß besonders lukrativ, allerdings

kommen in diesem Bereich in der Regel nur

Bewerber zum Zug, die sich durch ihren bisherigen

Werdegang hierfür in besonderer

Weise qualifiziert haben. Mitarbeiter in der

Medizinischen Wissenschaft oder der Qualitätskontrolle

verdienen demgegenüber im

Allgemeinen etwas weniger, allerdings geringfügig

mehr als Ihre Kollegen in den

Zulassungs- oder Pharmakovigilanz- (Arzneimittelsicherheits-)Abteilungen.

Doch

auch hier gilt: Ausnahmen bestätigen die

Regel! Vergleicht man die Einstiegsgehälter

in der Industrie mit jenen in der Apotheke

oder im öffentlichen Dienst, so sind

diese absolut betrachtet zwar merklich höher,

allerdings darf dabei nicht vergessen

werden, dass mit einer Industrietätigkeit

üblicherweise eine zeitliche Mehrbelastung

INDUSTRIE

promovierter Apotheker (Einstiegsgehalt)

in der Produktentwicklung

eines forschenden Pharmaunternehmens

in der Schweiz

ca. 64.000 €

Apotheker (Einstiegsgehalt ohne

Promotion) in der Qualitätssicherung

eines forschenden Pharmaunternehmens

in Ostdeutschland

ca. 46.000 €

promovierter Apotheker (Einstiegsgehalt)

im Bereich der Arzneimittelzulassung

eines forschenden

Pharmaunternehmens in Hessen

ca. 56.000 €

promovierter Apotheker (Einstiegsgehalt)

in der Qualitätskontrolle eines

süddeutschen Generikaherstellers

ca. 54.000 €

Apotheker (Einstiegsgehalt ohne

Promotion) als Medical Advisor eines

forschenden Pharmaunternehmens

in Norddeutschland

ca. 49.000 €

einhergeht, die in der Regel deutlich über

40 Wochenstunden hinausgeht und häufig

durch das Grundgehalt abgegolten ist. Der

auf die tatsächliche Arbeitszeit bezogene

Stundenlohn unterscheidet sich daher wesentlich

weniger als es auf den ersten Blick

den Anschein hat. Bei entsprechender Leistung

sind in der Industrie jedoch schnellere

und höhere Gehaltssprünge wahrscheinlich

als in der Apotheke oder im öffentlichen

Dienst. Allerdings fällt auch innerhalb der

Pharmazeutischen Industrie die Gehaltsdynamisierung

von Betrieb zu Betrieb, ja

mitunter sogar von Abteilung zu Abteilung

sehr unterschiedlich aus. Die Koexistenz einer

Vielzahl von Vergütungsmodellen und

-bestandteilen (persönliche Zielvereinbarungen,

Erfolgsbeteiligungen, Dienstwagen,

betriebliche Altersvorsorge u.v.m.)

macht allgemeingültige Aussagen über die

Gehälter in der pharmazeutischen für den

Berufseinstieg schwierig und für den weiteren

Karriereverlauf nahezu unmöglich,

denn je höher die Position und die Verantwortung

innerhalb eines Unternehmens,

desto häufiger werden Arbeitsverträge mit

einer Vielzahl individueller Absprachen geschlossen.

FREUDE AM BERUF DARF NICHT

ZU KURZ KOMMEN

Auch wenn hier jetzt viel von den Gehaltsaussichten

die Rede war, soll am Ende noch

kurz ein Aspekt genannt werden, der neben

der Sicherung der materiellen Existenzgrundlage

nicht zu kurz kommen darf:

die Freude am Beruf. Denn ohne Spaß bei

der Arbeit bleibt man auf Dauer weder gesund

noch zufrieden mit seinem Job, selbst

bei weit überdurchschnittlichem Verdienst.

Natürlich kann Arbeit nicht immer Spaß

machen, aber wenigstens immer mal wieder,

oder anders gesagt „nicht immer, aber

immer öfter!“ Lassen Sie sich daher bei der

Wahl Ihres Arbeitsplatzes nicht in erster Linie

von Gehaltsaussichten leiten, sondern

von Ihren Interessen und Neigungen. Nur

so treffen Sie eine nachhaltige Entscheidung

und werden in der Folge langfristig

mehr Befriedigung aus Ihrem Beruf ziehen.

Insofern bietet Ihnen das vorliegende Zahlenmaterial

für künftige Gehaltsverhandlungen

eine hoffentlich hilfreiche Orientierung,

die allerdings für den individuellen

Einzelfall nicht überbewertet werden sollte.

(zie)

Foto: Fotolia


30 UniDAZ 01/2012 BERUFSSTART

BERUFSSTART

01/2012 UniDAZ 31

UniDAZ: Herr Prof. Kaapke, eine angestellte

Apothekerin in der Offizin startet mit

ca. 37.000 Euro im Jahr, in der pharmazeutischen

Industrie erhalten Berufseinsteiger

ca. 53.000 Euro. Wie beurteilen

Sie dieses Gehaltsniveau, wenn man es

zur Ausbildung und auch zur Verantwortung,

die ein Apotheker trägt, ins Verhältnis

setzt?

Kaapke: Der von Ihnen gezeigte Gehaltsunterschied

ist gewaltig und zu Recht kommt

die Frage auf, ob er gerechtfertigt ist. Der

zentrale Unterschied zwischen einem Job

in der Offizin und in der Industrie sind die

Arbeitszeiten und zwar weniger im Hinblick

auf die Lage als vielmehr im Hinblick

auf die Länge. In der Regel ist jede Art von

Mehrarbeit in der Industrie mit dem Gehalt,

dem Fixum abgegolten. Zwar kann für

ein einmaliges monatliches Fixum nicht alles

verlangt werden, aber es muss klar sein,

dass in der Industrie ein anderer Takt vorgegeben

ist. Ob dies nun einen Unterschied

von 16.000 € rechtfertigt, ist eine Frage, die

jeder selbst beantworten muss. Die Industrie

zahlt in der Regel, was ihr der Job wert

zu sein scheint, die Apotheke offensichtlich

auch.

UniDAZ: Und wie sieht die Beurteilung

aus, wenn man das Gehalt mit dem anderer

Berufsgruppen, z.B. von Ärzten oder

auch Chemikern, vergleicht?

Kaapke: Ärzte haben gerade zu Beginn

ebenfalls nicht den besten finanziellen Einstieg,

können später aber deutliche Gehaltssprünge

erzielen, was als Anreiz zu verstehen

ist. Bei Chemikern ist die Spreizung

ebenfalls am Anfang groß, je nach Betrieb.

INTERVIEW MIT PROF. DR. ANDREAS KAAPKE

„DER GEHALTS-

UNTERSCHIED IST

GEWALTIG“ materielle und immaterielle Anreize sind müsste man ja annehmen, dass alle Apothe-

Prof. Dr. Andreas Kaapke ist Professor für

Aber auch hier muss auf die zeitliche Beanspruchung

geschaut werden. Ein Klinikarzt

hat teilweise weit mehr als 12 Stunden

am Stück zu arbeiten, bevor er wieder zur

Ruhe kommt. Ich sträube mich etwas gegen

diese Vergleiche, weil sie unterstellen, dass

man für die gleiche Leistung unterschiedliche

Entgelte erhalten kann. Ich denke, dass

auch die abgerufenen Leistungen deutlich

variieren, zudem entsprechen unterschiedliche

Berufe unterschiedliche Neigungen,

also neben den rein quantitativen Bewertungen

kommen noch qualitative Erkenntnisse

dazu, so dass am Ende ein Wert steht, der für

den einzelnen eben gerecht und attraktiv erscheint

oder eben nicht.

UniDAZ: Laut Gehaltstarifvertrag für Apothekenmitarbeiter

erreichen Approbierte

nach 10 Berufsjahren Ihr Maximalgehalt.

Die meisten haben dann bis zur Rente

noch 30 oder mehr Jahre zu arbeiten, ohne

Aussicht auf signifikante Gehaltszuwächse.

Halten Sie das für problematisch?

Kaapke: Dies ist problematisch, da aus monetärer

Sicht jahrelang kein Anreiz gesetzt

wird. Es erscheint mir wenig praktikabel

und mit hoher Wahrscheinlichkeit weicht

die Realität auch häufig von tariflichen Vorgaben

ab. Dies wird noch weiter zunehmen,

da die demographische Entwicklung den

Einstieg von Nachwuchs weit weniger wahrscheinlich

macht als bislang. Dann gilt es als

Hauptaufgabe, bestehende Mitarbeiter nicht

nur zu halten, sondern insbesondere ehemalige

Mitarbeiter, die bspw. in Elternzeit waren,

wieder einzugliedern und einzubinden.

Von daher werden auch deutlich flexiblere

Arbeitszeitmodelle vonnöten sein, um der-

lei Ansprüche abgelten zu können. Ich halte

diese für einen abseits der reinen Vergütungsfrage

enorm wichtigen immateriellen

Anreiz, der allen Studien zufolge noch an

Bedeutung gewinnen wird.

UniDAZ: Glauben Sie, dass es durch eine

zunehmende Spezialisierung der Apotheken

– Heimversorgung, Zytostatika-Herstellung,

Spezialisierung auf bestimmte

komplementäre Methoden wie TCM o.ä.

– auch zu einer Spreizung der Gehälter

innerhalb des Apothekenteams kommen

wird?

Kaapke: Ich halte dies für unausweichlich,

denn unterschiedliche Kompetenzen bedingen

auch unterschiedliche Honorierungen.

Ich habe den Begriff Honorierung an

dieser Stelle bewusst gewählt, weil hier eine

besondere Befähigung auch besonders honoriert

werden sollte. Im Übrigen stärkt

dies auch den internen Wettbewerb, der

nicht überschäumen soll, aber auch nicht

weggebügelt werden darf. Einziges Problem

ist die Größe der Apotheke und die Anzahl

denkbarer Spezialisierungen. Wenn sich

ein Apothekenmitarbeiter eines bestimmten

Themas annimmt, wird natürlich nicht

nur spekuliert, in welcher Form sich dies für

den Mitarbeiter rechnet, sondern auch Ausschau

danach gehalten, in welchem spezifischen

Feld man selbst tätig werden könnte.

Bis hierhin gut, nur es setzt auch voraus,

dass der Apothekenleiter hinreichend viele

Felder zu vergeben und zu besetzen hat. Aus

der Chance kann also auch schnell ein Risiko

werden, darauf ist zu achten. Aber vom

Grundprinzip her gesehen, sollte dies unbedingt

forciert werden.

UniDAZ: In vielen Branchen, v.a. bei größeren

Arbeitgebern, spielen zusätzliche

zum Gehalt gewährte Leistungen – Monatsticket

für den Arbeitsweg, Kongressteilnahmen

usw. – eine immer größere

Rolle. Beobachten Sie bei den Apotheken

ähnliches?

Kaapke: Ja und nein. Es kommt vor, insbesondere

die immens vielen Veranstaltungsangebote

spielen hier eine Rolle. Gerade

Kongressteilnahmen bringen in emotionaler

(Wertschätzung) aber auch fachlicher

Hinsicht für Mitarbeiter viel. Auch andere

willkommen, denn sie ermöglichen es der

Apotheke, über die reine Vergütung hinaus,

Anreize zu setzen. Es kommt auch ein psychologischer

Effekt dazu. Deutsche reden

nicht gerne über ihr Gehalt, warum auch

immer, aber sie sprechen gerne über Sonderzuwendungen

und hier sind derlei Anreize

gut zu gebrauchen.

UniDAZ: Im Moment gibt es bei Apothekern

praktisch keine Arbeitslosigkeit.

Könnte sich das ändern, wenn in den

nächsten Jahren tatsächlich vermehrt

Apotheken schließen müssen oder zumindest

Personal abbauen?

Kaapke: Ich bin kein Hellseher, aber Apothekenschließungen

müssen nicht zwingend

zu Arbeitslosigkeit führen. Die Anzahl der

rezeptpflichtig abzugebenden Packungen

bleibt ja davon unberührt. Von daher dürfte

der Bedarf an Personal in anderen Apotheken

in diesem Ausmaß steigen. Ansonsten

ken erhebliche Überkapazitäten an Personal

vorhalten. Dies wäre nicht nur betriebswirtschaftlich

schlimm, sondern auch ein gefundenes

Fressen für die Politik. Es wird daher

eher zu Umschichtungen kommen, Arbeitslosigkeit

sehe ich kurz- bis mittelfristig

nicht, im Gegenteil junge Nachwuchskräfte

werden gegenwärtig gesucht und auch an

bestimmten Standorten besonders umworben.

Es ist eine Frage der Lebensplanung, ob

etwas abgelegene aber landschaftlich reizvolle

Standorte unter langfristigen Gesichtspunkten

nicht doch eine ganz gute Option

darstellen.

UniDAZ: Herr Prof. Kaapke, wir danken

Ihnen sehr herzlich für das Gespräch.

Handelsmanagement und Handelsmarketing

an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg

Standort Stuttgart. Darüber hinaus

leitet er ein privates Marktforschungs- und

Beratungsunternehmen. Einer seiner thematischen

Schwerpunkte ist der Apothekenmarkt

und seine Akteure.


32 UniDAZ 01/2012 BERUFSSTART

BERUFSSTART

01/2012 UniDAZ 33

BERUFSBEGLEITENDES STUDIUM

KOMPLEMENTÄRE MEDIZIN

NACH DEM STUDIUM

IST VOR DEM STUDIUM

Nach dem Studium gibt es viele Möglichkeiten, sich fachlich auf dem Laufenden zu halten oder auch Neues

zu lernen. Ein Weg dazu ist ein berufsbegleitender Aufbaustudiengang. In seinem Bericht erzählt Jan Reuter,

Apotheker aus Walldürn im Odenwald, von „seinem“ berufsbegleitenden Masterstudiengang „Komplemen-

täre Medizin, Kulturwissenschaften, Heilkunde“, den er als einer der ersten Absolventen beendete.

„Geh` nicht nur die glatten Straßen. Gehe

Wege, die noch niemand ging, damit Du

Spuren hinterlässt und nicht nur Staub.“

(Antoine de Saint Exupery)

Von Anfang 2009 bis vor wenigen Monaten

war ich wieder Student – und es

war fantastisch! Nein, ich habe nicht meinen

Beruf an den Nagel gehängt sondern

bin 33 Jahre alt, habe Anfang letzten Jahres

die väterliche Apotheke übernommen und

liebe meinen Beruf als Apotheker.

Ich habe mit rund vierzig Ärzten, drei

Apothekern und zwei Psychotherapeuten

ein berufsbegleitendes Studium an der Europa-Universität

Viadrina in Frankfurt an

der Oder absolviert.

Mein Studium an der Ludwig-Maximilians-Universität

in München hatte, obwohl

mich die Vorlesungen über die Arzneipflanzen

in der Pharmazeutischen Biologie begeisterten,

zunächst kein nachhaltiges Verlangen

entfacht, mich nach dem Studium

intensiver mit dem Thema komplementäre

Therapierichtungen zu beschäftigen.

KULTURSCHOCK

Ich wusste, dass mein Vater sich ausgiebig

mit der Homöopathie beschäftigt und dachte

deshalb, ich sei auf alles vorbereitet, als

ich meine Arbeit in der Apotheke aufnahm.

Was folgte war ein Kulturschock: Kunden,

die von weit her anreisten und lange Wartezeiten

in Kauf nahmen, „nur“ um homöopathisch

beraten zu werden. Ich begriff schnell,

dass ich mich eingehender mit der Angelegenheit

befassen musste.

Auf diesem Weg landete ich bei der

Landesapothekerkammer Baden-Württemberg

bei der Weiterbildung in der Rubrik

„Homöopathie und Naturheilkunde“

und schnupperte zum ersten Mal richtig

an der Materie. Und siehe da – ich fing wider

Erwarten sofort Feuer. Die Referenten

der Internationalen Gesellschaft für Homöopathie

und Homotoxikologie (IGHH)

trafen genau meinen Nerv und indem ich

im darauffolgenden Jahr unzählige Fortbildungen

und Veranstaltungen besuchte

erweiterte sich mein Spektrum nach und

nach.

Als ich dann von dem Studiengang „Komplementäre

Medizin, Kulturwissenschaften,

Heilkunde“ erfuhr war ich anfangs etwas

skeptisch. Wie sollen so weiche Themen

wie Homöopathie und die Prinzipien der

Homotoxikologie mit Kulturwissenschaften

in Einklang gebracht und in ein universitäres

Korsett gezwängt werden? Die Tatsache,

IM NETZ

www.kmkh.de

Website des Studiengangs „Komplementäre

Medizin, Kulturwissenschaften,

Heilkunde“ mit Infos über das

Studium, Zugangsvoraussetzungen und

aktuelle Lerninhalte

www.homotox.de

Website der Internationalen Gesellschaft

für Homöopathie und Homotoxikologie

und der Internationalen Gesellschaft

für Biologische Medizin

Foto: Heide Fest, Europa-Universität Viadrina

Foto: Heide Fest, Europa-Universität Viadrina

dass ich auf einigen Fort- und Weiterbildungen

bereits so manch einen Dozenten schätzen

gelernt hatte, gab mir dann den nötigen

Anstoß, das Verrückte zu wagen.

So schrieb ich mich tatsächlich wieder

als Student ein. Aber es wird noch besser:

Mein Vater schrieb sich auch gleich mit ein!

Der Studiengang wird als Masterstudium

in Frankfurt/Oder angeboten und umfasst

die für mich entscheidenden Aspekte heilberuflicher

Tätigkeit, die weder im klassi-

schen Studium noch im Alltag Erwähnung

finden: Die komplementären Methoden und

die partizipative Kommunikation zwischen

Apotheker und Kunde.

GRUNDSTEIN FÜR EIN NETZWERK

Gleichzeitig führt das Studium Menschen

zusammen, die diese Aspekte als für sich

wichtig erkannt haben und den Austausch

suchen. Der Studiengang legt den Grundstein

für ein Netzwerk von Heilberuflern,

Bei Durchfall doppelt wirksam.

• Wirkt besonders schnell* gegen Durchfall und Krämpfe.

• Einzigartige Wirkstoff-Kombination aus Loperamid und Simeticon.

zu denen wir als Apotheker gehören, auch

wenn manch einer das vergessen zu haben

scheint. Heilberuflern, denen ganzheitliches

Denken und Handeln besonders wichtig ist.

So wie ich im klassischen Pharmaziestudium

den Blick über den Tellerrand vermisst

hatte, veränderten sich nun mein Selbstbild

und mein Tun als Naturwissenschaftler.

Denn die heilberufliche Tätigkeit ist letztlich

viel mehr als nur eine Naturwissenschaft,

sie ist ganz einfach menschlicher: Ich

verstehe meinen Beruf als Heilkunst, die ich

empathisch und kreativ erlebe. Das Masterstudium

füllte so sowohl inhaltlich als auch

gefühlsmäßig eine Lücke, die mein Pharmaziestudium

hinterlassen hatte.

INHALTE

Doch zurück zu den Inhalt des Studiengangs

„Komplementäre Medizin, Kulturwissenschaften,

Heilkunde“:

Das Studium erstreckt sich über vier

Semester und ergänzt die pharmazeutische

oder medizinische Ausbildung um den geisteswissenschaftlichen

Aspekt. Es besteht die

Möglichkeit zu promovieren und eine sektorale

Heilpraktikererlaubnis zu erwerben.

*Kaplan et al.: Loperamide-Simethicone vs Loperamide Alone, Simethicone Alone, and Placebo in the Treatment of Acute Diarrhea With Gas-Related Abdominal Discomfort. Arch Fam Med. 1999;8:243-248

Imodium ® akut N duo: Zusammensetzung: Arzneil. wirks. Bestandt.: 1 Tbl. enth.: Loperamidhydrochlorid 2 mg und Simeticon (entspr. 125 mg Polydimethylsiloxan). Sonst. Bestandt.: H2O-freies Calciumhydrogenphosphat,

mikrokristalline Cellulose, Carboxymethylstärke-Natrium (Typ A), Acesulfam-Kalium, Stearinsäure (pfl anzlich), Vanille-Aroma künstlich (enthält: Maltodextrin, Propylenglycol und Benzylalkohol).

Anwendungsgebiete: Symptomatische Behandlung akuter Durchfälle bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren, wenn dabei auch abdominelle Beschwerden auftreten, die durch eine vermehrte Gasbildung

verursacht werden mit einem aufgeblähten Bauch, Krämpfen oder Blähungen. Gegenanzeigen: Allergie gegenüber einem der Bestandteile des Arzneimittels; akute Dysenterie mit Blut im Stuhl und hohem Fieber;

akute Schübe einer Colitis ulcerosa; Colitis pseudomembranosa durch Einnahme von Breitspektrum-Antibiotika; bakterielle Enterokolitis durch invasive Mikroorganismen (z. B. Salmonellen, Shigellen und Campylobac-

ter). Sofort absetzen, wenn Obstipation, Subileus und/oder eine starke Aufblähung des Bauches auftreten. Patienten, bei denen eine Hemmung der Peristaltik zu vermeiden ist wegen möglichen Folgeerkrankungen

einschl. Ileus, Megacolon, toxisches Megacolon. Kinder < 12 J. Nicht empfohlen in der Stillzeit. Schwangerschaft: Strenge Indikationsstellung. Nebenwirkungen (aus klinischen Studien): Gelegentlich: Übelkeit,

Geschmacksstörungen. Erfahrungen nach Markteinführung (Loperamid mit Simeticon oder nur Loperamid): Häufi g: Übelkeit, Geschmacksstörungen. Gelegentlich: Somnolenz, Obstipation, Hautausschlag. Häufi gg-

g-

keit nicht bekannt: Überempfi ndlichkeit einschl. anaphylaktischen Schocks, anaphylaktoider Reaktionen; Bewusstlosigkeit, Bewusstseinsstörung, Schwindelgefühl; Megacolon einschl. toxisches Megacolon, Ileus,

abdominelle Schmerzen, Erbrechen, aufgeblähter Bauch, Dyspepsie, Flatulenz; Harnretention, Angioödem, Urticaria, Pruritus. McNeil GmbH & Co. oHG, 41430 Neuss. Stand: 10/2010


Foto: Heide Fest, Europa-Universität Viadrina

34

UniDAZ 01/2012

Das Masterstudium ist modular aufgebaut

und besteht aus Anteilen, die selbständig

erarbeitet werden (dazu gibt es online eine

eigene Lernplattform) und Präsenzphasen

(zwei verlängerte Wochenenden pro Semester).

Hinzu kommen die Zeiten für die

Wahlpflichtkurse (s. Abb. 1).

In den ersten drei Semestern wurden

die zwei Pflichtmodule nach eigenem Interesse

um zwei Wahlpflichtmodule ergänzt.

Ab diesem Jahr werden drei Wahlpflichtmodule

absolviert (s. Abb. 1). Im letzten Semester

steht dann die selbst gewählte Masterarbeit

im Vordergrund.

BERUFSSTART

Die beiden Pflichtmodule sind zum einen

„Biologische Medizin“, das auf dem von der

Weltgesundheitsorganisation (WHO) zertifizierten

Curriculum der Internationalen

Gesellschaft für Biologische Medizin fußt,

und zum anderen „Sprache-Kultur-Kommunikation“,

das genau diese Aspekte der

Medizin untersucht und vermittelt.

KOSTEN

Die Kosten für den Studiengang belaufen

sich auf 10.000 Euro, was bei einer Regelstudienzeit

von vier Semestern 2.500 Euro pro

Semester bedeutet.

Die Referenten sind neben internationalen

Professoren aus verschiedenen Bereichen

viele Praktiker, die sich ein bestimmtes

Gebiet erschlossen haben.

Mit mir haben, wie eingangs erwähnt,

Ärzte, Apotheker und Psychologen studiert,

für die sich der Studiengang mit Sicherheit

besonders eignet. Er steht aber auch anderen

Berufsgruppen mit abgeschlossenem Hochschulstudium

in den Gesundheitswissenschaften

offen.

Die Studierenden in meinem Jahrgang

waren zwischen 30 und 60 Jahre alt. Und

auch das ist eine Besonderheit: So ist ein generationenübergreifendes,interdisziplinäres

Lernen und ein Austausch zwischen den

Heilberufen möglich.

Zusammenfassend bot mir dieser Studiengang

die einmalige Gelegenheit, mich

auf universitärem Niveau mit Themen zu

beschäftigen, die ich persönlich in meiner

Tätigkeit als Apotheker als essenziell

betrachte. Dies ist sicher auch aus wirtschaftlicher

Sicht zu Zeiten des Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes

(AMNOG)

ein wertvolles Alleinstellungsmerkmal.

„FLATRATE-FORTBILDUNG“

Als besonderes Schmankerl betrachte

ich außerdem die sogenannte „Flatrate“:

Durch den Abschluss des Studiums kann

ich an jedem Modul, das von der Europa-Universität

und der IGHH angeboten

wird, kostenfrei teilnehmen und somit

die Themen vertiefen, die mir persönlich

am meisten Spaß machen, ständig etwas

neues dazulernen und die Kontakte zu

meinen Freunden und Kommilitonen

aufrecht erhalten.

Im Vordergrund steht für mich aber

der Austausch mit den Kollegen in meinem

persönlichen komplementären

Netzwerk, von denen viele inzwischen

gute Freunde sind.

Der Weg, den ich als einer der ersten

gegangen bin, ist für mich heute ein Anker

in meinem Berufsalltag und beweist

mir, dass es sich wirklich lohnt über den

Tellerrand hinauszuschauen und Neuem

gegenüber aufgeschlossen zu sein.

Von Jan Reuter, Apotheker aus Walldürn

Pflichtbereich 1 Pflichtbereich 2 Wahlpflicht 1 Wahlpflicht 2 Masterphase

Kulturwissenschaften Biologische Medizin Kulturwissenschaften Biologische Medizin

Sprache – Kultur –

Kommunikation

Biologische Medizin

GesundheitswissenschaftlicheForschungstechnik

Medizinethnologie

Ethik – Recht –

Wissenschaft

Primärprävention

Krankheit als

ordnendes Prinzip

Ayurveda

Focusing

Naturheilverfahren

Homöopathie

Biologische Schmerzmedizin

Traditionelle Abendländische

Medizin

Homotoxikologie

Mitochondrien- und

Umweltmedizin

Komplementäre Augenheilkunde

Biophysikalische

Therapieformen

3 Module 3 Module 3 Module, frei wähl- und kombinierbar

Abb. 1: Der Studiengang ist modular aufgebaut: An die Pflicht- und Wahlpflichtmodule schließt die Masterarbeit an.

Masterarbeit

Liebe Leserinnen und Leser,

wenn Sie Ihre Ausbildung beendet haben,

werden Sie als Apothekerinnen und Apotheker

sehr gefragt sein, als hochqualifizierte

Mitspieler in einem der Zukunftsmärkte

überhaupt – dem Gesundheitswesen.

Auf Ihrem Ausbildungsweg werden Ihnen

viele Produkte und Unternehmen begegnen,

die ebenfalls eine Rolle im Gesundheitswesen

spielen. Einige von

Ihnen werden sich zu Partnern

entwickeln, die Sie auf Ihrem

Berufsweg begleiten.

Ver schiedene Unternehmen

aus dem Apotheken-

umfeld stellen sich Ihnen auf den folgen-

den Seiten vor und geben Ihnen einen

Einblick, welche Angebote es s peziell für

junge Pharmazeutinnen und Pharmazeuten

gibt. Dafür bedanken wir uns bei den teil-

nehmenden Firmen für ihr Engagement.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei Ihrer

persönlichen Entdeckungsreise

auf den nächsten Seiten und

alles Gute für Studium,

Praktikum und Berufsstart!

Ihr Team des Deutschen

Apotheker Verlags

Foto: Eisenhans@Fotolia.com

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LINDA Apotheken – Deutschlands größte

und bekannteste Apotheken-Kooperation

Mit rund 1.300 angeschlossenen Apotheken ist

LINDA die deutschlandweit größte und bekannteste

Premium-Apothekendachmarke selbstständiger

Apotheker und Marktführer in ihrem Segment.

Die Bedeutung von Marken spielt beim

tagtäglichen Wettbewerb um die Kunden

eine entscheidende Rolle. Dies

gilt auch für den immer härter umkämpften

Apothekenmarkt. Mittlerweile existieren

Billig anbieter, Online-Apotheken und zentral

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Gleichzeitig greifen

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in das Arbeitsfeld der

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die Differenzierung im

Wettbewerb mit den

Apotheken vor Ort ist

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In dieser verschärftenWettbewerbssituation

ist es für jede

Apotheke wichtig, sich

mit herausragenden

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somit deutlich erkennbar vom restlichen Marktumfeld

abzuheben. Hierfür ist der Aufbau einer

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Im Gegensatz zu Franchisemodellen wird bei

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an dem Premium-Dachmarkenkonzept

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unabhängige Apothekengemeinschaft von dem

Marketing Verein

Deutscher Apotheker

e.V. ins Leben

gerufen. Mit der

Markenbotschaft

„Wir kennen unsere

Kunden“ stehen

die LINDA

Apotheken für ein

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Qualitätsversprechen

und eine ganz

besondere Nähe

zum Kunden. Nebenfachkompetenter

Beratung, einer ganz persönlichen, vertraulichen

und diskreten Betreuung in allen

Gesundheits- und Lebensfragen und einer optimalen

Versorgung mit Arzneimitteln, bieten

die LINDA Apotheken ihren Kunden exklusive

Leistungen, die in Kooperation mit martktführenden

Partnern in dieser Form nur in LINDA

Apotheken erhältlich sind. Durch mehrmals

im Jahr stattfindende abwechslungsreiche Marketingaktionen,

Projekte zu ausgewählten Gesundheitsthemen,

einem umfangreichen Angebot

an Kundenzeitschriften, Kindermarketing

und vielen weiteren Kundengewinnungs- und

Bindungsmaßnahmen werden die Verbraucher

auf die Apotheken und die Marke aufmerksam

gemacht. Begleitende TV-Spots und PR-Maßnahmen

sorgen für mehr Wahrnehmung und

Wiedererkennbarkeit. Mit Erfolg, denn mittlerweile

sind die LINDA Apotheken bei rund

40 % der Bevölkerung bekannt, bei dem Anteil

der Frauen ist es sogar fast jede Zweite. 1 Aktuelle

Auszeichnungen bestätigen: LINDA bietet

den besten Markenauftritt. 2, 3 Und auch in

punkto Service liegen die LINDA Apotheken

mit Abstand vorn – in Deutschlands größtem

Service-Ranking belegen die LINDA Apotheken

mit deutlichem Abstand Platz 1 unter den

Apotheken-Kooperationen. 4

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HOCHKARÄTIGE PARTNERSCHAFTEN

Als marktführende Apothekenkooperation arbeitet

LINDA ausschließlich mit Top-Akteuren

anderer Branchen zusammen. Mit PAYBACK,

dem erfolgreichsten Bonusprogramm Deutschlands,

können Verbraucher ihre PAYBACK

Karte beim Einkauf in der Apotheke einsetzen.

Das System lohnt sich auch in wirtschaftlicher

Hinsicht: Kennzahlen im Bereich „OTC-

und Freiwahl“ belegen, dass die Nutzung des

PAYBACK Systems zu einer überdurchschnittlichen

Entwicklung der Apotheke führt – sogar

im Rx-Bereich, bei dem keine Punkte gesammelt

werden können. Ein weiterer exklusiver

Partner ist der ADAC e.V., Europas größter

Automobilclub mit über 16 Millionen Mitgliedern.

Der Vorteil, der durch diese Kooperation

für die Kunden der LINDA Apotheken

entsteht, macht sich ebenfalls in barer Münze

bezahlt: LINDA schaltet mindestens sechs Mal

jährlich Coupon-Anzeigen in der Mitgliederzeitschrift

„ADAC Motorwelt“. Und auch die

Kooperation mit dem Deutschen Fußballbund

ist nicht nur ein prestigeträchtiges Aushängeschild

– die Zusammenarbeit dient zugleich als

ein unverwechselbares Marketinginstrument,

das jede Apotheke für sich nutzen kann. Seit

Oktober 2010 ist LINDA der offizielle Ausstatter

des Medizinkoffers der Deutschen Fußball-

Nationalmannschaft. Der

Koffer ist nicht nur bei jedem

Länderspiel dabei – er

ist auch für jeden Fußballfan

und Amateurverein erhältlich.

Viele LINDA Apotheken

setzen den DFB-Medizinkoffer

für ihre eigene

lokale und regionale Imagewerbung

ein.

INDIVIDUELLE UNTERSTÜTZUNG IM

APOTHEKENALLTAG

Marketing ist wichtig, aber nicht allein entscheidend

für den Apothekenerfolg. Um die Apothekerinnen

und Apotheker auch in den Bereichen

der Apothekenführung, der wirtschaftlichen

Aufstellung, der Organisation des Apothekenalltags

u.v.m. zu unterstützen, bietet LINDA

zahlreiche Hilfestellungen an. Zum Beispiel mit

dem professionell entwickelten Category Management.

Dieses hilft der Apotheke, die eigene

Sichtwahl und Freiwahl am POS erfolgreich zu

gestalten und somit den Abverkauf zu steigern.

Auch im immer bedeutsamer werdenden Bereich

der Hilfsmittelversorgung können LINDA

Apotheken auf ein umfassendes Dienstleistungs -

angebot zurückgreifen. LINDA unterstützt da-

rüber hinaus die unabhängige Apotheke mit

einem zertifizierten Qualitätsmanagementsystem

bei der Umsetzung und Sicherstellung

der Beratungsqualität, der Erhöhung der Arzneimittelsicherheit

sowie Weiterentwicklung

der fachlich hochstehenden Berufsausübung in

heilberuflicher Verantwortung.

INDIKATIONSSPEZIFISCHE

LEISTUNGSANGEBOTE

Die Apotheke muss neben

einer optimalen Organisa-

tionsstruktur, einem professionellen

Marketing und und

pharmazeutischer Fach-

kompetenz innovative Lösungsansätzesungsansätze

entwickeln, entwickeln, mit

denen sie sie sich langfristig ininteressante Kundengruppen sichert. Das geht

nur über Qualität, Wissen und Geschick im

Umgang mit Menschen und potenziellen Geschäftspartnern.

Im Bereich der Diabetikerbetreuung

stellt LINDA den Apotheken hierfür

z. B. ein besonderes Betreuungs- und Produktangebot

zur Verfügung. Mit dem Patientencoaching-Programm

„LINDA Coaching diabetes“

kann sich das gesamte Apotheken-Team

mittels einer fachlich anspruchsvollen e-Learning-Fortbildung

der European Health Care

Foundation (EUHCF) zum Patientencoach

ausbilden, prüfen und zertifizieren lassen. Insgesamt

bieten diese Leistungsangebote die einmalige

Möglichkeit, sich frühzeitig im Bereich

der Compliance-Programme als kompetenter

Partner zu etablieren.

ARBEITGEBER MIT ZUKUNFTSPOTENZIAL

Die betriebswirtschaftliche Entwicklung der

Apotheken, die an dem LINDA Qualitätsdachmarkenkonzept

teilnehmen, liegt deutlich

über dem Durchschnitt, denn sie verfügen

über alle wichtigen Instrumente, um die Herausforderungen

des Marktes optimal zu bewältigen.

Beste Voraussetzungen also für ein

sicheres, vielseitiges und interessantes Anstellungsverhältnis.

1 Markenerfolgskontrolle bei Verbrauchern 2011; iCONSULT Forschung & Consulting

GmbH

2 Sempora-Studie 2011; Sempora Consulting GmbH

3 Goldmedaille in der Kategorie „Marketing“, coop-Studie 2011 und 2012,

Apotheken Management-Institut

4 Studie „Service-Champions 2011“, Service Value GmbH, Goethe-Universität

Frankfurt am Main, DIE WELT

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KONTAKT:

LINDA AG

Emil-Hoffmann-Str. 1a

50996 Köln

Telefon 02236-848780

E-Mail: zukunft@linda.de

www.linda.de

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Gehe neue Wege.

Wo, wenn nicht bei GEHE?

Innovator. Partner. Dienstleister. Gestalter.

Großhändler. Vordenker. All das ist GEHE. Seit 1835

KONTAKT:

GEHE Pharma Handel

GmbH

Hauptverwaltung

Neckartalstraße 131

70376 Stuttgart

Deutschland

Tel.: 0711/57719-0

Fax: 0711/57719-400

www.gehe.de

Willkommen in der Zukunft. So

hätte das Unternehmensmotto von

GEHE 1835 lauten können. Der

Gründer Franz Ludwig Gehe nämlich hatte

eine geniale, für die damalige Zeit allerdings

verrückte Idee. Er wollte Arzneimittel für jedermann

zugänglich machen. Dabei hatte er sich

in seinen schlauen Kopf gesetzt, ein ambitioniertes

Ziel zu erreichen: „den Erfordernissen

der Pharmazie in allen Beziehungen höchst Genüge

zu leisten.“ Dieses Ziel bedeutete so viele

Veränderungen für das Tagesgeschäft des Apothekers,

dass denen angst und bange wurde.

Aber Gehe war erfolgreich mit seinen Visionen.

So erfolgreich, dass aus seiner Idee nicht

nur der Großhandel für Apotheken entstand.

Sondern auch das erste systematische Arzneimittelverzeichnis.

Und im Laufe der Unternehmensgeschichte

viele weitere Neuerungen, die

häufig erstmal ungläubige Gesichter bewirkten,

bis sie im Markt Standard wurden. Und heute

noch sind. Der aktuelle Unternehmens claim

GEHE >> NEUE WEGE birgt also viel Substanz.

INNOVATIV, PROFESSIONELL,

PARTNERSCHAFTLICH.

Neues Terrain beschreitet GEHE immer wieder.

Ganz aktuell: innovative Dienstleistungen,

mit denen die Apotheke auch in schwierigen

Zeiten zusätzliche Erträge erwirtschaften

kann. Zum Beispiel mit dem Warenwirtschaftsmodul

WAWI Top. Es bietet dem Apotheker

ein effizientes Warenmanagement, hält ihn optimal

lieferfähig und hilft ihm Kosten zu sparen

– und Zeit für den Kunden zu gewinnen. Dem

Apotheker den Rücken freizuhalten, ihm ein

„schnurrendes“ Backoffice zu sichern, so dass

ihm genug Raum bleibt für sein Kerngeschäft

– dieses Ziel steht bei GEHE immer im Vordergrund.

Moderne Medien werden dabei selbstverständlich

integriert. So kann der Apotheker

etwa mit ePlacement individuell, unkompliziert

und schnell seine Regale optimal bestücken.

Apropos Internet: GEHE war einer der

ersten, der das weltweite Netz für Apotheker

zugänglich gemacht hat. Heute betreibt GEHE

unterschiedliche Portale, im B2B ebenso wie im

B2C-Bereich – und natürlich auch für die ca.

2.400 Mitglieder der Kooperation gesund leben-Apotheken.

Diese können die Dienstleistungen

von GEHE am umfassendsten nutzen.

So sind z.B. nicht nur viele Seminare der renommierten

GEHE AKADEMIE oft kostenlos

für Mitglieder, sondern sie profitieren auch von

Bonifizierungen, die GEHE für Mitglieder der

Kooperation ausschreibt.

Ziel von GEHE ist es, zukunftsorientierte

Lösungen zu schaffen – auch für Industriepartner.

Ihnen bietet GEHE Konzepte, die Nutzen

entlang der gesamten Wertschöpfungskette

bringen.

Noch was? Ach ja – der Großhandel! Dass

auch dieser hochprofessionell läuft, versteht

sich fast von selbst. Top-Logistik, umweltorientierte

Mehrwegboxen, sichere, pünktliche,

zuverlässige Versorgung der Apotheken

auch mit empfindlichsten Arzneimitteln,

auch bei Temperaturen bis zu 40 Grad Celsius

(Stichwort: Kühlkettenlogistik!) – all das

ist bei GEHE Tagesgeschäft. Von 20 Niederlassungen

aus ist GEHE, dessen Hauptsitz in

Stuttgart liegt, täglich bis zu fünfmal zu den

11.000 GEHE-Kunden bundesweit unterwegs.

SPIRIT, DER VERBINDET.

In so einem Unternehmen zu arbeiten, ist spannend,

fordernd und motivierend. Zu GEHE

passt, wer eigenmotiviert ist, klare Ziele hat und

sich mit der Unternehmenskultur identifizieren

kann. Mitarbeiter, die sich engagieren möchten.

Die den Spirit haben, neue Wege zu gestalten.

Gemeinsam mit ihnen möchte GEHE in

die Zukunft gehen.

Sind Sie interessiert? Willkommen bei GEHE!

QUIRIS ® – Wissenschaft

für ein gesundes Leben

Das Gesundheitsunternehmen QUIRIS Healthcare aus

Gütersloh entwickelt und vertreibt innovative, zumeist

pflanzliche OTC-Präparate für den apothekenexklusiven

Zusatzverkauf.

Telcor ® Arginin plus ist in Form von Filmtabletten und

als Trinkgranulat erhältlich

KONTAKT:

QUIRIS HEALTHCARE

Am Kreuzkamp 5-7

33334 Gütersloh

Tel. 0800/0784747

www.quiris.de

QUIRIS wurde im Juni 2004 gegründet

und beschäftigt derzeit 25 Mitarbeiter.

Das Unternehmensleitbild lautet:

„Wissenschaft für ein gesundes Leben“. Ein

Motiv, das von den Mitarbeitern täglich gelebt

wird und sich in den qualitativ hochwertigen

Produkten widerspiegelt.

BLUTHOCHDRUCK NATÜRLICH

BEHANDELN

Mit TELCOR® Arginin plus entwickelte QUIRIS

beispielsweise das erste Präparat zur natürlichpflanzlichen

Blutdrucksenkung. Das Unternehmen

trug damit bereits frühzeitig dem neuen

Anspruch der Apothekenkunden Rechnung,

Bluthochdruck assoziierte Beschwerden „ohne

Chemie“ und in Kombination

mit Medikamenten selbst behandeln

zu können. Telcor®

Arginin plus ist zur Behandlung

bei Frühstadien der Arteriosklerose

und Bluthochdruck

zugelassen. Seit der

Unternehmensgründung be-

schäftigt sich QUIRIS außerdem

intensiv mit Qualitätskriterien

für Aminosäuren.

Selbstverständlich ist deshalb, dass Telcor® Arginin

plus ausschließlich L-Arginin der hoch

reinen Sonderqualität Proargin® enthält. Weitere

Wirkstoffe in Telcor® Arginin plus sind Folsäure

sowie die Vitamine B6 und B12.

Im Rahmen der Qualitätssicherung befragte

QUIRIS jüngst deutschlandweit insgesamt 748

Therapeuten. Das Ergebnis: 97 Prozent werden

Telcor® Arginin plus ihren Patienten wieder

empfehlen. Auch Wirksamkeit und Verträglichkeit

der natürlichen Adernformel erhielten

Bestnoten. Fazit: Telcor® Arginin plus ist für

Apothekenkunden mit Arteriosklerose und/

oder Bluthochdruck sowie für Diabetiker eine

sinnvolle Zusatzempfehlung. Eine neue randomisierte,

placebokontrollierte klinische Studie

wurde jüngst initiiert.

QUIRIS-Literaturservice Arginin: Tel. 0800/0784747.

Im vergangenen Jahrzehnt haben sich die

Anforderungen an den Beruf des Apothekers

massiv verändert. Von den Umbrüchen

im Gesundheitswesen und den dabei notwendigen

Wandlungsprozessen sind gerade

auch die Apotheker betroffen.

Betriebswirtschaftliche Qualifikation gewinnt

heute neben den pharmazeutischen Kenntnissen

zunehmend an Bedeutung.

Die WDA bietet diese Qualifikation mit einem

berufsbegleitenden Ausbildungskonzept, dem

Studiengang „PRAKTISCHER BETRIEBS-

WIRT FÜR DIE PHARMAZIE“. Studienort ist

die Campus-Universität in Bayreuth.

In drei Semestern a drei Vorlesungswochen

werden neben den ökonomischen Grundlagen

Wissen um die wesentlichen Elemente und

Funktionszusammenhänge im Gesundheitswesen

vermittelt.

Die Ausbildung ist bewusst breit angelegt, denn

es gilt die Voraussetzungen für unternehmerisches

Handeln in dem sich ändernden Marktumfeld

zu schaffen. Darüber hinaus wird auf

die speziellen Anforderungen der Apothekenpraxis

eingegangen.

Absolventen des Kurses haben die Möglichkeit

durch Belegung eines Zusatzsemesters und das

Schreiben einer Masterarbeit den international

anerkannten Titel MBA „Health Care Management“

zu erwerben.

Der erfolgreiche Abschluss des WDA Studiums

ist eine wertvolle Ergänzung des Pharmaziestudiums

und eröffnet zusätzliche Chancen für

eine Laufbahn auch außerhalb der Apotheke.

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Die WDA ist eine Führungsakademie für Apotheker.

Sie bietet Pharmazeuten qualitativ hochwertige und

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40 UniDAZ 01/2012 FEUILLETON

FEUILLETON

01/2012 UniDAZ 41

UNIDAZ HAT DEN SWAG

Wenn Sie sich jetzt fragen, was „Swag“ bedeuten soll, zeigt das, dass Sie

trotz Ihres jungen Alters für die Sprache der Jugend wohl schon zu er-

wachsen sind. „Swag” ist nämlich das Jugendwort des Jahres 2011. Hier

erfahren Sie mehr über den „Swag“ und weitere „wichtige“ Vokabeln der

Jugendsprache.

Der Ausdruck „Swag“ stammt aus dem

Song „Turn my swag on“ des US-Rappers

Soulja Boy (wörtlich engl. to swagger =

stolzieren, prahlen) und steht unter Jugendlichen

für eine „beneidenswerte, lässig-coole

Ausstrahlung“ und eine „charismatischpositive

Aura“. Ergebnis des komplizierten

Auswahlverfahrens zum Jugendwort des

Jahres war jedoch nicht nur das Siegerwort,

sondern ein ganzes Wörterbuch der Jugendsprache,

in dem sich auch eine Reihe apothekenrelevanter

„Fachbegriffe“ wiederfindet.

Die ominöse „Rentnerbravo“ kennt

man vielleicht noch, aber was verbirgt sich

hinter dem „grünen Libanesen“? Damit es

auch in Zukunft nicht zu Verständigungsproblemen

kommt, folgen hier einige kurze

Szenen aus dem Apothekenalltag, für den

Fall des Falles mit Übersetzung…

Jugendsprache:

Die Apotheke hatte kaum geöffnet, da kam

schon der erste Sechsbeiner durch die Tür.

Offenbar hatte er sich direkt nach dem

Apothekenfrühstück mit seinem Gehsteigporsche

auf den Weg gemacht, denn üblicherweise

kamen Mitglieder des friedhofsblonden

Krampfadergeschwaders deutlich

später. Es war kalt und sein mobiles Esszimmer

klapperte. Er hatte sich eine gewaltige

Rüsselpest eingefangen und kam jetzt, um

sich einige Popelplanen und eine Flasche

grünen Libanesen zu kaufen. Er wollte möglichst

schnell wieder fit werden, denn morgen

startete Singing Gammelfleisch mit dem

Fossilientransporter zu seinem Jahresausflug,

man wollte sich bei einem Faltenbügler

de luxe über Gesichtstuning informieren.

Die Apothekerin empfahl ihm, daher zu-

sätzlich eine Opa-Shisha und riet ihm, heute

noch ein bisschen zu chillaxen, dann wäre er

morgen sicher fit, um mit den anderen Kukidentlern

auf Tour zu gehen. Schnell sackte

er noch eine Rentnerbravo ein und machte

sich dann mit seinem AOK-Shopper auf den

Rückweg in Gottes Wartezimmer.

Hochdeutsch:

Die Apotheke hatte kaum geöffnet, da kam

schon der erste Senior mit Gehhilfe durch

die Tür. Offenbar hatte er sich direkt nach der

morgendlichen Medikamenteneinnahme

mit seinem Rollator auf den Weg gemacht,

denn üblicherweise kamen die grauhaarigen

Rentner deutlich später. Es war kalt und seine

Zahnprothese klapperte. Er hatte sich einen

gewaltigen Schnupfen eingefangen und

kam jetzt, um sich einige Taschentücher und

ein Flasche Hustensaft zu kaufen. Er wollte

schnell wieder fit werden, denn morgen

startete der Männergesangsverein mit dem

Bus (mit Rentern) zu seinem Jahresausflug,

man wollte sich bei einem angesehenen plastischen

Chirurgen über Schönheitsoperationen

informieren. Die Apothekerin empfahl

ihm daher zusätzlich einen Inhalator und

riet ihm, sich heute noch ein bisschen auszuruhen,

dann wäre er morgen sicher fit um

mit den anderen Senioren einen Ausflug zu

machen. Nachdem er noch eine „Apotheken

Umschau“ eingesteckt hatte, machte er sich

mit seinem Gehwägelchen wieder auf den

Rückweg ins Seniorenwohnstift.

Jugendsprache:

Kurz nach Mittag kamen zwei Gehsteigpanzer

mit ihren Happyfanten in die Apotheke.

Sie war eine richtige Knödelfee und schob ein

ziemliches Feinkostgewölbe vor sich her. Darüber

hinaus schien sie frisch aufgemopst zu

sein. Und auch der Bratwurstfriedhof, der sie

begleitete, hatte einen Weizenspoiler, der nicht

mehr als Liebeskugel durchging. Völlig außer

Atem verlangten die beiden Schrittschwitzer

ein Mittel gegen Völlegefühl, offenbar hatten

sie ihr Kalbfleischknoppers und die Assischale

im Glutamatpalast gegenüber nicht gut

vertragen. Eine PTA brachte das gewünschte

und legte den beiden Meerschweinschmugglern

nahe, es beim nächsten Fressflash doch

einfach mal mit Vegetarierfrisbees zu versu-

UND HIER NOCH EINIGE WICHTIGE VOKABELN

FÜR DEN APOTHEKENALLTAG:

Akne

Kondom

Potenzmittel

Pille danach

Apotheken Umschau

Inhalator

Hustensaft

Verstopfung

Blähungen

Stuhlgang haben

Durchfall

erbrechen

Darmspiegelung

chen. Das lehnten die beiden Puddingdampfer

jedoch kategorisch ab, sie seien keine

Blümchenkiller oder Karottenrambos. Auch

dem Vorschlag, zu fitnieren statt zu dönieren

konnten die beiden wenig abgewinnen.

„Bevor wir einen auf Steckerlhexe machen,

gehen wir lieber zum Specksauger“ meinten

sie. Immerhin eine Geruchswalze gegen den

Achselterror nahmen die beiden noch mit,

ehe sie endgültig abpixelten. Über den Hartzvierjeans

blizten ihre Bauarbeiterdekolletés.

Hochdeutsch:

Kurz nach Mittag kamen zwei korpulente

Kunden mit ihren übergewichtigen Kindern

in die Apotheke. Sie war eine adipöse Dame

mit einem ausgeprägten Bauch. Darüber hinaus

schien sie sich jüngst die Brüste vergrößert

haben zu lassen. Und auch der dicke

Mann, der sie begleitete, hatte einen Bierbauch,

der nicht mehr als süßer Männerbauchansatz

durchging. Völlig außer Atem

verlangten die beiden kräftig gebauten Herrschaften

ein Mittel gegen Völlegefühl, offenbar

hatten sie ihren Döner und die Portion

Pommes mit Ketchup und Mayonnaise im

gegenüberliegenden Fastfood-Restaurant

nicht gut vertragen. Eine PTA brachte das

Gewünschte und legte den beiden Kunden

mit ausgeprägter Achselbehaarung nahe, es

bei der nächsten Mahlzeit doch einfach mal

Blindenschrift, Hügellandschaft, Pickelvulkan,

Pickelpinocchio, Samsgesicht, Streuselschnecke

Bettfickling, Nahkampfsocke, Rammelbeutel, Stängelhaut

(mit Loch: Kinderüberraschung)

Lattenmacher, Samendünger

Radierer (einnehmen: radieren)

Rentnerbravo

Opa-Shisha

grüner Libanese

Analstöpsel

Analhusten, Analseufzer, Gesäßhusten, einen

Sprung in der Hose haben

einen Bob in die Bahn legen, Ballast abwerfen,

häufeln, würsteln

Darmfasching, rektale Disharmonie, Sprühwurst

durch den Kopf gehen lassen, Magenvulkan, rückwärts

essen, Würfel husten

Rosettenkino

Drogendealer Waldapotheker

mit ein paar Gurkenscheiben zu versuchen.

Das lehnten die beiden übergewichtigen Personen

jedoch kategorisch ab, sie seien keine

Vegetarier. Auch dem Vorschlag, im Fitnesscenter

zu trainieren anstatt Döner zu essen,

konnten die beiden wenig abgewinnen. „Bevor

wir Nordic Walking betreiben, lassen

wir uns lieber Fett absaugen“ meinten sie.

Immerhin einen Deo roller gegen das starke

Schwitzen nahmen die beiden noch mit, ehe

sie endgültig verschwanden. Ihre Jogginghosen

gewährten dabei rückseitig tiefere Einblicke,

als einem lieb sein konnte.

Jugendsprache:

Im Notdienst kam dann noch eine eingedieselte

Chicka mit ihrem Bunnychecker. Die

beiden hatten sich eben erst in einer Disse

um die Ecke kennengelernt. Kaum hatte sie

den Fummelbunker betreten, wurde sie von

ihm ordentlich geblickfickt, denn er war von

diesem Landschaftsbild total geflasht. Sofort

begann er sie anzubraten und nachdem die

beiden etwas abgedanct hatten, war auch

sie einem Utensilientausch nicht mehr abgeneigt.

Nachdem sie Lutscher getauscht

hatten, ließ der Zerleger sein Rüsselsheim

fallen und parkte im Paradiesdress ein. Da

er nichts anpflanzen wollte, dachte er auch

rechtzeitig an den Rammelbeutel. Dummerweise

entpuppte sich die Nahkampf socke je-

doch als Kinderüberraschung. Also nichts

wie auf zum Mädchen-TÜV. Der Höhlenforscher

verschrieb ihr einen Radierer, den

sie jetzt in der Apotheke abholten, eine Kugelgrippe

wollten die Beiden nämlich unter

allen Umständen vermeiden.

Hochdeutsch:

Im Notdienst kam dann noch eine stark

parfümierte, gut aussehende junge Frau

mit einem Playboy an ihrer Seite. Die beiden

hatten sich eben erst in einer Discothek

um die Ecke kennengelernt. Kaum hatte sie

die Disco betreten, starrte er sie an, denn er

war von dem kurvenreichen Mädchen vollkommen

überwältigt. Sofort begann er mit

ihr zu flirten und nachdem die beiden eine

Zeit lang miteinander getanzt hatten, war

auch sie einem sexuellen Abenteuer nicht

mehr abgeneigt. Nach intensiven Zungenküssen

ließ der Frauenverführer seine Hose

runter und hatte splitternackt mit ihr Verkehr.

Da er jedoch keine Schwangerschaft

riskieren wollte, dachte er rechtzeitig daran,

ein Kondom zu verwenden. Dummerweise

stellte sich hinterher heraus, dass das Präservativ

ein Loch hatte. Daher gingen die

beiden sofort zum Frauenarzt. Der Gynäkologe

verschrieb dem Mädchen die „Pille

danach“, die sie jetzt in der Apotheke abholten,

eine ungewollte Schwangerschaft wollten

die Beiden nämlich unter allen Umständen

vermeiden.

(zie)

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Quelle: PONS Wörterbuch der Jugendsprache

2012 - das Original!: Mit 1500

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42 UniDAZ 01/2012

INTERNATIONALES

AUS DEM ARBEITSALLTAG EINER DEUTSCHEN APOTHEKERIN IN OXFORD

WO DIE APOTHEKERIN

GEGEN GRIPPE IMPFT…

Krankenkassen, Rabattverträge, Generika-Dschungel – mit diesen Proble-

men habe ich in England zum Glück nicht zu kämpfen. Hier gibt es einen

nationalen Gesundheitsdienst, den National Health Service (NHS), und wenn

ein Arzneimittel generisch verschrieben wird, bekommt der Patient was im-

mer gerade da ist. Da kann es auch mal passieren, dass Simvastatin einmal

rot und oval, einen Monat später dann weiss und rund ist. Den Patienten ist

es in der Regel egal... sie haben sich bereits daran gewöhnt. Von diesen und

weiteren Erfahrungen, die ich in den letzten fünf Jahren als Apothekerin in

Oxford gesammelt habe, berichtet der folgende Beitrag, der einen kleinen

Einblick in den Arbeitsalltag einer englischen Kettenapotheke bietet.

Nach Abschluss meines dritten Staatsexamens

im Mai 2006 bewarb ich

mich auf eine Anzeige von Lloydspharmacy,

einer der grössten Apothekenketten in

England, die auf dem deutschen Markt über

die Agentur für Arbeit nach Apothekern für

ihre öffentlichen Apotheken suchte. Einem

Telefongespräch folgte eine Einladung zu

einem Bewerbungsgespräch in Manchester

und eine Woche später wurde mir ein Angebot

gemacht. Ich hatte mich für eine Position

in Oxford beworben und im Juli 2006

ging das Abenteuer schließlich los.

Foto: Martina Schiffer-Weinle

Wir sind ein modernes, international tätiges Pharmatechnologie-

Unter nehmen und befassen uns mit der Entwicklung und Herstellung

von Arzneimitteln mit optimierter Wirkstoff entfaltung und anwenderfreundlicher

Einnahme.

Mit unserem spezifi schen Know-how und unseren patentgeschützten Plattform-Techno logien

realisieren wir Lösungskonzepte für verbesserte Wirkstoff stabilität, Bioverfügbar keit und kontrollierte

Freisetzung. Wir unterstützen damit unsere Kunden bei der Vermarktung innovativer

Produkte, die auch Patienten und Verbrauchern einen zusätzlichen Nutzen bieten.

Kurz gesagt: Wir machen aus „gut“ „noch besser“.

Das gilt auch für unsere Mitarbeitenden! Schließlich bieten wir ihnen die besten Voraussetzungen

zur fachlichen und persönlichen Weiterbildung. Sich entwickeln und weiterent wickeln –

die Dinge kontinuierlich optimieren und sich mit „gut“ nie zufrieden geben. All dies sind wichtige

Teile unserer Philosophie.

Die richtige Einstellung zur Kunden- und Serviceorientierung, Innovation, Mitarbeiterführung,

Qualität sowie zu Sicherheit und Umweltschutz bilden die Grundpfeiler unserer Unternehmenskultur.

Motivieren. Herausfordern. Vertrauen. Dies sind die drei Säulen unserer Personalpolitik.

Warum? Weil wir davon überzeugt sind, dass jeder einzelne Mitarbeiter einen entscheidenden

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Herstellung von oralen Darreichungsformen:

Granulate, Pellets und in Stick Packs,

Brause tabletten, Tabletten, Filmtabletten,

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Stick Packs: 140 Mio/Jahr

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Tabletten und Kapseln: 1.100 Mio/Jahr

Blister: 45 Mio/Jahr

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40 % verschreibungspfl ichtige Medikamente

50 % rezeptfreie Medikamente

10 % Nahrungsergänzungsmittel

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Von Losan hergestellte Produkte werden in über

50 Ländern weltweit vermarktet; ca. 20 % der

Produkte gehen in den deutschen Markt.

Kundenspektrum

Auf Losan vertrauen rund 100 Kunden, darunter

6 der weltweiten TOP 10 Pharmafi rmen und

7 multinationale Generikaunternehmen.


44 UniDAZ 01/2012 INTERNATIONALES

INTERNATIONALES

01/2012 UniDAZ 45

Da das Vereinigte Königreich Mitglied der

EU ist, wurde meine Approbation problemlos

anerkannt. Zur Einarbeitung verbrachte

ich sechs Wochen in der Apotheke einer

deutschen Kollegin, die bereits 1999 nach

England ausgewandert war. Sie erklärte mir

die wesentlichen Unterschiede zwischen

dem deutschen und dem englischen System,

zudem befasste ich mich ausführlich

mit dem englischen Apothekengesetz und

lernte den Umgang mit dem Computersystem,

das in allen Lloydspharmacy-Filialen

das gleiche ist.

ALLER ANFANG IST SCHWER

Um die Apotheken in und um Oxford besser

kennenzulernen und mich nicht auch noch

um das Personalmanagement kümmern

zu müssen, startete ich nach der Einarbeitungszeit

als sogenannter Relief Pharmacist.

Als Relief vertrat ich Apothekenmanager an

ihren freien Tagen. Am Anfang war das Arbeiten

hier in England nicht so einfach. Es

dauerte einige Zeit, sich an das OTC-Sortiment

zu gewöhnen, das sich vom deutschen

ziemlich unterscheidet. Für einen produktiven

Husten zum Beispielt gibt es nur Arzneimittel

mit Guafenisin, kein ACC oder

Ambroxol, dafür kann man aber Codein

frei verkäuflich für einen trockenen Husten

oder in Kombination mit Paracetamol oder

Ibuprofen als Schmerzmittel erwerben. Ach

ja, und dann war da noch das kleine Pro blem

mit der Sprache. Zugegeben, das Englisch,

das wir in der Schule lernen, ist sehr gut,

doch wenn es darum geht, in der Apotheke

Patienten zu beraten und am Telefon Probleme

mit Ärzten zu diskutieren, dann stößt

man doch auch mal an seine Grenzen. Über

diese Startprobleme kann ich heute, nach

über fünf Jahren, nur lächeln. Durchhalten

und dazulernen heißt die Devise.

Nach einem Jahr übernahm ich dann

meine erste eigene Filiale und mittlerweile

bin ich als sogenannter Clustermanager

nicht nur für meine eigene Apotheke verantwortlich,

sondern noch für vier weitere

Filialen sowie deren jeweilige Manager. Das

ist der Vorteil, wenn man für eine groβe Firma

arbeitet. Man hat Aufstiegsmöglichkeiten

und wird innerhalb des Unternehmens

weitergebildet, wenn man möchte.

ARBEITSBEDINGUNGEN IN ENGLAND

Die Arbeitszeiten eines Apothekers in der

öffentlichen Apotheke betragen, je nach

Vertrag, etwa 45 bis 47.5 Stunden pro Woche.

Dabei muss man den ganzen Tag von

Öffnung der Filiale bis zur Schließzeit am

Abend anwesend sein (ca. 9 bis 10 Stunden

am Tag). In der Hinsicht hat man es in

Deutschland sicher besser und ist wesentlich

flexibler. Dafür gibt es keine Nachtdienste,

weil viele Apotheken, z.B. in Supermärkten,

bis 23 Uhr und auch am Sonntag geöffnet

sind. Außerdem kann man im Notfall auch

im Krankenhaus Medikamente beziehen.

Mein Anfangsgehalt war mit £ 31.000

im Jahr relativ niedrig. Das ist aber normal

für Apotheker, die nicht in England studiert

haben. Das spätere Gehalt richtet sich dann

nach Lage und Größe der Apotheke, die man

übernimmt, Erfahrung sowie persönlichem

Verhandlungsgeschick und liegt so zwischen

£39.000 und £45.000 (aktuell ca. 47.000 bis

54.000 €), wobei nach oben hin noch mehr

drin ist. Zum Leben hat man auf jeden Fall

Mit annähernd 1.700 Filialen betreibt

Lloydspharmacy die größte

Apothekenkette im Vereinigten Königreich.

Die rund 17.000 Mitarbeiter

des Unternehmens gaben 2010

mehr als 150 Millionen rezeptpflichtige

Arzneimittel ab, führten

1,3 Millionen Blutzuckertests und

1,7 Millionen Blutdruckmessungen

durch. Der Umsatz des 25.-größten

britischen Einzelhändlers betrug

rund 1,8 Milliarden Britische Pfund.

genug Geld übrig. Die steuerlichen Abgaben

sind in England zwar geringer, dafür

liegen die Lebenserhaltungskosten, besonders

in Oxford, im höheren Bereich.

DAS ENGLISCHE APOTHEKENSYSTEM

Einer der wahrscheinlich größten Unterschiede

zwischen, dem deutschen und dem

englischen Apothekensystem ist die Tatsache,

dass in England kein verschreibungspflichtiges

Medikament die Apotheke verlässt,

ohne vorher auch physisch durch die

Hand des Apothekers zu gehen. Bringt ein

Patient ein Rezept in die Apotheke, so wird

es vom Personal an der Kasse entgegengenommen

und anschließend an die Dispensary

weitergegeben, in der das Medikament

gewählt und ein Klebeetikett ausgedruckt

wird, das den Namen des Patienten und des

Medikatments, die Einnahmeinformation

sowie Warnhinweise enthält. Dieses Etikett

wird auf die Medikamentenpackung geklebt

und sowohl von der Person, die das Label

produziert und das Medikament ausgewählt

hat, als auch vom Apotheker selbst abgezeichnet.

Das verlängert zwar die Wartezeit

der Patienten im Vergleich zu Deutschland

ein wenig, macht die Arzneimittelabgabe

aber sicherer.

ZUSÄTZLICHE LEISTUNGEN

Würde man den ganzen Tag nur Medikamente

gegen Rezepte checken, wäre so ein

10-Stunden-Arbeitstag, wie ich ihn zur Zeit

habe, ziemlich eintönig. Man hat natürlich

wie in Deutschland auch viel Kontakt mit

Patienten. In der Regel bevorzugen es Patienten

erstmal in der Apotheke nach Rat zu

fragen, bevor sie den Arzt aufsuchen. Außerdem

gibt es zahlreiche Dienstleistungen,

die in den Apotheken angeboten werden,

zum Beispiel der sogenannte Medicines

Use Review, ein Service, für den Apotheken

vom NHS bezahlt werden. Apotheker besprechen

hierbei mit dem Patienten dessen

Medikamente, überprüfen, ob der Patient

sie wie verschrieben einnimmt, Wechselwirkungen

oder Nebenwirkungen auftreten

und ob der Patient weiß, warum er die Medikamente

einnimmt.

Zudem bieten wir in der Apotheke einen

Stop Smoking Service an und die „Pille

danach“ ist hier nach Konsultation mit dem

Apotheker auch ohne Rezept erhältlich. In

diesem Winter habe ich, nach entsprechendem

Training, das erste Mal Grippeimpfungen

verabreicht. Es gibt noch zahlreiche

andere Leistungen, die wir anbieten. Langweilig

wird es einem also wahrlich nicht.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass

ich die Erfahrungen, die ich England gesammelt

habe, nicht missen möchte und

jedem, der in Erwägung zieht, im Ausland

sein Glück zu versuchen, das Vereinigte

Königreich nur empfehlen kann – beruflich

und kulturell.

Von Martina Schiffter-Weinle,

Apothekerin aus Oxford

Martina Schiffter-Weinle ist approbierte

Apothekerin und seit 2006 registriertes Mitglied

der Royal Pharmaceutical Society of

Great Britain. Nach dem Studium der Pharmazie

an der Friedrich Alexander Universität

in Erlangen und anschließendem praktischen

Jahr übernahm sie eine Apothekerstelle

bei Lloydspharmacy in Oxford.

Bild Seite 42: Christ Church ist eines der re-

nommiertesten der fast 40 Colleges in Oxford.

In jüngerer Zeit dienten verschiedene Teile von

Christ Church als Drehort für die Verfilmungen

der Harry-Potter-Romane.

Bild Seite 44: Seit einigen Jahren schmeißt die

deutsche Apothekerin Martina Schiffter-Weinle

eine Apotheke in Oxford.

Bild oben: Auch in der Umgebung Oxfords gibt

es viel zu entdecken, wie Clivedon Manor, das

40 Meter über der Themse thront.


46 UniDAZ 01/2012 WISSENSCHAFT

WISSENSCHAFT

01/2012 UniDAZ 47

WAS IST EIGENTLICH DAS ARZNEIBUCH?

Das Arzneibuch kennt jeder Pharmaziestudent und jeder Apotheker, es

wird in der Uni, in der Apotheke und in der Pharmaindustrie benutzt.

Generationen von Pharmazeuten haben Arzneibuch-Methoden und

– Prüfungen gelernt und im Labor durchgeführt oder waren in Prüfungen,

Kolloquien und auch Examen mit ihnen konfrontiert.

Ursprünglich gab es nur ein einbändiges

Arzneibuch, deshalb wird noch

heute von „dem“ Arzneibuch gesprochen.

Inzwischen umfasst das Arzneibuch aber

drei Teile:

- das Deutsche Arzneibuch (DAB),

- das Europäische Arzneibuch (EuAB oder

Ph.Eur. für Pharmacopoea Europaea) und

- das Homöopathische Arzneibuch (HAB).

RECHTLICHE STELLUNG

Laut Arzneimittelgesetz (AMG) ist das Arzneibuch

eine vom Bundesinstitut für Arzneimittel

und Medizinprodukte (BfArM)

im Einvernehmen mit dem Paul-Ehrlich-

Institut (PEI) und dem Bundesamt für Verbraucherschutz

und Lebensmittelsicherheit

(BVL) „bekannt gemachte Sammlung anerkannter

pharmazeutischer Regeln über

die Qualität, Prüfung, Lagerung, Abgabe

und Bezeichnung von Arzneimitteln und

den bei ihrer Herstellung verwendeten

Stoffen“ (§ 55 AMG). Es ist also ein amtliches

Standardwerk zur Qualitätskontrolle

von Arzneimitteln, dessen Vorschriften

und Regularien nach § 54 AMG für jeden,

der Arzneimittel herstellt, überprüft oder

in Verkehr bringen will, also Apotheken,

Großhandlungen, pharmazeutische Unternehmen

und tierärztliche Hausapotheken,

bindend sind. Deswegen ist in der Apothekenbetriebsordnung

auch vorgeschrieben,

dass das Arzneibuch in jeder Apotheke vorhanden

ist (§ 5 ApBetrO).

WARUM EIN ARZNEIBUCH?

1997 wurde der Sinn und Zweck des Arzneibuchs

in der Einleitung zur Ph. Eur. darin

beschrieben, „die Volksgesundheit mit

Hilfe anerkannter, gemeinsamer Regeln zu

fördern“. Die Idee hinter dem Arzneibuch

ist also, die Qualität der Arzneimittel zu

überprüfen, um eine sichere Anwendung

zu gewährleisten.

Das Arzneibuch enthält Vorschriften, an die

sich die oben genannten Benutzergruppen

streng halten müssen. Aber genau das bietet

auch große Vorteile: Einheitliche und gemeinsame

Vorschriften sichern die Qualität

der Arzneimittel, nicht nur für die Patienten

in Europa, sie erleichtern auch den Export.

Auch Arzneimittelhersteller müssen dank

des Arzneibuchs beispielsweise eine analytische

Prüfung nicht mehr überprüfen, da die

Methoden des Arzneibuchs als validiert gelten.

Auch die Qualität der Ausgangsstoffe,

die der pharmazeutische Unternehmer bei

anderen Herstellern einkauft, wird durch

die Arzneibuchprüfungen sichergestellt.

Für den Patienten stellen die Normen

ebenfalls eine Qualitätssicherung der Medikamente

dar, da beispielsweise die Lagerungsbedingungen

klar geregelt sind. Es

profitieren also sowohl die pharmazeutische

Industrie und der Apotheker als auch

der Patient direkt oder indirekt vom Arzneibuch.

WIE IST DAS ARZNEIBUCH

AUFGEBAUT?

Die drei Teile des Arzneibuches sind

grundsätzlich gleich aufgebaut. Sie bestehen

alle aus einem Allgemeinen und einem

Speziellen Teil. Im Allgemeinen Teil findet

sich ein Vorwort, eine Einleitung, Allgemeine

Vorschriften für die Anwendung

des Arzneibuchs, Beschreibungen von allgemeinen

Prüfverfahren und Reagenzien.

Dieser Teil dient dazu, dem Analytiker die

nötige „Ausrüstung“ zu bieten, mit der er

den zweiten Teil des Arzneibuchs bearbeiten

kann.

Der Spezielle Teil, der den größten Teil

des Arzneibuchs ausmacht, besteht aus

Monographien, die Definitionen, Prüfverfahren

sowie Lagerungs- und Beschriftungsvorschriften

beinhalten. Die meisten

Monographien beschreiben jeweils einen

bestimmten Wirkstoff, es gibt aber auch

Familienmonographien, die jeweils Gruppen

sehr ähnlicher Stoffe beinhalten, beispielsweise

die Impfstoffe oder – neu im

Grundwerk der 7. Ausgabe – die Monographiegruppe

der Pflanzlichen Drogen.

Die Regeln der Arzneibücher gelten gemeinsam.

DIE EINZELNEN ARZNEIBÜCHER

Es ist wichtig zu wissen, dass sich die Erarbeitung

des Europäischen Arzneibuchs

einerseits und des Deutschen und des Homöopathischen

Arzneibuches andererseits

deutlich voneinander unterscheiden. Wie

man schon durch den Namen erkennen

kann, wird das Europäische Arzneibuch

auf internationaler Ebene erarbeitet, während

die anderen beiden Arzneibücher

ausschließlich in Deutschland gelten und

daher auch auf nationaler Ebene beschlossen

werden.

DAS EUROPÄISCHE ARZNEIBUCH

Das Europäische Arzneibuch

hält Bestimmungen

zu Bereichen

fest, die in Europa allgemein

verbreitet sind

oder eine einheitliche

Regelung benötigen.

Es ist eine Vereinigung

der verschiedenen nationalen

Arzneibücher

Europas. Neben den Monographien enthält

es neue methodische Vorschriften über die

Analytik der beschriebenen Stoffe. Es wird

unter der Schirmherrschaft des Europarats

(der institutionell nicht mit der EU verbunden

ist) mit Sitz in Straßburg erarbeitet und

erschien 1969 zum ersten Mal.

Das Europäische Arzneibuch beruht

auf dem Teilabkommen „Übereinkommen

zur Ausarbeitung eines Europäischen

Arzneibuchs“ des Europarats aus dem Jahre

1964. Da es sich nur um ein Teilabkommen

handelt, sind nicht alle Mitgliedsstaaten des

Rates Mitglieder des Übereinkommens. Von

den 47 Ratsmitgliedern gehören 36, darunter

die EU als Institution, dem Abkommen an.

Auch Staaten, die keine Mitglieder des

Europarates sind, können das Abkommen

Europäische Arzneibuch-

Kommission (37 Mitgliedsstaaten,

3 Delegierte pro Land)

17 Expertengruppen

Gesundheitsausschuss des Europarats

ca. 40 Arbeitsgruppen

unterzeichnen. Zu den Vertragsstaaten

kommen 23 sogenannte Beobachterstaaten.

Auch Organisationen können beitreten,

z.B. hat die Weltgesundheitsorganisation

(WHO) Beobachterstatus. Beobachter dürfen

„nur“ an der wissenschaftlichen Arbeit

der Kommission teilhaben, während Mitglieder

außerdem Vorschläge einbringen

und abstimmen dürfen.

Deutschland hat die Konvention 1964

als eines der Gründungsmitglieder unterschrieben

und sich damit verpflichtet, die

Regeln des Europäischen Arzneibuchs im

nationalen Recht anzuwenden und kontinuierlich

am Europäischen Arzneibuch

mitzuarbeiten.

Das Europäische Arzneibuch wird von

drei Stellen ausgearbeitet: der Europäischen

Arzneibuch-Kommission, dem Europäischen

Direktorat für die Qualität von Arzneimitteln

(EDQM, European Directorate for the

Quality of Medicines and HealthCare) und

dem Gesundheitsausschuss des Europarates.

Der Gesundheitsausschuss kann fachlich

nicht auf den Inhalt des Europäischen

Arzneibuchs einwirken, sondern ist verwaltend

tätig und legt hauptsächlich die Fristen

fest, innerhalb derer das Arzneibuch in den

Unterzeichnerstaaten in nationales Recht

umgesetzt werden muss.

Das EDQM übernimmt die Organisation

und Koordination der fachlichen Ausarbeitung

der Methoden oder Monographien.

Das EDQM verfügt über Labore, in denen

die Untersuchungen zur Erstellung des

Arzneibuchs stattfinden. Es gibt den Experten

Vorgaben, um Vollständigkeit und Einheitlichkeit

zu gewährleisten.

Die Europäische Arzneibuch-Kommission

besteht aus nationalen Delegationen mit

maximal drei Gesandten aus Forschung, Industrie

und Behörden pro Land und leistet

die inhaltliche Arbeit an der Erstellung des

Europäisches Direktorat für die

Qualität von Arzneimitteln (EDQM)

Abb 1: An der Erarbeitung des Europäischen Arzneibuchs beteiligte Institutionen.

Europäischen Arzneibuches. Die Kommission

tagt dreimal pro Jahr.

Erarbeitet wird das Europäische Arzneibuch

in 17 ständigen Expertengruppen

und ca. 40 Arbeitsgruppen. Die Arbeitsgruppen

tagen nicht regelmäßig, sondern

nur nach Bedarf und sind deshalb nicht

immer aktiv (s. Abb. 1).

WIE ENTSTEHEN NEUE MONOGRA-

PHIEN FÜR DIE PH. EUR.

Grundsätzlich stellt sich der Ablauf wie

folgt dar:

Zuerst wird eine Bedarfsmeldung an

das EDQM gerichtet. Dies ist in dreierlei

Varianten möglich: Ein pharmazeutisches

Unternehmen oder eine Fachperson kann

entweder einen Entwurf einer neuen Monographie

einreichen, eine Überarbeitung

anfordern oder die Verbesserung eines Entwurfs

fordern.

Die Europäische Arzneibuch-Kommission

entscheidet daraufhin, ob sie die Meldung

in ihr Arbeitsprogramm aufnimmt. In

den Experten- und Arbeitsgruppen entsteht

dann ein Monographie-Entwurf, der in der

vierteljährlich erscheinenden Zeitschrift

Pharmeuropa veröffentlicht wird, um vor

dem Beschluss der Regeln Interessierten

die Gelegenheit zur Stellungnahme zu

bieten. Kommentare und Verbesserungsvorschläge

zu solchen Textentwürfen sind

an die nationale Arzneibuchbehörde (in

Deutschland: Geschäftsstelle beim BfArM)

zu richten, welche sie an das EDQM weiterleitet.

Nach dem Erscheinen in der Zeitschrift

wird der Entwurf erneut in den Experten-

und Arbeitsgruppen bearbeitet und

zur Verabschiedung an die Europäische

Arzneibuch-Kommission weitergeleitet. Erfolgt

eine Resolution des Gesundheitsausschusses

des Europarats, tritt die Regelung

auch national in Kraft (s. Abb. 2).

Natürlich kommt es immer wieder vor,

dass in den unterschiedlichen Gremien

Uneinigkeit besteht. In solchen Fällen geht

der Entwurf zur Nachbesserung zurück in

die jeweils vorige Instanz. Dieses Verfahren

kann die Erarbeitung und Aufnahme einer

Monographie in das Europäische Arzneibuch

zu einem sehr langwierigen Unterfangen

machen.

Die Amtssprachen des Europarates sind

Englisch und Französisch. In Deutschland

kann das Europäische Arzneibuch deshalb

erst verbindlich werden, wenn es ins Deutsche

übersetzt wurde. Die Übersetzung

wird von Deutschland, Österreich und der

Schweiz gemeinsam vorgenommen und

führt zu einer einheitlichen Fassung in allen

drei Staaten.

Das Grundwerk erscheint in einem

3-Jahres-Zyklus. Im ersten Folgejahr erscheinen

drei, in den folgenden 2 Jahren die

Bedarfsmeldung an EDQM (neu/ändern/streichen)


Aufnahme ins Arbeitsprogramm


Erarbeitung in Arbeits-/Expertengruppen


Veröffentlichung in Pharmeuropa


Finalisierung in Experten-/Arbeitsgruppen


Genehmigung durch die Europäische Arzneibuch-Kommission


Resolution des Gesundheitsausschusses des Europarats


nationale Inkraftsetzung

Abb. 2: Ablauf der Erarbeitung einer neuen Arzneibuchvorschrift/Monographie


48 UniDAZ 01/2012

restlichen 5 Nachträge zum Grundwerk. Es

erscheint also pro Sitzung der Europäischen

Arzneibuch-Kommission ein Nachtrag.

Mit jedem Nachtragsband wird ein

kompletter Registerband geliefert, der alle

Stichworte des Hauptwerks und der vorangegangenen

Nachtragsbände enthält.

INTERNATIONALE HARMONISIERUNG

DER ARZNEIBÜCHER

Im Zuge der Globalisierung wird versucht,

das Europäische Arzneibuch, das Arzneibuch

der USA (United States Pharmacopeia,

USP) und das Japanische Arzneibuch (Japanese

Pharmacopeia, JP) zu harmonisieren.

In Straßburg wurde eigens dafür eine

Pharmacopoeial Discussion Group (PDG)

eingerichtet, die austauschbare Methoden

erarbeitet und Monographien harmonisiert.

In Genf werden diese Vorschläge dann auf

der International Conference on Harmonisation

of Technical Requirements for Registration

of Pharmaceuticals for Human Use

(ICH) geprüft und gegebenenfalls wird die

Austauschbarkeit erklärt.

Als Folge werden die Inhalte dann in

die USP, die JP und in das Kapitel 5.8 des

Europäischen Arzneibuches aufgenommen.

Mit der Harmonisierung soll ein freierer

Handel zwischen Europa, Japan und Amerika

ermöglicht werden.

DAS DEUTSCHE ARZNEIBUCH

Das erste Deutsche Arzneibuch (Pharmacopoea

Germanica) erschien 1872 in lateinischer

Sprache. Heute ist es ein Loseblattwerk

mit einmal im Jahr erscheinenden

Ergänzungslieferungen – natürlich in deutscher

Sprache.

Das Deutsche Arzneibuch enthält nur

Regeln, die im Europäischen Arzneibuch

nicht enthalten sind, weil die Regeln des

Europäischen Arzneibuchs nationale Regeln

ersetzen. So werden im Deutschen

Arzneibuch zum Beispiel Monographien

(beispielsweise im DAB 2011 drei neue Monographien

über Drogen der Traditionellen

Chinesischen Medizin) oder Analyseverfahren

geregelt, die nicht im gesamten EU-

Raum gängig sind.

Obwohl die Regeln des Deutschen Arzneibuchs

als national gedacht sind, gelten

sie auch in anderen EU-Staaten, wenn das

Europäische Arzneibuch keine entsprechende

Regelung enthält. Dadurch können

Konflikte entstehen, wenn in mehreren

EU-Ländern unterschiedliche Regeln zur

selben Sache bestehen. Die Europäische

Arzneibuch-Kommission hat aus diesem

WISSENSCHAFT

Grund ein Programm ins Leben gerufen,

das dazu dienen soll, parallele nationale Regeln

zu beseitigen («zu harmonisieren»).

Da immer mehr Regelungen europaweit

gelten und daher im Europäischen Arzneibuch

gelistet sind, wird das Deutsche Arzneibuch

zunehmend dünner und hat heute

den Umfang eines halb gefüllten Ordners.

DAS HOMÖOPATHISCHE ARZNEIBUCH

Mit der Verabschiedung des Arzneimittelgesetzes

1976 wurde vom Gesetzgeber

anerkannt, dass in Deutschland mehrere

Richtungen der Arzneimitteltherapie existieren,

die von unterschiedlichen Methoden

und Denkansätzen ausgehen. Dies machte

eine Charakterisierung von Arzneimitteln

besonderer Therapierichtungen notwendig.

1978 erschien deshalb das „Homöopathische

Arzneibuch, 1. Ausgabe (HAB 1)“. Es

erscheint heute als zweibändiges Loseblattwerk

und wird jährlich mit Aktualisierungslieferungen

auf den neuesten Stand gebracht.

Die Monographien im Homöopathischen

Arzneibuch beschreiben die Qualität der

Bestandteile homöopathischer, spagyrischer

und anthroposophischer Arzneimittel.

Außerdem enthält es Herstellungsverfahren,

Analysemethoden und Allgemeine Vorschriften.

Genau wie das Deutsche Arzneibuch

umfasst das Homöopathische Arzneibuch

ausschließlich nationale Regeln. Allgemeine

Vorschriften für homöopathische Arzneimittel,

die von der Europäischen Arzneibuch-Kommission

beschlossen wurden,

sind Teil des Europäischen Arzneibuchs.

Auch die Regeln des Homöopathischen

Arzneibuches gelten teilweise auch in anderen

EU-Staaten, wenn das Europäische

Arzneibuch keine entsprechende Regelung

bietet. Die Europäische Arzneibuch-Kom-

mission ist daher bemüht, den Inhalt der

verschiedenen Homöopathischen Arzneibücher

zu harmonisieren. Ziel der Harmonisierung

ist es, dass nationale Regeln nur

noch selten und als Ausnahme gelten und

alle anderen Regeln im Europäischen Arzneibuch

erfasst sind.

DIE KOMMISSIONEN IN

DEUTSCHLAND

Die Regeln des Deutschen und des Homöopatischen

Arzneibuchs werden von der

Deutschen bzw. von der Homöopatischen

Arzneibuch-Kommission beschlossen.

Beide Kommissionen werden im

BfArM gebildet und bestehen im zahlenmäßig

gleichen Verhältnis aus Sachverständigen

aus der medizinischen und pharmazeutischen

Wissenschaft, der Heilberufe,

der beteiligten Wirtschaftskreise und der

Arzneimittelüberwachung.

Die Deutsche Arzneibuch-Kommission

bildet außerdem Fachausschüsse, in denen

einzelne Themen erarbeitet werden. Momentan

gibt es fünf solcher Ausschüsse:

Den Ausschuss für Pharmazeutische Chemie,

für Pharmazeutische Technologie, für

Pharmazeutische Biologie, für Mikrobiologie

und für Pharmakologie. Die Homöopathische

Arzneibuch-Kommission hat zwei

Fachausschüsse einberufen: Den Ausschuss

Analytik und den Ausschuss Herstellungsregeln.

Die Fachausschüsse bilden jeweils Arbeitsgruppen,

in denen die Themen vertieft

werden. Hauptaufgabe dieser nationalen

Ausschüsse ist es, die Monographie-Entwürfe

zu beurteilen und zu kommentieren.

Außerdem erarbeiten sie, im Namen des

BfArM, Einsprüche und nationale Stellungnahmen

für das Europäische Arzneibuch.

Verbindlich werden die Arzneibücher

in Deutschland dadurch, dass sie in Kraft

gesetzt werden. Das Datum der jeweiligen

Inkraftsetzung wird im Bundesanzeiger bekannt

gegeben. Ende 2011 wurde das neue

Grundwerk des Europäischen Arzneibuchs,

das EuAB 7, in Kraft gesetzt. Beim Deutschen

und beim Homöopathischen Arzneibuch

sind das DAB 2011 und das HAB 2011

die aktuellen Ausgaben.

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AUSSCHREIBUNG

UniDAZ

Wissenschaftspreis

I m Jahr 2012 schreibt die UniDAZ zum zweiten Mal den UniDAZ-Wissenschaftspreis

aus. Mit diesem Preis soll eine herausragende studentische

Arbeit ausgezeichnet werden, die im Rahmen des Pharmazie studiums

(Wahlpflichtfach, Diplomarbeit, Tätigkeit als studentische Hilfskraft o.ä.) angefertigt

wurde. Der Gewinner des Wettbewerbs erhält eine 3-tägige Städtereise

zur INTERPHARM in Hamburg (Frühjahr 2013), wo die Urkunde feierlich

übergeben wird. Teilnahmeberechtigt sind alle Pharmaziestudentinnen

und -studenten, deren wissenschaftliches Projekt im Jahr 2012 erfolgreich

abgeschlossen wird. Um sich für den Preis zu bewerben, schicken Sie Ihre Arbeit

bis zum 30. November 2012 als Word-Dokument an wissenschaftspreis@

unidaz.de. Unsere renommierte Fachjury wird die Arbeiten prüfen und den

Preisträger küren. Die Siegerarbeit wird in der Deutschen Apotheker Zeitung

veröffentlicht.

FÜR DIE EINREICHUNG DER WETTBEWERBSBEITRÄGE GELTEN

FOLGENDE FORMALE VORGABEN:

GLIEDERUNG UND UMFANG

Unter dem möglichst aussagekräftigen Titel sind neben dem einreichenden Hauptautor bzw. den Autoren auch der betreuende Hochschullehrer

sowie das Institut zu nennen, an dem die Arbeit angefertigt wurde. Dem Wettbewerbsbeitrag ist ein zusammenfassender Abstract

voranzustellen. Der Wettbewerbsbeitrag ist durch Zwischenüberschriften zu gliedern und darf einen Gesamtumfang von 15.000 Zeichen

(inkl. Leerzeichen) nicht überschreiten. Darüber hinaus ist ein Verzeichnis der verwendeten Literatur beizufügen. Im Übrigen gelten die für

wissenschaftliche Veröffentlichungen üblichen Standards.

ABBILDUNGEN UND TABELLEN

Zur Illustration des Beitrags sind Fotos, Graphiken, Tabellen oder Formelzeichnungen erwünscht (einzureichen als tif- bzw. jpg-Dateien

mit einer Auflösung in Druckgröße von mindestens 400 dpi). Jede Abbildung benötigt eine erläuternde Bildlegende. Mit der Einreichung

eigener Abbildungen räumt der Autor dem Deutschen Apotheker Verlag unwiderruflich ein einfaches, übertragbares, zeitlich und räumlich

unbeschränktes Recht zur Nutzung ganz oder in Teilen für alle Nutzungsarten in körperlicher und unkörperlicher Form ein, insbesondere

das Recht der Veröffentlichung, der Vervielfältigung und Verbreitung in allen Medien und sämtlichen Vertriebs- und Verbreitungskanälen.

Mit der Einsendung fremder Abbildungen bestätigt der Verfasser, dass er über die Nutzungsrechte daran verfügen kann. Der Autor bestätigt

weiterhin, dass die von ihm eingesandten Abbildungen frei von Rechten Dritter sind und dass Schutzrechte Dritter durch deren Nutzungen

nicht verletzt werden. Etwaige Ansprüche Dritter erfüllt der Verfasser bzw. hält den Deutschen Apotheker Verlag davon frei.

VITA

Dem Wettbewerbsbeitrag ist ein kurzer Lebenslauf, ein Passfoto sowie eine Korrespondenzanschrift (Mail-Adresse) beizufügen.

PHARMAZEUTISCHE BIOLOGIE

PROF. DR. UTE WITTSTOCK

Institut für Pharmazeutische Biologie

TU Braunschweig

PHARMAZEUTISCHE CHEMIE

PROF. DR. STEFAN LAUFER

Pharmazeutisches Institut

Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie

Eberhard-Karls-Universität Tübingen

PHARMAZEUTISCHE TECHNOLOGIE UND BIOPHARMAZIE

PROF. DR. CLAUS-MICHAEL LEHR

Lehrstuhl für Biopharmazie und

Pharmazeutische Technologie

Universität des Saarlandes

Saarbrücken

PHARMAKOLOGIE

PROF. DR. MED. THOMAS HERDEGEN

Institut für Experimentelle

und Klinische Pharmakologie

Universitätsklinikum Schleswig-Holstein

Kiel

KLINISCHE PHARMAZIE

PROF. DR. ULRICH JAEHDE

Pharmazeutisches Institut

Klinische Pharmazie

Universität Bonn

DIE UniDAZ–FACHJURY

1987–1992 Pharmaziestudium in Greifswald

1993–1996 Promotion in Greifswald

1996–2006 Post-Doc in Kopenhagen (DK) und Jena

seit 2006 Professorin in Braunschweig

1980–1984 Pharmaziestudium in Regensburg

1986–1989 Promotion in Regensburg und Frankfurt

1990–1999 Tätigkeit in der pharm. Industrie

1997 Habilitation in Mainz

seit 1999 Professor in Tübingen

1982–1987 Pharmaziestudium in Mainz und Hamburg

1987–1991 Promotion in Leiden (NL)

1991–1993 Post–Doc in Los Angeles (USA)

und Leiden/Amsterdam (NL)

1993–1995 Professor in Marburg

seit 1995 Professor in Saarbrücken

1979–1985 Medizinstudium in Würzburg und Wien

1985 Promotion in Würzburg

1985–1996 Wissenschaftliche Tätigkeiten in

Tübingen, Heidelberg, Brisbane (AUS),

New Haven (USA) und San Diego (USA)

1993 Habilitation

seit 1996 Professor in Kiel

1980–1984 Pharmaziestudium in Berlin

1986–1989 Promotion in Berlin und Nürnberg

1989–1998 Wissenschaftliche Tätigkeiten in

Leiden (NL) und Berlin

seit 1999 Professor in Bonn


52 UniDAZ 01/2012 WISSENSCHAFT

BPHD e.V.

01/2012 UniDAZ 53

CLEMENS TSCHEKA,

PHARM. TECHNOLOGIE SAARBRÜCKEN

Doktoranden

stellen sich vor

WAS MACHT

MEIN ASSI?

Hallo, mein Name ist Clemens Tscheka und ich bin 27 Jahre alt. Mein

Studium habe ich in Saarbrücken absolviert. Im praktischen Jahr habe

ich das Angebot meiner Uni genutzt, um eine Diplomarbeit am Lehrstuhl

für pharmazeutische Technologie anzufertigen. Dabei habe ich

ein halbes Jahr in Kanada an der University of Toronto an der Entwicklung

eines neuartigen Assays zur Messung der Freisetzung aus

Liposomen gearbeitet. Nach dieser Zeit stand für mich fest, dass ich

promovieren möchte und ich habe auch mit dem Gedanken gespielt,

dies im Ausland zu tun. Andererseits sind besonders die technologischen

Arbeitsgruppen in Saarbrücken sehr international ausgerichtet.

Darüber hinaus hörte sich das Thema meines Betreuers, Prof. Dr.

Marc Schneider, sehr spannend an. So begann ich meine Promotion

Anfang 2010 am Lehrstuhl für „Pharmazeutische Nanotechnologie“.

LEHRE:

Zusammen mit einem Kollegen betreue ich das Praktikum „Grundlagen

der Arzneiformenlehre“ im 4. Semester.

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ISBN 978-3-7776-2167-8

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FORSCHUNGSGEBIET:

Bei der Therapie mit Inhalatoren kommt nur ein Bruchteil der Dosierung

in der tiefen Lunge, dem Zielort der meisten Therapeutika,

an. Wie man leidvoll aus Untersuchungen mit Asbestfasern weiß,

haben insbesondere feine Fasern im Mikrometermaßstab die Eigenschaft,

gut in die tiefe Lunge vorzudringen. An dieser Faserform

orientiert sich auch meine Forschungsarbeit, die darauf abzielt,

vom Körper abbaubare Fasern, im Gegensatz zu Asbest, zu entwickeln.

Die Geometrie der Fasern wird durch die Form und Größe

der Poren von Membranen vorgegeben, die ich zur Abformung

von Hilfsstoffen verwende. Um den Erfolg meiner Experimente zu

prüfen, verwende ich hauptsächlich Visualisierungstechniken wie

die Elektronen- (SEM und TEM), Rasterkraft- (AFM) und optische

Fluoreszenzmikroskopie.

ANEKDOTE:

Im Rahmen des Galenikpraktikums gießen die Studenten erstmalig

Zäpfchen und dabei kommt oft die Frage auf, welches denn nun die

richtige Applikationsrichtung sei. Jedes Mal entsteht eine rege Diskussion.

Dass quer nicht gut ist, darüber sind sich aber alle einig!

Die Klassiker -

moderner denn je!

60 Jahre nach Erscheinen der ersten Auflagen wurden die beiden

Bände des „Jander / Blasius“ völlig neu bearbeitet und strukturiert

sowie mit einem frischen, übersichtlichen und vierfarbigen Layout

ausgestattet. Inhalte und Didaktik haben sich über Generationen

bewährt, sind aber vollständig aktualisiert und um die modernsten

Methoden ergänzt.

Anorganische Chemie I, der „Rote Jander“,

• enthält sämtliche theoretischen Inhalte der Allgemeinen,

Anorganischen und Analytischen Chemie

• erläutert Eigenschaften, wichtige Reaktionen und qualitative

Nachweismöglichkeiten der Metalle und Nichtmetalle

• beschreibt den systematischen Gang der Analyse und die

Trennungsgänge.

Anorganische Chemie II, der „Blaue Jander“,

• vermittelt theoretisches Basiswissen

• erklärt Geräte und Methoden der Quantitativen Analyse

• führt in das präparative Arbeiten ein und enthält

Synthesevorschriften für über 100 Verbindungen.

Jedem Buch liegt ein innovativer „Taschenfalter“ bei, der ein

Übersichtsschema des Trennungsgangs, ein Periodensystem

mit wichtigen Daten zu allen chemischen Elementen und eine

Formelsammlung enthält.

Package: Jander / Blasius Anorganische Chemie I und II. € 65,– [D]

ISBN 978-3-7776-2157-9

DER BPHD E.V.

KURZ VORGESTELLT

Der Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland e. V. (BPhD) ist der

Zusammenschluss aller Pharmaziestudenten in Deutschland. Derzeit sind dies ungefähr

11.000 Studierende.

Dabei werden die Mitglieder und deren Interessen durch den Vorstand des BPhD

sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene vertreten.

WAS MACHT DER BPHD?

• Informationsaustausch zwischen Pharmaziestudierenden,

z.B. durch Newsletter,

Plakate, PJ-Börse, aktuelles Homepageangebot

u.v.m.

• Vernetzung der Pharmaziestandorte zur

Unterstützung der Arbeit der örtlichen

Fachschaften, z.B. durch Organisation

von Gesundheitskampagnen, Email-

Verteilern u.v.m.

• Vertretung der Mitglieder gegenüber

der Öffentlichkeit, Universitätsorganen,

Standesvertretungen (Kammern und

Verbände) und in internationalen Vereinen

oder Verbänden

• Organisation von Fortbildungsveranstaltungen,

wie das Pharmaweekend

• Mitwirkung an europäischen und internationalen

Projekten: EPSA (European

Pharmaceutical Students’ Association)

und IPSF (International Pharmaceutical

Students’ Federation)

• …

WAS SIND DIE ZIELE DES BPHD

• Verbesserung der Ausbildungsbedingungen

der Pharmaziestudierenden

• Effektivere Gestaltung der Fachschaftsarbeit

• gemeinsame Interessenvertretung

• Vernetzung auf nationaler und internationaler

Ebene

• …

Autor: Tobias Köpcke, Beauftragter für Internet

und Presse des BPhD e.V.

VERANSTALTUNGEN

DES BPHD E.V.

Der Vorstand des BPhD freut sich darauf,

euch auf folgenden Veranstaltungen willkommen

zu heißen:

Zunächst steht vom 17. bis 20. Mai die 112.

Bundesverbandstagung (BVT) in Greifswald

an. Die Greifswalder Fachschaft freut

sich schon sehr lange darauf, euch in der

idyllischen Hansestadt begrüßen zu dürfen.

Dort könnt ihr eure Ideen und Sorgen, derer

sich der BPhD annehmen soll, in großer

Runde vorstellen.

Danach geht es vom 15. bis 17 Juni nach

Würzburg. Dort wird unter dem Thema

„Haut“ das 10. Pharmaweekend stattfinden.

Aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums

wird es die eine oder andere Besonderheit

geben. Also kommt nach Würzburg

und lasst euch überraschen.

Im Winter laden wir euch dann vom 2. bis

4. November zusammen mit der Fachschaft

Jena in die Mitte unserer Republik zur 113.

BVT ein.

Auch in diesem Jahr dürft ihr uns gerne

wieder an unserem Stand auf der Expopharm

in München vom 10. bis 13. Oktober

besuchen.

Der erweiterte Vorstand des BPhD (von links

nach rechts): Justus Garve (Generalsekretär),

Angela Sester (IPSF-Kontaktperson), Benjamin

Richter (Schatzmeister), Juliane Zindler

(Beauftragte für Studium und Lehre), Daniel

Mädler (Präsident), Judith Heidland (Beauftragte

für Bildung und Tagungen), Matthias

Buchheim (PR-Beauftragter), Tobias Köpcke

(Internet und Presse), Katrin Willgalis (Student

Exchange), Lena Noack (Beauftragte PJ

und Recht), Daniela Kolberg (EPSA-Kontaktperson)

Foto: Maria-Christina Scherzberg, BPhD e.V.


54 UniDAZ 01/2012 BPHD e.V.

BPHD e.V.

01/2012 UniDAZ 55

AUSBILDUNG: JA? NEIN? VIELLEICHT?

– UND VOR ALLEM UNTER WELCHEN UMSTÄNDEN?

Für jeden von uns steht fest: Ja, ich möchte

eine gute Ausbildung erhalten!

Für das Praktische Jahr bedeutet das unter

anderem eine strukturierte und vor allem

gut betreute Praktikantenstelle, bei der man

sich im Team wohl fühlt. Dann kann sowohl

der Praktikant als auch der Ausbilder

davon profitieren. Der zu Betreuende eignet

sich neue Sachverhalte an und lernt, wie er

sein Wissen in der Praxis umsetzen kann.

Der ausbildende Apotheker hingegen profitiert

schon während des PJs von einer zuverlässigen

Arbeitskraft und hat – wenn er

den jungen Kollegen später anstellt – einen

gut ausgebildeten Mitarbeiter

Bei der Expopharm wurde am Stand des

BPhD e.V. und auf dem Deutschen Apothekertag

eine Umfrage zum Thema Ausbildung

und Leitfäden durchgeführt. Dazu

wurden insgesamt 224 Apotheker/-innen

und ein Pharmazeut im Praktikum befragt.

Für die Auswertung wurden nur die Bögen

von Personen einbezogen, die in der öffentlichen

Apotheke arbeiten (s. Abb. 1).

(132) 63% Inhaber/in einer Apotheke

(12) 6% Filialleiter/in

(66) 31% Angestellte/r Apotheker/in

(1) 0% PhiP

Abb. 1: Teilnehmer an der Umfrage und ihre

Tätigkeit in der Apotheke

Wir haben noch einmal spezieller nachgefragt,

wer denn alles einen Pharmazeuten

im Praktikum (PhiP) betreut. Mehr als 30

Prozent der Befragten gaben dabei an, dass

sie solche Stellen für das Praktische Jahr

nicht vergeben (Abb. 2). Dabei wurden die

unterschiedlichsten Gründe angegeben: Einige

gaben an, dass die Nachfrage von Praktikantenseite

zu gering sei. Andere wiederum

gaben an, dass die Apotheke zu klein

oder zu wenig Personal vorhanden sei. Andere

Gründe waren, dass zu wenig Zeit für

(132) 60% bieten PhiP-Stellen an

(67) 31% bieten keine PhiP-Stellen

an

(20) 9% Keine Angabe

Abb. 2: Anteil der Apotheken, die Praktikumsstellen

für PhiPs anbieten

eine angemessene Betreuung vorhanden sei

oder dass schlicht und ergreifend die Kosten

zu hoch seien und kein Bedarf bestünde.

Aber immerhin gaben rund 60 Prozent

der an der Umfrage Beteiligten an, dass

sie Pharmazeuten im Praktikum betreuen.

Auch hier haben wir noch einmal etwas

konkreter nachgehakt und wollten wissen,

ob denn die Ausbildung mit einem speziellen

Leitfaden, wie er beispielsweise auf der

Website der Bayrischen Landesapothekerkammer

(www.blak.de) heruntergeladen

werden kann oder einem eigenen Leitfaden

gearbeitet wird (s. Abb. 3). Viele gaben dabei

an, dass sie solche Leitfäden gar nicht

kennen, wobei andere meinten, dass so ein

Leitfaden zu sehr einschränken würde bzw.

zu starr für den flexiblen Apothekenalltag

sei. Wiederum andere gaben aber auch an,

dass sie nur einen Leitfaden benutzen, wenn

(78) 58% nutzen einen Leitfaden

(55) 41% nutzen keinen Leitfaden

(1) 1% Keine Angabe

Abb. 3: Anteil der Apotheken, die nach einem

Leitfaden ausbilden.

der Praktikant ihn mitbringt. Wer also auf

eine Ausbildung nach Leitfaden Wert legt,

sollte sich im Vorfeld informieren und mit

seinem zukünftigen Chef gemeinsam planen.

Es ist vor allem wichtig, dass man sich

als angehender Pharmazeut im Praktikum

traut, eigene Ideen mit einzubringen und

eine gute Ausbildung einzufordern.

(154) 70% hätten sich einen

Leit faden gewünscht

(40) 18% haben einen Leitfaden

nicht vermisstden

(25) 12% Keine Angabe

Abb. 4: Anteil der Befragten, die sich für

ihre eigene Ausbildung einen Leitfaden gewünscht

hätten

Wenn man bedenkt, dass nur in 58% der

Apotheken ein Leitfaden genutzt wird, steht

die Antwort auf die Frage, ob sich die Befragten

einen Leitfaden für ihre Ausbildung

gewünscht hätten, im deutlichen Gegensatz

zur angewandten Praxis. Denn diese Frage

haben ungefähr 70% mit einem klaren „Ja“

beantwortet. Hieran sieht man deutlich, dass

zwar noch ein wenig mir Argwohn auf solche

Leitfäden für die Ausbildung geschaut wird,

aber trotzdem die Vorzüge gesehen werden.

Bei der Auswertung dieser Umfrage sind wir

zu dem Entschluss gekommen, dass sich der

BPhD e.V. weiterhin für derartige Leitfäden

einsetzen wird. Wir müssen weiterhin auf

die Wichtigkeit einer einheitlichen Ausbildung

im Praktischen Jahr hinweisen und

uns bemühen, mit den Apothekern ein gemeinsames

Konzept zu erarbeiten.

Autoren: Juliane Zindler, Beauftragte für

Lehre und Studium des BPhD e.V., Tobias

Köpcke, Beauftragter für Internet und Presse

des BPhD e.V.

PRAKTIKUM IN EUROPA –

INTERNATIONALE BERUFS ERFAHRUNG MIT DEM IMP VON EPSA

Das Individual Mobility Project (IMP) wurde

2008 gegründet und gehört damit zu den

jüngeren Projekten, die die European Pharmaceutical

Students‘ Association (EPSA)

fördert. Beim IMP handelt es sich um eine

europaweite Praktikumsbörse für zwei- bis

zwölfmonatige, bezahlte Praktika. Praktikumsstellen

werden vorwiegend an Universitäten,

im Krankenhaus und in der Industrie

angeboten. Am Programm teilnehmen

können Pharmaziestudierende aus dem

Hauptstudium und junge Apotheker bis zu

zwei Jahre nach Erteilung der Approbation.

Je nach Praktikum werden unterschiedliche

Voraussetzungen an den Praktikanten

gestellt, beispielsweise bestimmte Sprachkenntnisse

oder Zusatzqualifikationen.

WIE IST DER ABLAUF?

Die Praktikumsstellen werden meist kurzfristig

ausgeschrieben, je nachdem wie die

Verträge mit dem Arbeitgeber abgeschlossen

werden. Informationen über die Plätze

könnt ihr per Newsletter und Facebook

(Pharmazie meets Ausland) vom BPhD

bekommen oder direkt auf der Website

von EPSA (epsa-online.org). Dort findet ihr

auch die Original-Stellenbeschreibungen

sowie das Bewerbungsformular.

Sind die Bewerbungen vollständig und

fristgerecht abgeschickt, gibt es meist einen

schriftlichen und mündlichen Sprachtest

(CALC Exam), der von EPSA organisiert

wird. Oft schließt sich dann ein Auswahlgespräch

am Telefon an.

WELCHE STELLEN GAB ES BEREITS?

Unter den Unternehmen und Instituten, die

in den letzten Jahren am IMP teilgenommen

haben, sind so renommierte Namen

wie GlaxoSmithKline in London, Astra Zeneca

in Göteborg, die Fakultät für Pharmazie

in Helsinki, das Institut für Radiophysik

in Lausanne, Bayer Schweiz, der europäische

Verband der OTC-Hersteller AESGP

in Brüssel oder Listening Pharma aus Paris.

Die bisher vermittelten Praktika umfassten

verschiedenste Tätigkeiten, beispielsweise

als European Public Affairs Trainee, Junior

Market Research Executive, European Sales

TERMINE DES AUSLANDSREFERATS DES BPHD

DATUM TITEL BESCHREIBUNG

23.-29.04.12 35th EPSA Annual

Congress, Istanbul (Türkei)

01.-11.08.12 IPSF World Congress,

Hurghada (Ägypten)

Juli/August 2012 EPSA Summer

University

September/

Oktober 2012

Ende Oktober

2012

Der Jahreskongress mit 400 Pharmaziestudenten aus Europa. Symposium „The

Future of Pharmacy“, Workshops, Softskill-Trainings, Plenum, Sightseeing und

Partys. www.epsa-congress2012.com

Jahreskongress für Pharmaziestudierende aus über 50 Ländern. Neben der

Generalversammlung gibt es Workshops und Vorlesungen zu verschiedenen

Themen, einer öffentlichen Gesundheitskampagne sowie Partys und viel

internationale Atmosphäre! www.ipsf2012.org

Eine Woche mit 200 Pharmaziestudenten aus Europa: Kultur, Socializing, Softskill-Trainings

und Partys. Ort und genauer Termin werden noch bekannt gegeben.

LIT - Leaders in Training LIT ist ein Trainingsprogramm, bei dem man lernt, Fachschaftsarbeit, Projekte

und das Studium besser zu organisieren und zu koordinieren.

In verschiedenen Workshops von Studenten für Studenten arbeitet man zusammen

an Führungsqualitäten und Softskills – man kann nur dazulernen!

9th EPSA Autumn Assembly,

Sofia (Bulgarien)

Autorin: Katrin Willgalis, IPSF Student Exchange Officer des BPhD e.V.

Trainee, Regulatory Affairs Officer oder im

Bereich des Analytical oder Early Development.

WIE SIND DIE AUSSICHTEN FÜR

2012?

Dieses Jahr wird es etwa hundert Plätze für

ein europaweites Marktforschungsprojekt

geben. Außerdem ist es gut möglich, dass

gleiche Stellen für einen bestimmten Zeitraum

neu ausgeschrieben werden. So keep

in touch!

Fragen gerne an imp@bphd.de, weitere Infos

unter http://epsa-online.org/imp/about/

Autorin: Daniela Kolberg, EPSA Beauftragte

des BPhD e.V.

300 Pharmaziestudierende verbringen eine Woche mit Symposium, Workshops,

Softskill-Trainings, Sightseeing; sie tagen im Plenum und feiern zusammen.


56 UniDAZ 01/2012 BPHD e.V.

BPHD e.V.

01/2012 UniDAZ 57

ÖFFENTLICHE GESUNDHEITSKAMPAGNEN

LET’S GET ACTIVE!

Seit mehr als 50 Jahren hat es sich der internationale

Verband der Pharmaziestudierenden

IPSF (International Pharmaceutical

Students’ Federation) zur Aufgabe gemacht,

seine Mitglieder aktiv zu Kampagnen zu

motivieren, die der gesundheitlichen Aufklärung

der Öffentlichkeit dienen. Dabei

werden globale Probleme angesprochen,

um weltweit das öffentliche Gesundheitswesen

zu verbessern.

WAS PASSIERT BEI EINER SOLCHEN

KAMPAGNE?

Ziel aller Kampagnen ist es, das gewählte

Thema der Zielgruppe verständlich zu machen.

Dabei kann die Kampagne verschiedenste

Formen haben, von einem einfachen

Infostand in der Uni oder einer Party für

den guten Zweck bis hin zu einer groß angelegten

Veranstaltung in der Fußgängerzone.

Man kann Flyer verteilen, die die wichtigsten

Informationen zusammenfassen, oder

auch Passanten durch Spiele, Rätsel und

Gespräche aktiv mit einbeziehen.

WAS BIETET IPSF?

IPSF gibt durch Hintergrundinformationen,

Materialien, Fortbildungsunterlagen und

Kontakte zu anderen Ländern und Studierenden

Hilfestellungen, um den Einstieg in

eine Aktion zu erleichtern. Viele dieser Aktionen

finden in Zusammenarbeit mit der

Weltgesundheitsorganisation (WHO) statt.

Aktuell konzentrieren sich die Projekte von

IPSF auf folgende sechs Themen:

• HIV/AIDS-Kampagne zum

Welt-AIDS-Tag am 1. Dezember

• Aufklärung über die Gefahren des

Rauchens

• Gesund Leben und Diabetes-Kampagne

• Kampagne gegen Arzneimittelfäl-

schungen

• Humanitäre Hilfsprojekte

• Tuberkulose-Aufklärungskampagne

Weitere Infos gibt es unter

www.ipsf.org/public_health

Im Rahmen des jährlich stattfindenden

IPSF-Weltkongresses wird auch immer eine

Kampagne organisiert, bei der die Kongressteilnehmer

selbst in der Öffentlichkeit

Aufklärungsarbeit leisten und somit direkt

in Kontakt mit der Bevölkerung kommen.

Dadurch findet ein reger Austausch über

die regionalen Unterschiede zu den jeweiligen

Themen statt. Beim Kongress 2011 in

Thailand wurde beispielsweise eine Tobacco

Awareness Campaign durchgeführt, bei der

alle Teilnehmer viel Spaß hatten.

Andere Ideen für Kampagnen sind zum

Beispiel Organspende-Aufklärung, Infos zu

Humanem Papillomavirus (HPV) oder ein

Herz-Kreislauf-Risiko-Check.

WIE KANN ICH EINE AKTION

ORGANISIEREN?

Eine sehr gute Hilfestellung bietet das Campaign

Booklet, welches ebenfalls von IPSF

herausgegeben wurde. Dort wird genau beschrieben,

wie man Schritt für Schritt eine

Kampagne organisieren kann und woran

man zu welchem Zeitpunkt denken sollte.

Auch der BPhD steht euch gerne zur Seite.

Eine einfache E-Mail an ipsf@bphd.de genügt.

Das Campaign Booklet findet ihr unter:

www.ipsf.org/uploads/File/IPSF_campaign_

booklet.pdf

WAS MUSS ICH TUN, UM

MITZUMACHEN?

Mitmachen kann prinzipiell jeder, der Lust

hat, aktiv zu werden. Ja, auch du! Wenn du

neue Ideen hast und kreativ sein willst, bekommst

du weitere Infos zu geplanten Aktionen

vor Ort bei deiner Fachschaft. Jede

helfende Hand leistet einen Beitrag für ein

gesundes Zusammenleben.

Autorin: Angela Sester, IPSF Contact Person

des BPhD e.V.

1. DEZEMBER 2011

IM ZEICHEN DER ROTEN SCHLEIFE

Welt Aids Tag Berlin

Anlässlich des Welt-AIDS-Tags am 1. Dezember,

der seit 1988 jährlich von der

WHO organisiert wird, engagierten sich

auch 2011 wieder viele Pharmaziestudenten

deutschlandweit für den guten Zweck.

Mit den Fachschaften aus Berlin, Braunschweig,

Frankfurt/M., Freiburg, Greifswald,

Hamburg, Heidelberg, Jena, Mainz,

Marburg und Saarbrücken beteiligte sich genau

die Hälfte der 22 Pharmazeutischen Institute.

Das Projekt, zu welchem auch in diesem

Jahr vom internationalen Verband der

Pharmaziestudierenden IPSF (International

Pharmaceutical Students‘ Federation) aufgerufen

wurde, stand unter dem Motto „Getting

to Zero - zero new HIV infections - zero

discrimination - zero AIDS related deaths“.

Zugunsten der Deutschen AIDS-Hilfe wur-

IPSF-DIABETES-KAMPAGNE

Jedes Jahr am 14. November findet die weltweite

Diabetes-Kampagne statt, die IPSF

Public Health an der Seite der Weltgesundheitsorganisation

(WHO) und der International

Diabetes Federation (IDF) organisiert.

In den verschiedenen Mitgliedsländern von

IPSF wird dieser Tag auf unterschiedliche

Art und Weise begangen. Dabei steht allen

Studenten die Möglichkeit offen, das

Diabetes Campaign Kit, welches in jedem

Jahr aktualisiert wird, für ihre Kampagne

zu verwenden. In diesem Jahr bestand die-

den rote Schleifen verkauft – das Zeichen

für die Solidarität mit Betroffenen und

Mitmenschlichkeit. Damit wird auch die

Kampagne „Positiv zusammen leben. Aber

sicher!“ der Bundeszentrale für gesundheitliche

Aufklärung (BZgA) unterstützt, welche

freundlicherweise die Materialien zur

Verfügung stellte.

Zudem wurden die unterschiedlichsten

Aktionen organisiert. Viele Fachschaften

machten mit Informationsständen nicht nur

auf AIDS als Krankheit aufmerksam, sondern

informierten Mitstudenten und Passanten

durch das Verteilen von Flyern, Postkarten

und Aufklebern über weitere Aspekte

im Leben und Alltag von AIDS-Patienten. In

den Instituten oder Mensen zogen mit Postern,

Luftballons und Kondomen dekorierte

Stände die Aufmerksamkeit auf sich.

Außerdem fanden zum Beispiel in Braunschweig

noch Vorlesungen zu „Zahlen,

Fakten und Daten zum HI-Virus“ und zum

aktuellen Stand der antiretroviralen Therapie

statt, um den Studenten Hintergrundinformationen

näherzubringen. In Jena und

Freiburg wurde die Kampagne in Kooperation

mit den Medizinstudenten durchgeführt,

dort wurden unter anderem selbst gebackene

AIDS-Schleifen zu naschen angeboten. In

Heidelberg konnte man in der Mensa gleich

auf zwei lebensgroße Kondome treffen, die

bei einer Fotoaktion mit Passanten Modell

standen und Spenden sammelten. Wer dann

auch noch einen Treffer mit selbst gebastel-

ses Paket aus verschiedenen Postern, Broschüren,

Informationsblättern und einem

Quiz für Laien. Das einzige Problem daran

ist, dass die Materialien in der Amtssprache

von IPSF, also Englisch, verfasst sind. Leider

schreckt das bis heute viele Länder ab, die

Materialien von IPSF zu verwenden. In

anderen Ländern finden sich engagierte

Studenten, die die Materialien zur Hand

nehmen und in ihre Muttersprache übersetzen.

So machen sie IPSF und die Public

Health-Kampagnen einer breiten Bevölkerungsgruppe

zugänglich.

ten „Spermien“ in das Plastikbeutel-Kondom

landete, konnte sich ein Los für den

guten Zweck kaufen. In Greifswald stand

gleich eine ganze Woche unter dem Zeichen

von Aids, dabei spendeten einige Clubs Einnahmen

aus dieser Woche. Der Kreativität

waren keine Grenzen gesetzt.

Generell war das Interesse an dieser Aktion

sehr hoch. Viele Besucher der Stände nutzten

die Gelegenheit, sich zu informieren

und sich auszutauschen oder sich einfach

über persönliche Schicksale im Bekanntenkreis

den Kummer von der Seele zu reden.

Viele reagierten positiv überrascht, dass eine

solche Aktion von Pharmaziestudierenden

auf die Beine gestellt wird und nicht nur von

Medizinstudenten, daher bedankten sich

viele für das Engagement der Fachschaften.

Alles im allem war es sowohl für die Teilnehmer

als auch für die Organisatoren ein

gelungener Tag, der hoffentlich auch am 1.

Dezember 2012 mit solch regem Interesse

wiederholt werden kann.

Wenn ihr Lust habt, nächstes Jahr an dieser

Aktion teilzunehmen, wendet euch an eure

Fachschaft oder an ipsf@bphd.de. Vielen

Dank an alle teilnehmenden Fachschaften!

Autoren: Tobias Köpcke, Beauftragter für Internet

und Presse des BPhD e.V., Angela Sester,

IPSF Contact Person des BPhD e.V.

Foto: Tobias Köpcke, BPhD e.V.

In manchen Ländern organisieren

Pharmazie studenten an öffentlichen Plätzen

wie Einkaufspassagen oder dem Hauptplatz

einen Stand und informieren dort die

Passanten. Blutzuckermessungen zählen in

fast jeder Kampagne zum Repertoire. Es

gibt große Kampagnen und es gibt kleine.

In einigen Ländern werden tausende Personen

angesprochen und Blutzuckertests

gemacht, in anderen Ländern nur um die

hundert. Trotzdem sollte man nicht vergessen,

dass jede einzelne dieser Kampagnen

einen Beitrag dazu leistet, dass Diabetes,


58 UniDAZ 01/2012 BPHD e.V.

ABSOLVENTEN

01/2012 UniDAZ 59

eine Erkrankung die weltweit ca. 246 Millionen

Menschen betrifft, stärker ins Bewusstsein

der Bevölkerung rückt und in

einigen Fällen vielleicht sogar ganz konkret

verhindert werden kann.

2011 wurde mit einem Fotowettbewerb

eine weltweite gemeinsame Aktion durchgeführt.

Es wurden Fotos gesammelt, die

das Symbol der weltweiten Diabetes Kampagne

zeigen, den blauen Kreis. Ein beliebt-

Evaluationen sind heutzutage allgegenwärtig,

und es gibt kaum eine Veranstaltung, bei

der die Teilnehmer am Ende nicht gebeten

werden, mittels Fragebogen ihre Meinung

kundzutun. Nur was versteht man eigentlich

unter Evaluation? Laut Duden ist es eine

schlichte „Beurteilung bzw. Bewertung“,

aber es existieren auch andere Meinungen

wie die von „Joint Committee on Standards

for Educational Evaluation“: „Evaluation ist

die systematische Untersuchung des Wertes

und Nutzens eines Gegenstandes.“

Aber warum werden Evaluationen durchgeführt?

Mit ihnen kann man in kürzester

Zeit methodisch einen Sachverhalt erfassen,

ihn begründen, bewerten und durch

die Auswertung der gesammelten Informationen

das Für und Wider abwägen. Es ist

also zusammengefasst eine Reflexion des

Sachverhaltes an sich, um daraus für die

Zukunft zu lernen und um generell etwas

verbessern zu können.

EVALUATION BEIM BPHD

Auch beim BPhD e.V. wird mittlerweile

fleißig evaluiert. So dürfen die Teilnehmer

von Bundesverbandstagungen (BVT) und

Pharmaweekend nach der Veranstaltung

ihre Meinung zur Organisation, Unterkunft,

Essen und vielen weiteren Punkten

kundtun. Danach wird versucht, Kritik und

Anregungen in den nächsten Veranstaltungen

umzusetzen.

Mit dem Thema Evaluation beschäftigte

sich auch die auf der BVT in Kiel gegründete

Arbeitsgruppe „Studium verbessern“.

Es stellte sich heraus, dass dieses Thema

es Motiv dafür war der Human Blue Circle,

bei dem alle Teilnehmer blaue Kleidung tragen

und einen Kreis bilden. Die gesammelten

Fotos wurden in mehreren IPSF-Publikationen

veröffentlicht.

Diabetes ist eine Krankheit, die nicht

nur am 14. November eines jeden Jahres im

Fokus der Aufmerksamkeit stehen sollte.

Wer also jetzt Lust bekommen hat, an einem

beliebigen anderen Termin eine Kampagne

SINN UND UNSINN VON (LEHR-) EVALUATIONEN

an den einzelnen Universitäten sehr unterschiedlich

behandelt wird, von Universitäten

an denen keine Evaluation stattfindet, bis

hin zur Evaluation aller Veranstaltungen.

…UND AN DER UNI

Auf der BVT in Mainz wurde schnell klar,

dass sich die Studierenden für Evaluationen

aussprechen, da sie diese als geeignetes Mittel

sehen, um die positiven und negativen

Aspekte von Vorlesungen und Praktika herauszufinden.

Nur durch eine Reflektion

dieser ist eine Verbesserung der universitären

Ausbildung möglich. Doch nur weil

an vielen Standorten schon evaluiert wird,

heißt dies nicht, dass man dort mit dem

Verfahren zufrieden ist. So wurde bemängelt,

dass Evaluationen von Dozenten als

lästiges Thema angesehen werden, welches

nur Arbeit macht und keinen Nutzen bringt.

Dies hängt beispielsweise damit zusammen,

dass Fragebögen von dem Evaluationsamt

der einzelnen Universitäten gestellt werden

und nicht spezifisch auf den Pharmazie-

Studiengang abgestimmt sind. Somit fällt

die Beurteilung nur oberflächlich und nicht

konstruktiv aus. Ein weiterer Grund ist, dass

in Deutschland ins Leben zu rufen, melde

sich beim diesjährigen Diabetes Coordinator

von IPSF unter diabetes@ipsf.org und gemeinsam

kann sicherlich eine sehr schöne

Aktion für Deutschland organisiert werden.

Let’s get active. NOW!

Autorin: Angela Sester, IPSF Contact Person

des BPhD e.V.

Papierevaluationen eine hohe Teilnehmerzahl,

aber auch viel Auswertearbeit mit sich

bringen, Online-Evaluationen dagegen sind

einfach auszuwerten, die meistens geringe

Teilnehmerzahl geht allerdings zu Lasten

der Aussagekraft, und es kommt häufig zu

einem negativeren Ergebnis. Werden Evaluationen

von den Fachschaften durchgeführt,

so bemängeln diese häufig die fehlende Unterstützung

von Seiten der Dozenten. Auch

kommt es selten zu einer Besprechung der

Ergebnisse in einem Vieraugengespräch,

welche aber essentiell ist, um aus der Kritik

zu lernen und zukünftige Veranstaltungen

zu verbessern.

Abschließend ist zu sagen, dass Evaluationen

ein geeignetes Mittel sind, um Probleme

zu erkennen und zu beseitigen. Ziel

einer Evaluation an den Universitäten ist es

nicht, jemanden vorzuführen, sondern die

Qualität der Lehre für uns Studierende zu

verbessern oder auf einem hohen Niveau zu

halten und zu sichern.

Autorin: Juliane Zindler, Beauftragte für

Lehre und Studium des BPhD e.V.

VERANTWORTLICH FÜR DIE RUBRIK BPHD E.V.: TOBIAS KÖPCKE

Bundesverband der Pharmaziestudierenden in Deutschland e.V. (BPhD)

Deutsches Apothekerhaus

Jägerstr. 49/50

10117 Berlin

info@bphd.de

www.bphd.de

ERFOLGREICHE ABSOLVENTEN

DES 2. STAATSEXAMENS IM HERBST 2011

JOHANNES GUTENBERG-UNIVERSITÄT MAINZ

Aysegül Bahar, Clara Becker, Sabine Bellers, Franziska Cappel, Anna-Maria Ciciliani, Borai Dechent, Theresa Dreis, Tatjana Gareis,

Jacqueline Gehrlein, Fadwa Haidar, Julia Heger, Kerstin Hoffmann, Laura Hofmann, Ljiljana Kacalojevic, Lütfiye Kayhan, Stefan Keidel,

Tanya King, Tina Klauß, Leonie Körber, Georg Kratt, Constanze Krebs, Katharina Leidner, Susanne Löhnert, Jochen Metz, Daniel Moj,

Andrea Nalbach, Mira Oswald, Verena Schaaf, Katharina Schmid, Katharina Schmidt, Mathias Schneider, Isa Staub, Barbara Stephan,

Kathrin Luise Thüring, Laura Tretzel, Sophie Friederike Ullrich, Manuel Weinheimer, Lena Franziska Zutavern

ERNST-MORITZ-ARNDT-UNIVERSITÄT GREIFSWALD

Stefanie Buchholz, Michael Cisek, Anne Cordes-Blauert, Daniel Götze, Maria Hoge, Verena Indorf, Antoinette Krellner, Sarah Lenz,

Steffi Marx, Wenke Moche, Juliane Regner, Nicole Rüger, Michaela Schulz, Erik Schumacher, Nicole Seeger, Maria Seiler, Franziska Starr,

Anne-Kathrin Stöhr, Mike Voß, Torsten Würfel

Foto: Fernando Baptista Photographie, bapfoto.de


DAS IST KEIN KNOTEN!

60 UniDAZ 01/2012 ABSOLVENTEN

01/2012 UniDAZ 61

WESTFÄLISCHE WILHELMS-UNIVERSITÄT MÜNSTER

Jan Althaus, Judith Berg, Anna Böing, Maja Bökelheide, Gerlinde Born, Kevin Chiang, Dunja Dargel, Kerstin Ehrlich, Jana Finger,

Pauline Gerhardt, Katrin Göke, Florian Gräf, Phöbe Grapentin, Birthe Hagebölling, Marina Haring, Sabine Harwardt, Maren Heimhalt,

Mariam Hemati, Stefan Hermanns, Christoph Hethey, Stephanie Hinske, Julia Hochheiser, Jennifer Hochstein, Lutz Horster,

Florian Kautz, Susanne Keckeis, Christina Klatt, Elma Korlat, Simon Linke, Stefanie Maßner, Christiane Milewski, Dominik Mörchen,

Katharina Mutig, Angela Nachtigall, Juliane Paas, Claudia Palstring, Sebastian Pieper, Katharina Porwol, Elina Pöttker, Cosmina Povariu,

Stefan Rack, Franziska Rathjens, Antonia Reimann, Julia Saar, Anna-Lena Sander, Ebony Schiel, Barbara Schleyer, Christof Schmidt,

Manuela Schmitt, Elisabeth Schmitz, Katinka Schneider, Tara Schröder, Verena Spiegler, Stefanie Stegemann, Annette Stoinski,

Astrid Strohmann, Verena Sudau, Ellen Terre, Alexandra Tewes, Frederique Thoma, Mediyne Tilki, Kathrin van Heesch, Vivian Walliam,

Jana Wenig, Olga Werkner, Sarah Wetjen

UNIVERSITÄT REGENSBURG

Christian Aigner, Katarzyna Auer, Salim Boubtane, Tatjana Danilov, Stefanie Dukorn, Jan Düning, Elisabeth Elstner, Jacqueline Farin,

Hannelore Führling, Justina Gietl, Lea Hellwig, Anna Illi, Norbert Kirchner, Andrea Lamecker, Andrea Lubich, Julia Pinapfel,

Ivonne Reischel, Johannes Schmidramsl, Christina Sommer, Lukas Stail, Johannes Thoma, Katja Tischhauser, Recep Ünver,

Markus Weidendorfer, Stefan Wiesneth, Diana Zabylski

Das ist ein Osterhase aus

Zellstoff, der sich in der

Jahreszeit geirrt hat.

DAZ LESEN GIBT

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62 UniDAZ 01/2012 IMPRESSUM

01/2012 UniDAZ 63

IMPRESSUM

UNIDAZ – Das Studentenmagazin der

Deutschen Apotheker Zeitung

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Apotheker Dr. Benjamin Wessinger (wes)

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UniDAZ – das Studentenmagazin der

Deutschen Apotheker Zeitung erscheint

zweimal jährlich. Es ist Bestandteil des

Abonnements der Deutschen Apotheker

Zeitung zum Vorzugspreis für Studenten

und Pharmazeuten im Praktikum.

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Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen

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geschützt. Mit Annahme des Manuskripts

gehen für die Zeit bis zum Ablauf

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sowie die Rechte zur Übersetzung,

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© 2012 Deutscher Apotheker Verlag,

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darüber hinaus ein Vielfaches an zusätzlichen Vorteilen. Die Multi-Touch-Oberfl äche reagiert

sehr schnell. Der Text erscheint gestochen scharf. Die Seiten lassen sich mit dem Finger

umblättern. Der komplette Inhalt eines Lehrbuchs ist auf einem leichten, dünnen Display

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• Eine schnelle Suchfunktion über den gesamten Inhalt

• Lesezeichen- und Notizfunktion

• Direkte Links vom Inhaltsverzeichnis und aus dem Sachregister

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Dingermann · Winckler · Zündorf

Gentechnik – Biotechnik

Grundlagen und Wirkstoffe

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Steinhilber · Schubert-Zsilavecz · Roth

Medizinische Chemie

Targets und Arzneistoffe, chemische Biologie

748 vierfarbige Abbildungen, 191 Tabellen.

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Auch als gedrucktes Buch oder als E-Book erhältlich:

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Winckler · Zündorf,

Gentechnik –

Biotechnik

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ISBN 978-3-8047-2534-8

> Steinhilber ·

Schubert-Zsilavecz · Roth,

Medizinische Chemie

Printausgabe € 87,–

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ISBN 978-3-7692-5002-2

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· Kroemer · Ruth ·

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Printausgabe € 69,80 [D]

ISBN 978-3-8047-1952-1

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Dingermann · Kreis · Rimpler · Zündorf

Reinhard Pharmazeutische Biologie 1

Grundlagen für Studium und Praxis

555 Abbildungen. 97 Tabellen.

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Vaupel,

Anatomie, Physiologie,

Pathophysiologie des

Menschen

Printausgabe € 6 9,80

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ISBN 978-3-8047-2342-9

Postfach 101061 · 70009 Stuttgart · Telefon 0711 2582 341 · Fax 0711 2582 390

E-Mail: service@ deutscher-apotheker-verlag.de · Internet: www. deutscher-apotheker-verlag.de

Mutschler · Geisslinger · Kroemer · Ruth · Schäfer-Korting

Mutschler Arzneimittelwirkungen

Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie

360 vierfarbige Abbildungen. 264 Tabellen,

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Rimpler · Zündorf,

Reinhard Pharmazeutische

Biologie 1

Printausgabe € 83,80 [D]

ISBN 978-3-8047-2107-4

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€ 83, 80 [D]. PDF-Format.

ISBN 978-3-8047-2625-3

> Vollmar ·

Dingermann,

Immunologie

Printausgabe € 5 9, 80 [D]

ISBN 978-3-8047-2189-0


Wirkung

ohne Umwege

Die Entwicklung einer patentierten Nagellackgrundlage

hat die Therapie von Problemnägeln

entscheidend beeinfl usst. Dadurch ist es

möglich, Wirkstoffe ohne Umwege direkt in

den Nagel zu befördern und gleichzeitig die

Anwendung für den Patienten zu erleichtern.

Mit Hilfe der wasserlöslichen Technologie

ONY-FLEX ® gelangen die Wirkstoffe Ciclopirox

(z. B. Ciclopoli gegen Nagelpilz) sowie Pfl ege-

und Nagelaufbaustoffe (z. B. Sililevo) direkt

in die Nägel und bilden einen elastischen, unsichtbaren

und wasserlöslichen Film auf der

Nageloberfl äche. Während wasserunlösliche

Lacke auf Polyacryl- oder Polyvinyl-Basis die

Wirkstoffe nur sukzessive freisetzen, begünstigt

das Hydroxypropylchitosan (HPCH) den

Wirkstofftransport in hoher Konzentration in

den Nagel. Die Grundsubstanz des HPCH ist

das Chitin und wird aus den Panzern von Schalentieren

gewonnen. Aufgrund der hohen Bindungsfähigkeit

des HPCH an das Nagelkeratin

wird die gute Freisetzung von Wirkstoffen bis

tief in den Nagel ermöglicht. Ein weiterer Vorteil

ist die bequeme Anwendung der Lacke. Sie

lassen sich ohne Feilen und Lösungsmittel einfach

mit Wasser entfernen und unterstützen

damit zusätzlich die schonende Behandlung

von Problemnägeln.

Einfach schöne Nägel

Gesunde Nägel haben eine zarte rosa Farbe,

eine glatte, leicht glänzende Oberfl äche und

zeigen eine leicht angedeutete Wölbung. Trotz

ihrer Härte sind sie elastisch und bis zu einem

gewissen Grad biegsam ohne zu brechen. Veränderungen

des Aussehens und der Struktur

der Nägel können unterschiedliche Ursachen

haben. Oft sind sie harmlos, manche Nagelveränderungen

weisen jedoch auf eine Erkrankung

wie z.B. Nagelpilz hin.

Doch nicht jede Nagelveränderung ist zwangsläufi

g ein Nagelpilz. Oft liegt der Grund für

strapazierte Nägel auch bei äußeren Ursachen.

Täglich sind unsere Nägel verschiedenen

Belastungen ausgesetzt:

Der intensive Umgang mit

Wasser, Putzmitteln, chemischen

Stoffen und unsachgemäße Maniküre

und Pediküre verletzten

Nagelplatte und Nagelhaut. Ein

Mineralstoffmangel durch einseitige

Ernährung beansprucht

die Nägel zusätzlich. Sie werden

weich und brüchig, splittern

leicht auf und reißen ein.

Wer strapazierten

Nägeln etwas Gutes

tun und sie nachhaltig

kräftigen wollte, der griff

bisher auf altbewährte Klassiker

wie Kieselsäure zum Einnehmen zurück.

Sichtbare Ergebnisse zeigen sich dabei jedoch

oft erst nach drei bis sechs Monaten. Im Schnitt

benötigt ein Fingernagel rund sechs Monate bis

er einmal vollständig nachgewachsen ist. Problematische

Stellen im Nagel wachsen dementsprechend

genauso langsam heraus. Der

Weg bei Präparaten zum Einnehmen ist immer

derselbe: der Wirkstoff wird nach der Einnahme

über den Darm an das Blut abgegeben und

gleichmäßig im ganzen Körper verteilt. Ein

kleiner Teil kommt dabei auch im Nagel an. Der

Nagel ist aber nur in seinem hinteren Teil, der

Nagelbildungszone, mit der Blutbahn verbunden.

Somit dauern der Aufbau und das Nachwachsen

von gesundem Nagelmaterial auf diesem

Weg sehr lange.

Im Gegensatz zu diesem komplexen Weg über

den Stoffwechsel können Kieselsäure und weitere

Nagelaufbaustoffe jetzt direkt in die Nagelplatte

eingebracht werden und sie bereits

nach vier Wochen sichtbar stärken*. Der spezielle

medizinische Pfl egelack Sililevo ist der

erste Nagellack, der ohne Umwege direkt wirkt

und mit seinen Vital- und Aufbaustoffen tief in

den Nagel gelangt. Dadurch bekommen altbewährte

Wirkstoffe einen verkürzten Transportweg

bei der Pfl ege von Problemnägeln.

3-fach Formel

bei Problemnägeln

Die Lackgrundlage transportiert drei wichtige

Wirkstoffe tief in die Nägel: Schachtelhalmextrakt

enthält viel Silizium, in Form von Kieselsäure,

das den Nagel mineralisiert und die

Nagelstruktur aufbaut. Methylsulfonylmethan

(MSM) ist eine natürliche Form des Schwefels,

die dem Nagel gesunde Härte verleiht und

schließlich das nagelstabilisierende und höhlenfüllende

HPCH der Lackgrundlage selbst.

Sililevo Nagellack mit seiner besonderen Wirkformel

gibt den Nägeln die fehlende Elastizität

zurück, kräftigt und remineralisiert sie. Brüchigen

und splitternden Nägeln kann Sililevo

Nagellack bereits nach nur vier Wochen* zu

einem schöneren Aussehen verhelfen.

*Anteil der Teilnehmer in 4-wöchiger klinischer Studie:

Sparavigna A et al. J of Plastic Dermatil 2006; 2: 31-38

Stark gegen

Nagelpilz

Patentierter Nagellack mit

zuverlässigem Wirkstoff

einfach und

bequem anzuwenden

kein Feilen, kein

Nagellackentferner

dringt rasch

in den Nagel ein

beschleunigt

das Nagelwachstum

praktisch unsichtbar

www.nagelpilz-weg.de

Ciclopoli® gegen Nagelpilz

Wirksto : 8% Ciclopirox. Zusammensetzung: 1 g wirksto -

haltiger Nagellack enthält 80 mg Ciclopirox. Sonstige Bestandteile:

Ethylacetat, Ethanol 96%, Cetylstearylalkohol, Hydroxypropylchitosan,

gereinigtes Wasser. Anwendungsgebiete:

Durch Dermatophyten und/oder andere Ciclopirox-sensitive

Pilze hervorgerufene Pilzerkrankungen der Nägel. Gegenanzeigen:

Überemp ndlichkeit gegen einen der Inhaltssto e.

Kinder unter 18 Jahren (fehlende Erfahrung). Nebenwirkungen:

Sehr selten Rötung, Schuppung, Brennen und Jucken

an den behandelten Stellen. Warnhinweis: Enthält Cetylstearylalkohol,

örtlich begrenzte Hautreizungen (z. B. irritative

Kontaktdermatitis) möglich. Packungsgrößen: 3,3 ml

und 6,6 ml. Apothekenpfl ichtig. Stand: September 2011.

Taurus Pharma GmbH, Benzstr. 11, 61352 Bad Homburg.

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