Dezember 2010 IMPULS 11|2010 IMPULS Agrartechnik in ... - ALIS

alis.ch

Dezember 2010 IMPULS 11|2010 IMPULS Agrartechnik in ... - ALIS

Dezember 2010 IMPULS 11|2010

IMPULS IMPULSFood Science & Management

Agrartechnik

an in der Lehre SHL

und Forschung


IMPULS 11|2010 IMPRESSUM

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IMPRESSUM

An dieser Nummer haben mitgearbeitet:

Simon Kohler, Daniel Reumiller, Hans-Peter Bachmann,

Patrick Bürgisser, Evelyn Städler, Regula Heiniger,

Oliver Röthlisberger, Astrid Hengartner, Evelyn Markoni,

Urs Zaugg, Etienne Junod, Michèle Joliat

Übersetzungen/Traductions:

Etienne Junod, Michèle Joliat

Koordination und Verbandsinternes/Geschäftsstelle ALIS:

Postfach, Schwarztorstrasse 26, 3001 Bern, Tel. 031 3903336,

Fax 031 390 33 35, info@alis.ch, www.alis.ch

Mediadaten (Preise und Termine):

Für Auskünfte steht die Geschäftsstelle gerne zur Verfügung

Geschäftsstelle ist besetzt: Montag–Donnerstag,

8.00–12.00 Uhr, 13.30–17.00 Uhr, Freitag bis 12.00 Uhr

Auflage: 1300. Geht an alle ALIS-Mitglieder sowie an

Firmen und Institutionen aus dem Landwirtschafts- und

Lebensmittelsektor

Druck: Ast & Fischer AG, 3084 Wabern, Tel. 031 963 11 11

Inseratenschluss für die nächste Ausgabe:

IMPULS active 01/2011: 20. Dezember 2010

INHALTSVERZEICHNIS

«Der Vorstand, das Redaktionsteam

und die Geschäftsstelle wünschen allen

eine besinnliche Weihnachtszeit und

viel Erfolg im neuen Jahr!»

BONJOUR Seite 3–4

APROPOS Seiten 5–7

– Food Science & Management – nachhaltig und

zukunftsorientiert

JOURNAL Seite 8–14

– Geschmackssachen an der SHL in Zollikofen

– Kompetenzentwicklung und vernetztes Denken im Studium

Food Science & Management

– Vielfältiges Studium dank Modulen

– Swiss Food Research gehört bereits zu den Top-Three

FORUM Seite15–18

SHL Bachelorabsolvierende

PORTRAIT Seiten 19–20

Urs Zaugg

ACTIVITÉS Seite 20

Die Geschäftsstelle ist vom 24. Dezember 2010 bis zum 10. Januar 2011 geschlossen.


BONJOUR IMPULS 11|2010

Lebensmittelwissenschaften

sind wichtiger denn je

Les sciences de l’alimentaire sont

plus importantes que jamais

Die Anforderungen an Lebensmittel sind in den letzten Jahren

enorm gestiegen und sie werden dies auch weiterhin tun. Heute

müssen Lebensmittel zu jeder Zeit und fast überall in einer –

früher noch undenkbaren – Vielfalt verfügbar sein, dies bei

wachsenden Ansprüchen an Convenience, Qualität und

Sicherheit. Da die Märkte gesättigt sind, herrscht ein harter

Wettbewerb um Margen und Marktanteile.

Das wirtschaftliche und gesellschaftliche Umfeld macht die

Lebensmittelwissenschaften heute zu einem unglaublich spannenden

Berufsfeld mit vielseitigen Möglichkeiten. Es gilt neue

Technologien wie zum Beispiel die Biotechnologie, die Nanotechnologie

oder die Informations- und Kommunikationstechnologien

mit den klassischen Ingenieurwissenschaften in innovativen

Prozessen zu vereinen und daraus Lebensmittel und

Dienstleistungen zu entwickeln, die den mannigfaltigen Ansprüchen

der Konsumenteninnen und Konsumenten gerecht werden.

Die Schweiz hat als Hightech-Land hervorragende Voraussetzungen,

um in diesem Wettbewerb zu bestehen und Lebensmittel

zu produzieren, die auch international konkurrenzfähig

sind. Damit dies in Zukunft noch besser möglich wird, besteht

in drei Bereichen Handlungsbedarf:

• Die Wirtschaft muss noch stärker in Innovationen investieren.

Die Verantwortung dazu liegt bei der Unternehmensleitung.

Es braucht eine Innovationsstrategie, finanzielle

und personelle Ressourcen und auch definierte Strukturen

und Abläufe.

• Die wissenschaftlichen Institutionen müssen sich klarer positionieren,

auf ihre Kernkompetenzen fokussieren und sich

dort dem internationalen Wettbewerb stellen. Kompetenzlücken

sind nach Möglichkeit mittels Zusammenarbeiten zu

schliessen.

• Wirtschaft und Wissenschaft müssen noch enger zusammenarbeiten.

Das F&E-Konsortium Swiss Food Research

Hans Bachmann

Dr. sc. techn. Hans-Peter Bachmann ist Lebensmittelinge-

nieur ETH und leitet bei Agroscope den Forschungsbereich

«Milch- und Fleischverarbeitung». Er ist Co-Präsident vom

F&E-Konsortium Swiss Food Research und Mitglied des

Vorstandes der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung

SGE.

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Dr. sc. techn. Hans-Peter Bachmann est ingénieur en

sciences alimentaires EPF et dirige à Agroscope le département

de recherche «transformation du lait et de la

viande». Il est co-président du consortium R&D Swiss Food

Research et membre du Comité de la Société Suisse de

Nutrition SSN.

(www.foodresearch.ch) stellt sich dieser Herausforderung

und schafft für die Wirtschaft einen einfachen und raschen

Zugang zu den kompetentesten Fachleuten aus den wissenschaftlichen

Institutionen, die bestmögliche Infrastruktur

(Pilot Plants und Analytik) und eine finanzielle Unterstützung

durch die zuständigen Förderquellen.

Es ist eine gute Zeit, um in diesen drei Bereichen Fortschritte

zu erzielen. Die Liberalisierung und Globalisierung wird auch

bei der Land- und Ernährungswirtschaft weitergehen. Nutzen

wir das grosse Potenzial des Hightech-Standorts Schweiz und

streben auch bei den Lebensmitteln wieder vermehrt die Technologie-Führerschaft

an. Yes, we can!

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Les exigences envers les aliments ont énormément augmenté et

vont continuer à le faire. Aujourd’hui, les aliments doivent être

disponibles à tout moment, partout et dans une diversité impensable

il y a peu, avec des exigences croissantes quant à la

qualité, la sécurité et au degré de préparation (convenience) du

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IMPULS 7|2010 BONJOUR

produit. Comme les marchés sont saturés, il y règne une concurrence

féroce pour les marges et les parts de marché.

L’environnement sociétal et économique fait que les sciences de

l’alimentation sont un domaine professionnel incroyablement

intéressant, avec de nombreuses possibilités. De nouvelles technologies

se développent – bio, nano, technologies de l’information

et de la communication s’harmonisent en processus innovateurs

avec les sciences classiques de l’ingénieur, pour créer de

nouveaux aliments ou de nouveaux services qui correspondent

aux attentes diverses et variées des consommateurs.

En tant que pays high-tech, la Suisse a d’excellentes conditions

pour se profiler dans ce domaine et pour produire des aliments qui

sont concurrentiels sur le marché international. Pour que ceci soit

encore mieux possible à l’avenir, il faut agir dans trois domaines:

• L’économie doit encore investir plus intensivement dans l’innovation.

La responsabilité se situe vers la direction des entreprises.

Il faut une stratégie innovatrice, des ressources financières

et personnelles, mais aussi des processus et des

structures définis.

• Les institutions scientifiques doivent se positionner plus

clairement, se concentrer sur leur domaines de compétences

et se profiler dans la concurrence internationale. Les manques

en matière de compétence doivent être compensés avec

des collaborations.

• L’économie et la science doivent collaborer plus étroitement.

Le consortium R&D Swiss Food Research (www.foodresearch.ch)

s’attelle à ce défi et propose à l’économie un accès

rapide et simple aux spécialistes les plus compétents des

institutions scientifiques, aux infrastructures les meilleures

(Pilot Plants et analytique), ainsi qu’un soutien financier par

les sources de mécénat.

C’est une bonne époque pour cibler des progrès dans ces trois

domaines. La libéralisation et la globalisation vont se pour-

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suivre aussi dans l’agriculture et l’alimentaire. Utilisons le

grand potentiel de la place hightech suisse et aspirons à nouveau

plus intensément à reprendre la tête de la technologie

alimentaire. Yes we can!


APROPOS

Food Science & Management –

nachhaltig und zukunftsorientiert

Im September 2010 wurden die ersten Absolventin-

nen und Absolventen des neu konzipierten Studien-

gangs Food Science & Management diplomiert. Eine

Zwischenbilanz.

Der 25. September 2010 war ein grosser Tag für 19 Diplomandinnen

und Diplomanden des Studiengangs Lebensmitteltechnologie

der SHL. Sie erhielten ihr Diplom als Bachelor in Lebensmitteltechnologie

– mit Vertiefung in Technology, Food Business

oder Consumer Science & Marketing. Sie sind damit auf dem

Arbeitsmarkt sozusagen «Unikate»: Zum ersten Mal wurden in

der Schweiz Bachelor-Diplome mit diesen Vertiefungen verliehen.

Der 25. September war daher auch für die SHL Anlass zur

Freude: Drei Jahre nach der Einführung des neuen Studienkonzepts

«Food Science & Management» (FSM) konnten die ersten

Studierenden diplomiert werden.

2005 – ein Wendepunkt

Bereits seit den frühen 70er-Jahren bot die SHL einen Studiengang

in «Milchwirtschaft» an, der sich exklusiv an Käser bzw.

Milchtechnologen richtete. Mit der Bologna-Reform und der

damit verbundenen europaweiten Harmonisierung der tertiären

Ausbildungen wurde aus dem Ingenieurstudium ein Bachelor-Studiengang

in Lebensmitteltechnologie mit Major in

Milchwirtschaft (MLT). Doch bald zeigte sich auch, dass ein

solch exklusives Angebot längerfristig nicht überlebensfähig

sein würde: Zu klein war das Zielpublikum, an das sich der Studiengang

richtete – nur ca. sechs bis zwölf Absolventinnen und

Absolventen nahmen alle zwei Jahre das Studium auf. 2005

wurde daher eine Arbeitsgruppe beauftragt, Optionen zu prüfen,

wie der Studiengang langfristig überlebensfähig gemacht

werden könnte. Eine Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen

und Risiken (SWOT) des Studiengangs MLT zeigte, dass der

Schlüssel für einen Ausbau des Studiengangs in einer «alten»

IMPULS 7|2010

Daniel Reumilller

ist seit 2003 als Dozent für Wirtschaft

und Management an der SHL tätig. Von

2005 bis 2007 leitete er die Arbeitsgruppe

«Reform Studiengang MLT».

Heute leitet er die Abteilung Food

Science & Management.

Stärke lag: Viele Absolventinnen und Absolventen belegten die

frühere Vertiefung in Unternehmensführung (heute Minor in

Management & Leadership) und erlangten dadurch Kompetenzen,

die sie besonders für betriebswirtschaftliche Aufgaben in

KMUs qualifizierten. Nachdem verschiedene Optionen geprüft

wurden, wie sich der künftige Studiengang von vergleichbaren

Studiengängen in der Schweiz (z. B. an der ZHAW in Wädenswil

oder an der HES-SO in Sion) abgrenzen könnte, wurden die zwei

Grundlagen für das neue Studienkonzept definiert: Einerseits

sollte das Zielpublikum erweitert werden, andererseits sollten zusätzlich

zu breiteren und tieferen technologischen Kompetenzen

in der Vertiefungsrichtung Technology, die betriebswirtschaftlichen

Kompetenzen in den speziell auf die Bedürfnisse der

Lebensmittelbranche abgestimmten Vertiefungsrichtungen Food

Business sowie Consumer Science & Marketing stark ausgebaut

werden. Den Absolventinnen und Absolventen sollten damit

neue Tätigkeitsfelder in der gesamten Wertschöpfungskette von

Lebensmitteln erschlossen und dem Arbeitsmarkt Kompetenzen

zur Verfügung gestellt werden, die bisher in dieser Kombination

auf Hochschulstufe nicht vermittelt wurden. Vorbild waren

zahlreiche Ausbildungen im Ausland, die Lebensmitteltechnologie

und Lebensmittelwirtschaft kombinieren, wie z. B. Food Marketing

& Entrepreneurship in Cork (Irland) oder Lebensmitteltechnologie/Lebensmittelwirtschaft

in Bremerhaven. Die in der

Kommunikation verwendete Bezeichnung «Food Science &

Management» (FSM) sollte deutlich machen, dass es im Studiengang

nicht nur um Lebensmitteltechnologie im engeren Sinne,

sondern um Lebensmittelwissenschaften im weiteren Sinne so-

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IMPULS 11|2010 APROPOS

wie um die Vermittlung von Managementkompetenzen geht. Im

technologischen Bereich war wichtig, die erfolgreiche Zusammenarbeit

mit Agroscope Liebefeld-Posieux im Bereich der

Milchverarbeitung weiterzuführen.

Durch die Öffnung der Aufnahmebedingungen konnten nun Berufsleute

aus allen Lebensmittelberufen, aber auch Kaufleute und

Detailhandelsangestellte aus dem Food-Bereich, ohne Vorstudienpraktikum

zum Studium zugelassen werden, sofern sie über

eine Berufsmaturität verfügten. Von der Öffnung erhoffte man

sich nicht nur steigende Studierendenzahlen, sondern auch eine

Erweiterung des Horizonts aller Studierenden bei angewandten

Fragestellungen.

Entwicklung seit Einführung

2007 nahmen die ersten Studierenden das neu konzipierte Studium

in Lebensmitteltechnologie bzw. Food Science & Management

auf, und in der Folge entwickelten sich die Studierendenzahlen

mit erfreulicher Dynamik: 2010 begannen gut 40

Studierende das Studium,und in allen drei Studienjahren zusammen

zählt der Studiengang heute rund 115 Studierende. Diese

Entwicklung belegt die Attraktivität des Studiengangs, der auch

für Inhaber einer gymnasialen Maturität zunehmend interessant

ist: Im Herbst 2010 begannen über zehn Maturanden ein Vorstudienpraktikum,

um in einem Jahr das Studium in Food Science

& Management aufzunehmen.

Wo steht der Studiengang FSM heute? Zunächst darf festgestellt

werden, dass der Arbeitsmarkt gut auf die neuen Qualifikationen

reagiert hat: Wurden zahlreiche Stellen bisher mit Lebensmitteltechnologen

besetzt, die noch eine Zusatzqualifikation in Betriebswirtschaftslehre

oder Marketing benötigten, oder mit

Betriebswirtschaftern, die sich in Lebensmitteltechnologie weiterbilden

mussten, können Unternehmungen der Lebensmittelverarbeitung

oder des Detailhandels nun Bachelors anstellen, die

bereits über hohe Kompetenzen in beiden Bereichen verfügen.

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Die Diplomandinnen und Diplomanden des ersten Jahrgangs

mussten zwar i.d.R. einige Bewerbungen mehr schreiben als zum

Beispiel Agronomen (was sich u. a. durch die Neuheit des Studiums

sowie den Umstand erklärt, dass sich für viele Stellen auch

Abgänger von BWL-Studiengängen bewarben), dennoch fanden

sie hoch qualifizierte Stellen – das Spektrum reicht von der Beschaffung

über Produktion, Lebensmittelsicherheit und -recht

bis zur Produktentwicklung und zum Marketing.

Erfreulich ist auch die hohe Motivation der Studierenden für das

anspruchsvolle Studium. Gerade im letzten Studienjahr, in dem

in verschiedenen Modulen interdisziplinäre Synthese-Projekte

erarbeitet werden müssen, zeitigte dieses Engagement Früchte

von hoher Qualität: So wurden im Modul «Produktentwicklung»

Produktideen von hohem kreativem Potenzial ganzheitlich umgesetzt,

entstanden hochprofessionelle Marketingkonzepte und

wurde ein überraschend breites Themenspektrum im Rahmen

von Bachelor-Thesen bearbeitet.

Nicht zuletzt konnte auch im Forschungsbereich einiges erreicht

werden: Das Bundesamt für Gesundheit BAG beauftragte die

SHL,die technologische Machbarkeit und die sensorische Akzeptanz

der Salzreduktion in verarbeiteten Lebensmitteln zu untersuchen,

und in einem interdisziplinären Projekt der Berner Fachhochschule

werden Veränderungen der Konsumgewohnheiten

von Senioren nach dem Eintritt in den Ruhestand untersucht.

Dennoch stellt die Diplomierung des ersten FSM-Jahrgangs lediglich

einen Zwischenschritt auf einem langen Weg dar: Noch

bedürfen verschiedene Module der besseren inhaltlichen Abstimmung,

muss das Gleichgewicht zwischen dem hohen Anspruch

der Dozierenden und der Belastbarkeit der Studierenden optimiert

werden. Per Herbst 2010 mussten aufgrund von neu definierten

Rahmenbedingungen die Inhalte verschiedener Module

in grössere Einheiten zusammengeführt werden. Eine grosse

Herausforderung stellt das schnelle personelle Wachstum der Abteilung

dar: In kurzer Zeit wuchs die Anzahl der Mitarbeitenden

von sieben auf fünfzehn Personen, was hohe Anforderungen in


APROPOS IMPULS 11|2010

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Bezug auf die Kompetenzentwicklung in Lehre und Forschung

sowie die Teamkompetenzen stellt. Im Bereich der Forschung

müssen neue Felder erschlossen werden, und für die nachhaltige

Entwicklung des Studiengangs muss auch über neue Weiterbildungsangebote

nachgedacht werden. Nicht zuletzt bringen die

steigenden Studierendenzahlen die Infrastruktur im technologischen

und analytischen Bereich an die Belastungsgrenze: Hier

wird der Erweiterungsbau der SHL ab 2012 für ein hörbares Aufatmen

sorgen.

Alles in allem kann die Reform des Studiengangs Lebensmitteltechnologie

/ Food Science & Management als Erfolgsmodell bezeichnet

werden, das sich auch in Zukunft nachhaltig weiter entwickeln

dürfte.

Résumé

FSM in Zahlen

Food Science & Management – durable et

orienté vers l'avenir

En Septembre 2010, les premiers étudiants du nouveau

programme conçu en Food Science & Management

ont été diplômés. Un rapport intermédiaire.

Le 25 septembre 2010 a été un grand jour pour 19

élèves diplômé(e)s du programme en technologie

alimentaire de la HESA. Ils ont reçu leur diplôme de

Bachelor en technologie alimentaire - avec une

spécialisation en Technology, Food ou Consumer

Science & Marketing. Ils sont donc sur le marché du

travail pour ainsi dire «uniques» : pour la première

fois en Suisse a été décerné un Bachelor dans ces

spécialisations. Le 25 septembre, cela a également été

une raison de fêter pour la HESA : Trois ans se sont

écoulés après l'introduction du nouveau concept

d'enseignement "Food Science & Management (FSM)

et les premiers étudiants ont pu être diplômés.

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IMPULS 11|2010 JOURNAL

Geschmackssachen

an der SHL

in Zollikofen

Die Schweizerische Hochschule für Landwirtschaft

SHL in Zollikofen verfügt über ein modernes Sensoriklabor

und ein 300 Personen umfassendes Konsumentenpanel.

Damit können die Lebensmittelindustrie

und auch andere Institutionen neue Kreationen,

bestehende oder optimierte Produkte repräsentativ

testen und sensorisch analysieren lassen.

Die sogenannte Sensorik – die Lebensmittelprüfung mit allen Sinnen

– ist in der Lebensmittelbranche von zentraler Bedeutung. Sie

wird im Qualitätsmanagement, in der Produktentwicklung und

im Marketing angewendet und ist besonders wichtig, wenn es darum

geht, neue oder optimierte Produkte zu testen, um deren Geschmack

professionell zu untersuchen oder deren potenziellen

Markt- oder Einführungserfolg repräsentativ abzuschätzen.

In der Regel werden diese Untersuchungen in eigens dafür eingerichteten

Sensoriklaboratorien nach standardisiertem Vorgehen

durchgeführt und es können je nach Fragestellung geschulte

(Expertenpanel) oder ungeschulte (Konsumentenpanel) Prüfpersonen

eingesetzt werden. Die Abteilung Food Science & Management

der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft

SHL in Zollikofen verfügt über ein modernes und genormtes

Sensoriklabor, dazu stehen ein Konsumenten- und ein Expertenpanel

für solche Untersuchungen zur Verfügung.

Konsumentenpanel

Im Konsumentenpanel der SHL befinden sich aktuell rund 300

Personen aller Altersklassen aus der Region Bern. Ein solches Panel

wird in der Regel eingesetzt, um neue Produkte auf deren Akzeptanz

oder Präferenz zu testen. So wird sich manche Entwicklungs-

und Marketingabteilung fragen, welche Variante der

entwickelten Produkte wohl bei den Konsumentinnen und Kon-

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sumenten besser ankommt oder ob das kürzlich optimierte Produkt

nun gegen das Konkurrenzprodukt wieder besser dasteht.

Für den Auftraggeber ist es natürlich wichtig, dass ihre Produkte

von einer repräsentativen Gruppe von Konsumenten

verkostet wird, die zudem auch ihrer Zielgruppe entspricht. So

kann es beispielsweise vorkommen, dass ein Auftraggeber mit

seinem neuen Produkt nur ältere Herren ab 50 oder Damen

zwischen 30 und 40 Jahren ansprechen will, was dann hinsichtlich

der Geschlechter- und Altersverteilung bei der Einladung

der Prüfpersonen berücksichtigt werden muss.

Zur Durchführung von sensorischen Geschmackstests mit repräsentativen

Gruppen von Konsumentinnen und Konsumenten

sucht die SHL nach wie vor interessierte Testpersonen aus

der Region. Personen, welche neugierig auf verschiedene Lebensmittel

sind, gut Deutsch verstehen und abends oder auch

mal tagsüber Zeit haben, melden sich bei sensorik.shl@bfh.ch.

Expertenpanel

Patrick Bürgisser

dipl. Lebensmittel-Ingenieur ETH mit

Nachdiplom in Betriebswirtschaft, ist

seit dem 1. August 2009 bei der SHL als

Dozent für Lebensmitteltechnologie und

Sensorik tätig. Zuvor war er Leiter

Produktentwicklung bei der Hero AG,

Leiter Forschung, Entwicklung und

Qualitätsmanagement bei der Nestlé,

Division Swiss Premium Ice Cream

Mövenpick sowie zuletzt Leiter des

Geschäftsbereiches Forschung, Entwicklung

und Qualitätssicherung bei Wernli

AG. Klar, dass Bürgisser sich neben

sportlichen Tätigkeiten auch in der Freizeit

gerne mit Lebensmitteln und gastronomischen

Kulinaritäten beschäftigt!

Die SHL verfügt neben dem Konsumentenpanel ebenfalls über

eine sogenannte Expertengruppe, welche je nach Fragestellung

und Produkttyp neu geschult und trainiert werden muss. Experten

werden meist eingesetzt um in Vergleichsprüfungen

Nuancen und Abweichungen aufgrund von Veränderungen in

der Rezeptur oder im Herstellungsverfahren feststellen zu

können. Diese Fragestellung ergibt sich relativ häufig bei Pro-


JOURNAL

duktoptimierungsprojekten aller Art und

das Resultat kann für den wirtschaftlichen

Erfolg des Produktes von grosser Tragweite

sein.

Desweitern kann ein Expertenpanel auch

für beschreibende Prüfungen eingesetzt

werden, wenn es darum geht, einen neuen

Rohstoff oder ein neues Endprodukt professionell

und zutreffend zu charakterisieren.

Aus diesem sogenannten Profiling entstehen

dann beispielsweise die berühmten

Aromaräder, wie sie etwa bei Schokolade

oder beim Wein bestens bekannt sind.

Dienstleistungen nach Mass

Ob also eine einfache Unterschiedsprüfung,

ein komplexes Profiling oder ein repräsentativer

Akzeptanz- oder Präferenztest

– die SHL findet massgeschneiderte

Lösungen für alle Fragestellungen, mit welchen

sich die Lebensmittelindustrie beschäftigt.

Darüber hinaus bietet sie auch

Beratung in Sensorikfragen hinsichtlich

Testdesign und Statistik sowie Schulungen

für firmeninterne, bereits etablierte Sensorik-Panels

vor Ort oder an der SHL in Zollikofen.

Kontakt:

Schweizerische Hochschule

für Landwirtschaft SHL

Food Science & Management

Patrick Bürgisser

Telefon 031 910 21 11

patrick.buergisser@bfh.ch

IMPULS 11|2010

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IMPULS 11|2010 JOURNAL

Kompetenzentwicklung und

vernetztes Denken im Studium

Food Science & Management

Was verlangt der Arbeitsmarkt heute von Fachhoch-

schulabsolventinnen und -absolventen? Jung sind

sie, dynamisch sollen sie sein, sie sollen vernetzt

denken können, inter-, ja transdisziplinär denken

und handeln und nicht nur über Wissen, sondern

über entwicklungsfähige Kompetenzen verfügen.

All dies mag abgedroschen, ja vermessen klingen,

dennoch kann festgehalten werden, dass heute

beim Berufseinstieg viel von Bachelors verlangt

wird. Für die Konzeption von Bachelor-Studiengän-

gen gilt daher: Neben der Wissensvermittlung muss

heute die Fähigkeit – oder eben die Kompetenz – ver-

mittelt werden, eigenes Wissen zu erarbeiten und

im professionellen Kontext einzusetzen.

Diese Erkenntnis stand bei der Reform des Studiengangs

Lebensmitteltechnologie/Food Science & Management im

Vordergrund. Kaum in einer anderen Branche werden so

hohe Ansprüche an interdisziplinäres und vernetztes Denken

gestellt wie in der Lebensmittelbranche: Die Produktentwicklerin

muss ständig die Anforderungen des Marketingfachmanns

im Hinterkopf haben, der Marketingfachmann die

Restriktionen beachten, auf deren Einhaltung die Verantwortliche

für Lebensmittelsicherheit beharren muss; der Produktionsleiter

steht unter permanentem Optimierungsdruck,

was nur durch perfektes Zusammenspiel mit der Leiterin des

Supply Chain Managements bewerkstelligt werden kann usw.

All diese Fachpersonen benötigen ein hoch qualifiziertes

Fachwissen über Lebensmittel, Inhaltsstoffe, Produktionsverfahren,

usw. Nur durch ein optimales Zusammenspiel der ver-

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schiedenen unternehmensinternen und -externen Player

kann die Schweizer Lebensmittelwirtschaft international

konkurrenzfähig bleiben. Und dieses Zusammenspiel funktioniert

wiederum nur dann optimal, wenn die Beteiligten

nicht nur über Fach-, sondern auch über Selbst- und Sozialkompetenzen

verfügen.

Wie aber können solch umfassende und handlungsorientierte

Kompetenzen vermittelt werden? Im Studiengang Food Science

& Management werden die Studierenden immer wieder

angehalten, über ihre Kompetenzen nachzudenken und diese

aktiv und selbstbestimmt weiter zu entwickeln. Nicht immer

zur Freude der Studierenden wird häufig in Teams gearbeitet,

um zu trainieren, was in der realen Arbeitswelt Alltag ist: die

enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen, die

man sich meist nicht selbst aussuchen kann. Selbst erarbeitete

Berichte, Studien und Konzepte, die wissenschaftlichen Qualitätskriterien

standhalten müssen, haben mit zunehmender

Studiendauer Vorrang vor dem Abfragen von Wissen in Prüfungen.

Eine besondere Stellung haben im Studiengang Food Science

& Management die sogenannten «Synthese-Module». In diesen

kommen die Studierenden aller Vertiefungsrichtungen

(Technology, Food Business und Consumer Science & Marketing)

zusammen und erarbeiten in Teams interdisziplinäre

Fragestellungen. Ein Beispiel dafür ist das Modul «Produktentwicklung

und Pilot Plant Praktikum» im 5. Semester. Aufbauend

auf früher im Studium trainierten Kreativitätstechniken

werden Produktideen gesucht, wird deren Umsetzbarkeit

überprüft und anschliessend ein ganzheitliches Produktkonzept

entwickelt, das sowohl das Produkt selbst, dessen Verpackung

sowie das Marketingkonzept sowie finanzwirtschaftliche

Aspekte umfasst. Nach der erstmaligen Durchführung

dieses Moduls wurden die Ergebnisse im Februar 2010 im

Rahmen einer Pressekonferenz einer interessierten Öffentlichkeit

vorgestellt, wodurch die Studierenden so ganz nebenbei

in den Genuss eines praktischen Medientrainings kamen.


JOURNAL IMPULS 11|2010

Ein weiteres Beispiel ist das Modul

«Business Plan» im letzten Semester:

Hier analysierten Teams real existierende

KMUs und Startup-Unternehmen

und mussten Business Pläne entwickeln,

bei denen jeweils ganz spezifische

Herausforderungen bewältigt werden

mussten – eine nicht ganz einfache

Nachfolgeregelung in einem Fall, interkulturelle

Aspekte in einem zweiten Fall

und die Herausforderung des Übergangs

von einem Angestelltenverhältnis

zur Selbstständigkeit in einem dritten

Fall. Neben technologischen und betriebswirtschaftlichen

Fragestellungen

konnten die Studierenden dabei ihre Beratungskompetenz

trainieren.

Die Ergebnisse sind äusserst positiv: Die

Studierenden entwickeln sich zunehmend

zu reifen Persönlichkeiten mit

hoher Fachkompetenz, die aber gleichzeitig

die Bedeutung von vernetztem

Denken, Interdisziplinarität und der

Entwicklung von Selbst- und Sozialkompetenzen

praktisch erfahren haben.

Die Tätigkeitsfelder der Bachelors in Food Science

& Management erfordern ein hohes Mass an vernetztem

Denken und vielfältige Kompetenzen.

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IMPULS 11|2010 JOURNAL

Vielfältiges Studium

dank Modulen

Im Herbst schliessen die ersten Studierenden das

Studium «Food Science & Management» an der

Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft ab.

Drei Absolvierende äussern sich zum neu gestal-

teten Studiengang.

Vor drei Jahren gestaltete die Schweizerische Hochschule für

Landwirtschaft (SHL), Zollikofen, das Studium der Lebensmitteltechnologie

völlig neu. Die Studierenden können seither

zwischen drei verschiedenen Vertiefungsrichtungen, den sogenannten

Majors «Technology», «Food Business» und «Consumer

Science and Marketing», wählen. Die ersten Studierenden

haben ihr Studium nun abgeschlossen und erhielten am

24. September ihr Bachelor-Diplom der Lebensmit teltechnologie.

Die drei Diplomanden Regula Heiniger (Major Consumer

Science and -Marketing), Oliver Röthlisberger (Major

Food Business) und Astrid Hengartner (Major Technology)

berichten über ihre Erfahrungen mit dem neuen Studiengang

und ihren Erwartungen für die Stellensuche.

Alimenta:Was haben Sie vor dem Bachelor-Studium für eine

Ausbildung gemacht?

Regula Heiniger: Ich habe Drogistin gelernt.

Oliver Röthlisberger:

Ich habe ursprünglich eine Berufslehre zum Forstwart gemacht.

Astrid Hengartner:

Ich habe eine Lehre zur Konditor-Confiseurin absolviert.

Weshalb haben Sie sich für das Bachelor-Studium Food Science

& Management (FSM) an der SHL entschieden?

R.H.: Die Verbindung von Lebensmitteltechnologie und betriebswirtschaftlichen

Fächern hat mich angesprochen. Der

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Regula Heiniger:

«Ich interessiere mich für das Konsumen-

tenverhalten und das dazugehörige

Marketing. Die Vertiefung ist interdisziplinär

und deckt alle wichtigen Bereiche ab.»

Oliver Röthlisberger:

«Die Kombination von Betriebswirtschaft

und Lebensmitteltechnologie entspricht

einem Bedürfnis der Lebensmittelbranche.»

Astrid Hengartner:

«Wir haben nicht nur von der Lebensmit-

telherstellung eine Ahnung, sondern

verstehen auch betriebswirtschaftliche

Abläufe.»

Schwerpunkt auf betriebswirtschaftliche Fächer kann ein grosser

Vorteil sein, da diese Aspekte im Arbeitsleben immer wichtiger

werden.

O.R.: Der Studiengang FSM hat mich durch die Möglichkeiten

der Kombination von Lebensmitteltechnologie und Betriebswirtschaft

überzeugt.

A.H.: Das Studium richtet sich auf den gesamten Lebensmittelbereich

aus. Der Schwerpunkt auf management-orientierten

Fächern sprach mich zusätzlich an.

Was schätzen Sie besonders an diesem neuen Studiengang

der SHL?

R.H.: Dass der Fokus auf Management-Fächer gelegt wird, da

sich diese in der Praxis als nützlich erweisen werden. Durch den

modularen Aufbau können je nach Belieben auch Fächer von

anderen Vertiefungen gewählt werden.

O.R.: Die durch die drei Majors gegebene Vielseitigkeit. Sie

führt dazu, dass die verschiedensten Aspekte der Lebensmittelbranche

ins Studium einfliessen.

A.H.: Wir haben nicht nur von der Lebensmittelherstellung

eine Ahnung, sondern verstehen auch betriebswirtschaftliche

Abläufe.


JOURNAL IMPULS 11|2010

Weshalb haben Sie diese Vertiefungsrichtung gewählt?

R.H.: Ich interessierte mich stark für das -Konsumentenverhalten

und das dazugehörige Marketing. Die Vertiefung ist interdisziplinär

und deckt alle wichtigen Bereiche ab.

O.R.: Ich habe den Major Food Business gewählt, weil ich überzeugt

bin, dass ich damit etwas erlerne, das den Bedürfnissen

möglicher Arbeitgeber gerecht wird.

A.H.: Für mich steht die Herstellung der Lebensmittel im Vordergrund.

Bei der Entwicklung von Lebensmitteln ist meines

Erachtens das Technologie-Know-how relevant.

Was finden Sie am neuen Aufbau des Studiengangs besonders

gut? Was würden Sie ändern?

R.H.: Ich schätze die drei Vertiefungsrichtungen. Der Modulkatalog

ist sehr gehaltvoll. Bis anhin gab es Module, die sich

zum Teil überschnitten haben. Eine Zusammenfassung der Fächer

zu grösseren Modulen ist sinnvoll.

O.R.: Wie bereits erwähnt, ist es die Vielseitigkeit des Studiums,

welche durch die drei Majors hervorgerufen wird.

A.H.: Aus drei Majors und zusätzlichen Minors wählen zu können,

finde ich gut; ebenso Module aus anderen Majors besuchen

zu können, um seine Kompetenzen abzurunden. Zurzeit

werden im ersten Jahr zu viele Grundlagen gelehrt, die bereits

vorausgesetzt werden dürften. Diese Zeit könnte für vertiefteres

Wissen im Bereich Technologie genutzt werden.

Wie schätzen Sie ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt mit

dieser Ausbildung ein?

R.H.: Ich schätze die Chancen als gut ein, da sowohl in produktionsbezogenen

Bereichen als auch in Marketing, Qualität und Beschaffung

Fähigkeiten vermittelt werden.

O.R.: Ich bin der Überzeugung, dass die Chancen sehr gut sind, weil

wir durch die Kombination von Betriebswirtschaft und Lebensmitteltechnologie

ein Bedürfnis der Lebensmittelbranche ansprechen.

A.H.: Ich erachte unsere Chancen als gut.Der Vergleich mit Abgängern

anderer Hochschulen ist schwierig, doch ich gehe davon aus,

dass es neben dem absolvierten Studium auch auf die Persönlichkeit

und den gesamten Werdegang ankommt.

Was werden Sie nach dem Abschluss machen?

R.H.: Momentan bin ich temporär bei einem Logistikunternehmen

angestellt und auf der Suche nach einer Stelle in einer internationalen

Umgebung im Bereich Produkt-Management oder

Rohstoffbeschaffung und Supply Chain Management. Zudem

befasse ich mich mit dem Gedanken, im Ausland zu arbeiten.

O.R.: Ich werde bei Coop im Category Management als Sachbearbeiter

tätig sein.

A.H.: Ich suche nach einer Stelle im Bereich Entwicklung. Am

liebsten in der Süsswarenbranche, aber ich bin auch für andere

Bereiche der Lebensmittelindustrie offen.

Was empfehlen Sie Leuten, die sich für ein Studium der Lebensmitteltechnologie

interessieren?

R.H.: Personen, für welche kein Vorstudienpraktikum vorgeschrieben

ist, empfehle ich, bei mangelnder Praxiserfahrung

trotzdem ein Praktikum zu absolvieren. Dies wird auch von zukünftigen

Arbeitgebern geschätzt.

O.R.: Interesse ist ein Anfang, aber im Endeffekt ist es die Faszination

und die Begeisterung, die die Motivation und den

Leistungswillen bereitstellt, ein solches Studium zu absolvieren.

Schliesslich sind in keiner anderen Branche Kunst und Genuss

so nah beieinander und durch alle Sinne wahrnehmbar.

A.H.: Wichtig ist, die Voraussetzungen für das Studium abzuklären.

Ein solides praktisches und schulisches Vorwissen ist im

Studium eine grosse Hilfe.

Interview: Evelyn Städler

Die Interviews sind in «Alimenta», der Fachzeitschrift für die

Lebensmittelwirtschaft, erschienen.

13


IMPULS 11|2010 JOURNAL

Swiss Food Research gehört

bereits zu den Top-Three

Das F&E-Konsortium Swiss Food Research wurde Anfang 2008

von der Föderation der Schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien

fial und den Forschungsinstitutionen im Lebensmittelsektor

gegründet und betreibt als Kerngeschäft die Akquisition und

Lancierung von Innovationsprojekten. Beim diesjährigen Review

durch die Experten der Förderagentur für Innovation KTI des

Bundes zeigte es sich, dass Swiss Food Research im Hinblick auf

die akquirierten Projekte bereits zu den drei erfolgreichsten Konsortien

gehört.Die KTI anerkennt insgesamt 11 F&E-Konsortien.

Einer der Experten bezeichnete beim Review,an dem auch die fial

teilnehmen konnte, Swiss Food Research gar als «Shooting-Star»

unter den Konsortien. Der hohe Erreichungsgrad bei den vereinbarten

Zielen führt dazu, dass Swiss Food Research mit einer bedeutsamen

Bonifikation rechnen kann, was die weitere Entwicklung

gemäss Geschäftsmodell ermöglicht. Die zusätzlichen

finanziellen Mittel werden dabei vollständig in die Akquisition

von neuen Projekten investiert.

Zur Förderung des Wissensaustauschs zwischen Hochschul-

Forschern und Produktentwicklern in Unternehmen lanciert

Swiss Food Research neu einen jährlichen Call, dem Nachfolgeinstrument

des Transferkollegs 2009 über «Food Processin

der Schweizerischen Akademie der Technischen Wissenschaften

(SATW). Damit unterstützt Swiss Food Research Erfolg

verheissende innovative Projekte in einer sehr frühen Phase mit

einem Geldbetrag und verschafft den Entwicklern die Möglichkeit,

ihre Projekte mit Fachkollegen kritisch zu diskutieren

und sich von Experten in einer vertrauensvollen Atmosphäre

beraten zu lassen. In diesem Jahr wurden 34 Anträge eingereicht,

davon werden nun 10 finanziell und fachlich unterstützt.

Der zweite Swiss FoodTech-Day wird am 11. Mai 2011

bei der Firma DSM in Sisseln stattfinden. Wir bitten Sie, dass

14

Sie sich das Datum bereits heute reservieren. Die Tagung steht

unter dem Arbeitstitel «Micronutrients and Functional Ingredients»

und hat das Ziel, mit einigen wenigen Übersichtsreferaten

das Thema darzustellen und anschliessend mit einer Auswahl

von Referaten und einer umfassenden Poster-Ausstellung

aktuelle Arbeiten von den Institutionen von Swiss Food Research

vorzustellen. Auf der Website finden Sie bereits den Programmentwurf,

das Anmeldeformular und auch einen Call for

Papers&Posters.

Swiss Food Research ist auch international breit vernetzt. So

hat Swiss Food Research die National Technology Platform

«Food for Life Switzerland» lanciert und damit die Möglichkeit

geschaffen, dass die Anliegen der schweizerischen Lebensmittelbranche

in die europäische Technologie-Plattform und in

der Folge in die europäische Programmforschung einfliessen.

In diesem Zusammenhang wurde mit Schlüsselpersonen aus

Wirtschaft und Wissenschaft eine Strategische Forschungsagenda

2009 – 2020 für die Schweiz entwickelt.

Weitere Informationen und Kontaktangaben finden Sie auf der

Homepage von Swiss Food Research: www.foodresearch.ch

Dr. Hans-Peter Bachmann,

Co-Präsident von Swiss Food Research,

Telefon +41 78 836 84 44

hp.bachmann@foodresearch.ch

www.foodresearch.ch

Swiss Food Research, Schwarzenburgstrasse 161,

CH-3097 Liebefeld, Switzerland

Das Business-Modell von Swiss Food Research


FORUM IMPULS 11|2010

SHL Bachelorabsolvierende

entscheiden sich für ein Masterstudium

an der SHL um sich zu spezialisieren

Seit Herbst 2009 bietet die SHL einen Master of

Science in Life Sciences mit Vertiefung in angewandten

Agrar- und Forstwissenschaften an. Die ersten

Absolvierenden werden im Frühling 2011 ihr Studium

abschliessen. Auch einige ehemalige Bachelor-

sowie Diplomstudierende der SHL haben sich für

diesen Master entschieden. Ihre Gründe sind vielfältig,

doch es besteht ein breiter Konsens darüber, dass

der Master ihnen neue Türen öffnet. Darüber und

auch von der beruflichen Spezialisierung erzählen

Johanna Gysin, Claude-Alain Gebhard und Sandra

Bögli – ehemalige und aktuelle SHL-Studierende –

in einem gemeinsamen Interview.

Aus welchen Gründen habt ihr euch dazu entschieden, den

Master an der SHL zu absolvieren?

Sandra: Ich habe ja bereits mein Bachelorstudium an der SHL absolviert,

nun will ich daran anknüpfen, um mein erlerntes Wissen

zu vertiefen und um mich zu spezialisieren. Mein Hauptinteresse

gilt der angewandten Forschung, der tropischen Landwirtschaft

sowie sozialen Strukturen.Das Forschungsthema meiner Masterarbeit

ist sehr spannend, da ich u. a. on-farm Versuche mit Biochar

in Zentralamerika durchführen kann. Ein Thema, bei dem

es noch einiges zu erforschen gibt!

Claude-Alain: Seit ich mein Diplom an der SHL absolviert habe,

sind beinahe 30 Jahre vergangen.10 Jahre davon habe ich im Consulting

und innerhalb der Agro-Industrie verbracht, und seit 1991

leite ich den Familienbetrieb und bin Landwirt. Für den Master

habe ich mich aus diversen Gründen entschieden. Zum einen ist

mir aufgefallen, dass die junge Generation mit Problemen der Zukunft

konfrontiert ist – wie zum Beispiel der Ressourcenknappheit.

Ich möchte deshalb Verantwortung übernehmen und etwas

ändern, um positiv in die Zukunft blicken zu können. Schon vor

einigen Jahren wollte ich ein Masterstudium in Angriff nehmen,

es hat sich jedoch nie eine passende Gelegenheit ergeben. Doch als

dann der neue Master an der SHL angeboten wurde, war mir sofort

klar, dass ich jetzt meinen Wunsch verwirklichen muss!

Johanna: Ich habe direkt nach dem Bachelorabschluss mit dem

Masterstudium an der SHL begonnen, da ich stark an der angewandten

Forschung interessiert bin. Ein theoretischer ETH-Titel

ist nichts für mich. Zudem bin ich emotional an die SHL gebunden.

Meine Freunde sind hier, und ich fühle mich im Umfeld der

SHL sehr wohl.

Habt ihr das Gefühl, die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern

sich durch einen Masterabschluss?

Johanna: Ich denke, ein Mastertitel hat international einen besseren

Ruf als ein Bachelortitel. Zudem vertieft sich das Wissen

aus dem Bachelor, und es wird eine stärkere Spezialisierung angestrebt.

Durch diese Fokussierung verbessern sich die Chancen

auf dem Arbeitsmarkt. Im Bachelor wurde vieles oberflächlich

behandelt, und die Studierenden lernen auch Dinge, die sie

weniger interessieren. Im Master steht das persönliche Interesse

im Vordergrund. Die individuelle Gestaltung des Studienplans

hilft bei der Spezifizierung für einen bestimmten Jobwunsch.

Sandra: Vor allem wenn man in der Forschung oder innerhalb

der Internationalen Landwirtschaft arbeiten möchte, ist der

Master von Nutzen. Wichtig ist die Wahl der Masterarbeit:

Während des Forschungsprojekts knüpft man Kontakte zu

Fachleuten und Organisationen, was einem später den Berufseinstieg

in diesem Bereich erleichten kann.

Besteht die reelle Möglichkeit, während des Masterstudiums

einen Beruf auszuüben?

Claude-Alain: Ich denke, eine 50%-Stelle ist neben dem Studium

mit Disziplin und dem Bewusstsein, dass es stressige Zei-

15


IMPULS 11|2010 FORUM

Johanna Gysin, 24 Jahre jung, ist auf dem Bauernhof ihrer

Grossmutter aufgewachsen und interessiert sich schon seit

ihrer Kindheit für die Agronomie. Während ihrer Zeit auf

dem Gymnasium wurde ihr bewusst, dass für sie nur ein

Studium an der SHL in Frage kommt. Ihre Begeisterung für

Sprachen und das «Ausland» machte ihr die Entscheidung,

Internationale Landwirtschaft zu studieren, leicht. Den

Master begann sie direkt nach ihrem Bachelorabschluss,

und zusätzlich trat sie eine 50%-Stelle an der SHL als

Assistentin im Team Internationale Landwirtschaft an.

ten geben kann, machbar. Schwieriger wird es bei einem eigenen

Betrieb, da gerade in der Landwirtschaft Unvorhersehbares geschehen

kann. Aber neben dem Master muss die Möglichkeit bestehen,

einen Beruf auszuüben. Blockmodule ermöglichen dies.

Johanna: Ich starte bald als Assistentin an der SHL. Ich bin

mir bewusst, dass es stressig werden kann, Studium und Beruf

zu vereinen. Ich bin jedoch froh darüber, dass mir diese

Möglichkeit geboten wird. So kann ich einen spannenden

Beruf mit einem interessanten Studium vereinen!

Sandra: Um Studium und Beruf zu vereinen, benötigt es einen

interessierten und flexiblen Arbeitgeber. Meine letzte Arbeitsstelle

erforderte leider zu viel regelmässige Präsenzzeit. Begonnen

habe ich mit einem Teilzeitstudium, nun studiere ich

Vollzeit.

Was ist das Besondere an diesem Masterstudiengang?

Sandra: Durch Eigeninitiative, eigene Ideen und genaue Vorstellungen

darüber, in welche Richtung es gehen soll, können

wir Studierende stark vom Masterstudium profitieren.

Claude-Alain: Ja, da gebe ich dir recht! Was mir besonders

gefällt, ist die interdisziplinäre Stimulierung unter den Studierenden,

ihre unterschiedliche kulturelle Herkunft sowie

die Internationalität des Studiengangs. Es besteht die

Chance, interessante Kontakte zu knüpfen. Masterstudierende

lernen, mit Menschen aus unterschiedlichen Bereichen

zu diskutieren und global zu denken. Dies ist eine wichtige

16

Claude-Alain Gebhard erwarb 1981 sein Ingenieurdiplom in

Agrarwirtschaft an der SHL, damals noch Schweizerisches

Landwirtschaftliches Technikum. Nach dem Matura-

Abschluss in Englisch und Latein beschäftigte er sich mit

dem Gedanken Agronomie zu studieren. Abschreckend

empfand er allerdings das fünfjährige, sehr theoriebezogene

Studium an der ETH in Zürich. Ein Freund gab ihm den

Tipp, in Zollikofen Agronomie zu studieren. Die SHL war für

ihn, aufgrund der kürzeren Studiendauer von drei Jahren

und der starken Praxisorientierung, schon damals genau

der richtige Platz. So nahm er, nach fast 30 Jahren, nun

wieder ein Studium auf und absolviert neben seiner

beruflichen Tätigkeit als praktizierender Landwirt teilzeitlich

den Master an der SHL.

Nachdem Sandra Bögli das Ingenieurdiplom mit dem

Schwerpunkt Internationale Landwirtschaft abgeschlossen

hatte, wollte sie direkt im Anschluss mit dem Masterstudium

an der SHL beginnen. Da jedoch der Start um ein Jahr

verschoben wurde, sammelte sie währenddessen wertvolle

Berufserfahrungen bei der Fachstelle Ökoausgleich

des Kantons Bern. Seit Herbst 2009 ist sie Studentin im

Master of Science in Life Sciences.

Voraussetzung, um später einmal in einem interdisziplinären

Team zu arbeiten. Auch die Nachhaltigkeit hat innerhalb des

Masters einen hohen Stellenwert. Ich denke, die Probleme der

Zukunft sind nur durch eine Zusammenarbeit lösbar!

Sandra: Es gibt Leute, die denken, dass der Master an der SHL

etwas mit internationaler Landwirtschaft zu tun hat. Aber das

stimmt nicht: Es besteht die Möglichkeit, einen Master über die

Zukunft der Bodennutzung im Berner Seeland aus der Sicht

betroffener Landwirte zu machen, oder aber auch einen Master

über Biochar in Zentralamerika…man kann wählen!

Claude-Alain: Vielleicht sollte noch erwähnt werden, dass

der Master die Möglichkeit eröffnet, ein Doktorat zu beginnen.

Dies nicht an der SHL, aber an einer Universität im Inoder

Ausland.


FORUM IMPULS 11|2010

Habt ihr etwas in der schulischen Laufbahn an der SHL bereut?

Johanna: Nein, ich würde wieder an der SHL studieren.

Claude-Alain: Ich habe auch nichts bereut. Es war eine gute

Entscheidung, an der SHL zu studieren. Dies hat mir viele

Chancen ermöglicht. Danach war es für mich logisch, mit einem

Master an der SHL an mein Diplom anzuknüpfen.

Sandra: Das einzige Problem, das ich sehe ist der Titel «Master

of Science in Life Sciences». Er sagt wenig aus. Mein Major

«Sustainable Agricultural and Forestry Production Systems»

sollte im Vordergrund stehen, denn dieser ist spezifischer.

Claude-Alain: Ja, ich werde ebenfalls häufig gefragt, was

ich eigentlich studiere. Und ich antworte: den Master in

Agronomie!

Nun komme ich schon zur letzten Frage: Habt ihr Tipps für

diejenigen, die den Master an der SHL beginnen möchten?

Sandra: Da die Masterarbeit das Kernstück der Ausbildung

darstellt, sollte man sich für ein Thema entscheiden, mit dem

man sich identifizieren kann. Zudem lässt sich die Arbeit in ein

spannendes Projekt einbinden und steht im Mittelpunkt des

Studiums. Das Thema der Masterarbeit muss Dich packen!

Johanna: Man kann sein Studium individuell und flexibel gestalten.

Deshalb sollten Masterstudierende von Anfang an eine

Richtung und ein Ziel im Kopf haben. Der hohe Anteil an

Selbststudium ist ein besonderes Merkmal des Masters, daher

ist Selbstdisziplin gefragt.

Claude-Alain: Ich denke, Berufserfahrung vor dem Master

kann von Vorteil sein, damit man bereits weiss, in welche

Richtung man gehen möchte. Der Master erfordert eine gewisse

Reife. Andererseits können sicher auch junge Menschen

mit wenig Berufserfahrung vom Master profitieren.

Johanna: Das denke ich auch! Das Thema meiner Masterarbeit

fliesst schon in meine berufliche Planung mit ein. Ich

habe sie nach meinem Interesse ausgerichtet und schätze

diese Chance zur beruflichen Spezialisierung.

Die derzeit 33 Masterstudierenden stammen aus den unterschiedlichsten

Kultur- und Sprachkreisen. Der Austausch

über verschiedene Berufsfelder und die Landesgrenzen

hinweg gehört zum Ausbildungskonzept des

Masters an der SHL. Er ist eingebettet in eine Kooperation

mit drei weiteren Schweizer Fachhochschulen. Dank dem

individuellen Stundenplan studiert rund die Hälfte der

Studierenden Teilzeit und vereint so Studium und Beruf.

Das Kernstück der Ausbildung ist die Masterarbeit. Die

Themen sind vielfältig und praxisnah. Eine laufende Arbeit

widmet sich zum Beispiel der Resistenzproblematik

beim Rapsglanzkäfer, eine andere beschäftigt sich mit der

Optimierung von Kooperationen im Ackerbau im Hinblick

auf eine nachhaltige Produktion.

17


IMPULS 11|2010 FORUM

18

Beispiele von Masterarbeitsthemen

Sandra Bögli

(Urs Scheidegger als Hauptbetreuer)

«Transforming slash-and-burn to

slash-and-char systems in Belize»

• Traditionellerweise roden und brennen die Bauern in Belize

ihre mehrjährigen Brachen. Anstatt die Brachevegetation

zu verbrennen, möchten wir nun daraus Kohle herstellen.

Das Ziel der Masterarbeit ist es herauszufinden,

wie sich diese Kohle im Boden auf den Ertrag auswirkt.

Isabel Richli

(Hans Ramseier als Hauptbetreuer)

«Resistenzproblematik beim Rapsglanzkäfer in der Schweiz»

• Die Hauptaufgabe dieser Masterarbeit besteht darin, die

momentane Resistenzsituation des Rapsglanzkäfers gegenüber

Pyrethroiden A in 4 Kleinregionen des Kantons

Bern zu erfassen. Die Arbeit gibt einen Überblick darüber,

wie weit die Resistenz in diesen Gebieten verbreitet

ist. Zudem soll herausgefunden werden, ob die Unwirksamkeit

von Insektizid-Behandlungen gegen den Glanzkäfer

auch durch andere Faktoren erklärt werden kann.

Aus den Erkenntnissen sollen Empfehlungen für die Praxis

abgeleitet werden.

Nathalie Grob (Werner Hediger und Moritz

Müller als Hauptbetreuer)

«Zukunft der Bodennutzung im Berner Seeland aus der

Sicht betroffener Landwirte»

• Gemeinsam mit Gemüsebauern und anderen Vertretern

einer ausgewählten Gemeinde im Berner Seeland sollen

die aktuelle Situation und das Problem der Torfsackung

aus sozioökonomischer und betrieblicher Sichtweise erfasst

werden.

Reto Flückiger

(Andreas Keiser als Hauptbetreuer)

«Qualitätsprobleme durch Rhizoctonia Solani und Drycore

bei Kartoffeln der Vorderpfalz»

• Mit Feldversuchen, Bodenanalysen und Fragebögen wird

auf 18 verschiedenen Kartoffelbetrieben in der Vorderpfalz

untersucht, ob die lokal vorherrschende Qualitätsproblematik

bezüglich Rhizoctonia Pocken und Drycore durch

zu schlechtes Saatgut oder verseuchte Böden verursacht

wird. Anhand dieser Erkenntnisse wird ein möglicher

Massnahmenkatalog erstellt.

Claudia Degen

(Andreas Keiser als Hauptbetreuer)

«Optimierung von Kooperationen im Ackerbau im Hinblick

auf eine nachhaltige Produktion»

• In dieser Studie werden die ökologischen, ökonomischen

und sozialen Auswirkungen der gemeinsamen

Fruchtfolge auf zwei Betriebsgruppen untersucht und

die Potenziale/Risiken analysiert. Ökologische Verbesserungsmassnahmen

werden ausgearbeitet und deren

ökonomischen und sozialen Folgen berechnet. Anhand

der gewonnenen Erkenntnisse soll ein Instrument für

Betriebe erstellt werden, die ihre Fruchtfolgen gemeinsam

nachhaltig planen möchten.

Interview: Evelyn Markoni


PORTRAIT IMPULS 11|2010

Portrait

Urs Zaugg

Wie sind Sie zu Ihrem Job gekommen?

Bewerbung auf ein Inserat in der NZZ. Anschliessend verschiedene

Gespräche bzw. Assessments über 5 Monate hinweg.

Was möchten Sie in Ihrer neuen Funktion bewirken?

Neue Lösungen für die ländlichen Räume im Kanton Bern finden.

Das Profil des Amtes schärfen und die Leistungsfähigkeit erhöhen.

Name: Urs Zaugg

Geboren: 27. Juni 1965

Zivilstand: verheiratet, zwei Kinder im Alter von

8 und 15 Jahren

Wohnort: Stadt Bern

Ausbildung: dipl. ing.-Agr. ETH / MBA

Bisherige Funktion: Professor of Food Business an der SHL

Neue Funktion: Vorsteher Amt für Landwirtschaft und

Natur des Kantons Bern

Wie wichtig ist Ihnen ein persönliches Beziehungsnetz?

Ich habe einige gute Freunde und ein grosses, aber lockeres

Netzwerk.

Wann haben Sie zum letzten Mal geweint?

Bei der Verabschiedung von meinen Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft.

Wir waren ein tolles Team und haben gemeinsam

viel erreicht.

Worauf sind Sie besonders stolz?

Die Begleitung von jungen Menschen über eine gewisse Zeit. Es

ist toll zu sehen, was aus meinen ehemaligen Studierenden geworden

ist und welches Potential sie aus sich herausholen konnten

– wahrscheinlich hätten sie sich das selber nie zugetraut.

Wenn Sie jüngeren Menschen einen Rat geben sollten,

welchen?

Suchen Sie sich eine gute Chefin bzw. einen guten Chef. Engagieren

Sie sich, und sammeln Sie Erfahrungen in verschiede-

19


IMPULS 11|2010 2. TEIL PORTRAIT/ACTIVITÉS

nen Funktionen, Firmen und Ländern – die Schweiz springt

schon nicht weg…

Was bedeutet Ihnen Ihr Vaterland?

Die Schweiz ist mein Vaterland. Auch wenn sie manchmal ein

bisschen träge ist, so ist sie doch verlässlich und hat eine tolle Lebensqualität

zu bieten.

Wie wohnen Sie?

In einem kleinen Haus am Stadtrand von Bern. Im Sommer

kann man zu Fuss runter zur Aare zum Schwimmen gehen, im

Winter in den verschneiten Wald hinter dem Haus. Und mit dem

Bus ist man in acht Minuten am Hauptbahnhof. Just perfect.

Veranstaltungskalender

Termin Kurse/Veranstaltungen Datum, Ort, Kosten Infos, Anmeldung

16. 12. 2010 Développement durable: voies de

formations continue et outils de management

novateurs

20

HEIG-VD

Yverdon-les-Bains

www.managementdurable.ch/fr/cours/IN1052

22. 01. 2011 Infotag SHL SHL, Zollikofen www.shl.bfh.ch

xavier.meyer@bfh.ch

26. 01. 2011 Trends im Gemüsebau Salle des Quais, Grandson VD www.agridea-lindau.ch

17. 02. 2011 Erfahrungsaustausch Geschenkkorbgruppen

und Partyservices

31. 03. 2011

01. 04. 2011

19. 05. 2011

20. 05. 2011

15. 09. 2011

16. 09. 2011

Das Umweltschutzgesetz für

Nichtjurist/-innen

Wald-, Naturschutz-, Artenschutz- und

Gewässerschutzrecht für Nichtjurist/-innen

Landwirtschaftliches Zentrum

Liebegg, Gränichen AG

www.agridea-lindau.ch

Bern-Liebefeld www.managementdurable.ch/d/kurs/DR1124

Bern-Liebefeld www.managementdurable.ch/de/kurs/DR1126

L`écologie industrie et les symbioses Yverdon-les-Bains www.management-

industrielles: de nouvelles opportunités pour

la rationalisation des flux de matières et

d`énergie

durable.ch/fr/cours/EV1121

10. 11. 2011 Economie de la fonctionnalité – substituer

les produits par les services

11. 11. 2011 Ecoconception de produits et de services:

enjeux stratégie et mise en application

Wie bilden Sie sich weiter?

Durch die Fragen meiner Mitarbeitenden und früher durch die

Studierenden. Dazu lese ich seit meiner Gymerzeit regelmässig

die «NZZ». Kürzlich habe ich das International Executive Programm

am INSEAD absolviert, und jetzt besuche ich gerade einen

Französischkurs. Als neugieriger Mensch hat man nie ausgelernt.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit am liebsten?

Wenn ich nach Hause komme lege ich zuerst meine Uhr ab…

Ich lese gerne englische Bücher und mache zum Ausgleich

Sport: im Frühling etwas Jogging oder Reiten, im Sommer am

liebsten in der Aare schwimmen, im Herbst aufs Velo und im

Winter auf die Ski.

Yverdon-les-Bains www.managementdurable.ch/fr/cours/EV1122

Boldern, Männedorf ZH www.agridea-lindau.ch

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