Geschäftsbericht 2011 - Genossenschaft Elektra, Jegenstorf

elektra.ch

Geschäftsbericht 2011 - Genossenschaft Elektra, Jegenstorf

Geschäftsbericht 2011


Photovoltaik wächst in der Region

In der Elektra-Region wird immer

mehr Strom aus Solaranlagen

produziert. 2011 sind 75 Anlagen

ans Netz gegangen. Drei davon

gehören der Elektra.

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2007 20087

2009

2010

201175

Die Elektra 2011

8

u 107. GV, 11. Mai 2011 Verwaltungs rats präsident Ernst

Moser konnte 406 Ge nos sen schafter/innen begrüssen. Sie

vertraten zu sammen 420 Stimmen. Sie stimmten der

Teilrevision der Statuten einstimmig ohne Enthaltungen zu und

genehmigten u.a. die Verwendung des Bilanzgewinns von

2 858 318.47 Franken (siehe 107. Geschäftsbericht 2010).

u Ver waltungsrat Zur Behandlung der lau fenden Geschäfte

trat er im Ge schäfts jahr zu 8 Sitzungen und einem halbtägigen

Stra te giemeeting zusammen. u Verwaltungsrats vize präsident

An der Sitzung vom 16. März 2011 ernannte der VR Paul

Schenk, Münchringen, zum neuen Vizepräsidenten. u Ge nossenschafter

und Anteil scheine Die im Jahr zuvor lancierte

Neumit glie der werbung führte zur Aufnahme von nochmals

122 neuen Genossen schafterinnen und Genossenschaftern.

Es gab 7 Über tra gungen und 6 Rücknahmen. Anteil scheinkapital

per 31. Dezember 2011: 3 788 000 Franken (im Besitz

von 947 Ge nos sen schaftern). u Perso nelles Fritz Meyer-

Wenger verstarb am 7. November 2011 im Alter von 92 Jahren.

Er war von 1963 bis 1987 für die Elektra tätig, unter anderem

ab 1971 als Präsident des Verwaltungs rats ausschusses. Er hat

15

wesentlich zur gesunden Entwicklung der Genossenschaft

beigetragen. u Eintritte Joceline Aebischer, Kauffrau (1.8.),

Jörg Rothenbühler, Leiter Marketing und Verkauf (1.5.), Lotti

Fuchs, Sach be ar beiterin Finanzen und Dienste (1.9.), Michael

Müller, Bauleiter Verteilnetz (1.9.), Adrian Neuenschwander,

Verkauf Solar an lagen (1.9.). u Austritte Adrian Jordi, Bauleiter

(31.7.), Adrian Neuenschwander, Ver kauf Solaranlagen (9.11.)

u Aus stel lung Zum ersten Mal nahm die Elektra an einer Gewerbe

ausstellung ausserhalb Jegenstorfs teil: Der Elektra-

Stand in Urtenen-Schönbühl war der erneuerbaren Energie gewidmet

und stiess auf grosses Interesse. u Marketing Die

Elektra installierte in Lohn-Ammannsegg bei der Landi eine

weitere Strom tank stelle für Elektroautos. u Genossenschaft

Elektra, Je gens torf, im Inter net: www.elektra.ch

u Geschäftsleitung 2011

Andreas Zimmermann Direktor

Therese Beutter Leiterin Finanzen und Dienste

Reto Ingold Leiter Energie und Netz

Jörg Rothenbühler Leiter Marketing und Verkauf


Inhalt Geschäftsbericht 2011 u 2 Die Elektra 2011 Wichtige Er-

eignisse im Geschäftsjahr. u 4 Die Elektra Die wichtigsten

Fakten und Zahlen zur Genossenschaft Elektra, Jegenstorf.

u 5 Aus dem Verwaltungsrat Die neue Strategie bringt erste

Erfolge. Verwaltungsratspräsident Ernst Moser über das Geschäftsjahr.

u 6 Das Wort des Direktors Das Jahr war von

Aufbruchstimmung geprägt. Direktor Andreas Zimmermann

schildert seine Sicht auf das Geschäftsjahr. u 8 Die Elektra

wirkt Etzelkofen im (Energie-)Wandel. Das Dorf produziert einen

Grossteil seiner Energie selbst. u 12 Die Elektra handelt

Das Solarkraftwerk auf der Pouletmasthalle. Wie die Elektra

vorgeht und wann sie Bau und Betrieb selbst übernimmt.

u 15 Energieregion Bern-Solothurn Gelungener Start der

Energieregion. Die Gründung erfolgte mit 20 Gemeinden.

u 16 Die Elektra-Partner Das Dawa-Team für jedes Dach. Eine

junge Firma aus der Region im Porträt. u 18 Die Elektra-

Mitarbeitenden Die Premierenfrau. Lernende Joceline Aebischer

im Porträt. u 19 Die Elektra 2011 Technisches.

Impressum Herausgeber: Genossenschaft Elektra, Jegenstorf, Bernstrasse 40, Postfach 97, 3303 Jegenstorf.

Konzept/Redaktion/Layout: Infel AG, Waisenhausplatz 22, 3011 Bern. Fotos: Brigitte Mathys, zVg Elektra.

Lithografie: Appalooza, Postfach 260, 3000 Bern 5. Druck: Druckerei Glauser AG, Bahnhofstrasse 9, 3312 Fraubrunnen.

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Verwaltungsrat: An der GV 2011

gewählt: Stefan Holzer, Hindelbank (neu);

Doris Haldner, Hettiswil; Markus Huber,

Hettiswil (neu); Ernst Moser, Mes sen,

Präsident; Peter Bart, Moos seedorf;

Wolf gang Hayoz, Jegenstorf; Paul

Schenk, Vizepräsident, Münch ringen.

Stark seit über 100 Jahren

Mit der Region verbunden

Die Genossenschaft Elektra, Jegenstorf,

wurde vor über 100 Jahren gegründet. In

der Pionierzeit der Elektrizitätswirtschaft:

1903 taten sich Gemeinden im Amt Fraubrunnen

zur Sicherung einer stabilen,

kostengünstigen Stromversorgung zusammen.

Dem Genossenschaftsgedanken

fühlt sich die Elektra auch heute

noch verpflichtet. Partnerschaftlich mit

den Gemeinden, dem einheimischen Gewerbe

und den Menschen in der Region.

Mit den Menschen verbunden

Die Elektra versorgt 37 529 Einwohnerinnen

und Einwohner in 34 Gemeinden der

Kantone Bern und Solothurn.

Modernes Verteilnetz

Das Verteilnetz der Elektra misst 757 km.

Die Leitungen sind vollständig unterirdisch

verlegt. Das moderne und leistungsfähige

Netz bietet die beste Vor-

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aussetzung für eine störungsfreie Ver -

sorgung in hoher Qualität. Für Bau,

Betrieb und Unterhalt des Netzes ist die

Elektra verantwortlich. Störungen behebt

ein Pikettdienst rund um die Uhr. Bei der

Vergabe von Aufträgen berücksichtigt

die Elektra das lokale Gewerbe.

Qualitätsbewusstsein

Die Elektra legt Wert auf Qualität und

stetige Verbesserung. Deshalb ist das

Unternehmen ISO-zertifiziert (ISO 9001).

Starkes Angebot

Strom ist unsere Stärke:

u Hohe Versorgungssicherheit dank

einem modernen, leistungsfähigen

Verteilnetz

u Bedürfnisgerechte Stromprodukte

u Starke regionale Verwurzelung

u Kundenbetreuung: am Schalter der

Elektra in Jegenstorf, am Telefon

oder per E-Mail

u Energieberatung: Die Elektra berät

Kunden zu allen Aspekten der Energie.

Von der Gebäudeisolation bis zum

eigenen Solarkraftwerk auf dem Dach.

u 24-Stunden-Pikettdienst:

031 763 31 33

Trafostationen

Die Elektra baut Trafostationen und übernimmt

solche, wenn vom Kunden gewünscht,

um eine hohe Versorgungssicherheit

zu gewährleisten. Über ins -

gesamt 224 Trafostationen werden

Kunden der Elektra ab dem vorgelagerten

Netz der BKW Energie AG versorgt.

Werden Sie Genossenschafter!

Mitglied der Genossenschaft Elektra, Jegenstorf,

zu werden, ist eine sinnvolle Investition.

4000 Fr. beträgt der Preis des

Anteilscheines nominell. Mitglied kann

werden, wer am Elektra-Netz angeschlossen

ist. Infos: www.elektra.ch.


Neue

Strategie

bringt erste

Erfolge

2011 war das Jahr vieler

Veränderungen. Auch für die

Genossenschaft Elektra,

Jegenstorf. So entstand ein

neues Geschäftsfeld.

Wir mussten nicht erst auf die neuen

Rahmenbedingungen der Energiewende

reagieren, sondern konnten Veränderungen

umsetzen, die wir im Rahmen unserer

bereits viel früher definierten Strategie

herbeigeführt haben.

Sichtbarstes Zeichen ist unser neuer Name:

Die Firma heisst nun «Genossenschaft

Elektra, Jegenstorf» anstelle von

«Genossenschaft Elektra Fraubrunnen,

Jegenstorf». Einher ging die Anpassung

der Statuten: Der Zweck der Unternehmung

wurde erweitert um die «Produktion,

Nutzung und Förderung erneuerbarer

Energien». Die Elektra begann denn auch

mit dem Aufbau des Geschäftsfeldes

Solar und dem Bau von Solaranlagen.

Lesen Sie mehr über erste Projekte ab

Seite 12. Den von den Kunden dezentral

erzeugten Solarstrom über nehmen wir

während einer vertraglich definierten Zeit

zu interessanten Preisen. Die Nachfrage

war immens.

Die Elektra war auch die treibende Kraft

hinter der Energieregion Bern-Solothurn.

Sie wurde am 30. Juni 2011 mit 20 Gemeinden

gegründet. Sie hat zum Ziel, die

Produktion von erneuerbarer Energie in

der Region zu fördern, die Energieeffizienz

zu verbessern und den Bewohnerinnen

und Bewohnern eine kompetente

Energieberatung anzubieten. Ein weiterer

Baustein unserer neuen Strategie ist

Ernst Moser, Präsident des Verwaltungsrates der Genossenschaft Elektra, Jegenstorf.

der Beschluss, elektrische Energie zum

Teil auf dem freien Markt zu beschaffen

und nicht mehr ausschliesslich beim bisherigen

Monopollieferanten BKW Energie

AG. Dies ermöglicht uns die weiterhin

kostengünstige und zuverlässige

Stromversorgung. Gleichzeitig fiel der

Entscheid, die Zusammenarbeit mit der

Youtility AG in Zukunft neu zu regeln. Anstelle

der «1to1 energy»-Produkte sollen

die Kunden neue Produkte mit unterschiedlichem

Strommmix zur Auswahl

haben. Die beste Strategie ist jedoch ohne

ein modernes und sicheres Netz wirkungslos.

Die Genossenschaft Elektra,

Jegenstorf, hat auch 2011 weiter ausgebaut

und die Stromnetze von Lohn-Ammannsegg,

Seewil und Brügglen erfolgreich

integriert, die entsprechenden

Strukturen und Prozesse angepasst. Zudem

werden weiter Trafostationen erworben

und neue gebaut.

Fazit: Die Genossenschaft Elektra, Jegenstorf,

läutete zusammen mit der

Energieregion die Energiewende ein, lange

bevor Bundesrat und Parlament den

Atomausstieg beschlossen. Wir sehen

die neuen Herausforderungen der Energiewende

als Chance, obschon noch viele

Fragen geklärt werden müssen. Auch

in finanzieller Hinsicht war 2011 für die

Genossenschaft Elektra, Jegenstorf, ein

erfolgreiches Jahr. Der Erlös aus dem

Stromverkauf betrug 34,7 Mio. Franken

und der Jahresgewinn 1,47 Mio. Franken.

Der Verwaltungsrat dankt allen

Kundinnen und Kunden, den Geschäftspartnern

und Behörden, den Genossenschafterinnen

und Genossenschaftern

und der Geschäftsleitung sowie den Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern: Sie haben

auch 2011 ausgezeichnete Arbeit

geleistet.

5


Das Jahr war von

Aufbruchstimmung geprägt

Das Geschäftsjahr 2011 war für die Genossenschaft Elektra, Jegenstorf,

eine grosse Herausforderung: An vielen Fronten kam es im Jahr

der dramatischen Ereignisse von Fukushima und nach dem Entschluss zur

Energiewende zum Um- und Aufbruch. Elektra-Direktor Andreas

Zimmermann sieht sich in dem von langer Hand vorbereiteten Strategiewechsel

bestätigt.

Aufbruchstimmung – mit diesem Wort

lässt sich das Geschäftsjahr 2011 am

besten beschreiben. Es war für das Unternehmen

Elektra geprägt vom Aufbau

eines neuen Geschäftsfeldes. Die globalen

Ereignisse des Jahres wie der Tsunami

in Japan und die darauf folgende

Havarie von Fukushima verstärkten die

Startup-Gefühle bei den neu für den Bereich

Solaranlagen angestellten Mitarbeitenden:

Sie konnten gar nicht alle der

gegen 200 Anfragen beantworten und

führten eine Warteliste, die bis ins Jahr

2012 abzuarbeiten ist. Die meisten Kunden

zeigten Verständnis und Geduld –

ein Beweis für das grosse Vertrauen, das

die Elektra in der Region geniesst.

Die starke Nachfrage nach Solaranlagen

lässt sich mit einer Zahl illustrieren: Im

Jahr 2011 waren fünfmal mehr Photovoltaikanlagen

ans Elektra-Netz angeschlossen

worden als noch im Jahr zuvor.

Das relativ junge und stabile Netz der

Elektra bietet die Basis für einen weiteren

Ausbau von dezentralen Produktionsanlagen

bei hoher Versorgungsqualität.

Die Leitung in die Zukunft

Die Entwicklung hin zu dezentral produzierter

Energie hat im Geschäftsjahr

Fahrt aufgenommen. Lesen Sie auf Seite

12 in diesem Geschäftsbericht, wie die

Elektra-Fachleute ein Solaranlagenprojekt

in Angriff nehmen. Einen starken Impuls

bedeutete zudem der Entscheid, in

die Lücke der kostendeckenden Einspei-

6

severgütung (KEV) zu springen, die deren

Wartelisten aufreissen: Die Elektra

kauft Solarstrom von regionalen Produzenten

zu einem für sie attraktiven Preis

von 27 Rappen bei zehnjährigem Vertrag

ein. 2011 konnten über 50 Vergütungsverträge

mit einer jährlichen Rücklieferenge

von 1,3 Mio. kWh abgeschlossen

werden. Die Entwicklung ist damit längst

nicht zu Ende: Im Geschäftsjahr fiel der

Entscheid, neue regionale Stromprodukte

zu entwickeln, die auf 2013 eingeführt

werden.

Zudem wurde beschlossen, einen Energieberater

anzustellen, um Kunden optimal

beraten zu können. Schon in der

Planungsphase von Neubauten: Warmwasser

und Heizung sind die grössten

Verbraucher. Gebäudehüllen sollten

energiesparend konzipiert werden.

Veränderungen in der Organisation

Diese Veränderungen bedeuteten auch

eine Neuordnung der Organisation und

der Abläufe im Unternehmen. So übernahm

Onyx neu das Mittelspannungspikett,

während im Niederspannungsbereich

nach wie vor regionale Partner

damit betraut sind. Die Mit arbeiterzahl

blieb stabil; neu bildet die Elektra Lernende

aus. Auf Seite 18 stellen wir Ihnen Joceline

Aebischer vor. Sie ist die erste Lernende

bei der Elektra.

Die Elektra war durch die vorherrschende

Aufbruchs tim mung in der Branche,

durch die Eta blie rung eines neuen strate-

gischen Geschäftsfeldes, den Ansturm

auf Solaranlagen und den Verlust einiger

Firmenkunden in der Grundversorgung

(Netzgebietzuteilung der Netzebene 5)

stark gefordert.

Die Elektra ist finanziell gesund

Neu werden einige Kunden mit eigener

Trafostation durch die BKW versorgt.

Diese Energiemengenverluste konnten

durch die neuen Netze von Lohn-Ammannsegg,

Brügglen und Seewil kompensiert

werden.

Die im Jahr zuvor erstellten Prognosen

bewahrheiteten sich, und die gesteckten

Ziele wurden mehrheitlich erreicht. Die

Kundenstruktur ist zudem breit gefächert,

die Unternehmung steht auf finanziell

gesunden Beinen.


5Mal mehr

Photovoltaikanlagen

als im Jahr 2010

Andreas Zimmermann, Direktor der Elektra, setzt auf regionale Verankerung und erneuerbare Energien.

7


8

Etzelkofen

im (Energie-)Wandel

Die Elektra schafft gute Rahmenbedingungen

für private Initiativen: Unternehmer Martin Knuchel

betreibt eine grosse private Photo voltaik anlage.

Sie versorgt Etzelkofen mit Solarstrom. Und mit

Holz bringt Knuchel Wärme ins Dorf.

Martin Knuchel trägt mit Holz und Sonne zum Energiewandel Etzelkofens bei.


15

Prozent des Stroms

werden in Etzelkofen als

Solarstrom produziert.

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Pionier: Martin Knuchel.

Auf den ersten Blick ist Etzelkofen ein

Dorf wie so manch anderes auch zwischen

Bern und Solothurn. Eingebettet

in die sanft geschwungene Landschaft

des ehemaligen Amtes Fraubrunnen,

umgeben von ertragsreichen Äckern,

saftigen Wiesen und dichten Wäldern,

bildet die Gemeinde das beschaulich

anmutende Zuhause für knapp 300

Einwohner. Das Dorfbild ist geprägt von

alten Bauernhäusern mit mächtigen

Walmdächern, in den letzten Jahrzehnten

entstandenen Einfamilienhausquartieren

sowie kleinen Gewerbebetrieben und

der Dorfbeiz.

Auf den zweiten Blick entpuppt sich

Etzelkofen sehr wohl als eine Gemeinde

im Wandel. «Die Ver än de rungen in der

Gesellschaft und im Ver halten der

Menschen machen natürlich auch vor

uns nicht halt», sagt Christian Wanner.

«Kleine Gemeinden haben da einen immer

schwereren Stand.» Der Ge meinde-

10

ratspräsident verweist auf den Verlust

der Poststelle und des Dorfladens in den

letzten Jahren. Und er spricht die voraussichtliche

Fusion mit Fraubrunnen,

Grafenried, Büren zum Hof, Limpach,

Mülchi, Schalunen und Zauggenried zur

Grossgemeinde Frau brunnen an. Im

November 2012 wird an einer Volksabstimmung

der Entscheid darüber fallen.

Neues Leben in der alten Ziegelei

Auf privater Ebene entwickelt sich

Etzelkofen schon jetzt weiter. Hier reichen

sich Vergangenheit und Zukunft

die Hand. Das sieht, wer sich etwas genauer

mit der alten Ziegelei befasst.

Martin Knuchel, der unmittelbar daneben

auf gewachsen ist, hat das insgesamt

13 000 m 2 grosse Areal Anfang des neuen

Jahrtausends erworben – und zu neuem

Leben erweckt. Etwa mit seinem

eigenen Schlosserei-Unternehmen, der

Martin Knuchel AG. Oder mit Mietern

aus anderen Branchen.

Diese eher traditionelle Nutzung erzählt

jedoch erneut nur die halbe Geschichte.

Aussergewöhnlich wird es nämlich,

wenn man das Dach des Gebäudes erklimmt.

Auf rund 1700 m 2 Dachfläche

erstreckt sich hier eine der grössten

komplett von privater Hand initiierten

Photovoltaikanlagen der Schweiz. Die

Leistung der total 913 PV-Module beträgt

insgesamt 224 kW. Die jähr lich

produzierten rund 220 MWh Strom

decken den Bedarf von 50 durchschnitt-

lichen Schweizer Haus halten. Schon

heute deckt Etzelkofen mit dem im Dorf

pro duzierten Solarstrom 15 Prozent des

Bedarfs ab. Betreiber und Besitzer der

Anlage sind Martin Knuchel, der mit seinem

Unternehmen auch die In stallation

vorgenommen hat, sowie Eugen Koller,

dessen Gunep AG, eine Ge ne ral unternehmung

für nachhaltige Energie projekte,

die Anlage geplant hat und der

einer der regionalen Partner der Genossenschaft

Elektra, Jegenstorf, ist.

Die Gunst der Stunde genutzt

«Wenn man heutzutage eine solch grosse

Dachfläche besitzt, muss man die

Chance ergreifen», sagt Martin Knuchel

und weist sogleich den Gedanken von

sich, er sei ein Grüner. «Das bin ich definitiv

nicht», stellt er klar. Vielmehr ist der

47-Jährige ein Opportunist. Ein Ge schäftsmann.

Ein Macher. «Die Photovoltaikanlage

zu bauen, war ein wirtschaftlicher

Entscheid und eine Frage der Effizienz.»

Denn das beinahe 50-jährige Dach der

Ziegelei musste saniert werden. «Da haben

Eugen Koller und ich die Gunst der

Stunde genutzt», sagt Martin Knuchel.

«Planung und Installation konnten wir

selber vornehmen. Zudem befindet sich

eine Trafostation zur Einspeisung des

Stroms ins Netz in unmittelbarer Nähe.

Und ebenso wichtig war, dass die Elektra

von Anfang an signalisiert hat, uns den

Strom zu einem fairen Preis abzukaufen.»

Dass Martin Knuchel ein Macher ist und


die Zusammenarbeit mit Eugen Koller

energiereiche und nachhaltige Früchte

trägt, hat der ehemalige Eishockeyspieler

zuvor schon unter Beweis gestellt.

2008 wuchs in Etzelkofen das

Bedürfnis, den von Landwirt Martin Buri

gemeinsam mit Eugen Koller initiierten

kleinen Wärmeverbund mit einem zweiten,

grösseren zu ergänzen.

«Eugen Koller kam mit der Idee einer

Holzschnitzel-Fernwärmeanlage auf mich

zu», erzählt Martin Knuchel. «Die Idee

gefiel mir. Ich verfügte in der alten

Ziegelei über die zentrale Infrastruktur,

ausserdem brauchte das Areal ohnehin

eine neue Heizanlage. Und Holz, das

genutzt werden will, haben wir in den

Wäldern rund um Etzelkofen zuhauf. Da

sagte ich mir: Warum also nicht gleich

eine Holzschnitzelheizung im grossen

Stil?» Gedacht – und nach Überwindung

er heblicher gesetzgeberischer Schranken

und bürokratischer Hürden dann

auch um gesetzt.

Hartnäckigkeit vonnöten

Ohne die Hartnäckigkeit und Initiative

Martin Knuchels und Eugen Kollers

würde die Anlage heute nicht stehen.

Wie nachhaltig sie ist, zeigt sich allein

schon darin, dass die dafür benötigte

Ressource Holz vor Ort wächst. Im Wald

rund um Etzelkofen. Die Bäume werden

im Winter geschlagen, im Sommer zu

Holzschnitzeln weiterverarbeitet und ins

Lager auf dem Areal der alten Ziegelei

220

MWh Solarstrom

erzeugen Etzelkofer

An lagen.

Etzelkofen: ein Solardorf (hinten rechts Martin Knuchels Anlage).

gebracht. Dadurch bleiben die Schnitzel

stets trocken und haben einen besseren

Energiewert. Pro Winter benötigt die

Anlage rund 1200 m 3 Holzschnitzel, um

das Ge wer be zentrum sowie die rund

40 angeschlossenen Liegenschaften mit

Wärme zu versorgen. Die Waldbesitzer

wären sogar froh, Martin Knuchel würde

ihnen noch mehr Holz abnehmen und

somit dereinst vielleicht statt des halben

Dorfes ganz Etzelkofen mit Holzwärme

versorgen.

Technisches Herz der Anlage ist nebst

dem Brenner, dem Wassertank und dem

voluminösen Schnitzelbunker die ausgeklügelte

Rauchgaswaschanlage. Dank

Wärmerückgewinnung senkt sich der

Feinstaubausstoss und erhöht sich die

Effizienz um 10 bis 15 Prozent. Her gestellt

wurde sie ebenfalls von Martin

Knuchel – nach Plänen von Eugen Koller.

Trotz dieser Projekte ist der Tatendrang

von Martin Knuchel noch nicht gestillt.

2012 rüstet er auch die restlichen Dachflächen

der alten Ziegelei mit PV-

Modulen aus, womit der Energiewandel

Etzelkofens weitergeht. Dadurch wird

sich die Stromproduktion aus Sonnenenergie

auf einen Schlag fast verdoppeln.

Nach vollendetem Ausbau könnten

fast 30 Prozent des Strombedarfs in

Etzelkofen mit Hilfe der Sonne produziert

werden. Und nun denken immer

mehr Private darüber nach, es ihm auf

ihren Einfamilienhausdächern gleichzu -

tun.

Und dann? Martin Knuchel lässt sich

nicht in die Karten blicken. Obwohl er

nun viel praktisches Know-how angesammelt

hat, will er nicht die nächsten

Jahre damit verbringen, mit seiner

Schlosserei Solardächer zu montieren.

«Mich reizt es, immer wieder neue

Wege zu gehen. Etwas anzupacken,

das andere für reine ‹Spinnerei› halten,

das Unmögliche möglich zu machen.»

11


Das Solarkraftwerk

auf der Pouletmasthalle

Grosse Photovoltaikanlagen fordern den Netzbau. Das zeigt sich ganz besonders am

Beispiel des Solarkraftwerks, das auf der neuen Pouletmasthalle in Ruppoldsried entsteht.

Hand in Hand arbeiten die Fachleute, um komplexe Herausforderungen zu meistern.

12

Urs Gilomen, Jörg Rothenbühler und Reto Ingold (v.l.) auf der Baustelle der Pouletmasthalle.


Gemeinsam ist man stärker. Das gilt für

das Team der Elektra, das interdisziplinär

denken und handeln muss: Für das neue

Geschäftsfeld Solaranlagen arbeiten Urs

Gilomen, der Leiter des Verteilnetzes,

Reto Ingold, Leiter Energie und Netz, sowie

Jörg Rothenbühler, Vermarkter der

neuen Elektra-Angebote, Hand in Hand.

Das Prinzip der gebündelten Kräfte gilt

auch für jene drei Landwirte, die sich zur

Betriebsgemeinschaft Rätz-Ritz zusammengeschlossen

haben. Werner Ritz,

Hans-Rudolf Rätz sowie Matthias Rätz

aus Ruppoldsried teilen sich ihre Geräte

und Maschinen, stützen ihr Geschäft

breiter ab.

So wie die Genossenschaft Elektra, Jegenstorf,

die im Geschäftsjahr 2011 damit

begann, regionalen, nachhaltigen

Strom zu produzieren. Auf den Dächern

von Gewerbebauten und Einfamilienhäusern

in der ganzen Elektra-Region, mit

Partnern aus der Region.

Kosten im Griff behalten

Für die drei Landwirte war klar, dass auch

sie ein neues Standbein aufbauen wollten.

Sie beschlossen den Bau einer Pouletmasthalle

für 22 000 Tiere auf einem

bisher unerschlossenen Land ausserhalb

von Ruppoldsried, um sich eine neue

Einkommensquelle zu erschliessen. Das

nach Ost-West ausgerichtete, 1100 m2 grosse Dach sollte mit einer Solaranlage

bestückt werden. Die Betriebsgemeinschaft

erhoffte sich dadurch tiefere

Stromkosten, wollte aber auch ein Zeichen

für die Umwelt setzen. «Wir haben

einen Werbeflyer der Elektra gelesen

und uns sofort gemeldet», sagt Patrick

Ritz, der sich für die Betriebsgemeinschaft

um das Projekt kümmerte, das ihn

schliesslich dank der Fachleute der Elektra

kaum beschäftigte: «Sie übernahmen

sämtliche Arbeiten bis hin zum Baugesuch

und zu allen technischen Bewilligungen»,

erinnert sich Patrick Ritz an die

Verhandlungen vom September 2011.

Die Situation präsentierte sich für die

Elektra knifflig: Die Pouletmasthalle entstand

auf freiem Feld, über 500 Meter

vom nächsten Verteilungspunkt entfernt.

Eine Herausforderung für den Netzbau,

aber auch für die Berechnung der

Wirtschaftlichkeit. Das Team diskutierte,

rechnete, plante, erwog alle Optionen

und kam zum Schluss, nur eine von der

Elektra selbst gebaute und betriebene

120-Kilowatt-Anlage mit neuer Trafostation

zur Abnahme und Einspeisung des

produzierten Stroms ins Elektra-Netz

konnte alle technischen und ökonomischen

Anforderungen erfüllen.

Ein erfreulicher Entscheid für die Betriebsgemeinschaft,

die dadurch Erschliessungskosten

einsparte und dafür

das Dach ihrer Halle zur Verfügung stellte.

Eine Partnerschaft, die sich für alle

Solarkraftwerke müssen sich rechnen.

lohnt: Die Elektra kommt mit der neuen

Anlage ihrem Ziel näher, mehr Strom in

der Region auf nachhaltige Art und

Weise zu produzieren.

Genügend Zeit einplanen

«Wir sind realistische Rechner», sagt

Jörg Rothenbühler, «und diese Anlage

rentiert sich klar.» Das heisst: Über die

Laufzeit der Anlage wird ein Ertrag erzielt,

mit dem sich nicht nur die Bau- und

Betriebskosten bezahlen lassen, sondern

auch ein Gewinn in der Kasse bleibt.

Das Projekt zeigt auch, dass der Bau von

Solaranlagen – vor einigen Jahren noch

belächelt – heute ein Business wie jedes

andere ist.

Eine Anlage zu bauen, ist eine Frage von

Wochen, die Abklärungen im Vorfeld eine

von Monaten, besonders wenn die

Anlage wie im Fall der Pouletmasthalle

von Ruppoldsried ausserhalb der Bauzone

realisiert wird. Das macht eine umfas-

13


14

Solarkraftwerke: Netzbau und Verkauf arbeiten Hand in Hand.

sende Planung mit Abstimmung aller

Genehmigungs- und Lieferfristen und intensive

Kontakte mit allen involvierten

Behörden notwendig – für den Bau der

Trafostation braucht es etwa unter anderem

Bewilligungen des Eidgenössischen

Starkstrominspektorats.

«Deshalb sollten Bauherren und Architekten

schon früh mit uns sprechen»,

sagt Reto Ingold, Leiter Energie und

Netz. Solaranlagen müssen nämlich

sorgfältig ins Netz integriert werden. Die

bestehende Infrastruktur und die Dachkonstruktion

werden dazu genau untersucht,

die Anlage danach exakt auf die

Be dingungen ausgerichtet. Und schliesslich

sollte ab einer gewissen Grösse geprüft

werden, ob die Elektra die Anlage

selbst bauen und betreiben will.

Auf alles vorbereitet

Im Falle des Solarkraftwerks auf der Pouletmasthalle

von Ruppoldsried entschied

sich die Elektra aus guten Gründen für eine

eigene Anlage. Das Team der Elektra

zeigte sich den Herausforderungen gewachsen

und bereitete sich auf alles vor.

Das Netzbauteam garantiert den Betreibern

die Stromlieferung zum Betriebsstart.

Notfalls mit einem Provisorium,

falls eine Bewilligung nicht rechtzeitig

eintrifft.


Gelungener Start

der

Mit 20 Gemeinden aus dem Versorgungsgebiet erfolgte am

30. Juni 2011 die Gründung der Energieregion Bern-Solothurn.

Der Grundstein für die Förderung erneuerbarer Energie ist

damit erfolgreich gelegt worden.

An der Gründungsversammlung war unter

den anwesenden Vertreterinnen und

Vertretern der Gemeinden viel Goodwill

für die gute Sache zu spüren, den erneuerbaren

Energien in der Region zum

Durchbruch zu verhelfen. Die Energieregion

Bern-Solothurn will dafür ideale

Rahmenbedingungen schaffen. Sie identifiziert

die grössten Potenziale im Bereich

der Solarkraft, der Gebäudeeffizienz

und der Biomasse.

Zu den Gründungsmitgliedern zählt auch

die Elektra. Sie dient als Geschäftsstelle

und treibt den Ausbau mit eigenen Produkten

und Dienstleistungen an. Im Anschluss

an den Gründungsakt und die Urabstimmung

folgte der Gründungsevent,

wo verschiedene Themenposten über

die Aktivitäten, die regionalen Potenziale,

die lokale Wertschöpfung sowie über die

Produkte und Dienstleistungen der Energieregion

informierten.

Die Angebote

Die Energieregion Bern-Solothurn hat bei

ihrer Gründung einen Fördertopf eingerichtet,

um Dienstleistungen

und Produkte im Bereich

der Nachhaltigkeit zu unterstützen.

Bereits in den

ersten Monaten der Energieregion

Bern-Solothurn war ein

Ruppoldsried

sehr grosses Interesse zu verspüren.

Deshalb steht der Fördertopf

auch weiterhin zur Verfügung:

bis Ende 2012 Seewil

vor allem für die Förderung

von Solaranlagen.

Die Genossenschaft Elektra, Jegenstorf,

hat zudem in Zusammenarbeit

mit der Energieregion und mit führenden

Schweizer Herstellern von Solaranlagen

drei massentaugliche Produktlinien im

Bereich der Solarthermie (Warmwasser)

und der PV-Anlagen (Strom) entwickelt.

Messen

Gründungsvorstand: Rolf Möckli,

Marcel Frey, Kurt Schütz, Robert Müller,

Marianne Feldmann (Vizepräsidentin),

Markus Lüscher (Präsident), Ursula

Forsyth, Andreas Zimmermann. Es fehlt

Heinz Küng.

Urabstimmung.

Unterramsern

Mülchi

Brügglen

Aetingen

Limpach

Moosseedorf

Büren zum Hof

Lohn-Ammannsegg

Schalunen

Bäriswil

Aefligen

Etzel-

Fraubrunnen Rüdtligenkofen

Grafenried

Alchenflüh

Scheunen

Iffwil

Zauggenried

Kernenried

Lyssach

Bangerten

Zuzwil

Jegenstorf

Münchringen

Hindelbank

Deisswil

Matt-

Wiggiswil Urtenen-

Schönbühl

stetten

Krauchthal

Mötschwil

15


Das Dawa-Team

für jedes Dach

Die Elektra arbeitet für Beratung und Bau von Solaranlagen mit dem regionalen

Gewerbe zusammen. Mit der Pulver Dawa Partner AG aus Mattstetten wurde ein erstes

Projekt realisiert.

Solar löst Dachziegel ab.

Die Freude sieht man ihm an. Flink programmiert

Rephael Dawa, 28, die CAD-

Biegemaschine und schiebt ein Blech

ein. «Unser Baby», lacht er. Wenige Sekunden

dauert es, und er hält ein fertiges

Element für eine Dachrinne in der Hand.

Ungleich länger wird es dauern, für die

Firma seines Vaters Tsetan Dawa ein

neues Geschäftsmodell sozusagen hinzubiegen.

Mit Hilfe der Elektra Marktkräfte

aufzubauen, ähnlich denjenigen der

Biegemaschine.

Klein angefangen

Sein Vater, der in den Wirren nach der

Besetzung Tibets 1962 als kleiner Junge

in die Schweiz gekommen war, schuf mit

nur einem kleinen Auto, einer Spenglerkiste,

einer grossen Dienstleistungsbereitschaft

und Freude an der Arbeit seine

kleine Spenglerei. Sie fusionierte vor

16

zehn Jahren mit der Speng le reiab teilung

der Könizer Pulver Haustechnik und

zählt heute zwölf Angestellte und einige

freie Mitarbeitende.

Ein gutes Gefühl

Nun obliegt seinem Sohn die Erweiterung

des Unternehmens um ein Geschäftsfeld,

das ihm und seinem Vater

sehr am Herzen liegt: Solaranlagen. Er

möchte seinen Teil zur Energiewende

beitragen und nachhaltig produzierte

Energien fördern.

Vor bald vier Jahren durfte der Spenglerpolier,

der anfänglich Multimedia-Elektroniker

werden wollte, sich dann doch

noch für die Spenglerei und die Arbeit im

Betrieb seines Vaters entschied, seine

erste Solaranlage bauen: «Es war ein

schönes Gefühl, etwas für unsere

Zukunft und die Umwelt zu tun.»

Er erkannte das Potenzial und lässt sich

nun für eine umfassende Beratung seiner

Kunden auch zum Energieberater

ausbilden. Nach einer kurzen Pause fügt

er nachdenklich an: «Ich bin aber kein

Grüner, sondern politisch neutral.»

Der Brief der Elektra

Seither lässt ihn das Thema nicht mehr

los, und als er einen Brief der Elektra erhielt,

die einen regionalen Partner für die

Beratung und den Bau von Solaranlagen

suchte, zögerte er nicht lange, besuchte

eine Informationsveranstaltung der Elektra

und bewarb sich. In die Waagschale

warf er die bisherigen Erfahrungen mit

dem Bau von Solaranlagen, die herstellerspezifischen

Ausbildungen seiner Mitarbeitenden,

das in der Firma vorhandene

Fachwissen rund um alle Aspekte der

Gebäudehülle und des Dachs sowie seine

Fähigkeit, das Ganze zu sehen: «Ein

Haus lebt», sagt er. «Es atmet.» Dies bedeutet,

nicht einfach eine Solaranlage

aufs Dach zu stellen, sondern zuvor besonders

sorgfältig zu untersuchen, wie

das ganze Haus energieeffizienter werden

kann – nur so entfaltet die Solaranlage

ihre optimale Wirkung.

Wie eine grosse Familie

Seit 2011 zieht die Nachfrage nach Solaranlagen

deutlich an. Ein erstes Projekt

konnte noch im November 2011 in Fraubrunnen

abgeschlossen werden: Eine

170 m 2 grosse Dachseite eines Einfamilienhauses

wurde innert acht Tagen mit

einer dachintegrierten Anlage bestückt.

«Es ist alles rund gelaufen», erinnert er

sich. Die grössten Herausforderungen

seien der Kamin und das integrierte

Dachflächenfenster gewesen – und die

anfänglich verspürte Skepsis der Eigentümer:

«Können die das überhaupt?»

Und wie sie konnten!

Auch wenn die Angestellten und freien

Mitarbeitenden der Pulver Dawa Partner

AG jung sind, sie kennen sich etwa vom

Fussballplatz her oder aus alten Jugendzeiten.

«Es sind nicht nur meine Kollegen,

sondern meine Freunde», sagt


Rephael Dawa. «Wir sind wie eine grosse

Familie.» Die Spezialität der Firma ist

nicht die Jugendlichkeit und Dynamik der

Mitarbeitenden, sondern deren übergreifendes

Fachwissen: Zwar verfügt sie in

jedem Bereich über Spezialisten – seit

kurzem für Solaranlagen gar über einen

Elektromonteur – doch blickt jeder über

seinen Horizont hinaus.

«Wir bieten deshalb wirklich alles aus

einer Hand», sagt Rephael Dawa, «nämlich

Spenglerei, Steildach, Flachdach und

Solar.» Mit dieser Philosophie passt er

bestens zum Ansinnen der Elektra, Solaranlagen

aus einer Hand zu realisieren.

Kein Wachstum um jeden Preis

Die Partnerschaft hat für ihn im Geschäftsjahr

2011 erfreulich begonnen; er

hofft, sie nun noch ausbauen zu können,

endgültig Fuss zu fassen in einem Bereich,

der ihm fast noch mehr Freude bereitet

als die Biegemaschine, die er nun

abschaltet, ehe er sich seinem nächsten

Termin zuwendet, dem Vertreter eines

Solartechnik-Herstellers, nicht ohne vorher

die Besucher zu fragen, ob er sie

zum nahegelegenen Bahnhof Urtenen

fahren könne.

Sein Bereich, für den ihm sein Vater die

Verantwortung übertragen hat, wächst.

Doch er winkt beim Abschied gleich ab:

«Wachstum ist nicht alles. Wir wollen

ganz einfach die besten Dienstleistungen

kombinieren und uns als Firma und

als Menschen weiterentwickeln.»

Baut Solaranlagen: Rephael Dawa.

17


Vorhang auf

Die Elektra bietet nicht nur attraktive Arbeitsplätze, sondern

seit Sommer 2011 auch einen kaufmännischen Aus bildungsplatz

an. Joceline Aebischer ist die Premierenfrau.

Bis vor wenigen Monaten hatte Joceline

Aebischer denselben Bezug zu Strom

wie die meisten, die nicht beruflich damit

zu tun haben: Es war für sie selbstverständlich,

dass er nahezu ununterbrochen

zur Verfügung steht.

Doch seit sie im August 2011 bei der

Elektra die dreijährige kaufmännische

Grundausbildung (E-Profil) in Angriff genommen

hat, sieht sie das Thema Energieversorgung

mit neuen Augen.

Sie schätzt den Kundenkontakt

«Nun erfahre ich nebst dem kaufmännischen

Wissen viel über Strom und kann

auch Freunden Zusammenhänge erklären.

Das ist sehr spannend», sagt die

Lernende. Im ersten Jahr arbeitet sie im

Empfangsbereich und schätzt insbeson-

18

dere den direkten Kundenkontakt am

Schalter sowie am Telefon. Aufgewachsen

ist Joceline Aebischer in Fraubrunnen

und Grafenried – insofern kannte sie

die Elektra, hatte aber ansonsten keine

Berührungspunkte zum Unternehmen.

Den Ausschlag bei der Wahl der Ausbildungsfirma

gab der Schnuppertag: «Es

war ein Bauchentscheid, mich für die

Lehrstelle bei der Elektra zu entscheiden.

Denn ich fühlte mich vom ersten

Joceline Aebischer: fühlt sich wohl im familiären Elektra-Umfeld.

Moment an sehr wohl und in diesem familiären

Umfeld bestens aufgehoben»,

sagt Joceline Aebischer, die die erste

Lernende bei der Elektra überhaupt ist.

Das ist mit ein Grund für ihren erfolgreichen

Start: «Dies motiviert nach meiner

bisherigen Erfahrung alle ganz besonders:

Meine Berufsbildnerin Karin Staudenmann

und die anderen Mitarbeitenden

geben sich besonders viel Mühe und

unterstützen mich, wo sie nur können.»


Die Elektra 2011:

Technisches

Messen

Ruppoldsried

u Netzgebiets zuteilung Die Kantone Bern und

Solothurn haben die Netzgebiete zugeteilt. Im

Ver sorgungsgebiet der Elektra ist diese für die

Netzebene 7 (Kunden mit 400-V- An schluss)

verantwortlich. u Ve rteilanlagen Die per

1. Januar 2011 erworbenen Stromnetze Seewil

von Lohn-Am mannsegg, Brügglen und

Seewil (wo die letzte 400-Volt-Freileitung

durch Kabel ersetzt wurde) konnten optimal integriert

werden. Messinfrastrukturen wurden dem bisherigen Dienstleister

GEB abgekauft. u 0,4-kV-Sanierungen / Entflechtungen

/ Umbauten > 30 kFr. Moosseedorf (Bernstrasse), Lyssach

(Schachen), Lohn-Ammannsegg (Paradiesstrasse).

u 0,4-kV-Erschliessungen > 25 kFr. Bäris wil (Büünde),

Urtenen-Schönbühl (Badstrasse), Aefligen (Industriestrasse),

Lohn-Ammannsegg (Sonnhaldenstrasse), Schalunen (Jura strasse),

Ruppoldsried (Eichiweg). u Netzverstärkungen als Folge

von PV-Anlagen Mötschwil (Maiacher), Hindelbank (Sumpf),

Messen (Bernweg). u Neubau / Sanierung Trafostationen

Mülchi (GVM-Sanierung), Moosseedorf (Hofwilstrasse,

noch nicht am Netz). u Strombeschaffung Durch den Kauf

der Stromnetze von Lohn-Ammannsegg, Brügglen und Seewil

und die damit verbundene Belieferung von Kunden wurden die

entsprechenden Strommengen für die Jahre 2012/13 beschafft.

Eine weitere Teilbeschaffung erfolgte für die Jahre 2013/14.

Durch die veränderte Beschaffungssituation entschied sich die

Elektra, vom 5%- wieder auf das 10%-Toleranzband zu wechseln,

um damit das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis zu realisieren.

u Ausbildung Für das Montagepersonal der Netzbau dienstleister

wurde im Schulungszentrum der BKW in Kallnach ein

Ausbildungskurs organisiert. Themen wie Sicherheitskonzept,

Arbeitssicherheit und praktische Lektionen rund um das Thema

«Tätigkeiten an elektrischen Anlagen» wurden von kompetenten

Instruktoren vermittelt. u Störungen Es gab 2 grössere

Kabel schäden. Sturm Joachim fällte zudem einen Baum auf

eine Stromleitung. u Trafostation Eine zusätzliche Trafostation

konnte von einem Kunden im Versorgungsgebiet der Elektra

erworben werden. u Ge nos senschaft Elektra, Jegenstorf, im

Internet: www.elektra.ch

Unterramsern

Mülchi

Scheunen

Iffwil

Bangerten

Zuzwil

Deisswil

Wiggiswil

Etzelkofen

Brügglen

Aetingen

Limpach

Schalunen

Büren zum Hof

Aefligen

Fraubrunnen Rüdtligen-

Alchenflüh

Grafenried

Zauggenried

Lyssach

Kernenried

Münchringen

Mattstetten

Urtenen-

Schönbühl

Moosseedorf

Jegenstorf

Lohn-Ammannsegg

Hindelbank

Bäriswil

Mötschwil

Krauchthal

u Strompreisentwicklung Die Haushalte haben im Geschäftsjahr

2011 etwas mehr für den Strom bezahlt als noch

im Jahr zuvor. Nun sinken die Kosten wieder:

2008

2009

2010

2011

2012

Rp./kWh

21,87

21,25

21,25

22,61

21,88

19


Genossenschaft

Elektra, Jegenstorf

Bernstrasse 40

3303 Jegenstorf

Tel. 031 763 31 31

Fax 031 763 31 35

info@elektra.ch

www.elektra.ch

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