lichtwerk - Deutsch-Israelische Gesellschaft

dig.bielefeld.de

lichtwerk - Deutsch-Israelische Gesellschaft

Mittwoch, 12. Juni 2013, 19.00h

Mittwoch, 15. Mai 2013, 18.30h

Eröffnung

Die dritten Bielefelder Tage des Israelischen Films eröffnet die

DIG AG Bielefeld mit dem mehrfach ausgezeichneten Film Life

in Stills (Ha-Zalmania). Eine Einführung zu diesem Film und

dem weiteren Programm der diesjährigen Tage des Israelischen

Films gibt Katharina Lustgarten von der DIG AG Bielefeld.

Die DIG AG Bielefeld und das Lichtwerk im Ravensberger Park

freuen sich, auch dieses Jahr wieder sehr herzlich zu einem

Sektempfang anlässlich der Eröffnung der Filmreihe 2013 einladen

zu können: Mittwoch, 15. Mai um 18:30 Uhr

lichtwerk

im Ravensberger Park

Du sollst nicht lieben

Ein Film von Haim Tabakman

Im streng orthodoxen Viertel Jerusalems lieben sich zwei

Männer und leiden an der Intoleranz der Gemeinschaft. Haim

Tabakmans sensibles Debüt über eine verbotene Leidenschaft.

Liebe kann Sünde sein: Zumindest, wenn sich zwei Ultraorthodoxe

in einer jüdischen Gemeinde, wo maximale Sittenstrenge

herrscht, ineinander verlieben. Es geht um Familienvater Aaron

(Zohar Shtrauss), ein angesehener Fleischer, der das Geschäft

seines verstorbenen Vaters wiedereröffnet und dafür den

jungen Studenten Ezri (Ran Danker) als Gehilfen einstellt.

Zwischen beiden reift eine Zuneigung, der sich Aaron lange

verweigert, denn sein religiöses Weltbild ist mit derartiger

Sünde unvereinbar. Er hält es für eine göttliche Prüfung - aber

schließlich gibt er einer Passion nach, die angesichts der Lebenssituation

beide in den Abgrund reißen muss. Das schlägt

sich in einem klaustrophobischen, nahezu erstickenden Drama

nieder, das wenig Worte benötigt, um seine atmosphärischen,

staubig-bleichen Bilder so zurückhaltend wie eindringlich

wirken zu lassen.

Pressestimmen

• Eine Liebesgeschichte, wie sie so komplex und stilsicher schon

lange nicht mehr im Kino zu sehen war (BERLINER ZEITUNG).

• Eine erotische Spannung vom ersten Moment an! ...

Brokeback Tempelberg (JUNGLE WORLD)!

• Ein wunderbarer Film (FRANKFURTER RUNDSCHAU)!

Einayim Pkuhot | Regie: Haim Tabakman | Buch: Merav Doster

Darsteller: Zohar Strauss Ran Danker Tinkerbell Tzahi Grad Isaac Sharry

ISR/FR/D 2009 | 90 Minuten | ab 12 | DF und OmU

Deutsch-Israelische Gesellschaft

Die Arbeitsgemeinschaft Bielefeld der Deutsch-Israelischen

Gesellschaft wurde im März 1975 gegründet. Sie setzt sich dafür

ein, dass Israelis und Deutsche sich näher kommen, dass sie ihr

gegenseitiges Wissen vertiefen und sich engagieren für Verständnis

und Toleranz zwischen den Völkern im Nahen Osten, damit

diese bald zu einem zuverlässigen und dauerhaften Frieden

kommen.

Es geht darum:

• die Situation Israels deutlich zu machen und um Verständnis

zu werben,

• als Plattform für kritische Gespräche zur Verfügung zu stehen

und vor allem auch junge Menschen anzusprechen,

• Begegnungen in Israel zu fördern,

• Ansprechpartner für jüdische und arabische Israelis zu sein,

die sich für kürzere oder längere Zeit in Bielefeld aufhalten,

• die Städtepartnerschaft zwischen Bielefeld und Nahariya

weiterhin mit Leben zu füllen.

Dazu bietet sie Vortrags- und Filmabende, Diskussionen, Seminare,

Konzerte, Ausstellungen und Israelreisen mit mehrtägigem

Aufenthalt in Nahariya an.

Mai/Juni 2013

3. Bielefelder Tage

des israelischen Films


Mittwoch, 15. Mai 2013, 19.00h Mittwoch, 22. Mai 2013, 19.00h Mittwoch, 5. Juni 2013, 19.00h

Life in Stills

Ein Film von Tamar Tal

Die Witwe, der Enkel und der Fotoladen: Ein Kleinod. Der Dokumentarfilm

hat eine weltweite Festival-Karriere hinter sich, wobei

er ein gutes Dutzend Jury- und Publikumspreise einheimste.

Es geht um Miriam Weissenstein, Witwe des Fotografen Rudi

Weissenstein, 96 Jahre alt, schwerhörig, streitbar und oft genug

grantig. Ihr Enkel, der drei Köpfe größere Ben, kümmert sich

rührend um seine widerborstige Oma und kämpft mit ihr Seite an

Seite, um das Vermächtnis seines Großvaters zu bewahren: das

berühmteste Fotogeschäft Israels.

Doch Life in Stills erzählt nicht einfach nur davon, wie Oma

und Enkel als sich inbrünstig kabbelndes "odd couple" im Laden

arbeiten, Ausstellungen organisieren und sich für den Bestand

des Fotogeschäfts einsetzen, das einem Neubau weichen soll.

Der Film erzählt viel mehr und gerade von den schweren Dingen

erzählt er wie nebenbei. In Life in Stills verknüpfen sich alle

Aspekte rund um die anrührende Beziehung von Oma und Enkel

zu einem wunderbar lebendigen Film, der tief unter die Oberfläche

geht, ein überzeugendes, äußerst unterhaltsames Porträt einer

außergewöhnlichen Frau.

Pressestimmen

• Nach Erfolgen beim Dokumentarfilmfestival in Leipzig und auf dem

Jüdischen Filmfestival in Berlin und Potsdam, wo der Film den begehrten

Publikumspreis erhielt, kommt Life in Stills nun auch in die deutschen

Kinos. Es lohnt sich (D-radio kultur).

Policeman

Ein Film von Nadav Lapid

Policeman von Nadav Lapid hat beim Filmfest in Locarno Aufsehen

erregt. Und zwar gerade weil es in seinem Film NICHT um den

Dauerkonflikt zwischen Israel und den Palästinensern geht. Im Mittelpunkt

steht Yaron, ein Macho, wie er im Buche steht: körperliche

Stärke, Kameradschaft und die Ehre seiner Einheit sind zentrale

Werte für ihn. Frauen existieren nur in Form bewundernder Blicke

auf seinen vitalen Körper.

Doch es zeigen sich Brüche im Leben Yarons: einer seiner Freunde

erkrankt an Krebs, und zu Hause wartet auf Yaron seine hochschwangere

Frau, um die er sich liebevoll kümmert. Sein Konterpart

ist die junge Shira, der intellektuelle Kopf einer linksradikalen

Gruppe israelischer Studenten, die die Entführung einer reichen

Unternehmerclique plant, um auf die sozialen Unterschiede in Israel

aufmerksam zu machen. Sie ist keine Lichtgestalt: Naiv und fanatisch

wirkt das Pathos, mit dem sie fordert, dass die Armen reich

werden und die Reichen sterben sollen. Der Zuschauer ahnt, mit

welchem Ausgang diese beiden Gruppen aufeinander treffen.

Der Film verteilt dabei keine Sympathien oder nimmt Partei. Ein

verstörender und formal ungewöhnlicher Film, der den Zuschauer

seinen Standpunkt selbst finden lässt.

Pressestimmen

• Lapid zeigt sein Talent in vielen … klug verdichteten Momenten (critic.de).

• Selten bekommt man einen Film zu sehen, der so präzise die Spannungen

innerhalb der israelischen Gesellschaft formuliert (SWR).

• Ein tragisches und unvergessliches Roadmovie (New York Times).

Die Wohnung

Ein Film von Arnon Goldfinger

Arnon Goldfinger sagt über seinen Film: „Er entwickelt seine

Geschichte wie ein Detektivfilm. Insofern sollte man nicht allzu

viel vorab verraten. In Israel waren die Menschen, die ihn ihren

Freunden empfehlen wollten, peinlich darauf bedacht, nur das

Nötigste über seine Geschichte zu erzählen.

Wenn ich einen Film mache, bin ich darauf gefasst, dass mich

das über einen langen Zeitraum beschäftigen wird. Zunächst

dachte ich ja, dass die Eigenart meiner Familie, über die Vergangenheit

kein Wort zu verlieren, einzigartig sei. Doch seit der Film

gezeigt wird, sehe ich, dass Menschen ihn mit Fragen an ihre

eigenen Eltern verlassen, die sie offensichtlich nie gestellt haben.

Oder dass andere sich darüber bewusst werden, ihren Kindern

bisher wichtige Dinge verschwiegen zu haben. Das hat für einige

Gespräche zwischen den Generationen gesorgt.

Die Wohnung meiner Großeltern hatte immer eine besondere

Bedeutung für mich. Ich wollte darin drehen, bevor sie aufgelöst

würde und die Welt, die darin konserviert war, für immer verschwunden

wäre. Die Nachforschungen bekamen eine eigene

Dynamik.“

Pressestimmen

• Psychologisch ist Die Wohnung ebenso dicht und packend wie der

Film historisch lehrreich ist. Man muss Goldfinger dankbar sein für

seinen Mut zur Subjektivität, die niemals privatistisch bleibt. Ihr Lohn

ist ein Film von seltener menschlicher Tiefe (Kölner Stadtanzeiger).

• Der detektivisch angelegte Film zieht einen in seinen Bann (SZ).

HA-ZALMANIA | Dokumentarfilm | Buch und Regie: Tamar Tal |

Israel/D 2011 | 58 min. | OmdtU

HA-SHOTER | Spielfilm | Buch und Regie: Nadav Lapid | Darsteller: Yiftach

Klein, Yaara Pelzig, Michael Moshonov | ab 16 | Israel 2001 | 112 min. | OmdtU

HA-DIRA | Dokumentarfilm | Regie: Arnon Goldfinger | Kamera: Phillippe

Bellaiche, Talia Galon | Deutschland Israel 2011 | 97 min. | OmdtU

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