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Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

Zur Dekonstruktion der

Mensch/Tier-Grenze

Perspektiven und Ansätze aus den Human-Animal Studies

Sven Wirth

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

1

(1) Einleitung, Überblick und Verortungen

(2) Wissenschafts- und erkenntnistheoretische

Grundverständnisse

(3) Was ist Dekonstruktion?

(4) Historische Entwicklung der M/T-Grenze

(5) Kriterien der M/T-Grenze

(6) Naturalisierungen und die Konstruktion des

‚ganz Anderen‘

(7) Zur Dekonstruktion der Grenze

(8) Konsequenzen und Ausblicke

Gliederung

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

(1) Einleitung, Überblick und

Verortungen

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣ihrer philosophischen und

erkenntnistheoretischen Auswirkungen

‣ihrer dualistischen Struktur

der Definition des Menschen in

Abgrenzung zu ‚dem Tier

‣ihrer zentralen Position im hegemonialen

westlichen Denken

‣ihrer politischen und ethischen

Auswirkungen

Die Befragung der M/T-Grenze ist

von zentraler Bedeutung aufgrund

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

‣ Zentrale Kategorie westlichen Denkens

‣ Binäre Opposition

‣ Ausschluss aller Gemeinsamkeiten

‣ Betonung der Unterschiede

‣ Hierarchische Beziehung

‣ Die untere Seite wird in Abhängigkeit und als

Mangel in Bezug auf die obere Seite definiert

(vgl. Plumwood 1993; Derrida 1986)

Was ist ein Dualismus?

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣ »[B]ei einem klassischen philosophischen

Gegensatz [hat man es] nicht mit der friedlichen

Koexistenz eines Vis-á-vis, sondern mit einer

gewaltsamen Hierarchie zu tun […]. Einer der

beiden Ausdrücke beherrscht (axiologisch,

logisch usw.) den anderen, steht über ihm.«

(Derrida 1986: 88)

Was ist ein Dualismus?

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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(2) Wissenschafts- und

Erkenntnistheoretische

Grundlagen

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Wissenschaftliche Wahrheiten sind nie frei

von sozialen Aushandlungen und

Machtverhältnissen

‣Macht und Wissen sind notwendigerweise

miteinander verknüpft

‣Wissenschaft ist Politik mit anderen

Mitteln (Latour)

(Vgl. Foucault 1994; Haraway 1995)

Wahrheiten und Konstruktionen

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

‣»Eher ist wohl anzunehmen, daß die

Macht Wissen hervorbringt […]; daß

Macht und Wissen einander unmittelbar

einschließen; daß es keine

Machtausübung gibt, ohne daß sich ein

entsprechendes Wissensfeld konstituiert.«

(Foucault 1994: 39)

Macht/Wissen-Komplexe

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Dinge in der Welt sind nicht einfach

gegeben, sie werden konstruiert

‣Die Konstruktionen sind diskursiver – aber

auch materieller Art

‣(Die Elemente der) Dualismen sind

Konstruktionen

‣Auch die Kategorie ‚Tier‘ ist konstruiert

Konstruktionen

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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(3) Was ist Dekonstruktion

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Praxis, keine (feststehende) Methode

‣Operiert im Inneren des Diskurses

‣Es gibt kein Außerhalb

‣‚Blinde Flecke‘ und Voraussetzungen

aufspüren

‣Dualismen hinterfragen

Dekonstruktion

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

‣ »Einen Diskurs dekonstruieren heißt

aufzeigen, wie er selbst die Philosophie, die

er vertritt, bzw. die hierarchischen

Gegensätze, auf denen er ruht, unterminiert,

indem man die rhetorischen Verfahren

nachweist, die die angenommene Basis der

Beweisführung, den Schlüsselbegriff oder die

Voraussetzung erst schaffen.«

(Culler 1999: 96)

Einen Diskurs dekonstruieren

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Einen kritischer Umgang mit

Anthropomorphismen zu haben

‣Radikale Unterschiedlichkeiten zwischen

verschiedenen Spezies anzuerkennen

Grenzen nicht zu leugnen

Grenzen zu vervielfältigen

‣Auf machtvolle Grenzziehungspraxen

hinzuweisen

Die Grenze dekonstruieren

bedeutet

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

(4) Historische Entwicklung der

Mensch/Tier-Grenze

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Verschmelzung von antikem Denken und

Christentum

‣Frühe ‚Viehzüchter-Kulturen‘ und

monotheistische Religionen

(vgl. Mütherich 2000)

Entstehungsgeschichtliche

Hintergründe der heutigen Grenze

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

‣Animistische und pantheistische

Weltdeutungen

‣Keine klare Mensch/Tier-Grenze

‣Kein Wort für den Sammelbegriff ‚Tier

‣Kontinuum des Lebendigen

‚Vorgeschichte‘

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Dualismus Vernunft/Instinkt

‣Primat der Selbstbeherrschung

‣Platon: Mensch als Mängelwesen,

Verstand als „göttlicher Vorzug“

‣Aristoteles: „Logos“ und „Phone“

‣Aber auch Ambivalenzen im antiken

Denken

Antikes Denken

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

‣Stigmatisierung des ‚Animalischen‘ im

Menschen

‣Etablierung sozialer und religiöser Normen

‣Dämonisierung ‚des Tieres‘

‣Abgrenzung des Christentums gegen

frühere (heidnische) Religionen

Mensch als einziges vernünftiges, also zur

Gotteserkenntnis fähiges, Wesens

(Frühes) Christentum und

Mittelalter

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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Humanismus und Renaissance:

‣Revolte gegen kirchliche Dogmatik und

mittelalterliches Weltbild

‣Selbsterkenntnis als Voraussetzung von

Autonomie

‣‚Das Tier‘ als Negativfolie des

humanistischen Menschenbildes

Neuzeit

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

Rationalismus René Descartes:

‣ Dualismus von res cogitans (Geist, Denken)

und res extensa (Körper, Materie)

‣ ‚Tiere‘ haben keine Sprache, Verstand,

Bewusstsein, Seele; deshalb haben sie kein

Schmerzempfinden und können nicht leiden

‣ Sie sind vergleichbar mit Maschinen

‣ Da ‚Tiere‘ organisch zur Sprache fähig sind

aber trotzdem nicht sprechen, besitzen sie

nicht weniger, sondern keine Vernunft

Das cartesianische Weltbild

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Kant: ‚Tier‘ als vernunftloser Teil der

Geschöpfe

‣Säkularisierung: ‚der Mensch‘ als Zentrum

des neuzeitlichen Denkens

Späte Neuzeit

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

‣Lamarck: Evolutionstheorie

‣Darwin: Evolutionstheorie + gemeinsame

Abstammung der Arten

‣Haeckel: Mensch als Krone der Schöpfung

Beginnende Biologie und Zoologie

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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Der Mensch als

Krone der

Schöpfung

Stammbaum der Wirbeltiere

(Ernst Haeckel, 1905)

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Sonderstellung des Menschen

‣Gehlen: Mensch als Kulturwesen von

Natur aus

Philosophische Anthropologie

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣„[…] Vom Tier im eigtl. Sinn (auch schon

von dem ihm nächstverwandten Primaten,

dem Schimpansen) unterscheidet er sich

aber dadurch, daß er überwiegend in

einer selbstgeschaffenen, kulturellen

Umwelt lebt; dies ist sein eigentl.

Artmerkmal. […]“

(Duden 1983)

Duden-Definition ‚Mensch

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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(5) Kriterien der Mensch/Tier-

Grenze

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣ Aufrechter Gang

‣ Schmerzempfinden

‣ Religiöses

Empfinden/

Gotteserkenntnis

‣ Werkzeuggebrauch

‣ Selbsterkenntnis

‣ Vorausplanung

‣ Sprache

‣ Bewusstsein

‣ Logos

‣ Geist

‣ Kultur

‣ Selbst geschaffene

Umwelt

‣ Erkenntnis von Gut

und Böse

‣ Aktiv/geschichtlich

(Historisch) wichtige Merkmale

der Mensch/Tier-Grenze

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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Aufrechter Gang…

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣ Aufrechter Gang

‣ Schmerzempfinden

‣ Religiöses

Empfinden/

Gotteserkenntnis

‣ Werkzeuggebrauch

‣ Selbsterkenntnis

‣ Vorausplanung

‣ Sprache

‣ Bewusstsein

‣ Logos

‣ Geist

‣ Kultur

‣ Selbst geschaffene

Umwelt

‣ Erkenntnis von Gut

und Böse

‣ Aktiv/geschichtlich

(Historisch) wichtige Merkmale

der Mensch/Tier-Grenze

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Spiegeltests bei Primat_innen, Delfinen,

Elefant_innen, etc.

Selbsterkenntnis…

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Werkzeuggebrauch…

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Vorausplanung…

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Tanzkommunikation bei Bienen

‣Hochkomplexe Ultraschallkommunikation

bei Walen

‣Gebärdensprache bei Primat_innen

Sprache…

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣ Aufrechter Gang

‣ Schmerzempfinden

‣ Religiöses

Empfinden/

Gotteserkenntnis

‣ Werkzeuggebrauch

‣ Selbsterkenntnis

‣ Vorausplanung

‣ Sprache

‣ Bewusstsein

‣ Logos

‣ Geist

‣ Kultur

‣ Selbst geschaffene

Umwelt

‣ Erkenntnis von Gut

und Böse

‣ Aktiv/geschichtlich

(Historisch) wichtige Merkmale

der Mensch/Tier-Grenze

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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(6) Naturalisierungen und die

Konstruktion des ‚ganz

Anderen‘

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣„Eine Analyse, die nur eine einzige vordiskursive

Natur voraussetzt, kann nicht

mehr die Frage stellen, was in einem

gegebenen kulturellen Kontext als ›Natur‹

bestimmt wird und zu welchen Zwecken.“

(Butler 1991: 66)

Die Frage der nach der Natur (der

Grenze)

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Die Mensch/Tier-Grenze verschiebt sich

im Laufe der Geschichte immer wieder

‣Es geht nicht bloß um taxonomische

Einteilungen in verschiedene Spezies

‣Die Grenze wird naturalisiert

‣Die Grenze wird machtvoll gezogen

‣Die Grenze definiert ‚den Menschen‘ in der

bürgerlich humanistischen Ordnung

Die Naturalisierung der Grenze

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

‣ „Affen und Menschenaffen sind Spiegel für

uns Menschen, insofern wir Tiere sind. Sie

sind dazu da, uns zu sagen, was ‚unterhalb‘,

‚im innersten Kern‘ oder ‚außerhalb‘ von

sprachbegabten Tieren, d.h. uns selbst,

existiert. Nach diesem Verständnis stehen

nichtmenschliche Primaten an einer

entscheidenden Grenze zwischen Tier und

Mensch. Und obwohl die Grenze sich im

Verlauf der Geschichte wiederholt verschoben

hat, wird sie immer so gezogen, dass sie als

natürliche erscheint.“

(Haraway 1995b: 136)

Die Naturalisierung der Grenze

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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Grundlagen der heutigen Grenze

‣Subjekt/Objekt-Dualismus

‣Kultur/Natur-Dualismus

‣Logozentrismus

Agency, Kultur und

selbstgeschaffene Umwelt

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

‣Akteur_innen sind nicht nur Menschen

‣‚Natur‘ wird hergestellt von Menschen,

nichtmenschlichen Individuen, etc.

‣‚Natur‘ ist kein Ursprung

‣‚Natur‘ ist die dualistische Negativfolie zu

Kultur

‣Kultur haben nicht nur Menschen

Bemerkungen zu den heutigen

Grenzziehungen

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Um das Eigene ‚des Menschen‘ zu

definieren, braucht es das ‚ganz Andere‘

als Abgrenzung

‣Inthronisierung ‚des Menschen‘ als

omnipotentes Subjekt

‣‚Der Mensch‘ steht auf der Seite des

Logos und ‚das Tier‘ ist die Negation

Zweck der Grenzziehungen

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

‣Freud: Drei Kränkungen des menschlichen

Selbstbildes

• Die kopernikanische Wende

• Die Evolutionstheorie

• Die Figur des Unterbewussten

(Freud 1972: 283f)

Dezentrierungen ‚des Menschen‘

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Marxistische Standpunkttheorien

‣Strukturalistische Sprachphilosophieen

‣Poststrukturalistische (Subjekt-)Kritiken

‣Feministische Kritiken des

Androzentrismus

‣Postkoloniale Kritiken des Otherings

‣Infragestellung der Mensch/Tier-Grenze

Weitere Denzentrierungen des

Subjekts

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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(7) Zur Dekonstruktion der

Grenze

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Verschiedenheiten in der Kategorie ‚Tier

werden ignoriert

‣‚Das Tier‘ im allgemeinen Singular wird

konstruiert

‣Die ‚homogene Ganzheit der Tiere‘ wird

‚dem Menschen‘ dualistisch

entgegengesetzt

‚Das Tier‘ im allgemeinen Singular

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣„Unter den Nicht-Menschen, und getrennt

von den Nicht-Menschen, gibt es eine

immense Vielfalt anderer Lebender, die

sich in keinem Fall – außer durch Gewalt

und interessiertes Verkennen – in der

Kategorie dessen homogenisieren lassen,

was man das Tier oder die Tierheit im

Allgemeinen nennt.“

(Derrida 2010:79)

Gewaltvolle Konstruktion ‚des

Tieres‘

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Grenzziehungspraxen als Konstruktionen

erkennen

‣Nicht eine, abgründige Grenze sondern

viele verschiedenartige Grenzen

Dekonstruktion ‚des Tieres‘

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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(8) Konsequenzen und Ausblicke

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Die Dekonstruktion der Grenze bedeutet

eine Dekonstruktion des hegemonialen

westlichen Denkens

‣Auswirkungen auch auf die materielle

Lebensrealität von nichtmenschlichen

Individuen

Auswirkungen der Dekonstruktion

der Mensch/Tier-Grenze

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

Die Geschichtsbücher neu

schreiben…

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣ »Es geht also nicht nur darum, zu fragen, ob man das

Recht hat, dem Tier dieses oder jenes Vermögen

abzusprechen (Sprache, Vernunft, Erfahrung des

Todes, Trauer, Kultur, […] und so weiter – die Liste ist

notwendigerweise endlos, und die mächtigste

philosophische Tradition, in der wir leben, hat all dies

dem ›Tier‹ abgesprochen). Es geht auch darum, sich

zu fragen, ob, was sich Mensch nennt, das Recht hat,

dem Menschen in aller Strenge zuzusprechen, also

sich selber zuzusprechen, was er dem Tier abspricht,

und ob der davon jemals einen reinen, strengen,

unteilbaren Begriff als solchen besitzt. «

(Derrida 2010: 196, Herv. i. Org.)

Zur Diskussion

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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25.10.2012

‣ Butler, Judith (1991): Das Unbehagen der Geschlechter, Frankfurt

a.M..

‣ Chimaira AK (2011): Huamn-Animal Studies, Bielefeld.

‣ Culler, Jonathan (1999): Dekonstruktion, Reinbek bei Hamburg.

‣ Derrida, Jacgues (1986): Positionen, Gran/Wien.

‣ Derrida, Jacques (2010): Das Tier, das ich also bin, Wien.

‣ Foucault, Michel (1994): Überwachen und Strafen, Frankfurt a.M..

‣ Freud, Sigmund (1972): Studienausgabe, Band 1, Frankfurt a.M..

‣ Haraway, Donna (1995): Die Neuerfindung der Natur, Frankfurt

a.M..

‣ Haraway, Donna (1995b): Primatologie ist Politik mit anderen

Mitteln, in: Scheich/Orland: Das Geschlecht der Natur, Frankfurt

a.M..

‣ Mütherich, Birgit (2000): Die Problematik der Mensch-Tier-

Beziehung in der Soziologie, Münster.

‣ Plumwood, Val (1993): Feminism and Mastery of Nature,

London/New York.

Bibliographie

Sven Wirth - Zur Dekonstruktion der Mensch/Tier-Grenze

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‣Fragen? Anregungen? Vernetzungsbedarf?

‣Kontakt zum Referenten:

• sven.wirth@human-animal-studies.de

‣Bücher des Chimaira AK:

• Human-Animal Studies (2011)

Tiere_Bilder_Ökonomien (2013)

‣www.human-animal-studies.de

Das war's. Danke für die

Aufmerksamkeit!

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