Reise + Freizeit - AHORN REISEN: Barrierefrei Reisen

barrierefreie.reisen.com

Reise + Freizeit - AHORN REISEN: Barrierefrei Reisen

Informationsschrift des Deutschen Rollstuhl-Sportverbandes e. V. · G 30 80

Sport +Mobilität

� www.rollstuhlsport.de

30. Jahrgang

Nr. 1 · Januar 2011

mit Rollstuhl

Mit dem

Rollstuhl

durch den Südwesten der

USA

EIN REISEBERICHT

WINTERSPORT

Fortbildung auf

höchstem Niveau

SPORTKALENDER

Internationale

Termine 2011


Reise + Freizeit

Mit dem

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Rollstuhl

durch den Südwesten der

Text und Fotos: Gerda Pamler

Der Südwesten der USA begeistert

mit einem Facettenreichtum,

der seinesgleichen sucht!

Mehr als beeindruckend wirken die

spektakulären Landschaften der Nationalparks,

gewaltige Sandsteinformationen

in schimmerndem Rottönen

oder unendliche Wüstenlandschaften,

die gerade zwischen Februar und Mai

mit ihren vielen Wildblumen verzaubern.

Neben den atemberaubenden

Naturschauspielen faszinieren aber

auch die Metropolen: Hochhäuser, die

scheinbar bis in die Wolken ragen und

ein unverwechselbares buntes Treiben

auf den Straßen machen den ›American

Way of Life‹ für jeden spürbar.

Diese herrliche Region darf ich im Auftrag

eines Veranstalters für barrierefreie

Reisen besuchen. Meine Aufgabe

ist es, die Unterkünfte und Sehenswürdigkeiten

auf Ihre Barrierefreiheit zu

Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2011

USA

Trotz kleiner Hindernisse

– der Erfahrungsbericht

von Gerda Pamler

zeigt: Rollstuhlfahrer

müssen nicht auf spektakuläre

Reiseerlebnisse

verzichten.

testen und herauszu�inden ob eine solche

Reise auch mit dem Rollstuhl problemlos

zu machen ist.

TEIL I

Start in Los Angeles

Ich beginne meine Reise in Los Angeles,

der ›Stadt der Engel‹, mit 10 Millionen

Einwohnern das zweitgrößte

Ballungszentrum der USA. Spanier

gründeten im Jahre 1781 die Stadt und

gaben ihr den Namen ›El Pueblo de la

Reina de Los Angeles‹ (die Stadt der

Königin der Engel). Im ›Land der unbegrenzten

Möglichkeiten‹ bietet auch

LA unzählige Möglichkeiten für spannende

Sightseeing-Touren und Aus�lüge.

Nördlich von Hollywood be�inden

sich die Universal Studios um die herum

ein großer Freizeitpark gebaut

wurde – typisch amerikanisch. Besonders

empfehlen kann ich die kommentierte

Studio Tour. Mit einer barrierefreien

Tram werden die Gäste durch

die Studiolandschaft ›chauf�iert‹, für


Rollstühle gibt es eigens

einen speziellen, erhöhten Zugang.

Die Tour führt durch die Schauplätze

bekannter Filme, wie z. B. ›Jurassic

Park‹, ›Zurück in die Zukunft‹

oder ›Psycho‹, während man Erklärungen

zu alten sowie in der Entstehung

be�indlichen Kino- und Fernseh�ilmen

bekommt.

Wer in Los Angeles Station macht,

sollte sich unbedingt auch für das Getty

Museum Zeit nehmen! Selbst wenn

man kein Kunstliebhaber ist, rentiert

sich die Fahrt hoch in die Berge im

Norden der Stadt. Vom ausgeschilderten

Parkplatz nimmt man die Monorail

(ebenerdig), die einen hoch zum Museum

bringt. An klaren Tagen sieht

man von hier die Skyline der

Downtown, die Berge von San Berna-

dino, das Meer sowie die Dächer der

Häuser von Hollywood.

San Diego

Von Los Angeles aus geht es weiter

nach Süden bis kurz vor die mexikanische

Grenze, nach San Diego. Besonders

beeindruckend ist der historische

Kern ›Old Town‹ im spanischen Adobe

Stil. Auch wenn nicht alle der alten Gebäude

barrierefrei zugänglich sind bekommt

man einen guten Eindruck vom

➜ Seite 29

MEIN FAZIT

»Und auch wenn es

unterwegs Hindernisse

gab, die mir als

Rollstuhlfahrerin einzelne

Besichtigungen

nicht ermöglichten,

kann ich sagen dass

auch Menschen mit

Behinderung eine

solche Rundreise ohne

Weiteres bewerkstelligen

können.«

Mehrere Reisen mit verschiedenen

Routen durch den Südwesten sowie ausführliche

Informa�onen findet man auf

der Internetseite www.barrierefreiereisen.com

von Ahorn Reisen. Dort sind

die Reisen auch buchbar, mit Übernachtungen

in den barrierefreien Hotels, die

ich auf dieser Reise getestet habe.

Gerda Pamler

Teil II der Reportage erscheint im nächsten

He�.

Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2011 25

Fotos: Gerda Pamler Karte: Riediger/fotolia.com


Foto: Gerda Pamler

Reise + Freizeit

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Leben der ersten Bewohner der Stadt.

Eine ganz andere Atmosphäre

herrscht im ›Gaslamp Quarter‹. Hier

entstanden in den vergangenen Jahrzehnten

immer neue Geschäfte, Cafés

und Restaurants und die alten Ziegelgebäude

mit ihren Fassaden im viktorianischen

Stil wurden in den letzten

Jahren vollständig restauriert.

Und noch ein Tipp: Einen besonders

schönen Blick auf San Diego hat

man von Coronado Island, einer vorgelagerten

Halbinsel auf der viele Villen

in viktorianischem Baustil die Straßen

säumen.

Palm Springs, Laughlin und Phoenix

Nach dem Aufenthalt in San Diego

führt mich meine Reise ins Landesinnere.

Über Palm Springs, ein bei den

Reichen und Schönen Hollywoods sehr

beliebten Ort, und den nahegelegenen

und bei uns noch eher unbekannten

Joshua Tree Nationalpark, erreiche ich

zwei weitere Städte: Laughlin, dass etwas

spöttisch auch ›Las Vegas für Arme‹

genannt wird (hier gibt es zwar

ebenfalls viele Casinos, aber die extravaganten

Hotels fehlen), und Phoenix,

die Hauptstadt des Grand Canyon-

Staates Arizona.

Phoenix liegt, zusammen mit seiner

Schwesterstadt Scottsdale, wie eine

Oase inmitten der Wüste. Neben der

im Wildweststil erbauten Old Town

von Scottsdale ist besonders das Heard

Museum zu empfehlen. Hier �indet

man eine der besten Sammlungen an

indianischen Kunst- und Kulturgegenständen.

Bevor ich den Grand Canyon ansteuere,

mache ich noch Halt in Sedona, das

New Age Fans als Zentrum inspirierender

Kräfte entdeckt haben. An bestimmten

Vortex-Punkten kann man

innere Ruhe und Inspiration tanken,

doch sind diese mit dem Rollstuhl

nicht ganz einfach zu erreichen. Daher

konzentriere ich mich eher auf die

landschaftlichen Aspekte der Umgebung

– von verschiedenen Aussichts-

Sport + Mobilität mit Rollstuhl 01/2011

»Ein besonderes

Erlebnis ist der

wenige Minuten

entfernte Antelope

Canyon. Wind und

Wasser haben in

der Spaltöffnung,

die tief in den

Felsen führt, ein

kleines Wunder

erschaffen.«

punkten hat man herrliche Ausblicke

auf die roten Fels- und Bergformationen,

allen voran der Cathedral Rock.

Doch nun geht es endlich zum Grand

Canyon, ein touristisches P�lichtziel,

kann man wohl sagen. Und die Aussichten

sind überwältigend. Der Blick

in die gewaltigste Schlucht Amerikas

geht über Plateaus, Klippen und Canyons

bis zum Colorado River. Nicht alle

Straßen im Grand Canyon Nationalpark

dürfen mit dem Auto befahren

werden, aber als Rollstuhlfahrer bekommt

man am Eingang eine Sondergenehmigung.

So kann man zum Beispiel

mit einem Zahlencode die

Schranke auf dem Weg zum ›Hermit’s

Rest‹ öffnen.

Von den vielen Aussichtspunkten

mit immer wieder neuen faszinierenden

Einblicken in die Schlucht und Panoramablicken

entlang des Colorado

River sind aufgrund von Bordsteinkanten

leider nicht alle unmittelbar mit

dem Rollstuhl erreichbar. Dennoch fasziniert

der Grand Canyon mit seiner

atemberaubenden Schönheit, wenn

man möchte auch aus der Luft: Bei einem

Rund�lug mit Grand Canyon Airlines

– eine spezielle Rollirampe ermöglicht

einen unkomplizierten Zugang

in die kleine Propellermaschine –

bekommt man noch einmal ganz neue

Eindrücke von diesem Naturwunder.

Page

Mein nächstes Ziel ist Page, direkt am

Glen Canyon Staudamm gelegen, der

den Lake Powell aufstaut. Dieser riesige

blaue See, umrahmt von Felsen in

Gelb- und Rottönen, bietet einen eindrucksvollen

Kontrast zur Wüstenlandschaft.

Zudem ist er ein beliebtes

Paradies für Wassersportler und ein

wahres Hausbootmekka. Wer es sportlich

mag und das kühle Nass nicht

scheut, dem empfehle ich eine Rafting-

Tour auf dem Colorado River. Das

freundliche Personal hilft sowohl beim

Einsteigen als auch beim sehr steilen

Weg runter zum Schlauchboot. (Die

letzten zehn Stufen wird man getragen.)

➜ Teil II folgt in der nächsten Ausgabe.

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