Forschungsbericht 2008 - Pädagogische Hochschule - Schwäbisch ...

phgmuend

Forschungsbericht 2008 - Pädagogische Hochschule - Schwäbisch ...

Regionales Lernen im Musikstudium und -unterricht:

Musik des 17. Jahrhunderts

Institut der Künste – Musik

Leitung: Prof. Dr. Hermann Ullrich

Kontakt: hermann.ullrich@ph-gmuend.de

Projektpartner: Fürstliche Archive Oettingen-Wallerstein und Oettingen-Spielberg

auf Schloss Harburg, vertreten durch Dipl.-Ing. Hartmut Steger,

Wallerstein

Schlagwörter: Ansbach, Berger, Bodleian Library, Bopfingen, Brandenburg,

Dreißigjähriger Krieg, Funeralmusik, Harburg, Kindermann,

Lunssdörffer, Oettingen, Oxford, Pachelbel, Quellenforschung,

Regionalforschung, Sophia Margareta, Spielberg, Wallerstein,

Widmann

Kurzinhalt: Die Didaktik des regionalen Lernens im Musikstudium und -unterricht,

wie sie an der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd seit 1992 praktiziert

wird, verknüpft musikwissenschaftliche und musikdidaktische Forschung mit Projekten

der konzertanten Revitalisierung vergessener Musik süddeutscher Provenienz.

Die damit verbundenen Methoden setzen vielfältige musikwissenschaftliche, musikdidaktische

und künstlerisch-fachpraktische Kompetenzen voraus. Dazu gehört ganz

wesentlich die Arbeit mit musikalischen Quellen. Im konkreten Fall konnte erstmals

nach mehr als 300 Jahren ein Magnificat des Nürnberger Komponisten Johann

Pachelbel (1653 – 1706) aufgeführt werden, dessen Autograph in der Bodleian

Library Oxford verwahrt ist. Aus demselben entstehungsgeschichtlichen Umkreis

stammt eine Gemeinschaftsarbeit von drei fränkischen Komponisten, die im Archiv

des Fürsten zu Oettingen-Wallerstein auf Schloss Harburg kurz zuvor entdeckt

worden ist. Ihre Initialen AML, IEK und GFW konnten entschlüsselt, ihre Musik und

der Aufführungskontext rekonstruiert werden. Bei den Komponisten handelt es sich

um Albrecht Martin Lunssdörffer (1628 – 1694), Johann Erasmus Kindermann

(1616 – 1655) und Georg Friedrich Widmann (1603 – 1664 oder später). Das Elend

des Dreißigjährigen Krieges kommt in der Ode Euchetica (1623) von Andreas Berger

(1584 – 1656) zum Ausdruck, der in dieser Zeit als „Scholae Moderator“ in Bopfingen

tätig war, und dessen Autograph im Schloss Oettingen-Spielberg aufgefunden

wurde.

Ergebnis: Erarbeitung von Editionen der aufgefundenen Quellen,

Ermittlung des historischen Aufführungskontextes,

Kooperative Einstudierung durch Studierende der Abteilung Musik,

Kommentierte Aufführung als Gesprächskonzert,

Rundfunksendung mit Musikausschnitten und Interviews der beteiligten Studierenden

Projektdauer: 01.06.2009 bis 14.12.2009

Finanzierung: Eigenmittel

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