Forschungsbericht 2008 - Pädagogische Hochschule - Schwäbisch ...

phgmuend

Forschungsbericht 2008 - Pädagogische Hochschule - Schwäbisch ...

Klostermusik in Maihingen

Institut der Künste – Musik

Leitung: Prof. Dr. Hermann Ullrich

Kontakt: hermann.ullrich@ph-gmuend.de

Projektmitarbeit: Studierende der PH Schwäbisch Gmünd,

Projektchor Bühler,

Barockorchester Arsatius Consort

(Leitung: Prof. Dr. Georg Brunner),

KMD Prof. Willibald Bezler an der Barockorgel,

Musikalische Leitung: Prof. Dr. Hermann Ullrich

Schlagwörter: Franziskaner, Klostermusik, Klosterschule, Maihingen, Minoriten,

Musikwissenschaft, Ordensforschung, Quellenforschung, Regionalforschung,

Repertoireforschung

Kurzinhalt: Eine Darstellung der Klostermusik in Maihingen (Ries) gehört zu den

Desideraten süddeutscher Musikforschung im Allgemeinen und zur franziskanischen

Ordensforschung im Besonderen. Beschäftigt sich neuerdings insbesondere die

osteuropäische Klostermusikforschung mit den Besonderheiten der Mendikantenorden,

so sind Studien, die einen Vergleich ermöglichen, aus der oberdeutschen

Minoritenprovinz kaum vorhanden. Innerhalb dieser spielte das Kloster Maihingen

zwischen 1607 und 1802 eine wichtige Rolle als Ordenshochschule, die von jungen

Klerikern aus dem süddeutschen und angrenzenden Schweizer Raum besucht

wurde. In Verbindung mit den wechselnden Konventualen und durchreisenden

Gästen kam es gelegentlich zum Kulturaustausch, der sich vor allem an der singulären

Überlieferung von Notenhandschriften im Musikalienbestand von Maihingen

zeigt. Um den bisher als solchen Angenommenen verifizieren und weitere Aussagen

über die Musikpraxis im Konvent der Minderbrüder machen zu können, war es

notwendig, die vier umfangreichen Klosterdiarien mit ihren 1915 unterschiedlich gut

lesbaren Seiten auszuwerten, die sich im Fürstlich Oettingen-Wallersteinschen

Archiv auf Schloss Harburg befinden.

Ergebnis: Anhand der festgestellten Namen ist es nun möglich, einen klar umrissenen

Notenbestand, der sich heute an der Universitätsbibliothek Augsburg

befindet, als Maihinger Eigenbesitz zu identifizieren. In Verbindung mit den Tagebucheintragungen

von 1661 bis 1812 lassen sich Einblicke in die liturgische und

außerliturgische Musikpflege des Klosters gewinnen, dem zugleich als Grablege des

musikliebenden Fürstenhauses Oettingen-Wallerstein eine eigene Rolle zukommt.

Die Forschungsergebnisse sind aber auch deswegen von besonderer Bedeutung,

weil der geradezu sensationelle Erhaltungszustand der unveränderten Baumeister-

Orgel (1737) weltweit zunehmende Beachtung findet. Neu erschlossene Teile der

zwei Jahrhunderte unbeachteten Musik wurden an und mit Begleitung dieser Orgel

inzwischen am authentischen Ort wieder aufgeführt.

163

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine