MOTORRAD 09/2015

motorrad.magazin

09 17. 4. 2015 www.motorradonline.de

Deutschland 3,90 €

Dauertest 50 000 km

KTM 1190 Adventure

NAKED-VERGLEICH

BMW R 1200 R

Ducati Monster 1200

CROSSOVER-VERGLEICH

Yamaha MT-09 Tracer

Yamaha TDM 850

SPORTLER-VERGLEICH

Yamaha YZF-R1

BMW S 1000 RR

DREI DUELLE

Unterwegs:

Israel

Reportage:

Nachts in Berlin Tourentipps:

+ + Der Marken-Check:

So urteilen die Leser

+ + MotoGP aktuell:

Spessart/Rhön

WM-Führung für Rossi

ABGEFAHREN

5 Liter-V2

Produkttest: Wasserdichte Sportstiefel

Schnell, sicher, dicht?

Österreich 4,40 € Schweiz 7,70 sFr

BeNeLux 4,60 € Finnland 5,90 € Griechenland 5,70 €

Italien 5,20 € Slowenien 5,20 € Spanien 5,20 €

Kanaren 5,40 €


Classic meets Rock

Abbildung mit aufpreispflichtigen Extras

Und wie die XJR1300 Racer rockt!

Souveräne Drehmoment-Entfaltung aus luftgekühlten 1.300 ccm. Passend dazu das klassisch

sportive Caferacer-Feeling. Ein paar Features gefällig? Radabdeckung und Sitzabdeckung aus Carbon,

Seitenverkleidung aus Aluminium, schlankes Tankdesign und Clip-on Lenker. Und das Knistern der

Kühlrippen gibt es gratis. Als XJR1300 auch ohne Verkleidung lieferbar.

www.yamaha-sport-heritage.de

www.yamaha-motor.de


Z

T

U

H

M

E M A

Europäische Marken

geben den Ton an,

Yamaha im Aufwind

Chefredakteur Michael Pfeiffer über die

umfassenden Marktforschungsergebnisse

der Leserwahl „Motorrad des Jahres 2015

Wenn Sie, liebe Leserinnen und

Leser, bei der Wahl zum „Motorrad

des Jahres 2015“ mitgemacht

haben, dann haben Sie

sich vielleicht gewundert, welch großen Umfang

unser Fragebogen hat. Wir wollen ja nicht

nur wissen, welche Maschinen Ihnen am besten

gefallen, sondern erheben auch seit vielen

Jahren Ihre – selbstverständlich anonymisierten

– Meinungen zu den Marken unserer Motorradszene,

zu deren Ruf und den von Ihnen

empfundenen Eigenschaften. So erhalten wir

ein detailliertes Bild über Hersteller, die gerade

angesagt sind, oder über diejenigen, die vielleicht

bald ein Problem haben werden. Die

Aussagekraft von über 48 000 Teilnehmern ist

dabei enorm hoch.

In dieser Ausgabe von MOTORRAD wollen

wir Einblick geben, wie Sie Marken und Images

einschätzen (siehe Blickpunkt ab Seite 72).

Ganz klar wird daraus ersichtlich, wie erfolgreich

die europäischen Marken gerade sind:

BMW, KTM und Ducati – darauf stehen die

Im Blick der Leser: Die Marken-Images der

Motorradszene werden von den Teilnehmern

der Leserwahl umfassend bewertet

Foto: mps-Fotostudio

MOTORRAD-Leser. Aber, und das ist eine gute

Nachricht, auch Yamaha ist wieder schwer auf

dem Vormarsch. Die inzwischen sehr aktive

Marke baut momentan wohl genau die richtigen

Maschinen, um die Herzen der Motorradfahrer

zu erobern. Noch vor drei Jahren war

Yamaha in den Augen der Leser schlicht am

Boden, da tat sich einfach zu wenig. Das zeigt:

Man kann etwas bewegen, wenn man nur will.

Ich würde mir wünschen, dass auch Honda

wieder nach vorn kommt. Zwar passen die

NC-Modelle und auch die CBFs wunderbar,

aber im Bereich Reiseenduros und Supersportler

setzen inzwischen andere die Standards.

Da nützt es wenig, dass Honda nach wie vor in

den ebenfalls abgefragten Qualitätskategorien

wie Zuverlässigkeit, Verarbeitung und Wiederverkaufswert

weit oben steht. Es fehlen Innovationen,

neue Maschinen. Eine neue Africa

Twin eben, ein neuer Supersportler und vielleicht

mal eine Retro-Baureihe.

Wie sensibel unsere Marktforschung funktioniert,

zeigt sich bei BMW: In Sachen Zuverlässigkeit

verlieren die Bayern. Hier spielte sicher

der etwas unglückliche Dauertest der R 1200

GS eine Rolle. BMW muss nun wirklich aufpassen,

zumal der aktuelle Mega-Rückruf von

376 000 Maschinen (siehe Heft 8) die Meinung

der Leser noch gar nicht beeinflussen konnte.

Klammheimlich kommt so KTM immer weiter

nach vorn. Doch im MOTORRAD-Dauertest

war auch deren Flaggschiff 1190 Adventure

nicht ganz fehlerfrei (siehe Bilanz ab Seite 48).

Aber mechanisch wirkt die KTM inzwischen

sehr gesund. Das wird weiterhelfen.

Herzlichst Ihr

Motorräder

in diesem Heft:

150 Aprilia Moto 6.5

68 Benelli BN 302

12/28 BMW S 1000 RR

38 BMW R 1200 R

10 BMW K 1600 GTL

28 Cafémoto 003

38 Ducati Monster 1200

32 Flying Millyard

28 Harley-Davidson Fat Boy

29 Honda CB 1000 R/

Rizoma Edition

88 Kawasaki Z 750

48 KTM 1190 Adventure

122 Moto Guzzi V7 Special

29 MV Agusta F4 RC

58 Suzuki V-Strom 650 XT

152 Suzuki GSX-R 750

27 Triumph Speed Triple 94/R

26 Yamaha XJ6

26 Yamaha YZF-R6

60 Yamaha TDM 850

26/60 Yamaha MT-09

12 Yamaha YZF-R1

26 Yamaha XT 1200 Z/ZE

Super Ténéré

ZUM THEMA 3


Vergleichstest Yamaha YZF-R1 gegen BMW S 1000 RR

Leistung über 200 PS, Gewicht unter 200 Kilogramm, vollgestopft mit ausgefeiltester Bordelektronik und

veredelt durch allerfeinste Komponenten: Ein Duell auf höchstem Niveau um die Spitze der Motorradtechnik 12

Flying Millyard

Völlig abgedrehter Eigenbau mit

zwei Zylindern eines

Flugzeugmotors und

fünf Litern Hubraum

32

Dauertest

KTMs Reiseenduro 1190 Adventure

hat die 50 000 Kilometer bewältigt.

Aber wie?

48

Roadster-Vergleich

BMW und Ducati – das ist immer auch eine philosophische Frage.

Doch wie schlagen sich die beiden großen Zweizylinder BMW

R 1200 R und Ducati Monster 1200 im Alltag?

38

Fotos: Bilski, Daams, fact, Gargolov, Master, mps-Fotostudio, Wedemeyer; Titelfotos: Klaus H. Daams, Gerhard Eisenschink, fact,

Rossen Gargolov, Markus Jahn, Phil Master, mps-Fotostudio, Sven Wedemeyer

4 INHALT 9/2015


I N H A L T

9/2015

NEUHEITEN

10 Neue BMW K 1600 GTL

Der Luxustourer aus München,

als Erlkönig erwischt – jetzt mit

viel US-Straßenkreuzer-Touch

NEWS

26 Rückruf für fünf aktuelle Yamahas;

MV Agusta F4 RC kommt als stärkste

MV aller Zeiten; Eigenbau-BMW

Cafémoto 003; 25 Jahre Harley Fat Boy;

Deutsche tanken immer mehr E10

TEST+TECHNIK

12 Vergleichstest BMW S 1000 RR

gegen Yamaha YZF-R1

Die R1 ist angetreten, um die BMW vom

Supersportler-Thron zu stoßen – der Test

zeigt, ob der Putsch gelingen kann

32 Fahrbericht Flying Millyard

Allen Millyard hat wieder zugeschlagen:

Von zwölf Zylindern geht der Engländer

zurück auf nur noch zwei – aber dafür

mit fünf Litern Hubraum

38 Vergleichstest Roadster-Twins

Zwei puristische Zweizylinder: BMW

R 1200 R und Ducati Monster 1200

48 Dauertest-Abschlussbilanz

KTM 1190 Adventure

Eine abgerissene Motorhalterung,

die laut KTM keine Bedeutung hat?

Die Erklärung liefert der Dauertest

58 Fahrbericht Suzuki V-Strom 650 XT

Mit Schnabel und Speichenrädern –

die Adventure-Variante der kleinen,

vielseitigen Allzweckmaschine

60 Impression: Yamaha TDM 850

und MT-09 Tracer

Reiseenduros im Straßenfahrwerk –

wer hat’s erfunden? Eine Zeitreise zurück

zu den Anfängen der Crossover-Bikes

68 Fahrbericht Benelli BN 302

Kleiner, wuseliger Italo-Zweizylinder

mit chinesischen Wurzeln

PRODUKTTEST

80 Wasserdichte Sportstiefel

Nicht nur sportlich, sondern auch mal

bei schlechtem Wetter unterwegs?

Zehn Sportstiefel mit wasserdichter

Klimamembran im Test

GEBRAUCHTMARKT

88 Gebrauchtberatung Kawasaki Z 750

Das kleine Schwestermodell der Z 1000

hat erfolgreich die legendäre 750er-

Klasse wiederbelebt. Als Gebrauchte ist

sie zum schmalen Tarif zu haben

LEBEN

104 Warum nach Israel?

Weil das Land hinreißende Strecken bietet.

Dazu gibt es Unterricht in Geschichte

und Politik, der unter die Haut geht

112 Tourentipps für Spessart und Rhön

Sie sind unter den Top Five der deutschen

Traumreviere für Kurvenfans:

Spessart und Rhön mit Achterbahnstrecken

und Panoramen der Extraklasse

118 Interview Stephan Schaller

Der BMW Motorrad-Boss über Wachstum,

Motoren aus China, Cruiser, Motorradsport

und was BMW noch so plant

122 Nachts mit Guzzis

durch Berlin

Lange nach Feierabend:

Zwei italophile Freunde

entdecken im Licht der

Scheinwerfer ihrer alten

Guzzis Skurrilitäten und

glitzernde Geheimnisse

der Metropole

RATGEBER

130 Kaufen, Recht, Wissen

Erster Test von Dunlops neuen Enduroreifen

Trailsmart; vorgestellt: neue Helme;

Preisübersicht: Wo in Deutschland

kosten Führerscheine wie viel?

SPORT

136 MotoGP Austin/USA, Rückblick Doha

Der Auftakt in Katar war grandios – wie

ging‘s in Texas weiter? Fuhren die Ducatis

ihren ersten Sieg ein, oder konnte

Honda mit Superstar Márquez kontern?

146 Superbike-WM; 1000 Kilometer

Hockenheim; ADAC MX Masters;

Supercross-, Crosscountry- und

Freestyle-Motocross-WM

KULTBIKE

150 Aprilia Moto 6.5

Das italienische Bike vom französischen

Designer mit österreichischem Motor

RUBRIKEN

3 Zum Thema

6 Leserbriefe

30 Business-News

91 MOTORRAD-Kleinanzeigenmarkt

111 action team-Reise-Box

128 MOTORRAD-Helden-Club

131 action team-Trainings-Box

152 Rückspiegel/Impressum

153 Comic – die vorletzte Seite

154 Vorschau

Test Sportstiefel

Sie sollen sportlich aussehen, sportlich funktionieren

und trotzdem wasserdicht

sein: Zehn Sportstiefel im Praxis-

und Nässetest

Abenteuer Israel

Kein alltägliches Reiseziel, doch wider

Erwarten ein tolles Land

für Fahrgenuss und

Gesellschaftserlebnisse

Zwei Tipps zur

Frühjahrstour

Zum Nachfahren: Routen

für Kurvengenuss in

Spessart und Rhön

80

104

112

www.motorradonline.de

INHALT 5


L E S E R P O S T

Foto: Chevrolet

Mille als Basis

Fahrbericht Suzuki GSX-S 1000

MOTORRAD 8/2015, Seite 30

Endlich wieder ein Lebenszeichen von

Suzuki. Nach dem achtbaren Wiedereinstieg

in die MotoGP jetzt also schöne

Ware fürs wirkliche Motorradleben: ehrliche

Landstraßengeräte mit zwar entspannter

Sitzposition, aber trotzdem

sportlicher Abstammung. Die hübsche

Lampenverkleidung der GSR 750 habe

ich vor drei Jahren gewählt, um mir ein

ähnliches Motorrad zu bauen, allerdings

mit einer Aprilia RSV Mille als Basis.

Das Resultat ist aber doch sehr ähnlich,

zumal ich das Ganze auch in der Farbe

Blau haben wollte, siehe Foto.

Jean-Claude Chevrolet, Reinach/Schweiz

Nörgeln und loben

Leserbrief „Besserwisser“

MOTORRAD 8/2015, Seite 7

Die Redaktion von MOTORRAD hat

die Leserpost vor ein paar Jahren vom

hinteren Heftteil in den vorderen Teil

verlegt. Das nicht ohne Grund. Wir in

Deutschland gelten in der Welt als besonders

kritisch. Darauf können wir stolz

sein. Dies spiegelt sich auch in den Leserbriefen

wider. Wir Leser kritisieren, korrigieren,

nörgeln und loben. So bleibt

das Blatt lebendig und in Bewegung. Die

Journalisten sind auch im technischen

Bereich eine Instanz, die den Herstellern

und der Politik auf die Finger schaut. Und

die Leserschaft ist die Instanz, welche auf

die Journalisten schaut. In diesem Sinne,

Durch Suzuki inspiriert, auf Aprilia

aufgebaut: Naked Bike von Jean-

Claude Chevrolet aus der Schweiz

Brille absetzen, Blick schärfen, alle Erbsen

zählen und ab in die nächs ten Kurven!

In einem muss man dem Leserbriefschreiber

Olschewski an MOTORRAD zustimmen:

Macht weiter so!

Steffen Knappe, Esslingen

Kummer ersäufen

MotoGP-TV, Motorsport allgemein

MOTORRAD 7/2015, Seite 128

Der Motorsport geht langsam, aber

sicher den Bach runter! Die Bezahlmafia

Eurosport zeigt nur neun von 18 MotoGP-Rennen

im freien TV. Keine Superbike-WM

auf deutschem Boden und

keine Formel 1. Statt 24 Stunden Endurance-WM

in Oschersleben nur noch

acht. Aus Lärmschutzgründen begrenzte

Termine und Lautstärkebeschränkungen

auf den meisten Rennstrecken. Wegen

überzogener Forderungen, z. B. vom

Nürburgring, kaum noch Motorradtrainings

auf dem Ring. Da kann man sich

nur noch eine Kneipe suchen, die das

Rundum-Pay-TV-Paket hat, und seinen

Kummer in den Werbepausen ersäufen!

André Bohn, Ratingen

Trauergefärb

Test Klapphelme

MOTORRAD 7/2015, Seite 70

Herzlichen Dank für den großen Klapphelmtest.

Der kam für mich genau zum

richtigen Zeitpunkt. Nach acht Jahren

wollte ich einen neuen Helm, und nach

20 Jahren Schuberth und BMW-Systemhelm

sollte es eigentlich auch wieder ein

Schuberth C3 Pro werden. Und eins war

auch klar: kein Mattschwarz, Dunkelgrau

oder sonstiges Trauergefärb. Ein Dekorhelm

sollte es sein. Und da habe ich bei

Schuberth geschluckt. Dank Eures Tests

habe ich jetzt für weniger als ein Drittel

des Preises einen HJC mit (finde ich)

tollem Dekor. Und mit dem gesparten

Geld fahre ich nun einige Tage in die

Dolomiten. Danke dafür!

Peter Hubig, München

Tabledance

Termine-Booklet

MOTORRAD 7/2015

Vielen Dank für das Aufhellen unserer

Stimmung an einem verregneten März-

Sonntag: Denn seit der Lektüre Eurer

Veranstaltungstipps im Booklet auf Seite

11 wissen wir endlich, dass Tabledance

zu einem familienfreundlichen Ambiente

gehört.

Oliver Huckschlag, Bad Oeynhausen

Als Frau nicht ernst

Servicetest Inzahlungnahme

MOTORRAD 5/2015, Seite 66

Interessanter Bericht der Tester im Tarnanzug!

Die Kritiken für die getesteten

Verkaufshäuser bzw. Verkäufer sind recht

positiv ausgefallen. Unterwegs waren

hier allerdings zwei Jungs. (Die beiden

Kollegen werden sich über diese Bezeichnung

sehr freuen. Red.) Ich habe da ganz

andere Erfahrungen gemacht, gerade

wieder zu Beginn der diesjährigen Saison.

Zusammen mit einer Freundin war

ich unterwegs „Mopeds kucken“ und habe

dabei leider mehrmals erlebt, als Frau

nicht ernst genommen zu werden. Man

wollte uns ’nen Chopper oder ein Naked

Bike verkaufen, mehr ginge eh nicht.

Traut man uns nichts zu?! Vielleicht auch

wegen der Körpergröße (1,62 m), ich

bin mir da nicht ganz sicher. Seine Meinung

änderte der Verkäufer erst, als der

Ehemann meiner Freundin und mein

Partner plötzlich neben uns standen.

Der Besuch bei einem BMW-Händler

brachte uns am gleichen Tag allerdings

doch noch ein Erfolgserlebnis. Der Verkäufer

dort erklärte uns auf Anfrage eine

tiefergelegte 1200er-GS und bot uns

auch eine Testfahrt an – Daumen hoch,

tolle Beratung! Inzwischen fahren meine

Freundin und ich BMW, F 650 und F 700.

Wie wäre es, wenn MOTORRAD beim

nächsten „Tarntest“ von Motorradverkäufern

mal Mädels ins Rennen schickt?

Claudia Heinzmann, Vaihingen/Enz

6 LESERPOST 9/2015


Super gehypt

Top-Test Yamaha YZF-R1

MOTORRAD 8/2015, Seite 16

Nun hat MOTORRAD die super gehypte

Marketing-MotoGP-R1 – Rossi hatte

seine Hand drauf – endlich getestet.

Großartig! Nein, sie klingt nicht nur wie

ein V4, sie hat auch endlich die Leistungskurve

der 1199 von Ducati. Nur

nicht mit so wenig Drehzahl. Ich weiß,

ich weiß, das haben Sie schon selber

gedacht, als Sie das Ding auf dem Prüfstand

hatten. Es fühlt sich auch großartig

an, ich weiß.

Herzlichen Glückwunsch, Yamaha, ein –

ernst gemeint – sicher geiles Motorrad.

Aber mit dieser Motorabstimmung, das

geht nicht: mit fallender Drehmomentkurve

im mittleren Bereich – das kann ja

die Panigale schon im Stand besser.

Daniel Müller, Diekholzen

Absolut perfekt

Top-Test KTM 1290 Super Adventure

MOTORRAD 7/2015, Seite 16

Liebe KTM-Konstrukteure, für knapp

20 000 Euro muss das Bike absolut perfekt

sein. Ein zu bemängelnder Hauptscheinwerfer

und Pendelneigung bis unter

100 km/h gerade bei voll bepackter

Maschine? Zitat der besseren Hälfte:

„Das geht ja gar nicht.“

Das Konzept ist für mich stimmig, und

der Motor und Details wie das Kurvenlicht

begeistern. Ich wünsche viel Erfolg

beim kontinuierlichen Verbesserungsprozess

und freue mich auf Version 2.0

der Super Adventure.

Stephan Zenglein, Hausen

Lamm im Sack

BMW-Rückruf und Top-Test KTM

1290 Super Adventure

MOTORRAD 7, 8/2015, Seite 16, 26, 28

Bei BMWs können Hinterradträger brechen,

worüber auf insgesamt drei Seiten

berichtet wird – gut so. Bei KTMs können

komplette Bremsanlagen, vorne und

hinten, ausfallen. Das wiederum erfahren

wir Leser nur sehr dezent im Kasten

„Kurz notiert“. Wo bleibt da die Verhältnismäßigkeit?

(Bei BMW sind allein in

Deutschland 81 000 Maschinen betroffen,

bei KTM nur ca. 1500. Red.)

Dann kaufe ich mir doch lieber die neue

KTM Superduper Adventure, 160 PS

stark, 250 km/h schnell. Dumm nur, dass

der Hobel ab 150 km/h wackelt wie

ein Lämmerschwanz – steht das auch im

Prospekt, oder kaufe ich da das Lamm

im Sack?

Bernhard Metzdorff, Eitelborn

Kopf und Kragen

BMW-Rückruf

MOTORRAD 7, 8/2015, Seite 26, 28

Seitdem man sich in München entschlossen

hat, in kürzesten Abständen

neue, hoch entwickelte Modelle auf den

Markt zu schießen, ist die sprichwörtliche

BMW-Qualität und -Zuverlässigkeit

weit unter den Durchschnitt gesunken.

Besonders tragisch ist, dass es nicht

kleine belanglose Fehler sind, sondern

die ganz großen Fehlkonstruktionen,

die nicht nur uns Biker, sondern auch

BMW Kopf und Kragen kosten können.

Stoßdämpferbrüche, Getriebeschäden

und gerissene Radträger zeigen, dass

quer durch die Basisentwicklung nachlässig

gearbeitet wird. Da können alle

Mess- und Fahrwerte Spitzenplätze erreichen;

wenn Sicherheit und Zuverlässigkeit

in so erschreckendem Maße auf

der Strecke bleiben, hat BMW bald den

traurigen Ruf des Starfighters unter

den Motorrädern. Bis BMW reagiert und

wieder zur alten Qualität zurückfindet,

wird noch viel Zeit vergehen. Das einzig

Mehr Fahrspass,

Mehr sicherheit,

Mehr Kontrolle!

Der neue HC 3 Radial Geberzylinder von MAGURA

verbessert die Brems- und Kupplungskontrolle

beeindruckend. Custombike-Experten und Rennsport-Profis

bestätigen, dass die patentierte und

innovative Hard Core Technology Maßstäbe setzt.

Der HC 3 begeistert komfort- und sicherheitsbewusste

Motorradfahrer.

Jetzt online informieren unter hc3.magura.com

hc3.magura.com


L E S E R P O S T

Gute an dem aktuellen Fall ist, dass er

BMW vielleicht zum Richtungswechsel

veranlasst. Bis dahin fahre ich meine

alte RT weiter, die aus einer anderen,

besseren Zeit stammt.

Uli Schnitkemper, Münster

Unglücklich

BMW W3 und BMW-Rückruf

MOTORRAD 8/2015, Seite 8, 28

Ihr Bericht über die Pläne von BMW war

aus technischer Sicht hochinteressant.

Aber in diesem Heft eher unglücklich

platziert. Einerseits der Bericht über

einen, wenn nicht sogar den größten

Rückruf aller Zeiten in der Branche und

gleichzeitig neue Hirngespinste. Der

wievielte Rückruf von BMW in letzter

Zeit war das jetzt eigentlich? Und immer

ziemlich gravierende Probleme: mal

hoppelnde Kupplung und Ölverluste am

Wasserboxer, mal blockierende Dämpfer

usw. Es wäre schön, wenn BMW seine

Produkte nicht als grüne Bananen auf

den Markt werfen und dann beim Kunden

fertig entwickeln würde.

Und ein W3-Motor wäre natürlich spannend,

aber extrem problematisch, nicht

nur hinsichtlich der Ventilsteuerung,

sondern vor allem bezüglich der Kühlung.

Bei dem Hubraum und der Leistung

dürfte eine reine Luftkühlung ausscheiden,

und ein Wasserkühler hätte

beachtliches Format. Sollte BMW so ein

Bike tatsächlich jemals bringen, dann

bitte so, wie von Stefan Kraft gezeichnet.

Frank Westphal, Berlin

Allesamt schön

BMW W3 und Einsteiger Spezial

MOTORRAD 8/2015, S. 8, 44, 56, 70, 98

Auch weil der Aufmacher mit der dreizylindrigen

W3-BMW ein offensichtlicher

Aprilscherz ist (Die Überlegungen bei

BMW sind nach unseren Recherchen

kontakt

Bitte geben Sie bei E-Mails

und Leserbriefen Name und Wohnort an.

Fragen und Post an die Redaktion

Leser-Service: Iris Schaber. Telefonische Anfragen dienstags und

donnerstags von 10.00 bis 12.00 Uhr unter 07 11/1 82-12 25.

Noch besser ist es, wenn Sie Ihre Frage schriftlich stellen:

Re daktion MOTORRAD, Stichwort Leser-Service, 70162 Stuttgart,

Fax 07 11/1 82-17 81, E-Mail: leserbriefe_mrd@motorpresse.de

Nachbestellung von Einzelheften

Telefon 07 11/32 06 88 99, Telefax 07 11/1 82-25 50.

Bitte Bankverbindung angeben.

Ausverkauft, nicht gefunden?

Ihr Zeitschriftenhändler besorgt Ihnen MOTORRAD meist für den

nächsten Tag.

Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu

kürzen.

durchaus real. Red.), kamen die für mich

wichtigeren Seiten etwa ab der Hälfte

des Hefts. Ich bin Ihnen sehr dankbar

für dieses Beinahe-Sonderheft zu den

48-PS-Motorrädern und der Bedeutung

des A2-Führerscheins. Diese zirka 20

Seiten haben ein Dutzend Motorräder

gezeigt, die allesamt schön sind, auf ihre

Art vernünftig und zu guter Letzt auch

noch bezahlbar. Dagegen ist Ihr W3-

Aprilscherz schon so realistisch aufgemacht,

dass es einen nicht wundern

würde, wenn ein solches Ding tatsächlich

gebaut werden würde, alleine weil

es technisch machbar wäre.

Karlheinz Bayer, Bad Peterstal

Noch keine 18

Einsteiger Spezial, Führerschein

MOTORRAD 8/2015, Seite 72

Die Erklärung der Motorradführerscheine

im Kasten auf Seite 72 ist sehr

aufschlussreich und verständlich. Leider

ist eine Aussage nicht ganz korrekt – wie

eigentlich immer, wenn es um dieses

Thema geht. Ihr schreibt: „Wer seinen

Autoführerschein (Klasse B, früher 3) vor

dem 01.04.1980“ usw. Das ist insofern

nicht korrekt, dass es nicht den Autoführerschein

Klasse 3, sondern die Klasse 4

(damals u. a. für Kleinkrafträder bis 50

cm³) betrifft.

Somit können auch Menschen, die

zwischen 01.04.1962 und 31.03.1964

geboren sind und die Klasse 4 bis zum

31.03.1980 erworben haben, ebenfalls

die Klasse A2 unter erleichterten Bedingungen

machen, obwohl sie den Autoführerschein

in dieser Zeit nicht machen

konnten, weil sie noch keine 18 Jahre

alt waren.

Alfred Pfänder, Langerringen

Alfred Pfänder hat recht, unsere Darstellung ist

so nicht 100-prozentig vollständig. Wobei die

Zahl derer, die ihre Klasse 4 (vor der Klasse 3, in

welcher die Klasse 4 enthalten war) im fraglichen

Zeitraum erworben haben, gering sein dürfte

und von daher gern unter den Tisch fällt – auch

aus Gründen der besseren Verständlichkeit des

durchaus komplexen Themas. Red.

Punkte verloren

Vergleichstest KTM 1290 Super

Adv. gegen BMW R 1200 GS Adv.

MOTORRAD 8/2015, Seite 48

Ich denke mal, dass es der wunderbaren

südfranzösischen Landschaft geschuldet

ist, wenn den Testern völlig entgangen

ist, dass die eine Kandidatin mit einer

dreckschleudernden, wartungs- und

pflegeintensiven Kette antritt, während

die andere mit einem State-of-the-Art-

Kardanantrieb daherkommt, der weder

Dreck noch andere Probleme bereitet.

Weder im Text noch in den Daten taucht

der Begriff Kardan auch nur auf. Auf

diese Weise gehen der BMW zirka 20

Pluspunkte verloren.

Richard Claus, Worms

Die Tester waren sich der Tatsache selbstverständlich

bewusst, dass die BMW einen Kardan

hat. Die BMW bekommt dafür bei Wartung/

Handhabung fünf Punkte mehr als die KTM. Die

Funktion fließt auch bei vielen Kriterien mit ein,

etwa bei Schaltung oder Federungsverhalten. Die

Kritik, dass das in Text und Daten hätte erwähnt

werden können, ist allerdings berechtigt. Red.

Falsch aufgefasst

Investoren der Zubehörketten

MOTORRAD 7/2015, Seite 30

Vielen Dank für den informativen Bericht

über Hein Gericke und Paul Liao! Leider

mussten wir feststellen, dass wir Eure

Frage nach den „namhaften Markenartiklern

in unserem Sortiment“ wohl ein

wenig falsch aufgefasst hatten. Wir sind

davon ausgegangen, dass Ihr aus Platzgründen

nur einige Beispiele der allerwichtigsten

Marken in unserem Angebot

nennen möchtet. Allerdings hat sich

beim Lesen des Artikels herausgestellt,

dass Ihr wohl gerne den Großteil unserer

Markenanbieter für Eure Leser benennen

wolltet. Dem kommen wir hiermit gerne

noch nach. Unsere Kunden finden in allen

Hein-Gericke-Stores und im Onlineshop

u. a. hochwertige Artikel folgender

Marken. Bekleidung: Alpinestars, Bullson,

Craft, Dainese, Daytona, Eska, Goodyear,

Hein Gericke, Hiprotec, Macna, Oxford,

ProSports, Red Torpedo, Richa, SaS-Tec,

SIXS Carbon Underwear, Speedware, TCX

und Tuareg.

Helme: Arai, HJC, LS2, Nolan, O’Neal,

Schuberth und Takai.

Technik/Gepäck: ABM, ABUS, Albrecht,

Akrapovic, Arrow, Autosol, Baas Bike

Parts, Bodystyle, Champion, Coocase,

DC Afam, EBC, FechterDrive, Fehling,

Garmin, Giannelli, GIVI, Helly, Highsider,

Kern-Stabi, K&N, LeoVince, Midland, Motul,

Muc-Off, NGK, Paaschburg & Wunderlich,

Performance, Philips, Pinlock,

ProGrip, Proxxon, RK, S100, SaS-Tec,

Scott oiler, Shark, Shine, streetline, SW-

Motech, tecMate, Termignoni, TomTom,

WD40 und Wilbers.

Harald Englert, Hein Gericke, Düsseldorf

8 LESERPOST 9/2015


ALLE STRASSEN,

EIN MOTORRAD

Vielseitiger geht’s kaum: Mit der Versys 650 sind Sie überall bestens

unterwegs. Im Verkehrsgewühl der Großstädte genauso wie auf der Tour

zum Nordkap. Jetzt mit neuem Design und vielen technischen Updates.

Sofort ausprobieren: Ihr Kawasaki-Vertragspartner erwartet Sie schon!

ABS

(Anti-Blockier-System)

A2-Führerschein-konform

(mit optionalem Umrüstkit)

Weitere Infos: www.kawasaki.de

www.facebook.com/kawasaki.deutschland


Der N E U H E I T E N

Paparazzo

BMW lässt nicht locker: Vor einigen Tagen

fuhr unserem Erlkönigfotografen der Prototyp

einer neuen K 1600 vor die Linse. Die Maschine

sieht schon fast fertig entwickelt aus

THIS IS NOT

BAVARIA

+++ Bayerns Luxustourer wird amerikanisch +++ Koffer im Bagger-Style +++ seitliche

Verkleidung neu gestylt +++ Schalldämpfer weit nach unten gezogen +++ Tankabdeckung,

Sitzbank und Rücklicht ebenfalls überarbeitet +++

Von Michael Pfeiffer; Fotos: bmh-images, BMW

BMW baut mit der K 1600-Baureihe

(K 1600 GT und K 1600 GTL/GTL

Exclusive) den derzeit einzigen

Reihensechszylinder in Serie. Der

seidenweiche und klangstarke Antrieb war

aber nicht das vornehmste Ziel der ersten

Überarbeitung der auf den US-Markt ausgerichteten

Luxusvariante des Luxustourers

namens GTL Exclusive. Eher schon die im

BMW-Sprech Karosserie genannte Kunststoffverschalung.

So wirkt die neue Verkleidung deutlich

zerklüfteter und sogar einen Hauch sportlicher.

Auf den ersten Blick scheint jedes

Teil neu gestaltet. Vom Kotflügel vorne über

die Spiegel, Tankverkleidung und Sitzbank

bis hin zum Rücklicht wurde die GTL neu

eingekleidet. Auffallendste Änderung:

die Auspuffanlage. Sie wurde frech vergrößert,

kühn schräg abgeschnitten und mutig

flach verlegt. Das erzeugt Raum für die

Bagger-Style-Koffer, deren Look aus den

USA nun direkt zu uns schwappt. Dabei

wird die Hecklinie nicht mehr nach hinten

hochgezogen, sondern verjüngt sich

und verläuft wie bei einem Insekt eher

nach unten.

Trotz allem wird die mächtige Sechszylindermaschine

weiter sportlich zu

bewegen sein. Auch wenn die bayerische

Wuchtbrumme jetzt noch eindeutiger

den US-Boys Freude machen soll.

www.motorradonline.de/bmw

10 TEST+TECHNIK 9/2015


Flott ums Eck: Der BMW-Testfahrer lässt es laufen. Von

vorn wirkt die K 1600 GTL nach wie vor dynamisch

Kühn schräg geschnitten: Die Auspuffanlage dominiert

mehr als zuvor mit mutigen schrägen Enden

Europa-Style: Bisher kam die K 1600 auch als luxuriöse GTL

Exclusive-Variante sportlicher daher als die neue Version

www.motorradonline.de


T E S T + T E C H N I K

Vergleichstest BMW S 1000 RR gegen Yamaha YZF-R1

BMW S 1000 RR

12 TEST+TECHNIK 9/2015


WHEEL

IN THE SKY

Mit mehr als 200 PS und weniger als 200 Kilogramm

kann es schon passieren, dass einem das

Vorderrad gen Himmel schnappt. Der aktuelle

Anlass für dieses Aufgebot an Dynamik: Die

neue Yamaha YZF-R1 tritt an zu einem ersten

Vergleichstest gegen die etablierte, für dieses

Jahr gründlich überarbeitete BMW S 1000 RR.

Von Ralf Schneider; Fotos: fact

YAMAHA YZF-R1

TEST+TECHNIK 13


YAMAHA

Die neue YZF-R1 wurde nicht nur

von Yamaha-Fans lange erwartet,

sondern auch von BMW. Seit der

letzten Überarbeitung der Kawasaki

ZX-10R im Jahr 2011 ist die R1 das erste

Supersportmotorrad eines großen japanischen

Herstellers, noch dazu ein von Grund

auf neu entwickeltes. Das sorgte für Hochspannung

bei BMW und gab Anlass, die

S 1000 RR gründlich zu überarbeiten, um

sie gestärkt ins Rennen gegen die neue

Rivalin zu schicken.

Obgleich die Überarbeitung nicht nur

den Motor betrifft, genießt er doch besondere

Aufmerksamkeit bei Motorradfans, besitzt

am meisten Prestigepotenzial. Zumal

Yamaha die Leistung der R1 mit 200 PS angibt,

während die BMW-Angabe mit 199 PS

unter dieser Grenze bleibt. Stecken dahinter

Understatement und Diplomatie, oder symbolisiert

der kleine Unterschied ein größeres

Ereignis, eine Änderung der Machtverhältnisse?

Um dies zu klären, mussten

die Konkurrentinnen vor den Testfahrten

Trotz rückläufiger Verkaufszahlen:

Supersportler bleiben die Krone

der Motorradschöpfung

auf dem MOTORRAD-Prüfstand nach dem

bewährten, Vergleichbarkeit schaffenden

Prozedere ihre Leistung offenbaren.

Die Yamaha musste als Erste ran, übertraf

mit 202 PS die Werksangabe um zwei, das

angekündigte maximale Drehmoment mit

115 Nm gar um drei Einheiten. Es lag noch

dazu um 2700/min früher an als angegeben.

Der Grund für diese Abweichung ist in

dem breiten Drehmomentplateau zu finden,

das der R1-Vierzylinder zwischen 8500

und 12 200/min aufbaut; hier liegt das

Drehmoment beständig über 110 Nm, und

abhängig von kleinen Motor- und Messtoleranzen

liegt das Maximum eben mal bei

dieser, mal bei jener Drehzahl. Die Tester

waren beeindruckt.

Dann bekam die BMW Gelegenheit,

nachzulegen. Sie tat es. Und wie. Nicht nur

in der Spitzenleistung, die auf exorbitante

14 TEST+TECHNIK 9/2015


YZF-R1

Kopf tief, Arme leicht

gebeugt: So lenkt sich

die R1 mit der Präzision

eines Zirkelschlags

208 PS emporschnellte. Und nicht nur in

der Drehmomentspitze, die 119 Nm erreichte,

sondern auch im unteren Drehzahlbereich

zwischen 4500 und 8000/min.

Hier legte die BMW bis zu 10 PS und 20 Nm

zwischen sich und die Yamaha.

Weiter ging es auf der Straße. Weil der

Winter in Deutschland seine Herrschaft zäh

verteidigte, testete MOTORRAD in Spanien,

im Hinterland der Costa Dorada, wo die

hügelige Topografie im Zusammenspiel mit

EU-Fördergeldern wunderschöne Straßen

entstehen ließ. Immer kurvig, mal schmal

mit engen Radien, mal breit in weiten

Schwüngen gezogen, meist tadellos asphaltiert.

Wo nicht, sind sie von selektiven

Bodenwellen durchzogen. Ein Paradies,

auch für Supersportler.

Im öffentlichen Verkehr dürfen sie nicht

ihre ganze Macht entfalten, doch ihre

Souveränität und Präzision, die hohe Qualität

ihrer Federelemente und anderer Komponenten

begeistern stets aufs Neue. Für

den Autor repräsentieren diese Motorräder

noch immer die Krone der Schöpfung.

Selbst hochwertige Crossover-Modelle wie

die Ducati Multistrada profitieren von der

Technik, die zuerst in Sportlern unter extremen

Anforderungen, Geschwindigkeiten

und Belastungen erprobt wurde.

Die Yamaha ist ganz und gar durchdrungen

vom Streben nach Fahrdynamik.

Mehr noch als die BMW, die ihren Fahrern

ab und zu ein Quäntchen mehr Alltagstauglichkeit

gönnt. Das fiel schon nach

kurzer Strecke und dem ersten Motorradtausch

anhand der Ergonomie der beiden

auf. Auf der BMW sitzt der Fahrer tiefer, mit

vergleichsweise engem Kniewinkel, aber

recht hoch montierten Lenkerhälften. Auf

der Yamaha müssen – angenehm für langbeinige

Fahrer – die Knie wegen der hohen

Sitzbank und der etwas tiefer montierten

Fußrasten längst nicht so stark angewinkelt

werden. Dafür sind die Lenkerhälften

tief platziert, gerade einmal 2,5 Zentimeter

Angebote zu

diesen Motorrädern

finden

Sie hier:

motorradonline.de/201509012

Neben den Ähnlichkeiten

mit der MotoGP-M1

zeigt sich hier die Komplexität

der Abgasanlage

www.motorradonline.de


BMW S 1000 RR

Auf der S 1000 sitzt es sich

aufrechter als auf der R1

Vergleichstest Supersportler

höher als die Sitzfläche – die Angabe

im Top-Test (Ausgabe 8/2015) rückte sie

irrtümlich einen Zentimeter weiter nach

oben. So oder so, dieses Arrangement bedingt

eine tief gebeugte Haltung, und die

wirkt als eine ständige Aufforderung zum

engagierten (Schnell-)Fahren. Man kommt

ihr gerne nach, wann immer es geht, der

Tag jung ist und man sich selbst noch nicht

alt fühlt. Doch im erzwungenen Bummelverkehr

oder in der aufkeimenden Erschöpfung

nach einem langen Fahrtag zieht es

einen eher auf die BMW.

Weitere Erkenntnisse zum Charakter der

beiden Motorräder: Beide erlauben schaltfaules

Fahren, die S 1000 allerdings zwei

Gänge höher. Auf der R1 bekommt der Fahrer

wegen des geringen Drehmoments in

der Mitte und der relativ langen Gesamtübersetzung

den Eindruck, besser in den

unteren drei Gängen zu bleiben. Ein Gefühl,

das die Durchzugswerte bestätigen. Sie

werden zwar mit voll aufgerissenem Gas im

höchsten Gang ermittelt und repräsentieren

die ins Extrem getriebene Forderung

nach starkem Antritt aus dem Drehzahlkeller.

Doch obwohl in der Praxis nur selten

stur im letzten Gang beschleunigt wird, die

Unterschiede also nicht ganz so stark zutage

treten, geben sie die Verhältnisse richtig

wieder. Der dezent pulsierende V4-Klang

des Crossplane-Reihenmotors verleitet zusätzlich,

ihn mit höheren Drehzahlen zu

fahren als einen normalen Reihenmotor.

Weniger signifikant als die Durchzugswerte

sind die Unterschiede in der Beschleunigung.

Im Bereich von 200 PS bringt

ein geringes Plus an Spitzenleistung kaum

mehr Vortrieb: Bis 200 km/h gewinnt die

BMW ganze drei Zehntelsekunden, und die

muss ein versierter Fahrer trotz Rennstartassistent

und Wheeliekontrolle auch erst

einmal mit der üblichen Kupplungs- und

Gasgriffzauberei realisieren. Weit wichtiger

für Alltag und Rennstrecke als die schiere

16 TEST+TECHNIK 9/2015


Luftführung ist ein wichtiges

Thema. Wie die

„Karosserie“ der S 1000

deutlich zeigt

Beschleunigung ist das Ansprechverhalten

des Motors. Der Vergleich beider Maschinen

in verschiedenen Modi zeigt, dass bei

der BMW die direkte oder, wenn man so

will, härtere von zwei Varianten immer noch

sanfter anspricht als die sanfteste von drei

www.motorradonline.de


YAMAHA YZF-R1

BMW S 1000 RR

Durchbrochene Gabelbrücken geizen

mit jedem Gramm. Das Anzeigeinstrument

der R1 (unten) ist besser ablesbar

als das der S 1000, ausgenommen der

analoge Drehzahlmesser

YAMAHA YZF-R1

Vergleichstest Supersportler

Yamaha-Varianten, die zudem mit einer Reduzierung

des Drehmoments einhergeht.

Wer also die volle Zugkraft der R1 nutzen

will, muss das Gas mit viel Gefühl anzupfen,

wenn er nicht trotz tadelloser Mechanik des

Antriebsstrangs einen harten Lastwechsel

provozieren möchte. Das stört vor allem auf

unbekannten Strecken, wo man öfter mit

dem Gas spielen muss.

Ein Hauch von Tourist

Trophy, weitere Wheelie-

Spiele inklusive

Dafür verwöhnt der neue R1-Motor mit

fast perfekter Laufkultur. Der Vierzylinder

mit Crossplane-Kurbelwelle zündet zwar in

ungleichmäßigen Abständen, vibriert aber

weniger und weicher als der BMW-Vierzylinder

mit konventioneller Zündfolge. Die

Ausgleichswelle, welche die Yamaha-Ingenieure

wegen der besonderen Motorkonfiguration

für unverzichtbar halten, leistet

sehr gute Dienste. Die BMW-Entwickler haben

bewusst auf eine Ausgleichswelle verzichtet,

um interne Leistungsverluste zu

minimieren. Angesichts dessen ist die Laufruhe

der BMW wiederum beachtlich.

Was den Klang betrifft, so hält sich die

R1 zu sehr zurück. Dank der ungewöhnlichen

Zündfolge tönt sie sowieso tiefer als

die BMW, und ihr Rhythmus dürfte sich gerne

lauter hören lassen. Doch der Yamaha-

Auspuff dämpft stärker als die neue BMW-

Anlage, die ohne Vorschalldämpfer aus-

18 TEST+TECHNIK 9/2015


Bremszangen mit einteiligem Korpus,

radial verschraubt, ausgeklügeltes

Strebewerk am Gabelfuß – ein Standard

bei den Supersportlern, der aber

durchaus Variationen zulässt

Bei beiden Motorrädern ist das Umdrehen

des Schaltschemas eine Kleinigkeit.

Was die Funktion der Schaltassistenten

betrifft, hat BMW die Nase vorn

– beim Hoch- und Herunterschalten

Wie im Top-Test (Heft 8/2015) gezeigt,

ist das Verkratzen der R1-Schwinge ohne

vorsorglich angebrachte Abdeckung

unvermeidlich (unten), bei BMW ist diese

netterweise serienmäßig

kommt. Diese besitzt ein heiseres Timbre

und entfaltet ein aufreizendes Gebrüll bei

hohen Drehzahlen. Beim Schließen des

Gasgriffs wird die Benzinzufuhr auch nicht

sofort unterbrochen; einige winzige, absichtlich

eingespritzte Sprittröpfchen sorgen

für sattes Auspuffbrabbeln, das einen

Hauch von Formel 1 in der Bremszone

verbreitet. Störend laut wird das nie. Aber

die BMW klingt, als wäre sie ein aggressives

Biest, die Yamaha täuscht dagegen den

zufriedenen, satten Brummbären vor.

Was sich wie Benzinverschwendung

anhört, macht sich beim Verbrauch so gut

wie nicht bemerkbar. Auf gleicher Strecke

mit gleichem Tempo im ständigen Wechsel

von denselben Testern gefahren, brauchte

die S 1000 auf 100 Kilometer 0,4 Liter weniger

als die R1. Weil sie zudem etwas mehr

Tankvolumen besitzt, schafft sie mit einer

Tankfüllung auch fast 30 Kilometer mehr

als ihre Konkurrentin.

In diesen Ergebnissen zeigt sich, wie ausgereift

die S 1000 RR mittlerweile ist, denn

nur durch emsige Detailarbeit kann ein

Motor zugleich mehr Spitzenleistung und

eine fülligere Drehmomentkurve erhalten,

und das alles bei tendenziell sogar geringerem

Benzinverbrauch (siehe MOTORRAD

25/2014). Der hohe Reifegrad der BMW-

Technik offenbart sich auch in Details wie

dem Schaltassistenten, der längst nicht

mehr nur ein Rennstreckengimmick ist.

Hoch wie herunter gefällt der Schaltassistent

Pro mit weichen Gangwechseln. Hat

man doch einmal beim Herunterschalten

das Getriebe gequält, waren die Drosselklappen

noch ein wenig offen. Wer konsequent

das Gas schließt und nicht kuppelt,

braucht einfach nur die Gänge durchzusteppen,

den Rest erledigt die Elektronik. Bis hin

zu akkurat dosierten Gasstößen beim Zurückschalten

in den ersten Gang, um das

Schleppmoment des Motors zu moderieren.


Ein Foto mit Symbolcharakter:

Da ist Zug

dahinter

BMW S 1000 RR

YAMAHA YZF-R1

Assistenzsysteme im Überblick

FAHRMODUS: RAIN SPORT RACE SLICK

ENGINE – MOTOR

Leistung reduziert maximal maximal maximal

Ansprechverhalten weich direkt direkt direkt

Motorbremse maximal maximal maximal reduziert

RACE ABS – ANTIBLOCKIERSYSTEM

Race ABS an an an an

Kombibremse maximal maximal hinten red. weiter red.

ABS am Hinterrad an an an aus

Stoppie-Kontrolle maximal maximal reduziert aus

DTC – TRAKTIONSKONTROLLE

Eingriff maximal mittel minimal minimal

Wheelie-Kontrolle maximal maximal mittel aus

Individuelle Einstellung aus aus aus –7 bis + 7

DDC – SEMIAKTIVE DÄMPFUNG

Individuelle Einstellung –7 (weich) bis +7 (straff)

Originaleinstellung Road Road Dynamic Track

FAHRMODUS*: A B C D

PWR – Stufen 1–4

(Motorleistung und Ansprechverhalten)

TCS – Stufen 1–9

(Traktionskontrolle)

SCS – Stufen 1–3 und „Aus“

(Driftkontrolle)

LCS – Stufen 1–2 und „Aus“

(Rennstart-Assistent)

QSS – Stufen 1–2 und „Aus“

(Schaltassistent)

LIF – Stufen 1–3 und „Aus“

(Wheelie-Kontrolle)

* Werkseinstellungen

1 2 3 4

1 2 3 4

1 2 3 Aus

1 2 Aus –

1 2 Aus –

1 2 3 Aus

Was in der Tabelle

nicht auftaucht: In allen

Modi funktioniert

ein Tempobegrenzer

für die Boxengasse,

der auf unterschiedliche

Drehzahlen voreingestellt

und durch

Drücken des Startknopfes

aktiviert

wird. Die Launch Control

für optimale

Rennstarts kann nur

in den Modi Slick und

User aktiviert werden.

Weil der User-Modus

in allen Funktionen frei

programmierbar ist,

wird er in der Tabelle

nicht gezeigt.

Hier sind nur die

Werkseinstellungen

abgebildet, jedes Modul

kann in jedem

Modus allerdings auch

im Rahmen der vorgesehenen

Einstellmöglichkeiten

verändert

werden. Es wäre

also auch möglich,

den defensiv vorkonfigurierten

C-Modus zu

einem Rennmodus für

einen zweiten Fahrer

zu machen.

Vergleichstest Supersportler

Bei der R1 arbeitet der Schaltassistent

nur beim Hochschalten. Seine Funktion

ist in zwei Stufen einstellbar, doch auch in

der Stufe mit den längeren Schaltzeiten

gelingen im Alltagsverkehr nicht immer

geschmeidige Gangwechsel. Bei voller Beschleunigung

auf der Autobahn oder Rennstrecke

arbeitet das System jedoch perfekt.

In Sachen Motor und Antrieb ist das

Verhältnis zwischen BMW und Yamaha vergleichbar

mit dem von Honda und Yamaha

in der MotoGP-WM. Ein paar PS weniger

haben die YZR-M1 aber selten davon abgehalten,

Rennen zu gewinnen. Selbst in den

Duellen gegen das übermächtig scheinende

Duo Marc Márquez und Honda RC 213 V

war der Tempoüberschuss, den die Yamahas

in der ersten Phase einer Kurvenfahrt

ermöglichen, schon oft zu beobachten.

Und die R1, die viele ihrer Anlagen auf die

M1 zurückführt, fühlt sich so an, als könnte

sie dies auch – ein kaum glaubliches Tempo

durch die Kurven nehmen. Der Grund dafür

liegt in ihrer sensationell sicheren Vorderradführung,

ihrer Präzision in Lenkverhalten

und Rückmeldung.

Die S 1000 ist komfortabler gefedert und

gedämpft, was ihren Fahrern auf der Landstraße

zugutekommt. Einige Proberunden

auf der Rennstrecke von Alcarràs zeigten,

dass die komfortablere Abstimmung ihrer

Federelemente dort gewöhnungsbedürftig

ist. Die Federbewegungen vorn gaben den

Testern zunächst das Gefühl, die Linie nicht

exakt zu treffen, und die Hinterhand geriet

beim harten Beschleunigen ins Pumpen.

20 TEST+TECHNIK 9/2015


Mit Doppelkupplung

fahren ist wie ...

Sagen Sie es uns!

Nach einer ausgiebigen Probefahrt.

Erleben

Sie ein

einzigartiges

Fahrgefühl.

Exklusiv bei

unseren

Testfahr-Tagen.

Mehr Informationen zur Honda Doppelkupplung

und den Terminen auf www.sportlicherschalten.de

Selbstverständlich beraten Sie auch unsere

Motorrad Händler individuell.

www.sportlicherschalten.de


145

115

100

85

70

55

40

25

10

Daten und Messwerte

MOTOR

FAHRWERK

205

200

195

190

185

180

175

170

165

160

155

150

145

140

135

130

125

120

115

Bauart Vierzylinder-Viertakt-

110

Vierzylinder-Viertakt-

105 Reihenmotor 100 Reihenmotor

Einspritzung 4 x Ø 48 mm 95

4 x Ø 45 mm

90

Kupplung Mehrscheiben-Ölbad- 85 Mehrscheiben-Ölbadkupplung

80(Anti-Hopping)

kupplung (Anti-Hopping)

75

Bohrung x Hub 80,0 x 49,7 mm 70 79,0 x 50,9 mm

65

Hubraum 60 999 cm³ 998 cm³

55

Verdichtung 13,0:1 50

13,0:1

45

Leistung 146,0 kW (199 PS) 40 147,1 kW (200 PS)

bei 13 500/min 35

bei 13 500/min

30

Drehmoment 113 Nm bei 10 500/min 25 112 Nm bei 11 500/min

20

15

10

Rahmen Brückenrahmen 5 aus Brückenrahmen aus

0 Aluminium

Aluminium

Gabel Upside-down-Gabel, Upside-down-Gabel,

Ø 46 mm

Ø 43 mm

Lenkungsdämpfer hydraulisch hydraulisch

BMW

S 1000 RR

Yamaha

YZF-R1

Bremsen vorne/hinten Ø 320/220 mm Ø 320/220 mm

Assistenzsysteme ABS, Traktionskontrolle ABS, Traktionskontrolle

Räder 3.50 x 17; 6.00 x 17 3.50 x 17; 6.00 x 17

Reifen 120/70 ZR 17;

190/55 ZR 17 (200/55 ZR 17)

120/70 ZR 17;

190/55 ZR 17

Bereifung Pirelli Diablo Supercorsa SP Pirelli Diablo Supercorsa SP

MAßE + GEWICHTE

Radstand 1438 mm 1405 mm

Lenkkopfwinkel 66,5 Grad 66,0 Grad

Nachlauf 96 mm 102 mm

Federweg vorne/hinten 120/120 mm 120/120 mm

Sitzhöhe 1 820 mm 835 mm

Gewicht vollgetankt 1 205 kg 199 kg

Zuladung 1 202 kg 188 kg

Tankinhalt/Reserve 17,5/4,0 Liter 17,0/3,0 Liter

Service-Intervalle 10 000 km 10 000 km

Preis 17 200 Euro 18 495 Euro

Preis Testmotorrad 20 065 Euro 2 18 495 Euro

Nebenkosten 390 Euro 295 Euro

-MESSWERTE

Höchstgeschwindigkeit* 299 km/h 285 (299 1 ) km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 3,2 sek 3,3 sek

0–140 km/h 4,6 sek 4,7 sek

0–200 km/h 7,1 sek 7,4 sek

Durchzug

60–100 km/h 3,3 sek 3,5 sek

100–140 km/h 2,8 sek 3,7 sek

140–180 km/h 2,9 sek 3,9 sek

Verbrauch Landstraße/100 km 5,7 Liter/Super 6,1 Liter/Super

Reichweite Landstraße 307 km 279 km

Leistungs - Messung

Motorleistung

160

210

150

BMW S 1000 RR

200 152,9 kW (208 PS) bei 13 600/min

140 190 119 Nm bei 10 600/min

130 180

Yamaha YZF-R1

170 148,3 kW (202 PS) bei 13 600/min

120 160 115 Nm bei 8800/min

110 150

100

140

130

90 120

80 110

70

100

90

60 80

50 70

60

120

40

110

50

100

30 40

90

20 30

80

20

70

10

10

60

kW PS

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

Motordrehzahl in 1/min x 1000

Die Kurven geben bei beiden

Motorrädern nur Leistung und

Drehmoment im stärksten Modus

wieder. Es gibt einige Bereiche, in

denen sich die Kurven der S 1000

und der R1 berühren, doch meist

ist der BMW-Vierzylinder obenauf.

Besonders groß ist die Drehmomentdifferenz

im Bereich um

6000/min – rund 20 Nm liegen die

Leistung an der Kurbelwelle. Messungen auf dem Dynojet-Rollenprüfstand

250, korrigiert nach 95/1/EG,

maximal mögliche Abweichung ± 5%

Drehmoment in Nm

beiden Motoren hier auseinander.

Im Zusammenspiel mit der kürzeren

Übersetzung sorgt dieser

Drehmomentverlauf für die wesentlich

besseren Durchzugswerte

der BMW. Was das oben stehende

Diagramm nicht erfasst: Die BMW

spricht in den Lastwechseln wesentlich

sanfter auf das erste Zupfen

am Gasgriff an als die Yamaha.

*Herstellerangabe; 1 MOTORRAD-Messungen; 2 inkl. Dynamik-Paket (1165 Euro) bestehend aus: DDC, Schaltassistent,

Heizgriffe und Blinkerleuchten weiß; Race-Paket (500 Euro) bestehend aus: DTC, Fahrmodi Pro und Temporegelung;

Schmiederäder (1200 Euro)

22 TEST+TECHNIK 9/2015


Vergleichstest Supersportler

Mit der Zeit erwiesen sich Sorgen bezüglich

der Lenkpräzision als unbegründet, und

die Hinterradfederung benahm sich mit

reduzierter Druckdämpfung sogar besser

als mit einer straffen Einstellung, doch auf

der Rennstrecke machte es einem die R1

mit ihrer straffen Abstimmung leichter. Sie

über eine Folge von Wellen in eine schnelle

Kurve laufen zu lassen, zu spüren, wie sich

der Vorderreifen mit dem Asphalt verzahnt,

die Federung arbeitet, und zu sehen, wie

genau man die Linie trifft, ist schon ein

exquisites Erlebnis. Den dafür geforderten

Körpereinsatz leistet man gerne.

Die BMW-Testmaschine war mit einer semiaktiven

Dämpfung ausgestattet, deren

einzelne Funktionen sich abweichend von

der werksseitigen Einstellung in je 15 Stufen

variieren lassen. Der Einstellbereich

könnte in manchen Funktionen noch weiter

in Richtung straff reichen, zumindest in

der Zugstufe hinten. Dies ist aber nur als

vorläufige Testaussage zu werten, weil die

Rennstrecke für diesen Test nicht im Vordergrund

stand. Ein großer Rennstreckenvergleich

aller aktuellen Supersportler Mitte

Mai wird genaueren Aufschluss geben.

Bei Yamaha ist die semiaktive Dämpfung

der YZF-R1 M vorbehalten, doch diese Edel-

R1 ist in Deutschland bereits ausverkauft.

Abseits der Rennstrecke ließ die BMW

keinen Bedarf an individuellen Fahrwerkseinstellungen

aufkommen – auf der

Rennstrecke übrigens auch nicht bei jedem

Tester. Die Abstimmungen, die werksseitig

mit den vier vorkonfigurierten Modi Rain,

Sport, Race und Slick einhergehen, passten

bestens für Fahrer von verschiedener Statur.

Für die Landstraße waren die meisten mit

dem Modus Sport hochzufrieden. Wer es

etwas spektakulärer liebt, kann auch den

Modus Race aktivieren.

Auf der Yamaha kristallisierte sich während

der Testfahrten eine deutliche Tendenz

zu sanfterer Druckdämpfung heraus.

An der Gabel war sie 23 von 29 Klicks offen,

hinten in der Highspeed-Einstellung 5,75

von insgesamt sechs Umdrehungen. Auch

die Vorspannung von Gabel und Federbein

wurde gegenüber der Serieneinstellung

leicht reduziert. Die Module der YRC (Yamaha

Ride Control) standen für die Motorsteuerung

(PWR) meist auf zwei, die neunstufig

einstellbare Traktionskontrolle (TCS) für die

Rennstrecke auf zwei, für die Landstraße

auf drei. Stufe vier schadet hier auch nicht.

Was die übrigen Module betrifft, ist man

LIEBER SICHER

IM VERKEHR

ALS VERKEHRT

VERSICHERT.

BMW S 1000 RR

Landstraße, Rennstrecke

und zurück – Sportler von

heute machen alles mit

VERSICHERT WIE EIN KÖNIG.

ABER GÜNSTIG.

DIE MOTORRAD-VERSICHERUNG

DER HUK24 – MIT DEM VOLLEN

SCHADENSERVICE DER HUK-COBURG.

www.huk24.de


1

2

-Testergebnis

Viele Straßen im spanischen Hinterland

bieten griffigen Genussasphalt

BMW S 1000 RR

Ihr Motor und ihre Alltagstauglichkeit sind die großen Stärken der

BMW. Was nicht heißt, dass sie auf der Rennstrecke nichts gegen

die Yamaha zu bestellen hätte. Doch den Übergang zum radikalen

Schnellfahren schafft man auf ihr nicht so leicht wie auf der R1.

Yamaha YZF-R1

Drehmomentschwäche und ruppiges Ansprechen bringen die R1

in Rückstand, die souveräne Nichtachtung alltäglicher Belange wie

Komfort oder Kosten tut ein Übriges, die R1 auf Platz zwei zu bringen.

Trotzdem oder gerade deshalb: ein faszinierendes Motorrad.

Vergleichstest Supersportler

mit den auf Seite 20 dargestellten Werkseinstellungen

gut bedient. Oder kurz gesagt:

Der B-Modus mit dem auf Stufe drei

gesetzten TCS reicht für einen weiten

Bereich vom sportlichen Landstraßen- bis

zum ernst gemeinten Rennstreckenfahren.

Beim ABS setzen beide Hersteller auf unterschiedliche

Systeme und Philosophien.

So sind das ABS und das Kombibremssystem

der R1 ständig aktiviert. Ob in verschiedenen

Modi hinten unterschiedlich

stark mitgebremst wird, ist Sache des Systems.

Der Fahrer erfährt darüber nichts.

Bei der S 1000 nehmen die Hinterradbremsfunktion

und die ABS-Regelung am

Hinterrad immer weiter ab, je mehr sie auf

Rennstreckeneinsatz getrimmt wird. Das

ABS lässt sich sogar gänzlich abschalten.

Bei gleicher mittlerer Verzögerung ließ sich

die S 1000 besser dosieren; ihre Bremse

veränderte sich unter hoher Belastung

auch weniger als die R1-Anlage.

Abgesehen von den unterschiedlichen

Charakteren der beiden Motorräder, bestätigen

solche und andere Feinheiten den

Reifegrad der BMW. Man merkt, dass sie

schon in dritter Generation modellgepflegt

wurde. Rechnet man ihre Fortschritte auf

die R1 hoch, die am Anfang ihrer Entwicklung

steht, so darf man sich auf eine spannende

Zukunft freuen. Und hoffen, dass das

stetige Optimieren aller Supersportler noch

lange weitergehen wird.

www.motorradonline.de/vergleichstests

24 TEST+TECHNIK


MOTOR

-Punktewertung

Maximale

Punktzahl

BMW

S 1000 RR

Yamaha

YZF-R1

Durchzug 40 39 34

Beschleunigung 40 37 37

Topspeed 30 30 30

Motorcharakteristik 30 29 27

Ansprechverhalten 20 15 12

Lastwechsel 20 14 14

Laufruhe 20 13 15

Kupplung 10 9 8

Schaltung 20 16 15

Getriebeabstufung 10 9 8

Starten 10 8 8

Summe 250 219 208

FAHRWERK

Handlichkeit 40 29 28

Stabilität in Kurven 40 36 39

Lenkverhalten 40 34 37

Rückmeldung 10 9 9

Schräglage 20 20 20

Geradeauslaufstabilität 20 18 19

Fahrwerksabstimmung vorn 20 19 18

Fahrwerksabstimmung hinten 20 17 19

Einstellmöglichkeiten Fahrwerk 10 10 6

Federungskomfort 10 5 4

Fahrverhalten mit Sozius 20 8 7

Summe 250 205 206

ALLTAG

Ergonomie Fahrer 40 22 21

Ergonomie Sozius 20 4 3

Windschutz 20 7 7

Sicht 20 11 11

Licht 20 16 14

Ausstattung 30 22 22

Handhabung/Wartung 30 18 19

Gepäckunterbringung 10 0 0

Zuladung 10 7 5

Reichweite 30 18 15

Verarbeitung 20 17 17

Summe 250 142 134

SICHERHEIT

Bremswirkung 40 34 32

Bremsdosierung 30 27 26

Bremsen mit Sozius/Fading 20 8 8

Aufstellmoment beim Bremsen 10 6 7

ABS-Funktion 20 17 15

Lenkerschlagen 20 15 15

Bodenfreiheit 10 6 6

Summe 150 113 109

KOSTEN

Garantie 30 17 15

Verbrauch (Landstraße) 30 16 14

Inspektionskosten 20 15 12

Unterhaltskosten 20 4 4

Summe 100 52 45

GESAMTWERTUNG 1000 731 702

PLATZIERUNG 1. 2.

Preis-Leistungs-Note

Bestnote

1,0 3,1 3,1

DURCHZUG UND ANSPRECHVERHAL-

TEN sind die Kriterien, die der BMW

am meisten Vorsprung in diesem Kapitel

bringen. Die Schaltung profitiert

vom perfekt konfigurierten Schaltassis

tenten, die Getriebeabstufung

passt genau. Nur in Sachen Laufruhe

erreicht der bisweilen kribbelige

BMW-Vierzylinder nicht die Qualitäten

des sanft massierenden R1-Aggregats.

SIEGER MOTOR: BMW

WER SICH NUR FÜRS RENNSTRE-

CKENFAHREN INTERESSIERT, wird

vor allem auf das schauen, was die

R1 in Sachen Kurvenstabilität und

Lenkverhalten leistet. Hier steckt der

Schlüssel für schnelle Rundenzeiten.

Handlichkeit und Komfort, die Paradedisziplinen

der S 1000 in diesem Kapitel,

kommen dagegen eher den sportlichen

Landstraßenfahrern zugute.

SIEGER FAHRWERK: YAMAHA

AUCH HIER ZEIGT SICH, DASS SICH

DIE BMW als Sportlerin mit gewissen

Allroundqualitäten versteht. Im Gegensatz

zu ihrer Vorgängerin hat sich

die R1 von diesem Ansatz ziemlich radikal

abgewandt. Zuladung und Reichweite

interessieren sie nur bis zum

Existenzminimum, und Mitfahrer haben

auf ihr tatsächlich noch weniger zu

lachen als auf der BMW.

SIEGER ALLTAG: BMW

BISSIGER UND IN HEISSEM ZU-

STAND BESSER ZU DOSIEREN sind

die Bremsen der BMW, ihr ABS erlaubt

in den Modi Race und Slick gewaltige

Verzögerung. Das Aufstellmoment der

R1 ist vorbildlich gering.

SIEGER SICHERHEIT: BMW

KOSTEN SIND ALLTAGSRELEVANT,

das hier Gebotene passt also zu den

Charakteren der beiden Maschinen.

SIEGER KOSTEN: BMW

SIEGER PREIS-LEISTUNG:

Teurer mit mehr Punkten oder

günstiger mit weniger macht

in der Preis-Leistungs-Note

keinen Unterschied.

EXPLORE. ENJOY.

BESSERE

SICHTBARKEIT

IN NEON GELB

GIVI V47 URBAN

TOPCASE

Mit einem Volumen von 47 Liter (bis zu zwei

Modular-Helme) und einer Zuladung von 10 kg

ist der GIVI V47 ideal geeignet für alle Fahrer,

die ein widerstandfähiges und zuverlässiges

Produkt suchen. Ausgestattet mit dem neuen

Schließsystem, welches den Deckel durch

einfaches Zudrücken verschließt und dem

neuen Security Lock Schloß-Set. Durch die

neuen Akzente in neon gelb wird eine gute

Sichtbarkeit im Verkehr gewährleistet.

www.motorradonline.de

Über 900 Zubehör Artikel auf www.givimoto.com


N E W S

MT-09 Tracer (Foto links), MT-09

XJ6N und weitere XJ6-Modelle

Getriebe: Rückruf für

fünf aktuelle Yamahas

YZF-R6

Yamaha XT 1200 Super Ténéré

Fotos: Gargolov, Jahn, jkuenstle.de, Hersteller

Wer eine dieser fünf Yamahas fährt, bitte den Händler

kontaktieren: Wegen möglicher Probleme mit der Schaltung

sollte das Bike sobald wie möglich in die Werkstatt.

Weil ein Stahlblech-Anschlag auf der Schaltwelle abbrechen

kann, müssen in den kommenden Wochen allein in Deutschland

rund 1000 aktuelle Yamahas zur Umrüstung in die Werkstatt. Dabei

wird die KOMPLETTE SCHALTWELLE GETAUSCHT, auf der neuen

Welle ist der Anschlag gegen Abbrechen gesichert. Yamaha informiert

die betroffenen Halter der Maschinen derzeit schriftlich. Konkret

geht es um Motorräder aus den Modellreihen XJ6, XT 1200 Z/ZE

Super Ténéré, MT-09, MT-09 Tracer und YZF-R6. Eine Auflistung

der exakten Fahrgestellnummern aller zurückgerufenen Yamahas

findet sich im Internet auf www.motorradonline.de/schaltwelle.

Ein Bruch des Anschlags kann dazu führen, dass sich das Getriebe

nur noch SCHLECHT ODER GAR NICHT MEHR SCHALTEN lässt.

Die Yamaha-Vertragshändler haben laut Importeur ausreichend

Austausch-Wellen vorrätig, sodass der Rückruf sehr zeitnah durchgeführt

werden kann. Die Arbeiten dauern pro Maschine rund eine

Stunde und sind für den Halter kostenlos. Angaben über eingetretene

Gefährdungen oder sogar Unfälle durch ausgefallene Schaltungen

konnte Yamaha-Deutschland auf Nachfrage nicht machen.

Die Gefahr eines blockierenden Hinterrads bestehe nicht.

Super E10-Anteil legt zu

Der Absatz der 2011 eingeführten

Kraftstoffsorte E10 summierte sich 2014

auf über 2,84 Millionen Tonnen, was einem

Zuwachs von knapp drei Prozent im Vergleich

zum Vorjahr entspricht. Inzwischen

hat E10 einen Marktanteil von 15,1 Prozent.

Auf dem deutschen Benzinmarkt wurden

insgesamt 18,82 MILLIONEN Tonnen abgesetzt.

Der Verbrauch stieg somit um 2,1 Prozent.

Die an den Zapfsäulen nach wie vor

gefragteste Benzinsorte Super E5 legte um

2,2 Prozent (14,92 t) zu, während Super Plus

einen Absatzrückgang von einem Prozent

auf rund eine Million Tonnen verzeichnete.

Millionen Tonnen

3

2,76

2,84

2,62

2,5

2

1,5

2011

E10-Absatz in Deutschland

+55%

1,83*

2012

2013

2014

*E10-Absatz in Deutschland in Millionen Tonnen; Quelle BDB

Foto: fotolia

Weniger Händler

in Insolvenz

Geht’s den Herstellern

gut, geht’s auch den

Händlern gut. Die Regel

scheint sich zu bewahrheiten.

Die Zahl der insolventen

Betriebe aus

dem Bereich des Motorradhandels

ist laut Statistischem

Bundesamt

von 2013 auf 2014 um

rund 30 Prozent gesunken,

konkret von 37 Insolvenzen

2013 auf 25.

26 NEWS 9/2015


Foto: Henning Angerer

MoGo: Geld per SMS

Der Hamburger Motorrad-Gottesdienst

MoGo (Termin 2015: 14. Juni) hat Finanzprobleme.

Denn der jährliche Organisationsaufwand

kostet. Jetzt haben die Organisatoren

eine Spenden-Hotline eingerichtet –

per SMS: Wer das Stichwort MOGO an die

Nummer 81190 schickt, stiftet FÜNF EURO,

die helfen sollen, die Großveranstaltung

(ca. 35 000 Biker) auch 2016 zu finanzieren.

Neu: Speed Triple 94

Sondermodelle kann man immer

bringen, wenn’s sein muss, auch

zum 21-jährigen Jubiläum: Nach

diesem Motto bietet Triumph ab Ende

April die Speed Triple 94 (Foto) und

94 R an. Technisch sind beide identisch

mit den aktuellen Triples (R mit Öhlins-

Fahrwerk). Unterschiede liegen IM

DESIGN. So kommen die 94er-Triples

(wegen der Premiere 1994) in den ursprünglichen

Farben Gelb und Schwarz

und mit Jubiläums-Plakette auf dem

Tank. Die Preise sind auch identisch:

12 240 (Standard) bzw. 14 170 Euro (R).

Positive Bilanz

Bayern: Zahlreiche Baumaßnahmen

für mehr Sicherheit

für Motorradfahrer, wie etwa

Unterfahrschutz und Fahrbahnerneuerungen

fruchten:

2014 wurde der niedrigste

Stand tödlich verunglückter

Motorradfahrer

seit 60 Jahren verzeichnet.

Erste Hilfe: einheitlicher Kurs für alle

Mehr Praxis und weniger Theorie – so gestaltet sich laut

ADAC die inhaltliche Neuausrichtung der Erste-Hilfe-Ausbildung

beim Führerscheinerwerb. Außerdem neu: EIN KURS

FÜR ALLE Führerscheinaspiranten statt der bisherigen Trennung

zwischen Lkw-/Bus-Fahrerlaubnissen auf der einen

und PKW-/MOTORRADFÜHRERSCHEIN auf der anderen

Seite. Der Umfang der Übungen beträgt künftig neun

Unterrichtseinheiten statt der bisherigen acht. Die neue

Regelung wird voraussichtlich Mitte 2015 in Kraft treten.

Illustration: Holger Aue

Deutsche Bank

Frischer Wind für Ihre Wünsche.

Mit dem Deutsche Bank PrivatKredit¹.

Unser Frühlingsangebot: attraktive Sonderkonditionen für Kreditbeträge

von 5.000 bis 25.000 Euro und kostenlose Sondertilgungen bis zu 100 %.

Informieren Sie sich jetzt in einer unserer Filialen oder

unter www.deutsche-bank.de/privatkredit

Sonderkondition

5,25 %

effektiver Jahreszins²

Nettodarlehensbetrag 15.000 EUR

Effektiver Jahreszins 5,25 %

Gebundener Sollzinssatz p. a. 5,12 %

Laufzeit

84 Monate

Monatliche Rate

213 EUR

Berechnung entspricht dem repräsentativen Beispiel.

¹ Bonität vorausgesetzt.

² Gilt für Laufzeiten von 36 bis 84 Monaten. Das Angebot ist gültig bis zum 30. April 2015.


N E W S

Für das Einzelstück wählte

ihr Macher die BMW-

Motorsport-Lackierung

Vor einem Jahr: Cafémoto 001

als Hommage an den legendären

Rennfahrer Schorsch Meier

Georgs Zeit-

Maschinen

Sie ist den wilden 80er-Jahren gewidmet und nutzt

dafür die Technik aus den 90ern: die sehenswerte

Cafémoto 003 des Gelsenkircheners Georg Godde.

Motorräder macht Georg Godde eher nebenbei. Im Hauptberuf

ist der Mann Designer, das Schrauben ist mehr eine Leidenschaft.

Trifft beides aufeinander, entsteht ein neues Bike. Neuester

Streich des Gelsenkircheners ist die Cafémoto 003 (großes Foto). Als

Basis diente eine BMW K 1100 RS von 1994 (Motor, Rahmen, Fahrwerk).

Doch oberhalb von deren liegendem Vierzylinder findet sich

die Halbschale der legendären BMW R 90 S, dahinter ein flacher

Superbike-Lenker und die sportliche Sitzbank der R 100 RS. Den

Abschluss bildet ein geändertes Rahmenheck, das zehn Zentimeter

höher und deutlich kürzer wurde als beim Original. Das Rahmendreieck

wollte Godde OFFEN haben, daher mussten Batterie und

Steuergerät nach hinten oben ins Heckbürzel umziehen. Die Edelstahlkrümmer

von Remus münden in den Schalldämpfer einer KTM

Super Duke. Die Cafémoto 003 ist derzeit Goddes Alltagsmotorrad.

Mission Impossible V:

Jagdszenen mit BMW

Motorradstunts haben beim

Agententhriller „Mission Impossible“

Tradition. In Teil fünf (ab 6.

August im Kino) jagt Ethan Hunt

(Tom Cruise) die Bösewichte auf

einer BMW S 1000 RR. Trailer:

www.missionimpossible.com

Dreirädrige Zukunft?

Der Erfolg des Piaggio-Dreirads

MP3 scheint zu inspirieren.

Denn erneut hat Yamaha

eine Studie vorgestellt, die

zeigen soll, wie sich Japans

Designer die Vehikel von

morgen vorstellen: dreirädrig.

03GEN-X heißt der Mix

aus Gelände-Quad und 50er-

Roller. Aufwendig gestaltete Neigetechnik

soll die beiden offroad-tauglich groß ausgelegten Vorderräder

auch in Schräglage stets auf dem Boden halten.

Foto: Archiv

Vierteljahrhundert: Harley Fat Boy

Hasta la vista, Baby? Nicht für

die Fat Boy. Sie bleibt uns auch

nach 25 Jahren noch erhalten

„Ich will deine Kleidung,

deine Stiefel und dein

Motorrad.“ Der Satz ist

Filmgeschichte. Gemeint

war die Harley Fat Boy. Mit

ihr rettete der TERMINATOR

anschließend die Welt.

„Terminator 2“ kam 1991 ins

Kino, ein Jahr zuvor hatte

Harley mit der Fat Boy den

ersten Serien-CRUISER überhaupt

vorgestellt. Wuchtige

Scheibenräder, fetter Tank, massige Gabelverkleidung, dicker

Scheinwerfer – an dieser Softail (Foto unten: erste Baureihe)

war alles größer. Und der Big Twin wuchs mit der Zeit weiter:

von 1340 cm³ damals auf 1690 cm³ heute.

2015 wird der dicke Junge 25 Jahre

alt, mittlerweile in der vierten Generation.

Happy Birthday, Fat Boy!

Fotos: Hersteller, Veranstalter

28 NEWS


F4 RC – der neue Spitzensportler von MV Agusta

Stärker und leichter: MV

Agusta bringt mit der F4

RC die bislang HEISSESTE

Variante des Supersportlers

F4. Die neue RC – das Kürzel

steht für Reparto Corse,

Rennsportabteilung – soll

205 PS leisten, vornehmlich

erreicht durch neue Ansaugund

Auslasskanäle. Dank

zahlreicher Magnesiumteile

und Titanschrauben wiegt

die Neue trocken 183 Kilogramm,

sechs weniger als

die F4 RR; der mitgelieferte

RACING-KIT, zu dem ein Termignoni-Titanauspuff

gehört, spart weitere sieben Kilogramm und erhöht die Leistung

auf 212 PS. Die Lackierung entspricht der Rennversion, mit der Leon Camier in

der Superbike-WM antritt. Die F4 RC kostet mit Race-Kit ab Ende Mai 36 900 Euro.

kurz notiert

Kulmbach-Sternfahrt mit Hochseil

Am 25. und 26.4. ist

Kulmbach Ziel der

jährlichen Sternfahrt.

2015 als Programmpunkt

neu: Hochseil-

Motorradakrobatik der

Geschwister Weisheit

(Foto). Der Korso aufs Brauereigelände findet

am Sonntag statt. www.motorradsternfahrt.de

Mehr Geld für bessere Straßen

Der Bund will den Kommunen bis 2017 insgesamt

fünf Milliarden Euro zuschießen. Ein

Fonds von 3,5 Milliarden Euro ist dabei für

besonders finanzschwache Städte, Gemeinden

und Landkreise reserviert. Damit sollen diese

die wichtigsten bröckelnden Straßen, Tunnel

und Brücken instand setzen.

CB 1000 R Rizoma

Gibt’s die reguläre CB 1000 R derzeit

zum Honda-Wanted-Aktionspreis

für 10 750 Euro um 1000 Euro

günstiger, so bietet Honda gleichzeitig

das Sondermodell „Rizoma Edition“

(Foto) für 11 450 Euro an. Das

Naked Bike ist, der Name deutet’s an,

durch diverse Zubehörteile des Mailänder

VEREDLERS aufgewertet, u. a.

Spiegel, Blinker, Armaturen, Griffe. Die

Rizoma-CB ist auf 100 Stück limitiert.

Preisvorteil gegenüber

Einzelkauf: laut

Honda 600 Euro.

In drei Tagen aufgebaut,

Elektrik per Touchpad gesteuert

Schnelle Engels

Ein Biker Build Off ist ein Schnell-

Bau-Wettbewerb. Zwei Teams haben

drei Tage, dann muss das Custombike

fertig sein und ANSPRINGEN. Auf der

„Customshow Emirates“ besiegte die

„Engels Schmiede“ aus Uetersen die

Lokalmatadoren von „Lycan Customs“.

Das Bike der Deutschen (Foto, mit

eigenem Rahmen, selbst gedrehten

Rädern, Touchpad-Steuerung) hatte

am Ende mehr Publikumspunkte.

Foto: Sander

Suzuki: längere Wartungsintervalle

Ab dem Modelljahr 2015 hat Suzuki die Wartungsintervalle

für die meisten Modelle über 250

Kubik von 6000 auf 12 000 Kilometer erhöht. Die

jährlich vorgesehene Inspektion bleibt aber obligatorisch.

Ausgenommen sind die GSX-R-Baureihe

sowie die Großroller Burgman 400 und 650.

Biker flieht durch Einkaufszentrum

Der Polizist am Funk fragt ungläubig: „Wie, er ist

in den Walmart gefahren?!?“ Es sind furiose Szenen,

und sie sind wohl echt: Kanadas Polizei hat

in einem Fahndungsaufruf nach einem Motorraddieb

Videosequenzen von dessen spektakulärer

Flucht auf der frisch geklauten Harley Dyna

veröffentlicht. Diese führen ihn – fahrend – u. a.

durch den Einkaufstempel. Auf Youtube: „motorcycle

chase through shopping center“.

Auf Leih-BMWs Malle erkunden

Autoverleiher Sixt bietet auch BMW-Motorräder

an. Die Bikes können in den meisten deutschen

Großstädten ausgeliehen werden – und auf

der Mittelmeerinsel Mallorca. Auf Malle jetzt

erstmals und ganz neu im Programm: der BMW-

Elektroroller C evolution.

Weitere Termine unter www.motorradonline.de;

alle Termine ohne Gewähr

Zum 10. Mal in Folge

„Best Brand - Beste Werkzeugmarke!“

Unglaublich!

DANKE

allen MOTORRAD Lesern

Gutes Werkzeug ist Vertrauenssache!

HAZET-WERK Hermann Zerver GmbH & Co. KG • } 10 04 61 • 42804 Remscheid • [ +49 (0) 21 91 / 7 92-0 • \ +49 (0) 21 91 / 7 92-375 • ] info@hazet.de

… seit über

145 Jahren!

www.hazet.de


Foto: Dainese

B

N

U

E

S

W

I

S

N

Jetzt unter

einem DACH

Die Triumph-Zentrale im hessischen Rosbach vor der Höhe

(Foto) über nimmt neben Österreich nun auch die Schweiz.

Mit Deutschland, Österreich und jetzt auch der

Schweiz werden Triumph-Geschäfte für den gesamten

deutschsprachigen Raum (DACH) ab sofort

von Rosbach aus ge steuert. Bisher wurden die

17 Händler in der Schweiz von Triumph Frankreich

betreut. Doch da die meisten von ihnen deutschsprachig

seien, verbessere der Wechsel nach Rosbach

die Kommunikation, sagt Darko Pehar als General

Manager Deutschland. Das Büro in Genf bleibt laut

Triumph bestehen, ebenso das dortige Personal.

Marketing, Vertrieb und Händlernetzentwicklung sollen

weiter von Genf aus gesteuert werden. Dagegen

sollen aber die Bereiche Aftersales und Garantie für

die Schweiz nicht mehr von Paris, sondern von Rosbach

aus betreut werden. 2014 verkaufte Triumph

in der Schweiz 1197 Bikes, Marktanteil: 6,3 Prozent.

Die Winternächte im Schwarzwald sind lang und kalt. Da kann man schon mal auf

Ideen kommen. Etwa die, dass Motorrad-Sturzbügel doch auch an Snowmobile passen.

So kam’s, dass Touratech aus dem Schwarzwald jetzt mit Schneemobilher steller BRP

Finland Oy zusammenarbeitet. Die Finnen sind Teil des kanadischen Welt konzerns

Bombardier, zu dem auch Motorradhersteller Polaris (Victory, Indian, Brammo), CanAm

oder Motorenhersteller Rotax g ehören. So liefert Touratech

ab sofort Erst aus rüsterteile (Industrie-Sprech:

OEM) ins Snowmobil-Werk – unter anderem Stoßfänger,

Trittbretter, Koffer mit Haltern und Handprotektoren.

Im Motorrad bereich ist Touratech

Erstausrüster für BMW, KTM und Ducati.

Minoli bleibt bei Dainese

In MRD 7/2015 berichteten wir irrtümlich, dass Federico

Minoli, bislang Geschäftsführer von Dainese, den

italienischen Bekleidungshersteller auf eigenen Wunsch

verlassen habe. Das ist nicht

richtig: Minoli bleibt bei der

Firma, und zwar als Präsident.

Der Italoamerikaner,

Motorradfahrern vor allem

als langjährige Nummer

Eins von Ducati bekannt,

hatte Ende letzten Jahres

den Verkauf von Dainese

eingefädelt: 80 Prozent des

Herstellers gehören nun dem arabischen Fonds Investcorp

aus Bahrein. Nachfolger von Minoli als Geschäftsführer

von Dainese ist, wie korrekt berichtet, Cristiano

Silei, vorher Verkaufs- und Marketingchef von Ducati.

E

Touratech macht nun auch in Snowmobilen

S

S

Foto: Triumph

Foto: Timo Heikkala

„Vergessenes Zubehör“

Könnte das eine Marktlücke

sein? „Vergessenes Motorradzubehör“

wollen Hanna Knappertsbusch

und Rainer Gabriel neu

interpretieren und in Kleinserie

neu produzieren. Ihr Unternehmen

nennen die beiden Düsseldorfer

Knaga-Moto. Das erste

Produkt ist der „Fixer“, ein Kabelbinder

aus pflanzlich gegerbtem

Leder, der in Hand arbeit von

Schneiderin Hanna hergestellt

wird (Foto), ideal etwa an Oldtimern

oder stilechten Retrobikes.

Mehr unter www.knaga-moto.de

Wechsel in der Continental-Motorradsparte:

Spyridon Spyridonu (links) löst

Uwe Reichelt als Vertriebs- und Marketing-Chef

ab. Spyridonu (39), seit 1997 bei

Conti, war zuletzt Messe-Chef. Reichelt

wechselt zurück ins Radgeschäft

kurz notiert

Thunderbike-Spendenaktion

und Party mit Boss Hoss

Harley-Händler Thunderbike aus Hamminkeln

engagiert sich zugunsten

der DRK-Kinderklinik Siegen. So stellt

der Customizing-Profi nicht nur den

Hauptgewinn, eine von Thunderbike

umgebaute Harley Street Bob (Wert

39 000 Euro) für das Charity-Gewinnspiel

(Infos: spendenaktion-motorrad.

de). Auch die jährliche Fete steht ganz

unter diesem Zeichen. Das Highlight:

The Boss Hoss und weitere Bands

rocken die Thunderbike-Party am

1. August. Dabei wird die Band den

Gewinner der Verlosung ziehen.

BMW Erfolgsbeteiligung

Zum fünften Mal in Folge legte BMW

2014 Jahresbestmarken bei Absatz,

Umsatz und Konzernergebnis hin. Das

macht sich für die Mitarbeiter bezahlt.

8365 Euro Prämie erhielt etwa jeder

Facharbeiter für 2014. Die Mitarbeiterprämie

berechnet sich aus Ergebnis,

Aktien-Dividende und Gehaltsgruppe.

Foto: Knaga-Moto Foto: Conti

30 BUSINESS NEWS 9/2015


JUBILÄUMS-WOCHEN

JAHRE

35

SUBARU in Deutschland

Jetzt

3.000,– € sparen 1

oder

„Zwei Neuheiten,

die mich mit Sicherheit

nach oben bringen.“

0% Zinsen 1

0,– € Anzahlung 1 Der Subaru Forester

NEU

Der neue Subaru Outback mit EyeSight.

Der Subaru Forester Diesel neu mit Automatik.

Ein Subaru bringt Sie bei jeder Witterung und auf jedem Terrain sicher ans Ziel! Erleben Sie den Forester Diesel jetzt auch mit

Lineartronic Automatikgetriebe. Und der brandneue Subaru Outback glänzt nicht nur mit neuem Design und dem Fahrerassistenzsystem

EyeSight 2 , sondern auch mit vielen weiteren Highlights.

Testen Sie den neuen Outback und den Forester Diesel mit Lineartronic Automatikgetriebe! Erleben Sie bei einer Probefahrt

maximales Fahrgefühl und innovative Sicherheit in einer neuen Dimension.

Der Subaru Outback

erreichte fünf Sterne im

Euro NCAP Crashtest 2014.

erreichte fünf Sterne im

Euro NCAP Crashtest 2012.

Kraftstoffverbrauch (l/100 km) kombiniert: 8,5 (Forester 2.0XT) bis 5,6 (Outback 2.0D).

CO 2 -Emission (g/km) kombiniert: 197 (Forester 2.0XT) bis 145 (Outback 2.0D). Abbildungen enthalten Sonderausstattung.

* Die gesetzlichen Rechte des Käufers bleiben daneben uneingeschränkt bestehen.

1 Die Aktionen gelten jeweils vom 01.02.2015 bis 31.05.2015 in Verbindung mit dem Kauf eines aktuellen Subaru Modells (Zulassung/Besitzumschreibung bis 31.07.2015) bei teilnehmenden Subaru

Partnern. Die Aktionen werden gemeinsam von der SUBARU Deutschland GmbH und den teilnehmenden Subaru Partnern getragen und sind nicht miteinander oder mit anderen Aktionen der SUBARU

Deutschland GmbH kombinierbar. Die Aktion „3.000,- € Jubiläumsprämie“ gilt für alle aktuellen Subaru Neu- und Vorführwagen ohne Sondermodelle. Die Aktion „0%-Zinsen, 0,- € Anzahlung“ gilt für alle

aktuellen Subaru Neuwagen ohne Sondermodelle, der effektive Jahreszins beträgt 0,00 % bei Laufzeiten von 12 bis 48 Monaten. Ein detailliertes Angebot erhalten Sie jeweils

bei Ihrem teilnehmenden Subaru-Partner. Weitere Informationen unter www.subaru.de. 2 Je nach Modell.

Weltgrößter Allrad-PKW-Hersteller

www.subaru.de


ABGEFAHREN!

Serie: Wahnsinn auf zwei Rädern

32 TEST+TECHNIK

9/2015


FLYING

CIRCUS

Die Maschinen von Edelbastler Allen

Millyard gehören zu den interessantesten

Motorrädern der englischen

Eigenbauszene. Seine neueste Krea tion

ist kein Multizylinder-Monster, sondern

ein Hubraumkoloss im Boardtracker-

Stil. Roland Brown konnte ihn für

MOTORRAD fahren.

Von Roland Brown; Fotos: Phil Master

Übersetzung: Harald Weißer

Verrückte Maschinen konnte ich

bereits einige fahren. Von diesen

ist die Flying Millyard bei Weitem

nicht die stärkste, auch nicht die

technisch ausgefeilteste. Sicher aber ist sie

eine der interessantesten, dazu eine echte

Herausforderung. Wenn man auf dem luftgekühlten

V-Twin gemächlich die Landstraße

entlangblubbert, fühlt man sich wie auf

einer Maschine aus der Gründerzeit. Bis auf

die Tatsache, dass hier ein riesiger V-Twin

mit fast fünf Litern Hubraum arbeitet – also

unfassbare 2500 cm 3 pro Zylinder!

Auf dieser gewaltigen Maschine musst

du die Arme ausstrecken, obwohl der „Tiller“-Lenker

parallel oberhalb des schlanken

Tanks weit nach hinten reicht. Rechts ragt

ein langer Metallhebel heraus, um von

Hand das Vierganggetriebe zu schalten.

Hin zu kommen extra Bedienhebel zur Gemischregulierung

und Zündeinstellung. Ich

sitze über dem Hinterrad, wippe sacht auf

dem Federsattel und lausche dem langhubigen

Schlag des Motors, der beim Cruisen

schlappe 500 Touren dreht.

Getauft wurde die Flying Millyard im

Anklang an die US-Marke Flying Merkel,

die von 1911 bis 1915 hervorragende

V-Twins baute. Fast so alt sind übrigens die

beiden archaisch wirkenden, luftgekühlten

Zylinder mit ihren engen Kühlrippen. Sie

stammen vom berühmten Neunzylinder-

Flugzeugmotor Pratt & Whitney Wasp aus

den 1930ern mit 22 Litern Hubraum. Eher

zufällig kam Erbauer Allen Millyard auf die

Idee für dieses Ungetüm. Bei der Londoner

Motor Show Salon Privé hatte er ausgerechnet

für seinen kleinen Honda SS100-Zweizylinder

einen Preis erhalten. Auf die Frage,

was sein nächstes Projekt wäre, erwiderte

er spontan: der größte V-Twin der Welt.

Um das in die Tat umzusetzen, brauchte er

nur elf Monate.

Den Rumpfmotor, auf den er die beiden

Wasp-Zylinder setzte, konstruierte Allen

www.motorradonline.de TEST+TECHNIK 33


Die 21-Zoll-Räder

wirken im Vergleich

mit dem gewaltigen

4888-cm³-Twin klein,

der Fahrer sitzt über

dem Hinterrad

ABGEFAHREN!

Serie: Wahnsinn auf zwei Rädern

Fahrbericht Flying Millyard

selbst, das Gehäuse ließ er bei einer Spezialfirma

gießen. 70 Grad beträgt der Winkel

zwischen beiden Zylindern. „Dadurch

wurde die Maschine insgesamt natürlich

ziemlich lang. Hätte ich den Winkel kleiner

gemacht, wäre es zu eng für die Vergaser.“

Nach allerlei Umbauten (siehe Kasten

Seite 36) hat Millyard reichlich Erfahrung

dar in, Teile verschiedener Hersteller zu adaptieren

und zu kombinieren. So entstand etwa

die Nockenwelle durch Kombination von

Harley-Davidson-Zahnrädern und Nocken

einer Kawasaki Z 1300. Selbst gebaut ist die

2-in-1-Krümmeranlage mit dem typischen

„Fishtail“-Endstück. Denn die Maschine sollte

nicht nur ein Vorkriegsdesign bekommen,

sondern auch entsprechend klingen.

In Flugzeugen wurde der Wasp-Sternmotor

oft mit einer Aufladung ausgerüstet

und leistete dann um die 600 PS. Um Leistung

ging es Allen aber ganz und gar nicht:

„Die Maschine sollte einen bärigen Sound

haben und sich ganz gemächlich fahren

lassen. Das Ding hat ein ziemlich niedriges

Leistungsgewicht.“ Eine Messung gibt es

nicht, der Erbauer schätzt die Leistung auf

zirka 80 PS.

Wie beinahe alle Komponenten, die hier

Verwendung fanden, sind auch die Vergaser

– zwei Amal SU aus einem Jaguar Mk10

der 1960er-Jahre – entweder radikal geänderte

Altteile oder Eigenanfertigungen.

Eine wilde Mischung aus vielen Youngund

Oldtimern: Getriebeteile aus dem Automobilbau,

Kupplung von einer Honda Pan

European, Ölpumpen von der Honda Fireblade.

Rahmen und Trapezgabel entstanden

in Handarbeit in Millyards eigener kleiner

Garagenwerkstatt in Berkshire. 23 Liter Sprit

plus fünf Liter Öl fasst der Eigenbau-Tank. Etwa

18 Liter/100 km schluckt der riesige Motor.

Die Fahrwerksteile wiederum entstammen

klassischen Motorrädern. Die Trom melbrem

sen verzögerten einst eine alte Kawasaki.

Eine Harley opferte die 21-Zoll-Räder,

Licht spendet der Scheinwerfer einer BSA

Gold Star. Das älteste Bauteil ist die King of

the Road-Ballhupe aus den 1920er-Jahren.

Um den „Gentle Giant” zu starten, muss

ein Anlassritual befolgt werden. Benzinund

Ölhahn der Maschine auf dem Hauptständer

öffnen, die Zündung auf „spät“ sowie

das Gemisch mit dem Hebel der kleinen

Messingbox – Millyardsche Handarbeit,

versteht sich – neben dem Benzintank einstellen.

Dann wird der abnehmbare Kickstarter

aufs Kurbelwellenende aufgesteckt.

Der Mo tor muss einige Male langsam

durchgedreht werden, um die Zylinder ansaugen

zu lassen. Dank niedriger Verdichtung

klappt das relativ einfach.

Und dann heißt es mit richtig Schmackes

zu treten! Auf den ersten Kick springt

DATEN FLYING MILLYARD

MOTOR

Zweizylinder-70-Grad-V-Motor, Hubraum 4888

cm 3 , Bohrung 146 mm, Hub 146 mm, Verdichtung

6,0, 80 PS bei 1500/min, eine untenliegende

Nockenwelle, Stoßstangen, Kipphebel, zwei SU-

Vergaser, Ø 50,8 mm, aufsteckbarer Kickstarter, Trockenkupplung,

Vierganggetriebe, Rückwärtsgang.

FAHRWERK

Stahlrohrrahmen, unten offen, Motor mittragend,

vorn Trapez-Gabel, hinten Starrrahmen, Trommelbremsen

vorn und hinten, Speichenräder 21 Zoll.

MAß E + GEWICHT

Tankinhalt 23 Liter, Radstand 1803 mm, Gewicht

trocken etwa 250 kg.

Im Epizentrum der Hubraumvermehrung:

Allen Millyard in seiner kleinen Werkstatt

34 TEST+TECHNIK

9/2015


Danke!


Das beste Motorenöl.

Zum 5. Mal in Folge! *

Unsere Additive, Motorenöle und Pflegeprodukte reduzieren Reparaturkosten, Spritverbrauch und Schadstoffausstoß.

Ihr Motorrad erhält dadurch seinen Wert und lebt länger. Die herausragende Qualität unserer Produkte verdanken wir

vor allem dem Engagement unserer 700 Mitunternehmer/ -innen. Denn ein Produkt ist nur so gut, wie die Menschen,

die es produzieren und eine Marke ist nur dann erfolgreich, wenn sie die Qualität ihrer Produkte Tag für Tag erneut

unter Beweis stellt. Sie honorieren dies und haben uns erneut zur besten Schmierstoffmarke gewählt.

Vielen Dank für Ihr Vertrauen und Ihre Entscheidung!

Ernst Prost,

geschäftsführender Gesellschafter

der LIQUI MOLY GmbH

*LIQUI MOLY wurde zum fünften Mal von den Lesern der Auto Zeitung (Ausgabe 06/2015) und auto motor und sport (07/2015)

sowie zum vierten Mal von den Lesern der Auto Bild (15/2015) und der Motor Klassik (13/2015) zu Deutschlands Nr. 1 in der

Kategorie Schmierstoffe und Motorenöle gewählt.


ABGEFAHREN!

Serie: Wahnsinn auf zwei Rädern

Klassisches Uhren-Sortiment: großer Tacho,

daneben eine Zeituhr statt Drehzahlmesser

Fahrbericht Flying Millyard

Die Karriere von Allen Millyard als Eigenbau-Meister

begann mit kleinen

V-Twins, die er aus 50er- und 90er-Einzylindern

aufbaute. Bekannt wurde er

später durch seine Kawasaki KH 250, die

er in eine Fünfzylindermaschine mit 415

cm³ verwandelte. Ihr folgten eine ganze

Reihe vier- und fünfzylindriger Zweitakter

bis 1250 cm³, alle auf dreizylindrigen Kawasakis

basierend. Dann waren die Viertakt-Klassiker

desselben Herstellers dran:

Zunächst entstand ein V8-Motorrad auf

Basis der Z 1000. Später gar ein 2300-cm³-

Mehr Zylinder, mehr Hubraum

Ob Reihen- oder V-Motor: Allen Millyards Ideen waren stets außergewöhnlich, die Umsetzung

nahezu perfekt. Meistens ging es ihm darum, die Zylinderzahl aufzustocken.

Drei Beispiele aus dem Millyard-Fuhrpark: Neben

der Flying Millyard die Viper mit V10-Motor und

die zum Twin umgebaute Honda SS100

36 TEST+TECHNIK

V12-Motorrad, ausgehend von zwei

Sechs zylindern der Z 1300. Es folgte die

500 PS starke Viper mit V10 und acht Litern

Hubraum. Letztendlich war es die

Siegertrophäe für seine kleine, bis ins

Detail perfekt zum V-Twin umgebaute

Honda SS100, die als Initialzündung zur

Flying Millyard führte. Mit der 4888-

cm³-Maschine ist Allen aber noch nicht

so recht zufrieden. „Die Vergaser sind zu

klein. Ich hatte bisher keine Zeit, den Motor

zu optimieren. Das soll als Nächstes

passieren, bald wird sie besser laufen.“

der V2 an, begleitet von Rauchschwaden

produziert er ein dumpfes, doch mildes Bollern

aus dem Auspuff. Das Ansauggeräusch

der üppigen Vergaser vermischt sich mit der

eindrucksvollen mechanische Geräuschkulisse.

Zur Hälfte drücke ich den Zündverstellhebel

nach vorn, ziehe die überraschend

leichtgängige Kupplung, schalte unter

Kratz geräuschen in den zweiten Gang – der

erste wird eigentlich nie benötigt –, dann

lasse ich die Kupplung vorsichtig kommen.

Tatsächlich setzt sich dieses gewal tige

Trumm dann in Bewegung. Nicht dramatisch

schnell, aber mit äußerst beeindruckender

Intensität. Unmöglich, mit dem

Grinsen aufzuhören, während der große

V-Twin vor sich hin stampft. Der spezielle

Geruch von Castrol R ergänzt das traktorähnliche

Fahrfeeling. Ich bin froh, dass wenigstens

Gas und Kupplung konventionell

bedient werden. Dennoch muss ich mich

konzentrieren und mich an Allens Instruktionen

erinnern, wie und wann die Zündung

verstellt, das Gemisch abgemagert

werden muss. Auf offener Straße verhält

sich der Motor überraschend sanft, der

Fahrkomfort ist dank des gefederten Sattels

einigermaßen tolerabel.

Dieser Monster-Motor sorgt für ein unvergleichliches

Fahrerlebnis. Für eine so

mäch tige, 250 Kilogramm schwere Maschine

ist das Fahrverhalten annehmbar. Dank

konservativer Lenkgeometrie, der großen

Räder und eines Radstands von über 1800

mm verhält sich die Flying Millyard geradezu

solide. Kurven lassen sich mit leichten

Korrekturen bewältigen, obwohl Richtungswechsel

eher im Tempo eines Flugzeugträgers

ausgeführt werden.

Richtig interessant wird es freilich an

Kreuzungen, wenn nicht nur geschaltet

und die Zündung verändert werden muss,

sondern dazu noch Handzeichen erforderlich

sind. Blinker gibt es selbstverständlich

nicht. Die Duplex-Trommel am Vorderrad

hat kaum Biss, die Hinterradbremse dagegen

verzögert ausgesprochen kräftig.

Und wie schnell ist dieses Drehmoment-Monster?

Bei 100 km/h dreht die Kurbelwelle

gerade mal 900 Touren. Da ist also

noch jede Menge Luft. Der Erbauer ergänzt:

„Laut GPS hatte ich schon mal 121 km/h

drauf. Bis dahin hat es allerdings ein ganzes

Weilchen gedauert.“

www.motorradonline.de/fahrberichte

9/2015


NEU

BEST BRAND 2015

Kategorie: Textilbekleidung

Wir sind besonders stolz in diesem

Jahr erstmals in der Kategorie „Textilbekleidung“

Ihr vollstes Vertrauen

gewonnen zu haben.

Bereits 10 × in Folge:

BEST BRAND 2015

Kategorie: Handschuhe

Held GmbH | 87545 Burgberg GERMANY | Tel. +49 (0) 83 21 / 66 46 - 0 |

www.facebook.com/heldbikerfashion | www.held.de


T E S T + T E C H N I

Vergleichstest Zweizylinder-Roadster

K

STRAHLE-

MANN

UND CO.

Mit dem wassergekühlten Boxer und einem

komplett neuen Rahmen lässt BMW die R 1200 R

in neuem Licht erstrahlen. Zwei Zylinder,

knapp 1200 cm³ Hubraum und 125 PS – mit

diesen Eckwerten ruft die Bayerin die Ducati

Monster 1200 auf den Plan.

Von Peter Mayer; Fotos: Rossen Gargolov

DUCATI

Monster 1200

38 TEST+TECHNIK 9/2015


BMW

R 1200 R

www.motorradonline.de

TEST+TECHNIK 39


BMW

R 1200 R

Flat-Twin: Anlässlich

des wassergekühlten

Boxers konzipierte

BMW die R 1200 R völlig

neu. Der Telelever wich

einer Telegabel, ein

relativ konventioneller

Gitterrohrrahmen

ersetzt das bisherige

Rahmenkonzept. Der

Kühler sitzt nun mittig

statt zweigeteilt an den

Seiten wie bei der GS

Zweizylinder-Roadster

Sie trägt Schwarz, die R 1200 R.

Distinguiert, nobel, so als wollte

sie sich bewusst zurücknehmen.

Bloß nicht mehr prahlen. Schließlich

hatten sie ihre Entwickler bereits auf

den Herbst- und Frühjahrsmessen ins Rampenlicht

geschoben. Ausgerechnet das seit

Jahr und Tag so unscheinbare graue Mäuslein

der BMW-Zweizylinder-Modellpalette

wurde zum Trendsetter der Boxer-Abteilung

gekürt. Dass sie nach der GS und dem

Reisedampfer RT den neuen wassergekühlten

Flat-Twin übernahm, war ja nur logisch.

Doch mit der unspektakulären Nackten

deuten die Bayern möglicherweise die

nächste technische Richtungsänderung im

Boxer-Milieu an: Adieu Telelever, servus Telegabel.

Selbstverständlich durfte das Classic-

Bike R nineT zuerst wieder ganz konventionell

federn. Doch mit dem Wasser-Boxer

reichen die technischen Konsequenzen bei

der R 1200 R weiter. So musste das Fahrwerk

quasi von Grund auf neu konstruiert werden.

Die tragende Säule des neuen Konzepts

bildet nun ein Gitterrohrrahmen mit konventionellem

Lenkkopf und angeschraubtem

Rahmenheck. In den frei gewordenen

Bauraum des Dreieckslenkers schlüpft nun

der zentral und damit unauffällig angeordnete

Wasserkühler, davor klemmt die Upside-down-Gabel

das Vorderrad zwischen

ihre Holme. Dass eine Großserien-Gabel

zudem deutlich kostengünstiger als die

mit Kugelgelenken technisch aufwendige


Hallo Biker,

jetzt geht‘s los!

Moderne Linien: flotte Räder, zeitgeistiger Scheinwerfer und dazwischen jede Menge

Infos. Das Display bietet drei unterschiedliche Designs

Telelever-Lösung sein dürfte, wird wohl ein

willkommener Nebeneffekt gewesen sein.

Doch trotz all des Aufwands, angeben

ist eben nicht das Ding der R 1200 R. Immerhin

hatte sich die R erst vor zwei Monaten

in einem Konzeptvergleich mit der dreizylindrigen

Triumph Speed Triple und der Honda

CB 1000 R mit dem Reihenvierer angelegt –

und gewonnen. Die Monster 1200 hält in

dieser Beziehung kräftiger dagegen. Erst im

vergangenen Jahr wurde die Italienerin vorgestellt.

Und zeigt sich mit zwei Zylindern,

1198 cm³ Hubraum und nominell 128 PS

dem 1170er-BMW-Treibsatz mit 125 PS gewachsen.

Ein Duell auf Augenhöhe.

Finanziell unterscheidet sich das Duo

dennoch. 12 800 Euro kostet die BMW im

Grundpreis. Doch eine lange Liste an Zubehör

(siehe technische Daten Seite 46)

hievt die bayerische Testmaschine auf fast

16 000 Euro. Die preislich dazu passende,

16 250 Euro teure S-Ausgabe der Monster

(Gabel und Federbein von Öhlins statt von

Kayaba und Sachs, hochwertigere Bremsanlage,

geschmiedete statt gegossene Räder)

würde mit einer Nennleistung von 145 PS

jedoch leistungsmäßig nach oben ausbrechen.

Weshalb sich der neue Boxer mit der

Standard-Monster anlegen und von deren

Tarif (13 490 Euro) um zweieinhalb Riesen

unterbieten lassen muss.

Immerhin, bereits vor der ersten Kurbelwellenumdrehung

versprüht die BMW

www.motorradonline.de

Hightech-Flair. Keyless Ride (Aufpreis 255

Euro) nennt sich neudeutsch die Transponder-Technik,

die ab etwa zwei Meter Abstand

die Zündung freischaltet. Schlüssel in

der Jackentasche, das kann man bequem

finden, doch ein Risiko bleibt: Wer den Sender

versehentlich in der Garage liegen lässt,

kann zwar losfahren, doch beim nächsten

Stopp an Tanke oder Eisdiele wird’s peinlich.

Moderne Zeiten. An welche die Ducati zunächst

nicht erinnert. So zäh wie eh und je

zieht der Anlasser die Kolben der Monster

durch die Zylinder. Man kennt das. Doch

wie alle V2 aus Bologna springt die Monster

trotzdem zuverlässig an.

Das war’s aber schon mit der Zurückhaltung.

Sonor bollert die Duc los, die BMW

einen Hauch dezenter. Laut ist out, das war

einmal. Also die Nachbarn nicht ärgern,

Abfahrt. Bereits die Sitzposition deutet die

Ausrichtung des Duos an. Ein relativ hoher

Lenker und ein tiefer Sitz (Sitzhöhe 770

mm) positionieren den BMW-Reiter vergleichsweise

aufrecht, erinnern daran, dass

die R als lässiger Roadster konzipiert ist. Wer

möchte, kann die Sitzhöhe über vier verschieden

dick gepolsterte Sitzgelegenheiten

(je 257 Euro) in einem Bereich von stattlichen

acht Zentimetern individualisieren.

Sportlicher, aber dennoch kommod sitzt

es sich auf der Monster. Kein Vergleich zur

übertrieben vorderradorientierten Sitzposi-

+++ Markenreifen richtig günstig! +++

Aachen · Bielefeld · Castrop-Rauxel · Dortmund

Düsseldorf · Duisburg · Essen · Frankfurt

Frankfurt/Ost · Kassel · Köln / Nord · Köln / Süd

Mainz · Mülheim a.d. R.

Münster · Paderborn · Verl · Wuppertal

reifen com GmbH · Am Stadtholz 24 – 26 · 33609 Bielefeld

Berlin/Marzahn · Berlin/Spandau · Berlin/Weißensee

Bonn · Braunschweig · Bremen/Stuhr · Celle

Dresden · Hamburg · Hamburg/Nord · Hameln

Hannover/Nord · Hannover/West

Leipzig/Schkeuditz · München · München/West

Nürnberg · Nürnberg/Süd · Osnabrück

reifen com GmbH · Südfeldstr. 16 · 30453 Hannover

motorrad@reifen.com 0511 - 123210- 80

www.reifen.com


Motorenkonzepte Warum der Boxer schnurrt und der V2 pocht

Geschmeidige Laufkultur und gleichmäßige

Leistungsentfaltung beim

BMW-Motor, hemdsärmeliger Auftritt im

Drehzahlkeller und druckvoller Einsatz ab

der Drehzahlmitte beim Ducati-Triebwerk.

Die Charaktere der beiden Motoren unterscheiden

sich erheblich. Der Grund: deren

unterschiedliche Konzeption.

Der BMW-Boxer begründet seine Lauf -

kultur im Wesentlichen mit seinem

symmetri schen Aufbau. Durch den Hubzapfen

ver satz von 180 Grad erreichen

beide Kolben gleichzeitig ihre unteren

und oberen Totpunkte. Die Massenkräfte

heben sich dadurch perfekt auf. Die nicht

gleichzeitig, sondern im Wechsel von je

360 Grad zündenden Zylinder (siehe

Skizze) erzeugen zudem eine weitgehend

homogene Leis tungsentfaltung.

Dahingegen generiert ein V2-Motor eine

grundsätzlich unrhythmische Zündfolge.

Bei der Ducati ergibt sich durch

die Zylinderspreizung von 90 Grad

eine unregelmäßige 270/720-Grad-

Zündfolge. Die verschieden großen

Zündabstände verursachen in unteren

Zündabstand

BMW 360° 360° 360°

360°

Zündabstand

Ducati

Drehzahlen den auch bei der Monster

1200 spürbaren unrunden Motorlauf unterhalb

von 3000/min. Im oberen Drehzahlbereich

äußert sich diese Zündfolge

in dem für einen V2 typischen pulsierenden

Motorlauf.

Trotz der konstruktiven Unterschiede bleibt

es letztlich auch dem Hersteller überlassen,

die charakterlichen Eigenheiten dieser

Motorbauarten zu betonen oder abzuschwächen.

Die Größe der Schwungmasse,

Steuerzeiten, Verdichtung oder das

Volumen von Airbox und Auspuffanlage

besitzen auf die Laufkultur eines Motors

großen Einfluss. So benimmt sich der

ebenfalls mit 90-Grad-Zylinderwinkel konzipierte

V2 der Suzuki V-Strom 1000 beispielsweise

erheblich laufruhiger, vermittelt

durch die Kultivierungsmaßnahmen

aber auch deutlich weniger Emotionen.

270° 450° 270°

450°

Es kommt drauf an, was man

daraus macht: gleiche Zylinderzahl,

fast identischer

Hubraum, ähnliche Spitzenleistung

und doch

ganz unterschiedliche

Charaktere – BMW-

Boxer und Ducati-V2

Zweizylinder-Roadster

tion auf den Vorgänger-Modellen. Der um

je vier Zentimeter höhere und näher zum

Fahrer gerückte Lenker wirkt Wunder, ergänzt

die fahraktive Haltung um genau den

richtigen Schuss Entspannung. Wer höher

oder niedriger sitzen möchte, kann die

zweifach einstellbare Standard-Sitzbank in

ihrer Aufnahme verschieben (Sitzhöhe 785

oder 810 mm) oder mit drei verschieden

hohen Zubehörsitzen (190–225 Euro) um

65 Millimeter variieren. Fein.

Die ersten Schwünge kneten die Reifen

warm und pumpen das Dämpferöl durch

Gabel und Federbein, der bedachte Dreh

am Gasgriff bringt die Motoren sacht auf

Temperatur. Welch ein Unterschied! Geschmeidig

wie ein wohlig schnurrender

Hauskater geht der Boxer zu Werke. Die um

1127 Gramm größere Schwungmasse von

Kurbelwelle und Primärrad, mit der die

Münchner bereits der GS in diesem Modelljahr

sanftere Manieren beibrachten, kultiviert

auch die neue R. Bereits tief unten im

Drehzahlkeller zieht der Boxer an, schüttelt

unterhalb von 2500 Touren noch kaum

merklich mit den Ohren, um über dieser

Marke mit besten Manieren loszudrücken.

Wie die Faust aufs Auge passt der optionale

Schaltassistent (442 Euro) zu diesem unkomplizierten

Charakter. Einem Automatikgetriebe

gleich lassen sich die Gänge mit

dem Zündunterbrecher fast ohne Zugkraftunterbrechung

durchsteppen. Gar zum

Erlebnis avanciert damit das Herunterschalten.

Einfach auf den Schalthebel treten, und

die Elektronik passt mit einem Stoß Zwischengas

das Drehzahlniveau an. Vor allem

Augenweide: Das Design

von Ducati lenkt den

Blick. Im Fall der Monster

auf Krümmer, Rahmen

und Schalldämpfer

Techno-Krad: Der Stil der

R 1200 R wirkt Technikorientierter,

kühler und

doch gefälliger als der

ihrer Vorgängermodelle

42 TEST+TECHNIK 9/2015


Alles für Ihre BM

EmpfEhlung

Live entdecken auf der

Wunderlich Anfahrt 2015.

Am 25./26. April in Sinzig.

INDIVIDUELLE GEPÄCKLÖSUNGEN …

Auf der großen Reise sind optimale Gepäcklösungen unentbehrlich.

Und auf der kleinen Tour geht nichts über praktische Details. Bei über

3.000 Artikeln für alle BMW-Motorrad-Modelle finden auch Sie bei uns

garantiert das Richtige. Probieren Sie es aus, wir sind für Sie da!

… UND NOCH VIELES MEHR FÜR IHRE BMW.

Wunderlich GmbH

Kranzweiherweg 12

D-53489 Sinzig

Tel. +49 2642 9798-0

info@wunderlich.de

www.wunderlich.de


DUCATI

Monster 1200

L-Twin: Wegen seiner

Einbaulage wird der

90-Grad-V2 der Ducati

auch L-Twin genannt.

Der bullige Charakter

des 1198er-Treibsatzes

dominiert das Fahrerlebnis

auf der Italienerin.

Die Duc rockt

Zweizylinder-Roadster

in den höheren Gängen gelingt das mit diesem

sogenannten Blipper seidenweich und

fast übergangslos. Überhaupt die Elektronik.

Zauberwort Ride-by-Wire. Per Knopfdruck

lassen sich Ansprechverhalten und Abstimmung

der Traktionskontrolle verändern.

Sanft und sicherheitsbewusst im Rain-Modus,

spritzig und aggressiv in der Dynamic-

Stufe, homogen und alltagstauglich in der

Road-Abstimmung. So leicht, dass die meisten

wohl nicht nur auf die individuell kombinierbare

User-Variante verzichten werden,

sondern auch das Potenzial des Boxers zunächst

verkennen. Dass der Flat-Twin im praxisrelevanten

Bereich unterhalb von 7000

Touren dem Ducati-V2 überlegen ist, offenbart

bei diesem geschliffenen Auftritt erst

der Blick auf die Leistungskurve (Seite 46).

Denn der Italo-Twin weiß sich äußerst

gekonnt in Szene zu setzen. Die schlechte

Laune unterhalb von 3000/min, der notwendige

kräftige Zug am Kupplungshebel,

die vergleichsweise lange Übersetzung,

all das ist vergessen, wenn die Duc loslegt.

Spritzig drückt der L-Motor dank kurzem

Hub voran, peitscht sich wohlig massierend

durchs Drehzahlband. Während sich die

BMW betont zurückhaltend gibt, haben die

Mannen aus Bologna eine hochemotionale

Kombination aus Sportlichkeit und Effizienz

punktgenau getroffen, allein durch diesen

44 TEST+TECHNIK 9/2015


Werkzeug

mit Charakter !

Und noch mal moderne Linien: schnittige Schalldämpfer, moderner Scheinwerfer, dazwischen

ein farbiges TFT-Display mit wechselndem Anzeige-Modus. Die Duc gefällt

Motor der Monster einen ganz besonderen

Erlebniswert implantiert.

Wobei sich die Dame aus Bologna nicht

nur der Show verpflichtet fühlen. Denn

mit gemessenen 138 PS liegt der Vau-Zwo

erstens deutlich über seiner Nennleistung

von 128 Pferden, zweitens in der Spitzenleistung

klar über der 125 PS kräftigen BMW

und damit drittens auch bei allen Fahrleistungen

(siehe Seite 46) vor der Bayerin.

Imposant, auch wenn der Vollgas-Auftritt

sicher nicht zu den Kernkompetenzen von

Naked Bikes gehört. Doch selbst im Durchzug

nimmt die vergleichsweise lang übersetzte

Duc der BMW ein paar Zehntel ab,

profitiert in erster Linie dabei von ihrer

Sportsfigur. Immerhin 27 Kilogramm trennen

die 215 Kilo leichte Monster von der

242 Kilo schweren BMW.

Dass die Italienerin auch elektronisch am

Puls der Zeit ist, versteht sich von selbst.

Ride-by-Wire? Klar. Traktionskontrolle?

Selbstverständlich. Verschiedene Fahrmodi?

Logisch. Am besten glättet denn auch das

Touring-Mapping das im Sport-Modus noch

bissige Ansprechverhalten. Wer’s noch sanfter

mag, wählt die Urban-Abstimmung, genießt

die weiche Gasannahme und bleibt

auch mit den gemessenen 107 PS ausreichend

motorisiert.

Und freut sich ebenfalls über das Fahrwerk.

Vorne weich, hinten hart, selbst die

www.motorradonline.de

ehemals für die Monster typische Federungsabstimmung

ist längst Geschichte. Gut

ausbalanciert wuselt sie dahin, kann gerade

auf Landstraßen ihre Stärken ausspielen.

Zugegeben, das Setup bleibt grundsätzlich

sportlich, doch nicht über Gebühr straff.

Und so liegt die Duc satt, bietet exzellente

Rückmeldung und lenkt vor allem schnittig

und präzise ein. Kein Wunder. Denn mit gut

drei Grad steilerem Lenkwinkel, 32 Millimeter

kürzerem Nachlauf und besagter stattlicher

Gewichtsdifferenz profitiert die Duc

auf winkligem Geläuf von ihren Anlagen.

Auch wenn dem Bayern-Roadster seine

Speckrollen kaum anzumerken sind. Locker

lässt er sich durch die Kehren schwingen,

fühlt sich subjektiv deutlich leichter an.

Liegt’s an der semiaktiven Federung? In

Wechselkurven mag das sein. Dort justiert

die von der geballten Informationsflut der

Sensorik gefütterte Steuerelektronik die

Dämpfungsventile an Gabel und Monoshock

offenbar penibel, erstickt mit straffer

Dämpfung jeden Ansatz von Unruhe im

Keim. Dennoch kommt die noch junge

Technik oder zumindest deren Abstimmung

auf Rumpelpisten an ihre Grenzen.

Während die Gabel asphaltierten Unbill

noch gut wegsteckt, gibt das Federbein

harte Schläge trocken an den Piloten weiter.

Doch davon abgesehen zieht die BMW

blitzsauber um jeden Radius, stellt sich

kaum auf und knüpft damit auch beim

steinicke wittlich

Weitere Informationen:

www.proxxon.com


145

115

100

85

70

55

40

25

10

190

Daten

185

und 180 Messwerte

MOTOR

FAHRWERK

195

175

170

165

110

160

155

140

150

145

140

130

135

130

120

125

120

110

115

Bauart Zweizylinder-Viertakt-

110

Zweizylinder-Viertakt- 100

105 Boxermotor

90-Grad-V-Motor

100

Einspritzung 2 x Ø 52 mm 2 x Ø 53 mm

90

95

90

Kupplung Mehrscheiben-Ölbad- 85 Mehrscheiben-Ölbad- 80

kupplung 80(Anti-Hopping)

kupplung (Anti-Hopping)

75

70

Bohrung x Hub 101,0 x 73,0 mm 70 106,0 x 67,9 mm

Hubraum 1170 cm³

65

60

60

1198 cm³

Verdichtung 12,5:1 55 12,5:1

50

50

Leistung 45 92,0 kW (125 PS)

94,0 kW (128 PS) 40

40

bei 7750/min 35

bei 9000/min

Drehmoment 30

30

125 Nm bei 6500/min 118 Nm bei 7250/min

25

20

20

15

Rahmen Brückenrahmen aus 10 Gitterrohrrahmen 10 aus Stahl,

0

Stahlrohr 5

Motor mittragend

0

Gabel Upside-down-Gabel, Upside-down-Gabel,

Ø 45 mm

Ø 43 mm

Lenkungsdämpfer hydraulisch –

BMW

R 1200 R

Ducati

Monster 1200

Bremsen vorne/hinten Ø 320/270 mm Ø 320/245 mm

Assistenzsysteme ABS ABS, Traktionskontrolle

Räder 3.50 x 17; 5.50 x 17 3.50 x 17; 6.00 x 17

Reifen 120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17 120/70 ZR 17; 190/55 ZR 17

Bereifung Metzeler Roadtec Z 8

vorne „M“, hinten „C“

Pirelli Diablo Rosso II

vorne „D“

MAßE + GEWICHTE

Radstand 1515 mm 1511 mm

Lenkkopfwinkel 62,3 Grad 65,7 Grad

Nachlauf 125 mm 93 mm

Federweg vorne/hinten 140/140 mm 130/152 mm

Sitzhöhe 1 770 mm 785–810 mm

Gewicht vollgetankt 1 242 kg 215 kg

Zuladung 1 208 kg 175 kg

Tankinhalt/Reserve 18,0/4,0 Liter 17,5/3,5 Liter

Service-Intervalle 10 000 km 15 000 km

Preis 12 800 Euro 13 490 Euro

Preis Testmotorrad 15 770 Euro 2 13 490 Euro

Nebenkosten 390 Euro 305 Euro

-MESSWERTE

Höchstgeschwindigkeit* 230 km/h 250 km/h

Beschleunigung

0–100 km/h 3,4 sek 3,2 sek

0–140 km/h 5,5 sek 5,1 sek

0–200 km/h 13,3 sek 9,6 sek

Durchzug

60–100 km/h 3,5 sek 3,2 sek

100–140 km/h 3,8 sek 3,3 sek

140–180 km/h 4,9 sek 3,8 sek

Verbrauch Landstraße/100 km 4,6 Liter 5,0 Liter

Reichweite Landstraße 391 km 350 km

200

*Herstellerangabe; 1 MOTORRAD-Messungen; 2 Komfort-Paket (400 Euro), Dynamik-Paket 2 (595 Euro),

Keyless Ride (255 Euro), Style 2 (290 Euro), Touring-Paket (1430 Euro)

205

Leistungs - Messung

110

100

90

80

70

60

Ducati Monster 1200

101,2 kW (138 PS) bei 8800/min

118 Nm bei 7500/min

BMW R 1200 R

92,2 kW (125 PS)

bei 7800/min

124 Nm bei 6500/min

50 70

60

40

50

130

30 40

120

20

30

110

20

100

10

10

kW PS

80

90

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11

Motordrehzahl in 1/min x 1000

Gefühl und Wahrheit: Die Überlegenheit der BMW bis

7000/min ist auf dem Diagramm eindeutig zu erkennen.

In der Praxis vermittelt der geschmeidige Lauf des Boxers

jedoch bei Weitem nicht diese Dominanz. Im Gegenteil.

Die unregelmäßige Zündfolge und – wahrscheinlich – auch

eine steilere Erhebungskurve der Drosselklappenbetätigung

lassen den V2 der Ducati antrittsstärker und bissiger

wirken. Außerdem: In der Spitze liefert der L-Twin mit 138

PS genau 10 PS mehr als angegeben.

Motorleistung

140

130

120

110

100

90

80

Zweizylinder-Roadster

Drehmoment in Nm

Leistung an der Kurbelwelle. Messungen auf dem Dynojet-Rollenprüfstand 250,

korrigiert nach 95/1/EG, maximal mögliche Abweichung ± 5%

Fahrwerk formschlüssig an die Easy-Riding-

Attitüde ihres Motors an.

Selbst wenn es brennt. Die Kraft eines

einzigen Fingers reicht, um die Bremsbeläge

kraftvoll in die Scheiben beißen zu lassen.

Und zwar bei beiden Bikes. Die Verzögerungswerte

sind mit 10,3 m/s² (BMW) beziehungsweise

10,0 m/s² (Ducati) nicht nur

für Naked Bikes atemberaubend, das Regelverhalten

der ABS-Anlagen erstklassig.

0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000 8000 9000 10000 11000

Doch nach dieser seltenen Einigkeit trennen

sich die Wege des Duos wieder.

Nach den letztlich so grundverschiedenen

Motoren und der ebenfalls so unterschiedlichen

Fahrwerksausrichtung bleibt auch

das tägliche Leben mit den Zweizylindern

Geschmackssache. Hauptständer, Gangoder

Benzinstandsanzeige, damit kann,

ja will die Ducati nichts anfangen. Individualismus

und Schönheit sind angesagt.

Das an der Hinterradabdeckung befestigte

Kennzeichen, das glasklare und farbige

TFT-Display, die toll gezeichnete Einarm-

46 TEST+TECHNIK 9/2015


Zweizylinder-Roadster

schwinge oder die optisch so mächtigen

Auspuffkrümmer, damit will die Italienerin

ihren prickelnden Charakter unterstreichen.

Und tut es auch.

Dass sie in dieser Beziehung von der

nüchternen Deutschen ausgehebelt wird,

wen wundert’s. Das famose Licht, der wirkungsvolle

Lenkungsdämpfer, der pfiffige

Schaltassistent oder der besagte Hauptständer

samt ausgetüfteltem Gepäcksystem,

dagegen ist die Ducati machtlos. Und wahrscheinlich

ist sie der BMW deshalb noch

nicht einmal böse. Denn mit dem so emotionsstarken

Motor und dem handlichen

und unprätentiös ehrlichen Fahrwerk konzen

triert sich die Italienerin auf die Essenz

des Motorradfahrens. Oder anders ausgedrückt:

Der Sieg nach Punkten mag an die

BMW gehen, doch für viele ist sicher die

Ducati Siegerin der Herzen.

www.motorradonline.de/vergleichstests

1

2

-Testergebnis

BMW R 1200 R

Wie schrieb MOTORRAD unlängst

über die neue BMW? Das Ganze

ist mehr als die Summe seiner

Teile. Das stimmt noch immer.

Die R siegt mit ihrer konsequent

durchgehaltenen Homogenität.

Ducati Monster 1200

Die Monster besticht mit der Kombination

aus unprätentiösem Fahrverhalten

und vor allem einem

bärigen Motor. Dass sie die Alltagskriterien

etwas lässiger nimmt,

wer könnte ihr das übel nehmen?

MOTOR

-Punktewertung

Maximale

Punktzahl

BMW

R 1200 R

Ducati

Monster 1200

Durchzug 40 32 36

Beschleunigung 40 28 33

Topspeed 30 19 22

Motorcharakteristik 30 25 25

Ansprechverhalten 20 15 14

Lastwechsel 20 13 13

Laufruhe 20 11 9

Kupplung 10 7 8

Schaltung 20 14 11

Getriebeabstufung 10 8 9

Starten 10 9 7

Summe 250 181 187

GESAMTWERTUNG 1000 729 681

PLATZIERUNG 1. 2.

Preis-Leistungs-Note

Bestnote

1,0 2,0 2,1

NICHT NUR EMOTIONAL, sondern

auch real dominiert die Ducati die

Motorenwertung. Trotz der längeren

Übersetzung entscheidet die Monster

alle Fahrleistungswerte zu ihren Gunsten.

Lediglich bei der Laufruhe muss

der unterhalb von 3000/min ruppige

Motor passen. Feingefühl braucht die

schwierig zu dosierende Kupplung der

BMW.

SIEGER MOTOR: DUCATI

FAHRWERK

Handlichkeit 40 31 28 MIT STABILER KURVENLAGE, transparentem

Stabilität in Kurven 40 32 30

Lenkverhalten und untade-

Lenkverhalten 40 30 29 ligem Geradeauslauf überzeugt die

Rückmeldung 10 7 8 BMW. Dafür bietet die Ducati eine

Schräglage 20 15 16 klarere Rückmeldung und bietet mehr

Geradeauslaufstabilität 20 17 15 Schräglagenfreiheit. Gut, aber noch

Fahrwerksabstimmung vorn 20 15 14 nicht perfekt: die semiaktive Federung

Fahrwerksabstimmung hinten 20 15 14

der BMW, die in der Hinterhand noch

Einstellmöglichkeiten Fahrwerk 10 9 5

zu straff abgestimmt ist.

Federungskomfort 10 8 6

Fahrverhalten mit Sozius 20 16 12

Summe 250 195 177 SIEGER FAHRWERK: BMW

ALLTAG

Ergonomie Fahrer 40 30 27 NOCH FRAGEN? In Sachen Alltag macht

Ergonomie Sozius 20 10 11 BMW kaum einer etwas vor. Neben

Windschutz 20 0 1 einer gelungenen Ergonomie schlägt

Sicht 20 14 11 vor allem die Ausstattung mit allen

Licht 20 15 14 erdenklichen Extras (siehe technische

Ausstattung 30 26 21 Daten) hier zu Buche. Die Bayerin

Handhabung/Wartung 30 23 18 profitiert auch von ihrem geringeren

Gepäckunterbringung 10 5 1

Verbrauch (BMW: 4,6 Liter, Ducati: 5,2

Zuladung 10 8 3

Liter). Die Duc kann allenfalls ihre gute

Reichweite 30 25 21

Ergonomie dagegensetzen.

Verarbeitung 20 15 14

Summe 250 171 142 SIEGER ALLTAG: BMW

SICHERHEIT

Bremswirkung 40 34 33 ERSTKLASSIGE BREMSEN BIETEN

Bremsdosierung 30 23 27 BEIDE ROADSTER. Die Verzögerungswerte

Bremsen mit Sozius/Fading 20 13 12

liegen für diese Fahrzeugkate-

Aufstellmoment beim Bremsen 10 8 7 gorie im Spitzenbereich. Auf holprigem

ABS-Funktion 20 16 15 Geläuf zeigt sich die Monster erheblich

Lenkerschlagen 20 18 13 nervöser als die BMW.

Bodenfreiheit 10 7 7

Summe 150 119 114 SIEGER SICHERHEIT: BMW

KOSTEN

Garantie 30 17 17 DER VERBRAUCH ENTSCHEIDET. Ein

Verbrauch (Landstraße) 30 21 19 guter halber Liter weniger auf 100 km

Inspektionskosten 20 17 18 beschert der BMW den Sieg.

Unterhaltskosten 20 8 7

Summe 100 63 61 SIEGER KOSTEN: BMW

SIEGER PREIS-LEISTUNG: BMW

Viel Geld für viele Punkte:

Die R 1200 R hat knapp die

Nase vorn

www.motorradonline.de


km

50 000

49 545

48 000

47000

46 000

45 532

44 531

43 000

42 000

41000

40 000

39 519

38 000

37000

36 000

35 000

34 000

33 000

32 000

31000

30 000

29 000

28 000

27000

26 000

25 000

24 000

23 000

22 000

21000

20 000

19 000

18 000

17 306

16 541

15 000

14 000

13 445

11 862

11000

10 065

9000

8000

7000

6000

5000

4000

3000

2000

1000

T E S T + T E C H N I

Dauertest-Abschlussbilanz KTM 1190 Adventure

Zündschloss erneuert

(Garantie)

Springt bei Kälte nicht an

Hauptständer, Display, zwei

Blinker, Ölstandssensor

ersetzt, neues Mapping aufgespielt

(alles Garantie),

Felgendichtband erneuert

Lenkerschalter links ersetzt

(Garantie)

Hupe repariert

Seitenständer und Temperatursensor

ausgetauscht

(Garantie), Software für MSC

(„Kurven-ABS“) aufgespielt

Batterie erneuert (Garantie)

Springt bei Kälte nicht an

Auspuffkrümmer gebrochen,

Kupplungsschalter defekt

(Garantie)

Lenkungsdämpfer-Verschraubung

gesichert (Garantie)

K

EIS-

BRECHER

Mit der 1190 Adventure ließ KTM zur Saison 2013 eine

brandneue Reiseenduro vom Stapel. Sie fährt und

verkauft sich blendend – und brach damit manch frostigen

Vorbehalt gegenüber der Marke. Zu Recht?

Von Peter Mayer; Fotos: Bilski, Froberg, Jahn, jkuenstle.de, KTM

Das Multitool wirkt auch nach 80

Prozent der Dauertest-Distanz

noch so knackig wie am ersten

Tag. Ein gutes Omen für die

letzten 10 000 Kilometer? Mit dieser Frage

beendete MOTORRAD die Zwischenbilanz

des 50 000-Kilometer-Dauertests der KTM

1190 Adventure im Oktober vergangenen

Jahres (MOTORRAD 23/2014). Die Antwort:

ein entschiedenes Jein. Denn, so viel vorab,

die Österreicherin hat sich auch im letzten

Fünftel des Langstreckentests ordentlich,

aber nicht ganz fehlerfrei geschlagen.

Ein kurzer Blick zurück. April 2013. Im

bislang größten Reiseenduro-Vergleichstest

der MOTORRAD-Geschichte holte

die Neuerscheinung hinter der Ikone des

Segments, der BMW R 1200 GS, auf Anhieb

Platz zwei. Juli 2013. Daraufhin kaufte

MOTORRAD beim KTM-Händler für 13 995

48 TEST+TECHNIK 9/2015


Januar 2013: Bereits bei der Präsentation ist

klar – die neue KTM ist ein großer Wurf

Juli 2013: Der Dauertest beginnt. Es reist sich

hervorragend mit der Adventure

Juni 2014: Sturm zum Gipfel. Die Österreicherin

gewinnt das MOTORRAD Alpen-Masters


Dauertest-Abschlussbilanz

Euro eine 1190 Adventure inklusive Elektronik-Paket

(elektronisch einstellbares Fahrwerk,

Reifenluftdrucküberwachung, Hauptständer).

Im Vergleich zur zeitgleich im

Dauertest gefahrenen BMW, die mit allerlei

Auffälligkeiten für Diskussionen sorgte,

kam die unprätentiöse KTM bestens weg.

Lobeshymnen auf den spritzigen Motor, die

leichtgängige Kupplung, das butterweich

zu schaltende Getriebe und das neutrale

Handling zogen sich wie ein roter Faden

durchs Fahrtenbuch. Vor Kinderkrankheiten

blieb die Österreicherin im ersten Modelljahr

freilich nicht verschont. Ein am Flansch

gebrochener Auspuffkrümmer, ein defekter

Kupplungsschalter und ein kippeliger Seitenständer

mussten ersetzt werden. Immerhin:

In allen Fällen schaffte es die von Grund

auf neu konstruierte Maschine ohne fremde

Hilfe zurück in die Redaktion. Mit einer Ausnahme:

Kälte vertrug sie trotz ihrer alpinen

Herkunft. Bei Temperaturen unter dem Ge-

Tipptopp: KTM-Getriebe schalten sich betont

mühelos und präzise. Die 1190 Adventure

macht da keine Ausnahme. Die Schleifspuren

an den Schaltgabeln (rechts) sind

marginal. Die Teile können problemlos

wieder verbaut werden, genauso wie …

… die Getrieberäder

samt Getriebewellen.

Selbst harmlose

Materialausbrüche

(Pitting) bei vielen

Dauertest-Getrieben

verkneift sich die KTM

Bilanz nach 50 000 Kilometern

Kompression und Druckverlust

Kompressionsdiagramme gehören zum Standard bei Dauertest-

Abschlussbilanzen von MOTORRAD. Die Messung hierzu wird

bei vollständig geöffneten Drosselklappen durchgeführt. Seit dem

Einzug der Ride-by-Wire-Technik hat sich das geändert. In der Konfiguration

der Prüfstandsmessung (ausgeschraubte Zündkerzen,

Stillstand der Räder) öffnen elektronisch betätigte Drosselklappen

grundsätzlich nicht. Die Kompressionsmessung wird deshalb bei

geschlossenen Drosselklappen durchgeführt. Im Fall der KTM verhindert

ein Messfehler bei der Eingangsmessung den Vergleich

zwischen den Werten vor und nach dem Dauertest. Allerdings: Der

geringe Unterschied der Werte des Druckverlusts (Eingang: 3 %,

Abschluss: 4 %) untermauert den bei der Sichtprüfung bereits ermittelten

guten Zustand von Ventilen und Ventilsitzen.

Technischer Zustand

Zylinderkopf: Ein Einlassventil ist geringfügig undicht, sämtliche

Ventilsitze und Ventile präsentieren sich in gutem Zustand. Die

Ventilführungen sind kaum verschlissen, ebenso die Nockenwellen.

An einem Nockenwellenlager zeigen sich stärkere Laufspuren.

Eine Ventilfeder hat sich zu stark gesetzt, drei andere liegen an der

Verschleißgrenze.

Zylinder/Kolben: Die Zylinder weisen nur minimale Laufspuren

auf und liegen innerhalb der Form- und Maßtoleranz. An einem

Kolben hat sich ein Stück der Beschichtung gelöst, ansonsten sind

die Kolben in Ordnung. Die Ölkohleablagerung ist sehr gering.

Kurbeltrieb: Das Laufbild der Kurbelwellenhauptlager ist unauffällig,

genauso wie das der Pleuellager sowie des Kolbenbolzens.

Kraftübertragung: Kupplungskorb und Kupplungsnabe sowie

die Reib- und Stahlscheiben zeigen kaum Verschleißspuren, ebenso

die Getrieberäder. Zwei Schaltgabeln weisen leichte Anlaufspuren

auf.

Rahmen/Fahrwerk: Die Farbbeschichtung des Rahmens und der

Schwinge ist intakt, Schwingen- sowie Lenkkopflager sind spielfrei.

Die Schwingenachse zeigte sich beim Ausbau festkorrodiert,

am Rahmen ist eine Motorhaltelasche abgebrochen.

Verschleiß

Einbautoleranz Betriebstoleranz Verschleiß Istmaß

Kolbenspiel

Kolbenringe Stoßspiel erster Ring

Kolbenringe Stoßspiel zweiter Ring

Kurbelwelle Hauptlagerspiel

Pleuellager Radialspiel

Nockenhöhe Einlass

Nockenhöhe Auslass

Nockenwelle Radialspiel

Ventilführungen Innendurchmesser Einlass

Ventilführungen Innendurchmesser Auslass

Ventilsitzbreite Einlass

Ventilsitzbreite Auslass

Ventilfedern freie Länge

Kupplungsreibscheibendicke

Kupplungsfedern freie Länge

Schaltgabel Nutenspiel

50 TEST+TECHNIK 9/2015


Das große Trudeln Highspeed-Pendeln der KTM

Fotos: jkuenstle.de, Peter Mayer

Ortstermin an der Autobahn A 81, Stuttgart–Würzburg,

Raststätte Jagsttal.

KTM-Testfahrer Norbert Thaler, Entwicklungsingenieur

Frederik Harnischmacher

und Top-Tester Karsten Schwers (mittleres

Foto, von links) schieben eine 1190 Adventure

neben die MOTORRAD-Dauertest-Maschine.

Der Grund der Gegenüberstellung:

MOTORRAD hatte mehrfach die Geradeauslaufstabilität

der KTM kritisiert. Denn während

die Testmaschine im Solo- wie im

Passagierbetrieb selbst bei Topspeed bolzgerade

über die Autobahn pfeilt, ändert

sich die Sachlage mit Beladung drastisch.

Leicht beladene Koffer oder eine Gepäckrolle

reichen, um die Maschine spätestens

ab der 200 km/h-Marke zum Pendeln zu

bringen. Versuche, Tempi über 230 km/h in

dieser Konfiguration zu erreichen, hätten

unweigerlich zum Sturz geführt und mussten

mehrfach erfolglos abgebrochen werden.

Testreihen mit geänderter Fahrwerksabstimmung

oder geradeauslaufstabiler –

wenn auch für die KTM nicht freigegebener

– Bereifung (Michelin Anakee 3) verbesserten

das Fahrverhalten nicht.

Ein Einzelfall? Nein. Denn auch die von KTM

gelieferte Adventure unterschied sich in

der Pendelneigung in keiner Weise von

der MOTORRAD-Dauertest-Maschine. Auch

Besitzer berichten von diesem Phänomen.

In Einzelfällen kam es sogar zu Wandlungen

Ortstermin:

Zunächst wurde

gelacht. Doch

auch die beladene

Referenz-Adventure

pendelte

spätestens ab 200

km/h besorgniserregend.

Die

Lenkausschläge

betrugen bis zu

drei Grad

(siehe Leser-Erfahrungen Seite 55). Die Ursache

der Fahrwerksunruhen, die übrigens

ebenfalls bei der 1290 Super Adventure

auftreten, kann KTM nicht eindeutig lokalisieren.

Beheben ebenfalls nicht.

Verwunderlich ist dies vor allem vor dem

Hintergrund, dass die in der Betriebsanleitung

der 1190 Adventure bei Beladung angegebene

Geschwindigkeitsbeschränkung

von 150 km/h nur als Empfehlung gilt. Ohne

bauliche Maßnahmen zur Beschränkung

des Topspeeds bleibt die Tempowahl auch

mit Gepäck Sache des Nutzers. Und der

sollte sich der Eigentümlichkeit der KTM

auf deutschen Autobahnen bewusst sein.

Andere Reiseenduros können das besser.

Kompakt, effektiv, aerodynamisch

Schnellwechsel-Brille QRGS

Quick Release Goggle System

Doppelscheibe, Antifog und Antiscratch

by Carl Zeiss Optics

Komfortable Innenausstattung

Innenfutter bambusbehandelt

YEARS

WARRANTY

Die gezeigte Farbe der Brillenscheibe entspricht nicht der Serie. Scheiben und Brillen in anderen Farben und Dekoren sind als Zubehör erhältlich.

SHARK ist einer der führenden Hersteller für Motorradhelme mit mehr als 25 Jahren

Erfahrung. Bei SHARK stehen Sicherheit und Performance an oberster Stelle, wir

setzen all unser Wissen zum Schutz unserer Kunden ein. Als «Freedom Instinct»

bezeichnen wir den Einsatz modernster Technik, um ein sicheres, komfortables und

genußvolles Fahrerlebnis zu garantieren. Mehr unter SHARK-HELMETS.COM

The Freedom Instinct

Entdecken Sie auch unsere Marken für

Bekleidung (BERING.FR), Gepäck / Sitzbänke

(BAGSTER.COM) und Vintage (SEGURA-MOTO.EU) :


Dauertest-Abschlussbilanz

frierpunkt drehte der Anlasser nur zäh

durch und ließ den V2 recht unwillig

anspringen. Einmal musste ausgerechnet

die private Harley von Fuhrparkchef Rainer

Froberg dem Hightech-Flitzer Starthilfe

leisten. Bevor eine neue Batterie und ein

getauschter Außentemperatursensor als

mögliche Gründe der morgendlichen Antriebsschwäche

identifiziert werden konnten,

lösten milde Temperaturen das Problem

allerdings meteorologisch. Zumindest

bis zum nächsten Winter. Davon später.

Für Begeisterung sorgte dagegen das per

simplem Software-Update (399 Euro)

aufgespielte Kurven-ABS. Das System überzeugte

im MOTORRAD-Test auf ganzer Linie

und beweist, dass die Adventure nicht nur

stark (150 PS) und schnell (250 km/h), sondern

auch sicher kann. Vollbremsungen bei

40 Grad Schräglage sind gefahrlos möglich.

Ab dem Modelljahr 2014 besitzt die KTM

diese ABS-Version serienmäßig – übrigens

als erste und bis heute einzige Reiseenduro.

Überhaupt kam ihr Konzept, das passgenau

die Schnittmenge von sportlicher

und touristischer Ausrichtung trifft, sehr gut

an. Bereits in der ersten Saison mauserte

sich das neue Abenteuer-Bike zur – nach

der GS – am zweitbesten verkauften Reiseenduro

hierzulande. Angesichts des anspruchsvollen

und meist sehr erfahrenen

Zielpublikums (siehe Lesererfahrungen

Wurde die benutzt?

Die leichtgängige

Kupplung (mit Servofunktion)

sieht

aus wie am ersten

Tag. Die nach dieser

Laufleistung

üblichen Rattermarken

sind nur

im Ansatz vorhanden

Seite 55) ein beachtlicher Vertrauensbeweis.

Der offensichtlich auch dem Hersteller

Mut machte. Mitte des Jahres wurden alle

Adventure-Besitzer über eine freiwillig

von zwei auf drei Jahre erweiterte Gewährleistungsdauer

informiert.

Für die Dauertest-Maschine blieb diese

Fristverlängerung ohnehin belanglos. Denn

die Adventure schrubbte die Kilometer im

Eiltempo. Lediglich die unkommode Seriensitzbank

wurde auf Dauer vom traumhaft

Mess werte

Leistungsdiagramm

Motorleistung

120

160

Abschlussmessung

110 150

110,6 kW (150 PS) bei 9300/min

100

140 125 Nm bei 7600/min

130 Anfangsmessung

90

120 103,8 kW (141 PS)

80 110 bei 9300/min

70

100 115 Nm bei 8000/min

90

60 80

50 70

130

60

40

120

50

110

30 40

100

20 30

90

20

10

10

80

kW PS

0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13

Motordrehzahl in 1/min x 1000

War der Motor der Adventure noch nicht eingefahren?

Der große Unterschied von 9 PS

zwischen der Anfangs- und der Abschlussmessung

deutet darauf hin.

Fahrleistungen

Messung nach 2620 km 49 705 km

Beschleunigung

0–100 km/h sek 3,4 3,4

0–140 km/h sek 5,3 5,1

0–200 km/h sek 10,5 9,9

Durchzug

60–100 km/h sek 3,8 3,4

100–140 km/h sek 3,6 3,5

140–180 km/h sek 3,9 3,7

Durchschnittlicher Verbrauch über 50000 km

Kraftstoff (Super) l/100 km 6,3

Motoröl l/1000 km –

Drehmoment in Nm

Spurensuche: Im

Zylinderkopf und

den Ventilen finden

sich nur geringe

Ablagerungen. Die

blanke Stelle am

linken Einlassventil

rührt von einem

Lichtreflex bei der

Fotografie und

ist in natura nicht

erkennbar

Tauschgeschäft: Die meisten

Motorinnereien zeigen nur

geringen Verschleiß, eine

Ventilfeder unterschreitet

die Verschleißgrenze

Leistung an der Kurbelwelle; Messungen auf dem Dynojet-Rollenprüfstand

250, korrigiert nach 95/1/EG, maximal mögliche Abweichung ± 5 %

52 TEST+TECHNIK 9/2015


Spurensuche: Trotz gut erkennbarer

Laufspuren sind die Kurbelwellenlager

nach der Testdistanz

noch maßhaltig.

Der Zustand der restlichen

Lager ist sehr gut – genauso

wie die gesamte

Mechanik des Motors

Kosten und Wartung

Kosten

Betriebskosten auf 50 000 Kilometern

14,4 Liter Öl à 17,50 Euro 252,00 Euro

4 Ölfilter à 42,61 Euro 170,44 Euro

3 Luftfilter à 41,55 Euro 124,65 Euro

4 Zündkerzen à 29,25 Euro 117,00 Euro

2 Satz Bremsbeläge hinten à 57,56 Euro 115,12 Euro

2 Satz Bremsbeläge vorne à 76,20 Euro 152,40 Euro

1 Kettensatz 188,73 Euro

1 Felgenband mit Dichtgummi 55,84 Euro

Kleinteile, Schmierstoffe

67,28 Euro

Dichtungen

35,90 Euro

Inspektionen und Reparaturen

816,28 Euro

Reifen (inkl. Montage, Wuchten und Entsorgen)

1380,00 Euro

Kraftstoff

4754,35 Euro

Gesamtkosten

8229,99 Euro

Anschaffungskosten

13 995,00 Euro

Wertverlust

6145,00 Euro

Schätzpreis (Händlerverkaufspreis)

7850,00 Euro

Kosten pro Kilometer (ohne Wertverlust)

16,5 Cent

Kosten pro Kilometer (mit Wertverlust)

28,7 Cent

Wartung und Reparaturen

km-Stand

Lenkungsdämpferschraube gesichert1000

Hitzeschutzfolie montiert4731

Auspuffkrümmer u. Kupplungsschalter erneuert (Garantie)10 065

Batterie (Garantie) und Reifen hinten erneuert,

Ölfilter erneuert (wegen Warnleuchte Öldruck) 13 445

Temperatursensor (Garantie), Seitenständer (Rückruf)

erneuert 16 541

Hupenkabel erneuert (Garantie) 17 306

Reifen vorne erneuert 19 340

Kettensatz und Bremsbeläge hinten erneuert 23 316

Reifen hinten erneuert 26 017

Reifen hinten erneuert 37 664

Linke Schaltereinheit erneuert (Garantie) 39 519

Hauptständer, Kombiinstrument, zwei Blinker, Ölstandssensor

ersetzt, neues Mapping aufgespielt (alles Garantie), Felgendichtband

ersetzt 44 531

Reifen vorne und hinten erneuert 45 698

Bremsbeläge hinten erneuert 45 725

Bremsbeläge vorne erneuert 49 223

Zündschloss erneuert (Garantie) 49 545

Concordia Motorrad-Versicherung

Leistung spüren,

Sicherheit genießen.

Seit Jahren gilt die Concordia bei Bikern als Garant für optimale Sicherheit. Wir haben

uns durch starke Leistungen und preis werten Versicherungs schutz ganz vorn positioniert.

So wurden wir auch von „MOTORRAD” 2014 wieder

ausgezeichnet. Profitieren auch Sie von unseren Leistungen.

Ihren persönlichen Ansprechpartner finden Sie unter

www.concordia.de. Fordern Sie Ihr individuelles Angebot

an oder nutzen Sie unseren Online-Rechner.

Rabattschutz

Für wenige Euro mehr,

einen Schaden frei im Jahr!

CONCORDIA. EIN GUTER GRUND.


Schüttelfrost: Kühle Temperaturen mochte die KTM

nicht. Zweimal musste die Harley von Fuhrparkchef

Froberg Starthilfe leisten (links). Die gebrochene Motorhalterung

(oben) besitzt keine tragende Funktion.

Bei den aktuellen Modellen wird darauf verzichtet.

Vorsicht bei der Reifenmontage. Das Dichtband der

Felge wurde durch Montiereisen beschädigt

Dauertest-Abschlussbilanz

bequemen Kahedo-Sitzkissen (329 Euro/

Fahrer, 299 Euro/Sozius, www.touratech.de)

ersetzt. Gerade auf großen Touren schob

sich ein anderes Thema in den Vordergrund:

die Pendelneigung der Adventure mit Beladung

bei hohen Geschwindigkeiten. Näheres

dazu auf Seite 51. In ihrem Element

fühlte sich die Adventure jedoch auf der

Landstraße, erst recht im Gebirge – und des

Öfteren auch beim KTM-Händler. Denn der

Kontakt zum orangefarbenen Stützpunkt

riss auch nach der Zwischenbilanz selten ab.

Ein defekter Blinkerschalter (bei Kilometer

39 500 ersetzt), Wassereinbruch im Display,

ein Ölstandssensor, der ohne Grund vor

Ölmangel warnte, und zwei defekte Blinker

(alles bei Kilometerstand 44 500 ausgetauscht),

damit zog die KTM immer wieder

die Aufmerksamkeit auf sich. Eigentlich

schade. Denn mit großzügigen 15 000er-

In spektionsintervallen (Kosten: 1000 km:

196 Euro; 15 000 km: 311 Euro; 30 000 km:

600 Euro, 45 000 km: 371 Euro) hätten die

Werkstatttermine erfreulich spärlich ausfallen

können. Genauso wie der Besuch beim

Reifenhändler. Die einzigen zugelassenen

Reifen, die gutmütigen Continental TrailAttack

2, trotzten dem kräftigen Antritt bravourös

und mussten frühestens alle 10 000

Kilometer (hinten) beziehungsweise erst

nach fast 20 000 Kilometern (vorn) gewechselt

werden. Dabei ist allerdings Vorsicht

geboten. Ein Monteur punktierte beim Reifentausch

das für den schlauchlosen Einsatz

nötige Gummidichtband. Die ursprüngliche

Empfehlung, die Dichtung (55 Euro) bei

jedem Reifenwechsel zu tauschen, hat KTM

mittlerweile revidiert (siehe Kasten unten).

Während der Reiseflitzer um einen Heiße-

Reifen-Eckenwetz nie verlegen war, machte

ihm Väterchen Frost nach wie vor zu schaffen.

Auch im zweiten Winter musste Frobergs

Harley ein weiteres Mal Schützenhilfe

leisten. Möglicherweise besitzt die Kapazität

der Serienbatterie von 11 Ah (zum Vergleich:

KTM nimmt Stellung

… zu dem gebrochenen Auspuffkrümmer

Hierbei handelt es sich um einen bedauerlichen

Einzelfall, der aufgrund einer unzureichenden

Abbindung der Schweißnaht am

Krümmeranschluss erfolgte. Das Teil wurde auf

Garantie bei zirka 10 000 km getauscht und

wies nach den restlichen 40 000 km Laufleistung

keinerlei Mängel auf.

… zu der Hitzeabstrahlung des Motors

Unter Umständen ist bei hochsommerlichen

Temperaturen und Stop-and-go-Verkehr

die Abwärme deutlich spürbar. Es ist bereits

eine Verbesserung (Hitzeschutz unter der Sitzbank)

in der Serie eingeflossen. Des Weiteren

folgen mit Modelljahr 2015 Änderungen, welche

die Hitzeabstrahlung vermindern. Diese

sind auch bei allen bisherigen 1190 Adventure-Modellen

nachrüstbar.

… dem hakeligen Zündschloss

Dieser Mangel ist uns aus unseren Dauertests

nicht bekannt, aus dem Markt gibt es einige

wenige Einzelfälle. Das Zündschloss wird

untersucht, um gemeinsam mit dem Zulieferer

die Ursache dafür herauszufinden und mögliche

Verbesserungen zu erarbeiten.

… zu dem schlechten Kaltstartverhalten

Voraussetzung für ein gutes Kaltstartverhalten

ist eine vollgeladene Batterie. Unter-

suchungen bei einigen Kundenfahrzeugen haben

gezeigt, dass auch der Pick-up-Abstand

und die Kaltstartanreicherung dafür verantwortlich

sein können. Den KTM-Vertragshändlern

liegen Informationen mit Maßnahmen

vor, sollten Kunden unzureichendes Kaltstartverhalten

bemängeln.

… zu der abgebrochenen Haltelasche am

Rahmen

Die gebrochene Lasche wurde ausschließlich

bei der Motorradproduktion zur einfacheren

Montage des Rahmens am Motor genutzt.

Eine tragende Funktion hat diese Lasche nicht

und ist mittlerweile (nach Änderungen im Fertigungsprozess)

bei aktuellen Modellen nicht

mehr vorhanden. Im vorliegenden Fall empfehlen

wir, das verbliebene Stück der Lasche

einfach zu entfernen.

… zu dem undichten Display

Wassereintritt in die Instrumente kennen

wir aus dem Markt nicht. Wir werden das

Tachoelement untersuchen, gehen aber von

einem Einzelfall aus.

Nachlese: Die KTM-Abordnung Gorbach,

Zaha und Matschl (1., 2. und 5. von links)

begutachten die Mechanik der Adventure

… zu dem beim Reifenwechsel zu erneuernden

Felgendichtband

Das Felgendichtband kann bei der Demontage

des Reifens durch Montiereisen oder

durch die Montiermaschine beschädigt werden.

Generell sollte daher beim Reifenwechsel

immer eine Sichtprüfung durchgeführt werden

und das Dichtband bei Beschädigung oder

spätestens nach fünf Jahren ausgetauscht werden.

Ist das Dichtband nicht beschädigt, muss

es nicht zwangsläufig erneuert werden.

… zu den differierenden Leistungsmessungen

im Lauf des Dauertests

Aus unserer Erfahrung können wir sagen,

dass sich die volle Leistung in der Regel nach

etwa 8000 km einstellt. Ein Leistungszuwachs

von 141 auf 150 PS ist für uns nicht erklärbar

und kann nach unserer Ansicht nur in der

Mess toleranz begründet sein.

Foto: Hertler

54 TEST+TECHNIK 9/2015


Motorschutzbügel inkl. ProtectionPad

Soziusfußrastenverlegung

Leser -Erfahrungen

Nach rund 110 000 problemlosen.

Kilometern auf einer Yamaha TDM.

850 war ich unsicher, ob ich das

Abenteuer KTM eingehen sollte.

Nach 9500 Kilometern mit der 1190

Adventure kann ich nur sagen: Geil!

Die Originalreifen passen gut zum

Motorrad. Nach 9500 Kilometern

sind wohl noch 1500 Kilometer

drin. Erstaunlich bei diesem Motorrad,

dass man eigentlich gar nicht

entspannt fahren möchte. Ich bin bis jetzt absolut zufrieden. Für

mich ist die Kati ein tolles Reisemotorrad mit Sportlerqualitäten.

Außerdem handelt es sich nicht um Massenware.


Heiko Werner, 54293 Trier

Zu der im Rahmen des Dauertests.

gemachten Aussage zur Pendelnei-.

gung möchte ich meine Erfahrungen

wiedergeben. Die KTM habe ich über

5000 Kilometer gefahren. In dieser

Zeit stand sie rund vier Wochen wegen

diverser Mängel, vor allem aber

wegen der Pendelneigung in der

Werkstatt. Bereits mit unbeladenem

Topcase trat ein starkes Pendeln bei

155 km/h auf. Ohne zusätzlich montiertes

Topcase oder Tankrucksack bei

190 bis 230 km/h. Aufgrund dieser

Pendelneigung habe ich, wie auch ein Freund von mir, das Fahrzeug

gewandelt. Schade, denn auf der Landstraße war die Adventure

bisher das beste von zehn Motorrädern, die ich in den letzten

13 Jahren gefahren habe. Uwe Naumann, 42781 Haan

Ich habe mir letztes Jahr die KTM.

1190 Adventure neu zugelegt und

bin seitdem 7000 Kilometer gefahren,

davon 2800 Kilometer in

den Dolomiten. Dafür ist sie wie

gemacht. Ich bin noch nie so zügig

und entspannt zugleich Pässe gefahren.

Zudem hat sie eine ordentliche

Reichweite. Nicht ganz unwichtig,

wenn man in den Alpen unterwegs ist. Als Zubehör habe

ich bisher einen Schalldämpfer von Giannelli montiert. Damit

klingt die KTM, wie ein V2 klingen sollte. Was etwas stört: Bisher ist

leider nur ein Reifenmodell, der Conti TrailAttack 2, verfügbar. Die

Bremse könnte auch etwas bissiger sein. Außerdem werde ich wohl

auf einen Zahn weniger am Ritzel gehen, da ich den Topspeed eh

nicht brauche und mir der Punch lieber ist. Fazit: ein klasse Bike.


Jan Hendrich, 55288 Partenheim

Meine KTM habe ich im April 2013.

gekauft und bin mittlerweile 61000

Kilometer (!) mit ihr gefahren. Sie

macht noch immer großen Spaß.

Handliches Fahrwerk, faszinierender

Motor, und sie ließ mich nie stehen.

Keine Panne. Mängel: Das Lenkkopflager

musste öfter eingestellt werden,

die Sitzbank ist nicht tourentauglich.

Dazu kommt im Sommer

die Hitze des Motors (die Isomatte

ist angebracht). Koffer und Topcase sind mangelhaft. Um mit der

BMW GS konkurrieren zu können, sollten viele Kleinigkeiten optisch

und in der Verarbeitung verbessert werden. Für mich jedoch

kein Grund zum Markenwechsel.

Peter Podesser, Schweiz

Ich habe meine Kati im März 2013.

gekauft und sie nach 11 000 Kilome-.

tern wieder verkauft. Fürs Kurvenrevier

in den Alpen oder der Eifel

kann ich sie empfehlen. Toller Motor,

sportiver Auftritt, eine GS wird dahinter

immer leiser. Eben ein Alpen-Master.

Doch als Reiseenduro hat sie

mich enttäuscht. Auf der Autobahn

fängt das Fahrwerk mit Koffern an zu

pendeln, wie ein Seemann, der aus

der Hafenkneipe wankt. Mehr als 180

km/h geht nicht. Jeder, der jetzt

neunmalschlau sagt, „der Hersteller empfiehlt ja nur 150 km/h

mit Gepäck“, sollte noch mal auf den Firmenslogan schauen: „Ready

to race.“ Gleichwohl liebäugle ich wieder mit einer KTM, der

1290 Super Duke. Dann mit neu gestecktem Einsatzspektrum.


Arndt Hellmann, 14055 Berlin

Alles für Ihre MT-09 Tracer...

bügel inkl

...und auch für Ihr Motorrad

Bugspoiler

Besuchen Sie uns auf:

www.hepco-becker.de

Hepco & Becker GmbH

D-66955 Pirmasens

Tel: 06331-1453 100

vertrieb@hepco-becker.de

Katalog gratis !


Dauertest-Abschlussbilanz

BMW R 1200 GS, neues Modell: 12 Ah, altes

Modell: 14 Ah) zu wenig Reserven.

Immerhin befand sich die KTM beim

Austausch des hakenden Zündschlosses

kurz vor dem Ziel (Kilometerstand 49 545)

in tröstlicher Gesellschaft. Wasser, Schmutz

und Vibrationen setzten den komplexen

modernen Schlössern schon vieler Dauerläufer

von MOTORRAD zu.

Nach genau 18 Monaten stellte Werkstattchef

Gerry Wagner die Adventure denn

auch ein letztes Mal auf den Prüfstand. Dass

der V2 mit 150 PS auch nach der Testdistanz

seine Nennleistung bestätigte, verwundert

nicht. Eher schon, dass dieser Wert damit

nicht weniger als 9 PS über der bei Kilometerstand

2300 durchgeführten Eingangsmessung

liegt. Dass der Zweizylinder laut

KTM bis zu 8000 Kilometer Einfahrstrecke

benötigt, erstaunt erst recht nach der Demontage.

Denn deren Resultat geriet, kurz

gesagt, sehr erfreulich. Getriebe, Kupplung

und Ölpumpe zeigen sich quasi neuwertig,

zwei Schaltgabeln nur minimal angelaufen.

Kolben und Zylinderköpfe sind ausgesprochen

sauber, nahezu frei von Ablagerungen.

Einzig drei Ventilfedern haben sich bis an

die Verschleißgrenze gesetzt, eine unterschritt

das Einbaumaß. Sämtliche Lager präsentieren

sich im Bestzustand oder weisen

nur unkritische Laufspuren auf. Auch beim

Fahrwerk überzeugt die Verarbeitungsqualität.

Denn die Pulverbeschichtung des Rahmens

ist unbeschädigt, die Kunststoffteile

glänzen wie neu. Und selbst die Aufregung

um eine gebrochene Motorhalterung am

Rahmen (Foto Seite 54) erwies sich letztlich

als unbegründet. Laut KTM dient die Lasche

ursprünglich zur Fixierung des V2 bei der

Montage. Bei den aktuellen Modellen wird

auf diese Teile ganz verzichtet.

Doch nicht nur dies deutet darauf hin:

Nach dem ersten Modelljahr scheint die

KTM – abgesehen von der schwächlichen

Batterie – ihre Kinderkrankheiten tatsächlich

überstanden zu haben. Dass nicht

nur MOTORRAD so mutmaßt, beweisen die

Verkaufszahlen. Die schnellten im Jahr

2014, dem zweiten Verkaufsjahr der Adventure,

um immerhin 40 Prozent nach oben

und hievten die KTM auf Platz sieben der

letztjährigen Zulassungsstatistik. Das Eis

scheint gebrochen.

www.motorradonline.de/dauertests

Angebote zu

diesem Motorrad

finden

Sie hier:

motorradonline.de/201509048

Dauertest -Wertung

Punkte

Benzinverbrauch 2

Liter/100 km

Punkte

Kosten/km 1

in Cent

Punkte

Werkstattbesuche/

Pannen 4

Punkte

Wertverlust in % 3

Punkte Verschleiß/

Zustand 5

Maximalpunkte 25 5 10 30 30 100

GESAMTPUNKTE

1 Honda CBR 600 F 8,3 19 5,8 5 44,9 6 0/0 30 26 86 18/13

2 Harley-Davidson Road King 7,0 21 6,5 3 25 10 3/0 27 24 85 23/08

2 Honda NC 700 S 6,5 22 4,0 5 49 4 2/0 28 26 85 21/14

4 Yamaha XJ6 Diversion 7,6 20 5,4 5 41 7 3/0 27 25 84 25/10

5 Triumph Tiger 800 XC 6,6 22 5,8 5 39 7 4/0 26 23 83 5/13

6 Honda Crosstourer 7,7 20 6,8 2 39,1 7 3/0 27 24 80 22/13

7 Honda CBF 1000 7,5 20 6,4 3 43 6 1/1 24 25 78 18/07

7 Suzuki Bandit 1250 S 10,6 14 6,0 4 46 5 2/0 28 27 78 02/09

7 Suzuki Gladius 10,0 15 5,0 5 43 6 1/0 29 23 78 4/11

7 Yamaha XT 1200 Z Super Ténéré 7,9 20 6,3 3 42 6 4/0 26 23 78 3/12

11 Triumph Sprint ST 9,5 16 6,5 3 45 5 4/0 26 26 76 3/07

12 BMW K 1200 S 9,5 16 6,6 3 44 6 5/0 25 25 75 24/06

12 Kawasaki ER-6f 8,2 19 5,0 5 46 5 5/0 25 21 75 7/08

14 Triumph Trophy SE 6,5 22 6,1 4 48,8 4 5/1 20 23 73 3/15

14 Yamaha YZF-R1 10,6 14 6,8 2 44 6 1/0 29 22 73 25/08

16 Ducati Multistrada 1200 S 11,8 12 7,4 1 41,9 7 5/0 25 26 71 1/13

16 KTM 1190 Adventure 7,0 21 6,3 3 43,9 6 10/1 15 26 71 09/15

16 Suzuki V-Strom 1000 8,4 19 6,5 3 56 2 4/0 26 21 71 02/04

19 Suzuki GSX-R 1000 11,4 13 5,9 4 47 5 5/0 25 23 70 23/07

20 BMW F 800 S 8,7 18 4,8 5 42 6 4/1 21 18 68 2/08

20 BMW R 1200 GS (wassergekühlt) 6,5 22 5,7 5 42 6 5/1 20 15 6 68 17/14

20 Honda Fireblade 12,9 10 6,1 4 45 5 3/0 27 22 68 20/09

20 Victory Hammer S 10,2 15 6,1 4 48,5 4 3/1 22 23 68 7/13

24 Kawasaki ZX-10R 12,3 11 6,3 3 55 2 1/1 24 27 67 14/06

24 Triumph Daytona 675 11,1 13 5,7 5 42 6 8/1 17 26 67 17/08

24 Yamaha XT 660 X 10,5 14 4,8 5 53 3 3/0 27 18 67 6/06

27 BMW R 1200 GS (luftgekühlt) 6,1 23 6,0 4 50 4 6/2 14 21 66 21/05

27 BMW S 1000 RR 11,4 13 6,4 3 41 7 7/0 23 20 6 66 4/12

27 Kawasaki ZZR 1400 13,1 9 6,9 2 44 6 4/1 21 28 66 3/08

30 Triumph Thunderbird 9,6 16 6,2 4 42 7 8/1 17 21 6 65 6/12

31 Aprilia RSV4 R 12,9 10 8,2 0 46 5 10/0 20 23 58 21/12

31 KTM 690 SM 12,3 11 4,6 5 44 6 7/2 13 23 58 22/09

33 Kawasaki Z 1000 ABS 17,7 0 6,3 3 44,7 6 3/1 22 25 56 24/12

34 Buell Lightning XB12S 12,9 10 5,5 5 41 7 6/2 14 18 54 25/06

35 KTM 950 Adventure 8,7 18 6,7 2 38 8 9/2 11 10 49 16/05

36 Suzuki Intruder M 1800 R 11,3 13 6,7 2 48 4 4/4 6 18 6 43 16/09

37 BMW K 1300 GT 8,5 18 6,3 3 42 6 11/4 0 12 6 39 21/10

38 Ducati 1098 16,7 2 7,2 1 45,6 5 12/3 5 17 6 30 03/10

39 KTM 1190 RC 8 15,4 4 6,2 4 44 6 10/4 0 12 6 26 09/11

Die Wertungstabelle gibt einen Überblick

der MOTORRAD-Dauertest-Maschinen

der letzten Jahre. 100 Punkte können maximal

ein gefahren werden, eingeteilt in fünf Teilwertungen.

Zu den Kosten pro Kilometer zählen

Ausgaben für Inspektionen, Ersatz- und

Verschleißteile, Reifen und Kettensätze. Beim

Benzinverbrauch wird der Durchschnitt über

die gesamten 50 000 Testkilometer gebildet.

Der Wertverlust basiert auf einer DAT-Schätzung.

Bewertet wird die Relation zum Listenpreis

bei Beginn des Tests. Außerordentliche

Werkstatt besuche führen zum Abzug von jeweils

einem Punkt. Pannen unterwegs werden

mit fünf Punkten Abzug bestraft. Die beiden

Starthilfen nach frostigen Nächten (in diesem

Fall bewertet wie eine einzige Panne) und die

nicht weniger als 10 außerplanmäßigen Werkstattbesuche

kosteten der KTM letztlich einen

Platz im Vorderfeld der Dauertest-Wertung.

1

ohne Wertverlust und Benzinkosten; 2 Durchschnittsverbrauch über 50 000 km; 3 laut DAT-Bewertung; 4 außerplanmäßige Werkstattbesuche;

5 bewertet: Maßhaltigkeit, Verschleißbild, Ersatzteilbedarf; 6 Minuspunkte wegen Motorschadens; *Nachbestellungen

unter Telefon 07 11/1 82-12 29

56 TEST+TECHNIK 9/2015

Dauertest in

MOTORRAD*


Die Modelle im Bild

1. 2. 2.

Honda CBR 600 F

Harley-Davidson

Honda NC 700 S

Road King

4. 5. 6.

Yamaha XJ6 Diversion Triumph Tiger 800 XC Honda Crosstourer

7. 7. 7.

Honda CBF 1000 Suzuki Bandit 1250 S Suzuki Gladius

7. 11. 12.

Yamaha XT 1200 Z

Super Tenere

Triumph Sprint ST BMW K 1200 S

12. 14. 14.

Premium

Motorrad-Pflege

Kawasaki ER-6f Triumph Trophy Yamaha YZF-R1

16. 16. 16.

Ducati

KTM 1190 Adventure Suzuki V-Strom 1000

Multistrada 1200 S

19. 20. 20.

Suzuki GSX-R 1000 BMW F 800 S BMW R 1200 GS LC

20. 20. 24.

Ausgabe 20/2010

NEU

Honda Fireblade Victory Hammer S Kawasaki ZX-10R

24. 24. 27.

Ausgabe 26/2014

Triumph Daytona 675 Yamaha XT 660 X BMW R 1200 GS

27. 27. 30.

BMW S 1000 RR Kawasaki ZZR 1400 Triumph Thunderbird

31. 31. 33.

KTM 690 SM Aprilia RSV4 R Kawasaki Z 1000 ABS

34. 35. 36.

Buell Lightning XB12S KTM 950 Adventure Suzuki Intruder

M 1800 R

37. 38. 39.

„Unser jüngster

Testsieger“

„Unser

Bestes“

„Unser

Trockenes“

BMW K 1300 GT Ducati 1098 KTM 1190 RC 8

www.motorradonline.de

Made in Germany by

www.wackchem.com

Exklusiv erhältlich im

guten Fachhandel!


T

K

E

O

S

M

T

P A K T

Der weit vorgezogene Schnabel erinnert

ein wenig an einen Greifvogel. Aber die

V-Strom tut nix! Die will nur Spaß machen

Fotos: jkuenstle.de

Die Scheibe ist grundsätzlich verstellbar.

Leider befindet sich der dafür notwendige

Inbusschlüssel nicht im Bordwerkzeug

V-Strom 650XT

oder die Leichtigkeit

des Seins

und des Reisens.

Selten war Motorradfahren

einfa

cher als mit ihr

◼Fahrbericht ◼

Suzuki V-Strom 650 XT

Ich trage einen großen Namen

Ich trage einen großen Namen“ ist eine

Ratesendung, die seit nunmehr 38 Jahren

im deutschen Fernsehen läuft. Darin geht

es darum, dass ein Rateteam möglichst

schnell die Identität der mehr oder weniger

prominenten Gäste herausfinden muss.

Sollte es einmal der neueste Ableger der

V-Strom-Familie in die Sendung schaffen,

er wäre wohl eine hart zu knackende Nuss.

Denn spätestens wenn die Buchstaben XT

fallen, denkt das motorradaffine Hirn sofort

an Yamaha. Tragen doch seit der seligen

XT 500 fast alle Enduros der Marke mit der

Stimmgabel dieses Kürzel. Suzukis Stollenbikes

trugen früher stets ein akademisch

angehauchtes DR im Namen.

Doch letztendlich sind Namen nur

Schall und Rauch. Das Kürzel dient in diesem

Fall dazu, die Dreitagebartvariante des

erfolgreichen Sport-Abenteuer-Tourers, so

die offizielle, wenngleich eingedeutschte

Sprachdiktion von Suzuki, von der mit 8390

exakt 600 Euro günstigeren Standardvariante

zu unterscheiden. Trotz der offroadigen

Erscheinung – die XT unterscheidet sich lediglich

durch den an die Optik der V-Strom

Die Speichenräder sollen die Offroad-

Orientierung der XT-Version betonen. Die

Konstruktion erlaubt schlauchlose Reifen

1000 angelehnten Entenschnabel und die

Speichenräder von der Basisversion – bleibt

die Technik unangetastet. So wurden weder

die Federwege verlängert (150/ 159 mm),

noch die Radgrößen (19/17 Zoll) verändert.

Weshalb sich auch die Sitzhöhe weiterhin

mit 835 mm im Rahmen hält. In Kombination

mit dem hohen Lenker ergibt sich

eine aufrechte und entspannte Sitz position

sowie eine gute Spielübersicht.

Wer angesichts der hubraumstarken

Oberklasse-Abenteuer-Bikes, die über

beinahe doppelt so viel Leistung als die hier

58 TEST+TECHNIK 9/2015


DATEN

◼MOTOR

Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-90-Grad-V-

Motor, je zwei obenliegende, kettengetriebene Nockenwellen,

vier Ventile pro Zylinder, Tassenstößel,

Nasssumpfschmierung, Einspritzung, 2 x Ø 39 mm,

geregelter Katalysator mit Sekundärluftsystem, Lichtmaschine

400 W, Batterie 12 V/10 Ah, mechanisch

betätigte Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Sechsganggetriebe,

O-Ring-Kette.

Bohrung x Hub

81,0 x 62,6 mm

Hubraum

645 cm³

Nennleistung 51,0 kW (69 PS) bei 8800/min

Max. Drehmoment

60,0 Nm bei 6400/min

Auf Bergstraßen fühlt sich die V-Strom wohl – ob in der XT- oder der Basisversion

anliegenden 69 PS verfügen, befürchtet,

dass die XT ein Papiertiger wäre, sieht sich

aufs Angenehmste enttäuscht. Der V2 ist

ein echter Freudenquell, zieht ab 1500/min

tapfer an der Kette, überzeugt mit starker

Mitte und einem kleinen Kick ab 7000/min.

Ab 8000 Touren wird es dann zäh, sodass

der bei 10 500/min eingrätschende Drehzahlbegrenzer

selten zum Einsatz kommt.

Das Sechsganggetriebe arbeitet leichtgängig

und präzise.

Im besten Sinne unauffällig zeigt sich

das vorne wie hinten in der Federvorspannung

einstellbare Fahrwerk. Die Federung

schluckt so ziemlich alle Unebenheiten

weg, lediglich auf langen Wellen wippt die

Hinterhand ein wenig nach. Die mit Bridgestone

Trail Wing besohlte Testmaschine

folgte dem Straßenverlauf willig, weitgehend

neutral und lässt sich spielend von

einer in die nächste Schräglage werfen.

Fazit: Auf den kleinen, gelben Sträßlein

auf der Straßenkarte, also da, wo das Motorradfahren

am meisten Spaß macht, brilliert

die 650er-V-Strom. Mit ihr genießt man das

kinderleichte Handling einer Mittelklassemaschine.

Und: Wer den Abenteuer-Look

nicht braucht, spart nochmals 600 Euro. sgl

◼FAHRWERK

Brückenrahmen aus Aluminium, Telegabel, Ø 43 mm,

verstellbare Federbasis, Zweiarmschwinge aus Aluminium,

Zentralfederbein mit Hebelsystem, verstellbare

Federbasis und Zugstufendämpfung, Doppelscheibenbremse

vorn, Ø 310 mm, Doppelkolben-Schwimmsattel,

Scheibenbremse hinten, Ø 260 mm, Einkolben-

Schwimmsattel, ABS.

Speichenräder mit Alufelgen 2.50 x 19; 4.00 x 17

Reifen 110/80 R 19; 150/70 R 17

◼MAß E UND GEWICHTE

Radstand 1560 mm, Lenkkopfwinkel 64,0 Grad, Nachlauf

110 mm, Federweg v/h 150/159 mm, Sitzhöhe

835 mm, Gewicht vollgetankt 232 kg*, zulässiges

Gesamtgewicht 415 kg, Tankinhalt 20,0 Liter.

Garantie

zwei Jahre

Serviceintervalle

12 000 km

Farben

Blau, Grau, Rot, Weiß

Preis/Nebenkosten

8990/190 Euro

*MOTORRAD-Messung

metzeler.de

DIE BESTE WAHL FÜR ALLE

BEDINGUNGEN.

im Wert von

40.- Euro!

REGEN KANN DICH NICHT MEHR SCHRECKEN.

Entscheide Dich für den Sport-Touringreifen von Metzeler und Du kannst

Deine Gedanken einzig und allein Deinem nächsten Reise-Ziel widmen.

2012 2012 2012 2012

METZELER TOURING PROMOTION

Hol Dir Deinen hochwertigen Deuter Rucksack. Beim Kauf eines Satzes ROADTEC TM Z8 INTERACT TM erhältst Du einen hochwertigen Deuter Rucksack

mit integrierter Regenhaube. Aktionszeitraum: 01.03.2015-31.07.2015, nur solange der Vorrat reicht. Teilnahmebedingungen einsehbar unter: metzeler.de


T E S T + T E C H N I

Impression Yamaha TDM und Tracer

K

60 TEST+TECHNIK

9/2015


ZURÜCK

IN DIE ZUKUNFT

Ein unerkannter Trendsetter – das war die Yamaha TDM, als sie 1991 auf

den Markt kam. Selbst die MOTORRAD-Redakteure waren sich nicht einig,

wie sie das neue Bike einordnen sollten. Crossover würde man heute sagen.

Ein Rückblick in die Zukunft. Von Jens Möller-Töllner; Fotos: Rossen Gargolov

www.motorradonline.de

TEST+TECHNIK 61


TDM 850

Die Formen

Unter dem Kürzel 3VD dominierten

noch Kanten das

De sign der TDM. Beim Nachfolger

4TX (1996–2001) war

es damit wieder vorbei, wie

das Bild links zeigt. Und die

MT-09 Tracer? Ist wieder bei

geraden Linien und harten

Ecken an gekommen

MT-09 Tracer

Impression TDM und Tracer

Vergangenheit: Schuld waren die

Franzosen. Jedenfalls tendenziell.

Die suchten irgendwann in den

80ern den Besten. Den besten

Motorradfahrer aller Sportklassen. Dafür

schnallten sie Sportreifen in ihre Crosser

und schickten die Meute ins Runde: eine

asphaltierte Strecke, ergänzt um einen

Geländeteil. Supermoto war geboren. Aber

das wusste damals noch niemand.

Allerdings sorgte das Spektakel für rauchende

Entwickler-Köpfe bei Yamaha. So

etwas müsste doch auch auf die Straße zu

bringen sein – einen Hauch weniger einzylindrig

und sportlich, dafür mit mehr als

einer Prise Tourentauglichkeit und Langstreckenkomfort

gesegnet. Die Idee stand.

Wichtig für das Konzept war ein Motor, der

seine Kolben mindestens als Zweizylinder

auf die stete Reise zwischen oberem und

unterem Totpunkt schickte. Nur so ließ sich

eine angemessene Leistung realisieren, die

dem einen oder anderen Sportler im Kurvengeläuf

ein Runzeln auf die Pilotenstirn

zaubern sollte. Dazu ein hochwertiges Fahrwerk,

Bremsen auf der Höhe der Zeit und

Räder im 17- bis 18-Zoll-Format. Das Ganze

dann noch abgerundet durch formidablen

Wetterschutz und eine aufrecht-kommode

Sitzposition für Fahrer und Hinterbänkler.

TDM 850

MT-09 Tracer

Der Start

Vor Fahrtbeginn bitte den

Benzinhahn (oben) in Position

bringen. Heute genügt ein Druck

aufs Knöpfchen, den Rest übernehmen

Motorsteuergerät und

Einspritzung. 2015 üblich: Mode-

Knopf zur Mapping-Auswahl

62 TEST+TECHNIK 9/2015


TDM 850

N°1 IN THE WORLD

MT-09 Tracer

Unvernünftig vernünftig; spaßig seriös; anmachend

sinnlich sportlich, aber auch rationell

technokratisch. So wie eine neue, heiße

Liebe, die gleich den Bausparvertrag samt

Lebensversicherung mit in die Beziehung

bringt. Das alles sollte das neue Modell von

Yamaha in sich vereinen.

Die Entwürfe flossen aufs Papier, Yamaha

Japan nickte ab, und die zweitaktende TDR

250 stand da. Der erste Schuss war kein

Volltreffer. 1991 wurde es viertaktend mit

der TDM 850 besser. Die Geburtsstunde des

stückzahlenstarken Crossover-Bikes. Nur

gab es diese Kategorie damals gar nicht.

Die Dämpfung

Mehr Härte durch Zusatzfeder:

Wer die Federrate schnell

ändern wollte, konnte bei der

TDM eine Zusatzfeder de- oder

aktivieren. Zusätzlich gab’s

noch die übliche Gewinde-Verstellung

unten am Federbein.

Bei der Tracer müssen heute

für Anpassungen vorgegebene

Stufen reichen

Entsprechend schwer tat sich die Zweiradler-Gemeinde

mit der Einordnung. Das ging

auch MOTORRAD-Tester Axel Westphal so,

der als Erster der TDM auf den Zahn fühlen

durfte. Seine Meinung zum Typ 3VD: „Interessantes

Allroundtalent.“ Da schwingt wenig

Sexiness mit. Eher kommt der Gedanke

an Feinrippunterwäsche auf. Die ist hygienisch

wertvoll und wärmt – aber als elektrisierender

Lustverstärker ungeeignet. Und

die TDM sollte doch Lust machen, einen

neuen Weg für formidablen Zweiradspaß

auftun. Chance vertan?

Gegenwart: Wir schreiben das Jahr 2015.

Die TDM listete Yamaha noch bis 2012 als

Jorge

Lorenzo

ENTWICKELT AUF

DER RENNSTRECKE

Kurvenswing ohne Stress,

die Domäne von TDM und Tracer

10PLUS

Ab 379 ,90 €

GARANTIE 5 JAHRE

RACING

1250 g.

± 50 g.

Größe S

LEICHT-

ZUSÄTZLICHES

GEWICHT

GETÖNTES

UND MAXIMAL- VISIER

KOMFORT

MODULAR

SPORT-TOURING

PINLOCK

INCLUDED

JET

OFFROAD

www.hjc-europe.com


Impression TDM und Tracer

900er im Programm, danach war Schluss.

Bis Ende 2014 die MT-09 Tracer auftauchte.

Ist sie die legitime Nachfolgerin? Eine Runde

über die Schwäbische Alb soll das klären.

Neben der Tracy knurrt eine TDM, Baujahr

1997 (besten Dank an Wörner & Hirsch

Motorrad-Service aus Reutlingen für die

Leihgabe). Kenner wissen es: Typenkürzel

4TX, Motor nicht mehr als echter Paralleltwin

mit 360 Grad, sondern mit 270 Grad

Hubzapfenversatz für einen pulsierenden

V2-Touch. Die TDM lebte von Triebwerksspenden.

Nach dem aufgebohrten Aggregat

aus der Super Ténéré durfte die TRX

als Zweizylinder-Spender ran. Und deren

Motor tat dem Universalmobil richtig gut.

Brachte Charakter ins Spiel. Kitzelte auch

auf emo tionaler Ebene. Also doch keine

Chance vertan. Im Bauch kribbeln und sorglos

funktionieren – endlich hatte das bei

der TDM zusammengefunden. Für diese Anforderung

war der 850er der Baujahre 1991

bis 1995 einfach zu gleichmäßig, zu turbinenartig

ausgelegt.

Mit zwei Zylindern ist es bei der Tracer

vorbei. Was blieb, war der Rückgriff aufs

Baukastensystem. Schließlich wanderte

nicht nur der MT-09-Drilling in den Rahmen,

sondern auch große Teile des Fahrwerks. Auf

dieser Basis wird aus der MT-09 ein neues

Motorrad. Frei von überhandlicher Nervosität,

jetzt mit vertrauenerweckender Stabilität

und knackiger Lenkpräzision. Könnte die

Wer, wie, was? Crossover – die ersten Schritte

Ich steh auf Straßenreifen

Crossover-Bikes haben zwar einen leicht

enduresken Touch, sie wollen aber auf

Asphalt bewegt werden. Das zeigt schon

ihre Bereifung mit eher feinem und wenig

ausgeprägtem Profil. Wo nahm das den

Anfang und wo ging’s hin?

Okay, so ganz streng genommen passt

die BMW R 80 ST nicht in diese Übersicht.

Führt sie doch vorne ein 19-Zoll-Rad

spazieren. Aber das war eben früher oftmals

so. Sogar Yamaha vertraute bei der

TDM noch lange auf ein 18 Zoll großes Vorderrad.

Aber zurück zur BMW. Die bereicherte

von 1982 bis 1984 die Motorradwelt

als direkter Ableger der Enduro R 80 G/S.

War sie damit das erste Cross over-Bike?

Vielleicht der

Crossover-

Urahn: die BMW

R 80 ST als direkter

Ableger

der R 80 G/S

Nicht ganz. Sie zeigte aber schon mal, was

da kommen könnte. Was unter Cross over-

Gesichtspunkten klar fehlte, waren die

Verkleidung und der Supermoto-Sportspirit.

Dachte auch Yamaha und verknüpfte

alle genannten Aspekte in einem Bike –

der TDR 250. Zweitaktend suchte sie ab

1988 nach neuen Fans für das Straßenkonzept

und erschreckte wie begeisterte

mit ihrer extremen Motorabstimmung. Bis

7000 Umdrehungen ging nichts, dann

folgte der Sturm. Massenkompatibler erwies

sich die TDM ab 1991. Supermoto

erlebte in den 90ern einen Hype, aber

rund um Crossover blieb es ruhig. Bis zum

neuen Jahrtausend. 2000 stellte Cagiva

die Navigator mit dem Motor aus der Suzuki

TL 1000 S vor. 2003 erschien die erste

Multistrada von Ducati. Damals noch mit

len kerfester Halbschale. Die traf optisch

nicht jedermanns Geschmack, sorgt aber

für Belebung. 2006 folgte Buells Ulysses

XB 12X, dann Benellis TreK 1130 und die

Triumph Tiger auf 17-Zoll-Reifen. 2009

schickte KTM mit der 990 SMT eine deutliche

Erinnerung an die Supermoto-Wurzeln

hinterher. Und kurz vorm neuen Jahrzehnt

erblickte die Kawasaki Versys 650

das Licht der Motorradwelt. Endlich ging

etwas. Heute haben fast alle Hersteller

quer über die Hubraumklassen verteilt

Crossover-Bikes im Programm. Aus dem

Trend ist damit eine feste Größe in der

Motorradbranche geworden.

Mit der

2003er-Multistrada

sprang

Ducati erstmals

auf den Crossover-Zug

auf

Yamahas erster

Versuch: Die

TDR 250 war

als Zweitakter

zu extrem

fürs Segment

Back to the

Roots: die KTM

990 SMT mit

deutlichen

Supermoto-

Anleihen

Fotos: Archiv, Ducati, Herzog, jkuenstle.de

64 TEST+TECHNIK

9/2015


..

WUNSCHE EINFACH

..

ERFULLEN!

%

0FINANZIERUNG *

Gültig bis

10. Mai 2015

*Ab € 120,- Warenwert bei einer Laufzeit von 12 Monaten über Ratenkredit!

Nähere Infos in Ihrem POLO Store oder telefonisch unter: 0 21 65 / 84 40-400 (nicht online).

z. B. BOS Desert Fox Auspuff

12 X €

66, 58**

66,

58

FINANZIERUNGSBEISPIEL:

Barpreis € 799, 00

0% Finanzierung über Ratenkredit:

**Vertragslaufzeit 12 Monate; Kaufpreis entspricht dem Nettodarlehensbetrag; gebundener

Sollzinssatz (jährl.) und eff. Jahreszins 0,00%; Angaben zugleich repräsentatives

Beispiel i. S. d. § 6a Abs. 3 PAngV. Vermittlung erfolgt ausschließlich für die

Commerz Finanz GmbH, Schwanthalerstr. 31, 80336 München.

www.polo-motorrad.de

Weil ich Motorrad fahre.


TDM 850: Der Zweizylinder fährt vorne einen

18-Zöller spazieren. Erst 2002 erhielt

die 900er-TDM Reifen im 17-Zoll-Format

Folge mir: Die MT-09 Tracer

tritt das Erbe der TDM an

MT-09 Tracer: 120er und 180er – die Tracer

setzt auf Standardwerte in 17 Zoll und

ABS. Das kam bei der TDM erst 2005

Impression TDM und Tracer

TDM sprechen, würde sie sofort Einhalt gebieten:

„Was ist daran neu? Das zählte doch

schon vor mehr als 20 Jahren zu meinen

Tugenden.“ Gut, sorry, lass uns losfahren.

Was sofort auffällt: Ergonomisch passt

alles. Bei der Alten und der Neuen. Okay,

der Sonder-Hochlenker aus dem Magura-

Programm an der TDM ist keine große Hilfe,

wenn es ums Gefühl fürs Vorderrad geht.

Aber sonst? Schon die 850er bettet den

Piloten entspannt auf der Sitzbank. Wie von

selbst fallen die Füße

auf die Rasten. Gut

gemacht, schon

damals. Dieses

Erbe setzt die

Tracer nahtlos fort. Sie bietet dazu noch

eine Spur mehr Sportlichkeit, wirkt filigraner,

direkter. Die TDM fühlt sich ausladender,

wuchtiger an. Die Moderne macht sich

auch auf der Waage bemerkbar. Erst bei

der 234-Kilo-Markierung stoppt der Zeiger

beim Zweizylinder 4TX. Bei der Tracer sind’s

über 20 Kilo weniger. Das merkt man. Und

obwohl die TDM auf für heutige Verhältnisse

schmalen Puschen rollt (110/80 ZR18/

150/70 ZR18), wischt sie nicht so leicht und

vor allem nicht mit dem gleichen Feedback

wie die Tracer durch die Kurven. Wer auf

eine lange Zweiradkarriere zurückblickt,

kennt den Michelin Macadam.

Der brauchte schon damals

ordentlich Temperatur und

war kein Regengott. Dass er

nun bereits seit fast 15 Jahren mit der

TDM durch die Lande fährt, macht die

Performance nicht besser.

Für uns bedeutet das: weniger Sport,

mehr Tour. Dabei schweifen die Gedanken.

Preisfrage: Wann bekam die TDM eigentlich

das erste Modell der Mitbewerber zur Seite

gestellt? Die Wolken wirbeln vorbei, die

jahreszeitbedingt eher grauen als grünen

Bäume am Straßenrand tun es ihnen gleich

– doch das Hirn streikt. Wir mussten lange

grübeln. Ein Übersicht steht im Kasten auf

Seite 64. Doch zurück ins Hier und Jetzt.

Die Tracer gibt das Tempo vor. Fährt

sich leichtfüßig durch Radien aller Art.

Spendet schnell Vertrauen. Die kann

was. Dabei machen sie vor allem

TDM 850

Motor: Zweizylinder-Motor, 849 cm³, 59 kW (80 PS) bei 7500/min,

Brückenrahmen aus Stahlprofilen, Telegabel Ø 43 mm, Stahlschwinge

mit Zentralfederbein, Doppelscheibenbremse vorn

Ø 298 mm, Scheibenbremse hinten Ø 245 mm, Gewicht vollgetankt

234 kg, Sitzhöhe 810 Millimeter

MT-09 Tracer

Motor: Dreizylinder-Motor, 847 cm³, 84,6 kW (115 PS) bei 10 000/

min, Brückenrahmen aus Aluminiumguss, Upside-down-Gabel

Ø 41 mm, Aluminiumschwinge mit Zentralfederbein, Doppelscheibenbremse

vorn Ø 298 mm, Scheibenbremse hinten Ø 245 mm,

ABS, Gewicht vollgetankt 212 kg, Sitzhöhe 845 bis 860 mm

66 TEST+TECHNIK

9/2015


Tugenden stark, die auch schon die TDM

kannte. Das Fahrwerk spricht sensibel an. Es

reagiert vielleicht nicht immer perfekt auf

jede Kante, verwöhnt aber mit viel Komfort.

Wer nicht im Heißsporn-Modus unterwegs

ist, dem gefällt das Arrangement. „Sag ich

doch“, wirft die TDM ein. Stimmt. War schon

in den 90ern so. An anderer Stelle ist der

Fortschritt mehr spürbar. Die Tracer informiert

übers digitale Display, bei der TDM

reichen klassische Runduhren. Dank der

Elektronik kann die Tracer mehr: mehr anzeigen,

Fahrmodi zur Wahl stellen und umweltfreundlicher

agieren. So verbrauchte

die 4TX zwar schon weniger als die 3VD,

etwa 5,5 Liter flossen aber immer durch

die Vergaser. Die Tracer nimmt sich für 100

Landstraßen-Kilometer 4,8 Liter aus dem

Tank. Das freut Geldbeutel und Umwelt.

Und die TDM. Weil: Mit der Tracer hat Yamaha

für das Crossover-Segment nicht nur das

Argument gut weiter verfeinert, sondern

endlich auch die Eigenschaft günstig ins

Spiel gebracht. 9595 Euro sind ein Wort.

9813 Euro kostete eine TDM schon 2007.

Die zieht einträchtig weiter mit der Tracer

ihre Bahn, begeistert dabei mit ihrem

auch heute noch sehr unterhaltsamen, beständig

drückenden Motor. Der schüttelt

sich nur ganz unten merklich. Ab 2000 Umdrehungen

hängt er aber wundervoll am

Gas und dreht

willig hoch. Das

macht Laune.

Die verbreitet

der Tracer-Antrieb

sowieso.

Kann fast alles,

Angebote zu

diesen Motorrädern

finden

Sie hier:

motorradonline.de/201509060

macht fast alles mit. Sich an damals zu

erinnern bleibt aber interessant. So gelingt

es der TDM, die Tracer in Sachen Ausstattung

sogar partiell zu übertrumpfen: Die

Anpassung der Federspannung hinten

per Schnellverstellung – das bietet nur sie.

Die TDM wirkt insgesamt also keineswegs

alt, sie ist erfrischend modern geblieben.

Langsam rollen die beiden Bikes aus.

Die TDM genießt den Feierabend, gönnt

sich ein paar Liter Sprit und ein pflegendes

Bad. Das hat sich unser volljähriges Fotomodell

verdient. Zum Abschluss noch ein kurzer

Blick ins Crossover-Poesiealbum, in dem

auch die Tracer vorkommt. Die ist gut, in

allem besser als die TDM und ein würdiger

Nachfolger. Sie muss sich ihren Platz in der

Crossover-Geschichte aber noch erarbeiten.

Das wird nicht leicht. Anders als früher gibt

es heute reichlich Konkurrenz in der Klasse

bis 1000 cm³. Die TDM sieht es gelassen und

genießt die späte Anerkennung.

www.motorradonline.de/yamaha

Die Motoren

Anfangs schlug das Herz der

TDM noch als Paralleltwin. Mit

der Einführung der TRX wanderte

deren Aggregat mit 270

Grad Hubzapfenversatz in den

Rahmen. Die Tracer nutzt die

Kraft der drei Zylinder als perfekte

Kombination aus Laufkultur,

Drehfreude und Power

MT-09 Tracer

TDM 850


T E S T + T E C H N I

Fahrbericht Benelli BN 302

K

SPAR & SPIEL

Kostet nicht mehr als ein Roller, macht aber ungleich mehr Spaß: Benellis neues Naked Bike

BN 302 ist trotz seiner nur 300 cm³ ein ausgewachsenes Motorrad. Von Eva Breutel; Fotos: Benelli

Das ist doch ein Wort: sparsame

4000 Euro für echten Spaß und

freches Spiel, nämlich für ein

nagelneues Motorrad mit Zweizylinder-Reihenmotor,

38 erfrischenden PS

und einer gelungenen Optik. Kunststück,

werden da die Kritiker sagen, diese Benelli

kommt aus China, ist bestimmt Ramsch

und deswegen so billig. Doch mit Ramsch

hat die neue BN 302 nichts gemein, dafür

sorgen schon ihr Gitterrohrrahmen, das

direkt angelenkte Federbein, der knackige

Auspufftopf und die sorgfältige Verarbeitung.

Gebaut wird sie bei Benellis Mutterkonzern,

der Qianjiang Group (QJ) im

Südosten Chinas, der im eigenen Land

als technisch fortschrittlich gilt und nach

ISO-geprüften Standards produziert. Ein

Manko, das mehr als ein Schönheitsfehler

ist, bringt sie allerdings mit, denn ABS

ist nicht an Bord. Die Benelli-Techniker

in Pesaro arbeiten zwar daran, doch vor

2016 wird die ABS-Variante wohl nicht

auf den Markt kommen.

Gedacht ist der kleine Sprinter vor allem

für Neu- und Wiedereinsteiger, und die

bekommen für ihr Geld einen guten Gegenwert.

Die niedrige Sitzhöhe von knapp

80 Zentimetern dürfte es praktisch jedem

Fahrer erlauben, beide Füße sicher auf

den Boden zu stellen, zusätzliche Sicherheit

geben die leicht nach vorn geneigte, bequeme

Sitzposition und der gerade Lenker.

Für größer geratene Mitteleuropäer fällt

der Kniewinkel trotz der relativ weit nach

hinten gesetzten Fußrasten allerdings recht

spitz aus, eine Tour bis zum Geburtsort

der BN 302 möchte man so nicht unbedingt

zurücklegen. Doch für Weltreisen ist die

300er auch nicht gedacht, sondern für

Kurzstrecken in der Stadt und über Land,

wobei sie sich auch in bergigen Gefilden

erstaunlich gut schlägt, wie eine Tour über

68 TEST+TECHNIK


ducati.de

Powered by

Das Analog-/Digital-

Cockpit ist einfach

gestaltet, liefert aber

alle nötigen Infos.

Nur eine Ganganzeige

fehlt

Official Sponsor Developed with

Posing im Werkshof:

Die BN 302 gibt es

mit rotem oder

schwarzem Gitterrohrrahmen,

mit Koffern

und/oder Topcase

die Panoramica beweist, eine sehens- und

vor allem fahrenswerte Höhenstraße, die

von Benellis Heimatstadt Pesaro aus entlang

der Adria nach Norden führt.

Trotz ihres beachtlichen Gewichts von 196

Kilogramm fahrfertig, also mit 90 Prozent

des Benzins, schlängelt sich die BN 302

wendig und agil durch sämtliche Kurven

und Spitzkehren, umrundet mit Verve die

auf Italiens Bergstrecken unvermeidlichen

Radfahrergruppen und wirkt wie aus einem

Guss. Das verdankt sie zum Teil der gut

harmonierenden Serienbereifung vom Typ

Benelli BN 302

MOTOR

Wassergekühlter Zweizylinder-Viertakt-Reihenmotor,

zwei obenliegende Nockenwellen, vier

Ventile, Einspritzung, Ø 37 mm, Nasssumpfschmierung,

geregelter Katalysator, Ölbadkupplung,

Sechsganggetriebe, O-Ring-Kette.

Bohrung x Hub

65 x 45,2 mm

Hubraum

300 cm³

Nennleistung 28 kW (38 PS) bei 12 000/min

Max. Drehmoment 27 Nm bei 9000/min

Pirelli Angel , vor allem aber ihrem überaus

elastischen Zweizylinder-Reihenmotor.

Der leistet zwar nur 38 PS, steht dank seiner

360-Grad-Zündfolge aber stets Gewehr bei

Fuß. Hohe Drehzahlen sollte man allerdings

schon mögen, denn sein Bestes gibt der

Motor erst ab etwa 7000/min. Dann dreht

er richtig auf, und der einsetzende Sound

erinnert erfreulich an Benellis röhrende

Dreizylinder-Tradition, bis bei 12 000/min

der Drehzahlbegrenzer dem Spiel ein Ende

setzt. Die Scheibenbremsen, attraktiv im

Wave-Design gestaltet, lassen sich gut

dosieren; ihr sanfter Einsatz ist gewollt, da

FAHRWERK

Gitterrohrrahmen aus Stahl, Upside-down-Gabel,

Ø 41 mm, Zweiarmschwinge, seitliches Federbein,

verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung,

schwimmend gelagerte Doppelscheibenbremse

vorn, Ø 260 mm, Vierkolben-

Bremssattel, Scheibenbremse hinten, Ø 240

mm, Zweikolben-Schwimmsattel.

Alu-Gussräder 3.50 x 17; 4.50 x 17

Reifen 110/70 ZR 17; 140/70 ZR 17

MAß E + GEWICHTE

Radstand 1405 mm, Lenkkopfwinkel 65,5 Grad,

Nachlauf 90 mm, Federwege 135/137 mm, Sitzhöhe

795 mm, Gewicht fahrfertig (mit 90 Prozent

Benzin) 196 kg, zulässiges Gesamtgewicht

395 kg, Tankinhalt/Reserve 16/3 Liter.

Garantie

drei Jahre

Farben

Schwarz, Weiß, Grün

Preis

rund 4000 Euro

Die neue Multistrada 1200

Alles drin.

Touring

inklusive.

www.motorradonline.de


Knackige 300er für Neu- und Wiedereinsteiger:

Die Benelli BN 302 wird

zwar in China gebaut, Optik und

Charakter sind aber italienisch

Interview Haimei Yan

Fahrbericht Benelli BN 302

für Einsteiger konzipiert, wie Benellis Technikchef

Stefano Michelotti erklärt. Gleiches

gilt für das relativ weich abgestimmte Fahrwerk,

bei dem der Schwerpunkt auf Komfort

und nicht auf Sportlichkeit liegt. Als Kritikpunkt

könnte sich der tief angebrachte

Auspufftopf entpuppen, der in Schräglage

auf holprigen Straßen hier und da mal mit

einer Bodenwelle Berührung aufnimmt.

Und wo nun die Benelli herbekommen?

Einen deutschen Importeur

gibt es derzeit nicht, doch auf

der Website www.benelli.de

findet sich ein Überblick der

Händler in Deutschland,

wobei nicht jeder sämtliche

Modelle führt. Die Werksgarantie

von drei Jahren gilt

selbstverständlich auch hierzulande,

der angepeilte Preis

von 4000 Euro für die BN 302

ist durchaus fair. Die geplante ABS-

Version dürfte jedoch um mehrere

Hundert Euro teurer kommen.

www.motorradonline.de/fahrberichte

Foto: Benelli

Die Topmanagerin

der Qianjiang

Group

(QJ) aus China

ist seit acht

Jahren auch

Geschäftsführerin

der italienischen

Konzerntochter

Benelli. Mit ihr sprach MOTOR-

RAD-Korrespondentin Eva Breutel.

? Der chinesische Konzern QJ hat Benelli

bereits 2005 übernommen, doch in den zehn

Jahren seither gab es kaum Motorradneuheiten.

Woran liegt das?

! Ehrlich gesagt: Wir haben hier nicht

viel vorgefunden, sondern mussten alles

neu aufbauen. Als wir dann startbereit

waren, kam die Wirtschaftskrise, und das

hat uns wieder zurückgeworfen. Nicht

vergessen darf man außerdem, dass wir

praktisch der erste chinesische Konzern

in Europa waren, zumindest im Zweiradsektor,

und die Annäherung hat auf bei ­

den Seiten Zeit beansprucht. Wir für

unseren Teil mussten den europäischen

Markt erst einmal verstehen. Jetzt haben

wir aber eine tragkräftige Strategie.

? Wie sieht die aus?

„Wir kommen langsam, aber wir kommen“

! Statt auf Roller konzentrieren wir

uns auf Motorräder, und da zunächst auf

die Mittelklasse, also bis etwa 800 cm³.

Der neue Zweizylinder BN 302 gehört

ebenso dazu wie der Vierzylinder BN

600 R, der ja schon auf dem Markt ist.

Weitere Modelle werden folgen.

? Warum die Mittelklasse?

! QJ ist ein weltweit agierender

Hersteller, wir haben Werke in drei

Kontinenten und letztes Jahr 700 000

Motorräder gebaut. Die Mittelklasse

findet überall Käufer, und wir passen

die Motorräder jeweils den örtlichen

Gegebenheiten an. In Europa bedeutet

das vor allem die Möglichkeit, das

Motorrad mit speziellen Komponenten

zu individualisieren.

? Sie haben bei Benelli in Pesaro Ende

letzten Jahres das Personal deutlich reduziert.

Bleibt die Marke auf Dauer überhaupt in Italien?

! Auf jeden Fall! Es stimmt, wir haben

umstrukturiert und nun statt 80 nur

noch 45 Beschäftigte, das lief übrigens

alles sozialverträglich ab. Jetzt haben wir

ein sehr effizientes Team, das Entwicklungsarbeit

macht sowie den Service

und das Marketing für ganz Europa. Wir

werden hier aber auch wieder produzieren,

nämlich die erwähnten Spezialteile.

Das Werk in Pesaro ist sehr wichtig für

uns, denn die Trends in Europa wirken

sich auf alle Märkte aus.

? Kommen wir zu Deutschland: Hier hat

Benelli derzeit keinen Importeur. Wie soll es

weitergehen?

! Einen Importeur suchen wir noch.

Es gibt aber Benelli-Händler in Deutschland,

sie werden von uns direkt beliefert.

Generell befindet sich gerade die

ganze Marke im Wiederaufbau, und

das geht nur Schritt für Schritt. Wir kommen

auf jeden Fall auf den deutschen

Markt zurück, zwar langsam, aber wir

kommen. Derzeit fehlt uns für Deutschland

zugegebenermaßen auch das

richtige Produkt.

? Das könnte doch der große Dreizylinder

sein, der in Deutschland immer noch viele

Freunde hat. Was ist mit dem?

! Den bauen wir zwar noch, aber

nur für außereuropäische Märkte. Für

Europa selbst müssen wir ihn rundum

überarbeiten, vom Verbrauch über die

Elektronik bis hin zum ABS. Da sind wir

gerade dran, aber wie gesagt: Unser

Neustart funktioniert Schritt für Schritt,

es kann also noch eine Weile dauern.

70 TEST+TECHNIK 9/2015


EINFACH MEHR

FÜR ZEITENJÄGER!

Das ist Louis: Riesenauswahl, kleine Preise, bester Service.

MOTORRAD & ROLLER

www.louis.de | 040-734 193 60 | order@louis.de


B L I C K P U N K T

Die Images der Motorradhersteller

DER MARKEN-

CHECK

Genau hingeschaut: 48118 Leser haben mit

der Teilnahme an der Wahl zum „Motorrad des

Jahres“ ihre Wahrnehmung der Zweiradmarken

skizziert. Die Modellpalette muss stimmen,

doch die Reputation beim Kunden ist ebenso wichtig für den Erfolg. Was trauen die

Leser den einzelnen Marken zu – und welche Verschiebungen gibt es im Fünf-Jahres-Vergleich?

Von Brigitte Haschek und Stefan Kaschel; Fotos: mps-Fotostudio

Ein guter Ruf setzt sich unter anderem

aus Vertrauenswürdigkeit,

Verantwortung, Kompetenz und

positiver Ausstrahlung zusammen.

Es dauert lange, diesen aufzubauen. Viel

schneller geht es hingegen, ihn zu ramponieren.

Die Wahl zum „Motorrad des Jahres“

gilt seit Jahren als Lackmustest in der Branche:

Trendveränderungen sind entweder

positive Bestätigung oder Warnsignal für

die Markenverantwortlichen. Dabei spielt

das Wissen der MOTORRAD-Leser eine

große Rolle. Denn sie verteilen die abgefragten

Eigenschaften nur an jene Marken,

zu denen sie auch konkrete Aussagen machen

können. Und das generiert durchweg

aussagekräftige Ergebnisse. Interessant

ist ebenfalls, wie die knapp 50 000-köpfige

MOTORRAD-Wählerschaft zusammengesetzt

ist: 89 Prozent sind Männer und ebenfalls

89 Prozent besitzen ein Motorrad, wovon

wiederum knapp die Hälfte die Maschine

neu gekauft hat. Der Altersdurchschnitt

der Wahl-Teilnehmer hat sich im Vergleich

zu 2010 um rund vier Jahre auf 47,3 Lenze

erhöht. Über 71 Prozent fahren ein Motorrad

mit mehr als 750 Kubikzentimetern

72 BLICKPUNKT 9/2015


Aktuelles Marktklima Welche Marken liegen im Trend

BMW

88 %

90 %

KTM

Ducati

Yamaha

58 %

82 %

83 %

82 %

78 %

76 %

Harley-Davidson

Triumph

65 %

62 %

65 %

69 %

2015

Kawasaki

50 %

56 %

2014

MV Agusta

47 %

50 %

Honda

Aprilia

Moto Guzzi

Suzuki

21 %

22 %

31 %

31 %

35 %

40 %

46 %

53 %

Unterschiede im Ein-Jahres-Check:

Bereits im Vergleich zum Vorjahr

(die Trendfrage wurde 2010 noch

nicht gestellt) sind signifikante

Veränderungen erkennbar. Bestes

Beispiel dafür, wie man sein Image

innerhalb kürzester Zeit aufpolieren

kann, ist Yamaha. Honda zeigt

derweil, wie es andersherum geht

Hubraum und legen damit im Schnitt 7400

Kilometer pro Jahr zurück. Etwa ein Fünftel

der Teilnehmer-Bikes wurde ab 2013 erstmals

zugelassen, 36,6 Prozent wurden im

selben Zeitraum gekauft. In der Gunst der

MOTORRAD-Leser liegt beinahe schon traditionell

das Segment der Naked Bikes vor

Enduros und Sportlern. Neu hinzugekommen

sind 2015 erstmals die Kategorien Modern

Classics und Crossover (siehe Seite 75).

Mit der Markentreue nehmen es die

Leser auch traditionell nicht so genau:

Lediglich 44 Prozent der Käufer von neuen

Maschinen wollen bei ihrer Marke bleiben,

während 49 Prozent einen anderen Hersteller

präferieren. Bei Gebrauchtkäufern ist

der Wille zum Wechsel noch ausgeprägter:

58 Prozent wollen eine andere Marke kaufen,

lediglich 35 Prozent stehen treu zur

alten. Der Motorradmarkt ist so stark in Bewegung

wie seit Langem nicht mehr.

Welche Marken im Trend liegen, spiegelt

die aktuelle Momentaufnahme aus Lesersicht

(siehe Grafik oben) wider.

Ein Wunder ist es nicht, dass BMW nach

wie vor derart angesagt ist. Hier zahlt sich

die Neuheitenflut der vergangenen Jahre

ebenso aus wie der grundsätzliche Paradigmenwechsel

der letzten Dekade. Weg vom

Zweirad-Traditionalisten für ältere Herrschaften,

hin zum progressiven Technologie-Vorreiter

für alle – das war die Devise.

Eine ähnlich erfolgreiche Metamorphose,

aber unter anderen Vorzeichen, kann man

auch KTM attestieren. Weg vom Offroad-

Spezialisten, hin zum Vollsortimenter mit

ernsthaften Asphalt-Ambitionen, wobei die

Österreicher mit ganz ähnlichen Mitteln arbeiten

wie die Münchner. Eine Flut neuer

Modelle, technologische Eigenständigkeit

und eine einheitliche markentypische Designsprache

– so lauten die Image fak to ren,

mit deren Hilfe sich beide an die Spitze der

Trendskala hievten. Eskortiert werden sie

dabei von Ducati. Die Italiener konnten mit

82 Prozent gegenüber dem Vorjahr beim

Trend-Barometer sogar noch zulegen und

liefern sich jetzt mit KTM ein Kopf-an Kopf-

Rennen um den zweiten Platz.

Den sogenannten unglücklichen Vierten,

nämlich Yamaha, wird das nicht anfechten,

denn diese Platzierung ist für die

Japaner alles andere als ein Misserfolg. Im

Gegenteil: Wohl selten hat es eine Marke

geschafft, innerhalb kürzester Zeit vom

unauffälligen Mitläufer wieder zum Trendsetter

zu avancieren. Dazu trägt maßgeblich

die MT-Baureihe mit neuen Zwei- und

Dreizylindermotoren bei. Aber auch die

www.motorradonline.de

BLICKPUNKT 73


Die Images der Hersteller

Tatsache, dass Yamaha als Einziger der

japanischen Big Four eine Antwort auf die

aktuelle Customizing-Welle und all ihre Facetten

hat. Die neue XJR 1300, die XV 950 –

ja, überhaupt der Heritage Sport-Gedanke

Yamahas – passen in die Zeit und beschwören

ein überzeugendes Comeback.

Davon ist eine andere japanische Marke,

nämlich Honda, derzeit entfernter denn

je. Sie macht sowohl beim Image als auch

bei den Zulassungen (minus 4,5 Prozent im

Jahr 2014) Miese. Ein Platz im hinteren

Mittelfeld – mehr ist für den einstigen

Marktführer hinsichtlich der Wahrnehmung

nicht mehr drin. Noch schlechter stehen

nur Apri lia, Moto Guzzi und – oh Wunder! –

Suzuki da, auch wenn das Trend-Schlusslicht

im vergangenen Jahr bei den Neuzulas

sungen (plus 8,3 Prozent) und sogar

beim Image (plus neun Prozent) ein wenig

zu legen konnte.

Dafür, um im nächsten Ranking unter

den Top Ten zu landen, hat es trotzdem für

keine Suzuki gereicht. Im Feuerwerk der

Nur schön oder auch ein Motorrad zum Kaufen?

BMW

R 1200 R

60 %

72 %

Ducati Multistrada1200/S

57 %

82 %

KTM 1050

Adventure

47 %

79 %

Aprilia Tuono

V4 1100

44 %

80 %

Gefällt sehr gut/

gefällt mir gut

Aprilia

RSV4 RR

39 %

79 %

Käme in Frage, würde

ich auch kaufen

BMW

S 1000 RR

31 %

72 %

Ducati

Panigale 1299

31 %

83 %

Yamaha

YZF-R1

30 %

75 %

74 BLICKPUNKT 9/2015


Supersportler sehen super aus,

sind ein Schmuck für jeden Besitzer.

Aber praktisch, und damit

tatsächlich erstrebenswert,

sind sie nicht

PREISKRACHER

Das fahren die Leser

Naked Bikes, Enduros und Supermotos verzeichnen

in den letzten fünf Jahren beachtliche

Zuwächse. Die Kategorien Chopper/

Cruiser und Modern Classics sind erstmals

mit beachtlichen Anteilen dabei

Modern

Classics

2,6 %

(neu)

Chopper/

Cruiser

4,1 %

+3,2*

Crossover

6,7 %

(neu)

Tourer

7,8 %

+0,4

Sporttourer

10,7 %

+1,8

13,0 %

-7,6

Sportler

22,1 %

+3,6

Enduro/

Supermoto

27,6 %

+4,2

Naked

Bikes

649, 99

-50,-

599, 99

*im Vergleich zu 2010

Modellneuheiten 2015 gibt es ganz andere

Raketen: Als Antwort auf die Frage „Wie gut

gefällt dieses Modell insgesamt?“ steht die

Ducati 1299 als absoluter Publikumsliebling

da. Oder besser: als Traum. Denn wenn es

um eine konkrete Kaufabsicht geht, wird

es eher einsam um den bezaubernden radikalen

und sündteuren italienischen Supersportler

(siehe Grafik links). Ebenso wie um

die ähnlich gestrickte Aprilia RSV 4, die

BMW S 1000 RR oder die neue Yamaha YZF-

R1. Diese Renner sehen super aus, wirken

dynamisch, sind ein Schmuck für jeden

Besitzer. Aber praktisch – und damit im echten

Leben eine Kaufoption – sind sie nicht.

SUZUKA LEDERKOMBI

€ 649, 99 € 599, 99

Schon bei der im Schönheitswettbewerb

zweitplatzierten Ducati Multistrada zeigt

sich ein ganz anderes Bild. Sport meets

Alltag: Das passt auch für die meisten Leser.

Dass dann am Ende doch wieder eine BMW,

nämlich die R 1200 R, den Spagat zwischen

nur gefallen oder auch gekauft werden

wol len am besten meistert, passt angesichts

der deutlich sportlicheren Anlagen

Zweiteiler

Einteiler

Exklusiv bei

Hein Gericke

www.motorradonline.de

www.hein-gericke.de


Die Images der Hersteller

des neuen Roadsters auch wieder. Nur

zwölf Prozentpunkte trennen bei ihr

Wunsch und Wirklichkeit.

Womit wir beim polarisierendsten und

auch umstrittensten Thema der Erhebung

sind – denn über Geschmack lässt sich bekanntlich

trefflich streiten. Und trotzdem:

Auf die Frage, auf welchen Hersteller die

Aussage „gutes Aussehen“ zutrifft , kann es

nur eine Antwort geben. Ducati!

Doch Achtung! Gutes Aussehen attestieren

inzwischen sogar ein Drittel der Leser

der Marke BMW – sie hat in dieser Disziplin

fünf Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr

zugelegt und rangiert jetzt auf Rang

drei hinter der Italien-Fraktion aus Bologna

(Ducati, 62 Prozent) und Varese (MV Agusta,

36 Prozent). Wenn es um gute Verarbeitung

Stunde der Wahrheit Was die Leser welcher Marke zutrauen

Gute Verarbeitung

Hohe Zuverlässigkeit

BMW

Honda

Yamaha

Honda

Yamaha

BMW

-11*

-4

+1

+1

+5

-20

39 %

50 %

46 %

59 %

57 %

70 %

Guter Kundendienst

BMW

Honda

Yamaha

-6

-3

-1

27 %

36 %

43 %

Gute Ersatzteilversorgung

BMW

Honda

Yamaha

-4

-3

-1

33 %

41 %

56 %

Hohe Sicherheitsstandards

BMW

Honda

KTM

-2

-21

–1

31 %

43 %

86 %

Fortschrittliche Technik

BMW

Ducati

KTM

+3

–1

–1

40 %

37 %

79 %

Baut umweltverträgliche

Motorräder

BMW

Honda

Yamaha

-7

-7

±0

15 %

30 %

57 %

Gutes Preis-

Leistungs-Verhältnis

Yamaha

Honda

Suzuki

+17

+2

-11

53 %

49 %

46 %

Hoher Wiederverkaufswert

BMW -3

Harley-Davidson

Ducati +4

+7

35 %

56 %

80 %

Baut sportliche Motorräder

Ducati

BMW

Aprilia

±0

–1

-8

43 %

50 %

68 %

Im Motorsport erfolgreich

Honda

Yamaha

Ducati

+12

-16

+15

41 %

58 %

66 %

Gutes Aussehen

Macht gute Werbung

Ich mag die Marke

Ducati

MV Agusta

BMW

BMW

Ducati

KTM

BMW

Ducati

Yamaha

+4

+1

–1

+4

–1

–1

-2

+7

–1

19 %

36 %

33 %

31 %

38 %

40 %

48 %

46 %

62 %

Service-Wüste Deutschland? Wenn

es um Kundendienst und Ersatzteilversorgung

geht, werden alle

Marken auf den vorderen Rängen

vom Leser abgestraft. Wie heißt es

so schön: Abgerechnet wird zum

Schluss . . .

*Veränderungen im Vergleich zu 2010; 1 2010 nicht unter den drei meistgenannten Marken

76 BLICKPUNKT 9/2015


www.motorradonline.de

BLICKPUNKT 77


Die Images der Hersteller

geht, können die Bayern mit 59 Prozent

zwar noch Rang eins vor Honda (57 Prozent)

und Yamaha (39 Prozent) verteidigen,

büßen aber binnen eines Jahres sechs

Prozentpunkte ein. Ähnliches gilt für die

Dis ziplin „Fortschrittliche Technik“: Auch

hier hat BMW verloren (zwei Prozentpunkte).

Kräftig zugelegt haben dagegen aus Lesersicht

Yamaha (plus zehn Prozent, aufgrund

der jüngsten Modelloffensive) und Kawasaki

(plus sieben Prozent wegen der langfristig

gelungenen Modellpolitik). In der Zufriedenheitsskala

schneiden die Münchner darüber

hinaus eher unterdurchschnittlich ab (siehe

Diagramm Seite 78), während hier die europäische

Konkurrenz von Ducati und KTM

ganz vorne liegt. Generell zeigen sich Käufer

von Neumaschinen jedoch eher zufrieden

mit ihrem Motorrad. Dies ist ein gutes

Neue Zeiten: Aprilia, Ducati, Honda, KTM,

Moto Guzzi und Yamaha haben mehr

zufriedene Käufer als vor fünf Jahren

Indiz für das Festhalten an der Marke, wenn

die Anschaffung des nächsten Bikes ansteht.

Besonders zufrieden sind Ducatisti und

KTM-Fahrer mit ihrer Marke, während BMW-,

Kawa- und Moto Guzzi-Fahrer höhere Erwartungen

hegen. Im Fünf-Jahres-Vergleich

sind jedoch interessante Verschiebungen

zu beobachten: Die Marken BMW, Harley-

David son, Kawasaki, Suzuki und Triumph

haben zum Teil deutlich verloren, während

Aprilia, Ducati, Honda, KTM, Moto Guzzi

und Yamaha mehr zufriedene Käufer verzeichnen

können (siehe unten). Wie gut sich

Motorradfahrer bei ihrer Marke aufgehoben

fühlen, ist gleichwohl an der Bereitschaft

zu messen, beim Neukauf einen anderen

Hersteller in Erwägung zu ziehen. 48 Prozent

der Teilnehmer nehmen auch Alternativ-

Marken ins Kalkül. Bei Harley-Fans kommt

das am seltensten vor, bei Moto Guzzi-

Käufer dagegen überdurchschnittlich oft.

Was macht eine Marke stark? Tiefe Einblicke

in die Wertschätzung der Motorradfahrer

gibt das, was sie den Herstellern in

Sachen Service, Technik, Kosten-Nutzen-

Aspek ten und Sport-Engagement zutrauen

(siehe Tabelle Seite 76). Dieses Stimmungs-

Wohlfühl-Faktor So zufrieden sind die Leser mit ihrer Marke

Gesamt

-1

57 %

70 %

Ducati

+8

70 %

79 %

Neues

Motorrad

KTM

+2

60 %

77 %

Gebrauchtes

Motorrad

Harley-Davidson

-11

61 %

76 %

Honda

+4

56 %

75 %

Yamaha

+6*

58 %

74 %

Suzuki

-5

47 %

70 %

Triumph

Aprilia

BMW

Kawasaki

-7

+9

-3

-4

47 %

53 %

59 %

70 %

64 %

69 %

66 %

65 %

Ducati, KTM, Harley-Davidson,

Honda und Yamaha

haben überdurchschnittlich

zufriedene Käufer von

Neumaschinen. Moto Guzzi

trägt dagegen die rote

Laterne am Lenker

Moto Guzzi

+12

64 %

62 %

* im Vergleich zu 2010

78 BLICKPUNKT 9/2015


VON HAND

GEFERTIGT.

VON KUNDEN

PRÄMIERT.

Schaun wir mal Alternativ-Marken

Alle Motorrad-Neukäufer aller Marken -1

Harley-Davidson

BMW

+9*

+4

35 %

38 %

Ducati

±0

Honda

-1

Yamaha

-2

48 %

46 %

48 %

49 %

Wer zieht beim

Motorrad-Neukauf

auch andere Marken

ins Kalkül?

Harley-Davidson-

Käufer sind dafür

wenig empfänglich,

bei Moto Guzzi wildert

es sich leichter

TOURATECH Softgepäck –

jetzt mit verlängerter

5-Jahres-Garantie!

Suzuki

KTM

Kawasaki

Aprilia

Triumph

-16

+8

+4

-6

+7

50 %

53 %

57 %

58 %

61 %

Entdecken Sie die ausgezeichnete Qualität

unserer handgefertigten Softpacks, lassen

Sie sich von der präzisen und soliden Verarbeitung

begeistern und freuen Sie sich

über satte 5 Jahre Garantie.

Das Softgepäck für Ihr Motorrad – jetzt

bestellen: motorradgepaeck.touratech.de

Moto Guzzi

+17

65 %

* im Vergleich zu 2010

www.motorradonline.de

barometer zeigt deutliche Verschiebungen

im Vergleich zu 2010. Bei Kundendienst und

Ersatzteilversorgung müssen alle am häufigsten

genannten Marken Federn lassen. In

Sachen Verarbeitung und Zuverlässigkeit

verliert BMW im zweistelligen Bereich, was

vermutlich auch Rückrufen wie dem Federbein-Desaster

der R 1200 RT geschuldet

ist. Dafür liegen die Bayern bei den hohen

Sicherheitsstandards mit 86 Prozent turmhoch

vor Honda und KTM, was besonders

die Mattighofener mächtig ärgern wird,

denn auch sie bieten mittlerweile auf diesem

Feld Beachtliches. Yamaha hat dafür

aus Sicht der Leser inzwischen das beste

Preis-Leistungs-Verhältnis. Beim Sympathie-

Faktor „Ich mag die Marke“ hat der Hersteller

mit den Stimmgabeln den Langzeitrivalen

Honda mächtig ins Abseits gekickt.

Was bleibt dem Weltmarktführer angesichts

dieses Debakels? Aus Sicht der

MOTORRAD-Leser ist die Sache einfach.

Den Europäern und Yamaha folgen, neue

Technologien und neue Motorräder präsentieren.

Dann könnte sich das Blatt auch

schnell wieder wenden.

Standorte Deutschland: Berlin | Hamburg | Kassel

Aachen | Mömlingen | München | Dresden

TOURATECH Österreich | TOURATECH Schweiz

Auf dem Zimmermann 7-9 | DE 78078 Niedereschach

Tel.: +49 (0) 7728 9279-0 | info@touratech.de

Der Touratech BLICKPUNKT Partner für Öle 79& Pflegemittel


P

R O D U K T T E S T

Wasserdichte Sportstiefel

WASSER

SPORTLICH

Wasserdichte Sportstiefel sollen

besonders vielseitig sein.

Sie taugen zwar kaum für andere

Sportarten – zum Wasserskifahren

schon mal gar nicht

–, aber beim Speedtouring sollen

sie die Füße trocken halten

und eine gute Figur machen.

Zehn Modelle wollen beweisen,

dass dies gelingen kann.

Von Thorsten Dentges; Fotos: Dentges, mps-Fotostudio, Sipos András – Fotolia

Vor ziemlich genau einem Jahr

haben wir zehn Sportstiefel bis

250 Euro – ohne Membran –

getestet (siehe MOTORRAD

9/ 2014). Mit überwiegend sehr guten und

guten Ergebnissen. Die Botten waren vergleichsweise

leicht und komfortabel, ließen

beim heißen Ritt gut Luft an die Füße und

boten viel Sicherheit. Optimal für Schnellfahrer

und Gelegenheitsracer mit begrenztem

Budget. Doch erstaunlicherweise rück-

ten die Anbieter ihre Modelle eher ungern

heraus. Nicht weil sie ihren Produkten, die

man nach wie vor ganz normal über Läden

und Onlineshops erwerben kann, nicht

vertrauten. Sondern weil sie sich fragten,

warum wir nicht die vom Kunden deutlich

stärker nachgefragten Sportstiefel mit

Mem bran testen wollten. Vermutlich haben

wir seinerzeit tatsächlich bei der Auswahl

von Sportbotten eher an schnelle Rundenzeiten

als an Regenschutz gedacht.

80 PRODUKTTEST 9/2015


ALPINESTARS

S-MX 6 GTX

BÜSE SBX

Rennen. Ein vergleichsweise preisgünstiger

Kunstlederstiefel. So richtig erschloss sich

den Testern nicht, wo dieser Schuh seine

Sportambitionen versteckt hat. Weil er vergleichsweise

leicht ist? Weil er schlank geschnitten

ist? Na ja. Was bei diesem Produkt

allerdings völlig fehlt, sind Schleifer. Bei sehr

sportlicher Gangart sind diese eigentlich

essenziell, denn in entsprechender Schrägtestsieger

ANBIETER: Alpinestars, Telefon 00 39/

04 23/52 86 (Italien), www.alpinestars.com;

PREIS: 279,95 Euro; GRÖSSEN: 36 bis

50; SCHAFTHÖHE*: 34 cm; GEWICHT*:

942 g; KLIMAMEMBRAN: Gore-Tex

VPLUS

Einstieg und generelle Handhabung einfach,

Klettleisten mit guter Überdeckung; sehr

guter Schutz durch torsionssteife Konstruktion,

Ferse fest eingebettet; bequem auch

bei längeren Fußwegen; gute Passform mit

breiter Zehenbox, feinfühlig beim Bremsen,

klasse Griff auf Rasten; Nässetest bestanden

WMINUS

Schienbeinschutz deckt nicht tief genug ab;

im Mittelfußbereich etwas zu viel Spiel

XFAZIT

Trotz etwas liebloser Kunstlederanmutung

bietet der teure Alpinestars S-MX

6 Gore-Tex einen klasse Gegenwert:

supersicher, knackig sitzend, aber sehr

bequem und wasserdicht. Top!

ANBIETER: Heino Büse MX, Telefon

0 24 71/1 26 90, www.buese.com; PREIS:

169,95 Euro; GRÖSSEN: 39 bis 47;

SCHAFTHÖHE*: 33,5 cm; GEWICHT*:

1081 g; KLIMAMEMBRAN: Hipora

VPLUS

Super griffig auf den Rasten; hohe Stabilität

und Torsionssteifigkeit, knackiger Sitz; gut

justierbarer Ratschenverschluss am Schaft

WMINUS

Einstieg sehr schwierig und je nach Fußform

ein Gewaltakt; Futter verschiebt sich; Druckstelle

an Ferse und im Vorfußbereich, bildet

drückende Wulst an Spann; es tropft während

des Befülltests nach wenigen Minuten

aus dem Vorfußbereich; innen schwitzig

XFAZIT

Büse bietet mit dem SBX einen kompromisslosen

Günstig-Sportstiefel,

der jedoch bei Handhabung und Tragekomfort

wenig überzeugen kann.

Beim Nässetest schwächelte er zudem.

Urteil: sehr gut

*gemessen in Größe 44

Urteil: befriedigend

Zunächst spricht ja auch nichts gegen

eine Membranausstattung. Schließlich ist

das Gros der Fahrer einer Sportmaschine

vorwiegend auf der Landstraße unterwegs

und könnte dieses Feature bei häufigen

Schlechtwetterfahrten als besonders wichtig

ansehen. Eventuell mag es auch reine

Rennstreckenfahrer geben, die bei verregneten

Langstreckenrennen oder bei

Renntrainings lieber trockenen Fußes

zurück in die Box rollen wollen.

Nun gut, fürs Testjahr 2015 schickten

wir also folgende Aufforderung an eine

Reihe auf dem Markt vertretener Anbieter

von Motorrad-Schuhwerk: „Nennen Sie

uns bitte ein passendes Produkt aus Ihrem

Sortiment wasserdichter Sportstiefel (mit

Klimamembran) für Fahrer von Supersportlern,

Sporttourern und Naked Bikes – ohne

Preisrahmen.“ Nicht alle Adressaten konnten

(oder wollten?) liefern, manche Anbieter

hätten indes am liebsten gleich mehrere

Modelle empfohlen.

Erstaunlich dennoch, welche Modelle

als Sportstiefel bezeichnet werden. Der

norddeutsche Anbieter Motoport etwa

schickte das Modell Dane Torring WP ins

An die KLIMATISIERUNG membranloser

Sportstiefel reichen die besten

Allrounder nicht heran

www.motorradonline.de

PRODUKTTEST 81


DAINESE

CARROARMATO GTX

DANE TORRING WP

DAYTONA STRIVE GTX

ANBIETER: Dainese, Telefon 0 89/

35 39 67 66, www.dainese.com; PREIS:

299 Euro; GRÖSSEN: 41 bis 47;

SCHAFTHÖHE*: 38,5 cm; GEWICHT*:

1223 g; KLIMAMEMBRAN: Gore-Tex

VPLUS

Sehr gute Schutzwirkung durch starkes

Schienbeinpolster, sehr hohe Torsionssteifigkeit

der Sohle und vorbildliche Stabilität im

Sprunggelenksbereich; wertige Ausstattung

WMINUS

Umständlich beim Einstieg; geringes Feingefühl

auf Hebeln; hohes Gewicht, nur mäßiger

Tragekomfort mit Druckstellen an Ferse;

beim Befülltest bereits nach fünf Minuten

größere Undichtigkeit bei einem Stiefel

XFAZIT

Der Dainese Carroarmato ist auf einem

Supersportler eine Fehlbesetzung.

Unbestritten aber ein sicherer und solider

Stiefel. Für Fahrer von sportlichen

Crossover- und Funbikes eine Option.

ANBIETER: Motoport, Telefon 0 44 56/

89 95 71 00, www.motoport.de;

PREIS: 189 Euro; GRÖSSEN: 36 bis

47; SCHAFT HÖHE*: 33 cm; GEWICHT*:

844 g; KLIMA MEMBRAN: k. A.

VPLUS

Gutes Gefühl auf der Bremse, ordentlicher

Griff auf Rasten; geringes Gewicht; zwei tief

laufende Reißverschlüsse ermöglichen sehr

bequemen Einstieg; Nässetest bestanden

WMINUS

Mäßiger Fersenhalt, Fuß schwimmt beim

Umsetzen etwa in engen Kehren, geringes

Feedback bei sportlicher Gangart; Passform

insgesamt zu weit und wenig Halt; scheuert

beim Gehen; etwas schwitziges Innenklima

XFAZIT

Keine Schleifer, eher mäßiger Schienbeinschutz

und eine zu weiche Konstruktion.

Gemäßigtes Speedtouring ist

mit dem Dane Torring WP möglich, von

der Rennstrecke sollte er fern bleiben.

ANBIETER: Daytona, Telefon 0 87 21/

9 64 40, www.daytona.de;

PREIS: 339,95 Euro; GRÖSSEN: 36 bis

49; SCHAFT HÖHE*: 34 cm; GEWICHT*:

1053 g; KLIMAMEMBRAN: Gore-Tex

VPLUS

Hochwertiges, geschmeidiges Leder als

Obermaterial; leichter Einstieg durch Diagonalreißverschluss;

erstklassige Klimatisierung

und Tragegefühl am Fuß; beim Schalten

und Bremsen sehr feinfühlig; guter Sitz der

Knöchelprotektoren; Nässetest bestanden

WMINUS

Am Sprunggelenk etwas zu lockerer Sitz;

leichtes Scheuern an Ferse beim Gehen; vergleichsweise

schwacher Schienbeinschutz

XFAZIT

Der teuerste Stiefel im Test. Doch das

Geld ist gut angelegt. Mit dem Daytona

Strive GTX erhält man Top-Sitz, gute

Sicherheit und bei bester Klimatisierung

im Vergleich soliden Regenschutz.

Urteil: gut

*gemessen in Größe 44

Urteil: befriedigend

Urteil: sehr gut

Wasserdichte Sportstiefel

lage – auch auf der Landstraße – helfen die

in der Regel seitlich vorn außen und teilweise

auch hinten platzierten Kunststoffoder

Metallpads bei kontrollierter Kontaktaufnahme

mit dem Asphalt. Ähnlich wie

Knieschleifer dienen sie dem Gesamtsystem

Fahrer/Maschine zur besseren Führung

beim Aufspüren der Ideallinie. Nun gut,

reine Tourenfahrer suchen wohl eher selten

diesen auf Rennstrecken üblichen Stiefelbodenkontakt

und schleifen bei zackiger

Fahrweise auf sportlichen Maschinen eher

ungewollt ihre Stiefelränder ab. Ebenfalls

etwas fehlplatziert im sportlichem Umfeld

wirkt der billig gemachte W2, der bei Stürzen

relativ geringen Schutz bietet. Der mas-

Kommentar

Thorsten Dentges,

Service-Redakteur

Wozu eigentlich

wasserdicht?

Mir persönlich erschließt sich die hier vorgestellte Stiefelkategorie

nicht wirklich. Für Touren gibt es gute und sichere

Tourenstiefel. Die sind – wie jeder auf längerer Fahrt zugeben

müsste – viel praktischer und komfortabler als Sportstiefel. Sehen

aber nicht besonders scharf aus. Ich unterstelle vielen Käufern:

Sie wollen cooles Image und den Look von kompromiss losem Supersport-Equipment.

Wollen sich aber für jede Eventualität

absichern. Hey, wenn ich auf der letzten Rille unterwegs bin, ist es meistens trocken.

Komme ich auf der flotten Landstraßenrunde dennoch in den Regen – na und? Ich werde

nass und fahre nach Hause. So sind Sportler eben – nicht aus Zucker.

82 PRODUKTTEST 9/2015


FÜR NOCH MEHR FREIHEIT.

FÜR NOCH MEHR ADRENALIN.

100% ERLEBEN.

50% SPAREN.

4

GARANTIE

O H N E

KILOMETERBEGRENZUNG

JAHRE **

A L S S T A N D A R D

100%

ERLEBEN

50 %

SPA REN!

100% ERLEBEN. 50% SPAREN.

BEIM KAUF EINER STREET TRIPLE ODER

EINER DAYTONA SCHENKEN WIR IHNEN

50% AUF ZUBEHÖR UND BEKLEIDUNG.

AKTION GÜLTIG FÜR

DAYTONA 675

DAYTONA 675 R

STREET TRIPLE

STREET TRIPLE R

STREET TRIPLE Rx

Der Saisonstart 2015 hat es in sich. Beim Kauf eines

STREET TRIPLE oder DAYTONA MODELLS sparen Sie bis

zu 1160 EURO beim Erwerb von Zubehör und Bekleidung.

Wenn Sie original Zubehör bis maximal 1000 Euro

Warenwert bestellen, zahlen Sie nur die Hälfte.*

Bereit? Die Aktion läuft bis einschließlich 31. Mai 2015.

Mehr Informationen bei Ihrem teilnehmenden Händler.

* Diese Aktion ist gültig für Neu- und Vorführfahrzeuge. Kombinierbar mit der „Alles, was Sie brauchen“-Aktion.

Vorbehaltlich Verfügbarkeit. Zzgl. Montagekosten.

** 2 Jahre Triumph Herstellergarantie und 2 Jahre Anschlussgarantie ohne Kilometer begrenzung gemäß den aktuellen

Garantiebedingungen der CG Car-Garantie Versicherungs-AG.

Triumph empfiehlt

www.triumphmotorcycles.de


DIFI ARROW AEROTEX

SIDI COBRA GTX

TCX S-SPEED WP

kauftipp

ANBIETER: Motoport, Telefon 0 44 56/

89 95 71 00, www.motoport.de; PREIS:

179,95 Euro; GRÖSSEN: 37 bis 48;

SCHAFTHÖHE*: 35 cm; GEWICHT*:

875 g; KLIMAMEMBRAN: Aerotex

VPLUS

Feste Stiefelkonstruktion, Torsionssteifigkeit

insgesamt gut; leichter Ein- und Ausstieg,

gute Passform mit viel Platz im Vorderfußbereich

bei knackigem Sitz im Sprung gelenksbereich;

hoher Gehkomfort; gut platzierte

Protektoren; Nässetest bestanden

WMINUS

Sehr weit geschnittener Schaft, störend

beim Tragen unter der Hose; etwas nachlässige

Verarbeitung

XFAZIT

Ein konsequent sportlicher Stiefel mit

guter Handhabung und Schutzfunktion.

Und den Nässetest hat er auch

bestanden. Der sehr preisgünstige Difi

Arrow Aerotex ist ein gutes Angebot.

ANBIETER: Jopa Racing Products, Telefon

00 31/5 47/38 27 17 (Niederlande), www.jopa.

nl; PREIS: 247,90 Euro; GRÖSSEN: 37 bis

50; SCHAFTHÖHE*: 33,5 cm; GEWICHT*:

983 g; KLIMAMEMBRAN: Gore-Tex

VPLUS

Hautfreundliches Futter; Fußschleifer vorn

umfassen großen Bereich; sehr straffer Sitz,

dennoch hohe Beweglichkeit beim Umsetzen

auf Rasten, sensibel auch bei feiner

Bremsdosierung; Nässetest bestanden

WMINUS

Im Vorderfußbereich etwas zu eng (eher

für sehr schmale Füße), an Ferse und Spann

etwas zu weit; Reißverschluss und Abdeckleiste

verkanten leicht, fummeliger Einstieg

XFAZIT

Wasserdicht, atmungsaktiv, sicher – und

am wichtigsten: leistungssportlich. Der

sauber verarbeitete Sidi Cobra GTX sitzt

knackig am Fuß und verleitet mit hoher

Beweglichkeit zum forcierten Ritt.

ANBIETER: Polo Motorrad und Sportswear,

Tel. 0 21 65/8 44 03 00, www.polo-motorrad .

de; PREIS: 229,95 Euro; GRÖSSEN: 38 bis

48; SCHAFTHÖHE*: 33,5 cm; GEWICHT*:

887 g; KLIMAMEMBRAN: k. A.

VPLUS

Ferse sicher in harter Kunststoffschale eingebettet,

klasse Schienbeinschutz, Protektoren

decken gut ab; großflächige, fest verschließende

Klettleisten; geringes Gewicht

WMINUS

Deutliche Schwächen beim Befülltest schon

nach wenigen Sekunden; Sohle im Vorderfußbereich

etwas zu dick, etwas indirektes

Gefühl beim Schalten; ungünstige Proportionen

bei der Passform, Druckstellen

XFAZIT

Auf große Steifigkeit und Sicherheit ausgelegter

Sportstiefel, der sich auf Tour

aufgrund mangelnden Fahrkomforts

jedoch sperrig gibt. Nicht gut: Beim Nässetest

patzte der TCX S-Speed WP.

Urteil: gut

*gemessen in Größe 44

Urteil: gut

Urteil: befriedigend

So testet MOTORRAD

Trimm-dich-

Runde

Sportstiefel sollten zwei Kriterien gut erfüllen:

Sicherheit spenden und Beweglichkeit

bieten. Wie gut es sich mit den Stiefeln

schalten und bremsen lässt, wie fest die

Sohlen auf den Rasten stehen, wie leicht sich

die Füße bei Schräglagenwechseln umsetzen

lassen – das alles prüften die Testfahrer auf

einer sportlich gefahrenen Landstraßenrunde

mit teilweise sehr engen Kurvenradien. Alle

Sicherheitsfeatures der jeweiligen Ausstattung

wurden von den MOTORRAD-Stiefelexperten

genau inspiziert und beurteilt. Gleichzeitig wurden

Verarbeitung, Materialien sowie die Handhabung

beim An- und Ausziehen kritisch untersucht.

Um die Wasserdichtigkeit zu checken,

mussten sich die zehn Testkandidaten einem

Nässetest unterziehen. Dabei wurden je zwei

be reits bei den Fahrtests getragene Testmuster

zehn Minuten lang einem Tauchbad ausgesetzt.

In je zwei weitere getragene Stiefel pro Modell

füllten die Tester eine definierte Menge Wasser

und ermittelten, ob die Stiefel fünf Stunden lang

dicht hielten.

Turnstunde: Kurvige Bergstrecken

bieten sich an, um die Beweglichkeit

der Stiefel zu testen

84 PRODUKTTEST 9/2015


VANUCCI

RV3 SYMPATEX

W2 STRADA-11

ANBIETER: Louis, Telefon 0 40/73 41 93 60,

www.louis.de; PREIS: 219,95 Euro;

GRÖSSEN: 38 bis 47; SCHAFTHÖHE*:

34 cm; GEWICHT*: 931 g; KLIMA-

MEMBRAN: Sympatex

VPLUS

Hoher Tragekomfort, leicht an- und auszuziehen;

sehr guter Fersenhalt; gute Klimatisierung;

ordentliche Ausstattung; prima

Schienbeinschutz durch großflächige Hartschale;

bequem beim Gehen

WMINUS

Punktabzüge beim Befülltest (ein Stiefel an

drei Stellen undicht); trotz breit geschnittenem

Vorderfußbereich Druckstellen an kleinem

Zeh; etwas zu locker am Sprunggelenk

XFAZIT

Vanucci stattet den RV3 Sympatex

mit gut gewählten Zutaten aus und

schus tert einen sehr bequemen, aber

sportlichen Kunstlederstiefel zum

fairen Preis. Fast schon Premium-Liga!

ANBIETER: Germot, Telefon 0 61 03/

45 91 00, www.germot.de;

PREIS: 129,90 Euro; GRÖSSEN: 37 bis

47; SCHAFT HÖHE*: 31 cm; GEWICHT*:

694 g; KLIMA MEMBRAN: Hipora

VPLUS

Eng anliegender Schaft, gelungene Passform

mit knackigem Sitz; gute Beweglichkeit bei

sehr fahraktiver Gangart; sehr geringes

Gewicht; ausgezeichneter Griff auf Rasten

WMINUS

Beim Tauchtest bei einem Exemplar starker

Wassereintritt im Frontbereich; schwitziges

Innenklima; geringer Komfort beim Gehen,

Wulstbildung; billig wirkende Materialien

und sehr nachlässige Verarbeitung

XFAZIT

Sportfahrer sparen am falschen Ende:

Trotz vorbildlich eng anliegender Passform

und Kampfpreis empfiehlt sich der

W2 Strada-11 aufgrund Sicherheitslücken

und mäßiger Verarbeitung kaum.

Urteil: gut

*gemessen in Größe 44

Urteil: befriedigend

Wasserdichte Sportstiefel

sive, aber auch klobige Dainese hingegen

bietet viele Sicherheitsreserven, lässt sich

aber auf filigranen Rasten von Supersportlern

und spitzem Kniewinkel kaum fahren.

Vermutlich haben die Produktmanager den

Stiefel für die neue Generation von großen

Funbikes à la BMW S 1000 SX oder Ducati

Multistrada angedacht, mit denen man es

auch sehr sportlich krachen lassen kann.

Die übrigen Stiefel passen gut ins Anforderungsprofil

und gelten als echte Sportler.

Sportlichkeit ist das eine, aber was die

Vielseitigkeit der hier vorgestellten Stiefel

ausmacht, ist der Wetterschutz. Beim Nässetest

gab es nur wenige Ausfälle – offenbar

funktionieren Gore-Tex, Sympatex und Kon-

sorten zuverlässig bei Regenfahrten und

halten dicht. Bei Sommerhitze jedoch werden

die Botten schnell zu Schwitzkästen.

An die Klimatisierung membranloser Sportstiefel

reichen jedenfalls selbst die besten

Allrounder nicht heran. Bei Preisaufschlägen

von 20 bis über 50 Euro zu vergleichbaren

Stiefeln ohne Wetterschutz aus

gleichem Haus sollte man vor dem Kauf

über legen, ob die Ausstattung überhaupt

dem eigenen Einsatzgebiet entspricht. Wie

schon erwähnt: Auf Tour sind Tourenstiefel

die bessere Alternative, zum Sportfahren

eignen sich radikale Sportstiefel am besten.

Die hier vorgestellten „Wassersportler“

bieten sich als Kompromiss an. Immerhin:

teilweise als ein sehr guter.

www.motorradonline.de/bekleidung

Endwertung auf Seite 86

www.motorradonline.de


Im Test aufgefallen

Sportlich ambitioniert und

touristisch orientiert

Alpinestars: Die Klettleisten

decken gut ab und verzahnen

sich fest

Wenn sich die supersportlichen

Gene eines Stiefels

in touristischem Charakter ausprägen

sollen, muss ein Kompromiss

gelingen. In der Praxis sieht

das bei manchen Details sehr

gut aus, bei anderen floppt dieser

Anspruch. Wenn etwa das

An- und Ausziehen zur Tortur

wird oder sich grobe Sicherheitslücken

auftun, dann heißt es:

Vorsicht!

Daytona: Ein sehr handlicher

Diagonalreißverschluss erleichtert

An- und Ausziehen

Büse: Verschluss fummelig,

und dann klemmt dauernd

das Futter ein – sehr nervig!

Sidi: Verschraubte Schleifer

schützen gut den Schuh und

lassen sich einfach tauschen

Dainese: Der extrem hohe

Schaft will nicht recht zu Supersportmaschinen

passen

Vanucci: Der starke Hartschalenprotektor

deckt vorbildlich

das Schienbein ab

W2: Liederlich verarbeitete

Plastikschnallenverschlüsse

sorgen für wenig Vertrauen

ENDWERTUNG

Handhabung

Passform/Tragekomfort

Sicherheit

Nässeschutz/Klimatisierung

Maximale Punktzahl 30 5 30 25 10 100

Ausstattung/Verarbeitung

Summe

Alpinestars S-MX 6 GTX 25 5 27 23 8 88 sehr gut 279,95

Daytona Strive GTX 23 5 25 24 9 86 sehr gut 339,95

Vanucci RV3 Sympatex 21 4 26 21 8 80 gut 219,95

Sidi Cobra GTX 21 3 23 24 8 79 gut 247,90

Difi Arrow Aerotex 24 4 22 22 6 78 gut 179,95

Dainese Carroarmato GTX 15 2 26 21 8 72 gut 299,00

Dane Torring WP 19 4 17 23 6 69 befriedigend 189,00

TCX S-Speed WP 20 3 23 18 5 69 befriedigend 229,95

Büse SBX 13 1 25 18 6 63 befriedigend 169,95

W2 Strada-11 21 4 16 18 4 63 befriedigend 129,90

-Urteil*

*100 bis 85 Punkte = sehr gut; 84 bis 70 Punkte = gut; 69 bis 55 Punkte = befriedigend; 54 bis 40 Punkte = ausreichend; 39 bis 0 Punkte = mangelhaft

Preis in Euro

FAZIT

Große Preisspanne,

große

Qualitätsunterschiede

– der Anspruch,

sportliche Motorradfahrer

gut durch den

Regen zu bringen, ist aber derselbe.

Das gelingt fast allen Stiefeln,

obwohl die Verarbeitung

einer Klimamembran den Schuster

vor eine besonders hohe Herausforderung

stellt. Bei der Materialwahl

setzt nur Daytona auf

teures Leder, die Übrigen vertrauen

Kunstleder. Und bieten

dennoch überwiegend gute Sicherheit.

Bei Handhabung, Passform

und Tragekomfort hingegen

zeichnet sich ein weniger

homogenes Bild ab. Büse und

Dainese kneifen und drücken.

Das ist unsportliches Verhalten!

Der Dane sitzt hingegen schlapp

wie ein Hausschuh und gehört

nicht auf den Sportplatz.

86 PRODUKTTEST 9/2015


DAS POWER-ANGEBOT

26 Ausgaben MOTORRAD

+ Clubmitgliedschaft

+ Batterieladegerät GRATIS

Batterieladegerät GRATIS

= NUR 95,90 €

BATTERIELADEGERÄT

Das intelligente Batterielade-/Diagnoseund

Testgerät für Motorrad-, Rollerund

Quad-/ATV-Starterbatterien.

Umschaltbar auf 6 V und 12 V, Lieferung

inkl. Krokodil-Klemmen und Kabelsatz.

+

DIE ABOVORTEILE:

26 x MOTORRAD

Das Geschenk als Dankeschön

1 zusätzliche Ausgabe

GRATIS bei Bankeinzug

Clubmitgliedschaft über 12 Monate mit vollem

Zugriff auf das Club-Portal motorrad-helden.de.

GLEICH BESTELLEN: WWW.MOTORRAD-HELDEN.DE/ABO

MOTORRAD Aboservice,

70138 Stuttgart

Tel. +49 (0) 711 - 320 688 99

Fax +49 (0) 711 - 182 255 0

www.motorrad-helden.de/abo

motorrad@dpv.de

Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, 70162 Stuttgart.

Registergericht Stuttgart HRA 9302. Geschäftsführer: Dr.

Volker Breid, Norbert Lehmann. Vertrieb: Belieferung,

Betreuung und Inkasso erfolgen durch DPV Deutscher

Pressevertrieb GmbH, Nils Oberschelp (Vorsitz), Heino

Dührkop, Dr. Michael Rathje, Düsternstraße 1, 20355 Hamburg,

als leistender Unternehmer. AG Hamburg, HRB 95752.

GLEICH AUSFÜLLEN UND ABO BESTELLEN

JA, ICH MÖCHTE MOTORRAD IM ABO

Straße, Nr.

PLZ

Geburtsdatum

selbst lesen.

verschenken.

Ort

Best.-Nr. 1300665

Best.-Nr. 1300666

1 9

Telefon

Das Geschenkabo soll beginnen am:

Ich bestelle bzw. verschenke MOTORRAD zum Jahresabopreis von zzt. nur 95,90 € (A: 109,– €;

CH: 192,– SFr.; weitere Auslandspreise auf Anfrage) für 26 Ausgaben. Gratis dazu erhalte ich (bzw.

der Schenker) das Batterieladegerät nach Zahlungseingang der Abogebühr. Nach Ablauf des Bezugszeitraums

kann ich jederzeit mit Geld-zurück-Garantie kündigen. Das Geschenkabo endet

nach einem Jahr automatisch.

MEINE PERSÖNLICHEN ANGABEN: (bitte unbedingt ausfüllen)

Name, Vorname

E-Mail

ICH BEZAHLE PER BANKEINZUG UND ERHALTE EINE GRATIS-AUSGABE:

BIC

IBAN

Bankinstitut

Ich zahle per

Rechnung.

SEPA-Lastschriftmandat: Ich ermächtige die DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Düsternstr. 1-3,

20355 Hamburg, Gläubiger-Identifi kationsnummer DE77ZZZ00000004985, wiederkehrende Zahlungen

von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die

von der DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Die

Mandatsreferenz wird mir separat mitgeteilt. Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend

mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit

meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.

ICH VERSCHENKE MOTORRAD AN: (nur beim Geschenkabo auszufüllen)

Name, Vorname

Ja, ich möchte auch von weiteren Inhalten, Vorabnachrichten, Themen und Vorteilen profi tieren.

Deshalb bin ich damit einverstanden, dass mich Motor Presse Stuttgart und ihre zur Verlagsgruppe Verlagsgarantie: Sie können die Bestellung binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen formlos widerrufen.

Die Frist beginnt an dem Tag, an dem Sie die erste bestellte Ausgabe erhalten, nicht jedoch vor

gehörenden Unternehmen Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG und Verlagsgesellschaft Stuttgart

mit ihren Titeln künftig per Telefon und E-Mail über weitere interessante Medienangebote informiert. Erhalt einer Widerrufsbelehrung gemäß den Anforderungen von Art. 246a § 1 Abs. 2 Nr. 1 EGBGB. Zur

Dieses Einverständnis kann ich jederzeit per eMail an widerruf@dpv.de widerrufen.

Wahrung der Frist genügt bereits das rechtzeitige Absenden Ihres eindeutig erklärten Entschlusses, die

Bestellung zu widerrufen. Sie können hierzu das Widerrufs-Muster aus Anlage 2 zu Art. 246a EGBGB

Datum/Unterschrift

nutzen. Der Widerruf ist zu richten an: MOTORRAD, Aboservice, Postfach, 70138 Stuttgart, Telefon:

+ 49 (0) 711 320 688 99, Telefax: +49 (0) 711 182 255 0, E-Mail: motorrad@dpv.de

Straße, Nr.

PLZ

Ort

Club powered by

Club-Partner:

Jeder Leser eines Abonnements von MOTORRAD, PS oder MOTORRAD Classic und jeder Teilnehmer einer Reise oder eines Trainings des MOTORRAD action teams wird automatisch Mitglied im Club der MOTORRAD-HELDEN.

Und mit dem individuellen Clubausweis öffnet sich die ganze Vorteilswelt von www.motorrad-helden.de und der Club-Partner.


G

B

E

E

B

R

R

A

A

T

U

U

KAWASAKI

T

Z 750

Ab 2004 machte Kawasaki endlich wieder Dampf in der glorreichen

750er-Klasse. Vor Konkurrenz musste sich das kantige Naked Bike kaum

fürchten: Es gab nämlich keine! Neu verkaufte sich der Vierzylinder sehr

gut, weshalb auch die Gebrauchtauswahl top ist. Wo lauern die Tücken?

Von Jörg Lohse; Fotos: fact, Kawasaki

C

N

H

G

-

Eine Klasse für sich – so überschrieb

Stefan Kaschel den

Top-Test der Kawasaki Z 750,

Jahrgang 2007. Doch der

MOTORRAD-Mann spielte damit weniger

auf die Qualitäten des Fours als

vielmehr auf die Wiederbelebung der

Motorradgattung schlechthin an: Waren

750er wie die Honda CB 750 oder

BMW R 75/5 nicht einst das Maß aller

Dinge? Tradition hin, Glorifizierung

her, ist die Neo-750er auch auf der

Straße eine Klasse für sich? Natürlich

musste sich die Kleine auch an ihrer

großen Schwester Z 1000 messen lassen.

Die hat die Latte gleich zu Anfang

sehr hoch gelegt und gilt eindeutig

als das ambitioniertere Motorrad. Die

Ersparnis von knapp 3000 Euro gegenüber

der 1000er ließ sich an Bord

der Z 750 auch in puncto Fahrwerk

und Fahrleistung spüren. Auf der

Habenseite überzeugte die „Dreiviertel-Zett“

allerdings schon in ihrer

ersten Ausführung (2004 bis 2006)

als prima Allrounder für alle Tage. Mit

dem Modell-Update von 2007 gewann die Z 750 nochmals an Druck (bessere Unten-/Mitte-Abstimmung)

und Komfort (spürbar weniger Vibrationen). Beim Fahrwerk sticht nun eine in Federbasis

und Zug stu fendämpfung einstellbare Upside-down-Gabel ins Auge, doch in Verbindung mit dem

(zu harten) Fe der bein hinten gilt: nicht perfekt, aber für die Landstraße durchaus ausreichend.

2007: umfangreiche Modellpflege

mit Upside-down-

Gabel, ABS und G-Kat. Das

Mehrgewicht: stolze 13 Kilo …

IM DETAIL

Modische Wave-Bremsscheibe

ab Modelljahr

2007. Aber noch viel

wichtiger: ABS als Serienausstattung.

Die Leistung

leidet jedoch unter

langen Regelintervallen

Tipp für Schnäppchenjäger: Die tourensportliche

Ausgabe Z 750 S mit Halbschale (Bauzeit

2004 bis 2006) kostete neu 300 Euro mehr.

Gebraucht jetzt günstiger als die Standard-Z

Zeigefreudig: Das Cockpit

der Z 750 ab 2007

punktet durch eine gefällige

Form, vor allem

aber durch die sehr gute

Erfassung aller relevanten

Informationen

Viel digital, wenig

Freude? Das Cockpit der

ersten Z 750-Ausgabe

konnte mit umlaufender

LCD-Segment-Anzeige

der Drehzahl nicht

wirklich gefallen

88 GEBRAUCHTBERATUNG 9/2015


BESICHTIGUNG

Typische Z 750-Macken? Händler und Werkstätten

schütteln bei dieser Anfrage meist mit dem

Kopf. Die „Dreiviertel-Four“ gilt als robust und

wenig anfällig für Defekte aller Art. Also gilt es

beim Vorort-Termin eher, Pflegesünden oder

Gebrauchsspuren aller Art aufzuspüren: Kratzer

oder Schrammen an Gehäusedeckeln, die von

Umfallern künden, verschlissener Kettensatz,

niedriger Ölstand. Jüngere Fahrzeuge aus erster

Hand werden meist noch mit lückenlos abgestempeltem

Scheckheft weitergereicht, ab der

zweiten oder dritten Hand sinkt die Wartungsbereitschaft

dagegen enorm. Dafür steigt die

Lust am Umbauen, wobei aber nicht immer

ein geschmackvolles Händchen gezeigt wird.

Beliebteste Tuningmaßnahmen: Auspuff (vor

al lem bei der ersten Generation), Mini-Blinker,

Spiegel, Heckumbau. Spannende Frage: Haben

alle Anbauteile ein E-Prüfzeichen für den legalen

Betrieb im öffentlichen Verkehr? Finger weg

von zweifelhaften Radikalumbauten.

MARKTSITUATION

Die Schwacke-Liste führt den ersten Jahrgang der Z 750 mittlerweile deutlich

unter 2000 Euro. Allerdings dürfte er dann nach dem bekannten Fahrzeug-Bewertungstool

auch schon über 100 000 Kilometer auf dem Tacho

haben. Im Falle des Naked Bikes für alle Tage natürlich ein rein hypothetischer

Wert. Die gängigen Fahrzeugbörsen im Internet zeigen die Realität:

Die günstigen Einstiegsangebote liegen knapp über 2000 Euro für die

ers ten zwei Jahrgänge der Z 750, die Kilometerleistung dafür deutlich

unter der 50 000er-Marke. Kein Wunder, die Standard-Z ist ja auch nicht als

tourentauglicher Kilometerfresser konzipiert, sondern wird meist von

(Wieder-)Einsteigern mit relativ moderaten Jahresfahrleistungen bewegt. Anders dagegen die halb verkleidete S-Version, die meist mit

Extras wie tourentauglicher Sitzbank oder Koffern angeboten wird. Dafür aber spricht diese nur einen sehr speziellen Käuferkreis an,

weshalb die Tarife trotz des Mehrwerts in Form von Laufleistung oder Ausstattung im Verhältnis deutlich unter den üblichen Z 750-

Preisen liegen. Die erste Modellgeneration (bis 2006) wird häufig von privat angeboten, für Händler ist sie meist ob der Gewähr-

leistungspflicht zu heikel. Bei der zweiten Generation ist das Verhältnis dann eher umgekehrt.

Preisniveau in Euro Baujahre km-Stand

Niedrig2000–2900 2004–2006 25 000–35 000

Mittel3000–4400 2007–2009 15 000–25 000

Hoch4500–6000 2010–2012 5000–15 000

Typ im Programm Verkäufe

ZR750 J1H-MBF 2004–2012 ca. 13 000

▸ Verfügbarkeit am Markt: sehr hoch

Tests in MOTORRAD

24/2003 (FB), 25/2003 (TT), 2/2004

(VT), 9/2004 (VT), 23/2004 (KV),

5/2005 (VT), 22/2005 (VT),

8/2007 (FB), 10/2007 (TT),

11/2007 (VT), 20/2007 (VT),

7/2008 (VT), 15/2009 (VT),

18/2010 (VT), 1/2011 (FB),

10/2011 (VT)

FB = Fahrbericht, KV = Konzeptvergleich;

TT = Top-Test,

VT = Vergleichstest; Artikel-

Download unter www.

motorradonline .de/ekiosk

Internet

www.z1000-forum.de

und www.z1000.de –

beide mit jeweils eigenen

Rubriken zur Z 750

2004: erster Jahrgang mit einem Endtopf, wie er

heutzutage kaum noch zu sehen sein dürfte

www.motorradonline.de

TECHNISCHE DATEN

MOTOR

Wassergekühlter Vierzylinder-Viertakt-Reihenmotor,

vier Ventile pro Zylinder, Nasssumpfschmierung,

Einspritzung, gere gelter

Katalysator, mechanisch betätigte

Mehrscheiben-Ölbadkupplung, Sechsganggetriebe,

O-Ring-Kette.

Bohrung x Hub

68,4 x 50,9 mm

Hubraum 748 cm³

Nennleistung

77,7 kW (106 PS) bei 10 500/min

Max. Drehmoment 78 Nm bei 8300/min

FAHRWERK

Brückenrahmen aus Stahl, Upside-down-

Gabel, verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung,

Zweiarmschwinge aus

Stahl, Zentralfederbein mit Hebelsystem,

MODELLPFLEGE

2004 Markteinführung der Z 750 mit 110

PS. Farben: Schwarz, Rot, Blau. 7195 Euro.

2005 Neue Farbe: Silber, Rot entfällt.

Preis unverändert. Zweites Modell Z 750 S

kommt mit Halbverkleidung, anderer Instrumentierung,

tourentauglicher Sitzbank

mit mehr Soziuskomfort und Haltegriffen.

Farben: Rot, Blau. 7495 Euro.

2006 Zündschloss wegen Vibrationen

gummigelagert; Wegfahrsperre serienmäßig;

neuer Lenker. Farben: Schwarz, Orange,

Silber. Preis unverändert. Letztes Verkaufsjahr

für die Z 750 S.

2007 Umfangreiche Überarbeitung mit

neuer Form (u. a. Lampenmaske, Auspuff)

und neuer Motorabstimmung inklusive

(Typ Z 750, Modelljahr 2007)

verstellbare Federbasis und Zugstufendämpfung,

Doppelscheibenbremse vorn,

Scheibenbremse hinten, ABS.

Alu-Gussräder 3.50 x 17; 5.50 x 17

Reifen 120/70 ZR 17; 180/55 ZR 17

MAßE + GEWICHT

Radstand 1440 mm, Lenkkopfwinkel 65,5

Grad, Nachlauf 103 mm, Federweg v./h.

120/125 mm, Sitzhöhe* 810 mm, Gewicht

vollgetankt* 232 kg, Tankinhalt 18,5 Liter.

MESSUNGEN

(MOTORRAD 10/2007)

Höchstgeschwindigkeit** 235 km/h

Beschleunigung 0–100 km/h 3,7 sek

Durchzug 60–100 km/h

4,4 sek

Verbrauch 5,5 l/100 km (Landstraße)

*MOTORRAD-Messungen; **Herstellerangaben

G-Kat. Leistung sinkt auf 106 PS. Fahrwerk

mit Upside-down-Gabel. ABS serienmäßig.

Farben: Schwarz, Grün, Silber. 7895 Euro.

2009 Klare Blinkergläser mit orangefarbenen

Lampen. Neue Farbe: Blau, Silber

entfällt. 7995 Euro.

2011 Neue Bremsleitungen; nur noch

zwei schwarze Schlüssel, Master-Key entfällt.

Neue Farbe: Weiß, Blau entfällt. Preis

8295 Euro. Markteinführung der besser

ausgestatteten Z 750 R (8995 Euro) mit

modifiziertem Fahrwerk (u. a. Aluschwinge)

und Zweifarblackierung. 8995 Euro.

2012 Letztes Verkaufsjahr der Z 750/R,

Nachfolgemodell Z 800 erscheint 2013.

8395/9235 Euro (Z 750/Z 750 R).

GEBRAUCHTBERATUNG 89


KAWASAKI

Z 750

Ein prima Landstraßenfeger für alle Tage. Wo mangelt

es besonders? Am Komfort im Zweipersonenbetrieb

E

Weitere Testberichte

zu diesem

Motorrad

finden Sie hier:

motorradonline.de/z750

Angebote zu

diesem Motorrad

finden Sie

hier:

motorradonline.de/201509088

DIE WETTBEWERBER

TRIUMPH STREET TRIPLE:

Dreizylinder-Reihenmotor, 675

cm³, 106 PS; seit 2007 im Programm;

Neupreis 2007: 7350

Euro, gebraucht ab 3500 Euro

SUZUKI GSR 600: Vierzylinder-

Reihenmotor, 599 cm³, 98 PS;

von 2005 bis 2012 im Programm;

Neupreis 2005: 6990

Euro, gebraucht ab 2500 Euro

BMW F 800 R: Zweizylinder-

Reihenmotor, 798 cm³, 87 PS;

seit 2009 im Programm;

Neupreis 2009: 7940 Euro,

gebraucht ab 4800 Euro

Demnächst in der MOTORRAD-Gebrauchtberatung

in Ausgabe 10/2015

Yamaha FZ8/Fazer 8

Vorschau ohne Gewähr, die Redaktion behält sich Änderungen vor.

in Ausgabe 11/2015

Harley-Davidson

XR 1200/X

YAMAHA FZ6/FAZER: Vierzylinder-Reihenmotor,

600 cm³, 98

PS; von 2004 bis 2010 im Programm;

Neupreis 2004: 6750

Euro, gebraucht ab 2300 Euro

Ist Ihr Motorrad

dabei und Sie wollen

es verkaufen?

Dann inserieren Sie in der passenden

Ausgabe und sprechen

Sie damit besonders viele interessierte

Leser an!

Jetzt auch mit Foto

kostenlos inserieren

(gilt für Privatanzeigen bis sechs Zeilen)

motorradonline.de/anzeigen

oder per Anzeigen-Coupon auf

Seite 102

Fotos: fact, Yamaha Fotos: Archiv, Rossen Gargolov, Jörg Künstle

90 GEBRAUCHTBERATUNG 9/2015


BEELINE

R 80 RS (von Fa. Martin in Schongau in nur

20 Exemplaren gebaut), Bj. 05/90, rot-met.,

TÜV/AU neu, 37 kW, original 26000 km,

Zustand sehr gut, VB 4700,- €. Tel. O8807-

1770 M1295238 P

Über 20 000 weitere

Fahrzeuge unter

motorradonline.de

P = Privatanzeigen • H = Händleranzeigen

Exposé-Nummer = erweiterte Informationen

unter motorradonline.de/anzeigen

NEU!

PRIVAT-

ANZEIGEN

GRATIS

Bis sechs Zeilen,

mit Foto

Supermoto SM/SX 50, schwarz, EZ

04/2011, 4470 km, 1200,- €. PLZ A-3434,

Tel. 0043/664/73624096 M1289128 P

BENELLI

Benelli 900 Sei, Bj. 85, 31700 km, schwarz,

Zustand 2+, 2014 generalüberholt für

1070,- €, viele Teile ausgewechselt, Preis

7400,- €. Tel. 06897/66504 M1295239 P

BETA

R 850 R, Scramblerumbau, viele Neuteile,

alles TÜV, mehr am Telefon, Preis nach

Besichtigung verhandelbar, 2. Hd., schwarz,

EZ 11/1996, 41000 km, 6450,- €. PLZ

82216, Tel. 0163/7719417 M1290793 P

APRILIA

Suche RSV 4 oder R4 Tuono, auch Unfall

oder defekt. Tel. 0291/95284579 o.

0177/3444882 auch WhatsApp X13311 P

Aprilia in Bremerhaven. H. Bergel, Tel.

0471/76457, www.motorrad-bergel.de

X753 H

Aprilia Climber 240 R Trial, EZ 1998, 500

km, sehr guter Zustand, wenig gefahren,

Sitz-Wandertrial, mit Wasserkühlung v. h.

mit Bremsscheibe nicht Trom., top zum

fahren, 1300,- €. PLZ A-5600, Tel.

0043/(0)676/7810689 M1292013 P

Tuono V4 R APRC, EZ 02/2012, 10.500,- €.

PLZ A-5424, Tel. 0043/680/5599700 oder

0043/676/881234467 M1292007 P

www.shark-helme.info

Tuono V4 R APRC, schwarz, EZ 02/2012,

8000 km, 11.000,- €. PLZ A-8563, Tel.

0043/664/1528659 M1286752 P

Beta Alp 4.0! Diese Enduro gilt als das verkannte

Genie. Im Angebot ist ein kompletter

zweiter Reifen / Felgensatz enthalten der

maximal 200 km gelaufen ist. Tel.

09126/2549291 M1287270 P

BIMOTA

Suche Egli oder Bimota oder ähnl., Zustand

egal. Tel. 07223/9799046 oder

0171/8098466 X13323 P

BMW F 650 GS mit Koffer, Navi, Tankrucksack,

Scheckheft, HU 05/2016, rot, 50 PS

(37 kW), EZ 05/2006, 42777 km, die nächsten

10000 km ohne Sorgen, alles gemacht

und repariert: JETZT 4199,- €. PLZ 10247,

Tel. 0151/41913019 M1290827 P

Verkaufe BMW C1 Roller, 3 Stück, neuwertiger

8211469-213-18.QXD_Layout Zustand, 125/200 ccm, 1 Stück 1 mit 09.04.15

Unfallschaden, VS. Tel. 07542/8402

M1295232 P

Attraktiv

gekantet

auch für

Z 1000

RSV4 Factory, EZ 08.12, Carbon/MG/AL/Tit

= 198 kg, z. B. Motorrad 02/15, Zul. 04/10,

Garage PLZ 1, 4400 km, aus Altersgründen,

10.800,-€. Tel. 0170/3878574 M1295242 P

SR 50 R, rot, 4 PS (3 kW), EZ 03/2012, 4160

km, 1600,- €. PLZ A-3121, Tel.

0043/699/17281196 M1291183 P www.mgc-lamparth.de X292 H

DB2, rot/weiß, 75 PS (55 kW), EZ 10/93,

32000 km, Erstbesitz, 6500,- €. PLZ 64572,

Tel. 06152/58879

X13306 P

BMW

Suche S 1000 RR oder S 1000 R, auch

Unfall oder defekt. Tel. 0291/95284579 o.

0177/3444882 auch WhatsApp X13310 P

Kennzeichenhalter aus filigran

geschnittenem Aluminium

BMW K1200 GT Antrieb zu K1200 GT,

33117705773, neu, original verpackt. Tel.

02402/1020475 X13287 P

LSL Motorradtechnik GmbH

Heinrich-Malina-Str. 107 · 47809 Krefeld

Fon 02151-55590 · www.lsl.eu

91


MARKT

P = Privatanzeigen • H = Händleranzeigen

Mehr zu den Anzeigen durch Eingabe der Exposé-Nummer am Ende der

Anzeigen (M, P oder X plus Ziffernfolge) unter motorradonline.de/anzeigen

BMW

K 1200 R Sport, Batterie neu (07.03.2015

eingebaut). Reifen wie neu. Das Motorrad

hat Vollausstattung (Bordcomputer, ESA,

Griffheizung), blau, EZ 12/08, 13000 km,

8700,- €. PLZ 50170, Tel. 02273/57591

M1286934 P

R 1100 R, schwarz, EZ 04/2000, 22500 km,

6350,- €. PLZ A-7452, Tel. +43

(0)6508643371 M1286932 P

Stilgenbauer

BMW Motorrad

Vertragshändler

Von-Humboldt-Straße 7

64646 Heppenheim · Tel. +49(0)62 52 7 53 55

www.bmw-stilgenbauer.de

R 100 RS, blau, 70 PS (51 kW), EZ 07/1982,

49465 km, 5500,- €. PLZ 20144, Tel.

0171/4843522 M1292117 P

R 100 T, gute, alte BMW, rot, 67 PS (49

kW), EZ 04/1980, 176090 km, 3800,- €. PLZ

91541, Tel. 09861/92660 M1287782 P

Navi-/Kamerahalter

Kugelflex ® Haltesysteme

www.gs-power.eu

F 650 GS Dakar, fast neu! Weiß, EZ

02/2001, unfallfrei, 8550 km, ohne TÜV,

steht seit 2005, kein Steinschlag, Probefahrt

mögl., VB 4000,- €. Tel. 0178/3036920

M1292371 P

R 45, gold, 34 PS (25 kW), EZ 03/1980,

45850 km, 2500,- €. PLZ A-9872, Tel.

0043/664/73891474 M1290285 P

R 1200 C Montauk, EZ 04.2004, 23500 km,

top gepflegt, 1. Hand, silber-met., mit Systemkoffer

u. Vollausstattung, FP 7999,- €.

Tel. 0151/12607010 M1295231 P

Gepflegte K 1200 RS, EZ 04/99, 13900 km,

98 PS, scheckheftgepflegt, HU 07/15, Inspektion

mit Austausch aller Flüssigkeiten

08/14, Koffer (gleichschließend), Topcase,

Sondersitzbank, Originalsitzbank vorhanden,

aus gesundheitlichen Gründen für

4950,- € zu verkaufen. Tel. 0621/7245680

M1295241 P

F 800 GS Adventure, EZ 06/2014, 1300

km, Comfort- u. Enduropaket, ESA, LED-

Zusatzscheinwerfer, LED-Blinkleuchte

weiss, 10.999,- €. Tel. 06441/4425551

M1295233 P

R 1200 R 90 Jahre Sondermodell,

schwarz, EZ 04/2013, 4500 km, Vollausstattung

(ABS, ASC, ESA, RDC, Bordcomputer,

Heizgriffe, Auspuff verchromt), 14.500,- €.

PLZ A-9500, Tel. 0043/676/6832718

M1287059 P

R 60, schwarz, 30 PS (22 kW), EZ 07/1963,

875 km, 11.800,- €. PLZ 20144, Tel.

0171/4843522 M1292115 P

NEU!

R 1150 R, schwarz, EZ 12/2002, 49200 km,

4880,- €. PLZ 91541, Tel. 09861/92660

M1287207 P

JETZT

Mustertext, Muster-Ducati Monster 1100,

1. Hand, 10 000 km, EZ 08/2011, HU neu,

8888 Euro, Tel. 0123/01230123 X12345 P

MIT FOTO

KOSTENLOS

INSERIEREN *

*Nur Privatanzeigen bis sechs Zeilen

ANZEIGEN-ANNAHME

www.motorradonline.de/anzeigen oder

Anzeigen-Coupon auf Seite 102

BMW R 1150 R, blau, EZ 03/2005, 46500

km, 4990,- €. PLZ A-3386, Tel. 0043/664/

1320682 M1288435 P

BMW F 800 ST, EZ 06.2010, 15500 km,

ABS, Heizgr., Bordcomp., Hauptst., LED-

Blinker weiß, Hauptst., Koffer-Topc., Hinterrad

Carbon-Abd., dunkles Windsch., 1.

Hand, Garage, 5800,- €. Tel. 0171/4139195

M1295236 P

Überall, wo es Bücher gibt,

oder unter

128 Seiten,

Format 140 x 205 mm

ISBN 978-3-613-03642-0

c 9,95

www.motorbuch.de

Service-Hotline: 0711/ 98 80 99 85

K 100 LT, EZ 1987, TÜV 03.16, 93000 km,

66 kW, Koffer m. Innentaschen, Topcase,

Alarmanlage, Radio, Sitzheizung, Batterie

2015 neu, Bereifung 50 %, VHB 1300,- €.

Tel. 0175/3644646 M1295229 P

BMW F 650, weiß, 34 PS (50PS) EZ

06/1994, 30700 km, 2000,- €. PLZ A-3525,

Tel. 0043/680/2121103 M1291478 P

R80GS, schwarz/gelb, EZ 03.91, km 92000,

White Power Fahrwerk, langer 5. Gang v.

HPN, Heizgr., Tankrucks., Öltherm., Ölkühler,

Nav.-Steckd., Nav.-halterung, TÜV

03.16, 3500,- €. PLZ 53474, Tel.

0170/1875400 M1295240 P

92 9/2015


Mehr zu den Anzeigen durch Eingabe der Exposé-Nummer am Ende der

Anzeigen (M, P oder X plus Ziffernfolge) unter motorradonline.de/anzeigen

SITZBÄNKE

www.corbin.de

P = Privatanzeigen • H = Händleranzeigen

MARKT

BMW R 100 RS, grau-metallic, EZ 04/1981,

51 kW, 89800 km, TÜV 06/16, H-Kennzeichen

möglich, sehr gepflegt, Topzustand,

VB 3900,- €. PLZ 60325, Tel. 0172/6755126

M1295246 P

Ausgabe 26/2014

S100-AZ-KE-43x20.indd 1 26.02.15 17:33

trwmoto.com

SICHER ANKOMMEN – GANZ ENTSPANNT!

Mit Stahlflex-Bremsleitungen von TRW

bremst du auf den Punkt genau –

damit du jederzeit entspannt bleibst.

BUELL

DUCATI

www.ducati-kaemna.com

X279 H

BMW F 650 GS ABS, EZ 2001, 38500 km,

Zubehör, Verschleißteile i.O, 3650,-VHB,

PLZ 09337, Handy 0151/68178899

M1290777 P

Buell Neufahrzeug, XB 125s Lightning

Long zu verkaufen, Farbe: hero-blue. Details

siehe: vended2000.de X13303 P

www.buell-parts.com

X8528 H

VertragshŠndler im Raum Stuttgart

0711-79 73 03-22 www.limbaecher.de

1199 Panigale, rot, EZ 06/2012, 4500 km,

16.500,- €. PLZ A-9811, Tel. 06504168506

M1286724 P

www.ducatiborken.de, Tel. 02865/10656,

Raesfeld

X272 H

Ausgabe 26/2014

CCM

S100-AZ-KE-43x20.indd 1 26.02.15 17:33

R 850 GS, neue wartungsfreie Gel-Batterie.

Inklusive Top-Case. Rot, EZ 06/1999, 55000

km, 3950,-. PLZ A-9020, Tel.

0043/664/2035454 M1286062 P

BSA

Ausgabe 26/2014

S100-AZ-KE-43x20.indd 1 26.02.15 17:33

CCM R30 644, WP-USD-Gabel + Federbein,

Brembo, Renthal, Akrapovic, Aluschwinge,

17". Tel. 0171/6231969 M1292002 P

CPI

Verk. BSA B50 umgebaut zur Straßenmaschine,

generalüberholt, Originalteile vorhanden,

2 Auspuffanlagen, VB 7500,- €.

Hamburg, Tel. 0171/5364180 X13329 P

Hussar, gelb, 3 PS (2 kW), EZ 01/2005,

7127 km, 450,- €. PLZ A-8222, Tel.

0043/676/84850030 M1292212 P

93


MARKT

P = Privatanzeigen • H = Händleranzeigen

Mehr zu den Anzeigen durch Eingabe der Exposé-Nummer am Ende der

Anzeigen (M, P oder X plus Ziffernfolge) unter motorradonline.de/anzeigen

DUCATI

HARLEY-DAVIDSON

ST 4, rot, 103 PS (76 kW), EZ 07/2001,

29622 km, 1. Hd., uffr, Topzust. KU Dienst

mit Zahnriemen u. HU fällig. Also, wer viel

selbst machen kann - ergattert sich ein

Schnäppchen. VB 2700,- €. PLZ 87497, Tel.

08365/1718 M1282057 P

SZR-1000 Teile. Rahmen + Brief, 09, 1.

Hd., Alueinarmschwinge, EVO Felgen, Tank,

Sitzbank u.v.m. Tel. 0170/1213596

X13326 P

Road King Classic, Bj. 2000, 71 PS, 28000

km, Twincam Motor Einspritzung, Lack

schwarz, Diebstahlwarnsystem, Neonblitzer

Zeituhr, Adlerembleme, Helmhalter, HU

6/16, FP 11.950,- €. Tel. 08142/6888

M1295244 P

Sammler sucht Honda Dax CT70 (US-

Ausführung) und ST70 und C110, in jedem

Zustand, alles anbieten, auch Teile. Tel.

0160/95532851 X13327 P

CB 1100, 120 PS, Eigenbau, der original

Langstrecken Rennmaschine nachempfunden,

sehr detailgetreu. Nachbau, Rahmen

Eigenbau, mehr auf Anfrage, gegen

Höchstgebot abzugeben, evtl auch Tausch.

Tel. 0171/2418726 M1286586 P

XL 600V Transalp, schwarz, EZ 05/1998,

64267 km, 1900,- €. PLZ A-3400, Tel.

06645159955 M1286176 P

900 SS, rot, 79 PS (58 kW), EZ 03/2000,

15500 km, 3990,- €. PLZ A-9073, Tel.

0043/676/7803181 M1292122 P

1199 Panigale S, rot, 184 PS (135 kW), EZ

05/2012, 18980 km, 14900,- €. PLZ 46286,

Tel. 02369 - 21842 M1250918 H

Ducati - Zubehör und Ersatzteile. www.

italo-shop.com, Tel. 02131/8862204

X4068 H

748-998 Teile, noch fast alles vorhanden,

sowie Zubehör. Tel. 07223/9799046 oder

0171/8098466 X13316 P

Harley Davidson, Neuaufbau 2014 (Motor,

Hauptrahmen Getriebe Bj. 95) Bike ist neu

typisiert, Hinterrad 240, Updside-Down

Gabel, Bugspoilers, BSL, Mikuni, Arlen

Ness, keine Garantie, Gewährleistung,

Rückgabe. Tel. A-0043(664)9688241

M1292493 P

HONDA

Honda-Profi: Teile neu - NOS - gebraucht,

riesiges Lager. www.lo-moto.de, Tel.

05144/972321, Fax -25 X277 H

www.Honda-Motorradteile.de, HONDA

Neu- und Gebrauchtteile. Wentsch & Klink.

Tel. 07023/740303, e-mail: info@

honda-motorradteile.de X6983 H

www.ducati-shop.com

X283 H

www.ducati-niederrhein.de Geldern,

großer Onlineshop mit Bekleidung u. Zubehör.

02831/94999

X12860 H

DKW

CB 600 F Hornet, schwarz, EZ 03/2009,

11900 km, Sportauspuff (offen/mit Zulassung)

4900,- €. PLZ A-6220, Tel.

0043/664/9620906 M1291184 P

XL 700V Transalp, rot, EZ 05/2008, 13600

km, 5000,- €. PLZ A-9431, Tel.

0043/6641411221 M1290890 P

CB 600 F Hornet, viel Zubehör, top Zustand,

EZ 02/2008, 33700 km, VB 4450,- €.

PLZ 81541 München, Tel. 0176/48539395

M1287415 P

RC 30, 23000 km, Topzustand. Tel. ab 20

Uhr 0176/78191810

X13320 P

Vertragshändler im Raum Stuttgart

0711-79 73 03-22 www.limbaecher.de

VF 750 C Magna, EZ 06.93, rot, 65 kW/88

PS, HU 09.15, 26000 km, Reifen top,

2600,- €. Tel. 06775/8302 möglichst abends

M1295237 P

Suche DKW-NZ. Bitte alles anbieten, auch

defekt/Teile usw. Tel. 0160/95532851

X13328 P

GAS GAS

CRF 250 R, rot, 42 PS (31 kW), EZ 07/2013,

55 km, 4500,- €. PLZ A-8911, Tel.

0043/664/9963586 M1288599 P

XRV 750 Africa Twin, weiß, EZ 08/1999,

20660 km, top Zustand, Koffer, Navi, Reifen

u. Kettenkit u. Bremsen neu, 5800,- € PLZ

19205, Tel. 0172/3182631 M1289716 P

224 Seiten, Format 140 x 205 mm

ISBN 978-3-613-03287-3 c 24,90

TXT 280 Pro, rot, EZ 07/2012, 35 km,

3500,- €. PLZ A-8970, Tel.

0043/664/1524016 M1290770 P

CBF 500, silber, EZ 07/2006, 50031 km,

2500,- . PLZ A-8600, Tel.

0043/660/5222131 M1287623 P

CB 750 K, rot, EZ 04/1980, 66000 km,

3300,- €. PLZ A-6471, Tel.

0043/650/7524442 M1288383 P

Überall, wo es Bücher gibt, oder unter

www.motorbuch.de

Service-Hotline: 0711/ 98 80 99 85

94 9/2015


Mehr zu den Anzeigen durch Eingabe der Exposé-Nummer am Ende der

Anzeigen (M, P oder X plus Ziffernfolge) unter motorradonline.de/anzeigen

AZ_RHElectronics_90x60_03_2015_Layout 1 25.03.2015 09:10 Seite 1

P = Privatanzeigen • H = Händleranzeigen

ABS defekt?

Wir reparieren!

MARKT

Honda VFR750R RC30, Verkleidung Oberteil

mit Schild, für 1000,- € zu verkaufen.

Tel. 0621/653149

X13322 P

KLR 250-650 Mot.-Teile. T. 07151/52282

X13282 H

Wir reparieren Motorrad ABS-Druckmodulatoren

/ Steuergeräte

– Inhaus Service möglich –

RH Electronics

www.rhelectronics.de

Hauptstraße 18 · 82285 Hattenhofen · Telefon +49 (0)8145 / 99 76 50

Verk. VFR750F, EZ 89, 65000 km, rot, TÜV

05.16, nicht original, vieles neu, VB 900,- €.

PLZ 57250, Tel. 0271/7032482 ab 18.00

Uhr

M1295245 P

Oldtimer Kawasaki KZ 440 A, 27 PS, 34

J. alt, 27000 km, originaler Bestzustand,

grün-met., TÜV 11/15 (davor stets ohne

Mängel), Kette + Reifen + Batterie neuw.,

gegen angemessenes Gebot an 0172-

4279783 oder 04392-1440 X13288 P

Für Z 1300 Delta Vollverkleidung, um-/unfallfrei

(ohne Anbau-/Rahmenteile), nur an

Selbstabholer in FFM, für 150,- €. Tel.

01575/4152788 X13292 P

Vertragshändler im Raum Stuttgart

0711-79 73 03-22 www.limbaecher.de

ZRX 1200 S, schwarz, EZ 06/2004, 54000

km, Bj. 06.2004, TÜV 06.2016, 122 PS,

Acropovice Reifen hinten neu, MRA Tourenscheibe,

Scottoiler, Sturtzpads, Kettenschutz

Edelstahl usw, VB 2900,- €. PLZ

91301, Tel. 0171/4598402 M1290633 P

Verkaufe GL 1800 EML Trike Umbau,

03.2013, unfllfrei, alle Wartungen bei Interesse

Liste, Ausstattung u. Zubehör/Fotos

anfordern, VB 31.300,- €. Tel.

0160/96887771, e-mail: winger-wolf@

gmx.de

X13281 P

Für RC 30 viele HRC und Serienteile neu

und neuwertig, Motorkit neu. Tel.

0176/78191810, ab 20 Uhr X13321 P

Z1, Bj. 73, Motor überholt 2014 bei Lenden,

neue 4-4, Rahmen, Kunststoffbeschichtet,

viele Teile verchromt, alle Verschleißteile

erneuert, Original Lack, 12.000,- €. Tel.

05635/9929259 X13296 P

GPZ 500, schwarz, EZ 05/96, 44 kW/60 PS,

27750 km, 1000,- € VB. PLZ 69121, Tel.

06221/585980 X13307 P

Ninja 250R, weiß, EZ 03/2012, 3150 km,

2999,- €. PLZ A-4600, Tel. +436803000226

M1286444 P

Suche ZX 10 R, auch Unfall oder defekt.

Tel. 0177/3444882 o. 0291/95284579 auch

WhatsApp

X13309 P

CB 750 K, rot, 67 PS (49 kW), EZ 07/1971,

1897 km, 10.500,- €. PLZ 20144, Tel.

0171/4843522 M1292114 P

VN 1700 Classic Tourer, EZ 05/2010,

17000 km, viele Extras, 13.900,- €. PLZ A-

2482, Tel. 0043/6769211413 M1282940 P

VFR 800 F, orange, EZ 03/2001, 64600 km,

2500,- €. PLZ A-3902, Tel.

0043/664/5052905 M1287757 P

KAWASAKI

Z 650-1000 / GPZ 750, 1100

Teile - Tuning - Restaurierung

www.bikeside.de

Tel. 07245/108823 • Fax 108824

ZZR 1100, schwarz, 144 PS, EZ 04/1993,

16200 km, Topcase, 2100,- €. PLZ 01324

Dresden, Tel. 0171/1741755 M1287804 P

95


KAWASAKI

MARKT

P = Privatanzeigen • H = Händleranzeigen

Mehr zu den Anzeigen durch Eingabe der Exposé-Nummer am Ende der

Anzeigen (M, P oder X plus Ziffernfolge) unter motorradonline.de/anzeigen

www.daes-mototec.de

X6933 H

Brutale 800 RR, rot, 140 PS (102 kW),

13890,- €. PLZ 46286, Tel. 02369 - 21842

M1271715 H

Nevada 750 Classic, silber, 49 PS (36 kW),

EZ 05/2008, 2620 km, 5500,- €. PLZ 46286,

Tel. 02369 - 21842 M1293128 H

MV AGUSTA HAMBURG

Motorrad-Graf.de

Tel. 040/396769 · Fax 39903097

ZX-9R Ninja ZX900B, EZ 1996, 104 KW,

46800 km, Zugel. auf Slovensk· Republika

- Datenblatt Kawasaki Austria vorhanden -

leider Wasserverlust - Kopfdichtung!! Ich

verkaufe als " Defekt". 0043/680/1212108

M1288510 P

990 Supermoto T, schwarz, EZ 02/2012,

28000 km, 8500,- €. PLZ A-8542,

Kontakt bitte per Mail: achim.schoeninger@

aon.at

M1292214 P

51373 Leverkusen

Breidenbachstr. 54

www.KTM-Koestler.de

Telefon 02 14-4 18 40 · info@ktm-koestler.de

California II, schwarz, 67 PS (49 kW), EZ

03/1984, 40220 km, 5900,- €. PLZ 46286,

Tel. 02369 - 21842 M1271260 H

California Vintage, schwarz, 75 PS (55 kW),

EZ 02/2011, 17093 km, 8950,- €. PLZ

46286, Tel. 02369 - 21842 M1271245 H

Schlachtfest MV Agusta + Brutale, Teile

zu verkaufen. Tel. 07223/9799046 oder

0171/8098466 X13317 P

MZ/MUZ

125-700 Viertakt-Tuning-Teile + EGU-

Sportauspuffanlage. 07151/52282

X13284 H

NSU

V7 750 Special, schwarz, 48 PS (35 kW),

EZ 07/2013, 18524 km, 5900,- €. PLZ

46286, Tel. 02369 - 21842 M1292253 H

Konsul 2, schwarz, EZ 05/1951, 17500 km,

11.900,- €. PLZ A-4600, Tel.

0043/650/7547314 M1289001 P

PIAGGIO

KX 250F, grün, 43 PS (32 kW), EZ 10/2005,

108 km, 2150,- €. PLZ A-4891, Tel.

0043/664/2125015 M1286692 P

125 Duke, orange, EZ 07/2011, 10890 km,

2690,- €. PLZ A-3830, Tel.

0043/660/6796755 M1292459 P

LC 4 Mot. u. Teile, Tuning. 07151/52282

X13283 H

Eliminator 125, rot, EZ 08/1998, 19037 km,

985,- €. PLZ 31174, Tel. 0173/4183781

M1287057 P

KREIDLER

Florett Kreidler, Bj. 1980, RMC, 5-Gang-

Getriebe, Elektrik muß noch gemacht werden

am Telefon mehr, VB 1100,- €. Tel.

07024/3486 X13285 P

KTM

640 Duke 2, weiß, EZ 06/2002, 25000 km,

3000,- €. PLZ A-9020, Tel.

0043/676/7008948 M1292161 P

LAVERDA

www.LAVERDA-PARADIES.de Tel.

0049(0)7531/61198 X11511 H

MALAGUTI

Drakon NDK 50, top Zustand, Verkauf wegen

Umstieg auf Auto, schwarz,

EZ 06/2006, 8100 km, 1100,- €. PLZ A-

6235, Tel. 0043/660/1635846, Mail:

jakob.fankhauser@gmail.com M1287836 P

MOTO GUZZI

Stelvio 1200 8V ABS, weiß, EZ 03/2013,

11700 km, 10.990,- €. Tel. 06831/85728

M1286730 P

California 1100 EV, schwarz, 75 PS (55

kW), EZ 03/1999, 66186 km, 4900,- €. PLZ

46286, Tel. 02369 - 21842 M1253770 H

California 1100 i, beige, EZ 03/1995, 15000

km, 6900,- €. PLZ A-6020, Tel.

0043/664/2524410 M1290997 P

Angebote bei: www.motoguzzi-saar.de

X12915 H

California Vintage, schwarz, 75 PS (55 kW),

EZ 07/2008, 30691 km, 8350,- €. PLZ

46286, Tel. 02369 - 21842 M1274441 H

MV AGUSTA

MV Agusta Magni-Umbau mit Kettenantrieb,

Bj. 1975, Vollverkleidung, 30 mm

Dellorto, aus Sammlung, Amerika-Fahrgestell,

mit Tank, Schwinge + Räder etc.,

75.000,-. h.staedele@t-online.de X13302 P

X9 Evolution 500, schwarz, EZ 05/2004,

24500 km, 2000,- €. PLZ A-1110, Tel.

0043/660/3733342 M1292357 P

PUCH

125 SVS, rot, 9 PS (7 kW), EZ 06/1956, 90

km, 3900,- €. PLZ A-6631, Tel.

06769754680 M1287147 P

SKYTEAM

Skyteam Skymax SE ST 125-6, 125 ccm,

DAX 5,5 L Tank, Scheibenbr., Gepäcktr.,

880 km, VB 820,- €. Tel. 02242/5905

X13318 P

SUZUKI

SV 650, Bj. 2002, 25000 km, blau, Erstbesitzerin,

Sommerfzg., 2222,- €. Tel. 0171-

2320550 M1295243 P

950 Adventure, orange, EZ 02/2004, 94000

km, Pickerl 2/2016†ohne Mängel, kein Gelände,

unfallfrei, Reifensatz neu, Regler neu,

Lenkkopflager und Bremsbeläge neu,

3900,- €. PLZ A-1210, Tel.

0043/699/11336594 M1288466 P

www.motoguzzi-trier.de

X4284 H

www.motoguzzi-center-lamparth.de

X275 H

Kaufe jede Guzzi. Tel. 02554/6475 X267 H

Brutale 800 Dragster RR, rot, 140 PS (102

kW), 16190,- €. PLZ 46286, Tel. 02369 -

21842 M1271712 H

GSX 750 Beiwagen Watsonian GP Maxi,

schwarz, EZ 08/2002, 8000 km, 6590,- €.

PLZ A-3830, Tel. 0043/69981904606

M1286610 P

SM 990, Bj. 08, alle KD's, H.-Reifen, Kettens.,

viel Zubehör, 50000 km, VB 6500,-.

Tel. 0172/7021760

X13304 P

Le Mans II, rot, 73 PS (53 kW), EZ 06/1981,

21300 km, 8950,- €. PLZ 46286, Tel. 02369

- 21842 M1271057 H

www.suzukiplus.de

www.hayabusa-service.de

X278 H

X13219 H

96 9/2015


Mehr zu den Anzeigen durch Eingabe der Exposé-Nummer am Ende der

Anzeigen (M, P oder X plus Ziffernfolge) unter motorradonline.de/anzeigen

P = Privatanzeigen • H = Händleranzeigen

Suzuki B-King, neue u. gebrauchte Teile

aus Umbauten, auch Gabel, Felgen, Rahmen,

Elektrik, Einspritzanlage, Schloss etc.

Tel. 0151/50709162

X13289 P

YAMAHA

www.yamaha-frankfurt.de

MARKT

X1457 H

Intruder VL 1500 Highway Star, EZ 4/1999,

TÜV neu, 17000 km, schwarz/silber, Corbin-

Sitzbank, 18 AH-Batterie, Reifen neu, Topzustand,

4900,- €. Tel. 06221/712929

X13286 P

YZF-R1, weiß, 150 PS (110 kW), EZ

07/1998, 50000 km, 4000,- €. PLZ 73054,

Tel. 0177-6335124 M1286013 P

Burgman 400, silber, EZ 10/2010, 16700

km, 2500,- €. PLZ 46325, Tel.

0176/55638585 M1291752 P

1200 S Bandit, blau, 98 PS, ca. 34000 km,

TÜV 7/16, 2. Hand, Bj. 2002, Kettenkit neu,

für VB 1850,- €. PLZ 78073, Tel.

07726/9384380 M1295230 P

Suzuki Bandit/GSX 650 + 1200, sehr viele

Teile, ca. 10 Bikes, auch Neuteile, wg. Clubauflösung

zu verkaufen, Versand kein

Problem. Tel. 0151/50709162 X13278 P

Unfall-Defekt Motorräder

Barankauf aller Marken, bundesweit!

☎ 01 73 / 1 91 07 95 • www.crashbike-sales.de

V-Strom 650 Adventure, silber, 70 PS,

2004, 19985 km, neue Reifen uvm.,

3395,- €. PLZ 51105, Tel. 0160/3094378

M1290676 P

Suzuki GSX 1400, nur 19000 km, Heckschaden,

sonst alles o.k., wird in Teilen verkauft,

Kühler, Cockpit schon verkauft, Versand

möglich. Tel. 0151/50709162 X13298 P

TRIAL

www.andree-kawasaki.de

X282 H

YZF-R1, rot, EZ 04/2004, 40000 km, Topzust.,

v. Zub. u.A. Leo Vince Slip-On,

Speedohealer, jeder Service Fachwerkstätte,

€ 5590,-. Tel. 0664/806391385

M1286900 P

Suzuki Hayabusa, Modell 2009 und 2001,

viele Teile, u. a. Motor, Rahmen + Brief,

Felgen, Gabel etc., Versand möglich. Tel.

08684/2104020 X13331 P

TRIKE

Gebraucht-Trike mit H.-Garantie. Tel.

0180/5739226 (0,12 EUR/min.) X270 H

Suzuki SV 1000S, komplett neu Lackiert!!!

Viele Anbauten bzw. Zubehör! Pickerl bis

04.2016! Blau, EZ 04/2003,120 PS, 21500

km, 3990,- €. PLZ A-8600, Tel.

0043/6767113537 M1290493 P

TRIUMPH

www.triumph-stuttgart.de

X287 H

www.triumph-mieten.de

X7232 H

XJ 600 S Diversion, grau, EZ 06/1994,

43000 km, 1300,- €. PLZ 12167, Tel.

0170/5538605 M1286145 P

GSX R 600-1300, Bj. 98-14, Verkl. kompl.

aus ABS, 759,- €, TL 1000 R 98-02. Tel.

0173/8866388, dixi@mot-parts.de

X13300 P

www.lohrig-koelle.de

X289 H

Bandit 650S, schwarz, EZ 06/2005, 35000

km, 1. Hd., ABS, Motorspoiler, Hinterradabd.,

Sportausp., Heizgr., Stahlflexbremsl.,

Reifen hi. neu, 3500,- €. PLZ 82256, Tel.

08141/25892 M1286150 P

GS / GSX / GSX-R ´76-´92

Teile - Tuning - Restaurierung

www.bikeside.de

Tel. 07245/108823 • Fax 108824

Zu verkaufen Triumph T300 C, EZ 9.93,

schwarz/rot, VB 3200,- €. Tel.

0172/8968151 X13312 P

Yamaha XV 750 Virago Choppper, blau,

EZ 06/1993, 34300 km, TÜV bis 05/2015,

2750,- €. PLZ 26835, Tel. 04950/988464

oder jettalouch@ewetel.net M1289395 P

www.triumph-rheinhessen.de

X298 H

FZ6 Fazer, silber, EZ 08/2005, 51000 km,

2800,- €. PLZ A-6020, Tel.

0043/699/15399722 M1285753 P

www.triumph-mainfranken.de X4726 H

RF 600 R, blau, EZ 03/1995, 37300 km,

1250,- €. PLZ 67240, Tel. 0176/47772995

M1286916 P

256 Seiten, 242 Abbildungen

Format 240 x 190 mm, gebunden

ISBN 978-3-613-03644-4 c 24,90

Überall, wo es Bücher gibt, oder unter

www.motorbuch.de

Service-Hotline: 0711/ 98 80 99 85

SV 650, gelb, 71 PS (52 kW), EZ 06/2005,

23828 km, 3150,- €. PLZ A-3150, Tel.

0043/664/2333800 M1290184 P

Street Triple 675 ABS, EZ 05/2013, 6000

km, schwarz, FlyScreen, ABS, scheckh.,

7350,- €. PLZ 50181, Tel. 0176/41624914

M1290554 P

www.sbf-triumphparts.de

X8434 H

TRX850, rot, EZ 04/1996, 30000 km, sehr

guter Zustand, 2. Hand, unfallfrei, Stahlflex

Bremsl., Wilbers Gabelfedern, TDMR40 Mikuni,

Originalteile vorhanden. PLZ 85652,

Tel. 08121/986488 M1295235 P

SRX/SR/XT 500/600/660

www.egu-motoren.de

97


YAMAHA

MARKT

P = Privatanzeigen • H = Händleranzeigen

Mehr zu den Anzeigen durch Eingabe der Exposé-Nummer am Ende der

Anzeigen (M, P oder X plus Ziffernfolge) unter motorradonline.de/anzeigen

FJ 1200, silber, EZ 07/1991, 108000 km, 1.

Hand, Batterie neu, TÜV neu, Bremsanlage

vorn Yamaha R1 neuwertig und eingetragen.

Kette neuwertig, guter Allgemeinzustand,

Langstrecken Fzg,. ETA Auspuff, Reifen vo.

4 mm hi. 6mm. 01712418726 M1287279 P

Yamaha XJ6 Diversion, 600 ccm, anthrazit/schwarz,

ABS, Scheibe, Kat., Elektrostarter,

EZ 03/2009, 77 PS, 10300 km, 3950,-

Euro. Wegen Hobbyaufgabe, sehr gepflegt.

PLZ 79774, Tel. 0173/6450937, E-Mail:

c.marie@web.de

M1295234 P

Yamaha Armaturenträger, gebraucht, €

115 PLZ A-3051, Tel. +43/664/3388202

P1348042 P

Virago XV 1000, grün, EZ 03/1996, 34026

km! Ich verkaufe meine geliebte Yamaha

XV1100 Virago. Nur bei Schönwetter gefahren

und gut gepflegt.

Originalzustand + extra Auspuff, 2800,- €.

PLZ A-4872, Tel. 0043/6764225001

M1288954 P

Yamaha XT 500 gesucht, auch rep.-bed.

Tel. 01522/1960023

X13297 P

TDM 900, schwarz, EZ 04/2004, 33000 km,

Extras: Schwarzes Windschild, Kupplungs

& Bremshebel in Carbonoptik, Ledblinker,

Heizgriffe, Topcase, Neuer Antriebssatz,

BagsterGelsitz, 4199,- €. PLZ A-2833, Tel.

0043/680/4054143Hi! M1292103 P

YBR 125, schwarz, EZ 03/2014, 1405 km,

125 ccm hat noch 3 Jahre Herstellergarantie,

servicegepflegt, 1. Besitz und kann mit

Code111 mit B-Schein gefahren werden!

€ 2200,-. 0043/664/2118035, Hartberg-

Umgebung

M1290636 P

Harley-Davidson HARLEY TANK 1, 100

Jahre HD NEU, gebraucht, 500,- €. PLZ A-

8850, Tel. 0043/664/2828834 P1343389 P

BEKLEIDUNG

FZ1, EZ 04/2009, 39367 km, Gabel- und

Motorservice, Antriebssatz und Batterie

neu, auf Wunsch Zubehörteile (Auspuff,

Sitzabdeckung etc.), € 5750,-. Raum Horn,

Tel. 0043/680/3025339 M1290238 P

FJR 1300A, rot, EZ 07/2007, 13184 km,

9500,- €. PLZ 69514, Tel. 01520/1878687

M1291111 P

XG 600 2 Stück, 3 KH, EZ 91, 49 kW, 60000

km, silber-weiß, 51G, EZ 89, 37 kW, 48000

km, rot, stehen schon länger, zus. f. 999,- €.

Tel. 0152/29810076

X13290 P

VERSCHIEDENE MARKEN

Textilkombi von Louis, Gr. 3 XL, Airoh-

Klapphelm, silber, 59-60, Schuhe Gr. 43,

18 cm Schafthöhe + Büsse Handschuhe, 4

Jahre alt, Topzustand, für komplett 285,- €.

Tel. 01575/4152788

X13291 P

Rennkombi Vanucci Profi I, Gr. 56, ungetragen,

schwarz-weiß-silber, NP 750,- €, für

VB 380,- €.Tel. 01575/4152788 X13279 P

Herren Allwetter-Jacke Gr. XL, schwarzrot,

neu/ungetragen, Hersteller Furygan,

Rücken - Schulter - Ellenbogen Protektoren,

herausnehmbares Innenfutter, 100,- €. Tel.

0173/2473141 X13295 P

Liebhaber sucht Oldtimer-Motorrad bis

60er Jahre, ab 200 ccm. Gerne zum sofort

losfahren oder auch abgebrochene Restauration.

dogo1@gmx.de, Tel. 02630/9659439

X13308 P

Harro Damen-Lederkombi, 2-tlg., Gr. 38,

wie neu, schwarz-rot-weiss, VB 100,- €. Tel.

0271/80964800 X13299 P

TEILE

gebrauchtteile-ohne-ende.de auf 4000

qm Lager. Fa. Spängler. T. 09141/70774

X8590 H

Verkaufe H.-Gericke Lederjeans mit Goretex

und Protektoren, schwarz, Gr. 52 und

Daytona Goretextourenstiefel Star GTX, Gr.

22, beides wenig gebraucht. Tel. + Fax

02296/1442, AB X13280 P

98 9/2015


Mehr zu den Anzeigen durch Eingabe der Exposé-Nummer am Ende der

Anzeigen (M, P oder X plus Ziffernfolge) unter motorradonline.de/anzeigen

PSR SC STD V2

STELLENANGEBOTE

P = Privatanzeigen • H = Händleranzeigen

MARKT

LEIDENSCHAFT

Geben Sie Gas und bewerben Sie sich jetzt bei der Suzuki International Europe GmbH. Vom südhessischen Bensheim, gelegen an der Bergstraße

nicht weit von der Metropolregion Rhein-Main, steuert Suzuki mit rund 370 Mitarbeitern die bundesweiten Aktivitäten der Ge schäftsbereiche

Automobile, Motorrad, ATV und Marine und koordiniert den weiteren Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit auf dem europäischen Markt.

Die Suzuki International Europe GmbH ist die deutsche Tochtergesellschaft der japanischen Suzuki Motor Corporation (SMC), die mit 2,86 Millionen

produzierten Fahrzeugen und einem Vertrieb in fast 200 Ländern und Regionen zu den 10 größten Automobilherstellern der Welt gehört. Als

führender Anbieter im Minicar-Segment arbeiten für den gesamten Konzern über 51.500 Mitarbeiter, die unter dem Markenclaim „Way of Life!“

für die Markenattribute Begeisterung, Bodenständigkeit, Wertigkeit, Sportlichkeit und Teamgeist stehen. Suzuki unterhält 35 Hauptproduktionsstätten

in 24 Ländern und Regionen und hat in den letzten Jahren den Umsatz und den Gewinn kontinuierlich gesteigert.

Werden Sie Teil der erfolgreichen Suzuki Familie und übernehmen Sie Verantwortung bei einem internationalen Konzern mit einer über 100-jährigen

Unternehmensgeschichte.

Zur Unterstützung unseres Teams im Bereich „Accessories Europe“ benötigen wir ab sofort einen

Development and Purchasing Manager Motorcycle and Marine (m/w)

Ihre Aufgaben

• Projektverantwortung bei der Entwicklung neuer Zubehörteile für

Motorräder und Marineprodukte in Abstimmung mit den Fachabteilungen

der Suzuki Motor Corporation Japan bis zur Serienreife

• Einholen von Angeboten und Führen von Einkaufs-, Preis- und Vertragsverhandlungen

• Überprüfung potenzieller Lieferanten hinsichtlich neuer Fertigungstechnologien

und Optimierungsmöglichkeiten

• Anbau und Überprüfung von Zubehör-, Muster- und Serienteilen

• Erstellung technischer Grunddaten für neue Zubehörprospekte

• Technischer Support für Zubehörteile

Wir bieten

• Einen interessanten und abwechslungsreichen Aufgabenbereich

in einem internationalen Umfeld

• Freiraum zur Verwirklichung eigener Ideen in Ihrem Verantwortungsbereich

• Flache Hierarchien und schnelle Entscheidungswege

• Gleitende Arbeitszeiten

• Eine leistungsgerechte Bezahlung

• Attraktive Sozialleistungen

• Ein kollegiales Umfeld und ein gutes Betriebsklima

Ihr Profil

• Abgeschlossene Berufsausbildung als Techniker, alternativ Studium als Technischer Betriebswirt oder Wirtschaftsingenieur (jeweils m/w)

• Technisches Motorradwissen und Motorradaffinität

• Erfahrung im Projektmanagement und im Einkauf technischer Produkte

• Ausgeprägte analytische und konzeptionelle Fähigkeiten

• Sehr gute EDV-Anwenderkenntnisse (MS-Office-Paket)

• Sehr gute Englischkenntnisse in Wort und Schrift

• Teamfähigkeit, Flexibilität, Kommunikationsfähigkeit, selbst ständige Arbeitsweise, Organisationstalent, Reisebereitschaft und hohes Engagement

Fühlen Sie sich angesprochen? Dann bewerben Sie sich bitte unter Angabe Ihrer Verfügbarkeit

und Ihrer Gehaltsvorstellung direkt online unter: http://motorrad.suzuki.de/uber-uns/stellenangebote

SUZUKI INTERNATIONAL EUROPE GMBH

Human Resources – Herr Kuhn

Suzuki-Allee 7 • 64625 Bensheim

Tel.: 06251 57000 • E-Mail: bewerbung@suzuki.de

suz-0187-016_StellenAZ_DevelopmentPM_185x248_sw_RZ.indd 1 27.03.15 13:2499


BEKLEIDUNG

MARKT

P = Privatanzeigen • H = Händleranzeigen

KAUFGESUCHE

Suche dringend gutes Motorrad ab 600

ccm, bis 2800,- €, zahle im Monat 100-

150,- €, von privat. Tel. 0170/3650644

X13315 P

LITERATUR

Mehr zu den Anzeigen durch Eingabe der Exposé-Nummer am Ende der

Anzeigen (M, P oder X plus Ziffernfolge) unter motorradonline.de/anzeigen

STAHLFLEX-BREMSLEITUNGEN

für alle Motorräder.

Sofort lieferbar.

Direkt vom Hersteller.

Fischer-Hydraulik GmbH

Geißhaldenstr. 49, Bau 63 · 78713 Schramberg

Tel. 0 74 22/24 05 19 · Fax 24 05 20

ABE

Orig. Werkstattbücher, Honda bis Yamaha

1970 - 2004! Tel. 02421/971361 v. 10-18 h

+ www.whb-abverkauf.de X8785 P

Schuberth S1, Sturtzhelm, wie neu, 3x getragen,

keine Kratzer, schwarz glz. mit integrieter

Sonnenbrille, Größe 58/59 u. 60/61,

NP je 498,-, um je VB 200,- oder zusammen

um VB 350,-. Tel. 0650/2457400

P1348178 P

STELLENGESUCHE

Rentner sucht Arbeit an Mofa, Roller, Motorrad,

auch am Motor. Tel. 0170/3650644

X13313 P

Firefox Motorrad-Lederanzug, Lederkombi,

Gr. 50, noch keine 10 mal getragen,

schwarz u. weiß mit roter Schrift, Hose u.

Jacke können zum Kombi verbunden werden,

Knie- u. Ellenprotectoren.

Tel. 0176/45626431 P1348206 P

TERMINE/TREFFEN

Handthaler Motorradgottesdienst am 25.

April um 14 Uhr vor dem Gasthof Schoppenstuebla

in 97516 Handtal 7 - Anschließend

Grillfest. Info-Tel. 09382/8976, Good

Vibrations - Gerd

X13197 P

Yamaha MT-09 Felgenrandaufkleber neu,

39,- €. PLZ A-3363, Tel. +43/650/2100348

P1348026 P

Wileyco HARLEY BIG BORE 883 -- 1200,

gebraucht, 570,- €. PLZ A-8850, Tel.

0043/664/2828834 P1343385 P

FAHRWERK

www.TwoWheel.de

X6801 H

25. Treffen der Motorradfreunde Wasserleben

vom 14.-17.05.2015 wie immer auf

dem Hundeplatz. www.motorradfreundewasserleben.de.rs

X13059 P

FREUNDSCHAFTEN

Lederfan sucht Biker in Lederdress f. Dauerfreund,

biete Dir kostenloses wohnen in

Wien! Bin 63/180/80. SMS an: A-

0043/6801267308 X13324 P

VERKLEIDUNGEN

Halber Preis. 02252/1331 www.Pferrer.de

X214 H

1/3 Preis: www.mot-parts.de X7750 H

Yamaha V-Trec Brems. und Kuplungshebel

kurz Yamaha MT-09, neu, 60,- €. PLZ

A-3363, Tel. +43/6502100348 P1347826 P

VERSCHIEDENES

ZUBEHÖR

Pfalz-Saar-Baden-Biker, 47, sucht Sie,

Sozia/Selbstfahrerin, für gemeinsame Touren,

Freizeitgestaltung. Tel. 0151/55573862

SMS

X13330 P

Begeisterter Biker 54 J. hat sich von seinen

Unternehmen freigestellt und möchte

Europa mit dem Bike entdecken. Mit einer

netten weibl. Begleitung stelle ich mir das

noch schöner vor. Bin flexibel, von Zelt bis

Hotel. Bitte kontaktiere mich unter

9930815mk@gmail.com mit Fragen und

Vorstellungen

X13301 P

Netter Mann, 60 J., sucht eine Frau für

schöne Stunden. Tel. 0170/3650644

X13314 P

Anhänger für Motorrad Toto, 1 Rad mit

Bremse, vorne und hinten gefedert, guter

Zustand, Bj. ca. 1950, 1. Lack, 350,- €. H.

Gruber, Tel. 05631/7463 X13325 P

Termignoni TITAN Auspuff für Ducati Hypermotard

821 (und 821 SP) ab Bj. 2013,

incl. Zubehör: 2 Miniblinker, ABE-Zertifikat,

Mapping Stick, Montageanleitung, 750,- €.

(zzgl. Versandkosten). PLZ A-9560, Tel.

0043/660/4022829 P1347771 P

Garmin BMW Navigator IV, gebraucht,

290,- €. PLZ A-3920, Tel.

00436/6644753655 P1348161 P

WEB-BEKLEIDUNG

www.dainese-dortmund.de

Riesenauswahl – viele Angebote

www.waco-derlederschneider.de

Frühstücksbrettchen "Himmelb(r)ett"

stylisch und kultig - Die perfekte Geschenkidee!

Info, Bestellung, sowie weitere Motive

im Shop auf: www.motorradonline.de

X6227 P

WEB-MOTORRRÄDER

WEB-VERSCHIEDENES

☎ 06041/4331

Jede Menge...

www.gebrauchtehondas.de

WEB-ZUBEHÖR

ZUMO-Schloss

www.navihalter.de

100 9/2015


Mehr zu den Anzeigen durch Eingabe der Exposé-Nummer am Ende der

Anzeigen (M, P oder X plus Ziffernfolge) unter motorradonline.de/anzeigen

P = Privatanzeigen • H = Händleranzeigen

SONSTIGE

MARKT

GEFÜHRTE MOTORRADTOUREN

AUS DEUTSCHLAND 02681-5904

GEBÜHRENFREI AUS EUROPA

00800.333.593.477

SÜDAMERIKA, KUBA, USA, KANADA,

NEUSEELAND, AFRIKA, SÜDOST

ASIEN mehr als 70 weitere weltweit

FÜR WEITERE INFOS BESUCHE UNSERE

WEBSITE www.edelweissbike.com

REISE-

ANGEBOTE

HOTELS, PENSIONEN,

FERIENWOHNUNGEN,

REISEVERANSTALTER...

Fragen Sie nach weiteren attraktiven

Werbemöglichkeiten:

Silke Röber, +49 (0)711 182-2078,

sroeber@motorpresse.de

DEUTSCHLAND

54518 Minheim/Mosel. Privat ÜF 24,- €,

Grillplatz, Garage, schöne Touren in die Eifel-Hunsrück-Luxemburg.

Tel. 06507/2800

X13332 P

www.motorradpension-suedeifel.de,

Hausprospekt anf. Tel. 06564-2225

X12927 H

Im Herzen Deutschlands, Faszination

Harz. www.kyf-motoguide.de X13149 P

ITALIEN

Der Gasthof Pordoi - idealer Ausgangspunkt

für Motorradtouren in die atemberaubende

Bergwelt der Dolomiten. www.hotel

pordoi.it, Tel. +39/0436/79113 X13217 H

Motorradspaß in Südfrankreich. Cevennen

- Ardeche - Provence. Infos unter:

susanne@staeck.fr

X13305 P

Mitfahrerin Österreichurlaub! Suchen

Sozia od. Bikerin für Österreichurlaub 2.6-

7.6 2015. Sind 1 Paar und 1 Mann, suchen

4 Person. Kosten fallen nur geringe an. Dein

Alter: 18-42 Jahre. Mehr Infos nach Mail:

mercedesteileshop@online.de P1348379 P

SARDINIEN ONRoad-Woche mit SEY-

LERHOF-TEAM-Freunden. Nette Gruppe

Motorradfahrer/innen sucht noch Mitfahrer/innen

für unser StrassenEvent SARDINI-

EN in zwei Gruppen "ONRoadSportiv +

ONRoadRelaxt" vom 23.05. - 30.05.2015.

Shuttle und Motorradtransport möglich. Wer

hat Lust mitzufahren? Tel. gratis

0800/5887991, 2weels@gmx.de X13319 P

Vermiete FeWo auf Finca in Tarragona/Priorat/Falset

2/4 Pers., 54 qm. Mail:

lasolana01@gmail.com X13293 P

www.canarymoto.de

LANDSCHAFTEN ERLEBEN,

FREIHEIT SPÜREN,

LEIDENSCHAFT TEILEN.

Alle Reisen & Trainings– im neuen Programm 2015.

Jetzt kostenlos bestellen!

NEU

BIKE HOTEL TORESELA GARDASEE

Perfekter MOTORRAD-Tourenstart, Garage,

Werk-/Waschecke. Tel. +39/0464/540030,

www.hoteltoresela.it

X12909 H

ÖSTERREICH

Timmelsjoch 2509 m

Spezialwochen: vom 22.05. - 27.06.15

1 Woche HP im DZ pro Pers. zum Preis v. 350,- €

Kennenlerntage: 3 Nächte / 4 Tage

vom 26.05.15 - 03.06.15 u. 07.06.15 - 27.06.15

pro Person mit HP im DZ zum Preis von 165,- €

Fam. Jürgen Parth

Boxenstopp

Dorfstraße 46

A-6432 Sautens/Ötztal beim Ötzirider

Tel. +43 - 52 52-6237 Jürgen Parth

Fax +43-52 52-21224

info@gasthof-post.at www.gasthof-post.at

PROGRAMM JETZT GRATIS BESTELLEN: MOTORRAD ACTION TEAM, 70162 STUTTGART

FAX 0711/182-2017 TEL. 0711/182-1977 E-MAIL INFO ACTIONTEAM.DE

WWW.ACTIONTEAM.DE » ACTION TEAM AUF FACEBOOK

VONHELDENUNDGESTALTEN.DE

101


Bitte um Veröffentlichung unter der RUBRIK (bitte ankreuzen)

Motorrad-Marke:

Ihr Anzeigentext

Pro Zeile ca. 30 Zeichen inklusive Satzzeichen und Zwischenräume

COUPON

Bekleidung Freundschaften Kaufgesuche Literatur Reisemarkt Stellengesuche

Teile Termine/Treffen Verschiedenes Zubehör

unter Chiffre (Chiffre-Gebühr 10,- €)

für Privatanzeigen

mit Farbfoto

NEU!

PRIVAT-

ANZEIGEN

GRATIS

Bis sechs Zeilen,

mit Foto

VERMIETUNGEN

Verleihe Motorradanhänger, ein Bike,

100er Zulass., Radwippe, Stützrad, Gurte,

10,- €/Tag, 50,- €/Woche, PLZ 40699. Tel.

0211/241568, Mail: familier.arndt@

t-online.de

X13294 P

WERKSTATT

www.motorrad-welling.de

X13142 H

1 Zeile

2 Zeilen

3 Zeilen

4 Zeilen

KÖSTER – Der Unfall-Spezialist

Der einzige von der HWK anerkannte Fachbetrieb

Vertrauen Sie nur dem Spezialisten!

5 Zeilen

6 Zeilen

Belegungsmöglichkeiten (bitte ankreuzen)

Private Gratis-Anzeigen erscheinen gedruckt in der gewünschten Kombination, soweit der verfügbare Platz es zulässt. Entscheidend ist die Reihenfolge

des Auftragseingangs. Alle Anzeigen erscheinen auf jeden Fall online. Preise für gewerbliche Kleinanzeigen auf Anfrage.

Zusätzlich & kostenlos: motorradonline.de

Dafür bitten wir um folgende Angaben:

nur sportliche Motorräder

und Zubehör

Hersteller

Neufahrzeug

Leistung PS kW

Kilometerstand

PLZ

Modellbezeichnung

Grundfarbe (z.B. rot)

Erstzulassung: Monat/Jahr

Preis in €

Telefon

nur Motorräder 20 Jahre +

Wir richten:

Alles mit unbegrenzter Garantie + Prüfzertifikat

überwacht vom Dozenten der TÜV-Akademie

Achtung! Reparatur nur ohne Motor freigegeben!

Sonst ABE-Verlust!

• Stahlrahmen ab Bj. 1920 ab 70,– €

• Alu-Rahmen mit TÜV-Gutachten nur bei uns

• Lagersitze im Lenkkopf bei Alu- und

Stahlrahmen mit TÜV-Gutachten

• Gabeln, Schwingen, Räder, Anbauteile

• Terminarbeit kurzfristig möglich.

Neuentwickelte Laser-Fahrwerksvermessung ohne

Demontage, eine Investition für qualifizierte

Schadenserkennung für jede Fachwerkstatt/SV-Büro

www.motorrad-koester.de

Erfinder der

Laserrahmenlehre

GmbH

Der Spezialist in Deutschland

40 Jettinger Str. 10 · 89358 Kammeltal-Goldbach

30

Telefon 0 82 25/8 35 · Fax 0 82 25/8 37

1968 1998

Name

Vorname

Straße, Hausnummer (kein Postfach)

PLZ/Ort

Telefon mit Vorwahl

Mobil

E-Mail

Datum

rechtsverbindliche Unterschrift

MRD 9/15

Die nächste Ausgabe von

MOTORRAD erscheint am 30.4.2015

Anzeigenschluss ist der 20.4.2015, 16 Uhr

Bequem per Internet

www.motorradonline.de/anzeigen

E-Mail*

motorradmarkt-ga@motorpresse.de

Elektronischer Bestellcoupon

www.bestell-coupon.de/motorrad

Fax 0711/182-17 83

Telefon** 0711/182-188

Post

Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG

MOTORRAD-Markt

D-70162 Stuttgart

* Bitte gewünschte Kombination und Ihre komplette Anschrift angeben. Ihr Farbfoto als JPG- oder TIF-Datei.

** Mo.–Do. von 8 –18 Uhr, Fr. von 8 –16 Uhr

102 9/2015


9/2015

Foto: Sven Wedemeyer

104 Israel

Kann man da überhaupt sicher Motorrad

fahren? Und wie man das kann: Egal ob

geführt oder individuell, hier mischt sich

Fahrspaß mit Geschichte und Friedensfragen.

112 Spessart

Bitte nachfahren: zwei Routen durch den

Spessart, eine bis rauf in die Berge der

Rhön. Nach diesen Achterbahn-Tagestouren

werden Sie jede Gerade begrüßen.

118

122

Stephan Schaller im Interview

Der BMW Motorrad-Boss nimmt Stellung

zu neuen Märkten, Cruisern, E-Mobilität,

Brennstoffzellen- und Hybrid-Bikes,

Kompressoren und weiteren Themen.

Nachts mit Guzzis durch Berlin

Was alles passiert, wenn sich zwei seltene,

alte Italienerinnen in die nächtlichen Abgründe

der pulsierenden Metropole wagen.

www.motorradonline.de

LEBEN 103


Unterwegs Israel

GUNS M

&

Grandiose Landschaften und

motorradtaugliche Strecken

bietet Israel auch – dazu noch

einen Crashkurs in Geschichte:

von der Bibel bis zur Tagespolitik.

So oder so ein exotisches

Ziel, das niemanden

kalt lässt. Unser Autor war

im Sommer 2014 auf einer

Scoutingtour in Israel unterwegs,

als ihn die poli tischen

Ereignisse einholten. Blick

zurück ganz ohne Zorn.

Text und Fotos von Klaus H. Daams

104 LEBEN

9/2015


OSES

www.motorradonline.de

LEBEN 105


Israel

Jerusalem, Grabeskirche

(großes Bild). Karawane

in der Wüste Negev, Erinnerungsfotos

nepalesischer

UN-Soldaten auf

dem Mount Bental, Küstenstraße

am See Genezareth

(links v. o. n. u)

Nach Israel? Wie kann man da

nur hin? Das ist das letzte Land,

wo ich Urlaub machen würde!“,

meint meine türkische Friseurin.

„Nach Israel? Mit dem Motorrad? Cool, da

bist du echt zu beneiden!“, kommentiert

Kumpel Andreas die bevorstehende Tour in

ein Land, das wie kaum ein anderes polarisiert.

Am 26. Juni die Nachrichten: Auf der

Suche nach drei Teenagern durchkämmt

die israelische Armee das Westjordanland.

Sonntag, 29. Juni. Marc Márquez hat in

Assen den achten MotoGP in Folge gewonnen;

Israel fliegt Luftangriffe

auf den Gazastreifen.

Antwort auf fünf palästinensische

Raketen.

Am Düsseldorfer Flughafen

verteilt ein freikirchlicher

Priester Werbezettel

für telefonische Kurzpredigten:

Der Mensch lebt

nicht vom Brot allein.

106 LEBEN 9/2015


Motorrad-Tourguide Avi hat Teile

des Alten Testaments auf seinem

„Holy iPhone“ gespeichert

Tel Aviv, Airport Ben Gurion. Smalltalk

mit einer Bediensteten. Linoy war schon in

Italien und Polen. Polen? Ja, mit der Schule

in Auschwitz. Motorrad fährt sie auch gerne,

als Sozia bei ihrem Onkel. Stets sei aber

an irgendeiner Grenze Schluss, „because of

the bad neighbours“.

Begrüßungsparty. Eytan bietet seit

kurzem Motorradtouren durch Israel an.

Lutz und Nicole aus Kiel sowie Daniel und

Simona aus Bukarest sind die ersten Kunden.

Außerdem dabei Avi und Axel, der eine

Kompagnon von Eytan, der andere Tourguide

mit üppiger Israel-Erfahrung. Dazu

Dany, Begleitfahrzeug-Pilot. Und die Presse:

Alisa aus den USA, Nathan aus England

und ich, Ex-Messdiener vom Niederrhein.

Montag, 30. Juni. Aufgereiht vorm Hotel

die Motorräder: 650er- und 1000er-Versys,

1200er-Super Ténérés. Verkehr und Infrastruktur

des pulsierenden Tel Aviv ähnlich

wie in südeuropäischen Metropolen – abgesehen

vom Hebräisch auf den Schildern.

Stopp am Mount Carmel, wo, so steht

es geschrieben, der Prophet Elias die Götter

Jahwe und Baal zum Duell gefordert hat;

als Beweis ihrer Macht sollten sie je einen

Opferstier in Brand setzen. Eine spannende

Story, besonders wenn Avi sie theatralisch

vorträgt, Gedächtnislücken kompensierend

mit einem Blick ins Alte Testament, gespeichert

auf seinem „Holy iPhone“. Da das

Heilige Land, das historische Palästina, voll

ist von solch biblischen Orten, wirkt es

auf Studienreisende wie ein Magnet. Aus

staubiger Erde wird dann die Bühne für

2000 Jahre alte Bilder im Kopfkino.

Zurück im Hier und Jetzt. An einer Tanke

gibt’s Eis am Stil, wie zu Hause. Weniger

vertraut: Panzer in sandfarbenem Tarnanstrich

oder eine Kolonne von Jeeps mit

Geschützen auf dem Dach. Alle Israelis,

Jungen wie Mädchen, werden mit 18

zum Wehrdienst eingezogen. Wo sie fürs

Leben lernen. Für das eigene und das

ihres Landes. Was für viele das Gleiche ist.

Heile Welt im Hula-Reservat, Zwischenstation

vieler Vogelarten auf dem Zug von

Europa nach Afrika und retour. Nicht ohne

Symbolik in jenem Land, wo die Juden

hoffen, nach Odyssee und Genozid endlich

eine Heimat gefunden zu haben, für immer.

„Orangenplantagen gibt’s keine mehr“,

erzählt uns drei Kilometer vor der Grenze

zum Libanon Buffy, die den Kibbuz Snir

mitbegründete. Während der 70er-Jahre

hatte die Kibbuz-Idee, der Glaube an ein

besseres Leben in der Gemeinschaft, ihre

Blütezeit. Heute sind solche Kollektive

kaum noch populär und werden oft zu

Feriendörfern umgewandelt. Spielplatzgerüste

und Freibad fehlen im schmucken

Kibbuz Snir genauso wenig wie zwei

Bunkereingänge. Nach feuchtfröhlichem

Barbecue eine Hiobsbotschaft aus dem

Internet: Die drei im Westjordanland entführten

israelischen Jugendlichen sind

ermordet aufgefunden worden.

www.motorradonline.de

LEBEN 107


Israel

Dienstag, 1. Juli. Auf zu den Golanhöhen,

international anerkannt als Teil Syriens,

seit dem Sechstagekrieg von 1967 unter

Kontrolle Israels. Seit 1974 existiert zudem

eine Pufferzone mit UN-Truppen. Heute tragen

sie nur blaue Baretts, UN-Soldaten aus

Nepal, die wie viele andere Touristen zum

ehemaligen Militärposten auf den 74745

gefahren sind und unter einem Schilderwald

Fotos schießen: Damaskus 60, Bagdad

800, Washington D. C. 11 800 Kilometer.

Zum Greifen nah die Schatten der Vergangenheit,

materialisiert durch silhouettenartige

Blechsoldaten. Sind das Zombies?

Wie eine Fata Morgana das Türkis des

Sees Genezareth. Eine Oase für Leiber und

Seelen. Wir werfen Anker am Ufer von Ginosar,

stürmen das wunderbar klimatisierte

Yigal Alon Museum. Prunkstück ist das

„Jesus Boat“, ein Fischerbootskelett aus der

Zeit, als Jesus mit seinen Jüngern über

den See gefahren ist – genau richtig für die

Fantasiemaschinerie.

Als sei göttlich gekrümmter Asphalt

wie Manna auf die Erde herniedergefallen,

überrascht südlich von Tiberias der Abzweig

ins, wirklich wahr, Switzerland. Der

ideale Stoff fürs Motorrad fahrende Volk auf

der kurvigen Jagd nach dem irdischen Nirwana.

Das scheint im hippen Haifa nicht allzu

fern, gilt die multikulturelle Hafenstadt

doch als Vorzeigebeispiel fürs friedliche Zusammenleben

von Juden und Arabern. Per

pedes durch die laue Sommernacht nach

Downtown, wo die Tische der Restaurants

draußen stehen. Und der Trinkspruch lautet:

Lechaim, auf das Leben! Nur sensible Naturen

denken da ans Auge des Hurrikans.

Göttlich gekrümmter Asphalt:

Der ideale Stoff für Biker auf der

Jagd nach dem irdischen Nirwana

Mittwoch, 2. Juli. Panoramablick auf die

Hängenden Gärten der Bahai, Hauptattraktion

Haifas und Zentrum der weltweit acht

Millionen Anhänger umfassenden Religion

der Bahai. Immerhin eine Handvoll haarnadeliger

Kurven auf der Zwischenetappe zu

den Felsengrotten von Rosh Hanikra, durchspült

vom durchsichtig blau schimmernden

Mittelmeer, während oben eine Sackgasse

vor der Grenze zum Libanon endet.

20 Kilometer südlich von Rosh Hanikra

führen 60 Treppenstufen hinab ins unterirdische

Akko, eine alte Kreuzritterstadt mit

langer Geschichte. Statt diese nachzubeten,

ein Hoch auf die kulinarischen Genüsse der

Tour: Falafel, Hummus, Tabulé und all die

Leckereien der stets bunt gedeckten Tafel.

Donnerstag, 3. Juli. Briefing: „Heute werden

wir eine dramatisch e Veränderung erleben,

von Grün zu Gelb und Braun.“ Heißt:

von Haifa ans Tote Meer und in die Wüste

Negev. Nun zunächst mal ein Hauch von

Endzeitstimmung bei Megiddo, laut Bibelauslegung

Ort der Apokalypse. Anschließend

ein Gefühl wie auf Sardinien, als sich

die Gilboa Scenic Road über einen waldigen

Höhenzug schlängelt – zur Freude

unserer beiden Viererteams, die wie bei der

Mannschaftsverfolgung im Bahnradsport

synchron durch die Kurven fegen. Dass

man durchaus auf einer Insel unterwegs ist,

wird schlagbaumartig klar, als die Straße ins

Jordantal hinabstürzt. An der 90 ein vergittertes

Häuschen mit einer bis an die Zähne

bewaffneten, attraktiven Soldatin: Willkommen

im Westjordanland. Womit wir mitten

in jenem Thema sind, das den Konflikt

zwischen Israelis und Palästinensern wie

ein Schwelbrand ständig neu anheizt.

Das Westjordanland – auch Westbank –

ist ein etwa 5800 Quadratkilometer großes

Gebiet im Osten Israels. Zusammen mit

dem Gazastreifen an der Mittelmeerküs te

bildet es das – im Lauf der letzten Jahrzehnte

geschrumpfte – Territorium, in dem

gemäß UN-Resolution von 1947 ein palästinensischer

Staat entstehen soll, neben dem

1948 gegründeten israelischen. Seit dem

Sechstagekrieg 1967 hält Israel das Westjordanland

besetzt, ein Teil steht seit 1994

unter palästinensischer Verwaltung. Von

den rund 2,4 Millionen Einwohnern sind

etwa 400 000 Juden, Tendenz steigend.

Immer mehr israelische Siedler strömen ins

Westjordanland, meist national-religiöse

Hard liner, die, mit der Bibel in der Hand

und unter Obhut des Militärs, stets weitere

Gebiete zubauen, sodass kaum noch Raum

bleibt für eine Zweistaatenlösung. Und so

hoffnungslos du dich mit deiner Meinung

verheddern magst im Dschungel Nahost:

Das hermetisch abgeriegelte Westjordanland

erinnert verdächtig an ein Freiluftgefängnis.

Während Israelis ziemlich ungehinderten

Zutritt haben, sind für Palästinenser

„Freigänge“ nur eingeschränkt möglich.

Cut. Picknick unter den Schatten spendenden

Strohdächern von Mineral Beach

am Toten Meer, 404 Meter unter Normalnull.

Trockene 38 Grad die Luft, das Wasser

108 LEBEN 9/2015


so salzig, als sei der Koch dieser „Suppe“

extrem verliebt, vielleicht ja in die Grazien,

die mit schwarzem Uferschlamm vergnügt

ihre Bodys painten. Schnell das obligatorische

Gruppenfoto „Alle meine Biker liegen

rücklings auf dem See, Beine in die Höh“ –

und ab in die Wüste. Wozu die Reifen nicht

extra warm gefahren werden müssen.

Ist das noch Israel? Welch ein Kontrast zu

den letzten Tagen. Statt Kleinteiligkeit des

Landes jetzt Unendlichkeit. Die sich in der

Wüste Negev kommoderweise

auf Asphalt erfahren

lässt, sodass die Pseudo-

Enduros nicht durch Sand

oder Geröll pflügen müssen.

Dafür gibt es Kamele –

wie am Beduinencamp

Kfar Hanokdim, für heute

unser Sterne-Quartier

knapp diesseits von Afrika.

Serpentinen bei Haifa

(großes Bild). Jerusalem

(King David

Tower), Keshet Cave,

auf dem Weg nach

Qumran in der Nähe

des Toten Meeres

(rechts v. o. n. u.)

www.motorradonline.de

LEBEN 109


Israel intensiv: Du kannst dich in

der Wüste verlieren, im Trubel der

Städte, im Sog der Geschichte

schwören israelische Rekruten: Masada darf

nie wieder fallen.

Aus der Wüste Negev nach Jerusalem.

Am Stadtrand ein Aussichtspunkt. In der

trägt. Ein bewegendes Bild. Das die Frage

provoziert: Warum nur die eigenen Kinder

so über alles lieben, dass für die der Nachbarn

keine Zuneigung mehr übrig bleibt?

Ferne windet sich die Mauer einen Hügel

Wüste Negev (großes Bild). Bazar in der Kreuzritterstadt

Akko, Bell Cave im Beit Guvrin

Nationalpark, Beduinencamp Kfar Hanokdim

in der Wüste Negev (von oben nach unten)

entlang. Jene Mauer, die wie einst in Berlin

die Stadt zerschneidet, ein von Israel errichtetes,

neun Meter hohes Bollwerk zur

Abgrenzung vom Westjordanland. Gedacht

als Schutz vor palästinensischem Terror. Zumindest

ist seit dem Mauerbau die Zahl der

Selbstmordattentate drastisch gesunken.

Ein besorgter Anruf von zu Hause: Das

Auswärtige Amt habe wegen des eskalierenden

Gaza-Konflikts eine Reisewarnung

für Jerusalem herausgegeben. Ich frage Avi,

ob das eine neue oder ganz normale Situation

sei. Die besänftigende Antwort: „Wir

haben nie normale Unruhen. Ein palästinensischer

Junge ist gekidnappt und verbrannt

worden.“ Wie sich zeigt, war’s die

Rache jüdischer Extremisten für die Ermordung

der drei israelischen Jugendlichen.

Sonntag, 6. Juli. Wir sitzen wieder auf den

Motorrädern, sind unterwegs nach Yad

Vashem. „It’s the most important Holocaust

Museum in the world“, hatte Eytan erklärt,

zugleich aber gemeint, es könne gerade

deutschen Gästen nur auf deren ausdrücklichen

Wunsch hin zugemutet werden. Das

Museum, gewidmet den von den Nazis umgebrachten

sechs Millionen Juden, öffnet

um 9 Uhr, die richtige Zeit, um still durch die

Hallen zu gehen. Das Spektrum reicht von

der zu Tränen rührenden Kindergedenkstätte

bis zu den Fotos tanzender Französinnen

nach dem Sieg der Alliierten im Mai 1945.

Montag, 7. Juli. Abschied von Eytan und

Avi, die ein großes Rundum-sorglos-Paket

geschnürt hatten, uns mit viel Engagement

und perfekt organisiert die Schokoladenseiten

ihrer Heimat gezeigt haben. Dass es

Israel

Samstag, 5. Juli. Shabbat Shalom. Der

Gruß zur Auszeit von Freitagabend bis gerne auch mal ein Blick mehr hinter die

Freitag, 4. Juli. Wie Glühwürmchen

geis tern die Lichter der Motorräder nach

Masada, ein Felsplateau mit den Ruinen

der Fes tung von König Herodes. Wir hasten

dort bergan, um vor Ort zu sein, wenn der

Oberglühwurm seinen Auftritt hat. Vom

Sonnenaufgang gleich zum spektakulären

Untergang der Bergfestung, die, nach

zwischenzeitlicher Eroberung durch jüdische

Aufständische, von römischen Truppen

belagert wurde. Als diese die Mauern

durchbrachen, stießen sie auf 960 Leichen.

Die Belagerten hatten lieber Selbstmord

begangen als sich zu ergeben. Heute

Sams tagabend, wenn jüdisches Leben

weitgehend pausiert. Kein Stillstand jedoch

für uns, wir wandern durch Jerusalems Altstadt.

Ein Sinnenrausch am Nabel der Welt,

ein jüdisch-christlich-muslimisch und sonst

wie geprägter Mikrokosmos unter sakralen

Decken und in profanen Basaren. Selbst

einen stinknormalen Parkplatz siehst du mit

anderen Augen, wenn dir gesagt wird, dies

sei die Stelle, an der Jesus am Vorabend

seiner Kreuzigung die Stadt Richtung Ölberg

verließ. Inmitten all des Gewusels ein

am Fläschchen nuckelndes Baby, das sein

orthodoxer Vater behutsam in den Armen

glänzende Fassade Israels hätte sein dürfen,

offenbart ein Dilemma: Was heißt Reisen?

Was wäre eine Berlin-Tour vor 1989 ohne

Abstecher zur Mauer gewesen? Oder gilt als

Maxime: „Politics should be left out?“

Dienstag, 8. Juli. Kaum wieder in Düsseldorf

gelandet, startet Israel den 50-tägigen

Gaza-Krieg 2014, vordergründig ausgelöst

durch die Morde an vier Jugendlichen.

Donnerstag, 9. Oktober. Ende einer

Reisereportage, die doch irgendwie nach

einem friedlicheren Schluss verlangt.

Vielleicht: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

www.motorradonline.de/unterwegs

Infos auf Seite 111

110 LEBEN 9/2015


infos

Wer sich unvoreingenommen

auf Israel einlässt, wird

neben Fahrspaß westlich-arabischen

Lifestyle und uralte

Kulturgeschichte erleben.

ALLGEMEINES: Das kleine

Land ist zwar kein ultimatives Motorradparadies

wie Korsika, hat aber

auch spektakuläre Natur zu bieten

(z. B. die Wüste Negev). Die brisante

politische Situation des Nahen

Ostens ist eher unterschwellig spürbar;

sie lässt sich weitgehend ausblenden.

Was aber nicht jeder kann.

ANREISE: Statt den Landweg

über Jordanien oder Ägypten werden

die meisten Israel-Besucher einen

Direktflug nach Tel Aviv wählen,

wie er von diversen europäischen

Flughäfen aus angeboten wird; Billigflüge

gibt es mit etwas Recherche

schon für weniger als 100 Euro.

REISEZEIT: Wie für Regionen

am Mittelmeer üblich, gilt auch hier:

Nicht unbedingt im Hochsommer

reisen, wenn es zu heiß wird. Angenehmere

Temperaturen versprechen

die Monate davor wie danach. Dem

Norden Israels kann der Winter

sogar Schnee bescheren.

SICHERHEIT: Die Unruhen zwischen

Israelis und Palästinensern

waren auf der beschriebenen Tour

im Juli 2014 für uns nur in den Medien

präsent, unterwegs

war davon nichts zu merken.

Zudem wurde die

Grenze zum Gazastreifen

umfahren. Dass im Westjordanland

Militär zum

Straßenbild gehören, liegt

wohl am grundsätzlichen

Schutzbedürfnis des Landes.

Momentan herrscht

München

Mittelmeer

TÜRKEI

LIBANON SYRIEN

Tel Aviv

JORDANIEN

ÄGYPTEN

M I T T

E L M E E R

Gaza

LIBANON

Banyas-Wasserfall

Nimrod

Kibbuz Snir

Rosh haNikra

Akko

Keshet Cave

UNDOF-Zone

Mount Bental

HaHula Reservat

Golan

Mount of Beatitudes

HAIFA

Tiberias

See Genezareth

Nazareth

Switzerland

Mount Carmel

Afula

Hadera

Westjordanland

TEL AVIV

Jaffa

ISRAEL

Bell Cave

Be'er Sheva

Arad

Yerukham

Reisedauer: 7 Tage

Gefahrene Strecke: 1300 Kilometer

zwischen den Konfliktparteien zeitlich

unbegrenzte Waffenruhe. Über

zukünftige Entwicklungen informieren

das Auswärtige Amt oder der

Reiseveranstalter des Vertrauens.

PAPIERE: Für die Einreise nach

Israel benötigt man einen mindestens

noch sechs Monate gültigen

Reisepass, ein internationaler Führerschein

ist nicht erforderlich. Benzin

kostet pro Liter umgerechnet

etwa 1,60 Euro (Oktober 2014).

SPRACHE: Hebräisch und Arabisch

sind Amtssprache, mit Englisch

kommt man aber gut zurecht.

REISEVERANSTALTER:

Ob Edelweiss Bike Travel (www.

edelweissbike .com) den innovativen

Israel-Trip nach erfolgreicher Premie

re als Scoutingtour (neun Tage,

4490 Euro plus Flug) wie geplant ins

Programm nimmt, ist noch offen und

muss erfragt werden. Der für Logistik

und Mietmotorräder zuständige

Kooperationspartner vor Ort, Tamar

Mediterranean Mototours (www.

tamarbikes .com), wird 2015 mehrere

Touren durchführen. Gegebenenfalls

hilft man auch bei der Organisation

von Individualreisen.

LITERATUR/KARTEN: Empfehlenswert

aus dem Reise Know-

How Verlag: Reiseführer „Israel und

Palästina“ für 21,99 Euro und Straßenkarte

im Maßstab 1 : 250 000 für

9,95 Euro. Zur Einstimmung: „Israel:

Ein Länderporträt“ von Ruth Kinet,

16,90 Euro; „Auf fremdem Land“ von

Assaf Gavron, 22,99 Euro. Dazu noch

zwei Filme, mal aus Sicht Israels,

mal aus Sicht Palästinas: „5 Broken

Cameras“ und „The Gatekeepers“.

Yafit

Ramallah

Jericho

Yad VaShem

Jerusalem

Totes Meer

Hebron

Dimona

Negev Wüste

Masada

Kfar Hanokdim

Jordan

Adam Bridge

SYRIEN

JORDANIEN

50 km

Karte: MAIRDUMONT/Claudia Werel

REISE-BOX

Die Perlen Anatoliens

Bei der Tour ist man selten weit

vom Meer entfernt

TERMIN

Marokko, Land der Farben

Es ist die überwältigende Vielfalt, die selbst Weitgereiste

staunen lässt. Die Türkei liegt eingebettet zwischen Schwarzem,

Ägäischem und Mittelmeer zwischen Asien und Europa,

zwischen Tradition und Moderne. Von der Küste erhebt sich

der mächtige Taurus in schwindelerregende Höhen. Straßen,

die für Fahrspaß vom Feinsten sorgen, führen Richtung Gipfel,

es folgen die weiten Ebenen Zentralanatoliens. Den Reisenden

erwarten zahlreiche kulturelle wie auch landschaftliche Höhepunkte:

Konya, die Stadt des mystischen Mevlana-Ordens, die

Tuffsteinlandschaft

Kappadokiens, Safranbolu,

das „Rothenburg

der Türkei“, und

die Kalksteinterrassen

von Pamukkale.

Nach 3000 kurvenreichen

Kilometern

und vielfältigen Eindrücken

glaubt man,

einen ganzen Kontinent

durchfahren

zu haben.

Türkei 07.10.–18.10.2015 2090 Euro

Drei Hochgebirgszüge werden bei der Tour durch Marokko

durchquert. Der Hohe Atlas wartet mit unzähligen Pässen

auf, im Mittleren Atlas kommen Freunde des Kurvenswings

voll auf ihre Kosten, während der zerklüftete Antiatlas wieder

sensationelle Aussichten bietet. Ein weiteres Highlight ist die

Dünenlandschaft des Erg Chebbi. Das Land beeindruckt auch

durch sein buntes

Farbenspiel, die rötlichen

Lehmhäuser,

die ockerfarbenen

Berge, die grünen

Oasen und den tiefblauen

Himmel. Und

in den Königsstädten

Fès und Marrakesch

Belgische Kunst in der Wüste – die

„Blauen Steine“ bei Tafraoute

TERMIN

verzaubern Schausteller

und Geschichtenerzähler

die

Besucher der Souks.

Marokko 27.10.–10.11.2015 2880 Euro

MOTORRAD action team, 70162 Stuttgart,

Telefon 0711/182-1977, Fax -2017,

E-Mail: info@actionteam.de, Internet: www.actionteam.de

reisen

Foto: Aper Sirin

Foto: Alper Sirin

trainings enduro events

www.motorradonline.de

LEBEN 111


TOURENTIPP

LEBENSFREUDE

Endlich wieder Sonne. Endlich wieder Grip auf den Straßen. Also raus mit der Maschine, aber

wohin? Wir schlagen Spessart und Rhön vor. Weil die Region zentral in Deutschland liegt. Und

weil wir hier zwei Top-Touren durch geniale Kurven und explodierende Natur liefern können.

Tour 1 durchkurvt den Spessart, Tour 2 geht bis in die Rhönberge. Nachfahren und genießen!

Text und Fotos von Gerhard Eisenschink

112 LEBEN


LEBEN 113

TOURENTIPP

Gießen

FRANKFURT

Aschaffenburg

Fulda

Hettenhausen

Bad Brückenau

Naturpark

Hessischer Spessart

Frammerbach

Mönchberg

Tour 2

Lohr am Main

Tour 1

Hasloch

Tour 1: Süden–Main

Rupsroth

Bischofsheim

Fuchsstadt

Würzburg

Naturpark

Bayerische

Röhn

Bad Kissingen

Meiningen

Coburg

Bamberg

Tour 2: Spessart–Rhön


Tour 1: nach Süden zum Main

Vom Basisquartier FRAMMERS-

BACH in den Kreisel und westlich

Richtung Wiesen. Bereits

nach 400 Metern links nach

HABICHSTHAL. Sofort zeigt der Spessart,

was er an kleinen Kurvenstraßen draufhat.

In Habichsthal rechts nach HEINRICHS-

THAL, einer kleinen Lichtung im sonst fast

durchgehenden Grün des Spessarts, der

nicht umsonst früher das Versteck der Spessart-Räuber

war. In Heinrichsthal zweimal

links Richtung HEIGENBRÜCKEN auf

einer beschaulichen Talstrecke. Am T-Stück

links Richtung Heigenbrücken/Lohr, bereits

nach 1,5 Kilometern vor Heigenbrücken

rechts in der Kurve Richtung ASCHAFFEN-

BURG und hoch in den Wald bis zur Kreuzung

mit der B 26. Links in die B 26 einbiegen,

Richtung Lohr. Dieser aber nur 7,5 Kilometer

folgen. Dann an der Kreuzung am

Bischborner Hof rechts ab in die kleine Straße

nach LICHTENAU – und schon ist man

wieder auf einem kleinen Waldsträßchen

tief in der Natur. In Lichtenau links durch

das Hafenlohrtal nach Hafenlohr, eine der

schönsten Talstrecken des Spessarts. In

HAFENLOHR rechts in die Umgehungsstraße

nach Marktheidenfeld. Noch vor der

Stadt (nicht den Main überqueren) wieder

rechts Richtung Aschaffenburg/Autobahn

über ESSELBACH und Bischbrunn zur

Autobahnanschlussstelle Rohrbrunn. Man

unterfährt auf zuletzt sehr schöner Waldstrecke

die Autobahn. Hier am Rastplatz

Spessart soll das berühmte WIRTSHAUS

gestanden haben. Kurz nach Unterfahrung

der Autobahn links auf Nebenstraße nach

Schollbrunn Richtung Wertheim, wieder

einer landschaftlich grandiosen Strecke. In

Hasloch rechts dem Main folgen Richtung

MILTENBERG. Die Straße schwingt mit

dem Fluss, der in Deutschland als einer

der kurvenfreudigsten gelten darf. Die

Mainfahrt endet nach 16,5 Kilometern in

FECHENBACH/COLLENBERG, wo man

leicht das kleine Sträßchen rechts nach

Mönchberg übersieht. Was ein Jammer

wäre, denn es ist eine der schönsten Bergstrecken

des Spessarts. In Mönchberg

rechts nach Eschau und dort rechts über

Wildensee nach ALTENBUCH. Hier links

nach Dammbach auf einer erneut schön

kurvigen Waldstrecke. Am Ende des lang

gezogenen Straßendorfes Dammbach

rechts nach Heimbuchenthal und Mespel-

Idylle pur: Mühlenstraße im Haseltal mit

restaurierten Mühlen (oben), von denen

einige auch zur Einkehr laden (unten).

Romantisches Schloss Mespelbrunn (Mitte),

Rothenfels am Main (großes Bild rechts)

114 LEBEN 9/2015


unn. Man passiert das spektakulär gelegene

Schloss MESPELBRUNN (siehe

„Sehenswert“). In HESSENTHAL Richtung

Weibersbrunn/Autobahn und diese unterfahren

Richtung Heigenbrücken/Lohr.

An der schon bekannten Kreuzung mit der

B 26 diese überqueren und auf bekannter

Strecke Richtung Heigenbrücken. Nach der

ebenfalls bekannten Kehre links nach JA-

KOBSTHAL. An der Kreuzung gerade auf

sagenhafter Kurvenstrecke nach SCHÖLL-

KRIPPEN, einer der besten Strecken der

Region. Im Ort links Richtung Mömbris, aber

schon nach drei Kilometern in BLANKEN-

BACH links über Eichenberg nach Sail auf.

Dort links auf der Spessart-Höhenstraße

über das schon bekannte Jakobsthal auf

Superstrecke bis Wiesen. Dort rechts zurück

zum Basisquartier in FRAMMERSBACH.

FRAMMERSBACH

Habichsthal

Heinrichsthal

Heigenbrücken

Bischborner Hof

Lichtenau

Hafenlohr

Marktheidenfeld

Esselbach

Rohrbrunn

Hasloch

Fechenbach/Collenberg

Mönchberg

Eschau

Wildensee

Altenbuch

Dammbach

Heimbuchenthal

Mespelbrunn

Hessenthal

Heigenbrücken

Jakobsthal

Schöllkrippen

Blankenbach

Sailauf

Wiesen

Frammersbach

TOURENTIPPTOURENTIPP

Naturpark

Hessischer Spessart

Wiesbütt-Moor Kempfen-

Wiesen brunn

Schöllkrippen

Heinrichsthal

Frammersbach

Blankenbach

Hohe Warte

Sailauf

Habichsthal

Heigenbrücken

Lohrerstraße

Weibersbrunn

Bischborner Hof

Steinener Bühl

Hessenthal Lichtenau

Mespelbrunn

Einsiedel

Schloss Mespelbrunn

Rohrbrunn

Heimbuchenthal

Burg Rothenfels

Spessart

Dammbach

Esselbach Hafenlohr

Eschau

Geißhöhe

Schollbrunn

Marktheidenfeld

Altenbuch

Mönchberg

Hasloch

Fechenbach

Main

Flörsbachtal

Faulenbach

Hohberg

Lohr

Wertheim

15 km

Streckenlänge: 227 Kilometer; Tagestour

BASISQUARTIER: Frammersbach liegt zentral fast

in der Mitte des Spessarts und ist gut zu erreichen

über das Maintal und Lohr. Der Ort ist umgeben von

dichtem Wald und macht Lust auf Erkundungsfahrten.

ÜBERNACHTEN: In Frammersbach ist der Gasthof

„Zum Grünen Baum“ idealer Ausgang für alle Spessart-

Touren: verkehrsgünstig, ruhig, Abstellmöglichkeiten,

Biergarten mit fränkischen Spezialitäten. Telefon

0 93 55/9 97 57, www.gasthof-zumgruenenbaum.de.

LESESTOFF: Die gesamte Region Spessart, aber nur

den fränkischen Teil der Rhön behandelt „Franken“

von Ralf Nestmeyer, Michael Müller Verlag, 20,90 Euro.

KARTE: Das gesamte Tourengebiet auf einem

Blatt und schön genau: Freytag Berndt Autokarte

„Spessart–Rhön–Mainfranken“, 1:150 000, 9,99 Euro.

PAUSENTIPP: Biergarten von Bayer-Bräu in Rothenfels,

direkt unter der Burg, Telefon 0 93 93/4 08. Das

Mühlental südlich von Schollbrunn: Im Tal des Haslochbaches

reihen sich Mühlen mit historischen Wurzeln,

zum Teil Gastronomie, immer aber tolle Natur,

z. B. in der „Schreckemühle“ (www.schreckemuehle.

de). Die „Waldschloss-Brauerei Frammersbach“ ist

idealer Halt am Ende der Tour. Herzhaftes Essen im

Biergarten, wer zu Fuß da ist, kann sieben eigene

Biersorten probieren (www.waldschloss-brauerei.de).

BIKERTREFF: Am Straßenschnittpunkt zwischen

Schöllkrippen und Heigenbrücken auf der Spessart-

Höhenstraße oberhalb Jakobsthal: der Kult-Stopp

„Waldhaus am Engländer“ (Telefon 0 60 20/85 90).

Ferner: „Gasthaus im Hochspessart“ in Lichtenau im

Hafenlohrtal, www.gasthaus-hochspessart.de).

SEHENSWERT: Rothenfels bei Hafenlohr. Kleinste

Stadt Bayerns mit Burg und malerischem Fachwerk.

Wertheim: mächtige Burg, Fachwerkromantik und

pittoreske Häuserensembles. Wasserschloss Mespelbrunn:

Harmonie aus Renaissancearchitektur, Wasser,

Garten und Wald (www.schloss-mespelbrunn.de).

INFOS: Tourismusverband Spessart-Mainland,

Telefon 0 60 21/3 94/2 71, www.spessart-mainland.de

Karte: Claudia Werel

www.motorradonline.de

LEBEN 115


Tour 2: Spessart–Rhön-Tour

Erst am Rand des Spessarts nach

Norden in die Rhön, die an Höhe

kräftig zulegt und mit tollen Motorradstrecken

aufwartet. Dann durch

den Nordspessart wieder zurück auf dieser

All-Star-Tour der Mittelgebirge. FRAM-

MERSBACH nach Süden auf der B 276 verlassen

und über Partenstein nach LOHR am

Main. Dort links auf der B 26 nach GEMÜN-

DEN und erneut links nach GRÄFENDORF

durch das Saaletal. In Gräfendorf gerade

weiter im Tal und über MICHELAU zur B 27

und in diese links Richtung HAMMEL-

BURG einbiegen. Vor Hammelburg auf die

B 287 nach Bad Kissingen und dort links auf

das Sträßchen nach BAD BOCKLET. Man

befindet sich wieder im Saaletal, das nach

gerader Fahrt auf Bundesstraßen endlich

gewunden durch idyllische Landschaften

Richtung Bad Neustadt führt. Doch schon

in STEINACH das Tal nach links (und später

rechts) verlassen. Hoch nach SANDBERG,

jetzt kommen die Berge der Rhön! Auf schön

kurviger Waldstrecke zeigen diese Ähnlichkeiten

mit dem Spessart, wenn man sich

BISCHOFSHEIM nähert. Ab hier werden

dann die Unterschiede deutlich. Bischofsheim

als Tor zum Kreuzberg Richtung

WILDFLECKEN verlassen. Man erlebt eine

der landschaftlich und fahrtechnisch lohnendsten

Strecken der Rhön, die man mit

einer Stichfahrt hoch zum Kreuzberg krönen

kann. Am „T“ hinter Wildflecken rechts

und später links in die reizvolle B 279 nach

GERSFELD einmünden. In der Stadt Richtung

Ehrenberg auf der B 284 und nach 6,5

Kilometern links hoch zur Wasserkuppe.

Erneut eine Rhön-Sahnestrecke! Bei der Abfahrt

vor Abtsroda am „T“ rechts Richtung

DIETGES/B 458 und auf dieser Richtung

Fulda. Nach sechs Kilometern auf der aussichtsreichen

und kurvigen Strecke rechts

nach KLEINSASSEN. In dem Malerdorf

auf feiner Straße mit sagenhaften Ausblicken

rechts zur MILSEBURG, die keine

Burg, sondern eine Bergkuppe ist. Weiter

Richtung Hilders und vor dem winzigen

RUPPSROTH rechts wieder nach Dietges.

Dann die B 458 queren und auf schon

bekannter Strecke zurück Richtung Wasserkuppe.

Für diese landschaftliche Traumstrecke

eine verdiente Referenzerweisung.

116 LEBEN 9/2015


Freiheit pur: weite Rhönlandschaft an der

Wasserkuppe (gr. Bild links), Bischofsheim

ist das Tor zum 850 Meter hohen Kreuzberg

(oben, Mitte). Zeitlos: Spessart-Dorfszene (u.)

Diesmal durch ABTSRODA nach POP-

PENHAUSEN und weiter Richtung Gersfeld.

Davor an der Einmündung in die B 279

rechts Richtung Fulda. Die Rhön-Acht ist

komplett, eine der schönsten Mittelgebirgsrouten

Deutschlands. Und jetzt quer durch

den Nordspessart zurück: nach neun Kilometern

auf der B 279 in Thalau links nach

Altenhof als Abkürzung zur B 27, der man

links über MOTTEN nach Bad Brückenau

folgt. Zwischen Motten und Kothen wird

die B 27 zur Bergstrecke mit traumhaften

Kurven und Ausblicken. In Bad Brückenau

Richtung Lohr/Bad Orb, in Jossa links Richtung

Lohr/Gemünden. In Burgsinn rechts

nach Fellen, dort links. Auf kurviger Waldstrecke

über Bayrische Schanz und Lohrhaupten

retour nach FRAMMERSBACH.

TOURENTIPP

FRAMMERSBACH

Lohr

Gemünden

Gräfendorf

Michelau

Hammelburg

Bad Kissingen

Bad Bocklet

Steinach

Sandberg

Bischofsheim

Wildflecken

Gersfeld

Abtsroda

Dietges

Kleinsassen

Milseburg

Ruppsroth

Abtsroda

Poppenhausen

Motten

Bad Brückenau

Burgsinn

Frammersbach

TOURENTIPP

Naturpark

Hessischer Spessart

Lohrhaupten

Partenstein

Naturpark

Bayerischer

Spessart

Jossa

Hohberg

Mittelsinn

Poppenhausen

Hettenhausen

Thalau Altenhof

Gr. Haube

Motten

Zeitlofs

Kothen

Bad Brückenau

Büchelberg

Gersfeld

Oberweißenbrunn

Bischofsheim

Naturpark

Kreuzberg

Bayerische

Sandberg

Röhn

Steinbach

Bad Bocklet

Schloss Aschach

Hausen

Bad Kissingen

Lohr

am Main

Steinener Bühl

FULDA

Altengronau

Obersinn

Burgsinn

Schönrain

Sinn

Bayrische Schanz

Frammersbach

Hammel-

Scheinberg

Gräfendorf

burg

Euerdorf

Fellen

Trimberg

Kloster

Schönau

Schloss

Saaleck Fuchsstadt

Hohe Warte

Diebach

15 km

Kleinsassen

Milseburg

Gemünden

am Main

Streckenlänge: 261 Kilometer, Tagestour

Rupsroth

Dietges

Abtsroda

Wasserkuppe

Fuldaquelle

REGION: Während man im Spessart meist um die

300 bis 400 Meter hoch tourt, ist man in der Rhön

mehr als doppelt so hoch unterwegs. Geniale Kurvenstrecken

sind beiden Mittelgebirgen gemein, selbst

Serpentinen kommen vor. Vom Charakter her ist der

Spessart dichter bewaldet, die Rhön zeigt stärker

offene Weitblicke und markantere Erhebungen.

PAUSENTIPP: „Keiler-Brauhaus“, Lohr am Main (Telefon

0 93 52/73 28, www.keiler-brauhaus.de). „Gasthaus

Dickas“, Bischofsheim, Schaubrennerei, Biergarten (Telefon

0 97 72/4 56, www.rhoener-schaubrennerei.de).

„Enzianhütte“, Dietges, Rhön: urige Berghütte, toller

Blick, leckeres Essen (www.enzianhuette-rhoen.de).

Ebenfalls geniales Panorama: „Berggasthof Neustädter

Haus“ am Fuße des Kreuzberges in Bischofsheim

(Telefon 0 97 72/12 20, www.neustaedter-haus.de).

SEHENSWERT: Lohr am Main: Altstadt, Schloss, Brauerei.

Gemünden: schöner Marktplatz. Bischofsheim

und Gersfeld: romantisches Fachwerk in den Ortskernen.

Wasserkuppe: Deutsches Segelfliegermuseum,

(www.segelflugmuseum.de). Informationszentrum

Bio sphärenreservat Rhön (www.biosphaerenreservatrhoen.de).

Kreuzberg: Ort der Wallfahrer, manche

kommen nur wegen der Klosterbrauerei (www.kreuz

bergbier.de, www.kreuzberg-rhoen.org). Milseburg:

Basaltkuppe, keltische Kultstätte, genialer Ausblick.

BIKERTREFF: „Berghof Schwedenschanze“, B 279, auf

Passhöhe zwischen Gersfeld und Bischofsheim (715 m)

(www.schwedenschanze.info). Wasserkuppe: viele

Motorräder an Wochenenden, Gastronomie.

INFOS: Tourismus GmbH Bayerische Rhön, Telefon

0 97 71/9 46 70 bzw. 09 71/69 91 98 12, www.rhoen.de.

Rhön-Info-Zentrum Wasserkuppe, www.rhoentourist.

de, Region Kreuzberg: www.bischofsheim.info.

Karte: Claudia Werel

www.motorradonline.de

LEBEN 117


Interview Stephan Schaller

Eines gleich vorweg: Dieses Interview

entstand, bevor BMW mit dem

Rückruf von knapp 370 000 R- und

K-Modellen für Schlagzeilen sorgte

– und dieser Rückruf kann demzufolge

auch nicht Thema dieses Interviews sein.

Erst recht nicht, weil sich die Bayern angesichts

dieses Radträger-Malheurs durchaus

zugeknöpft zeigten und MOTORRAD zwar

Fragen zum Thema beantworteten (siehe

MOTORRAD 8/2015), aber diese Antworten

keinesfalls in Interviewform gegossen sehen

wollten. Wie auch immer: BMW-Chef

Stephan Schaller gewährte MOTORRAD-

Mitarbeiter Alan Cathcart interessante Einblicke

in technische Entwicklungen und die

zukünftige strategische Ausrichtung einer

Marke, die von Erfolg zu Erfolg eilt.

„WIR MÜ

REGELN

Seit gut zweieinhalb Jahren ist Stephan

Schaller Chef von BMW Motorrad. In dieser

Zeit feierten die Münchner viele Erfolge,

trafen aber auch schwierige Entscheidungen.

So standen etwa die Trennung von Husqvarna

oder der Rückzug aus der Superbike-WM an.

Stephan Schaller

Stephan Schaller (57) ist seit Juni

2012 Chef von BMW Motorrad. Der

gebürtige Hesse studierte in Aachen

Maschinenbau, ehe er als Diplom-Ingenieur

bereits 1981 bei BMW als

Trainee im Ressort Technik anheuerte.

Schaller blieb bis 1999 bei den Bayern

und leitete unter anderem das

BMW-Automobil-Werk in Südafrika,

bevor er 1996 Hauptabteilungsleiter

des Forschungs- und Entwicklungszentrums

in München wurde. Von dort

ging er für fünf Jahre zu Linde in Wiesbaden.

2004 wechselte Schaller zum

VW-Konzern , war dort drei Jahre lang

Vorstand für Produktherstellung und

wurde später Aufsichtsratsmitglied des

Lkw-Herstellers MAN. Nach einem Intermezzo

bei der Schott AG in Mainz

kehrte er 2012 als Nachfolger von Hendrik

von Kuenheim zu BMW zurück.


? Herr Schaller, bisher haben Sie eine

sehr erfolgreiche Amtszeit als Chef von BMW

Motorrad. Wenn ich das richtig verstanden

habe, war das letzte Jahr ein Rekordjahr für

das Unternehmen?

! Allerdings war es das! Wir haben

2014 insgesamt 123 496 Motorräder

verkauft, es war das erste Mal, dass BMW

mehr als 120 000 Motorräder abgesetzt

hat. Produ ziert haben wir aber um die

130 000 Motorräder, um dieses Jahr einen

Vorrat für den Saisonstart zu haben. Und

ich kann sagen, dass dieses Jahr sehr gut

für uns angefangen hat. Im Januar haben

wir 6263 Roller und Motorräder an unsere

Kunden ausgeliefert, das ist eine Steigerung

der Verkaufsrate im Vergleich zum

letzten Jahr um 15,2 Prozent.

zusammen. Aber das ist erst der Anfang.

Wir wollen dort auch verschiedene andere

Modelle für Südostasien produzieren.

? Weg von Thailand, hin zu Indien. BMW

hat vor Kurzem eine strategische Allianz mit dem

indischen Zweiradhersteller TVS geschlossen. Wann

können wir die ersten Modelle dieser Allianz

erwarten, und was für Modelle werden das sein?

! Wir haben lange nach dem richtigen

Partner in puncto kostengünstige Produktion

gesucht, nicht nur in Indien. Im April

2013 haben wir angekündigt, dass wir

zusammen mit TVS mehrere Modelle auf

einer gemeinsamen Basis produzieren

möchten. Wir werden dabei zwar lokale

Ressourcen nutzen, die Entwicklung wird

jedoch zu 100 Prozent von BMW aus­

Es ist sehr wichtig, zunächst eine Beziehung

aufzubauen. Zu Loncin haben wir

nun eine solche Beziehung aufgebaut. Wir

haben uns daher dazu entschieden, einen

weiteren Motor dort zu produzieren. Es

soll ein mittelgroßer Zweizylinder sein.

Dieser befindet sich derzeit aber noch in

der Entwicklung. Der Motor soll irgendwann

die neuen Mittelklassemodelle von

BMW antreiben. Zudem ist er eine gute

Basis, um unsere Beziehungen zu Loncin

weiter zu vertiefen.

? Würden Sie in Erwägung ziehen, dort auch

Elektrofahrzeuge fertigen zu lassen? China hat eine

sehr große Elektrozweirad-Industrie, seit Zweiräder

mit Verbrennungsmotoren in den meisten großen

Städten und auf Autobahnen verboten sind.

SSEN EIGENEN

FOLGEN“Von Alan Cathcart, Michela Pagano und

Stefan Kaschel; Fotos: Cathcart

? Worin sehen Sie die Ursachen des derzeitigen

Erfolgs von BMW?

! Ich glaube, das hat nichts mit den

letzten zwei Jahren zu tun, sondern wurde

schon vor langer Zeit vorbereitet. Die

Motivation in der Motorradabteilung ist

enorm. Ich glaube, das ist der Hauptgrund

für unseren derzeitigen Erfolg. Mehr als 80

Prozent der Männer und Frauen, für die ich

verantwortlich bin, fahren selbst Motorrad,

es ist also nicht nur ihr Job, sondern auch

ihre Leidenschaft. Außerdem haben wir

ein Expertenteam, das in der Lage ist, eine

große Anzahl diverser Produkte zu entwickeln,

die für die verschiedensten Sektoren

und Segmente des Motorradmarktes

interessant sind. Wir wissen deshalb

genau, wie sich unser Kunde fühlt.

? Ist nicht ein weiterer Schlüsselfaktor für

BMWs Rekordwachstum, dass Sie es geschafft haben,

Ihre Reichweite auf neue Märkte auszudehnen?

! Sicherlich, ein Beispiel: Letztes Jahr

haben wir 8000 Motorräder nach Brasilien

verkauft. Dieses Jahr werden es mehr als

10 000 sein. Natürlich war Deutschland

wieder unserer Absatzmarkt Nummer eins

mit 21714 verkauften Motorrädern. Aber

Brasilien ist nach den USA, Frankreich und

Italien der viertgrößte Exportmarkt für uns.

Letztes Jahr haben wir damit begonnen,

Motorräder in Thailand zu montieren. Seit

Januar 2014 bauen wir dort nun die F 800-

Modelle für den thailändischen Markt

geführt. Diese Kooperation ist eine echte

Win-win-Situation: Wir haben das technische

Know-how, TVS die Möglichkeit,

BMW-Motorräder gewinnbringend für den

Weltmarkt zu produzieren. Ich habe mir

das Unternehmen angeschaut, und ich bin

davon überzeugt, dass TVS erstklassige

Qualität liefern kann.

? Sie haben es eine gemeinsame Basis

genannt – wird TVS auf der gleichen Basis wie BMW

auch eine eigene Modellpalette produzieren?

! In gewissem Umfang ja.

? Wird der gleiche Motor benutzt werden?

! Wäre möglich.

? Über wie viele Kubikzentimeter reden wir?

Wird es ein 250er? Oder ein 300er? Die Fotos eines

TVS-BMW-Einzylinders konnten wir in MOTORRAD ja

bereits präsentieren.

! Wir haben immer gesagt – und ich

werde heute auch nicht mehr sagen:

Es wird ein Motor unter 500 Kubikzentimetern

sein.

? Neues Thema: Was ist mit China, dort haben

Sie seit einiger Zeit eine Kooperation mit Loncin,

um den F 650-Motor zu montieren. Denken Sie dort

über eine Expansion nach?

! Vor acht Jahren schlossen wir mit

Loncin einen Vertrag über die Montage

eines Einzylinder-Motors. Die Zusammenarbeit

mit den Chinesen ist nicht einfach.

! Ja und nein. Wir exportieren über

Loncin viele in Deutschland gebaute

Motorräder nach China, und wir glauben,

dass sich der Zweiradmarkt in China

genauso prächtig entwickeln wird wie der

Automobilmarkt. Wir glauben, dass das

Inter esse der Chinesen an den sogenannten

Big Bikes in den nächsten Jahren wachsen

wird und damit auch der Markt. Ich

persönlich glaube, dass China in Zukunft

ein sehr wichtiger Markt sein wird. Wie

auch immer, ich selbst bin öfters in China

und kann sagen, dass es dort ein massives

Umweltverschmutzungsproblem gibt.

Daher ist es nur logisch, dass elektrische

Mobilität in China ein Thema sein wird.

Derzeit haben wir mit dem C-evolution

einen Roller, der im High-Performance-

Bereich zu Hause ist.

? Themen-Wechsel: BMW war bisher immer

bekannt für alternative Fahrwerkstechnologie,

aber die neue R 1200 R hat eine konventionelle

Telegabel anstatt des bisherigen Telelevers. War die

neue Wasserkühlung des Boxers der Grund dafür?

Oder gibt es eine Änderung in der technischen

Philosophie von BMW?

! Nein, der Hauptgrund war die spezielle

Gesamtkonzeption jedes einzelnen

Modells. Wir haben verschiedene Strategien

entwickelt. Bei diesem Modell hatten

wir nicht den Raum, um das sperrige Telelever-System

unterzubringen. Aber die

Fahrstabilität und die Fahrqualität haben

www.motorradonline.de

LEBEN 119


Interview Stephan Schaller

darunter nicht gelitten. Bei der GS hatten

wir mehr Platz, um das System unterzubringen,

das eine exakte Vorderradkontrolle

und viel Federweg ermöglicht.

? Also wird es zukünftig auch BMW-Motorräder

mit Telelever-Vorderradführung geben?

! Ganz bestimmt. Abhängig vom

Modell kann es eine Telegabel, eine

Upside-down-Gabel, ein Telelever oder

irgendwas anderes sein. So wie wir

unsere Motorräder entwickeln, werden

Sie in Zukunft verschiedene Technologien

sehen.

? Die Modellfamilie K 1600 ist 2011 auf den

Markt gekommen und wurde seither nicht großartig

weiterentwickelt. Was planen Sie für die Zukunft

in diesem Bereich?

! Ich bin sehr glücklich über die Verkaufszahlen

in diesem Bereich. Es ist ein

sehr gutes Reisebike, das in den USA

und Europa viele Freunde gefunden hat.

Und ich kann Ihnen sagen, dass wir sehr

hart an der Weiterentwicklung der Modellreihe

arbeiten (siehe dazu auch Seite 10,

Anmerkung der Redaktion). Wir werden auf

Grundlage dieses hervorragenden Motors

in den nächsten zwei bis drei Jahren die

Modellpalette erweitern.

? Das Konzeptbike Concept 6 hat 2009 den

Start der Sechszylinder-Familie markiert. Planen Sie

eine Straßenversion dieses Motorrads? Amerikanische

Kunden würden sich sicher über einen Cruiser

mit sportlichen Zügen freuen. Arbeitet BMW an

einem amerikanischen Custombike?

! (Lacht) Jetzt sind wir aber wirklich an

den Grenzen meines Mitteilungsbedürfnisses

angekommen. Was ich Ihnen sagen

kann ist, dass wir daran arbeiten, den amerikanischen

Markt mit neuen Produkten zu

erobern. Leider wird die Studie Concept 6

nicht in die Serienproduktion gehen, auch

wenn sie großartig aussieht.

? Wird für den US-Markt ein neues Sechszylinder-Modell

kommen?

Das ist BMW Motorrad

BMW Motorrad ist der einzige deutsche

Großserienhersteller hubraumstarker

Motorräder – und zugleich der um satzstärkste

in Europa. Nicht weniger als 2894

Mitarbeiter (Geschäftsbericht 2014) sind

bei BMW Motorrad tätig, bis zu 600 Bikes

verlassen pro Tag die Montagebänder

des Motorradwerks in Berlin. Zusätzliche

Montagewerke betreibt BMW in Thailand

(Rayong) und Brasilien (Manaus).

Im Jahr 2014 wurden mit 123 496 Einheiten

mehr Motorräder verkauft als jemals

zuvor in der langen Geschichte (das erste

BMW-Motorrad wurde 1923 produziert).

Im Vergleich zum Vorjahr, wo man 115 215

Stück absetzte, entspricht das einer Steigerung

von 7,2 Prozent. Der Umsatzerlös

betrug 1,675 Milliarden Euro (BMW Auto:

75,2 Milliarden) und steigerte sich im Vergleich

zum Vorjahr um 11,6 Prozent.

! Wir haben mehrere Optionen. Aber

ein Sechszylinder könnte genau das sein,

was der amerikanische Kunde will.

? Ich nehme mal an, dass BMW an dem

Cruiser-Markt interessiert ist, aber Sie haben seit der

R 1200 C kein Cruiser-Modell mehr. Das ist ein sehr

großer Markt. Haben Sie irgendwelche Ambitionen,

etwas in diesem Bereich zu unternehmen – vielleicht

einen V2 zu entwickeln?

! Nein, Sie haben vollkommen recht,

wir haben keine Chopper oder Cruiser.

Wir müssen die richtigen Lösungen entwickeln,

um in eines der größten Segmente

unseres größten Exportmarktes,

nämlich der USA, einzusteigen. Auf jeden

Fall werden wir nicht andere Marken

kopieren, das hat nie funktioniert. Wir

müssen unseren eigenen Regeln folgen!

? Aber BMW hat das Segment des Vierzylinder-Supersportler

wiederbelebt, indem man

den japanischen Stil kopiert hat. Warum machen Sie

so etwas nicht mit einem V2 für den Cruiser-Markt,

aber eben anders als Harley-Davidson?

Der Grund für diese Entwicklung:

Die Münchner

bauten ihr Modellprogramm

in der jüngeren Vergangenheit

rigoros aus. Waren früher die Boxer alleinige

Säule des Geschäfts, bietet BMW

heute nicht weniger als 23 unterschiedliche

Modelle in beinahe allen Segmenten

an. Dazu gehören neben dem Erfolgsmodell

R 1200 GS klassische Tourer

vom Boxer bis zum Sechszylinder, spielen

Naked Bikes eine ebenso große Rolle

wie Sportler und Crossover-Modelle mit

bärenstarken Vierzylindern. Außerdem

etablierten die Bayern mit der F-Baureihe

eine Mittelklasse-Modellreihe mit

Paralleltwin und stiegen ins Maxiscooter-

Geschäft ein. Der nächste Coup: neuer

Anlauf im Cruiser-Segment (Heft 8/2015)

und Einsteigermodelle unter 500 cm³.

! Wenn wir einen V2 entwerfen, dann

sicher anders, aber wir haben auch unser

eigenes Erbe. Es ist vielleicht besser, darauf

Rücksicht zu nehmen.

? Also kein V2?

! Ich sagte nicht „kein Sechszylinder-

Cruiser“, ich sagte auch nicht „kein V2“!

Ich will jetzt nicht mehr ins Detail gehen,

aber dieses Modellsegment ist sicher sehr

inter essant für uns. Wie Sie wissen, wollen

wir in den nächsten fünf Jahren wachsen,

und wir haben zwei Möglichkeiten: Eine

Möglichkeit sind die Entwicklungsländer,

in denen wir bisher noch nicht vertreten

„WIR WERDEN NICHT

IN DEN MOTOGP

EINSTEIGEN“

BMW Motorrad-Chef Stephan

Schaller zum künftigen BMW-

Engagement im Motorradsport

120 LEBEN


sind. Beispiele: China, Lateinamerika, Südasien

und Indien. Die andere Möglichkeit

ist, neue Modellpaletten zu entwickeln. Ein

Schlüsselsegment sind die Modelle unter

500 cm³, daran arbeiten wir. Das andere

Segment sind Cruiser.

? Was ist mit Motocross? Hat BMW irgendwelche

Pläne, ins Offroad-Segment zurückzukehren?

Bereuen Sie es nicht, Husqvarna an Ihren Konkurrenten

KTM verkauft zu haben?

! Nein, wir haben dort keinen Markt

für uns gesehen – und wir sehen ihn auch

jetzt nicht.

? BMW nahm mit einem Werksteam an der

Suberbike-WM teil, doch dann wurden Sie BMW-

Chef, und das Werk hat sich offiziell aus der Straßen-

WM zurückgezogen. Was war der Grund dafür?

! Ich glaube daran, dass man aufhören

sollte, wenn man seine Ziele erreicht hat.

Es kostet eine Menge Geld, Rennen zu fah -

ren. Wir sind ursprünglich in die Superbike-WM

eingestiegen, weil wir die S 1000

RR gebaut haben, aber niemand BMW als

Produzenten von Supersportlern kannte.

Wir sind mitgefahren, um zu zeigen, dass

das Motorrad schnell ist und man mit ihm

auf das Podium fahren kann. Wir haben

das ein paar Jahre erfolgreich gemacht.

Inzwischen sind wir in den Testberichten

der Motorradzeitschriften die Nummer

eins, wir haben unsere Verkaufsziele

erreicht. Wir sind kein Rennstall, wir sind

ein Volumenhersteller, der zeigen möchte,

dass seine Produkte top sind. Nachdem wir

das erreicht hatten, haben wir uns dazu

entschieden, aus dem Rennsport auszusteigen

und das Geld lieber in die Erweiterung

unserer Modellpalette zu investieren,

da bei aber unsere Supersport-Kunden

nicht zu vernachlässigen. Ich würde mein

Geld eher investieren, um einem unserer

Kunden zu helfen, ein Rennen zu gewinnen,

als ein eigenes Werksteam zu finanzieren,

denn das kostet ein Höllengeld.

? Verstehe, aber seit Sie aus dem Rennsport

ausgestiegen sind, ist nach vier Jahren Ruhe im

Supersportler-Markt wieder Leben eingezogen.

Yamaha, Aprilia und Ducati haben neue Modelle

präsentiert. BMW hat mit der überarbeiteten S 1000

RR gekontert. Haben Sie nicht das Bedürfnis, diesen

Konkurrenzkampf auch auf der Strecke auszutragen,

um zu demonstrieren, dass Sie die besten

in diesem Segment sind?

! Wie ich schon sagte: Zuerst kommt

der Kunde, und wenn unsere Kunden auf

die Rennstrecke wollen, unterstützen wir

sie dabei. Lassen Sie mich noch einmal

klarstellen: Wir werden kein Werksteam

mehr aufbauen, weder im MotoGP noch in

der Superbike-WM. Wir stecken das Geld

lieber in die Entwicklung neuer Produkte

und in die Unterstützung unserer Kunden.

Das Supersport-Segment ist ein wichtiges

Segment für uns, und wir wollen in

Zukunft die beste Firma sein, wenn es um

die Unterstützung privater Fahrer geht.

? Also kein BMW-Team im MotoGP?

! Nein, wir werden nicht einsteigen!

? Was wird BMW abseits von elektrischen

Rollern und der neuen Einsteigerklasse, die mit TVS

produziert wird, machen? BMW hat die Sechszylinder-Familie,

die Zweizylinder, die Boxer, sowohl luftals

auch wassergekühlt, die Einzylinder-Modelle und

mit der S 1000-Familie einen Reihenvierzylinder.

Wird die Expansion so weitergehen, oder werden

Sie sich darauf konzen trieren, die Motorräder weiterzuentwickeln?

! Auch ohne irgendwelche großarti

gen Entwicklungen können wir das

nut zen, was wir haben. Erweiterung ist

die Zukunft. Es gibt viele kleinere Modellsegmente,

die wir bedienen können, ohne

eine komplett neue Produktlinie zu entwerfen.

Ein Beispiel für die nächsten zwei

Jahre haben wir mit der R nineT sowohl

als Basis für eine Scrambler als auch für

einen Café Racer.

? Waren Sie von dem Erfolg der R nineT

überrascht?

! Wir waren nicht davon überrascht,

dass das Motorrad den Markt erobert. Nur

wie hat unsere Erwartungen übertroffen.

Das Bike hat den Sprung in die Top Vier

der am besten verkauften Motorräder von

BMW geschafft, gleich hinter der GS, GS

Adventure und der R 1200 RT. Das hatten

wir so nicht erwartet. Eine tolle Überraschung,

aber auch ein Problem, da wir die

Nachfrage nicht bedienen konnten. Wir

hatten viele Beschwerden von Kunden,

die vier oder fünf Monate warten mussten,

bis sie ihr Motorrad bekommen haben.

? Die R nineT wurde von US-Designer Roland

Sands kreiert. Haben Sie ihn unter Vertrag, damit er

noch andere Modelle für Sie gestalten kann?

! Die Antwort ist Ja! Wir wollen mit

Roland Sands noch intensiver zusammenarbeiten.

Er hat dieses wunderschöne

Motorrad kreiert, und das in einem ganz

besonderen Styling und Flair. Das Beste

aber ist: Es ist funktional. Nicht wie bei an -

deren Designbikes, die zwar gut aussehen,

die man aber lieber nicht fahren will.

Außerdem ist er ein super Kerl, nicht nur

was seine Persönlichkeit angeht, sondern

auch seinen Intellekt und seine Fähigkeit,

Motorräder zu verstehen. Und klar, mit

BMW hat er eine große Basis an potenziellen

Kunden – wir haben hunderttausend

Motorräder da draußen, die er mit Aftermarket-Parts

versorgen kann.

? Es gibt aber ein Problem mit Roland Sands.

! Was meinen Sie?

? Er fährt einen Mercedes.

! Dann müssen wir daran arbeiten.

www.motorradonline.de/bmw

C

M

Y

CM

MY

CY

CMY

K

www.motorradonline.de


Guzzi-Nacht in Berlin

NACHTS

SIND

ALLE GUZZIS

WEISS

122 LEBEN


Text und Fotos von

Sven Wedemeyer

Wenn der Tag im

Arbeitstakt Berlins

verpufft, wird man

notgedrungen

zum Nachtschwärmer.

Am besten

macht man eine

Tugend daraus.

Es ist verrückt: Wir stehen morgens früh

auf, bringen unser Blut mit einem Coffee

to go in Wallung, hecheln zur Arbeit,

schieben Überstunden und bemerken

erst im abendlichen Stau, dass wir mehr vom Tag

erwartet haben. Spätestens dann stellt sich die

Frage: Ist da womöglich eine Welt außerhalb des

grauen Alltags?

Mein Rezept zum Ausbruch aus diesem Trott

ist einfach. Ich rufe Klaus an: „’n Abend, sach mal –

Lust, noch eine Runde zu eimern? Ja, ich weiß,

ist schon nach sieben. Macht doch nichts! In 30

Minuten an der Tanke? Super, bis gleich!“

Klaus ist eine sichere Bank, wenn es um spontane

Aktionen geht. Sein Herz schlägt wie meines

vor allem für zweirädrige Köstlichkeiten aus Italien;

möglichst rot, möglichst ehrlich. Die Ehre, ein paar

exklusive Exemplare dieser Gattung in unseren

düsteren Garagen zu haben, eint uns. Wir wissen

das durchaus zu schätzen und entlassen Königswelle,

Le Mans oder 916 ab und zu gemeinsam

ins Tageslicht. Dann brüllen offene Contis frühmorgens

durch leere Straßen. Wir wollen raus aus

der Hauptstadt, um Kurven im Brandenburgischen

zu suchen. Eine Aufgabe, wie man weiß …

Diese meditativen Touren sind wertvolle

Momente. Allerdings keine Option für einen

mittelklassigen Don ners tag abend kurz nach der

Rushhour. Wir lassen die prätentiösen Ducatis

also gleich zu Hause. Stattdessen bollern wir mit

scheinbaren Zwillingen – zwei milchweißen Moto

Guzzis V7 Spezial – auf den Parkplatz der Tanke.

Klaus mit Schwingsattel und Chrom am Tank.

Ich mit Rechtsschaltung und Doppelsitzbank.

Unsere ollen Eimer sind anspruchslos und

simpel. Breite Lenker statt tiefer Stummel. Patina

statt glänzenden Lacks. Vier Gänge für ein Halleluja

… Gerade wegen ihres recht stattlichen Alters

entschleunigen uns diese Rappelkisten maximal.

Damit sind sie erste Wahl für eine Nacht ohne

Plan und große Worte.

Also – volltanken und los. Die Motoren der Siebenfuffziger

sind warm und blubbern gelassen

mit uns durch den bunten Stadtteil Wedding.

Entlang der Müllerstraße rauschen Handyshops,

orientalische Obstläden und verdunkelte Scheiben

zwielichtiger Spielcasinos an uns vorbei. Der

Glanz der früheren Flaniermeile ist längst verflogen.

Keine zehn Minuten später breitet sich vor

uns in der Dämmerung das Rollfeld des Flughafens

aus. Tegel, wohlgemerkt. Wir machen halt am

Rande eines hässlichen Autobahnzubringers, dessen

Mauer seit Jahren Tribüne für Beobachter der

einfliegenden Jets ist. Ein Höllenlärm! Nur wenige

Meter über unseren Köpfen schweben die Brummer

ein. Setzen auf, rollen träge zum Terminal, das

im Flutlicht glimmt. Verliebte Pärchen lassen Seele

und Beine von der Mauer baumeln, halten Händchen

und blicken schmachtend in die Einöde aus

Beton. Ach, Berlin, ick liebe dir …

Klaus und mir ist nicht nach Händchenhalten.

Wir schwingen uns lieber auf unsere Guzzis und

cruisen zurück ins Herz der Stadt. An jeder roten

LEBEN 123


Zwei Guzzis, ein

Gedanke: Die Flucht

aus dem Alltag macht

uns zu Touristen in der

eigenen Heimat. Mit

der Dunkelheit werden

unsere Pausen zu

besinnlichen Stillleben.

In der Kultpizzeria

„Due Forni“ herrscht

noch rege Betriebsamkeit,

während unsere

alten Tachonadeln

nachts noch weniger

weit ausholen müssen

als bei Tageslicht

Guzzi-Nacht in Berlin

Ampel macht uns der Ruhepuls des V2 und das

stete Tickern der Ventile ein bisschen entspannter.

Bis ein schwarzer BMW neben uns hält, dessen

aufheulender Sechszylinder explizit zum

Ampelsprint herausfordert. Mit unseren Ducatis

hätten wir uns auf den motorisierten Dreikampf

eingelassen, denn vom Begriff „Leistungsgewicht“

haben die vier Möchtegerngangster hinter

den getönten Scheiben noch nichts gehört. Auf

den blubbernden Guzzis aber perlt die Herausforderung

an uns ab. Mit einer V7 bist du zurückhaltender

Gentleman. Kein heißblütiger Heizer.

Der BMW stürmt mit aller Macht voran, als

die Ampel wieder auf Grün springt. Klaus und ich

lächeln uns kurz zu und kloppen gleichzeitig den

ersten Gang rein. Es kracht mit einem metallischen

Schlag im Gebälk, und die Guzzis stampfen

gemütlich los. So kennen und lieben wir das.

Allmählich werden die Straßen leerer, und ein

für Berlin unbekannter Flow stellt sich ein. Wir

surfen befreit auf der grünen Welle zum Großen

Stern. In der Mitte des Kreisverkehrs ragt die

Siegessäule golden empor. Heute Abend gibt

sie sich im Schein einer farbenfrohen Lichtinstallation

besonders Mühe. Zeit für eine Pause.

Zunächst stand die von Berlinern liebevoll

„Goldelse“ genannte Dame vor dem Reichstag,

bis die Nazis sich entschlossen, ihre verrückten

Allmachtsgedanken mit dem Umzug der Skulptur

zum heutigen Standort zu untermauern. Solche

und ähnliche Geschichten triefen gerade hier – in

der Mitte Berlins – aus allen Poren der Stadt.

Kaiserreich, zwei Weltkriege, der Mauerstreifen –

überall werden wir an vergangene Zeiten erinnert.

Am Tag und im Alltagstrubel fällt dieser Blick allerdings

schwer. Denn üblicherweise steht man hier

genervt im Stau. Oder wartet darauf, dass desorientierte

Touristen im Wirrwarr des sechsspurigen

Kreisels geradewegs in dein Auto krachen.

Doch nachts wirkt die Szenerie am Großen Stern

überraschend friedlich, ja fast bedeutsam: Am

Horizont erstrahlt das Brandenburger Tor. Der

Wind rauscht durch das Laub des Tiergartens. Fast

zeremoniell scheint die alte Straßenlaterne wie

ein zu groß geratener Kerzenständer auf unsere

ollen Eimer. Klaus und ich genießen den Kitsch

des gelben Kunstlichts, das die Kratzer und Rostpickel

auf unseren Öfen fast unsichtbar macht. In

diesem Moment wirken beide Maschinen auch

nach gut vier Jahrzehnten noch richtig frisch.

Als wir uns weiter in Richtung Ku’damm aufmachen,

steht Klaus zunächst im Dunkeln. Sein

vorderes Licht ist ausgefallen – die Birne ist anscheinend

durch. Doch es gibt Ersatz: Kurzerhand

drückt er den Scheinwerfer mit herzlicher Gewalt

etwas nach unten. Das Fernlicht weist ihm ab

jetzt den Weg durch die Nacht.

Am Bahnhof Zoo hat sich die Betriebsamkeit

auf ein Minimum reduziert. Drei Taxen warten

vergeblich auf Fahrgäste. Locker gleiten wir mit

den erstaunlich agilen Brummern durch verengte

Baustellen an ihnen vorbei, blicken auf moderne

Fassaden von Hochhäusern und halb renovierten

124 LEBEN 9/2015


www.motorradonline.de

LEBEN 125


126 LEBEN

9/2015


Hand am Gas, Gedanken

in der Ferne:

Klaus’ Blick sagt mehr

als Tausend Worte .

Geschmeidig gleiten

wir mit den ollen

Eimern durch Berlin.

Die beiden seltenen,

fast identischen Guzzis

verschmelzen mit

dem Großstadtneonlicht.

Der Feuertanz,

die Menschen auf der

Mauer und vieles

andere machen die

Nacht unvergesslich

Guzzi-Nacht in Berlin

Shopping-Zentren. Nach 25 Jahren In vestitionsmangel

wird die westliche City nun wieder aufgehübscht.

Im Osten der Stadt haben Investoren ja

bereits jeden Quadratmeter renoviert …

Kurz blitzt die Silhouette unseres Spiegelbilds in

den riesigen Schaufenstern auf. Eine Sekunde für

die Ewigkeit. Doch weil wir von Glaspalästen genug

haben, biegen wir mit quietschenden Trommelbremsen

zum Potsdamer Platz ab und rauschen

direkt weiter zum Gendarmenmarkt. Der

klassizistische Platz beeindruckt gerade nachts

mit den angestrahlten Kuppeln zweier Kathedralen,

in deren Mitte sich das nicht weniger prunkvolle

Konzerthaus erhebt. Hier ist die Hauptstadt

edel. So wundert es, dass eine alternativ wirkende

Artistikgruppe ausgerechnet an diesem schicken

Fleckchen den öffentlichen Raum zur Bühne erklärt

hat. Flow of Fire, so nennt sich das En semble,

inszeniert eine Feuershow, die uns und ein paar

verlorene Touristen für einige Zeit im Bann hält.

Körper biegen sich im Schein lodernder Fackeln,

Funken sprühen übers Pflaster, und skurrile Musik

aus einer anderen Welt nimmt uns gefangen.

Als die Flammen erlöschen, merken wir, dass

es kühl geworden ist. Zeit für einen Mitternachtssnack.

Wir ziehen unsere Kragen hoch und fahren

über den Alex zur Schönhauser Allee. Unterwegs

wärmen wir die kalten Hände an den luftgekühlten

Zylindern. Heizgriffe braucht hier keine Sau.

Am Pfefferberg gibt es eine der besten Pizzerien

der Stadt. Das „Due Forni“ ist eine Institution.

Berüchtigt für unfreundliches Personal und punkige

Atmosphäre. Doch das einer Bahnhofshalle

nicht unähnliche Ambiente mit tätowierten Wänden

und Che Guevara über der offenen Küche

verträgt sich offenbar prächtig mit der Berliner

Schnauze. Zumal die Pizzen auf der nur in Italienisch

verfassten Karte legendär sind. Wer sich darauf

einstellt und das grundsätzliche Desinteresse

der Bedienung an den Gästen überwunden hat,

kann hier eine wirklich gute Zeit haben.

So parken wir unsere Motorräder direkt vor der

Tür, steigen die Treppen ins immer noch volle Lokal

hinauf und lassen unsere spontane Tour bei Pizza,

Wasser und Club-Mate gemächlich ausklingen.

Im Gespräch über Gott und die Welt wird

schließlich klar, dass unsere kleine Flucht aus

dem Alltag eigentlich immer machbar ist. Denn

unabhängig von Tageszeit, Potenz des fahrbaren

Untersatzes oder Anzahl schräglagenfreund licher

Kurven finden wir offenbar auch inmitten des

kontrastreichen Großstadtkerns unsere Therapie.

Die alten Guzzis wirken dabei als Verstärker. Sie

fordern weder körperlichen Tribut noch übermäßige

Konzentration. Stattdessen weitet sich der

Geist für neue Erkenntnisse.

Am nächsten Morgen stehe ich später auf

und genieße meinen Kaffee ganz entspannt

auf dem Balkon. Unten vor der Tür strahlt meine

Maschine in der Morgensonne. In Gedanken höre

ich sie flüstern: „Alltag, du kannst mich mal!“

www.motorradonline.de

LEBEN 127


SCHULE FÜR

SCHNELLE

Schnell Motorrad zu fahren will gelernt sein. Dies auf der

Landstraße mit Gegenverkehr und anderen Gefahren zu

tun ist nicht gut. Besser ist ein Renntraining mit fähigen

Instruktoren. Und am besten ist, man gewinnt es.

Von Thorsten Dentges; Fotos: MPS, Manning

Motorsportlich engagierte

Clubmitglieder können sich

bereits seit dem Aufruf in

MOTORRAD 5/2015 für einen

Startplatz beim PS-TunerGP bewerben

(Einsendeschluss: 22. Mai 2015). Außerdem

verlost die Sportmotorrad-Zeitschrift „PS“

je zehn Buff-Halstücher und Trinkflaschen

mit aufgedrucktem Logo unter www.

motorrad-helden .de. Nun hat die Redaktionscrew

für die Schnellfahrer

unter den Lesern

noch einen weiteren Goodie-

Hammer in petto: einen exklusiven

Frei-Startplatz beim ersten California

Superbike School-Training am 11. August

2015 in Mettet/Belgien. Besagtes Training

ist zugeschnitten auf Motorradfahrer, die

sich etwas mehr Schräg lage und härteres

Gasgeben zutrauen als beim gemütlichen

Landstraßenbummeln. Wohlgemerkt:

Mitmachen dürfen nicht nur erfahrene

Rennstreckenheizer, sondern auch Fahrer,

die ihre sportlichen Ambitionen bisher auf

öffentlichen Straßen ausgelebt haben.

Das Training der California Superbike

School (CSS) basiert auf einem durchdachtem

System von Keith Code, der bereits

Grand Prix-Helden wie Wayne Rainey unter

seinen Fittichen hatte. Die Idee der Schule:

Jeder Teilnehmer durchläuft einen genau

getakteten und strukturierten Trainingsplan.

Es gibt vier aufeinander aufbauende

Schwierigkeitsstufen – pro Renntag steht

ein Level auf dem Plan. Neben dem praktischen

Teil auf dem Motorrad findet immer

eine Session im „Klassenzimmer“

vor der Tafel statt. Dort werden die

Aufgaben für die jeweils nächsten

anstehenden Runden besprochen

und der Sinn dahinter erläutert.

Auf der Strecke wird anschließend

Zu gewinnen: „PS“-Trinkflasche

und Halstuch – oder sogar ein

Training mit den Instruktoren der

California Superbike School (Bild oben)

die Schnellfahr-Theorie in die Praxis umgesetzt,

und die Piloten müssen mit teils

sehr anspruchsvollen Aufgaben kämpfen.

„PS“-Front mann und -Redakteur Uwe Seitz

hat für eine Reportage in „PS“ 11/2014 selbst

an so einem Lehrgang teilgenommen und

berichtet: „Es lohnt sich, denn Runde für

Runde wird man nicht zuletzt durch begleitende

Instruktoren und eine sehr individuelle

Betreuung schneller.“ Interesse geweckt?

Dann Clubkarte zücken, Mitgliedsnummer

bereithalten und schnell bewerben unter

www.motorrad-helden.de!

HELDEN- Infos

Das lohnt sich: Entdeckt immer wieder

neue Möglichkeiten rund um

den Club ausweis. Alle I nfos über die

vielen Vorteile und aktuelle preisreduzierte

Produkte, Gewinnspiele,

den Zugang, die Aktivitäten, das

exklusive Wissen und den Mitgliederbereich

findet ihr auf

www.motorrad-helden.de

128 LEBEN 9/2015


Das neue Sonderheft MOTORRAD BMW SPEZIAL 1/2015

von Europas größter Motorradzeitschrift. Starke Maschinen,

harte Tests und viele spannende Geschichten.

JETZT AM

KIOSK

» DIREKTBESTELLUNG:

MOTORRADONLINE.DE/SONDERHEFT


R A T G E B E R

Kaufen, Recht, Wissen

Fahrbericht: Dunlop Trailsmart

GELÄNDE UND SPORT

Moderne Enduroreifen sollen sowohl auf top asphaltierten Straßen wie grob geschotterten

Pisten funktionieren. Wie meistert der Dunlop Trailsmart den Spagat? Erster Test.

Natürlich ist Dunlops neuer Enduroreifen in der Hauptsache für die

Straße entwickelt worden. Aber wie sieht es aus, wenn man GS &

Co. offroad fliegen lassen will? Bei der Präsentation in Spanien

legte man jedenfalls Wert darauf, dass man zunächst auch dieses Potenzial

des Trailsmart ausloten konnte. Und siehe da: Auf Schotterpisten

funktionierte der Dunlop-Gummi bei den ersten Fahrtests schon einmal

tadellos. Weiter ging es auf Asphalt – ohnehin das Revier, in dem der moderne

Enduropilot häufiger unterwegs sein wird. Beim großen MOTOR-

RAD-Reifentest 2013 erntete der Vorgänger Trailmax TR 91 (der übrigens

nicht mehr weitergebaut wird) großes Lob. Agilität und tolle Nassfahreigenschaften

sicherten ihm den „Kauftipp Landstraße“. Diesen grundsätz

lichen Charakter hat auch der Trailsmart behalten. Dunlop-typisch

braucht er etwas Anlaufzeit, dann aber passt es in puncto Zielgenauigkeit

und Grip. Das Problem des Vorgängers TR 91: sein starker Verschleiß.

Beim Trailsmart sprechen die Entwickler von 14 Prozent höherer Laufleistung.

Ob das aber stimmt, kann nur der nächste MOTORRAD-Reifentest

in diesem Segment klären. Dimensionen

und Freigaben unter www.dunlop.de

-Fazit

Bei seinem Debüt kann der

Dunlop Trailsmart bei idealen

Bedingungen vor allem auf

schweren Reiseenduros à la

BMW R 1200 GS überzeugen.

Offen ist aber, ob er an die

Regenqualität des Vorgängers

TR 91 anknüpfen kann.

DIE KONKURRENZ IM TEST

2013 traten im MOTORRAD-Reifentest sechs Gummipaarungen für große Reiseenduros zum Vergleich an.

Diese drei Modelle müssen sich nun mit den Neuerscheinungen 2015 messen.

Foto: Dunlop

-Fazit -Fazit -Fazit

Continental Trail Attack II Ein toller Landstraßenreifen

mit sehr guten Fahreigenschaften,

der bei Nässe ordentlich funktioniert und

nur mäßig verschleißt.

Aber: Shimmy und

Mankos beim

Geradeauslauf

kosten wiederum

Punkte.

Metzeler Tourance Next Unterm Strich

deckt der Metzeler-Enduroreifen den weitesten

Bereich im 2013er-Reifentest ab: gute

Fahreigenschaften im

Trockenen, die

besten bei Nässe

und der geringe

Verschleiß bringen

Platz 1.

Michelin Anakee 3 Geradeauslaufstabilität

bei Höchstgeschwindigkeit, geringer Verschleiß.

Der Anakee 3 überzeugt beim 2013er-

Test als der Reifen für flotte

Fernreise-Enduristen.

Im kleinen Kurvengeschlängel

überwiegen

aber die

Defizite.

130 RATGEBER 9/2015


TRAININGS-BOX

Fotos: Werk

NEU BEIM HÄNDLER

Neben Dunlop schicken auch Bridgestone und

Pirelli neue On-/Offroad-Reifen ins Rennen.

Und sogar Avon aus England will künftig bei

den dicken Reiseenduros mitmischen.

Pirelli Scorpion Trail II:

Pirelli-typisch glänzte der Vorgänger

Trail I im MOTORRAD-

Reifentest durch eine tolle Straßenperformance

und konnte

auch bei Regen noch überzeugen.

Der Nachfolger Trail II soll

nun laut Hersteller auch durch

seine hohe Laufleistung punkten.

Ein notwendiger Schritt:

Denn im 2013er-Reifentest verspielte

der Trail I durch starken

Verschleiß den Testsieg.

Bridgestone Adventure

A 40: Seit Jahren hinkte der

Vorgänger Battle Wing dem

Testfeld hinterher. Höchste Zeit

also, um dem Reiseenduristen

auch eine attraktive Alternative

aus Japan anzubieten. Der A 40

soll in Sachen Stabilität und

Haltbarkeit an den Battle Wing

anknüpfen. Die häufig kritisierten

Nassfahreigenschaften soll

der A 40 durch eine neue

Gummimischung verbessern.

Avon Trailrider: Im Reifensegment

für große Reiseenduros

gilt die englische Marke noch als

absoluter Exot. In den MOTOR-

RAD-Reifentests konnten sich

Avon-Reifen vor allem durch hohe

Laufleistung in Szene setzen,

enttäuschten aber durch ihre

Fahreigenschaften vor allem

auf nassen Straßen. Der Trailrider

soll nun durch seine Multicompound-Mischung

dagegenhalten.

Ab Mai im Handel.

Saisonfinale am Sachsenring

Aufgrund der hohen Nachfrage nach Sachsenring-Trainings

haben wir einen Zusatztermin am 24./25. September vereinbart,

bei dem wir ein kleines, feines Saisonfinale mit unseren Teilnehmern,

Sponsoren und

Partnern feiern möchten.

Im Teilnahmepreis ist

deshalb eine abendliche

Grillparty enthalten. Das

zweitägige Renntraining

kostet 349, der Sportfahrerlehrgang

599, die eintägige

Kurvenschule 319

Euro. Für Renntrainingseinsteiger

bieten wir eine

kostenlose Instruktion,

was dabei hilft, den schönen

und anspruchsvollen

Kurs besser zu verstehen.

Zusatztermin Nordschleife

Unser Perfektionstraining am 11./12. August ist nahezu ausverkauft,

weshalb es sich gut trifft, dass am 20./21. Juli ein

zweiter Termin angesetzt wurde. Ring pur kostet eintägig ab 499,

zweitägig 899 Euro und bietet ein geführtes Training von und mit

unseren Instruktoren auf

der exklusiv gemieteten

Nordschleife. Fahrzeit pro

Tag: zirka 240 Minuten; in

der Könner-Gruppe kommen

dabei Fahrleistungen

von bis zu 500 Kilometern

pro Tag zusammen. Natürlich

sind uns auch und

gerade Einsteiger herzlich

willkommen. Gefahren

wird nämlich in zwei Zeitblöcken,

sodass wirklich

jeder in den optimalen

Ring-Genuss kommt.

TERMINE

MOTORRAD action team, 70162 Stuttgart, Telefon 0711/182-19 77, Fax -2017

E-Mail: info@actionteam.de, Internet: www.actionteam.de

reisen

Foto: www.racepixx.de

Foto: www.racepixx.de

trainings

Saisonfinale am Sachsenring am 24./25.

September – jetzt aber fix anmelden

Nürburgring-Nordschleife exklusiv für

Motorräder, ab 499 Euro pro Tag

Nürburgring 30.04. (GP-Kurs) 219 Euro

Nürburgring 23./24.05. (Sprint) 429 Euro

Sachsenring 28./29.05. 349 Euro

Hockenheim 06.06. (GP-Kurs) 219 Euro

enduro

events

www.motorradonline.de

RATGEBER 131


R A T G E B E R

Kaufen, Recht, Wissen

Von Rennen bis Rallye

Foto: Arai

Mit den Compañero-Textilanzügen kümmert

sich Expeditionsausrüster Touratech nun

verstärkt um die Fahrerausstattung. Nächster

Schritt: der Enduro-Helm Aventuro mit einer

leichten Karbon-Außenschale. Je nach Terrain

lässt sich der Aventuro mit abnehmbarem

Schirm zum Integral- oder ohne Visier zum

Crosshelm umbauen. Ein Coolmax-Futter

soll Komfort an heißen Tagen bringen.

Preis: ab 499 Euro, Infos: www.touratech.de

TT-Design von Arai für Sportfahrer,

Allrounder für Reiseenduristen

von Caberg und Touratech.

Auch 2015 legt Arai wieder einen Helm für das

legendärste Straßenrennen der Welt auf: Ab

sofort ist der Sporthelm RX-7 GP im TT-Look

von Stardesigner Aldo Drudi erhältlich. Da die

Auflage limitiert ist, sollten Isle of Man-Fans

nicht lange zögern. Bestellungen nimmt jeder

Arai-Händler entgegen. TT-Reisende können

ihn direkt auf der Insel bei Crossan Motorcycles

kaufen. Preis: 1099 Euro, Infos: www.arai.de

Foto: Touratech

Ein Endurohelm zum Klappen? Auch das ist

mittlerweile kein Problem. Caberg zielt mit dem

Tourmax auf die wachsende Gemeinde der

Reiseenduristen, die den Offroad-Look mit den

praktischen Vorzügen eines klappbaren Kinnteils

kombinieren wollen. Ebenfalls inklusive:

Sonnenblende und die Vorbereitung für das

hauseigene Kommunikationssystem „Just

speak“. Preis: ab 249 Euro; Infos: www.germot.de

Schnell zur Hand

Alpinestars ist nicht nur einer der Chefausrüster

in der MotoGP, sondern

versorgt auch Otto Normalfahrer mit

feiner Sportware. Neu für die Vollgasfraktion:

der Rennhandschuh SP-1 mit Wildlederverstärkungen,

zahlreichen Polsterungen und einem

Knöchelschutz aus Karbon. Patentierte Fingerbrücken

sollen ein gefährliches Verdrehen

verhindern, perforierte Bündchen und Fingerseitenwände

Komfort an heißen Tagen bieten.

Preis: 129,95 Euro, Infos: www.alpinestars.com

GIB KAPPE

Lässiger Hoody von Polo: Im Stil der

hauseigenen Adventure-Marke Pharao gibt

es in den Polo-Shops oder über den Versand

unter www.polo-motorrad.de die Kapuzenjacke

„Minja“ aus 100 Prozent

Baumwolle in Orange mit

weißem Schriftzug auf

der Front, grau

abgesetztem

Kapuzenfutterstoff

und

zwei Einstecktaschen.

Preis:

34,95 Euro.

Foto: Polo Motorrad

Foto: Alpinestars

Foto: Caberg

Comic-Tipp

Auf der vorletzten Seite von MOTORRAD haben sich die Motomania-Comics

von Kultzeichner Holger Aue etabliert. In eine

ganz andere Richtung geht die Bilderstory „Rider on the Storm“.

Im klassischen Stil belgischer Comics erzählen Géro (Text, Story)

und Baudouin Deville (Zeichnung) im ersten Band der Reihe eine

Kriminalgeschichte, die im Jahr 1974 spielt. Zentrale Figur: Gaspard,

Sohn eines ermordeten Ehepaares, der auf seiner Kawasaki

750 H2 Mach III durch Brüssel flieht. 48 Seiten spannender Guckund

Lesespaß. Preis: 12,90 Euro, Bezug www.salleckpublications.de

Foto: Hertler

132 RATGEBER 9/2015


EUROPAREISEN

» Norwegen & Lofoten 18.07. – 01.08. 3890 €

» Masuren & Pommern 11.07. – 19.07. /

25.07. – 02.08. / 08.08. – 16.08. 990 €

» Kroatien 09.05. – 17.05. / 30.05. – 07.06. /

13.06. – 21.06. / 05.09. – 13.09. / 12.09. – 20.09. 1150 €

» Sardinien 16.05. – 23.05. / 13.09. – 23.09. ab 1490 €

» Dolomiten 02.06. – 06.06. / 07.07. – 11.07. /

01.09. – 05.09. 690 €

» Alpenkarussell 08.06. – 12.06. / 29.06. – 03.07. /

24.08. – 28.08. / 31.08. – 04.09. 550 €

JETZT GRATIS

BESTELLEN

FERNREISEN

» Namibia Special 08.11. - 22.11. / 07.12. – 21.12. / 28.12. – 11.01. ab 4640 €

» Nordthailand 07.11. – 21.11. / 26.12. – 09.01. 2016 ab 2690 €

» Pantanal 24.10. – 08.11. 4590 €

» Marokko 27.10. – 10.11. 2880 €

» Australien 08.11. – 28.11. 4850 €

» Nepal 04.10. – 18.10. 2960 €

TRAININGS

» Renntraining Nürburgring GP-Kurs 30.04. / 25.08. 219 €

» Renntraining Nürburgring GP-Sprint-Strecke 23. – 24.05. 429 €

» Renntraining Sachsenring 28. – 29.05. 349 €

» VIP-Fahrtraining Sachsenring 28. – 29.05. 699 €

» Renntraining Hockenheimring 6. – 7.06. 429 €

» Renntraining Bilster Berg 11. – 12.07. / 15. – 16.08. 419 €

» Sportfahrerlehrgang Bilster Berg 11. – 12.07. 599 €

» Sportfahrerlehrgang Sachsenring 23. – 24.07. 599 €

» Perfektionstraining Nordschleife 20./21.07. (1-tägig) ab 499 €

Perfektionstraining Nordschleife 11. – 12.08. (2-tägig) 990 €

» Renntraining Nürburgring 25.08. 219€

» Renntraining Sachsenring 24. – 25.09. 349€

» Kurvenschule Sachsenring 24./25.09. 319€

» Sportfahrerlehrgang Sachsenring 24. – 25.09. 599€

PROGRAMM JETZT GRATIS BESTELLEN: MOTORRAD ACTION TEAM, 70162 STUTTGART

FAX 0711/182-2017 TEL. 0711/182-1977 E-MAIL INFO@ACTIONTEAM.DE » WWW.ACTIONTEAM.DE » ACTION TEAM AUF FACEBOOK

PARTNER:

SPONSOREN:


R A T G E B E R

Kaufen, Recht, Wissen

Billiger Lappen oder teurer Schein?

Wo nur den Führerschein machen?

Dazu hat das Internetportal

www.fahrschulvergleich.

de die Kosten für den Motorradführerschein

(A/A1/A2) in deutschen Städten

verglichen. Besonders günstig kommt

man laut dieser Erhebung in der Hauptstadt

zur Zweiradlizenz. Bereits mit rund

740 Euro haben Berliner ihre zwölf Fahrstunden

und die Abschlussprüfung bezahlt.

Besonders sollte man die Preise innerhalb

Hamburg, Frankfurt oder Freiburg

vergleichen, wo man sonst im ungünstigsten

Fall rund 500 Euro mehr bezahlt.

Im Durchschnitt kostet der Motorradführerschein

in Deutschland 1200 Euro.

Motorradführerschein-Kosten in Deutschland

Min. Durch- Max.

schnitt

Berlin 741 € 1015 € 1275 €

Braunschweig 1325 € 1395 € 1465 €

Dortmund 1253 € 1376 € 1490 €

Düsseldorf 1027 € 1276 € 1475 €

Frankfurt 1315 € 1488 € 1759 €

Freiburg 1315 € 1560 € 1805 €

Hamburg 1159 € 1317 € 1649 €

Köln 1084 € 1242 € 1385 €

Leipzig 1078 € 1119 € 1160 €

München 1556 € 1708 € 1795 €

Deutschland Ø 1185 € 1200 € 1526 €

Foto: Archiv

Die Kombi im Angebot

Aragon heißt die neue

zweiteilige Prosports-

Lederkombination

von Hein Gericke, die ab

sofort in den Shops

zur Anprobe hängt

oder über den Versand

unter www.

hein-gericke.de

erhältlich ist.

Jacke und Hose

sind aus Rindsleder

und lassen

sich über einen

umlaufenden

Verbindungsreißverschluss

koppeln. Schulter,

Ellbogen und Kniepartie

sind mit CE-Protektoren

bestückt, der Schutz

lässt sich optional mit der

hauseigenen Hiprotec-

Serie auch an Rücken

oder Hüfte nachrüsten.

Erhältlich in Damen- und

Herrengrößen. Preise:

Jacke 249,99 Euro, Hose

199,99 Euro oder als

Set zum Sparpreis von

399,98 Euro.

Foto: Hein Gericke

SCHALLDRÜCKER

Akrapovic-Soundkit: klappengesteuerte Auspuffanlagen

gibt es etliche. Für Aufsehen oder besser gesagt

Aufhorchen wird mit Sicherheit das drahtlose

Soundsystem der slowenischen Edelschmiede

Akrapovic sorgen: Ein

Druck auf den Receiver genügt,

und schon wird per Bluetooth

ein Ventilsystem im Auspufftrakt

angesteuert, das für mehr Klangvolumen

sorgen soll. Infos über Modelle und

Verfügbarkeiten unter www.akrapovic.com

Ein Bügel fürs Eisen

Foto: Akrapovic

Speziell für Fahrschulen hat Gepäck- und Zubehörspezialist

Hepco & Becker den Frontschutzbügel für

Yamahas MT-125 entwickelt. Der anthrazitfarbene

Bügel soll sowohl den Lenker als auch die Armaturen und

den Scheinwerfer vor Umfall- oder Sturzschäden bewahren.

Preis: 164,50 Euro. Wer lieber Gepäck als einen zweiten Passagier

transportiert, kann im Austausch

gegen den Soziussitz das Sportrack mit

Befestigungspunkten für Gepäckrolle

oder Topcase montieren. Preis: 142 Euro.

Bezuginfos: www.hepco-becker.de

Foto: Hepco & Becker

134 RATGEBER 9/2015


SPORT-SONNENBRILLE

Für alle Fälle inkl. 2 Paar Wechselgläser

(Cat 2 oder 3, UV 400) und Etui.

DAS POWER-ANGEBOT

13 Ausgaben MOTORRAD

+ Clubmitgliedschaft

+ Prämie deiner Wahl

= NUR 47,95 €

MOTORRAD SPORTTASCHE

Robust und fl exibel mit abtrennbaren Seitentaschen.

Maße: ca. 60 x 27 x 29 cm.

DIE ABOVORTEILE:

13 x MOTORRAD

Das Geschenk als Dankeschön

1 zusätzliche Ausgabe

GRATIS bei Bankeinzug

Clubmitgliedschaft über 6 Monate mit vollem

Zugriff auf das Club-Portal motorrad-helden.de.

GLEICH BESTELLEN: WWW.MOTORRAD-HELDEN.DE/HALBJAHR

MOTORRAD Aboservice,

70138 Stuttgart

Tel. +49 (0) 711 - 320 688 99

Fax +49 (0) 711 - 182 255 0

www.motorrad-helden.de/halbjahr

motorrad@dpv.de

Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG, 70162 Stuttgart.

Registergericht Stuttgart HRA 9302. Geschäftsführer: Dr.

Volker Breid, Norbert Lehmann. Vertrieb: Belieferung,

Betreuung und Inkasso erfolgen durch DPV Deutscher

Pressevertrieb GmbH, Nils Oberschelp (Vorsitz), Heino

Dührkop, Dr. Michael Rathje, Düsternstraße 1, 20355 Hamburg,

als leistender Unternehmer. AG Hamburg, HRB 95752.

GLEICH AUSFÜLLEN UND ABO BESTELLEN

JA, ICH MÖCHTE MOTORRAD LESEN:

Bitte senden Sie mir das Halbjahresabo von MOTORRAD (13 Ausgaben) zusammen

mit der Prämie meiner Wahl wie angekreuzt für nur 47,95 € (A: 54,50 €, CH: 96,– SFr.,

weitere Auslandspreise auf Anfrage) zu. Außerdem werde ich für den Zeitraum von

6 Monaten automatisch Clubmitglied bei den MOTORRAD-HELDEN. Bei Bezahlung per Bankeinzug

erhalte ich eine zusätzliche Ausgabe GRATIS. Falls ich danach keine weiteren Hefte wünsche,

kann ich spätestens zum Erhalt der 11. Ausgabe beim MOTORRAD Aboservice, 70138 Stuttgart

kündigen. Im Voraus gezahlte Beiträge erhalte ich zurück. Die Clubmitgliedschaft endet dann automatisch.

Ansonsten bekomme ich MOTORRAD weiterhin für zzt. jährlich nur 95,90 € (A: 109,– €;

CH: 192,– SFr., weitere Auslandspreise auf Anfrage) und bin weiterhin Mitglied im

MOTORRAD-HELDEN-Club. Dieser Folgebezug ist jederzeit kündbar.

MEINE PERSÖNLICHEN ANGABEN: (bitte unbedingt ausfüllen)

Name, Vorname

Straße, Nr.

PLZ

Geburtsdatum

Ort

1 9

Telefon

E-Mail

Ja, ich möchte auch von weiteren Inhalten, Vorabnachrichten, Themen und Vorteilen profi tieren. Deshalb

bin ich damit einverstanden, dass mich Motor Presse Stuttgart und ihre zur Verlagsgruppe gehörenden

Unternehmen Rodale-Motor-Presse GmbH & Co. KG und Verlagsgesellschaft Stuttgart mit ihren Titeln

künftig per Telefon und E-Mail über weitere interessante Medienangebote informiert. Dieses Einverständnis

kann ich jederzeit per eMail an widerruf@dpv.de widerrufen.

ICH BEZAHLE PER BANKEINZUG UND ERHALTE EINE GRATIS-AUSGABE:

BIC

IBAN

Bankinstitut

Ich zahle per

Rechnung.

SEPA-Lastschriftmandat: Ich ermächtige die DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH, Düsternstr. 1-3,

20355 Hamburg, Gläubiger-Identifi kationsnummer DE77ZZZ00000004985, wiederkehrende Zahlungen

von meinem Konto mittels Lastschrift einzuziehen. Zugleich weise ich mein Kreditinstitut an, die

von der DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH auf mein Konto gezogenen Lastschriften einzulösen. Die

Mandatsreferenz wird mir separat mitgeteilt. Hinweis: Ich kann innerhalb von acht Wochen, beginnend

mit dem Belastungsdatum, die Erstattung des belasteten Betrages verlangen. Es gelten dabei die mit

meinem Kreditinstitut vereinbarten Bedingungen.

ICH WÄHLE DIESE ZUGABE: (Bitte nur 1 Kreuz machen)

Sport-Sonnenbrille

MOTORRAD Sporttasche

Verlagsgarantie: Sie können die Bestellung binnen 14 Tagen ohne Angabe von Gründen formlos widerrufen.

Die Frist beginnt an dem Tag, an dem Sie die erste bestellte Ausgabe erhalten, nicht jedoch vor

Erhalt einer Widerrufsbelehrung gemäß den Anforderungen von Art. 246a § 1 Abs. 2 Nr. 1 EGBGB. Zur

Wahrung der Frist genügt bereits das rechtzeitige Absenden Ihres eindeutig erklärten Entschlusses, die

Bestellung zu widerrufen. Sie können hierzu das Widerrufs-Muster aus Anlage 2 zu Art. 246a EGBGB

nutzen. Der Widerruf ist zu richten an:

MOTORRAD, Aboservice, Postfach, 70138 Stuttgart, Telefon: + 49 (0) 711 320 688 99,

Telefax: +49 (0) 711 182 255 0, E-Mail: motorrad@dpv.de

Datum/Unterschrift

Best.-Nr. 1301405

Club powered by

Club-Partner:

Jeder Leser eines Abonnements von MOTORRAD, PS oder MOTORRAD Classic und jeder Teilnehmer einer Reise oder eines Trainings des MOTORRAD action teams wird automatisch Mitglied im Club der MOTORRAD-HELDEN.

Und mit dem individuellen Clubausweis öffnet sich die ganze Vorteilswelt von www.motorrad-helden.de und der Club-Partner.


S P O R T

Grand Prix in Doha/QAT und Austin/USA

ZW

DREI

136 SPORT 9/2015


EI RENNEN

ERKENNTNISSE

Jonas Folger feierte in Qatar einen Sieg und ging in

Texas sang- und klanglos unter. In der Moto3-WM

gewinnen deutsche Teams – ohne deutsche Fahrer. Und in

der Königsklasse weht Weltmeister Marc Márquez schärferer

Wind ins Gesicht. Dank Valentino Rossi und weil Ducati mit der

neuen Desmosedici ein großer Wurf gelang.

Von Friedemann Kirn; Fotos: 2snap

Andrea Dovizioso auf Ducati (#04), Marc Márquez auf Honda (#93)

und Valentino Rossi auf Yamaha: drei Fahrer und drei Marken, die

dieses Jahr MotoGP-Weltmeister werden können

www.motorradonline.de

SPORT 137


MotoGP-Altmeister Valentino

Rossi (links und #46)

verblüffte Konkurrenz und

Fans mit einem Sieg beim

Saisonauftakt in Qatar

und war auch in Texas

schneller als Teamkollege

Jorge Lorenzo (#99)

Grand Prix-Saisonstart

Schon vor dem Grand Prix in Texas

zählte Sam Lowes zu den Helden

der Moto2-Kategorie. Auf der

Speed-up, einer Außenseitermaschine,

stahl er der Kalex-Übermacht häufig

mit Bestzeiten die Show. Ebenso häufig

stürzte er in den Rennen, wofür er das mangelnde

Gefühl für den Grenzbereich mit seiner

Karbonschwinge verantwortlich machte.

Auf dem Circuit of the Americas wurde

eine Aluminiumschwinge montiert, worauf

Lowes im Sattel blieb und sich dem italienischen

Speed-up-Hersteller Luca Boscoscuro

als strahlender Sieger präsentierte.

Es war der verdiente Trost für den missglückten

Saisonauftakt in Qatar, wo er nach

der Pole Position und einer frühen Führung

in der zweiten Runde an zweiter Stelle liegend

abgeschmiert war. Nach dem Sturz

des Briten lag Johann Zarco unbedrängt in

Führung, fuhr aber ebenfalls am Triumph

vorbei, weil drei Runden vor Schluss sein

Schaltgestänge auseinanderfiel. Der Franzose

fuhr das Rennen im dritten Gang zu

Ende und fiel auf den achten Platz zurück.

Und so kam es, dass Jonas Folger in

diesem historischen Finale zum neuen Spitzenreiter

wurde. Wie er sich gefühlt hat,

als er so plötzlich mutterseelenallein und

unangefochten einen Moto2-Grand-Prix

anführte? „Nervös bin i worden“, sagte der

Bayer. Folger fuhr die restlichen Kilometer

trotzdem fehlerfrei zu Ende, worauf sich der

21-Jährige mit seinem spanischen Team in

den Armen lag und den bislang größten

Triumph seiner Karriere feiern durfte. Zu

den Gratulanten zählte auch Teambesitzer

Karlos Arguiñano, der das Rennen zu Hause

in Spanien am Fernseher verfolgt hatte und

trotz seiner langen Fernsehkoch-Karriere

keinen geraden Satz am Telefon formulieren

konnte. „Dem haben die Worte gefehlt.

Das ganze Team war sprachlos. Wir haben

alle nur Freudentränen in den Augen

gehabt. Es war ein Moment, den ich nie

vergessen werde“, schilderte Folger.

Vielleicht war er auch deshalb so schön,

weil er die Möglichkeit eines Sieges gar

nicht in Betracht gezogen hatte. „Mein persönliches

Ziel war, unter die ersten fünf zu

kommen und nach dem Start keine Plätze

zu verlieren. Mit dem Sieg habe ich nicht

Der erste Moto2-GP-Sieg für Jonas Folger und sein AGR-Team wurde in Qatar kräftig bejubelt.

Dann kam das Wochenende in Texas mit einem Tiefschlag: Abstimmungsprobleme, null Punkte

138 SPORT


gerechnet, das war eine totale Überraschung

für uns alle.“

Und er war der Lohn für eine gewissenhafte

Vorbereitung. Mit seinem Freund

Marcel Schrötter und einem neuen Trainer

hatte Folger über den Winter ein strenges

Fitnessprogramm mit Zirkeltraining im

Gym, mit Joggen, Radfahren und Bergwandern

absolviert und die verbliebene Zeit

wechselweise auf Motocross-, Supermoto-

und Dirt Track-Maschinen verbracht.

Genauso fit zeigte sich sein Team, das mit

einem Jahr gemeinsamer Erfahrung

und den nötigen Abstimmungsdaten im

Rücken für die Losail-Piste auf Anhieb

das richtige Motorrad-Setup bereitstellte.

Entsprechend groß war der Tatendrang,

als das Team zehn Tage später zum zweiten

Grand Prix in die USA weiterreiste. „Der Sieg

in Qatar hat uns alle motiviert. Wir sind

Aluminium- statt Karbonschwinge im Speed-up-Chassis, und als Folge der Moto2-Sieg

in Texas: Der Brite Sam Lowes bewies, dass nicht nur Kalex-Fahrer siegfähig sind

www.motorradonline.de

noch nie so glücklich zu einem Rennwochenende

gegangen“, verriet Folger vor

dem Trainingsbeginn in Texas.

Umso schmerzhafter war es, als der Erfolgszug

dort wieder entgleiste. Trotz aller

Experimente an der Balance des Motorrads

und an der Dämpfung der Gabel untersteuerte

die Kalex und bot zu wenig Gefühl fürs

Vorderrad, weshalb Folger im Qualifying

auf Rang 19 abrutschte und im Rennen als

16. ohne Punkte blieb. „Wir haben das Motorrad

fürs Rennen noch einmal massiv umgebaut,

doch es hat nichts bewirkt. Andere

Teams haben die Umstellung von Qatar auf

diese Piste mit zwei Handgriffen bewältigt,

wir sind dagegen das ganze Wochenende

über wie gegen eine Wand gefahren. Die

Enttäuschung ist riesengroß“, murmelte er.

Vielleicht dreht er den Spieß beim

nächsten Lauf wieder um – so wie Marc

Márquez in der MotoGP-Klasse. In Qatar

hatte sich der Weltmeister vor der ersten

Kurve verbremst und sich fast als Letzter

auf eine frenetische Aufholjagd gemacht,

bei der er seinen Landsmann Álvaro Bautista

von der Strecke rammte, die Reifen überhitzte

und mit Ach und Krach noch auf

dem fünften Rang ins Ziel kam. Weil Dani

Pedrosa Unterarmbeschwerden hatte (siehe

Kasten auf Seite 143) und Jorge Lorenzo

SPORT 139


Spitzenzeiten bei heftigem Regen (oben), ein Spurt durch die Boxengasse

vor der Qualifikationsrekordrunde (unten) und schließlich der

überlegene Rennsieg (links): Marc Márquez gelingt irgendwie alles

Foto: HRC

Grand Prix-Saisonstart

wegen eines verrutschten Helm-Innenpolsters

Sichtprobleme bekam, stand zum

ersten Mal seit dem China-GP 2005 kein

Spanier auf dem MotoGP-Podium. Dass

kein Honda-Pilot unter die ersten drei kam,

hatte einen ähnlichen Seltenheitswert.

Doch in Texas schlug das Imperium zurück.

Wie motiviert Marc Márquez auf der

Strecke war, auf der er schon die ersten

beiden Texas-Grands-Prix 2013 und 2014

gewonnen hatte, zeigte das Qualifying.

Der 22-jährige Superstar war für den letzten,

entscheidenden Run auf die Strecke

hinausgefahren, doch als er aus der ersten

Runde auf die Zielgerade zurückkam und

für seine Time-Attack Vollgas geben wollte,

sah er plötzlich ein Warnlicht im Cockpit –

eines von der Sorte, die einen unmittelbar

bevorstehenden kapitalen Motorschaden

andeuten. „Die Ingenieure haben mir eingeschärft,

das Motorrad sofort abzustellen,

wenn dieses Warnlicht leuchtet“, erklärte

Márquez später, weshalb er seine Maschine

am Ende der Zielgeraden an die Mauer

lehnte. Zu diesem Zeitpunkt fehlten genau

2.40 Minuten bis zum Ende der Session.

Der erste Weltrekord, den Márquez nun

aufstellte, war der in der Disziplin Sprint mit

Helm, Leder und Handschuhen. Wie Usain

Bolt spurtete er die lange Boxengasse entlang

und sprang auf die Ersatzmaschine,

die seine Mechanikertruppe bereits angeworfen

hatten.

Der zweite Bestwert war ein magischer,

unglaublicher neuer Streckenrekord, und

zwar weniger wegen der Rundenzeit als

wegen der Art und Weise, in der er zustande

kam. Die Zweitmaschine hatte den mittleren

statt des besseren, harten Vorderreifens

montiert und auch alles andere als ein

optimales Setup, Márquez schwitzte in

Strömen, rang unter dem Helm nach Luft,

und die Sekunden tickten unerbittlich.

Gerade noch rechtzeitig, drei Sekunden vor

dem Abwinken, querte er den Zielstrich

zu seiner letzten, fliegenden Runde. Andrea

Dovizioso war zu diesem Zeitpunkt Erster,

Márquez stand als Siebter in der Liste.

Jetzt aber fuhr er jenseits aller Limits,

rat terte über die Randsteine, verpasste die

Linien, bremste sich selbst aus und schweb-

Texas-Torturen: Zu wenig medizinisches

Personal, ein Hund auf

der Piste und ein Wasserschaden

sorgten für Verzögerungen

140 SPORT 9/2015


Meine Jugend.

Meine Motorräder.

Meine Zeitschrift.

Jetzt

10 Ausgaben

pro Jahr

Früher gab es sie noch. Maschinen

mit Charakter, Motorräder mit Charme.

In MOTORRAD Classic kann man diese

Klassiker neu erleben, in faszinierenden

Geschichten über Menschen, Marken

und Modelle.

Mit vielen Praxistipps zu Reparatur

und Restaurierung.

Auch als E-Paper

fürs iPad erhältlich

www.motorrad-classic.de


Zweimal Platz zwei: Andrea Dovizioso (oben vor Valentino Rossi und

Andrea Iannone sowie links) bewies, dass die neue Ducati siegfähig ist

Grand Prix-Saisonstart

te mit seiner wackelnden Maschine überall

in akuter Sturzgefahr. In einer Kurve ging

er so früh ans Gas, dass er einen Highsider

abfangen musste und mehrere Zehntelsekunden

liegen ließ. Und trotzdem war er

am Ende vorn. Es war eine Runde, die die

Zuschauer ehrfürchtig applaudieren ließ –

und die den Konkurrenten zeigte, wie viel

Reserven Márquez auf seiner Lieblingsstrecke

im Notfall mobilisieren kann. Am nächsten

Tag fuhr er – aus Sicherheitsgründen

mit einem neuen Motor ausgerüstet – zu

einem souveränen Sieg.

Doch insgesamt bläst Márquez in diesem

Jahr ein deutlich stärkerer Wind ins Gesicht.

Zum einen von Valentino Rossi. Wie

ein guter Wein scheint der Rennveteran immer

besser zu werden, je älter er wird. „Er ist

noch entschlossener, noch besser in Form,

sieht seine Möglichkeiten noch klarer als

im letzten Jahr“, erklärte sein Cheftechniker

Silvano Galbusera. „Und er überrascht mich

immer aufs Neue damit, wie er sich sein

Rennen einteilt und wie sicher er in seinen

Entscheidungen ist.“

Der Saisonauftakt in Qatar war dafür das

beste Beispiel. „Für die Yamaha gibt es kein

Setup, das zu 90 Prozent auf praktisch allen

Rennstrecken funktioniert. Wir müssen das

Motorrad jedes Mal neu abstimmen, nicht

nur auf den Streckenverlauf, sondern auch

auf das Wetter und die Reifen. Der letzte

Schritt passiert meist erst im Warm-up vor

dem Rennen, und Valentino ist mit seiner

Erfahrung und seinem Verständnis für die

Technik des Motorrads dabei eine entscheidende

Hilfe.“ Auch in Qatar krempelte das

Team die Abstimmung nach dem achten

Platz im Qualifying noch einmal völlig um.

Als einziger der sechs Top-Piloten entschied

sich Rossi dabei für den härteren der beiden

Vorderreifen, was ihm im Finale zugutekommen

sollte.

Zunächst aber lag jede Menge Arbeit vor

ihm. Weil sein Hinterrad am Start zu sehr

durchdrehte, fiel er weit zurück und war

zunächst Zehnter. „Ich habe dann schnell

erkannt, dass wir ein gutes Paket geschnürt

hatten, und begann aufzuholen. Mein Motorrad

funktionierte von Runde zu Runde

besser, ich konnte mich auch fahrerisch

steigern, während viele meiner Rivalen

Pro bleme bekamen. In den letzten beiden

Runden war ich vorne und hörte beim

Bremsen das Gebrüll von Doviziosos Ducati

neben mir. Dann legte ich mich noch mehr

ins Zeug – und als ich den Ducati-Motor

in der letzten Kurve nicht mehr hörte, bin

ich mit einem Grinsen unterm Helm über

die Ziellinie gefahren“, schilderte er, wie er

seine Gegner zur Strecke gebracht hatte.

Marc Márquez hätte keine Ausnahme

gemacht, war Rossi überzeugt. „Natürlich

dachte ich, ohne ihn wird’s leichter, als er

die erste Kurve verpasste. Aber ich hätte so

oder so gewonnen. In Le Mans im letzten

Jahr war er nach einem Fehler in der ersten

Runde Zwölfter und ist danach mit Leichtigkeit

auf und davon gefahren. Doch hier

war er keineswegs überlegen.“

Anders als im letzten Jahr, so Rossis

Rechnung, werden in der neuen Saison

bereits kleinere Fehler von Marc Márquez

zu stattlichen Punktverlusten führen, denn

ne ben Yamaha ist plötzlich auch Ducati

zur Stelle. Andrea Iannone, eben erst zum

Ducati-Werkspiloten aufgestiegen, fuhr in

Qatar auf Anhieb als Dritter aufs Podest.

Andrea Dovizioso holte die Pole Position

und gestand nach dem Rennen, er sei auch

ein bisschen enttäuscht über den zweiten

Platz, nachdem er so lange geführt und um

den Sieg gekämpft hatte.

Die neue Desmosedici GP15, so zeigte

sich, funktionierte nicht nur mit weichen

Reifen für eine schnelle Runde, so wie das

Vorgängermodell, sondern war auch über

die Renndistanz mit der mittleren Reifenmischung

voll konkurrenzfähig. „Ich bin

bes ser unterwegs als zuvor mit Yamaha und

Honda“, so Dovizioso.

Ein Vorteil der neuen, schlanker und

attraktiver gewordenen Maschine ist das

Zwei Rennen ohne Punktausbeute: In Texas wurde Stefan Bradl (#6) von

Jack Miller (#43) aus dem Sattel seiner Open Class-Yamaha geholt

142 SPORT


Fahr verhalten: Das notorische Untersteuern

ist Vergangenheit, jetzt hält das Motorrad

in schnellen wie in engen Kurven brav die

Spur, vielleicht vom Rennende in Qatar abgesehen,

an dem Dovizioso zusehends

Traktionsprobleme hatte. Der zweite Vorteil

sind die pfeilschnellen Motoren. Dovizioso

meldete in Austin, vor allem im vierten,

fünften und sechsten Gang sei er eine Spur

flotter als die Konkurrenz. „Der Vorteil von

Ducati hat vor allem mit der Anzahl der Motoren

zu tun. Wir müssen mit fünf haushalten,

Ducati hat dagegen zwölf Aggregate

pro Fahrer zur Verfügung und kann sie entsprechend

höher drehen lassen“, erklärte

Rossi-Cheftechniker Silvano Galbusera.

Doch natürlich spielt auch der Faktor Benzinverbrauch

eine Rolle. Während Honda

und Yamaha pro Rennen nur 20 Liter verbrennen

dürfen, waren Ducati bis zum Qatar-Grand-Prix

24 Liter gestattet. Nach den

Erfolgen von Dovizioso und Iannone wurde

die erlaubte Treibstoffmenge dem Reglement

entsprechend auf 22 Liter reduziert.

„Kein Problem, wir haben den Tank noch

nie ganz gefüllt“, winkte Ducati Corse-Chef

Gigi Dall’Igna ab. Allerdings ging es in Austin

knapper zu, als er zugeben mochte: Nur

wenige Hundert Meter nach Erreichen des

Zielstrichs rollten sowohl Dovizioso als auch

Iannone mit leerem Benzintank aus, worauf

Dovizioso auf dem Heckbürzel eines Kollegen

in Richtung Box zurücktrampte.

Von diesem kleinen Missgeschick abgesehen,

blieb das Ducati-Lager in euphori-

Casey Stoner Kein Ersatz für den verletzten Dani Pedrosa

Der schwache sechste Platz von Dani

Pedrosa beim MotoGP-Saisonauftakt in

Qatar war in Wirklichkeit eine starke Leistung.

Der 29-jährige Spanier fuhr quasi einhändig,

das unter Motorradrennfahrern gefürchtete

„Armpumpen“ im rechten Unterarm

war so heftig, dass er kaum bremsen

und Gas geben, geschweige denn kräftig am

Lenker zupacken konnte. Trotzdem verlor

der Honda-Star im Schnitt nur eine halbe

Sekunde pro Runde auf die Spitzenreiter.

Schon im Mai vergangenen Jahres hatte sich

Pedrosa einer wenig erfolgreichen Operation

unterzogen. Die Mehrheit der Ärzte riet

von einem weiteren Eingriff ab, selbst der

berühmte Sportler-Chirurg Dr. Xavier Mir

aus Barcelona schüttelte den Kopf, sodass

Pedrosa in seiner ersten Enttäuschung sogar

von einem Rücktritt redete. Dr. Angel

Vil lamor, ein Kollege aus Madrid, operierte

schließlich doch, wobei er in zweistündiger

Kleinarbeit die Faszien, eine die Unterarmmuskeln

einengende Haut, abschälte. Der

Eingriff sei erfolgreich verlaufen, hieß es, in

vier bis sechs Wochen sei Pedrosa wieder fit.

Kein Geringerer als Hondas früh in den Ruhestand

gegangener Ex-Weltmeister Casey

Stoner brachte sich als Vertreter Pedrosas

für das anstehende Übersee-Rennen in

Texas ins Spiel. Doch zwei Tage später, nach

langen Beratungen im Hauptquartier der

Honda Racing Corporation in Japan, sagte

Teamchef Shuhei Nakamoto ab und holte

stattdessen Honda-Testpilot Hiroshi Aoyama

ins Team. „Ich war sehr überrascht, als Casey

fragte, ob er in Austin fahren könne. Er war

es, der mit uns Kontakt aufnahm“, so der

Japaner. „Zu Beginn war ich begeistert, doch

bei unserem Meeting mit Technikchef Shinichi

Kokubu und Entwicklungsleiter Takeo

Yokoyama haben wir uns für eine Absage

entschieden. Für uns, für HRC, ist Casey

sehr, sehr wichtig, ein VIP. Und wenn er ein

MotoGP-Comeback gibt, muss er mindestens

um Rang drei kämpfen können.“

Doch ein Podestplatz wäre in Austin kaum in

Reichweite gewesen. Im Februar hatte Stoner

die neue Honda RC213V zwar einen Tag

lang getestet, dabei aber nur einige Teile

ausprobiert und kein Setup für den eigenen

Geschmack erarbeitet, weshalb er auch um

1,5 Sekunden über seiner eigenen Bestzeit

auf der Sepang-Strecke geblieben war. Für

das Austin-Rennen hätte er erst eine Basisabstimmung

suchen müssen, doch für einen

Sondertest fehlte die Zeit.

Stoners früherer Cheftechniker Christian Gabarrini

ist mittlerweile als Crew-Chief von

Jack Miller beschäftigt und könnte ihm auch

nicht zur Seite stehen. Pedrosas neuer Cheftechniker

Ramón Aurín hatte zwar das nötige

technische Know-how, aber noch nie mit

Stoner zusammengearbeitet. Hinzu kam,

dass Stoner auf dem Circuit of the Americas

noch keine einzige Runde gedreht hatte.

Alles in allem drohte die Gefahr, dass Stoner

– so wie Troy Bayliss bei seinem kurzen

Comeback auf Ducati in der Superbike-WM

– untergehen, dass sein eigenes Image

Schaden nehmen und er die plötzlich wieder

erwach te Lust am Rennfahren womöglich

ebenso schnell wieder verlieren könnte.

„Casey ist für mich wie ein Sohn. Die Absage

ist mir schwer, wirklich schwer gefallen“,

seufzte Nakamoto.

Bei Stoner stieß sie auf wenig Verständnis.

„Schade. Ich wollte in Texas doch nur meinen

Spaß haben“, tweetete er und signalisierte

damit, dass er keinesfalls von Siegchancen

geträumt hatte. Die kehren nach

Einschätzung von Ex-500er-Weltmeister Kevin

Schwantz nach den Acht Stunden von

Suzuka am 26. Juli zurück, die Casey Stoner

mit Michael van der Mark und Takumi Takahashi

als Teamkollegen bestreiten wird.

„Wenn du ein paar Stunden am Stück so ein

Rennen fährst, kehren die Reflexe zurück.

Ein Superbike ist zwar keine MotoGP-Maschine,

aber immer noch besser, als daheim

auf dem Sofa zu sitzen“, erklärte Schwantz.

Vielleicht wird das MotoGP-Comeback Stoners

ja anschließend Wirklichkeit, womöglich

mit einer Wild Card bei seinem Heimspiel

in Australien. „Stoner hier in Austin

nicht fahren zu lassen, war die richtige Entscheidung.

In Phillip Island wäre die Situation

ganz anders“, überlegte Eurosport-Experte

Alex Hofmann. „Dort war Casey immer

überlegen, fuhr der Konkurrenz um eine Sekunde

pro Runde davon. Selbst nach seiner

Rennpause sind davon bestimmt noch ein,

zwei Zehntel übrig und ein Sieg möglich.“

Casey Stoner (links) wollte als Teamkollege von Marc Márquez Dani Pedrosa ersetzen, dem sein Team eine Botschaft sandte

www.motorradonline.de

SPORT 143


Der 15-jährige Fabio Quartararo auf dem

Podest (links), dazu Danny Kent und Efren

Vázquez im Leopard-Look des Kiefer-Teams

Teamchef Dirk Heidolfs

Freude über Alexis

Masbous Sieg in Qatar

Fabio Quartararo (#20) ist das nächste Talent aus der spanischen

Meisterschaft und eroberte im zweiten Moto3-GP

seines Lebens gegen viele erfahrenere Gegner Platz zwei

Grand Prix-Saisonstart

scher Stimmung. Dovizioso hatte auf Platz

zwei im Training auch Platz zwei im Rennen

folgen lassen, wobei er an Valentino Rossi

Revanche nahm und die wiedergewonnene

Stärke des Ducati-Teams nachdrücklich

unterstrich. „Wir haben zwei gute Rennen

hinter uns, doch die Arbeit geht weiter.

Wir müssen die Bremsstabilität verbessern,

außerdem brauchen wir mehr Traktion“,

forderte er neue Anstrengungen seiner Ingenieursmannschaft.

Rossi klagte nach dem dritten Platz

darüber, die Austin-Strecke habe seine Vorderreifen

verschlissen, selbst die härteste

Variante, und er hätte zu weich und kontrolliert

fahren müssen, um Dovizioso abermals

besiegen zu können.

Rossis Sorgen waren freilich nichts im

Vergleich zu dem, was sein Markengefährte

Stefan Bradl in den ersten beiden Rennen

durchmachte. In Qatar plagte er sich mit

einem ganzen Sack voller Probleme, von

defekten Speed-Sensoren, die die Elektronik

durcheinanderbrachten, bis zu heftigem

Rattern am Hinterrad im Qualifying. Im Rennen

hätte er trotzdem fast Punkte geholt,

machte in der letzten Kurve aber einen

„dummen Fehler“, den Maverick Viñales

und Héctor Barberá ausnutzten, um ihn auf

den 16. Rang zu verdrängen.

In Texas lief es zunächst etwas besser.

Bradl hatte sich in den ersten drei Runden

bereits vom 14. Startplatz an Klassenneuling

Jack Miller vorbei auf Rang elf gekämpft, als

der Australier beim Anbremsen der ersten

Kurve Bradls Hinterrad berührte und einen

Ausrutscher heraufbeschwor. „Es hätte ein

gutes Ergebnis werden können, wurde uns

aber kaputt gemacht“, seufzte Bradl. „Doch

wir richten den Blick nach vorn und wissen,

dass wir mehr Potenzial haben. Ich bin der

Ergebnisse Grand Prix in Austin/USA

Meinung, dass wir die Open Class gewinnen

und weiter vorne mitfahren können, wenn

ein Wochenende einigermaßen rundläuft.“

So rund wie schon lange nicht mehr

läuft es derzeit für die deutschen Moto3-

Teams: Landete der Team Germany-Rennstall

von Dirk Heidolf mit dem Franzosen

Alexis Masbou den ersten Sieg des Jahres in

Qatar, so konterte das zu Leopard Racing

umgetaufte Team der Brüder Stefan und

Jochen Kiefer mit einem Sieg von Danny

Kent und einem dritten Platz von Efrén Vázquez

in Texas. Kent führt damit die WM an.

Doch auch für dieses Prestigeduell ist

bereits neue Gefahr im Verzug: Fabio Quartararo,

das noch 15-jährige französische

Wunderkind des Estrella Galicia-Teams, fuhr

im zweiten WM-Lauf seiner jungen Karriere

bereits auf den zweiten Rang.

www.motorradonline.de/sport

Datum: 12. April 2015

Streckenlänge: 5,513 km

Wetter: trocken

Zuschauer: 119 673**

MotoGP

21 Runden (= 115,773 km) WM-Stand

Fahrer/Nation Maschine Zeit/min Fahrer Pkt.

1. Marc Márquez (E) Honda 43.47,150 Rossi 41

2. Andrea Dovizioso (I) Ducati* +2,354 Dovizioso 40

3. Valentino Rossi (I) Yamaha +3,120 Márquez 36

4. Jorge Lorenzo (E) Yamaha +6,682 Iannone 27

5. Andrea Iannone (I) Ducati* +7,584 Lorenzo 26

6. Bradley Smith (GB) Yamaha +10,557 Smith 18

7. Cal Crutchlow (GB) Honda +16,967 Crutchlow 18

8. Aleix Espargaró (E) Suzuki* +19,025 A. Espargaró 13

9. Maverick Viñales (E) Suzuki* +38,570 Pedrosa 10

10. Danilo Petrucci (I) Ducati* +41,796 Petrucci 10

11. Hiroshi Aoyama (J) Honda +47,199 Viñales 9

12. Héctor Barberá (E) Ducati* +47,339 P. Espargaró 7

13. Nicky Hayden (USA) Honda* +56,484 Hernández 6

14. Jack Miller (AUS) Honda* +56,731 Aoyama 5

15. Álvaro Bautista (E) Aprilia* +57,372 Barberá 5

Trainingsbestzeit: Márquez in 2.02,135 min = 162,499 km/h

Schnellste Rennrunde: Iannone in 2.04,251 min = 159,732 km/h

Schnitt des Siegers: 158,644 km/h

Moto2

19 Runden (= 104,747 km) WM-Stand

Fahrer/Nation Maschine Zeit/min Fahrer Pkt.

1. Sam Lowes (GB) Speed-up 41.45,565 Rins 29

2. Johann Zarco (F) Kalex +1,999 Zarco 28

3. Alex Rins (E) Kalex +4,622 Folger 25

4. Tito Rabat (E) Kalex +8,975 Lowes 25

5. Franco Morbidelli (I) Kalex +12,976 Morbidelli 22

6. Hafizh Syahrin (MAL) Kalex +14,168 Siméon 20

7. Anthony West (AUS) Speed-up +17,271 Lüthi 20

8. Mika Kallio (FIN) Kalex +17,513 Kallio 18

9. Julián Simón (E) Speed-up +17,689 Syahrin 14

10. Takaaki Nakagami (J) Kalex +17,764 Rabat 13

11. Simone Corsi (I) Kalex +17,982 Cortese 11

12. Thomas Lüthi (CH) Kalex +24,824 Simón 10

13. Marcel Schrötter (D) Tech 3 +26,016 West 9

14. Sandro Cortese (D) Kalex +27,456 Nakagami 8

15. Alex Márquez (E) Kalex +28,568 Rossi 7

Trainingsbestzeit: Siméon in 2.09,888 min = 152,799 km/h

Schnellste Rennrunde: Lowes in 2.10,578 min = 151,992 km/h

Schnitt des Siegers: 150,501 km/h

Moto3

18 Runden (= 99,234 km) WM-Stand

Fahrer/Nation Maschine Zeit/min Fahrer Pkt.

1. Danny Kent (GB) Honda 41.32,287 Kent 41

2. Fabio Quartararo (F) Honda +8,532 Bastianini 33

3. Efrén Vázquez (E) Honda +8,652 Quartararo 29

4. Enea Bastianini (I) Honda +8,811 Vázquez 29

5. Brad Binder (RSA) KTM +9,556 Masbou 25

6. John McPhee (GB) Honda +13,869 McPhee 21

7. Andrea Locatelli (I) Honda +20,442 Binder 17

8. Romano Fenati (I) KTM +20,611 Viñales 17

9. Isaac Viñales (E) Husqvarna +20,863 Locatelli 14

10. Karel Hanika (CZ) KTM +20,913 Hanika 9

11. Jakub Kornfeil (CZ) KTM +21,249 Antonelli 8

12. Andrea Migno (I) KTM +23,725 Fenati 8

13. Phillip Öttl (D) KTM +32,218 Bagnaia 7

14. Niklas Ajo (FIN) KTM +36,702 Kornfeil 5

15. Matteo Ferrari (I) Mahindra +37,283 Öttl 5

Trainingsbestzeit: Kent in 2.15,344 min = 146,640 km/h

Schnellste Rennrunde: Oliveira in 2.17,559 min = 144,278 km/h

Schnitt des Siegers: 143,339 km/h

* kennzeichnet Motorräder der MotoGP-Klasse, die von den Vorteilen der Open-Kategorie profitieren: 24 statt 20 Liter Benzin pro Rennen, optional weichere Hinterradreifen, zwölf statt fünf Motoren pro Jahr

sowie freie Weiterentwicklung der Motoren. Für diese Maschinen ist die Verwendung der Dorna-Einheitselektronik für die Motorsteuerung Pflicht; ** Gesamtzuschauerzahl an drei Tagen

144 SPORT 9/2015


MIT FLACHER SCHEIBE

ZUM FLACHEN BAUCH.

Men’s Health jetzt mit Gratis-Workout-DVD.

VON STEAK

BIS TOFU –

AB SOFORT

BESSER ESSEN.

SO WERDEN SIE

ZUM FRAUEN-

MAGNETEN.

POWER-ARME

FÜR DIE

T-SHIRT-SAISON.

JETZT AM

KIOSK.

Jetzt E-Magazin gratis testen:

MensHealth.de/emag


S

K

P

O

O

M

R T

P A K T

Chaz Davies (#7, ganz rechts) feierte

den ersten WM-Sieg der Ducati

Panigale ausgelassen, Jonathan

Rea (rechts) genoss die WM-Führung

eher gelassen. Ihre britischen

Landsleute Leon Haslam (#91) und

Tom Sykes (#66) fuhren je einmal

auf einen Podestplatz

◼Superbike-WM ◼

in Alcañiz/E

Panigale kann siegen

Noch immer ist Ducati die Marke mit den

meisten Rennsiegen in der Superbike-

WM, doch als die Italiener vor zwei Jahren

das neue Modell 1199 Panigale R als offi zi elle

Werksmaschine installierten, war damit

Schluss. Am vergangenen Wochenende

hatte die Durststrecke ein Ende. Bereits im

ersten der beiden Läufe auf der leicht modifizierten

Rennstrecke im Motorland Aragón

bei Alcañiz/Spanien kämpfte Ducati-Werksfahrer

Chaz Davies um den Sieg, den er

schließlich um die Winzigkeit von 0,051 Sekunden

verpasste – Kawasaki-Pilot Jonathan

Rea feierte den vierten Erfolg im fünften

Rennen. Am Nachmittag jedoch war Davies

nicht zu halten. Bereits in der ersten Kurve

übernahm er die Spitze und kam schließlich

mit dem deutlichen Vorsprung von 3,190

Sekunden vor Rea ins Ziel. „Endlich haben

wir diesen wichtigen Meilenstein erreicht“,

war Ducati-Superbike-Renndirektor Ernesto

Marinelli erleichtert.

Erneut waren die Podiumsplätze der

Superbike-Rennen eine rein britische Angelegenheit.

Neben den Siegern – beziehungsweise

Zweitplatzierten – Rea und

Davies standen Ex-Weltmeister Tom Sykes

(GB/Kawasaki) und Leon Haslam (GB/Aprilia)

auf dem Treppchen. Sykes, wenig glücklich

dar über, dass ihn sein neuer Teamkollege

Rea derart in den Schatten stellt, spricht

jetzt von einer Pechsträhne. Ein übler Sturz

im zweiten Lauf schien ihn da nur zu bestätigen.

Auch Weltmeister Sylvain Guintoli

ging im zweiten Durchgang zu Boden.

Von den deutschen Fahrern