Forschungsbericht 2008 - Pädagogische Hochschule - Schwäbisch ...

phgmuend

Forschungsbericht 2008 - Pädagogische Hochschule - Schwäbisch ...

Untersuchungen zur sprachlichen Entwicklung

bei Kindern in einer deutsch-englisch bilingualen

Kindertageseinrichtung

Institut für Sprache und Literatur – Englisch

Leitung: Prof. Dr. Thorsten Piske

Kontakt: thorsten.piske@ph-gmuend.de

Projektmitarbeit: Alexandra Häckel (Wiss. Mitarbeiterin)

außerdem beteiligt: Stefanie Arnsperger, Vanessa Regner,

Manuela Rohrer

Schlagwörter: frühes Fremdsprachenlernen, bilinguale Betreuung

Kurzinhalt: Neben Kindertageseinrichtungen, die Kindern in einmal wöchentlich

stattfindenden AGs einen frühen Kontakt zu einer Fremdsprache ermöglichen, gibt

es immer mehr Einrichtungen mit bilingualem Angebot. Seit Mitte der 90er Jahre

orientiert sich eine größere Zahl dieser Einrichtungen am so genannten Immersionsverfahren

(engl. to immerse = eintauchen). Alle immersiv arbeitenden Kindertagesstätten

zeichnen sich dadurch aus, dass sie Kindern dauerhaft und kontinuierlich

täglichen Kontakt zu einer Fremdsprache bieten. Einzelne Einrichtungen unterscheiden

sich allerdings in Bezug darauf, wie intensiv der tägliche Kontakt ist, den

Kinder zur Fremdsprache haben. Untersuchungen zur Wortschatzentwicklung (z. B.

Rohde 2005, Werner 2005) haben ergeben, dass Kindergartenkinder durch kontinuierlichen

täglichen Kontakt zu einer Fremdsprache bereits nach vier Wochen

einige Lernfortschritte besonders in Bezug auf das Sprachverständnis machen

können. Wie sich die fremdsprachlichen Fähigkeiten von Kindern und ihre Fähigkeiten

im Deutschen längerfristig entwickeln, wenn sie an deutschen Kindertageseinrichtungen

bilingual betreut werden, ist bisher allerdings noch nicht genauer dokumentiert

worden. Das Hauptziel des hier dargestellten und am Kinderhaus Französische

Allee in Tübingen durchgeführten Forschungsprojekts bestand darin, eine

solche Dokumentation zu liefern und dabei auch genauere Erkenntnisse darüber zu

gewinnen, wie intensiv der tägliche Kontakt zu einer Fremdsprache sein muss, damit

sich Kindergartenkinder in Tests zu bestimmten fremdsprachlichen Fähigkeiten, die

in Abständen von mehreren Monaten durchgeführt werden, über einen längeren

Zeitraum signifikant verbessern können. Vergleichsdaten wurden u. a. in Kindertageseinrichtungen

in Schwäbisch Gmünd-Herlikofen und Heidenheim erhoben.

Ergebnis: Die wissenschaftliche Begleitung des bilingualen Programms am Kinderhaus

Französische Allee in Tübingen hat es möglich gemacht, genauere Aussagen

zur Wirksamkeit bilingualer Kindergartenprogramme zu treffen, als sie bisher vorlagen.

Die Analyse der erhobenen Daten ergab, dass ein täglicher Kontakt von ca.

drei Stunden zur Fremdsprache Englisch über einen Zeitraum von drei Jahren bei

Kindergartenkindern zu einem messbaren Anstieg des Wortschatz- und des Grammatikverständnisses

im Englischen führt. Dabei zeigten Gruppenvergleiche, dass

Jungen und Mädchen sowie Kinder mit und ohne Migrationshintergrund vom bilingualen

Programm in gleicher Weise profitierten. Vorteile, die ältere Kinder auf-

142

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine